par 1 1057 Hamburgisches Gesangbuch für den öffentlichen Gottesdienst und die häusliche Andacht. Mit Eines Hohen Senats Special- Privilegio. Sunfzehnte Auflage. Hamburg, 1875. Gedruckt und verlegt von Th. G. Meisner, Eines Hohen Senats Buchdrucker. Gb 1057 #de# ol10 JES Kostet ungebunden 1.20 Univ.- Bibl. Giessen Borrede. Das gegenwärtige Gesangbuch, welches nach erfolgter verfassungsmäßiger Genehmigung Eines Hochedlen und Hochweisen Senates und des löblichen Collegii der Sechsziger, statt des seit dem Jahre 1788 unter uns gebräuchlich gewesenen, beim öffentlichen Gottesdienste in den Stadt und Landkirchen ein: geführt werden soll, ist zunächst durch das Bedürfniß einer reicheren Auswahl und einer größeren Mannig: faltigkeit geistlicher Lieder veranlaßt worden; und ohne Zweifel wird es den Gliedern unsrer Ge: meinen nicht weniger als uns zur Freude gereichen, einen in dieser Hinsicht schon lange gehegten und vielfach ausgesprochenen Wunsch nunmehr erfüllt zu sehen. Es befinden sich in der vorliegenden Sammlung zwar nicht alle, aber doch bei weitem die mehrsten und geistreichsten der in dem bisherigen Gesangbuche enthaltenen Lieder, und unter diesen IV Vorrede. namentlich die bei uns, wie in der ganzen evangelischen Kirche, mit Recht vorzüglich beliebten von M. Luther, P. Gerhard, C. F. Gellert und andren hoch: begabten Dichtern, welche wir, nach dem beifallswür: digen Vorgange mehrerer seit den letzten zwanzig Jah ren erschienenen Gesangbücher, sofern nicht hie und da überwiegende Gründe davon abriethen, in ihrer ur: sprünglichen Gestalt mitzutheilen für Pflicht gehalten haben. Zu diesen Liedern aber ist eine beträchtliche Anzahl der besten und kraftvollesten Gesänge von verschiedenen Verfassern hinzugekommen, bei deren Auswahl uns eben so wenig blinde Anhänglichkeit an das Alte, als partheiische Vorliebe für das Neue, sondern allein gewissenhafte Berücksichtigung desjenigen, worauf der wahre Werth des geistlichen und ins besondere des evangelischen Kirchenliedes be: ruhet, geleitet hat, und die, bei aller Uebereinstim: mung in dem unveränderlich bestehenden Glaubens: grunde( 1 Kor. 3, 11), dennoch von Seiten der Dars stellung, wie des Ausdruckes und Tones, mannig: faltig genug sind, um den Bedürfnissen eines jeden Vorrede. V Erbauungsuchenden nach Maaßgabe der verschiede: nen Fähigkeiten, Empfindungsweisen und Gemüths: zustände gleiche Befriedigung zu gewähren. Daß dabei, wie der Hauptzweck der Sammlung es mit sich brachte, unser Absehen vorzüglich auf den öffent: lichen Gottesdienst und die gemeinsame Andacht gerichtet gewesen ist, lehret der Augenschein. Indeß haben wir nicht unterlassen, auch für die stille Er: bauung und die häuslichen Andachtsübungen nach Möglichkeit Sorge zu tragen; ja, manches Lied, das seiner vorherrschenden Richtung nach weniger das Gefühl als das Nachdenken in Anspruch nimmt und daher mehr zum Lesen als zum Singen geeignet ist, haben wir in Erwägung des beim Religions: Unterrichte davon zu machenden Gebrauches unbe: denklich und um so lieber aufgenommen, je wünschens: werther es ist, daß die Jugend frühzeitig zu vertrauter Bekanntschaft mit dem Buche angeleitet werde, welches ihr, nächst der heil. Schrift, für das ganze Leben zur vornehmsten Quelle der Ermunterung und des Trostes dienen soll. VI Vorrede. Das Jahr, in welchem dieses Gesangbuch erscheint, ist unsrer Stadt durch ein hartes Mis: geschick unvergeßlich geworden, dessen Folgen die ihrer alt ehrwürdigen Kirchen beraubten Gemeinen insonderheit schmerzlich empfinden. Wenn indeß, wie wir zu Gott hoffen, diese von ihm über uns verhängte Züchtigung den Sinn für das Eine, das noth ist, die Hochachtung gegen sein heiliges Wort und die Liebe zu demselben, bei Bielen von neuem geweckt, bei Allen kräftiger angeregt hat: so läßt sich auch mit Grund erwarten, daß eine reichhaltigere Sammlung geistlicher Gesänge gerade jetzt eine um so günstigere Aufnahme finden und zur Förderung der gewirkten heilsamen Eindrücke das Ihrige bei: tragen werde. Aus der Fülle unsrer Herzen rufen wir Gott an, daß er dazu seinen Geist und seine Gnade verleihen wolle. Euch aber, geliebte Glieder unsrer Gemeinen, bitten wir als Mithelfer, stets eingedenk zu bleiben der apostolischen Ermahnung: Erbauet euch auf euren allerheiligsten Glauben, und redet unter einander von Hamburg, am 24. September Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen, und saget Dank allezeit für Alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi!( Jud. V. 20. Eph. 5, 19. 20.) nos Vorrede. 1842. VII Wir, Senior, Pastores und sämmtliche Prediger des Hamburgischen Ministerii. ***** Inhalt. Erste Abtheilung. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder... 1. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. Nr. 1-25, 3weite 2. Die Eigenschaften Gottes. Nr. 26-62. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Nr. 26. 27. Allmacht. Nr. 28-30. ... Nr. 1-73. b. c. Allgegenwart. Nr. 31-34. Allwissenheit. Nr. 35. 36. d. e. Allweisheit. Nr. 37. 38. f. Heiligkeit und Gerechtigkeit. Nr. 39-41. g. Liebe, Barmherzigkeit, Langmuth und Geduld. Nr. 42-56. h. Wahrhaftigkeit und Treue. Nr. 57-62. 3. Gott, Vater, Sohn und heil. Geist. Nr. 63-73. Abtheilung. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten 1. Die Schöpfung. Nr. 74-93. a. Himmel und Erde. Nr. 74-79. b. Das höhere Geisterreich und der Mensch. Nr. 80-93. Nr. 74-299. Inhalt. 2. Die Erhaltung und Regierung. Nr. 94-115. 3. Der Rathschluß Gottes zu unsrer Ers lösung. Nr. 116-123, 4. Jesu Sendung und Geburt. Nr. 124-148. 5. Jesu Wandel auf Erden. Nr. 149-153. 6. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. Nr. 154-187. 7. Jesu Auferstehung. Nr. 188-208. 8. Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. Nr. 209-217. 9. Sendung des heiligen Geistes. Nr. 218-237. 10. Christliche Kirche. Nr. 238-252. 11. Wort Gottes. Nr. 253-265. 12. Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. Nr. 266-278. 13. Heiliges Abendmahl. Nr. 279-299. Dritte Abtheilung. Das christliche Leben. Nr. 300-629. 1. Buße. Nr. 300-326. 2. Glaube. Nr. 327-337. 3. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. Nr. 338-353. 4. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. Nr. 354-365. IX 5. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Nr. 366-382. 6. Vertrauen auf Gott und Ergebung in feinen Willen. Nr. 383-447. X Inhalt. 7. Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. Nr. 448-474. 8. Gebet und Gottesdienst. Nr. 475-502. Himmlischer Sinn und Vorbereitung auf die Ewigkeit. Nr. 503-524. 9. 10. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit, Weisheit im Genuß der Freude. Nr. 525-534. 11. Frommer Fleiß. Nr. 535-539. 12. Strenge Gewissenhaftigkeit in Wort und That. Nr. 540-546. 13. Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Nr. 547-573. 14. Beständigkeit und Wachsthum im Glauben und in der Gottseligkeit. Nr. 574-601, 15. Der Friede des Christen. Nr. 602-629. Vierte Abtheilung. Der Hingang des Christen zur Ewigkeit... 1. Tod, Auferstehung und Gericht. Nr. 630-660. 2. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. Nr. 661-673. Fünfte Abtheilung. Lieder in Beziehung auf besondere Stände, Zeiten und Vors fälle.... 1. Auf besondere Stände. Nr. 674-685. a. Obrigkeit und bürgerliche Gesellschaft. Nr. 674-676. b. Predigtamt. Nr. 677. 678. Nr. 630-673. Nr. 674-784. Inhalt. c. Hausstand. Nr. 679-685. Bei Trauungen. Nr. 682. In der Fremde. Nr. 685. 2. Auf besondere Seiten. Nr. 686-746. a. Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. Nr. 686-697. An Geburtstagen. Nr. 693. 694, In der Jugend. Nr. 695. 696. Im Alter. Nr. 697. b. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saats und Nerndtezeit. aa. Frühling. Nr. 698-700. Aussaat. Nr. 701. bb. Sommer. Nr. 702. 703. Dürre, Regen, Sonnenschein, Gewitter. Nr. 704-707. Aerndte. Nr. 708-711. cc. Herbst. Nr. 712. dd. Winter. Nr. 713. c. Tageszeiten: aa. Am Morgen. Nr. 714-730. bb. Am Mittage. Nr. 731-733. cc. Am Abend. Nr. 734-746. 3. Auf besondere Vorfälle. Nr. 747-784. a. In allgemeiner Noth. Nr. 747-752. Theurung. Nr. 748. Wassersnoth. Nr. 749. Krieg. Nr. 750. Seuchen. Nr. 751. b. In persönlicher Trübsal und Kümmerniß. Nr. 753-763. XI XII Inhalt. c. Nach überstandenen Gefahren und Leiden. aa. Nach Abwendung allgemeiner Noth. Nr. 764-767. bb. Nach Befreiung von persönlicher Trúbfal. Nr. 768. 769. d. Bei Sterbefällen und Begräbnissen. Nr. 770-784. Fürbitte für Sterbende. Nr. 774. 775. Erste Abtheilung. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 1. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 1. Herr Gott, dich loben Du Herr der Ehren, Jesu wir! Herr Gott, wir danken Christ, der du der Sohn des dir! Dein, Vater, ist von Ewig- Höchsten bist, du wardst, der keit das Reich, die Kraft, die Heiland uns zu seyn, ein Mensch, Herrlichkeit! Die Welt, dein wie wir, doch súndenrein; du Werk und Eigenthum, verkün- haft des Todes Macht zerstört, digt deines Namens Ruhm; den Weg zum Himmel uns geder Engel Heer', die Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Jehovah Zebaoth! lehrt; du herrschest in des Vaters Reich, an Majestät und Huld ihm gleich; im Grabe läsfest du uns nicht, du kommst dereinst und hältst Gericht. Dein soll sich unsre Seele freun, dir treu, gehorsam, dankbar seyn. Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr. Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit; dich, Vater, auf der Himmel Thron, und deinen eingebornen Sohn, nebst deinem Geiste, dessen Kraft in uns ein neues Leben schafft. Einst laß uns an des Himmels Heil mit allen Sel'gen haben Theil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Eigenthum; auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieses Lebens Pilgerschaft sei, Herr, dein Worr 24 2 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. uns Licht und Kraft! Sei gnidig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Noth! laß dein Erbarmen uns erfreun, wenn wir zu dir um Hülfe schrein! Auf dich, o Herr, vertrauen wir, wir leben und wir sterben dir! Amen. schaun: so thut der Herr uns Armen, wenn wir nur kindlich ihm vertraun. Er weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub, zum Tode reife Sünder, ein niederfallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da; wir Sterblichen vergehen, stets ist der Tod uns nah. Mel. un lob, mein Seel', den. 2. Auf, meine Seele, finge; 4. Jehovah's Gnad' alleine es singe Gott, was in mir ist! steht fest und bleibt in Ewigkeit. Der Herr thut große Dinge an O du, des Herrn Gemeine, die dem, der seiner nicht vergißt. ganz sich seinem Dienste weiht, Gern hat er mir vergeben all' die, daß sie selig werde, mit meine Missethat, gerettet mich Furcht und Sittern ringt, schwing' in's Leben nach gnadenvollem du dich von der Erde hinauf, Rath, gekrönt mit seinem Heile, wo Jubel singt die Schaar vom Elend mich befreit; und einst wird mir zu Theile die Ruh' der Ewigkeit. stets treuer Knechte und unsrer Todten Schaar: Licht, Heil find deine Rechte und ewig wunderbar! 2. Es hat uns wissen lassen der Herr sein Recht und sein Gericht, Erbarmung ohne Maaßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unfrer Schuld. Der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld. Wer Gott vertraut, ihm lebet, sein Frieden ist mit dem; mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Våter mit Erbarmen auf ihre jungen Kinder schaun! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott, Vater, Sohn und Geist! Wir singen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkommner preist. Anberung, Preis und Ehre dir, der du warst und bist! Wir stammeln's nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst singen wir dir Psalmen, einst sterben wir und Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 3 3. Lobet den Herren,:,: denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben, unsern Gott zu loben; sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren.:,: 2. Er heilet gnädig:: die zerbrochnen Herzen; er zählt die Stern' und nennet sie mit Namen, nennet sie mit Namen. Der Herr ist groß, allmächtig, allbarmherzig. Lobet den Herren.:: 3. Er tröstet freundlich,:,: die da trauernd gehen; er stößt zu 4. Nun danket alle Gott Boden, die ihm widerstehen, die ihm widerstehen. Singt unserm Gottmit Harfen und mit Pfalter. Lobet den Herren.:: mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an une und allen Enden, der uns vor Mutterleib und Kindesbeinen an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. 4. Er deckt mit Wolken:,: das Gezelt des Himmels. Ergiebt den Regen, wenn er will, auf Erden, wenn er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren.:: 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 5. Der allem Fleische:: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise, väterlicher Weise, den jungen Raben, wenn sie zu ihm rufen. Lobet den Herren.:,: 6. Er hat nicht Freude:,: an der Streiter Menge; des Menschen Troß kann ihm nicht wohlgefallen, ihm nicht wohlgefallen. Der Herr ist freundlich denen, die ihm trauen. Lobet den Herren.:,: 3. Lob, Ehr' und Preis fei Gott, dem Vater und dem Sohne, und seinem heilgen Geist. Er, der vom Himmelsthrone erbarmend auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! 7. Danket dem Höchsten,:,: sein ist aller Segen! Der Brunn des Lebens strömt von ihm hernieder, strömt von ihm hernieder, gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren.:: 8. O Jesu Christe,:,: Sohn des Allerhöchsten, gieb deinen Christen Gnade, Gott zu preisen Gnade, Gott zu preisen und seinen Namen zu erheben. Amen! Lobet den Herren.: 2 1 4 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 5. Nun danket all' und bringet Ehr' dem großen Herrn der Welt, ihm, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets erzählt. 2. Ermuntert euch, und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an gesund und froh erhält, und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt, uns so viel Gutes thut. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werfe Furcht und Angst und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil für jeden Stand. 7. Er trag' uns ferner mit Geduld und laß uns heilig seyn, und seiner väterlichen Huld uns allezeit erfreun. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil; und wenn wir scheiden von der Erd', verbleib' er unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herz nun bricht, uns unsre Augen zu, und laß uns sehn sein Angesicht dort in der ewgen Ruh! Mel. un lob, mein Seel', den. 6. Man an lobt dich in der Stille, du großer, hocherhabner Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor deinem Thron, Herr Zebaoth. Du, Herr, bist doch auf Erden der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läst du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang' er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer Jesu Christi Namen nennt. Hoch seist du stets gepriesen! Du bist's, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nük' und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang' ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. erzeiget; nun, wie vergelt' ich's Meer, dich umfaffen nimmers dir? Ach, bleibe mir geneiget; so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen allezeit dich, Herr Gott, bier im Leben und dort in Ewigkeit. mehr unsre menschlichen Gedanken! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Seh' ich doch in allen Dingen, wie so gut er's mit mir meyn'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, was sein treues Herz bewegt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat alle Tage wieder mich des Höchsten Arm bedeckt. Aus dem Nichts trat ich in's Leben auf des Vaters mächtgen Ruf; und das Leben, das er schuf, hat auch stets sein Schuß um geben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer, meiner Seele Trost und Hort; daß er mein Gemüth erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Nacht Herz macht stille. Alles Ding durchbricht und mein banges währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wohin ich mein Auge kehre, beut er dar, was mich erhält, Thier' und Kräuter und Getraide; in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Seinen Sohn, den Eingebornen, giebt er aus Erbarmung hin für mich Armen und Verlornen zu des ewgen Heils Gewinn. D du Gnade sonder 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemüth, daß ich jeden neuen Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genefen. Alles Ding währt seine Schranken, unergründlich tiefes Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 7. Wie ein Vater seinem sind, o so heb' ich meine Hände Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, wenn es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht, also trägt Gott mein Vergehen, straft gelinde meine Schuld, und läßt dann voll Gnad' und Huld mich sein Untlik wieder sehen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6 8. Seine Strafen, seine Schläge sind auch herzlich wohl gemeint; sie sind, wenn ich's recht erwäge, nichts als Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke, und mich von der eiteln Welt, die uns hart gefangen hält, durch die Trübfal zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maaße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Gaben zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dir aus aller meiner Macht anzuhangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lieb' und lob' in Ewigkeit. mel. Es ist das Seil uns kommen. 8. Lob, Ehr und Dank dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Thronen; auch wir, die wir, o Vater, hier in deinem Schatten wohnen. Wir alle preisen deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich herrscht Macht und Recht und Huld zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Vernimm, o Gott, mein Flehen! da half mein Hel Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. die Ehre! fer mir vom Tod, und ließ sein ist Gott! Gebt unserm Gott Heil mich sehen. Ich danke, Gott, ich danke dir! O danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist bei uns und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibt des Frommen Zuversicht, und giebt ihm Heil und Frieden. Mit Vaterhånden führt er die, die ihm vertraun, und segnet sie. Gebt 9. Lobe den Herren, den unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschen Macht nicht helfen kann, erhört er unsre Klagen. Er nimmt sich unser mächtig an; wir dürfen nie verzagen. Wenn keine Ruh' uns mehr erfreut, schafft er uns Fried' und Sicherheit. Gebt unserm Gott die Ehre! mächtigen König der Ehren! Lob' ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf'! Psalter und Harfe, wach' auf! laffet den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, der dich auf Adlersgefieder so sicher geführet, der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt! Dank es ihm innig gerühret. 7. So lang' ich lebe, soll mein Dank dich, meinen Retter, ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! der Sünde Gößen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! der Herr 7 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit froher Ehrfurcht dringen! Bezahlt ihm die gelobte Pflicht, und last uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der All 8 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lob' ihn mit Allen, die von ihm den Odem bekamen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht; lob' ihn in Ewigkeit! Amen! Mel. Schwing dich auf zu deinem. 11. Dein, o Gott! foll 10. Wunderbarer König, ewig seyn Dank und Preis und Ehre; Ruhm und Herrlichkeit ist dein; Erd' und Himmel höre: Heilig, heilig, heilig ist, der uns alles giebet, der die Seinen nie vergißt, sie als Vater liebet! 2. Laß, o Vater, Lebenslang uns einander geben du mir Gnade, ich dir Dank; ich dir Lob, du Leben; du dich mir, und ich mich dir; ich dir mein Vertrauen; du mir Muth und Trost dafür, Hoffnung, dich zu schauen. Herrscher von uns allen! laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnaden Ströme läßt du auf uns fließen, ob wir dich schon oft verließen. Demuthsvoll, freudig soll unsre Stimm' erklingen, unser Herz dir singen. 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, unserm Gott zu Ehren, lasset euer Loblied hören! Preise deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen dieses große Rund bemalen. Mond und Stern', ehrt den Herrn; ihr, der Allmacht Werke, rühmet feine Stärke. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da lebt und webet, falle vor ihm nieder, bringe Dank- und FreudenLieder! Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben, hier und ewig droben. Vater nennet! Hallelujah singe, welcher Christum liebet, ihm von Herzen sich ergiebet! Owohl dir! wohl schon hier! Froher wirst du droben ohne Sünd' ihn loben. 4. Hallelujah singe, wer den Herrn erkennet und in Christo - 12. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Sebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn wie kann mein Lied erreichen deine Huld und Liebeszeichen? Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu' und Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. Gute stets erhebe Tag und Nacht, geln wunderbar errettet mich; weil dein väterliches Sorgen sich erneut mit jedem Morgen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! schien gleich Alles zu zerrinnen, ward ich deiner Huld doch innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, mögt' ich tief beschämt erblassen vor der Lang7. Fielen Tausend mir zur Seiten und Zehntausend um mich her, ließest du mich doch begleiten durch der Engel star= muth und Geduld, womit du, kes Heer; und der Noth, die o Gott, mich Armen hast ge- mich umfangen, bin ich wundertragen voll Erbarmen. Tausend, bar entgangen. Tausend, tautausendmal sei dir, großer König, sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Dank dafür! 8. Tausendmal sei dir ge fungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner sich an Jesu Händen hin zu deinem Himmel wenden, wo ich, seliger als bier, ewig, ewig danke dir! 4. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn! Daß ich dich, mein Heil, erwähle, lerne dem Gericht entfliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, daß in Schmerzen und in Freuden sich mein Herz ergäbe dir, und daß gånzlich mein Verlangen mögt' an deinem Willen hangen. Taufend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9 6. Mich hast du auf AdlersFlügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hümel. Wer nur den lieben Gott. 13. daß ich tausend Sungen hätte und einen tausendfachen Mund! Mit Engeln stimmt' ich um die Wette aus allertiefstem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o daß mein Blut mit Freuden wallte, so lang' es durck * 2 Allgemeine Lob- und Dank- Lieber. die Adern geht! ach wär' ein in der größeften Gefahr ward jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! ich dein Trostlicht stets gewahr. 3. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gráslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein! 10 4. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Freude mit stetem Lobe dich erhöhn? Wie sollt' ich auch im tiefsten Leide nicht triumphirend weiter gehn? Ja, stürzten Erd' und Himmel ein, sollst du doch, Gott, mein Alles seyn. 7. Ich hab' es ja, Herr meiner Tage, schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage, zwar wunderbar, doch wohl geführt. Ja, 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt. Ich will dir FreudenOpfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos seyn, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 5. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! du trägst mit meiner Sündenschuld unendlich gnädige Geduld. 6. Auch für das Kreuz will ich dich loben, das du mir auferleget hast. Es zieht den tråmel. Jehovah ist mein Licht. gen Geist nach oben, und ist mir 14. Auf, auf, mein Geist, eine leichte Last. Ich frage nicht| heb' an, den Herrn zu loben, mein Fleisch und Blut; die Zucht des Vaters meint es gut. auf, auf, erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd' still und sanft erhoben zu Gott, Jehovah, unsrer Sonn' und Licht. Er ist allein, Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen, würdig ftets und überall; erheb' ihn hoch 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Jm Himmel soll es besser werden, wenn ich verflårt bei Engeln bin. Da sing' auch ich im höhern Chor mein Hallelujah dir empor. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. der immer überfließt. mit frohem Jubelschall, geh' ein ter Fülle her; er ist der Quell, in sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen 5. Er ist das A und Q, Analler Wesen, die höchst' und ei fang und Ende, der Erste, und nige Vollkommenheit; von ihm, wird auch der Lette seyn; er durch ihn, zu seinem Dienst er- ist zu spüren, wo man sich hinlesen ist alles, was geworden in wende, das Heimlichste wird der Zeit; er hat und kennettlar in seinem Schein; sein Licht seines Gleichen nicht. Wer ist ist nicht vermischt mit Dunkelwie er und seine Majestát? vor heit; die Kraft, die in ihm ihr die Creatur mit Zittern steht; wohnt, wird nimmer schwach; er sein Wohnhaus ist ein unzu- weiß in sich von keinem Unge= gånglich Licht. mach; er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 3. Man sieht ihn nicht; doch ist er wohl zu sehen. Man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn vor unsern Augen stehen im reichen Schmucke seiner Gottheits- Pracht; die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr'; die Luft, die Erd' und was im Meer sich regt, das alles den zu zeigen sich bewegt, der ist und heißt Jehovah, unfer Herr. 6. Was er verheißt, dem kann man sicher trauen; die That stimmt mit den Worten überein; man darf mit ganzem Herzen darauf bauen, des Herren Ja ist Ja, sein Nein ist Nein; voll Recht und Billigkeit ist sein Gericht, er hat Geduld und übet Langmuth aus; mit Heiligkeit hat er geziert sein Haus; er ist die Lieb', der's nie an Lieb' gebricht. 4. Was Gutes auch nur kann genennet werden, was uns mit Lust und Lieblichkeit anlacht, was in sich fast der Himmel sammt der Erden, der große Bau, von Schönheit und von Pracht, und was dies Rund nur Köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpf- der Fürsten Ehr' und hocherhab. ten Meer und dessen unerforschner Stand ist gegen diese Höhe 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm ,, Abba, Vater" sagen kann, den er auch wiederum den Seinen nennet, und ihn als Kind des Hauses siehet an! Nichts ist so hoch, nichts kann so herrlich seyn; 11 12 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. nur ein Land, und bleibt ein leerer, trügerischer Schein. 8. Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben, daß du auch mich hast denen zugezählt, die du in Christo hast gebracht zum Leben und dir in ihm zu Kindern auserwählt? Zwar seh' ich jeßt dich nur im Dämmerlicht; doch weiß ich, es kommt künf tig noch der Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, mein Gott, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indeß, mein Geist, auf, auf, ihn stets zu loben! wohl= an, erwecke dich und säume nicht! was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unsrer Sonn' und Licht. Er ist allein, Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen, würdig stets und überall; erheb' ihn hoch mit frohem Jubelschall, bis er dich bringt in's Himmels- Heiligthum. wieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jacobs ist, welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen, und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß einmal erfüllet werden, was er uns gnädig zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah. 5. Zeigen sich Fromme, die Unrecht leiden? er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungri15. Lobe den Herren, ogen will er zur Speip bescheimeine Seele! Ich will ihn lo- den, was ihnen dient zur Lebensben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Hallelujah, Hallelujah. kraft. Die hart Gebundnen macht er frei; Allen erzeigt er Gnad' und Treu'. Hallelujah, Hallelujah. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden; erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann redliche Herzen finden, die lase er seine Liebe sehn. Sein Auf2. Fürsten sind Menschen, vom Weib' geboren, und sinken Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. sehn ist des Fremden Truß; 4. Unendlich reich, ein Meer Wittwen und Waisen bleibt er von Seligkeiten, ohn' Anfang Schuß. Hallelujah, Hallelujah. Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte, und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah, Hallelujah. 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennt Er, Gott; und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sißest oder gehest; ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Hallelujah. 13 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, 16. Gott ist mein Lied! und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben follte, da ich noch unbereitet war. Er ist der Gott der Stärke; hehr ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's; so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in 10. Nichts, Nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde ihr Nichts.useyn! NY 3. Licht ist sein Kleid, und 11. Wer kann die Pracht seine Wahl das Beste. Er von deinen Wundern fassen? herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 12. Der kleinste Halm ist her; eh' noch die Erde war, war deiner Weisheit Spiegel. Du, er, noch eh' die Himmel waren. Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! 14 13. Du trànkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truk! Mel. Allein Gott in der Söh' sei. 17. Der Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß! Unendlich ist und gränzenlos der Herr in seiner Größe. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht verge bens, ihn auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern 3. Des Ewgen Thron um: strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offen= bar in seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft das, was wir sind und werden. Er kennet alles, was er schafft, im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stárke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. thut; denn du belohnst mit sten Lichte, vor seinem AngeWonne! Du hast Unsterblichkeit sichte noch dunkler als die Nacht. allein, bist selig, wirst es ewig seyn, du aller Freuden Fülle! 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer gleicht ihm? Niemand ist wie er, so herrlich, so vollkommen. 15 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne! was seid ihr gegen ihn? mit aller eurer Pracht, in eurem schön4. Preist, Menschen, euren Meister, wie ihn der Engel preist, den Vater aller Geister, den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, o Seele, hoch erhoben, ein Geist, um ihn zu loben. Erwäg's und preis ihn auch! 5. Im Geiste bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an! den höchsten Herrn erwähle; wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben; das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 18. Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß, ein Geist! Lobsingt, lobsingt vor Mel. Christ, unser Serr, zum. ſeinem Angesichte! Gott wohnt 19. Wo tont der Pfalm, in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat den Herrn erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief erfüllt? der dich erreicht, dich Herr, und deine Stärke, die Macht, der außer dir nichts gleicht, die Größe deiner Werke? Wo tont der festliche Gesang? Laß mich den Jubel hören; laß meines schwachen Liedes Dank mit ihm vereint dich ehren, dein Lob hier wiederhallen! 2. O könnt' ich, Schöpfer, dich erhöhn, wie meine höhern Brüder, die Engel, die dein Antlig sehn! verstund' ich ihre Lieder! So lange schon von dir gewöhnt zu deinem hohen Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Preise, lobsingen fie; ihr Jubel gern ein würdig Opfer brachte! tont durch aller Himmel Kreise, ein voller Strom des Lobes. ergreife, stárk', entflamme mich, daß ich dich rühmen könne; daß ich, von dir begeistert, dich stets zu verklären brenne! dein Lob sei meine Wonne! 16 3. Und dennoch, könnt' ich auch, wie sie, mich näher zu dir schwingen, erreicht' ich deine Größe nie, würd' ich zu schwach dich singen. So hoch sich auch ihr Jubel hebt, mit tauſendfachen Stimmen dich zu erreichen, den noch strebt, hinauf zu dir zu klimmen, ihr hoher Flug vergebens. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 20. Jauchz' dem Höchſten, alle Welt! Sein ist Majeſtät und Stärke. Dient ihm so, wie's ihm gefällt, ihr, ihr Zeugen seiner Werke! Froh kommt vor sein Angesicht und bezahlt ihm eure Pflicht. 4. Ich kann, mein Gott, wie groß du bist, mehr ahnen nur als wissen. Was ist der Erde Kreis? er ist ein Schemel deinen Füßen! der Himmel, wel chen deine Hand ausbreitet, den du füllest? ein Teppich, um dich her gespannt, darein du dich verhüllest, daß mich dein Glanz nicht tödte. 5. Ein heilig Grauen über fällt mich, wenn ich in der Höhe auf Sonnen Sonnen, Welt auf Welt emporgethürmet sehe. Wer zählt, wer leitet ihre Schaar? wer nénnet sie bei Namen? du thust es, Gott! Kein Weltkreis mel. Aun danket all und bringet. war; da riefst du: Kommt! sie 21. Nimm deine Psalter, kamen, und lobten ihren Vater. 6. O Stárke Gottes! Macht des Herrn: o meines Gottes Rechte! o Macht der Liebe, der ich Volk des Herrn, und singe det nem Gott! Ihn loben Sonn' und Morgenstern, und Element und Tod. 2. Er ist Gott. Gebt ihm das Leben; seine Gnade thut die Ehr'! Er gab uns nicht nur noch mehr, und erhält, was er Stand blühen unter seiner Hand. gegeben. Unsre Fluren, Glück und 3. Laßt uns seiner Gut' uns freun, die Jahr ein, Jahr aus allein, auch in Ewigkeit gewähret uns nähret. Nicht für diese Zeit seine Huld dem, der ihn ehrt, Freude, die kein Wechsel stört. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 17 2. Sein Nam' ist mächtig, mer. Wie schön leucht't uns der M. wenn er spricht, und schrecklich, 22. Fleug auf, mein Pſalm, wenn er draut; er winkt, und eine Welt zerbricht, und steht, wenn er gebeut. mein Lobgesang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor feinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn erhabner Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch dich gerufen. 3. Ihm leben wir, ihm sterben wir, ihm, der uns Leben gab. Er wog uns Leid und Freude hier mit Vaterhånden ab. 4. Er hilft uns gern, und krönt das Jahr mit Segen, er allein, und will, was er den Vätern war, auch uns, auch uns noch seyn. 5. Ach nimm den Geist der Freudigkeit, Gott, nie aus unfrer Brust! Nur wer in dir sich kindlich freut, hat am Gesez auch Lust. 6. Gott, blick auf uns von deinem Thron! Dein Friede krón' das Land. Sei unsern Obern Schild und Lohn, und segne jeden Stand! 7. Erhör uns, Herr! dein Antlik seh' dein Volk, das Amen spricht. Sei Allen gnädig, Herr, und geh' mit uns nicht ins Gericht! 8. Nimm deine Psalter, Volk des Herrn, und singe deinem Gott! Jhn loben Sonn' und Morgenstern, und Element' und Tod. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöhn, und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher lauter Lobges sang des Gütigen und Weisen! Ach wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob verneh men, und doch seines Ruhms mich schämen? 4. Wem blüht das Thal? für wen erhebt sich das Gebirg? 18 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele. wem tönt und schwebt der Sånger in den Lüften? für wen bevölkert sich das Meer? wem lebt der Thiere zahllos Heer auf jährlich grünen Triften? Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Quellen rieseln; Winde wehen; 23. Lobt den Herrn! Er Flüß' und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. ist die Liebe, er verläßt die Seiz nen nicht. Blickt auch unser Auge trübe, freundlich strahlt sein Angesicht. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken, hat Freuden noch genug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 2. Lobt den Herrn! Er ist schwüler Nacht glänzen schöner voll Milde! Nach des Wetters die Gefilde und des Regenbogens Pracht. 3. Lobt den Herrn! Von seinem Regen duftet lieblicher die Au'; und erfüllt von seinem Segen steht gebückt die Blum' im Thau. 6. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele! jauchzend schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 7. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, strömt Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. hin, Empfindungen voll Luft, in 24. Last uns den Herrlihohe Dankgesänge! Schöpfer, chen erheben, den Einzigen, den 4. Lobt den Herrn! Auch wenn wir weinen, siehet uns fein Angesicht. Er verlässet nicht die Seinen; Vater! du verläßt uns nicht. 5. Lobt den Herrn! Es fallen Thränen auf des Erdenpilgers Pfad; aber unter stillem Sehnen reift des Himmels ewge Saat! Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 19 schüßt, ihn aus der Nacht zum Lichte führt? wie väterlich Gott immer sorgt, um ihn für eine besre Welt bier zu erziehn? Schöpfer jeder Welt, der uns, der für der Menschen Leben die schöne Erde schuf und uns erhält, uns schön're Wohnungen in seiner Stadt, die über Son= nen steht, bereitet hat! 2. Aus allen Welten tönen Lieder, aus allen Himmeln Jubel ihm empor; ihm hallet jede Tiefe wieder: und wir frohlockten nicht in diesem Chor? Wer fühlt sie ganz, die Würde, Mensch zu sein, und kann nicht Gottes sich lobsingend freun? 3. Und können wir genug ihn preisen, der unaussprechlich groß und herrlich ist, der Welten ruft, in ihren Kreisen die Sterne führt, und unser nie vergißt, der immer wacht, stets Segen um sich streut, und jedes Leben, selbst den Wurm erfreut? Mel. Wachet auf, ruft uns die. 4. Wer kann es je genug erheben, was Gott für ihn aus 25. Uleber Sonnen hoch Vaterliebe that, seitdem er aus dem Nichts in's Leben fremd auf den Schauplaß seiner Wunder trat? Wer zählt's? Wem floß nicht Segen, Freud' und Ruh' und Hülf' und Trost an jedem Tage zu? erhoben, zu ihm, den alle Sonnen loben, hinauf zu ihm, entzückter Sinn! Herr, ich darf mich unterwinden, mit dir zu reden, zu empfinden, daß ich wohl Erd' und Asche bin, wie meine Väter, Staub, des Todes schneller Raub, doch, Erbarmer, schon in der Zeit durch dich geweiht dem Himmel und der Ewigkeit. 5. Und wessen Lob erreicht, wie weise, wie liebreich Gott sein Schicksal noch regiert, ihn stärkt auf seiner Lebensreise, thn 6. Frohlockt! Frohlockt! Wir sind berufen, Bewohner seines Himmels einst zu seyn, und, wie an seines Thrones Stufen die Engel, seiner uns schon hier zu freun. Welch Glück, voll Preises hier vor ihm zu stehn, wie sie, die mehr von seiner Größe sehn! 7. Drum sei des großen Vaters Ruhme stets unser Herz, oft unser Lied geweiht! Nicht nur in seinem Heiligthume, auch in der Stille der Verborgenheit, auch oft in unsrer Lieben frohem Kreis ertöne feierlich ihm Dank und Preis. 20 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 2. Dieser Geist kann dich erkennen, mein Herz dich liebend Vater nennen, an deinem Herzen felig seyn. Preisend kann ich üben, ahnen, was droben auf des Himmels Bahnen die Engel heiliger dir weihn. Noch tönt zu ihrem Chor nur schwach mein Lied empor. Noch nicht, Vater, umglänzt ihr Licht mein Angesicht; doch du verschmähst mein Stammeln nicht. 3. Du, den Würmer tief in Gründen, den hoch Gestirne mir verkünden, wie schwiege, Herr, der Mensch, der Christ! Tåglich soll mein Lob erschallen, durch alle Himmel soll es hallen, daß du so groß, so freundlich bist. Wer zählt den Sand am Meere? wer deiner Werke Heer? Hallelujah! du blickst auf mich so väterlich, und dein Erlöster bin auch ich. 4. Thätig will ich preisen, danken, auf deiner Bahn nicht weichen, wanken, die Kronen mir am Ziel verheißt. Mag die Zeit, das Leben schwinden! das Eine will ich suchen, finden, was keine Zeit, kein Tod entreißt. O rúste mich mit Kraft, wenn oft mein Muth erschlafft! Vater! Vater! noch kámpf ich hier mit Welt, Begier; nimm du nicht deinen Geist von mir! 5. Nimmer darf ich dann erzittern. Dein Lob ertönt in Ungewittern, dein Nam' ist Liebe hier und dort. Herr, mein Psalm soll an Altáren, mein Denken, Thun soll dich verklären, mehr als des Liedes Ton und Wort. Dich preise Freud' und Noth, mein Leben und mein Tod! Selig, selig, wer treu hier ringt, dir treu vollbringt, sein Halles lujah droben singt! 2. Die Eigenschaften Gottes. Mel. O höchster Gott, o unser. 2. Was bin ich, Herr, und 26. Herr Gott, du bist alle Menschentinder? Staub die Zuflucht aller Zeiten; denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. und für. sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für Die Eigenschaften Gottes. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott! den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist. Denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte! Du schüßest sie durch deine starke Nechte; du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst werd' ich nicht über wunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 21 nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kåmpfer krönen, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Gott, mit dir unveränderlich wird auch das Wort der Wahrheit sich beschüßen und erhalten, wenn alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 4. Ob Felsen weichen, Berg' in's Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was zagt denn meine Seel' in mir? Was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeståndigkeit dies Leben mir verfließe? 6. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und wirst mich ewig lieben; haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 7. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird 27. Gott, wie du bist, so er's seyn; Nichts kann von ihm warst du schon, noch ehe du von deinem Thron sprachst dein allmächtig: Werde! und riefest aus dem Nichts hervor den Himmel und die Erde. mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht Gott und seine Freuden! 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wenn längst die Erde Mel. un ob, mein Se den. 28. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Rath ist, groß von That, den Das preisen deine Werke, die Gütigen, den Weisen, der Kei- deiner Kraft allein sich freun. nen seines Gleichen hat. Der Wir auch erfreun uns ihrer; Herr thut große Werke; wer ihr Lob sei unsre Pflicht! hindert seine Macht? wer seines Vater, o Regierer, wen hält, Armes Stärke, die alles Gute wen schüßt sie nicht? Du lebst, schafft? Er dehnet gleich Ge- du wirkst in Allen; dir, dir verzelten die weiten Himmel aus; trauen wir! Erhalter, wer kann er spricht, so gehen Welten aus fallen, getragen, Herr, von dir? ihrem Nichts heraus. 22 Mel. O Durchbrecher aller Bande. 29. Almacht, Almacht, Allmacht! hilf dem Schwachen; kraftlos bin ich ohne dich. Ich kann Nichts, du Alles machen; Allmacht, stärke denn auch mich! laß mich überall dich spüren! überall bedarf ich dich. Ueberall wirst du mich führen; Gott der Allmacht, leite mich. 2. Allmacht! nimm von dem Gewissen jeden schweren Vor3. Wer, wer gebeut den Wel- wurf bin, wenn der Neue Zählen: Hieher! nicht weiter! legt ren fließen, wenn ich tief gebeueuch hie? Er legt in Felsen get bin. Für mich ward dein Quellen; sie rieseln, und versie- Sohn gegeben; dies hebt meigen nie. Er füllet Wüsteneien nen Muth empor. Gieb durch mit seinen Wundern an, heißt seinen Tod mir Leben; sei mein Thiere da sich freuen, wo Nie- Vater, wie zuvor! mand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, verderben und erneun? 3. Allmacht! soll ich heilig werden, bilde du mich selbst nach dir, tödte jede Lust der Erden, weck' die Tugend auf in mir; rein'ge meines Herzens Triebe, reiche Kraft zum Kampfe her. 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt in Wolken, wenn er spricht, das Wasser sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestum; des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Bliße zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht und ruft den Winden; schnell wird sein Himmel schön. Die Eigenschaften Gottes. O wenn ich dich innig liebe, wird durch dich mir nichts zu schwer. 4. Allmacht! zünde selbst die lauen Opfer meiner Andacht an, daß kein Zweifel mein Vertrauen auf dein Wort mir schwächen kann; höre mich, so oft ich bete, wo sich nur mein Herz dir naht. Jeder Ort ist Tempelstáte, selbst des Kranken Lagerstatt. 5. Allmacht! stärke mich im Leiden; ach! mein Herz ist leidenscheu, glaubt nicht im Genuß der Freuden, daß auch Leiden heilsam sei. Beugt der Schmerz zu tief mich nieder, mäßige dann diesen Schmerz, gieb Geduld, und heile wieder, Allmacht, dann mein blutend Herz. 6. Leite du mein ganzes Leben! Du bist Herr von jeder Noth; ist mein Herz dir ganz ergeben, schaudert mich vor keinem Tod. Schließt am leßten meiner Tage sich des Leidens müder Lauf, Allmacht! Allmacht! o so trage meine Seele Himmelauf. Mel. un danket alle Gott. 30. Wie groß ist Gottes Macht! Wie groß sind seine Werke! Wohin mein Auge blickt, erkenn' ich seine Stärke. Des Tages Sonnenglanz, das Sternenheer der Nacht, die ganze 23 Schöpfung ruft: Wie groß ist Gottes Macht! 2. Wie groß ist Gottes Macht! Wie könnt' ich fühllos schweigen, da Erd' und Himmel mir von Gottes Allmacht zeugen? Gelobet sei der Herr, der Alles hält und trägt, durch dessen Kraft allein mir jede Ader schlägt! 3. Wie groß ist Gottes Macht! Seht, wie in Ungewittern selbst freche Sünder doch vor Gottes Allmacht zittern. Vor dir mich kindlich scheun, verehren dein Gebot will ich, Allmächtiger, dir treu seyn bis zum Tod. 4. Wie groß ist Gottes Macht! Wenn mich der Tod umschwebet, so weiß ich freudig doch, daß mein Erlöser lebet, der selbst durch Gottes Macht vom Tod einst auferstand. Auch über Grab und Tod siegt meines Schöpfers Hand. 5. Wie groß ist Gottes Macht! Hinweg mit Furcht und Grauen! Wer ihn als Vater liebt, darf auch auf ihn vertrauen. Mein Herz, verzage nicht; denn weise stets und gut ist, was dein Vater schickt, was seine Allmacht thut. 6. Wie groß ist Gottes Macht, wie reich an Trost und Segen! So geh' ich nun dem Grab' mit frohem Muth entgegen. Einst 24 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. noch in höherm Licht werd' ich die Allmacht sehn, wenn ich vor seinem Thron als Sel'ger werde stehn. Erbarmend, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinenSchmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 31. Nie bist du, Höchſter, von mir fern; du wirkst an al len Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Ich leb' und athme nur durch dich, und deine Rechte schüßzet mich. 2. Du weißt, was ich gedenke; du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, Nichts kann deinem Aug' entfliehn, Nichts deinen Händen mich entziehn. mel. Es spricht der Unweisen M. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, 32. Zu Gott, o Seele, und fern von Welt und Eitelkeit den Geist zu dir erhebe, so merkst du gnädig auf mein Flehn, und läßt mich Trost und Freude fehn. schwing' dich auf, und werde Dank und Wonne! Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der milden Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenft, auf jedem Tritt uns Freude schenkt, er ist allgegenwärtig. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine 2. Wenn sich in stiller Einböse That vor Menschen hier samkeit der Geist zu ihm erheverhehlet, so weißt du sie, und bet, und voll von seiner Herrzüchtigst mich zu meiner Beßlichkeit in heilger Wonne schwerung väterlich. bet, dann sieht sein milder Va6. O druck', Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, getrost vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, dies tröst und beßre meinen Geist. 5. Du hörest meinen Seuf- terblick mit Wohlgefallen unser zern zu, daß Hülfe mir erscheine. Glück. Er sieht's allgegenwärtig. Die Eigenschaften Gottes. 3. Wenn mancher Kummer 2. Er zündet jede Sonne, uns betrübt, und Thränen uns entfließen; wenn die, die wir bisher geliebt, nun unsern Fall beschließen: so ist uns Gott mit seiner Kraft, der Gott, der immer Hülfe schafft, im Leid auch gegenwärtig. 4. Und wenn das Auge sterbend bricht, wenn alleSinne schwinden; wenn für die treusten Freunde nicht das starre Herz empfinden, nicht liebevoll mehr schlagen kann: o höchstes Wesen, dann, auch dann, bist du uns gegenwärtig. 5. Dann schwingen wir zu dir uns auf, zu deines Himmels Wonne, beginnen einen neuen Lauf, sehn eine beßre Sonne, fehn ihn, der alle Welten lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt. Er ist allgegenwärtig! Mel. un lob, mein Seel', den. 33. Der Herr ist in den Höhen; auch in den Tiefen ist der Herr! Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er; ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah'; ist, frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 25 flammt jedes Sternes Fackel an; strömt Leben, Lust und Wonne durch Alles, was empfinden kann. Des Erdgewürms Gewimmel, und was im Meere webt, wer unter seinem Himmel und wer im Himmel lebt; ihr alle, seine Werke, empfindet Tag und Nacht die Nähe seiner Stärke, die Güte seiner Macht. 3. Er giebt von seinem Throne uns, was uns noch ist, Lust und Schmerz; giebt Fürsten ihre Krone, und lenkt, wie Wasserbách', ihr Herz. Es müssen seis nen Willen selbst Volksverderber thun; was er beschließt, erfüllen, bald brausen und bald ruhn; die Welt, wie Sturm, erschüttern, und, furchtbar nur durch ihn, wie Laub im Walde zittern, und, will er, muthlos fliehn. 4. Allgegenwärtig schauet fein allumfassend Aug' umher; und wer nur ihm vertrauet, den decket, den versorget er, hört das Geschrei des Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Fehlt dem, für euch zu sorgen, Verzagte, Rath und Macht? ihm, der, auch euch verborgen, euch nah' ift, euch bewacht? B Allgemeine Lob- und Dant- Lieder. 5. Wie könnt ihr denn, Ver- 8. Gott ist auch nahe denen, brecher, dem, der so nah' euch die willig thun, was er gebot, ist, entgehn? könnt wähnen, er, hört sie, zählt ihre Thränen, erder Nächer, werd' euer finstres scheint, verscheucht, was ihnen Werk nicht sehn? Eh' noch Ge- droht. Sprich, Frommer: Mir danken werden, von ferne sieht zur Rechten, zur Linken hier ist er sie; und alle Nächt' auf Er- Gott! In meines Kummers den verhüllen euch ihm nie. Nächten, und wo ich seufz', ist Wähnt nicht, daß er's nicht wisse! Gott! Wo keinen Freund ich Mit seinen Schrecken füllt er habe, wo niemand hilft, ist Gott! selbst die Finsternisse, darin ihr Im Sturm, im Tod', im Grabe euch verhüllt. und überall ist Gott! 26 6. Er wird, er wird euch finden; denn in den Höhen herrscht der Herr, herrscht in den tief: sten Schlünden, an allen Enden herrschet er; hat überall auch Waffen und Plagen mancher Art, den Frevler zu bestrafen, für sein Gericht verwahrt. Und plößlich stürzen Flammen, wenn ihr, Betrogne, glaubt, er schlummre tief, zusammen herab auf euer Haupt. 7. So schnell die Luft sich rdthet, wenn sie des Blizzes Flug durchfleugt, trifft seine Rach' und tödtet, wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sprich, Sünder: Mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; am Tag', in allen Näch ten und wo ich bin, ist Gott! Sprich: Wo ich siz' und gehe und liege, hier ist Gott! Im Thal und in der Höhe und überall ist Gott! Univ. Bibl. Giessen mel. Straf mich nicht in deinem. 34. Such, o Seele, Gott den Herrn! such, und du wirst finden. Er ist keinem von uns fern, kann uns nie verschwinden. Forsche nur! Seine Spur fonnen reine Seelen suchend nicht verfehlen.deu desen 2. Such' am hohen Firmament! Gottes Klarheit leuchtet. Suche, wo die Sonne brennt, wo der Quell befeuchtet! Fern und nah' ist er da als ein Gott der Stärke, groß in jedem Werke. 3. In ihm leben, weben, sind, hoch und niedrig, Alle. Vaterliebe führt das Kind, wo es sei und walle. Gott bewacht Tag und Nacht still und ungesehen Tiefen, gleich den Höhen. 4. Sieh' ihn, wo er wunderbar seine Blumen kleidet, for= Die Eigenschaften Gottes. gend der GeschöpfeSchaar, wie ein Mel. An Wasserflüssen Babylon. Hirte, weidet; wo die Au' glänzt 35. Du, Ewiger, erforscheſt im Thau! Sieh auf reichen Fluren des Erhalters Spuren! 5. Fühl' ihn in der Lebenskraft, die durch Alles dringet, tausendfache Wunder schafft, auch im Menschen ringet! Sie ent-= fleußt seinem Geist, strömt durch dieGebilde seiner Kraft undMilde. mich; nichts kann ich dir ver= hehlen. Kein Schein, kein Blendwerk täuschet dich; du prüfft der Menschen Seelen. Du siehst mich, wenn ich geh' und ruh'; von ferne schon verstehest du Gedanken, die ich hege. Du schaust bis in des Herzens Grund, weißt jedes Wort in meinem Mund, kennst alle meine Wege. 6. Horch' im innersten Gemüth'! Du wirst ihn vernehmen, wenn das Herz für's Gute glüht, Sünden dich beschämen. Hör, er spricht: Sündge nicht! Bändige die Triebe! Bleib' in meiner Liebe! 7. Hör in der entweihten Brust ihn, den Nichter, sprechen! Da verdammt er Sündenlust, will das Böse rächen. Angst und Schmerz füllt das Herz; im Gewissenswehe da ist nichtersnähe. 8. Such', o Seele, seine Huld, suche sie voll Neue! Er vergiebt auch schwere Schuld, ewig Lieb' und Treue. Sorge nicht! Er verspricht: Wer da sucht, soll finden, und sein Leid wird schwinden. 9. Such' ihn froh in seinem Sohn mit der Gottesfülle! Baue Christo einen Thron in des Herzens Stille! Er giebt Ruh'; folge du bis zur Todespforte ſeinem Gottesworte. 27 2. Zu hoch ist dies Erkenntniß mir; ich kann es nicht erreichen. Ach, Herr, was ist der Mensch vor dir? Wer darf sich dir vergleichen? Du, der du alles kennst und weißt, wo soll ich hin vor deinem Geist? wie deiner Hand entfliehen? Führ ich gen Himmel, bist du da; im Abgrund selbst bist du mir nah'. Nichts kann mich dir entziehen. 3. Allgegenwärtger, deineHand wird überall mich finden. Dir bleibet all mein Thun bekannt, auch die geheimsten Sünden. Vor deinem hellen Angesicht sind Nächte Tag, ist Dunkel Licht; Nichts, Nichts kann dir entges hen. Was ich gethan, gesagt, gedacht, wird einst vor dein Gericht gebracht; da muß ich vor dir stehen. 31 28 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 4. Drum mache mich dem Vorsaß treu, daß ich das Böse meide, mich nie mit Sündern sündlich freu', mit Frommen lieber leide, nur liebe, was dir wohlgefällt, den Tadel und das Lob der Welt nicht übermäßig achte, in allem Thun nach deinem Wort mich halte, und nur immerfort nach deiner Gnade trachte. 5. Entdecke du mir selbst mein Herz, daß ich's recht kennenlerne, ob es in Freuden, ob's in Schmerz sich auch von dir entferne. Bin ich vielleicht auf bösem Weg', so führe mich den rechten Steg, ent reiß mich dem Verderben, daß ich, vom Sündendienste frei, dir angenehm und würdig sei, den Himmel einst zu erben. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 36. Der Vater kennt dich! Kenn' auch ihn, den Vater kenn', o Seele! Ob finstre Wolken dich umziehn, den höchsten Freund erwähle! Ist er nur dein, bist du nur sein, mag dich die Welt verkennen! Er wird sein Kind dich nennen. 2. Der Vater kennt dich! Sei dein Schmerz in deiner Brust verborgen: es weiß um ihn das Vaterherz; ihm flage deine Sor gen! 3u Gott empor! Vernimmt kein Ohr, o Christ, dein banges Sehnen, dein Vater zählt die Thränen. 3. Der Vater kennt dich! Deine Kraft, dein Heil hat er ermessen. Der Freude selbst dem Wurme schafft, er sollte dein vergessen? nicht wähne fern die Hand des Herrn! Wenn Hülf' und Luft dir frommen, ist seine Stunde kommen. 4. Der Vater kennt dich! Laß die Macht der Sünde nie dich beugen! Gott schaut dich, wo kein Richter wacht; verehre deinen Beugen! Ihn täuscht kein Lug, kein Frevlertrug. Was Nächte dicht umgeben, es muß an's Licht sich heben. 5. Der Vater kennt dich! Segnest du geheim die Armen, Kranten; verklärst du einsam deine Ruh' durch himmlische Gedanken: dich sieht der Geist, der Vater heißt. Kein stilles Thun, fein Ginnen fann seinem Aug' entrinnen. 6. Der Vater kennt dich! Sei die Bahn der Zukunft nicht verkündet, des lieben Vaters Blicke sahn, was hier kein Aug' ergründet. Mit frommer Scheu sei ihm getreu! Der Einen Liebe Flügel deckt Wieg' und Grabes Hügel. Die Eigenschaften Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. leite mich durch Welt und Zeit bis an das Thor der Ewigkeit. 37. Auweiser Schöpfer aller Dinge, der Alles sieht, erkennt, mel. Gott des Simmels und der. versteht! Nichts ist so groß, Nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Du schreibest der Geschöpfe Chor Ziel, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen, schönen Werke, die unsern Augen fern und nah', stehn alle, wie durch deine Stärke, so auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Meister hånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. O Weisheit, decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; ach gönne mir dein hohes Licht! 5. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Dir muß ich Dank und Ehre geben, daß du vollkommen wohl regiert. Herr, 38. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weiß und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? It's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich feinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt ein Vater unterlas sen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fas sen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Soll er deine Wünsch' erheben zu Regierern seiner Welt? Soll der Heilige dir geben, was den Lüften nur gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit! Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 30 Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Darum, auch auf rauhen Wegen, Christenseele, flage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fasse Gottes Einn, wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Werde munter, mein G. 39. Gott ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 4. Lindre diese Furcht und Schmerzen! Du bist rein und machest rein; drum schaff' in uns solche Herzen, die, wie du, auch heilig seyn. Heile uns, o höchstes Gut! mach' uns rein durch Christi Blut! Schenke du Verstand und Willen, deine Rechte zu erfüllen! once da 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Ach! dies muß uns Sünder schrecken, und uns Furcht und Schmerz erwecken. 5. Gieb, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, dich zum Vorbild zu erwählen, und im Guten fest zu stehn, bis wir dort mit jener Schaar der Erlösten immerdar Heilig, heilig, heilig! singen, und die reinsten Opfer bringen. Mel. Ich dank die, lieber Serre. 2. Du bist rein in Werk und Wesen; und dein unbeflecktes 40. Gott, meine ganze Kleid, das von Ewigkeit gewe: fen, ist vollkommne Heiligkeit. Du bist heilig; aber wir, großer Schöpfer, sind vor dir ach! be: fleckt von vielen Sünden. Wer kann einen Reinen finden? Seele macht deinen Ruhm betannt. Dir dank' ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Du bist auf deinem Throne der Nichter aller Welt, der Jeglichem zum Lohne sein heilig Urtheil fällt. 2. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Stuhl erhöht; vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder, zittert, bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 3. Der Herr regiert, und liebet, was ungerecht ist, nicht. Die Eigenschaften Gottes. Er wägt die Welt, und übet schmachtet. Du Redlicher, verpartheilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, wie sein Gesek gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. zage nicht! ein Allgerechter hält Gericht. 2. Was macht dich in der Armuth reich, in Banden frei, dem 4. Gott ist ein Fels der Ar- Höchsten gleich, wie tief die Welt men, ein Fels in jeder Noth. dich beuge? Was bleibt dir, Sie traun auf fein Erbarmen, wenn der Zeiten Fluth dir Güter wenn ihnen Unfall droht. Die raubt, als höchstes Gut? In Thränen, die sie weinen, sind dir ist Gottes Zeuge, der dir dir bekannt und werth; du, Gott, mit stillem Frieden lohnt, dir versäumest keinen, der deinen zuruft: Ein Gerechter thront! Schuß begehrt. 3. Was ist des Bösen gute Zeit? was seines Kleinods Herrlichkeit? Es sinkt so bald in Scherben. Sein Fried' ist Ruhe vor dem Sturm; in seinem Herzen mag der Wurm entschlafen, nicht ersterben. Der Böse schrickt empor, erbebt, und zeugt, daß ein Gerechter lebt. 5. Jhr Kinder Gottes, preifet, verkündigt in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 6. Herr, sei mir gnädig; schaue voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue; du hilfst auch selbst vom Tod. Nach über wundnen Leiden geh' ich in's Heiligthum; und voll der HimmelsFreuden, erheb' ich deinen Ruhm. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 41. Es waltet ein gerechter 31 Gott, ob auch die Welt mit frechem Spott, was heilig ist, verachtet, ob auch Gewalt das Recht bezwingt, das Laster kurzen Sieg erringt, im Staube Tugend 4. Vernehmt ihn, der ,, Bis bieber!" ruft. Die Flamme, die ihr, Frevler, schuft, muß euer Haupt verzehren. Der Trug entweicht, die Wahrheit siegt; des. stolzen Drangers Macht erliegt, die Unschuld glänzt mit Ehren. Ihm tönt ihr Loblied himmelan, der stürzen und erheben kann. 5. Er waltet, wenn der Seuche Gift, des Blißes Strahl den Frommen trifft und euer schont, Verbrecher! Entreißt euch Ketten, fest und schwer; flieht jauch 32 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Kommt, lasset uns erwägen des frommen Vaters Segen. zend über Land und Meer; wähnt ewig fern den Rächer; verbergt euch tief in Mitternacht: weh' euch! des Richters Auge wacht. 2. Eh' wir an's Licht geboren, hat er uns auserkoren, und in sein Buch geschrieben zum Leben und zum Lieben. 6. Der Tod, sein Schreckensbote, naht. Wird Aerndte hier nicht jede Saat, fie reift in andern Welten. Was Nacht hier war, wird Mittag dort. Erfüllung wird dein ernstes Wort, o Herr: Ich will vergelten! Du rufft, und Gräber öffnen sich. Du richtest Welten, richtest mich. 3. Sein Wort lehrt uns ihn kennen, daß wir ihn Vater nennen, der freundlich uns bescheret, was Leib und Seele nähret. 4. Uns Sündern, uns Verlornen giebt er den Eingebornen; das Heil uns zu erwerben, läßt er am Kreuz ihn sterben. 5. Dies laffet uns bedenken, wenn uns die Sorgen kränken; wer seinen Sohn uns giebet, wie hat uns der geliebet! 7. Du schreibst zu meinem Heil und Fluch Gedanken, Thaten auf dein Buch; laß sie mich nicht verklagen! Mit Chránen säen, sei mein Loos! die Aerndt ist ewig dort und groß; laß, 6. Was könnt' er uns verBater, mich nicht zagen! Heilsagen, wenn wir's ihm gläubig mir! es ist kein eitler Wahn: Zuflagen? Er giebt uns Trank Kronen führt der Treue Bahn. und Speise, und sorgt nach 8. Wort voll hoher Himmels- Vater- Weise. kraft: Es kommt ein Tag der Rechenschaft! Laß täglich sein mich denken. Wenn Sünde, Lust und Leid mir drohn, laß, Herr, auf deinen Richter- Thron den ernsten Blick mich lenken. Die Welt mit ihrer Lust vergeht; wohl dem, der einst vor dir besteht! 7. Die Vögel in den Lüften, die Thiere in den Klüften, die Blumen auf den Wegen ver= künden seinen Segen. 8. Der sie so treulich heget, so sorgsam ihrer pfleget, sollt einen Himmels- Erben er lassen je verderben? 9. O Vater, so beschere zu deines Namens Ehre, da wir dir stets vertrauen, und ganzlich auf dich bauen. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 5. 42. Nun last uns Gottes Güte uns führen zu Gemüthe! Die Eigenschaften Gottes. 10. Wenn wir nur dieses haben, so werden uns die Gaben, die wir zu diesem Leben bedürfen, auch gegeben. 11. Laßt uns die Sorgen hassen; er kann uns nicht verlassen. Die Welt muß wohl vergehen; sein Wort bleibt ewig stehen. Mel. Der Serr ist mein getreuer. 43. Wer ist so freundlich, Herr, wie du? so gnädig im Erdulden? Wer deckt mit solcher Langmuth zu so viele schwere Schulden, die aus der ganzen weiten Welt bis zu dem hohen Himmels Zelt ohn' Ende sich erheben? 33 Herr, Aller Augen sehn auf dich, zu deinem Thron getehret. Du bist's allein, der väterlich, was lebt und webt, ernähret. Du öffnest deine milde Hand, machst satt und froh, was auf dem Land, in Meer' und Lüften schwebet. 5. Du meinst es gut, und thust uns wohl, auch da wir's oft nicht denken; und doch ist Mancher fummervoll, verzehrt sein Herz mit Kränken. Er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott laff ihn gänzlich aus der Acht, und habe sein vergessen. 6. Nein! Gott vergißt der Seinen nicht, er hålt uns Bund und Treue; sein Herz bleibt stets auf uns gericht't, daß er zuleßt erfreue. Geht's auch zu weilen wunderbar, ist er doch beilig immerdar, gerecht in fei= nen Wegen. 2. Es muß ein treues Herze seyn, das uns so hoch fann lieben, da wir doch Alle, Groß und Klein, des Guten wenig üben. Gott muß nicht anders seyn als gut; daher fleußt seiner Gute Fluth auf alle seine Werke. 3. Der Herr ist bis an unsern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsre Kreuzesnoth, und hält uns, wenn wir fallen. Er steuert manchem Unglückslauf, Mel. Wie schön leucht't uns der M. und hilft uns freundlich wieder 44. D Gott, deß starke auf, wenn wir danieder liegen. Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte; ich sehe sie und werd' entzückt, wohin auch nur mein 252 7. Gott ist zu helfen stets bereit dem, der ihn kindlich ehret; und wer in Demuth zu ihm schreit, der wird gewiß erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und tren; und dem steht er allmachtig bei in allen seinen Nöthen. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Auge blickt. So bald ich mein 5. O zeuch mich über Welt Gemüthe auf dich, Höchster, achtsam lenke und dich denke, find' ich Armer dich als Vater und Erbarmer. und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in Allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn! Belebe meine Triebe, Vater, Vater, dir ergeben treu zu leben, dein auf Erden, und einst selig dort zu werden! 34 2. Seh' ich den hohen Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so schau' ich deine Güte. Der Himmels- Lichter Lauf und Pracht, sein Sternen- Heer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke: Groß sind deiner Hände Werke! 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 4. Dein Erdreich, Gott, das jedermann giebt Brodt und Kleider, seh' ich an, und schmecke deine Güte. Ich athme, fühl und höre sie, im Feld und Wald erblick' ich sie; das muß ja mein Gemüthe mächtig dringen, ohn' Aufhören dich zu ehren und zu loben hier und einst im Himmel droben. mel. Die Tugend wird durch's R. 45. Das höchste Gut ist lauter Liebe! das rufet alle Creatur. Gott schuf aus heißem Liebestriebe die ganze herrliche Natur. Sie soll zu ihm hinauf uns ziehen, und Zeuge seyn von seiner Kraft, vor der das Dunkel muß entfliehen, die aus dem Nichts ein Weltall schafft. 2. Durch Lieb' allein ward er bewogen, daß er sein Bild, den Menschen, schuf, und, als die Súnd' uns ihm entzogen, uns wieder rief mit heilgem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, wie er mit Liebe dich umfah'; so oft der Tag sich dir erneute, war er mit neuer Huld dir nah'. 3. Er überschüttet dich mit Segen; er speiset dich mit Himmelsbrodt; er ist dein Licht auf deinen Wegen; er führt dich mächtig aus dem Tod; er tránkt Die Eigenschaften Gottes. dich aus den Lebensbächen; er einen Vater, der mich nährt, stehet dir in Nöthen bei; im Kreuz läßt er dir Heil versprechen, und stets bleibt seine Liebe neu. einen Bater, der verwehrt', daß des Unglücks Sturm und Wogen mich nicht in den Abgrund zogen. Mel. Werde munter, mein G. 5. Stets machst du mit uns es besser, als wir wünschen und 46. Gott, mein König, verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Engel Lobgesang: doch nicht würde durch mein Loben deine Huld genug erhoben. 35 deine Güte reicht so weit der Himmel ist; und dein väterlich Gemüthe ist so ewig, wie du the item Vor dem Anbeginn der Seit strahlte deine Freundlichkeit; und durch alle Ewigkeiten wird sie ihren Glanz verbreiten. bist. 2. Eh' der Erde Grund geleget, hast du schon an mich gedacht. Eh' sich Luft und Meer beweget, eh' du Sonn' und Mond gemacht, eb'der CreaturenSchaar durch dein Wort erschaffen war, hast du, unerschaffnes Wesen, mich zu deinem Dienst erlesen. 3. O wer kann die Gut' ergründen, die du stets an mir Mel. Wer nicht mit den Gottlofen. gethan? Du trugst, mich von 47. Der Herr ist gut, in Tod und Sünden zu befrein, dein Heil mir an. Du hast mich zur Seligkeit durch den Taufbund eingeweiht, daß ich durch das Band der Liebe, Gott, in deiner Kindschaft bliebe. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, ließest frübe mich erfahren, daß ich einen Vater hab', 6. O so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir! Stärk' und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir! Laß mich ganz dein eigen seyn, so mich deines Wohl= thuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde! dessen Dienst wir stehn! Wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unfern Vater nennen, ja er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth, so giebt ihn uns das Wort: Der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; an Gnade Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. reich, will er der Sünde Schuld 6. Der Herr ist gut! Er nicht, wie er könnte, nach der sieht in Gnaden an den schwaStrenge rächen. Er übersicht chen Dienst, im Glauben treu der Irrenden Gebrechen. Wir gethan; giebt Gnadenlohn den sind versöhnt durch seines Sohnes Knechten, die ihn lieben; kein Blut. Was fehlt uns noch zum Wassertrunk ist unvergolten blieTrost? Der Herr ist gut. ben; er giebt dafür die ganze Segensfluth. So bleibt es ewig wahr: Der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach; er merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gerne, was wir nöthig haben. Sein Wesen ist ein Brunnquell guter Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl, es ist gewiß: Der Herr ist gut. 4. Der Herr ist gut! In feiner Liebe Schooß trägt er uns All'; und ist das Elend groß, so hat er Kraft und Liebe, uns zu stärken; der Geist kann seinen hohen Frieden merken, weil unter seinem Schuß er sicher ruht, und sich in ihm erfreut. Der Herr ist gut. 36 5. Der Herr ist gut! Wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit ist, entdeckt. Er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, nein! stets darin mit Lust und Freude stehen. Nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer beffer sieht: Der Herr ist gut. Mel. Wunderbarer König. 48. Unumschränkte Liebe! gönne blöden Augen, die kaum für die Erde taugen, in die Himmels- Strahlen deiner Huld zu blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich den geliebten Deinen und den Bösen scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete, ist ein Schauplah deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg' und Hügel, streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dabei immer treu lieben, die dich haffen, Herr, wer kann das faffen? Die Eigenschaften Gottes. und Huld zurückzuziehn, durch Langmuth zu bewegen. 4. Du vergiebest Sünde, hörst Vater, suchst du ihn durch Gnad' der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte drauet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da sich doch immer noch zu den alten Sünden neue Schulden finden. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thrånen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz; und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nach Verdienst nicht lohnest! Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet! Fahre fort, treuer Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! 37 2. Wem giebst du nicht zur Buße Raum, dem Fluche zu entgehen? Du läsfest selbst den argen Baum nicht ohne Pflege stehen. Du wartest sein, du suchest Frucht; und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf, zu schonen. Du pflegest sein von Jahr zu Jahr, und hoffst, er werd nicht immerdar mit Undank dich belohnen. 3. Gerechter Gott, so große Huld bezeigst du frechen Súndern, und hast nicht weniger Geduld mit deinen schwachen Kindern. Sie werden, weil die Lust der Welt hier ihnen häufig Neke stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich; sie fallen oft, verlassen dich und deine heilgen Wege. 4. Du, Herr, bist heilig und gerecht; dein Zorn trifft, die dich hassen. Ach solltest du den bösen Mel. An Wasserflüssen Babylon. 49. Getreuer Gott, wie Knecht nicht endlich auch verviel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen! So manches Menschen Lebenslauf ist immerdar von Jugend auf verderbt und dir entgegen; und gleichwohl, lassen? Doch nein! das kann dein Herz ja nicht, dein Herz, das aus Erbarmen bricht, wenn deine Kinder fehlen. Es hat Geduld, so lang' es kann; es nimmt sich ihrer Schwachheit an, und wacht für ihre Seelen. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 5. Drum rufst du ihnen in Tag sein Zeugniß giebt: Gott Gefahr, so oft sie irre gehen, hat mich je und je geliebt! reichst ihnen deine Rechte dar, von Sünden, aufzustehen. Du lockest sie mit Waterhuld, versprichst durch Christum, ihre Schuld aus Gnaden zu vergeben, 3. Ich bin, o Herr, viel zu geringe der herzlichen Barm= herzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, giebst selber Glauben, Geist und selbst nicht mein; dein bin ich, Kraft, und nach vollbrachter Rit- Herr, und bleibe dein. terschaft ein ewig Freudenleben. 6. D Langmuth, der Nichts gleichen kann, gedenke stets der 4. Im sichern Schatten deiner Flügel find' ich die ungestörte Ruh'. Der feste Grund hat Sünder! Nimm mit Geduld dieses Siegel: Wer dein ist, dich ihrer an, wie deiner schwa- Herr, den kennest du. Laß Erd' chen Kinder! Trag' uns erbar- und Himmel untergehn- dies mend fernerhin; doch gieb uns Wort der Wahrheit bleibet stehn. auch den ernsten Sinn, daß wir das Böse hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reich thum deiner Gútigkeit zum Himmel leiten lassen! 5. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, hebst du mein Haupt empor mit Freuden; es tröstet mich dein Angesicht. Da spur' ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit Alles schafft. 6. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne, und blickt in's Reich der Ewigkeit. Da zeigt mir deiner Liebe Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 7. Wie sollt' ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? wie je mit Undank dich betrüben, der du mir Fried' und Freude giebst? Verließ ich 38 Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 50. Geht hin, ihr gläuDeht hin, ihr gläubigen Gedanken, in's weite Feld der Ewigkeit! Erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit. Erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Gúte zu mir durch alle Seiten neigt, daß jeder Die Eigenschaften Gottes. 39 dich, o Menschenfreund, so wär' nicht deine Güte! wie liebst du ich selbst mein árgster Feind. uns so väterlich! uns, die wir ohne Furcht und Graun im Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus, und jedes Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. O unerschaffner Geist, wir schauen in deinem Lichte nur das Licht. Entzeuch den Deinen, die dir trauen, dein gnadenvolles Antlik nicht! Gott, deine Huld sei über die, die dich verehren! Segne sie! 8. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hdren, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, Nichts so schön, als, o mein Vater, dich erhöhn. 9. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, höchste Liebe, höher preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit, und sehnt sich nach der Ewigkeit. Mel. Der du dein Wort mir hast. 51. So weit nur deine Sonnen glänzen, reicht deine 52. Wie groß ist des AllHuld, die uns erhält; reicht über unsers Himmels Gränzen, o Vater, bis zur fernsten Welt. Gleich ewigen Gebirgen währt die Güte, die dein Volk verehrt. mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Dir, Gott, ist kein Geschöpf verborgen, nicht eins, vom Menfchen bis auf's Thier. Du wúrdigst alle deiner Sorgen; sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb' ich, Gott voll Gnade, dich. Wie berrlich ist 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? 40 Allgemeine Lob- und Dank- Eteder. Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille; ich soll vollkommen seyn wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sunde nicht. 6. O Gott, laß deine Gür und Liebe mir immerbar vor Augen seyn. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. Nun lob, mein Seel', den. 53. Gott, du bist die Liebe! Uns wohlzuthun, ist deine Luft. Drum preist mit frohem Triebe dich unfre dankerfüllte Brust. Ganz ohne Maaß und Gränzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht, und hast auch uns, uns allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, er schufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufs gehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, sandtst du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben für uns Veriorne gab. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld als du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Lang 41 Die Eigenschaften Gottes. muth zu. Du lockest uns zur Gewinn, und führest ihn zu Buße; und fallen wir gebeugt voll Reue dir zu Fuße, voll Neu', die Beßrung zeugt, so schenkest du uns Armen auch Trost an deiner Huld, und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe zu dir voll Liebe seyn. Mel. lun lob, mein Seel', den. 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu; felbst 54. Mit fröhlichem Gemúthe dankt, die ihr Christo ans gehört, dankt Gott, daß seine Süte, so wie sein Leben, ewig währt! Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an Heil und Segen waren, bleibt te sich immer gleich. Nie hört sie auf, zu sorgen, und sorget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sons nenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie leichte Wolken, hin. Wer zählt die Millionen, die sie er= wärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sich auch sie verklärt. unserm Flehn und Sorgen kommst du zuvor mit Vatertreu'. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagest du uns nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsre Lust. Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Theil. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den sehest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffft ihm selbst aus Leiden den herrlichsten 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Gür erquickt. Allgemeine Lob- und Dant- Lieder. Erfreulich ist das Leben, und 3. Zwar kann der Mensch schauervoll der Tod; doch besser noch als Leben ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! fie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tròstender, als sie? nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Zu ihrem Lob' erwecke vor allen du dein Herz, o Christ! komm' her und sieh' und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Er schenkt den Sohn uns Sündern, erlöset uns durch ihn, erwählet uns zu Kindern, will selbst uns zu sich ziehn. Auf! da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt, lobsingt ihm! Amen! Amen! Sein Lob füll' alle Welt. 42 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seis ner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig vom Tod' erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelujah! Amen! O welche Seligkeit ist's, fein sich freuen, hier und einst im Himmel. Lobet den Serren, denn er. 55. Preis und Anbetung mel ihm ganz sich heiligen, und ganz ihm leben! denn ewig liebt er uns, seine Kinder. sei unserm Gotte! denn er ist sehr freundlich. Weit über Erd' und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken met. Wie groß ist des Allmächtgen. vor sein Untlig kommen, und un- 56. Gott ist die Liebe! ferm Gotte mit Pfalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, feine Kinder. Singt zu seinem Preise; ein Loblied ihm sei unfer ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? Ihm zu singen, ist meine Freude, meine Pflicht. Ein Lied, das Dank und Ehrfurcht bringen, verschmäht der Gott der Liebe nicht. Lobt ihn, ihr Himmel! ihn, ihr Meere, und alles, was darin sich regt! und ewig sei es Gottes Ehre, was dankbar frob mein Herz bewegt! Die Eigenschaften Gottes. Ob ihres Kinds ein Weib ver= geffe, so denkt doch mein Erbarmer mein. 2. Wie oft ist mir der Trost er zeichnet seiner Hand mich ein. erschienen: Dich hab' ich je und je geliebt! Bum Besten muß das Kreuz mir dienen, das Demuth stärkt, Vertrauen übt. Gott stäupt, wen er zum Kind' erwählet; und wen er liebt, den züchtigt er. Bin ich von diesem Trost beseelet, geh' ich in Gottes Kraft einher. 3. Er liebt die reuevollen Sünder, vergißt der Schulden ewiglich. So wie ein Vater über Kinder, erbarmt er über Alle sich. Er kennt, was wir für ein Gemächte; er weiß es, Mel. Was frag' ich nach der Welt. daß wir Aſche sind, und schenkt 57. Gott ist und bleibt dem sterblichen Geschlechte zum Heil sein eingebornes Kind. getreu! Er hört nicht auf zu lieben, pflegt er gleich oft und tief die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu! 4. Und, Gott! wie wirst du dann beglücken, wenn bald der Tod mich dahin bringt, wo unaussprechliches Entzücken der Sel'gen ganzes Herz durchdringt! Die Freuden hat kein Ohr vernommen, kein Auge hat sie je gefehn, wozu nach kurzer Nacht die Frommen des Mittlers Leiden dort erhöhn. 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er übt oft strenge Zucht, und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu! 43 5. Weicht, Berge, weicht, und fallt, ihr Hügel! doch weicht des Höchsten Gnade nie. Sein fester Bund hat dieses Siegel: Er kennt die Seinen, liebet sie. Wer ist, der seine Huld ermesse? 6. Mögt' ich dich auch stets herzlich lieben, der segnend mich zuerst geliebt, im Wohlthun mich, dir ähnlich, üben, der tausend= fache Güter giebt! Die Welt nicht, du nur giebst mir Frieden; du bist die Lieb', und ich bin dein. Das soll mein leßtes Wort hienieden, mein erst Gefühl im Himmel seyn. 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen; und nie wird er zu viel uns Schwachen auferlegen. Er macht 44 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. sein gläubig Volk von Last und Banden frei, und rettet aus der Noth. Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, und låst aus trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der schwer: sten Trúbfal Sturm geht auf sein Wort vorbei. Sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu! 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfals: gluth bewähren. So nimm den Kreuzeskelch von ihm ohn' alle Scheu; der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu! Mel. Gott des Simmels und der. 58. Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! Gottes Treue hat dies Siegel: Sie will unverändert seyn. Laß die Welt zu Trümmern gehn Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gnade hat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Er, die Wahrheit, trüget nicht; er erfüllt, was erverspricht. 1 Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hålt. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn: Gott hålt immer sein Versprechen, jeder Zweifel flieht dahin. Denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 5. Mag sein Untlik sich verstellen, ist sein Herz doch treu gefinnt. Tobt, ihr Stürme! braust, ihr Wellen! ich bin sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Gott nur werth. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 7. Gott allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn- Herr, dein Bund bleibt ewig stehn! 1 Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Nicht auf Menschen will 59. Der Herr hat nie ſein 59 ich bauen; wie betrüglich ist die Wort gebrochen, noch seinen Die Eigenschaften Gottes. Gnadenbund verleßt. Was der Lug' und Falschheit feind! laß Wahrhaftige versprochen, das wird auch stets in's Werk geseßt. Er haffet Lüge, Trug und List, die eine Frucht der Hölle ist. stets die Redlichkeit dich führen, die es mit Jedem treulich meint! Denn der allein ist Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 2. Gott ist kein Mensch, daß ihn gereue, was er uns zugefaget hat. Mit unveränderlicher Mel. Es ist genug, so nimm. Treue vollführt er seinen Gna- 60. Gott ist getreu! Sein denrath. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, sie kommt gewiß zur rechten Zeit. 3. Doch wie er denen, die ihn lieben, was er verheißen, nie versagt: so wird auch, wenn wir Böses üben, sein Drohwort ganz gewiß vollbracht. Wer sein Gesek beharrlich haßt, den trifft der Strafe schwerste Last. Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und trägt er sie. Weicht, Berge, weicht! fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaube hat dies feste Siegel: Gott ist getreu. 4. Drum scheue dich mit frommem Herzen vor dem, was Gott den Sündern dräut. Es ist, o Seele, nicht zu scherzen mit seiner Strafgerechtigkeit. Fleuch, was er zu bestrafen droht; sonst sinfest du in Noth und Tod. 2. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so gleit' und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lúgen; sein Wort der Wahrheit tann nicht trügen. Gott ist getreu. 5. Doch halt' dich auch mit festem Glauben an der Verheifung Gnadenwort. Nichts laß dir deine Hoffnung rauben; verzeucht Gott? harre standhaft fort. So wirst du sehn, daß seine Treu', ihr Wort zu halten, mächtig sei. 3. Gott ist getreu! Er handelt väterlich bei allem, was er thut. Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich; er straft, doch meint er's gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter; der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu! Mein Vater, deß ich bin, sorgt für mein Seelenwohl; er will, daß 45 6. Laß, Mensch, dein Herz die Wahrheit rühren, fei aller 46 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. ich zu meines Heils Gewinn in Jesu leben soll, vergiebt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Ruh' in Christo finden. Gott ist getreu. 5. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Gott ist getreu; sei unverzagt! mag doch die Welt voll Falschheit seyn. Der falschen Brüder Neid und Tücke wirkt mit zu Josephs Ehr' und Glücke. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu! Vergiß es, Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist. Ihm treu zu seyn, fei deine frohe Pflicht, so lang' du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei fest im Glauben, laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! mel. Wie nach einer Wasserquelle. 61. Treu ist Gott! das nehmt zu Herzen, Menschen, die ihr jammernd flagt! Hört in allen euren Schmerzen, was sein heiligs Wort euch sagt! Er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübfal Last euch leicht, und den Ausgang bittrer Leiden euch zum Anfang ewger Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, die dir Gott, dein Vater, schenkt. Nimmermehr wirst du erliegen, da er gnädig dein ges denkt. Er, der deine Thránen zählt, hat gewiß die Zeit er: wählt, da er deine Klagen stillet und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hülf: los bist. Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt, nie versäumt, auf die zu schauen, die sich findlich ihm vertrauen. 4. Nun so ruh' in seinen Händen, Seele, die du klagst und wankst! Er wird deine Leiden wenden, daß du ihm noch freudig dankst. Seiner Gnaden Bund allein müsse deine Stärke sevn! Halte nur mit festem Muthe dich zu Gott, dem höchsten Gute. 5. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr Gott, meine Zuversicht! Wollen die Verzagten weichen, weicht von dir mein Glaube nicht. Gott der Treue, ich bin dein; du wirst mein Errets ter seyn, wirst mir, wenn mich Leiden kränken, deines Geistes Beistand schenken. mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 62. O ich fühle Dank und Preis; stille Freudenthränen rin Die Eigenschaften Gottes. 47 nen. Wahrlich, Gott, dein Lie- Ach wie oft schon halfst du mir, ben weiß alle Herzen zu gewin- sprachst ein Wort, mein Herz nen. Könnten wir nicht kummer- zu trösten! War ein Leiden frei täglich sehn: Du bist getreu? faum vorbei, sah ich's schon: Du bist getreu! 2. Alle Wege, die du gehst, alle Werke, die du schaffest, wenn du beugest und erhöhst, wenn du fegnest oder strafest, Alles predigt täglich neu deinen Ruhm: Du bist getreu! 3. Ich, der Menschenkinder eins, oft beschämt von meinen Schwächen, weiß vom Anfang meines Seins all' die Huld nicht auszusprechen, der ich mich bis beute freu'; ich bezeug's: Du bist getreu! 4. Deine Weisheit kehrte mir tausendfache Noth zum Besten. I getreu! 5. Ja, du bliebst gerecht und fromm selbst auf meinen Sündenwegen, riefst mir immer zärtlich: Komm!" trugst Vergebung mir entgegen. Dank dir, daß du meine Reu' nicht verschmähst! Du bist getreu! 6. Laß mich nicht von deiner Hand! mache dich mir immer lieber! Hilf mir aus dem Thrånenstand in das Vaterland hinüber! Dann rühm' ich, vom Elend frei, ewiglich: Du bist 3. Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. 63. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren; kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hút't und wacht.:,: Es steht Alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, Gott von gleicher Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz ge= storben, und vom Tod:,: wieder auferstanden durch Gott. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 3. Wir glauben auch an den 4. D heilger Geist, du Geist heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Bldden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne. Die ganze Christenheit auf Erden hålt in Einem Sinn gar eben. Hier all' Sund' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend ist bereit: von Gott, erleuchte, beßre, triste, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste! Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier und auch einst ewig selig. Mel. Ryrie, Gott Vater, in Ewigk uns ein Leben in Ewigkeit. 65. Herr und Gott, o Vas 48 ter in Ewigkeit! groß ist deine 64. Atein Gott in der Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und Regierer. Erbarm' dich, Herr! Höh' sei Ehr', und Dank fei seiner Gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; sein Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Christe, aller Welt Trost! uns Sünder allein du hast erlöst! O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist du vor Gottes Thron. Zu dir flehen wir aus Herzensbegier: Erbarm' dich, Herr! 3. Herr und Gott, o heiliger Geist, tröst', stårk uns im Glauben allermeist, daß wir am lehten End' fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Erbarm' dich, Herr! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht; und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Einge= bornen, dich fandte Gott vom 66. Vater, o allmächtHimmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod'! Erbarm' dich unser Aller! ger Gott, zu dir rufen wir in der Noth. Durch deine große Barmherzigkeit erbarm' dich über uns! 2. Christe, wollst uns erhören! Für uns bist du Mensch geboren Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. und gestorben. Erbarm' dich die Kraft, die du, Herr, giebst. über uns! Hallelujah! 3. O heilger Geist! wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben, und nach deinem Willen zu leben! Erbarm' dich über uns! 3. Geist des Herrn, o steh' uns bei, und laß uns nicht verderben! Mach uns aller Sünden frei, und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, Mel. Gott der Vater wohn' uns. 67. Vater, Bater, steh' bis wir dein Antlik schauen. In uns bei, und las uns nicht verderben! mach' uns aller Sünden frei, und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, bis wir dein Antlik schauen. In der Zeit der Pilgerschaft laß der Zeit der Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Hallelujah! Mel. Nun danket alle Gott. alle deine Christen entfliehn des 68. Gelobet fei der Herr, Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Hallelujah! mein Gott, mein Licht, mein Leben; mein Schöpfer, der allein mir Seel' und Leib gegeben; mein Vater, der mich schützt von Kindesbeinen an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben; des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut! 49 2. Jesus Christus, steh' uns bei, und laß uns nicht verder ben! mach' uns aller Sünden frei, und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, bis wir dein Antlik schauen. In der Zeit der Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben; des Vaters heilger Geist, den 50 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, mich stärkt mit neuer Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft! 4. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! singen, den lob' und preise stets die ganze Christenheit; gelobt sei unser Gott 70. Mein Schöpfer, steh' in alle Ewigkeit! mir bei, sei meines Lebens Licht! Dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg' ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder, und widme bis zum Grabe dir, was ich bin und habe. Du willst, daß ich der Deine sei; mein Schöpfer, steh' mir bei! mel. Wie schön leucht't uns der M. 69. Lobsinget Gott! Dant, Preis und Ehr' sei unserm Gott ie mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Gür und Stärke. Ginget, bringet frohe Lieder! Fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dant, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weiß und rein, hilfst uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stårk' uns in der Freude wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 2. Mein Heiland! rein'ge mich durch dein so theures Blut; durch deines Friedens Wort verleih' dem Schwachen Muth! Hilf der verirrten Seele, daß sie zum Licht dich wähle, bei dir von Wahn und Sünde die wahre Freiheit finde! Ich bin verloren ohne dich; mein Heiland, rein'ge mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt. Regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr' mich den Sohn erkennen, und meinen Herrn ihn nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. seinen Wegen gehen. Du bist's, mel. Wir gläuben all an Einen. der alles Gute schafft; mein Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott, Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn. Erwähle mein Gemüthe zum Tempel deiner Güte. Verklåre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen. Hilf mir, daß du mein Alles seist, Gott, Vater, Sohn und Geist! - 2. Wir glauben auch an JeMet. un jauchz' dem Söchsten, sum Christ, Gottes Sohn, den 71. Preis ihm! Er schuf Eingebornen, den Herrn, der und er erhält die ganze leben- Mensch geworden ist, den Ervolle Welt. Du sprachst da retter der Verlornen. Er, er wurden, Herr, auch wir! Wir leben und wir sterben dir! 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit. Er wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht,:,: und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Preis ihm! Er führt des Himmels Bahn, führt uns den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! 51 4. Sing', Psalter! Freudenthränen, fließt! Ja, heilig, hei lig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir! 72. Wir glauben all' an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht,:,: und Alles steht in seiner Macht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübfal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flößet uns im Todesschmerz:: des ewgen Lebens Trost in's Herz. € 1 52 Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Mel. Valet will ich dir geben. 73. Ich glaube, daß mit Liebe ein Gott mich schuf und hält. Ob Nichts auf Erden bliebe, mein Heil ist fest gestellt; und wenn ich ihn nur habe, wird Segen Freud' und Noth, und seines Himmels Gabe mir einst, ein selger Tod. 2. Ich glaube, daß von oben ein Heiland freundlich tam, der, über Sünd' erhoben, die Sünde von mir nahm, mein Licht, mein Seelenleben, mein Führer himmelan, der sich für mich gegeben und aufwärts zog die Bahn. Zweite Abtheilung. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 1. Die Schöpfung. a. Himmel und Erde. 74. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, da Niemand dir verborgen ist, ach ziehe meinen Sinn zu dir, und offenbare dich in mir! 3. Ich glaube, daß mit Klarheit ein Stern durch Nächte weist, daß an dem Quell der Wahrheit mich stärkt der heilge Geist, der stets mich aus der Höhe mit Himmels- Kraft umschwebt, und, wenn ich schlafen gehe, gen Himmel mich erhebt. Mel. Wer nur den lieben Gott. Creatur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wunderreiche 3. Es zeugen alle Elemente, wie weiß und gut der Schöpfer sei. O wenn das Stumme reden könnte, ihr Ruf ertönte täglich neu: Schaut, Menschen, schaut des Höchsten Pracht! denn euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Die Schöpfung. Himmel und Erde. Güter voll. D gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Mein Leben ist nur eine Reise; kaum leb' ich recht, so kommt der Tod. Drum mache du mich fromm und weise, versorge mich mit Himmelsbrodt, und, wenn ich ende meinen Lauf, nimm mich in deine Ruhe auf. 53 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? DO gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Sein ist die Kraft, sein ist Himmel und Erde; mit seiner Rechten schüßt er dich. Der Alles schuf durch sein mächtiges Werde, Gott bleibt dein Vater ewiglich. 6. Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte, dein Schirm und Schild, dein Hort und Heil. O lieb' und ehr' ihn von ganzem Gemüthe, und nimm an 75. Die Himmel rühmen seiner Gnade Theil! des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn Mel. Es ist das Seil uns kommen. rühmt der Erdkreis, ihn preifen 76. Wenn ich, o Schöpfer, die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein held. deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestát? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schooß Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. der Erde auf, mit Vorrath uns Dir dank ich jede Freude, dir zu segnen? O Gott der Macht dank ich jeden Schmerz, doch und Herrlichkeit! Gott, deine mehr als diese beide ein weich Gute reicht so weit, als nur geschaffnes Herz. die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut' und Größe. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 6. Erheb' ihn ewig, o mein 78. Unser Gott ist groß und mächtig, sehr herrlich, schön geschmückt und prächtig, Kraft, Weisheit und Vollkommenheit. Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? ihr, seiner Allmacht Heere, rühmt mit den Himmeln Gottes Ehre, verkündigt seine Herrlichkeit. Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht alle Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 54 Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. 77. Dich soll mein Lied erheben, dich, Schöpfer der Natur, und frommen Dank dir geben auf jeder stillen Flur. 2. Ich höre dich im Sturme; ich seh' dich auf der Au', im Wallfisch und im Wurme, im Regen und im Thau. Es lispelt mir die Quelle, die durch die Wiesen fließt, von dir in jeder Welle, daß du ihr Schöpfer bist. 3. Wenn die erhißten Lüfte der Abendwind erfrischt, und sanfter Blüthen Düfte still in einander mischt; wenn dir die Wälder schallen: so hör' ich deinen Ruf, und preise dich mit Lallen, der so viel Schönes schuf. 2. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an Die Schöpfung. - fie bebet; er rührt den Berg und er raucht; speist den an Vogel, nährt die Heerde, verneuert die Gestalt der Erde, mel. wWie groß ist des Allmächtgen. erfreut, was in ihr lebt und 79. Ich schau' empor zu haucht. Mit milder Freundlich: keit giebt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die schöne Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. Gottes Himmel, zum Heer der Welten über mir. Entrückt dem irdischen Getümmel, hebt sich mein Geist, o Herr, zu dir, finkt tief anbetend vor dir nieder, und fühlt den heiligen Beruf, zu preisen dich durch hohe eieder, der ihn und diese Himmel schuf. Himmel und Erde. 55 entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. - 3. Der vergänglich Gras beEleidet, die Fische nährt, die Lämmer weidet, Gott sorgt als Vater auch für mich. Für das Glück von fernen Tagen sollt ich, wie Heiden, traurig zagen? Nein! meine Seele, tröste dich! trau' deinem Gott, auf ihn wirf alle Sorgen hin! Gott wird sorgen, der mich ernährt, mein Flehn erhört, als Vater, was mir nükt, ge währt. 4. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlang dem Herrn zu singen, soll meine böchste Freude seyn. Laut soll ihm mein Lob erschallen; mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Zu Himmelsglück erneut, werd' ich droben bei Engeln stehn, 2. Dir, Schöpfer, Preis, der jene Sterne aus seinen Händen warf wie Saat, und dort in unermeßner Ferne für alle zeichnete den Pfad! Sie wandeln ihn in höhern Kreisen so friedlich hin, wie Freund an Freund, ein großes Chor, das, dich zu preifen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, aus deren Mund das Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis zu des Seraphs Psalmen fleugt? D Preis dir, der auch mich zum Leben, den Geist zum Sternenflug erhob! Nicht mehr von Erdenstaub umgeben, sing' ich einst würdiger dein Lob. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. b. Das höhere Geisterreich und der Mensch. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht.| Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 80. Herr, du hast in deis 81. Wer zählt der Engel nem Reich große Schaaren heilger Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mångel. Ach wann werd' ich auch so rein wie die sel'gen Engel seyn? Heere, die du zu deiner Ehre, o Herr der Welten, schufft? Sie freun fich, deinen Willen gehor= sam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; hilf mir, daß ich geistlich werde! Gieb mir einen Engelmuth, der sich löse von der Erde, daß ich, als dein liebes Kind, allzeit himmlisch sei gesinnt! 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit; sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Unfre Welt ist voll Gefahr, voll Versuchung unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schüßend uns umgeben! Schlummern wir ermüdet ein, laß sie unsre Wächter seyn! 56 4. Führe einst mich sanft und froh in das ewge Himmelserbe. Sende mir, wie Lazaro, deinen Engel, wenn ich sterbe, daß er meinen Geist zur Ruh' trage deinem Himmel zu. 5. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Deinen Ruhm hier zu erhöhn, Zeugen deiner Macht zu werden, ganz uns deinem Dienst zu weihn. das soll unfre Freude seyn. 3. Bekehren sich die Sünder, und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt: dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder dem Fluch der Sünd' entrissen sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine Leiden giebst, daß du sie trägst und leitest, zum Himmel vorbereitest, und zärtlich, wie ein Vater, liebst. 5. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der, ents wöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich zu werden, freut. 6. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern, vor Die Schöpfung. Das höhere Geisterreich. deinen Thron mich rufft, will wir einst den Engeln Brüder ich empor mich schwingen, und werden, hier schon dein, deiner Dank und Preis dir singen, daß Menschen Brüder seyn! du für mich auch Engel schufft. 7. Sie, über mich erhoben, fie lehren, dich zu loben, mich ihren höhern Dank. In deinem Heiligthume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel ein Gesang. Mel. Womit soll ich dich wohl, 82. Nicht nur treue Menschen- Seelen, Vater, sind dein Heiligthum; alle Himmel, Herr, erzählen deiner Lieb' und Weisheit Ruhm. Höher, selger tonen Psalmen bei des ewgen Friedens Palmen, in verklärter Geister Schaar dir, der seyn wird, ist und war. 2. Weiser, näher dir, verstehen sie die Wunder deiner Macht, schauen, was wir nicht erspähen; ihren Tag búllt keine Nacht. Reiner, als des Staubes Kinder, lieben dort die Ueberwinder, leben treuer dem Beruf, dem sie deine Huld erschuf. 57 3. Pilger sind wir, Gäste, wallen zu der Heimath bier empor. Vater, hör' auch unser Lallen fern von deiner Himmel Chor! Mach' uns freier stets von Mängeln! laß une, daß mel. Der du dein Wort mir hast. 83. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt: doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbe= feelt; nur mir gab seine Vaterhand Gefühl, Bewußtseyn und Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist um mich her die Wer zählt die Körperwelt. Reize, die sie schmücken? die Wunder, die sie in sich bålt? Und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind seine Werke groß, erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf! € 2 58 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, lieb gewinnen, dich nur; und nichts gebräche mir. Ach mögte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 6. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; vondeinerLiebe ganz zu brennen, mein Ruhm und meine Seligkeit! Nimm hin mein Herz! Was fehlt mir dann, wenn dein das Herz sich freuen kann? 7. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Auch ich will meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist, ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 84. Wie wichtig ist doch mein Beruf, den mir der Herr gegeben! Gott, als mich deine Liebe schuf, da schuf sie mich zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland, allein bei dir, Gott, droben. Da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufge= boben, das nie ein traurig Ende nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D laß mir doch dies große Biel durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dies nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht; und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben; laß mich in meiner Prúfungszeit mich um die bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das durch den Glauben Tugend übt und sich vor Súnden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Die Schöpfung. Der Mensch). Güte freun, und einst dein Antliß schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freud' eingehe. nie 59 3. O Thorheit, wenn ich mich verkannt, und nach der Erde Lieblingstand, nach großem Gut gegeizer; wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet! tes Ziel auf ungewissem Pfade? O Gott, ich beuge mich vor dir! hier bin ich; es geschehe mir nach deiner weisen Gnade! 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, flagt und weinet. Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Huld nicht alles giebt, was Jedem núßlich scheinet. Mel. Rommt her zu mir, spricht. 6. Er wird auch mein Ver85. Ich fühle, daß ich sterb- forger seyn; und nicht ein irdiſch lich bin; mein Leben welkt wie Gras dahin, hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des Höchsten Wort an mich erschallt: Komm wieder, Staub, zum Staube! Glück allein will mir mein Vater geben. Dies Leben ist ein Augenblick, ein Frühlingstraum das längste Glück; ich soll unsterblich leben. 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget, alsdann bleibt Alles doch zurück, und hätte gleich ein günstig Glück mir keinen Wunsch verfaget. 7. Gedanke der Unsterblichkeit, der über Erde, Welt und Zeit ein edles Herz erhebet! errege dich in meiner Brust, wenn manche Lockung falscher Lust mich zu verführen strebet! 8. Verderblich im Genusse sind des Lasters Freuden, die geschwind und stets bereuet fliehen. Ich bin ein Pilgrim in der Zeit; nur Freuden einer Ewigkeit verdienen mein Bemühen. 9. Drum lenk, o Ewiger, mein Herz schon hier auf Erden himmelwärts; entreiß es niedern 4. Verlangt mein leiser Wunsch Lüsten! Mach' Andre reich; zu viel? Verfolg' ich ein zu wei-| mich mache du nur weiſe, nur 60 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. voll Seelenruh', nur, Gott, zum wahren Christen! Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 86. Ich lebe nicht für diese Erde, für diese niedre Welt allein. Der Tag, an dem ich sterben werde, wird erst des Lebens Anfang seyn. Ich bin zu groß für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. Frommen, die vor ihm hier wandeln, sind die den frechen Spottern gleich? O komm nur, Zod! ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 6. O Trost! ich kenne Jesu Lehre, und das, was er für mich gethan. Was ich aus seinem Munde höre, ist Wahrheit, die nicht trügen kann. Ich bin des Heilands Eigenthum, erlöst durch ihn zu seinem Ruhm. 2. Was ist die Welt? was Geld und Ehre? Gesett, es wäre alles mein: es bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche viel zu klein. Der Geist hat nicht im Staube Ruh'; er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu meinem Glück, zu seiner Lust; er pflanzte mir die höhern Triebe mit eigner Hand in meine Brust. Er, der den Geist mit Sehnsucht füllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Er ist gerecht, der höchste Richter! Die Tugend wird noch einst gekrönt, wenn gleich ein Haufe Bösewichter sie hier verMel. O Welt, ich muß dich. wirft, verfolgt, verhöhnt. Der 87. Einst felig dort zu werHeuchler, der hier triumphirt, wird drüben vor's Gericht geführt. 5. Ist's möglich? kann Gott anders handeln? Wie? gilt kein Recht in seinem Reich? Die 7. Mein Jesus lebt! wer will mich tödten? wer raubt mir die Unsterblichkeit? Sein Arm reißt mich aus Todesnöthen, und führt mich hin zur Seligkeit. Wie er, so werd' ich auferstehn, und schön verklärt zum Hims mel gehn. 8. Jhr Thåler, sinkt! fallt, Berge, nieder! Mein froher Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wieder, den Morgen jenes ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an; o Gott, wie selig bin ich dann! den, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub erschuf. Die Schöpfungs Der Mensch. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? wozu ist's mir gegeben? wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, ganz beilig dir zu leben, dir, der zur Ewigkeit mich schuf. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 88. Schuf mich Gott für Augenblicke? blos für diesen Traum der Zeit? nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Ewigkeit? Nein! die Seel' ist nicht ein Rauch, nicht ein Funken; ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe; den verweht kein Sturm am Grabe. 2. Geist! das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur, einst des edlern Leibes Saame auf der Auferstehung Flur. Wie ein Saamentorn verbirbt, Frucht zu tragen also 61 stirbt auch mein Leib und wird zu Erde, daß ihm dort Verklärung werde. 3. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergånglichkeit, dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit- Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb und ewig lebe. 4. Dankt es Jesu, Gottes Kinder, daß euch keine Zukunft schreckt, daß des Todes Ueberwinder einst auch unsern Leib erweckt! Wenn ihr sterbet, führt er gleich eure Seelen in sein Reich, und will selbst ein beßres Leben euren Leibern wieder geben. 5. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad des Rechts, und will, was davon mich locket, hassen, will die Ewigkeit umfasſen. 6. Aber daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort, und der selige Gedanke: Dort ist meine Heimath, dort! dort ist weder Schmerz, noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! dort, o Gott, vor deinem 62 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Throne meines Kampfes Preis und Krone! Mel. un lob, mein Seel', den. 89. Gedent, o meine Seele, daß du für Gott erschaffen bist! Empfind' es froh, und wähle, was deiner Wünsche würdig ist! Dir müssen Gottes Sonnen, dir seine Sterne glühn; für deine Lust begonnen Gebirg' und Thal zu blühn. Doch sie und alle Gaben, die sie ja nicht für sich, die sie für dich nur haben, sind noch zu arm für dich. 2. Der Mensch darf mehr begehren, als Erd' und Himmel geben kann. Gott will ihm mehr gewähren, beut ihm ein größres Erbtheil an. Er führt ihn auf die Erde, daß er in dieser Zeit von ihm erzogen werde zu seiner Seligkeit, bis er mit allen Kräften, gebildet und gewöhnt zu göttlichen Geschäften, nach ihr allein sich sehnt. 3. Dann endet er voll Wonne der Tugend mühevollen Lauf; Gott selbst wird seine Sonne, und geht in vollem Glanz ihm auf. Entflohn sind alle Leiden, die Thränen abgewischt, vollkommen seine Freuden, in die kein Schmerz sich mischt. Er jauchzt, er triumphiret, und hat durch Gottes Sohn, mit dem er nun regieret, vor Gott auch einen Thron. 4. Schon hier dich, Gott, erkennen, der du mein Herr und Vater bist, von deiner Lieb' entbrennen, und thun, was ihrer würdig ist; von Herzen Jesum lieben, der für mich starb, und mich in guten Werken üben aus Ehrfurcht gegen dich; unschuldig, liebreich, Allen zum Dienste gern bereit, dem Ziel entgegen wallen: Gott, welche Seligkeit! 5. Mir, der ich auch im Leiden dir, o mein Vater, theuer bin, fließt so in stillen Freuden die Stunde meiner Wallfahrt hin. Komm früher oder später, o Tod! ich zittre nicht; denn nur den Uebelthäter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, kann frohen Muthes seyn, und seiner mich im Leben und auch im Sterben freun. 6. Dies ist dein Ziel, dies wähle, die du so hoch begnadigt bist, von Gott erlöste Seele! dies ist's, was deiner würdig ist. Dies sei dir gegenwärtig, nach diesem ringe, sei zu allem Guten fertig, bis in den Tod getreu. Dir können keine Welten mit aller ihrer Lust der Sünde Dienst vergelten und dieses HeilsVerluft. Die Schöpfung. Der Mensch. Mel. Der du dein Wort mir haft. für die Ewigkeit, der Menschheit Würde vor mir schwebt: wohl mir, 90. Algütiger, du gabst wenn dann das Herz sich hebt! dem Herzen Gefühl für Erdenglück und Lust; du gosfest auch für Gram und Schmerzen Empfindung in des Menschen Brust. Von dir kommt's, daß fie, froh bewegt, sich schneller hebt und stärker schlägt. 6. Wenn ich verwandte Herzen finde, die für mich schlagen treu und warm, mein Daseyn innig froh empfinde an ihrer Brust, in ihrem Arm: auch dies Gefühl fei dir geweiht, und würdig der Unsterblichkeit. 2. D Dank dir, daß für tausend Freuden empfindlich ich gebildet bin! und fließen gleich, wenn sie nun scheiden, mehr Thränen auf die Wangen hin: so dank' ich, Bater, doch dafür selbst mit bethråntem Auge dir. 63 7. Mit tiefgefühlterem Erbarmen durchdringe mich der Brüder Schmerz; es breche bei der Noth der Armen mir immer mitleidvoll das Herz; mein Mitleid werde Trost und Nath, und die Empfindung Hülf' und That. 8. Nie muß ich mich der Regung schámen, die deine Lieb in mir erweckt, von der wir Gnad' um Gnade nehmen; und wenn mich dein Gericht erschreckt, verwandle sich die Furcht in mir in findliches Vertraun zu dir. 3. Nur muß in meinen frohen Tagen dies leicht bewegte Herz mir nie für Freuden, die du hasfest, schlagen; Gefühl für niedre Laster flieh' mit seiner wilden Taumellust auf immer meine reine Brust. 4. In dick belaubten Schattenwäldern, auf bunter Au', auf grüner Flur, auf segenvollen Aerndtefeldern, im großen Tempel der Natur, bei deiner Schöpfung Jubelchor, da schlage hoch mein Herz empor. 5. Wenn ich der Tugend reiche Saaten zum Wohl der Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich). Menschheit ausgestreut erblicke; 91. Zum Trost in unſern wenn in edlen Thaten, vollendet| Kümmernissen, zum Licht auf 9. Allgútiger, du gabst dem Herzen Gefühl für Erdenglück und Lust; du goffest auch für Gram und Schmerzen Empfindung in des Menschen Brust. Dir sei, der uns so mild bedacht, auch dafür Preis und Dank gebracht! 64 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. unsrer Pilger- Bahn gab uns der Schöpfer das Gewissen; es zeigt uns jeden Irrweg an, mahnt Sünder noch zu rechter Zeit, und schenkt dem Frommen Seligkeit. 2. Hättst du ein Paradies auf Erden, und wärst des Unrechts dir bewußt: es würde dir zur Hölle werden; denn Hölle wär in deiner Brust. Ein Königreich vertauschtest du bei ihren Qualen gern um Ruh'. 3. Ob du auch über Meer' entflöhest, und einen menschenleeren Ort zu deiner Wohnung ausersähest: dich straft' ein bos Gewissen dort. Kein Jubel kann es überschrein; kein Bild der Wollust schläfert's ein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann, sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß er Mel. Jefu meine Freud' und W. nach seiner Pflicht gethan, der 92. Alues Blühende verhöher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewissen hält! blühet; alles, was gekommen, fliehet, ob sich's noch so mächtig hebt und zum höchsten Ziele strebt; was geboren ist auf Erden, muß zu Staub und Asche werden. 5. In jedem Alter, jeder Lage wird's tröstend ihm zur Seite stehn, die kleinste Freude seiner Tage durch Gottes Beifall weit erhöhn, und, wo Versuchungen ihm draun, sein Führer und fein Retter seyn. 6. Sein Trost im Schmerz, sein Freund in Sorgen, o Un schuld, welch ein Schaß bist du! erwachst mit ihm an jedem Morgen, drückst Abends ihm die Augen zu; du machst sein hartes Lager weich, im Staub' ihn groß, in Armuth reich. 7. Du lehrest, wenn ich schuldlos leide, Geduld mich in der größten Pein; das kleinste Glück, die kleinste Freude muß mir bei dir Entzücken seyn. Die Hütte wird mir zum Pallast, wenn sie mit mir auch dich umfaßt. 8. Und wenn ich einst vollendet habe, mein leßter Schweiß die Stirne deckt, wohl meinem Herzen dann am Grabe, weil mich kein innrer Richter schreckt! Dann, Trost der Unschuld, führe du mit Freuden mich dem Himmel zu. 2. Staub sind Tausend, welche kamen; wer gedenkt noch ihrer Namen? Ach! ihr moderndes Gebein decket ein vergeßner Stein. Was geboren ist auf Erden, muß ju Staub und Asche werden. Die Schöpfung. Der Mensch.. 3. Ohne Freund und ohne mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. Frieden, einsam, von der Welt 93. Wenn oft in feiergeschieden, blickt die Treue starr hinab in der Freunde dunkles Grab. Wird, ach wird der Mensch zerstäuben? wird er Erd' und Asche bleiben? licher Stille, vom Todes- Graun der Welt entführt, mein Herz in tiefer Wehmuthsfülle sich über Zeit und Grab verliert, dann hör' ich, daß es in mir spricht: Gott ist; darum vergeh' ich nicht!" 4. Nein, entweicht, des Todes Schrecken! Geister kann kein Grab bedecken; und wie Korn, das voll ersteht, wird der Leib von Gott gesät. Was er sät, wird auferstehen; Glaube läßt nicht untergehen. 5. Die dem Vater aller Seelen kindlich ihren Geist befehlen, die, vom Fluch der Sünde rein, sich dem Reiche Gottes weihn, sollten die, wie Staub, verwehen? Hoffnung kann nicht untergehen. 6. Menschenfreund, dein frommes Sehnen, abzutrocknen alle Thränen, Liebe, die nicht wieder fchilt, die mit Wohlthun Haß vergilt, wahre Tugend wird bestehen. Liebe kann nicht untergehen. 65 7. Was geboren von der Erden, das kann nur zu Asche werden; ewig lebet, glüht und flammt, was in uns vom Himmel stammt. Was der Welt ist, mag vergehen; was aus Gott ist, muß bestehen! 2. Wenn, tief gebeuget von Beschwerde, des Lebens Freude mir entflieht, und nirgends auf der weiten Erde mein Herz sich sieht, dann Rath und Trost tönet mir ein Gotteswort: Hier ist die Saat, die Aerndte dort!" 3. Wenn in der Nacht, bei'm Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab' der Theuren weint, und, Tröstung bietend aus der Ferne, der Liebe Engel mir erscheint, dann steht es hell vor meinem Blick: ,, Auch was beweint ward, kommt zurück!" 4. Himmelshoffnung! weiche nimmer, wenn Lust, wenn Leid das Herz bewegt! Umglänze mich wie Morgenschimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein: ,, Was göttlich ist, muß ewig seyn." Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Erhaltung und Regierung. Mel. Danket dem Serren, denn er.| bringen, daß wir so viele Gaben 94. Welch Lob, o Bater, aus seiner Fülle haben. 66 follen wir dir bringen? Es kann kein Mensch mit Würdigkeit dich singen. 2. Du hast aus Nichts den Himmel sammt der Erden und Alles, was darin ist, heißen werden. 3. Uns Menschen hast du, Vater, dieses Leben und ein unsterbliches dazu gegeben. 4. Von Kindheit an hast du uns stets geleitet, und deine Flügel über uns gebreitet. 5. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen, und schüßest uns, so lange wir hier wallen. 6. Du läsfest uns in deinem Worte lehren, wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 7. Du sendest uns Erlösung von den Sünden, und läßt uns dich als Vater wieder finden. 8. Auf ewig, ewig seist du, Herr, gepriesen für jede Gnade, die du uns erwiesen! 9. Sehr groß ist deine Weisheit, Gût und Stärke, und wunderbar sind alle deine Werke! Mel. un laßt uns Gott, dem 5. 95. Last unserm Gott uns singen, ihm Dank und Ehre 2. Nur er hat uns das Leben und Seel und Leib gegeben. Er ist es, der sie schüßet, das schenkt, was beiden nüßet. 3. Dem Leibe giebt er Speise; die Seele macht er weise, in Reinigung von Sünden ihr wahres Glück zu finden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort wird uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen guten Werken soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! 7. So hilf du nur uns allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ewges Heil sich endet. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, bis einst in höhrer Klarheit wir preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Met. Wo Gott zum Saus nicht. 96. Die Augen heb' ich sehnlich auf, und seh' die Berge Die Erhaltung und Regierung. hoch hinauf, bis mir vom Himmelsthron mein Gott wird Hülfe senden in der Noth. 2. Es kommt die Hülfe nur vom Herrn; er hilft uns ja von Herzen gern. Der Erd' und Himmel hat gemacht, hält über uns auch Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann. Ihm traue nur mit Zuversicht; der dich behütet, schlummert nicht. 4. Der treue Gott beschirmet dich vor jedem Unfall väterlich. Im Schatten seiner Huld und Gnad' bist du gesichert früh und spat. 5. Kein Uebel fei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüket dich. Ist deine Trubsal noch so schwer, Gott wendet sie zu seiner Ehr. 6. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Nun danket all und bringet. 97. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich fing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 67 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath, daß du die Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmt uns bei des Winters Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Gedeihn? Wer schenkt mit treuer Hand den Frieden, deß wir uns erfreun, in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir! Du, du mußt Alles thun. Du hältst die Wach' an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehest uns auch in Gefahr und Nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld, und strafft nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfft sie in das Meer. 68 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 10. Oft, wenn der Christ verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt; und keine Thräne, die er weint, bleibt von dir unbemerkt. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was Mel. Ermuntre dich, mein schw. ewig steht, und führst uns in 98. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl; was strebst du denn nach Dingen, die Gott allein, der Höchste, soll und kann zu Stande bringen? Du fährst mit deinem Wik und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst: Wie will's auf Erden doch endlich mit mir werden? des Himmels Haus, wenn diese Welt vergeht. 12. Wohlauf, mein Herz! sei froh und sing', und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schaß, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 14. Was krånkst du dich in deinem Sinn, und gråmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg', und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 17. Ei nun! so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein; so wirst du hier im Frieden ruhn, und ewig fröhlich seyn. 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernáhrt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 2. Heb' auf dein Haupt, schau' überall, hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg' auf jeden Fall für dich sich hab' erhoben. Dein Brodt, dein Bettlein und dein Kleid war eher noch, als du, bereit; die Milch, die, du einst nahmest, war auch schon, da du kamest. 3. Und dennoch soll dein eignes Licht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als deine Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein dein blöder Sinn der Meister seyn; was der nicht auserkoren, das hältst du für verloren. 09 4. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kommen, da dein bethörter Sinn 8. Drum, liebes Herz! sei wohlgemuth, und laß von Sorg' und Grämen. Gott hat ein den Tod für's Leben ange Herz, das nimmer ruht, dein nommen! Und hätte Gott dir Werk und That gelingen lassen nach dem Rath, in dem du's angefangen, du wärest längst vergangen. Bestes vorzunehmen. Er kann nicht anders, glaube mir! und scheint es auch bisweilen dir, als wärest du verlassen- Gott kann sein Kind nicht haffen. 5. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren; erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so treue Vatergut', in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 9. Thu' als ein Kind, und lege dich in deines Vaters Arme; bitt' ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlbestandnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Die Erhaltung und Regierung. 6. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nüßet, da unterdesſen unser Will und Herz in Aengsten sißet, sucht hier und da, und findet nichts, will sehn, und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden! 7. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen; er hebt und bringt uns an den Port, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, dann kann der schwache Mensch erst sehn, was der, der ihn regieret, in seinem Rath geführet. mel. Alles ist an Gottes Segen. 99. Meine Seele, laß Gott walten, der dich kann und will erhalten, der die Seinen gnädig führt. Was dich auch zu Zeiten plaget, trag' es ruhig, unver= zaget; denn der große Gott regiert. 2. In des Himmels weiter Ferne schau' das goldne Heer der Sterne, auf und ab von Gott geführt. Schau' das Meer, emport von Winden, sich der Wogen Aufruhr schwinden, weil der höchste Gott regiert. 3. Sollte denn in Menschendingen etwas seinen Lauf voll 70 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. bringen anders, als der Herr es führt? Nein, fürwahr, es muß geschehen, was er für uns außersehen; denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, Leben, Weinen, Freuen muß zum Besten dem gedeihen, den die Liebe Gottes führt. Keine Trübsal kann ihm schaden; denn er ist bei Gott in Gnaden, und der weise Gott regiert. 5. Welche Angst in ihrem Herzen über ihres Kindes Schmerzen eine treue Mutter spürt, solches Mitleid, solch Erbarmen ist bei Gott. Gerrost, ihr Armen! denn der treue Gott regiert. 6. Drum, mein Herz, wie es auch gehe, tritt auf deines Felsens Höhe, glaub' und lieb', wie sich's gebührt. So wird Alles wohl gelingen; und du wirst mit Freuden singen, daß dein Herr und Gott regiert. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 100. Wunder- Anfang, herrlich Ende, wo die treuen Vaterhände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Rathen, wunderherrlich seine Thaten; und du sprichst: Wo will's hinaus? 2. Denke doch, es muß geschehen, was dein Gott hat außersehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheiner, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Weil der Herr im Dunkeln thronet, und sein Friede da nur wohnet, wo man glaubt, ob man nicht sieht, bleibt vergeblich unser Sorgen; wer nicht warten will auf Morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 4. Gott muß man in allen Sachen, weil er Alles wohl kann machen, End' und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, laffen solch ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 5. Drum, o Christ, laß dir nicht grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und fasse muth! Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir nur Gutes thut. 6. Deinem Glauben wird's nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, daß der Herr die Seinen kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen; und du wirst bekennen müssen: Wunders Anfang! herrlich End'! Die Erhaltung und Regierung. Mel. Was Gort thut, das ist wohlg. 101. Gott lebt! wie kann ott lebt! wie kann ich traurig seyn, als wär' kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz. Ich kann ihm Alles klagen, und darf nun nicht verzagen. 2. Gott hört, wenn Niemand hören will! Dem Frommen wird's gelingen. Sein Flehn, und seufzt er auch nur still, wird durch die Wolken dringen. Ruf' ich empor, so hört sein Ohr; sein Amen schallet wieder, und Hülfe steigt hernieder. 71 verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brodt; und läßt die Noth mich auch durch Wüsten reisen, so wird doch Gott mich speisen. 6. Gott liebt, kann ich sein Vaterherz auch nicht sogleich entdecken, wenn oft des Lebens Noth und Schmerz mir Angst und Gram erwecken! Er bleibt auch hier ein Vater mir, der ie und je mich liebet, obgleich sein Kreuz betrübet. 7. Gott lebt! wohlan, ich zage nicht; Gott hört! ich will's ihm Elagen; Gott sieht! ich such' sein Angesicht; Gott führt! er wird mich tragen. Gott giebt und liebt; nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. 3. Gott sieht! wie klaget denn mein Herz, als säh' er nicht mein Beinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thránlein fällt, das er nicht zählt. In seinem Buch geschrieben sind Alle, die ihn lieben. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 102. Mein Gott, wie bist 4. Gott führt! so geh' ich ruhig fort in allen meinen Wegen; und wenn die Welt mir hier und dort will ihre Stricke legen, so wird er zwar mich wunderbar, doch selig immer leiten, daß. nie 2. Herr, wer kann deinen mein Fuß kann gleiten. du so verborgen! wie ist dein Rath so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast gesorget, eh' ich war. Mein Vater, führ' mich immerdar nur felig, wenn auch wunderbar! 5. Gott giebt! und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht Rath ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis! Du kannst viel tausend Wege finden, 72 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. wo die Vernunft nicht Einen weiß. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 3. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum führ' in deiner Wahrheit Schranken du felber mich die rechte Bahn! Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 4. Dir will ich ganz mich überlassen mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann faffen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 5. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! Mel. Wer nur den lieben Gott. 103. Gott forgt für mich; was will ich sorgen? Er ist ja Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen, daß alle Tage Zeugen sind, wie Gott die Seinen väterlich regiert und schüßt. Gott forgt für mich! 2. Gott sorgt für mich; ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, das kommt von seinen HimmelsAuen; und wenn er nur ein Machtwort spricht, so bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich! 3. Gott sorgt für mich; er speist die Seele in seinem Wort; auf sein Geheiß schmückt sich das Feld mit Korn und Dele, und lohnt mir meiner Arbeit Schweiß. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich! 4. Gott sorgt für mich in theuren Zeiten. Auch in der größten Hungersnoth reicht seine Güte frommen Leuten, die zu ihm flehn, ihr täglich Brodt. Ist's gleich nicht viel, sie trösten sich, und glauben fest: Gott sorgt für mich! 5. Gott sorgt für mich, für euch, ihr meinen, die mein durch Blut und Glauben sind. Er läßt uns seinen Trost er= scheinen, wenn alle Hoffnung sonst zerrinnt. Ergeht es uns auch kümmerlich, o denkt mit mir: Gott sorgt für mich! 6. Gott sorgt für mich in meinen Leiden. Das Kreuz, das er mir auferlegt, verwandelt er Die Erhaltung gar bald in Freuden; und wenn er gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich zu unserm Wohl. Gott sorgt für mich! 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trågt mich seine Hand. Auch dann noch bleibt er mein Erhalter, bei dem so oft ich Hülfe fand. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich! 8. Gott sorgt für mich auch einst im Sterben; zum süßen Schlaf wird mir der Tod. Er heißt mich seinen Himmel erben. Vergessen ist dann alle Noth; dann freut mit Sel'gen selig sich mein Geist, und jauchzt: Gott sorgt für mich! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 104. Verborgner Gott, dem Nichts verborgen, dem auch die Nacht erscheint wie Licht, was sollt ich wie ein Heide sorgen, als wüßtest du mein Elend nicht? Verdecket gleich dein Untlik sich, dein Herz meint es doch väterlich. 2. Dein Auge hat mich schon gesehen, als ich noch ungeboren war; und was mir künftig soll geschehen, stellst du dir gegenund Regierung. 73 wärtig dar. Du, Vater, siehst mich aus der Höh', und kennst mich, wo ich geh' und steh'. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden Theil. Das alles ist ja deine Gabe; du sorgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon Alles gut gemacht. 4. Ach solltest du denn nicht erkennen, wenn mich die Angst im Herzen quält? Erbarmer soll ich dich ja nennen; du bist es, der die Thränen zählt. Du hast gesagt: Mir bricht das Herz bei meiner Kinder Angst und Schmerz. 5. So laß mich doch gewißlich glauben, du werdest meinen Jammer sehn. Laß Nichts den süßen Trost mir rauben, es werd in kurzer Zeit geschehn, daß deiner Augen helles Licht durch meine Thränenwolken bricht. 6. Du wirst dein Wort getreu erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Du wirst dein Antlik mir enthüllen, mein Retter seyn; drum unverzagt! Es wird geschehn, ich zweifle nicht, du meines Herzens Trost und Licht! 9 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 74 mel. un danket all und bringet. 105. Du bist's, dem Ebr Ehr’ und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht: so hörtest du mein Flehn, und ließest mich nach deinem Rath Hülf und Errettung sehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sant, und rief: Herr, rette mich! so halfst du mir. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz; du halfft mir, daß ich ihn vergaß und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor; und Gnade war mir nah'. 6. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist seiner Güter voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns über gehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ewgem Glück erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte sein Gebot, und bet' ihn ewig an. mel. un danket all und bringet. 106. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab; und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine Vaterhand, Jehovah Zebaoth; du segnest, du erfüllst das Land mit deiner Gút', o Gott! 3. Dein Fußtritt in den Wolken träuft von milder Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und 8. Ich danke dir für deinen die Natur ist unerschöpflich Sohn, der für mich Sünder reich. Die Erhaltung und Regierung. 75 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte; und Nichts ist, Nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann iemals böse seyn, was Gott ge= fällt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 5. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 6. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 7. Nicht Einem mangelt deine Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonest du uns nicht! 8. Ach betet, Menschen, betet an! erwägt's und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 9. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns seyn; du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 10. Noch tiefer dringet dort mein Blick in deine Wunder ein. D Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen seyn! Mel. O Gott, du frommer Gott. 107. Nichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas andres seyn, und mein besondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quale nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin D1 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 76 ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! geringe. Sollt' ihm dein Schreyn verborgen seyn? Die Bitte, die du thatest, wußt' er schon, eh' du batest. Mel. Ich dank' dir, lieber Serre, 3. Was zagst du? Gott regiert 108. Nimmt Gott, dem die Welt, und Gott ist der Allwir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen: vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Macht: was wird der Wächter núßen? Umsonst ist's, daß er wacht. weise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsterniß führt er gewiß, oft aus der Nacht der Leiden in's hellste Licht der Freuden. 2. Jhr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brodt der Sorg' und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer und unerwartet giebt? 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und ist allgegenwärtig, wenn sich dein Herz verlassen hält, dir nah', zu helfen fertig. Sein Odem nur trägt die Natur, trägt, wo auch Jeder walle, doch allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ein Erbarmer dir sagt's ein theures Lösegeld- auch SúnMel. Was Gott thut, das ist wohlg. 109. Was zagst du? dern ein Erbarmer. Auf! fasſe Muth! Des Sohnes Blut sagt dir's bei jedem Harme, wie gern sich Gott erbarme. Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der alles Fleisch erhält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth, wenn Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbst was der Mensch geringe hält, ist ihm nicht zu - 6. Nun, Gott, da du die Welt regierst, wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff auf dich; du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Die Erhaltung und Regierung. Mel. un danket alle Gott. 110. Ich will dem Schöpfer Lob, Lob dem Erlöser singen; mein dankerfülltes Herz soll sich der Welt entschwingen. Steh' wie ein Wandrer still, und übersieh' die Bahn! Denk, Seele, was Gott thut, und was er schon gethan. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet; Herr, durch die Lebenszeit hast du mich treu geleitet. Wenn's um mich stürmisch war, bedrohtest du das Meer: dann legte sich die Angst, und still ward's um mich her. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte und manche trúbe Nacht durchweinte und durchwachte, war's nichts als eitler Wahn, der meinen Geist geplagt. Mein Unglück, nicht mein Glück hast du mir, Herr, versagt. 4. Lob sei für heitre dir, und Lob für trübe Stunden! Wer niemals Kreuz gekannt, hat nie sein Glück empfunden. Es war die Bitterkeit des bangen Augenblicks wohl oft schon selbst mein Glück, oft Quelle meines Glücks. 5. Es lehrte mich dein Wort, dich, wie du bist, erkennen, nicht nur dich zitternd Herr, nein! 77 dich auch Vater nennen. So sah ich mein Geschick als Himmelsbürger ein; ich bin nicht, dacht' ich, hier, um ewig hier zu seyn. 6. Also hat Gott die Welt und mich in ihr geliebet, daß er mir seinen Sohn und mit ihm Alles giebet; sein Kreuz ist mein Gewinn, sein Todeskampf ist mein; ich bin im Leben jetzt und einst im Tode sein. 7. Bald ist des Lebens Bahn, die kurze Bahn zu Ende. Nimm du, dem ich gelebt, den Geist in deine Hände! Komm, sel'ge Ewigkeit! Ich wart', ich warte dein, und stimm' in höhres Lob mit Engelchören ein. Mel. Womit soll ich dich wohl. 111. Bester, weiſester Regierer aller Welten, Preis sei dir, dir von allen Welten! Führer meiner Tage, Preis von mir! Wer kann dich genug erheben? Millionen gabst du Leben; Aller denkst du, denkst auch mein! Könnt' ich dein vergessen, dein? 2. Auf der Menschheit hohe Stufe, Herr, erhob mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand; und dein ewiges Erbarmen, Vater, zog mit Vaters 78 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. armen in der Kindheit mich zu dir, zeigte Jesum Christum mir. 3. Ower zählt sie, alle Freuden, die mir deine Güte gab? In die Wüste meiner Leiden strömte mir dein Trost herab. O wie manche meiner Klagen in der Prüfung Jammertagen hast du, Vater, schon gestillt, mich mit Kraft und Licht erfüllt! 4. Meiner Trubsal bange Stunden flohen durch dein Wort dahin. Welche Nächte sind verschwunden! Durch dich bin ich, was ich bin. Ewig wirst du wohl es machen. Du bist mächtig in den Schwachen; tausendmal erfuhr's mein Herz. Sende Freude, sende Schmerz! Mel. Ich will dich lieben, meine. 5. Fliehn mich Brüder, fliehn mich Freunde, ist mir jede Freude 112. Wenn ich mit stumm, und umringen stets mich Feinde, Noth und Schwachheit um und um; ob auch alle Tröster weichen Helfer, Netter ohne Gleichen! du wirst mein Erbarmer seyn; lebend, sterbend bin ich dein. frommem Ernst die Wege, die, Gott, mich deine Hand geführt, die Lieb' und Weisheit überlege, mit der mein Schicksal du regiert: dann falt' ich meine Hände dir; des Dankes Thrán' entfließet mir. 2. Von deinem hocherhabnen Throne sahst du mit Blicken voller Huld auf mich, der ich im Staube wohne, trugst mich mit Langmuth und Geduld. Mit Wohlthat sättigtest du mich; und was ich bin, ward ich durch dich. - 6. Besser ist als Freud' und Leben, Vater, deine Vaterhuld. Tragen will sie mich, vergeben will sie mir der Sünden Schuld. Jesus Christus starb am KreuzeHeil mir!-starb für mich am Kreuze, und erstand. Ihn bet' ich an, der auch mich erwecken fann. 7. D der seligsten Verbindung, Allerheiligster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung, Vater, gieb sie täglich mir. Täglich bist du mir so nahe. Was ich höre, seh', empfahe, zeige mir, mein Vater, dich, knüpfe fester dich und mich! 8. Jeden Abend laß mich fester, treuer mich im Glauben seyn, näher dir, du Allerbester, deiner herzlicher mich freun. Mach' mich jede Stunde reiner, daß in jeder Stunde meiner sich dein Vaterherz erfreu'! Mach' bis an den Tod mich treu! Die Erhaltung und Regierung. Lohn! 3. Vom Stammeln meiner Sohn, sei einst des ewgen Lebens Kindertage bis zu dem dankenden Gebet, mit dem dich nun für Freud' und Klage, Allgütiger, mein Herz erhöht, verließ mich deine Treue nicht; in Finsternis warst du mein Licht. 79 4. Dich will ich preisen, dich erhöhen, so lange mich dein Arm erhält, will voll Vertrauen auf dich sehen, auf dich, der, wenn die Welt zerfällt und wenn der Himmel selbst vergeht, doch ewig bleibt und ewig steht. 5. 3war meinen Blicken ist verborgen, was noch der Zukunft Nacht verhüllt. Doch sollt' ich darum ängstlich sorgen? Hast du nicht stets dein Wort erfüllt, das dem, der treu ist seiner Pflicht, auch Hilf und Schuß von dir verspricht? 6. Du wirst mir Kraft und Weisheit geben, zu thun, was mein Beruf gebeut, den schwachen Muth in mir beleben, mich rüsten zu dem schwersten Streit. Auch wo mein Fuß auf Dornen tritt, geht, Vater, deine Liebe mit. 7. Mein höchstes Gut sei weise Freude, wenn mir des Glückes Sonne scheint; sei Christenmuth da, wo ich leide, und ungesehn mein Auge weint; sei Glaub' an Gott und Gottes Mel. Wie schön leucht't uns der M. 113. Noch fiehet nicht, o Sterblicher, dein dunkler Blick, was Gott, der Herr, im Stillen schon bereitet. Von stiller Größe zeugt sein Gang. Dir dünket wohl der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet. Ruhig, muthig kannst du trauen. Gott wird bauen seinen Garten, und den Keim des Guten warten. 2. Es keimt, es keimt, es wächset groß, das Saatkorn, in dem stillen Schooß der Zeit bei Druck und Leiden. Als schönre Pflanze aufzustehn, muß es in die Verwesung gehn, der Hülle sich entkleiden. Doch lebt, doch hebt sich die Fülle, die die Hülle hält verborgen; herrlich steht sie da am Morgen. 3. Die Morgensonne kommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsterniß in kurzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbei, dann wird, von düstern Nebeln frei, der Glanz der Wahrheit siegen. Herrlich hebt sich dann die Sonne, und mit Bonne jauchzen Geister: Preis und Dank dem Weltenmeister! Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Verstummend, Vater, preif ich dich, und flehe Vater, höre mich: Dein herrlich Reich laß kommen! Es kommt, es kommt gewiß, dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich Heil allen deinen Frommen. Dein Sohn hat schon es gegründet; einst verbindet- freut| ist beständig wohl. euch, Brüder!- dort uns Wahrheit, Tugend wieder. 80 - Sorg' und Mühen Gott Segen uns erblühen, wenn's seiner Weisheit so gefällt. 5. Swar giebt's viel arme Leute; es war und ist noch heute die Welt derselben voll. Viel arme Krante liegen jetzt in den letzten Zügen, und keinem 6. Was aber würd' auf Erden doch aus dem Menschen werden, Wenn Jeder Schäße zählte, und wenn's anders ging als nun? Reinem etwas fehlte, so würde Keiner Gutes thun. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 114. Was auch von bösen Tagen die Unzufriednen sagen, sag' ich doch tausendmal: Die Welt, in der wir leiden, giebt uns auch viele Freuden; die Welt ist doch kein Jammerthal. 7. Es soll die Noth auf Erden ein Band der Liebe werden; sie soll es mir auch seyn. Seh' ich den nächsten leiden, so 2. Der liebe Gott verbindet, will ich ihm mit Freuden mein weil er's für gut befindet, mit Herz und meinen Beistand unserm Leben Noth; und wahr- weihn. lich schmecken Freuden am besten nach den Leiden, wie nach der Arbeit Trank und Brodt. 4. Man betet recht von Herzen, wenn man nach Noth und Schmerzen auch wieder Rub' erhält. So läßt aus 8. Und ist mein eignes Leben mit Traurigkeit umgeben, währt's doch nur kurze Zeit! Dann geht nach allem Jammer mein Leib zur Ruhekammer, mein Geist 3. Die allerbesten Dinge schäßt oft der Mensch geringe, der gute Tage hat; doch nach zur Himmelsherrlichkeit. des Winters Plage wird man der schönen Tage des lieben Frühlings nimmer satt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 115. Groß ist der Herr; die Berge zittern vor seiner Gottes- Majestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt Die Erhaltung und Regierung. aus seiner Hand in finstern Harm wirf seiner Huld dich Wolken auf das Land. in den Arm! 2. Vom Raum, wo sich der 4. D schwinge dich empor Halm entfaltet, bis zu der leß- vom Staube, verfinstern deine ten Sonn' hinaus herrscht sein Tage sich; zu ihm blick auf, Gesek; als Vater waltet er und bet' und glaube! Versa= durch das große Weltenhaus. gend auch erhört er dich; doch Der Leben giebt und Freude nie enthüllt die Ungeduld das schafft, mit Liebe waltet er heilge Dunkel seiner Huld. und Kraft. 81 5. Vertraue Gottes Vater3. Vermiß dich nicht, mit hånden, wenn er den frömmihm zu rechten; mit De- sten Wunsch versagt! Was hier muth nahe dich dem Herrn! noch fehlt, wird er vollenden, In trauervollen Mitternachten wo dir ein neues Leben tagt. ist dir der Ewige nicht fern; Es ruhn im engen Raum der mit deinem Frieden, deinem Zeit die Keime deiner Ewigkeit. 3. Der Rathschluß Gottes zu unsrer Erldsung. Mel. Beladner Geift, den Zorn und. Geschlechte, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das 116. D Liebe, die den Leben selbst wird Mensch, wie wir, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, o Herr, von dir. Himmel hat zerrissen, die sich zu uns in's Elend niederließ, wie viele Noth hast du erdulden müssen, die dich dein mit leid willig tragen hieß! O unerhörter Liebesrath, der selbst des Vaters Wort in's Fleisch gesenket hat! 3. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht. Sie wird von Gott mit Ehr' und Preis gekrönet, weil sie der Sohn ihm angenehm ge= macht. Die Menschheit wird nun ganz erneut, und als ein Tempel Gott zur Wohnung eingeweiht. 2. Die Liebe giebt uns Súndern Kindesrechte; verbrüdert ist uns die Barmherzigkeit; der Himmel nabt dem sterblichen D2 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Die Weisheit wohnt nun daß ich in Christo nun Gott wieder auf der Erden, da neu wohlgefällig bin! 82 das Paradies im Menschen grunt. Nun können wir aus 117. Gedanke, der uns Gott geboren werden, weil die Geburt des Herrn uns dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist, von Gott gegeben, rührt. Leben giebt, welch Herz vermag dich auszudenken: ,, Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken!" 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsternissen, füúllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 5. Die Sünde kann uns auch nicht mehr verdammen, weil sie in Christo selbst verdammet ist. Sie kann die Seele nicht zur Lust entflammen, in die sich Christi Liebesgeist ergießt. Ich fühle seinen sanften Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 6. Ich habe nun ein ewig Leben funden; viel Reichthum, Ehr und Freude schenkt er mir. Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir im Geist und Glauben spür'. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mir der lautre Strom aus seiner Liebe quillt. 7. Auf, auf, mein Geist! vergiß die Trauerlieder, erhebe dich aus deiner dunklen Nacht! Des Himmels Kraft und Glanz umstrahlt dich wieder, und das Verlorne ist zurückgebracht. D welch ein herrlicher Gewinn, 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rach des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuze meine Schuld getragen, mein Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich ewig irren müssen, und, wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenbeit soll mir kein frecher Der Rathschluß Gottes zu unsrer Erlösung. 83 Spotter rauben; ich fühle seine dich allezeit treu vor der Welt Göttlichkeit, und halte fest am bekenne. Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich, erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich - 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt- so laß mich wie noch im Tode denken sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? Mel. Nun freut euch lieben Christen. 118. Auf ,. Christen, last uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Nath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat fein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. Wo ist des Todes Herr- mit der That in unsern Herzen schaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Die Furcht des Todes wegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. wohne. So haben wir an seinem Heil zur Freude für uns ewig Theil, so preisen wir dich ewig. 84 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er giebt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns an vertraun, und seine Stimme bören, auf seine Mittlershülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum wahren Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns die sen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch Mel. Wachet auf, ruft uns die. 119. Herr, wir fingen deiner Ehre. Erbarm' dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott; du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade: da war es, Der Rathschluß Gottes zu unsrer Erlösung. Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns über ging. Da rief der Liebe Blick in's Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tont, tont zum Himmel! erschallt schon hier! einst knieen wir an seinem Thron und beten an. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 120. Herr, welch Heil kann ich erringen! in welche Höhn darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel seyn. O du Wort voll heilgen Bebens, voll Wonne, Wort des ewgen Lebens: Jm Himmel soll mein Wandel seyn! Ich sink erstaunend hin, empfinde, wer ich bin, wer ich seyn kann. Ich trage noch des Todes Joch; im Himmel soll mein Wandel seyn! 2. Schwing' dich denn in diese Höhen, und lern' im Lichte Gottes sehen, wer du, versöhnte 85 Seele, bist! Mit dem göttlichsten Entzücken wirst du in dieſem Licht erblicken, wer, Seele, dein Vers föhner ist. Du, durch sein Opfer rein, und stark, dich ihm zu weihn, siehst in Jesu, des Vaters Sohn, des Glaubens Lohn, ihn, unsern Herrn und unsern Gott. 3. Wort vom Anfang! Wunderbarer! o du, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit; du erschienst, du, Licht vom Lichte; wir schaun in deinem Angesichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur, auch Ruh' strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrieden! Du hast's vollbracht! Des Irrthums Nacht, der Sünde dunkle Nacht ist hin. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen fast zum Schauen emporsteigt; wenn sie wiederliebt, und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner! dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versöhn', o Herr, versöhn' auch sie-: 5. D dann ist ihr schon gegeben ihr neuer Nam' und ewigs Leben; im Himmel ist ihr Wandel 86 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. dann. Stark, den Streit des met. Wie groß ist des Allmächtgen. Herrn zu streiten, sieht sie die 122. Was wär' ich ohne Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel, und betet an: Preis, Ehr' und Stärk und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Preist, Cherubim und Seraphim! Anbetung, Ruhm und Dank sei ihm! dich gewesen? und ohne dich, was würd' ich seyn? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, stünd' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem that ich meine Sorge kund? Mel. Lobt Gott, ihr Christen all. 121. Singt dem Verföhner, singt ihm Dank! Herr Gott, dir danken wir. danket dort der Lobgesang der Ueberwinder dir. 2. Er, welcher schon vom Anbeginn der Welt mein Retter war, wird Fleisch und Blut, wie ich es bin; wie göttlich wunderbar! 3. Der Sünder soll versöhnet seyn; und du erbarmest dich, und duldest Kreuz und Todespein für eine Welt, für mich. 4. Es schrecket uns nun kein Gericht und keine Hölle mehr: denn du bist unsre Zuversicht; du bist's, Unendlicher! 5. Im Staube lieg' ich und bet' an! Vernimm den schwachen Dank; einst sagt, was du an mir gethan, ein höhrer Lobgesang. 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen erschien' mir nachtlich jeder Tag. Ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß: wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden, das Schicksal wird verklärt durch ihn; durch ihn muß mir im kalten Norden ein Paradies im Herzen blühn. 4. Das Leben wird zur Feierstunde, die ganze Welt haucht Lieb' und Luft. Ein heilend Kraut wächst jeder Wunde, und Der Rathschluß Gottes zu unsrer Erlösung. frei und voll klopft jede Brust. 8. Seitdem entschwand bei Für alle seine tausend Gaben uns die Sünde, und fröhlich bleib' ich sein demuthvolles Kind, wurde jeder Schritt. Man gewiß, ihn unter uns zu haben, theilte schon dem zarten Kinde wenn auch nur zwei versamm- als Kleinod diesen Glauben mit. let sind. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein sel'ger Traum; und ewger Lieb' und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 5. D! geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Frrenden herein! Streckt Jedem eure Hand entgegen, und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ach! unser Herz war durch die Sünde aus Gottes Angesicht verbannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Lust zugleich entbrannt. Der Sinne Lust hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest; das Todeswort: 3u Staube werde! verschlang der Hoffnung Ueberrest. 87 7. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahen wir den Himmel offen, als unser altes Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen, und fühlten uns mit Gott ver: wandt. 9. Noch steht in wunderbarem Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Valet will ich dir geben. 123. Aus irdischem Getümmel, wo Glück und Lust vergeht, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch's trübe Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Wenn Frrthum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie mögen wir gelangen zu der Erkenntniß Licht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ewgem Chron; denn 88 Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, wenn bang' das Herz verzagt, die Hoffnung ewger und führt dem Leben zu. 4. Jesu Sendung und Geburt. Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben, gewährt im Tode Ruh'? Heil! Jesus ist das Leben, 2. Wie die Sonn' aus ihrem Selt, gehst hervor du, starker Held, eilest freudig auf die Bahn zu dem hohen Ziel hinan. 3. Von dem Vater kam dein Lauf, zu dem Vater fuhrst du auf; zu der Gruft stiegst du hinab, auf zum Himmel aus dem Grab'. Mel. un komm, der Seiden. 124. Komm zu deiner Gläubgen Schaar, den die Jungfrau uns gebar! Alle Welt erstaunt und rühmt: Solches Werk hat Gott geziemt! 125. Laßt uns, Christen, 4. Der du bist dem Vater gleich, baue mächtig nun dein Reich, schenk uns deine Gotteskraft, die den Schwachen neu erschafft. 5. Hier aus deiner Krippe bricht in dem Dunkel neues Licht; bei des Glaubens hellem Schein muß es jede Nacht zerstreun. 6. Lob sei dir, der Jungfrau Sohn! Vater, dir im höchsten Thron! du, des Sohns und Vaters Geist, sei in Ewigkeit gepreist! hocherfreuet diesen Tag, den Gott geweihet, unsers Heilands Fest begehn! Er, der Völker Heil und Leben, ist vom Vater uns gegeben, und die Erd' hat ihn gesehn. 2. Für Geschöpfe, die ihn schmähen, sendet von des Him mels Höhen Gott selbst seinen eignen Sohn. Den der Menschen Aug' nicht sahe, und der doch den Menschen nahe, steigt herab von seinem Chron. 3. Wie ein Held kommt er, zu siegen; und vor seiner Macht erliegen Sünde, Tod und Finsterniß. Freudig eilt er, uns zu retten, und erfüllt, was der Propheten und der Seher Mund verbies. Jesu Sendung und Geburt. 4. Jesu, unser Heil und Leben, und uns im Himmel mache den der Vater uns gegeben, reich und seinen lieben Engeln unser Herz preist dich erfreut. gleich. Gelobt sei Gott! Für dein göttliches Erbarmen sei dir immer von uns Armen Dank und Lob und Preis geweiht! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Gelobt sei Gott! 4. Das ewge Licht bringt nun herein, wird der Welt ein neuer Schein; es leuchtet mitten in der Nacht, uns zu des Lichtes Kindern macht. Gelobt sei Gott! 89 126. Delobet feist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Deß freuen wir uns Mel. Ein Rindelein so löbelich. immerdar, und fingen mit der 127. Wie liebt uns Gott Engelschaar: Gelobt sei Gott! 2. Des ewgen Vaters einger Sohn kam herab von seinem Thron. In unser armes Fleisch und Blut verhüllte sich das ewge Gut. Gelobt sei Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Mensch und Gott, fühlt des Pilger- Lebens Noth; uns Gäst' und Pilger dieser Zeit führt er zu seiner Herrlichkeit. Gelobt sei Gott! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm', 7. Das hat er alles uns getban, feine Huld zu zeigen an; deß freu' sich alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! so väterlich, uns Sunder, uns Verlorne! Frohlockt! für uns erniedrigt sich sein Sohn, der Eingeborne. Er, der von Gott verheißen war, den eine Jungfrau uns gebar, besieget Tod und Hölle. Lob sei dir, o Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Behút' uns vor der Hölle. 2. Wie freudenreich ist diese Beit! Lobsingt dem Herrn, ihr Frommen! Der Abglanz seiner Herrlichkeit, der Heiland, ist gekommen. Welch eine Huld! Er kam herab, daß er ein Knecht und bis ins Grab für uns ge= horsam würde. Schuldlos litt und trug der Sohn, was uns die Geseke drohn, und unsrer Strafen Bürde. 3. Gesegnet wird mit Gnad' und Heil, wer nur auf Jesum bauet; der Himmel selbst wird dessen Theil, der gläubig ihm Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. vertrauet. Durch Christum segnet wohl freundlicher dein Herz, Gott uns nun; denn er ward o Jesu, seyn? Mensch, uns wohlzuthun und unser Heil zu gründen. Oder wundervollen Huld! denn er starb für unsre Schuld, für aller Menschen Sünden. 90 4. Ihn preise seine Christenheit für solche große Güte. Sie fleh' ihn, daß er allezeit vor Sünden uns behüte. Er wende von uns jeden Wahn, der unsre Seelen blenden kann, damit er uns nicht schade. Dies, Erbarmer, bitten wir, Vater, Sohn und Geist, von dir! Erhalt uns deine Gnade! 129. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, den Heiland, den der Himmel preist, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin er kam, und menschlich Wesen an sich nahm, damit sich seiner Treue die ganze Welt erfreue. 2. Willkommen, Held aus 128. Lobt Gott, ihr Davids Stamm, dy König aller Christen, all' zugleich auf seinem höchsten Thron, der heut' auf schleußt sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn! Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm! ich will dein Lob vermehren; ich will dir all' mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß, und wird ein Kindlein Elein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. O wie ist deine Huld so groß! ich kann sie nimmer fassen. Du hast dich aus des Vaters Schooß zu uns herabgelassen. Hier wartete dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, der Menschen Heil zu werden. 3. Er äußert sich all' sein'r Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding'. 5. Heut' ist des Paradieses Thor uns wieder aufgethan; der Cherub steht nicht mehr davor. Kommt, kommt und betet an! 4. Er wird ein Knecht, und ich ein Herr; das mag ein Wechsel seyn! Wie könnte doch Jesu Sendung und Geburt. 4. O große That! o Wunder- mel. Von Gott will ich nicht laſſen. nacht, von Engeln selbst besungen! du haft den Mittler uns gebracht, 130. Mit Ernst, o der Leben uns errungen. In Menschenkinder, bereitet euch dir erschien der starke Held, der dem Herrn! Er kommt, das Alles schuf und noch erhält, der Heil der Sünder; er rettet ſie Freund der Menschenkinder, des so gern! Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben Todes Ueberwinder. 5. O du, des Vaters einges Kind, du Hoffnung aller From men, durch den nun Gottes Kinder sind, die dich, Herr, aufgenommen, komm', Jesu, in mein Herz hinein und laß es deine Wohnung sepn. Dabin geht mein Verlangen, dich würdig zu empfangen. 91 6. Du, deß sich meine Seele freut, mein höchstes Gut, mein Leben, was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zu eigen hin; mich soll kein Glück, kein Leiden von deiner Liebe scheiden. versprochen hat zu geben; ihr tönnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seelen! seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in fein Reich; verabscheut und verlasset, was euer König basset; vertraut ihm, beffert euch! 3. Ein Herz, das Demuth liebet, das will der Herr erhöhn; ein Herz, das Hochmuth übet, das wird zu Grunde gehn. Ein Herz, das lauter ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit; zeuch in mein Herz hinein; o komm' mit deinem Segen! Ich harre dir entgegen, mich ewig dein zu freun. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen. O hilf mir deine Freundlichkeit stets preisen in der Gnadenzeit, und ewig dich dort oben mit allen 131. Dies ist der Tag Sel'gen loben! der Fröhlichkeit, den Gott felbft 1 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. hat erforen; dies ist die gna= 3. Was hast du unterlassen denreiche Zeit, da Jesus ward geboren. Drum singen heut' wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! zu meiner Seligkeit, da über alle Maaßen mich drückte Schmerz und Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 2. Heut' hat der Herr den Sündenstand der ganzen Welt gewendet, und gnädig zum Erlösungspfand ihr seinen Sohn gesendet. Drum singen heut' wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 3. Wer wollte denn sein Herz wohl heut' zur Fröhlich keit nicht lenken? den Anfang seiner Seligkeit mit Andacht nicht bedenken? Drum singen heut' wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 4. Ich lag in schweren Banden; du kommst und machst mich los. Ich stand in Schmach und Schanden; du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, schenkst große Güter mir, die nimmer sich verzehren, und bleiben für und für. 92 Mel. Valet will id) dir geben. 132. Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, zünde dein Licht im Herzen an, damit ich recht ergründe, was dich erfreuen kann! 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin; und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Es soll mein Herz dir grünen in stetem Lob und Preis; dir soll es ewig dienen, so gut es kann und weiß. 5. Nichts, Nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als dein getreues Lieben, womit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht mehr; zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'! O sehet auf! ihr habet den besten Helfer nah'; der eure Seele labet, der treue Freund ist da. 7. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie Jesu Sendung und Geburt. decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb' und Theil. 8. Laßt eure Feinde drauen, und weichet nicht zurück! Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er schnöder Sündenluſt. kommt, ein König, dem alle Macht und List der Hölle viel zu wenig zum Widerstande ist. 9. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und sel'gem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, du Sonne, und führ' uns all' zugleich zu ewger Freud' und Bonne in deinem Friedensreich! Mel. un komm, der Seiden. 133. Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat! 2. Was der alten Våter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und noch mehr als sie erbat, ward erfüllt nach Gottes Rath. Thron. Gottes Sohn, o Sünderwelt, hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte selbst dir eine Bahn auch in meinem Herzen an. 5. Seuch, du Ehrenkönig, ein; es gehöret dir allein. Mach' es, wie du gerne thust, rein von 93 6. Wie du voller Sanftmuth tamst, Aller Sünde auf dich nahmst, segne mich auch jederzeit deine milde Freundlichkeit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und hilflos bin, daß ich auf der Glaubensbahn treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, herrlich wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn, und gerecht vor dir bestehn. mel. Lobt Gott, ihr Christen all. 134. O Jesu Christe, Gottes Sohn, wie kommst du doch zu mir von deinem hohen Himmelsthron? Wie dank, wie dank ich's dir? 2. Ich bin's nicht werth, daß du mich liebst, o großer Himmelsfürst, mir solche Freud' und Ehre giebst, ja felbst mein eigen 3. Hier ist mehr als Davids Sohn; unvergånglich ist sein wirst. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. Ach komm', du edler Kind, dem alle Engel dienen, Gottesheld, komm' in mein bringt Licht in meine DunkelHerz hinein! du Heiland dieser| heit; und dieses Welt- und ganzen Welt, du willst mein Himmels Licht weicht hunderts Bruder seyn. tausend Sonnen nicht. 4. Sei mir willkommen tausendmal, du werther Freund und Gast in diesem armen Thránenthal! Du bringst mir Freud' und Rast. 2. Schau' hier, schau' hier, o meine Seele, in Bethlehem dies kleine Haus. Von da, aus dieser dunklen Höhle, ging Licht für alle Zeiten aus. Es treibet weg der Hölle Macht; es strahlt in deiner Leiden Nacht. 5. Gerechter König! gieb mir doch Licht und Gerechtigkeit; nimm weg von mir das Súndenjoch, Stolz, Erdenlust und Neid! 94 6. Laß Gnade nun für Recht ergehn, gieb Friede nach dem Krieg, und, muß ich einen Kampf bestehn, verleih' mir Kraft und Sieg! 7. Mit Demuth schmücke du mich fein, und gieb mir deinen Sinn! O Herr, ich will dein eigen seyn; nimm meine Sünden hin! 3. Es strahlt herab von Himmelshöhen, und bringt dir Himmelsseligkeit. Wenn Sterne, Sonn' und Mond vergehen, ja durch die ganze Ewigkeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 8. Auf! machet Bahn, der Held kommt an! Auf, macht die Thore weit. Es danke, wer nur danken kann! Jeßt ist es Dankens Zeit. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebes Licht. Mit Gott mußt du es treulich meynen; sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen ihren Schein, so darfst du nicht mehr dunkel seyn. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst. Sei meinem Herzen Licht und Wonne, und Mel. Ich will dich lieben, meine. 135. Dies ist die Nacht, lehre mich die sel'ge Kunst, wie da mir erschienen des großen ich, des Weihnachtglanzes voll, Freundlichkeit. Das in deinem Lichte wandeln soll. Gottes Jesu Sendung und Geburt. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 136. Den die Engel droben mit Gesange loben, der ist nun erschienen, liebend uns zu dienen, ja für uns sein Leben in den Tod zu geben. 2. Arm ist er geboren, uns, die wir verloren, mit sich selbst zu füllen, unsre Noth zu stillen, und mit Himmels- Gaben unser Herz zu laben. 3. Freut euch seiner, Alle! Singt mit lautem Schalle! Jauchzt, ihr Cherubinen und ihr Seraphinen! Himmel und die Erde seines Ruhms voll werde! 4. Du auch, meine Seele, seinen Ruhm erzähle! Sing ihm Freudenlieder, opfre dich ihm wieder! Preif ihn, den dort oben alle Engel loben! Mel. Lobt Gott, ihr Christen all. 137. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigfeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 95 3. Im Fleische wird Gott offenbar Geheimniß hehr und groß! Der in des Vaters Schooße war, den trägt Mariens Schooß. 1 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir! du wirst ein Mensch, wie ich, daß ich mit Gott sei, Gott mit mir. Wie sehr beglückst du mich! 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst mir Rath und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, du Heiland aller Welt. 6. Was mir zum Seligsein gebricht, schafft deine Lieb' auch mir, Versöhnung, Leben, Kraft und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Demuth, Herr, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist! Mel. Wir Christenleut hab'n. 138. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 96 ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil; thu' täglich Buß, und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, der Herr, Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beiſpiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottes Sohn, bekleiden, speisen, trånken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern; und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah, Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! mel. Vom Simmel hoch da komm. 139. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Sion, kommt zu dir! ,, Ich komm', im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu' ich gern." Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! Jesu Sendung und Geburt. 97 6. Herr, der du Mensch ge- Licht. Gott, der uns nicht verboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet' auch ich, mein Heiland, an. stößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vater- Triebe sein Herz uns zugeneigt! Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 8. Gedanke voller Majestát! du bist es, der das Herz er= höht. Gedanke voller Geligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, ent= bált sich seiner Macht, verläugder sie erhält. Was zagt der net Himmelsfreuden, bis er Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euren Lobgesang! erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er aus Erbarmen, wird Licht und Trost uns Armen. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du Freund der Menschenkinder! verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb unfern Seelen Rub'; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden! gieb Muth und Kraft dazu! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 140. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und 98 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 6. Dich wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beßres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und Nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen vollkommen selig seyn. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften all. 141. Er kommt, er kommt, der starke Held voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 3. O Liebe, Liebe, deines Gleichen ist in der ganzen Schöpfung nicht. Kein Lobgesang kann sie erreichen, nicht was der Engel Zunge spricht. Des Himmels Herrlichkeit verlaffen, um hier verfolgt, erwürgt zu seyn, wer kann die Huld, die Demuth fassen? So lieben kann der Sohn allein. 4. Ach daß wir ganz in Liebe brennten zu dir, dem Herrn in Knechtsgestalt! Ach daß wir besser danken könnten! Die wärmsten Herzen sind zu O Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 142. Wie sollen wir dir, falt. mögt uns doch dein Geist entzünden! gåbst du uns göttliches Gefühl! Kein Mensch tann würdig sie empfinden, die Liebe ohne Maaß und Ziel. Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, ist unaussprechlich, ohne Schranken; du giebst den Sohn aus deinem Schooß. Du sendest uns den Eingebornen von deinem Thron zum Staub herab, zu uns Gefallnen, uns Verlornen, und weihest ihn für uns dem Grab. 5. Nun wissen wir, Gott voll Erbarmen, daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen führt uns Erlöste Jesus Christ. Nun fließt ven 2. Wer kommt? wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's; lobsing' ihm, Welt! dir wird dein Heil gebracht! 2. Frohlocket ihm! Er steigt hernieder, ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu seyn; er nennet Sünder seine Brüder, und macht sie von der Sünde rein. Damit wir wieder Gott gefallen, vergießet er sein theures Blut; er bringt Unsterblichkeit uns Allen, und Lieb' ist Alles, was er thut. 3. Dir, Menschgewordner, singen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir der Erde Lobgesang! Jesu Sendung und Geburt. dir nur Hell und Leben, nur Himmelsseligkeit von dir. Der Gott, der seinen Sohn gegeben, giebt mit dem Sohn auch Alles mir. 6. D habe Dank für deine Liebe! Ich lebe dir allein, mein Heil! Wer jest, auch jest noch Sünder bliebe, Gericht und Elend wär' sein Theil. Denn auf den Wolken wirst du kommen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, die Sünder richten, und die Frommen er höhn zu dir an deinem Thron. 99 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder haffen, noch fie búlflos laffen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Netter schaun. Heil und ewig Mel. Jefu, meine Freude. 143. Jefus ist gekom- Leben wird er Allen geben, die men! Dankt ihm, seine Frommen! dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnådgen Willen an uns zu erfüllen. ihm hier vertraun. Er ward hier versucht wie wir; überschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! feid, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth; preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben, durch ein göttlich Leben! Mel. un lob, mein Seel', den. 144. Vom Grab', an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor € 1 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. zum Himmel schallen. Dir dein Volt im Staube bringt! opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu seyn! Uns ist das Kind gegeben, geboren uns der Sohn; mit ihm erscheint das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne, und schauen deine Majestát. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre, Herr, unser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre! dem Weltversöhner Dank! 100 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durch's Leben bis an's Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Sünde und der Sterblichfeit! Nicht länger ist ver Mel. Ullein Gott in der Söh' sei. schlossen der Eingang zu der 145. Laßt uns mit ehrHerrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ewger Sohn. Nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort; hier sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. furchtvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest bes gehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 4. O du, dem jeßt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd' ihm Jeſu Sendung und Geburt. 101 gleich gesinnet. Wer nicht, wie 3. Kinder des Vaters, erer, gesinnet ist, der ehrt ihn foren, ihn liebend zu ehren, nicht, ist nicht ein Christ. Der haßten mit Bitterkeit sich an Herr erkennt die Seinen. der Gottheit Altären. Jesus erschien! und es ward Friede durch ihn, Friede! Singt's laut ihm zu Ehren. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken! ja, laßt uns frohe Geber seyn, und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, der Flehn erhört, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Schritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte gleich ihnen geweint, hatte gleich ihnen gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn uns erbarmend, durch ihn uns gegeben. Bis das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dort meinen Netter ich sehe, ihn mit den Schaaren Vollendeter preisend erhöhe! Danket schon hier, selige Brüder, mit mir! Ehre sei Gott in der Höbe! M. Lobe den Serren, den mächtigen. 146. Ehre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren. Laffet uns singen, o Brüder! uns hat er erkoren, hier schon uns ſein, seiner Erbarmung zu freun. Uns ist der Heiland geboren. mel. Wie schön leucht't uns der M. 2. Schatten und Dunkel be- 147. Es jauchze heut' die deckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Schafe, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. ganze Welt! Ein Mittler kam der Sünderwelt! Gott in der Höh' sei Ehre! Froh war der Tag, da er erschien; vom Himmel ber besang man ihn:„ Gott in der Höh' sei Ehre! Friede, 102 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Friede soll auf Erden wieder werden; Wohlgefallen bringt der Menschensohn uns Allen." 2. O arme Menschheit, die du weinst! das Wort ward Fleisch und wohnte einst hier unter deinen Söhnen. Er sah die Noth und sieht sie noch; blick nur auf ihn, und nah' dich doch zu ihm mit deinen Thränen! Niemand, Niemand hat den Willen, sie zu stillen, so im Herzen; er, er heilet deine Schmerzen. Mel. Vom Simmel kam der Engel. 148. Empor zu Gott, mein Lobgefang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da. Lobsinget ihm! Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, in's Vaterland. 4. Er, der dort oben herrlich thront, hat unter uns ein Mensch gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgefang! Er, dem der Engel Lied erflang, der hohe Freudentag ist da. Ihr Christen, singt: Hallelujah! 5. Jesu Wandel auf Erden. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Vorbild bist du mir; o bilde mich nach dir, du, mein Alles! 149. Heilger Jefu, Heil- Jefu, hilf du mir selbst dazu, daß ich auch heilig sei wie du! gungs- Quelle, wie strahlt dein Glanz so rein und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Seraphinen, die Heiligkeit der Cherubinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein 2. Stiller Jesu, dessen Leben dem Willen Gottes ganz ergeben, der bis zum Tod' gehorsam war, lehr auch mich des Vaters Willen still und ergeben zu si Jesu Wandel auf Erden. erfüllen, ihm zu gehorchen immer- tüchtig sei zu deinem Reich! dar! mach'dir mich gleich gesinnt, Ach zeuch mich ganz zu dir, wie ein gehorsam Kind, stille, und lebe selbst in mir, treuer stille! Jesu, hilf du auch mir Heiland! Jesu, hilf du auch dazu, daß ich sei fromm und mir dazu, daß ich bei dir einst still wie du! finde Ruh'! 3. Gútger Jesu, o wie milde, wie ähnlich deines Vaters Bilde, mel. Schmücke dich), o liebe Seele. wie liebreich warest du gesinnt! 150. Vorbild wahrer Deiner Güte Glanz scheint Allen; du richtest freundlich auf, die fallen; du suchest, die verloren sind. O neig' auch meinen Sinn zur wahren Liebe hin, die nicht wanket! Jesu, hilf du mir selbst Menschenliebe, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden, und für sie sogar dein Leben in den Tod dahindazu, daß ich auch gútig sei zugeben. Wo ist Jemand, der wie du! die Größe deiner Lieb und Huld ermesse? 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, auch an Frevlern Wohlthun úben, das heißt, Menschen göttlich lieben. 4. Sanfter Jesu, wie geduldig trugst du die Schmach, und littst unschuldig, und sprachst kein Wort der Drohung aus! Wer kann deine Sanftmuth messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer für des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih' mir Sanftmuth und dabei heilgen Eifer! Jesu, bilf du auch mir dazu, daß ich sanftmüthig sei wie du! 103 5. Jesu, du, mein Heil und Leben! du wollest selbst die Kraft mir geben, zu werden deinem Vorbild gleich! Gieb, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, und 3. O du Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heilgenommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 104 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich hin zu dir zu locken, war, mit Schwächung deiner Kräfte, stets dein seligstes Geschäfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen ab-= mel. Wie wohl ist mir, o Sreund. zuwenden, unter frecher Mörder 151. Dein Leben, Jefu, Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, wie ein Missethäter starbest, und uns ewges Heil erwarbest! war auf Erden voll Liebe, Liebe jede That. Ein Opfer für die Welt zu werden, war dein erbarmungsvoller Rath. Ihn zu vollziehn, gingst du mit Freuden den Weg des Todes, trugst die Leiden, die dir der Feinde Wuth gedroht; warst selbst ein Retter deiner Feinde, ein Beistand deiner schwachen Freunde, und liebtest sie bis in den Tod. 2. Selbst in den grauenvollen Stunden, da du den Kelch des Todes trankst, und bei der Qual, die du empfunden, bestürzt zur Erde niedersankst, auch da ermanntest du dich wieder, um deiner sorgenlosen Brüder Erinnerer und Schuß zu seyn. Du trugst mit Nachsicht ihr Versehen, und eiltest, ihnen betzustehen, und von Gefahr sie zu befrein. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten, und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Sport und Hchne deiner Liebe Schmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heilgen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Sweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilge du auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden ähnlich deinem Bilde werden! Jesu Wandel auf Erden.e 3. Mit welcher göttlich großen du weit minder deine Wunden Treue verziehest du dem schwachen und deines Herzens Kümmerniß. Freund, als er, gemartert von der Reue, so bitterlich den Fall beweint! Dein Blick voll Majestát und Gnade rief den Verirrten von dem Pfade des Leichtsinns und der Sicherheit. Bei deiner eignen Pein den Schwachen durch sanften Zuspruch stark zu machen, war für dich Trost und Seligkeit. 4. Du hängst am Kreuz. Die Frevler haben, o Heiligster, mit bittrer Wuth die Händ' und Füße dir durchgraben; aus allen Adern strömt dein Blut. Doch du, voll Huld in deinen Mienen, flehst laut: Vergieb, mein Vater, ihnen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Es strömt auf dich von tausend Jungen das schwarze Gift der Lästerungen; du aber schweigst, und rächst dich nicht. 5. Kein Schmerz erstickt die edlen Triebe der Zärtlichkeit in deiner Brust. Im Tode noch bist du die Liebe, und Wohlthun macht dir Pein zur Lust. Der Schächer fleht: Herr, denke meiner! Du hörst sein Flehn, erbarmst dich seiner, und öffnest ihm das Paradies. Nun, als ein Sünder heil gefunden, fühlst 105 6. Durch Angst und Nacht siehst du die Deinen und ihr zerrißnes wundes Herz; siehst sie untrófibar dich beweinen, und fühlest ganz der Theuren Schmerz. Du, dessen Qual kein Herz erweichte, dem Niemand einen Labtrunk reichte, sprichst Trost noch den Verlaßnen ein. Sie fühlen deines Trostes Segen; nun gehst du froh dem Tod entgegen, und trägst noch stiller deine Pein. 7. O Wunder der Erbarmung! Keiner von deinen Engeln liebt wie du. Von den Erschaffnen auch nicht Einer, o Welterlöser, liebt wie du. Des Himmels unnennbare Freuden verlassen, selbst dieTodesleiden, des Kreuzes tiefe Schmach nicht scheun, auch sterbend Feinde noch vertreten, um Gnad' und Rettung für sie beten kann eine Liebe größer seyn? 8. Mein Herz zur Liebe zu entzünden, erheb' ich mich nach Golgatha; der Feindschaft Trieb zu überwinden, erwäg' ich dann, was dort geschah. Sollt' ich nicht meinen Nächsten lieben? Ach! Einen nur könnt' ich betrüben, für den du littest, Jesu € 2 S Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Christ? Ich wollte nun nicht Auge sah, empfandst du tiefe auch mit Freuden Beschwerden Schmerzen. So hing an Gott für die Brüder leiden, für welche dein ganzer Sinn, und immer du gestorben bist? sahst du nur auf ihn. 9. Seh' ich im Geist dich, Heiland, bluten, denk ich an deine Todespein: so weck' in mir den Trieb zum Guten, den Trieb, ein Menschenfreund zu seyn. Hilf mir, wie du, den Feind erquicken, wie du, den Leidenden beglücken, wie du, der Armen Beistand seyn. So folgt mir der Erquickten Segen; einst eilen sie mir froh entgegen, sich über meinen Lohn zu freun. 106 Mel. Mach's mit mir, Gott. 152. Du Urbild aller Frömmigkeit, Herr, wer fann dich erreichen? Mit dir, der ganz sich Gott geweiht, ist keiner zu vergleichen. Auf deinem Wandel frei von Schuld ruht, Jesu, deines Vaters Huld. 2. Wer lebte treuer wohl als du für Gottes heilgen Willen? Das war dein Ruhm und deine Ruh', ihn freudig zu erfüllen. Nicht Ehr und Herrschaft war dein Ziel; du suchtest nur, was Gott gefiel. 3. Wenn irgendwo sein Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen; wenn Irrende dein 4. Jhn priesest du durch Wort und That vor aller Welt mit Freuden; du warst bereit, nach seinem Rath zu unserm Heil zu leiden, so daß, wie Gott die Liebe ist, du feines Wesens Abglanz bist. 5. Du zeigtest, daß des Frommen Noth ihn nie zum Bösen reize; du wardst gehorsam bis zum Tod', ja bis zum Tod' am Kreuze. Stets blieb Gott deine Zuversicht, und dein Vertrauen wankte nicht. 6. Auch als du riefft: Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen! auch da wußt' unter bitterm Spott dein Herz sich doch zu fassen; und was du hofftest, ist geschehn Gott ließ dich seine Hülfe sehn. - 7. Nun hat dich Gott, dein Gott, erhöht; ein Nam' ist dir gegeben, der über alle Namen geht, voll Kraft und Heil und Leben. Durch alle Himmel tönt dein Ruhm; die Herrschaft ist dein Eigenthum. 8. Dort wird auf ewig bei dir seyn, wer hier dir nachgewandelt; zu deiner Freude gehen Jesu Wandel auf Erden. ein, die hier, wie du, gehandelt. 5. Der Todte richtet, wo er O laßt uns Gottes Willen thun, und ganz in seiner Fügung ruhn. Mel. Tun danket all' und bringet. ruft, empor den starren Blick; auf sein Gebot giebt selbst die Gruft den frühern Raub zurück. 6. Ein wilder Sturm emport 153. Wer ist der Mann das Meer, die Woge schäumt - voll großer That, voll wunderbarer Kraft, der jedem Dulder, welcher naht, im Elend Hülfe schafft? und steigt; er dráut- da wird es still umher, und Sturm und Woge schweigt. 2. Wie drängt zu ihm die Menge sich voll Glaubens nah' und fern! Und Alles ruft: Erbarme dich! und Allen hilft er gern. 3. Den Kranken, der um Heilung fleht, heilt sein gewaltig Wort; der Lahme nimmt sein Bett und geht, verjüngt an Kräften, fort. 4. Dem Tauben öffnet er das Ohr; der Stummgeborne spricht; es weicht der Augen finstrer Flor, des Blinden Nacht wird Licht. 6. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 154. An des Mittlers Kreuz zu denken, in das Herz es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht. Wer mit Ernste seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet fich das Eitle nicht. 107 7. Wer ist der Mann voll großer Kraft, der solche Thaten thut, der jedem Dulder Hülfe schafft und nimmer säumt und ruht? 8. Das ist der Mittler Jesus Christ, du, der vom Himmelszelt aus Gottes Schooß ge= kommen ist zum Heiland aller Welt. 9. Wir glauben und bekennen nun, daß du der Heiland bist; denn Niemand kann die Thaten thun, wenn Gott nicht mit ihm ist. 2. An dem Abend wie am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude, in dem Schmerz, in der Einsamkeiten Stille, in dem lauten Weltgewühle, überall faß es in's Herz. 108 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. In des Lebens trüben Stunden, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich Nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. 8. Unter namenlosen Schmers zen bricht das heiligste der Herzen, und die Seele giebt er auf. Sieh' es, Welt, für die er búßet! Fließet, Wehmuthsthránen, fließet! Nichts verhindre euren Lauf! 4. Es ist jeder Tugend Spiegel, ist des höhern Lebens Siegel, fübret selbst zum Himmel hin. Gläubger Christen Schmuck und Würde, flößt es unter jeder Bürde Hoffnung ihnen in den Sinn. 5. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern des Eitlen mel. Christus, der uns selig macht. Reize und der Welt Vergnügen 155. hilf, Christe, auf. Stets entzünd' es deine Triebe zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt des Lebens Lauf. Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken! 6. Mit der Liebe beißem Sehnen, mit der Wehmuth füßen Thränen, Christ, empfinde Christi Leid. Schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle Freud' in Traurigkeit. 7. Doch woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missethat. Wegen unsrer Sündenschulden mußte Gottes Sohn erdulden, was kein Mensch empfunden hat. 9. Ja, mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenten, fei mir immer heilge Pflicht. An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herz einst bricht. 156. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit er= funden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet, all Sünd' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ges Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. schlachtet, allzeit erfunden ge- Herr bezahlt die Schuld, er, duldig, wie sehr du wurdest verachtet, all' Sund' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 6. Jch bin verderbt, befleckt von tausend Sünden. Wer kann 3. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden ge= duldig, wie sehr du wurdest verachtet, all' Sund' hast du bei Menschen einen Reinen getragen; sonst müßten wir finden? Was würd' ich, sollt' verzagen. Gieb uns deinen ich meine Sünden büßen, nicht Frieden, o Jesu! leiden müssen? 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, mit einemDornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeisselt, und, von Schmerzen schon entkräftet, an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach! unfre Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach! Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 109 7. große Lieb'! o Liebe, 157. Herzliebster Jefu, kaum zu fassen! auch mir zum was hast du verbrochen, daß man des Todes Urtheil dir gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du gerathen? Heil hast du dich martern lassen. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu' verbreiten? Kann ich sie dir, Beherrscher aller Welten, wohl je vergelten? 9. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe; so sei denn auch fortbin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 10. 3war ich vermag es nicht aus eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu beften. Drum gieb mir deinen 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schaafe. Der der Gerechte, für böse Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Fürst des Himmels wird am Kreuz geschmähet, der Staub erhöhet. 110 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 11. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, die Lust der Welt zu Liebe dir verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 12. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bångsten Todes Leiden von dir nicht scheiden. 13. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, dich mein nicht schämen. 14. Empfang' ich denn der einst vor deinem Throne aus deiner Hand der Ueberwinder Krone: so soll dich besser unter Engelchören mein Loblied ehren. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 158. Jefu, beine tiefen Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in meiner Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; diese wehret meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich an der Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedenk ich an dein Leiden; dieses dämpft die wilde Gluth. Drohet der Versucher mir: ach so eil' ich, Herr, zu dir. Mich schüßt, daß er mir nicht schade, deines Todes Kraft und Gnade. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, und sich dem Verderben nahn: dann denk' ich der Marter Last, die du ausgestanden hast, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Ueber alles, was mich frånket, trösten deine Wunden mich. Wenn mein Herz an sie gedenket, fühl ich neue Kraft durch dich. Deines Trostes Süßigkeit mildert jedes bittre Leid. Ewig Heil ist mir ers worben; denn du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seg' ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, und sein Stachel schreckt mich nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringt mir Trost und Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 6. Hab' ich dich in meinem lang für alle deine Schmerzen, Herzen, Brunnquell aller Gútigkeit: so empfind' ich keine Erlöser, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, Schmerzen auch im lekten Kampf für dein unschuldig Sterben, und Streit. Glaubensvoll um- für deine Lieb' und Treu'. faß' ich dich; wer kann da verleßen mich? Wer in Christo 5. Herr, laß dein bittres Trost gefunden, der hat glück- Leiden mich reizen für und für, lich überwunden. mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier. Nie komm' Mel. Silf, Gott, daß mir's gelinge. es mir aus meinem Sinn, wie 159. Wenn mich die viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. Sünden tránken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und aller meiner Schulden Last am Stamme deines Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maaßen! Mein Herz, betracht' es recht. Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden durch Jesu Mittlerstod. Durch ihn bin ich vom Fluch befreit, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum fag' ich dir von Herzen jeßt und mein Lebens 111 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt, und dem Erempel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn' Eigennuk und Heuchelschein, und, wie du's mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 8. In meinen leßten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau'; stärk meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'! 112 m Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. An Wasserflüssen Babylon. groß, du legst den in des Grabes Schooß, vor dem die Felsen beben. 4. So lang' ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht laffen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen faffen. Du sollst seyn meines Lebens Licht; und wenn dies Herz im Tode bricht, sollst du mein Herz verbleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigenthum auf ewig ganz verschreiben. 5. Ich will von deiner Freundlichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Lebensbach soll sich nur dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 160. Ein Lamm geht hin, und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder. Es geht und tråget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, folgt seinen Würgern ohne Zwang, begiebt sich aller Freuden; es duldet willig Hohn und Spott, und Angst und Wunden, Kreuz und Tod, und spricht: Ich will's gern leiden. 2. Dies Lamm ist Jesus, unser Freund, der Heiland unsrer Seelen; ihn wollte Gott, der Sünde Feind, zum Sünden tilger wählen. Er sprach: Bersöhne sie, mein Kind! die Menschen, die gefallen sind in Sünde und Verderben. Die Straf ist schwer, das Elend groß; du kannst und sollst sie machen los durch dein Verdienst und Sterben. mel. Welt, ich muß dich. 3. Ja! sprachst du, dies fei 161. D Welt, sich hier unser Bund! Mich magst du dein Leben am Stamm des für sie schlagen; mein Wille Kreuzes schweben; dein Heil hängt an deinem Mund; ich sinkt in den Tod. Der große will die Sünden tragen. OFürst der Ehren läßt willig Wunderlieb', o Liebesmacht! du kannst, was nie ein Mensch gedacht, des Höchsten Sohn uns geben. Liebe, Liebe! du bist fich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße! mit Blut und Codes Jefu Lelden, Lob und Begräbniß. schweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Todes schmeckt. 3. Wer hat dich so zer: schlagen? Wer ist's, der diese Plagen auf dich geleget hat? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder; du bist ganz rein von Missethat. 4. Ich bin's, ich sollte büßen; ich hätte leiden müssen, was du gelitten hast. Die Geißeln und die Banden und was du aus gestanden, war alles meiner Sünden Last. 5. Du stellst dich dar zum Burgen, ja läsfest dich erwürgen für mich, für meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Hoch bin ich dir verbunden, mein Heil, zu allen Stunden für deine Angst und Pein. Was Seel' und Leib vermögen, das will ich dankbar legen an deinen Dienst und Ruhm allein. 7. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben; Eins aber will ich thun. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seel' sich scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 113 8. Ich will's vor Augen sehen und mich daran ergößen, ich sei auch wo ich sei. Es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld, und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Trew'. 9. Wie strenge Gott Verbrechen an denen werde rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinen Leiden sehn. 10. Ich will dabei bedenken, wie ich mein Herz soll lenken zu stillem, sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 11. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 12. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 13. Dein heiliges Versöhnen, dein Angstgeschrei und Stöhnen spricht Muth im Tod' mir zu; getrost geb' ich am Ende den Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. Geift in deine Hände. Du zu prangen mit höchster Ehr führest ihn zur ewgen Ruh'. und Zier, doch jekt von Schmach umfangen, gegrüßet seist du mir! 2. Wie viel hast du erduldet, Mel. Wenn mein Stündlein vorh. 162. Ich danke dir für erhabner Menschensohn, als du deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner leßten Noth empfandst in deinem Herzen. Laß das Verdienst von deiner Pein ein Labfal meiner Seele seyn, wenn meine Augen brechen! so unverschuldet empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du, zur Tilgung meiner Schuld, dein Haupt am Kreuz geneiget. O neig' dich auch zu mit, mein Gott, mit Trost in meiner leßten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke! 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? 4. Nun was du, Herr, ers duldet, ist alles meine Last. Jch, ich hab' es verschuldet, was du getragen bast. Schau' her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat. Sieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! mel. Serzlich thut mich verlangen. 163. Haupt voll Blut 5. Erkenne mich, mein Hüter! Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit wundervollem Trost, dein Geist und Wunden, voll Jammer, Schmach und Hohn! O Haupt, zum Spott umwunden mit einer hat mich begabet mit reicher Dornenkron'! O Haupt, so werth,| Lebenskost. 114 3. Erhalt in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sei dein theuerwerthes Leiden! Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dabin, wo du bist, auf daß ich bei dir lebe! Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 115 6. Ich will hier bei dir stehen; ich glaubensvoll fest an mein verwirf du mich nur nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. mein Haupt wird erblasſen im 164. Jesu, meines Lebens letten Todesstoß, alsdann wollst du mich fassen in deinen Arm und Schooß. Leben, Jesu, meines Todes Tod, der für mich sich hingegeben in die tiefste Seelennoth, du, der lieber wollt' erblassen, als mich im Verderben lassen, tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinen Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach mögt' ich einst mein Leben, begnadigt, Herr, von dir, in deine Hände geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o du mein bester Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! O gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', und, wenn ich einst er= falte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, fo tritt alsdann zu mir. Wenn mir am allerbängsten wird um mein Herze seyn, so reiß mich aus den lengsten fraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzes- Noth. Da will ich nach dir blicken; da will 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, längst hast du dein Wert vollendet, wegzuthun die Missethat. Doch in den Gedächtnistagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Theurerlösten dir tausend, taus send Dank dafür! 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan; trugst, vergessend eigne Schmerzen, deine Menschen nur im Herzen. Tausend, tauſendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achtetest nicht Schmach noch Schande, mein Versöhner und mein Gott! Mich hast du der Noth entrissen, die mich 116 Gottes Werke und Gnadenwohltbaten. hätte treffen müssen. Tausend, fällt. Weg mit des Fleisches tausendmal sei dir, liebster Jesu, Lüsten! Der Herr trägt Qual Dank dafür! und Pein. Wie könnte unter Christen jest laute Freude seyn? 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenfron' erstritten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Mag auch die Welt voll Freuden hin zum Verderben gehn; ich will bei Jesu Leiden und seinem Kreuze stehn. D Heiland! deine Liebe trieb dich in Tod und Grab; so sterb' aus gleichem Triebe mein Herz sich selber ab. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthvollen Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. Herzen war mein Heil Beloh: 166. Geh' im Geist nach nung gnug. Trost in meinen leßten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Golgatha, Christ, zu deines Heilands Kreuze! Nimm zu Herzen, wie dich da seine Pein zur Buße reize. Härter ist dein Herz als Stein, wenn du hier kannst fühllos seyn. 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Ge winn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür! 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel schweben, wie das Blut in Strömen quillt, wie verrinnt das theure Leben! Jeßt, ach jeßt naht ihm der Tod; Seele, schaue diese Noth! 3. D Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hab' ich ver= schuldet, und du hast aus großer mel. Serzlich thut mich verlangen. 165. Weg, Welt, mit Huld Pein und Tod für mich deinen Freuden und dem, was dir gefällt! Ich seh' ießt nur die Leiden deß, der als Opfer erduldet. Daß wir nicht verloren gehn, läßt du dich an's Kreuz erhöhn. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 4. Ich kann nimmer, nimmer- und bis zum Tod am Kreuz mehr diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten würden viel zu wenig seyn zur Vergeltung deiner Pein. gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 5. Eins nur, eins weiß ich für dich. Ich will dir mein Herz ergeben; dieses soll be ständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen! Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen! Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder. Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Mel. Serzliebster Jefu, was haft. 167. Herr, starte mich. Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen. Laß mich dich, du höchstes Gut, immerdar vor Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur feliglich. 7. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden. Nirgends müsse mich der Tod als bei deinem Kreuze finden. Wer die Ruhstatt da sich macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! - 117 118 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben. Ogieb zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! mel. Serzlich thut mich verlangen. 168. Du, dessen Augen flossen, so bald sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn! wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist unter Menschenkindern ein Heiliger, wie er? Und doch bebt er gleich Sündern, und sinkt und trägt's nicht mehr. 3. Ach! wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, und doch sein starker Glaube im heißen Kampfe siegt! Schon naht der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zum Hohn' und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im heißen Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr hohngelächter. Sie drohn mit wil dem Ton: ,, Auf uns, auf Söhn' und Töchter komm' seines Blutes Lohn!" 5. Zur hohen Schädelstate trågt er sein Kreuz hinan. Sie Freuz'gen ihn! o bete, mein Geist, mit Wehmuth an! Noch höhnt in frechen Mienen sein Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: ,, Vergieb es ihnen!" und Mitleid bricht sein Herz. 6. Es bricht und matt von Kummer senkt er sein Haupt zur Ruh'; nun schließt des Todes Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze schwebt die Hülle; der Geist wird sanft entrückt dahin, wo ihn die Fülle des ewgen Lohns erquickt. 7. O Freund der Menschenkinder, hier liegen wir gebückt. Wie hoch hat uns, die Sünder, wie hoch dein Tod beglückt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank! Hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgefang! Mel. Serzlich lieb hab' ich dich. 169. Um Gnade für die Sünderwelt flehst du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod. Sünder Rotten. Dir blutet das Kraft, mein treuer Heiland, mir bedrängte Herz, wenn dein bei deinem Todes Schmerz die Frevler grausam spotten. Du siehst mit segenvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt, rufst, daß es Erd' und Himmel hört: Vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 4. Ist je mein Geist vom Troste leer, weil meiner Missethaten Heer auf's neue mich erschrecket: o dann versichre mich auf's neu', du stehest mir als Mittler bei, der alle Schuld be: decket. Jch blicke glaubensvoll auf dich, und freue deiner Hülfe mich. Und schließt sich meine Pilgerschaft, so stärke mich mit neuer Kraft; der letzte Kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. = 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, die selbst die Feinde segnet. Er hat durch Thränen und Gebet auch uns ein ewges Heil erfleht; er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, Preis deinem Tod! Preis deinem Tod! Gott ist durch dich der Sünder Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder nimmt Gott an: dies Glück hat deiner Fürsprach' 119 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz, dir meine Noth befehle. Besänftige mein wallend Blut; und flammt des Bornes wilde Gluth mein Herz zur Nachbegierde an: o so erinnre mich daran, wie du, mein Heil, am Kreuz erhöht, durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungs- Tod! Es bilde mich 120 Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. uns zu erretten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzu sterben. 5. Froh kann ich in's Todesthal schon im voraus sehen, Mel. Christus, der uns selig macht. und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bes zwungen. dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. D zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist das Haupt; wir folgen dir. Zeuch uns dir nach, so laufen wir, so werden wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach' ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du sein Heiland bist! 170. MeinErlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest, und, erhöht auf Gottes Thron, jeßt noch für mich bittest! welche Wohlthat ist für mich dein so bittres Leiden! O wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden? 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst, nach Gottes Rath, für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, littst, 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du hast's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden: o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden, daß du auch für meine Schuld bist am Kreuz gestorben, und zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz' hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die leßten Stunden. Wie du deines Todes Noth siegreich überwunden, o so bilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 121 Schmerz! Hier bing, den Mördern übergeben, am Holze Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld, empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie gethan. Der Göttliche, der größte Beter, fleht liebreich noch für Missetháter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß Mel. Wie wohl ist mir, o freund. 171. Begleite mich, o dich durch dieses Beiſpiel rühren, und bete dem Versöhner nach! Christ! wir gehen zum schmerzensvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwåg' an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich Nichts mehr trösten kann. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Sahl, der Herr dem. Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach! wird mein Aug' einst um die Meinen in meiner leßten Stunde weinen: so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod ihn schon umschwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weiten; erschrick' und zittre, frommes Herz! Sieh' deinen Retter, sieh' ihn streiten, 5. Frohlockt, bußfertige Verund werde ganz Gefühl, ganz brecher! Wer glaubet, kommt f 122 Gottes Werke und Gnadenwohlchoten. nicht in's Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht! Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. D Herr, laß vor des Todes Pforte einst diese troftesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen? Wie beuget ihn die Last so tief, die unfre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein mußt er verschmachten, war Gott nicht feine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, der den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schwes ren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht. Wort des Sieges! Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Er starb für uns, und wir sind sein. Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht; ich bin nun dein! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, o Weltversöhner, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du riefest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Nun war das Heil erwarb. große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt' er sanft fein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ; du hast ihn sterben sehn! Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn. Den deine Seufzer jest beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. Jefu Leiden, Tod und Begräbniß. Mel. O Traurigkeit, o Serzeleid. Idser, ist's mir der Weg zum Schauen. m Kreuz erblaßt, 9. Ich preife dich! Du liebst auch mich; du siehst es, wie ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 172. Am Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesqualen múde, findet mein Erlöser nun erst im Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz; und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. danismaine 13. Du rettest mich, und über dich gehn aller Trúbsal Wetter; sterben wolltest du für mich, göttlicher Erretter! smis). 173. 4. Du hast's gethan! Dich bet' ich an, du König der Erlösten; dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten.ns 15. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei für mich hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rath will ich voll Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. ni 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstan: den. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal werd' ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Er- befrein. 123 10. Vergeff ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. dah mel. Silf, Gott, daß mir's gelinge. in an dein Kreuz zu treten, in deinen Leiden dich voll Glaubens anzubeten, Verföhner, stärke mich! Laß mich mit Bittern und Vertraun, wie du dich für uns Sünder dahin gegeben, schaun! go) dan ian 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, bat Jesus dich geliebt! In heißen Mengsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, verhüllt das Angesicht! Jeßt ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht. Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu 1 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Ach Sünder, nehmt's zu mel. Silf, Gott, daß mir's gelinge. Herzen, bekehrt euch, werdet rein! Der Preis so vieler 174. Von Furcht dahin Schmerzen soll eure Rettung seyn. O nehmt an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil. geriffen, verläugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen; da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nie mehr beugen; für dich, Herr, floß sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 6. Jhr, eurer Brüder Feinde, ach! schlagt an eure Brust, seid aller Menschen Freunde, verdammt der Rache Lust! Ver- 3. Betrübt ist meine Seele, geltet euren Haffern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. erfüllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja in's Herz! Bekennen will ich es vor dir: Ich habe dich verläugnet; vergieb, vergieb es mir! 7. Noch währen seine Qualen, noch trinkt er ohne Rast der Leiden volle Schalen, trågt unsrer Sünden Last, durchkämpft für uns die größte Noth; und nun ergreift den Müden der legte Feind, der Tod. 8. Vor seines Todes Schrecken erblaßt der Sonne Licht; die Engel Gottes decken ihr bebend Angesicht. Nun sinkt er in des Todes Nacht. Erbarm', o Gott, dich unser! Er stirbt; es ist vollbracht! se 124 5. Vernehmt's auch ihr, o Spotter, die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer Retter; hört für euch sein Gebet: ,, Sie wissen's nicht, was sie begehn! Vergieb, o Vater, ihnen, wenn einst sie zu dir flehn." 4. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 5. Ach rechne nicht zur Sünde mir diese Schwachheit zu! Die Reu', die ich empfinde, Erlöser, siehest du! Du schenktest Petro feine Schuld; bedeck' auch mein Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. Vergehen mit deiner Lieb' und Huld. 6. Laß diesen Schmerz der Reue mir unvergeßlich feyn. Ich will zu ewger Treue dir meine Seele weihn. Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und frei vor aller Welt bekennen, daß ich dein Jünger sei. Einst vor dem Vater im Gericht verläugnest du, mein Mittler, mich, wenn ich treu bin, nicht. 125 3. Lehre mich, wie du, so still und getrost zu leiden, und, wann Gottes Rath es will, freudig abzuscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe! 4. Dant, o Jesu, Dank sei dir für dein bittres Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel.Wer weiß, wie nahe mir mein. 176. Ah, sieh ihn dulmel. Christus, der uns selig macht. den, bluten, sterben! O meine 175. Mein Erlöser, auch Seele, fag' thm Dank! Sieh für mich gingst du hin zum Leiden, und begabst dich williglich aller deiner Freuden! Du sahst Banden, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne: doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Liebe drang! Ja, Dank dir, treuster Menschenfreund, der du's so gut mit mir gemeint! 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' erschienen war, gingst du gern zum Tode. Muthig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das. Blut aus deinen Wunden! und ach! es floß zum Heil für mich, und ruft auch jetzt mir trostvoll zu, du liebst mich, frommer Dulder, du. 3. So sollt es seyn; du mußtest leiden. Dein Tod macht 126 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Gottes Huld mir fund. Er ist für mich ein Quell der Freuden, ich bei dir bin. du vor mir hin; ich folge, bis duva ein Siegel auf den Friedensbund. 8. Was fürcht' ich noch des So wahr dich Gott zum Heiland giebt, so feste steht's, daß er mich liebt. Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab', mein Freund. Mag Staub auch meine Glieder decken, wenn nun des Todes Nacht erscheint! Der dir das Leben wiedergab, wälzt auch den Stein von meinem Grab'. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die Liebe bringt! Einst will ich dir's noch besser sagen, wenn dir mein Geist dort oben singt. Der Himmel selbst soll Zeuge seyn, und alle Sel'gen stimmen ein. 4. Dein bin ich nun, bin Gottes Erbe, seh' in sein Vaterherz binein. Wenn ich auch leide, wenn ich sterbe, kann ich doch nicht verloren seyn. Wenn Erd' und Himmel untergehn, bleibt ewig Gottes Gnade stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Zehre; ihr trau' ich fest in jeder Noth. Ich weiß, der Unschuld Eigentbum bleibt auch im Kampfe Preis und Fidi Mel. Warum betrübst du dich. Ruhm. 16. O Herr, dein Beispiel soll mich lehren, die Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, und thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt mich dazu; ach, wer verdient sie mehr, als du? 177. Schau' hin! Dort in Gethsemane klagt, trauert, bebt der Heiligste, und ringt mit Todesqual.. O sieh ihn weinen, beten, knien. Herb' ist der Kelch; doch trinkt er ihn. 2. Schau' hin! Dort geht er in's Gericht; sein blutbefloßnes Angesicht liegt vor dem Herrn im Staub'. Doch fleht der peinlich Leidende: Nicht mein, dein Wille, Gott, gescheh'! 7. Nie will ich mich an Feinden rächen auch dies lern' ich, mein Heil, von dir- nie Gottes Schickung wider- 3. Schau' hin zum Delberg, sprechen, wär' sie auch noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst wenn die Lust der Eitelkeit in deiner Brust sich gegen Gott Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. empört! Ach sieh', die Arbeit jener Nacht hat deine Sünde ihm gemacht. 4. Schau' bin, wenn bei des Leidens Schmerz dein mattes, jammervolles Herz in Thránen sich ergießt! Auch in der Nächte dunklem Graun, Christ, lerne deinem Gott vertraun. 127 Mel. Mein Jesus lebt, was soll ic. 178. Golgatha, zu deinen Höhen erhebet dankend sich mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Lieb' und Pein ihm meine ganze Seele weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod' als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, dein Tod von deiner Göttlichkeit. 3. Nur Segen hast du hier verbreitet, oft Nächte betend durchgewacht, die Sterblichen zu Gott geleitet, und treu dein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun ein Christ, der, Herr, dein Beispiel nie vergißt! 5. Schau' hin! Nach Labung dürftest du, du wünschest Heiterkeit und Ruh'. Er, er errang sie dir. Nun läßt der Richter 4. Froh feierst du die große auf dein Flehn vor dir den Stunde, da du zu deinem Vater Kelch vorübergehn.gehst, und noch mit schon er6. Schau' hin, wenn einst blaßtem Munde voll Großmuth das Grab dich schreckt, und für die Feinde flehst, den sterkalter Schweiß die Stirn' be- bend segnest, der dich schalt, dein deckt! Sein Trauern, seine Wohlthun dir mit Haß vergalt. Qual, sein Flehn, sein Ringen mit dem Tod versüßt dir deine lekte Noth. 5. Auf die, die weinend um dich stehen, strömst du der Freundschaft Segen aus, sprichst glaubensvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus, strömst bohen Muth und Trost und Ruh' den tiefge= beugten Seelen zu. 6. Du siehst auf die vollbrachten Thaten als Aussaat für die Ewigkeit, dankst Gott, durch den dein Werk gerathen, der bald dafür den Lohn dir beut, empfiehlst den Geist in seine Hand, und gehst getrost in's Vaterland. 128 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Geh' mit uns dem Opferlamme auf dem blutgen Pfade nach; zeig' uns an dem Kreuzesstamme feines großen Todes Schmach. Fließt sein Blut, sein heilges Blut, Geist des Herrn, so schaff' uns Muth! Hüll' uns ein in deine Flügel auf dem nachtbedeckten Hügel! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 179. Fall auf die Ge- 5. Seine letzten Worte schreibe meine nieder, Geist, der uns mit Feuer tauft! Alle sind wir Jesu Glieder, all' mit seinem Blut erkauft. Füll' uns mit der Andacht Gluth! Laß der Leidenschaften Fluth nicht des Herzens Rube stören; denn wir singen Gott zu Ehren. uns in's Herz mit Flammenschrift. Stårk uns, Tröster! bleibe, bleibe bei uns, wenn der Tod ihn trifft, wenn:„ Es ist vollbracht, versöhnt ist die Welt!" herunter tont, wenn wir sehen seine bleiche, falte, blutumfloßne kalte, blutumflosne Leiche!! 2. Stell' den Mittler unsers Bundes uns in seiner Schönheit vor; bring' die Reden seines Mundes mächtig vor des Súnders Ohr; führ' uns nach Gethsemane in das Allerheiligste, wo die Todesnacht ihn schrecket, und mit Schweiß und Blut bedecket! 3. Zeig' uns dann den Lebensretter unter seiner Mörder Schaar, wie er duldete die Spötter um sich her, wie groß er war, wie er falscher Zeugen Hohn, Purpurmantel, Dornenfron', Geißelschläge, Schmerz und Wunden hoch erduldend überwunden. 7. Erlöser, tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit, empfanden sterbend Seelenfrieden im Trost, den uns dein Tod verleiht. O schenke diesen Trost auch mir! Dir leb' ich, Herr, und sterbe dir. 6. O du heilige Gemeinde! blick zu deinem Haupt empor, zum Erlöser, deinem Freunde, den zum Retter Gott erfor! Welche Wonn' und Seligkeit schafft die tigkeit lebat stille Leidenszeit! Sie entreißt uns dem Getümmel, hebt den Vorhang von dem Himmel. 7. Leiden, wie der Mittler, leiden wollen wir zu Gott getehrt; sterben wollen wir mit Freuden, weil sein Tod uns sterben lehrt. Sehen werden wir dann ihn! Tod, o Tod, du bist Gewinn, bist ein Aufflug in die Hütten, die der Gottmensch uns erstritten! Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. ( Gemeine.) 180. Geist der Andacht, gehüllt. senke du dich in unsre Seele nieder! Sie erfülle Trost und Ruh'. Im Gesange frommer Lieder, in geweihter Pfalmen Chor strebe sie zu dir empor. ( Chor.) 2. Jesu Christi Sterbetag fei euch, Christen, ewig theuer! Weiht, was Lieb' und Dank vermag, ihm zu seiner Todes: feier! Eure Seele, still vor Gott, denk an ihres Mittlers Tod! 3. Diese Welt und ihre Müh', dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergesse sie. Tief gerührt von seinen Leiden schaue sie zum Kreuz empor; nur der Heilge schweb' ihr vor. ani( Gemeine.) 4. Zwischen Erd' und Himmel schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Brüder Wohl gelebt, Spott und Undank still geduldet, oft die öde lange Nacht im Gebet für sie durchwacht. 129 leids dringt in die Seelen, die ihn hassen. Selbst der ewgen Liebe Bild ist in Dunkelheit 6. Aber er, er murret nicht, will des Vaters Rath vollenden, weiß, die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden, hält getrost im Kampfe aus, führt sein großes Werk hinaus. ( Chor.) 7. Hocherhabner, Ewiger! vor dir werfen wir uns nieder. Preis dir, Unerforschlicher, daß für uns und unsre Brüder unsers Jesu Todesnacht Trost und Ruh' an's Licht gebracht! 8. Du gabst deinen eingen Sohn in den Tod; nun wird das Leben uns, als seines Todes Lohn, wenn wir treu sind, auch gegeben. O wie liebst du uns so sehr! Wir erzittern nun nicht mehr. ( Gemeine.) 9. Ja, Erbarmender, wir schaun hoffnungsvoll zu deinem Throne. Du begnadigst uns; wir traun dir und Jesu, dei5. Nun verschmachtet er und nem Sohne, leben dir und ringt, ach! von aller Welt ver- sterben dir. O wie hoch bes laffen. Kein Gefühl des Mit- glückt sind wir! 82 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 130 mel. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Ach! wer kann dein Leiden 181. Denkt mein Geist fassen, als du riefst: Mein Gott, an jene Stunden, da du, Jesu, für mich starbst, und durch deine Todeswunden Heil und Leben mir erwarbst; denk' ich, was du noch gesprochen, eb' dein liebend Herz gebrochen: dann bet' ich bewundernd an. Mögt' ich thun, wie du gethan! mein Gott, warum hast du mich verlassen? Doch mich tröstet deine Noth. Nun eilt Gott mir beizustehen, und erhört mein leßtes Flehen, wenn die bange Seele spricht: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 2. Der du unter Schmach und Schmerzen noch für deine Feinde batst, laß mich mit versöhntem Herzen auch verzeihen, wie du thatst. Gott die Rache überlassen, denen wohlthun, die mich hassen: solche Tugend lernt der Christ. Selig, wer dir ähnlich ist! 6. In des leßten Durstes Schmachten, ach wie schwer war deine Pein! Aber deine Feinde brachten dir zum Labsal Effigwein. Einst, wean Durst und Angst mich quälen, will ich dir mein Leid befehlen. Du erbarmest meiner dich; denn du dürstetest für mich. 3. Beßrung laß mich nicht 7. Doch in deinen Todesverschieben bis zum lekten schmerzen war dir Hülfe zugeLebenshauch. Laß mich leben, dacht. Endlich sank dein Haupt dich zu lieben; dann liebst du zum Herzen, und du riefft: Es im Tod' mich auch. Meiner ist vollbracht! Vater, Vater, wirst du dann gedenken, mir ich befehle deinen Händen meine zum Sterben Gnade schenken, Seele! Sanft und freudig war und mich mit dem Trost erfreun, dein Zod, und du gingest hin ewig dort bei dir zu seyn. zu Gott, 4. Eitler Sinnlichkeiten Reize feffeln meine Seele nicht; wird doch unter deinem Kreuze leicht und süß mir jede Pflicht. Herr, dein Vorbild soll mich lehren, Schwachen Hülfe zu gewähren, die Betrübten zu erfreun, der Verlaßnen Schug zu seyn. 8. Einst naht auch, von Gott gesendet, der Erlösung Stunde mir. Dann ruf' ich: Es ist vollendet! meinen Geist befehl' ich dir. Und du hörst mein legtes Gehnen, stillst auf ewig meine Thránen, führst mich nach des Lebens Pein zu des Himmels Freuden ein. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 182. Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn; dir, der so Mel. Es ist genug, so nimm. ruhig und entschlossen für mich 183. Ich bin erlöst! Es die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. sid floß des Mittlers Blut; er starb den Kreuzestod. Mit Gott verföhnt, empfind' ich Glaubensmuth; ich fürchte keine Noth. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, die Liebe glorreich überwunden. Ich bin erlöst! 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und, Herr, für deine Todeswunden mit Dank und Thränen dich erhöhn; will tief gerührt die Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfast, und nie aus Undank es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feierzeiten nicht unbenußt vorüber fliehn; ich will dich an dein Kreuz begleiten, und lauten Freuden mich entziehn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, dein Tod mein seligster Gewinn. Dir walle fanft mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin! 131 Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 4. Seid jeßt, seid mir auf immer theuer, Gethsemane und Golgatha! ihr Staten, wo die Welt die Feier der allergrößten 2. Ich bin erlöst! Es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch; ich komm' nicht in's Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden! der Vater läßt mich Gnade finden. Ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt in neuer Schöpfungspracht. Jch ruh', werd' ich in's Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen. Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst! In Frieden fahr' ich bin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum feligsten Gewinn; mein Retter Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ist mir nah', den Geist beim rücken näher die minuten, wo Abschied von dem Leben in's nicht mehr meine Wunden Land der Engel zu erheben. bluten; dann ist's vollbracht! Ich bin erlöst! jam longs and Mel. Da Jesus an dem Kreuze. 132 Mel. Es ist genug, so nimm. 185. Mit tiefer Ehr184. Es ist vollbracht! furcht bete ich am Kreuz, o Jeſu, Des Jammers letzter Ton wird lautes Siegsgeschrei. Vorüber ist erlittner Schmerz und Hohn und Angst und Tyrannei. Daß er noch mehr gemartert werde, vermag jetzt nicht die Macht der Erde. Es ist vollbracht! seh' ich dich für meine Schuld erblassen. Laß deiner Worte Gotteskraft mich tief zu Herzen fassen! 2. Dich traf der Feinde Hohn und Spott; da flehtest du: ,, Vergieb, o Gott! du 2. Die höchste Noth hat willst der Sünder Leben." endlich doch ihr Ziel, das sie mich treibe deiner Liebe Macht, nicht übersteigt. Der schwülste dem Feind' auch zu vergeben. Tag wird doch am Abend kühl; der Sturm des Lebens schweigt. Auf seines Elends höchsten Stufen hört Erd' und Himmel Jesum rufen: Es ist vollbracht! 1 3. ,, Noch heute sollst du dich erfreun, mit mir im Paradiese seyn!" sprachst du zum Sünderherzen. Sprich auch zu mir dies selge Wort in meinen Todesschmerzen! 3. An diesem Ziel, vor dem die Stärksten fliehn, wenn's aus der Ferne droht, erbarmet sich ein Engel über ihn, der gute Engel Tod; er nimmt ihn fanft auf seinen Flügel, und trägt ihn von dem Marterhügel in's stille Grab. 4. Getrost! getrost! auch wenn des Unglücks Fluth mich ohne Rettung fast, und trúg' ich, Herr, der Leiden heiße Gluth, die du getragen hast. Bald 4. ,, Sieh', Mutter, sieh', da ist dein Sohn! Ich bin des Jüngers großer Lohn." O welcher Trost im Leide! Gedenke, Herr, der Meinen auch, wenn ich von hinnen scheide! 5. Wie flehtest du für meine Ruh': ,, Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich, deinen Sobn, verlaffen?" In Todesqualen liebst du treu; drum will ich dich umfasſen. Jesu Leiden, Tod und Begräbniß. 6. Mich dürftet!" rufft du in dem Schmerz. Nach mir verlangt dein brechend Herz; ich falle dir zu Füßen. Laß, Herr, wenn meine Zunge lechst, mir deinen Trostquell fließen! 7. ,, Es ist vollbracht!" so sprach dein Mund; versiegelt ist der neue Bund, errungen ist mein Erbe. Ich finge froh: Es ist vollbracht! wenn ich mit dir einst sterbe.sich] o gam 8. Ruf mich zu deinen Siegeshöhn, daß ich mit dir kann freudig flehn an meinem letzten Ende: O Vater, dir befehl' ich nun die Seel' in deine Hände!" 9. Wo flieh' ich bin, wenn Alles weicht, wenn sich mein Tag des Lebens neigt? Zu dir, zur Gnadenpforte! zum Himmel führest du mich ein durch deine letten Worte. 133 sterben, ist der Herr bereit, hat schon Himmelserben Leib und Blut geweiht. Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 2. Die er liebt, entschliefen; er, der Eine, wacht. In der Seele Tiefen, um ihn ist es Nacht; doch auch Nacht verkläre dich, du Licht der Welt! Preist ihn, Sternenheere, hoch am Himmelszelt! Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 3. Was betrübt die Seele dir bis an den Tod? schufen eigne Fehle deine lekte Noth? Daß uns Friede würde, zagt dein treues Herz. Dein ist unsre Búrde, unser Heil dein Schmerz. Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 10. Wenn sich mein Pfad in Nacht verliert, mich deine Hand in Tiefen führt, den Glauben zu bewähren, laß dieser Worte tröstend Licht mir meine Nacht verklären! 4. Betend sinkst du nieder, und dein Engel naht, stärkt und hebt dich wieder. Drobe Mord, Verrath! Kelch der Segensfülle, Kelch der Todesqual! du bist Vaterwille, bist des Sohnes Wahl. Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erMel. Uch wir armen Sünder. 186. Auf zu frommer barm' dich unser! Feier nach Gethsemane! Christus, der Befreier, trinkt den Kelch voll Weh. Für die Welt zu 5. Herr, du rufft en Schwachen: Wachet, betet! zu. Hilf uns täglich wachen, Herligs 134 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ster, wie du! Hilf uns betend finden, was uns Frieden schafft, freudig überwinden, Herr, in deiner Kraft! Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 6. Laß in bangen Stunden, in der Nächte Graun deiner Seele Wunden, deine Nacht uns schaun! Mag das Herz uns brechen! laß mit dir uns still und ergeben sprechen: Wie mein Vater will! Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 3. Ihn auch hüllen Nächte, der das Licht mir schuf. Starr ist seine Rechte, stumm sein Friedensruf. Herz, du brachst in Liebe für die Welt, für mich; und gefühllos bliebe ich, dein Jünger, ich? Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! d 4. Feinde, Mörder zagen reuig, schuldbewußt, fliehn hinweg und schlagen sich an ihre Brust. Hat, o Herr, mein Leben deinen Tod geehrt? bin ich treu ergeben, deines Opfers werth? Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erMel. Ach wir armen Sünder. 187. Meine Seele bete! barm' dich unser! Gottes Heil ist nah'. Hisr ist 5. Daß uns Gnade krone, Himmelsstäte, hier ist Golgatha. Zu des Todes Pforte zieht, der ihn bezwingt. Seine leßten Worte spricht er, und vollbringt. Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! rufst du: Kommt zu mir! mittler, du! versöhne uns mit Gott, mit dir, mit dem eignen Herzen, mit des Schicksals Macht, mit des Lebens Schmerzen, mit des Todes Nacht. Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! 2. Ach ich weiß wohl, Sonne, was den Schein dir raubt. Christus, meine Bonne, hat 6. Naht der Geist des Bösen, geneigt sein Haupt. Felsen locken Herz und Welt du beben, Gräber; Todte stehen kannst uns erlösen, sieggeauf. Er, des Lebens Geber, schmückter Held! Uns auch hat vollbracht den Lauf. Herr, Sieg zu schaffen, gieb uns erbarm' dich unser! Erbarm' dich Kraft und Muth! gieb uns unser! Herr, erbarm' dich unser! Schild und Waffen! stark und - Jefu Leiden, Tod und Begräbniß. durch dein Blut! Herr, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! dich unser! Erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! Herr, erbarm' dich unser! lod 8. Bleib', ob Alles schiede, 7. Wenn auf heitern Auen deine Huld uns nah! unsers Lust der Welt uns droht, laß Todes Friede sei dein Golgatha! dein Kreuz uns schauen, deiner unser sei die Krone, die dein Liebe Tod! Wenn wir trostlos Blut erwarb! ewig bei dir wohne, weinen, laß du tröstend, mild wer dir lebte, starb! Herr, erdeinen Kelch erscheinen, deiner barm' dich unser! Erbarm' dich Treue Bild! Herr, erbarm' unser! Herr, erbarm' dich unser! abso 135 7. Jesu Auferstehung. 188. Christ ist erstanden 2. Herr, der du aus dem von der Marter alle. Deß solln wir Alle froh seyn. Christus will unser Trost seyn. Hallelujah! Grabe dringst, die Siegesfahne glorreich schwingst, auch mich weckst du zum Leben auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah! 2. War' er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen. Seit er auferstanden ist, loben wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! in 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß solln wir Alle froh seyn. Christus will unser Trost seyn. Hallelujah! mel. Erschienen ist der herrlich. 189. Früb morgens, da die Sonn' aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah! 3. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; und stürb' auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'! Hallelujah! 4. Er náhrt, er schüßt, er tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich bin, weil feines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! 5. Durch ihn bin ich mit Gott verföhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz, ermuntre dich! 136 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Gott und die Engel lieben mich. Hallelujah! Durch seiner Auferstehung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft, freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. Hallelujah! 7. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlik sehn, soll dich ein würdger Lob erhöhn. Hallelujah! 190. Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall. Er ist frei von Todes banden, der zu uns vom Himmel kam; und der Held aus Juda's Stamm, Jesus Christus, ist er standen. Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 3. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken; deine Pfeile sind nun stumpf. Vor dir bebten alle Wesen; doch der starke Gottesheld hat dir deinen Trok gefällt, und wir Menschen sind genesen, siegen nun durch Christi Streit. Freue dich, o Christenheit! 4. Jesus heilet unsre Plagen, wenn wir nirgends Hülfe sehn, lässet uns nach dreien Tagen freudig mit sich auferstehn, bricht hervor in unsern Herzen, überwindet Elend, Tod, Teufel, Welt und Sündennoth, giebt uns Trost in unsern Schmerzen, Wonne nach der Traurigkeit. Freue dich, o Christenheit! sidobo 5. Meinen Leib wird man begraben, aber doch auf ewig nicht. Neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben; irdisch wird es ausgesät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden des ergrimmten Todes Macht. Der im Grabe lag gebunden, hat die Freiheit uns gebracht. Die Verwesung in der Erden sieht der treue Helfer nicht, der des Grabes Ketten bricht. O laßt uns ihm dant- 191. Jefus, meine Zuverbar werden! Harf' und Psalter, seid bereit! freue dich, o Christenheit! sicht und mein Heiland, ist im Leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden sindaldo Jefu Auferstehung. geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 137 erhöhen. Irdisch wird mein Leib geså't, bimmlisch wird er auferstehen; zum Verwesen fällt er ein, dort wird er unsterblich seyn. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser lebt; warum sollte mir denn grauen? Läßt auch dieses Haupt ein Glied, das es einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm ver- Posaun' erklingt, die durch alle bunden, halt ihn mit des Glau- Gråber dringt. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus kennt euch, feine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn einst die bens Hand fest in meinen letzten 9. Lacht der finstern ErdenStunden, daß mich auch kein Kluft! Blickt hinauf in's beßre Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Staub bin ich, und muß daher einmal auch zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Dann liegt Schwachheit und Verdruß ewig unter eurem Fuß. Bibwel rom wird er mich erwecken aus der 10. Nur daß ihr den Geist Erden, daß ich in der Herrlich keit bei ihm seyn mög' alle Seit. erhebt von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Heiland lebt, dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herz jetzt da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn! 5. Dieser Leib, aus Staub gebaut, wird verklärt mich einst umgeben; Gott wird von mir angeschaut dort in einem bessern Leben; und in diesem Leib' seh' ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dann werd ich im hellen Licht seine große Lieb' erkennen, und mit voller Zuversicht ihn dann meinen Retter nennen, wenn er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit. 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er herrlich dort ELA Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 192. Mein Jeſus lebt! Mag ich doch sterben, hier steht mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Ich fürchte seinen Fluch nicht mehr. Mein Jesus lebt; sein Grab ist leer. 138 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Mein Jesus lebt! Er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil und Sieg errungen, und Alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt; denn sie vernimmt es: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; mit Freuden geh' ich in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort in's Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb', und leben sollt auch ihr! Mel. Christus, der ist mein Leben. 193. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben! Der Tod soll mir Mel. Valer will id) dir geben. nicht schrecklich ſeyn; ihm will 194. Job geh' zu deinem ich mich getrost ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Jesus ist und lebt. Grabe, du großer Lebensfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man tann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, und mit den Himmelserben in's Land des Lebens gehn. 2. Du hast nun überwunden der Feinde Macht und Spott. Wir haben Trost gefunden; mit uns ist unser Gott. flieht. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. 4. Schwing' deine Sieges: fahnen auch über unser Herz, und zeig' uns deine Bahnen vom Grabe himmelwärts! 5. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dort einst selig mit dir auch auferstehn. 3. Der Fried' ist nun erstritten; der bange Schrecken 6. Was kann uns nun noch schaden? Des Todes Pfeil ist stumpf. Wir sind bei Gott in Gnaden, und rufen schon Triumph! 2. Du ruhest in der Erde. Nun ist sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Geist nicht scheut, auch in den Staub zu legen den Staub, der mich beschwert, weil dir doch allerwegen die Erde angehört. 3. Du schläfft in deinem Grabe, und drückst, damit ich Ruh' im Schooß der Erde habe, auch mir Jefu Auferstehung. 139 die Augen zu. Nun soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. Grabesnacht, hast dein hohes Werk vollbracht, und der Feinde Wuth bezwungen. An dem Tag', da dies geschah, singen wir Hallelujah! 4. Dein Grab schließt Stein 21000 und Siegel, und du bist dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Macht entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der meinen Staub bedeckt; dann werd' ich dich erblicken, der mich vom Tod' erweckt. 2. Aus des Todes dunkeln Reichen steigst du siegreich heut' empor. Was kann deiner Krone Pow gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herr5. Du fährst zu Himmels- lichkeit, höchste Majestät, erschiehöhen und reichst mir deine nen. Welt und Himmel jauchzen Hand, daß ich dir nach kann da: Gott sei Dank, Hallelujah! gehen in's rechte Vaterland. 3. Neige beines Scepters Dort ist es sicher wohnen, wo Spike unsrer Ohnmacht gnädig lauter Glanz um dich. Da war- zu! Schrecken uns des Richters ten Himmelstronen in deiner Hand auf mich. Bliße, Gnädiger, so tröste du. Sind zuweilen wir verdrossen, Mittler, so vergieb die Schuld. Herrscher, richte mit Geduld über deine Reichsgenossen. Denn 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben in meiner leßten Noth, und meine Rubstatt machen in deiner Liebe Gruft. Da werd' ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. Name ruhet da. Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns Allen! o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos so wundergut und auf's lieblichste gefallen. Denn der Delzweig grünet da. Gott sei Dank, Hallelujah! Mel. Laffet uns den Serren preisen. 195. Ueberwinder, nimm die Palmen, die dir Zion heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen deinen großen Sieg besingt! Du hast dich emporgeschwungen aus der dunkeln Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Laß, o Sonne der Gerech- 3. Du, der du in den Himten, deinen Strahl in's Herz uns gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre selbst den Lauf; rufe fleißig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da. Gott sei Dank, Hallelujah! meln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, mit meinen Augen dich zu schaun. Gelobt sei Gott! 4. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. Gelobt sei Gott! 140 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so nimmt das kühle Grab nichts, als nur was irdisch, ab; und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da. Gott sei Dank, Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich. 196. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist. Gelobt sei Gott! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien'; als spräch' er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. Gelobt sei Gott! 5. Vor deinem Thron, in deinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, mit allen Frommen aller Zeit, soll ich mich freun in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 6. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebet uns das Christenthum! Mit dir ge= kreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. Gelobt sei Gott! 7. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. Gelobt sei Gott! 8. Er ist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist! Gelobt sei Gott! Jesu Auferstehung. 10 Leben. Welchen Trost in Todes197. Jesus lebt! mit ihm noth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, låstert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! fein Heil ist mein! sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten wider: streben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 141 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das mel. Laffet uns den Serren preiſen. 198. Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt! O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun mit Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! und ihr, seine Feinde, bebt! Hallelujah! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen; was er uns verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht. Uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlun gen, deine Schrecken sind ge 142 Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. dàmpft, deine Herrschaft ist be= kämpft, und das Leben uns errungen. Jauchzt, ihr Sterbenden! ihr lebt. Hallelujah! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zu Ehren leben; dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ehr' und Stärke, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Fluch und Sünde droht, rühmt's in eurer Todesnoth; und habt ihr einst überwunden, wenn er euch zu sich erhebt, rühmt es ewig: Jesus lebt! 2. Dein Leben in der Majeståt befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du hast unser Heil vollbracht, und von des ewgen Todes Macht uns Sünder hast erlöset? 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Sie: gel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret, hat deines Todes hohen Werth der Welt auf's herrlichste bewährt, da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! mein ist dein Sieg, dein Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ewges Heil zu geben, auch meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu verleihn, und mich zu Gott zu führen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu; befreie mich von Sünden; laß mich für meine Mel. Es ist das Seil uns kommen. 199. Bringt Preis und Seele Ruh' im Frieden Gottes finden. Erwecke deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aller Angst entnommen. Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte Jesu Auferstehung. nicht mehr decken. Denn wie ernster Stille! Nur wenig Tage du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier Andre noch bin, im Glauben an dich auferstehen; meinen Heiland wandeln, und jederzeit nach werd' ich sehen! deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wenn ich nun aufersteh', und dich, des Todes Sieger, seh', nicht angstvoll vor dir bebe. 143 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben; und du wirst ihn, wenn du erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß einst dies Glück mein Erbtheil sevn; so werd' ich bein mich ewig freun, du Todesüberwinder! werden's seyn, o dann empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Freude! Freude! Diese Glieder werden wieder Mel. un lob', mein Seel', den. 201. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet ihn an! Lobsing' ihm und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns Gott einst schauen der Frommen Vaterland. Mel. Wie schön leuchtet der M. 2. Froh führte seine Sonne 200. Triumph, Triumph, den festlich hohen Tag herauf. und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und unsern Staub erhöhte! Er überwand, er überwand! Nacht war um ihn und sie verschwand in belle Morgenrothe. Bebet! GeDa stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! des höhern Lebens bet, stolze Spötter, unserm Ret-| Quelle! mein Schild in jeder ter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre! Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab; sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. er lebet! Er lebt, und stirbt hin- lebt, daß das Herz vor Wonne fort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis an den Tod. bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt, dem, der starb und ewig lebt! 144 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! 202. Preis dem Todesüberwinder! Sieh', er starb auf Golgatha. Preis dem Heiliger der Sünder! Preis ihm und Hallelujah! Sieh', er starb auf Golgatha. Singt, des neuen Bundes Kinder- aus dem Grab eilt er empor singet ihm in höherm Chor! 2. Laßt des Dankes Harfe klingen, daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen dem, der starb und ewig T 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist! Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt er, dankt er, jauchzt, entreißt dieser Welt sich. Denn er preist dich, der ihn nun nicht verdammet, weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwandst. 4. Da, in Morgendämmerungen noch gehüllt, die Erde schwieg, da zu tiefern Anbetungen Gottes Engel niederstieg, aber ießt noch bebend schwieg, da erstandst du! Engelzungen, alle Himmel sangen dir, Todesüberwinder, dir!*( 5) 5. Bei den Todren ihn zu finden, ging sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte sie empfinden, als er sanft Maria! rief, und als sie Rabbuni! rief! Herr, einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist und mein Gott, ruft mich nun zu dir der Tod. 6. Wenn ich aus dem Grabe gehe, wenn mein Staub Verklärung ist, wenn ich, Herr, dein Antlig sehe, dich, mein Mittler, Jesu Auferstehung. Jesus Christ, dich, Verklärter, und weinend schwiegt, als er wie du bist- o dann, wenn ich auferstehe, hab' ich, du, der Sünder Heil! ganz an deinem Leben Theil. starb! Er bat gesiegt. Zu der Himmel höhern Psalmen, zu der Ueberwinder Chor steig', o Lied des Lamms, empor! 145 7. Jeßt, da ich an dich nur glaube, seh' ich dunkel noch und fern, ich, der Wanderer im 203. Christus ist erſtanStaube, dich, die Herrlichkeit des Herrn, dich, die Herrlichkeit des Herrn. Dennoch, wenn ich innig glaube, wenn ich dürfte, strömt mir Ruh' deines Tod's und Lebens zu. den aus des Todes Banden. Sein soll alle Welt sich freun, er will unser Heiland seyn. Gelobt sei Gott! 2. Christus ist erstanden; rühmt's in allen Landen. Unfre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verläßt. Gelobt sei Gott! 8. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst; knieen will ich, niederfallen, flehn, daß du dich mir enthüllst, und mein Herz mit Kraft erfüllst, dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger! zu dir erhob. 9. Da hinauf die Engel wallten, in den mächtigern Gesang lauter ihre Harfen schallten, da ihr Lob zum Throne drang, daß davon der Thron erklang, daß die Himmel wiederhallten: da, da hattest du's vollbracht, da warst du vom Tod' erwacht. 3. Gott sei Preis und Ehre! Nun siegt Jesu Lehre; ewig, ewig sind wir sein, ewig seiner uns zu freun. Gelobt sei Gott! Mel. Wachet auf, ruft uns die. 204. Amen! Lob und Preis und Stärke sei dem Vollender seiner Werke, dem TodesUeberwinder Dank! Seht, der Held ist auferstanden; singt seinen Ruhm in allen Landen, und Erd' und Himmel sei Gesang! Ihm, der vom Tod' erstand, ibm, der einst überwand, Hallelujah! Sein ist die Macht, er 10. Singt dem Herrn, singt ihm nun Psalmen! Jesus Christus bat gesiegt. Streut dem Ueber- hat's vollbracht. Die Welt ist winder Palmen, die ihr bang' seiner Ehre voll. 146 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem Staube! Werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit uns von des Todes Banden und von den Qualen des Gerichts. Heil uns! Das Grab ist leer. Des Abgrunds Schreckensheer ist bezwungen. Des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gråber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu er: schüttern? Der Hölle Sclaven müssen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir, Christen, feines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns fank er in Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Empörer, bebt! Der Sieger lebt! Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 5. Wir auch, wir auch werden bleiben, mag doch des Leibes Staub zerstäuben, verzehre Moder mein Gebein. Jesus lebt; und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir seyn! mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 205. Heil eil ihm, dem Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor; und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Got: tes Sohn. 4. Unser Herz darf nun nicht 2. Er hat des Grabes Ruh' wanken; die bangen, zweifelnden empfunden; doch kurzer SchlumGedanken besiegt des Glaubens mer war sein Zod. Er hat geZuversicht. Wie ein Fels des tämpft und überwunden; dahin Herrn im Meere, steht uner- ist alle seine Noth. Ihm, der schüttert Jesu Lehre, umglänzt das Felsengrab durchdrang, er mit Seligkeit und Licht. Des schallt nun ein Triumphgesang. Himmels Bau zerfällt; die Herr- 3. Das segensreichste seiner lichkeit der Welt wird verschwin- Werke, die Rettung einer Menden. Doch fort und fort steht schenwelt, vollendet ist's mit Jesu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. Gottesstärke; die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Jesu Auferstehung. Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja Christen, singt! er ist erstanden. Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Band dient ihm nun euer Lebenlang. Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein! ihm weiht eure Prüfungszeit. 6. Ein Tag erscheint, erlöste Brüder! freut euch, es ist ein Wonnetag! dann kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere folgen nach. Dann dringet auch in unser Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 7. Dann werden wir zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz umgeben, an seiner Hand zum Throne gehn, ihm ewig Dank und Ehre weihn, und ewig durch ihn selig seyn. Mel. un danket all' und bringet. 206. D fagt es Allen, daß er lebt und auferstanden ist, 147 daß er in unsrer Mitte schwebt, und ewig bei uns ist! 2. Nun scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 3. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun; und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 4. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus; und wer nur hört auf seinen Rath, kommt in des Vaters Haus. 5. Nun weine Keiner mehr allhie, wenn Eins die Augen schließt! Vom Wiedersehn, spåt oder früh, wird Trennungsschmerz versüßt. 6. Nun kann zu jeder guten That ein jeder frisch erglühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 7. Er lebt, und wird noch bei uns seyn, wenn Alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns seyn ein Welt- VerjüngungsFest. Mel. Eun danker all' und bringet, 207. Das Grab ist leer, das Grab ist leer! Erstanden ist der Held! Das Leben ist des Todes Herr, gerettet ist die Welt. 1 148 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Schriftgelehrten hat ten's Müh' und wollten weise seyn; sie húteten das Grab, und sie versiegelten den Stein. 3. Doch ihre Weisheit, ihre List zu Spott und Schanden ward; denn Gottes Weisheit höher ist und einer andern Art. 4. Sie kannten nicht den Weg, den Gott in seinen Werken geht, und daß nach Marter und nach Tod das Leben aufersteht. 5. Gott gab der Welt, wie Moses lehrt, im Paradies sein Wort; und seitdem ging es ungestört im Stillen heimlich fort; 6. Bis daß die Zeit erfüllet die Himmel fei'rten schon - da kam's zu Tage, da gebar die Jungfrau ihren Sohn. war- - 7. Der Seligmacher, hoch und hehr und Gottes Wesens voll, ging hier in Knechtsgestalt einher, that Wunder und that wohl; 8. Und ward verachtet und verkannt, gemartert und ver= flagt, und starb am Kreuz durch Menschenhand, wie er vorher gesagt; 9. Und ward begraben und beweint, als sei er todt. Allein er lebt, nun Gott und Mensch vereint, und alle Macht ist sein. 10. Hallelujah! das Grab ist leer! Gerettet ist die Welt! Das Leben ist des Todes Herr! Erstanden ist der Held. Mel. Ich will dich lieben, meine. 208. daß ich hätte mit empfunden die Freude, da der Engel kam, und nun nach bangen Trauerstunden die Jüngerschaar das Wort vernahm: Sucht nicht im Grabe Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist! 2. O daß ich's hätte mit vernommen, als schwer gebeugt im Gartenland, so ganz allein, so tief beklommen, die trauernde Maria stand, und Jesus rief ihr freundlich zu: Wen suchest du? was weinest du? 3. O daß ich wäre mit gegangen den stillen Weg nach Emmaus, wo gleich von himmlischem Verlangen das Herz ent= brennt beim ersten Gruß, und nun beim leßten Sonnenstrahl der Herr sich zeigt am Abendmahl! 4. O daß ich's hätte mit erfahren, als dort die Jünger forgenschwer in dunkler Nacht beisammen waren, und hatten keinen Tröster mehr, und nun ertönte freudenreich die Rede: Friede sei mit euch! 5. O daß ich hätte mit gestanden, als ihn umschloß die treue Schaar, und Seit' und Jesu Auferstehung. Wunden wiederfanden, sein Bild, viel beweint, wenn gnadenreich so wie's im Herzen war, und Thomas rief voll Heilsbegier: Mein Herr und Gott, ich glaube dir! 6. Welch ein Gefühl muß die durchbeben, die ihren Herrn so hier. 2. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! deß solln wir Alle froh seyn; Christus will unser Trost seyn. Hallelujah! 8. Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. deß Herz wird freudenvoll, da209. Christ fuhr gen Himbei er sich auch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. mel; was sandt' er uns her nieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! 3. Wer nicht folgt und sein Wort nicht thut, dem ist's nicht Ernst zum Herren; der wird sich selbst durch Fleisch und Blut das Himmelreich versperren. Am Glauben liegt's; ist dieser ächt, so wird gewiß das Leben recht zum Himmel sevn gerichtet. Mel.Tun freut euch, lieben Christen. 210. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christus aufgefahren, und flehn zu Gott mit Herzbegier, er woll' uns All' bewahren, die wir auf die ser armen Erd' ohn' ihn, von Noth und Tod beschwert, nicht Trost noch Hoffnung haben. 149 2. Gott Lob! nun ist der Weg gemacht, uns steht der Himmel offen. Christus schleußt auf mit großer Pracht; vorhin konnt's Niemand hoffen. Wer's glaubt, im neuen Leben der Heiland seinem Volk erscheint! O sei getreu! Er naht auch dir, im Schauen dort, im Glauben 4. Solch' Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden, und fliehen stets der Sünden Bahn, thun uns zu Gottes Kinden. Wir sehn hinauf, er sieht herab; an Lieb' und Treu' geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich nach allem Streit und Gråmen. Da wird sich finden Freud' und Muth in Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Ewigkeit bei'm höchsten Gut; sich. Du, der du huldreich an Gott, hilf, daß wir's erleben! uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Trost. 7. Was uns beglückt, ist dir Mel. Erschienen ist der herrlich). 211. Wir freuen uns, bekannt, und Alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bemerkst du sie, hilft ihnen gern, Erbarmender! 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit! Hilf unserm schwachen Glauben auf, und fröne unsern Lebenslauf mit deinem Heil! 9. Gen Himmel fährst du auf als Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, und dein uns freun! 150 Herr Jesu Christ, daß du er höht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preist, stårk' auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft! 2. Du fizest auf der Himmel Thron', als unser Freund, als Menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht; dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Creatur ist dein, Beherrscher der Natur. Gelobt feist du! 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Haffer gegen dich; dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt ſeist du! 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der du unser Heiland bist, sei ewig Preis! Mel. Allein Gott in der Söh'. 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie felig ist, wer an 212. Auf Christi Himmeldich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, fein starker Schuß, sein ewges Heil. Gelobt seist du! fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein im Glauben überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ gewißlich nach sich ziehen. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich; dein freuet unfre Seele Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. werden; er hat die Welt mit Gott verfühnt. 2. Weil er gezogen himmelan und hält, soll nicht verloren und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Him mel kann, sonst nirgends, Ruh' erlangen. Denn wo mein Heil gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn. Nach ihm mich sehr verlanget. 4. Hoch über alle Vernunft besiegt er ihr Verderben; und seine Lieb' ermüdet nie, ein unvergångliches Glück den Menschen zu erwerben; er heiligte sich selbst für sie. 5. Jauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn, und preiset seinen Namen! Ihm danken, das ist unsre Pflicht. Wir sind glückselig in ihm. Sein Wort ist Ja und Amen; und Gott ist unsre Zuversicht. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Wallfahrt zieren, und darauf einst, wenn dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! 151 6. Preist, ihr Erldsten, den 213. Jauchzt, ihr Er- Herrn, und rühmet, all ihr lösten, dem Herrn! Er hat Frommen! Er fährt gen Himsein Werk vollendet; deß müsse met als ein held. In Wolken sich der Erdkreis freun! Er fährt er hinauf; so wird er fährt verkläret hinauf zu dem, wiederkommen, ein Herr und der ihn gesendet, und nimmt Richter aller Welt. die Himmel wieder ein. 7. Dies ist des Gläubigen Trost, verklärt ihn einst zu schauen, und seiner Liebe sich zu freun. Dies ist des Gläubigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen, und sich durch Tugend ihm zu weihn. 2. Der Herr, nachdem er das Heil und unvergänglich Leben auf Erden an das Licht ge bracht, den Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben, fährt auf zur Rechten seiner Macht. 3. Sein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, und uns hat er das Heil verdient. Wer sein Wort glaubet 8. Wer des Erlösers sich schämt, deß wird auch er sich schämen, den wieder ehren, der ihn ehrt. Laß uns das Leben von dir und Gnad' um Gnade 152 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. nehmen, Herr, dessen Herrschaft ewig währt! 9. Ich bin ein irrendes Schaaf; du weisest mich zurechte, und leitest mich nach deinem Rath, machst mich vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte, und tilgest meine Missethat. 10. Was ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig; du kleidest ihn mit Ruhm und Pracht. Was ist die Hoheit der Welt? Zum Priester und zum König bin ich durch dich vor Gott gemacht. 11. Dank sei dem Heiland der Welt! er hat sein Werk vollführet. Frohlock' ihm, Volk der Christenheit! Er sitzt zur Rechten des Herrn; er lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, und sie vor dir sich beugen: dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tönet dann in jedes Grab dein allmachtvoller Ruf hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das ganze zahlenlose Heer der Todten wiedergeben; durch deine Stimme neu beseelt, gehn sie hervor, und keiner fehlt. 4. Da stehen sie vor deinem Thron, erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 214. Erhöhter Jefu, Gottes du der Erde Richter bist. 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann meinen Freund und Heiz land wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', befreit von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wachsam seyn; so kann ich deines Tags mich freun. Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst gewiß zur rechten Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, jekt die Pracht, die deinen Tag einst Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich). 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort 215. Auf, Jünger Jesu, freuet euch! Der Herr fährt auf und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du zu seinem Reich. Er triumphirt; uns in den Himmel auf. Hallelobsinget ihm! lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah. lujah. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlik schaun. Hallelujah. 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Hallelujah. 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt; und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah. 3. Weit, über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah. 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt. Lobfinget ihm! lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah. 153 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestát, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 216. Ueber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sünderwelt mit deinem Licht erbellt. Preis und Ehre sei, Jefu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Sike, Sohn, auf meinem Throne! dir geb' ich meine Welt zum Lohne und 154 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottes- Sohn! Auf, ihr Frommen! folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. zweiflung, Herr, noch fern? Wann kommt er? wann erfreut uns deine Herrlichkeit? Hallelujah, der Tag ist nah! Ach wår er da, und mit ihm unfre Herrlichkeit! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, 217. Vollendet ist dein kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und uns die Freuden der bessern Welt bei dir verheißt. Er lehret uns die Bahn, die wir dich wandeln sahn; und wir wandeln die edle Bahn; bald, bald empfahn wir auch von dir die Kron' am Ziel. 4. Uns die Stäte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf in's Vaterland. Erkauft hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben und mit Gott. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder fehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Ist der große Tag des Lebens, für deine Feind' ein Tag des Bebens und der Ver: Werk, vollendet, o Welterlöser, unser Heil! Uns liebet Gott, der dich gesendet, und seine Huld wird uns zu Theil. Erheb', erhebe dich vom Staube! Zum vollen Schaun wird nun dein Glaube, o Sieger, himmlisch wird dein Licht. Dich will nach Erdenleid und Thränen dein Gott mit Preis und Ehre krönen vor aller Welten Angesicht. 2. Heil dir! des Himmels Pforten schließen sich auf vor dir, des ewgen Sohn; die Erde liegt zu deinen Füßen, du schwebst empor zu Gottes Chron. Noch segnest du die Treugeliebten; noch senkst du Trost auf die Betrübten, strömst süße Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn's, du bist von Gott gekommen, wirst im Triumph dort aufgenommen, und hohe Wonne wird ihr Schmerz. 3. Ich seh' empor zu dir, Vertreter; dich bet' ich still mit Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. eint, du, aller Welten Herr und Führer, der Geister ewiger Regierer, du bist mein Bruder, bist mein Freund. Thränen an. Ich weiß, daß in dem sich Gott mit uns verauch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Zwar fallen Engel vor dir nieder; doch auch der Engel höhre Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen wirst du nicht weg dein Auge wenden; du siehst den Dank, der in mir glüht. 4. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, sich über Erde, Welt und Zeit mit starken Schwingen zu erheben zu dir und deiner Herrlichkeit! O du, der mich vom Tod' errettet, von Erd' und Himmel angebetet, 155 9. Sendung des heiligen Geistes. 5. Einst wirst du herrlich wiederkommen. Erlöser, tomm! es seufzen hier im Thránenthale deine Frommen; ihr Glaube seufzt nach dir, nach dir! Dann werden auf dem Wolkenwagen dich Millionen Engel tragen; du wirst in deiner Herrlichkeit, Herr, Allen, die jest zu dir weinen, vom Himmel als ihr Freund erscheinen; und Wonne wird der Erde Leid. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm' dich, Herr! 218. Nun bitten wir 3. Du süße Lieb', schenk uns den heiligen Geist um den rech- deine Gunst, laß uns empfinden ten Glauben allermeist, daß er der Liebe Brunst, daß wir uns uns behüte an unserm Ende, von Herzen einander lieben, wir heimfahrn aus und in Frieden auf Einem diesem Elende. Erbarm' dich, Sinn bleiben. Erbarm' dich, Herr! Herr! wenn 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm' dich, Herr! 156 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 219. Geist, gesandt vom Himmelsthrone, Geist vom Vater und vom Sohne, dem wir unsre Lieder weihn, laß uns würdig dich besingen, und in unsre Seelen dringen deiner Gnade hellen Schein! 2. Wie der Nebel vor der Sonne, weicht vor dir, du Licht der Wonne, jedes Irrthums finstre Nacht. Was durch Sünde war entweihet, wird durch deinen Glanz erneuer; du vertreibst der Sünde Macht. 3. Du lehrst uns die Wahrheit sehen und des Friedens Wege gehen, lehrest uns das Gute thun. Herzen, die das Böse wählen, fliehest du; doch frommen Seelen öffnet sich dein Gnadenbrunn. verschwunden; es erscheint uns Alles neu. Freude wohnet nun im Herzen, und von allen Sünden- Schmerzen fühlt sich das Gewissen frei. Sonne, die uns nåbret, strahlet deines Lichtes Blick. 6. Die der Tugend Weg verloren, die Verirreten, die Thoren bringst du auf den rechten Pfad. Schwachen giebst du neue Stärke, Lust zu jedem guten Werke, Muth zur allerschwersten That. 7. Du, der Unberathnen Führer, du, der Wankenden Regierer, leit' auch uns an deiner Hand! Hilf das Eitle uns verachten und mit heißer Sehnsucht trachten nach dem ewgen Vaterland! 4. Haben wir dein Licht gefunden, dann ist Dunkelheit 220. Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott! Erfüll' mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn; dein' brünstig' Lieb' entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! - 8. Christus Jüngern, den Verzagten, halfst du siegen; und sie brachten selbst das Leben für ihn dar. Laß uns nicht vergeblich flehen; hilf auch uns im Glauben stehen und der ganzen Christenschaar! 5. War von Sorg' das Herz gedrücket wenn es deinen Glanz erblicket, weicht der Sorgen Heer zurück. Nicht wie Feuer, das verzehret, wie die Hallelujah! Sendung des heiligen Geistes. 157 2. Du heiliges Licht, edler göttlich Wort, mach' uns den Hort! laß uns leuchten des Vater recht bekannt, und Jesum, Lebens Wort, und lehr' uns Gott den er uns gesandt. O heiliger recht erkennen, von Herzen Vater Geist, o heiliger Gott! ihn nennen. D Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott! du zeigest uns die Himmelspfort'; hilf uns bier kämpfen ritterlich, und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. D heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod! Wir sagen Lob und Ehr' und Dank dir jetzt und unser Lebenlang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein' Kraft uns bereit' und stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! mel. Wie schön leuchtet der M. 222. beilger Geist, kehr' bei uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn! o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein in unsern Seelen kräftig seyn zu steter Freud' und Wonne. Reine Freude, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten und in Demuth zu dir treten. 2. Du Quell', draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß uns dein Trostwort hören, und mit der ganzen Christenheit in wah3. D heiliger Geist, o heiliger rer Glaubenseinigkeit dein göttGott! erleucht uns durch deinlich Zeugniß ebren. Laß uns 221. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du einzger Tröster in der Noth, dich hat gesandt vom Himmelsthron der Vater uns durch seinen Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott! wirk in uns Allen fort und fort, entzünd' in uns der Liebe Kraft, die Eintracht, Heil und Frieden schafft. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Alle deiner Wahrheit Himmels- zeit; sei unsers Geistes Stärke, Klarheit froh erkennen, Jesum unsern Heiland nennen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb Kraft uns und Beständigkeit, dir treu zu bleiben allezeit, auch daß uns hinfort sei wohl bewußt, wie eitel ist des Fleisches Lust und seine Sündenwerke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, bis wir Himmelserben werden. mel. Aus meines Serzens Grunde. wenn wir leiden müſsen. Baue, 223. Zeuch ein zu deinen baue 3ions Mauern; die da trauern, komm zu trösten, zu erquicken die Erlösten. Thoren! mein Herz steht dir bereit, der du mich neu geboren und meinem Gott geweiht! Du hochgelobter Geist vom Vater und vom Sohne, o komm, und in mir wohne, wie Christi Wort verheißt! 4. Stárk uns mit deiner Gotteskraft, zu üben gute Ritterschaft in Drangsal und Beschwerden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truk, so lang wir sind auf Erden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 158 5. Du Himmelsthau, ergieße dich in unsre Seelen kräftiglich, und mach' uns sanft und milde, daß unser Herz mit Lieb' und Treu' dem Nächsten stets verbunden sei nach unsers Heilands Bilde. Kein Neid, kein Streit dich betrübe; Fried' und Liebe müsse walten; Freude wollest du erhalten. 6. Gieb, daß in wahrer Heiligteit wir führen unsre Lebens2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir den Gehorsam leiste, den ich dir schuldig bin. 3. Ich glich den wilden Reben; du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben; du riefst, ich bin erwacht. Du wirkest mehr und mehr, daß ich an Christo bleibe, und edle Früchte treibe zu Gottes Ruhm und Ehr'. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Sendung des heiligen Geistes. 159 Solch Beten wird erhöret, solch 9. Richt' unser ganzes Leben Singen flinget wohl. Es steigt zum Himmel an; es steiget ohn' Ermüden, bis Hülfe der beschieden, der Allen helfen kann. allein nach deinem Sinn; und wenn wir's sollen geben dereinst dem Tode hin, wenn's hier mit uns ist aus: so hilf uns fröhlich sterben, und dann das Heil ererben in Gottes Baterhaus! 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern liebst du nicht; erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, Mel. Womit soll ich dich wohl. wie manchmal schon hast du in 224. Komm, o Geist, du deinem Worte mir aufgethan die Pforte zu Gottes Gnadenthron! 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Born, Swietracht, Haß und Neid. Der Feindschaft bist du feind; du fügst durch Liebesflammen in Eintracht fest zusammen, was unversöhnlich scheint. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. Leit' uns den Friedenspfad, verknüpf in allen Landen mit sanften Liebesbanden, was sich getrennet hat. 8. Hilf allen Obrigkeiten, und sei ihr Schild und Lohn. Gieb Glück zu unsern Zeiten. Schmuck, als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. heilig Wesen! laß uns deinen Tempel seyn, den du dir zum Sik erlesen; zeuch in diese Wohnung ein! Wirke selbst in unfern Herzen wahrer Buße ſelge Schmerzen; wirke Weisheit, Liebe, Zucht, als des Glaubens rechte Frucht. 2. Mach' uns in der Hoffnung sehnlich, in der Demuth Jesu gleich, mach' uns in Geduld ihm ähnlich, in dem Beten andachtreich, in der Treu' unüberwindlich, in der Gottesfurcht recht kindlich; bilde uns, dein Eigenthum, nur zu unsers Mittlers Ruhm! Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 225. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott! den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Weisheit, die vom dir entrissen, stets dem Dienst Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 3. Dich auch kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit achter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum, so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 160 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stårk er mich, beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Werde munter, mein G. 226. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt! demuthsvoll fleh' ich zu dir: Bater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt einem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt 4. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes- Geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich; mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu' und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, christlich denke, christlich handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb' und PESTOFFERED Sendung des heiligen Geistes. Wir Sanftmuth übe, freundlich und Menschen Flehen gern. versöhnlich bin. Kann ich je wollen unser Herz dir geben; ein Friedensband knüpfen, knüpfo lehre heilig uns leben! rúst es meine Hand. Zur Erleich- uns mit Stärke, Geist der Kraft, trung der Beschwerden hilf mir der in uns alles Gute schafft, Jedem nüßlich werden. daß nicht die Lockungen der Sünden uns, Christi Jünger, überwinden. Wir traun auf dich, wir traun auf dich. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott be kennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu beffern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 2. Du heiliges Licht, starker Hort! laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens | Pfade leiten, daß unsre Füße nicht gleiten. Treib' fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. Erhör' uns, Gott! erhör' uns, Gott! 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hest; wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir. O so sehe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! 161 Mel. Romm, heiliger Geist, Serre. 227. Hör unser Gebet, Geist des Herrn! du hörst der 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hilf uns schaun! Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir als deine Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen! Hallelujah! Hallelujah! Mel. Un Wasserflüssen Babylon. 228. Dir, Bater, dankt mein Herz und singt, daß du Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. den Sohn gegeben, den Sohn, Verehrer. In Sündern wirkst der Heil uns Sündern bringt und unvergänglichs Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, nach seinem Wort gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Boten 5. Des Vaters und des SohStärke gab, daß sie dein Werknes Geist, du Quelle heilger vollendet. du Buß' und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud' und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh'; du, du hilfft überwinden. Triebe, den Jesus Betenden verheißt von Gottes Vaterliebe! wer dich nicht hat, der ist nicht sein. Nimm auch mein Herz zur Wohnung ein; hilf mir im Glauben beten! In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 162 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen, sie bekehren. Der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen. Die Blindheit und das Laster flieht; und wo man Gottes Finger sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; der Geist der Stärke stärkte sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. Mel. Warum sollt' ich mich) denn. 229. Höchster Tröster, komm hernieder! Geist des Herrn, sei nicht fern, stårte Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinenRath seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor Gott treten, sei uns nab', und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Men-= schen Lehrer, der Jesu neue Junger schafft, in aller Welt Fleisch und Blut, Súnd' und 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Muth, K Sendung des heiligen Geistes. Welt zu dämpfen. Laß uns Band; erinnr' uns Pilger dies Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. ser Zeit stets an das beßre Vaterland. 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk' unsKraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; treib' uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh' uns bei, mach' uns treu in der Prüfungshiße. Führ', wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude! M. Romm, Gott Schöpfer, heiliger. 230. Komm Comm zu uns, Gottes guter Geist, schaff' deiner Menschen Herzen neu! Du kennest dein Geschöpf, und weißt, wie jeglichem zu helfen sei. 2. Stark uns durch deiner Wahrheit Licht; gieb uns in's Herz der Liebe Gluth, zum Vater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft und festen Muth. 3. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns berab gebracht, erleuchte jede Nation durch deiner Leitung sanfte Macht! 163 4. Vereine deine Christenheit durch deines selgen Friedens 5. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ recht kennen, dieses ist der Quell, aus welchem ewges Leben fließt; mach' diese Kenntniß in uns hell! 6. Lob sei dem Vater! Lob dem Sohn! Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem Thron ein Lied, das würdiger dich preist. m. Romm, Gott Schöpfer, heiliger. 231. Vereinigt zum Gebete war einst deiner Jünger erste Schaar! O wie ihr Mund dich, Jesu, pries! ihr Herz sich auf dein Wort verließ! 2. Ein Sturm voll Kraft ging von dir aus, dein Geist durchleuchtete das Haus; und neues Leben drang durch sie; so nah' empfanden sie dich nie. 3. Daß du noch lebest, Jesus Christ! daß du für sie allmächtig bist, wie fühlen sie's auf ihren Knien, da ihnen Stirn und Wangen glühn! 4. Der Jünger Schwächster ist ein Held, der Welten sich entgegen stellt. Im selgen Schauen deines Lichts bist Alles du, sonst Alles nichts. 164 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Wie zeugt ihr Mund, daß Jesus lebt! Der Fromme jauchzt, der Sünder bebt. Den Kranken neue Kraft durchdringt; er fühlt es: Jesus lebt! und singt. 6. Und wer die Zeugen Got: tes hört, und Gott in ihnen glaubt und ehrt, für wahr hält, was der Herr verheißt, auch Mel. un bitten wir den heiligen. der empfängt den neuen Geist. 232. Nun bitten wir dich, 7. Kein Christenthum wär', heilger Geist, welchen Jesus wärst du nicht! Du riefst: Es Christus uns verheißt, daß uns werd'! und schnell ward Licht.deine Gnade zum Guten leite, Geist des Herrn! nur deine und zur Seligkeit uns zubereite. und neue Sper Kraft ist's, die uns neue Herzen schafft. Erbarm' dich, Herr! 8. Du bist's, der uns zum Guten treibt, uns lehrt, uns stärket, bei uns bleibt. Du bist's, wenn uns die Welt betrübt, der uns im stillen Dulden übt. 9. Du machst, daß froh die Seele singt, wenn Angst und Elend uns umringt; du machst uns Jesn Christo gleich, bist Pfand uns auf sein himmlisch Reich. 10. O du des Himmels beste Gab'! o senke dich in's Herz herab! Nimm dir uns ganz zu eigen hin, und schenk uns Jesu Christi Sinn! Verstand; dein Trieb mach' Alles, was Gott liebt, uns lieb! 12. Erquick' uns in der Dunkelheit, versichr' uns unsrer Seligkeit, mach' uns von jedem Flecken rein, und lehr' uns, uns des Todes freun! 11. Lehr' uns des Vaters Willen thun, in seiner Fügung tindlich ruhn! Erleuchte den 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns glaubensvoll und tugendhaft; bilf uns an ihn glauben, den treuen Heiland; durch ihn leit' uns zu dem rechten Vaterland. Erbarm' dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit! mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns als Christen mit reinen Trieben und von Herzen uns einander lieben. Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, stärk' uns All' im Glauben bis zum Tod. Und kommt einst die Stunde, da wir sterben: laß uns nicht verzagen, nicht verderben. Erbarm' dich, Herr! Sendung des heiligen Geistes. mel. Sei willkommen, Jefulein. 233. Geist der Wahrheit! lehre mich aller Wahrheit Urquell kennen, Jesum Christum! Nur durch dich kann ich meinen Herrn ihn nennen; du, du mußt ihn mir verklären, ganz mein Herz zu Gott bekehren. 2. In des Irrthums Finsterniß müßt' ich ohne Führer wan= ken; du nur machst das Herz gewiß, und erleuchtest die Gedanken, offenbarest Gottes Pfade, zeugst von Wahrheit und von Gnade. 4. Du vertrittst uns im Gebet. Jenes inbrunstvolle Sehnen, das mit stillem Seufzen fleht, und uns Wonne giebt durch Thränen, Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 165 5. Heiligung und Reinigkeit, ein in Gott verborgnes Leben, höhern Tugenden geweiht, wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben! 6. Ich erflehe sie von dir; todt ist noch mein ganzes Wesen. Komm und wohne selbst in mir, und ich leb' und bin genesen. Dann wird meine Ohnmacht Stärke, und ich wirke Gotteswerke. 3. Tröster, Tröster beißest du! überschwänglich kannst du mel. Wachet auf, ruft uns die. trösten; du erfüllst mit Him- 234. Feiert laut, o heilge melsruh' die durch Jesu Tod Erlösten, daß sie, frei von Furcht und Schrecken, Gottes Vater liebe schmecken. Chöre, und bringt anbetend seine Ehre an seinem Fest dem Gottesgeist! Auf, besingt, ihr Dankeslieder, des armen Galiläers Brüder, die staunend jetzt die Erde preist! Es ist in Gottes Macht das Gotteswerk vollbracht. Heil der Menschheit! Von Nacht bekriegt, hat sie gesiegt, die Lehre Jesu hat gesiegt. 2. Fröhlich sei von uns gepriesen der hohe Heldenmuth, erwiesen im Kampfe für die heilge Pflicht! Schmach und Tod und Martern drohten ringsum 7. Nimm mein Herz und mach' es rein! Auch die Läute= rung durch Leiden soll mir theurer Segen seyn; sie wird Gold und Schlacken scheiden, bis ich Jeſu Bilde gleiche, und des Glaubens Ziel erreiche. 166 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. lichkeit! hast deinen Geist gesendet, der uns zu Tempeln Got: tes weiht. Er wirkt und gießt noch heute in's Herz uns Licht und Ruh', führt dir, o Herr, als Beute bekehrte Sünder zu, straft ernst die Uebertreter, erhellt der Blöden Sinn, und lenkt das Herz der Våter zur Kindereinfalt hin. 2. Er geht vorbei den Klugen, und giebt Unmündigen sich kund; die selbst sich Wunden schlugen, die Leidenden macht er gesund; streut Salz umher auf Erden, das dem Verderbniß wehrt, und leitet Jesu Heerden zur Au', die reichlich nährt. Drum freut euch heut', ihr Frommen, von Lieb' und Dank entbrannt! Auch euch ist er gekommen, der Geist, den Gott gesandt. 3. Auf! schmückt das Fest mit Maien, umtrångt mit Blumen den Altar! Laßt uns ein Loblied weihen dem Geiste, der uns neu gebar! Vergest heut' aller Schmerzen; was irdisch ist, vergeßt! heut' ist das Fest der Herzen, der Geister Weihefest. Komm denn, o Geist der Wahrheit! leit' uns- die Demuth fleht's- in immer hellre Mel. un lob', mein Seel', den. 235. Du haft dein Werk Klarheit, und bleibe bei uns vollendet, o Jesu, Herr der Herr- stets! den schwachen Jesusboten; doch wichen sie und zagten nicht. So ist der Frommen Muth, der jetzt noch Wunder thut. Droht, Gefahren! Wenn Gott gebeut, wird Seligkeit, wovor sonst bang' das Herz sich scheut. 3. Kämpfet mit getroftem Muthe! es siegt doch endlich alles Gute, wie Jesu Lehre hat gesiegt. Kräftiger nur spricht die Wahrheit, der Glaube glänzt in rein'rer Klarheit, je mächtiger man ihn bekriegt. Ob noch so rauh es stürmt, ob sich's wie Berge thürmt, Boten Gottes! geht eure Bahn zum Ziel hinan! Wer ist, der's euch entrücken kann? 4. Ja, ein Gott und Herr regieret; und, sei's durch Dunkel auch, er führet allmächtig bin an's lichte Ziel. Unerforschte Weisheit schaltet und unbe: gränzte Liebe waltet ob all dem irdischen Gewühl. Im heilgen Festgefang erschall auch unser Dank voller Glauben! In Glück und Noth, in Nacht und Tod erhalt' uns Glauben, Geist von Gott! 167 Mel. Womit soll ich dich wohl. 5. O du Pfand des neuen Bundes, Geist des Vaters, mild 236. Quell des Lebens! und rein, heilger Odem ſeines Mundes, zieh' in unsre Herzen ein! Wahn und Sünde sinken heilge Gabe, du, der Seelen Trost und Licht! deines Segens Fülle labe uns, bis unser Auge bricht. Geist, gesandt vom Himmelsthrone, vom erhöhten Menschen sohne, Geist der Kraft und Herrlichkeit, unsre Herzen mach' bereit. 2. Einst bist du herabgefahren als ein Sturmwind aus den Höh'n, ließest dich in wunderbaren Feuerzungen herrlich sehn; aber jezo webst du stille, ohne Zeichen, ohne Hülle, auf der Erde nah' und fern, als ein Odemzug des Herrn. Sendung des heiligen Geistes. 3. Jhn, den armen Nazarener, der gering auf Erden ging, ihn, den Mittler und Versöhner, der am Kreuz die Welt umfing, allen Herzen zu verklären, ihn, den König aller Ehren, dessen Herz von Liebe flammt, groß zu machen, ist dein Amt. 4. Ja, du nimmst es von dem Seinen, wenn du Lebensworte sprichst, bald uns Wonne schaffst, bald Weinen, und der Sünde Ketten brichst. Du bist seines Wesens Spiegel, seiner Werk' und Worte Siegel, Zeuge, daß er lebt und liebt, Beuge, daß er Leben giebt. nieder, und die Todten leben wieder, wo sich deine Gotteskraft einen Sik und Tempel schafft. Mel. Wie schön leuchtet der M. 237. Dbetet an den Geist des Herrn! Sein Walten ist von uns nicht fern; sein Feft kehrt heilig wieder. Ihn preift des Frühlings Blüthenzeit, ihn seiner Kirche Herrlichkeit. Ihm tont, ihr Feierlieder! Himmel, Erde, seid Altäre seiner Ehre! All' ihr Seinen, betet an, ihr Christgemeinen! 2. Der große Tag der Pfingsten war erfüllt, der treuen Jünger Schaar einmüthiglich beifammen. Da braust es hoch vom Himmel schnell, wie Sturm; wie Bliße glänztes hell, und Zungen, Herzen flammen; fremde Worte schallen, loben hoch erhoben Gottes Thaten. Staunend horchen, die da nahten. 3. Das, höchster Geist, ist deine Macht. Du hast die Flammen angefacht, sie ewiglich zu nähren. Du hast der Jünger Geist erhellt; sie ziehn hinaus 168 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. in alle Welt, den Heiland zu vertlären. Geißel, Bande, Tod nicht scheuen die Getreuen, weit auf Erden Boten seines Heils zu werden. den Bahnen Christi mahnen, strafen, trösten, ist dein Heils werk an Erlösten. 6. Du Gottesgeist, noch strahlt dein Ruhm, der Christus- Kirche Heiligthum, erhöht auf Felsengründen. Ob Reiche dieser Welt vergehn- sie steht, und ewig wird sie stehn. Jahrhunderte verkün= den: Glauben, Hoffnung, Trost in Reue, Liebestreue, Todesfrieden, Himmelsheil hast du beschieden. 7. O leit' auch uns auf ebner Bahn! Verscheuche du den finstern Wahn! Zerbrich der 5. Und Eines Glaubens Sonne Sünde Ketten! Verirrte führe scheint, und Einer Liebe Band schnell zurück! Gieb fromme vereint des Einen Vaters Kinder. Weisheit uns im Glück, gieb O Heiliger, du führst, im Streit Trost auf Sterbebetten! Selig mit Welt und Fleisch, mit Freud' alle, die ergeben dir im Leben, und Leid', an's Ziel den Ueber- Sterben waren, selig in der winder. Beugen, heben, auf Engel Schaaren! 4. Wie himmlisch fegnend glänzt dein Strahl! Wie wächst der kleinen Heerde Zahl durch dich zu Millionen! Auf Sieges: bahnen fliegt dein Wort; durch Meer und Länder tónt es fort in Hütten und auf Thronen. Nächte fliehen, Opfer schwinden, Göken finden keine Ståte; Einer nur vernimmt Gebete! 10. Christliche Kirche. 238. Es wolle Gott uns 2. So danken dir und loben gnädig seyn und seinen Segen geben; sein Antlik uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, was ihm gefällt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk' bekannt den Völkern werden, und sie zu Gott bekehren. dich, Herr Gott, die Völker alle; der ganze Erdkreis freuet sich, und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und Sünde nicht läßt walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, dadurch wir Kraft erhalten, in rechter Bahn zu wallen. Christliche Kirche. 3. Es preise, Gott, und lobe dich dein Volk in guten Thaten; das Land bring' Frucht und beßre sich; dein Wort laß wohl gerathen! Uns segne Vater, Sohn und Geist, daß Gottes Reich sich mehre. Er, unser Gott, sei hochgepreist, und ihm allein sei Ehre. Nun sprecht von Herzen Amen! 169 3. Und wenn die Welt voll Teufel war, und wollt uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin! sie haben's kein'n Gewinn; das Reich muß uns 239. Ein' feste Burg ist doch bleiben. unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus 240. Erhalt uns, Herr, aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst er's jeßt meint; groß Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. bei deinem Wort, und steur' der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, mit aller Kraft zu stürzen drohn! 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm' dein' arme Christenheit, daß sie dich lobs in Ewigkeit! 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan; wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Gieb, heilger Geist, uns Einen Sinn; nimm alle Zwietracht von uns hin; sei mit uns in der letzten Noth; führ' uns in's Leben durch den Tod! Mel. Christus, der ist mein Leben. 241. 241. Ach bleib' mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade der Feinde Macht List! 170 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Ach bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns in diesem Horte sei Trost und Heil beschert! 3. Ach bleib' mit deiner Klarheit bei uns, du werthes Licht, leit' uns in alle Wahrheit, damit wir irren nicht! 4. Ach bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, gieb Wollen und Vermögen zu deines Namens Ehr'! 5. Ach bleib' mit deiner Treue bei uns, o Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Spott. Doch ihrer lachet Gott; sie mögen sich empören. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird euch gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, mel. in' feste Burg ist unser Gott. giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was 242. Wenn Christus seine will uns denn erschrecken? Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes fißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wütben. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, die den Gefalbten, seinen Sohn, den Herrn der Welt, nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; fein Kreuz ist selbst ihr 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. mel. Wachet auf, ruft uns die. 243. Danket Gott! erhebt ihn! finget Gott, unserm Schöpfer! preist ihn, bringet Gewalt und Lob und Ehr' ihm her! In dem Himmel und auf Erden müß er nur angebetet werden, der Höchste nur, und keiner mehr! Der Herr, der Herr ist Gott! es ist kein andrer Gott, als Jehovah! Er ist allein, der war und seyn in Ewigkeit wird, der er war! Christliche Kirche. 2. Welche Laster, Gott, entweihten des Heidenthumes finstre Zeiten! wie hoben sie empor ihr Haupt! Es umhüllten dicke Schatten den Erdkreis; Finsternisse hatten ihn deines Lichts, o Gott, beraubt. Die Erde, Herr, ist dein. Soll's ewig finster seyn? ewig finster? Jehovah spricht: Es werde Licht! und ihre Finsterniß ist Licht. 3. 3ion hort's, und sendet Heere Evangelisten Gott zur Ehre, zur Ehre seines Sohnes aus. Und der Mensch erkennt Gott wieder, bricht seiner Gößen Altar nieder, wirft aus dem Tempel sie hinaus. Kein Weihrauch dampft umher, kein Opfer blutet mehr seinen Gößen. Sie sind sein Spott; es ist nur Gott Jehovah, Zions Herr und Gott. 4. Zu der Erde fernsten Gränze geh' Gottes Herrlichkeit, und glänze vom Aufgang in den Niedergang! Alle Völker müssen kommen, ihn anzubeten mit den Frommen; ihm opfre Jeder Lob und Dank! Der Vater und der Sohn sei jeder Nation Herr und König, bis Erd' und See und Tief und Höh' allein ein Tempel Gottes ist! e did sme 171 m. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 244. Ich will, ich muß von Jefu singen! Aus Liebe kam er in die Welt. Die Wahrheit flog mit goldnen Schwingen, ihm göttlich strahlend beigeſellt, als Finsterniß der dicksten Schatz ten noch über allen Völkern lag, und auch die Weisen keinen Tag, kaum eine schwache Dämmrung hatten. 2. Gott kommt vom Himmel, euch zu lehren. Seht, wie vor ihm die Erde schweigt! Die Heiden drången sich, zu hören, da sich der große Lehrer zeigt. Er lehret uns die Gottheit kennen, und ladet uns zum neuen Bund. Durch ihn darf unser scheuer Mund Gott wieder unsern Vater nennen. 3. Da unser schuldiges Geschlechte dem Tode beimgefallen. war, stellt sich der einzige Ges rechte zum Opfer der Versöhnung dar. Ich bete, Herr, vor dir im Staube! Du redest, und ein himmlisch Licht strahlt sieghaft mir in's Angesicht. Du redest, und ich hör' und glaube! 4. Ja, Herr, du kannst dich nicht verhehlen; aus dir strahlt Gottes Herrlichkeit! Bezeugen's nicht die großen Seelen, die H1 172 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Märtyrer der alten Zeit, die sich nach diesem Jesu nannten, und mit erhabnem Heldenmuth auch auf der Folter, in der Gluth getreu noch ihren Gott bekannten? 5. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! Der Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes ehrne Bande, lebt ewig, und sein Glaube siegt. Sein Glaube, diese zarte Pflanze, grúnt aus verströmtem Blut hervor, und hebt im Sturm das Haupt empor mit immer ungeschwächtem Glanze. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern. Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, dessen Fortgang hindern. Dir können deine Haffer nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in dieser Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empóren, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Laß sie mit uns gen Himmel schaun, und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen 245. Die Feinde deines Nuh' in deiner Gnade finden. Mel. Wo Gott der Serr nicht bei. Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, starker Gottes- Sohn, beschükest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns, weil wir leben. 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich fertiger 6. Was lehnt ihr denn, ihr Nationen, euch gegen Christi Predigt auf? Ihr Völker, und ihr auf den Thronen, am Kreuze sammelt euch zu Hauf! Wo sind die Feinde? Schon verschwunden! Und alle Völker müssen sehn, der Mensch kann Gott nicht widerstehn, und Christi Reich hat überwunden. Christliche Kirche.ne uns dein Gesek erfüllen. Ge- ewig durch sein Wort besteht. horsam deiner Vorschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden. 7. So wird dein Volk dir unterthan und lernt die Sünde meiden; du führest es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden; und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. Von ihren Bergen funkelt der Wahrheit Sonnenlicht, das, niemals mehr verdunkelt, durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen die gläubge Schaar des Herrn; sie reinigt ihr Gewissen, gehorcht und dient ihm gern. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, o Jesu, deine Frommen. Es kommt der Tag, deß freun sie sich, da du wirst wieder kommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 3. Die Krone der Belohnung winkt jedem Búrger dieser Stadt, der hier sich seine Wohnung erwählt, und treu gestritten hat. Errettet vom Verderben, eilt er in hoher Ruh', und freudig selbst im Sterben, dem Vaterlande zu. Da wird er, zu den Frommen, die schon des Lohns sich freun, vom Vater aufgenommen, vollkommen selig seyn. 4. Frohlocke, Kirche! singe, Mel. un lob', mein Seel', den. 246. Fest steht zu Gottes erhebe deines Königs Ruhm! Ruhme die Kirche, die geweihte Stadt, die ihm zum Heiligthume des Menschen Sohn erbauet hat. Bedeckt mit seinen Flügeln, freut sie sich ihres Herrn; er wohnt auf ihren Hügeln, in ihren Tempeln gern. Oft stürmten schon die Wogen des Krieges gegen sie. Umsonst! die Feinde zogen zurück, und siegten nie. Breit' aus sein Reich, und bringe, die draußen sind, in's Heiligthum, daß sie gereinigt werden, daß sie, von dir erhellt, ihm dienen, und auf Erden gern thun, was ihn gefällt, bis alle deine Scheuern voll Garben sind, und wir, der Aerndte Fest zu feiern, vereinigt all' in dir! 173 Mel. Die Tugend wird durch)' s K. Noch irren viele o Quell des Lichts, 2. Auf Felsengrund erbauet, ist sie zur Gottesstadt erhöht, 247. die ihm allein vertrauet, und Nationen, Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 174 in Dunkelheit. Uns, die in deinem Lichte wohnen, umzieht die Wolke sünd'ger Zeit. Herr, in der Wolke Nacht und Schauer Mel. Gott des Himmels und der. ist doch ein Funke, der noch 248. Herrlich ist's in glimmt; du hast den Tag, die Nacht, die Dauer von beiden ewiglich bestimmt. deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Lust der Welt entweiche- dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugesellt. Fromm zu wandeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 2. Es tón', o Herr, dein Lob die Erde! die Erd' ist auch dein Eigenthum. Vom Nordpol bis zum Südpol werde sie deiner Liebe Heiligthum. Des hohen Nordens Bürger lalle sein Lied dem Eisgestade vor; aus Saba's lauen Lüften walle der Hirten völker Dank empor. 3. Es weih' an fernen Meereswogen der Wilde dir sein staunend Herz. Zu dir bei'm stillen Friedensbogen weiß er die Kindlein himmelwärts. Und eh' zur That die Rache schreitet, dämpf er den tiefen Haß und Groll, und geh' als Freund dem Feind zur Seite, verzeihend, sanft und liebevoll. 4. Ich schwinge mich auf dde Hügel; schon seh' ich Blumen drauf erblühn. Im Geist seh' ich die goldnen Flügel der neuen Morgenröthe glühn. Der Aufgang und der Abend grüßen und Mitternacht und Mittag sich, und Alles sinkt zu Jesu Füßen, lebt selig in ihm ewiglich. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein heilger Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge, nur von Liebe wallt dein Herz; und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weibt! 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten Friede schwebt um deinen Thron. In Pallásten, in nd - Christliche Kirche. den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, Jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rustet sich der Spotter Heer: ach! sie nahen sich dem Falle, toben, spotten bald nicht mehr. Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fanten in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jeht noch blickt dein Unterthan hoch entzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, sehen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! 175 den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft, zúnd' an der rechten Andacht Kraft, uns beilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prachtig! 2. O seht! in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht; ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Biel, und haben's nicht gesehen. Selig, selig, wer da siehet, was entglühet Gottes Strahle, Himmelslicht im finstern Thale! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar; in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. ,, Wo bleibst du, Licht von Anbeginn? Ach, Húter! ist die Nacht bald hin? bald da des Aufgangs Stunde?" Singet, singet: Treuer Hüter, Lichtgebieter, du schläfft nimmer! Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zum Auserfornen bringt der Schein: ,, Steh' auf! du sollst mein Rüstzeug seyn; dich rust des Reiches König!" Da schallt's: Mel. Wie schön leuchtet der M. 249. Komm, tomm, du ,, Die Wahrheit macht euch frei, Licht in Gottespracht, den Tag, die Nacht ist hin, der Tag bers Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 176 bei" und Jubel hallt vieltonig. Herr, Herr! Ewger! treu im Halten und im Walten überschwänglich! Gott, dein Licht ist unvergänglich. 5. Es stritt mit Macht die Finsternis; die Erde bebt', der Vorhang riß; da siegt' das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron; die Kirche steht geborgen. Jesus Christus gestern, heute, und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut' auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort! Ein Hort! Jauchzt, Verklärte, jauchz', o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen! 4. Was wagst du, Welt der Finsterniß, dich wider Gott zu sträuben? Die Männer Gottes stehn gewiß; das Reich muß uns doch bleiben. Es bleibt und steht, wenn Alles wankt; dir, Herr der Herren, sei's gedankt von Allen, die da gläuben! 5. Führ' deine Heerd' auf rechter Bahn, daß nimmer sie verderbe. Zünd' Glauben, Lieb' und Hoffnung an, daß Christi Ein neues Lied singt Sinn nicht sterbe. Wir folgen dir, wir traun auf dich; hilf deinem Volke väterlich, und fegne, Herr, dein Erbe! Mel. Es ist das Seil uns kommen. 2. Er ist das rechte Gotteswort, vom Himmel uns gegeben, ein Quell, der quillet fort und fort, und fließt in's ewge Leben. Und nimmer dürstet, wer ihn trinkt; und wer ihn trank, viel Früchte bringt, gleich edlen Weinstocksreben. 3. Das Wort von Gott ist wahr und rein; kein Mensch hat es erfunden. Frei zieht es in die Seelen ein; kein Mensch hat es gebunden. Und ob der Feind viel Unkraut fåt: der Wächter wachet früh und spät bis zu der Aerndte Stunden. 250. Ein Gott dem Herrn, und rühret Zions Saiten! Wohl auf! be grüßt den Morgenstern, den Boten lichter Zeiten. Er geht den frommen Herzen auf; er Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. wandelt leuchtend feinen Lauf, 251. Eine Heerde und Ein uns himmelan zu leiten. Hirt! Wie wird dann dir seyn, Christliche Kirche. o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Heerde! mach' dich auf, und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schaflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Húter, ist der Tag noch fern? Schon ergrúnt es auf den Weiden, und die Herrlichmel. Womit soll ich dich wohl. keit des Herrn nahet dämmernd 252. Kirche Christi, breite, sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. breite deine Gränzen weit hinaus! Söhne, Tochter dir zur Seite wallen still in deinem Haus. Preis sei ewig deinen Thoren! Kinder werden dir geboren, wie der Morgenröthe Thau träufelt auf die Frühlingsau'. 177 6. O des Tags der Herrlichteit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! Mach' dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh', das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste tniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. 2. Sieh', schon eilt die Schaar der Boten, die du ausgefendet hast, zu den Sündern, Geistlichtodten, abzunehmen Schuld und Last! Selig, die du schon erledigt! Kirche Christi, ja man predigt Großes, Herrliches in dir! wachse, wachse für und für! 3. O aus aller Völker Zuns gen werde dir, Herr Zebaoth, 5. Gräber harren, aufgethan. Hallelujah stets gesungen, Lob Rauscht, verdorrete Gebeine! dem treusten Bundesgott! Eine macht dem Bundesengel Bahn! lichte Seugenwolke sammle dir Großer Tag des Herrn, erscheine! aus allem Volke! Huldigten Jesus ruft: Es werde Licht! doch nah' und fern Alle dir, Jesus hält, was er verspricht. dem besten Herrn! 52 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 178 Online du 11. Wort Gottes. Mel. Ich dank dir, lieber Serre. 253. Wohl dem, der Wohl dem, der Jesum liebet, und seinem Himmelswort von Herzen sich ergiebet! Der ruht im sichern Port. Wo Jesus Wohnung findet, da stehet Alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der leber lebensvoll. 5. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein feligmachend Wort, und stets darin mich übe; hilf, treuer Seelenhort, daß ich's in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Freud' und Schmerzen ich Frucht bring' in Geduld. Mel. Es ist das Seil uns kommen. 2. Bist du, o Mensch, verirret, ſuchst Ruhe hier und dort; hat 254. Herr, öffne felbſt dich die Welt verwirret: komm, hier ist Gottes Wort! Das wird dir klärlich weisen die rechte Tugend- Bahn, auf welcher du mußt reisen, wenn du willst himmelan. uns Ohr und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Glück und Leid, in Lust und Schmerz es aus der Acht nicht lassen. Gieb, daß wir Hörer nicht allein, nein! auch desselben Thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 3. Bist du, o Mensch, betrübet, und wirst du fort und fort in Noth und Kreuz geübet: komm, hier ist Gottes Wort! Dies wird dein Herz erquicken; und wenn auch alle Welt dich wollte unterdrücken, behältst du doch das Feld. 4. Und wirst du auch geführet an jenen dunkeln Ort, wo Todesnacht regieret: komm, hier ist Gottes Wort! Dies ist dein Stab und Stecken; halt ihn, so kann dich nicht das Todes thal erschrecken, du gehst durch Nacht zum Licht. 2. Dein Wort laß allewege seyn die Leuchte unfren Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, daß wir daraus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf bauen. 3. Gott Vater, laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! Oheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort den Glauben, Lieb' und Hoffnung! Wort Gottes. Mel. Liebe, die du mich zum Bilde. 255. Theures Wort aus Gottes Munde, das mein ganzes Herz bewegt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich Alles an, was zu Gott mich führen kann. 179 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn; schaff auch, daß, von Sünden frei, ihm das Leben ähnlich ſei. 6. Laß dein Wort, o Herr, mich trösten einst in meiner Todespein; wenn die Noth am allergrößten, laß es mir Erquickung seyn, daß ich fest im Glauben steh', bis ich dort zum Schauen geh'! Mel. Ach Gott und Sere. 2. Du, mein Paradies auf Erden, glaubend geh' ich in dich 256. Gott ist mein Hort, ein. Laß mich täglich weiser und auf sein Wort soll meine werden, daß dein heller Gnaden- Seele trauen. Ich wandle hier, schein mir bis in die Seele mein Gott, vor dir im Glaudringt und die Frucht des Le- ben, nicht im Schauen. bens bringt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Licht und Wahrheit mir entdeckt, öffne mir des Lebens Pforte, daß mein Geist, durch dich erweckt, frei von allem Menschentand, folg' in Einfalt deiner Hand! 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 4. Gieb dem Saamen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt! Mache mir die Augen wacker; und was Gottes Finger schreibt, präge meinem Herzen ein; laß den Zweifel ferne fevn! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie vers stünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Beit von dir mir übergeben. 5. Gott, deinen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt' ich nicht, wär' mir dies 2icht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden 180 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, fann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht und aus Ge= wissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Mel. O Gott, du frommer Gott. 257. Soll dein verderbtes Tags, des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! Du hast es uns gegeben. Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies! Mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte; und laß Ein endlicher Verstand kann 8. Spricht sie geheimnisvoll, so laß dich dies nicht schrecken. for f OCEDNO Wort Gottes. aus Gott. Gott nie ganz entdecken; Gott er schmäht, bleibt doch das Wort bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube was er spricht, nicht was dein Wik begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm: doch die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel krånken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Seit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein for schender Verstand, der sich der Schrift geweibt, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort! Es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die 181 mel. O Gott, du frommer Gott. 258. Gel Gelobet feist du, Gott, für deines Sohnes Lehre! Gieb, daß ich sie auch gern mit Fleiß und Andacht höre! Ja, mache selbst mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 2. Nie müsse mein Gemüth statt Wahrheit Irrthum wählen, und deiner Lehren Sinn leichtsinnig sich verhehlen. Leit', Allerhöchster, selbst den forschenden Verstand; so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr. Laß mich's von Herzen glauben, und mir nicht seinen Trost durch Ungehorsam rauben. Wer hier nach deinem Wort gewissenhaft sich hält, der kommt zum wahren Glück hier und in jener Welt. 259. Der du dein Wort mir hast gegeben, wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben; durch Christum schenkst du Weisheit mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt' ich nicht, Jesu Christe, dich. 182 Gottes Werke und Gnadenwohlchaten. 2. Auf ungewissen, finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Strafe scheun; ich fånde keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Ja, du hast mich den Finsterniffen des Irrthums und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; dein Licht zer- keit und Klarheit. streut des Zweifels Stacht. Du 3. Wirf dich, sterbliches Gezeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod' entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dein Antlik sehn. schlecht, dankend ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läßt dein Gott dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret. Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 5. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen stets mit größrer Lust, und keines Spotters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! dein Heil erfreu' im Tode mich! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Der die Himmel aufgebaut, kann der jemals lügen? kann er den, der ihm vertraut, wie ein Mensch betrügen? Dinge! alle Wahrheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. mel. Schwing dich auf zu deinem. 260. Der du felbst die Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge! Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtig Wort Gottes. 183 2. Wie kräftig ist dein Wort, Gott! Millionen Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten, im Leben frohen Muth, im Kreuz Ge= laffenheit, im Alter Trost und Kraft, im Tode Freudigkeit. 3. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erschüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spotters Seele zittert; dem Christen wird der Tod der Seinigen versüßt, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben liest. 4. Wer fühlt nicht Gottes Geist sein Innerstes bewegen? wer nicht des Glaubens Kraft und der Erbauung Segen, der mit dem selgen Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Undacht weiht? 5. So kann kein menschlich Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich, rührend nicht den Weg zum Himmel weisen; durch keine Redekunst wird so das Herz erMel. Was frag' ich nach der Welt. 261. Von Herzen preip quickt, zu jedem guten Werk so willig und geschickt. ich dich, Gott! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk anbetungsvoll verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 6. Wehre jedem Wahn, der sich wider Gott empöret, wider seinen Geist, der dich sein Geheimniß lehret. Web' dem Spotter, der sich bläht, mehr, als Gott, zu wissen! Er wird einst, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werden's nicht vertreiben. Könige sind vor dir Staub, wenn sie sich empören; find des schnellen Todes Raub, sie mit ihren Heeren. 8. Du bist Wahrheit! ewig soll nichts von dir mich trennen; nicht die Welt, von Arglist voll, mich erschüttern können. Sollt' ich hier auch um dein Wort Schmach und Trúbsal leiden: so belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. 6. Der Unchrist mag dein Wort mit Spott und Hohn belegen o Gott, mir bleibt es doch mein größter Schak und Segen. Es soll mein Herz erbaun, mich stärken und erfreun, - Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. am Morgen mein Geschäft, am Tag' mein Führer seyn. 4. Sie ist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer 7. Zur Ehrfurcht für dies lieben lehrt. Ich darf getrost Buch laß deinen Geist mich ihn Vater nennen, darf sicher rühren, mich seine ganze Kraft sevn, daß er mich hört. Der an meinem Herzen spüren. Wer Alles kann und Alles thut, der deine Lehre hält, fühlt ihre große, große Gott ist gut! Göttlichkeit. Herr, für dein 5. Sie lehrt mich glauben, Lebenswort sei stets gebenedeit! lieben, hoffen; sie hebt mich über Raum und Zeit. Mir stehen alle Schranken offen; ich lebe für die Ewigkeit. Wenn mir die Sinnenwelt entweicht, dann ist mein erstes Ziel erreicht. 184 Mel. Ich will dich lieben, meine. 262. D Himmelswort, von Gott gegeben, wie bist du meinem Herzen werth! Wie bist du Hoffnung, Trost und Leben dem, dessen Herz dir an gehört! Wie bist du eine Kraft aus Gott, du Ruh' im Leben, Ruh' im Tod'! 2. Zwar seh' ich's nur in dunkler Ferne, was Gott den Seinen dort verheißt; doch hebt sich einst hoch über Sterne zu einem hellern Licht mein Geist. Von Angesicht werd' ich ihn schaun, ihn, Jefum Christum, mein Vertraun. 6. Sie ist es, die auf allen Wegen mir Licht verbreitet und mich lenkt; sie ist es, die im Glücke Segen, im Unglück Kraft und Muth mir schenkt; wo nichts, gar nichts mehr trösten kann, da hebt ihr rechter Trost erst an. 7. Ja du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab; dann strahle du, des Lebens Sonne, vor mir in's Todesthal hinab. Mein erster Laut am Throne dort sei Dank für dich, o Himmelswort! 3. D zeigt mir eine beßre Lehre, ihr Spitter, die ihr sie verhöhnt! die so des Lebens Mel. un laßt uns Gott, dem S. Führer wäre, den Menschen so 263. Wer Ohren hat, mit Gott versöhnt; die eine folche Tugend lehrt, und solche Hoffnungen gewährt! der höre die reine Gotteslehre, die der, der uns entsündigt, durch Geist und Kraft verkündigt. Wort Gottes. 2. Forscht in der Schrift! Erfahret, wie Gott sich offenbaret dem, der ihn sucht und gläubet und in der Liebe bleibet! 3. Den Blöden und den Schwachen will er sich kennbar machen; nicht nur der Geist der Weisen, auch Einfalt soll ihn preisen. 4. Der Demuth stilles Sehnen, der Andacht Inbrunst- Thránen eröffnen uns die Pfade der Wahrheit und der Gnade. 5. Wir müssen Kinder werden; die Weisheit dieser Erden mit ihren stolzen Höhen mag nicht vor Gott bestehen. 6. Ein Grundstein ist geleget, der das Gebäude tråget; er ist der Weg, das Leben, der Weinstock, wir die Reben. 7. O laßt an ihm uns bleiben, auf daß wir Blüthen treiben, und Kraft von ihm empfangen, mit edler Frucht zu prangen. Mel. Was Gott thut, das ist wohls. 264. Dein Wort, o Herr, ist milder Thau für trostbedürftge Seelen; laß feiner Pflanze deiner Au' den Himmelsbalsam fehlen! Erquickt durch ihn, laß jede blühn, und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Saamen tragen. 185 2. Dein Wort, Herr, ist ein Flammenschwerdt, das Felsensinn bezwinget, ein Feuer, das im Herzen zehrt, und Mark und Bein durchdringet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt auch Thoren hin zum Herrn, und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch' uns nicht und leucht' in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade; es zeigte mir den Weg zu dir, und leuchtet meinen Schritten hin zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt' ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wende ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte! Noch hör ich dein: ,, Komm', du bist mein;" du riefst mir nicht vergebens dies Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens: bund; dein Wort wird nicht vergehen. Nie weich' es uns aus Herz und Mund; hilf uns im Glauben stehen; laß immer 186 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. fort dein heilig Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, wars nen, leiten! 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist, und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft! 5. Wort des Lebens, start und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag' erwacht! Mel. Meine Seele Gott erhebt. 265. Walte, walte nah' und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält, und aus seinem Schooß herab seinen Sohn zum Heil uns gab! models we 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weggenommen hat!| Strahl! du mich dir zum Eigenthum erkaufer, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Stärke mich, wie du zu handeln, als ein wahrer Christ zu wandeln! 6. Auf zur Aerndt' in alle Welt! weithin wogt das reife Feld; klein ist noch der Schnitter Sahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Aerndte, groß und gut, weck' zum Werke Lust und Muth, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes 12. Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.| und Leiden, daß sie mich von 266. Mein Erlöser, der dir nicht scheiden! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm kann uns nicht im Tode trösten. Nur ein wahres Christenthum führt zur Wonne der Erlösten, läßt, wenn wir im Glauben sterben, uns des Him2. Laß mich, Herr, den schma- mels Freuden erben. len Weg durch die enge Pforte gehen! laß auf deines Wortes Steg ernstlich Herz und Auge sehen! gieb Geduld in Kreuz 4. Allem, Herr, was dir gefällt, will ich denn mich ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger con Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 187 5. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 6. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, nicht dir ein Herz voll Liebe weihn? nicht gern auf deine Stimme hören? nicht kindlich dir gehorsam seyn? Was dich entehrt, sei fern von mir! geheiligt fei mein Leben dir! leben, daß auch ich, wenn ich einst sterbe, das verheißne Leben erbe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 267. Ich bin getauft, nach Jesu Lehren dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier und ewig zu erfreun. 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht der Christen mein; du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein, und thatest in der Folgezeit an mir noch mehr Barmherzigkeit. 3. Es öffnete mir das Verständniß durch's Evangelium dein Geist. Er leitete mich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehrt und preist, und welches Heil dein gnådger Rath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht, von Leichtsinn hingerissen, undankbar dich mein Herz vergaß, erinnertest du mein Gewissen an seine Pflicht ohn' Unterlaß, und wecktest mich zum Tugendlauf durch deine Wahrheit mächtig auf. 7. O stehe nur mit deinem Geiste, wie du verheißen hast, mir bei, daß ich, was ich versprech', auch leiste, und treulich dir ergeben sei; und fehl ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht. 8. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sichrem Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott. 268. Du wieſest, Jesu, nicht die Kleinen, die dir die Aeltern brachten, ab; erkanntest sie auch für die Deinen, und fabst voll Huld auf sie berab. 188 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. bin, daß ich ihn zum Vater habe, einst von allen Sünden rein, ewig, Vater, ewig dein! 2. Dir sei auch dieses Kind 4. Jch, ein Sünder von befohlen! Du nimmst es auf, Natur, ich Gefallner soll auf dein Wort ist wahr. Wir brin-| Erden eine neue Creatur, kann gen's, wie du selbst befohlen, und soll Gott ähnlich werden. dir in der heilgen Taufe dar. Heilig, heilig will ich seyn; O segn' es, Vater, Sohn und Jesus und sein Geist ist mein. Geist, wie uns dein theures Wort verheißt! 3. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein. Du weihest es in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein. O felig, kennt es einst den Werth des Glücks, daß es dir angehört! 5. Ich gelobt' es; und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn. 6. Das ist Gottes Bund mit mir; das hat Jeſus mir verdir, dir sollt ich mich nicht ents heißen: und ich sollte, Sünde, reißen? Ja, ich will, ich will nicht dein, ich will meines Gottes seyn. 7. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge; und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 8. Hore mich! denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erfaufet, bin auf dich, um dein zu sevn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn! Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir, und wißt, das Himmel reich ist ihr! Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 269. Ewig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Deffen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein. 2. ,, Lehrt die Völker, taufet die, welche gläubig werden wollen; tündigt's Allen an, daß sie ewig felig werden sollen!" Jesus sprach's; und er ist mein! Ewig werd' ich selig seyn. 3. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 189 Mel. Christus, der ist mein Leben. 270. Bater, nimm zum Bunde dies Kindlein gnddig auf! Ihm leuchte diese Stunde im ganzen Lebenslauf. 2. Sohn Gottes, sieh', wir legen dies Kindlein an dein Herzi du wirst es liebend pflegen in Freuden und im Schmerz. 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten. Ach! du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rústen! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Troster! Dreieiniger Gott! Laß fie Mel. Mitten wir im Leben sind. 271. Stärke, Mittler, ihre Feinde, alle Hasser ihres Heils weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß sie, deine Theurerlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Zähl sie zu deinen Todten! Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergånglich Reich! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren. großen Eid bei deinem Namen! 3. Geist der Wahrheit, bilde sein Herz für Heiligkeit; durch Wahrheit, Reinheit, Milde leit es zur Seligkeit! stärke sie, deine Theurerlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie stehn und schwören Alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Hei liger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren großen Eid bei deinem Namen! weihn. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jesu Tod und wahrer Tugend! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten! aber treulos ließen sie ihre Lieb' ertalten. Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese seyn, die sich jest dir schwörend Mel. Der Herr ist mein getreuer. 272. Die hier vor deinem Antlik stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. wir für sie flehn, erbarmend auf met. Wer nur den lieben Gott. fie nieder! gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das 273. Herr! dir gelob' ich dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich auf's neue zu deinem ewgen Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet seyn. 190 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren: wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen! 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubenszuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Noth; dies reize fie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüfte regen! Laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis an's Ende! T 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig' ihnen, die auf alle Zeit jest Treue dir geloben! Der Blick múß ihnen Kraft verleihn! Herr, fegne sie! denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit! 2. Nimm, Bundesgott, von deinem Kinde den theuren Eid der Treue hin! Versuchet mich hinfort die Sünde: so will ich ihre Neke fliehn, will jung mich schon der Tugend weihn. Sieh! dieser Tag soll Zeuge seyn. 3. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir in der Taufe gab; hab' ich zwar Beßrung oft versprochen, und ließ doch nicht vom Bösen ab: Herr! reuvoll denk' ich nun daran; nimm gnädig dies Versprechen an: 4. Nie will ich wieder treulos werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, kein Unglück soll mich dir entziehn. Weich', eitle Welt! weich', Sünde, weich'! Gott hört es, jeßt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, Gott höret mein Versprechen; tief sieht er in mein Herz hinein. Würd' ich, was ich gelobe, brechen, so würde mein Gewissen schrein; und in Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 191 auf's neue zu deinem ewgenEigen= thum. Von deinem guten Geist allein will ich binfort geleitet seyn. ( Die Gemeine.) das schreckenvolle Grab sänk ich dann ohne Trost hinab. 6. Regiere du, o Gott! mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sei! denn ohne dich ist immerdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 7. Einst werd' ich, Herr! vor deinem Throne mich dieses Tags des Bundes freun; geschmückt mit jener Siegeskrone werd' ich dann ewig selig seyn. O welch ein Heil! wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! 3. So lang' ihr auf der Erde lebt, sei dieser Tag euch heilig! so oft Versuchung um euch schwebt, sei dieser Tag euch hei= lig! Ihr schwöret heute Gott, dem Herrn. Weicht nicht zurück! Nah' oder fern reizt euch die Sünde wieder. Weicht nicht zurück! Sein Eigenthum seid ihr; o lebt zu seinem Ruhm, ihr, seines Leibes Glieder! ( Die Kinder.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. ( Die Gemeine.) 4. Nie will ich wieder treulos werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine 274. Auf, junge Christen, Lust der Erden, kein Unglück soll mich dir entziehn. Weich', eitle Welt! weich', Sünde, weich'! Gott hört es, jeßt entsag' ich euch. ( Die Gemeine.) auf zum Streit! der Herr wird für euch streiten; er wird zu feiner Herrlichkeit euch stärken, vollbereiten. Auf, scheuet nicht des Kampfs Gefahr! die Hand des Herrn hilft wunderbar, und führt zuletzt zum Lohne. Was ist der Wallfahrt kurze Zeit? Was ist der Augenblick im Streit? Ist's nicht der Weg zur Krone? Mel. Wer nur den lieben Gott. ( Die Kinder.) 2. Herr, dir gelob' ich neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich 5. So gehet zum Altar hinan, empfangt, empfangt das Leben! Mehr, als die Welt euch geben tann, wird Jesus Christ euch geben. Für euch hing er am Kreuz und starb im heißen Kampfe, und erwarb euch, was die Sünde raubte. Euch floß sein Blut; drum kommt ihr nicht, Versöhnte Gottes, in's Gericht. Heil dem, der an ihn glaubte! 192 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. un lob', mein Seel', den. 275. Ach schreib' in's Buch des Lebens, o Herr, auch ihre Namen ein; und laß sie nicht vergebens dir, Jesu, zugezählet seyn! Es lösche nie die Sünde sie aus der Deinen Reihn! schreib' es jedem Kinde recht tief in's Herz hinein, daß theuer seine Seele durch dich erlöset ist; und Keiner, Keiner fehle im Himmel, wo du bist! s 277. Wachet über euren Glauben! last nie die Welt ihn wieder rauben; das Wort von Gott sei euer Licht. Schaut, wie Viele irre gehen, nicht mehr mit ihm im Bunde stehen; sie beteten und wachten nicht. O betet, kämpft und wacht bis zu der Todesnacht! Er wird kommen, mit ihm sein Lohn; zum Gnadenthron führt uns der eingeborne Sohn. Mel. Christus, der ist mein Leben. 276. Wir flehn um deine mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. ( Die Kinder.) Gnade; Nichts sind wir ohne dich! Leit' uns auf rechtem Pfade, und schüß' uns mächtiglich! 2. Wir flehn um deine Wahrheit in unsers Irrthums Nacht; durch dich nur wird uns Klarheit in unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden; die Sünde bringt uns Angst. Dein Heil sei uns beschieden, das du am Kreuz errangst! 4. Wir flehn um deine Stärke; du weißt, wie schwach wir sind. Zu jedem guten Werke hilf jedem schwachen Kind! Mel. Wachet auf, ruft uns die. ( Die Gemeine.) 5. Wir flehn um deinen Segen zum heilgen Bundestag; gieb, daß auf deinen Wegen dir Jedes folgen mag! 2. Gieb, Herr, uns Kraft durch deinen Tod, getreu dir anzuhangen, und, ob uns auch die Welt bedroht, nie vor ihr zu erbangen. Uns bleibe Ruhm die Kreuzesschmach; wir folgen dir, Erlöser, nach. Dem Treuen glänzt die Krone. ( Die Gemeine.) 3. Wachet über eure Liebe! O daß sie stets ein Feuer bliebe, das läuternd flammt in eurer Brust! Nie vermag die Welt zu geben, was Christus giebt, das ewge Leben; die Welt vergeht mit ihrer Lust. O werdet nimmer lau! Er führt zur grünen Au', zu der Quelle, die Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 193 mel. Wie schön leucht't uns der M. ( Die Gemeine.) ewig fließt, sich voll ergießt, wo ihr vom Lebensbaum genießt. ( Die Kinder.) 4. Durch's Dunkel führst du uns zum Licht; wie könnten wir verzagen? Wir baun auf dich mit Zuversicht; uns wird der Morgen tagen. Und geht es auch durch Todespein- wir ziehn mit dir zur Heimath ein; uns kann der Tod nicht scheiden. ( Die Gemeine.) 5. Ueber eure Hoffnung wachet! Ob auch der Spötter euch verlachet. Gott winket, und er finkt in Nacht. Wie ein Fels in Ungewittern, steht fest der Christ, wenn Spötter zittern; denn er, der treue Hüter, wacht. Ist doch das Leid der Zeit nicht werth der Herrlichkeit, die dort glänzet. Wir siegen weit in Ewigkeit; du hältst die State uns bereit. 278. Tag des Heils! segne sie, die, Herr, uns deine Huld verlieh, in deinem Himmelsbunde! Hier sind sie, hier ist dein Altar. Hier weihe selbst der Deinen Schaar, und heilig sei die Stunde, ewig heilig! Tod und Leben kann sie geben. Heil den Seelen, die das Leben treu erwählen! ( Die Kinder.) ja 2. Gott, unser du!- wir alle dein! Fest soll des Bundes Siegel seyn. Wer will von dir uns trennen? Was fromm die Seele glaubt und liebt, in Noth und Tod uns Hoffnung giebt, das soll der Mund bekennen. Viele Zeugen wollen hören, was wir schwören; du willst zeugen, du, vor dem sich Engel beugen. ( Die Gemeine und die Kinder.) 6. Gieb du uns Kraft, daß wir bestehn im Kampfe mit den Sünden, daß Keiner möge von dir gehn, und Alle überwinden! Stehst du uns bei, dann siegen 3. Auch Kindern kam die lehte Nacht. Wer hat bis hieher uns bewacht? bis hieher uns geleitet, gesegnet unsre Blüthenzeit, uns frühe seinem Reich geweiht, uns diesen Tag bereitet? Preis dir, höchster Vater wir; drum halten wir uns, droben! Dir aben wir auf's Herr, zu dir. Nur du bist neue, dir aux wig Christen. unser Leben! treue. - J Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ( Die Gemeine.) 4. Auf ewig dir, du guter Hirt! Was hätten wir, von 5. Flieht, Sünde, Welt! Sie dir verirrt? Was sind der sind des Herrn. Sei schwer der Sünde Gaben? In Freude Kampf, die Krone fern- hilf Schmerz, in Fülle Noth, in ihnen überwinden! Du GottesEhre Schmach, im Leben Tod! geist, gieb Schwerdt und Schild! Herr, laß nur dich uns ha- Laß nimmer dieses Tages Bild ben! Jesus Christus! o du aus ihren Herzen schwinden! Treuer, wolltest theuer uns Warne, tröste! Keiner falle! erretten, daß wir Leben, Frie- Alle, alle führ' hienieden segnend den hätten. zu des Himmels Frieden! 194 13. Heiliges Abendmahl. ( Beim Hingang zum Altar.) Mel. Gott sei gelobet und gebened. 279. Schaffe in mir, Gott, 281. Gott geb' uns allen ein reines Herze, und gieb mir einen neuen gewissen Geist! 2. Verwirf mich nicht:: von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß die Sveif uns nicht gereue! Herr, erbarm' dich unser! Herr, dein beilger Geist uns nie verlaß, der uns geb' zu halten rechte Maaß, daß dein' arme Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit! Herr, erbarm' dich unser! 3. Tröste mich wieder:: mit deiner Hülfe, und der freudige Geift erhalte mich dir! 280. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, 282. Schmücke dich, o liebe der du trägst die Sünden der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe Lamm Gottes, der du tragedie Sünden der Welt, gieb uns deinen Frieden! Seele! laß die dunkle TrauerHöhle! Komm! An's helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! denn der Herr, voll Heil und Gnaden, will zu seinem Heiliges Abendmahl. st Tisch dich laden; der den Himmel kann verwalten, will jeßt Herberg' in dir halten. 2. Dürstend nach der Gnade Segen eile deinem Freund ent= gegen, der mit seiner Liebe Gaben kommt, dich, Menschenkind, zu laben. Deffne ihm des Herzens Pforte, sprich: Nach deinem Gnadenworte komm' ich, Heiland, dir zu nahen; laß mich deinen Trost empfahen! 3. Ach! wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach! wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach deinem Tisch zu sehnen! Ach! wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß in diesem Brodt und Weine Christus sich mit mir vereine! 4. Jesu, meine Lebenssonne! Jesu, meine Freud' und Wonne! Jesu, du all' mein Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! hier fall' ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preiſe! Heil und 5. Herr! es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben, und den Himmel auf 195 geschlossen durch dein Blut, für uns vergoffen, das uns jett tann fráftig trånken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brodt des Lebens! hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir wohl gar zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seeleneffen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jest auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden! Mel. un lob, mein Seel', den. 283. De em Worte deines Mundes will ich, o Herr, ges horsam seyn, beim Mahle deines Bundes dir meine ganze Seele weihn. Die bångste deiner Nächte schwebt meinem Geiste vor; das Brodt brach deine Rechte, den Kelch hielt sie empor. Deß will ich jest gedenken, da du, mein höchstes Gut, mich speisen willst, mich trånken mit deinem Leib und Blut. 2. Wie kann ein Mensch ergründen die Wunder deiner Lieb' und Huld! Du selbst willst dich verbinden mit mir, dem Sünder voller Schuld. Du, der da ewig lebet, du kommst, an Gnade reich, zu mir, der bald verschwebet, dem flücht'gen Schatten 31 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. gleich. Du läsfest dich hernieder, ewges Leben giebt, ist auch für ziehst mich zu dir hinan; was mich gestorben. Mein ganzes geb' ich, Herr, dir wieder, das Herz frohlockt in mir; o Vater, dir gefallen kann? ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu' mich deiner Vaterhuld erfreu'! Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich stets dir dankbar seyn! 3. Ein Herz, von Reu' zerschlagen, das sich an deine Gnade hält, voll Eifers, zu entsagen der Sünd' und aller Lust der Welt, das wirst du nicht verachten; das, Jesu, bring' ich dir. Nach deinem Reiche trachten hilf du nun selber mir, und stärke mein Vertrauen, daß ich nach dieser Zeit dein Antlik werde schauen dort in der Ewigkeit! 196 4. O seliges Genießen! Himmelsbrodt! o Himmelstrank! Gebeugt zu deinen Füßen, sing' ich dir, Jesu, Preis und Dank. Fahr hin, du Weltgetümmel, mit deinem eitlen Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem ewgen Vaterland. Dort nur ist wahres Leben; dort werd' ich, Herr, dich sehn, wo Engel dich erheben und dir zur Rechten stehn. 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme nie mir aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft bast du, mein Mittler, mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geist auf ewig nüßt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich! wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir. O wirk' ein gläubig Herz in mir, ein kindliches Gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dúrren Land, bei deiner Liebe Unterpfand nach Mel. Serzlich lieb hab' ich dich. 284. Gelobet feist du, deiner Gnad' und Güte. Ich großer Gott! gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie hast du, Gott, fühle, Herr, was mir gebricht; o stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist auch mich geliebt! Er, der uns und mich vom ewgen Tod bes sing Heiliges Abendmahl. s freist! Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei fest in mir! so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir außersehen. Auch mir zum herrlichsten Ge winn gabst du dein Leben willig hin; drum hör auch jest mein Flehen: Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja durch den Glauben wohn' in mir! so nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Bessrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! verlaß mich nicht! so komm' ich einst nicht in's Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir! Der Freuden Fülle ist bei dir; laß mich sie einst ge= nießen! Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets beilig sei, daß ich, bis in den Tod getreu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt! Herr, mein Heil, sei stets mit mir! sei stets mit mir! so komm' ich einst gewiß zu dir. 197 du Freundlichster von Allen, las dir mein Lob gefallen! 2. Wie kann ich würdig schäßen dies heilige Ergößen und dieſe theuren Gaben, die hier die Seele laben? 3. Wie soll ich dir doch danken, o Herr! daß du mich Kranken hier speisest und mich tränkest, ia selber dich mir schenkest? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todes- Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. Dir dank ich für dein Sehnen und mild vergoßine Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben. Dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jeht schmecket mein Ges múthe, Herr, deine große Güte; dies theure Pfand der Gnaden tilgt meiner Seele Schaden. 8. Du, du hast mich erwählet, den Deinen zugezählet. O Liebe, du mein Leben! was kannst du Beßres geben? Mel. lun laßt uns Gott, dem S. 9. Herr, laß mich nie vergeffen, laß täglich mich ermessen, 285. D Jefu! meine was durch die Himmelsspeiſe Wonne, du meiner Seele Sonne, mir deine Huld erweise! Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 10. Hilf, Herr! daß meine Licht gebracht; dank ihm für Seele dich stets zum Leitstern diese Liebe! wähle! Stets laß mich mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 11. Laß mich die Sünde mei den, laß mich geduldig leiden, mit Andacht beten lernen, mich von der Welt entfernen! 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wieder kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken! 12. So kann ich nicht ver derben; so werd' ich selig sterben, und freudig auferstehen, o Jesu! dich zu sehen. 198 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herden lassen; mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umMel. Es spricht der Unweisen m. 286. Halt im Gedächt- fassen. Dein Abendmahl verniß Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, dein Bruder hier zu werden! Vergis nicht, daß er dir zu gut hat mehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit fester Treue diene! Mel. Mein Serzens- Jesu, meineLust. angenommen Fleisch und Blut; 287. Wie heilig ist die dank ihm für diese Liebe! 2. Halt' im Gedächtnis Jesum Christ! Er hat für dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod er standen, und nun zur Rechten Gottes ist! Er hat von Todes: banden und aus der dunklen Grabesnacht Befreiung an das Son Habana State Lier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, den ich jest offen fehe. O Lebensthor! o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern, und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrodt, dies reiche Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Noth und alle Qualen weichen! O Brodt, das meine Seele nährt! o Manna, das mir Gott gewährt! dich will ich jetzt genießen. Heiliges Abendmahl. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und Himmels- Freud' erfüllet! O Lebenstrank! o heilges Blut, das einst gefloffen mir zu gut! dich will ich jetzt 288. empfangen. 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein! welch Heil hab' ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein! mit ihm werd' ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben! NG hoch beglückt, will ich nun immer leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! 5. O wär' doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu! komm' und heilge mich! was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe! Von dir sei ganz mein Herz erfüllt, und laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben. In dir, der mich so 199 Mel. Mein Jefus lebt, was soll ich. Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner leßten Trauernacht das Denk- Mahl deiner Todesleiden zum Quell des Heiles uns gemacht, nimm unsers Dankes Opfer an für das, was du an uns gethan! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtniß bei uns neu. Wir sehen dich dein Blut vergießen, sehn deine Lieb', im Sterben treu. Erneuert fühlet unser Herz dein Leiden, deinen Todesschmerz. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief ist zerrissen, daß Gott auf uns in Gnaden blickt, und uns, durch dich mit ihm versöhnt, als Kins der mit Erbarmen krönt. 4. Das Band wird fester hier geschlungen, das dich und uns zusammenhält. Von Sehnsucht, Herr, nach dir durchdrungen, schwingt sich das Herz zur bessern Welt. Die Liebe, die dich dankbar preist, eint uns mit dir in Sinn und Geist. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Dies Brodt kann wahre mel. An Wasserflüffen Babylon. Nahrung geben, und dieser Kelch 289. Ich komme, Herr, erquickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dies geneußt. Wir fühlen neue Gottes- Kraft zur Uebung guter Ritterschaft. 6. Wir treten hier in engre Bande mit deines Leibes Gliedern ein, daß wir in einem Gnadenstande Ein Herz und Eine Seele seyn. Wie hier Ein Brodt uns alle speist, fließt auch zusammen unser Geist. und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Chron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh', und finde sie im Glauben der Erlösten. 200 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Leib, iekt schwachheitsvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß nach kurzer Pilgerzeit ein ewges Heil uns ist bereit. 8. O Jesu Christ, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dein Mahl ist unter allem Leid ein Vorschmack jener Herrlichkeit. 9. Dir sei Lob, Ehr' und Preis gesungen für solcher Gnade Heiligthum! Dort, wo der Engel reinre Zungen lobsingend preisen deinen Ruhm, dort, wo der Geist dich selber sieht, singt würdiger dich unser Lied. het 2. Dich bet' ich zuversichtlich an! Du bist das Heil der Súnder, haft ihre Schulden abgethan; und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil verdienet. Für mich hast du dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sün den, und läßt an seinem Tische hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon; getrost, spricht liebreich Gottes Sohn, die Schuld ist dir vergeben! Doch du, in meinen Tod getauft, mußt dem, der dich so theu'r erkauft, von gan= zem Herzen leben. Donos Helliges Abendmahl. me 4. Ja, Herr, mein Glück ist vereine durch des neuen Bundein Gebot; ich will es treu des Speise auf so wunderbare erfüllen, und bitte dich durch dei- Weise! O wer darf sich unternen Tod um Kraft zu meinem winden, dies Geheimniß zu erWillen. Laß mich von nun an gründen? würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 290. Múde, fündenvolle Seele, mach' dich auf, erlöste Seele! komm, Vergebung zu empfangen! denn dein Licht ist aufgegangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen und dich seines Todes freuen. 2. Wie vom Tod Erlöste pflegen, eile deinem Arzt entgegen! Daß er dich der Sünd' entlade, schenket er dir Gnad' um Gnade. Komm! es ist des Mittlers Wille; komm und schöpf aus seiner Fülle! Daß er dich der Sünd' entlade, giebt er heute Gnad' um Gnade. 3. Herr, ich freue mich mit Beben; laß mich Gnad' empfahn und Leben mit der glaubenden Gemeine, daß mit ihr sich Gott 201 4. Gottmensch, laß mich würdig nahen, Leben, Leben zu em-= pfahen! Ach wie pflegt' ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach wie hat mich so gedürftet, Gott, nach dir, mein Gott, gedürstet! Laß, Geopferter, mich nahen, Leben, Leben zu empfahen! 5. Du, dem unsrer Todten Schaaren, die wie wir auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters, Licht vom Lichte, Lamm, dem tödtenden Gerichte hingegeben, Heil der Sünder, Retter, Todesüberwinder! 6. König, Hoherpriester, Lehrer! du mein mächtiger Bekehrer, du für meine Schuld Verbürgter, Gottgeopferter, Erwurgter! Hier fall' ich zu deinen Füßen; laß, laß würdig mich genießen diese deine HimmelsSpeise mir zum Heil und dir zum Preise! 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Gottmensch, mit Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. erstrittest, als du unaussprech- Nehmt hin und trinkt zum lich littest, als dich Todesschweiße ewgen Leben! Ererbt, ererbt deckten, dich die Schrecken Got- des Mittlers Reich! Wacht! tes schreckten, als du blutetest eure Seele sei bis in den Tod verlassen, ach von Gott, von getreu! Amen, Amen! Der Weg Gott verlassen! ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Nichter krönt. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, vor dem Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freud' in vieler Tode Qual. Sei, Herr, der Deinen Licht, und stärk uns, daß wir nicht deines Mahles hochheilig Pfand entweihn, Mel. Wachet auf, ruft uns die. 291. Herr, du wollst uns gewandt von dir, umkehren in die Welt. vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten! uns, o Gott! Sei mitten unter mel. Jefus lebt, mit ihm auch. Leben, Leben zu empfahen, laß uns, o Sohn, 292. Die ihr Christi uns würdig nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn wir sind fündenrein, find, Mittler Gottes, dein, sind unsterblich. Laß, laß uns sehn in deinen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Laufbahn lauft, theure miterlöste Brüder, all' auf seinen Tod ge= tauft, alle seines Leibes Glieder! kommt, Versöhnte, kommt, er= neut euren Bund der Seligkeit! ( Chor.) 202 8. Deines Heils will ich mich freuen; dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte! noch schau' ich in dunklem Worte. Einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich schon hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! ( Chor.) 2. Nehmt und est: das ist fein Leib, in den Tod für euch 2. Nehmt und eßt zum ewgen gegeben! Nehmt und trinkt: Leben! Nehmt hin und trinkt das ist sein Blut! er vergoß es zum ewgen Leben! Der Friede euch zum Leben. Schmeckt und Christi sei mit euch! Nehmt sehet hocherfreut eures Mittlers und eft zum ewgen Leben! Freundlichkeit! Demons Heiliges Abendmahl. st 3. Die mit voller Zuversicht, 8. Augenblick voll heilgen Jesu, deines Heils sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen! Hilf, du Herr der Herrlichkeit! Herr, fie glauben; hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. ( Chor.) 5. Nehmt und est: das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt: das ist sein Blut! er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und fehet hocherfreut eures Mittlers Freundlichkeit. 6. Hoherpriester, Jesu Christ! du bist einmal eingegangen in das Heiligthum; du bist an das Kreuz, ein Fluch, gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist, bist für sie auch eingegangen. Sprich sie los, o Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: In's Gericht kommen wir nun, Mittler, nicht! 203 Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Theures Pfand des künftgen Schauns! Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! ( Chor.) 9. Nehmt und eßt: das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt: das ist sein Blut! er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und fehet hocherfreut eures Mittlers Freundlichkeit! 10. Jesu Christi Mittler- Tod werd' in aller Welt verkündigt, Jesu Christi Mittler- Tod, der uns im Gericht entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott vers föhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seraphim umringt, unsre Tod= ten niederfallen, singet ihr Hallelujah, Mittler, deinen Golgatha. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegossen; suchtest, fandest keine Ruh'; deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach! von Blut, deines großen Opfers Blut. Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. 13. Jesus rief: ,, Mein Gott! an das Kreuz gebracht! O gieb mein Gott! warum hast du mich von deinem Todesschmerz jest verlassen?" neigte drauf sein neuen Eindruck in mein Herz! Haupt; und Gott hatt' ihn nun nicht mehr verlassen. Jego war's vollbracht; jest war Gott im Fleisch ganz offenbar! 20 ( Chor.) 204 14. Nehmt und est: das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt: das ist sein Blut! er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hoch erfreut eures Mittlers Freundlichkeit! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; mit schnodem mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, die dich bis 5. Ich übergebe mich auf's neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beståndge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 293. Hier bin ich, Jeſu, mich; drum bin ich dein. zu erfüllen, was du in deiner Beidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Verföhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie tomm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es starte sich in mir der Glaube, daß ewig meine Seele com Heiliges Abendmahl.er lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen; mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei! 205 4. Auch euch, des Leibes Christi Glieder, sei meine Liebe treu geweiht. Er selber nennt euch seine Brüder; und ihn er= freut, was euch erfreut. Wir effen Eines Bundes Brodt, sind all' erlöst durch seinen Tod. 5. Wir trinken all' von Einem Weine; für Alle floß sein Blut dahin. O Herr und Hirte der Gemeine, schenk' nun auch Allen Einen Sinn! gieb, daß wir Eine Seele seyn, den Liebenden durch Lieb' erfreun! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 294. Nimm bin den Dank für deine Liebe, Erlöser, Mittler, Jesu Christ! und daß ich standhaft allzeit übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist, laß dei nes Todes Angst und Pein mir immerdar vor Augen seyn! 2. Dein Brodt, o Herr, ward mir gebrochen; ich trant, Herr, Mel. Womit soll ich dich wohl. deines Bundes Wein. Ich hab' 295. Freu' dich, Seele, es feierlich versprochen, bis in den Tod dir treu zu seyn. Ich schwur's mit Herz und Munde dir; den Schwur zu halten, hilf du mir! rühm' und preise! Christus sei dein Siegsgefang! Sein Leib ist die rechte Speise, und sein Blut der rechte Trant, jener Leib, der für dein Leben ward zum Opfer hingegeben, jenes Blut, das Golgatha tief erbebend fließen sah. 3. Voll Ehrfurcht will ich stets erwägen, was du für mich erduldet haft, will folgen dir auf deinen Wegen, und auf mich nehmen deine Last. Durch dich, o Herr, von Sünden rein, will ich dir ganz mein Leben weihn. 6. Laß deine Lieb' uns fest vereinen, die bimmlisch uns das Herz erfreut; und wenn dereinst du wirst erscheinen im Glanze deiner Herrlichkeit, so laß uns All dein Antlik sehn und ewig deinen Ruhm erhöhn! 2. Allerheiligstes des Sohnes, das vor uns kein Vorhang deckt! sanfter Glanz bes Gnadens 206 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. fallnen Sünder! auch für mich hast du dein Leben willig in den Tod gegeben. Deinen Tod will ich jetzt feiern und mit dir den Bund erneuern. Tief gerührt von deiner Güte, preist dich dankbar mein Gemüthe. 3. Immer wunderbar im Geben, giebst du, Herr der Herr- 2. Herr, du hast auch mir lichkeit, mir, dem Todeserben, Leben, Leben deiner Ewigkeit. Mich, der ich verwesen werde, mich erweckst du aus der Erde, daß ich ewig leb', und frei von dem andern Tode sei. bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet: Licht, den Weg des Heils zu finden; Trost bei'm Anblick meiner Sünden; Kraft, der Beßrung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen, und die Hoffnung beßrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 4. Nicht nur, daß ich ewig lebe, sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, ganz mit dir, der lebt, vereint! Dank, erlöste Seel', und preise: Christus ist die rechte Speise! Sein genieß ich voll Vertraun, daß ich ihn werd' ewig schaun. thrones! Klarheit Christi, die nicht schreckt! Ja, dir nah' ich, dank und preise: Wahrlich, meiner Seele Speise ist sein Leib, sein Blut ihr Trant. Bring' ihm, Seele, Lob und Dank! 5. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; meine Seele sollt ihr laben, wenn mein Herz im Tode bricht. Knien will ich und niederfallen, euch in froher Demuth lallen; doch einst in der Sieger Chor jauchz' ich euch zu Gott empor! mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 296. Jeju, Freund der Menschenkinder, etter der ge3. O wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue, und du kennst mein Herz voll Reue. Ach! so wollst du meinen Zähren deine Tröstung auch gewähren, meiner Schuld nicht mehr gedenken und mir deinen Frieden schenken! 4. Ja, ich hoffe, deine Gnade wird auf dieses Lebens Pfade mit erneuter Kraft zu Werken meiner Heiligung mich stärken; wird mich bessern, leiten, trösten, und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Geligkeiten gründen, stärken, vollbereiten. 5. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich! Daten Heiliges Abendmahl. Täglich will ich mich bestreben, folgsam deinem Wort zu leben; deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, gern von dir mich leiten lassen, und, wie du, das Böse bassen. 6. Du, dem die verklärten Schaaren, die schon hier dein Heil erfahren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie es schon hier empfingen, laß uns alle dahin kommen, wo, mit den verklärten Frommen, wir dein Antlig ewig sehen, ewig deine Lieb' erhöhen! ( Für Kranke.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 297. Ach tonne ich doch mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und freudenvoll mit meinen Brüdern das Denkmahl deines Tods begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh', hier auf meinem Krankenbette feir' ich dein Abendmahl allein. Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen nah' zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschen freund. 207 3. Um Trost ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesichf. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du erhörst mich nicht! Ach stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Vielleicht erquickt mich, Herr, hienieden zum leßtenmal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Frieden und der verzagten Seele Muth! Noch einmal fleh' ich: höre mich! am Rand des Grabes höre mich! 5. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachem Trost und Kraft verleihn; laß es die Quelle höhrer Freuden und deines Himmels Vorschmack seyn! Dein Leiden, dein Verſöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 6. Ich seh', ich seh' den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Es drohe mir die größte Noth; mein Retter und mein Schuß ist Gott. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken; ich komme nicht in dein Gericht. Ich bir getrost; dein Leib und Blut gieb auch im Tobe felgen Muth. 208 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ( Für Kranke.) Irdischen entreißt: wohl mir alsdann! Aus deinem Munde erwartet mein erlöster Geist ein Mel. Mein Jefus lebt, was soll ich. 298. Dant, Dank sei dir frohes Urtheil; ewigs Heil ist deiner Auserwählten Theil. für dein Erbarmen, o mein Erlöser, Jesu Christ, du, der du einst auch für mich Armen Mel. Serzlich thut mich verlangen. den Tod am Kreuz gestorben 299. Wie könnt' ich sein bist! Nur deine Leiden trösten mich; was wär' ich, Mittler, ohne dich? vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb' ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen: er schafft mein Leben neu; und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb' und Treu'! 2. Wie sollt' ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der, an's Kreuz gehoben, getragen meine Schmach, ruft freundlich mir von oben: ,, Komm, folge du mir nach!" 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Lodesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht, der bis zur leßten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimathland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut; hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Him. 2. Du hast mir deinen Leib geschenket; nun weiß ich, ich bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; dies Blut macht' meine Seele rein, befreite mich von Fluch und Schuld, erwarb mir Gottes Vaterhuld. 3. Nun laß mich sterben oder leben: Herr, wie du willst! ich folge gern. Von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele fich des Herrn; durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Graun, nicht das Gericht. 4. Im Glauben will ich dich umfassen, gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, mir geben, was mir núßlich ist. Ein Wink von dir, so endet sich mein Jammer, und ich preise dich. 5. Und kommt sie denn, die ernste Stunde, die mich dem Heiliges Abendmahl. melsmuth; will selber in mir dein Bild, wie du, o Herz der thronen mit holdem Gnaden- Herzen, geblutet hast so mild! schein, bis er, bei ihm zu wohnen, Mein Lieben und mein Hoffen, mich führt zum Himmel ein. mein Dulden weih' ich dir. Laß mir die Heimath offen, und dein Herz für und für! 5. In Freuden und in Schmerzen durchleuchte mich Dritte Abtheilung. Das christliche Leben. 77 1. Buße. ( Chor.) imard 300. Nimm von uns, Herre Gott! all' unsre Sünd' und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst er funden werden. 209 Geist, du einger Tröster! Erleucht' uns, und sei uns gnädig! ( Chor.) 6. So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen! 2. Erbarme dich, erbarm' dich, erbarm' dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast 301. Aus tiefer Noth mit deinem theuerbaren Blute! 3. Erhöre uns, erhör' uns, erhöre unser Flehn, Gott Vater, Schöpfer aller Ding'! Hilf uns und sei uns gnädig! ruf ich zu dir! Herr Gott, erhör' mein Flehen, und neig' dein gnädig Ohr zu mir, laß, was ich bitt', geschehen! Denn so du willst das sehen an, was Sund' und Unrecht ist gethan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 4. Erhöre uns, erhör' uns, erhöre unser Flehn, o Christe, der Welt Heiland! Bitt für uns, und sei uns gnådig! 2. Nur deine Gnad' vermag allein, die Sünde zu vergeben. 5. Erhöre uns, erhör' uns, Es ist doch unser Thun nicht erhöre unser Flehn, o heilger rein auch in dem besten Leben. Das christliche Leben. Vor dir sich Niemand rühmen kein Mensch, kein Engel, welcher kann; es muß dich fürchten mir aus meinen Nöthen helfen Jedermann, und deiner Gnade kann. Dich ruf' ich an; du leben. bist's, der helfen will und kann. 2. 3war meine Schuld ist übergroß; doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen! Nimmst du dich meiner hülfreich an: wer ist, der mich verdammen kann? Dann werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 210 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich verlassen mich, und seiner Güte trauen, die mir verheißt sein werthes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So ist's des rechten Christen Art, der aus dem Geist geboren ward, und seines Gottes barret. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Arm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der uns, sein Volk, erlösen wird von allen Sünden. Amen! 3. Dein guter Geist erneure mich zu deines Namens Preise, daß jederzeit mein Glaube sich durch wahre Lieb' erweise. Sei mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die letzte Stunde sich, so stårke mich mit Trost, daß ich soll schauen dich. 4. Preis sei Gott auf der Himmel Thron, dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte und führ' uns auf der rechten Bahn des wahren Glau302. Allein zu dir, Herr bens himmelan. So preisen wir Jesu Christ, steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein dich hoch erfreut hier in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. Troft kann sonst mir werden. 303. Herr Jesu Chriſt, Es ist kein Retter außer dir, du höchstes Gut! bu Zuflucht Buße. der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten, durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! Nimm sie von meinem Herzen, der du für mich gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen, damit ich nicht vor Angst und Weh' in meinen Sünden untergeh', nicht ohne Trost verzage! 3. Denn ach! denk ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben und das von mir verscherzte Glück: was soll dann Trost mir geben? Trost giebt 304. Ach Gott und Herr, mir dein Verdienst allein; ich würde ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch des Elends Joch! Wo kann ich Hülfe finden? 2. Flieh' ich gleich weit voll Bangigkeit bis an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn, werd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich! Erbarme dich, ob ich's gleich nicht verdienet! Geh mit mir nicht, Gott, in's Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so seyn, daß Straf und Pein auf Sünden 4. Dies ewig theure Wort verheißt Heil allen, die beklommen von Reu' und Schmerz mit bangem Geist im Glauben zu dir kommen, und dann, vom Sündenjoch befreit, aus wahrer frommer Dankbarkeit zu deiner Ehre wandeln. 211 5. Zu dir flieh' ich auf dein Gebot, Versöhner meiner Sünden! Ach laß bei dir in meiner Noth mich Trost und Rettung finden! Erbarme, Herr, dich über mich! Vergieb mir, was ich wider dich von Jugend auf begangen! 6. D schenke mir die Seligkeit, mein Herz vor dir zu stillen, getrosten Muth, Entschlossenheit, zu thun nach deinem Willen! O leite mich auf ebner Bahn, daß, dir gehorsam, ich fortan nur dir zu Ehren lebe! 7. Stårk mich mit deinem Freudengeist in meinen letzten Stunden; wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, gieb Trost aus deinen Bunden, und nimm mich so, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten! Das christliche Leben. folgen müssen: so fabr' hier sich besre in der Gnadenzeit fort; nur schone dort! hier will ich gerne büßen. und mit mir leb' in Ewigkeit. 212 5. Sonst mach's, wie's dir gefällt, mit mir; bu fannst's nicht böse meynen. Nur wollst du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 7. Herr Jesu, du schaffst Trost und Ruh', der du für mich auch starbest, auch mir zu gut mit deinem Blut der Gnade Trost erwarbest. 8. Dies stärket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir als dann bei dir des Himmels ewge Freuden. au slied the 9. Gott, dir sei Ruhm! dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht; mein Heiland spricht: Wer glaubt, soll selig werden! mel. Vater unser im Simmelreich). 305. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', 2. Erwäge, Sünder, was Gott spricht; sei reuvoll, doch verzage nicht! Hier findet deine Seele Ruh'; Gott selbst sagt dir Vergebung zu, und zwar durch einen theuren Eid. Wohl dem, den seine Sünde reut! 3. Doch húte dich vor Sicherheit; denk nicht: Es ist noch lange Zeit; ich will mich erst des Lebens freun; und werd' ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barmherzigkeit ist er ein Gott, der gern verzeiht; doch sündigst du auf Gnade hin, beharrst in deinem bösen Sinn, und sorgst für deine Seele nicht, so trifft gewiß dich sein Gericht. 5. Vergebung hat dir zwar dein Gott verheißen durch des Sohnes Tod; das aber sagt er nicht dabei, ob dieser Tag dein letter sei. Daß du mußt sters ben, ist dir kund; verborgen ist des Todes Stund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich! eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut' ist stark, gesund und roth, ist morgen trant, vielleicht gar todt. Stirbst Buße. du nun ohne Buße hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich der schnelle Tod ereilt, damit ich heut' und jederzeit zu meiner Heimfahrt ſei bereit! der hin, der ich beschweret bin und tief gebeugt von Sünden? Wo soll ich Nettung finden? Ach! aller Welt Erbarmen giebt keinen Trost mir Armen. 2. Du, Jesu, rufest mir; drum flich' ich, Herr, zu dir. Zu deiner großen Güte kommt mein betrübt Gemüthe. Laß du auf mein Gewissen den Trost der Gnade fließen! Mel. Auf meinen lieben Gott. 306. Wo flieh' ich Sün- ewig bleibe! 3. Wie groß die Schuld auch sei, du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Kreuz umfaffe, und mich auf dich verlasse. Sprichst du: Dir ist vergeben! so fühl ich neues Leben. 4. 3war viel noch mangelt mir; doch bin ich reich in dir. Von dir kommt jede Gabe, die ich noch nöthig habe; der Sünde Reiz zu dämpfen, hilfst du mir siegreich kämpfen. 213 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben: denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 6. D führe Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf mel. Ach Gott vom Simmel sieh. Bater der Barms 307. herzigkeit, ich falle dir zu Fuße, und thu' noch in der Gnaden= zeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir nach deiner großen Güte. 2. Du Geber wahrer Seelenruh', nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet! Gieb mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung mit jedem Tage wachse! 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin gegeben, du hast aus freier Huld auch mich erlöst zum ewgen Leben. Mein Seligmacher und mein Gott, erbarm' dich meiner Seelennoth, und gieb mir deinen Frieden! 214 Das christliche Leben. 4. Für Sünder floß dein theures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm' es denn auch mir zu gut im Leben und im Sterben. Es schrecke von des Lasters Pfad, von jeder unerlaubten That mich immerdar zurücke. 5. Geist Gottes, meiner Seele Licht, Regierer der Gedanken, erinnre mich an's Weltgericht, beginnt mein Herz zu wanken, damit ich jede Sünde flieh', und rsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken möge! 6. Und schlägt die lette Stunde mir, so hilf mir überwinden, laß meine Seele Trost bei dir, du Gott des Trostes, finden! Belehre mich, daß Schmerz und Noth und selbst der lette Feind, der Tod, mich doch zum Leben führe! empfinden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, fühllos, todt in Sünden; verkehrt ist Will', Entschluß und Thun. Dies Elend wünsch' ich, Vater, nun durch dich zu überwinden. 4. O wie viel Gutes hast du mir an Leib' und Seel' erwiesen! Glück, Lust und Ruhm hab' ich von dir. Wie hab' ich dich gepriesen? Ich hab', ich unge: horsam Kind, mich gegen dich nicht treu gesinnt, nicht dankbar mich bewiesen. 5. Du hast mir's nicht an Unterricht und Warnung fehlen lassen. Wie oft erwecktest du Mel. Alus tiefer oth schrei ich. 308. Ich will von mei- mich nicht, des Lasters Weg zu ner Missethat mich, Herr, zu dir bekehren. Du wollest selbst durch deinen Rath mich wahre Buße lehren, und deines Geistes Hülf und Kraft, der uns zu neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren! haffen! Du führtest mich zur Tugend an; doch schändlich hab' ich deine Bahn und deinen Bund verlassen. 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht sein Elend recht 3. Gieb Selbsterkenntniß, zeige mir die Blöße meiner Seele! Gieb, daß ich keine Schuld vor dir, noch vor mir selbst verhehle! Laß jede mich mit Ernst bereun, daß ich des Ziels, gerecht zu seyn, durch Heucheln nicht verfehle. 6. Wie drängen nun die Sünden sich, o Gott, vor mir zusammen! Wie drauen, wie erschrecken mich nun deines Zornes Flammen! Mich klagt selbst Buße. mein Gewissen an, dem ich nicht widersprechen kann; ich selbst muß mich verdammen. 7. Ich sprach, weil mich so lange Zeit nicht deine Schrecken trafen, im Wahne meiner Sicherheit: Gott wird sobald nicht strafen. So übertrat ich immer mehr, ob seine Pfeile gleich umher so viele Frevler trafen. 8. Ach! hätt' er keinen Vaterfinn, kein mütterlich Erbarmen: wo flöh' in meiner Noth ich hin? wer hülfe dann mir Armen? Ich wende, Gott, zu dir mich hin; denn du hast einen Vatersinn, ein mütterlich Erbarmen. 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an, und heile meine Wunden; denn was kein Sünder dulden kann, hast du für mich empfunden. Wer seine Schuld mit Ernst bereut, der findet Heil und Sicherheit und Trost in deinen Bunden. 10. Nimm bin mein Herz, und mach' es rein von allen seinen Sünden, und laß es, dir getreu zu seyn, wie sehr du liebst, empfinden! Laß aller LüfteTyrannei, damit ich stets der Deine sei, mich standhaft überwinden! 215 Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast. Jeht mögt' ich vor deinen Schrecken gern die bange Seele decken. 2. Aber wohin sollt' ich fliehen? du wirst allenthalben seyn. Wollt' ich über Meere ziehen, stieg' ich in die Gruft hinein, hätt' ich Flügel, gleich den Winden: dennoch würdest du mich finden. 3. Drum muß ich es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach! nimm mich zu Gnaden an, richte nicht der Sünden Menge, Herr, nach des Gesetzes Strenge! 4. Siehe, wie mein Auge thrånet über meine Sündenschuld; siehe, wie mein Herz sich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld! Willst du nicht mein Flehn erhören, und mir Gnad' und Trost gewähren? 5. Ja, ich hoffe; hingegeben hat sich Christus in den Tod mir zur Rettung, mir zum Leben, hat mich dir versöhnt, o Gott! Seines Heils darf ich mich trösten mit den Schaaren der Erlösten. 6. Laß nun deinen Geist mich 309. Herr, ich habe mis- leiten, stets zu thun, was dir gehandelt, und mich drückt der gefällt; laß mich unermüdet Das christliche Leben. streiten mit der Sünde, mit vergessen, daß du mir so viel der Welt! Nimmer laß mich Schuld erlassen. wieder wanken; so will ich dir ewig danken! 5. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der dem Gnadesuchenden freien Zutritt gonnet! Sing' es, Seele, mel. Schwing' dich auf zu deinem. 310. Gott, mein Vater, vor dem Herrn; fließ von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. 216 ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Siehe, was mein Herz empfind't, und erbarm' dich wieder! Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigft reuet; größer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele. Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, ich sei Staub, und du verzeihst dem, der wiederkehret. 2. Zwar ich bin's nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen: doch du bleibst ein Vater mir; du vernimmst mein Flehen, fennst mein Herz, ermunterst mich, es vor dir zu stillen. Du erhörst mich mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. väterlich noch um Christi willen. 311. Hier liegen wir zu 3. Du bist meine Zuversicht; außer dir ist keiner! Dein Geschöpf verwirfst du nicht; Gott, dich jammert seiner. Der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben, sein Erlöster bin auch ich, theur erkauft zum Leben. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde hassen, nie deinen Füßen, Herr Gott von großer Gút und Treu'! Ach! es verflagt uns das Gewissen; es beugt vor dir uns Schaam und Neu'. Das Maaß der Sünden ist erfüllt; weh' uns, wenn du, Herr, richten willt! 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die abgefallnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Wir, von gehäufter Schuld beschwert, sind deiner Liebe nimmer werth. Buße. 3. Doch, Vater, dent' an deinen Namen, und neig' zu uns dein Vaterherz! Du sahst, wenn Sünder wiederkamen, erbarmend stets auf ihren Schmerz. Du willst den Tod der Sünder nicht; ach geh mit uns nicht in's Gericht! 217 Gut!' Halt Kirch' und Haus in deiner Hut! 8. Nimm an die Opfer, die wir bringen, und leit' uns, Herr, auf ebner Bahn! So soll dein Lob gen Himmel dringen; wir, deine Kinder, jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt, der Vater hat sein Volk erhört! 4. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, der für die Ungerechten starb. Um seinetwillen, Vater, schone, der Heil und Rettung Mel. Serr, ich habe mißgehandelt. uns erwarb! Verbirg nicht dei- 312. Herr, du kennest nen Gnadenschein! Er ist dein Sohn, und wir sind sein. 5. Sein Blut ist auch für uns geflossen; er hat's zum Opfer dir geweiht. Dies theure Blut, am Kreuz vergossen, ruft zu dir um Barmherzigkeit. Ach! nimm von uns des Fluches Joch, und schone gnädig unser noch! 6. Wir flehn, o Gott! laß uns nicht sterben, laß das Gericht vorübergehn, daß wir, errettet vom Verderben, auf's neue deine Hülfe sehn! Entzeuch, Herr, deines Trostes Licht, entzeuch uns deinen Segen nicht! 7. Gieb Fried', o Gott, in deinem Lande! Gieb, was zum Besten uns gedeiht! Gieb Glück und Heil zu jedem Stande, und fördre die Gerechtigkeit! Kron' unsre Stadt mit deinem mein Verderben! Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott, wie träge ich, dir zu gehorchen, bin. Ach! wer wird mich von den Ketten dieses Sündentodes retten? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 4. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb, R Das christliche Leben. mir, daß ich nicht mein Heil der den Sünden uns entreißt, verscherze! Laß der sündlichen der uns bringt dein reines Begier mich mit Nachdruck Leben, der mit Herzenslust und widerstehen, und auf deine Kraft Alles in und durch uns Hülfe sehen! schafft? 5. Unter Wachen, Beten, Ringen hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter's Joch des Geistes zwingen, bis der Feind doch endlich ruht! Was nicht kann dein Reich ererben, laß in Christi Tod ersterben. 218 6. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt! Hilf mir selber muthig kämpfen, alle bösen Lüste dämpfen! 7. Sollt' ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen möge ritterlich vollenden! 2. Ach! wo ist der neue Geist, den du willst den Deinen geben, 3. Ach! wann wird die Seele frei über Alles sich erheben, und in reiner Liebestreu' nur nach deinem Willen leben? wann in wahrer Heiligkeit dir sich weihen allezeit? en fise O 4. Komm, du lang' ersehnte Stund'! Komm, du Lebensgeist von oben! O wie sollen Herz und Mund, Jesu, deine Treue loben, wenn mich deines Geistes Macht, dir zu dienen, frei gemacht! sen is 32 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 313. Mein Erlöser, ſiehe doch, wie mein armer Geist 314. Aus meiner Noth, gedrücket, durch geheime Bande noch hart bedrängt ist und umstricket! Streb' ich auf, so sinkt das Herz bald in Ohnmacht niederwärts. 5. Laß dein Evangelium mir Gefangnen Freiheit schenken! Ich will als dein Eigenthum mich in dein Erbarmen senken. Nimmst du ganz die Seele ein, dann wird ihr geholfen seyn. aus meiner Tiefe ruf' ich zu dir, o Herr, allein. Wenn ich zu einem andern riefe, es würde doch vergeblich seyn. Mein Flehen steigt zu dir empor; Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! Buße. 219 Nur fei mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn Alles Trost versagt! 2. Herr, willst du in's Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: Herr, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Flecken an. 3. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht, du willst den Tod des Sunders nicht. 7. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter! Du wirst wachen; mein Heil! du kommst und hilfst gewiß, wie bang' mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 8. Genug, ich bin befreit von Sünden; ich bin von Straf und Knechtschaft los. O Gnade, nimmer zu ergründen! Erlösung, überschwänglich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 4. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und alles giebt, was mir noch fehlt. 5. Dein guter Geist will mich erfreuen und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig seyn. O Wort, das durch die Seele mel. Gott, du frommer Gott. dringt und Licht in finstre 315. Willst du die Buße Tiefen bringt! 6. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug: o! endlich wird dein Tag erscheinen, da du mir rufft: Es ist genug! 9. Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigenthum! noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 1 Das christliche Leben. 2. Allein wie schwer ist's nicht, sein Wort; und du gehorchst sein eigen Herz bekämpfen, Be- ihm nie? gierden widerstehn, und böse Liste dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist auch kein andrer Weg. Und dem entsagest du? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, dich noch? Ist Gott denn ein was Fleisch und Blut befohlen, Tyrann, der mehr von mir versie stärker wird der Hang, die langt, als ich ihm leisten kann? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: ach wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, feiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut: wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 9. Ist denn die Buß' ein Wert von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. Ist's gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Geligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; 220 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft sie? Er sendet dir Buse. ist keine Seele rein, der Glaub' ist nah', und stärkt dich durch und Liebe fehlen; ist dieses dein sein Wort. Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Wert verschiebst. 16. Ruf ihn in Demuth an! er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesek erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht: denn Gottes Traurigfeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Ist er's, warum verschmähst du deines Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das 13. Hat Christus uns erlöst, beste Theil; ein Mensch, der damit wir Sünder bleiben, und, Gott verläßt, verläßt sein eig= sicher durch sein Blut, das Lasternes Heil. höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bosen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht es gleich im Anfang langsam fort: sei wacker! Gott 221 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden. Gott tennt und liebt dein Glück; sie führt zu sichern Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 316. An dir allein, an dir hab' ich gefündigt, und übel Das christliche Leben. oft vor dir gethan. Du siehst Mel. Un Wasserflüssen Babylon. die Schuld, die mir den Fluch 317. Erbarm' dich, Herr! verkündigt; sieh', Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? Mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind' regiert! Ich geh', wohin mein Trieb mich führt, freiwillig in die Ketten. Herr, hilf mir! ich auch bin ein Christ. Wenn du, mein Gott, nicht bei mir bist: wer wird, wer kann mich retten? Chen 222 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlik finden, du Gott der Langmuth und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen! Gott, Vater voll Barmherzigkeit, erfreue mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut! 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht! 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein; der Herr erhört mein Fleben, und nimmt sich meiner Seele an. 2. D laß mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken. Dein Wort laß leuchten in der Nacht, zeig' in der Schwachheit deine Macht; wie will ich dir lobsingen! Ich halte deinem Geiste still, ich will mich ändern; Herr, ich will! Wirk' selber das Vollbringen! 3. Ich such' umsonst der Eugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich durch Nebel, Sturm und Wahn zu deiner Wahrheit leitest. Du hassest jeden falschen Schein; mit Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf um Jesu willen! Erbebe den gebeugten Muth; hilf mir Buse. 80 der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 223 5. Mein Gott, mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend! Wie strenge schien mir oft die Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Water, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil; o laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. dich doch. Es sei mein lehtes Stammeln noch ein Loblied seiner Güte! 4. Ich bin ein Mensch- du kennest mich. O Herr, ich bin voll Sünden: doch meine Seele Mel. Serzlich lieb hab' ich dich). hofft auf dich; laß mich Erbar- 318. Ich komme, Friedensmen finden! Ich glaube: Bis zum Tod und Grab stiegst du vom Himmelsthron herab, und kamst, für uns zu leiden. Die Menschheit hüllt die Gottheit ein; du nahmst auf dich des Lebens Pein, uns giebst du seine Freuden. fürst, zu dir! Erbarmend rufft du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Die Sündenlast ist mir zu schwer; o laß mein Herz von Trost nicht leer, laß es die Rub' erlangen, die jedem tief gebeugten Geist, der zu dir fleht, dein Wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Fleben nicht! 6. Verzeih', verzeih' durch Jefu Blut! Ich glaube, Herr, ich glaube! Gieb, daß mir die fen festen Muth kein Tod, kein Zufall raube! Auch durch des Todes finstres Thal dringt deis ner Gnade heitrer Strahl. Sei ruhig, mein Gemüthe. Troß Gott, befreie mich durch deinen Sünd' und Tod! Gott schüßt Tod! 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir; dein Antlig neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig! Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafen ledig! Der du am Kreuz gelitten hast, du trugst auch meine Sündenlast, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Das christliche Leben. 3. Du, du bist meine Suver- geschäßt, dein Gebot hintansicht! Durch dich entflieh' ich gesetzt, dich, der du mich so dem Gericht, dem schweren Lohn geliebet, doch so oft und sehr der Sünden; durch dich kann ich betrübet. dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; gieb mir an seinem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich, ich hoff auf dich; in dieser Hoffnung stärke mich! 224 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts jetzt auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir zum Leben durch den Tod! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn: doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweibt; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, mein Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber ach! wie dankt' ich dir? wie hab' ich doch so vermessen deines Wohl= thuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn, und, von meiner Seele Schaden frei zu werden, mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, 319. Höchster, denk ich beuge mich, mein Gott, vor dir. an die Güte, die du mir bisher erzeigt: o so wird mein ganz Laß mich bei dir Gnade finden! neige, Herr, dein Ohr zu mir! Gemüthe tief zur Wehmuth hin- Ach vergieb, was ich gethan! gebeugt. Dich hab' ich gering- nimm mich aus Erbarmen an! Buße. Führe mich vom Sünden- Pfade der Schritt gethan! wie schnell! auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für uns Sünder starb, ach das laß auch mich genießen, Fried' und Freude im Gewissen! Mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. Die Missethat, wie nah' gränzt sie an einen Fehl, den Gott verzieh! Herr, Herr! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. 3. Schmal ist der Weg zu Gottes Höh'n, und Wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort' ist eng'; und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine: Laß dein Licht mir leuchten! Vater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 4. Der mir in Christo Alles gab, mit Gnade blick auf mich herab! auf mich, der Sünde Mel. Erbarm' dich mein, o Serre. 320. Jo Staub vom schnellen Raub, den Himmels Ich Sch Staube, wer bin ich, der Sún- erben und den Staub! Sink der, daß du meiner dich noch tief, o Seele, nieder, tief vor stets, du Heiliger, erbarmst, dem, deß Stimme stets dir Weltrichter, meiner dich er- rief! Sint in den Staub vor barmst? Zum Glauben und dem binab, der dir in Christo zum Thun zu schwach, giebt oft Alles gab! mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Vater, nicht genung den ernsten Kampf der Heiligung. 5. Ja, du erbarmest über mich, mein Vater, mein Versdhner, dich! Vom Leibe dieses Tod's befreit, schau' ich einst deine Herrlichkeit. Ob Angst des Todes in mir bebt, sterb # 2 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn! Gieb, daß mir's an Kraft nie fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Steh' mir Schwachem mächtig bei, und mach' mich auf immer treu; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben! 225 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft 226 Das christliche Leben. ich doch dem, der ewig lebt. Verdammt, verdammt mich auch mein Herz, ist Gott doch größer als mein Herz! retten kann. Beten will ich, brünstig beten; schau' mich mit Erbarmen an! Reiß' die Wurzel meiner Schmerzen, reiß' die Sünd' aus meinem Herzen, daß ich standhaft dir getreu und des Mel. Jesu, der du meine Seele. 321. Vater, heilig mögr Heiles ficher sei! ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Geseß in meiner Brust. Ach! mein Herz ist mir verdächtig; selten bin ich meiner mächtig. Hart drückt mich der Sünde Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 4. Vater, du nur tannst mich retten, wenn mich Niemand 5. Darum beug' ich meine Kniee, bete, Heiligster, vor dir, flehe, Bater, spåt und frühe: Schenke höh're Kräfte mir! Schau', mich dürftet nach dem Guten; laß mein Herz nicht långer bluten! Ziehe mich mit Leben an, daß ich alles Gute tann! 2. Ach! ich kann's nicht weiter bringen, meinem Vorsak trau' ich nicht; lockende Begierden dringen zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, da ich, Bater, dich empfunden, nur von Freud' und Liebe sprach, folgten Sündenstunden nach. 6. Vater! böse Våter schenten Brodt den Kindern, wenn sie flehn; Vater! und ich sollte denken, du, du könntest mich verschmähn? könntest erst den Sohn uns senden, und dein Aug' doch von uns wenden? gåbst nicht auf die Deinen Acht, flehten sie gleich Tag und Nacht? 3. O wie oft hab' ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir ver= 7. Vater, nein! du hörst einet und mich deiner Huld mein Flehen, meine Thränen gefreut! Gnädig sabst du zu fiehest du! Was ich bitte, wird mir nieder; aber bald vergaß geschehen; du erquickst mein ich wieder meine Chránen, Va- Herz mit Ruh'. Ja, ich werde ter, dich,- und mein Fleisch besiegte mich. überwinden, und du wirst von meinen Sünden durch den Geist mich ganz befrein. Vater, du wirst Water feyn. Buße. he Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 322. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, erbarme dich, erbarme dich! Noch einmal sieh' von deiner Höhe mit gnaden vollem Blick auf mich! Erbarme dich, und geh' noch nicht mit mir, du Richter, in's Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn ich zu dir um Gnade bat! Wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat! Wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, als im Traum, und häufte selbst mir Plag' auf Plage, und fühlte dies mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 227 richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 5. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein gereizter Zorn mir droht. Um Trost wird meiner Seele bange, um einen Retter in der Noth. Mein 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? wo findet meine Seele Ruh'? wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun sek' ich auf dich; du Freund des Lebens, rette mich! 3. Ach! aber bald ergriff mich 8. Du hörest mich, Gott, da wieder die Sünd'; und ihre Lust ich schwöre: Mein Herz soll dir mit ihr riß meinen ganzen Vor- gehorsam seyn! Dir, deinem saz nieder und herrschte, wie Willen, deiner Ehre will ich vorher, in mir. Zum Wider- mein ganzes Leben weihn. Der stande viel zu schwach, entfloh ich nicht, und gab ihr nach. Sünde will ich widerstehn, und standhaft deine Wege gehn. 7. Für meine wiederholten Sünden floß auch des Weltversöhners Blut. Noch einmal laß mich Gnade finden durch meinen Glauben an sein Blut! Noch einmal, Richter, sage mir: Auch diese Schuld erlaß' ich dir! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist. Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ist. Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf ebner Bahn! 10. Ja, ich bin schwach; wer tann mich stärken? mein Helfer in Versuchung seyn? zum Glauben und zu guten Werken mir Kraft und Freudigkeit verleihn? Das christliche Leben. Du kannst es, meine Zuversicht! gleich mein Widerstand! Ach Wenn du mich stärkst, so wank' ich nicht. sie gefiel mir, und geschwinde ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß; nun folgten Unruh' und 228 Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 323. Ach! abermal bin Verdruß. ich gefallen mit Ueberlegung und mit Wahl. Tief, o wie tief, bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum leztenmal! Elender Sünder, der ich bin! in welchen Abgrund eil' ich hin! 2. die verhaßte Lieblingsfünde! o die Gewohnheit böser Lust! Der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wüthet er in meiner Brust! wie unumschränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott; von böser Lust dahingerissen, Betrogner, eilst du in den Tod, raubst dir den Frieden dieser Zeit und dort des Himmels Seligkeit! 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: Nun will ich jede Sünde fliehn; rein und unstråflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! 5. Bald reizt' auf's neue mich die Sünde; wie schwach war 6. Auch diesmal bin ich überwunden; und abermal fiel ich so tief! Mein Vorsak war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott Richter, ich gedacht' an dich- und dennoch, dennoch fündigt' ich. - 7. O unbegränzte Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir? wie überwind' ich deine Triebe, und dämpfe deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, und lehre mich ihr widerstehn! S. O pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben als dein Eigenthum, fei mein Bestreben und mein Ruhm! 9. Dann werd' ich endlich überwinden, und Herrscher meiner Lüste sepn; dann wirst du alle meine Sünden, wenn ich dir lebe, gern verzeihn; und dann, wie selig bin ich hier, und dort im Himmel einst bei dir! Buße. Mel. Jesu, der du meine Seele. 324. Ah! wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohl gefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen. Jmmer noch ereilt sie mich, und versucht mich wider dich. 2. In der Andacht selgen Stunden, wenn ich, Herr, dein Wort gehört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht ich alsdann hienieden mir so sehr, als innern Frieden, als ein Leben, dir geweiht in des Glaubens Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entschlüssen schwur ich dann, dir treu zu seyn, und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber ach! wie oft empöret sich die Leidenschaft in mir, und verführet mich und stdret meine Freudigkeit zu dir! Uebereilung, Eigenliebe, des verborgnen Stol zes Triebe, eh' ich's merke, ziehen sie mich zur Sünde, die ich flieh'. 229 5. Dich Armer, dem zur Treue feste Seelenstårke fehlt, dessen Herz oft wahre Neue, und so oft doch fruchtlos quält! Ach wer wird mich ganz vom Bösen, von des Todes Leib erlösen? Ich Elender! wer befreit ganz mich von der Sündlichkeit? 6. Du verzeibst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du rächen; bösen Vorsak strafft du nur. Hätt' ich nicht den Trost: ich würde unter meiner Mängel Bürde ganz erliegen, und mich dein, höchstes Gut, nie wieder freun. 7. Stellet mir denn gleich auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach: o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; laß mich streben aufzustehn; eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre selbst mich fester gehn. Warne mich, sei mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit bringe zur Volls kommenheit! 230 Das christliche Leben. mel. Straf' mich nicht in deinem. 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens Pfade; 325. Sichrer Mensch, noch nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zu! du wirst Rub' für dein Herz empfinden, und Vergebung finden. ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah' ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht! säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. Mel. Serzlich lieb hab' ich dich. 326. Du, Gott, der unfre 2. Noch tönt nicht zum Welt- Zuflucht ist! Gott, unser Mittgericht der Posaune Stimme; noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Richters Grimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, in der Sünde Freuden deines Lebens leßte Nacht: was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerriffen, wird verzagen müssen! ler, Jesu Christ! Gott, heilger Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht mit Sünden schwer beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk auf unser heißes Flehn, laß uns dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht in's Gericht! 4. Wenn vor deinem Antlik sich jede Sünd' enthüllet; wenn dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet; dich Nichts dann stärken kann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden! 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuren Eid, und deinen Weg verlassen: doch sieh', wir kehren voller Reu' zurück zu dir; o laß auf's neu' uns deine Rechte faffen; laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl ges beiligt hat, daß Jrrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'! Herr, unfer Gott, groß von Geduld, 5. Nah' dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang' um Trost und Seelenruh', dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod! Rette noch im Eterben mich von dem Verderben! Buße 300 231 3. Sohn Gottes, der du zu uns kamst, und unsre Menschheit an dich nahmst, mit Gott uns zu versöhnen, und durch den Tod in's Leben drangst, dich dann zur Rechten Gottes schwangst, wo Ehr' und Preis dich krönen! vertritt, o Mittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod! Stårt uns in unfrer Prüfung Lauf, und, wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht verlaß' uns nicht im Tod', im Grab', im Weltgericht! genießen; wend' ab von uns mit Vaterhut der Wasser und der Flammen Wuth, des Krieges Blutvergießen! Sei rettend mit uns, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und schüß' uns, nicht ihr Raub zu seyn! laß Sicherheit das Land erfreun! Herr, unser Gott, das Land ist dein; o laß Gedeihn und Wohlstand unser Land erfreun! 6. Auch unsre Obern leite du, damit wir alle Heil und Ruh' durch ihren Schuß genießen; und unsre Liebe lohne sie! Laß bei des Amtes Sorg' und Müh' 4. Schüß' uns vor Irrthum ihr Leben froh verfließen! Der und Gefahr! Erhalte deiner Handel über Land und Meer Frommen Schaar der Glaubens- führ' uns den fernen Segen her! Eintracht Segen! Uns leite, O schütte, Herr, auf jedes Haus Gott, dein guter Geist; und und sein Gewerbe Segen aus! was dein Wort verspricht und Herr, unser Gott! in deiner heißt, sei Licht auf unsern Wegen! Hand find Stadt und Land; beLaß auch in Lehr' und Wandel glück und segne jeden Stand! rein die Diener deines Wortes 7. Vernimm der Leidenden seyn, und bringe zu der Wahr- Gebet! Wer in Gefahr und heit Glück, zu dir die Frrenden Noth dir fleht, dem hilf aus zurück! Herr, unser Gott, breit seinen Nöthen; gieb Kranken aus dein Wort an jedem Ort! Linderung und Ruh'; die SterGieb Geist und Kraft zu dei- benden erlöse du, erhör' ihr lehtes nem Wort! Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil! Vereitle der Verfolger Rath, und führ' uns vor aller Schuld bewahr' uns deine Vaterhuld! 5. Dein Antlik leucht' auf unser Land; ringsum bedeckt von deiner Hand laß es der Rub' 232 Das christliche Leben. stets den rechten Pfad! Herr, unser Gott! durch alles Leid der Prüfungszeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 8. Du thuft weit mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig' auf unser Flehn dein Ohr; heb' unser 327. Jefus nimmt die Sünder an! Sagt doch dieses Trostwort Allen, die, noch fern von seiner Bahn, auf verkehrten Wegen wallen. Hier ist, was fie retten tann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Glaube. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an! 5. Jch Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Jesus nimmt die Sünder an! mich auch hat er ange= nommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und noch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaaf verloren ist, fuchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an! Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein eigen seyn, im Leben und im Sterben dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich! erbarme dich! Vergieb uns! Leit uns väterlich! 4. Kommet Ulle, kommet her! tommet, ihr betrübten Sünder! 690 mel. Es ist das Seil uns kommen. 328. Der Glaub' iſt feſte Zuversicht zu Gottes Gnad' und Treue, daß thn der Tod des Glaube. Sünders nicht, daß ihn sein Leben freue; er ist der Kind schaft sichrer Grund, auf Gottes Wort und seinen Bund in seinem Sohn gegründet. 2. Er richtet auf, und giebt mir Muth, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Was er mir giebt und noch verheißt, mir einst zu geben, sieht mein Geist, als wär's mir gegenwärtig. 3. Er giebt mir Kräfte, daß ich bin zum Unsichtbaren dringe, daß ich in Hoffnung selig bin, und nach dem Himmel ringe. Gott ist mein Gott, mein Heil sein Sohn, sein Geist mein Pfand; mein Schild und Lohn ist seine Vaterliebe. 4. Ich fürchte nicht der Hölle Heer, noch ihrer Strafen Flammen; ich bin kein Kind des Sornes mehr, Gott wird mich nicht verdammen. Weicht, alle meine Feinde, fort! Ich böre meines Jesu Wort: Die Sünd' ist dir vergeben! 233 er sieht ja Gottes Vaterherz in seines Sohnes Wunden. 6. Ist gleich mein Glaube schwach und klein, wenn Trúbsal sich erhebet: so muß es doch ein Glaube seyn, weil er nach Hülfe strebet. So lange sich die Hoffnung regt, die mich zu Gott in Christo trägt, so ist ein Glaub' im Herzen. 7. Gott übt in jolchen Kämpfen mich, um mein Vertraun zu stärken; und so vermehrt er väterlich den Fleiß in guten Werken. Denn meine Hoffn bleibet fest, daß mich mein Vater nie verläßt, wie hart mein Kampf auch werde. 8. Ich weiß, auf wen ich bauen kann; ich weiß, an wen ich glaube. Auch mich nimmt Gott zu Ehren an, wenn ich nur standhaft bleibe. Die Welt mag um mich her vergehn: ich falle nicht, ich bleibe stehn; ich glaube seinem Worte. Mel. Beschränkt, ihr weisen diefer. 329. Mein Heiland nimmt die Sünder an! Die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh' und Rettung finden, die ernstlich ihre Schuld 5. Stürmt Sorg' und Unruh' auf mich zu, voll zweifelnder Gedanken: so spricht dies Wort mein Herz zur Ruh', und läßt mich nimmer wanken. Der Glaube fürchtet keinen Schmers; bereun und in der Sünde Qual Das christliche Leben. und Pein vor seinem Zorngericht wird ihnen eigen übergeben, und erbeben, die nimmt er auf; fie follen leben, sie sollen Heil und Ruh' empfahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Súnder an. 234 5. könntest du sein Herze fehn, wie sich's nach allen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thrånet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus! Wie eilt er in Zachái Haus! Wie liebreich stillt er Magdalenen den Strom der bittern Reuethránen, und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, das hat 3. Nun ist sein aufgethaner Schooß die sichre Zuflucht banger Seelen. Er spricht sie von dem Urtheil los, und tilget bald ihrer nicht nur gethan, als er auf ángstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer in's unergründlich tiefe meer von seiner Mittlerhuld versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, zeugt, daß sie nichts verdammen kann. Mein Heiland nimmt die Súnder an. Erden mußte wallen; nein, er ist ewig, was er war, getreu, barmherzig immerdar; und wie einst unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugetban. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron zur Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Noth, und litt für sie den bittern Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben zum theuren Opfer hingegeben und uns gezeigt des Himmels Bahn, so heißt's: Er nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen treuen Liebesarmen. Da neiget sich der Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindesstatt; 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündenleid betrübet, zu ihm, der Keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet. ia, alles, was er ist und hat, Wie? willst du nicht dein Heil Glaube, verstehn, und ohne Noth ver- offne Gnadenpforte schließen. loren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da er, zu retten dich, erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. Nein, weil er ruft, so höre du, und eile glaubensvoll ihm zu. Wer seine Gnade heut' verfäumet, der hat sein Seelenheil verträumet; ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut' komm, heut' nimmt dich Jesus an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen! Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Gebeugter, du wirst angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang' hat er mit vielem Flehen sich liebend nach dir umgesehen! So komm denn, Bagender, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. d 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht schon heut' die 235 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, Erretter der verlornen Kinder! Erfüll' mit sehnender Begier auch uns und alle sichren Sünder! Zeig' uns bei unserm Seelenschmerz dein treues, mitleidsvolles Herz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. 9. Sprich nicht: Es ist für mich zu spät, ich hab' den Reichthum feiner Gnaden zu lang' Mel. Rommt her zu mir, spricht. und wissentlich verschmäht; er 330. Ich hoff, o Gott, hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst, und deinen Fall mit Ernst beweinst, so sollst du dennoch Gnade finden; er wird dich deiner Schuld entbinden. Er hilft, wenn Niemand helfen fann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. mit festem Muth auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewges Leben. Du bist ein Vater, der verzeibt, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 236 Das christliche Leben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet dieses Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn tåglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! Mel. Womit soll ich dich wohl. 331. Schweiget, bange 3weifel, schweiget! Mein Erbarmer ist getreu; und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mir drohn keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz verdammen, faff ich dennoch Muth im Schmerz. Gott ist größer als mein Herz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dies Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; und nicht meines Zweifels Wahn, meinen Glauben sieht er an. 3. Mir auch ist sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah Gott von seinem Throne; mich erwählt' er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 4. Wer will nun noch den verklagen, den Gott selbst zum Leben wählt? den noch zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott! Mich kann nichts schrecken; Gottes Huld will mich bedecken. War ich gleich der Sünde Knecht- er, mein Gott, macht mich gerecht. 5. Theuer bin ich ihm erwors ben. Heil mir! hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, der zur Rechten Gottes sißet, auf mich sieht, mich machtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Troß der Welt und ihres Spottes, trok der Höll und ihrer Wuth bleibt mir doch die Liebe Gottes, und hält mich in treuer Hut. Was will von ihr mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Leiden mehr als Glaube. blos geduldig seyn, mich vor Gott auch ihrer freun. 7. Laßt denn rauhe Wetter stürmen, Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang' auch hilflos bliebe, leitet doch mich seine Liebe in die Wohnungen des Lichts durch die Nacht; drum fürcht' ich nichts. 8. Ich beharr' in meinem Glauben. Nichts, wenn man auch Alles raubt, kann mir Gottes Liebe rauben; drum er heb' ich froh mein Haupt. Gnug, daß meiner der gedenket, der mir seinen Sohn geschenket, und mich nimmermehr verläßt. Die ser Fels bleibt ewig fest! 237 nach deiner Treue mit Waffen deiner Ritterschaft! Und wenn, daß er mein Kleinod raube, der Feind sich wider mich emport, dann sei dein Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schild, mein Harnisch, Helm und Schwerdt. 3. Ich suche dich; o laß dich finden! Laut seufzt mein dürstend Herz nach dir. Verbirg', im Aufruhr meiner Sünden, dein Angesicht doch nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? Du kennst mein fündiges Geschlecht. Ach! unter allen deinen Knechten ist keiner, Herr, vor dir gerecht. 4. Sollt' ich vor deinem Fluch erbeben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein. Mein Heiland starb; so muß ich leben. Er überwand; der Sieg ist Mel. Die Tugend wird durch's R. 332. Verlaß, wenn ich mein. Was schaden mir der dich nicht verlasse, mich nicht, Hölle Flammen? Ich erbe meidu, meines Lebens Licht! Stärknes Vaters Gut. Ich bin sein meinen Arm, daß er dich fasse, Kind; wer will verdammen? o Gott, du meine Zuversicht! Das Heil der Welt vergoß sein Führ' mich in meinen Prüfungsjahren den Weg, den ich nicht finden kann. Ich bin, was meine Våter waren, dein Bürger und dein Wandersmann. Blut. 5. Komm über mich, du Blut des Sohnes, mit aller deiner Seligkeit! Führ' mich zur Rechten seines Thrones in's Erbe seiner Herrlichkeit! Ich mag sie nicht, die Erdenkronen; sie 2. Erhör' mich, Gott, zu dem ich schreie, gieb meiner Seele große Kraft! Umgürte mich sind für meinen Wunsch zu 238 Das chriftliche Leben. klein, sind Staub. Ich soll bei mel. Mein Jeſus lebt, was ſoll ich. Jesu wohnen; ich soll, wie er, unsterblich seyn! 333. D welch ein Trost 6. Unsterblich seyn, zum für meine Seele, daß, Gott, Schauen kommen, den großen bei dir Vergebung ist, und daß Bundesfürsten sehn, verklärt du, wenn ich Schwacher fehle, mit tausend, tausend Frommen mir nicht ein strenger Richter bist! Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf' entgehn? durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn' Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden mehr Glück genie: ßen, als ich weiß- Gott! das find deines Reiches Freuden, das ist am Ziel des Kampfes Preis. 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 7. Gieb mir den Glauben deiner Streiter, der durch die Liebe thätig sei. Mach' mich getrost, in Hoffnung heiter, demüthig, keusch, versöhnlich, treu, gutthätig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still beim Spott, zum Tode reif, voll Ruh' im Herzen, arm vor der Welt und reich in Gott. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen heißt uns, gesandt von dir, dein Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ewgen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 8. Bald wird, o Herr, der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh'. Dann lächle mir, wenn Freunde wei nen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sei mein Ende, wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zur Himmelswonne einzugehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Beßrung führt! Dann hat mein Glaub' in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meiner Geele, wenn ihr dein Friede Glaube. nicht gebricht! Ob dann auch äußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh' doch nicht; und die ist mehr als alles werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Frieden, Gott, mit dir. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten laffe! So fehlt mir nie Beruhigung; und tröstest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. ..... 8. Dann komm' ich auch zum innern Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch als hienieden mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein und dir, Gott, angenehm zu seyn. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 334. Jo schäme mich des Ich Heilands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Knie sich dankbar beuget. Gott! welch ein theures werthes Wort: Jch, bier 239 dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezeuget, ich soll durch Jesum Christum rein, durch ihn gerecht und selig seyn! 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der sel'gen Wissenschaft von dem Erlöser lieget, die alle Kenntniß dieser Welt, und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bestes Theil; in keinem Andern hab' ich Heil und Kraft zum ewgen Leben. Vergebung meiner Súndenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld, ist mir durch ihn gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Christ, an dem nun Nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mir schon hienieden. Ich bete voll von Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein, und ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; Nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich Alles hier vermag, du, Das christliche Leben. Gott, wirst bis auf jenen Tag Gute nur zu glühn, die Sünde mein Erbtheil mir bewahren. Ja! du, der mich berief, bist treu; hilf, daß ich's auch im Glauben sei! zu bekämpfen, sei ewig mein Bemühn. 5. O du, du Geist der Liebe, steh' nun mir mächtig bei, daß jeder meiner Triebe von dir geleitet sei! Laß auf des Brumel. Ich dank' dir, lieber Serre. 335. Ich bin der Angst ders Freuden mich schaun mit frohem Blick, und meines Nächsten Leiden verwandeln in sein Glück! entnommen; Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Geheilt sind meine Schmerzen; mein Mittler stillte sie. Gott, solche Ruh' im Herzen fühlt' ich auf Erden nie. 6. Wankt je auf meinem Pfade mein ungewisser Schritt, so lenke, Geist der Gnade, allmächtig meinen Tritt. Dir, Führer, folg' ich immer, und sei's auch in das Grab. O drum entzeuch mir nimmer den sichern Führerstab! 240 2. Der Lüste wild Getümmel schweigt nun in meiner Brust; ich seh' den offnen Himmel, ich athme sel'ge Luft. Frei von der Seele Leiden, frei von GewissensMel. Wie nach einer Wasserquelle. pein, trink ich den Kelch der Freu- 336. Seid geſegnet, heilge den; könnt' ich wobl sel'ger seyn? 3. O Gott voll Huld und Treue! was macht mich dir so werth, daß du das Flehn der Reue so gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staube, was dich zur Huld bewog; dein Herz, Gott, und mein Glaube war's, was dich zu mir zog. Stunden, da mich meine Schuld betrübt, da ich blick auf Jesu Wunden, fühle, wie er mich geliebt! Dann entweicht der Zweifel Heer; Furcht bedränget mich nicht mehr; und der Geist der Kraft und Wahrheit naht sich mir in Himmelsklarheit. 4. So sei denn nun mein Leben, Erbarmer, ewig dein. Mein Dichten, mein Bestreben sei, deiner werth zu seyn. Der Lüste Gluth zu dämpfen, für's 2. Dann entwind' ich mich dem Staube, schaue sehnend himmelwärts; auf zu Gott schwingt sich mein Glaube; betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich, und vertritt Glaube. mich kräftiglich. Bald strömt Friede, Heil und Segen mir von Gottes Thron entgegen. 3. Aber der verlornen Tage find noch immer gar zu viel, wo ich můd' am Abend klage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, der mich so gefangen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, daß ich ganz dir angehöre! Mel. Wer nur den lieben Gott. 337. Stimmt dankend ein nun getrost zurück. in meine Lieder! Ein neues Leben ging mir auf. Zur Schaar der Treuen kehrt' ich wieder; Gott stärkt des schwachen Pilgers Lauf; mir ist verziehn, und mit Vertraun darf ich hinauf zum Vater schaun. 2. Ich war sein Kind; mit Liebesarmen umfing er mich von Jugend an; wie Mütter sich des Sohns erbarmen, zeigt' er mir treu die sichre Bahn. Doch sein Gesek voll Ernst und Huld ertrug ich oft mit Ungeduld. 3. Das Vaterhaus ward mir zu enge, das sanfte Joch ward mir zu schwer; ich sah ein fröhliches Gedränge auf breiten Wegen um mich her, verlor, von eitler Sinnenlust gelockt, den Frieden meiner Brust. 1 241 4. Jch irrt' umher, doch ohne Führer; ich suchte Ruh', und fand sie nicht. Mein treuer göttlicher Regierer verschwand mir und sein himmlisch Licht; vom Schein getäuscht und ohne Rath verlor sich in der Nacht mein Pfad. 5. Da schlug ich in mich; heiß ersehnte ich mir zurück die besre Zeit; und eine Trostesstimm' ertönte und gab dem Herzen Freudigkeit. Der Heimath zu kehrt' ich den Blick, und eilte 6. Die Arme mir entgegen breiten sah ich den Vater schon von fern. Wie schlug mein Herz, als er von weiten erschien, in dunkler Nacht ein Stern! Ich fank vertrauend ihm an's Herz, und weggeschwunden war der Schmerz. 7. Wie wohl ist meinem Geist, entwunden dem Wahn, der Sünden Sclaverei! Auch an der Liebe Joch gebunden, fühl' ich mich im Gehorsam frei. Die Prüfung aus des Vaters Hand ist selbst der Liebe Unterpfand. 8. D selig, wer sie nie empfindet, die Neue, die das Herz zerreißt! doch selig auch, wer wiederfindet, was er verlor, für seinen Geist! Das Kindesrecht ist wieder mein; stimmt, Brüder, in mein Loblied ein! L Das christliche Leben. er lebt auf Erden. 3. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 338. Kommt her zu mir, Seel' er ganz vergaß, dieweil spricht Gottes Sohn, die ihr, des Vaters Zucht entflohn, mit Sünden seid beladen! Ihr Hohen, Niedern, Groß und Klein, hört, ich will euer Helfer sepn, will heilen euren Schaden. 6. Und wenn er nicht mehr leben mag, dann seufzet er voll Weh und Ach, will sich erst Gott ergeben. Fürwahr, ich fürchte: Gottes Gnad', die er so lang' verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 2. Mein Joch ist sanft, leicht ist die Last; wer mir nur folgt, sein Kreuz umfaßt, der wird der Holl' entrinnen. Drum werdet nicht verzagt, noch weich! Durch meine Hülf gelingt es euch, den Himmel zu gewinnen. 7. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jüngling nicht sein stolzer Muth; er muß aus seinen Freuden. Hätt einer auch die ganze Welt, vom Tode hilft kein Lösegeld; er muß von hinnen scheiden. 3. Gern wollt' die Welt auch felig seyn, wenn nur nicht wär' des Kreuzes Pein, der Christen Kampf und Leiden. Doch kann es anders ja nicht seyn; darum ergebe sich darein, wer ewge Pein will meiden. 242 4. Heut' ist der Mensch schön, jung und roth; sieh, morgen ist er krant, gar todt. Wie schnell muß er oft sterben! Gleich wie die Blumen auf dem Feld', so muß die Herrlichkeit der Welt in einem Nu verderben. 5. Die Welt erzittert vor dem Tod; liegt einer in der leßten Noth, dann will er erst fromm werden. Der schaffte dies, der schaffte das; der armen 8. Dem Weisen hilft nicht Wiß und Kunst, dem Hohen nicht der Fürsten Gunst; wir müssen alle sterben. Wer nicht schon in der Gnadenzeit zu seinem Hingang war bereit, muß ewiglich verderben. 9. Drum, die ihr Gott und Christum liebt und Frömmigs keit von Herzen übt, laßt euch Stets die Müh' nicht reuen. haltet fest an Gottes Wort; er, euer Trost und höchster Hort, er wird euch schon erfreuen. 10. Sorgt, daß ihr hier unschuldig lebt, nicht Böses je um Böses gebt; laßt euch die Welt Gottfeliger Sinn und Wandel überhaupt. nur höhnen! Stellt Gott an- 2. Du sagst: Ich bin ein heim das Strafgericht, und weicht vom schmalen Wege nicht; Gott wird die Seinen krönen. 11. Wenn's ginge nach des Fleisches Muth in Pracht, Vergnügen, großem Gut: ihr würdet bald erkalten. Drum schickt Gott Trubsal her und Schmerz, und will durch Züchtigung das Herz zur ewgen Freud' erhalten. Christ. Der ist's, der Jesum tennet, ihn seinen Gott und Herrn nicht blos mit Worten nennet; nein, sondern willig thut, was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 12. Ihr sollt nach dieser kurzen Zeit bei Christo stehn in Herrlichkeit; dahin mögt ihr gedenken! Kein Mensch ist, der aussprechen kann, was dort der Fromme wird empfahn, den Lohn, den Gott wird schenken. 13. Und was der ewig treue Hort versprochen hat in seinem Wort, bezeugt bei seinem Namen, das giebt und hält er auch fürwahr; der helf uns zu der Engel Schaar durch Jesum Christum. Amen! Mel. O Gott, du frommer Gott. 339. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wohl dir, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, obgleich er sich den Namen giebt. 243 3. Du sagst: Ich bin ein Christ; denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich: Wie steht's um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? 4. Hast du nicht ihn vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun gezeigt? dem Guten nachgestrebt? hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 5. Du sagst: Ich bin ein Christ, weil ich des Heilands Lehre zu Haus und öffentlich oft les und fleißig höre. Doch thust und übst du auch, was dieses Wort dich lehrt? Wer's thut, nicht wer es hört, der ist bei Gott geehrt. 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, laß speisen mich und trånken mit dem, was Christus uns im Abendmahl will schenken. Wohl! aber zeige mir, ob 81 244 Das christliche Leben. Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ; ich bete, lef und singe, ich geh' in's Gotteshaus; sind das nicht gute Dinge? Sie sind's, wenn man sie thut mit redlichem Gemüth und so, daß Gott dabei ein reines Herz auch sieht. 8. Bist du ein wahrer Christ, so mußt du seyn gesinnet, wie Jesus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüthig bist von Herzen, wie der Herr, dann sag': Ich bin ein Christ. 9. Doch ach! so lange man an deinem Thun verspüret, daß Stolz und Uebermuth noch dei nen Sinn regieret; wenn an der Sanftmuth Statt sich zeiget Haß und Neid: so bist du ganz gewiß vom Christenthum sehr weit. 10. Du sagst: Ich bin ein Christ, und rühmst dich deß mit Freuden; doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Sie klagen dich viel leicht vor Gottes Chron einst an, daß du auf Erden nicht so viel als sie gethan. 11. Ach gieb, mein Gott, mir Kraft, mit Ernst mich zu befleißen, zu seyn ein wahrer Christ, und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir in's Himmelreich. Mel. Werde munter, mein G. 340. Schafft mit Ernst, ihr Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Seit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, strebet heilig hier auf Erden, und so selig dort zu werden. 2. Selig, wer im Glauben tämpfet! felig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Luste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt die Himmelskrone. 3. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und sich niemals ihr ent= ziehn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das nur thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, das heißt, nach dem Himmel ringen. 4. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefeffelt feid, Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. und beweiset euch als Christen, sei; laß mich mir sterben, dir muthig und getrost im Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! zu leben, und mach' in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Entreiße du mein Herz der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild erneuert werde, und gieb mir meines Heilands Sinn! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, daß ich den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christi Schmach! Ach wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich stets dir bleibe treu, an's Kreuz den alten Menschen hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 341. Gieb, Gott, daß ich Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig seyn, daß ich bis an mein Sterben übe das Christenthum ohn' Heuchelschein! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, steh' mir bei, daß ich wohl gerüstet sei! Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 6. Amen! es geschehe, Amen! Gott, versiegle dies in mir! Hilf, daß ich in Jesu Namen so den Kampfdes Glaubens führ'! Ach verleihe Kraft und Stärk', und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe! dich recht erkenne; gieb, daß ich, frei von Heuchelei, nicht blos mich Christi Jünger nenne; gieb, daß ich, was ich heiße, sei! Ach wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christen thum! 2. Hilf, daß ich, dir allein ergeben, der Sünde abgestorben 245 Das christliche Leben. 7. So hab' ich schon auf dieser auch zulett bethöre! Schleuß Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach wirtschaft. in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, daß wahre Christenthum! meine Ohren zu, gieb deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechen246 5. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte! Es Mel. Gott, du frommer Gott. 342. Gieb mir ein from- muß ja doch die Welt mit ihrer Lust vergehn; den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. mes Herz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichthum seyn, den ich begehr' zu haben; das soll seyn meine Zier, mein Glück, das mich ergößt: denn Frommseyn wird bei Gott und Menschen hochgeschäßt. 6. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich dein sei und bleibe, das Wert der Heiligung mit wahrem Eifer treibe! Heut' fromm seyn, morgen bös, und so in Wankelmuth bald recht, bald unrecht thun, stürzt in der Hölle Gluth. 7. Gieb mir ein frommes Herz! so wird's mir wohlergehen. Du wirst mein Beistand seyn, wenn rauhe Winde wehen. Den Frommen ist ja Gnad' und Hülfe zugesagt, wenn Unmuth und Verdruß das Herz der Bösen nagt. 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken! Wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken, so schrecke du mich ab von des Verderbens Steg, und führe mich, o Gott, den rechten Himmelsweg. 3. Gieb mir ein frommes Herz! Wenn man mich will verführen, laß deinen guten Geist mein Herz recht träftig rühren, daß ich dem Heiland nach auf ebnem Pfade geh', und nicht auf Menschenlob und Menschen tadel ſeh'. 8. Gieb mir ein frommes Herz! so kann ich selig sterben, und als dein Kind, o Gott, dein Himmelreich ererben. Ist auch die Frömmigkeit auf Erden oft verhöhnt: im Himmel wird 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich sie einst auf's herrlichste gekrönt. Gottfeliger Sinn und Wandel überhaupt. 247 dráun. Wie schwer's auch meinen Lüsten deucht, dein Joch ist sanft, die Last ist leicht. 9. Gieb mir ein frommes stets kindlich fürchte, was sie Herz! Wirst du es, Gott, mir geben, so will ich dankbar seyn in meinem ganzen Leben; so soll mein Herz und Sinn sich lenten himmelwärts. Drum bitt' ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz! 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache Leib und Seel bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Mel. Wer nur den lieben Gott. 343. Gott, deinen heiligen Thäter seyn. Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn. Laß mich das beste Theil erwählen; in allem sei dein Wille mein! Du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; was du gebeutst, ist gut und recht. 2. Gehorsam ist die beste Gabe, die dein Geschöpf dir opfern kann. Wenn ich ihn dir geopfert habe, welch eine Freud' empfind' ich dann! Nur muß' ich's, dir zum Preis und Dant, aus Liebe thun, und nicht aus Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; ach hilf, damit ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er, dir getreu bis in den Tod, erfüllte, was dein Recht gebot. 4. Laß deine heiligen Gefeße mir immerdar vor Augen seyn, und gieb, daß ich sie nie verleße, 6. Gieb endlich mir in Leidenstagen ein Herz, das standhaft dir vertraut. Hilf mir gehor= chen, statt zu klagen. Ein Kind, das gläubig auf dich schaut, ruht leidend auch an deiner Brust, und alle Last wird ihm zur Lust. 344. Wenn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue noch so gute Thaten; du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden- beglückest du die Menschen nur, um von der Welt gesehn zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, help 248 Das christliche Leben. bei dem Verstand, den Engel Triebe, geheiligt durch die Furcht haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau' Häuser auf, und brich dein Brodt, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Wittwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schuß und Segen; gieb alle deine Habe hin: noch hast du Nichts vor Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schük' und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. - 5. Låg' ihm an unfren Werken nur, so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und giebt, gilt Weisheit nicht, nicht macht und Stärke; er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe: dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besißen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk allein; sich auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken; du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke, beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht, ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles; sie suchet nicht blos ihre Ruh', sie hofft und glaubt und duldet Alles; sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. zu erfüllen, macht seinen Sinn schaun, daß man falsche Wege zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. Mel. Werde munter, mein G. 345. Lehre, Herr, mich recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei! Denn die Klugbeit, die die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht stets allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, danach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme boren und auf seinen Wandel 249 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt, eiteln Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't, feine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt Das christliche Leben. feßen. von dir; Gott, verleihe sie auch sich hålt, mir deine Gnad' ermir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Leben? was kann mir Trost und 346. Nach meiner Seelen Freudigkeit in Noth, im Tode Seligkeit laß, Herr, mich eifrig geben? Nicht Menschengunst, ringen! Sollt ich die kurze nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnadenzeit in Sicherheit ver: Gnad' und dann ein Blick auf bringen? Wie würd' ich einstjenes Lebens Freuden. vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und, wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden! Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb; nichts in der Welt sei mir so lieb, als diese deine Gnade. 250 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trach: ten, und alles, was mir hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich be= schüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kraft nicht unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu; so find' ich hier schon wahre Ruh' und dort das ewge Leben. mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 347. Wer bin ich? welche große Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich so, wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, D Gott, darüber meiden: was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit allem, was sie in weit entfernt. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 2. Ich bin ein Werk von dei- Erleuchte mich mit deinem Licht; nen Händen; du schufft mich, so täuschen mich Verführer nicht. Gott, zu deinem Preis. Dazu 7. Bin ich jetzt von dem mein Leben anzuwenden, das ist sichern Pfade, der mich zum dein väterlich Geheiß. Doch Leben führt, noch fern: so wecke leb' ich als dein Eigenthum auch, mich durch deine Gnade, daß wie ich soll, zu deinem Ruhm? ich ihn ernstlich suchen lern'. Gieb mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in uns schafft. 251 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständ= niß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Mel. Un Wasserflüssen Babylon. Christo gleich gesinnt. Befreie 348. Was hilft es mir, mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht folgsam mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere; wenn mich die 5. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung seyn befliffen; er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwäblet, so sieb, daß ich ihn nie verlier'! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Neue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel klug, und frei von schnödem Selbstbetrug. Das christliche Leben. Eitelkeit der Welt mit ihrer bestärken? Denn meine ganze Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslúste, Geiz in Wort und Thaten übe? Seligkeit wirkt Glaube und Rechtschaffenheit, der Glaub' in guten Werken. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, bilf, daß ich christlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, damit ich Welt und Fleisch und Blut im Glauben überwinde, und dann, nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. 252 3. Weit strafenswürdger bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst an mir gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier in seinem Wort und Zeugniß mir, damit ich darnach handle. 4. Und ach! woher denn Trost und Nuh, wenn Leiden mich bedrücken, und mein Gewissen tritt herzu, die Schuld mir vorzurücken? Wo find' ich Trost in jener Noth, kommt einst der schauervolle Tod, mein Grab mir aufzudecken, und meine Sünden lagern sich umher, gewaffnet wider mich mit einer Hölle Schrecken? 5. Weh mir! was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier be zeichnet hat, den Glauben zu Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 349. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen fehn, und dir mich weihn! gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn; nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin! dein, Herr, ist Alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke; laß ihn durch wahre Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein; er stärke mich in meiner Pilgerschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. Gottfeliger Sinn und Wandel überhaupt. 3. Laß mich, so lang' ich hier foll leben, auch an dem bösen Tage seyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gieb Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickst. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, dir ganz geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 350. Gott will ich dies nen, ihm allein; ich bin sein Eigenthum. Ich will mich seiner Rechte freun; Gehorsam sei mein Ruhm. 253 3. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in Noth; denn nur was böp und schädlich ist, verbeut uns unser Gott. 4. Gott ist, wenn er Geseke giebt, ein Vater, kein Tyrann; er treibt uns nur, weil er uns liebt, ihm gern zu folgen an. 5. Leicht ist die Last und sanft fein Joch; er stärkt uns selbst zum Lauf; und straucheln, fallen wir dennoch, so hilft er selbst uns auf. 6. Er warnet, drohet und verheißt, legt heil und Tod uns vor: und ich, erweckt durch seinen Geist, verschlöß' ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, sich seiner Kindschaft freun? Die nur sind dieser Würde werth, die seinem Dienst sich weihn. 8. Dir sei denn, Gott, mein Herz geweiht; ich bin dein Eigens thum. Gieb diesem Willen Festigkeit; Gehorsam sei mein Ruhm! 2. Wie heilig, wie gerecht Mel. Jefu, der du meine Seele. und gut ist, was mir Gott ge- 351. Der du uns mit beut! Wohl dem, der seinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! deinem Blute dir zum Eigenthum erwarbst, und uns Súndern, uns zu Gute büßend an dem Kreuze starbst! ach wie viele deiner Christen dienen noch den bösen Lüsten, und vergessen bein Gebot, deine Schmach und deinen Tod! Das christliche Leben. 2. Ach! wann werden wir's 6. Laß auf dich uns immer erkennen, wozu du gestorben bist? schauen, und auf Welt und Sünde wann nicht blos uns Christen nie; laß dein Beispiel uns ers nennen, sondern thun, was bauen und uns stärken wider christlich ist? wann um deines sie. Ach! die Absicht deiner Todes willen, Jesu, dein Gebot Schmerzen präge tief in unsre erfüllen, und den Lüsten wider- Herzen, daß wir von der Sünde stehn, weil sie deine Leiden rein, Heiligster, dir ähnlich seyn! schmähn? 254 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 3. Wer dich steht von Gott verlaffen, in der tiefsten Traurig- 352. Gott, ich will mich keit, dich, Erlöser, sieht erblassen nach vollbrachtem schwerenStreit, und läßt doch zum Dienst der Sünden seine Lüste sich entzünden: der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gnade Theil. ernstlich prüfen, ob ich lauter bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen; ach entdecke sie auch mir! Laß durch deinen Geist mich sehn, ob ich kann vor dir bestehn, ob ich auch aus reiner Liebe deinen Willen treulich übe. 2. Vor der schwachen Menschen Augen gnüget äußrer Werke Schein; was vor dir, o Herr, soll taugen, muß aus dir geboren seyn. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an. Deine Liebe muß uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Meiden könnt' er sein Verderben; Hülfe giebt ihm Gott genug. Aber seht! er selbst will sterben; denn sein Glaub' ist Wahn und Trug. Er bekennet deinen Namen, ohne doch dir nachzuahmen, rühmet feines Glaubens sich, und sein Thun verläugnet dich. 5. Ach! wenn uns der Trieb zur Sünde reizet wider unfre Pflicht, Heiligster, so überwinde uns der Trieb zur Sünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekämpfen und die Macht der Lüste dämpfen! Steh' uns in Versuchung bei, und erhalt uns dir getreu! 3. Ach! dem Nebel gleich verschwinden meine Tugenden vor mir; denn forsch' ich nach ihren Gründen, so steh' ich beschämt vor dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; nichtig ist, was ich volls Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. brachte, ohne daß ich dein gedachte. 4. Oft nahm schnöde Eigenliebe meine ganze Seele ein; folgend meiner Ehrsucht Triebe, strebt' ich nur nach eitelm Schein. Und was ist nun mein Gewinn? Meinen Lohn hab' ich dahin; auf die Krone jenes Lebens harren Miethlinge vergebens. 5. Herr, vor deinem heilgen Throne gilt nur lautre Frömmigkeit. Ach vergieb in deinem Sohne, was mein Herz so tief bereut! Ich bekenne meine Schuld; decke sie mit deiner Huld! Alles Eigne, Herr, zerstöre, daß ich ganz dir angehöre! 6. Gott, laß alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn! Sie verleih' mir Kraft und Stärke, Seel' und Leben dir zu weihn, daß ich als dein Eigenthum treulich fördre deinen Ruhm, und, von deiner Huld getrieben, dich auf ewig möge lieben! Mel. Gott des Simmels und der. 353. Selig find die geiſtlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr; ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür. Da wird ohne Maaß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt. 255 2. Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden; reicher Trost wird sie umfahn: denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 3. Selig sind, die sanften Muthes und in Demuth milde sind; sie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht. 4. Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gútern dieser Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt. 5. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn, und den Schwachen, Kranten, Armen freudig eilen beizustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit. 6. Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd' und Welt umstrickt, die mit schnöder Luft nicht scherzen, weil nur Heilges sie entzückt. Einst im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht. Das christliche Leben. 7. Selig sind, die Frieden 8. Selig sind, die als Ges bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn. Trifft ſie Menschen Spott: seine Kinder nennt sie Gott. rechte dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm fol gen nach. Groß ist dort, vor Gottes Chron, seiner Ueberwinder Lohn. der 256 4. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. Mel. Gott, du frommer Gott. 354. Hinab geht Christi Weg; wohin geht dein Beginnen? Du in vermeßnem Stolz willst an des Himmels Zinnen? klimmst ungenügsam auf? Dein Heiland stieg herab! Wer mit ihm aufwärts will, muß erst mit ihm hinab. 2. Darum, mein Sinn, hinab! Laß dich die Demuth beugen! Nur Leichtes flieget hoch. Der Quell muß erst sich neigen, der aufwärts wallen soll. Der Fluß mehrt seine Hab', je tiefer er sich fenkt. Darum, mein Sinn, hinab! 3. Hinab, mein Aug', hinab! Gott selber schaut hernieder, der doch im Himmel thront; der Stolz ist ihm zuwider. Wer hoch das Auge trågt, sinkt endlich doch in's Grab, und wird dem Aermsten gleich. Darum, mein Aug', hinab! 4. Hinab, ihr Hånd', hinab! Hier stehen arme Brüder; neigt euch zur Niedrigkeit, und labet Christi Glieder! Erquickt die Hungrigen, seid der Verlaßnen Stab! Der Himmel lohnt dafür; darum, ihr Hånd', hinab! 5. Hinab, mein Herz, hinab! So wird Gott in dir wohnen. Die Demuth ist sein Sinn; sie schmücken Himmelskronen. Was ist der Erde Glanz? Herr, wenn ich dich nur hab', so bin ich ewig reich. Darum, mein Herz, hinab! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 355. Mein Gott! du wohnest in der Höhe, und siehst auf das, was niedrig ist. Gieb mir ein Herz, das deine Nähe und seine Schwachheit nie vergist. Ach! lenke täglich meinen Sinn zur wahren Christens Demuth hin. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 2. Was bin ich denn? Ein Mensch von Erde, ein Sünder und des Todes Raub. Wer weiß, wie bald ich sterben werde? dann wird mein Leib auf's Neue Staub. Das präge meiner Seele ein; so werd' ich gerne niedrig seyn. 3. Hätt' ich gleich alle Tugendgaben, und hätte doch die Demuth nicht: so würd' ich nur ein Blendwerk haben, nur Dampf und Schatten, doch kein Licht. Du liebst das Wesen, nicht den Schein. Wo Tugend ist, muß Demuth seyn. 4. Hilf, daß ich mich in Demuth kleide, daß ich, von Stolz und Hoffahrt frei, die eitle Pracht von Außen meide, und sanften, stillen Geistes sei. Du siehst nicht auf das schlechte Kleid; du liebst des Herzens Niedrigkeit. 5. Gieb, daß ich mich nicht überhebe, weil wir ja Alle Brüder sind; daß ich dem Kleinsten Ehre gebe, er ist so wohl, als ich, dein Kind. Der Tod macht endlich Arm und Reich, Gering und Hoch einander gleich. 6. Laß dir mich auch bei jedem Leiden in Demuth unterworfen seyn. Dort wirst du mich mit Ehren fleiden nach ausgestandner Schmach und Pein. Denn - 257 wer sich selbst erniedrigt hier, steht dort gewiß erhöht bei dir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 356. Dich, Höchster, ehrerbietig scheuen, ist unser Glück und unsre Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirke, Vater, selbst in mir durch deinen Geift die Furcht vor dir. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen; sie sei mir Weisheit und Verstand, und treibe mich, das abzulegen, was ich als unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und daß vor dir zu thun mich schäme, was dir, o Herr, ein Gräuel ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem doch nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern sündlich freun; nie muthlos, doch auch nicht vermessen, noch stolz in deinem Dienste seyn. Nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gútigkeit. 5. Laß mich mit weiser Vors sicht fliehen, was mich zu Sun 258 Das christliche Leben. den reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner hülfreich an; so komm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, und stets, ich sei auch wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Du siehest in das Herz hinein; nichts kann vor dir verborgen seyn. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben! so fürcht' ich weder Tod noch Grab; so werd' ich ienes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deiner Furcht will ich mich weihn; ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. ach wie finster, arm und klein schein' ich dann mir selbst zu seyn! 2. Meinem fündigen Gemüthe fehlt der ersten Schönheit Spur; lautre Wahrheit, reine Güte find in mir nicht von Natur; was ich in mir selber finde, ist nur Elend, Tod und Sünde; mein von dir entfernter Sinn neigt sich zum Verderben hin. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist ein Wert von deiner Hand, eine reine Gnadengabe, mir durch Christum zugewandt. Zu dem Heiligungsgeschäfte giebt dein Geist allein mir Kräfte; nähmest du zurück, was dein- ach was würde übrig seyn! 4. Selbst die Menge deiner Gaben macht nur meinen Undank kund; denn wie oft hab' ich vergraben das mir anvertraute Pfund! Oftmals hab' ich es verschwendet, selten treulich angewendet; o wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! Mel. Jesu, der du meine Seele. 5. Herr, hier lieg' ich in dem Staube, unter deine Hand ge357, D du majestätisch beugt; doch mein demuthvoller Wesen, dessen Glanz die Himmel Glaube, der mir den Erlöser füllt, der du mich hast auser- zeigt, freut sich kindlich deiner lesen, daß ich sei dein Ebenbild! Güte, und mein hoffendes Gewenn ich dich, des Lichtes Quelle, müthe hebt sich aus des Todes mir im Geist vor Augen stelle: Thor voller Zuversicht empor. 259 Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 6. Meine Kräfte, meine Glie- 4. Pråg' deine Gegenwart, der stehn zu deinem Dienst be- Herr! den Gedanken ein; laß reit. Sieh, hier sink ich vor mich im Dunkeln auch dein dir nieder, voll von Ehrerbietig- helles Auge scheun. Erinnre keit. Deinen Willen thun und mich an deine Macht und an leiden, sei der Gipfel meiner die Pein der langen Nacht, Freuden; du, Beherrscher aller wenn ich es wollte wagen, GeWelt, thu' mit mir, was dir horsam zu versagen. gefällt! 5. Doch gieb, daß meine Furcht vor dir nicht knechtisch fei; befreie mcin Gemüth von wang und Heuchelei. Schenk einen findlich- freien Geist, der willig thut, was du ihm heißt, und der, bei reiner Liebe, sich im Gehorsam übe. Mel. O großer Gott von Macht. 358. Erhabne Majestät, an Macht und Stärke reich! wer ist dir an Gewalt in allen Himmeln gleich? Vor dir erbebet Hill' und Welt; und was dein Arm umschlossen hält, muß deinen Scepter scheuen, und sich mit Bittern freuen. 2. Du hast durch deine Kraft gewölbt des Himmels Höh', die Erde festgesett, ein Ziel gesteckt der See. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Willst du zur Strafe ziehen, so kann kein Mensch entfliehen. met. Wer weiß, wie nahe mir mein. 3. Wir Alle sind dein Thon 359. Wenn ich vor Gott und Werke deiner Hand; Leib, Seele, Gut und Blut hast du uns zugewandt. Du schreibst dem menschlichen Geschlecht Geseße vor mit höchstem Recht, und fannst sein Thun und Denken, mein Thun erwäge, sind mir zwei Dinge immer klar: Ich bin zum Guten schwach und tråge, und Gott allein ist gut und wahr. Nur ihm, nicht mir, gebühret Ruhm; dies fühlen, wie dir's beliebt, umschränken. das ist Christenthum! 6. Laß, Schöpfer! diese Furcht vor deiner Majestät den goldnen Zügel seyn, darin mein Wille geht. Halt ihn damit auf rechter Bahn, treib' ihn zu allem Guten an; so wird in dem Gewissen sich Fried' und Freude küssen. Das christliche Leben. 2. Ich bin entblößt von Licht Getrost, mein Vater, sterb' ich und Leben, und arm an allem mir, und gebe freudig Alles dir! eignen Gut. Er kann und will mir Alles geben, der Alles hat Mel. Was frag' ich nach der Welt. und Alles thut. Je mehr mein 360. Durch dich, o großer Herz sein Nichts bedenkt, ie tiefer es in Gott sich senkt. Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort ent standen: denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah'. 2. Wem sollt' ich sonst ver: traun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn!" 260 3. Weg, weg mit allem Heuchelwesen, wobei man sich nur sucht und liebt! Die Tugend hat sich Gott erlesen, die ihm allein die Ehre giebt. Du führst die Demuth wohl im Mund'; doch wohnt sie auch im Herzensgrund? 4. Man nennt sich arm und voll von Schwächen; wer glaubt es aber in der That? O Mensch, erkenne dein Gebrechen! dann wird für Schmerz und Unruh' Rath. Die Demuth bringt dir keine Pein; die Demuth ist mit Freuden flein. 5. Ganz fromm und heilig mögt' ich werden, nur dir, Gott, angenehm zu feyn! Vergessen mag man mich auf Erden; vor Menschen such' ich keinen Schein. Sei du nur, Gott, nur du ge= ehrt! dann ist der Demuth Wunsch gewährt. 6. O mach' mich heilig schon hienieden; ich bleibe klein in meinem Sinn. Gieb mir des Himmels Glanz und Frieden; ich leg' ihn dir zu Füßen hin. 3. Herr! dein Gebot ist Heil; dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Das sichre Laster mag im stolzen Glücke blühn; mich soll es dennoch nicht in seine Neße ziehn. 4. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? Nein, Herr! wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehn; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst siebn. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 5. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag' ich, außer dir, nach Him mel und nach Erde? Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, bin ich dein beßrer Knecht? Giebt deine Gütigkeit, die mich vor Andern segnet, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich geehrt und groß in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft bei seinem kleinen Glücke viel würdiger als ich? 261 Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 361. Was ist mein Stand, Bas ist mein Stand, 362. Was ich nur Gutes mein Glück und jede gute Gabe? Ein unverdientes Gut. Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth! habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Da= seyn und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, wer gab mir Kraft dazu? und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besige, wer gab mir ihn, als du? 2. Mit Einsicht, Lust und Kräften zu nüßlichen Geschäften begabt mich deine Huld. Sie treibt zu guten Thaten, und läßt sie mir gerathen. An Fehlern bin allein ich schuld. is 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie's deiner Weisheit wohlgefällt. 4. Soll ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben und meines schwachen Lichts? Was ich besig, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Ge= deihn und jede gute Gabe, von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth! 262 Das christliche Leben. die du mir hast erzeigt. O laß mich's nie vergessen, wenn sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendúnkel neigt! 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt, gehorsam dir zu werden: das sei mein Fleiß auf Erden; dazu gieb Demuth und Verstand! Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 363. Willst du der Weisheit Quelle kennen? es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit; so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Ver wegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur: Vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht! 5. Den höchsten vor der Welt verehren sowohl, als in der Einsamkeit auf des Gesetzes Stimme hören und willig thun, was er gebeut- auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst bei'm Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, giebt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gett mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den höchsten, sehn; laß fie mich zu der Weisheit führen: Ehrfurcht und Demuth vor Gott. so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 364. Sei nicht stolz, vor deur Herrn. Geschöpf von Erde, sei nicht stolz, und fürchte dich! Gott ist's, der auch dir rief: Werde! der dir sagt: Dein Gott bin ich; Alles hab' ich dir gegeben; brauche mir zum Ruhm dein Leben; frage, wozu gab ich's dir? und durch Demuth danke mir! 2. O was rühmt ihr eure Werke? Menschen, was erhebt ihr euch? machet ihr euch selbst an Stärke, Weisheit und Vermögen reich? wollt ihr euch des Gebers schämen? Der's euch gab, der kann's auch nehmen. Seid nicht sicher, seid nicht kühn, undankbar nicht gegen ihn! 3. Weh' den Stolzen, weh' den Spöttern! schrecklich werden sie vergehn. Sünder, die sich selbst vergöttern, werden nicht vor Gott bestehn. Die nur, welche seinen Willen demuthvoll und treu erfüllen, kindlich ihn und sein Gebot ehren, haben Ruhm vor Gott. 4. Keinen Bruder zu verachten, sei uns ewig theure 263 Pflicht; stolz sich zu erheben trachten, führt zum Fall, ziemt Christen nicht. So wie Christus, Allen dienen, auch den Niedrig= sten aus ihnen, ohne bittern Stolz und gern, das ist Gnade 5. Jesu gleich gesinnt zu werden, eifrig streben sollen wir. Er erschien bei uns auf Erden; und wie niedrig ward er hier! Der vollkommenste Gerechte starb für uns den Tod der Knechte; doch wie herrlich krönte Gott ihn nach seinem Kreuzestod! 6. Ihn rief Gott hinan zum Throne aus der tiefsten Niedrigkeit; denn er sprach zu seinem Sohne: Herrsche nun in Ewigteit! Seine Treuen zu belohnen, kommt er einst mit Ehrenkronen, und ertheilt vor seinem Thron ihnen ihrer Demuth Lohn. Mel. un sich der Tag geendet hat. 365. rühmt euch eurer Weisheit nicht, die ihr euch weise meint! Wist, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. O rühmt euch eurer Stärke nicht, die jetzt euch trokig macht! Wißt, daß es euch an Muth gebricht, sinkt ihr in TodesNacht. Das christliche Leben. 3. D rühmt euch eures Reich- Eigenthum, ihn gläubig Vater thums nicht, deß ihr euch heute freut! Wist, daß er euch niche Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt, daß ihr, sein Volk und Ruhm er ist! 264 nennt. 5. Dies ist es, was dem Herrn gefällt; bedenk es stets, o Christ! Er, er regiert in aller Welt; wohl dem, deß 5. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Was mein Gott will, das.| Rauch im Wind, und Alles die ihn lieben. 366. Hier ist mein Herz! muß zerstieben: nur Gott allein Herr, nimm es hin; dir hab' ich wird ewig seyn; wohl Allen, mich ergeben. Hinweg, o Welt aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, deß ward ich endlich innen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut; nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt' ich doch mit frohem Muth an meinem Gott nur hangen! Ach wäre doch das Sündenjoch mir völlig abgenommen, daß ich einmal auch zu der Zahl der Sel'gen mögte kommen! 3. Ich seh', es kann die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, und was den Sinnen wohlgefällt, die Seele nicht ergößen. Ihr Glanz verschwindt, wie 4. Wie konnt' es doch zuvor geschehn, daß ich gefolgt den Lüsten? Wie konnt' ich so weit irre gehn, o Welt, in deinen Wüsten? Nun seh' ich ein, es war nur Schein, was ich mir Glück ließ dúnken; ich lief fürwahr dabei Gefahr, in ewgen Tod zu finken. 5. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge, mit Lieb' und herzlicher Begier nach deiner Gnade ringe, und mich allein in dir mag freun, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist die volle Gnüge geben. 6. Drum schwinde hin, was flüchtig ist! ich will es lassen Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. fahren. Du, Gott, der du mir Alles bist, du wirst mein Herz bewahren, daß es nicht acht' auf Lust und Pracht, nach dir allein verlange, dir, höchstes Gut, mit festem Muth bis in den Tod anhange. 3. So nimm nun hin, was dir gehöret, das Herz, das sich dir ganz geweiht; und dieser Bund bleib' ungestöret von nun an bis in Ewigkeit. Dir geb' ich Alles, es ist dein; nie will ich eines Andern seyn. 265 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getroft auf dich. Nichts will ich Schmerz und Plagen achten; Mel. Ich will dich lieben, meine. 367. Was giebst du denn, dein tröstet meine Seele fich. und ständ' auch Alles wider mich, hab' ich, Allmächtiger! doch dich. mein Gemüthe, Gott, der dir täglich Alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, die dich von Anbeginn geliebt? Es muß das Best' und Liebste seyn; gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. 3. Dich haben, Gott, heißt alles haben, was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben; nimm dich nur meiner gnädig an. Dann sprech' ich: Du bist, Herr, mein Theil, bist meines Herzens Trost und Heil! 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben, und bei der Welt nur Angst und Schmerz. Dir, o mein Gott, dir soll allein Mel. Aus meines Serzens Grunde. mein ganzes Herz gewidmet seyn. 369. An Gott will ich Mel. Wer nur den lieben Gott. 368. Ach! wenn ich dich, mein Gott, nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht. nichts ist, das meine Seele labe, als du mein Gott, mein Trost und Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust: mir ist ohn' dich tein Heil bewußt. gedenken; denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, hebt meine Seele sich im Glauben himmelwärts. Dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an seine Liebe, werd' ich so hoch entzückt, daß, ist es noch so trübe, mir doch die Sonne blickt. Ich darf mich Gottes freun. Der nie sein mmm Das christliche Leben. Wort gebrochen, der hat mir mel. Meinen Jefum laß ich nicht. ja versprochen: Ich will dein 370. Habe deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben; so wird dir sein Gnadenstern tausend holde Strahlen geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verfehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wün266 Vater seyn. 3. Denk ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüthe der großen Vatertreu'. Die Last werf ich auf ihn; so wird die Arbeit süße, auch wenn ich Schweiß vergieße: denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen er schenkt sein eignes Kind zur Rettung für mich Armen. Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Chrifto mein!| schen kann. Nun darf ich Hoffnung fassen, er wird mich nicht verlassen, wird stets mein Helfer seyn. 5. Drum will ich an Gott denken. Die Welt mag immer hin den Sinn auf's Eitle lens ken; hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde; und so kann keine Stunde ganz arm an Freude seyn. - 6. An Gott will ich gedenken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, wo mein die Welt vergißt; doch du, Gott, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mein eingedenk mehr ist. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durch's Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet. Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu er füllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last: trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 267 Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. sten Ungewitter ist sie mein 371. Gott ott lieben, ist des Himmels Morgenroth. Paradies. Sie steht mir noch zur Seite in letter Todesnoth, mein Leben. Was kann doch und zeigt mir nach dem Streite süßer seyn, als ihm das Herz ergeben, sich ihm auf ewig weihn? Unzählich sind die Proben von seiner Gütigkeit; was er noch aufgehoben, erwart' ich mit der Zeit. 6. Mein Gott, laß deine Liebe mir immer theurer seyn. Geuß diese reinen Triebe in meine Seel' hinein. Dir sei mein Herz ergeben; zúnd' es mit Flammen an, bis ich in jenem Leben dich ewig lieben kann. 2. Ein Andrer liebet Schäße und sammelt armes Geld, das durch er in die Neke verbotner Lüste fällt. Ist Gott mein Mel. Alles ist an Gottes Segen. Schatz auf Erden, so bin ich 372. Nun, so will ich reich durch ihn, und soll noch reicher werden, wenn ich im Himmel bin. denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan! es ist geschehn. Sünd', ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zurück zu sehn. 3. Es lieben eitle Sinnen nur Ehre, Stolz und Pracht, indeß doch ihr Beginnen nur Schmerz und Unruh' macht. Ich bin genug geehret, wenn Gott sein Kind mich nennt; mir ist genug bescheret, wenn Jesus mich 2. Ich will meine Augen schließen, und hinfort nicht mehr genießen, was die Eitelkeit mir beut. Weg, du kurzes Scheinerkennt.id and is id vergnügen! du sollst mich nicht mehr betrügen; deine Lust wird Last und Leid. 4. Legt aller Menschen Wissen dem klúgsten Menschen bei; ich werde dennoch schließen, daß Eines besser sei. Die Kunst, den lieb zu haben, der über Alles liebt, ist mehr als alle Gaben, die Menschenweisheit giebt. 5. Kein Kreuz ist mir so bitter, die Liebe macht es süß; im trüb3. Hab' ich sonst mein Herz getheilet, hab' ich hier und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, meinem Gott allein zu leben, meine Liebe ihm zu geben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 1 268 Das christliche Leben. 4. Herr, ich opfre dir zur Gabe auch das Liebste, was ich habe; sieh, ich halte nichts zu rúc. Prüfe selber Herz und Nieren! Solltest du noch Falsches spüren, tilg' es diesen Augenblick! 5. Eines nur will ich betrachten, auf die eitle Luft nicht achten, nur auf deinen Willen sehn; fremd der Welt und ihren Sorgen, will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Jefu, deinem Himmelsleben will ich gänzlich mich ergeben, tragen deines Kreuzes Pein. Sollt auch Leib und Seel verschmachten: du bist mein; wie könnt' ich's achten? du bist mein, und ich bin dein, 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich våterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage; und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 1505 der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. in 373. Dir bant ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit 4. Du hörtest schon mein Sehnen, und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; eh' ich die Sonne sehen und zu dir konnte flehen, da wogst du fchon mein Theil mir dar. 5. Du ließt mich Gnade finden, und sabst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. D Höchster, welch Erbarmen! Du sorgest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Es ist dein größt' Geschenke, daß ich durch ihn dich denke; dein ist's, daß er dich Vater heißt. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft, dies alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben. Du giebst's; ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Eun danket all' und bringet. Mel. Es ist genug, so nimm. 374. Wie felig bin ich, 375. Hier ist mein Herz! wenn mein Geist empor zu Gott sich hebt, und, weil er seinen Schöpfer preist, des Engels Leben lebt! D Gott, ich geb' es dir, dir, der es gnädig schuf. ,, Entzeuch's der Welt, mein Kind, und gieb es mir!" dies ist dein Vaterruf. hier ist das Opfer meiner Liebe; ich weih' es dir aus freiem Triebe. Hier ist mein Herz! 2. Wer gleicht ihm? wer ist fo geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Er ist der Schönste! wen entzückt des Schönsten Anblick nicht? il 510 3. Ein voller Strom von Bonne quillt aus seiner Wissenschaft; denn er ist selig, er erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Der Herr ist selig nicht allein; denn er will in der Zeit und Ewigkeit auch uns erfreun durch seine Seligkeit. 5. Er wollt's und schuf; und aun umringt den Seligen ein Heer, das selig ist und ihm lobsingt, das Niemand zählt, als er. 6. Auch ich- und das ist mein Beruf auch ich soll selig sepn. Heil, Seele, dir, die Gott erschuf, um seiner dich zu freun! 269 7. Schon siehst du durch ein dammernd Licht, was Engel mehr verstehn. Dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte sebn. 2. Hier ist mein Herz! o nimm es gnädig an, ob ihm gleich viel gebricht. Ich geb' es dir, so gut ich's geben kann; verschmäh' die Gabe nicht! Es ist mit böser Lust beflecket, mit Sünd erfüllt, mit Schuld bedecket, mein armes Herz. 3. Hier ist mein Herz! Gott der Barmherzigkeit, erbarme du dich sein! Die ganze Welt, sie stillet nicht sein Leid; du bist sein Trost allein. Es spricht mit kindlichem Vertrauen: Laß dich, o Gott, als Vater schauen! mein hoffend Herz. 4. Hier ist mein Herz! es sucht in Jesu Heil; es naht zum Kreuze hin. O Gottes Sohn, du bist mein höchstes Theil, dein Blut ist mein Gewinn! Gieb Friede mir durch deine Wunden, halt' ewig es mit dir verbunden, mein gläubig Herz. 270 Das christliche Leben. 5. Hier ist mein Herz! Geist mel. Der du dein Wort mir hast. Gottes, mach' es rein, und schaff es gänzlich neu! weih' dir es selbst zum beilgen Tempel ein, mach' es im Guten treu. Hilf, daß es stets nach Gott verlange, ihn fürchte, lieb' und an ihm hange, mein neues Herz. 6. Hier ist mein Herz; es überdenkt gerührt die Hoheit deines Throns. Schenk ihm den Schmuck, der deine Knechte ziert, die Demuth deines Sohns. Gieb, daß es Stolz und Hoffahrt fliehe, und klein zu werden sich bemühe, mein niedrig Herz. 7. Hier ist mein Herz; lehr' es Gelassenheit! Sein Glück fei stets bein Rath; sein Wahlspruch sei im Wohlergehn und Leid: Was Gott beschlossen hat! Es glaube fest zu deinem Preise: Der Herr ist treu, mein Gott ist weise! mein folgsam Herz. 8. Hier ist mein Herz! Bewahr' es, treuster Freund, vor Trug und Heuchelei! Gieb, wenn der Tod, der letzte Feind, erscheint, daß es voll Glaubens sei. Dann laß mich, wenn die Augen brechen, das treue Wort noch fröhlich sprechen: Hier ist mein Herz! 376. Dir, Gott, dir will ich fröhlich fingen, dir, dessen Freude Wohlthun ist; dir will ich Dank und Ehre bringen, dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz Gnad' und Treu'; gieb, daß mein Herz ganz Freude sei! 2. Dich preisen aller Engel Heere, dir singt der ganze Himmel Dank; dir, Herrscher, brauſen Wind und Meere; dir tönt der Wälder Lobgesang. Die ganze Schöpfung ruft mir zu: Wo ist ein solcher Gott wie du? 3. Du hast, o Vater, mein Gemüthe durch manche Gnadengab' erfreut. D! gieb mir auch, nach deiner Güte, noch ein Geschenk, die Dankbarkeit! Es singe, Herr, was in mir ist, dein Lob, daß du so gnädig bist. 4. Wer schuf die Seel' und ihre Kräfte, Gedächtniß, Willen und Verstand? Wer segnet mein Berufsgeschäfte? Wer stärkt die arbeitsame Hand? Wer schenket mir den edlen Freund, der treu mit mir im Kummer weint? 5. Wer fristet meine Lebenstage? Wer schmückt und krönet sie mit Heil? Du, Vater, Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 271 Geele tránket. thust's! Drum, Seele, fage: mit Himmelswonne dort meine Du, Gott, bleibst ewiglich mein Theil! Von ganzem Herzen liebst du mich; von ganzem Herzen preis ich dich. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich scheuend liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Ges müthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 6. Wie kann ich deine Treu' vergelten? Ich bin zu arm zu dieser Pflicht. Die Schäß' in Millionen Welten bezahlen deine Wohlthat nicht. Mein schwacher Dank ist viel zu klein, ein würdig Opfer dir zu seyn. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, denn stets hast du mir wohlgethan. Auf dich will ich mit Glauben schauen; mich schau' mit Vaterblicken an! So geh' ich ruhig durch die Seit, und fröhlich in die Ewigkeit. 4. Dann darf ich mit Zuverficht nach dem Himmel blicken; meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl= Mel. Schwing dich auf zu deinem. 377. Deines Gottes freue fahrt werth; der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren drauen? Ist's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich; und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterbmich durch sein göttlich Wort, lichkeit, Heil des bessern Lebens, bier zum Guten lentet, und himmlische Vollkommenheit, such 1 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret- einen Bater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret; der Das christliche Leben. ich nicht vergebens. Wenn mein ich dich, werd' ich's nicht achten; Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. mir wird deine Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel feyn. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; Herr, dein Tag bricht bald herein, mit ihm neues Leben. 2. Denk ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stärke- wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 272 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, fei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! rüste selbst mich wider sie, stärke meinen Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Mel. Womit foll ich dich wohl. 378. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten- NEMALAY 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht reicher Segen zu? Daß ich ward, das war veln Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt, der mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden hab' I ohne deine Liebe werden, ohne Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. fie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist; daß mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durch drungen ist; daß auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte! Heil mir! du verbirgest nicht einst vor mir dein Angesicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen; meine Seel' erkennt es wohl. Dort im Vaterland der Frommen lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen. Dann gieb mir vor deinem Chron der voll kommnen Liebe Lohn! Mel. Wo Gott zum Saus nicht. 379. Ich bin, ich lebe! Gott, du bist ein Vater, wie tein Vater ist! Wo fang' ich zu erzählen an, was du mir thust und schon gethan? 2. Gab ich mir Leben, Mund und Hand? ich selbst mir Aug', ich mir Verstand? Ein menschlich Herz wer gab es mir? Was, Vater, was kommt nicht von dir? 1 273 der dir; ich gab sie nicht, du gabst sie mir. 4. Ich danke dir mit froher Brust für jede Wohlthat, jede Lust, für jede Freud' und jedes Glück und jedenlebensaugenblick; 5. Für deines Wortes Unterricht, für deiner Sonne warmes Licht, für deines Mondes sanfte Pracht, für deinen Tag und deine Nacht. 6. Für Jesum und für seinen Geist; für alles, was er uns verheißt, für alles, was er that an mir wie dank' ich, bester Vater, dir? 7. Ich sterbe bald; doch bleib' ich nicht im Grabe. Jesus Christus spricht: Wer an mich glaubt, soll auferstehn! Wie kann ich dich genug erhöhn? 8. Dankt' ich mit jedem Athemzug, ich dankte, Vater, nicht genug! denn bein ist Alles; Alles fließt von dir, der du die Liebe bist. 9. Ich weiß nicht, wie ich danken soll. Mein Mund ist deines Ruhmes voll, voll Preis mein Herz. Mein Leben sei der Dank für deine Batertrew! - M. Wohl dem, der in Gottesfurcht. 3. Ich danke dir, der Alles schafft, für jeden Sinn, für jede 380. Ich freue meines Kraft, für Eltern, Zehrer, Brüs Lebens mich, und preise, Gott DI 274 Das christliche Leben. der Liebe, dich. Ich rufe dir mels stille Pracht, durch Wohmit Jubel zu: Mein Schöpfer nung, Hülle, Speis und Trank. und mein Gott bist du! Wo nehm' ich Worte her zum Dank? 2. Wo du bist, Vater, bin ich froh. Wo ist ein Punkt der Schöpfung, wo fein Strahl von deiner Herrlichkeit des Kindes Aug' und Herz erfreut? 3. Der Stern im unermeßnen Raum, und jedes Blatt und jeder Baum, der Sonnenstaub, der Sonnenball, und Alles ruft: Gott überall! 4. Wenn aus des Schlummers stiller Nacht zum neuen Tag mein Aug' erwacht, und Alles lebt im neuen Licht: wer fühlt, wer fühlt dich, Vater, nicht? 5. Mein Herz schlägt måchtiger in mir, strebt es empor, empor zu dir; im Tiefgefühle seines Nichts wie schöpft es aus dem Quell des Lichts! 6. Ein süßer Fried' erfüllet mich; wohin ich sehe, seh' ich dich, und alles, was ich seh', ist dein, und alles gut und alles mein. si 7. Mich fühlet, mich belebt die Luft; mein ist der Frühlingsblume Duft, und mein der Bach, der Quell, die See, die Liefe mein, und mein die Höh'. 8. Du segneft mich durch Tag und Nacht, durch deines Him9. Von dir ist jeder Geist ein Bild; von dir ist jedes Herz erfüllt; und deiner voll, wie's Keiner ist, dein Bild, wie keins, war Jesus Christ! 10. Der Gottesliebe Allgewalt erschien in menschlicher Gestalt; wer Jesu glaubt, stirbt fröhlich nun, und kann mit Lebenshoffnung ruhn. 11. Dank, Dank dir, Vater deines Sohns, im Staub am Schemel deines Throns! Was bin ich, Gott? was werd' ich seyn? Genug, du bist, und ich bin dein! 12. Gefühl von deiner Herrlichkeit, ein Herz, das ganz sich deiner freut, ein Aug', in dem die Thräne bebt, ein Mund, der täglich dich erhebt 13. O Vater, dies, dies ist mein Preis, mein Dank, der dir gefällt; ich weiß, auch dies mein schwaches Loblied dringt hinauf, wo dir der Himmel singt. mel. Womit soll ich dich wohl. 381. Halte dich nicht långer, fließe, stille Bähre meines Dants! Meine volle Seel ers - Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 275 gieße sich in Ströme des Ge- den Seen fegnest du mich, und fangs! Selig einst vor ihm zu werden, schuf mich Gott; und schon auf Erden seh' und fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, fegnen mich und werden Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im durrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Gott, wie viele frohe Lage flossen, weil mir nichts gebrach, ohne Sturm hin, frei von Plage, wie ein sanfter, klarer Bach! Hatt' auch einer Müh' und Sorgen sie entflohn; und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 4. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und Trank und Dach und Hülle, Schuk und Hülfe jeden Tag? O wie oft kommt nicht dein Segen unerwartet mir entgegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Noth! - so mild! Jahre, Monden, Tage, Stunden haben wir genug empfunden deiner Vatergüte macht, aber nie genug bedacht. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, auch des Umgangs süße Freuden und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Hülfe haben wir, milder Vater, nur von dir. 7. Dies gewährst du schon dem Leben in der kurzen Pilgerzeit: was wirst du nicht einst uns geben, Vater, in der Ewigkeit, wenn wir unsern Lauf vollenden, und aus deines Sohnes Händen Wandrer auf der Tugend Bahn ihres Laufes Preis empfahn? 8. Fließet stärker und ergießet in die Jubel des Gesangs euch in vollern Strömen, fließet, Freudenzáhren meines Danks! Selig einst vor Gott zu werden, schuf er mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. mel. Wie schön leuchtet der M. 5. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom 382. Viel zu gering bin Gefild, aus den Flüssen, aus ich, o Herr, der Huld und Treu', Das christliche Leben. Schlummer, frei von Kummer, stärkt den Müden; ungestört ruh' ich im Frieden. womit du mehr als Tausende flehe. Süßes Labsal, sanfter mich segnest. Du wähltest selbst dies 2008 für mich; was ist's, daß du so väterlich vor Undern mir begegnest? Alles, was ich von dir habe, jede Gabe, jeder Segen strömt mir unverdient entgegen. 2. Wie rubig fließt mein Leben hin! Nichts trübet mir den frohen Sinn; kaum kennt mein Mund die Klage. Du strömst zum fröhlichen Genuß der Gaben reichsten Ueberfluß auf meine Lebenstage. Monden, Jahre sind wie Stunden mir verschwunden; sie verflossen mir gesegnet, froh genossen. 4. Wenn Andre Durst und Hunger quält, wenn ihnen Wärm' und Obdach fehlt, wenn sie im Elend schmachten; wenn ungefehn ihr Auge weint, tein Helfer in der Noth erscheint, nicht Menschen ihrer achten Liebe, Freude krönt mein Leben; es entschweben selbst die Sorgen wie ein leichter Traum am Morgen. 3. Wie mancher hat, von Noth gedrückt, durchseufzt die lange Nacht, und blickt nach Trost zu deiner Höhe! Die heiße Thräne fleht um Ruh'. Was ihm versagt ward, fiel 5. Das alles ward mir, Herr, durch dich! Voll Demuth, Vater, beuget sich vor dir die Seele nieder. Der Gaben, die du mir beschert, wie werb' ich, Geber, ihrer werth? Ach, was geb' ich dir wieder? Kommt, ihr Armen! kommt! euch labe meine Gabe; mich beglücket Gott, so mir zu, und wird mir, eh' ich oft er euch erquicket. 276 6. Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 383. Was mein Gottwill,| Gott, und züchtiget mit Maaßen; wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. 2. Gott ist mir Trost und Zuversicht: Gott ist mein Licht, gescheh' allzeit! sein Will' ist stets der beste. Su helfen ist er dem bereit, der an ihn gläubet feste. Er hilft aus Noth, der treue Bertrauen auf Gott und Ergebung. mein Leben. Drum was er will, 4. Der Reiche trøket auf sein dem will ich nicht vermessen widerstreben. Sein Wort ist Gut; ich trau' auf meines Gottes Hut. Ob ich gleich werd' verwahr; er hat mein Haar auf höhnt, so weiß ich doch mit meinem Haupt gezählet. Er sorgt und wacht, giebt immer Acht, daß es an nichts uns fehlet. Zuversicht: Wer Gott vertraut, dem mangelt's nicht. 5. O Gott! so reich bist du 3. Ruft einst mich ab von noch heut, als du es warst von dieser Welt zu sich des Höchsten Ewigkeit; ich trau' auf dich allein. Wille, auch dann gescheh', was Machst du mich an der Seele ihm gefällt; ich will ihm halten reich, so gilt mir alles Andre gleich. stille. Dir, Gott, befehl ich 6. Zeitlicher Ehr' ich gern Leib und Seel' in meinen legten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. entbehr'; das Ewige mir nur gewähr', das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod! Das bitt' ich dich, mein Herr und Gott. 7. Was alles man auf dieser Welt für Wollust, Glück und Freude hält, Reichthum und Erdengut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 384. Warum betrübſt du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trågest Schmerz nur um ein zeitlich Gut? Vertrau' auf deines Gottes Rath, der alle Ding' erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß auch wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd' ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, der dir beisteht in aller Noth. 277 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nicht vergisst, du väterliches Herz! Ich bin nur Staub und sink in's Grab; auf Erden teinen Trost ich hab'. 8. Ich danke dir von Herzensgrund, daß du durch's Wort aus deinem Mund mich solches hast gelehrt; verleih' mir nur Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, daß du's mit mir so wohl gemacht! Dies Eine bitt' ich nur: Verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, auf ewig nicht! Das christliche Leben. schenkt! Denn selig ist die 385. Von Gott will ich Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst reut uns alle Zeit, die wir verlebt auf Erden; wir follen felig werden, bestehn in Ewigkeit. 6. Die ganze Welt vergehet mit ihrer Lust und Pracht; nicht Ehr und Gunst bestehet, die Menschen groß gemacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd' begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Vaterhand; der Leib wird neu geboren zum bessern | Vaterland. Wie selig werd' ich seyn! Mit Gott und allen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seis nes Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad'; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regiere, die Bahn zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist! 278 nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen im Pilgerlande hier. Er reicht mir seine Hand; am Abend und am Morgen weiß er mich zu versorgen, wo ich auch sei im Land'. 2. Wenn Menschengunst und Liebe in Kaltfinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Moth, erlöst aus allen Banden, macht frei von Sund' und Schanden, und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mir nimmer grauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Geist, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben! er schaff's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir núßlich ist; gut meint er's mit uns Allen; er schenkt uns Jefum Christ, den eingebornen Sohn, durch den er uns gewähret, was unsre Seele nähret. Lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, ber uns Alles Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Der Herr ist mein getreuer. 386. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben! Mein Herz verlangt allein nach dir; laß, Herr, mich nicht verderben! Er halt mich nur in deiner Huld; und wie du's fügst, gieb mir Geduld. Dein Will' ist stets der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih' mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte mich vor falscher Lehr, und gieb an jedem Orte, was mir gedeiht zur Seligkeit; wend' ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. und 279 Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen.:,: 2. Ja, wenn mir wär' der Höllen Heer und alle Welt entgegen::: du bleibst nir treu und stehst mir bei auf allen meinen Wegen.:,: Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deines Geistes Gaben, so kann tein Feind, wie bóp er's meint, je meiner Seele schaden.:,: 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich; du kannst mir alles geben,:,: was mir ist noth, du treuer Gott, hier und in jenem Leben.:: Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', errette Leib und Seele! Verleih' mir, Herr, was ich begehr', daß mir dein Heil nicht fehle!:,: 3. Und wenn ich denn nach deinem Rath von dieser Welt soll scheiden, verleih', o Herr, 388. Auf meinen lieben mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden! Herr, Seel und Leib befehl ich dir; ein selges Ende schenke mir durch Jesum Christum! Amen! hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden.:: Wer stets sich fest auf ihn verläßt, dem muß der Himmel werden.:: Drum will auch ich allein auf dich vertraun von ganzem Herzen. Herr Gott trau' ich in aller Noth. Er tann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen. Mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd' anficht, 387. Ber Gott vertraut, verzagt mein Herz doch nicht. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode wie im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn. Das christliche Leben.u? Denn Christus ist mein Leben; was sein Rath beliebet, das dem hab' ich mich ergeben! Ich hab' auch ich allein erkiest. sterb' heut' oder morgen, die Seel' wird er versorgen. 280 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Folg' ich des Herrn Geseßen, so wird mich nichts verleßen, nichts fehlen, was mir ewig núßt. 5. Er wolle mich entbinden von aller Last der Sünden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht gleich das Urtheil sprechen, und noch mich tragen in Geduld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, erwach' ich frühe wieder, zieh' ich von Ort zu Ort, daheim, in fernen Landen, in Schwachheit und in Banden: Mel. Welt, ich muß dich. 389. In allen meinen mich tröstet überall sein Wort. Thaten las ich den höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders mir gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so huldreich bist für mich am Kreuz gestorben, du hast das Heil erworben, und willst das ewge Leben bei dir uns Allen geben. 5. Amen aus Herzensgrund sprech' ich zu aller Stund'. Du wollst uns ferner leiten, Herr Christ, zu allen Seiten, auf das wir deinen Namen ohn' Ende preisen. Amen. 2. Nichts ist es spat und frühe um alle meine Mühe; umsonst ist Sorg' und Kunst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stell's allein in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er mir ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's glebet; und 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdroffen an mein Berhängniß gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu schwer mir fallen; ich will ihn freudig überstehn. i web 8. Jhm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut. Es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. Drum, Seele, sei zufrieden, nimm was dir der beschieden, der dich geschaffen hat. Es geht, Vertrauen auf Gott und Ergebung. - wie es gehe- dein Vater in ist ihm bekannt, sein Werk hinder Höhe, der weiß zu allen auszuführen. Er weiß, wann Sachen Rath. Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch Mel. Was mein Gott will, das. 390. Ich hab' in Gottes so traurig schiene. Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, bringt mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der vom Thron des Himmels wohl regieret, der uns zwar schlägt und Kreuz auflegt, doch stets mit Liebe führet. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn Wetter toben wild und schwer, so will er mich nur üben, und mein Gemüth' in seiner Gür gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ist, was ich bin und habe, mein? gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich; er hat allein mir Seel' und Leib gegeben. Ich gab mir nicht des Geistes Licht; er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth kann's nimmer böse meynen. 4. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und löblich sein Regieren. Die Zeit und Stund' 281 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer gro= Ben Last dein Leben hier beschweret, hast spät und früh viel Sorg' und Müh' auf selbsterwählten Wegen, und denkest nicht, daß Nacht und Licht hier wechseln dir zum Segen. 6. Es kann bei stetem Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, fie róthet doch die Wangen; so muß mein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 7. Ei nun, mein Gott! so fall' ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich und mach es so mit mir bis an des Lebens Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist daraus das Heil entstehe, und deine Ehr' sich mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. 8. Willst du mir gebenSonnenschein, so nehm' ich's an mit 282 Das christliche Leben. Freuden; soll's aber Kreuz und Trübsal seyn, will ich's geduldig leiden. Soll mir fortan des Lebens Bahn noch ferner offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 9. Und soll ich einst des Todes Weg im finstern Thale gehen, so zeige du mir Bahn und Steg, und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, der endlich wird mich in den Himmel führen, we nach dem Leid in Ewigkeit die Deinen triumphiren. Mel. Dieß sind die heilgen zehn. 391. Was Gott gefällt, du Gottes- Kind, nimm fröhlich an! Stürmt gleich der Wind und braust, daß Alles kracht und bricht, so bleib getrost! Dir schadet nicht, was Gott gefällt. 2. Er ist der Herrscher in der Höh'; auf ihm steht unser Wohl und Weh. Er trägt die Welt in seiner Hand; hinwieder trågt uns See und Land, was Gott gefällt. 3. Der Glaub' ergreift des Höchsten Huld. Vertraun und Hoffnung schafft Geduld; die pråge deinem Herzen ein, so muß zum Segen dir gedeihn, was Gott gefällt. 4. Der beste Will' ist Gottes Will'. In diesem ruht man sanft und still. Ergieb dich allzeit fröhlich drein; begehre nichtë, als das allein, was Gott gefällt. 5. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn; was Menschen sinnen, das fällt hin. Ihr Arm wird plößlich müd' und laß, thut oft das Böse, selten das, was Gott gefällt. 6. Der frömmste Muth ist Gottes Muth, der Niemand Arges gönnt und thut. Er fegnet durch des Kreuzes Last: drum sei zufrieden, wenn du hast, was Gott gefällt. 7. Das treuste Herz ist Gottes Herz; es kennt und lindert unsern Schmerz, beschirmt und schüßt den früh und spät, der stets nur wünschet und erfleht, was Gott gefällt. 8. Der höchste Lohn ist Gottes Lehn, dein Erb' an seinem Himmelsthron. Dort wirst du, wie er ist, ihn sehn; dort wird ohn' Ende dir geschehn, was Gott gefällt. 392. Warum Darum sollt ich mich denn gråmen? Hab' ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den Vertrauen auf Gott und Ergebung. mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend rang ich, unter Schmerzen, arm und bloß einst mich los von der Mutter Herzen. Nackend muß ich hin auch ziehen, wenn ich werd' von der Erd' wie ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm' er's hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt' ich jest nicht auch etwas tragen? Gott, mein Vater, schlägt mit Maaßen; er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten; laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich lassen schauen. Wollt ihn 283 auch der Tod bekriegen, bleibt sein Muth dennoch gut und wird nicht erliegen. 8. Kann uns doch der Cod nicht tödten; er entreißt unsern Geist vielen tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, daß wir nah'n zu des Himmels Freuden. 9. Dort wird sich mit bessern Schäßen Geist und Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 198 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hin gelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen! Das christliche Leben. Mel. Was mein Gott will, das. Gott segnet doch! das glaub' ich noch; er hilft ja allen Frommen. 284 393. Mein banges Herz, was zagest du, und kränkst dich durch dein Sinnen? Du wirst, sorgst du gleich immerzu, doch nichts dadurch gewinnen. Wird nicht gewährt, was du begehrt: sollst du darum dich grämen? Gott lebet noch! das glaub' ich doch; er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der Herr der Welt, der Alles wohl regieret, der Alles schüßet, trägt, erhält und wunderthätig führet. Er sorgt und wacht mit Vorbedacht für aller Menschen Sachen. Gott herrschet noch! das glaub' ich doch, und laß ihn weislich machen. ed 3. Die Gaben seiner Vatergür vertheilt er nach Gefallen, doch mit gemeßnem Unterschied; er schenkt nicht Alles Allen. Dort giebt er viel; hier seßt er Ziel und Maaß in seinem Geben. Drum glaub' ich doch, Gott schenfet noch, was ich bedarf zum Leben. 5. Geht's mir bei frommem Leben schlecht, und wohl den schlimmsten Leuten; gilt Unrecht oft gleich mehr als Recht- laß mich es christlich deuten. Du ordnest schon den Gnadenlohn, mich einst damit zu zieren. Gott liebt mich doch! das glaub' ich noch; der wird mich selig führen. 6. Nun ich befehl' mein ganzes Thun dir, Herr, mein gan zes Leben. Ich lasse Gram und Sorgen ruhn; dir sei es heimgegeben. Ich bleibe still; nur wie Gott will, mag künftig Alles gehen. Gott hilft mir doch! das glaub' ich noch; sein Wille muß geschehen. P 394. Wer nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 4. Nur fordert er den rechten Brauch der anvertrauten Gaben, und will des Menschen Arbeit auch in seinem Dienste haben. Auf treuen Fleiß zu seinem Preis läßt er Gedeihen kommen. I nur größer durch die Traurigkeit. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh' und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Zu Gott sei deine Seele mel. Serzlich thut mich verlangen. stille, mit seinem weisen Rath vergnügt, und warte, was sein 395. Befiehl du deine guter Wille zu deinem Wohlergehn verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, weiß, wann ein Glück uns núßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei: so kommt er, eh' wir's uns verfehn, und läsfet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schooße size, den alle Welt als glücklich preist. Die Folges zeit verändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann bald stürzen, bald erhöhen kann. 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu, und trau' des Himmels reichem Gegen; so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht. 285 Wege, und was dein Herze frånft, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und selbstgemachter Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten seyn. 3. Dein' ewge Treu und Gnade sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Wert kann niemand hindern; dein Arm wird nimmer ruhn, wenn du, was deinen Stindern ersprießlich ist, willst thun. Das christliche Leben. 5. Und ob auch Welt und begeben, und sollt'st du für und Teufel hier wollten widerstehn, für in Angst und Nöthen schweso wird doch ohne Zweifel Gott ben, und fragt er nichts nach dir. nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst: so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst; er 6. Hoff', o du arme Seele, wird dein Herz erlösen von der hoff, und sei unverzagt! Gott so schweren Last, die du zu wird dich aus der Höhle, da keinem Bösen bisher getragen dich der Kummer plagt, mit hast. großen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll; Gott sitzt im Regimente, und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach' hinausgeführet, die dich beküm: mert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich 286 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du trägst den Sieg davon. Blick himmelan, und freue dich deiner Ehrenfron'! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand; und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth! Stårk unsre müden Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn! So gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 3450 Mel. In dich hab' ich gehoffet. 396. Sei unverzagt, o frommer Christ, der du vom Kreuz belastet bist; befiehl Gott deine Sachen. In Noth und Pein vertrau' allein auf ihn: er wird's wohl machen. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 287 2. Kein Unglück kommt von 8. Der du ein Gott des ungefähr; es kommt von Gott, dem Höchsten, her; der hat es außersehen. Darum sei still, und, was Gott will, das laß du nur geschehen. Trostes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst, das Leiden überwinden. 3. Erlöscht' auch aller Sterne Schein, und stürzte felbst der 397. Gieb dich zufrieden, Himmel ein: Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm wohnt aller Freuden Fülle; ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, die täglich hell dir scheint zur Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Wenn auch nicht Einer wär' auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden, und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grámen; er weiß die Zeit, es dir zu nehmen. Gieb dich zufrieden! 4. Nicht immer währt der Frommen Leid; Gott tröstet nach der Traurigkeit. Er wird dir Freude geben nach deiner Müh', und ist's nicht bie, doch dort im bessern Leben. 5. Hab' immer frommen Heldenmuth! Vertraue Gott; es wird noch gut nach aller Trubsal werden. Gott ziehet dich durch's Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 6. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; warum willst du denn stets von Nuh' und nichts von Trübsal wissen? 7. Bet', hoff und trau' auf deinen Gott in aller deiner Angst und Noth; laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut; bes halte Muth! du wirst noch Wunder sehen. 3. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern von deiner Hütte, hört bald und gern der Armen Bitte. Gieb dich zufrieden! 4. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluthen 288 Das christliche Leben. dich umringen, kannst du doch nie unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! Was langsam geht, fast man gewisser; und was verzieht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 9. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet hier auf Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Uns drückt das Kreuz an allen Enden bis in das Grab; da wird sich's wenden. Gieb dich zufrieden! 10. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da der Herr uns wird erlösen; er wird uns retten aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen. Bald wird der Tod auf schnellen Schwingen aus aller Noth uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 11. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, und sich nun im Frieden freuen, da sie, vereint an Lebensbächen, des Ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! 5. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt gewähren. Des Höchsten Hand, voll aller Gaben, ist reich, um Land und Meer zu laben. Gieb dich zufrieden! 6. Der allen Vögeln in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein schenket, der Kraut und Blumen auf den Feldern alle Tage schmückt und tránket, der wird auch dich, den Eingen, nähren, und väterlich dem Mangel webren. Gieb dich zufrieden! 7. Sprich nicht: wo find' ich Armer Speise? hier ist nichts, um mich zu trösten! Denn das war immer Gottes Weise, helfen, wenn die Noth am größten. Wenn du und ich ihn nicht mehr spüren, so naht er sich, uns wohl zu führen. Gieb dich 398. Sollt es gleich biszufrieden! weilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o! so weiß und glaub' ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 8. Verzieht die Hülfe auch sehr lange, endlich wird sie dennoch kommen. Macht dir das Harren oftmals bange, glaub', es dient zu deinem Frommen. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; Vertrauen auf Gott und Ergebung. hilft er nicht zu jeder Frist, das Grab: Gnug, Herr, wenn hilft er doch, wenn's nöthig ist. ich dich nur hab'! 3. Gleich wie Väter nicht bald geben das, wonach die KinMel. Wer nur den lieben Gott. der streben: so hält Gott auch 399. Ich laffe Gott in Maaß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die e Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. Allem walten; er mach' es, wie es ihm gefällt. Ich will ihm gerne stille halten, so lang' ich leb' in dieser Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so ist mein Herz auch wohl vergnügt. 2. Geht's gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu: so weiß ich doch mein Herz zu stillen. ,, Gott will es so," das giebt mir Nuh'. Ich bin mit Allem, was er fügt, von ganzem Herzen wohl vergnügt. 3. Ist mir nicht großes Gut beschieden, bin ich nicht reich, noch hochgeschäßt: ich bin mit meinem Theil zufrieden. Wenn Andre großes Gut ergößt- ich bin mit Wenigem vergnügt, weil Gott nicht mehr für mich gefügt. 4. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand; wie mich der Höchste hat berufen, so folg' ich seiner Gnadenhand; und wie er es mit mir gefügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 5. Will mir des Glückes Sonne lachen? es täuscht mich N 5. Troß den feindlichen Gewalten! Gott, mein Schuk, wird mich erhalten. Troß dem schweren Kreuzes- Joch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß der Welt und ihren Knechten, die ohn' Ursach' mit mir rechten! Nein, ich fürchte keinen Feind; Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Will die Welt mich nimmer leiden, mag sie höhnen mich und neiden. Mag sie Tod und Rache draun: Gott, mein Gott, wird Richter seyn. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Ist der Himmel mein Gewinn, geb' ich gern das Andre hin. 9. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch in 289 Das christliche Leben. nicht ihr eitler Schein. Auch sich schicken, wenn es anders Gott laß ich mich nicht zaghaft machen, wenn mir des Unglücks Wetter dräun. Ich bin getrost und hoch vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben, und ihm Alles heimgestellt. 6. Ich steh' in Gottes Hand geschrieben, der selbst mein Haar gezählet hat: drum kann mich keine Noth betrüben; Nichts trifft mich ohne Gottes Rath. Ich leb' in Allem wohl vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfül len; es hat Alles seine Zeit. Ich hab' ihm Nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' 400. Alles ist an Gottes bestehet; alles Irdische vergehet, und fährt wie ein Strom dahin. Segen und an seiner Huld gelegen, über alles Geld und Gut; wer auf Gott die Hoffnung seket, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmuth. 290 M. Ju Gott in dem Simmel droben. 2. Der mich hat bisher er: nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer seyn. 401. Soll ich denn mich täglich kränken, ängstlich an das Künftge denken? Soll ich nie mals denn mit Ruh' Nachts die Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: ,, Wie wird's einst noch mir ergehen?" da die Sorge nur mich quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 3. Sollt' ich mich bemühn um Sachen, die nur Sorg' und 2. Gott, der mich bisher erUnruh' machen, und doch unbe- halten, höret noch nicht auf, zu ständig sind? Nein, ich will walten; oder sollt' er jetzt allein nach Gütern ringen, die dem seines Waltens múde seyn? Herzen Frieden bringen, wie die Welt ihn nicht gewinnt. Wohl! ich will das Sorgen laffen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibet still. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Bleib' ich stehn auf nie= dern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch wenn Gott mich wollt' erheben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu seyn. 291 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Noth mich quälen- kommt doch auch wohl mancher Tag, da mein Herz sich freuen mag. Aber käm' ich bald hinüber, wär' mir solches desto lieber, weil ich käm' aus aller Noth hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimgegeben, Freud' und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rath über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger från ken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen Alles frommen muß. 4. Will die Armuth meiner Hütten er mit Gegen über: schütten und mit Gütern dieser Welt, sei es ihm auch heimgestellt. Ich will täglich dafür danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß, bethört von eitlem Wahn, ich mein Herz nicht hänge dran. 5. Doch ist Armuth mir be: 402. Meine Hoffnung schieden, bin ich auch damit zu frieden; denn mein Glaube stebet fest, daß mich Gott drum nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig fingen und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. stehet feste, fest auf den lebendgen Gott. Er ist mir der Allerbeste, der mir hilft in jeder Noth. Er allein soll es seyn; durch den Glauben ist er mein. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Menschenkind? wer kann feste 6. Wird mir Gott Gesund- Schlösser bauen in die Luft und heit geben, will ich eifrig das in den Wind? Nichts besteht; nach streben, daß ich fördre mehr es vergeht, was ihr auf der und mehr meines Gottes Ruhm Erde seht. und Ehr'. Aber auch in Krank- 3. Aber Gottes Güte währet heitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch' herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sei. immer und in Ewigkeit; ſie, die Thier und Menschen nähret, alles Gute uns verleiht. № 1 Das christitche Leben. Lust und Ruh' strömt uns zu. Dwie gnädig, Gott, bist du! 4. Giebt er uns nicht. Alles reichlich und mit großem Ueberfluß? Seine Lieb' ist unvergleichlich, labend, wie ein Regenguß. Sie beschert, was uns 4. Was Gott thut, das ist náhrt; sind wir solcher Huld wohl werth? bedenken. Er ist der beste Arzt und kann nicht Gift für Balsam schenken. Ja, seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. wohlgethan; er ist mein Sicht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 292 5. Dank', o Seele, feiner Treue, die so liebreich sorgt und wacht! Dank ihm, und sei stets auf's Neue froh auf seinen Ruhm bedacht! Groß von Rath, stark von That ist, der dich erschaffen hat. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist in 403. Was Gott thut, nach meinem Wahn, laß ich das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mich doch nicht schrecken, weil doch zuleßt ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. mein Gott, der in der Noth 6. Was Gott thut, das ist mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; sein Wort kann nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; daran laß ich mir gnügen. Trost und Geduld giebt seine Huld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in feinen Händen. wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn gleich Noth und Elend treiben: so wird doch mich Gott väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl Mel. Warum sollt' ich mich denn. 404. War arum willst du doch für morgen, armes Herz, voller Schmerz, wie ein Heide Vertrauen auf Gott und Ergebung. sorgen? Wozu dient dein täglich ja, was uns noth ist, werden. Gramen? Hoff' auf Gott! deine Noth will er von dir nehmen. Wer Gott kann im Glauben fassen, dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib; darum bleib' ihm allein ergeben. Er 8. Wer nach seinem Reiche wird ferner Alles schenken; trau' ihm fest! Er verläßt nicht, die an ihn denken. trachtet, und sein Wort fort und fort über Alles achtet, wahrlich, den wird heut' und morgen Gott mit Brodt, selbst in Noth, våterlich versorgen. 13. Frage nicht: Was wird mich nähren? Gott ist hier! er wird dir Speif und Trank bescheren. Frage nicht: Wie wird mir's gehen? Solches hat Gottes Rath längst zuvor ersehen. 6. Sollte Gott auf dich nicht achten? Ließ er dich jämmerlich in der Noth verschmachten? dich, dem er zum ewgen Leben von dem Thron seinen Sohn gnadenvoll gegeben? 293 4. Sieh den Vogel auf den Zweigen! Ist er wohl sorgenvoll, wer ihm Nahrung zeigen, was er trinken wird und essen? Nein, o nein! Gott allein hat's ihm zugemessen. 5. Sorgst du, wie du dich sollst fleiden? Sorge nicht! Jesus spricht: Solches thun die Heiden. Sieh die Blumen auf den Auen! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Salomo war nicht so herrlich 405. Auf, mein Herz, anzuschauen. 7. Ach! der Glaube fehlt auf Erden. War' er da, müßt uns 9. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn', meine Wonn', meiner Seelen Weide! hilf das beste Theil mir wählen; so wird mir sicher hier für den Leib Nichts fehlen. 10. Ich will dir mit Freuden danken hier und dort, und hinfort nicht im Glauben wanken. Lob und Preis sei deinem Namen, und dein Heil sei mein Theil nun und ewig! Amen. ermuntre dich, überlaß dich Gottes Willen! Bald wird er und väterlich allen deinen Kummer stillen. Jesus tann's; und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. 2. heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden standhaft wallen: sei gelassen, denke dann: Also hat es Gott gefallen! 294 Das christliche Leben. Glaube fest, daß, was er thut, alles recht sei, alles gut. 3. Halt an Gott dich, sei getreu! Leiden Gottes Kinder Schmerzen, haben sie dennoch dabei Ruh' und Freudigkeit im Herzen. Nichts besiegt auf dieser Welt einen Sinn, der Gott gefällt. 4. Schicke dich in Gottes Brauch! Christen müssen dulden, hoffen; hat doch deinen Heiland auch manches Ungemach getroffen. O er weiß, wie es dir thut; leide nur mit frohem Muth! 5. Kronen folgen auf den Streit; kämpfe nur mit festem Glauben. Jesus ist ja nimmer weit; Niemand kann sein Herz dir rauben. Bete, leide, lebe rein; selig wird dein Ende seyn. Last ergeben tragen, gewinnen wir des Vaters Huld, da der sich selber nur verleßt, der Gott sich murrend widersetzt. 2. Halt' ein mit deines Unmuths Klagen! Der Himmel liebet die Geduld; wenn wir die 3. Halt' aus! Die Prüfung währt nicht immer; die Hoffnung sieget ganz gewiß. Auf Sturm folgt heller Sonnenschimmer; der Kreuzweg bringt in's Paradies. Gott führt noch Alles wohl hinaus; drum halte an, halt' ein, halt aus! Mel. Jefus meine Zuversicht. 407. Endlich, endlich muß es doch mit der Noth ein Ende nehmen; endlich bricht das harte Joch; endlich schwindet Angst und Gramen; endlich reift die Thränenfaat, und der Tag der Aerndte naht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Endlich sieht man Kanaan nachEgyptens Knechtschaftliegen; 406. Halt Halt' an, mein endlich trifft man Tabor an, wenn der Delberg überstiegen; endlich bricht nach Angst und Pein unsrer Freiheit Tag herein. Herz, in deinem Glauben! Beständigkeit ist Kronen werth. Wer sich den Anker låsset rauben, der wird im Sturme leicht ver= sehrt; wer aber fest an Jesu hält, der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. 3. Endlich o du schönes Wort! du kannst alles Kreuz versüßen; wenn der Felsen ist durchbohrt, läßt er Lebensbäche fließen. Nun, mein Herz, drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß. - Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Jesu, meine Freude. 408. Christ, aus deinem Herzen banne Sorg' und Schmer zen, schöpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: wohl wird's Gott doch machen. 2. Ist der Himmel trúbe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher: nur Geduld! Des Himmels Huld will in allen Stürmen wachen; wohl wird's Gott doch machen. 3. Ungeduld und Grämen kann den Schmerz nicht nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerseßet, wird nur mebr verleget; drum Geduld, mein Herz! Wirf ihn hin, den bangen Sinn! Drücket gleich die Last die Schwachen, wohl wird's Gott doch machen. 4. Du führst Christi Namen; Christo nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht er schüttert, wenn die Erd' erzittert und der Himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter 295 krachen; wohl wird's Gott doch machen. 5. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen und die Sonne blickt. So muß nach dem Weinen hell die Freude scheinen, die das Herz erquickt. Harre sein! wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, wohl wird's Gott doch machen. 6. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fest an Gott sich halten, und ihn lassen walten, das macht recht vergnügt. Sieg' als Held! Mag auch die Welt deiner Hoffnung spöttisch lachen, wohl wird's Gott doch machen. 7. Dabei soll's denn bleiben; ich will nie mich sträuben, folgsam will ich seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was Gott will- ich halt' ihm still. Drum sag' ich in allen Sachen: Wohl wird's Gott doch machen! Mel. Warum betrübst du dich. 409. Mein Herz, warum betrübst du dich, und wallst in mir so angstiglich, voll Gram und Ungeduld? Ach stille dich, und denke doch: Es lebt ja unser Herr Gott noch! Das christliche Leben. 2. Er lebt, und stirbt auch 8. Was fehlt dir denn, daß nimmermehr; drum ist kein Leidens- Joch so schwer, das er nicht lindern kann. Er prüfet in der bösen Zeit die Hoffnung und Gelassenheit. du so flagst, und dich mit steten Sorgen plagst? Ist's nicht ein Erdengut? und ist das Beitliche wohl werth, daß es der Christ so heiß begehrt? 3. O wie verkehrt ist unser Sinn! Wir betten uns auf Dornen hin, und könnten, wollten wir nur Gott befehlen unser Thun, so sanft in seinen Armen ruhn. 9. Du hast ja Gott und Gottes Wort, den theuren Schak, den starken Hort; bist du denn nicht vergnügt? Wer sich an diesen Reichthum hält, ist reicher als die ganze Welt. 10. Der Himmel ist dir zu gedacht; Gott hat mit dir den Bund gemacht, dich ewig zu erfreun. So laß der Welt, was ihr gehört, und halt an dem, was Gott beschert. 11. Ja, harr' und hoffe fest auf ihn! Die Hoffnung wird voll Segen blühn, der Leib und Seel' erfreut. Bald rückt der Aerndtetag heran, da ich ihm fröhlich danken kann. 296 4. Geht's nicht, wie du dir's vorgestellt, so geht's doch, wie es Gott gefällt; und so geht's immer gut. Zulegt erfährt man durch die That, wie treulich er's gemeinet hat. 5. Fürwahr, nicht eine Zähre ist, die aus den trüben Augen fließt er sieht und zählet sie, und macht, daß auf den ThränenGuß das Licht der Freude scheinen muß. -- 6. Kein Mensch, er sei auch wer er sei, ist von Verdruß und Kummer frei; ein Jeder hat sein Theil. Doch hängt ein großer Trost daran, wenn man in Unschuld leiden kann. 7. Es schmerzt wohl; doch ergieb dich drein. Geduld muß hier der Balsam seyn, der alle Wunden heilt. Geduld und unverzagter Muth macht endlich alles Böse gut. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 410. Mein Meine Sorgen, Angst und Plagen gehen mit der Zeit zu End'. Alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr am besten kennt, wird Gottlob! nicht ewig seyn; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 2. Weinend streu' ich edle mel. Der Herr ist mein getreuer. Saaten in das Feld auf Hoffnung aus. Ist die Frucht dann 411. Wie Gott mich wohlgerathen, trägt man sie vergnügt nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei. Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten folgen die Erquickungszeiten. führt, so will ich gehn ohn' alles eigne Wählen. Geschieht, was er mir außersehn, wird mir's an Keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh' ich mit, und folge treu auf jedem Schritt in kind= lichem Vertrauen. 3. Unser Weg führt zu den Sternen, ist er gleich mit Nacht umhüllt. Hier mußt du entsagen lernen; dort wird jeder Wunsch gestillt. In die Burg der Ewigkeit dringt kein Pilger ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 297 2. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt; ich ruh' in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, er wird's zum Besten wenden. Es sei ihm Alles heimgestellt; er mach' es, wie es ihm gefällt, im Leben oder Sterben. 4. Wahrlich, es sind alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trúbfal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Heilands Gnadenthron, prangend in der Ehrenkron' und mit Palmen schön gezieret, weil sie glücklich triumphiret. 3. Wie Gott mich führt, ergeb' ich mich in seinen Vaterwillen. Verdunkelt gleich der Himmel sich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh' er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 4. Wie Gott mich führt, so 5. Darum trage deine Ban- bleib' ich treu im Glauben, den, meine Seel', und leide dich. Hoffen, Leiden. Steht er mit Gott hilft, du wirst nicht zu seiner Kraft mir bei: was kann Schanden; alle Stürme legen von ihm mich scheiden? Ich sich. Nach dem Blig und fasse in Geduld mich fest; was Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Wüsten oder n 2 Das christliche Leben. Auen. Hier kann ich nicht sein darnach die Sonne schön. Das Antlik sehn; dort werd' ich's Del vermehrt des Feuers Gluth; freudig schauen. Dort seh' ich, das Kreuz giebt uns zur Liebe daß sein Vaterrath mich treu Muth. und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker! 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Im Regen duften Wald und Au'n. Wenn uns kein Leidenssturm umwehte, vergäßen Mel. Wer nur den lieben Gott. 412. Je größer Kreuz, wir, empor zu schaun. Wo kámen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär'? je näher Himmel. Die raube Bahn führt uns zu Gott. Bei lauter Lust und Weltgetümmel vergißt man Ewigkeit und Tod. Oselig ist der Mensch geschäßt, den Gott in Kreuz und Trúbsal setzt! 298 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen. Gott prüft uns an dem Probestein. Die Necker wandeln sich in Wüsten, wenn Pflug und Egg' nicht dringen ein. Im Feuer wird das Gold bewährt, der Christ durch Trübfalsgluth verklärt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube. In Stürmen wird die Eiche fest; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn erst die Kelter sie gepreßt. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in der bittern Fluth. 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüste ist gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das arme Herz kommt nicht zur Ruh'; drum fleucht es seiner Heimath zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man babe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne das Haupt der Ueberwinder trägt. Ach! dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter! zu deinem Kreuze laß meinen Blick gerich4. Je größer Kreuz, ie größre Liebe. Man lernt allein auf Gott zu sehn; und scheint auch oft der Himmel trübe, so lacht tet seyn. Daß mich die Unges Vertrauen auf Gott und Ergebung. duld nicht reize, so pflanz' ein mir! Dein Segen ist's, der solches Herz mir ein, das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Haupt die Strone trägt. mir die Nacht zur schönen Morgenröthe macht. 5. Nun, deiner Allmacht will ich trauen, die allen Kummer lindern kann; auf diesen Felsen will ich bauen. Du hast ge= sprochen: Ruf mich an! Ich rufe nun, ich hoffe nun; du wirst nach deinem Worte thun. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 413. Mein Gott, ich wart' auf deine Stunde, ob sie gleich nicht geschlagen hat. Ich steh' auf diesem festen Grunde: Bei dir ist immer Rath und That. Dein Wort wird endlich Mel. Mein Jesus lebt, was soll id). doch erfüllt, die Stunde komme, 414. Herr, mache meine wann du willt. Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bist's, der Alles ändern kann; und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu deiner Kinder Seligkeit. Auch Widerwärtigs 3. Wenn Furcht und Hoff- keit wird Segen für Jeden, nung in mir streiten, heißt mich welcher dir sich weiht. Sieht's der Glaube stille seyn. Ich sehe gleich der blöde Geist nicht ein, deine Hand von weiten; die der Ausgang wird doch herrlich wird mir Trost und Kraft ver- seyn. leihn. Bald werd' ich deinen Rath verstehn und Lust an deiner Gnade sehn. 3. Laß denn mich stille seyn und hoffen, hast du mir Prüfungen bestimmt; dein Vaterherz steht Jedem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 2. Ich bin, mein Gott! in deinen Händen; du weißt am besten, was mir frommt. Ich will mich nach den Bergen wenden, von welchen meine Hülfe kommt. Die Hülfe kommt allein von dir; mein bester Helfer, hilf du mir! 299 4. Mit Jacob geh' ich dir entgegen; mein Glaube ringt und kämpft mit dir. Jch laß dich nicht; gieb mir den Segen, dein Segen ruh' und bleib' auf en Das christliche Leben. 4. Nur du erkennst, o Gott, 2. Meine Hoffnung grünt das Beste; und dies erwählt dein Vaterherz. Mach' mich in diesem Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelaffenheit; du führst mich ja zur may 10 Seligkeit. dort oben, wo sie immer grünend bleibt; sie hat mich zu Gott erhoben, der die Angst und Qual vertreibt. Ich will gern das Eitle lassen, und das höchste Gut umfassen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 300 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn einmal führst du doch die From: men zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird Jedem offen- Herzen quält. Es sind Träume bar, daß, Gott, dein Rath der beste war. nur im Wachen, die der Seele bange machen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 6. Dann árndt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Früchte ewig ein; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll Freud', o Gott, voll Dankes seyn: Der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohl gemacht! 4. Meine hoffenden Gedanken werden nimmermehr zu Spott. Meine Hoffnung kann nicht wanten; meine Hoffnung ruht in Gott. Meine Hoffnung hat die Stunden ihrer Freudigkeit gefunden. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 3. Alles Hoffen und Verlangen, das nicht Gott zum Biel erwählt, ist mit Nichtigkeit umfangen, die der Menschen Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 415. Ich bin ruhig und Mel. Wie wohl ist mir, o Sreund. zufrieden; alle Traurigkeit vergeht. Alle Sorgen sind geschie- 416. Wie gut ist's doch, den, weil mein Schiff im Hafen steht, wo ich jedem Sturm entflohen, wo die Wogen nicht mehr drohen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. in Gottes Armen so sorglos als ein Kindlein ruhn, und an der Vaterbrust erwarmen ohn' alle Furcht und Aengstlichthun! D Seele, laß dein banges Sorgen! Der heute lebt, der lebt auch Vertrauen auf Gott und Ergebung. 301 morgen; sein Herz ist immer Gott an einer Blume, so stehet gleich gesinnt. Gott ist ein fest zu seinem Ruhme, daß er Freund, getreu im Lieben, dein auch dein Begehren stillt. Du Nam' im Himmel angeschrieben, haft den schönsten Schmuck ge= wo Sorg' und Schmerz vor- wonnen, weil Gott als Kind über sind. dich angenommen, und dich mit seinem Geist erfüllt. 2. Wie thöricht ist's, gleich blinden Heiden der eitlen Sorg' ergeben seyn! Du kannst ja die sen Kummer meiden; dring' nur in Gottes Herz hinein. Da wird das Sorgen sich verlieren, dein Herz die sanfte Stille spúren, wenn Christi Huld sich dir verklärt, die schon von Ewigkeit geglühet und sich um unser Heil bemühet, und die auch ewis, ewig währt. 3. Was sorgest du doch für dein Leben? Was sorgest du für Trank und Speif? Er, der das Erste hat gegeben, giebt auch das Andre deinem Fleiß. Ein Vöglein, welches Gott ernähret, das nichts von Sorg' und Müh' erfähret, beschämt dich, der Gott nicht vertraut. Ist's möglich, daß dein Glaube wanket, und Gott nicht unaufhörlich danket für das, was er von ferne schaut? 4. Das kleinste Blümchen auf den Auen ist dir ein Spiegel seiner Macht; es ist viel schdner anzuschauen, als Salomo in seiner Pracht. Thut dies nun 5. Die Güter dieses kurzen Lebens sind ja nicht vieler Sorge werth. Dein banges Sorgen ist vergebens; nur Eins ist noth, wie Christus lehrt. Wie Mancher quálet sein Gemüthe, da doch des höchsten Vaters Güte schon selber an sein Wohlseyn denkt, und das, was ihm unmöglich scheinet, eh' er's gehoffet und gemeinet, zum höchst erwünschten Ende lenkt! 6. So ruh' denn ohne Sorg' und Grämen nur ferner in der Liebe Schooß! Laß deinen Glauben dir nicht nehmen, und acht' es für dein bestes Loos: Gott hat in Christo mich erwählet und meine Seufzer längst gezählet; er ist's, der meine Schritte mißt. Gott, der mein Leiden abgewogen, und dessen Führung nie betrogen, Gott ist's, der meiner nicht vergist. Mel. Welt, ich muß dich. 417. Komm, Herz, und lerne schauen auf die, die Gott 302 Das christliche Leben. vertrauen; schau', wie es um sie steht. Ach siehe doch die Wege, die wunderbaren Stege, die Gott mit seinen Kindern geht. 2. Sie sind die Hochgeliebten, und doch die Hochbetrübten; sie sind den Aermsten gleich. Sie flehn oft um Erbarmen mit Lazarus, dem Armen, und erben doch das Himmelreich. 3. Gott züchtigt sie als Súnder, und liebt sie doch als Kinder. Er macht sie voller Schmerz; er schlägt zu manchen Stunden in ihre Seele Wunden, und heilt doch ihr zerschlagnes Herz. 4. Sie glänzen wie die Sterne, und stehn doch oft von ferne als ohne Glanz und Schein. Sie gehn im finstern Thale, und sollen doch im Saale des Himmels lauter Sonnen seyn. 5. Sie sind zerbrochne Halme, und blühn doch wie die Palme. Sie sind voll Bangigkeit; es muß sich oft voll zittern ihr ganzes Herz erschüttern, und stehen doch beherzt im Streit. 6. Wie geht es dem Getraide? dem Gráslein auf der Weide? Manch Wette bricht berein; der Regen drückt es nieder; der Wind erhebt es wieder, und darauf folgt der Sonnenschein, 7. So hält's Gott mit den Seinen; sie gehen hin und weinen, wenn sie im Kreuze stehn. Das Herz ist voller Sehnen, die Augen sind voll Thränen; doch auf den Regen wächst es schön. 8. Nun, Vater, das gewähre! Hilf mir vertraun und lehre mich deine Himmelsbahn. Ja, Herr, wohl wirst du's machen in allen meinen Sachen; was du thust, das ist wohlgethan! Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 418. Mein Gott, bei dir ist alle Fülle; bei mir ist nichts als Dürftigkeit. In dir ist meine Seele stille; in mir empfind' ich Herzeleid. In mir bin ich den Nermsten gleich; in dir hab' ich ein Himmelreich. 2. Du siehest alles, was mir fehlet; du siehst es, und es jammert dich; eh' ich mein Leid dir noch erzählet, erbarmst du dich schon über mich. Du denkest, eh' ich rufe, mein; wie sollt' ich dir nicht stille seyn? 3. Dir überlaß ich meine Sachen; in deinem Willen will ich ruhn. Du kannst mich reich an Segen machen; du kannst, du willst, du wirst es thun. Dein theures Wort verheißt mir dies; was du versprichst, erfolgt gewiß. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 4. Lebst du, mein Gott: was darf ich zagen? Sorgst du für mich: was trag' ich Leid? Ich darf bei jeder Blume fragen: Von wessen Hand hat sie ihr Kleid? Sorgst du für sie so mildiglich, so sorgst du ja viel mehr für mich. 5. Du liebst mich, Vater, mit der Liebe, womit du deinen Sohn geliebt; dies macht, ist Alles noch so trübe, mein Herz doch froh und unbetrübt. In deiner Liebe treff ich an, was alle Welt nicht geben kann. 6. So geh' es denn mir, wie es gehe; ich halte still und ruh' in dir. Ich sig, ich liege oder stehe, so wachst du immer über mir. Drum denk ich, drückt mich gleich das Joch: Lebt doch mein Gott und Vater noch. 2. Gott, welcher stets nach Lieb' und Weisheit handelt, macht, daß der Mensch durch rauhe Wege wandelt, wenn sein 303 Gemüth das Glück in guten Tagen nicht weiß zu tragen. 3. Gott zieht von dieser Erde nichtgen Freuden den schwachen Geist zurück durch harte Leiden; er selbst erweckt bei Seufzern, Schmerz und Thränen ein himmlisch Sehnen. Mel. Wend' ab deinen Zorn, lieber. 419. Der Weg ist gut, Neue. der durch das Leiden führet. Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Noth treibt die beherzten Streiter beständig weiter. 4. D seid gesegnet mir, ihr felge Schmerzen! Dies Schnen wecket ihr in meinem Herzen; der Geist empfindet, mag der Leib ermúden, des Himmels Frieden. 5. Dann wird den Seelen, die mit Gott verbunden, nichts mehr zu schwer; sie sehn in Leidensstunden nur lauter segens= volle leichte Wege, nur Liebesschläge. 6. So wird das Gold von Schlacken mehr gereinigt, das Herz mit Gott noch inniger vereinigt; die ihm ergebne stille Glaubenstreue stärkt sich auf's 7. Und wenn auch Finsterniß den Sinn umdunkelt, erweckt das Kleinod, das von oben funkelt, auf's Neu' den Muth; die Hoffnung sammt dem Glauben läßt sich nicht rauben. 8. Ja, solltest du auch, ohne dein Verschulden, um Jefu willen Schmach und Tod erdulden: Das christliche Leben. 304 das Glück ist groß; nah' ist dir Gottes Gnade auf diesem Pfade. 9. Jhn ist der Herr des Lebens selbst gegangen; wer mit ihm duldet, wird die Kron' empfangen. Der Herr wird, die ihm Alles hingegeben, zu sich erheben. väterlich. Nicht was ich mir ersehe, was Gott beschließt, geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tra= gen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt einst der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt uns doch im Grabe. 10. Blick auf die Wolke der verklärten Zeugen, die jetzt vor Jesu Thron die Palmen neigen! 5. An dem, was wahrhaft Was führte sie zur Fülle jener Freuden? Der Weg der Leiden. glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Reichthum, Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 420. Auf Gott, und nicht Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. auf meinen Rath, will ich mein Glück erbauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie ver= schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir núßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Mel. O Welt, ich muß dich. Schmerz, der zu des Glaubens 421. Was ist's, daß ich Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Er fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eb' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht fragt. mich quale? Harr' Gottes, meine Seele! harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet; er schüßzet den, der nach ihm Vertrauen auf Gott und Ergebung. 2. Er zählte meine Tage, du ewig dich. Was kann mir mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' Gott, bewahrest mich. ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. Mel. Welt, ich muß dich. 3. Die kleinste meiner Sor: 422. Ich hab' in guten gen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, beſteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses Glück verlehet, wenn's alle Welt auch schäßet, das bleibe, Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 305 7. Du bist der Müden Stärke; und aller deiner Werke erbarmst widerfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein 2. Ja, Herr, ich bin ein Sunder; und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert von Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß mich nur Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jeht hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Das christliche Leben. Auch auf des Todes Pfade 5. Schau über dich! wer vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 306 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn; ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst Alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Wend' ab deinen Zorn, lieber. 423. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden. Und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 3. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Christi Jünger leid' und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 4. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht: Bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 6. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 7. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 8. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung: Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Warum betrübst du dich. 424. Mein Herz, warum betrübst du dich? Ein Heide gråmt und ångstet sich, der Gott nur schwach erkennt; für einen Christen ziemt sich's nicht, der Abba, lieber Vater! spricht. 2. Herz, willst du nicht auf ihn vertraun? Wer sieht den Sperling Scheuren baun? Er så't und drndtet nicht; und doch Vertrauen auf Gott und Ergebung. wird ihm von Gottes Hand sein Futter täglich zugewandt. 3. Du siehst ja wohl, wie wunderschön die Blumen auf den Wiesen stehn. Wer hat sie so geschmückt? Nicht Menschen hand hat es gethan; Gott selbst zog sie so prächtig an. 4. Kein Königsmantel schimmert so; auch selbst der reiche Salomo trug keine solche Pracht. Ein Blümchen übertrifft ihn weit in aller seiner Herrlichkeit. 5. Du bist ja mehr als Allcs das, mehr als ein Vogel, mehr als Gras; bedenke deinen Werth, daß du ein Mensch, daß du ein Christ, daß du des Himmels Erbe bist! 307 9. Nun, weil ich deß versichert bin, so werf ich allen Kummer hin, der Christen nicht geziemt, und bin vielmehr auf das bedacht, was mich gerecht und selig macht. 10. Bin ich an meiner Seele reich, so gilt mir alles Andre gleich. Herr, mach' es, wie du willst! Gieb viel, gieb wenig, was es sei- ein gut Gewissen nur dabei! 6. Gott hat dich je und je geliebt; er, der dir Trank und Speise giebt, hat mehr an dir gethan, da er den eingen Sohn sogar für dich zu geben willig war. 7. Er hat dir eidlich zugesagt, daß er, wenn dich ein Kummer plagt, dich nicht verlassen will. Und dieses Wort steht felsenfest, wenn dich die ganze Welt verläßt. 8. Wohlan, mein Herz, gieb dich zur Ruh'! Gott theilt gewiß dir alles zu, was er für gut erkennt. Der größte Mangel wird zuleßt durch Arbeit und Gebet erfeßt. Mel. O Welt, ich muß dich. 425. Was sollt ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfeyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich's dir noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Weisheit schauen und deiner Gnade trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und kindlich stets dich lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere weidest, du 308 Das christliche Leben. Schöpfer der Natur, siehst alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 5. Wenn meine Augen thránen und sich nach Hülfe sehnen: so flag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfst, du fegnest gern. 6. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, mir deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und mir zum Besten lenken, was meinen Geist einen Gei betrübt und kränkt. 7. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meynen, doch stets nach weisem Rath. Ist mir die Aussicht trübe, so leuchtet deine Liebe mir auf des Lebens dunklem Pfad. Leben 8. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: Einst nimmst du mich Erlösten nach kurzer Schmach zu Ehren an. 9. Dort bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Nach überstandnen Leiden bring' ich dir dann mit Freuden den Dank, der ewig dir gebührt. is daard, viszoo, Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 426. Du, Herr, bist meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dir, Herr, ergeben. Du bist sein Gott; auf dein Gebot wird feine Seele stille, und ihm genügt dein Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rath vernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Ruh' und Erquickung findet. Wenn Jener fällt, ist er ein Held; er steht, wo Jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube Vertrauen auf Gott und Ergebung. reichet. Weh' denen, die zu mein Vater wacht; er wacht, Menschen fliehn! weh' dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. mich zu beschüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, wird mich auch nicht verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz; und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh' des Ewigen vergesse. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt ent= ziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das jekt sich mir verhüllet. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht! auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue! Mel. Der Herr ist mein getreuer. 427. Wenn gleich aus dunkler Mitternacht Gewitter um mich bliken, doch zag' ich nicht; 309 4. Wie will ich dann, von Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben! wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun, die ihre Hoffnung auf ihn baun! nie werden sie zu Schanden. Mel. Valet will ich dir geben. 428. Der Herr ist mein Bertrauen, mein Retter in der Noth. Kein Leid erweckt mir Grauen. Dich fürcht' ich nicht, Das christliche Leben. o Tod! Du draust mit zorn- die Reu', die Gott gefällt; allein gem Winke; doch fühl ich keinen Harm. Ich weiß, wohin ich finke, sink ich in Gottes Arm. den Tod gebieret die Traurigfeit der Welt. 2. Der Herr ist mein Vertrauen, ein Gott, der gern vergiebt. Ich werd', ich werd' ihn schauen, den Bater, der mich liebt. Den Heiland werd' ich sehen, der mich vom Fluch befreit, mit Psalmen ihn erhöhen durch alle Ewigkeit. 310 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer oder du? Der Gott; auf deffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weif und gut. 4. Es mag die Hölle wüthen! Umsonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. 5. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Mel. Serzlich thut mich verlangen. 429. Christ, alles, was Sei stille vor dem Herrn! Er dich kränket, befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Kummer und liebt noch väterlich. ist ein Hort der Frommen; hoff' unverzagt auf ihn! denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? Ja, fühle deine Schuld. Doch trau' von ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zur wahren Ruhe führet 3. Der Herr ist mein Vertrauen. Sein Recht ist meine Lust. Ein Heiligthum ihm bauen will ich in meiner Brust. Der Herr wird gnädig hören auf meiner Seele Flehn, und Stärke mir gewähren, auf seinem Pfad zu gehn. 6. Ergieb dich ihm mit Freuden, der stets dein Vater ist; auch in der Nacht der Leiden sei stark im Herrn, sei Christ, und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit- wer kann dir diesen rauben?- der allen Gram zerstreut. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 311 Sag', ob Gott nicht immerdar weise, mild:,: und hilfreich war.:,: 7. Sei froh, dein Gott re- auch Freude, Heil und Glück. gieret! Sein Rath ist wunderbar; einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: Der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! Doch höre, was er spricht: 4. Widme Gott dein Thun und Leben, trau' auf ihn, und sorge nicht! Er ist Vater; er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh' getrost zu ihm und sprich: Gott, du kennst, und liebest mich.:,: - 8. ,, Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt?" Denk an dies Wort, und weine die Freudenthrán', o Christ!Und könnt ihn sie vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen!"- Der Herr ist's, der es spricht. 5. Bet und sei nicht wankelmüthig, nicht des Meeres Wellen gleich. Sei getrost, denn er ist gütig; bist du dürftig, er ist reich. Fürchte nichts; denn der weiß Rath, der auch Kraft:: zu helfen hat.:: Mel. Jefus, Jefus, nichts als Jesus. 430. Beicht und quält mich nicht, ihr Sorgen! Mein Versorger lebt und wacht. Wahrlich, ihm ist nichts verborgen, was den Christen traurig macht. Was der Herr beschließt und thut, ehret ihn:,: und ist mir gut.: Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. 2. Eh' noch Erd' und Himmel 431. Ich bin in dir zuwaren, war mein Schicksal ihm bekannt; und den Lauf von meinen Jahren lenket täglich seine Hand. Nichts geschieht von ohngefähr; Alles kommt:: von oben her.:,: frieden, Herr, meine Zuversicht! Hier ist mir nichts beschieden, was wahres Glück verspricht. Wohin ich mich nur wende, ist Arbeit, Müh' und Streit; und Alles nimmt ein Ende, was auf der Welt erfreut. 2. Was ist das längste Leben, wenn's noch so köstlich heißt? 3. Zähl', o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zurück; zähle Kummer, Müh' und Plage; zähl' 6. Vater, ewig reich an Gaben, mächtiger Regent der Welt, täglich bet' ich: Laß mich haben, laß mich thun, was dir gefällt! Du bleibst meine Zuversicht! Sorgen, weicht:,: und quält mich nicht.:,: Das christliche Leben. Ein Kampf, ein rastlos Stre- Muth. Du führest selbst durch ben nach Ruhe für den Geist. Leiden zu wahren, sichern FreuIn Hoffnung, zu erlangen, was den; denn alles, was du thust, uns die Welt verspricht, sehn ist gut. wir uns hintergangen, und sehn die Ruhe nicht. 312 2. Vor dir ist nichts verborgen; was sollt' ich ängstlich for: 3. Bei dir, du Gott der Gna- gen, da du mein Vater bist? den, ist, was mein Herz er- Du gabst mir, Gott, das Leben; quickt. Das ist doch nichts als Schaden, was außer dir beglückt. Wer dich besigt und liebet, der kann gelassen seyn. Wenn Noth und Kreuz ihn übet, kommst du, ihn zu erfreun. du wirst auch alles geben, was mir zum Leben nöthig ist. 4. Ein Joseph ist verlassen, wie es vor Menschen scheint; doch wenn ihn Brüder hassen, ist Gott, der Herr, sein Freund. Der Glaube giebt uns Leben, den frommen Hiobs: Sinn: " Der Herr hat es gegeben, der Herr nehm' es auch hin." 5. Wird meiner Seele bange, wenn Gott zu schlafen scheint; ruf ich: O Herr, wie lange? dann, dann erwacht mein Freund. Ein Wort stillt Wind und Meere, stillt meines Herzens Pein. Ach treuer Heiland, lehre mich stark im Glauben seyn! Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 432. Auf deine Weisheit bauen, auf deine Güte trauen, das, Gott, giebt Trost und 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, sogar zur Last uns sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz nur nähret, macht uns für beßre Güter blind. 4. Dein Wille sei mein Wille! laß mich in heilger Stille mich deiner Führung freun. Es müsse, Herr, mir Armen dein Beistand, dein Erbarmen stets mehr als aller Reichthum seyn. 5. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Beugt mich die Last von Schmerzen, so sprich zu meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helfe dir! 6. Was soll ich mich betruben? Den Menschen, die dich lieben, muß Alles Segen seyn. Ich bin ja dein Erlöster; sonst hab' ich keinen Tröster und keinen Schuß, als dich allein. Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Wo Gott zum Saus nicht. mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir; ich sah mein 433. Bon dir, o Bater, Glück, und dankte dir. nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freude oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siebst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist Alles dunkel um mich her, die Seele můd' und freudenleer: bist du doch meine Zuversicht, und in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Last auf; Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quält; und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröstbar heut'; und morgen war ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr; dann weint' ich laut und klagte sehr: Ach schaust du, Gott, mein Elend nicht? verbirgst du gar dein Angesicht? 313 8. Sagt's, Alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rieft; fagt's, Fromme, wann er das Gebet geduldig Leidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre sich verkehrt. 176 10. Du drndtest deiner Lei= den Lohn vielleicht in diesem Leben schon; vielleicht, daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf erscheint. 11. Schau' deinen Heiland gläubig an! Wenn Niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schooß dein Herz aus; seine Huld ist groß. 12. Einst hat auch er, der Menschenfreund, im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er Acht; und dir zu helfen hat er Macht. 13. Und helfen will er, zweifle nicht! Er hält getreu, was er verspricht, du follest nicht vers lassen seyn. Dies laß dein for7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn, und eiltest bald gend Herz erfreun! 314 Das christliche Leben. Mel. Ach, was soll ich Sünder, 6. Ach vergieb mir, der im Staube dieses Leibes dich noch 434. Ach! wie ist der nicht, Gott, erkennt von AngeMenschen Liebe so veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie doch so bald! Seße nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie vers spricht, Seele, deine Zuversicht! sicht! Ach vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, wie er sollt, auf dich verläßt! 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverletzt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig! seine Treu' wird mit jedem Morgen neu! Ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund, und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann! 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz auf sie sich stüßt, daß nicht Menschenhülfe nüßt! Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir; und dann, Vater, hilf du mir! 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid. Und dann sink ich muthlos nieder, suche nur bei Menschen Ruh'; und mein Helfer wärst doch du! 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, und sie selbst auch flehen lehrst, laß mich fest im Glauben stehen, und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe sei! Mel. Jefus lebt, mit ihm auch. 4. Und ich will auch dich erwählen, Bater; ich will dir 435. Gottes Wille, Gottes allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach! die Kräfte fehlen meinem Vorsak; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. Rath muß auch meinen Willen lenken. Er, der mich erschaffen hat, kann mich, sein Geschöpf, nicht kränken. Wenn er nimmt und wenn er giebt, ist er Vater, der mich liebt. 2. Willig folg' ich, wie er will, führt er gleich durch rauhe Wege. Ohne Murren halt ich still, treffen gleich mich seine Schläge; denn er hat noch stets gethan, was mein Heil befördern kann. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Wahr und heilig ist sein verborgen; doch seine Hülf ist Wort; was er zusagt, wird er halten. Ihn allein, den treuen Hort, laß ich über Alles walten. Wer sich seiner Hülfe freut, schmeckt auch seine Freundlichkeit. 4. Drum, mein Herz, verzage nicht; der im Himmel wird schon sorgen. O sein Trost ist Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit; endlich kommt die rechte Zeit. 5. Fällt ohn' ihn tein Haar vom Haupt: sollt' er denn mein Glück nicht wählen? Wer in Demuth an ihn glaubt, der wird nie des Ziels verfehlen. Ihm vertraun ist süße Pflicht; er vergißt die Seinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier; trúgt mich oft mein irdisch Hoffen: nur Geduld! einst stehet mir jenes Buch der Vorsicht offen. Dort seh' ich, wie wunders bar Gottes weise Führung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht werth der Herrlichkeit, die dort offenbart soll werden. Herr, du hast, rühm' ich alsdann, Großes stets an mir gethan! Mel. Welt, ich muß dich. 436. Was soll ich trostlos forgen? Gott scheint mir zwar 315 nah'. Führt er mich dunkle Pfade; doch trau' ich fest der Gnade, die sie zu meinem Heil ersah. 2. Längst wog er die Gefahren, eh' Erd' und Himmel waren, nach meinen Kräften ab. Er linderte durch Freuden die Tage meiner Leiden, eh' er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt ein Glück der Erden gar leicht zum Fallstrick werden; er nahm es weislich mir. Mich konnt' auf Seligkeiten ein Kummer vorbereiten; und Gottes Gnade schenkt' ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre mein Theil auf Erden wäre, würd ich mich sündlich freun; und Unterdrückte würden dann unter ihren Bürden umsonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäße reizen, mehr Schäße zu ergeizen, und stolz mich aufzublåhn; dann würd' ich Arme hassen, und menschenfeindlich lassen vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen mein Herz verwegen fragen: Ist über mir ein Gott? Dann würd' in Schwelgereien das Laster mich entweihen, und Tugend wäre mir ein Spott. D1 316 Das christliche Leben. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schäße; er zog mich aus dem Neße, das oft den Klügsten fällt; daß ich, treu in der Liebe, sein Auserwählter bliebe, entfernt' er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen mein Herz zwar furchtsam kla= gen: Wo ist der Herr, mein Licht? warum verzieht mein Netter? Es lachen mein die Spotter; ich ruf, und er antwortet nicht. meiner Hoffnung Licht der letzte Funken schwindet; mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Wandels Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth hinweggewandt. Unendlicher, ich trau' auf dich. Du leitest mich; ich kämpf und siege, Gott, durch dich! 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer! Kaum fühl ich Muth und Stärke mehr, noch länger fortzudulden. Doch ewig, Vater, zürnst du nicht; du gehst mit uns nicht in's Gericht, strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsingt in mir dann meine ganze Seele dir. 3. Ach! alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Mel. Serzlich lieb hab' ich dich. 437. Dir trau' ich, Gott, Kämpfer Schaaren, und danke und wanke nicht, wenn mir von dann dir, Gott, verklärt, der 9. Doch, ist um Trost mir bange, nimmt Gott, an dem ich hange, sich meiner herzlich an, und führt, den Gram zu stillen, um seines Namens willen den Frrenden auf ebner Bahn. 10. Wenn ich fast unterliege, giebt er mir Sieg' auf Siege, und bleibet mein Panier. Er stärkt die múden Hände, und weicht bis an mein Ende mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis sei dem Herrn gefungen! Auch in den Züchtigungen liebt er mich väterlich. Mein Glück ist Gottes Wille; sein harr' ich und bin stille, und rühme meiner Trúbsal mich. Vertrauen auf Gott und Ergebung. jest mich prüft, mich dann be währt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, fest, ohne Graun will ich dir traun; dereinst werd' ich dein Untlik schaun. 317 allerbångsten Gram. Wenn alle Güter scheiden, so rühm' ich doch voll Freuden: Gelobt sei, der sie gab und nahm! 6. Wie köstlich ist's, die Plagen des Lebens ruhig tragen! wie köstlich, stille seyn, vom schwersten Kreuz betroffen auf Gottes Güte hoffen, und ſagen: Seine Huld ist mein! Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 438. Durch Jefum rein von Sünden, kann ich den Trost empfinden: Gott liebt mich väterlich! Nichts soll den festen Glauben, Nichts mir die Hoffnung rauben: Mein Gott und Vater sorgt für mich! 2. Der eine Welt regieret und mich bisher geführet, bleibt ferner auch mein Licht. Der Mel. Werde munter, mein G. mir den Sohn gegeben und mit 439. Wenn der Herr einſt ihm Heil und Leben, mein treuer Vater läßt mich nicht. 3. Er zählet meine Tage, hört, wenn ich leidend klage, beschüßt mich in Gefahr; schlägt nur mit Vaterschlägen, stärkt mich auf rauhen Wegen, und rettet mich oft wunderbar. 4. Schickt er mir Glück und Freuden, so brauch' ich froh, bescheiden und unschuldsvoll die Welt. Doch wählt er Noth und Plagen, so will ich kindlich sagen: Er thue, was ihm wohlgefällt! 5. Ein ruhiges Gewissen stillt, wenn wir leiden müssen, den 7. Einst werd' auch ich's erfahren, wie gut die Wege waren, die Gott mich gehen hieß. Gekrönt mit Himmelsfreuden, dank ich ihm auch die Leiden; denn ihre Frucht ist himmlisch süß. die Gefangnen ihrer Bande ledig macht, o! dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes seyn; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freibeit und gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gieb uns einen Vaterblick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimath bald zurück! Ach der Pfad ist steil und weit! kürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestritten, in des Friedens stille Hütten! 318 Das christliche Leben. 3. Aerndten werden wir mit Freuden, was wir weinend aus: gesät. Jenseits reift die Frucht der Leiden, und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 440. Entschwinge Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Fleug auf zu seinem höhern Licht! Du kennest, was dir gut ist, nicht. dein Weg verliert. Dich leitet Gott! O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt, wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nächten selbst das Licht dir brach. 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Vater, bet' ich findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krúmmet: ich geh' ihn hoher Abndung voll. Einst werd' ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen unge- fehn. wisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. ihn erfreute, was er litt, klärt 441. Hoffe, Herz, nur sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erden thránen Lohn. Schau! ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht zur nahen Aerndte schon. Im Kummer wird sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. mit Geduld! endlich wird die Nacht vergehen. Gott, dein Bater, ist voll Huld; kindlich darfst du zu ihm flehen. Auf dein gläubiges Vertraun wird er gnädig niederschaun. 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht 2. Wolken kommen, Wolken gehn; bau' auf deines Gottes Gnade! Zu des Himmels lichten Höhn führen stürmisch dunkle Pfade; doch ein treues Auge Vertrauen auf Gott und Ergebung. wacht. Bittre nicht in Sturm Er, des Vaters Huld gewiß, und Nacht! hat sich durch die Finsternis hinauf geglaubt. gives b 3. Ankre du auf Felsengrund, schwinge dich zu Gottes Herzen; mach' ihm deine Leiden kund, sag' ihm deine tiefsten Schmerzen. Er ist gütig, und erquickt jedes Herz, das Kummer drückt. 4. Droben lebt er stark und reich, führt die Seinen nach. ,, Ich bin alle Tag' bei euch"der dies ernstlich sprach, bei dir ist er. Gottes Gnad' und Kindesrecht hat sein gläubiges Geschlecht; was willst du mehr? 4. Faff im Glauben fühnen Muth; Kraft wird dir dein Helfer senden. Mit der Hand, die Wunder thut, wird er deine Leiden enden. Er ist lauter Lieb' und Huld; hoffe, Herz, nur mit Geduld! Mel. Seele, was ist schön'res wohl. 442. Seele, ruh' in jeder Nacht still in GottesSchooß! Was bir so viel Kummer macht, ist dein Denken bloß. Er sorgt ja noch! Glaube, alles, was er thut, scheint es böf, es ist dir gut; o trau' ihm doch! 319 5. Vater, dem ich, was ich bin, in die Hände leg', nimm den kummerhaften Sinn aus dem Herzen weg! Ich halte dich! Wird der Glaube wieder schwach, läßt der Trost bald wieder nach: so halt' du mich! 6. Trauen und gehorsam seyn, ist der Kinder Art; präge das mir täglich ein, scheint dein Weg mir hart! Ich bleib' ja Kind, greif' nach deiner Vaterhand, denk: Du bist im Prufungsstand doch treu gesinnt. 7. Mache du nur mich recht treu und der Hoffnung voll, daß ich sünd- und sorgenfrei einst dich loben soll! Ich eile fort, freu' mich auf den Tag des Lichts; Erdenleiden sind dann nichts- o wär' ich dort! 2. Sag', erzwingst du dein Geschick, wenn du ihm nicht traust? Ach! weil du mit trübem Blick wenig überschaust, so schau' hinauf! Er, dein Gott von Ewigkeit, lenkt durch alle Himmel weit der Dinge Lauf. 3. Arm war einst der reichste Herr, der nur Gutes that; ach! Mel. Christus, der ist mein Leben. nichts Eignes hatte er, teine 443. Mag auch der Lagerstatt nur für sein Haupt.| Glaube zagen! Ein Tag des Das christliche Leben. Lichtes naht. Aus Dimmrung getäuscht vom Schein. Schwach muß es tagen; zur Heimath führt der Pfad. 2. Mag auch die Liebe weinen! Es kommt ein Tag des Herrn. Nach dunkler Nacht erscheinen muß einst ein Morgenstern. 320 find meine Sinnen, sehn wohl das Beginnen, nicht den Ausgang ein. Meine Wahl ward oft zur Qual; mag sein Plan sich mir verhehlen,- Gott kann niemals fehlen. 4. Wie viel tausend Sonnen, seinem Licht entronnen, zeigt er Bahn und Lauf! Aller Wesen Meister wie viel tausend Geister blicken zu ihm auf! Allen hat sein weiser Nath Schmerz und Freuden zugemessen; sollt' er mein vergessen? Mel. Jesu, meine Freude. 5. Ihm will ich vertrauen. Glauben führt zum Schauen; 444. Nein! ich will nicht Hoffnung stärkt das Herz. Ist sorgen. Weiß ich denn, ob morgen noch das Licht mir scheint? Der so treu mich führte, immer recht regierte, bleibt mit mir vereint. Geht die Bahn er nur voran, sei sein Weg mir auch verborgen: warum sollt' ich sorgen? der Himmel trúbe- Gott bleibt doch die Liebe; Liebe heilt den Schmerz. Was mich drückt, hat sie geschickt; werd' ich nur in Prüfungsstunden treu bes währt erfunden! 2. Nein! ich will nicht klagen. Sollt' ich denn verzagen, weil der Trost verzieht? Wenn des Herzens Schnen, wenn die stillen Thränen nur der Vater sieht! Ungeduld wird oft zur Schuld. Was er auflegt, hilft er tragen; sollt' ich denn verzagen? 6. Bin ich ganz verlassen, kann mein Geist nicht fassen, was der Vater will halt' ich auch in Schmerzen mit ergebnem Herzen ihm gehorsam still. Was er thut, ist recht und gut; jede Trúbsal dieser Erden soll zum Heil mir werden. 7. Sei mir Kampf beschieden! führet doch zum Frieden mich des Sieges Bahn. Der den Tod 3. Mag auch die Tugend tämpfen! Es kommt ein Ruhetag. Der Sonne Strahl zu dämpfen kein Sturmgewölk vermag. 4. Mag Hoffnung auch erschrecken, mag drauen Grab und Tod! Die Schlummernden erwecken muß einst ein Morgenroth. 3. Nein, ich will nicht wählen. Ach! ich mögte fehlen, leicht Vertrauen auf Gott und Ergebung. 321 bezwungen, der den Sieg er Herrn zu weihn! besser sind sie rungen, kämpfte mir voran. Du, o Held, bezwangst die Welt! Wer dir folgt, kann nicht erliegen; mir auch hilfst du siegen. oft als Freuden und des Glückes Sonnenschein. 2. Ob sie noch so schwer dich drücken, sind sie doch für dich Gewinn; Dulden führet zum Entzücken und der Schmerz zur Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. 445. Was wähnst du Wonne hin. dich verlassen? Blick auf! der Vater wacht; des Vaters Hånd' umfassen dich in der Sorgennacht; der Lilien bekleidet, das Thier des Waldes nährt, des Himmels Sterne weidet, sorgt auch für deinen Heerd. 2. Wenn alle Winde stürmen, der Herr in Wettern spricht, sich hoch die Wogen thürmen: blick auf! Erzittre nicht! Aus Nächten steigt die Sonne, aus finsterm Schooß der Halm; der Seinen Schmerz wird Wonne, ihr Seufzen Jubelpfalm. 3. Blick auf! Nicht banges 3agen errettet aus der Noth, läßt heiter es dir tagen, verleiht dir täglich Brodt. Blick auf! Wer Gott ergeben und treu das Seine thut, kann arm, nicht elend leben. Der Gute hat es gut. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 446. Dulde, Christ, des Lebens Leiden, ganz dich deinem 3. Duldend lernst du Gott vertrauen, und die Sel'gen freun sich dein, lernest Andere erbauen und dich selbst dem Himmel weihn. 4. Wie das Gold bewährt durch's Feuer, wird durch Trübsal auch dein Herz. Besser und von Fehlern freier bildet dich des Lebens Schmerz. 5. Du erlangst bei Jesu Gnade; seinen Heilgen wirst du gleich, wirst auf dornenvollem Pfade immer mehr an Tugend reich. 6. Flüchtgem Schmerze folgt die Krone, kurzen Kämpfen ewger Sieg; zu der treuen Zeugen Lohne führet Gott durch Leiden dich. 7. Drum in deinem ganzen Leben hoff auf ihn, sei fromm und rein. Hast du hier dich Gott ergeben, gehst du dort zur Ruhe ein. Mel. un lob', mein Seel', den. 447. Mit Gott bin ich zufrieden, und blicke dankbar himmelan. Genug hat er beschieD2 Das christliche Leben. den, daß ich ihn freudig preisen ren, an eignem Gut nicht arm? kann, hat herrlich mich geleitet, durch Freud' und Leid beglückt, mein Haus auch mir bereitet, mit Gütern es geschmückt. Erschien er auch im Wetter, im Sturm der Mitternacht Heil mir! mein Gott, mein Retter hat Alles wohl gemacht. nur in der Zukunft leben? was ießt mir ward, verschmähn? D nein! ich will ergeben, wie Gott mich leitet, gehn. 4. Bin ich an Erdengaben, an Hab' und Ruhm nicht Andern gleich genug kann ich auch haben; zufrieden, bin ich groß und reich, bin Gottes Kind, und singe sein Lob bis an mein Siel. So groß wird das Ges ringe, das Wenige so viel! Und ob auch Alles schiede- er, der mein Vater ist, bleibt mein; mir bleibt mein Friede, mein Heiland Jesus Christ. 5. Darum getrost, o Seele! In Gott sei fröhlich allezeit! Er ist der Herr. Er wähle, was für den Himmel mir ge deiht; er führe mich durch Auen, durch dürre Wüstenein, in Stürmen, Nacht und Grauen, in Still' und Sonnenschein! Er rette mich hienieden, er rufe mich von hier: mit Gott bin ich zufrieden. Wär' er es auch mit mir! 322 2. An seinem treuen Herzen war ich geborgen immerdar. Den Kelch der Lust, der Schmerzen bot er, der stets mein Helfer war. Wie oft ward, wenn mit Sorgen die múde Seele rang, mein banges Flehn am Morgen vor Abend Preisgesang! Was ich mit Weinen klagte, ward Quelle meines Heils, und, was der Herr versagte, Gewinn des besten Theils. 3. Ich bin ein Gast auf Erden, und stündlich mahnt der Glockenschlag: Bald wird es Abend werden; das Leben ist ein turzer Tag. Soll ich ihn mir erschweren durch selbstgeschaffnen Harm? des Andern Gut begeh7. Dankbare Liebe M. Serr Christ, der einge Gottssohn. 448. Christe, Einge borner, von Ewigkeit gezeugt, des Vaters Auserkorner, zu dem - und Nachfolge Jesu. | sein Herz sich neigt! Mit ihm von Einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 2. Für uns ein Mensch ge- Und wenn mein Herz im Tode boren, der keuschen Jungfrau Sohn, zu suchen was verloren, erlittst du Qual und Hohn, starbst, daß wir leben mögten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heiland, der auch mich erlöst, der mich im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 3. Laß uns stets mehr erkennen, wie hoch du uns geliebt, in solcher Lieb' entbrennen, die Kraft zur Tugend giebt. Laß in des Todes Schrecken uns einst noch sehn und schmecken, wie freundlich, Herr, du bist. 4. Du Schöpfer aller Dinge, steh' unsrer Schwachheit bei! Durch deine Lieb' uns dringe zu achter Gegentreu'! Hilf, daß uns nichts bethöre, daß Nichts von dir uns kehre, nicht Lust, nicht Leid der Welt! 323 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab', mein Geist, mein Leib und was ich hab' in diesem armen Leben. Daß ich es deinem Lobe weih', dem Nächsten dadurch nüklich sei, wollst du mir Gnade geben! Behút mich, Herr, vor falscher Lehr, und dem Betrug der Sünde wehr! In allem Kreuz erhalte mich, daß ich es trage williglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst meine Seel' in Todesnoth! 3. Laß deinen Engel bei mir seyn, der mich nach überstandner Pein in's Reich der Sel'gen trage, daß sanft mein Leib und mein Gebein ruh' in des Grabes Kämmerlein bis zu dem jüngsten 449. Herzlich lieb hab' ich Tage! Alsdann erwecke, Jeſu, dich, o Herr! Ich bitte, laß mein Herz nicht leer von deiner Gnade Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. mich, daß meine frohen Augen dich verherrlicht sehn, o GottesSohn, dich, meinen Heiland auf dem Thron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! ich will dich preisen ewiglich. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn, mit dir zu Gott erhaben, nicht auf das Eitle sehn, dich kennen und dich hören, dich, dich allein begehren, dein todt und lebend seyn! 324 Das christliche Leben. G mel. Wie schön leuchtet der m. 450. Wie herrlich strahlt dein Angesicht ich einstens foll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh' in múden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Eröfte du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahr- 5. Und wie, Gott Vater, heit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! von ganzem Herzen preif' ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich Keiner tröstet deiner, Brodt des Lebens, wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig seyn! Geus tief, tief in mein Herz hinein die Flamme deiner Liebe, daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß preiß ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich dir fest vereint; er selbst, mein König, ist mein Freund: was ist's, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. Supa de 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag' erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tónet, Jubellieder! schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Ruhme werde! 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub' entreißt, in deine Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 325 beglücken; du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebest du, dem schaffst du für die Seele Ruh' und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch Mel. Wie schön leuchtet der M. 451. DJefu, Jefu, Gottes manche Noth hier drückt, so Sohn, der du, noch eh' ich war, wird er doch durch dich erquickt mich schon geliebt aus reinem in seinen Kümmernisfen. End-= Triebe! vor dir ist alles sonnen- lich wird sich nach dem Leide flar; mein Herz ist dir auch volle Freude für ihn finden; da offenbar; du weißt, daß ich dich wird all sein Trauren schwinden. liebe. Herzlich such' ich dir vor 5. Noch hat kein Aug' es je Allen zu gefallen; nichts auf gesehn, es kann's auch hier kein Erden kann und soll mir theu- Mensch verstehn und würdig rer werden. gnug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die dir ergeben bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergößen, ist dagegen Nichts zu schäßen. treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antliß schaue. 2. Das ist mein Schmerz und kränket mich, daß ich, mein Heil und Retter, dich nicht liebe, wie ich wollte. Ach ich empfind' es nur zu sehr, daß ich mit jedem Tag' dich mehr und treuer lieben sollte. Laß mich glaubig deine Güte im Gemüthe stärker fasſen, die mich ganz zu überlaffen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude seyn, daß ich dich herzlich liebe, und mich in dem, was dir gefällt, ie mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe, bis sich für mich jenes Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trubsal sind entnommen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, so werd' ich stets mit festrer Treu' und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht Luft der Sinne, Ehr' und Geld be friedigt mein Verlangen. Ohn' dich kann mich nichts von Schäzen recht ergößen, noch sehr erfreut, im vollen Umfang 7. Dort werd' ich deine Gütigteit, die mich schon hier so Das christliche Leben. D schmecken; da seh' ich in dem Laßt uns tódten, weil wir leben, hellsten Licht dein gnadenvolles Angesicht, auf immer frei von Schrecken. Wohl mir! Preis dir, der mir droben aufgehoben ewge Freuden! Nichts, Herr, soll von dir mich scheiden. 326 durch den Geist des Fleisches Macht; so wird er aus Grabesnacht zu des Himmels Licht uns heben. Jesu! sterb' ichsterb' ich dir, daß ich lebe für und für. Weil er auferstanden ist, muß 4. Lasset uns mit Jesu leben! das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist: wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn' uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir nur leb' ich hier ewig, ewig dort bei dir. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 452. Lasset uns mit Jefu ziehen, folgen seinem Vorbild nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch seyn, glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb' erweisen! Treuer Jesu, bleib bei mir! Geh voran! 453. Ich will dich lieben, ich folge dir. meine Stärke, dich, meiner Seele Ruhm und Zier; ich will dich lieben durch die Werke und mit der heiligsten Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. - 2. Lasset uns mit Jesu leiden, willig, seinem Vorbild gleich! Nach dem Leide folgen Freuden; Armuth hier macht droben reich. Thränensaat geht auf mit Wonne; Hoffnung tröstet die Geduld. O wie leicht macht Gottes Huld aus dem Regen helle Sonne! Jesu, hier leid' ich mit dir; dort gieb deine Freude mir. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, das für mich litt am Kreuzesstamm. 3. Laffet uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, von dem ewigen Verderben, 3. Ach daß ich dich so spåt erkannte, du hochgelobte Liebe das dem sichern Sünder droht. du! daß ich nicht früher mein Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. dich nannte, du höchstes Gut und Gott, dich lieben auch bei und wahre Ruh'! O wie ist nun mein Herz betrübt, daß es so spåt erst dich geliebt! Schmach und Hohne und in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 4. Jch ging verirrt und war verblendet; ich suchte, doch ich fand dich nicht; ich hatte mich 454. Liebe, die du mich von dir gewendet, und liebte das erschaffne Licht. Doch nun ist es durch dich geschehn, daß ich im Glauben dich ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz das Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du Gotteskraft, die neues Leben in mir schafft. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte meine Seele ganz mit deinem reinen Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen selge Thränen, gieb meinem Herzen beilge Gluth. Vermehre stets nach dir mein Sehnen, du einzigs Heil und höchstes Gut; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets seyn zu dir durch dich gewandt. 327 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich lieben, meinen Herrn zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, die du mich so treu und milde nach dem Fall mit Heil bedacht! Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die mich einst erkoren, eh' ich noch erschaffen war, die für mich als Mensch ge= boren und mir gleich ward ganz und gar! Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, die am Kreuz mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit! Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich ewig liebet, die mich leitet durch das Wort, die den Geist der Wahrheit giebet mir zum Heil und Seelenbort! Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich schüßend decket, wenn des Todes Macht mir draut, die mich aus der Gruft erwecket, und mich führt zur Herrlichkeit! Liebe, dir ers 328 Das christliche Leben. geb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Fahre hin, o Wesen, das die Welt erlesen! mir gefällst du nicht. Fahre hin, o Sünde! 455. Jefu, meine Freude, deine Nacht verschwinde; Jeſus meines Herzens Weide, Jesu, ist mein Licht. meine Zier! ach wie lang', wie lange ist dem Herzen bange! wie verlangt's nach dir! Ich bin dein, und du bist mein; Gottes Lamm, mir soll auf Erden Nichts sonst lieber werden. Fahre hin, du stolzer Sinn! fahre hin, du Lasterleben! Jesus ist mein Leben. 6. Weicht, ihr Trauergeister! denn mein Freund und Meister kehret bei mir ein. Was mich 2. Unter deinem Schirmen auch betrübe, wenn ich ihn nur bin ich vor den Stürmen aller liebe, muß mir Freude seyn. Feinde frei. Laß die Felsen Duld' ich schon hier Spott und splittern, laß den Erdkreis zit- Hohn; dennoch bleibst du auch tern: mir steht Jesus bei. Ob im Leide, Jesu, meine Freude. die Welt in Trúmmer fällt, ob mich Tod und Hölle schrecken: 456. Meinen Jeſum laß' Jesus will mich decken. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme: Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen: Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht: freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. ich nicht; er hat sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Er, der Welt und mir gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, hat sein Blut an uns gewandt, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß' ich nicht. 4. Weg mit allen Schäßen! du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, die gar leicht bethören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth und Schmach und Tod soll, wie viel ich auch muß lei- ich übe gegen das, was er geden, mich von dir nicht scheiden. I beut, halt ich fest an seiner 3. Durch ein Herz voll Dantbarkeit, durch Gehorsam, den Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. Liebe, traue dem, was er verspricht, und so laß ich Jesum nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. ed 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser Erden ist's, was des Herzens Wünsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 8. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse Nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 329 Mel. Mach's mit mir, Gott. 457. Mir nach! spricht Christus, unser Held; mir nach, ihr Christen alle! Verläugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht; euch leuchtet hier mein heilges Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg; ich zeige wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe; mein Mund strömt über allezeit von Wahrheit und von Güte. Mein Wille sucht nur, was Gott will; mein Geist ist folgsam, sanft und still. 4. Jch zeig' euch das, was schädlich ist, lehr' euch die Sünde meiden und euer Herz von aller List und argem Truge scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer: ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich breche Bahn, bin Alles in dem Streite. Dem Krieger Schmach, Das christliche Leben. 330 der muthloß steht, wenn kühn voran der Feldherr geht! 6. So last uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen, und wohlgemuth, getroft und gern in allen Leiden zu seyn. stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' des ewgen Lebens nicht davon. Mel. Ich dank dir, lieber Serre. 458. Schak über alle Mein Geist will himmlisch werden; im Himmel ist mein Licht. Wo Jesus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein; wo Jesus Hütten bauet, da, da ist's gut 4. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht. 5. Komm, Jesu, meine Wonne! komm, ziehe mich zu dir, zu deines Himmels Sonne; komm, meiner Seele Bier, und sehe mich aus Gnaden in deines Friedens Schooß! so kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und groß. Schäße, o Jesu, du mein Ruhm, an dem ich mich ergöße, hier sei ein Heiligthum in meinem treuen Herzen dir, Heiland, mel. Jesu, meines Lebens Leben. zugetheilt, weil du mit deinen 459. Jefu, meiner Seele Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrodt, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth so kräftiglich kann stillen und mich in böser Zeit mit Gutem überfüllen, mit Trost und Seligkeit! Leben, meines Herzens höchste Freud'! dir will ich mich ganz ergeben in der Zeit und Ewigteit; meinen Herrn will ich dich nennen, und vor aller Welt beken= nen, daß ich dein bin und du mein. Ich will keines Andern seyn. 3. Mein Herz bleibt dir ergeben, dir dankbar für und für. Mit dir nur will ich leben und sterben nur mit dir, will lieber Mangel leiden mit dir, als ohne dich auf grünen Auen weiden; es wäre Schmach für mich! 2. Deine Huld hat mich umfangen gleich, als mich die Welt umfing, mich geweiht, dir anzuhangen, als an Mutterbrust ich hing. Stets hast du mich aufgenommen, wenn ich bin zu dir gekommen. Du bist mein und ich bin dein! Ich will keines Andern seyn. 3. Ach wie oft haft meiner Jugend du die Gnadenhand ge Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 331 reicht, wenn von Frömmigkeit an: Wenn die Sinne mir verund Tugend sich mein Herz zur Welt geneigt! daß, ob ich schon übertreten, ich doch wieder kam mit Beten. Darum bin ich ewig dein, und will keines Andern seyn. 4. Jrr' ich, sucht mich deine Liebe; fall' ich, richtet sie mich Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. auf, stärkt mich, wenn ich mich 460. Ja, ja, mein Herz betrübe, tröstet mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Húter. Ich bin dein und du bist mein! Ich will keines Andern seyn. will dich umfassen; erwähl' es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Liebe einst verlassen des Himmels Pracht und seine Kron': so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel seyn, bis du mich wirst zum Himmel heben, fällt dieses Leibes Bau einst ein. 2. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben; steig' du in Lieb' herab zu mir! Laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle gang mich nur mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt; und noch foll meine Liebe währen, wenn einst das Herz mir nicht mehr schlägt. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; und wenn ich noch heute sterbe, fürcht' ich nichts; dein Engel trågt meine Seele dir entgegen. Mag den Leib in's Grab man legen; ich bin dennoch dein, du mein! Ich will keines Andern seyn. gehen, wenn ich nicht mehr sprechen kann: laß mich deinen Geist vertreten, daß ich mög' im Herzen beten: Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib' ich doch dein Eigenthum. Du bist's, dem ich mich ergebe; du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Wonne selbst im Leide. Mel. Der lieben Sonne Licht und. Du bist mein und ich bin dein; 461. Dem Heiland nach, ich will keines Andern seyn. mein Geist und Herz, auf seinen Dornenwegen! Bekämpfe muthig Leid und Schmerz; dem Siege 7. Hor', o Jesu, noch ein Flehen! diese Bitte nimm noch Das christliche Leben. folget Segen. Nur fröhlich auf- Seele doch! Alles sonst, wie gefaßt die leichte Liebeslast! Sind doch die Leiden dieser Zeit nicht werth der künftgen Herrlichkeit. es auch scheine, ist doch nur ein schweres Joch, unter dem das Herz sich quälet, und der Ruhe stets verfehlet. Nur dies einzige gieb mir, wahren Frieden dort und hier! 332 2. Du selbst, Herr, gingst zu Ehren ein durch Schmerz und bittres Leiden; wie könnt' ich wohl dein Jünger seyn, begehrt' ich nichts als Freuden? Der Himmelslilien Glanz wächst aus dem Dornenkranz; dem, der sein Kreuz hier willig trägt, wird dort die Krone beigelegt. 3. Wie stund' es um der Gärten Pracht, wenn alle Lüfte schliefen? Nur Sturm und sanftres Wehen macht, daß sie von Balsam triefen. Doch, Herr, im Sturm bist du der Hafen meiner Ruh', die sanft mein müdes Herz umfängt, wenn Angst und Trubsal mich bedrängt. 4. Wohlan, so will ich in Geduld nach deinem Willen leiden; den bittern Kelch füllt deine Huld zuletzt mit süßen Freuden. Mit Jesu hier gehöhnt, mit Jesu dort gekrönt; mit Jesu hier vom Kreuz gedrückt, mit Jesu ewig dort erquickt! 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei teiner Creatur. Laß nichts Irdisches dich binden; schwing' dich über die Natur. Wo sich Gott und Mensch vereinet, wo der Glanz vom Herrn erscheinet in des Sohnes Angesicht, da ist Friede, da ist Licht. 3. Als dort still Maria hörte, nur bekümmert für ihr Heil, was der Herr die Jünger lehrte, wählte sie das beste Theil. O wie brannt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. So steht, Heiland, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Wenn auch Viele tråg' verweilen, lern' ich doch dir nachzueilen, weil dein Wort, o Jesu Christ, lauter Geist und Leben ist. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 5. Aller Weisheit höchste Fülle 462. Eins ist noth! liegt verborgen, Herr, in dir. O Herr, dies Eine lebre meine Hilf mir, daß ich treu und stille 333 Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. du, Jesu, süße Ruh'! 38 auf dich höre für und für, daß die verloren, und ihr Licht bist die Demuth mich regiere, daß mich fromme Einfalt ziere. Ach! wer Jesum kennt und weiß, hat der Weisheit höchsten Preis. 6. Laß mich nur, daß meine Seele sich nach deinem Bild erneut, auf dich schaun, so oft ich fehle. Du bist mir Ge rechtigkeit! Du hast, da du bist gestorben, Kraft zur Heiligung erworben, und Erlösung mir gebracht aus des Todes tiefer Nacht. 2. Glanz der Herrlichkeit! du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket zur erfüllten Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld! du hast Tod und Welt und der Hölle Macht bezwungen, Heil und Leben uns errungen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 4. Deine Majestát, König und Prophet, will ich demuthvoll verehren; und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, Herr voll Majestát! 7. Jch, ein Schaaf von deiner Weide, habe, Herr, mein Heil! in dir volle Gnuge, Leben, Freude, einst vor Gott und auch schon hier. Kann ich dich nur immer haben, acht' ich nicht der Erde Gaben. Wenn ich glaubend dich erblickt, wird mein ganzes Herz entzückt. 5. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigenthum, du, mein schönster Ruhm! 8. Ja, mein Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Prúf, erforsche, wie ich's meyne; 6. Seuch mich ganz in dich, tilge allen Heuchelschein. Lente daß voll Liebe sich dir mein gan mich vom bösen Stege, leite zes Herz ergebe, in dir froh mich auf ewgem Wege; hilf mir treu seyn bis zum Tod. Dieses Eine nur ist noth! und selig lebe! Dir ergeb' ich mich; zeuch mich ganz in dich! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild sei mit mir auf meinen Wegen, daß mel. Seelenbräutigam. 463. Wer ist wohl wie nicht Zorn der ist wohl wie nicht Zorn und Stolz sich regen! du, Jesu, süße Nuh'? Von dem Vater auserkoren! Leben derer, Mach' mich sanft und mild, wie dein eigen Bild! Das christliche Leben. 8. Sucht mein eitler Sinn Mel. Wer nur den lieben Gott. in der Welt Gewinn, o dann lenke die Gedanken, daß sie nim- 464. Mein Jeſu, zeige mer von dir wanken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! mir die Wege, die du für mich gegangen bist, und hilf, daß ich auf gleichem Stege dir folge als ein rechter Christ! Laß meinen Gang gerichtet seyn allein zu dir, zum Himmel ein! 2. Du kamst vom Himmel auf die Erde, um mich zu führen himmelan; damit auch ich denn tüchtig werde zu wandeln auf der rechten Bahn, laß meinen Gang gerichtet seyn zu dir, o Herr, zum Himmel ein. 334 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge sichren Schritts vollbringen, und die Sund' in ihren Schlingen mich nicht halte auf. Fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mog' und beten, freudig vor dein Antlig treten! Ungefärbte Lieb' in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken! Hab' auf mich dann Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen laffe und des Fleisches Lüste haffe, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut! 13. Soll's zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durch's Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten; laß mich dann dich sehn, dir zur Rechten stehn! 3. Du gingst, ein Pilgrim, durch das Leben, und zeigtest mir, was ich hier bin. Ich will dir folgen treu ergeben, mit stillem, frommem Pilgersinn. Dann wird gewiß gerichtet seyn mit dir mein Gang zum Him: mel ein. illud 4. Du gingst in Demuth, Sanftmuth, Liebe, Gehorsam und Geduld einher. O daß durch deines Geistes Triebe auch ich auf solchem Wege wär'! Dann würde stets gerichtet seyn mein Gang zu dir, zum Himmel ein. 5. Du gingst umher in deinem Lande, und thatest allenthalben wohl. O daß auch ich in meinem Stande so wandeln Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 335 mögte, wie ich foll! Ja, Herr, treulich nachzueilen, wollen wir laß stets gerichtet seyn den Gang zu dir, zum Himmel ein! uns nicht verweilen; führ an deiner Hand uns in's Vaterland! 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden: o so gieb Geduld zu beiden; richte du den Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; halt uns auch auf rauhem Wege stets in deiner treuen Pflege; thu' uns nach dem Lauf deinen Himmel auf! 6. Du gingst freiwillig an dein Leiden, zu tilgen meine Sündenschuld; nun kann ich mich mit großen Freuden getrösten deiner Lieb' und Huld. So muß fortan gerichtet seyn mein Gang zu dir, zum Himmel ein. 7. Du gingst hervor aus deinem Grabe, ein preisgekrönter Siegesheld. Heil mir, daß ich die Hoffnung habe: Mit dir besieg' ich Tod und Welt! Mit dir soll nun gerichtet seyn mein Gang zu deinem Himmel ein. 8. Du gingst zum Vater in den Himmel, und giebst von da mir alles Heil. Nun weiß auch ich in dem Getümmel der Welt: Mel. Serzlich thut mich verlangen. Dort ist mein ewges Theil. Da: 466. Bor Jesu Augen bin soll nun gerichtet seyn mein Gang, zu dir, zum Himmel ein. 9. D Herr, du wollest selbst mich führen auf deiner schmalen Himmelsbahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und nimm mich einst mit Ehren an! so geh' ich frei von aller Pein zu dir, zu deinem Himmel ein. schweben, ist rechte Seligkeit, ist wahres Himmelleben schon in der Erdenzeit. Nichts können und nichts wissen, nichts wollen und nichts thun, als Jesu folgen müssen das heißt, im Frieden ruhn. - 2. Gewiß, wer erst die Sünde in Christi Tod versenkt, und dann gleich einem Kinde getreulich an ihm hängt, der wird mel. Seelenbräutigam. 465. Jeju, geh' voran auch heilig handeln, und kann auf der Lebensbahn! Dir ge- dann anders nicht. Herr Jesu, 336 Das christliche Leben. lehr' uns wandeln in deiner wer dich liebt, den stärkest Augen Licht! du, daß nichts von dir ihn scheide. 4. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage; du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für dieses Evangelium, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. Mel. Un Wasserflüssen Babylon. 467. Anbetung, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für; wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit; und du beherrschest weit und breit der Creaturen Heere. Mel. Wie schön leuchtet der M. 2. Und dennoch bist du uns 468. Wie groß, wie anzu gut in diese Welt gekommen, und hast selbst unser Fleisch und Blut freiwillig angenommen. Dein Leben gabst du freudig dar, zu retten was verloren war, und wardst ein Knecht auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat; du starbst für unsre Misferhat, ein Heiland uns zu werden. gebetet ist dein Nam', o Heiz land, Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 3. Du wardst es uns, und bist es noch jekt auf der Himmel Throne, suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein; beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist dei: nes Herzens Freude. Du giebst den múden Seelen Ruh'; und 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verklåret, uns den Weg zu Gott gelehret. Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 3. Wir werden deinen Ruhm herrlicher wirst du den Frommen erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von dei nen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Mel 3d dank' dir schon durch. daß wir Sünder Gottes Kinder 469. Jesus Christus, werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, versöhnt, der Sünden Gräuel haffen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brách: ten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh', o wie weit 337 wachp in mir, und alles Andre schwinde! Mein Herz sei tåg= lich näher dir, entfernter von der Sünde! 2. Laß täglich deine Huld und Macht um meine Schwachheit schweben! Dein Licht verschlinge meine Nacht, und meinen Tod dein Leben. 3. Beim Sonnenstrahle deines Lichts laß jeden Wahn verschwinden; dein Alles, Jesu, und mein Nichts laß täglich mich empfinden! 4. Seinahe mir, werf ich mich hin, wein' ich vor dir im Stillen! Dein reiner, gottgelaßner Sinn beherrsche meinen Willen! 5. Blick immer herrlicher aus mir voll Weisheit, Huld und Freude! Ich sei ein lebend Bild von dir im Glück und wenn ich leide. 6. Mach' Alles in mir froh und gut, daß ich stets minder fehle! Herr, deiner großen Liebe Gluth durchglühe meine Seele. P Das christliche Leben. 7. Mein eignes eitles, leeres seyn mit dir! Einst schauen Ich sei jeden Tag geringer! O würd' ich jeden Tag durch dich dein würdigerer Jünger! meine Brüder auch wieder hims melwärts; und sinken liebend nieder, und fallen dir an's Herz. 338 8. Der Glaub' an dich und deine Kraft sei Trieb von jedem 17. Wohl mir, Jesus, meine Freude. Triebe! O du, der alles Leben 471. Wenn ich nur den schafft, sei du nur meine Liebe! Heiland habe, wenn er nur mein eigen ist; wenn mein Herz nur bis zum Grabe seine Treue Mel. Serzlich) thut mich verlangen. 470. Wenn alle untreu nie vergißt: o dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Lieb' und Freude. werden, so bleib' ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles Andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treugesinnt nur meinem Herrn; mögen immerhin die Andern auf dem breiten Wege wandern. 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf ich sanft und selig ein; ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben seyn. Mir kann vor dem Tod nicht grauen; jenseit werd' ich Jesum schauen. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und Mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, uns ewges Heil errungen; und doch, wer denkt daran? 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei; und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treufte Liebe sieget; am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o! laffe nicht von mir! laß innig mich verbunden auf ewig Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns. 472. Du, der du alle Schmerzen heilst, den Flehenden zu Hülfe eilst, wie selig ist, wer nach dir strebt! wie selig, der dir, Jesu, lebt! 2. Ach bleib' bei uns, du guter Herr! Verlaß uns nicht, Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. ge mel. Jefu, der du meine Seele. 473. Trauernd und mit bangem Sehnen wandelt dort ein Jünger- Paar; Jesu fließen ihre Thränen, der ihr Freund und Lehrer war. Doch eh' sie's zu hoffen wagen, nahet er, um den sie klagen. Ihr Begleiter ist er schon; schnell ist nun ihr Gram entflohn. du Freundlicher! Der Zeiten Abend dringt herein; wir können ohne dich nicht seyn. 3. Kommst du in unser Herz, so bricht der Morgen an, und Mittagslicht scheint, wo du bleibest, hell und klar, und macht dein Lieben offenbar. 4. Wie liebst du uns! wie grånzenlos ist deine Huld! wie göttlich groß dein Herz, wie himmlisch sanft und rein, nur strebend, Menschen zu erfreun! 5. Drum floß für uns dein theures Blut; drum trugest du der Feinde Wuth, befreitest uns von Sünd' und Tod, und führtest uns den Weg zu Gott. 6. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich durch dich, o Jesu, bin; stets leuchte mir in hellem Licht dein gnaden volles Angesicht. 7. Nichts stillet meinen Trieb nach dir. Wann, Jesu, kommst du ganz zu mir? wann werd ich ganz durch dich erfreut? wann seh' ich deine Herrlichfeit? 8. Komm, du, den meine Seele liebt, der Leben ihr und Alles giebt! komm und erfüll' ihr heißes Flehn, und laß mich deinen Himmel sehn! 339 2. Ach! es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voll von Schmerzen ihre Noth, ihr Ungemach; manches wandelt ganz alleine, daß es in der Stille weine: aber Jesu tröstend Wort scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nicht allein; in den trüben Unglücksstunden stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, als ob er zu ferne wäre, o! so ist er mir schon nab', und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner nah' bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, o! so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trúbfalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken! Hab P1 340 Das christliche Leben. ich zum Gefährten dich, ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig und betrúbet, dann ruf du mir in den Sinn, daß mich deine Seele lieber und daß ich der Deine bin. Laß in dir mich Ruhe finden, auf dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thránensaat gestreut, årndtet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden, und der Lebenstag sich neigt, wo dem blöden Aug' auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt, bleibe dann an meiner Seite, gieb mir Sieg im letzten Streite, daß ich bis an's Ende treu, jener Krone würdig sei! Mel. O Durchbrecher aller Bande. 474. Bleibt bei Dem, der euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch Alles untergeht, der, wenn Alles auch zerstäubet, siegend über'm Staube steht! 2. Alles schwindet! Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt; und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt; und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt; und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt! das Jrdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selbst ihr ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn; irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht über'm Staube alles Irdischen, und spricht: Stúße dich auf mich, und glaube, hoffe, lieb', und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch in's Buch des Lebens schreibt! Gebet und Gottesdienst. Gebet und Gottesdienst. 8. M. Serr Christ, der einge Gottssohn. 475. Vater aller Frommen! Hoch sei dein Nam' geehrt! Dein Reich laß zu uns kommen! Was du willst, fei 4. Zeigt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth, hilf selbst das Kreuz mir tragen. Durch Sanftmuth lehre mich besiegen meinen Feind; und wenn ich uns werth! Gieb Brodt! Ver= gieb die Sünden! Hilf Arges Rath bedarf, gieb einen weisen überwinden! Reiß uns aus Freund. aller Noth! 476. Gott, du from mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben! gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib' die Seele unverleßt, rein das Gewissen bleib'. 341 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und so gerathe mir's durch deinen Segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen! Laß kein unnúßes Wort aus meis nem Munde gehen; und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gieb den Wors ten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gieb auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen: so gieb mir, Herr, Geduld, vor Sünd' und Schmach bewahr, damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod einst froh von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort in's neue Leben ruft. 8. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben! Gott Sohn, Herr Jesu Christ, Das christliche Leben. wir wollen stets dich loben! Gottes Angesicht selbst in deiGott beilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr! D Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr'! nem Kreuz erblicken, und sein Trost wird dich erquicken. 2. Keiner ward noch je zu Schanden, der nur seinem Gott vertraut. Ob auch viele Noth vorhanden, hast du wohl auf Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns. 477. Herr Jesu, fend' ihn gebaut. Scheint es gleich, uns deinen Geist, den uns dein göttlich Wort verheißt, der uns mit seiner Gnad' regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt! als hört' er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Noth mußt du ihm klagen, und in keiner Angst verzagen. 2. Von Andacht sei das Herz belebt, wenn unser Mund dein Lob erhebt. Dein Wort erleuchte den Verstand; so wird dein Nam' uns wohl bekannt. 3. Einst singen wir mit deinem Heer das Heilig, Heilig, Heilig, Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud' und sel'gem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preist, dir, Vater, Sohn und heilger Geist, dir, heilige Dreieinigkeit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 342 3. Rufen, Flehen, eifrig Beten ist der Christen beste Kunst; allzeit gläubig vor Gott treten findet Hülfe, Gnad' und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, blickt mit Freuden himmelan; er wird Rettung bei ihm finden, und kein Feind ihn überwinden. 4. Lern' auf Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stårken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; schweigt er gleich, so hört er doch. Ruf' getrost ohn' alles 3agen: Hülfe kann Gott nicht versagen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 478. Wenn dich Unglück hat betreten, wenn du leideft Angst und Noth, mußt du flei= ßig zu Gott beten; Beten hilft in Noth und Tod. Bete nur, und zweifle nicht; du wirst Wahrheit ist dein Licht, giebt 5. Laß dich durch sein Wort regieren; merke, was die Wahrs heit lehrt. Laß dich nicht dein Herz verführen; weh' dem, der von Gott sich kehrt! Gottes Gebet und Gottesdienst. dir Trost und Zuversicht. Trau' und mache durch die Himmelsnur Gott; er kann nicht lügen. Bete gläubig; du wirst siegen! Mel. Wer nur den lieben Gott. 480. Mein lieber Gott, gedenke meiner im Besten jetzt und allezeit! denn außer dir ist nirgend Einer, der mich mit Rath und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht, und sagt mir, du vergist mein nicht. 343 479. Liebster Jefu, wir an edlen Früchten seyn. sind hier, dich und dein Wort anzuhören! Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wenn der Geist, von dir gesandt, nicht mit Klarheit uns erfüllet. Gutes denken, Gutes dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du Glanz der Herrlich keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Beten, Flehn und Singen las, o Jesu, wohl ge- leide! Wen hab' ich sonst, als lingen! 5. Gedenke meiner, wenn ich dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte seyn? Ich habe dich! das giebt mir Muth, auch wenn die Welt mir wehe thut. 2. Gedente meiner, wenn ich höre dein theures Evangelium, lehre mein Herz zu deinem Heiligthum. Laß deinen Saamen wohl gedeihn, und reich 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und laß dein Ohr mir offen stehn; wenn ich in Christo vor dich trete, laß gnädig, was ich bat, geschehn. Doch gieb mir nichts als das allein, was mir fann gut und selig seyn. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und gieb mich nicht der Sünde hin! Und weil ich, da ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin, so fordre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 6. Gedenke meiner, wenn ich sterbe! und wenn mich alle Welt vergißt, verseße mich in jenes Erbe, wo du mein Theil und Leben bist. Bliebst du nicht, Gott, im Himmel mein, so würd' er mir tein Himmel seyn. Das christliche Leben. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. schaft. Fehlt's an Much zu guten Werken, will ich beten; 481. Ich will beten, Gott Gott wird stärken. wird hören; denn er hat es zugesagt. Mich soll Zweifel nicht bethören, und ich werde nicht verzagt, wenn er nicht zu hören scheint; denn ich weiß wohl, wie er's meint. Es soll die Geduld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. 2. Ich will beten, Gott wird geben; denn von ihm kommt Alles her, Friede, Licht, Er quickung, Leben, wie aus einem reichen Meer, was für Seel' und Leib ist noth. Droben lebt der reiche Gott; der hat Segen, Brodt und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten; Gott wird schonen, wenn mich mein Gewissen quält, weil noch Sünden in mir wohnen. Ach wer merkt, wie oft er fehlt? Gott, der keinem Sünder flucht, wenn er herzlich Gnade sucht, wird mir nach Verdienst nicht lohnen. Ich will beten, Gott wird schonen. 4. Ich will beten; Gott wird stärken, wenn der Glaube wanken will. Werd' ich Unglückswetter merken, ist Gebet mein Saitenspiel. Beten und des Glaubens Kraft ist der Christen Ritter344 5. Ich will beten, Gott wird heilen; wenn der Leib in Schmer= zen liegt, will ich zu dem Helfer eilen, dessen Wort den Tod be: siegt. Hilf und süßen Trost empfäht, wer im Glauben kindlich fleht. Sollte Gott auch lange weilen, ich will beten; Gott wird heilen. 6. Ich will beten; Gott wird retten. Ich will, sinkt mein Lebenslicht, in des Vaters Schoos mich betten mit getroster Zuversicht. Wer im Sterben beten kann, ist gewiß recht wohl daran, und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten; Gott wird retten. Mel. Ich will dich lieben, meine. 482. Wie lieblich ist es in der Stille, wo Gott allein zugegen ist, wo unser Herz in seiner Fülle der füßen Einsamkeit genießt! Da schmeckt man mit Sufriedenheit des Höchsten Güt' und Freundlichkeit. 2. Wohl dem, der stets in Gottes Schranken Geist, Herz und Sinne halten kann! Der schwinget sich mit den Gedanken in heilger Lust zum Himmel an; Gebet und Gottesdienst. der schmecket schon in dieser Zeit in Ehrfurcht vor ihn treten. des Himmels reiche Seligkeit. Gott ist in der Mitte! Alles in uns schweige, und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, fall' in Demuth nieder, geb' das Herz ihm wieder. 3. Was hängt man doch am Tand auf Erden, und denkt bald da, bald dort hinaus? Jhr, die ihr wollet selig werden, gedenkt an jenes ewge Haus, das Gottes Huld für euch erbaut, und das ihr jeßt im Glauben schaut. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, Heilig, Heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unfre Stimm', wenn auch wir Geringen unser Opfer bringen! 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienste streiten. Hier ist unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es seyn, den wir liebend ehren, dem wir angehören. 4. Ergößet euch an Geistes: schäßen, die schön und unvergänglich sind, die euren Geist in Ruh' versehen, wenn eitle Ginnenlust zerrinnt; geht selbst in euer Herz hinein, und sammelt Himmelsgüter ein. 5. Mein Gott, eröffne mir die Pforte, führ' in die Stille mich hinein! Ich habe Lust zu deinem Worte; denn dieses stillet alle Pein. Komm, nahe dich, tilg' allen Schmerz, und öffne jetzt mir Schrift und Herz! 6. Mein Glaube sieht den Himmel offen; er schwingt sich auf zu deinem Thron. So kann ich Gnad' und Leben hoffen, ob Sturm und Wetter mich bedrohn. Die Zeit eilt selig mir dahin, wenn ich mit dir alleine bin. Mel. Wunderbarer König. ist gegen wärtig! laffet uns anbeten, und 483. Gott ott 345 4. Majestätisch Wesen! laß uns recht dich preisen, und im Geist dir Dienst erweisen! Mögten, wie die Engel, wir stets vor dir stehen, und dich gegenwärtig seben! Laß uns dir für und für trachten zu gefallen, heilger Gott, vor Allen! 5. Licht, das Alles füllet, brin wir sind und weben, aller Dinge Quell und Leben! Meer ohn' Grund und Ende! Wunder aller Wunder! in dich sent ich mich 2 Das christliche Leben. hinunter. Ich in dir, du in das mein blödes Auge nicht mir! laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden! vermag hinein zu blicken. 6. Du durchdringest Alles; laß dein Licht uns spüren, kråftig unser Herz berühren! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten, und der Sonne stille halten, laß uns so, still und froh, deine Strahlen fassen, und dich wirken lassen! 7. Mach' uns nur einfältig, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden! Mach' uns reines Herzens, daß wir deine Klarheit völlig schaun in Geist und Wahrheit! Laß das Herz himmelwärts wie ein Adler schweben, und in dir nur leben! 8. Komm, in uns zu wohnen! Laß schon hier auf Erden uns ein Heiligthum dir werden. Komm, du nahes Wesen! in uns verkläre, deine Lieb' in uns vermehre. Wo wir gehn, wo wir stehn, laß uns dein gedenken, uns in dich versenken! 346 mel. Allein Gott in der Söh'. 484. Dich beten, Gott, die Himmel an, du Schöpfer aller Dinge! und ich auch darf zu dir mich nahn; du hörst, wenn ich dir singe! Du hörst, und wohnest doch im Licht, in 2. Muß selbst der reinsten Geister Heer sich, Gott, vor dir verhüllen: welch eine Furcht muß mich vielmehr vor deinem Glanz erfüllen! Doch du willst mir nicht schrecklich seyn; du willst, ich soll mich deiner freun, dich preisen, dich erheben.be 3. Ach zeuch mich, o mein Gott, zu dir am Tage deiner Ehre! Gieb, daß ich dann nur dich in mir empfind' und seh' und böre! Laß diesen Ruhetag allein dir, o mein Gott, geheiligt seyn, zum Besten meiner Seele! 4. Es sehne Leib und Seele sich, hin in dein Haus zu gehen; es hungre, Herr, es dúrste mich, dein Angesicht zu sehen! und mein Gemüth sei freudenvoll, daß ich dein Lob verkünden soll und deine Stimme hören! 5. Nimm hin mein Herz, und wohn' in mir, damit mich nichts zerstreue, wenn ich dich lob', und mich in dir und deiner Gnade freue! Laß keine Sor gen dieser Zeit die Sorge für die Ewigkeit in meiner Seele stören! 6. Geheiligt laß vor deinem Thron, o Vater, mich erscheinen; geheiligt, Gott, durch deinen Gebet und Gottesdienst. Sohn mein Herz mit dir vereinen! Was deiner Gnade Wort verheißt, gewähre mir dein guter Geist und allen deinen Frommen! 7. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, daß ich mit Fleiß, gewissenhaft und treu dein Necht vollbringe! Mach' selbst bis auf den tiefsten Grund mein Herz mir und mein Leben fund, daß mich kein Wahn betrüge! 8. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Heiles werden; so seh' ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden; so werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh' in deiner Seligkeit, zu deinem Anschaun kommen. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 485. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Angesichte mit Dank und Demuth oft und gern, und prúfe dich in seinem Lichte, und flage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr 347 des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dies denn eine schwere Pflicht? und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dies unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärten, in dem Vertraun, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dit die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? nicht Tone sind's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch. Ein gläubig Lallen, das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Bet oft, wenn dich Versuchung qualet; Gott hört's, 348 Das christliche Leben. Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet oft, wenn innrer Trost dir fehlet; er giebt den Müden Stark und Kraft. 6. Bet' oft, und heiter im Gemüthe schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Bet oft, durchschau' mit heilgem Muthe die herzliche BarmM. Mein Serzens Jesu, meine Lust. herzigkeit deß, der mit sei- 486. Gott, deine Güte nem theuren Blute die Welt, der Sünder Welt befreit. 7. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne Sagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd' rührt Gott dein Gehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. - 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund: denn wir sind Eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft; so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und stets zum Guten weise seyn. 8. Bet' oft! Gott wohnt an jeder Ståte, an keiner minder oder mehr. Denk nicht: Wenn ich mit vielen bete, so find' ich eh' bei Gott Gehör. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn. reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krónft uns mit Barmherzigkeit, und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm fei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. Gebet und Gottesdienst. 4. So bitt' ich dich, Herr 6. Das ist mein Glück, was Sebaoth, auch nicht um langes du mich lehrst; das sei mein Leben. Im Glücke Demuth, Glück, daß ich zuerst nach deiMuth in Noth, das wollest du nem Reiche tracht', und treu in mir geben. In deiner Hand allen meinen Pflichten sei. steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Mel. Wenn wir in höchsten Löchen. 487. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht! Vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Liebe mich bedeckt? 4. Jch bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 349 7. Gieb von den Gütern dieser Welt, o Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 8. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, stets einen frohen Geber seyn. 9. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nus' und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 10. Erwede stets mir einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 11. Bestimmst du mir ein längres Biel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. Bertuch 12. Und wenn sich wird mein Ende nahn, dann nimm dich meiner herzlich an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Das christliche Leben. Schirm, mein Schild und großer zu erhöhn. Laß dein Volk dich Lohn. würdig ehren; alle Welt las von dir hören; Allen sei der Wunsch gemein: Nur der Herr soll herrlich seyn! 5. Hat der Feind die Welt verleitet, und sich ihr zum Haupt erhöht: so hast du ein Reich bereitet, wo uns Rettung offen steht. Herrsche denn, o Gott, auf Erden, laß uns ganz dein eigen werden, und die Gnade dieser Zeit sammle Viel zur Herrlichkeit. 350 488. Herr, mel. Jefu, meines Lebens Leben. err, vor dem die Seraphinen mit verdecktem Antliß stehn! darf sich Erd' und Staub erkühnen, dich mit Bitten anzugehn? Doch dein Wort: Ihr sollet beten! heißt mich freudig vor dich treten; und dein Ohr, das Alles hört, ist von mir nicht abgekehrt. 2. Mein Gespräch wird dich vergnügen, wenn die Seele selber spricht. Knieend will ich vor dir liegen, aber doch mit Zuversicht. Dies mein seligstes Geschäfte fördern deines Geistes Kräfte; und des Sohnes Opferblut machet auch mein Näuchwerk gut. 3. Ewiger! sammt Erd' und Meere ist der hohe Himmel dein. Du bist König, Herr der Heere; dennoch willst du Vater seyn. Auf dein gütiges Vergönnen will auch ich dich Vater nennen; und die Macht, die schrecken kann, flammet nur mein Hoffen an. 4. Billig muß mein erstes Bitten auf dich selbst, o Vater, gehn. Gieb uns Kraft, durch Lehr' und Sitten deinen Namen 6. Unser Wirken und Ergehen sei nur das, was dir gefällt. Nichts laß glücken noch bestehen, was sich dir entgegen stellt. Billig sind wir wohl zufrieden, ja, der Himmel ist hienieden, wenn nur immer das geschieht, was dein Auge gerne sieht. 7. Schau', dich bitten hier im Leben deine Kinder auch um Brodt. Vater, ach dein mildes Geben stille täglich unsre Noth. Dieser Wunsch geht nicht auf's Weite; gieb nur heute gnug für heute. Morgen wird ein neues Flehn neues Manna fallen sehn. 8. Unser hoffendes Verlangen schreckt die Schuld, die uns be schwert. So viel Böses ist begangen; sind wir denn des Guten werth? Bater, laß dich gnädig Gebet und Gottesdienst. finden, und vergieb uns alle Sünden. So sei dem, der uns gekränkt, gleichfalls alle Schuld geschenkt. soms 9. Vater, schau', auf allen Seiten ist uns Netz und Strick gestellt. Mit mir selber muß ich streiten; ja, uns drohet Höll' und Welt. Soll mir dies den Vorwand lehnen, mein Verbrechen zu beschönen? Nein, mein Wunsch ist deine Kraft, und der Sieg, den diese schafft. 10. Ach! wer kann das Uebel zählen, das uns drücket und bedroht? Schreckt uns nicht, nebst stetem Fehlen, Unglück, Schmerz, Verlust und Noth? Vater, kommen solche Wehen, so laß jede bald vergehen. Schläfre letztlich alle Pein mit uns selber selig ein. 351 ben zu dir flehn, und über= schwänglich uns gewährest, mehr als wir bitten und verstehn, versichre, wenn ich bete, mir: Ich höre dich und helfe dir! 2. Mir fehlt oft Kraft und Lust zu beten; schaff' in mir beides, Geist des Herrn! denn durch dein kräftiges Vertreten bet' ich erhörlich, oft und gern. Sprich: Ich will's thun; sei eingeweiht zu des Gebetes Freudigkeit! 3. Mein Heiland lehrt: Wer sucht, soll finden; wer anklopft, dem wird aufgethan. Drum sieh mein betend Unterwinden in Christo, Vater, gnådig an! Sprich: Ich will's thun; du findest hier ein offnes Ohr und Herz bei mir. 4. Kommt, ihr geängsteten Gewissen, wenn Gram und Noth am Herzen nagt! legt eure Last zu Jesu Füßen, und seufzt: Herr, hilf, die Seele zagt! Er wird es thun, wird euch erfreun, und Noth und Gram und Angst zerstreun. 5. Jhr Matten, kommt! kommt her, ihr Kranken, zum Arzt, und betet: So du willst! wir hoffen gläubig ohne Wanken, daß du Mel. Wer nur den lieben Gott. 489. Herr, der du gnädig der Deinen Sehnsucht stillst! uns erhöreff, wenn wir im Glau- Er wird es thun, er ist der 11. Nun, wir hoffen, was wir baten. Ja, du hörst, denn du regierst. Leicht kann uns der Scepter rathen, den du so gewaltig führst. Und dir ziemt, o Gott der Ehren, unser Flehn und dein Erhören. Drum giebt sich mein Herz zur Ruh', und spricht Amen! gleich wie du. 352 Das christliche Leben. Herr; von Tod und Krankheit rettet er. 6. Wenn Feind' und Trúbfals: wetter stürmen, so flieht zu eurem Fels und Hort! Er wird euch retten, euch beschirmen; denn er ist treu und hält sein Wort. Er wird es thun; in Sturm und Noth bleibt er uns Fels und Schuß und Gott. 7. Laß in Versuchung uns nicht sinken; reich uns, wie Petro, Herr, die Hand! Wenn uns die Welt und Lüste winken, so zeuch uns durch der Treue Band! sprich: Ich will's thun; Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ihr sollt es sehn, und aus dem 491. Zeige dich uns ohne Kampf als Sieger gehn. Hülle! ström' auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entfage, daß, o du, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine! 2. O daß frei von Erdenbürden und der Sünde Lasten würden unsre Geelen! unser Wille sanft wie diese Sabbathsstille! daß von fern aus Himmels höhen wir des Lichtes Aufgang sähen, das die Seligen verklåret, wo der Sabbath ewig währet! 8. Führ endlich uns als Himmelserben zu deinem Anschaun aus der Welt! gieb, daß wir sanft und freudig sterben, und unser Haus sei stets bestellt! sprich: Ich will's thun; ihr seid ja mein, und euer Tod soll selig seyn! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 490. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach! verwirf die Bitte nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt; hör' auf unsre schwachen Lieder, und sieh' gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Ges walt tief in unsre Herzen dringen, jedes Jrrthums Nacht zerstreuen, und uns unsern Sinn erneuen! 3. Mach' uns so dein Wort bekannt, daß wir dessen Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jefum Christum, herzlich lieben, daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? was von dort herab ich Gebet und Gottesdienst. 353 höre, sind's nicht Ueberwinder- ich entdecken kann: dann ruf chöre? Feiernd tragen sie die ich Gott, der mich erhöret, um Palmen; ihr Triumph erschallt Trost in diesem Kampfe an. von Psalmen. Herr! du selber Ich weiß, wer ihm mit Zuverwollst mich weihen diesem Sab= sicht sein Leid klagt, den vers bath deiner Treuen! wirft er nicht. 4. Decke meiner Sünden Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Heils ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schaar du eingeladen, wo nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Siegeslieder singen! 4. Ruf ich Gott an bei dem Geschäfte des Amtes, das er mir verlieh: so fleh' ich nicht umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke giebt mir sie; er giebt aus väterlicher Huld mir Segen, Weisheit und Geduld. 5. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen; er giebt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. Mel. Ich will dich lieben, meine. 492. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Frieden finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. Nichts tröstet mehr als ein 493. Wagst du vor Gebet, das bei dem Herrn um Schonung fleht. Gottes Thron zu treten, so mache dich bereit, mein Christ, in Geist und Wahrheit anzubeten den Gott, der Geist und 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den Niemand 6. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann: so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, auch meine Seufzer noch versteht. 354 Das christliche Leben. Wahrheit ist. Nichts store dich in deiner Ruh'. Mit wem bedenk' es!- redest du? 2. Er ist's, dem alle Himmel dienen, der Herr und Schöpfer aller Welt, vor dem das Chor der Seraphinen verhüllt in Demuth niederfällt; Jehovah, er, der ewig war und ist und seyn wird immerdar. — deine Noth dem Herrn! Er wird dein Flehen nicht verachten; er ist allmächtig, und hilft gern. Verbirgt er ja sein Angesicht- er hilft gewiß; verzage nicht! 7. Wenn gute Thaten dir gelingen, preif ihn, der dich als Vater liebt, ihn, welcher Wollen und Vollbringen durch seinen Geist zum Guten giebt; und zuversichtlich rufe dann um diesen Geist ihn ferner an. 8. In guten und in bösen Tagen laß das Gebet dein Labsal seyn; so wirst du nie voll Kleinmuth zagen, und nie dich übermüthig freun; in deinem Herzen und mit dir bleibt Gottes Friede für und für.SEG 3. Durch ein verstelltes Händefalten, durch prächtger Worte leeren Laut ist bei dem Herrn Nichts zu erhalten, der auf das Herz nur immer schaut. Vor ihm gilt nicht der äußre Schein; man muß nicht scheinen, sondern seyn. 4. Ein zuversichtlich findlich Lallen, ein wahrer Glaub' an Jesum Christ, der voll Begier, Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Gott zu gefallen, durch reine 494. Nicht um ReichLiebe thätig ist: dies ist's, was durch die Wolken dringt, und Heil und Segen niederbringt. thum, nicht um Ehre bitt' ich, bester Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre ohne Gott, wie arm wär' ich! 5. O welch ein Glück, schon hier auf Erden mit Gott im Glauben umzugehn, schon hier den Engeln gleich zu werden, die stets anbetend vor ihm stehn! Mensch, nimm zu deinem eignen Heil an diesem Himmelsglück oft Theil. 2. Nicht um thránenlose Tage, Vater, fleht mein Herz dich an; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 3. Weisheit nur, dich zu erfennen, nur ein redlich stilles Herz, Vater kindlich dich zu nennen in der Freude und im Schmerz; ETA ERA NUR ALMADA Herz, 6. Must du in Angst und Kummer schmachten, fo Elage so Gebet und Gottesdienst. 4. Dankempfindung bei'm Genießen deiner Gaben wünsch' ich mir, stillen Frieden im Gewissen, Freud' am Guten und in dir; 5. Kraft und Muth und Herzensfreude, allen Menschen wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; 7. Nur auf deinen Willen sehen, dich, sonst keine Seele, scheun, fest in deiner Liebe stehen, Vater, dir stets nahe seyn: 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt in dir geweihten Liedern des Dankes 6. Muth, den Lastern aus- Stimm' zu deinem Ruhm; und zuweichen, ihrem Reiz nicht dann durchwandelt meine Brust nachzugehn, wenn sie stürmen oder schleichen, unerschüttert fest zu stehn. ein fromm Gefühl von heilger Lust. 8. Diesen Wunsch des Herzens stillen Vater, wer vermag's als du? und um Jesu Christi willen, Gott der Gnad', erfüllst ihn du! - Mel. Ich will dich lieben, meine. 495. Noch sing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst, weit über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht: dann schallet dir im Jubelklang der Ueberwinder mein Gesang. 355 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder, hörst, was dein Kind nur lallen kann; das Flebn, den Dank der schwachen Lieder nimmst du mit Huld als Vater an; und meine Besserung und Ruh' nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergießet sich durch meinen Geist, wenn er, vereint mit heilgen Chören, Gott, deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt, und Fülle der Empfindung singt. 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, wenn ich dir meine Freuden sang, der Andacht reine Gluth empfunden, die da durch meine Seele drang. Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, ward seliger Empfindung voll. 6. Ich habe mir die Last der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht, und, statt des Kummers, Ruh' und Freuden in mein beklommnes Herz gebracht; die Hoffnung lebte wieder auf, sang ich zu dir, mein Gott, hinauf. ment 356 Das christliche Leben. 7. Doch sing' ich noch aus dunkler Ferne. O welche Wonne wird es seyn, wenn einst, weit über alle Sterne, Gott, mich dein Antlik wird erfreun! Da bin ich ganz dir Lobgesang in aller Himmel Jubelklang. breiten durch der Schöpfungen Gebiet, Vater, hör' mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, des erhabnern Geists Beschwerde, nicht um Goldstaub, der verweht, nicht um Ehre, die vergeht. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 3. Schäße, welche nie ver 496. Deiner Wahrheit stäuben, Tugenden, die ewig bleiben, Thaten, eines Christen werth, sind es, die mein Herz begehrt. reines Licht leuchte jeßt auch unsern Seelen, daß wir ihrem Unterricht folgen und das Gute wählen. Lenke, Herr, Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Geber aller guten Gaben! festen Glauben mögt' ich haben, wie ein Meerfels unbewegt, wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb, aus deiner Liebe mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 497. Wir erscheinen hier stammend, immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht, und dem Freund das Leben weiht; vor dir, dich, o Vater, zu verehren, und mit Andacht und Begier auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen, und des Lebens Weg zu lernen. 2. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir Alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, Alle fromm durch dich auf Erden, und im Himmel selig werden! 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, wenn die Welt ihr Alles raubte, hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wiederfinden soll; 7. Hohen Muth im Kampf des Christen mit des Erdenstaubes Lústen; Sieg dem Geist, und, wenn er siegt, Demuth, die in Staub sich schmiegt; mel. Sollt es gleich bisweilen. 8. Stärke, dieses Lebens Plagen mit Gelassenheit zu tragen; 498. Urquell aller Selig- stilles Harren, bis der Tod mich teiten, die in Strömen sich ver- erlöst auf dein Gebot; Gebet und Gottesdienst. 357 9. Und dann Christen- Muth nabn! Keiner máffe zum Verim Sterben wenn die Lippen sich entfärben, diesen Seufzer noch von mir: Jesu, nimm den Geist zu dir! derben deinen Leib, dein Blut empfahn. Die da schlafen, Herr, erwecke! die dir widerstehn, erschrecke! - m. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 6. Trdste, die mit schwerem Herzen still in deinem Tempel 499. Gottesruhe, Sab- stehn; sich herab auf ihre bathstille, komm herab vom Himmels- Thron! Bring' uns reiner Andacht Fülle in das Herz, von Gottes Sohn! Lehr' uns hören, beten, singen, glaubig uns der Welt entschwingen! Schmerzen und der stummen Blicke Flehn! Wittwen, Waisen, Arme tröste; pflege, Herr, sie als Erlöste! 2. Mache himmlisch unsre Seelen; dámpfe jede Leidenschaft; wenn uns Erdensorgen quälen, Geist des Herrn, so gieb uns Kraft, Wahrheit, Leben, Licht und Stärke, hinzuschaun auf Gottes Werke! 3. Zieh des Zweifels dunkle Wolke von dem Geistesaug' zurück! Jesu, schenke deinem Volke in dein Leiden einen Blick, daß wir mit zu Grabe gehen, und im Geist mit dir erstehen! 4. Heilig seien die Gesänge, und die Predigt, die uns lehrt, Gott: erfüllt der Beter Menge, und des Sünders Herz bekehrt. Sammle Thränen, die die Deinen in der Gluth der Andacht weinen! 5. Gläubig laß des Himmels Erben sich dem Liebesmahle 7. Wenn wir unsre Hånd' erheben für die Obern, für das Land, für der treuen Bürger Leben, für die Werke deiner Hand und für Jesu Christi Glieder: sende dann Erhörung nieder! 8. Wenn wir Vater Unser! beten für des kranken Bruders Qual, der mit bangen Seelennöthen sieht hinab in's Todesthal: ach! so laß auf unser Fleben seine Qual vorübergehen 9. Bis wir Alle bingelangen, hin zu dir, o Lebensfürst, wo du von der Deinen Wangen alle Thränen trocknen wirst; wo wir, Engel Gottes, euern großen Sabbath mit euch feiern! - Mel. Wie schön leucht't uns der M. 500. Sei uns geſegnet, Tag des Herrn! Zu Gottes Das christliche Leben. Preise nah' und fern erwacht 3. Hier, wo, beseelt von gleider Christen Menge. Ihr Lobgesang tönt spät und früh; zum Heiligthume wallen sie in festlichem Gedränge. Froher schallen hier die Lieder, wo die Brüder, anzubeten, sind vereint vor Gott getreten. chem Triebe, ein Lobgesang den andern hebt, und Alles, voll von deiner Liebe, in Einem Geiste lebt und webt- wie stärket da und tröstet mich der heilige Gedank an dich! 358 4. Enthülle dich aus deinem Worte, Gott, Allerheiligster, uns ganz! Nicht hier allein, an jedem Orte umstrahl uns deines Lichtes Glanz, daß Geist und Herz nur dir sich weih' und deines Geistes Tempel sei! 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh'! auch unsern Tempel weihe du zu feierlicher Stille! Mach' unser Herz vom Irrthum los; uns werde Gottes Name groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue músf auf's neue uns beMel. Romm, heiliger Geist, Serre. leben, dem Erlöser nachzufstreben! 502. Laß, Herr, dies Haus Mel. Der du dein Wort mir hast. uns heilig seyn, und kehr' in ihm, kehr' in uns ein! Dir 501. Dich preisen, Herr, hat es frommer Sinn erhoben, Gesang und Lieder in tausend Stimmen der Natur; und Erd' und Himmel tönt sie wieder, nicht dir geweihte Hallen nur. Dein Tempel ist die weite Welt, ist jedes Herz, das dir gefällt. dich tausendstimmig zu loben. Dein Segen hat auf ihm geruht, du, aller Welten höchstes Gut! Du hast, o Gott, den wir nicht fassen, dich hier nicht unbezeugt gelassen. Gelobt seist du! Gelobt seist du! 2. Wir nahn uns, ewger, dankend dir in deiner beilgen Wohnung hier, wo die, die längst hinübergingen, getrosten Muth stets empfingen, wo sie, wenn ihre Thräne quoll, zu dir sich wandten glaubensvoll. Wir kommen nach der Våter Weise 2. Doch reicher noch strömt uns der Segen, der auch dem stillen Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit hier entgegen, wo deines Namens Ehre wohnt, wo Greis und Jüngling, Mann und Kind zu deinem Ruhm versammelt sind. Gebet und Gottesdienst. mit Dank und Flehn zu deinem Preise; sei, Herr, mit uns! sei, Herr, mit uns! 3. Hier haben wir uns dir geweiht, hier feierlich den BundesEid der ewgen Treue dir geschworen, zum Führer Jesum erkoren. Hier fahn wir seines Lichtes Strahl; hier labte uns fein Abendmahl; und wenn des Herzens Muth gefallen, erhob er sich in diesen Hallen zu dir empor, zu dir empor! 359 Flehen, von dir erhört, von dir erhört. 5. Hier bauet stets noch, Gott, dein Sohn in unfren Herzen feinen Thron; hier ist er, den du einst gesendet, noch segnend uns zugewendet; hier schwebt er unfern Seelen vor, und unfre Liebe flammt empor. Wir preisen ihn gleich unsern Vätern, den frommen, glaubensvollen Betern. Wir beten an, wir beten an. Mel. O Welt, ich muß dich. 503. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden; kein Fels, kein Erz bleibt stehn. Was uns hier mag ergößen, was wir für ewig schäßen, wird wie ein leichter Traum vergehn. 6. Laß, Herr, dies Haus uns heilig seyn, und kehr' in ihm, kehr' in uns ein! Kein andres Haus sei uns so theuer, als dieses Haus deiner Feier! Hier weile Jeder froh und gern voll Seligkeit vor dir, dem Herrn! Hier forge Jeder für die Seele, und keiner der Gerufnen fehle bei dir, dem Herrn, bei dir, 4. In diesem heilgen Bau erklang oft tausendfacher Lobgesang; hier tönten dumpf der Wehmuth Lieder am Sarge entschlafner Brüder; hier sangen fie, für dich entglüht, einst Pilger noch, ihr Pilgerlied. Hier stieg und steigt zu deinen Höhen, Allmächtiger, der Schwachheit dem Herrn! 9. Himmlischer Sinn und Vorbereitung auf die Ewigkeit. 2. Wie viel ist längst vers gangen! Wie vieler Menschen Wangen sind heute schon erblaßt, die lange Rechnung machten, und nimmer es bedachten: Der Mensch ist Fremdling hier und Gast! 3. Was hilft uns alles Wissen? Wir werden bingerissen, der 360 Das christliche Leben. morgen, dieser heut'. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und unser Leib verblichen, fragt Keiner, was wir hier gethan. 5. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen, was saurer Schweiß erwirbt! Was Menschen hier besigen, kann vor dem Tod nicht schüßen. Dies alles stitbet, wenn man stirbt. 6. Was sind des Lebens Freuden? wie bald folgt Angst und Leiden und Reue dem Genuß! Was ist's, womit wir prangen? wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle Throne, da keine Erdenkrone kann unvergånglich seyn? Es mag vom Todesreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold, noch edler Stein. 8. Wie, wenn die Sonn' auf gehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Sier, und doch verwelkt sich beuget, eh' sich der Abend zeiget: so blühen und verwelken wir. 9. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, eh' wir noch Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr' auf Jahre; indeß wird schon die Bahre vor unser Haus gebracht. Dann müssen wir von hinnen, eh' wir uns noch besinnen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 11. Wohl dem, der Gott vertrauet! Nur er hat fest gebauet; und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen, und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 504. Ach! meine Seel kann ihre Ruh' im Zeitlichen nicht finden. Gut, Wollust, Ehre muß im Nu, gleichwie ein Dampf, verschwinden. Unsterblich ist die Seel'; es muß unsterblich seyn, was stets Genuß der Seele soll bereiten. 2. Das alles ist für sie zu klein, was Welt und Erde haben: nur Gott, das höchste Gut allein, kann sie mit Wonne laben. Darum entschwinge dich, mein Herz, der Erde, steige himmelwärts zu Gott, dem ewgen Gute! Himmlischer Sinn. 3. D höchstes Gut! sei hier Tages Långe werde durch die und dort mein Reichthum, Lust und Ehre. Gieb, daß in mir sich fort und fort das Sehnen nach dir mehre, daß ich dich stets vor Augen hab', mir selbst und allem sterbe ab, was mich von dir will ziehen. Nacht verzehrt, daß sie nach so vielen Lasten können fanft und sicher rasten. Mich erquickt nur, was mich eint Jeſu, meinem besten Freund. 4. Hilf, daß ich meinen Wandel führ' schon hier im Himmel oben, da ich werd' ewig seyn bei dir, dich schauen und dich loben; so kann mein Herz zufrieden seyn, und findet, Gott! in dir allein die wahre Ruh' und Freude. 5. Hiezu gieb mir von deinem Thron, o Vater! Gnad' und Stärke. Zerstör', o Jesu, Gottes Sohn! des Fleisches Lust und Werke. O heilger Geist! steh' du mir bei, daß mein Begehren dies nur sei- Gott über Alles lieben. 361 3. Andre mögen mit den Stürmen ringen, und durch Meere ziehn, eitle Schäße aufzuthürmen, die im Tode doch entfliehn: ich will mit des Glaubens Schwingen zu den Sternenhöhen dringen, wo mit dir ich bin vereint, Jesu, du mein bester Freund. 4. Tausendmal pfleg' ich zu sagen, und noch tausendmal dazu: Ach! würd' ich in's Grab getragen! o so kám' ich bald zur Ruh'; und mein beßres Theil, das würde, frei von diefes Leibes Bürde, ewig gang mit dir vereint, o mein Jesu, bester Freund. 505. Du, o schönes Weltgebäude, magst gefallen, wem du willt: du hast dennoch keine Freude, die des Herzens Sehnfucht stillt. Denen, die den Himmel haffen, will ich ihre Weltlust lassen, bin ich nur mit dir vereint, o mein Jesu, bester Freund! 5. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort; löse meines Schiffleins Ruder, bringe mich zum sichern Port! Es mag, wer da will, dich scheuen: mich kannst du vielmehr erfreuen; durch dich werd' ich ja vereint 2. Múde, die der Arbeit Jefu, meinem besten Freund. Menge und der heiße Strahl 6. Könnt' ich heute noch, entbeschwert, wünschen, daß des ronnen allen Banden, Jesu D 362 Das christliche Leben. Christ, kommen zu des Himmels Sonnen, wo das Haus des Friedens ist! Da wollt ich in höhern Weisen deines Namens Ehre preisen, mit den Engeln dir vereint, o mein Jesu, bester Freund! 7. Doch soll ich die felgen Auen und der Himmelssonne Strahl noch nicht, wie ich wünsche, schauen; muß ich hier im Thränenthal noch durch's Meer der Sorgen gehen- will ich doch von Herzen flehen: War' ich stets mit dir vereint, o mein Jesu, bester Freund! 506. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Mens schen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet, und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben; sehet! 2. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und im Laufe nicht hålt innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Freude! Wie da wechseln Stund' und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn der Wind darüber wehet, so ist unsre Schönheit; fehet! 5. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Wer noch gestern hoch gesessen, seiner Würden sich vermessen, deß ist morgen schon vergessen. 6. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Stärke! Wem das schwerste Werk gelungen, wer mit Löwenmuth gerungen, wird zuletzt vom Tod bezwungen. 7. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Wissen! Wer der Weisheit Preis gewonnen, und manch schönes Werk ersonnen, ist doch nicht dem Tod entronnen. 8. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! Der durch Macht empor gestiegen, muß troß Herrscherstab und Siegen doch im Grab erniedrigt liegen. 9. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es kann Gluth und Fluth ent-= stehen, daß, eh' wir es uns versehen, Alles muß zu Trümmern gehen. 363 Sterblichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So wandl' ich meine Straße, die zu der Heimath führt, wo mich im reichsten Maaße mein mel. Serzlich thut mich verlangen. Vater trösten wird. Mein VaterHimmlischer Sinn. 10. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, Alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott hat, bleibt ewig stehen. 507. Ich bin ein Gast auf Erden, und hab' hier nicht Bestand. Der Himmel soll mir werden; da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh' haben; dem Grabe wall' ich zu. Dort wird mein Gott mich laben mit ewger Sabbathsruh'. 2. Ich hab' in meinen Tagen von früher Jugend an viel Müh' und Noth getragen. So lang' ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So ging's den frommen Alten, die schon des Glaubens Preis aus Gottes Hand erhalten. Ihr Loos war Kampf und Schweiß; ihr Ruhm war Dulden, Tragen; ihr Kreuz war schwer und groß, bis sie gerettet lagen in ihres Grabes Schooß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser land ist droben, wo mit der Engel Schaar die Seligen ihn loben, der seyn wird, ist und war. 6. Dort schweigt das Weltgetdse; dort ist die Sehnsucht still. Ach! komm, mein Gott, erlöse mein Herz, wenn dein Herz will! tomm, mach' ein selig Ende mit meiner Wanderschaft; und was mich kränkt, das wende durch deine Huld und Kraft. 7. Du, meines Herzens Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, in's Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll und leuchtend, wie die Sonne, mit Engeln leben soll. 8. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du aus geschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem gro ßen Thun, und, frei von eiteln Dingen, in meinem Erbtheil ruhn. D 1 364 Das christliche Leben. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. 508. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! wie eilen wir zur Ewigkeit! wie mancher sinkt, eh' er's gedacht, in's Todes Nacht! O Seele, nimm dies wohl in Acht! Mel. Serzlich thut mich verlangen. 509. Ich lebe, wo ich liebe; ich bin nicht, wo ich bin; mit immer stärkerm Triebe zieht mich's zum Himmel hin. Wo Jesus, der Verklärte, dort wohnt mein ganzes Herz; mein Einn geht von der Erde nur immer himmelwärts. 2. Ich liebe, was zum Himmel, nicht was zur Erde führt. Der Erde Luftgetümmel und 4. So lang' ich noch auf was das Herz sonst rührt, will Erden wohn', erwecke mich, o ich mit Freuden missen, und Gottes Sohn! daß ich mich schwinge mich empor; denn jenes stets erhalte wach, und jeden Leben wissen, geht aller WeisTag, eh' ich noch sterbe, ster- heit vor. ben mag. e se 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Reichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch! was eilest du dem Schatten zu? bedenk's; du kommst sonst nicht zur Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist das höchste Gut bewußt: das such' allein ich für M. Mein Jesu, dem die Seraphinen. und für, das bleibet mir. Herr 510. In Thorheit ist ein Jesu, zeuch mein Herz nach dir! Herz befangen, das außer Gott 2. Dies Leben ist gleich einem Traum; ein Nichts, ein leichter Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh' und froh zu deiner Rechten steh'! O mein Erlöſer, starte mich, daß eifrig ich bis an mein Ende liebe dich! 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin! mir bleibt's Gewinn, wenn ich dein todt und lebend bin. 3. Hinauf, mein Herz, mit Freuden! dort oben ist gut seyn. Geh' durch Gefahr und Leiden nur immer himmelein. Laß Andre nach dem Triebe der Erdenkinder gehn; ich lebe, wo ich liebe. So leb' und sterb' ich schön. Himmlischer Sinn. entrückt, und in dem Hafen angekommen. die Ruhe sucht; gejagt von das Schifflein ist dem Sturm irdischem Verlangen, eilt es umber, wie auf der Flucht. Wer für das Eitle nur entbrennet, bald dies, bald jenes sich erwählt, hat seines wahren Ziels verfehlt, weil er nicht seinen Ursprung kennet. 5. Es finden unter dem Ge= fieder der Mutter ihre Küchlein Ruh'; das Schäflein kennt den Hirten wieder, er führet es der Heerde zu; der Sohn, der thöricht sich verloren und in die Ferne hingewandt, wird von dem Vater froh erkannt, und wie von neuem ihm geboren. 365 2. Du, der du bist von Gott gekommen, ein Hauch und Strahl von seinem Geist, hast nicht der Wahrheit Ruf vernommen, wenn du dich mit der Welt noch freust. Hier auf der Erde willst du finden, was dir allein der Himmel giebt; ach glaube, wer die Welt nur liebt, des Chorheit ist nicht zu ergründen. 3. Dring' ein in Gott, verlaß die Sünden; sag' ab der Thorheit dieser Welt! Dann kann dein Herz erst Ruhe finden, wenn dir der Himmel nur gefällt. Die Erde wanit; drum muß Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. man gleiten, wenn man darauf 511. Herr Gott, du fenzu ruhen meint. Wer aber sich mit Gott vereint, hat Fried' und Ruh' zu allen Zeiten. nest meine Tage; du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit! 4. Da ruht das Kindlein recht in Frieden gar sanft auf seiner Mutter Schooß; der Wandrer wird, nach dem Ermüden, des Tages Last und Hiße los; die Fesseln werden abgenommen, die den Gefangnen sonst gedrückt; 2. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich ganz der Sünde zu entziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den 6. Drum, Seele, laß nicht ab zu ringen, bis du gefunden diese Ruh'. Dein heißer Wunsch wird dir gelingen, sagst du nur Gott die Treue zu. Du schmeckst schon hier den innern Frieden, den dir die Welt nicht geben fann; dort fängt die wahre Nuh' erst an, da du von Gott nie wirst geschieden. Das christliche Leben. Himmel zu bemühn, damit der dem Vaterland, nach jenem einst mein Tod beweist, was ewgen Sabbath droben. Ich Christenthum und Glaube heißt.| suche meines Gottes Stadt, die 3. Früh' will ich nach der Heimath trachten, in der ich ewig bleiben kann, vor Allem auf den Himmel achten, den Christus mir hat aufgethan; so ist mein Haus in dieser Welt und für die fünftge wohl bestellt. er mir dort erbauet hat; da werd' ich einst ihn selig loben. Mein Leben ist einPilgrimsstand; ich reise nach dem Vaterland. 4. Mein Herz ist nur im Himmel droben. Dort ist der Seele Erb' und Theil; bei Christo ist mir aufgehoben der Freuden Fülle, ewges Heil. Der Erde Luft ist mir zu klein; im Himmel soll mein Wandel seyn. 366 5. Wohlan! so will ich täglich sterben, und leben so, als lebt' ich nicht. Dann kann die Seele nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Mein Tod ist süß, ich sterbe dir; denn du, mein Heiland, lebst in mir. 6. So kommt denn, ihr er sehnten Stunden! komm, eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag! Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden, mein gelobtes Land. Mel. Ich bin ja, Serr, in deiner. 512. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand; ich reise nach 2. Kein Reisen ist ohn' Ungemach; mein Lebenspfad hat auch sein Ach! Ich muß entbehren, dulden, streiten. Der Pfad ist schmal, und fern das Biel, und überall der Feinde viel, die gern mich wollten irre leiten. Durch öde Wüsten muß ich gehn, und kann den Ausweg selten sehn. 3. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim wor den bist, du Freund und Führer deiner Frommen! dein Wort bewahre meinen Tritt, und lasse mich mit jedem Schritt dem fernen Biele näher kommen! Mein Leben flieht; ach eile du zu mir, und gieb mir Trost und Ruh'! 4. Gieb, durch den Geist der Heiligkeit, im Glauben mir Beständigkeit, den Weg des Heiles treu zu gehen. Ich falle stundlich; bilf mir auf! Seuch du mich selbst zu dir hinauf, laß fest in jeder Noth mich stehen! Laß deinen milden 9 Himmlischer Sinn. Gnadenschein in Finsterniß nie ferne seyn! 5. Bin ich denn hier, im fremden Land, der eitlen Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen. Dort werd' ich, selig immerdar, dir dienen mit der Himmelsschaar, und in der reinsten Liebe brennen. Komm, Herr, und führ' mit treuer Hand den Pilger bald in's Vaterland! 367 ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonnen, über Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben; ich will allen Erdenwahn durch mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 513. Himmelan seht die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen, und du kannst, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein von Gott verklärter Sinn geht zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu in des heilgen Wortes Lehren; das weist mir den Ort der Ruh', dem ich einst soll angehören. Wähl ich dies zur Leuchte mir, wandl' ich schon im Himmel hier. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 514. So bin ich nun kein Kind der Erden, kein Bürger dieser Eitelkeit. Mein Hierseyn soll nicht ewig werden; ich walle eilend durch die Zeit. Mein Heimathsland ist in der Höhe, wo mein geliebter Vater wohnt, wo einst ich meinen Heiland sehe, der über Erd'und Himmel thront. 2. Dazu verlieh mir Gott das Leben; dazu bin theuer ich erkauft; dazu ist mir das Recht gegeben, als ich auf Christum ward getauft. Der Geist, der mich aus Gott gezeuget, macht meinen Geist gewiß und fest, Das christliche Leben. daß auch bei allem, was mich mich mit Glauben, Liebe, und beuget, mein Glaube mich nicht bilde mich nach deinem Bild; zweifeln läßt. bentzünde mich mit heilgem Triebe, zu leiden, wenn du's haben willt! 3. Nur Eins bekümmert meine Seele, und macht mein Herz oft sorgenvoll, ob mir der rechte Schmuck nicht fehle, wenn ich vor Gott erscheinen soll. Ich weiß, in meines Königs Augen kann nur ein freigewordner Geist, ein gotterfülltes Herz nur taugen, das alles Andre Schaden heißt; 7. Hier reich' ich schwörend dir die Hände, und sage dir auf's neue zu: Ich will dich lieben ohne Ende, du, meines Herzens wahre Ruh'! Ich liebe dich nicht nur in Freuden, wenn du mein Herz durch Wohlthun rührst; ich will dich lieben auch im Leiden, ja, wenn du mich zum Tode führst. 4. Ein Glaube, der nur ihn erwählet, der still in seiner Gnade ruht, von Lieb' und Dankbarkeit beseelet, und seinen Willen kindlich thut; der Jesum bis an's Kreuz begleitet, der gerne seine Dornen trågt, der tapfer um die Krone streitet, so oft die Welt ihm Kampf erregt. 8. So komm' ich glaubend dir entgegen; du nahst in Liebe dich zu mir, führst mich auf deinen Himmelswegen, und ziehst mich endlich ganz zu dir. Wann werd' ich dich, mein Heil, umfangen? Und wann, ach wann umfängst du mich? O laß mich bald dazu gelangen! dann lob' und lieb' ich ewig dich. 368 5. Nun, mein Erbarmer, du wirst wissen, wie viel mir noch hieran gebricht. Mein Aug' ist noch in Finsternissen; ich Armer kenne mich noch nicht. Doch ist ein inniges Verlangen in mir Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. durch deinen Geist erweckt, o515. Herr der Zeit und Herr, dir einzig anzubangen, bis meinen Leib die Erde deckt. Ewigkeit, gieb, daß ich bis an mein Ende so, wie mir dein Wort gebeut, flüglich meine Zeit verwende, und bei jedem Glockenschlag ihrer Flucht gedenken mag! 2. Ach! wie eilt die Zeit dahin! Sie entfleucht auf schnellen 6. Was ich nicht habe, kannst du geben; was ich nicht bin, das bist du mir. Nimm hin mein Herz, es zu beleben; ich überlaff' es gänzlich dir. Erfülle Himmlischer Sinn. Schwingen. Stunden, Tage, Jahre fliehn; Niemand kann sie wiederbringen. Keine Thräne führt zurück den entschwundnen Augenblick. 3. Gott, wie ungenüßt sind schon manche der verfloßnen Zeiten mir auf immer hier entflohn unter schnöden Eitelkeiten! Thoricht ward die Zeit vollbracht, die mich jetzt bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir jeßt noch Frist und Raum zur Buße. Herr, ich komm' und falle dir voller Schmerz beschämt zu Fuße. Sei mir gnädig! Ach mich reut meine hier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was auf ewig mir verschwunden. Doch ich bin der Zuversicht, núß ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich die kurze Frist, die du hier mir zugemessen, wie es dir gefällig ist, brauchen, und es nie vergesſen, hier nur fei die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Sden muß ich hier mit Fleiß zu der Aerndte jenes Lebens. Dwie glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht ver: 369 gebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen, und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich edlen Saamen streu', und mich dessen ewig freu'! Met. O Gott, du frommer Gott. 516. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden; es bleibt im Tod' auch mein, und folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 2. Wenn dies mir fehlt, was find die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin! Mel. Wer weiß, wie nabe mir mein. 517. Der letzte Tag von deinen Tagen, o Mensch, eilt immer mehr herbei. Statt über ihre Flucht zu klagen, erkauf und brauche sie getreu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! D 2 Das christliche Leben. 2. Getäuscht von tausend 7. Wohl mir, hab' ich aus Eitelkeiten, versäumst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so forglos Jahre weg. Und bist du, kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? allen Kräften hier deinem Reiche nachgestrebt, in dir gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt! dann wohl mir, wenn ich sagen kann: Du nimmst mich, Gott, zu Ehren an! 3. Ein ewig Glück einst zu besißen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir dein Gott gebeut. Wie ruft er dir so freundlich zu: Nur Eins ist noth! was fáumest du? 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger! In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt, wenn seine Hütte fällt, zu dir sich über Grab und Welt. 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: Ein ander Mal! Sei wachsam, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl! Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern. 5. Mit jedem dir geschenkten Morgen erwecke dich, gewissenhaft für deiner Seele Heil zu sorgen, und suche Gottes Licht und Kraft. Sprich: O mein Gott, ich will allein mein Leben deinem Dienste weihn! 370 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Gieb, daß ich das, was gut ist, wähle; dazu schenkst du mir diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! Mel. Sör', liebe Seel', dir ruft. 518. D Christ, erhebe Herz und Sinn! Was hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin! ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten hast, so erbt dein Gut ein Andrer. 3. Wer Gott erfennt, tann der wohl noch den Sinn auf's Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken! 4. Sieh, Christ, nie sorgend unter dich, wenn Leiden dich bedrücken. Sich glaubig in die Himmlischer Sinn. Höh', und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 5. Du lebst nicht blos für diese Welt; dein Ziel ist nicht auf Erden. Du sollst, wenn deine Hütte fällt, ein Himmelsbürger werden. 6. Dort ist das rechte Kanaan, wo Lebensströme fließen. Blick oft hinauf! der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 7. Dort oben ist des Vaters Haus! Gott theilt zum Gnaden lohne den Ueberwindern Kronen aus; kämpf' auch um diese Krone. 8. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, des Ewgen Ruhm zu singen. Freund Gottes, sehnest du dich nicht, ihm auch dein Lob zu bringen? 9. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, der Tilger deiner Sünden; mit dem, durch den du selig bist, muß sich dein Herz verbinden. 10. Hilf, Heiland, daß ich für und für den Geist zum Himmel hebe, und daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk und lebe! Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich). 519. Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Ach edle Seit, wo fliehst du hin? Wie 371 mancher Tag ist schon verschwunden, seitdem ich hier auf Erden bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Der unbenußte Augenblick, o fühl' es! nie kommt er zurück. 3. Wie manchem fliehen seine Jahre, eh' er des Lebens Werth versteht! Er naht noch früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Und ach! was ist ein Leben werth, das nicht der Tugend Schäße mehrt? 4. O Mensch, sei Mensch, fang' an, zu leben! fang' an, ein Glied der Welt zu seyn! fang' an, der Weisheit nachzustreben, und dich der Frómmigkeit zu weihn, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei keinen Theil des Lebens müssig! sieh, daß du deine Pflicht erfüllst! Du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wie kurz, wie kostbar ist die Zeit, die Gott auf Erden dir verleiht! 372 Das christliche Leben. 6. Von jedem deiner Lebens- Geele! sei im Himmel; du eilst tage gieb selbst dir treulich Rechen- dem bessern Leben zu. Nach schaft! Durchdenk' ihn, leg' ihn einer kurzen Prüfungszeit ist auf die Wage, und prüfe, was Ewigkeit, ist Ewigkeit. er dir verschafft'! O selig, wer 4. Verschiebe niemals deine ihn so durchlebt, daß nie sein Herz vor ihm erbebt! 7. Herr meines Lebens, leite, stärke dein schwaches Kind in seinem Lauf! Dann preis ich dich durch gute Werke; und schwing' ich einst zu dir mich auf, so freu' ich mich in Ewigkeit noch meiner wohl durchlebten Zeit. Pflichten! Was jetzt zu thun du schuldig bist, denk nicht erst morgen auszurichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist dein; der künftge wird's vielleicht nicht seyn. 5. So sei denn, Bater meines Lebens, die Warnung: Wacht und seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 520. Noch leb' ich; ob schneller Tod zu deiner Seligich morgen lebe, ob diesen Abend, keit, o Gott! weiß ich nicht. O Höchster, demig sda? sunt ich mich ergebe, erinnre mich an meine Pflicht, zu jeder Zeit durch deine Kraft bereit zu seyn zur Rechenschaft! 2. Die Blume, die am Morgen stehet, fällt vor der Abenddämmrung ab. Die Luft, die jeht mich angewehet, stürzt mich vielleicht in's nahe Grab. Der Jüngling, eh' er sich's versieht, stirbt, und ist noch nicht auf geblüht. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel; hier ist der Kampf und dort die Ruh'. Dein Wandel, Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich), 521. O daß von meinen Lebenstagen doch keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach! sie nagen zu spät das Herz mit Gram und Reu'; und den entflohnen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig theuer seyn! Laß mich die Zeit zu meinem Glücke nie durch der Sünde Dienst entweihn, nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. Himmlischer Sinn. 373 3. Stets weiter auf dem Weg zum Ziele! stets näher zur Vollkommenheit! voll von dem himmlischen Gefühle: ,, Ich ward nicht blos für diese Zeit, weil du mir, Pilger hier und Gast, ein beffer Land bereitet hast!" 4. Wenn mich des Tages Hiße drücket, von Arbeitsschweiß die Stirne trieft, das Auge matt nach Ruhe blicket, wenn Undank Mel. Womit soll ich dich wohl. meine Tugend prüft; wenn mir 522. 11nfer Wandel ist im der Lohn zu lange fäumt, zu sparsam meine Aussaat teimt: 5. Dann laß die Hoffnung mich erquicken: Einst fommt mein Abend still und kühl; die Last der Arbeit wird Entzücken, Geduld wird Wenn' und Dankgefühl; Aerndt' ohne Ende giebt die Saat, die Demuth ausgestreuet hat! Himmel! töstlich Wort, wie strómest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 6. Noch ist es Tag, noch laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo Niemand wirkt, erscheint; jest stärke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 7. Auf, auf, mein Geist! laß keine Stunde des Lebens ungenúßt vorbei! Auf, schwör' es jeßt mit Herz und Munde, und sei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht! 8. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getrost auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewert; nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! 2. Haltet's fest, ihr theuren Brüder, haltet fest dies werthe Wort! Nichts schlag' cure Hoffnung nieder; wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele! Viele schon er griffen's, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir erreichen's auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker, seid nicht laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch ent Das christliche Leben. gegen; Nebel, Klüfte, Felsen schuf, prág' in's Herz mir den drohn. Fasset Muth! groß ist der Lohn. Beruf! mach' mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Biel selbst hinaufgestellt; forg' nicht muthlos, nicht zu viel um den Tand der Welt. Flich' diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, dir von Schäßen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb' dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater, treu und reich, stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts weiß man von den Sorgen nichts; sei himmlisch froh! 374 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das hat Gott dort dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn! Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermúde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer; wenig, wenig Schritte noch- und getragen ist mein Joch. 5. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; cil', weil du sein Jünger bist, Mel. Seele, was ist schön'res wohl. seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg. Halt' dich fest an Gott, wie er; statt zu klagen, bete mehr; erkämpf den Sieg! 6. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich. Im Himmelsfinn, von der Weltluft freier stets und mit ihm vertrauter, geht's zum Himmel hin. 523. Himme Himmelan, nur himmelan soll der Wandel gehn! Was die Frommen wünschen, fann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; richt' hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing' deinen Sinn jeden Morgen auf! Flüchtig eilt durch's Leben hin unser Pilgerlauf. Fleh' täglich neu: Gott, der mich zum Himmel 7. Himmelan führt dich zuleht selbst die Todesnacht. Sei es auch, daß sie dir jetzt kurze Himmlischer Sinn. Schrecken macht; harr' aus, Macht zerstöret, harr' aus! Auf die Nacht wird's ewig hell; nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 8. Hallelujah fingst dann du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh' in den Himmel ziebst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! 2. Was die bange Gorge stillet, was die Brust mit Ruh' erfüllet, was ein festes Glück verspricht, was dich labt mit reiner Freude, was dein Herz erquict im Leide, findest du auf Erden nicht. 375 Erdenpilger, ist nicht dein. In des Himmels ewgem Lichte reifen deiner Hoffnung Früchte; dort muß deine Heimath seyn. 4. Erde wird zur Erde wieder; in die Nacht des Grabes nieder sinkt dein irdisches Gewand: aber los der alten Bande, rettet aus dem Sinnentande sich dein Geist in Gottes Hand. Met. Alles ist an Gottes Segen. 5. Aller Glanz der Welt erbleichet, jedes falsche Gut ent524. Von der Erde nie- weichet, wenn dein sterbend Auge bricht. Was die kurze Zeit geboren, gehet in der Zeit verloren, folgt dir einst im Tode nicht. derm Staube heb' ein gott geweihter Glaube oft zum Himmel deinen Geist! Sammle dich in ernster Stille, wo gestärkt ein heilger Wille dich dem Ginnentand entreißt. 6. Nur dein Geist kann sich erbeben in der Geister reines Leben und im Herzen liegt dein Werth. Nur die Weisheit und die Tugend blühn in unverwelkter Jugend, deren Glanz fein Tod zerstört. 7. Eile, dir im Prüfungsleben Himmelsgüter zu erstreben! Eile; flüchtig ist die Zeit! Was du säest hier auf Erden, wird 3. Laß dem Staub, was ihm von dir geärndtet werden in der gehöret! Was des Wechsels reichen Ewigkeit. 10. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit, Weisheit im Genuß der Freude. 525. Nicht so traurig! nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr' nicht so viel als 376 Das christliche Leben. Andern giebt! Sei vergnügt in deinem Gott; hast du Gott, so hat's nicht Noth. 2. Murre nicht! Du, Menschenkind, haft kein Recht an diese Welt. Alle, die hier wohnen, sind Gäste nur im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du darum doch nicht hier, daß du Reichthum haben follt. Schau' den Himmel über dir! da, da ist dein edles Gold. Da ist Ehre, da ist Freud', Freud ohn' End', Ehr' ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um die Güter dieser Zeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schäße für die Ewigkeit. Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr' die Erde immer hin! 7. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünscheft, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist dir's gut, so geht er's ein; ist's dein Schade, spricht er Nein! 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet stets ein Gut. Erdengut zerfällt und bricht; Himmelsgut verschwindet nicht. 8. Nun so richte dich empor, du betrübtes Angesicht; laß dein Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht. Das bewahre, wenn die Nacht deines Grams dich traurig macht. 9. Seße als ein Himmels sohn deinen Wünschen Maaß und Ziel. Rühre stets vor Gottes Thron deines Dankes Saiten: spiel, weil dir schon gegeben ist viel mehr, als du würdig bist. 10. Führe deinen Lebenslauf deines Gottes eingedent; wie es kommt, nimm Alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. Geht's durch Tribsal, laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn. 5. Schaue doch die Güter an, die dein Herz für Güter hält, ob wohl eins bir folgen kann, wenn du gehst aus dieser mel. Wer nur den lieben Gott. Welt. Alles bleibet hinter dir, 526. Ich bin der reichste trittst du in des Grabes Thur. Mensch auf Erden; ich hab' genug: drum hab' ich viel. Ein Andrer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will; wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schak gewährt. Go and di Genügsamkeit, Enthaltsamkeit ic. 377 glänzend Loos macht uns in Gottes Augen groß. GAP BY 2. Der Reichthum liegt in Nicht Reichthum, nicht ein den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn ach! sie wollen immer mehr. Wer nur ein äußres Glück besist, hat nicht das Gut, das ewig núßt. 7. Es führt doch endlich zum Verderben, wenn man nach Geld und Gut nur strebt. Ich aber kann mit Freuden sterben, wenn ich der Weltlust nicht gelebt. Ich kann getrost zum Himmel ziehn, wo ich einst reich an Allem bin. 3. Die Habsucht hat bei ihrem Grämen nicht eine Stunde Frdhlichkeit; sie hat, und darf sich felbst nichts nehmen, weil sie sich's Mel. Wer nur den lieben Gott. immer selbst verbeut. So wird 527. Ich gnüge mir in das Herz in Gram verzehrt; dies Glück ist keines Hellers werth. 4. Wie glücklich ist ein Mensch hingegen, der gerne will genugsam seyn! Giebt mir der Him: mel einen Segen, wie herzlich kann ich deß mich freun! Ich denke: Gott giebt jeden Tag mehr, als ich ihm vergelten mag. meinem Stande, in den der Höchste mich geseßt, und rechne mir es nicht zur Schande, werd' ich nicht Jedem gleich geschäßt. Mit Gott nicht recht' ich Erdensohn; verklagt den Töpfer je der Thon? 5. Wird mir mein täglich Brodt gewähret auf mein Gebet von Gott, dem Herrn: so nehm' ich, was er mir bescheret, und brauch's in stiller Ruhe gern; 2. Ist mir ein kleines Glück beschieden, so nehm' ich es in Demuth an, und bin mit meinem Gott zufrieden, der nach Gefallen geben kann. Die Sorge ángstigt nur das Herz; sie beffert nicht, sie mehrt den Schmerz. Gott leihet mir sein Eigenthum 3. Was Gott thut, darf mich zu meinem Glück und seinem Ruhm. 6. So freue ich mich in Gedanken des Glücks, das nicht betrügen kann; und auf der Laufbahn nicht zu wanken, nehm' ich den Spruch zur Losung an: nicht verdrießen; genug, daß er e mich nicht vergißt. Der Alles weiß, muß auch wohl wissen, was und wie viel mir núßlich ist. Für Manchen ist ein niedrer Stand mehr Glück, als eitler Erdentand. 378 Das christliche Leben. schwer. Ich darf in Hoffnung fröhlich seyn; der Herr macht selbst aus Wasser Wein. 4. Gott ist dem Menschen seiner Hand fällt Nichts zu ja nichts schuldig; er giebt so viel, als ihm gefällt: drum sei mein Herz nie ungeduldig, wenn er, was sein ist, vorbehält. Wohl dem, der mit Zufriedenheit genießt, so viel ihm Gott verleiht! 5. Muß mir doch eben nicht auf Erden Glück, Reichthum und Bequemlichkeit in vollem Maas zu Theile werden, was Gott nur Wenigen verleiht. Das Mel. Serzlich thut mich verlangen. Scherflein, das mir Gott be: 528. Was hat der Mensch schert, ist auch des wärmsten Dankes werth. 6. Mag Gottes Segen sparsam fließen, er giebt mir doch mein täglich Brodt. Hab' ich dabei ein gut Gewissen, so leid' ich dennoch keine Noth. Das größte Gut ist dem gewährt, der große Güter nicht begehrt. 7. Will Gott das Wenige mir mehren, was seine Gnadenhand mir giebt: will ich dafür ihn herzlich ehren, nicht mur ren, wenn's ihm nicht beliebt. Die höchste Freude schmeckt der Christ, deß Speise Gottes Wille ist. 8. Jst mein Vermögen schon vermindert; sind meine Vorrathskammern leer: so weiß ich, daß dies Gott nicht hindert; denn 9. Wohlan, so laß ich Gott nur walten, wie sonst, so jetzt und allezeit; denn er, der mich bisher erhalten, ist es auch stets zu thun bereit. Ich trau' des Vaters Fügung fest, der seine Kinder nicht verläßt. auf Erden, der seinen Gott nicht hat? Der muß ihm Alles werden; bei dem ist Rath und That. Giebt Gott mir nicht die Fülle, mag es nach Nothdurft sevn; auch in der dürftgen Hülle kann ich mich seiner freun. 2. Wer seinen Gott befizet, der hat das höchste Gut; dabei wird er geschüßet, daß nichts ihm Abbruch thut. Mag Gluth und Fluth entstehen, mag ihm ein Räuber drohn: sein Gut kann nicht vergehen; Gott ist sein Schild und Lohn. 3. Wie kann der felig werden, der nur auf Reichthum sinnt? Und wenn er auch auf Erden den größten Schaß gewinnt, die Seele geht verloren: o schrecklicher Verlust, ist in des Genügsamkeit, Enthaltsamkeit ic. Todes Thoren ihm sonst kein Troft bewußt! im 4. Ich will mich nicht beladen, weil ich zum Himmel geh'. Genug, daß ich in Gnaden bei meinem Gotte steh'! Wenn Andre Sorgen treiben, so folg' ich Gottes Rath, und will ein Armer bleiben, der Nichts und Alles hat. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widerseßen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt: wie elend würd' ich werden! 5. Ach mache mich nur reich in dir! Wenn deines Geistes Gaben mein Leben schmücken für und für, werd' ich nie Mangel Mel. Es spricht der Unweisen M. 529. Gott, du bist über haben. Viel Glaube, Hoffnung und Geduld, und die Empfindung deiner Huld, das sind die wahren Schäße. Alle reich, und dein sind unsre Güter. Zwar theilest du nicht Allen gleich, du treuer Menschenhüter: doch du bist Herr in deinem Haus; und wie du willst, so theilst du aus. Wohl dem, der sich läßt gnügen! 2. Dein Segen hat mir mehr beschert, als ich verdienet habe. Das Scherflein auch ist Dankes werth; es ist ja deine Gabe. Drum, weil du es mir zugewandt, so preis ich deine milde Hand in meinem ganzen Leben. 379 3. Behüte mich vor stolzem Muth, daß ich nicht sicher werde; denn das von dir geliehne Gut ist doch ja nichts als Erde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz zu Ueppigkeiten hin; sie hindern beßre Sorgen. 6. Spricht mich ein Armer flehend an, so laß mich nicht befragen mein Fleisch und Blut, nein, wo ich kann, des Bruders Lasten tragen. Ich zögre nicht, du hast es mir befohlen; darum geb' ich's dir in deinen Gliedern wieder. 7. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Er bringet lauter Angst und Pein; kein Gold kann mich erlösen von Sünden und aus Seelennoth; und kommt zuletzt der bittre Tod, so muß man Alles lassen. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! dies laß mich stets erwägen; so brauch' ich, Gott, 380 51 Das christliche Leben. wenn ihn dein Herz zuvor genährt. st 5. Begierden sind es, die uns schänden; und ohne daß wir sie vollenden, verlegen wir schon unsre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht erröthest, nicht durch Mel. Was sorgst du ängstlich für. Som 530. Der Wollust Reiz den Geist die Lüste tödtest: so rühme dich der Keuschheit nicht. zu widerstreben, dies, Christ, liebst du dein Glück und Leben, laß täglich deine Weisheit seyn. Entflieh' der schmeichelnden Begierde; sie raubet dir des Her zens Zierde, und ihre Freuden werden Pein.dhb 6. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, verläßt sie mich im ganzen Leben; und keine Reu' bringt sie zurück. 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, nie Speif und Trank dein Herz beschweren, und sei ein Freund der Nüchternheit. Verfage dir, dich zu besiegen, auch öfters ein erlaubt Vergnügen, und steure deiner Sinnlichkeit. 7. Denk' oft bei dir: Der Wollust Bande sind nicht nur dem Gewissen Schande; sie sind auch vor der Welt ein Spott. und könnt ich auch in Finsternissen den Grául der Wollust ihr verschließen: so sieht und findet mich doch Gott. 3. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit tråge, fällt auf des Müssigganges Wege leicht in das Nek 8. Die Wollust kürzt des des Bösewichts. Der Unschuld Lebens Tage, und Seuchen Schuhwehr find Geschäfte; ent- werden ihre Plage, da Reuſch zieh' der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Angesichts. gewissenhaft den mir vertrauten Segen, und scheide freudig einst von hier, weil ich im Himmel, Gott, bei dir die wahren Schäße finde. site du heit Heil und Leben erbt. Ich will mir dies ihr Glück erwerben. 4. Erwacht ihr Trieb, dich zu Den wird Gott wiederum verbekämpfen: so wach' auch du, ihn derben, der seinen Tempel hier früh zu dämpfen, eh' er die Frei- verderbt. ansluso sin heit dir verwehrt. Ihn bald in 9. Wie blühte nicht des Jungder Geburt ersticken, ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, lings Jugend! Doch er verließ den Weg der Tugend; und seine Genügsamkeit, Enthaltsamkeit ic. 381 Kräfte sind verzehrt. Verwesung 4. Genieße, was dir Gott schåndet sein Gesichte, und predigt schrecklich die Geschichte der Lüfte, die den Leib verheert. beschieden; entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden; ein jeder Stand hat seine Last. 5. Gott ist der Herr; und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand, nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 10. Die Wollust raubt dir Muth und Stärke, raubt dir den Eifer edler Werke, den Adel, welchen Gott dir gab; und unter deiner Lüste Bürde sinkst du von eines Menschen Würde zur Niedrigkeit des Thiers herab. 11. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und wach und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte; mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem neuen Fall gethan. 531. Du flagst und fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja flage! Gott erlaubt die Zähren. Doch denk im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Now 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 1901 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit. Besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. id loentete 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn: dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 532. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen und froh zu seyn, ist dein Beruf. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden auf dieser kurzen Lebensbahn; er strebt, daß sie Das christliche Leben. ihm nüßlich werden, und betet sich mein Herz bestreben, den Gottes Fügung an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Loos verband. Er giebt dir Munterkeit und Kräfte, erhält und stärkt sie väterlich. sorgenvollen Gram zu fliehn. In Demuth, Herr, will ich mich üben, stets deiner Güte mich erfreun, dich fürchten, dir vertraun, dich lieben. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! Mel. Liebe, die du mich zum Bilde. Sie brauchen, dies ist dein Ge- 533. Mehr, als für die 382 schäfte; und ihr Gebrauch ist reichste Habe, danke seinem Gott Ruhm für dich.der Christ, dem die theure 3. Zwar Jenem hat des Seelengabe, Fröhlichkeit, verlieHimmels Segen mehr Güter hen ist, der sie nie durch Sünd' anvertraut, als dir; doch soll entweiht, stets in Unschuld sich dies deinen Neid erregen? Denk, erfreut! wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Nächsten nügt, als du? Wenn er dich führt, regiert und schüßet: was fehlt dir wohl zu deiner Ruh'? 2. Wie ein Fels in Unge: wittern, der die Wolken übersteigt, wenn die Kreaturen zittern, Klarheit an der Stirne zeigt, blickt bei trüber Zeiten Lauf ruhig er zum Himmel auf. 4. Du prangest nicht mit hohen Würden? Beneide nicht der Großen Glück; fie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? Ihn wünschen ist's nicht Selbstbetrug? Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch', und mehr verliehn, laß täglich 3. Lasten, die den Weichling drücken, denen Schwermuth unterliegt, fühlt er kaum auf seinem Rücken, lebt mit Wenigem vergnügt; reicher macht ihn froher Muth, als den Thoren Königsgut. 4. Frohsinn stärket feine Kräfte, stärkt den Trieb zur Thätigkeit; unter nüßlichem Geschäfte flicht ihm seine Tageszeit; heitrer glänzt sein Angesicht nach getreu erfüllter Pflicht. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit ic. 5. Haucht der Frühling neues Leben in die schlummernde Natur: 3. Gieb mir ein fröhlich Herz bei Wünschen, die ich nähre! welche neue Freuden schweben Was deine Weisheit wählt, das, dann ihm über Thal und Flur! Ihn entzücket, was er sieht, auch der Schöpfung kleinstes Glied. 6. Seinen Geist zu Boden schlagen kann die hårtste Trúbsal nie. Nahn sich ihm des Alters Plagen in Geduld ertrågt er fie; mitten in der Krankheit Qual lächelt ihm der Freude Strahl. Vater, nur gewähre! Du gabst mir ja bisher, was selig war und gut; wie stärkt dies mein Vertraun! wie hebt dies meinen Muth! 4. Gieb mir ein fröhlich Herz, zur Arbeit Fleiß, und Treue im irdischen Beruf, dem ich die Kräfte weihe! Mein Tagewerk gedeiht, das Schwerste selbst wird leicht, wenn fröhliches Vertraun der Sorgen Heer verscheucht. 5. Gieb mir ein fröhlich Herz im Kreise edler Freunde! Verziehen sei dann selbst im Frohgefühl dem Feinde. Der Eintracht sanftes Band umschling' uns brüderlich; und dankbar weihe Mel. Was frag' ich nach der Welt. 534. Gieb mir ein fröhlich dir, Gott, unsre Freude sich. Herz, du Geber aller Gaben, und laß mich meine Lust an deinem Worte haben! So bin ich ganz vergnügt; so flieht der Trauergeist, der meiner Seele oft des Glaubens Trost entreißt. 6. Gieb mir ein fröhlich Herz in rauhen Lebenstagen! Stets froh in Hoffnung seyn, versüßt ja alle Plagen. Auch durch der Stürme Nacht bricht doch der Sonne Licht; so flieh' mich selbst im Schmerz der Geist der Freude nicht. 2. Gieb mir ein fröhlich Herz, so oft ich dein gedenke, und von der Erd' empor den Blick zum Himmel lenke! Der Freuden feligste, die fromme Freud' an dir, die Wonne des Gebets, Gott, die erhalte mir! 7. Gieb mir ein fröhlich Herz auch endlich noch im Sterben! Zum Leben führt der Tod; den Himmel soll ich erben. O da erst heben sich vollkommne Freu7. Doch, ob Hoffnung hier verschwände, ob auch trost- und freudenleer ihm die Welt vor Augen stände- Hoffnung winkt von oben her! Heiter geht an ihrer Hand er in's besre Baterland. 383 384 Das christliche Leben. den an; ihr Vorschmack stärke Gott und Vater, üben. Dann mich noch auf der Todesbahn. 8. Gieb mir ein fröhlich Herz! Ich will dich findlich lieben, in ieder Pflicht mich treu, mein schwingt voll hoher Lust mein Geist sich himmelwärts; erhört ist dann mein Flehn: Gieb mir ein fröhlich Herz! 11. Frommer Fleiß. Mel. Dir dank' ich für mein Leben.| Met. In dich hab' ich gehoffet. 535. Du sollst in allen 536. Ich weiß, mein Gott, Sachen mit Gott den Anfang machen; so fordert's deine Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. daß all mein Thun und Werk in deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück und Segen. Dein Nath führt uns zwar wunderbar, doch stets auf guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß das gescheh', was er bedacht, und sich des Fortgangs freue; des Höchsten Nath, der macht's allein, daß MenschenRath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 2. Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht Gottes Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Wegen, und such' nicht eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, auf deine Kraft nicht bauen; sie ist ja nicht dein Eigenthum. 4. Klopf an die Himmels pforten mit starken Glaubensworten; da bitte Kraft dir aus! daher wird Segen fließen, und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und baut es nur im Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über Berg' und Frommer Fleiß. Klippen hin! Doch eh' er sich's versiehet, liegt er danieder, und sein Fuß hat sich umsonst bemühet. 6. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh', o Vater, daß ich nicht besteh' auf meinem Eigenwillen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was recht ist, zu erfüllen. 7. Regiere mich; und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Mein höchstes Ziel, mein bestes Theil sei deine Lieb' und Ehre. 8. Ist's Werk von dir, so gieb mir Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück, und andre mein Beginnen. Was du nicht wirkest, pflegt von selbst in kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir, und mache leicht das, was mir sonst unmöglich däucht. Reichst du mir deine Hände, so kommt, was angefangen ist, gewiß zum guten Ende. 10. Ist auch der Anfang etwas schwer, und muß ich gleich in's tiefe Meer der bittern Sorgen gehen: so lehre mich, ohn' Unterlaß zu seufzen und zu flehen. 11. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird alle Noth, vor der ihm graut, mit tapferm 385 Muth bezwingen; und bei der schwersten Sorgenlast wird er das Ziel erringen. 12. Der Weg zum Guten ist zwar wild, mit vielen Dornen angefüllt; doch wer ihn muthig gebet, wird endlich, Herr, durch deinen Geist zu Freud' und Wonn' erhöhet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir bet n nicht hab' und find', hast du zu voller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun ie mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. Mel. Dies sind die heilgen zehn. 537. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an; mit Gott allein geht's glücklich fort. Drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All' mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Kraft von Gott und Stärk. Ihn sucht mein Herz zu jeder Stund'; drum spricht mit Freuden auch mein Mund: Das walte Gott! R 386 Das christliche Leben. 3. Wenn Gott nicht hilft, so mel. wo Gott zum Saus nicht. kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebricht's. Gott giebt 538. Gott, dessen Hand und thut mir alles Gut's; drum sprech' ich auch getrosten Muths: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar seyn dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Net, und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Der Arbeit Anfang, Mitt' und End' stell' ich allein in Gottes Händ'. Er gebe, was mir núßlich ist; drum sprech' ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Trifft mich ein Unglück? unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt. Er steht den Seinen gnädig bei; drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! die Welt ernährt, und Jeglichem sein Theil gewährt, laß deinen Segen auf mir ruhn und mich mein Werk mit Freuden thun! 2. Hilf, daß ich stets in dieser Welt so lebe, wie es dir gefällt; mich von der Sünde zu befrein, laß meine erste Sorge seyn! 3. Steht's erst mit meiner Seele wohl, dann lehre mich auch, wie ich soll auf meines Leibes Wohlergehn mit wahrer Christenweisheit sehn. 4. Dich ruf' ich an: Verlaß mich nicht! du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, und dann Zufriedenheit mit dir! 5. Mit Beten geh' ich an mein Werk; gieb du dem Leibe Kraft und Stärk! Ich streck' die Hand mit Freuden aus; komm du mit Segen in mein Haus! 6. Versüße mir den sauren Schweiß, und hilf, daß ich mit allem Fleiß das thu', was mei nes Amtes ist; ich weiß, daß du mein Helfer bist. 7. Beschenkt mich Gott aus Gütigkeit, so acht' ich keiner Feinde Neid. Mag hassen, wer's nicht lassen kann; ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 8. Thu' ich mein Werk mit Gottes Rath, der meine Hülf ist früh und spat: dann Alles wohl gerathen muß. Drum 7. Du machst die dürren Berge sprech' ich nochmals zum Be- naß; du fleidest Blumen, Laub schluß: Das walte Gott! und Gras; du speisest alle Frommer Fleiß. Vögelein: follt ich denn ohne Segen seyn? 8. Ach daß wir unser Lebenlang nur wüßten weise, dir zum Dank, mit deinen Gaben um zugehn! so würd' es wohl im Hause stehn. 9. Nun, treuer Gott, erhöre mich! mein Auge siehet nur auf dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich foll; ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 539. Zum s Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 387 - tert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu fündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut, der Unfren Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt núßen- das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Nie laß uns, Gott, auf Erden im Guten träge werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sei immer unser höchstes Ziel. 5. Wenn Andre trostlos kla= gen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoffnung ein. 6. Des treuen Fleißes Saaten laß, Vater, wohl gerathen, 2. Er mehrt des Leibes Stärke, und reich in Garben stehn; hilf, übt fromme Liebeswerke, giebt Menschen zu erfreuen, auch uns ein frohes Herz; er schafft Undant uns nicht scheuen, und uns süßen Schlummer, erleich- auf des Himmels Aerndte sehn! 12. Strenge Gewissenhaftigkeit in Wort und That. Mel. Jesu, der du meine Seele.| gesichte wird der Gleißner stets 540. Laf, o Heiliger, mich zu nichte; denn vor dir sind streben, stets der Wahrheit immerdar alle Herzen offenbar. Freund zu seyn! Zu des Himmels fel'gem Leben gehen keine Lügner ein. Ja, vor deinem An2. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, daß kein eing'ges meiner R1 Das christliche Leben. Worte deinem Ohr verborgen finn mich verleiten und nie des ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen húte. Redlich sei des Herzens Grund; redlich sprech' auch stets der Mund! Beispiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was ich selbst ausgedacht. 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für Andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 388 Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. 541. Wohl dem, der richtig wandelt, der als der Wahrheit Freund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falsch heit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl ihm, daß sein Gemüthe auf Treu' und Glauben bält! Ihn führet Gottes Güte mit Ehren durch die Welt. Einst wird ihn Gott erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, entdeckt durch sein Gericht. som 6. Wenn jemals, mich zu drücken, des Feindes Nath gelingt; wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß ich nicht unterlieg', und Alles dir befehle; du giebst der Unschuld Sieg! 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das Trug und Falschheit scheut, soll kein Gewinn mir rauben, der sich mir ans erbeut. Hier darf getrost ich sehen auf dich; dort reichst du mir, wo Falsche nicht bestehen, der Treue Lohn dafür. 3. D Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir seyn. Nie laß die Lippen trügen; nie fei die Tugend Schein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. damit ich stets beslisſen der Treu' 542. Gott, der du Herzensund Wahrheit sei. 4. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, und nie die Zusag' brechen, die ich einmal gethan; nie Leicht kenner bist, Herr, dem die Falsch= heit Gräuel ist und jede Lúg' Verbrechen! kein Wort spricht ie ein falscher Mund,- Allwissender! dir ist es fund; du, Gewissenhaftigkeit in Wort und That. 389 Heil'ger, wirst es ráchen. Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig seyn! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', dir feierlich in's Antlik seh', die Hand gen Himmel hebe; wenn ich dich selbst Mel. Jesu, der du meine Seele. zum Zeugen ruf, zum nächer 543. Auer meiner Brüder dich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Ach! wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe- welch Elend! welche Höllenpein! dann besser, nie geboren seyn! 4. Nein! Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstenthum und keine Welt soll mich so weit verführen. Und drohte mir das schwerste Leid, will ich doch Gott und Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei; nur rein das Herz, und Gott dabei! 5. Du, der du selbst die Wahrbeit bist, Gott! dessen Wort untrüglich ist, du hast auch mir geschworen. So wahr du Gott bist, sagst du zu- o theures Wort, der Seelen Ruh'!- ich soll nicht seyn verloren. Herr, heilig sei mir Bund und Eid; dann find' ich einst Barmherzigkeit. Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn. Wenn ich sie zu krånken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: welchen Zorn verdient' ich nicht! welch ein schreckliches Gericht! 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern ihren Segen rauben: welchen Zorn verdient' ich nicht! welch ein schreckliches Gericht! 3. Jedes Unrecht will ich hassen, will gerecht seyn, kein Tyrann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern tann. Lieber will ich Unrecht leiden als begehn; ich will mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Sollt' ich, giebst du mir mehr Gegen als wohl Andern, Das christliche Leben. mehr Gewinn, ihnen ungerecht wandeln froh die Wege meines begegnen, weil ich reich und mächtig bin? darum, weil so oft Verbrecher, ohne Furcht vor dir, dem Rächer, fest noch stehn wie ein Pallast, obgleich alle Welt sie haßt? Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mein schonen, mir vergelten, wenn er mich vollendet hat, was ich meinen Brüdern that. Mel. Schwing' dich auf zu deinem. 5. Eines Unterdrückten Thrä- 544. Herr, ich schwör's nen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wäh= nen, treffen deine Pfeile sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest: harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Gericht? mit Herz und Mund: Redlich will ich wandeln; ich will halten deinen Bund, will rechtschaffen handeln, fern von Trug und Schmeichelei, Necht und Wahrheit üben, keinen je durch Heuchelei täuschen und betrüben. 2. Redlichkeit ist Christenvflicht; ihr bleib' ich ergeben. Redlich, bis mein Auge bricht, will ich allzeit leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Beugen. Kann, was sich dem Tag' entzieht, Gott' die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thue, sieht er im hellsten Lichte, und kein Lügengeist entflieht seinem Strafgerichte. 390 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde seyn; Keinen drücken, lieber willig Jedem, der mich kränkt, verzeihn. Hab' ich macht, ich will sie núßen, die Bedrängten zu beschüßen; eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Sichern will ich meine Nechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst so viele Schulden; sollt ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind' seyn, mich nicht freun, wie mein Vater, zu verzeihn? 4. Gott, mein Vater! Geld 8. Ungerecht will ich nie und Gut kann ich leicht verhandeln, immer billig; ich will schmerzen; aber einen heitern gern schonen, dulden, und doch Muth, Freudigkeit im Herzen, Gewissenhaftigkeit in Wort und That. Redlichkeit in Wort und That, und ein gut Gewissen, das nur laß auf meinem Pfad nimmer mich vermissen! 5. Hilf mir redlich seyn, bis ich einst vollendet habe! Gute Menschen ehren mich dann auch noch im Grabe. Ging ich treu und standhaft hier auf der Wahrheit Wegen, führt der Tod mich hin zu dir, und mir folgt dein Segen. nicht dein Glück! O flich des Lasters Bande! du kommst sonst nie zurück; ation 4. Kommst nie zurück zum Frieden; es folgt dir Gram und Noth. Von Gott bist du geschieden; dein Leben wird ein Tod. Kaum ist die That geschehen, verläßt dich jede Lust; mit Schauder, Angst und Wehen schlägst du umsonst die Brust. 5. Es glüht, es nagt im Herzen; es droht, es klagt dich an. Mit ewig neuen Schmerzen Mel. Serzlich thut mich verlangen. 545. Du trittst vor Gott, fühlst du, was du gethan. laß dich warnen, wecken; stehst du noch, wanke nicht! O schaudre, hör' mit Schrecken: ,, Ich komme zum Gericht!" 391 zu schwören; er sieht, er kennet dich! Denkst du, er wird nicht hören? sich kümmern nicht um dich? O Thor, vernimm's und bebe! Des Ewgen Stimme spricht: ,, So wahr ich bin und Mel. Ach was soll ich) Sünder. lebe, ich komme zum Gericht!" 546. Wer geht froh durch's 2. ,, Der Unschuld Jammerthränen und des Verlaßnen Schrepn, des Frommen beißes Sehnen, es dringt zu mir herein. Ich will die Unschuld rächen; des Frevlers acht' ich nicht. Mein Arm soll den zerbrechen, der Treu und Glauben bricht." Erdenleben an der Liebe treuen Hand? Der in Christo Frieden fand, der sich ganz ihm hat ergeben. Stets sein Eigenthum zu seyn, hålt er sein Gewissen rein. er 3. Vor Gott kann nie bestehen, wer Trug und Falschheit liebt; vor Angst muß dort vergehen, wer Unrecht hier geübt. O flieh des Meineids Schande, zerstöre 2. Mag dich auch die Welt verhöhnen spricht dich dein Gewissen frei, bleibst du deinem Herrn getreu: o! dann wird er dich auch krönen; er wird dein Vertreter feyn. Halte dein Gewissen rein! - 392 and Das christliche Leben.ate 3. Mußt du kaufen und verkaufen, gieb den Frieden drum nicht hin. Was ist aller Welt Gewinn? Erde sind die Goldeshaufen. Kauf die Eine Perle ein; halte dein Gewissen rein! 4. Redlich geh' auf Gottes Wegen! Unrecht Gut gedeihet nicht; falsches Maaß und falsch Gewicht rauben dir nur Gottes Segen. Strebe reich in Gott zu seyn; balte dein Gewissen rein! 5. Deines Hauses Schmuck fei Friede; die dir dienen, liebe du, gönne ihnen Sabbathsruh'. Sie zu bilden, sei nicht müde, daß sie dort noch Dank dir weihn; halte dein Gewissen rein! 6. Hast du dich zum Dienst verpflichtet, dien' dem Hause als dem Herrn. Diene redlich, treu und gern; Gott belohnet, Christus richtet! Hasse allen Heuchelschein; halte dein Gewissen rein! 7. Prüfe dich, wenn du sollst schwören, daß des Meineids Frevel nicht dich verklagen im Gericht. Laß die Lust dich nicht bethören; Gott wird schneller Zeuge seyn. Halte dein Gewissen rein! 8. Sturmt es auch in Ungewittern; sinket Noth auf dich herab; öffnet sich dir auch das Grab: dennoch wirst du nimmer zittern; Gott wird dir ein Helfer seyn, hältst du dein Gewissen rein. sanften Muth, nach deinem Wort zu leben! Ich bin ein Mensch von Fleisch und Blut, und sollte mich erheben zu stolzer Rach' und kösem Zorn? Wie könnte doch ein guter Born wohl bitter Wasser geben? 9. Wohl dem Christen, der im Leben Gottes Ruf im Herzen ehrt! Christus, der sich ihm verklärt, wird ihm Trost im Tode geben. Halte dein Gewissen rein; dann gehst du zum Himmel ein! 13. Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Mel. Serr Jesu Christ, du höchstes. 2. Ein Vater hat uns ja gemacht zu seines Hauses Kindern; 547. Ach Jesu, gieb mir es hat Ein Herr das Heil gebracht und sonst verlornen Sündern; Ein guter Geist uns auch regiert und uns zu Einem Erbe führt, wenn wir's nur nicht verhindern. 3. Wie kann ich doch als Gottes Kind den schwachen Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Bruder hassen, da mir so große gieb uns fanften Muth, und Schulden sind von meinem Gott hilf durch deiner Gnade Gut erlaffen? Soll nicht mein Herz den Eigenwillen brechen! auch seyn bereit, in rechter Lieb' und Einigkeit den Bruder zu umfassen? 4. Komm, Bruder, komm! reich her die Hand! Wir wollen uns versöhnen, und uns von dem, was uns entbrannt, von Stolz und Neid entwöhnen. Verzeihn hält zwar die Welt für Schmach; doch wir, wir folgen Jesu nach. Mag doch die Welt uns höhnen! 5. Wir tragen Ein gleich sanftes Joch, die wir uns Christen nennen; wie dürften sich die Glieder doch an Einem Leibe trennen? Un rechter Lieb' und Freundlichkeit kann man den Christen allezeit als Gottes Kind erkennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad' in Einem Herrn zu finden; Ein gnadenreiches Wasserbad macht lauter uns von Sünden; uns Alle nährt Ein Kelch, Ein Brodt: wie sollte nicht in Freud' und Noth uns All' Ein Herz verbinden? 7. Dort stehn wir auch vor Einem Herrn; der wird es an uns rächen, wenn wir, vom Sinn der Liebe fern, zum Bruder 393 Mel. Wend'ab deinen Zorn, lieber. 548. Hilf, Gott, daß ich den Nächsten redlich liebe, durch lieblos Richten nimmer ihn betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Wohlsein fránke! nde 2. Gieb, Herr, daß ich, der ich selbst täglich fehle, mit Nachficht seine Fehler gern verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe! 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte! Hat doch für ihn, o Gott, dein Sohn sein Leben dahingegeben. 4. Aufrichtig laß mich schäßen alle Gaben, die Andre deiner Huld zu danken haben; mein Herz bewahre sich bei ihrer Freude vor allem Neide. 5. An Lieb' und Güte laß mich dir auf Erden stets ähnlicher, mein Gott und Heiland, werden; und gieb, damit ich willig mich drin übe, selbst Kraft und Triebe! mel. Lasset uns den Serren preiſen. 549. Unter allen großen Racha! sprechen. Drum, Jesu, Gütern, die uns Christus zu2 Das christliche Leben. würd' es mir nichts núßen können. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freuden Saat. getheilt, ist die Lieb' in den Ge- ist von Liebe leer mein Herz, múthern Himmelsbalsam, der fie heilt; ist ein Stern, der herrlich strahlet, und ein Kleinod, dessen Preis Niemand auszusprechen weiß, weil kein Gold es je bezahlet; ist die Macht, die Jedermann zwingen und erfreuen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig núßt und ziert; fie kann unfre Seel' erheben; sie ist's, die uns aufwärts führt. Menschen oder Engelzungen, welche Kraft sie auch beseelt, wenn dabei die Liebe fehlt, sind noch nie in's Herz gedrungen; nur ein Erz- und Schellenklang ist ihr flüchtiger Gesang. 394 3. Was ich von der Weisheit höre und von tiefer Wissen schaft, die geheimnisvolle Lehre und des Glaubens Wunderkraft, mächtig, Berge zu versehen, was auch sonst des Preises werth, und was alle Welt verehrt Alles ist für Nichts zu schätzen, wenn sich nicht dabei der Geist, der die Liebe wirkt, beweist. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns durch diesen Pilgerstand; ihre Kraft wird uns begleiten bis an's wahre Vaterland: doch der Liebe weite Gránzen reichen in die Ewigkeit; alle, die sich ihr geweiht, werden unaufhörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier; Liebe währet für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, Geist von Gott, nimm hin mein Herz! laß mich spüren deine Triebe, leite mich in Freud' und Schmerz! laß mich kräftig widerstreben Allem, was nicht gut es meint mit dem Freunde, mit dem Feind, und mich reizt, nur mir zu leben! Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb', zur Liebe hin! mel. Serr Jesu Christ, meins 2. 550. Nur Liebe, rein von 4. Gåb' ich alle meine Habe Heuchelei, macht kund, wer neu für die Armen freudig hin; geboren sei. Sie zeugt von opfert' ich mich selbst dem Grabe wahrem Christenthum; sie ist meinem Nächsten zum Gewinn; des Menschen höchster Ruhm ließ ich meinen Leib gleich bren- 2. Gott ist die Liebe; und nen, und ertrüge jeden Schmerz: sein Kind ist liebevoll, gleich Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ihm, gesinnt. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorübergehn: so steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht acht. 4. D sprich nur nicht: Er ist mein Feind; wie kann man seyn des Feindes Freund? Der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu', was der Samariter thut! 6. Ein Heide liebt den, der ihn liebt; er giebt dem wieder, der ihm giebt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig seyn. 395 5. Hat dich dein Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergist er Zorn und Rach'; o folge Herzen Zorn und Grimm, der diesem Beispiel nach! 3. Ach! gieb mir Freundlichkeit, und nimm aus meinem alle Liebe unterdrückt, und alle Glaubensfrucht erstickt. Vertreibe du durch deine Huld aus meinem Geist die Ungeduld. 4. Cott schenkt, ob wir auch böse sey'n, uns dennoch seinen Sonnenschein; so laß auch meinen Segen ruhn auf denen, die mir Böses thun, und schreib mir tief in Herz und Sinn, wie huldreich ich versöhnet bin. 7. Nun, Gott, der du die Liebe bist! gieb, daß ich als ein wahrer Christ, nach deinem Bei spiel, liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 8. Dann nimm mich, nach vollbrachtem Lauf, in jenes Reich des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint! met. Vater unfer im Simmerreich). 551. D Menschenfreund, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, und nichts von Haß und Sorne weißt, der du die Sanftmuth selber heißt! du rufest durch dein Wort uns zu, wir sollen liebreich seyn wie du. 2. Liebt, sprichst du, liebt, wie ich geliebt, die Feinde, welche euch betrübt! Wünscht Keinem Böses, fluchet nie; wenn Andre fluchen, segnet sie! Seid duldsam, freundlich, mild und gut, ertraget sie mit sanftem Muth! 5. Gieb, daß ich immer húlfreich sei, selbst Feinde, wo ich kann, erfreu'. Gieb Langmuth, die ertragen kann, was sie mir zum Verdruß gethan, die auch 396 Das christliche Leben.hines der Sünden Menge deckt, durch ben; und für Feinde floß sein Liebe Gegenlieb' erweckt. Blut. Allen sollt' sein Tod erwerbenjenes Lebens höchstes Gut. 6. Du, der du selbst die Her zen lenkst und Wollen und Vollbringen schenkst! o Bater, der du gnädig bist! o Fürst der Liebe, Jesu Christ! o Geist des Friedens! höre mich; ich will dir's danken ewiglich. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 552. Herz und Herz vereint zusammen, Christen flieht an Gottes Herz! lohnt mit reiner Liebe Flammen eures Heilands Lieb' und Schmerz! Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht, wir dessen Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. mendetention 4. Jesu, treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie's so von Herzen meyne, wie's dein letzter Wille war. Jeder reize stets den Andern, helfe gern mit Rath und That, dir, o Heiland, nachzuwandern auf der Liebe sel'gem Pfad. 5. Du, der seiner Schaar geboten, daß sie Liebe üben soll, mehre sie, weck auf die Todten, mach' die Trägen geistes: voll! Laß uns so vereinigt wer= den, wie du mit dem Vater bist, so daß auf der ganzen Erden kein getrenntes Glied mehr ist! 6. So wird dein Gebet erhöret; durch den Sohn sind Alle frei, und die Welt wird recht belehret, wie dein Reich so selig sei. Preis dem Vater aller Geister, der in dir der Welt erschien! Preis dir, unserm Herrn und Meister! Alle willst du zu dir ziehn. 2. Kommt, des Gottesreiches Kinder, und befestigt euren Bund; schwöret Treu' dem Ueberwinder allesammt aus Herzensgrund! Und wenn noch dem Kreis der Liebe Festigkeit und Stärke fehlt, fleht, bis durch des Geistes Triebe er des Bundes Kette ståhlt! 3. Solche Liebe nur genüget, wie in seinem Herzen wohnt, die dem Kreuz sich willig füget, die auch nicht das Leben schont. So wollt' er für Sünder ster- reißt sie ganz danieder. Gott Mel. Wohl dem, der beßre Schätze. 553. Sogemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gortes Wahrheit Spott, und Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. 397 ist die Lieb', und will, daß ich Geist ein Herz, das dich durch den nächsten liebe gleich als mich. Liebe preist! 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder. Drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Wert, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut! Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt', hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergeben, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihm flehen. Drum gleb mir, Gott, durch deinen mel. Serzlich thut mich verlangen. 554. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen: dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3.Verläumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Die will ich treu bewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich klug verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie tönnt' er länger schmähn? Das christliche Leben. 5. Ich will niemals ermúden, mich zu keiner Zeit der Liebe ihm thätig zu verzeihn, und als Pflicht vergessen. sbbny and ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig seyn. Wenn, Mel. O Welt, ich muß dich. mich zu untertreten, ihn Güte 556. Du, aller Menschen mehr erhißt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun. Gott schüßt! Bater, du gütigster Berather in allem, was uns drückt, die Freuden, die wir haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun; zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, ist Weisheit, Macht und Güte dein. 398 Mel. Rommt her zu mir, spricht. 555. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiße Habbegier mich hin, nie Stolz und Troß und Eigensinn, ein redlich Herz zu kränken. 2. Kein Bruder seufze über mich; es freue meine Seele sich, dem Nächsten mehr zu geben, als er mit Recht verlangen kann, und nachsichtsvoll mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 3. Auf dich, mein Gott, laß stets mich sehn, so mit dem Nächsten umzugehn, wie ich's von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch rauhe Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 4. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier den Brüdern messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, und laffe 3. Wie groß ist deine Milde, barmherzger Vater! Bilde mein Herz nach deinem Sinn; daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe so, wie mein Heiland that, der zärtliche Eroarmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne schon hier bei diesem Sinne Trost und Zufriedenheit, und einst vor Gottes Throne, zum unschäßbaren Lohne, die Freuden einer Ewigkeit. Mel. Un Wasserflüssen Babylon. 557. Der du die Liebe selber bist und gern die Menschen segnest, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlich keit begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln! Die können keine Christen seyn, die sich nicht Andrer Wohlfahrt freun, nicht menschenfreundlich handeln. 399 3. Auch jetzt noch, auf der Himmel Thron, bist du das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestát, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen! erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen, und dem, der mir sein Herz vertraut, die Redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu verfagen! 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Beßrung ihn erwecken! und fündiget er gegen mich, so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben. Also werd' ich dich, Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, auf's würdigste erheben. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen; dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt be: gleitete Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns mel. O Gott, du frommer Gott. vom Verderben zu befrein, und 558. Gieb mir, o Gott, starbst zum Heil uns Armen. ein Herz, das jeden Menschen Das christliche Leben. liebet, bei seinem Wohl sich Mund des Nächsten Ruh'; er freut, bei seiner Noth betrübet; rühme sein Verdienst, deck seine ein Herz, das Eigennuß und Fehler zu. Neid und Härte flicht, und sich um Andrer Glück wie um sein eignes müht! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gútig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst, felbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan! Dit 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 400 6. Die Rach' ist dein, o Gott! Du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich hast, den segne, der mir flucht. 7. Der Seelen Heil ist mehr, als leiblich Wohlergehen; drum [ aß bei'm Nächsten auch mir's tief zu Herzen gehen. Was feinen Geist beglückt, daß mús auch mich erfreun, was ihm zur Beßrung dient, mir theur und wichtig seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn: dazu verleih' mir Kraft, und fegne mein Bemühn! 9. D heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrs heit, Gott, mir stets vor Augen 5. Wenn je ein boshaft Herz sucht Zwietracht anzurichten: so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht stdre nie mein feyn! Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. 401 Mel. Serzliebster Jesu, was hast. Lust der Rache mich strafbar mache. 559. Herr, mein Erlöser, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. Tailand 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Nachgier gegen Andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Nache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglücksel'ge 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen: so lehre mich, ihr Unrecht übersehen, und, sollten sie mich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen auf's neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelaffen.is er 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Duschüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt; drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Serr, ich habe mißgehandelt. 560. Aden, welche nicht vergeben, wirst du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode Das christliche Leben.kvinnl seyn, unentledigt ihrer Sünden, uns beten, laßt uns kämpfen, nimmer vor dir Gnade finden. alle Rach' in uns zu dämpfen! 2. Wie der Freund der Menschenkinder Böses nie verMel. Was sorgst du ängstlich fir. golten hat, wie er für die 561. Herr, lehre du mich größten Sünder, selbst für seine Mörder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. 402 deinen Willen mit Kindesfreude treu erfüllen; dein Will' ist lauter Seligkeit! An dir laß meine Seele hangen; sei du mein einziges Verlangen, du Freude mir, die nie gereut. 2. O Liebe, lehre du mich lieben, mit Schwergeprüften mich betrüben, mich jeder fremden Freude freun! Die Liebe ist der Menschheit Ehre. O Jesus Christus, lehre, lehre mein Herz dem deinen ähnlich seyn! 3. Mein Herz, das oft sich sträubt und wendet, sich mit dem Schein der Liebe blendet, und, o wie oft noch! hast und draut wer wird dies falte Herz entzünden? wer lehrt mich schnell und tief empfinden die Freuden der Versöhnlichkeit? 4. Du kennest meiner Liebe Schwäche; sie schwebt nur auf der Oberfläche, und doch- das ganze Herz willst du! Die reinste 6. Wohl uns! Gott verzeiht Lieb' ist, Gott, dein Wille; o uns Sündern, zúrnet mit uns stróme mir aus deiner Fülle Schwachen nicht, nimmt uns der Liebe Himmelsfreuden zu! auf zu seinen Kindern, geht 5. D Liebe, lchre mich mit mit uns nicht in's Gericht. Last Freuden das Beste thun, daß 3. Wir geloben's dir mit Freuden: Willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein; wollen vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten. 4. Vater! mach' uns, deine Frommen, stark zu dieser schweren Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht. Laß sie uns gerüstet finden, laß uns schnell sie überwinden! 5. Mach' in unserm ganzen Leben deinem Sohn uns gleich gesinnt, so stets willig zu vergeben Allen, die uns schuldig sind, wie wir dich bei unsern Sünden willig zum Vergeben finden! Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Schlimmste leiden, und immer frohe Liebe seyn. Ja, Liebe! du bist Gottes Leben; denn deine Seligkeit ist Geben, und deine Freud' ist still erfreun! 6. D Jesus Christus! das Entzücken der Liebe quillt aus deinen Blicken, aus deinem Herzen Freundlichkeit. O daß mein Herz nur Liebe wäre! O Jesus Christus, lehre, lehre mich dei ner Liebe Seligkeit! m. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 562. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergeffet nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch fie geehret. 403 3. Nicht nur die liebt, die euch lieben; rettet nicht nur, die euch flehn. Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustehn; suchet auf, die still sich gråmen, Hülfe zu erflehn sich schämen. 4. O wie lohnt's mit sanften Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn, sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unfern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit. Was ist Müh', was sind Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun! Was wir hier gesået haben, årndten dort wir reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen! Gott wird euer sich erbarmen. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die Durstigen erMel. Der du dein Wort mir haft. quickt; eilt, die Nackenden zu 563. Von dir in diese kleiden; tröstet die, die Kummer drückt; Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschüßen. Welt gerufen, stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen; und was sie haben, kommt von dir. Du machst sie arm, du machst sie reich; doch sind vor dir sie Alle gleich. pod Tur 2. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist Dieser hier auf Erden gering und arm, Das christliche Leben. Der reich und groß; Der hat Die stille, die bescheidne Tugend, mehr Kraft, Der mehr Verstand, und jener braucht, was Der erfand. die eitlen Schimmer nie begehrt. Ja, Demuth führt zum Himmelreich; sie macht uns Gottes Engeln gleich. 404 3. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Men= schen mir? Du, Gott, durch Mel. Serr Jesu Christ, dic) zu uns. freie Huld bewogen! denn alles 564. Für unsern Nächsten Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. beten wir, o Bater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm selig ist! 4. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze seyn? ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Hátt' ich auch größres Glück, als er: wär' ich drum besser, seliger? 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüs der liebst, und ihnen so viel Gutes giebst. 5. Nein, gerne will ich Andre ehren, sie mögen noch so niedrig seyn. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm' Keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hilflos wär' ich dann! 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, mit Jesu ihnen Alles schenkst, zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft! 6. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringern gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn. Wohl, wohl ihm! denn Bescheidenheit ist aller Stände Herrlichkeit. 7. Was schmückt das Alter, wie die Jugend? Was macht uns Gott und Menschen werth? 4. Deß freun wir uns und danken dir, und beten brünstig, Gott, zu dir: Laß stets sie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freun! 5. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite sie auf deiner Bahn, und bilde sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum! 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. läßt, den mach' im Glauben sie! Trifft dennoch sie Gefahr treu und fest! Ben und Schmerz, so tröst' und heile selbst ihr Herz! 7. Entreiß' der Laster Tyrannei die Sünder, Gott, und mach' sie frei, daß sie nur deine Pfade gehn, und einst dein Vater antlig sehn! 3. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn sie entschlafen, gnádig an! Erquicke sie in ihrem Sterben! sie haben Menschen wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 8. Gieb allen in dir frohen Muth! Bewahr' ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm! Mel. Durch) Adams Fall ist ganz. 9. Jn ihrer Noth verlaß sie 566. Wie königlich ist In nie; und sind sie traurig tröste sie! Gieb ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit! - 10. Wir alle, deinen Engeln gleich, erheben einst in deinem Reich dich ewig; ewig danken wir, o unser Aller Vater, dir! Mel. Der du dein Wort mir hast. 565. Wenn Menschen 405 2. Von Liebe für die Welt entbrannt, hast du dich hingegeben. Aus Liebe hat dich Gott streben, die an Güte und Wohl- gesandt, damit wir mögten leben. thun, Bater, gleich zu seyn, O Brüder, liebt uns Gott so und mich mit willigem Gemüthe sehr, so laßt uns herzlich lieben! durch ihren Rath und Trost Von Gott kommt Menschenliebe erfreun: mit reichem Segen her; laßt dies Gebot uns üben! segne dann, die ich nicht wieder segnen kann! 3. Ein Gott, der uns als Brüder schuf; Ein Blut, aus dem wir stammen, Ein Geist und Einerlei Beruf knüpft uns so fest zusammen- Ein Vater, der in Allen ist, Ein Nachtmahl, 2. Umfange sie mit deiner Güte, mit deiner Huld verlaß sie nie! sei stets ihr Helfer, und behüte vor Widerwärtigkeiten das Gebot, das du mir vorgeschrieben, aus Liebe gegen dich, o Gott, den nächsten rein zu lieben! Der ich dein Jünger, Jesu! bin, wie könnt' ich Bruder hassen, seh' ich nur auf das Vorbild hin, das du auch mir gelassen? 163 406 Das christliche Leben. Eine Taufe, Ein Glaube an den Herrn und Christ, Ein Ziel nach unserm Laufe! 4. Dich, Gott! der du die Liebe bist, laß mich durch Liebe preisen; durch sie, als Heiliger und Christ, des Glaubens Kraft erweisen! Wenn Hoffnung und wenn Glaube sich im Schauen einst verlieren die Liebe bleibt; laß sie auch mich zu ewger Wonne führen! - Mel. Wer nur den lieben Gott. 567. D Bater aller Geister! Ehre sei dir von deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hohen Sternenheere, bring' jeder Mund Anbetung dar! O Vater, Aller Vater, gieb, zu preifen dich, uns Einen Trieb! 2. Von tausendmal zehntausend Keiner verehrt dich, Bater, wür: diglich. Wo ist ein Weiser, Guter, Reiner, der sagen darf: Ganz kenn' ich dich; ich ehre, reiner Andacht voll, dich ganz, wie ich dich ehren soll? 3. Und dennoch, Vater, dürfen Sünder sich deinem hohen Antliß nahn; dein Vater- Ohr hört sie nicht minder, als reine Seraphinen, an. Dem Schwächsten lächelt deine Huld; den Stärksten trägst du mit Geduld. 4. Und keiner Aller, welche leben, ist fern, Unendlicher, von dir; in dir, du Vater Aller, weben wir All' und sind und athmen wir; sind All' aus dir, durch dich, und du rufft: Such' mich! allen Herzen zu. 5. Dem rufst du lauter, Jenem leise: Ein Gott ist, welcher dich erschuf! Nur der ist froh und gut und weise, der schweigend horcht auf deinen Ruf; und Jeder, der dich kindlich ehrt, deß Flehen wird von dir erhört. 6. Wo ist ein Vater, der dem Lallen des unschuldvollen Kindes draut? der nicht mit frobem Wohlgefallen sein Aug' und Ohr und Herz erfreut? Wie schwach dies Stammeln immer sei, er lohnet es mit Vatertreu'. 7. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu seyn; wie könntest du den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest? Nein! Begnadigst du nicht selber den, der's wagte, dir zu widerstehn? 8. Und wir, wir sollten strenge richten? wir lieblos seyn, wo du verschonst? die Einfalt und die Tugend richten, die du vielleicht mit Ehre lohnst? den schmähen, der dich anders ehrt als uns der Väter Glaube lehrt? Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ich kann unbarmherzig seyn? 9. Du bist's, den alle Zun- noch meiner Sünden viel! Du gen preisen; und alle Herzen bist so willig, zu verzeihn; und fühlen dich! In tausend Völfern, tausend Weisen freun Menschen- Seelen deiner sich, dein, o du aller Menschen Freund, der alle Seelen einst vereint. 10. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Menschen- Freundlichkeit! entwaffne schonend den Serstörer, der lieblos frommer Liebe dráut! Gieb jedem Menschen Angesicht der Strahlen mehr von deinem Licht! 11. Daß ein Hirt nur und Eine Heerde, verknüpft durch deiner Liebe Band, aus allen Gottverehrern werde, steht, Jesus Christ, in deiner Hand. Nur du machst alle Nächte hell; vollend', o Allvollender, schnell! Mel. Ich will dich lieben, meine. 568. Erfülle mich mit fanften Trieben, o Jesu, höchster Menschenfreund, sie alle, die du liebst, zu lieben, sie alle, die dein Blut vereint! Wer dich nicht in dem Bruder ehrt, ist, Herr! nicht deiner Liebe werth. 2. O laß mich den zu bessern streben, der, Gott, aus deiner Gnade fiel. Wie oft mußt du nicht mir vergeben! Wie sind 407 3. Mit Demuth laß bei Andrer Fehlen mich in mein eignes Innre sehn, gern meis nes Bruders Schuld verhehlen, ihn nie mit meiner Zunge schmähn. Bin ich deswegen heiliger, weil ich nicht fündigte wie er? 4. Und wenn mein Nächster irre wandelt, kenn' ich ihn ganz? kenn' ich sein Herz? weiß ich's, warum er so gehandelt? ermeß' ich seiner Neue Schmerz, und wie die That, die er vollbracht, ihn wachsam für die Zukunft macht? 5. Ja, Brüder, gern will ich euch tragen; denn meine Schwächen tragt auch ihr. Wir wollen demuthsvoll uns sagen: Ach! alle, alle straucheln wir. Trug nicht der Mittler voller Huld einst auch die Schwachen mit Geduld? 6. Selbst dem, der Kummer mir gebieret, will ich aus Menschlichkeit verzeihn. Mein Schweigen und mein Dulden rühret vielleicht ihn noch, mein Freund zu seyn. Ich flehe, wie mein Heiland bat: Vergieb! er weiß nicht, was er that. 19 408 Das christliche Leben. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 569. Menschenfreund, nach deinem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Liebe hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich nicht, wie du geliebt; unwerth, mich nach dir zu nennen, würd' ein Mensch durch mich betrübt. 2. Jesu, wo du liebend nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Fried' und Hoffnung wieder, und der Dulder ward erquickt. 3. O du Gütigster von Allen! Keinen hast du je verschmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Nettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. Liebe ist kein Leben; liebend nur folg' ich dem Herrn. 5. Mag man mich auch bitter fränken: o! mein Heiland litt noch mehr. Mag man Arges von mir denken: dulden will ich es, wie er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermúden, reiner Liebe sich zu weihn; es gewährt so hohen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun. Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat dahin der Erde Lohn; wen die Liebe mächtig dringet, fühlt in ihr den Himmel schon. 7. Swar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der edle Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut: doch des Segens reiner Güte freut er einst sich, wår's auch spát; endlich- Heil uns!- fommt zur Blüthe, was der Menschenfreund gesät. 4. Brüder, kommt in meine Arme! wer da leidet, ruhe hier. Mel. Wend' ab deinen Zorn, lieber. Wenn ich sein mich nicht erbarme, 570. Darf sich der Mensch wende sich mein Gott von mir. zu richten unterwinden? Wer Ohne Schonen und Vergeben unter uns ist rein vor Gott zu bleib' ich ewig Jesu fern. Ohne| finden? Ohör' es, Mensch! Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. so spricht der Herr der Welten: Ich will vergelten. lein ein- dein Herz macht es zum Edelstein. 4. Schreib' nicht in dein Gedächtnißbuch, wann und wie oft du labest. In's Buch des Lebens längst schon trug dich Gott, wenn fromm du gabest. Was deiner Rechten sich entwand, das wisse nicht die linke Hand. 5. Besiege dich, ist's auch dein Feind, der in der Trauerkammer verlassen mit den Seinen weint! Auf! mindre seinen Jammer! Vergieb! rief Christus Mel. Mach's mit mir, Gott. 571. Christ, folge deines Himmelan; er, desſen Blut für Sünder rann. Jesu Ruf, und ehre deine Würde. Su fegnen deine Brüder, schuf dich Gott, trag' ihre Bürde! Denk an der Liebe sanft Gebot, und brich dem Hungrigen dein Brodt. 2. Wo ist der Sterbliche, der nicht erschricket, wenn er in seines Herzens Tiefen blicket? Und dennoch rúgt der Stolze streng und bitter des Bruders Splitter. 400 3. Verdamme nicht, daß Gott dich nicht verdamme; es lodre nie in dir der Schmåbsucht Flamme. Barmherzigkeit und sanfte Schonung übe!. Gott ist die Liebe! 6. Mich dürftet! rief am Todespfahl dein Heiland unter Schmerzen. Er rang für dich, und er empfahl, die dürsten, deinem Herzen. Ach! Mancher lechzt am Todesthal; drum eile, tránk ihn noch einmal! 2. Sing' oft ein Lied der Dankbarkeit für deines Gottes Gaben; dies stärke dich zur 7. Wie sauer wird's dem Fröhlichkeit im Geben, Trösten, Bartgefühl des Nedlichen, zu Laben. Den frohen Geber hat Und gab Gott lieb; drum gieb mit frohem Herzen, gieb! Huld so viel! Gieb, ohn' ihn zu beschämen. Du weißt, daß Geben, wie ein Christ, weit selger noch als Nehmen ist. - 3. Sprich nicht: der Seiten Druck fällt schwer; viel kann die Hand nicht reichen."- Wer herzlich giebt zu Gottes Ehr', soll auch dem Reichsten gleichen. Legst du auch nur Ein Scherf 8. Und des Gerechten wird ja schon hier nimmermehr vergessen. Ein Thränenthau welch süßer Lohn!- wird seinen - 410 Das christliche Leben. Hügel nässen. Wer wohlgethan, Glück. Kannst du liebend nicht schläft selig ein, deckt auch sein vergeben, weiche vom Altar Grab kein Marmorstein. zurück! Gaben willst dem Herrn du reichen? Er verschmäht die äußern Zeichen. 9. Siehst du dort über'm Sternenfeld das Land gereifter Aehren, wo der dir in die Arme fällt, verklärt in Freudenzähren, dem du auf Erden wohlgethan? Dein Werk, sein Dank stieg himmelan. 4. Gehe hin, dich zu versöhnen, gieb dem Bruder deine Hand, trockne seines Kummers Thránen, Zorn und Rache sei vers bannt. Liebe deckt, ein Friedensengel, Bruderfehl und Erdenmångel. 10. Hinauf den Blick in's Garbenland, daß du in Hoffnung säest! Streu' reichlich aus mit frommer Hand, damit du reichlich mähest. Auf, segne, eh' die Hand dir sinkt, noch heute, Christ! Die Krone winkt. 5. Sei willfährig seiner Bitte, eh' sich scheidet euer Pfad; denn vielleicht mit raschem Schritte ist dir schon der Tod genaht. Preise Gott durch Wort und Leben! Selig Alle, die vergeben! Mel. Serr, ich habe misgehandelt. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 572. Christ, du nahſt der heilgen State, wo das Wort 573. Heilge Liebe, Him. der Liebe tönt, wo im Liede und Gebete sich der Geist mit Gott versöhnt; deine Lippen singen, loben, Aug' und Hände sind erhoben. melewonne, reinen Seelen nur bewußt, Ausfluß jener ewgen Sonne, senke dich in unsre Brust! 2. Freude, wie sie Sel'ge fühlen, Freude, die die Welt nicht kennt, komm', uns Durstige zu fühlen! einige, was sich noch trennt! 2. Doch was deine Worte kunden, heget das auch dein Gemüth? Ist kein Haß bei dir zu finden? Ist dein Herz in Lieb' erglüht? Zürnest du nicht deinen Brüdern? Kannst du ihren Gruß erwiedern? 3. Süße Ruhe, Gottes- Friede, Gabe, die uns Christus giebt, ach! erquick' uns- wir sind müde - Schak, den unsre Seele liebt! 4. Nachsicht, Langmuth, stilles Dulden kehre täglich bei uns 3. Prüfe dich! es gilt das Leben, gilt der Seele Ruh' und Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ein, daß dem Bruder seine Schilde den, der auch den Feind Schulden wir von Herzen gern verzeihn! umarmt! 7. Fels im Sturme, hoher Glaube, Muth im Kampf und in Gefahr, mach' uns treu, heb' aus dem Staube uns zu iener Siegerschaar! 8. Jesusliebe, Bruderliebe, tödt unheilger Liebe Schmerz; schenk uns deine keuschen Triebe und ein unbeflecktes Herz! 5. Schmuck der Frommen, freundlich Wesen, Gottes Ueberschrift und Bild, laß es Freund' und Feinde lesen, was uns Geist und Seele füllt! 6. Güte, Wohlthun, Herzensmilde, die sich mitleidsvoll er barmt, decke sanft mit deinem 411 14. Beständigkeit und Wachsthum im Glauben und in der Gottseligkeit. Mel. Ich dank dir, lieber Serre.| Mel. O Serre Gott, dein göttlich. 574. Laß mich dein seyn 576. Sei Gott getreu, und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß Nichts mich treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich ja nicht wanken, gieb mir Beständigkeit! Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. halt' seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, und weiche nicht von diesem Grund, bleib' standhaft ihm ergeben; denk deiner Tauf, und achte drauf, daß Gott ist treu geblieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. Mel. Jesu, der du meine Seele. 2. Sei Gott getreu von Jugend 575. Herr, ich glaube; auf, laß dich nicht Lust, nicht hilf mir Schwachen! Laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd' und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der frohen Ewigkeit! Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein' alte Treu' wird täglich neu; sein Wort kann niemals lügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich geseßet. 51 Das christliche Leben. Wenn er dich hält mit seiner daß er dein lieber Vater sei, Hand: wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad' zur Schuhwehr hat, dem kann der Feind nicht schaden; wo diese Wehr steht um dich her, da ist dir wohl gerathen. wie er dir hat verheißen; und eine Kron' zum Gnadenlohn wird dich im Himmel schmücken; da wirst du dich dann ewiglich an seiner Treu' erquicken. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Sei Gott getreu, fein lautres Wort freimüthig zu bekennen; 577. hm nach, ihm nach steh' fest darauf an jedem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Ehren hält, muß Alles doch vergehen; sein liebes Wort bleibt fort und fort ohn' alles Wanken stehen. auf seinen Wegen! Mein Jesus hat die Bahn gemacht. Geh' ich dem Himmel nur entgegen, so schreckt mich nicht des Weges Nacht; und ob er gleich voll Dornen wär', geht doch mein Jesus vor mir her. 5. Sei Gott getreu; denn Gott läßt sich stets treu und gnädig finden. Streit unter ihm nur ritterlich, und dämpfe Fleisch und Sünden; ergieb dich nie, herrsch' über sie; und wär' der Fall geschehen, so eil' bei Seit, durch Reu' und Leid vom Falle aufzustehen. 2. Getrost, getrost, nicht still gestanden! Die Welt muß deinem Blick entgehn. Die, so den Weg nach Zion fanden, erstiegen immer neue Höhn. Dein Wandel muß im Himmel seyn; sonst gehst du nicht zum Himmel ein. 6. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden. Er kann und wird in aller Noth dir treuen Beistand senden; und käme gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, so glaube du: Gott läßt's nicht zu, du bleibest unbezwungen. 3. Hindurch, hindurch! man muß es wagen. Mit Gott geht man durch Gluth und Fluth; er hilft der Erde Kreuz uns tragen, und giebt dazu uns festen Muth. Wir müssen durch viel Trübfal gehn, eh' wir im Reiche Gottes stehn. 412 7. Wirst du also Gott bleiben treu, wird er sich dir erweisen, 4. Hinauf, hinauf! den Kampf erwähle! der Kampf bringt reichen Siegerlohn. Es gilt das beste Theil der Seele, die Beständigkeit und Wachsthum im Glauben ic. 413 gewiß, du stehst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die böse Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst, und diesen Seligkeit an Christi Thron. Ihm nach! Getrost! Hindurch! Hinauf! Gen Himmel führt des Christen Lauf. Mel. 3euch meinen Geist, triff. 578. Hier legt mein Sinn Nehen mich entziehst. sich vor dir nieder! Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht verbirg' vor meiner Armuth nicht! 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 2. Schau' her! Ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben. O mögte doch in seiner Pein die böse Lust ertödtet seyn! 3. Jch füble wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß Mel. Es Fostet viel, ein Christ zu. tiefer in dich gehn; der Fuß 579. Es ist nicht schwer, muß unbeweglich stehn. ein Christ zu seyn, und nach des reinen Geistes Sinn zu leben. Zwar geht es schwer dem trägen Herzen ein, dem Herrn sich ganz und immer zu ergeben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit.:,: 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen; hier helfen nicht des Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? es muß durch dich gewirket seyn. 6. Doch kenn' ich ia dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich bin 9. Drum will die Sorgen meiner Seelen ich dir, mein Bater, ganz befehlen; ach! druck' es fest in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! 10. So wächst der Eifer mir im Streite; ich fasse schon des Sieges Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du die Liebe selber bist. 2. Du darfst nur werden wie ein Kind; du darfst ja nur die 414 Das christliche Leben. leichte Liebe üben. O blöder keinem Sturme zu erschrecken; Geist, wie gut ist Gott gefinnt! ja, siehst du auch von Hülfe Das kleinste Kind kann ja die keine Spur, o glaube nur!:,: Mutter lieben. Drum zage nicht, und fürchte nicht so sehr; es ist nicht schwer.:: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Liebe fülle. Der fromme Gott will ja nicht deinen Schmerz; die Unlust schafft in dir der Eigenwille. Drum übergieb ihn willig in den Tod; so hat's nicht Noth.:,: 7. So wird dein Licht auf's neu' erstehn; du wirst dein Heil in aller Klarheit schauen. Wie du geglaubt, wird dir alsdann geschehn; du darfst dem frommen Vater ganz vertrauen. O Seele, sich, wie doch ein wahrer Christ so felig ist!:,: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der ja das Herz vergeblich schwächt und plaget; er wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh an deinem Herzen naget; sprich: Bater, schau' mein Elend gnädig an! so ist's gethan.:,: 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Ge neuß, o Herz, der süßen Himmelsruh; im Frieden sollst du bei dem Vater leben. Der Sorgen Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn!:* 5. Faff nur die Seele in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest; und fehlest du noch oft aus eigner Schuld, so sieh', daß du dich durch die Gnade stärkest. Dann ist vor Gott dein kindliches Versehn wie nicht geschehn.:,: 2. Petrus, welcher sich vermessen, bis zum Tode treu zu seyn, hat die Warnung kaum vergeffen, so muß er den Fall bereun. 6. Laß nur dein Herz im 3. Ist der Geist auch noch Glauben ruhn, wenn Nacht und so willig, bleibt das Fleisch doch Finsterniß dich wird bedecken. immer schwach; giebst du nach, Dein Vater wird dir niemals so trifft dich billig deiner FeigBoses thun; du brauchst vor beit bittre Schmach. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 580. Wer sich dünken wohl sich läßt zu stehen, vor dem Fall; es umschleicht uns, wo wir gehen, die Versuchung überall. Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget fie; denn ihr seid Christen, und stehet in der Kraft des Herrn. Stärket euch in Jesu Namen; den Schwachen, 5. Wohl dem, der stets wacht welche zu ihm kamen, war feine und flehet, der sein Heil mit Hülfe niemals fern. Und wer Zittern schafft! Wenn er unermüden will, der schaue auf beweglich stehet, wird der Sichre weggerafft. das Ziel, da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit; dann krönet euch die Ewigkeit. 4. Unser Feind ist stets in Waffen, rastet nimmer, uns zu fahn. Willst im Eifer du er schlaffen, o dann ist's um dich gethan. 6. Hüter deiner MenschenHeerden, der du schläfft und schlummerst nicht, bilf mir táglich wacker werden, wandeln stets in deinem Licht. 7. Stärke du die trågen Einnen, halte fertig mich zum Streit, daß ich, rufst du mich von hinnen, wachend sei und wohl bereit. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 581. Auf! erheber euch, ihr Christen! Zum Streit müßt ihr euch mächtig rüsten; denn euer hat der Feind begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte, geht muthig durch die enge Pforte; der Tapfre bleiber unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? hier ist Immanuel. Hosianna! Er hat als held be siegt die Welt; mit ihm behalten wir das Feld. 415 3. Streitet recht die wen'gen Jahre, eh' euch empfängt die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn zu des Gerichtes Schrecken der Herr die Sünder wird erwecken, dann stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, stärke Gottes Kinder, und kröne die als Ueberwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, durch den die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir in Tod und Leben für und für. Cont 416 Das christliche Leben.citalia Mel. O Gott, du frommer Gott. Hilf mir, o treuer Gott, recht glauben, christlich leben und selig 582. Ach Gott, verlaß scheiden einst, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod! Ach Gott, verlaß mich nicht! mich nicht, reich' mir die Gnadenhånde! Ach! führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du Mel. un danket alle Gott. mein Lebenslicht, mein Stab, 583. Gleichwie ein Palmmein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; regiere du mein Wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Schande fallen. Gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens- Zuversicht, sei meines Lebens Kraft. Ach Gott, verlaß mich nicht! baum grünt, und wie, vom Sturm umwehet, hoch auf dem Libanon die Ceder kraftvoll stehet: so soll im steten Glück auch der Gerechte blühn, ob harte Stürme schon und Wetter ihn umziehn. 2. Mein Gott, du hast auch mich gepflanzt in deinen Garten; du willst von deinem Baum die süße Frucht erwarten. O hilf denn, daß ich dir ein guter Baum mag seyn, der stets mit Fruchtbarkeit dein Auge könn' erfreun! 3. Laß mich in Frömmigkeit beständig blühn und grünen, dem Nächsten segensreich mit Frucht und Schatten dienen; und wenn des Todes Sturm mich endlich bricht entzwei, so pflanze wieder mich im Paradiese neu! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde. Ach Höchster, steh' mir bei in jeder böfen Stunde! Wenn sich Versuchung naht, und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir! Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; gieb Wollen und Vermógen, und króne ferner mich mit deinem reichen Segen; die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich gedeihn. Uch Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei. 584. Mein treuer Gott, dein gutes Werk, das in mir angefangen, laß auch durch dei Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. nes Geistes Stark zu seinem Ziel gelangen, daß ich bis in den Tod getreu in deinem ganzen Dienste sei, und standhaft überwinde! 2. Den Glauben, den du mir geschenkt, mußt du in mir auch stärken. Die Kraft, die du in mich gesenkt zu wahren guten Werken, die Hoffnung, die du mir verliehn, daß ich des Him mels Erbe bin, mußt du in mir erhalten. 3. Hier hat mein Glaube Kampf und Streit; laß deinen Geist mich schüßen, zum Beten und zur Wachsamkeit mich mächtig unterstüßen. Fall' ich, dein armes, schwaches Kind: so eil' er, um mich noch geschwind vom Falle aufzurichten. 4. So bleib' ich dir, mein Gott, getreu, daß keine Lust, kein Leiden, so groß auch die Versuchung sei, von dir mich könne scheiden. Wohl mir! Mein gläubiges Vertraun wirst du einst in ein himmlisch Schaun der Herrlichkeit verwandeln. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 585. Kommt, Pilger, last uns gehen; der Abend bricht berein. Es ist gefährlich stehen; wir müssen wacker seyn. Kommt, 417 stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad. Wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt, und traut auf ihn, und lenkt mit festen Schritten zu jenen ewgen Hütten die Pilgerreise hin. 3. Daß wir die Welt verlassen, ist uns fürwahr nicht leid. Den Himmel zu umfassen, fliehn wir die Eitelkeit. Nein, Christen, seid nicht bang'! verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Ja, laßt getrost uns gehen; der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen auf jedem sauren Schritt. Er will uns machen Muth, mit süßen Sonnenblicken uns trösten und erquicken. Ach ja! wir haben's gut. 5. Drum, Pilger, laßt uns wandern! wir gehen Hand in Hand. Eins freuet sich am Undern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich seyn, und auf dem Weg' nicht streiten, weil Engel die begleiten, die sich der Eintracht weihn. 6. Laßt uns nur munter wandern! der Weg fürzt stets sich 62 418 Das christliche Leben. ab. Ein Tag folgt schnell dem hienieden? Sie sind die Sclaandern; bald sinkt der Leib in's Grab. Nur noch ein wenig Muth! Nur noch ein wenig treuer, von Erdengütern freier, gewandt zum ewgen Gut! ven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 7. Es wird nicht lang' mehr währen. Halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang' mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen: wie wohl, wie wohl wird's thun! 8. Drauf wollen wir's denn wagen- es ist wohl Wagens werth- und gründlich dem entsagen, was aufhält und bez schwert. Welt, du bist uns zu klein! wir gehn, bei Jesu Leiten, zu felgen Ewigkeiten; wir gehn zum Himmel ein. Mel. Durch Udams Fall ist ganz. 586. Oft flagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh'; sie ist der Sieg der Lüfte. Doch richte felbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die tein Schmerz 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenbaß: was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn; drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Ge schöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur; und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden; und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brodt begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott und nicht bei Menschenkindern. 419 10. Sei start, sei männlich allezeit; tritt oft an deine Bahre. Vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so lurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß dein Herze stillen. mel. Wer weiß, wie nabe mir mein. 587. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach: doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Zugend; oft ist sie nur das Das christliche Leben. zuerst gescholten ward. Werk der Zeit. Die wilde Hike so lieblos und so hart, als nur roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz; dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 8. Oft denkt, wenn wir der Ruhe pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; flieht's Unmuth auch und Müssiggang? 420 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erwecken dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. inlased 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh! dein Herz wallt auf und dráut, und schilt 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst mäßigkeit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sei nicht vermessen! Wach' und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite; Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! de 588. Bald oder spät des Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher; doch dieser Staub soll einst unsterb: lich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen, verachten, was auf Erden ist, hinauf zu dir sich schwingen, getroft den Pfad der Trúbsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser meiner Pilgerschaft! 4. So lang' ich noch als Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, 421 mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun! 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, verfüßet sonst mir einst den Tod? 7. Berzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und citel unfre Werke. Der Glaub' allein giebt Kraft und Muth; und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. 8. Wohl mir! ich bin sein Eigenthum. Nichts soll von ihm mich scheiden, nicht Wollust, Güter oder Ruhm, nicht Schmerz, nicht Tod noch Leiden. Wenn Erd' und Himmel untergebn, werd' ich zum Leben auferstehn. Mel.Wer weiß, wie nahe mir mein. 589. Schön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seele oft begehrt. Ach könnt' ich's, wie würd' ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig seyn. at imple Second and Das christliche Leben.gidebis 2. Doch schnell umhüllen zen! eile, mir, mein Helfer, Finsternisse mich, wenn ich auch beizustehen! Des wahren Glauerleuchtet bin. Dann fliehn die bens Kraft und Licht, das selige heiligsten Entschlüsse, den Mor- Bestreben, dir zu leben, und gennebeln gleich, dahin. Bald Muth zu dieser Pflicht, das wähl' ich, was dem Herrn ge- wollest du mir geben. fällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 2. Du hast dein göttliches Gebot mir tief in's Herz ge= schrieben: Von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu': so hab' ich schon hienieden großen Frieden; und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen; denn bu hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh' fie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 3. 4. Ich kämpf, ermatt' und strauchle oft. Erbarme dich des Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft; du kannst mich mächtig machen. In jeder Kummerniß laß mich bei dir, Herr, Zuflucht finden, Trost empfinden, und dann zuletzt durch dich in Allem überwinden. 5. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock; fie dein 422 3. Ich Armer! darum kehrt tein Friede in mein verschmachtetes Gebein. Wie bin ich die ses Wechsels múde! wann werd' ich fest im Glauben seyn? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 4. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde fei. 5. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde fie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstas Bole in lich flieh'! So reif ich hier schon, dir geweiht, zu himmlischer Vollkommenheit. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 590. Herr, mein Erlöser, nur von dir kann ich mir Hülf erflehen. Vernimm mein Seuf Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. Rebe. Gieb du ihr Kraft, damit in dir mein Glaube fruchtbar lebe. Dann werd' ich, bis ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, an Eugendfrüchten voll dein Antlig ewig schauen. Mel. Jesu, der du meine Seele. 591. Du, der Herz und Nieren kennet, Ewiger! erforsche mich. Ach! ich war von dir getrennet; aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenktest da mir deine Huld, und vergabst mir meine Schuld. 2. Forsche selbst in meinem Herzen! Sieh', es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollen Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nebel schwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlik wiederfand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! Ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 423 4. Wenn, von Andacht hingeriffen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen; deinem Thron, Erbarmer, nah', mischt' ich in der Engel Chöre Lobgesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Günden tilget und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich múde; Welt, ich fluchte deiner Lust; ich verschmähte deine Gaben; mir war, Gottes Huld zu haben und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth.- 6. Jhr, dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach! wohin seid ihr verschwunden? Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut meiner Andacht Innigkeit. 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, und bekenne Jesum nicht. Das christliche Leben. mein Glaube, gieße du Del dem schwachen Lichte zu! 8. Unter der Verfolger Stei- kühnre Bitten wagen! Sinkt nen bebten Gottes Mårtrer nie; seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 2. Nechten Glauben schenk vor allen andern Gnaden, Vater, mir! Wem er fehlt, muß dir mißfallen; wer ihn hat, ist eins mit dir. Er belebe meine Triebe, sei der Stab, die Hand der Liebe. Er besiege, wie ein Held, in mir Sünde, Fleisch und Welt. 3. Glauben, wie wenn ich dich sähe, flöße mir, mein Heiland, ein; im Gefühl von deiner Nähe laß mein Herz sich täglich freun! Jesus, willst du dich nicht zeigen? hörst du mich, wie kannst du schweigen? Gieb mir Glauben, nahe dich meinem Geist, und stärke mich! 4. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein leicht verführ= tes Herz; heur' ist mir die Tugend wichtig, morgen mir die Sünd' ein Scherz. Ach! wär' nur mein Glaube fester! Stárk ihn, mehr' ihn, Allerbester! Jesus, eile! stårk ihn, du! Ach! sonst find' ich keine Ruh'. 424 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen! Vater, bis an's Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. - 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens; Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht in's Gericht, stirbt des ewgen Todes nicht. Mel. Jesu, der du meine Seele. 592. Stärke- denn oft Mel. Gott des Simmels und der. will er wanken meinen Glauben, Gott, an dich! O wie wird 593. Fern vom Ziel, womein Herz dir danken, wie frohlocken! Höre mich! Laß mich nicht an dir verzagen, immer nach ich ringe, fleb' ich, o mein Gott, zu dir. Hilf, daß ich den Lauf vollbringe, wirke Muth und - Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. Kraft in mir! Mache täglich Mel. Serzlich thut mich verlangen. Ernst und Treu', mich zu bessern, 594. Ich soll zum Leben in mir neu! dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen- das, das ist mein Beruf. In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, fie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig seyn. 2. Ach! ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich. Von Begierden hingerissen, täuscht oft meine Seele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir 2. In meiner frühsten Jugend aufbehält; Gott und Jesu laß hat Gott mich das gelehrt. Schön, göttlich ist die Tugend, des höchsten Eifers werth. Ihr folgen reine Freuden; und wer, was Gott will, thut, hat selbst in feinen Leiden Zufriedenheit und Muth. mich leben, nicht den Lüsten dieser Welt. Lehre mich, von Sünden rein, eifrig nur im Guten seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag. 5. Gieb zur Uebung guter Werte mir Erkenntniß, Kraft und Lust; und im Kampfe flöße Stärke mir in die verzagte Brust; gieb mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu seyn bis zum Tod. 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geist von fern' das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. Dann, gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft. 425 3. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Luft verschmäht; wenn er trok ihres Spottes der Tugend Pfade geht: was wird ihm einst zum Lohne nach treu vollbrachter Zeit! O Vater, welche Krone! o welche Seligkeit! 4. Das glaub' ich; mich vers langet, dein Kind, o Gott, zu seyn: doch meine Seele hanget noch nicht an dir allein. Ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt. O Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 5. Bald wandl ich deine Wege mit freudenvollem Sinn; y Pederson Das christliche Leben. bald werd' ich matt und träge, 4. Zeuch, o Herr, uns hin und sinke muthlos hin. Ich laffe nach, zu ringen; und doch ist's mein Beruf: Ich soll zum Leben dringen, für welches Gott mich schuf. zu dir, zeuch uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfångt uns hier; jenseits ist es still und heiter. Hoffnung sieht das Morgenroth schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, mitgenossen! geht muthig durch die kurze Wüste! seht auf Jesum, wacht und fleht, daß Gott selbst zum Kampf euch rüste! Der in Schwachheit mächtig ist, giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 596. Der Glaube fehlt, und darum fehlen dem Schwachen Ruhe, Trost und Licht. So hindern sich betrogne Seelen, und finden, was sie suchen, nicht. Fragt nicht, was eure Herzen quält; ihr tragt die Schuld der Glaube fehlt. 2. Der Glaube fehlt, weil das Gewissen den Frieden Gottes noch nicht schmeckt. Wer glaubt, wird von Gewissensbissen nicht mehr so fürchterlich erschreckt; er hofft auf Gott, besiegt die Welt. Ihr nicht? so schließt: Der Glaube fehlt. 3. Der Glaube fehlt; ihr fürchtet Feinde, Verfolgung oder Spott und Hohn. Kaum sagen 426 6. Dir seufz' ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein! Du hast es angefangen, das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt! In deine Vaterhände befehl' ich meinen Geist! Mel. Jesus lebt, mit ihm auch). 595. Steil und dornigt ist der Pfad, welcher zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat, und als Streiter Jesu streitet; selig, wer den Lauf vollbringt, siegend sich zu Jefu schwingt. 2. Ueberschwänglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Lust der Welt entflohn, ihrem Heiland ganz sich weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, er hat uns den Lohn errungen. Von dem Kreuz zu Gottes Höhn hat, der starb, sich aufgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: Es ist vollbracht! - Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. 427 Alles thun und wagen, um der Hoffnung werth zu seyn: Einst ist jene Krone mein! 2. Wie hat nicht der Herr gestritten, eh' sein Haupt am Kreuze sank! Welche Qual hat er gelitten, als den Todeskelch er trant! Und nun sißt er auf dem Throne, und vor ihm, dem Menschensohne, beugen Alle nun ihr Knie; denn er kämpfte treu für sie. Welt und falsche Freunde die Liebe auf, so bebt ihr schon. Wenn Gott beschützt, was will die Welt? Wozu die Furcht? der Glaube fehlt. it 4. Der Glaube fehlt; sonst wichen Sorgen, Verdruß und bange Aengstlichkeit; man gråmte sich um künftge Morgen nie sündlich, nie um ferne Zeit. Wenn Gott die Creatur erhält, warum nicht uns?- der Glaube fehlt. 5. Der Glaube fehlt; woher kommt Zagen vor Tod und Grab und Ewigkeit? Woher, daß ihr in bösen Tagen so furchtsam und so traurig seid? Was ist's, das euren Muth entseelt? An euch nur liegt's; der Glaube fehlt. 6. Mein Gott, laß Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig seyn, daß ich sie bis zum Sterben übe, und schlafe sanft mit ihnen ein! So lebt, so stirbt der Christ vergnügt, weil Hoffnung stärkt und Glaube siegt. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 597. Wer das Kleinod will erringen, wer zum Lohn der bessern Welt will hindurch als Sieger dringen, zeig' im Kampfe sich als Held! Hier in feinen Uebungstagen muß er 3. Kämpften nicht und überwanden seiner Wahrheit Märtyrer? Was sie duldend einst empfanden, fühlt und duldet Keiner mehr. Und doch trugen sie mit Freuden der Verfolgung schwere Leiden, achteten nicht Schmach und Noth, Bande nicht, nicht Qual noch Tod. 4. Und ich sollte unterliegen? mich die Macht der Finsternis, mich der Reiz der Welt befiegen? Ist der Lohn mir nicht gewiß, wenn ich meine Lüste dämpfe, wenn ich unerschrocken támpfe? Drohn der Feinde noch so viel, herrlich ist des Kampfes Ziel. 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Herr, die Waffen felbst zum Streit, daß ich unerschuttert stebe, wenn der Feinde macht mir draut; daß, lockt 428 at module Das christliche Leben.gidas mich mein Herz zur Sünde, ich mich selber überwinde; daß ich dir, mein Gott, getreu, standhaft in Versuchung sei. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget! Wenn der Erde Werk gethan, hebt des Him Mel. Ich was soll ich) Sünder. 598. Auf, ihr Streiter, mels Bonne an. durchgedrungen! Auf, und folgt dem Heiland nach, der durch Mel. Du, o schönes Weltgebäude. Marter, Tod und Schmach sich 599. Du sollst glauben, zum Himmel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ist's, der den Sieg verschafft. 2. Kein Erldster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Muth zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen; denn der Herr ist's, der uns heilt, und den Müden Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach bei ihm ist Stärke; sind wir arm der Herr ist reich; wer ist unferm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan? 4. Ja, er kann und will uns schirmen! Hdret auf, verzagt zu sein; auf den Feind dringt muthig ein, mag er drohen, mag er stürmen. Nur durch Müh', Geduld und Streit geht man ein zur Sicherheit. - o du Armer; und du zweifelst? zweifle nicht! Du sollst beten zum Erbarmer; und du wagst, du kannst es nicht? Kindlich sollst du hier vertrauen; dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel; Glaube hebt zu Gott empor; Glaube bricht des Gra= bes Siegel, selbst der Ewigfeiten Thor. Glaube geht durch Flamm' und Fluthen, ließ die Zeugen Jesu bluten; und sie überwanden weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in Allem siegen, macht die schwerste Tugend leicht; Alles muß zu Füßen liegen, selbst gewohnte Sünde weicht. Ob du auch im Kampf erlagest, schon an Glaubenskraft verzagest: kämpfe stärker, kämpfe mehr! deine Hülfe ist der Herr. Beständigkeit und Wachsthum im Glauben 2c. 4. Hast du nicht des Wunder- 3. Sei getreu, und müßtest baren Wunderausgang oft gesehn? Sahst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei du Tag' und Nächte vor ihm ringen! Endlich führt er dich zur Ruh'; endlich wirst du dahin dir stehn? Doch zu aller Zeit dringen, wo nach kurzer Thränenihn sehen, seinen Rath sogleichzeit Friede strömt und Seligkeit. verstehen, gleich dich seiner Hülfe freun- würde dies dein Bestes seyn? 5. Glaube dann noch, wenn zum Glauben fast kein Hoff nungsstrahl mehr bleibt. Laß dir Nichts sein Machtwort rauben: ,, Selig, selig ist, wer glaubt!" Ach! die Ersten dort Mel. Jesus, meine Zuversicht. 600. Sei getreu und weiche nicht, weil du mußt auf Erden wallen! Wer da weicht, an dem hat nicht Christi Seele Wohlgefallen. Hör' es, hör' es! Christus spricht: Sei getreu und wanke nicht! 429 5. Sei getreu im Sündenstreit, wie auch böse Lust sich am Throne sahen glaubend ihre rege! Nah' ist Christus und Krone, rangen, starben, wankten nie,- und empfingen. Sei, wie sie! gebeut, daß sich schnell ihr Wüthen lege. Sei getreu! Beständigkeit wird gekrönt in Ewigkeit. MATER 2. Sei getreu, wenn du im Herrn Ruh' und Seelentrost gefunden; sei dem besten Freund nicht fern, lebe stets mit ihm verbunden. Komm' nur oft, ihn anzuflehn; was du bittest, soll geschehn. 4. Sei getreu, will deine Schuld deines Glaubens Licht umdunkeln! Bald läßt freundlich Christi Huld seines Trostes Stern dir funkeln; der die Sünden Aller trug, ward ja auch für dich ein Fluch. 6. Treuer Jesu, steh' mir bei, daß ich dir mich ganz ergebe! Hilf mir, daß ich fest und treu, heilig, keusch und züchtig lebe! Rufe stets mir zu, mein Gott: Sei getreu bis in den Tod! mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 601. Kämpfend soll ich leben, sterben, kämpfend nur den Himmel erben. Nimmer soll ich weichen, wanken, wo der Schwachen Viele fanken; foll in Flammen, Fluthen, Ketten 430 Das christliche Leben. fiegend meine Seele retten. Dringen; hilf mir, Herr, mich wer hilft mir muthig ringen, selbst bezwingen! aller Feinde Macht bezwingen? 2. Heiland, treu hast du gerungen, vielgeprüft, doch nie bezwungen, groß am Kreuz und frei in Banden deines Vaters Werk bestanden, über alle Himmel droben dich zu seinem Thron erhoben. Hilf, o Herr, dir nach mir ringen, aller Feinde Macht bezwingen! 3. Gottes Welt ist reich an Wonne; Sünde nur entweiht die Sonne. Unkraut unter edle Saaten streut sie oft in Wort und Thaten; und Verführung raubt hienieden Vielen ihren Gott und Frieden. Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, die Welt bezwingen! 4. In dem Herzen willst du wohnen, und mit deinem Heil mir lohnen. Doch des Herzens Lust' empören sich, die Seele zu bethören; dienstbar stürzen ihre Knechte in des Abgrunds finstre Nächte. Hilf mir wachen, beten, 5. Ach! das höchste Glück auf Erden kann der höchste Fluch mir werden. Hoheit, Ehre, Macht und Schäße wurden oft der Tugend Neke; und des Vaters milder Segen führte fern von seinen Wegen. Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, das Glück bezwingen! 6. Selig, die in bösen Tagen Böses flichen, doch ertragen! wird die Noth mir nie den Glauben, Redlichkeit und Hoffnung rauben? Wird kein Unrecht mich versuchen, Thätern, wie der That, zu fluchen? Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, die Noth bezwingen! 7. Allen Bösen, allen Frommen soll das Ziel der Wallfahrt kommen. Werd' ich, dankbar für das Leben, vor dem Tode nicht erbeben, nicht sein Bild von mir entfernen? werd' ich freudig sterben lernen? Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, den Tod bezwingen! 15. Der Friede des Christen. Met. Mag ich Unglüc nicht widerst. die Welt denn meinem Glauben? 602. Ich weiß, daß mein Ohn' meinen Gott krümmt ſie Erlöser lebt; was widerstrebt fürwahr mir nicht ein Haar, er Der Friede des Christen. woll' es denn erlauben. Führt mich sein Rath auf rauhem Met. Serzlich thut mich verlangen. Pfad durch diese Welt: wie's 603. It Gott für mich, ihm gefällt! nur daß ich's mög' ertragen. so trete denn Alles wider mich! So oft ich ruf und bete, stärkt meine Seele sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt von Gott: was schadet mir der Feinde Verfolgung und ihr Spott? 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel größer ist, als alle Macht der Erden. liebe Seel, was zagest du? Gieb dich zur Ruh'! es kann bald besser werden. Aus aller Noth hilft dir dein Gott das ist gewiß; trau' fest auf dies! Im Glauben muß man's faffen. 2. Ich weiß und glaub' es feste, und rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchste, Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh', und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh'. - 3. Von Herzen, Herr, vertrau' ich dir. Bleib' stets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne seyn, was mich von dir mögt' kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei ohn' alle Scheu, auch in den größten Nöthen! IGAS 431 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ! Drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenn's werden soll, nach meinem Leid ergößen. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; bei ihm allein ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts, was Heil gewährt; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts raubet mir mein Herz; ich geh' durch Fluth und Flammen, und fühle keinen Schmerz. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. Das christliche Leben. 5. Sein Geist spricht meinem sieht lauter Sonnenschein. Die Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hab' erbauet dort eine neue Stadt, wo Herz und Auge Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich freudig machet, ist, was im Himmel ist. schauet, was es geglaubet hat. 604. Wie wohl ist mir, 6. Dort ist mein Theil und Erbe; dort strahlt mir Gottes Licht. Wenn ich gleich fall' Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe rub'! Ich steige aus den Schwermuthshöhlen, und sterbe, fällt doch mein und eile deinen Armen zu. Da Himmel nicht. Muß ich mit Thränen feuchten den Weg durch diese Zeit: mein Jesus und sein Leuchten versüßet alles Leid. muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so wonnereichen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; dem muß ja volle Gnüge werden, der in dir suchet Ruh' und Lust. 432 7. Die Welt mag mich verlassen, du bleibst mir ewiglich. Kein Drohen, Schmähen, Haffen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, tein Mangel, keine Pein, kein Zorn der größten Fürsten soll mir zu schreckhaft seyn. 8. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron der Herrlich keit, kein Lieben und kein Leiden und keine Fährlichkeit was man nur mag erdenken, es sei klein oder groß, der Keines soll mich lenken aus deis nem Arm und Schooß. 9. Mein Herz schwingt sich nach oben und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud' und Loben, 2. Die Welt mag sich mir feindlich zeigen! es sei also, ich acht es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, ich flieh' ihr trügend Angesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mein Gewissen mich verdammen, blißt auf mich des Gesehes Weh; drohn mir des Der Friede des Christen. Sorns verdiente Flammen: so schau' ich glaubig in die Höh' zu dir, der du durch deine Wunden für mich den hohen Trost erfunden, daß mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen: du bist mein Heil; wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 433 mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen; denn du, o Herr, erquickest mich. Mir soll dein Friede im Gemüthe und die Empfindung deiner Güte des Himmels süßer Vorschmack seyn. Weg, Welt, mit allen Schmei cheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich. Du giebst mir aus den Wolken Speise, und 605. Seligstes Wesen, tränkest aus dem Felsen mich. unendliche Wonne, grundlos für Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab'! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen; ich blick auf ihn mit heiterm Muth: denn du, mein Leben, läsfest Keinen, deß Herz und Leben in dir ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, wenn er aus Nächten, die ihn decken, gelangt zu Licht und Sicherheit? D Herr! so will ich auch mit Freuden aus dieser Welt voll Kummer scheiden zur Ruhe deiner Ewigkeit. 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich jeden erschaffnen Verstand, Vater des Lichtes, du herrlichste Sonne, bei der nie Aendrung noch Wechsel sich fand! laß mich dich loben; einst soll es droben, wo dich nebst Engeln auch Menschen befingen, meiner verherrlichten Zunge gelingen. 2. Gönne von ferne mir einige Blicke in deiner Herrlichfeit göttlichen Glanz! Wenn ich dereinst mich, vollendet, erquicke, schau' ich dich selig von Angesicht ganz; dann wird mein Lieben aus reinen Trieben, nie mehr gehindert, ohn' Unterlaß fließen, und ich werd' dein mit Entzücken genießen. 3. Bebet der Erdkreis und donnert der Himmel, tobet und brauset die zürnende Welt: den Das christliche Leben. noch bleibt mitten in solchem aus der Zahl der elendesten Getümmel mir meine Seligkeit Sünder machet der selge Gott feste gestellt. Denn dein Er- selige Kinder! barmen schüßet mich Armen, weil ich mir dich, o allmächtiges Wesen, einzig zum Felfen und Retter erlesen. 4. Leb' ich in Finsternis, giebt mir dein Glänzen, selbst in dem Todesthal, Hoffnung und Licht. Sink ich in Ohnmacht und wank an den Gränzen banger Verzweifelung, läßt du mich nicht. Endlich im Sterben werd' ich ererben durch dich und in dir ein ewiges Leben, das nur das feligste Wesen kann geben. 5. Wird meine Seele im Glauben nun lichte, dank' ich es, seligstes Wesen, nur dir. Wenn ich mein Seufzen zum Himmel hin richte, empfind' ich Freuden des Himmels in mir. Ich seh' voll Hoffen jene Stadt offen, wo sich an ewigen herrlichen Schäßen deine begnadigten Kinder ergößen. 6. Bin ich denn selig: Gott, laß es mich merken, schreib' mir's durch deinen Geist tief in den Sinn! Dann nimm in Glauben und seligen Werken mich von der Eitelkeit, wenn du willst, hin, daß ich nach Klagen freudig mag sagen: Seht, 434 Mel. O Welt, ich muß dich. 606. nun un ist das Band zerrissen; das ängstliche Gewissen ist alles Kummers frei! Der Friede ist gefunden, daß Herz mit Gott verbunden; sein Geist schafft Alles in mir neu. 2. Der eigne Wille wollte lang' nicht, wie er doch sollte, in Gottes Willen ruhn. Da war ein Widerstreben; bald wollt' ich Jesu leben, bald wieder meinen Willen thun. 3. Ich mußte lange kriegen; was Andern ein Vergnügen, war meine größte Last. Ich mußt auf beiden Seiten mit Lust und Unlust streiten. Nun aber find' ich Nuh' und Nast. 4. Ich spür' ein neues Leben, vom steten Widerstreben der falschen Lust befreit. Ich wandle Gottgelassen, entfernt, mir anzumaßen, was er nicht selber mir gebeut. 5. Sein Wille ist mein Wille; ich wohn' in süßer Stille der Sicherheit und Ruh'. Was mich zuvor gequälet, das ist nun wie entseelet; der Geist des Friedens spricht mir zu. Der Friede des Christen. 6. Wie fühl ich mich erhoben, starken Hand, Allmächtger, uns im Geiste Gott zu loben für entreißen? Wenn wir gleich seine große Gnad', durch die er hier müssen streiten und zu mich, den Armen, aus herz- Beiten Schmach empfinden, hilfst lichem Erbarmen von aller Angst du uns doch überwinden. entbunden hat! 7. Ich lebe nun im Frieden, ganz frei und abgeschieden, in einer andern Welt. Des Jammers ist vergessen; Gott hat mir zugemessen ein Theil, das ewig mir gefällt. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen; Herr, was kann bei dir uns fehlen? 8. Wie ist die Ruh' to süße, die ich seitdem genieße nach langem Kampf und Streit, da ich den Herrn nun habe und mich ohn' Ende labe an seiner Lieb' und Freundlichkeit! 435 2 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. Mel. Wie schön leuchtet der M. 607. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienft sich übt! wie 5. Wie selig, Gott, sind wir groß wird sie einst werden, wenn alsdann! wie viel hast du an sich herrlich jenes Leben wird uns gethan! O laß uns unfre anheben, wo man Freuden årnd- Würde vor Augen haben jedertet von der Saat der Leiden! zeit; so tragen wir mit Willig2. Schon sind wir göttlichen feit der kurzen Leiden Bürde. Geschlechts, und freuen uns des Herr, gieb den Trieb in die hohen Rechts, als Vater dich Seelen, dich zu wählen, und zu preisen. Bei dir ist unser im Leben uns dir herzlich zu Vaterland; und wer will deiner ergeben! 23+01 £ 1 436 Das christliche Leben. mel. Kommt her zu mir, spricht. 608. Gott, dich kennt die Welt nicht recht. Ihr stolzer Sinn wähnt sich gerecht; sie täuscht sich bis an's Ende. Fromm will sie leben ohne dich, vergöttert selbstgefällig sich; o daß sie dich doch fände! Widerspruch und keine List; wahr ist sein ganzes Wesen. 6. Dies hatt' ich außer Gott gesucht; nun hab' ich's als des Glaubens Frucht, und laß es niemals wieder. O Gott, von dem ich mich gewandt, den leider ich erst spät erkannt, komm, senk' dich in mich nieder! 2. In dir nur ist die Seele still, o Gott! Wer dich nicht suchen will, kommt nie zum wahren Frieden. Hat er der Freuden noch so viel, und du, o Gott, bist nicht sein Biel, bleibt er vom Heil geschieden. 3. Ein unaussprechlich Gut ist da, geheimnisvoll dem FromMel. un danket all' und bringet. men nah, dem es die Seele fül- 609. Wohl, wohl dem let. Er hat es nun im Geist gesehn, bleibt voller Lieb' und Ehrfurcht stehn, beschämt und doch gestillet. Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht! 4. Vor Nichts ist seinem Herzen bang'; er übet alles ohne Zwang, Verläugnen, Leiden, Beten. Wie leicht und lieblich ist's ihm nun! Aus Liebe kann er alles thun, was Andre niemals thäten. 2. Der, wo der Gottheit Spotter lacht, die fromme Seel' entfernt, sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt! 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt und einen weiten Raum mit seinem Wipfel füllt. 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, und bleibet 5. Der Sturm der Leidenschaften schweigt; der starre Sinn ist ganz gebeugt, das Herz in Gott genesen, und nirgends in der Seele 3wist, kein 7. Dann ruht, o Gott, in dir mein Geist, der nicht mehr in der Irre kreist, wie in verlornen Jahren. Du, Gott, genügest mir allein. Bei dir will ich auf ewig seyn, und deine Lieb' erfahren. Der Friede des Christen. immer grün; er tröstet den, der 5. In jene Pein, mich selber Schatten sucht; der Wandrer fegnet ihn. zu verklagen, der Sünde Fluch mit mir umherzutragen- in diese stürzt' ich mich hinein? 5. Das ist der Fromme; was er macht, geräth ihm und gedeiht. Staub ist der Sünder, der sein lacht; Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Wer frech sich gegen Gott emport, besteht nicht im Gericht. In der Gemeine, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht. Du schaust im Born den Sünder an; was ihn erfreut, vergeht. 610. Besitz' ich nur ein ruhiges Gewissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! dies soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und di Ruh', den Trost in unserm Leben, sollt' ich für Luft, für Lust der Sinne geben? Dies laffe Gottes Geist nicht zu. SPRAY 437 6. Laß auch die Pflicht, sich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 7. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Sch fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen; doch, Dank sei Gott, ich schüßzte mich! 8. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: Ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! 9. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen dir jeden frohen Augenblick. 10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Muth, die Güter zu verachten, wonach mit Angst die niedern Seelen schmachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. Das christliche Leben. mich schon in diesem Leben. 12. Was ist der Spott, den Ruh' erquickst, beschattest du ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! denn wer das Bose meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 438 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o du, der Wesen Wesen! wie ist von aller seiner Pein durch dich mein Herz ge nesen! Der die Welt schuf, der! und der seyn wird, er! half mir und war mein Gott; allmächtig half mein Gott, und gab mir seinen Frieden. 3. Des Glaubens war ich immer voll laß stets sein versüßen? Ein gut Gewissen Licht mir scheinen!-: Gerettet macht ihn leicht. aus der Trübsal soll der Treue Freude weinen. Der mich leiden sah, Gott, Hallelujah! durch den siegt' ich; durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte. 13. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen, und sagen: Gott, du, Gott, bist mein Vertrauen! welch Glück, o Mensch, kann größer seyn? 14. Sich! Alles weicht; bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist 4. Wenn meine ganze Seele 16. Laß Erd' und Welt- so fleht, erhoben aus dem Staube; kann der Fromme sprechen laß unter mir den Bau der Erde brechen: Gott ist es, dessen Hand mich hålt! wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaubezu der Sieger Chor, Gott, zu dir empor steig' ich dann, ruh' in dir; dort bin ich, nicht mehr hier, bin schon durch Hoffnung - - m. Ein' feste Burg ist unser Gott. 611. Auf ewig ist der Herr felig. mein Theil, mein Führer und mein Trdster. Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil; und ich bin sein Erlöster! Du verwirfst mich nicht, Gott, selbst im Gericht; mit jenes Lebens 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich; sehn werd' ich dich und leben! Hier und dort und da ist mein Gott mir nah! Gedanke Der Friede des Christen. meiner Ruh', wie reich an heil du schaffst mir nach dem Streite bist du! wie reich am Troste Gottes! Ruh', und reichst mir meine Kron:. 6. Jch lebe dir, ich sterbe dir, doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des Herrn, so ist's in mir sein göttliches Geschäfte. Herr, ich lebe dir; Herr, ich sterbe dir! Ja, Vater, Vater, dein will ich auf ewig seyn, auf ewig dein Versöhnter! 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Gluck, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel. 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene besre Welt Mel.7un freut euch, lieben Christen. 612. Ich weiß, an wen gewährt, wo wir Gott heilig mein Glaub' sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier noch im Glauben; dort schau' ich, was ich bier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? es ruht in Jesus Händen. dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungs- Tag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 6. Jm Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwach heit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmücket. 439 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft: wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des 3. D Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden, in jener Welt mein Eigenthum; was kann mir Größres werden? Von fern glångt mir mein Kleinod zu; Himmels Freuden. Das christliche Leben. 8. Wie groß ist meine Herr- Ich bin ein Christ; ich bleib lichkeit! empfinde fie, o Seele! zu Jesu Füßen. Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 440 613. Nicht diese Welt, icht diese Welt, die in ihr Nichts vergeht, nicht Güter, die vor ihr als köstlich gelten, nicht eitles Glück hat sich mein Wunsch erfleht. Ich bin ein Christ; ich suche beßre Welten. 2. Ich bin bestimmt, des Königs Knecht zu seyn, vor welchem sich der Erde Fürsten neigen. Die Welt gebeut, mich ihrem Dienst zu weihn; ich bin ein Christ: darf ich mich sclavisch beugen? 3. Es braust der Sturm, der Tag der Noth erscheint; und Tausend seh' ich schreckensvoll erzittern. Ich bebe nicht; im Himmel ist mein Freund. Ich bin ein Christ; mich kann kein Leid erschüttern. 5. Dort naht sich mir des Kreuzes Christi Feind; hier locken mich der Spotter freche Rotten. Sie rufen laut; doch mir, mir winkt mein Freund! Ich bin ein Christ; sollt' ich mit ihnen spotten? 6. 3war thránenvoll ist meiner Wallfahrt Bahn, an Schmerzen reich und arm an Glück und Freuden; doch tröst' ich mich- mein Herzog geht voran! Ich bin ein Christ; ich will mit Christo leiden. 7. Wird mich denn einst, nach treu gekämpftem Streit, mein Todestag zur Ruh' des Grabes bringen ich fühle nicht des ein Christ; ich kann den Tod Abschieds Bitterleit. Ich bin - bezwingen. 8. Und wenn zuleßt der große Tag erwacht, da, die den Herrn verwarfen, angstvoll beben: so tret' ich froh aus meines Grabes macht. Ich bin ein Christ; ich werde ewig leben! mel. Mein Jesus lebt, was soll ich). 614. Wenn ich ein gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit. Es ist des Himmels 4. Mir naht die Schaar, die sich von Gott verlor; ich soll mit ihr zu wandeln mich entschließen. Sie lockt und droht; ich schenk ihr nicht mein Ohr. I beste Gabe, das höchste Glück Der Friede des Christen. in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låstrung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden find süßer als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Ist auch mein Herz nicht rein von Sünde doch hab' ich Freudigkeit zu Gott. Von heilgem Schmerz durchdrungen finde ich Trost in des Versöhners Tod. Er, der am Kreuz gelitten bat, starb auch für meine Missethat. - 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der himmlisch uns hier wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der alles Gute mir Mel. Welt, ich muß dich. verleiht, und Heil und Segen 615. Wie fanft sehn wir Jedem giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. 441 6. So eil' ich mit geseßtem Schritte des Lebens lester Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so scheid' ich mit getroster Ruh', da nun mein Geist, der Gott' gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 7. O Seele, darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Glaubenstreu' dir stets ein freudiges Gewissen im Leben und im Tod verleih'. Und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich ohne dich? den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn! Wo sich des Lebens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 2. Bei seiner Wallfahrt Ende hebt er voll Dank die Hände zu seinem Vater auf; gesichert vor Verderben, kann er nun freudig sterben nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der Bahn, die er nicht fennt; die schreckensvollen Pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Vater nennt. 4. Mit fröhlichem Gemüthe rühmt er die Macht und Güte, 22 Das christliche Leben. die ihn dem Tod' entreißt; sein eitlen Freuden? was des Lebens Herz, zu Gott erhoben, empfängt den Trost von oben, und Fried' und Freud' im beilgen Geist. kurze Leiden, wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Werth empfinden, den dort Engel für sie winden? 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 6. Die Engel steigen nieder, voll froher Jubellieder die Seele zu empfahn; er stimmt in ihren Chören zu seines Heilands Ehren nun ein vollkommnres Loblied an. 442 7. Hilf, Herr, in diesem Leben mir nach dem Sinne streben, der solches Glück erwirbt, damit auch ich als Erbe der Seligkeit einst sterbe, so freudig, wie der Fromme stirbt! 3. Nun mag Elend auf mich stürmen, Gottes Trost wird mich beschirmen. Kurz find dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich Gottes Rath verehren, unter keiner Plage sinken, und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfach mein Leid gelitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! laß sie mir den Sieg gewähren; trockne, trockne meine Zähren! mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 616. Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden, und die Freude, schon auf Erden, Gott, Mel. Jesu, meine Freude. mit dir vereint zu werden; sehe 617. Wie getroft und diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden, und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. heiter, o Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 2. Gott! was ist der Reiz vonkusten den Gemüthern wahrer Christen? was der Glanz der Der Friede des Christen. 2. Deinem Nath ergeben, meiner Noth ich nicht hilflos freu' ich mich zu leben; was bliebe, groß ist deine Liebe, du willst, ist gut. Nichts ver- stärker als der Tod. Herr! und mag ich Schwacher; du, mein ich, ich sollte mich deiner Huld Seligmacher, rústest mich mit nicht dankbar freuen, dir mein Muth. Wenn die Welt erbebt Herz nicht weihen? und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir verachten! 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hirt, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder; du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in 443 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, und willst die, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben: wer tann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß Das christliche Leben. mich so beherzt und froh einst Ewigkeit mit Ruh' entgegen durch's Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet mir mein Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach: so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Zugend ist mir süße Pflicht; doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld und straft mich. nicht nach meiner Schuld. 444 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 618. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief pråg' es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur felgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, nicht mehr des Todes ewger Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Nuh'. 4. Was seid ihr, Leiden die ser Zeit, mir, der ich meiner 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast, o Herr, mich aus der Angst, in der ich lag, geriffen. Dir, dir verdane ich meine Ruh'; du heiltest meine Wunden zu, du stilltest mein Gewissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ; und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung; die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens; ich fühle, daß des Geistes Kraft Der Friede des Christen. den neuen Menschen in mir el. Wie wohl ist mir, o Freund. schafft. 8. Dank fei dir, Bater, Dant und Ruhm! du lehrtest mich das Christenthum fest glauben, willig üben; du gabst mir dazu Kraft und Fleiß; ich lieb es immer noch, und weiß, ich werd' es ewig lieben. Jeßt und forthin mein Lebenlang bring' ich dafür dir Preis und Dank. Mice 620. Müse ich auch Jahrelang noch weinen, und Leiden dulden ohne Zahl: der Tag, der Tag wird doch erscheinen, der Freuden bringt für jede Qual. Der Abend fehlte keinem Tage, und Freude quoll aus jeder Klage, die ich vor meinen Gott gebracht. Es trocknen meiner Arbeit Schweiße, und endlich folget auf die heiße und schwüle Gluth die fühle Nacht. mel. Seele, was ist schön'res wohl. 619. Seele, fuchst du wahre Rub', suche sie nicht hier! Eile deinem Ursprung zu! Gott giebt Ruhe dir. Nur er allein, er, der Ewige, gewährt mehr, als was dein Herz begehrt; er fann erfreun. 2. Bist du aller Freuden leer, arm, gedrückt und schwach Jesus ruft: Kommt zu mir her, Seelen, folgt mir nach! Nur meine Huld, meine Tröstungen erfreun; mein Blut macht die Herzen rein von aller Schuld. - 445 3. Amen, ja! ich wähle dich, du bist ewig mein! Senk als einen Reben mich, Jelu, in dich ein! Herr, führe du nach den Leiden dieser Zeit mich zu deiner Herrlichkeit, zur ewgen Ruh! 2. Erseufzt, erkämpft ist bald die Stunde, die mir für Thránen Wonne giebt; vertilgt die Narbe jeder Wunde durch den, der züchtigt, weil er liebt. O frohe Aussicht freiern Lebens, Biel meines täglich beißern Strebens, in jeder bangen Stunde Trost! Hinaus auf deinen schönen Frieden schau' ich, wenn um mich Lebensmüden das Wetter der Verfolgung tost. 3. Fels Gottes, den mein Arm umschlinget, Unsterblichkeit, Unsterblichkeit! Wenn Nacht und Trübsal mich umringet, mich Alles drångt, mir Alles draut: soll ich dann still stehn und ermatten? Nein, Sehnsucht nach dem kühlen Schatten, nach Gottes Ruh', beflügle mich! Bleib', Das christliche Leben. Herz, getreu ihm bis zum Ziele; dies voll Freuden, wenn Herz dann träufeln lohnend ihre Kühle und Auge bricht. die Palmen Edens über dich. 446 4. D! auf des steilen Berges Höhen, wie Alles da den Geist entzückt, wenn kühle Lüfte uns umweben, die Zung' ein frischer Quell erquickt! Doch schwaches Bild von jenen Freuden, wenn ich, nach still durchweinten Leiden, einst, Land der Ruhe, dich erreicht! O dann, dann ist mein Geist genesen, und Freiheit, Freiheit all mein Wesen, mein Daseyn süß, mein Wirken leicht. 5. O Jesus Christus, wie dir danken für dieser Hoffnung Herrlichkeit? Eh' löschen Sonnen, Welten wanken, eh' deine Liebe dich gereut. Du bist und lebst: ich werde leben! Was Gott dir gab, willst du mir geben; wo du bist, soll ich ewig seyn. So nimm denn, Arm der ew'gen Treue, dein sterbend Kind einst in die Reihe der höhern Geister gnädig ein! 2. Ich weiß, an wen ich glaube. Mein Heiland überläßt nicht meinen Leib dem Staube; das weiß und hoff' ich fest. Er wird auch ihn verklären; und wenn der Sünder bebt, dann wein' ich Freudenzähren: denn mein Erlöser lebt. 3. Ich weiß, an wen ich glaube; mein Glaube täuscht mich nicht. theurer, hoher Glaube, verlaß, verlaß mich nicht, damit ich heilig werde, und, von der Sünde frei, schon fröhlich auf der Erde, dort ewig selig fei! m. Lobe den Serren, den mächtigen. Alles ist ever!" 622. Worte des ewigen Lebens! Fühle fie, freudige Seele, voll heiligen Bebens! Alles ist dein! Irdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Ist er gleich dürftig, ein Waller in traurigen Wüsten; findet er gleich Mel. Serzlich thut mich verlangen. 621. Ich weiß, an wen Thoren geachtet, und reich Sclaven von thierischen Lüsten ich glaube, denn ich vertraue Gott. Dies theure Kleinod raube 3. Bleibt doch sein Auge gemir keines Låstrers Spott. Es richtet nach heiligen Höhen. giebt mir Trost im Leiden, Ber- Güter der Thoren, sie sieht er gebung im Gericht, ein Para- im Sturme verwehen; aber er - Der Friede des Christen. fast, statt der vergånglichen Last, der du die Liebe bist, kann Tod Güter, die nimmer vergehen. 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, alle Geschenke der Erde, die Menschen erheben, Leben und Tod ist uns, auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. und Leben mich nicht trennen; ich weiß, daß du des Kindes nicht vergißt, das folgsam auf des Vaters Stimme hört, und treu vollbringt, was uns dein Sohn gelehrt. 5. Alles ist unser, o Christen! Vom Heiligthum nieder schauet der Heiland auf seine ihm ähnlichen Glieder freundlich, und spricht, Frieden und Gnad' im Gesicht: ,, Alles ist euer, ihr Brüder!" 3. Unzählbar sind die Seligfeiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt; zu freudenvollen Ewigkeiten werd' ich durch Lust und Trübsal vorgeübt. Wer Jesu glaubt, den schrecken Gräber nicht; ein ewig Leben bracht' er an das Licht. 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen; rinnen auch Zähren des Kummers von bleichenden Wangen: droben im Licht- freut euch- da rinnen sie nicht! dort ist das Alte vergangen. - Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 623. Der du zu den beglückten Schaaren, des Heilands Eigenthum, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt! voll ist das Herz von seiner Geligkeit; dir sei mein Lied, mein dankend Lied geweiht. 2. Dich darf ich meinen Vater nennen; von dir, mein Gott, 447 4. Er ist mein Trost in Kümmernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn; und fühl ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht mein banges Herz erlöst, und mir verbürgt, daß Gott mich nicht verstößt. 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und ach! er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun tann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Muthe sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt die Seligkeiten alle, die hier und dort durch Das christliche Leben. Staube, den Geist zu sich erhebt. ihn sind unser Theil? Preist lebt, der, wird der Leib zu ihn mit lautem Jubelschalle, und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt; o selig, wer auf feine Stimme hört! 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn Alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn dies Auge bricht, 624. It Gott für uns: daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst, von Angesicht. was kann uns schaden? wer wagt es, wider uns zu seyn? Er kann uns jeder Noth entladen, von allen Feinden uns befrein. Und wenn die Welt in Trümmer bricht- Gott ist für uns! wir zagen nicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild; und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Ist Gott für uns, wer 626. Ein herrlich Loos will verdammen? wer klagt die Auserwählten an? Wir fürchten nicht des Nächers Flammen. Die alte Schuld ist abgethan; nur neue fliehen, bleibt uns Pflicht. Gott ist für uns! wir zagen nicht. ist mir beschieden! Dir, mein Erlöser, früh geweiht, eröffnet sich mir schon hienieden ein Himmel voll von Seligkeit. Kaum trat ich in das Leben ein, so ward dies höh're Leben mein. 3. Ist Gott für uns: wem darf noch bangen, o Cod, vor deiner Bitterkeit? Gott krönt des Gläubigen Verlangen nach seliger Unsterblichkeit. Es komme Tod und Weltgericht- Gott ist für uns! wir zagen nicht. 448 2. Mir unbewußt auf frommen Armen lag ich; und brünstiges Gebet erflehte Segen und Erbarmen für mich von ihm, dem Alles fleht. Da ward dir, holder Kinderfreund, am heilgen Quell auch ich vereint. mel. Christus, der ist mein Leben. 3. Wo deine Treuen sich versammeln, wo deine Himmelslehre 625. Ich weiß, an wen tont, da lernt' ich deinen Namen ich glaube; denn mein Erlöser stammeln, der mit dem Vater Der Friede des Christen. uns verföhnt'. In dir, der Gottheit Ebenbild, ward mir die Gottheit selbst enthüllt. 4. Vor deinem Wort, voll ewger Wahrheit, verschwand des Irrthums dunkle Nacht. Du haft in ungetrübter Klarheit Unsterblichkeit an's Licht gebracht, und Glaub' und Lieb' und Hoffnung beut durch's Leben mir ein treu Geleit. 6. Er hat ja dich dahin gegeben, den Einzigen, in Noth und Schmerz. Verbürgt dein Sterben und dein Leben mir doch sein väterliches Herz. So wird Vergebung, Trost und Heil des Glaubenden gewisses Theil. 5. Ich lerne meinen Ursprung kennen und meines Geistes Vaterland. Es wird, den keine Namen nennen, mein Gott stets mel. Jesus, meine Zuversicht. besser mir bekannt; und bleibt 627. Gott ist unsre Zusein Wesen mir zu hoch, so fühl ich seine Liebe doch. versicht, unsre Hülf in großen Ndthen! Darum fürchten wir sie nicht, die den Leib nur mögen tödten. Heil uns, daß kein Schwerdt, tein Bann freie Geister tödten kann! 7. Wenn ich in meinem Lauf ermüde, fleht mein Gebet zu dir um Kraft; mir wird ein hoher Gottesfriede, der neues Leben in mir schafft. Auch stärkt am heiligen Altar mich dein Gedächtniß wunderbar. 8. Je mehr ich mich in dich gestalte, mein Vorbild, wächst 449 mir Muth und Sinn. Je fester ich an dich mich halte, fließt leichter mir das Leben hin; und wie du sie getragen hast, trag' ich auch gern des Tages Last. 9. Kommt einst der Abend- ohne Beben werd' ich zum Thal des Todes gehn. Der dunkle Pfad, er führt zum Leben, zur Herrlichkeit, zum Wiedersehn. Der Brüder Lied im frommen Chor geleitet mich zu Gott empor. 2. Gott ist unsre Zuversicht! Erd' und Himmel mag vergehen: Jesu Wort vergehet nicht; seine Siegesfahnen wehen. Hochgelobt sei Jesus Chrift! felig, wer sein Jünger ist! 3. Gott ist unsre Zuversicht! Weicht, ihr finstern Höllens máchte! Christus lebt; sein Trosteslicht leuchtet uns durch Todesnächte. Hoffnung ist des Christen Stab; die verschlingt kein Tod, kein Grab. Raktiskt Das christliche Leben. 4. Gott ist unsere Zuversicht! mich! Wenn ich auch sinken Fels des Heils, auf den wir bauen, fest in Wahrheit, treu in Pflicht, wollen wir dir ewig Frommer ChristenGlaube spricht: Gott ist unsre Zuversicht! müßte: o Herr, ich habe dich. Halt' ich getreu an dir: wer mag mich dann verderben? In aller Noth, im Sterben bist Retter, Freund du mir. trauen. 450 2. Dann mag Gewalt oft siegen mit stolzem Hohngeschrei! Mel. Serzlich thut mich verlangen. Mein Leib kann nur erliegen; 628. Benn Alle von mir doch bleibt die Seele frei! Dann scheiden, so scheidet Er doch nicht; auch in der Nacht der Leiden mag Betrug und Schein des Fleißes Lohn erringen, mein zeitlich Gut verschlingen! das Gute bleibt ja mein. bleibt er mein Trost, mein Licht, Er liebt, so lang' er lebet; drum liebt er ewiglich. Heil mir! auch mich erhebet er einst hin3. Dann mag mein Ruhm auf Erden der Lästerzunge Spott, auf zu sich. des Neides Beute werden! du ehrst mich, du, mein Gott! Du bleibst mit mir vereint, wenn Menschen mich verlassen, bis in den Tod mich haffen. Was fann ergrimmt der Feind? 2. Er liebt, er tröstet, heilet das müde, wunde Herz; und wer zu ihm nur eilet, dem nimmt er allen Schmerz. Den Himmel hat hienieden, wem er im Herzen wohnt; was wird erst dem beschieden, dem er dort oben lohnt? Mel. Don Gott will ich nicht laffen. 629. Bist du für mich, so rüste die Welt sich wider 4. Was kann sein Haß mir rauben? Mein Glück, mein Erdenlicht, nicht meinen frommen Glauben, den Seelenfrieden nicht, nicht meiner Hoffnung Stern, nicht meines Himmels Erbe! Ob ich auch lebe, sterbe: Heil mir! ich bin des Herrn. Tod, Auferstehung und Gericht. Vierte Abtheilung. Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 1. Tod, Auferstehung und Gericht. 630. Mitten wir im Leben Herr Christ, alleine! Vergossen sind von dem Tod' umfangen. Wer ist, der uns helfen kann, daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! laß ist dein theures Blut an dem Kreuz auch uns zu gut. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm' dich unser! uns nicht versinken in des bittern 631. Zag des Zorns, wenn Gott einst richtet, rings die Welt in Gluth vernichtet, wie Propheten- Mund berichtet! Todes Noth! Erbarm' dich unser! 2. Mitten in dem Tod' ansicht uns der Hölle Schrecken. Wer will uns in solcher Noth vor dem Zorn bedecken? Das thust du, Herr, alleine! Dich, Vater der Barmherzigkeit, jammert unser großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllengluth. Erbarm' dich unser! 3. Mitten in der Höllenangst uns die Sünden treiben. Ach! wo flichen wir dann hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, 451 2. Welch ein Graun wird seyn, welch Beben, wenn du, Herr, dich wirst erheben, streng zu prüfen Aller Leben! 3. Jeht mit wundervollem Tone ruft Posaunen- Hall zum Throne, dem zur Strafe, dem zum Lohne. 4. Die Natur, der Tod sieht bebend das Geschöpf der Gruft entschwebend, Rechenschaft dem Richter gebend. 5. Und das Buch wird aufgeschlagen; treu enthält es einL 452 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. getragen, deß die Welt ist anzuklagen. 6. Furchtbar wird der Richter fißen; Licht wird in's Verborgne blißen; Nichts wird vor der Strafe schüßen. 9. Dene, o Jesu, meiner Klage! mir galt deine Last und Plage; schone mein an jenem Tage! Feuers- Wehen, Milder! laß mich nicht vergehen! 15. Zu den Sel'gen mich geleite, von den Bösen in die Weite stelle mich zur rechten Seite! 2010 7. Was soll dann ich Armer sagen? wen zum Schuß zu rufen wagen, wo Gerechte selber zagen? 8. Hehrer König, Herr der Schrecken! Gnade nur tilgt 17. Sieh'! zerknirscht im unsre Flecken; Gnade, Gnade laß mich decken! Staube wende flehend ich zu dir die Hände. Gieb mir, Herr, ein felig Ende! 16. Wenn die Frevler dann zerstieben, fort zu harter Qual getrieben, rufe mich zu deinen Lieben! 11. Richter, der du Recht wirst sprechen, ach! erlaß mir die Verbrechen, eh' der Tag erscheint zu rächen! 18. Aller Schuld durch dich entnommen, zu dem Jubel aller Frommen laß auch mich, Erbarmer, kommen! 10. Ich war Ziel ja deines Strebens, deines martervollen Lebens; so viel Müh' sei nicht 632. Wenn mein Stündvergebens! lein vorhanden ist, zu gehn des Todes Straße: so steh' mir bei, Herr Jesu Christ! mit Hilf mich nicht verlaffe! Die Seel' an meinem leßten End' befehl' 12. Sich', ich seufz' aus ich, Herr, in deine Händ'; du tiefen Nöthen, und vor Schaam wirst sie wohl bewahren. muß ich erröthen; schone, Gott! 2. Die Sünde wird mich erhör' mein Beten! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien, der dem Schächer selbst verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. 3war nicht würdig ist mein Flehen; doch in ewgen kränken sehr und mein Gewissen nagen; denn ihr'r ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen; bedenken will ich deinen Tod, Herr Jesu, in der leßten Noth, und nur an dich mich halten. Tod, Auferstehung und Gericht. 3. Ich bin ein Glied an nach diesen Prüfungsstunden leb deinem Leib; deß tröst' ich mich ich bei dir, mein Gott! von Herzen. Wenn ich mit dir verbunden bleib', so fürcht' ich keine Schmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir; ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Wenn mir die Augen brechen, mein Athem schwerer wird; wenn ich nicht mehr kann sprechen, mein Geist sich oft verirrt; 5. Wenn Sinnen und Ge= danken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil ihm die Kraft gebricht: 4. Weil du vom Ted erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist; sie kann die Furcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bei dir leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 6. Alsdann fein fanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein, wie es gebeut dein Wille, wenn kommt mein Stündelein! 7. Ach! laß an die mich hangen, wie's Kind an Mutter5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ; nach ihm mein Armbrust, und ewig dich umfangen sich strecket. So schlaf' ich ein in selger Himmelslust! 453 und ruhe fein, bis er mich auf: erwecket. Denn Jesus Christus, 634. Ich bin ja, Herr, Gottes Sohn, der öffnet mir die Thüre schon, führt mich zum ewgen Leben. in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mir auch das Leben. Du kennest meiner Monden Zahl, 633. Christus, der ist weißt, wann ich diesem Erdenmein Leben, und Sterben meinthal auch wieder gute Nacht Gewinn. Ihm hab' ich mich muß geben. Wo, wie und wann ergeben; im Frieden fahr' ich bin. ich sterben soll, das weißt du, Herr des Lebens, wohl. 2. Dort in des Vaters Wohnung find' ich, der Erde Gast, für meinen Kampf Belohnung, für Müh' und Arbeit Raft. 2. Wen hab' ich doch, als dich allein, der mir in meiner leßten Pein kann Rath und Trost und Hülfe bringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, 3. Bald hab' ich überwunden des Lebens Angst und Noth; Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. wenn nun mein Leben nichts Aug' und Herz, der du die mehr kann, und ich maß mit Missethat vergiebest. Den Tod dem Tode ringen, wenn allen des Sünders willst du nicht; Sinnen Kraft gebricht- thust du drum schreckt mich nicht dein es, Gott, mein Heiland, nicht? streng Gericht, weil du auch mich in Christo liebest. Drum fahre Furcht und Zweifel hin! Ich weiß, daß ich des Herren bin. 3. Mich dünft, schon lieg' ich kraftlos da, dem legten Augenblicke nah, von höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen sehen nur das Grab: doch kränkt die Sünde mich vor allen; die Stimme des Gewissens spricht: Gerecht ist Gott, er hält Gericht! 7. Herr Jesu Christ, dein theures Blut vergossest du auch mir zu gut; ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre! Du hast so viel an mich gewandt; o laß mich nicht aus deiner Hand! 4. Ich höre der Posaune Ton; ich sehe meinen Richter schon, und um ihn alle Völker stehen. Geöffnet liegt vor ihm sein 8. Nein, nein! ich weiß geBuch; schon hör ich des Gesches Spruch; ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen. Ver dammniß ist des Sünders Theil; er hat kein Recht an Gottes Heil. wiß, mein Heil, ich hab' an dir auf ewig Theil; du bist im Tode noch mein Leben! So sieg' ich über Angst und Noth, ob auch die Hölle und der Tod mit ihren Schrecken mich umgeben. So lang' ich lebte, war ich dein; jetzt kann ich keines Fremden seyn. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich; umsonst erbeut ein Bruder sich, den sündgen Bruder zu erlösen. Ein Jeder wird alsdann empfahn den Lohn für das, was er gethan; in dem Mel. Wenn mein Stündlein vorh. Gericht schüßt nichts den Bösen. 635. Komm, Sterblicher, Wer hilft mir sonst in dieser Noth, wenn du nicht, Gott, des Todes Tod? betrachte mich! Du lebst, ich lebt auf Erden. Was du jetzt bist, das war auch ich; was ich bin, mußt du werden. Du folgst, ich ging nur vor dir hin: ach! 454 6. In meiner Seele großem Schmerz heb' ich zu dir mein Tod, Auferstehung und Gericht. denke nicht in deinem Sinn, wandern. Auf Niemand thut daß du nicht dürfest sterben. der Tod Verzicht; es geht dir, wie den Andern. Drum laß dir's eine Warnung seyn; dein Auferstehn wird überein mit deinem Sterben kommen. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt! Denk an die lezten Stunden! Wenn man den Tod für ferne hält, wird er oft schnell gefunden. Es ist die Reihe heut' an mir; wer weiß? vielleicht gilt's morgen dir. O rúste dich zum Sterben! 7. Ach denke nicht: Es hat nicht Noth, ich will mich schon bekehren, droht eine Krankheit mir den Tod; Gott wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob ohne Krankheit nicht der Herr dich ruft vor sein Gericht? Wer hilft alsdann dir Armen? 3. Sprich nicht: ich bin noch allzu jung, ich kann noch lange leben. Onein! du bist schon alt genung, den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan; es sieht der Tod kein Alter an: wie magst du anders denken? 4. So oft du athmest, muß ein Theil des Lebens von dir wehen; und du verlachst des Todes Pfeil? Jeßt wirst du múffen gehen. Du zählst zum Grab' noch tausend Schritt, und hast dazu kaum Einen Tritt; den Tod trägst du im Busen. 5. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, ein Schnee, ein eitler Schatten, ein Thau, ein Laub, ein flüchtger Traum, ein Gras auf dürren Matten; wenn man's am wenigsten gedacht, so heißt es wohl: Welt, gute Nacht! ich bin nun hier gewesen. 455 6. Du seist dann fertig oder nicht, du mußt von hinnen 8. Zum Tode mache dich geschickt! Gedenk' in allen Dingen: Wurd' ich hierüber hin= gerückt, sollt es mir auch gelingen? wie könnt' ich jetzt zum Grabe gehn? wie könnt' ich jest vor Gott bestehn? So wird dein Tod zum Leben. 9. So wirst du, wenn in Herrlichkeit der große Gott wird kommen, von Angst und Sterblichkeit befreit, in Gnaden angenommen. Drum lerne sterben, eh' du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten! Mel. Serzlich thut mich verlangen. 636. Bedente, Mensch, das Ende, bedenke deinen Tod! Der Zod kommt oft behende; wer 456 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. heut' ist frisch und roth, kann morgen und geschwinder schon 637. Wer weiß, wie weggestorben sein. Drum präge dir, o Sünder, dein Sterben täglich ein! Gr nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, her kommt der Tod! Ach wie geschwind, ach wie behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; dem muß ein Jeder nahn, und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Kurz sind der Sünde Freuden; dort aber wandelt sich die Lust in ewge Leiden. Ach Sünder, húte dich! 3. Herr, lehr' mich stets an's Ende denken, und, weil ich einmal sterben muß, die Seele früh zu Jesu lenken, und nicht versparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenk die Himmelsfreud', damit kein Tand dich wende von jener Herrlichkeit. Dort wird vor Gottes Throne die Seele wohl verpflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten lezte Zeit, daß, sich zu dir zu lenken, mein Herz fei stets bereit. Im Tod und vor Gerichte steh' mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei! 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und sagen lern' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Versüße mir den Blick Himmel! Verbittre mir zum Tod, Auferstehung und Gericht. Ende gut! die Lust der Welt! gieb, daß Blut, mach's nur mit meinem mir hier im Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Blut, mach's nur mit meinem 638. Liebster Gott, wann Ende gut! stredu i 6. Ach Vater, decke meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort die längst erwünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! werd' ich sterben? Meine Zeit eilt schnell dahin; und des Erstgeschaffnen Erben, unter denen ich auch bin, haben das zum Batertheil, daß sie eine kleine Weil kämpfen ihren Kampf auf Erden, und dann selbst zur Erde werden. 7. Du hast mich früh zu dir gezogen; schon durch die Taufe ward ich dein. Du warst von jeher mir gewogen, erwähltest mich, dein Kind zu seyn. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesu Leib gegessen, sein Blut hab' ich getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergeffen; ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 9. So komm' mein End' beut' oder morgen: ich weiß, daß mir's mit ihm gelingt. Was soll ich um die Stunde sorgen, die mich hinauf zu Jefu bringt? mein Gott, ich bitt durch Christi 457 2. Zwar was ist's, daß ich mich sträube, zu beschließen meine Zeit? Trag' ich doch in meinem Leibe schon den Keim der Sterblichkeit. Geht doch immer hier und dort Einer nach dem Andern fort; und schon Mancher liegt im Grabe, den ich hier geliebet habe. 3. Aber, Gott, was werd' ich denken, wenn es wird an's Sterben gehn? Wo wird man den Leib versenken? Wie wird's um die Seele stehn? Wer wird in der letzten Pein tröstend mir zur Seite seyn? und wie werden meine Lieben sich um meinen Tod betrüben! 4. Doch wozu die eitlen Sorgen? soll ich nicht zu Jesu gehn? Lieber heute noch als morgen! mit ihm werd' ich auf11 458 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. erstehn. Ich gestatte gern der Welt, daß sie Alles hier behält, und bescheide meinen Erben einen Gott, der nicht kann sterben. 5. Herrscher über Tod und Leben, mach' einmal mein Ende gut! laß mich dir den Geist ergeben glaubensvoll mit festem Muth! Meinen Leib bewache du, gieb ihm sanfte Grabesruh'; den erlösten Geist vereine mit der Seligen Gemeine! 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 639. Mein Gott, ich weiß deinen Sohn dein Erbe, und wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein bleibend Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! hab' ich ihn im Glauben hier: so gilt mir's gleich, und geht mir's wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe. Kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Die Blume kann ja leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit! führt. Doch wie du willst! gieb nur dabei, daß einst mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Hügel einst mich deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt! Wo dann mein Grab auch möge seyn die Erd' ist allenthalben dein. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, wie mich des Todes Hand berührt. Dem Einen wird das Scheiden herbe; sanft wird ein Andrer heimgemel. Jesus lebt, mit ihm auch). 640. Heute mir und morgen dir! so hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacker bringen. Ernst, o Gråber, rufet ihr: Heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln. Ist's nicht der Vernunft Gebot, daß wir uns an Andern spiegeln? Ach! es thut uns wahrlich noth. Heute roth und morgen todt! Tod, Auferstehung und Gericht. 3. Eines folgt dem andern hält sich mein Glaube fest. Ach! nach, gleich vom Wind getriebnen Wellen. Was die Hoffnung auch versprach kann sie einen Bürgen stellen? Jedem wird sein Schlafgemach; Eines folgt dem andern nach. laß mich doch dein Heil bald sehen! Du hörst auch noch mein lehtes Flehen; gedenke mein! - 4. Mensch, es ist der alte Bund. Ach! der Tod zählt keine Jahre. Ob du heute bist gesund, dennoch denk' an deine Bahre. Morgen fällt, der heute stund; Mensch, das ist der alte Bund! 5. Ach! wer weiß, wie nah' mein Tod? Ich will sterben, eh' ich sterbe; dann wird in der legten Noth einst der Kelch mir nicht so herbe. Nüste mich dazu, mein Gott! Ach! wer weiß, wie nah' mein Tod? 6. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Leben hier erwirbt, dem nur wird es einst gegeben. Wer nicht Gort lebt, der verdirbt; selig, wer in Christo stirbt! 459 ( Chor oder Gemeine.) 2. Er denket dein, o Christ; verzage nicht! Dein Heiland liebt auch dich. Blick auf sein Kreuz; sein Wort giebt Trost und Licht. Er freut auch deiner sich; denn seine Lieb' ist_unermessen. Wie sollt' er deiner ie vergessen? Er denket dein! ( Chorftimme.) 3. Gedenke mein, wenn mich die Welt vergißt auf dieser Todesbahn! Und wenn mein Herz mir bricht, mein Lauf sich schließt: so nimm dich meiner an! Wenn meine matten Augen brechen, und wenn mein Mund nicht mehr kann sprechen: dann denke mein! ( Chor oder Gemeine.) 4. Er denket dein! Nach wohl vollbrachtem Lauf ist dein die Geligkeit; zu ihr, zu ihr nimmt Jesus selbst dich auf, der Herr der Herrlichkeit. Dort sind die Engel deine Brüder; dort finden wir uns alle wieder. Er denket Mel. Es ist genug, so nimm. ( Chorftimme.) 641. Gedente mein, o dein! ( Chorstimme.) Gott! gedenke mein, wenn mich die Welt verläßt! An dich, o 5. Gedenke mein! Jm TodesHerr, ja, Gott, an dich allein| tampfe sei mir Trost und Kraft 11 1 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 460 dein Tod! Der Glaub'andich mach' von der Angst mich frei, die dann mich noch bedroht, wenn ich bald ausgelitten habe. Gedenke meiner noch im Grabe! Gedenke mein! ( Chor oder Gemeine.) 6. Er denket dein! Du weißt als Christ ja wohl, daß dein mel. Mein Jesus lebt, was soll ich). Erlöser lebt, der deinen Staub 642. Ich sterbe täglich; auch einst erwecken soll, ob man dich gleich begräbt. Er spricht: Ruh' sanft im Schooß der Erde, bis ich dich auferwecken werde." Er denket dein! und mein Leben eilt immer zu dem Grabe hin. Wer kann mir sichre Bürgschaft geben, daß ich noch morgen lebend bin? Der Tod kommt her, hin geht die Zeit; ach wär' ich täglich doch bereit! ( Chorstimme.) 7. Gedenke mein! Und wer bier um mich weint, wen ich verlassen soll, dem sei du Trost, fein Helfer und sein Freund; du machst ja Alles wohl. Nimm dich der Meinen an! Mit Freuden verlaß ich dann die Bahn der Leiden. Gedenke mein! ( Chor oder Gemeine.) 8. Er denket dein! Er führt an seiner Hand, die Heil und Segen giebt, auch die, die hier die Freundschaft dir verband, die dich so treu geliebt. Ihr Thränen, hört nun auf zu fließen! Gott wird die matten Augen schließen. Er denket dein! gemacht. Schlaf, müder Leib! schlaf wohl zu guter Nacht, da Jesus dich bewacht. Verschlaf die hier erlittnen Schmerzen; wir graben dich in unsre Herzen. So ruhe wohl! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; schnell, wie der Baum zur Erde fällt, fährt oft der Mensch in's Reich der Todten. Wohl dem, der Herz und Haus bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück hängt oft an Einem Augenblick. 3. Herr aller Herren! Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag! 4. Es kann vor Abend anders ( Chorftimme und Gemeine.) werden, als es am Morgen mit 9. So ruhe wohl! Gott hat mir war; wo ich auch wandle an dich gedacht, und es sehr gut| hier auf Erden, steht neben mir Tod, Auferstehung und Gericht. G die Todtenbahr'. Ein Schritt seiner Jahre viel, der Greis zu nur ist es bis dahin, wo ich des Grabes Beute bin. vielen noch ein Jahr; und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn sich am Ziel mein Auge schleußt; drum bet' ich in gesunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist; und wenn ich kaum noch seufzen kann, dann nimm des Heilands Fürsprach' an! 6. Kann ich nicht segnen dann die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich! Wenn um mich her sie zagend weinen, o Vater! so erbarme dich; dann laß auch der Verwaisten Schreyn durch deinen Sohn erhörlich seyn! 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, so schließ' mir, Herr, den Himmel auf; verkürz' des letzten Kampfes Schmerzen, und führe mich zu dir hinauf! Dann sterb' ich ohne Angst und Pein; und selig wird mein Ende seyn. 461 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Sünden rein. 6. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gláubig Herz, von Lieb' erfüllt: dies ist es, was in Christo gilt. 7. Gott alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. m. 7un laßt uns den Leib begraben. 8. Ach! oft vergaß ich dieser 643. Wie sicher lebt der Pflicht. Herr, geh' mit mir Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und den noch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. nicht in's Gericht; pråg' selbst des Todes Bild mir ein, und lehre stets mich wachsam seyn; 9. Daß ich auf deinen Wegen geh', der Sünde Lockung widersteh', und endlich in des Glau 462 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. bens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! 644. Was forgst du ängstangſtlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Nuh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar als ein Glück besißen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch, zu leben, min= dern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr die Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu beftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wird sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen: so ist sie gut und unschuldvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: Bin ich hier, um reich zu seyn? Wohl mir, wenn ich in Christo sterbe! dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: Alle Trúbfal eines Frommen ist zeitlich und 4. Denk an den Tod, wenn Ich leide. Im Glauben leicht. doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging' ich doch solch Uebel nie. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich Tod, Auferstehung und Gericht. bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, Recht zu sprechen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Seit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufft und er antwortet nicht. Sprich: Sollte Gott, mein Gott, mich hassen? er wird im Tod mich nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen: so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. mel. Jesus, meine Zuversicht. 645. Meine Lebenszeit verstreicht; stündlich eil' ich hin zum Grabe; und wie wenig ist's vielleicht, was ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts kann dich im Tod erfreun; diese Güter find nicht dein. 463 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun. Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube; und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden. mag! 464 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. Mel. Jefus lebt, mit ihm auch. auferwecken: diese Kraft der bessern Welt laß in unserm Tod 646. Staub bei Staube uns schmecken! Gieb uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt verstehn! ruht ihr nun in dem friedevollen Grabe! Mögten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe! Ach! der Welt entrannt ihr schon, kamt zu eures Schweißes Lohn. 7. Wenn wir einst, wie ſie, zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du überschwänglich thun über alles, was wir flehen! Denn was hattst du nicht vollbracht, als du riefft: Es ist vollbracht! 2. Jesus will's; wir leben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle rrugen einst dies Joch, alle, die die Kron' erstritten. Endlich, endlich kommt der Tod, führte sie, führt uns zu Gott. 3. Jesus lebte selber hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Ach! viel mehr, viel mehr als wir hat der Göttliche gelitten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist dieses Lebens Zeit, diese schwüle Mittagsstunde, gegen die Unsterblichkeit? Aber an der kurzen Stunde hängt, du unerforschter Gott! gleich wohl Leben oder Tod. 5. D du unsre Zuversicht! unser Theil ist einst das Leben. Wenn auch unser Auge bricht, wirst du, Mittler, uns es geben. Gottes und des Menschen Sohn! deinen Frieden gabst du schon. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst 647. Auferstehn, ja auf erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Nuh'! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesä't; der Herr der Verndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Hallelujah! A 3. Tag des Danks, der Freudenthránen Tag! du, meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. ND 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach! in's Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, Tod, Auferstehung und Gericht. lebt' ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Hallelujah! Mel. Wie schön leucht't uns der M. 648. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr er leichtert mir mein Joch; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt, und erhebt sich wieder. Jesus Christus! laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 465 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater! ich befehle meine Seele deinen Händen, jeko, Vater, deinen Händen! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und seyn wird, Ehre! - 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist! er ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; in's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergänglich, überschwang- 649. Wad lich; die Erlösten wird sie un- Schlaf, ihr Sünder! Erwacht! aussprechlich trösten. denn euch, ihr Menschenkinder, U 2 Mel. Wachet auf, ruft uns die. Wacher auf vom 466 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben Mel. Mit Sried' und Freud'. hat Gott in eure Hand gegeben; 650. Getrost und freudig geh' ich hin! In Gottes Willen ergeb' ich mich. Er, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer! erwacht! noch ist zur Beßrung Zeit. Gerecht ist euer Gott! er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert! Wist, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Plößlich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn! Euch rich tet Christus nicht; er selbst ging in's Gericht für die Sün= der. Wir sind versöhnt, mit Gott versöhnt; wer überwindet, wird gekrönt. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben! mein Heil, mein Friede sei mit dir, du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, ich habe dich erlöset! d 3. Dies ist mein Trost: Ich bin erlöst und Gottes Erbe! ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Tod, dich hat sein Arm entwaffnet. 4. Gott ist mein Fels! Auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn; ihn zu schauen, dürftet meine Seele lang', und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll fall' ich vor ihm dann nieder! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen; denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, bald erlösen, von Sünd' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen! seid stets bereit mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. auf dieſe Zeit, und fingt Gott 651. Ich will dich noch Dank in Ewigkeit! sim Tod erheben; am Grabe Tod, Auferstehung und Gericht. verspricht, so nah am Ziele sink' ich nicht! noch, Gott, dank' ich dir. Zum So nah' dem Lohn, den Gott Segen gabst du mir mein Leben; und auch zum Gegen nimmst du's mir. Mein Leben sucht' ich dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu erfunden, voll des Lebens Krone reicht. schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Versöhntem nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir 5. Laß selbst das Grab in feiner Nähe mir noch die letzten Schrecken bräun: du, Herr, auf den ich hoffend sehe, wirst auch noch dann mein Beistand sepn. 467 7. Ich will dich noch im Tod erheben, am Grabe noch, Gott, preiß ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben. Wie fegnest du, mein Vater, mich! Für mich ist selbst der Tod Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost, und mel. Serzlich thut mich verlangen. zage nicht; denn Gott ist selbst 652. Die wir hienieden mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn; wie du, werd' ich auch auferstehn. wallen, wir alle ach! sind Staub. Wir blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verbor= gen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die schreckenvolle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der frechste Spotter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Herr, seinem Retter, erzittert und verzagt. ka Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 3. Wenn, diese Bahn zu ben fest. Verlaß den nicht an gehen, dein Will' einst mir seinem Ende, der ewig sich auf gebeut; wenn vor mir offen dich verläßt! Du warst mein stehen Gericht und Ewigkeit; Gott von Jugend auf; hilf wenn meine Kräfte beben, und selig enden meinen Lauf! wenn mein Herz schon bricht: Herr über Tod und Leben, ach dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf dem in solcher Angst, für den du, Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst! Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger ihn fast: so nimm in deine Hände, den du erlöset hast! 2. Du hast nach deiner Vatergute beständig wohl an mir gethan; erhör' auch meine lehte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Bater, ach! noch Eins ist noth, ein gutes End', ein sel'ger Tod! 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, geschüßt, ge= stárkt, regiert, durch Freud' ers quickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, gingst du mit mir, bliebst du mir nah'. 468 4. Tritt jetzt zu meinem Sterbebette, sieh' meine Noth erbarmend an! Erquicke, lindere, errette! Nur du bist's, der mir helfen kann. Stárk bis an's End' im Glauben mich, daß treu mein Lauf vollende sich! 5. Komm, Heiland, treib' die Furcht zurücke, besiege auch den legten Feind, und lenk' im Sterben meine Blicke auf dein Verdienst, o Seelenfreund! Sprich Freude, Trost und Muth mir mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 653. Ich faffe, Bater, deine zu, mach' End' und bringe mich Hände, und halte sie im Glau- zur Rub'!. 000 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgeldst zu werden, zu jeder Zeit sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wann Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getrost durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. Tod, Auferstehung und Gericht. n 6. Shr todten Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Hinweg! Jest soll ich selig werden; ich acht und brauch' euch nun nicht mehr. Wer einen Himmel erben kann, sieht eitle Dinge nicht mehr an. 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit! Laß sie von nun an seyn die Deinen, und bleib' ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe sie mir felig nach! 654. Ben meine Pilgerzeit nun ganz durchlebt ist, und der Streit des Glaubens endlich ausgestritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht: dann sei mir nah' und schweige nicht, o Herr, zu meinen letzten Bitten! Erhöre mich, wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht! 469 - und Ein Wort von dir nur mir gnügt; des Todes Schrecken find besiegt! duten be 3. Nicht sei mir dann dein Angesicht, wie's Missethätern ist, Gericht; Erbarmen, Gnade, nicht Verderben! Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie mit Ernst bereiteten zu sterben! Ach! furchtbar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht. 4. Du, Herr, nur machst von Furcht uns frei. Wer dir geweiht ist, dir getreu, für den mel. Ich bin ja, Serr, in deiner. ist Sterben keine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht Wenn, Mittler, in jener Nacht! Sie schreckt mich nicht; mir wird durch ihn der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg, doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 5. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigteit erfüllt, mit Freudigkeit und Muth zu sterben! Ich glaub' an ihn und bin gewiß, er führt mich aus der Finsterniß zu seiner Himmels Freuden Erben. O! welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an! 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz bebt: fage dann: ,, Die Sündenschuld ist dir vergeben!" Ach! wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, sprich mel. Christus, der ist mein Leben. dann, Mittler, sprich: ,, Nicht 655. Einst geh' ich ohne sterben sollst du, sondern leben!" Beben zu meinem Tode hin; Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. denn Christus ist mein Leben, Gericht schonet nicht, Richter und Sterben mein Gewinn. aller Welten! Du, du willst vergelten. 2. Jch scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; der wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte oft entweiht und gemißbraucht babe! Weh' dann mir, hab' ich hier meine Zeit ver= schwendet, übel angewendet! 4. Laß mir täglich dein Gericht, Gott, vor Augen schweben, und mich eifrig, meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thöricht sie außer Augen sebe, nie mit Fleiß verlege! 470 3. Und rief mich abzuscheiden auch heute schon mein Gott, so folg' ich ihm mit Freuden, und sterb' auf sein Gebot. 4. Des Lebens frische Blüthe vermodre nur in Staub; die Wange, die sonst glühte, sei der Verwesung Raub. 5. Ich hoff ein beßres Leben, das nie von mir entflieht; ein Leib wird mich umgeben, der nimmermehr verblüht. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit verwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden! Gieb, daß ich ernstlich mich täglich und noch heute darauf vorbereite! talo 6. Gieb, daß mir die Ewigkeit stets vor Augen stehe, damit ich die Gnadenzeit länger Mel. Straf' mich nicht in deinem. 656. Herr, ich bin dein nicht verschmähe; eh' der Tod mir noch droht, laß mich deinen Willen, Herr, getreu erfüllen! Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf der Prüfung Wegen meinem Ziel entgegen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade fuch' und finde! Rufe du dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! ve 8. Dann werd' ich auch im Gericht, Herr, vor dir bestehen, 6. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Kraft Erden; dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Tod, Auferstehung und Gericht. ne und vor deinem Angesicht Freud' 3. Noch einmal blick' ich auf und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich seyn, und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. 471 zu dir; noch einmal, Gott, empfehl' ich dir mich selbst und all' die Meinen. Verlaß, o Gott, verlaß sie nie, still' ihrer Seclen Schmerz, wenn sie an meinem Mel. Serzlich lieb hab' ich dich. 657. Noch einmal blick Grabe weinen! Ach leite fie ich auf zu dir; noch einmal, Vater, falt' ich hier vor dir die matten Hände. Gott, nach Erlösung sehn' ich mich; o gieb, daß ich, gestärkt durch dich, den legten Kampf vollende! Der du der Deinen Flehen hörst, und Leben Sterbenden gewährst, wenn nun mein sterbend Auge bricht, nach deinem Rath, führ' sie des Lebens schmalen Pfad; und ist einst ganz vollbracht ihr Lauf, so nimm auch sie mit Ehren auf! Herr Jesu Christ, laß fie und mich, laß sie und mich in deinem Himmel schauen dich! Mel. Serr Jesu Christ, meins 2. ach dann verlaß, verlaß mich 658. Des Todes Graun, nicht! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, zum Leben führ' mich durch den Tod! 2. Noch einmal, Vater, preif ich dich voll Dank, eh' meine Lippen sich im Todesschlummer schließen. Mehr Huld und Liebe hast du mir in diesem ersten Leben hier, als ich je faff, erwiesen. So viele deiner Wunder sah ich hier bereits; was werd' ich da für Wunder schaun, wenn nun mein Geist dich nah' an deinem Throne preist! Herr Jesu Christ, bald laß auch mich, bald laß auch mich im bessern Leben preisen dich! des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leibs Zerstörung nicht. setianya 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selbst, dann freier als zuvor, schwing' aus den Trum= mern mich empor. CAREE 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel; dies Sehnen nach Vollkommenheit ist sichrer Nuf zur Ewigkeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Bater dich genannt; in dieser Seelen Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. würde liegt ein Hoffnungsgrund, tes Kraft besiegt mein Herz der nimmer trúgt. der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt; so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zusag' aufgeklärt! 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch bat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 6. Glückselge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele fich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bei standhaft from= mer Treu', des Lebens End' erfreulich fei!! 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines mel. Jefus lebt, mit ihm auch. Gnadenblicks und der Voll- 659. Geht nun hin, und endung meines Glücks. grabt mein Grab! denn ich bin 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; o Gútiger, wie dank' ich dir! Stets folgte Eleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 472 9. So hat schon dieser Kindheitstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sund' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Got des Wanderns múde. Von der Erde scheid' ich ab: denn mir ruft des Himmels Friede; denn mir ruft die süße Ruh' von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin, und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab' ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Jrdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nieder weht, tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem leeren Schein; droben nur kann Ewig seyn. Tod, Auferstehung und Gericht. 4. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin in's Land des ewgen Lichts. 5. Weint nicht! mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt und der Himmelsheld, der Glaube; und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. 660. felig, wer das Heil erwirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel- und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk' an dein Heil, und wähl' in Gott das beste Theil! 3. Was sorgst du bis zum letten Tritt? Nichts brachtest du, Nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schak, da sei dein Herz! 473 4. Mit Gott bestell' dein Haus noch heut', eh' dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir; heut' ist's an dir! kein Bleiben ist, kein Wohnen hier. 5. Vom Freudenmahl zum Reisestab, aus Wieg' und Bett in Garg und Grab! Wann, wie und wo? ist Gott bewußt; schlag' an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch!- du mußt. 6. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; da blüht zu schön kein Wangenroth; im Finstern droht der Tod – und überall der Tod. 7. Ach banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist's, Herr! der mit Gottesmacht aus Gräbernacht das Leben hat an's Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: ,, Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr." Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgebn läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier sich ewge Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern', und kämpfet gern, und harrt der Bukunft seines Herrn. 474 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 2. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 661. Jerusalem, du heilge 5. Propheten groß, Apostel Gottesstadt, ach wär' ich schon in dir! Mein hoffend Herz ist dieser Erde satt, und sehnt sich fort von hier; weit über Berg und Thale, weit über Flur und Feld fleugt's auf zum Himmelsfaale, und eilt aus dieser Welt. hehr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, und wer dort trug des schweren Kreuzes Joch und der Tyrannen Qual, seh' ich dort oben schweben in sel'ger Freiheit Glanz, das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenkranz. 2. O schöner Tag, o sel'ger Augenblick! wann bricht dein Glanz hervor, da frei und leicht zu reinem Himmelsglück sich schwingt die Seel' empor, da ich sie übergebe in Gottes treue Hand, auf daß sie ewig lebe in jenem Vaterland? 6. Und lang' ich an im schönen Paradies, im Heiligthum des Herrn: dann schaut mein Geist, was er einst glaubend pries, was er gesehn von fern'. O welche Jubelklänge hört mein entzücktes Ohr, welch' hohe Lobgesänge von aller Sel'gen Chor! ( Chor.) 3. D Himmelsburg, gegrüßet feist du mir! thu' auf die Gnadenpfort! Wie lange schon hat mich 662. Dwie selig feid ihr verlangt nach dir, bis ich entronnen dort aus jenem armen Leben, aus jener Nichtigkeit, bis Gott mir hat gegeben das Heil der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schaar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, bringt mir die Ehrenkron', die Jesus mir voll Gnade entgegen hat gesandt auf meinem leßten Pfade aus jenem Thränenland. doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. ( Eine Stimme.) (*) Ja, höchst selig sind wir, lieben Brüder; unser Mund ist voller Freudenlieder. Doch was wir schauen, wird Gott euch gar bald auch anvertrauen.) *) Die in() eingeschlossenen Berse find nur bei Begräbnissen zu fingen. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. ( Chor.) 2. Sanft ruht nun der Leib in seiner Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden trübt in eurem Geist die Himmelsfreuden. ( Eine Stimme.) ( D ihr Lieben! wir auch mußten kämpfen; auch in uns war Sund' und Tod zu dämpfen. Was euch noch quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet.) mold( Chor.) 3. Christus trocknet alle eure Thränen; ihr genießt, wonach wir uns noch sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Menschen Ohr gedrungen. ( Eine Stimme.) ( Duldet euch nur fort bei euren Thränen; laßt nicht nach, euch himmelan zu sehnen: denn eure Leiden sind die Bürgen der zukünftgen Freuden.) Tapan( Chor.) 4. Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben, und den Himmel für die Welt ererben? Wer mögte weilen, nur mit ihr die eitle Lust zu theilen? 475 treues Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten.) ( Chor.) 5. Komm, o Christe! bald uns zu erlösen von der Erde Last und allem Bösen! Bei dir, o Gonne, ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. iminung 663. Ale Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit- verblüht. Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Dieser Leib muß hier verwesen, soll er anders dort genesen zu der ewgen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott gefällt, gern in seine Hände geben, und verlassen diese Welt; denn ich bin durch Christi Leiden dort ein Erbe seiner Freuden, und in meiner leßten Noth ist mein Trost des Mittlers Tod. 3. Jesus ist für mich gestor ben; und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum zieh' ich mit Freuden hin aus dem eitlen Weltgetümmel in den schönen Gottes- Himmel, wo ich in dem reinsten Licht schaue Gott von ( Eine Stimme.) ( Wohl ist's herrlich, hier bei Christo leben; doch Geduld nur kann das Biel erstreben. Nur Angesicht. Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 4. Dort in jenem Freuden- zu sehn, meine Krone zu emleben find' ich Millionen schon, pfangen, und verklärt vor Gott die, mit Himmelsglanz um zu stehn. Sinke hin, mein Leib, geben, stehen da vor Gottes zum Staube! denn ich weiß, Thron, wo die Seraphinen an wen ich glaube. Mir ist schweben, und das hohe Lied an- Sterben ein Gewinn; denn ich heben: Heilig, heilig, heilig geb' zu Christo hin. heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 476 5. 280 die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen fizet der Apostel Zahl; wo seit vielen tausend Jahren alle Frommen hingefahren; wo das Lob, dem Herrn geweiht, täglich schöner sich erneut. 6. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 7. Gottes Stadt, voll ewger Schöne! o wie herrlich glänzest du! o welch lieblich Lobgetöne hört man dort in sel'ger Ruh'! O der großen Freud' und Wonne! dort geht auf die wahre Sonne; und der helle Tag bricht an, der kein Ende nehmen kann. 8. Ich entbrenne von Verlangen, was ich glaub', im Licht 664. Wird das nicht Freude seyn, nach gläubigem Vertrauen dort selbst den Heiland schauen in Salems goldnem Schein? An seinen holden Blicken und Worten sich er= quicken, wird das nicht Freude seyn? 2. Wird das nicht Freude seyn, wenn, die uns Gott genommen, uns dort entgegenkommen in seligerm Verein? Wenn fröhlich wir umschließen, was thrånend wir verließen, wird das nicht Freude seyn? 3. Wird das nicht Freude seyn, die Palme sehn errungen, und jeden Feind bezwungen? Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Kümmernissen und Sorgen nichts mehr wissen, wird das nicht Freude seyn? 4. Wird das nicht Freude seyn, was unaussprechlich, hören, des Höchsten Lob vermehren, mit Engeln stimmen ein, wenn sie mit süßem Klingen ihr dreimal Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. Heilig fingen? Wird das nicht größten Freund, sind wir ewig Freude seyn? dann vereint. 5. O das wird Freude seyn. Weg, Güter dieser Erden, ihr 4. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu Ehren voll Beschwerden, du seyn, wo, nach ausgeweinten eitler Freudenschein! Gehabt euch wohl, ihr Lieben! Will euch mein Tod betrüben- denkt: Dort wird Freude seyn! Thränen, ewge Güter uns er= freun; wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt? Mel. Womit soll ich dich wohl. 665. Dwie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel seyn! Da, da årndten wir unzählich unfre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und wei nen: dort wird uns die Sonne scheinen. Dort ist Tag und keine Nacht; Gott hat Alles neu gemacht. 477 Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unferm 5. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dabin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 6. Ohne Heiligung wird kei ner, Herr, in deinen Himmel gehn. O so mache täglich reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 2. Da wird Gott sich unsern Seelen offenbaren, wie er ist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der, als er am Kreuze starb, uns dies Himmelsglück erwarb. 3. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele Mel. Wie wohl ist mir, o freund. seyn, Dienst und Dank und 666. Es ist noch eine Ruh' vorhanden; auf, múdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht; 478 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. sich auf den Heiland, der mit nur ein Lager haben und sanft Freuden dich wird auf seinen Auen weiden! wirf hin die Last, und eil' ihm zu! Bald ist der heiße Kampf geendet; bald ist der schwere Lauf vollendet: so gehst du ein zu deiner Ruh'. von Schmerzen ruben kann; wenn dieser sich darf niedersehen, an einem frischen Trunk ergößen: wie sind sie beide hocherfreut! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh' erfunden, und diese währt in und diefe wi Ewigkeit. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er lockt, er rufet weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut' einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 5. Da wird man Freudengarben bringen; da ist die Saat der Thränen aus. O welch ein Jubel wird erklingen! Das Kind kehrt in des Vaters Haus. Schmerz, Seufzen, Tod und banges Leiden wird dann auf ewig von uns scheiden; wir werden den Erlöser sehn. Er wird uns nach dem Kampf erfrischen, die Thränen von den Augen wischen, und mit uns ein zur Freude gehn. 6. Da ruhen wir und sind im Frieden, und leben ewig forgenlos. Ach! fasset dieſes Wort, ihr Müden; kurz ist die Müh', der Lohn ist groß. Ach! Flügel ber! wir müssen eilen; nur Trägheit kann sich noch verweilen. Dort wartet schon die frohe Schaar. Wohlauf, mein Geist! zum ewgen Lohne 4. Was mag wohl einen erkämpfe deine Siegeskrone! Kranken laben und einen múden Auf, auf! es kommt das RuheWandersmann? Wenn Jenerjahr. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt! Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr seufzend und gebückt! Ihr habt des Tages Last ge= tragen; dafür läßt euch die Liebe fagen: Ich selbst will eure Ruhstatt seyn. Ihr seid mein Volk; der Erde müde, geht ein zu eures Herren Friede; seid nur getrost, und gehet ein! Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 479 Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. Tugend ganzen Werth empfin=steden, den unaussprechlich großen 667. Nach einer Prüfung Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. in kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß; und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch; und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden. Dort werd' ich, heilig und verklärt, der 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Hell die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilis, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg 480 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. ewig, ewig Ehre sei dir, Ver= föhner, Jesu Christ! Jhr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, in's Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thránen. Er hat's vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn! 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann. Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alt' ist nun nicht mehr! Hallelujah. Er sank hinab, wie wir, in's Grab! Er Mel. Wachet auf, ruft uns die. 668. Selig find des Him- ging zu Gott; wir folgen ihm. mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft- o mögte Gott es geben! auch mir vielleicht ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! mels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den legten Augenblicken des Todes schlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Met. Wie schön leucht't uns der M. 669. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er binauf gen Himmel blickt, dahin dein Nath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da haft bereitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 481 2. Was sind die Freuden Lust an deiner großen Güte. dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, daß wir sie Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist froh empfinden: doch hier sind dort vereint! Die Frommen, wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Wo ist mein Freund, des Menschen Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt fein Thron? In jenen Himmelsböhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ, der du der Deinen Wonne bist, auch mit Entzücken sehen. Dann wird, mein Hirt, Nichts mich können von dir trennen; ohn' Aufhören werd' ich bei dir seyn, dich ehren. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlichkeit! du hältst die Stått' auch mir bereit; hilf fie auch mir ererben! Laß mich eifrig danach streben, und so leben auf der Erde, daß mir dort dein Himmel werde! * 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen Bungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als bienieden, ohn' Ermúden, sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich, Bater, dann, und die nen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust, und unsre tausendfache 482 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 670. Es ist noch eine Nuh' vorhanden für jeden gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als bier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! In deinen Himmel auf genommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh'. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Gutigkeit mit Himmelswonne die Erlösten nach überstandner Prüfungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ibre Klagen; da bringt mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen, die ihre Seele Preis und Dant. Da jauchzen sie: Es ist vollbracht; der Herr hat alles wohl gemacht! und Ehr'. O unaussprechlich süße Ruh'! Wie herrlich, Höchster, segnest du! 6. Wer kann, Herr, deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh' lassen, die dieſes Leben noch umgiebt. Das flöße Muth und Kraft mir ein, im Leiden auch dir treu zu seyn. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch gemüde werden, und fühl' ich dietragen hast! will ich des Lebens fer Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung iener Ruhe, die Gottes Volk' verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist: so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. met. wer weiß, wie nabe mir mein. 671. Warum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Allmacht Hand aus Staub; drum wird sie der Ver5. Auf ewig trifft sie dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; Gott führt sie zu vollkommnen Freuden, und krdnet sie mit Preis wesung Raub. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 483 2. Du, zur Unsterblichkeit er- der Tod Gewinn. Daß ich ganz lesen, schwingst dich empor zu glücklich werde, entschwing' ich Gottes Licht, und schaust den mich der Erde, und eil' zum Ursprung aller Wesen von An- Himmel hin. gesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterb: licher erklärt, was hier vollkommen einzusehen, der Weiseste umsonst begehrt; dann täuschtdich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, Verbrechern gleich am Kreuz verschied. Dannjauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. Mel. Aus meines Serzens Grunde. 672. Der lette meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern. D dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn. Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott feßt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt; was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höh'rer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod. Der reißt der Sünde Glieder, den trågen Leib danieder; mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder; in ihre frohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit größern Freuden die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen find Saat, von ihm gefä't; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Aerndte steht. Dann wird der Aerndtetag ein neues ewges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. * 1 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, daß mit meinem Scheiden der Herr, meines Lebens Fürst, der letzte Feind bezwungen ist. Ich du mir einst die Stunde des segne nun die dunkle Bahn; sie Todes senden wirst. Erhalt' hob zum Licht mich himmelan. mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 484 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ewger Morgen an. Heil mir! er ist nicht fern, der legte meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. 4. So manches Råthsel meines Lebens, das wie im Spiegel vor mir stand, strebt' ich zu fassen, doch vergebens; nur Stückwerk blieb es, was ich fand. Der Himmel lös't die Råthsel mir, und staunend dank' ich selig hier. 3. Gefilde, wo nach Todesleiden er thront, mein Leben, Jesus Christ, hier rühm' ich, 5. Sei nun zufrieden, meine Seele! Auf ewig thut der Herr dir wohl. Endlose Freuden winken; wähle, und werde seines Ruhmes voll! Dich einzuführen sind bereit die Bürger der UnMel. Wer nur den lieben Gott. 673. Ich sehe meinen sterblichkeit. Himmel offen, und singe mein Vollendungslied. In Schaun verwandelt sich mein Hoffen; das Pilgerthal, die Erd', entflieht. Mir öffnet sich das Land der Ruh'; ich eile seinem Schooße zu. 2. Wie heilig ist doch diese Ståte! ruft mein entzückter Geist schon aus. Unsterblich Land, das ich betrete, du bist des großen Vaters Haus! Zu seiner Freude geh' ich ein; o Heil mir! Hier ist gut zu seyn! 6. Wer seid ihr, Engel, die die Thränen mir wonnelächelnd trocknen ab? Es ist kein Traum, tein süßes Wähnen; Lieblinge sind's, die Gott mir gab. VerElårte, kommt an's treue Herz! Nun bricht's nicht mehr im Trennungsschmerz. d 7. Wer wandelt dort auf Freudenwegen? Bollendete, kommt, segnet mich! Euch, Seelenfreunde, euch entgegen! Die frommen Geister kennen sich. Was dort den Weg zum Herzen fand, reicht sich auch hier die Bruderhand. Gumen Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 8. Ich werfe meine Krone 9. Dem Vater, feinem Geist nieder, und beuge mein verklärtes Haupt. Ihr Sel'gen, leiht mir eure Lieder! Er ist's, an den mein Herz geglaubt, mein Herr, mein Netter, Jesus Christ, durch den der Himmel mein nun ist! und Sohne durch alle Himmel Preis und Dank! Strom' aus, mein Geist, an Gottes Throne den dreimal heilgen Lobgesang! Die Himmelschdre stimmen ein; mein Dank soll ewig, ewig feyn! 485 Fünfte Abtheilung. Lieder in Beziehung auf besondere Stände, Zeiten und Vorfälle. 1. Auf besondere Stände. a. Obrigkeit und bürgerliche Gesellschaft. 674. Verleih' uns Frieden Herrn, dem Alles unterthänig, gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten! Es ist ja doch kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, Herr Gott, alleine. allwaltend nab' und fern! Herr in des Himmels Höh'n, du feßest Obrigkeiten, die unter deinem Leiten auf Recht und Ordnung sehn. 12. Gieb unserm Rathe und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du hast sie hoch geschäßt; wer ihr zuwider lebet, der troßt und widerstrebet dem, was du selbst gesetzt. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 3. Du redest, Herr; wir 675. Jehovah, Herr und hören! Hilf uns durch deinen König der Fürsten und der Geist, die Obern stets zu ehren, 486 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. wie es dein Wort uns heißt. hältst du Haus, und breitest Sie tragen ja dein Bild; laß deine Wohlthat aus zum Flor uns Gehorsam üben, und sie und Glück der Völker. mit Ehrfurcht lieben, von Furcht vor dir erfüllt. 4. Die, die uns hier regie ren, o Herr, regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rath sprech' ihnen zu. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Send' ihnen, Gott der Gute, dein heilig Recht und Licht, gieb Treue dem Gemüthe und Weisheit zum Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn die Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Ne gieren wir in Zufriedenheit ein stilles Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; o walte du hienieden, gieb deinem Volke Frie: den durch Jesum, unsern Herrn! 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen. Du schenkest Jeglichem die Kraft, sich nüßlich zu bemühen; giebst Jedem Amt, Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Besten mitzuwirken. 3. Du zeigst als milder Geber dich dem Volk in jedem Lande, verknüpfst die Völker unter sich durch deines Segens Bande. Vom fernen Ost, vom fernen Nord strömt deines Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit ver theilst du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. 5. Du segnest auch des Künstlers Fleiß zum Nußen seiner Brüder. Was er nur Gutes Mel. unfreut euch, lieben Christen. 676. Aus deiner milden kann und weiß, das kommt von Segenshand, du Geber allerdir hernieder. Was deine Huld Gaben, muß jedes Volk, muß jedes Land des Segens Zufluß haben. Mit großer Weisheit uns zugewandt, das fließet stets aus deiner Hand durch nüßliche Gewerbe. Obrigkeit und bürgerliche Gesellschaft. 487 6. Herr, unser Gott, wir 7. Hilf auch, daß Jeder redlich preisen dich mit dankbarem sei in seinem Thun und Handel, Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unsre Stadt, auf jedes Haus zu deines Namens Ehre! rechtschaffen, brüderlich, getreu in seinem ganzen Wandel! Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. b. Predigtamt. Mel. Wie schön leucht't uns der M.| sich ihm vertraun, durch Lehr' und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Stårke! 677. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, Hirt deiner großen Heerde! du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. O wie trostvoll sind die Lehren, dir wir hören! Heil und Leben willst du, Herr, durch sie uns geben. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, die auf des Lebens rechter Bahn nach deinem Vorbild gehn voran, und deine Lehre zieren! Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, und die Heerden mit den Hirten felig werden! Steh' ihm mächtig stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, sich und Andre selig mache! 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe! Stärke Lehrer und Gemeine; laß sie deine Treue sehen, und den Weg zum Himmel gehen! 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Die Seelen sind ihm zugezählt; o gieb, daß dort ihm keine fehlt! laß keine ihn verlieren! Vor dir, Richter, werden 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die Lehrer dann und Hörer hoch 488 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. sich freuen, und dir Jubellieder Schaar. Du rufft zu neuem weihen. Bunde für Zeit und Ewigkeit. 6. Sei uns gesegnet, Knecht O segne, Gott, die Stunde, die des Herrn! Du kommst im uns den Lehrer weiht! Du hast Namen unsers Herrn, in Jesu auf seinem Pfade mit treuer Christi Namen! Sei Führer Huld gewacht, sein Werk gekrönt uns, sei unser Freund! Fest mit Gnade, bis hieher ihn geist das Band, das uns vereint. bracht. Gott mit dir! Amen, Amen! Gegne, Höchster, diese Stunde! Hilf dem Bunde treu uns leben, bis wir uns zu dir erheben! 3. Du mahnst ihn, du: Beginne getroft die neue Bahn mit mir; für deinen Gott gewinne dein Kleinod Christenfeelen- dir! Ihm heilig forsche, lebe; ihm weihe mund und Herz; ihn anzubeten, hebe die Andacht himmelwärts! Dem Schwachen beut die Rechte! Bekämpfe Súnd' und Tod! Erhelle seine Nächte dem Dulder in der Noth! Mel. un lob', mein Seel', den. 678. Lobfingt! Den Herrn verkündet der Christuskirche Heiligthum. Er hat sie fest gegründet, ist immerdar ihr Schuß, ihr Ruhm. O daß sein Geist uns bliebe! Dann glänzt uns rein sein Licht; und Glaube, Hoffnung, Liebe, fie scheiden fegnend nicht. Dann wandeln fromm die Seinen an frommer Lehrer Hand. Ihm folgen sie, dem Einen, in seiner Heimath Land. 2. Du riefst ihn, der hie nieden, o Herr, uns dein Verkunder war, zu deines Himmels Frieden, zu seliger Verklärten 4. O Vater, sei dein Segen mit ihm, den uns dein Ruf verlich! Ihm komme Lieb' entgegen; sein köstlich Amt erfreue fie! Hilf uns mit ihm vollbringen in deinem Licht und Geist! Uns allen hilf erringen, was uns kein Grab entreißt! Sein Wort, sein Vorbild lehre, bis einst, wo Christus thront, die Krone deiner Ehre dem treuen Diener lohnt! Hausstand. Hausstand. c. Mel. 7icht so trausig, nicht so sehr. 679. Voller Wunder, voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Gnade, Huld und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, ja, des reinsten Glückes Grund ist der keuschen Liebe Bund. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im Geringsten nicht mit Gedanken zugewandt, deren Herzen, deren Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein' edle Tochter zu; Eines ist des Andern Kron', Eines ist des Andern Nuh'; Eines ist des Andern Licht, wissen's aber beide nicht- 4. Bis so lang' es dem be liebt, der die Welt im Schooße hält, und zur rechten Stunde giebt Jedem, was ihm wohlgefällt; da erscheint in Wert und That der so tief verborgne Rath. 5. Jeder findet, Jeder nimmt, was der Herr ihm ausersebn; was im Himmel ist bestimmt, muß auf Erden auch geschehn; und was Gottes Rath bedacht, das ist stets sehr wohl gemacht. 489 6. Oftmals denkt man, das und dies hätte können besser seyn: aber wie die Finsterniß nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschenfinn hinter Gottes Weisheit hin. 7. Laß zusammen, was Gott fügt! Der weiß, wie's am besten sei. Unser Denken fehlt und trúgt; sein Gedank' ist mangelfrei. Gottes Werk hat festen Fuß, wenn sonst Alles fallen muß. 8. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu', wie so schön er laffe gehn alle Werke ihrer Hånd' auf ein gutes fel'ges End'. 9. Jhrer Tugend schöner Ruhm dauert stets in voller Blüth', wenn sonst aller Liebe Blum' wie ein Schatten sich verzieht; und wenn aufhört alle Treu', ist doch ihre Treue neu. 10. Ihre Lieb' ist immer frisch, und verjüngt sich fort und fort. Liebe zieret ihren Tisch und verfüßet alle Wort'. Liebe giebt dem Herzen Rast unter Müh' und Sorgenlast. 11. Geht's nicht allzeit, wie es soll, ist doch diese Liebe still, 2 490 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will', und versichert sich mit Freud' einer künftig bessern Zeit. 12. Unterdessen geht und fleust Gottes reicher Segensbach, speist den Leib und tränkt den Geist, stärktdes Hauses Grund undDach; und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 13. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmels- Zelt, und drückt sie mit großer Lust selbst an seine Vaterbrust. 2. Unser Flehn hast du erhöret, haft sie väterlich beschüßt, sie erhalten, sie ernähret, ihre Schwachheit unterstüßt. O ver= laß, verlaß sie nie! segne und behüte fie, daß sie dir zum Wohlgefallen früh schon deine Wege wallen! 3. Wie viel drohende Gefahren warten ihrer in der Welt! Und wer könnte sie bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Ach! in ihrer eignen Brust schlummert die verbotne Lust. Hilf, daß sie sie stets bekämpfen, jeden Reiz der Sünde dämpfen! 4. Zu des Himmels fel'gem Reiche riefst du sie durch deinen Sobn; odaßKeines von dir weiche, wenn Verführer sie bedrohn! Wer aus deiner Gnade fällt, was hilft dem die ganze Welt? Nie kann sie mit ihren Schäßen ewgen Heils Verlust erseßen. Mel. Werde munter, mein G. 5. Gieb auf ihrer Lebensreise, wie's dein Liebesrath be680. Sorge du für unfre dacht, das nur, was sie fromm Kinder, Vater, der mit Gnade krönt! Zwar auch sie sind vor dir Sünder, doch durch Jesum dir versöhnt, dir, den unser Glaube preist, Vater, Sohn und heilger Geist, durch die Taufe übergeben, dein zu seyn und dir zu leben. und weise und zum Himmel reifer macht! Wenn ein böser Tag erscheint, wenn ihr Auge zu dir wetnt: o dann laß es ihren Seelen nie an Trost und Stärkung fehlen! 14. Nun so bleibet voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Gnade, Huld und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, ja, des reinsten Glückes Grund bleibt der keuschen Liebe Bund. 6. Der Triumphtag der Gerechten sei auch uns ein Freuden Hausstand. tag! Hilf, daß zu des Richters Rechten keins von ihnen fehlen mag, daß wir jauchzen: Richter, sieh'! sieh', hier sind wir, hier sind die, die der Vater uns verliehen, sie zum Himmel zu erziehen! noch schöner macht, wenn sie im Herzen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht, wenn sie der Neltern Beispiel rührt und auf den Weg des Lebens führt! 5. Wohl denen, deren Hausgenoffen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, daß jeder Mel. Ich will dich lieben, meine. 681. Im Stillen wollen treu und unverdrossen nach seiwir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, und Bittenden, was sie begehren, was ihnen núßt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört von deinem Thron zurückgekehrt. ner Pflicht Erfüllung strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Siz des Segens weiht! 6. Ja, denen, die dich scheun und ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren, und traun auf dich, und finden Nuh', und finden Freuden, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 2. Uns alle, die dir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band; und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand. Er preist dich, großer Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Selig: keit und Lust durchwebt; er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 491 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen der Ehe Bund 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams und Unfalls Wuth, oft Kranks heit ihren heitern Muth. 8. Sie trinken doch den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du zurnst nicht ewig, kannst nicht hassen, du Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube stand Lieder in Beziehung auf besondere Stände. 492 haft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. and qu 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten an. mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 683. Auf! erwachet, meine Lieder, finget Preis und Dank dem Herrn! Gott sieht auf den Staub hernieder, hört der Menschen Loblied gern. Sollt' ich ihn nicht froh erheben? Floß aus seiner Baterhand, eh' mein Stammeln ihn genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, Alles, was ich bin, bin und ward ich nur durch ihn. 2. Doch was wären Freudentage, lebt' ich öd' und einsam hier? und wie trüg' ich Noth und Plage, theilte Niemand fie mit mir, wär' ich, wie in Wüsteneien, wär' ich, wie in fremdes Land, auf die Erde hinMel. un donket all' und bringet. 682. Auf euch wird Got- gebannt, müßt' ich ohne Freund tes Segen ruhn; er hat ihn euch gewährt! Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. mich freuen, ohne Freund ein Dulder seyn?- Vater, Preis und Dank sei dein! 3. Dank dir, Herr, für jede Stunde, die an treuer Freunde Hand, in der Zugend heilgem Bunde, froh genossen mir ver schwand! Für die reinen süßen Freuden, die mir fromme Liebe gab, gern bereit, bis an das Grab mit zu sorgen, mit zu leiden, mich zu heben, wenn ich fant, Preis dir, Geber, Preis und Dank! 10. Wir preisen ewig dann die Güte, die unaussprechlich uns geliebt, dem Gottgeheiligten Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. a 2. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz; 3. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und in des Himmels Herrlichkeit der Treue Lohn genießt. od 4. Dir geheiligt sei die Freude, die mir aus der Liebe quillt; ſei mir Tröstung, wenn ich leide, immer schuldlos, sanft und mild'. An des Frommen reiner Seele lautre sich mein schwaches Herz, daß ich unter Lust und Schmerz nur, was dir gefällt, erwähle; sucht mein Sinnein falsches Glück, rufe mich sein Wink zurück. ng Hausstand. 5. Wo auch die Geliebten wallen, die dein Auge mir erfah, laß mein Flehn dir wohl gefallen: Segne fie, sei ihnen nah'! Ihrer Seelen stilles Sehnen, ihres Herzens fromm Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Sorgen, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, Alles, Herr, befehl' ich dir. asdig 493 geht, von Herzen ihm vertrauet, nicht auf das Eitle bauet, nichts wünscht, als was vor Gottbesteht! 2. O selig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 684. D felig, wer zufrieden mit dem, was Gott be schieden, den Weg durch's Leben 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels süßer Frieden bei frommer Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 2002 Aranag 4. Da theilt man alle Freuden; da theilt man Gram und Leiden; da wallt man Hand in Hand durch's kurze Pilgerleben, geht mit vereintem Streben den Weg in's besre Vaterland. 6. Hebe, wenn der Tod die Bande unsrer Liebe hier zerreißt, zu der Freundschaft Baterlande, zu dem Himmel unsern Geist! Laß uns dort uns wieder 685. Die Erd' ist überall finden, wo, hoch über Grab und Tod, keine Trennung mehr uns droht; wo wir reiner uns verbinden, keine Abschiedsthrane fließt, und die Freundschaft ewig ist! ( Für Berreisete.) Mel. Es ist das Seil uns kommen. des Herrn. Er ruft: Zieh' freudig weiter!- Sei mir das Land der Heimath fern; der Herr ist mein Begleiter. Und blieb' ich an dem fernsten Meer, auch dort sind Tempel seiner Ehr' und Engel seiner Liebe. 2. Keiner, Keiner wandert aus, den Gottes Nechte leitet. Gein Himmelsdach, sein Vater 494 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. haus ist überall bereitet; und freundlich glänzt sein Angesicht mir in des Monds, der Sonne Licht, in vielen Brüdern, Schwestern. Sonne Gluth, in Wüsten, auf emporter Fluth weiß er den Weg zu bahnen. 3. Ist Wandern nicht des Menschen Loos, ein Fremdling seyn auf Erden? Auch in der Heimath Mutterschooß soll Keiner heimisch werden. Was Erde war, wird Erde seyn. Bald sinkt das Haus der Heimath ein, und früher sein Bewohner. 6. Die Erd' ist überall des Herrn. Er sei mit euch, ihr Meinen! Wie glücklich sah ich einst den Stern der Liebe bei euch scheinen. Doch trenne Land und Meer uns nun die Her zen sind vereint und ruhn an Einem Vaterherzen. 4. Ich weiß, daß ich ein Pil grim bin, will täglich es bedens ken, und mehr, als auf der Welt Gewinn, mein Herz auf Güter lenken, die nicht des Räubers Hand entringt, die Flamme nagt, das Meer verschlingt, die mir nach oben folgen. 7. Wohin er leitet, will ich gehn. Soll ich der Kindheit Auen, der Heimath Haus und Tempel sehn, euch, ihr Geliebten, schauen? Wohl mir! Am heimischen Altar soll ihn, der mein Erretter war, ein froher Psalm erheben. 8. Doch ruft er: Lege deinen Stab auf fremdem Boden nie5. Wie Gott mich leitet, will der! ich gebe freudig, was er ich ziehn. Hab' ich auf allen gab, in seine Hände wieder, und Wegen vor Augen und im Her- traue seinem Vaterwort: Wir zen ihn, wird Alles ja mir finden hier, wir finden dort uns Segen. In Nächten, in der wieder in der Heimath! - 2. Auf besondere Zeiten. a. Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. mel. Aus meines Serzens Grunde.| ist der Herr der Zeit, hat ihren 686. Helft Gottes Gute Lauf regieret, bisher uns gut gepreisen, stimmt, Christen, mit führet und jetzt das Jahr erneut. mir ein! Uns dankbar zu erweisen, soll unsre Freude seyn. Er 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 495 Gnad', das nicht geringe achten, mel. Nun laßt uns Gott, dem S. was seine Treue that. Er war's, der Stadt und Land, der unser 687. Nun last vor Gott Leben schüßte; er gab uns, was uns nüßte, mit väterlicher Hand. uns treten mit Singen und mit Beten, vor Gott, der unferm Leben bis hieher Kraft gegeben. 3. Er hat sein Wort erhalten, der Kirche Schuß gewährt, die Jugend sammt den Alten gepfleget und ernährt; hat stets mit milder Hand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abge= wendet, viel Segen zugewandt. 2. Wir, feine Pilger, wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; auf sorgenvollen Wegen gehn wir dem Grab' entgegen. 4. Er hat uns noch verschonet aus unverdienter Huld, und hat uns nicht gelohnet nach unsrer Sündenschuld. Es ist Erbarmen blos, daß wohlverdiente Strafen uns nicht vorlängst betrafen; denn unsre Schuld ist groß. 4. Doch, gleich den treuen Müttern, verbirgt Gott in Gewittern die Seinen, vor Gefahren sie gnädig zu bewahren. 5. Ach Hüter unsers Lebens, wir sorgten nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßtest, mit Kraft nicht unterstüßtest. 5. Er gönnt mit Vatertreue uns noch zur Beßrung Frist; und wenn bei wahrer Neue wir traun auf Jesum Christ, ihm uns zum Dienste weihn, so will er uns vergeben, und zum rechtschaffnen Leben selbst unser Beistand seyn. 6. Lob sei dir, Gott, auf's neue für deine Vatertreue! Lob sei den starken Händen, die alles Unglück wenden! 7. Hör' ferner unser Flehen, und eil' uns beizustehen in unserm Kreuz und Leiden, du Brunnquell aller Freuden! 8. Gieb uns und allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, zu dir in Noth und Schmerzen vertrauensvolle Herzen! 6. Sei, Vater, hoch gepriesen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen in der verfloßnen Zeit! Sei ferner unser Gott, versorg' uns und bewahre uns auch im neuen Jahre, und hilf aus aller Noth! Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 9. Herr, wehre du den Kriegen, 2. Herr, der da ist und der laß Menschenliebe siegen, und da war, von dankerfüllten Zungen nach den Thränengúffen die Freudenströme fließen! sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 496 10. Dein reicher milder Gegen folg' uns auf unsern Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist auf's neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, o unsers Lebens Leben; so wallen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Mel. Es ist das Seil uns kommen. 688. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr danach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 3. Laß auch dies Jahr gefegnet seyn, das du uns neu gegeben! Verleih' uns Kraftdie Kraft ist dein in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Neiche streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet uns das Glück der Welt, so gieb uns Kreuz und Leiden! Nur stärke mit Geduld das Herz, und laß uns nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden! - 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder! Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Nath auf unsre Obern nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit stets gute Thaten lohne, und Tugend und Zufriedenheit in unsern Häusern Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 497 wohne; daß Treu' und Liebe reitet. Von ganzer Seele preis' bei uns sei: dies, lieber Vater, ich dich; auf's neue übergeb' dies verleih' in Christo, deinem ich mich, Gott, deiner weisen Sohne! Führung. Mel. Allein Gott in der Söh'. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen 689. Du bist, o Bater, Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner Herr der Zeit und Herr der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebensmit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist aber mal dahin; wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. lang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, dich, den Unwandelbaren, dich, den kein Wechsel treffen kann! Wir werden, sind und waren. Wir blühen und vergehn durch dich: nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; an jedem Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets Heil und Glück mir zugefloffen wäre. 4. Du hast auch im verfloßinen Jahr mich väterlich geleitet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost be6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß, Herr, mich stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies treibe mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungsstand: im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich streben. 8. Olehre selbst mich meine Beit mit Weisheit auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigteit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir ftein Wechsel weiter stóret. 498 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. Mel. Christe, der du bist Tag und. 690. Unwiederbringlich frohen Ewigkeit! schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon; entschwunden ist auch dieses schon! 2. Dank sei dir, o barmherzger Gott, für deinen Beistand in Mel. Tun freut euch, lieben Christen. der Noth, für tausend Proben 691. Heut' öffnet sich die deiner Treu'; denn deine Huld war täglich neu! 3. Dank dir, wenn jezt voll Heiterkeit das Herz manch guter That sich freut! Weß war die Kraft? wer gab Gedeih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! neue Bahn auf meines Lebens Reise. Froh tret' ich meine Wallfahrt an nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang; du wirst mich sicher leiten. 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht; verzeih' uns die verleßte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu! — entscheiden soll: so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner 6. Du läßt, uns länger zu erziehn, uns Wochen, Monden, Jahr' entfliehn; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! 2. Mich schrecke nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet! Wer weiß, ob nicht durch deine Macht einst Licht aus Nächten quillet? Jest faff ich deinen Rathschluß nicht; doch einst, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Rauh oder eben sei mein Pfad, ich will ihn freudig gehen. Ich weiß, dein ewig weiser Rath hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, es sei auch Leben oder Tod, muß mir zum Besten dienen. 4. Mein Ziel sei nahe oder fern, das soll mein Herz nicht Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 499 quälen. Dir, meiner Lebens- nur, auch Güter mehrt, die tage Herrn, dir will ich es be- ewig ihn belohnen! Jesus fehlen. In deiner Hand steht Christus, treuer Leiter, hilf uns meine Zeit; laß mich den Weg weiter täglich wallen, schaff' ein zur Ewigkeit nur selig einst Jahr des Heils uns allen! vollenden. 4. Die Tage fliehn, wie Strom und Wind; und Mancher, Mel. Wie schön leucht't uns der M. der das Jahr beginnt, wird enden, eh' es endet. Wohl dem, 692. Mit ihm, der seyn der nimmer morgen" ſpricht, wird, ist und war, mit Gott vollendet ist das Jahr, und nimmer kehrt es wieder. Anbetend blickt zu Gott hinauf! Mit ihm beginnt den neuen Lauf, ihm heiligt eure Lieder, neue Hoffnung, neues Streben, ihm zu leben, zu erwerben, was die Zeit nicht raubt, kein Sterben! wo heute deine Huld das Licht zu treuem Wirken sendet! Hilf uns, Vater, hilf uns Schwachen täglich wachen, als am Tage, daß er Himmelsfrüchte trage! 2. Ein Jahr ruft es dem andern zu: O Vater, freundlich waltest du, daß Gutes uns nicht fehle. Du hast auch auf vollbrachter Bahn die milde Hand uns aufgethan', gesegnet Leib und Seele. Dankt ihm Alle! Niedre, Hohe, Dulder, Frohe, Kinder, Greise, blickt binauf zu Gottes Preise! 3. Errungen ist des Jahres Ziel, doch unvollbracht des Guten viel, und fern noch sind die Kronen. Wohl dem, der dein Erbarmen ehrt, nicht Jahre 5. Auf Kirch' und Haus, auf Stadt und Land, auf jedes Alter, jeden Stand sieh' gnadenvoll hernieder! Sei, wenn des Glückes Sonne lacht, sei nah' in jeder Leidensnacht! Verirrte bringe wieder! Vater, höre! hilf, wenn Herzen Todesschmerzen bang' empfinden, selig, selig überwinden! 6. Die Zukunft, Herr, verhülle sich du halfft bis hieher väterlich, wirst Alles herrlich lenken. Du bleibest ewig, wie du bist! Das Höchste gabst du, Jesum Christ, wirst mit ihm Alles schenken. Preis dir, Vater! Wir vertrauen ohne Grauen deinen Händen, du, des Jahre nimmer enden! - 500 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. dar ( Un Geburtstagen.) 5. Der Tag fann nun vergehen, der Morgen wieder graun; wo Gottes Lüfte wehen, mel. Jd) dank dir, lieber Serre. 693. Die Morgensterne da will ich sicher traun. Und priesen den Herrn im Jubelton; wenn ich schlafen werde die ihm grünten Wald und Wiesen zweite kurze Nacht, dann wird viel tausend Jahre schon. Es in seiner Erde mein Bettlein glänzten Berg und Fläche, die mir gemacht. Sonne kam und wich; der Mond beschien die Bache noch aber nicht für mich. 6. Jm Sterben Hoffnung geben mag Erdenweisheit nicht; jedoch bei dir ist Leben, ist Liebeskraft und Licht. Du siehst der Schöpfung Enden; und was dich Vater heißt, das ruht in deinen Hånden. Empfangemeinen Geist! 2. Es weckte mich kein Mor: gen; es schien tein Erdentag in's Dunkle, wo verborgen der Ungeborne lag. Noch klang der Psalmen keiner mir mit der Andacht Ruf; doch er gedachte meiner, der Sonn' und Mond erschuf. Coming 3. Er wintte mir in's Leben; er weihte mich zur Lust, zum ersten Wonneleben an meiner Mutter Brust. Es war an ihrem Herzen mein Bettlein mir gemacht; fie trug mit füßen Schmerzen mich eine kurze Nacht. 4. Da grüßt' ich sie mit Weinen, und schwieg in ihrem Schooß, sah Mond und Sonne scheinen; und Treue zog mich groß. Mit Gottes Segen frönte sich Anger, Busch und Feld; mein Lobgesang ertönte zum Vater dieser Welt. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 694. Sandte dich mein Gott mir wieder? Preise, Tag des Segens, ihn, Tag, an dem auf mich hernieder einst zuerst die Sonne schien! Heil mir! mich auch schuf sein Werde; feine Liebe war mir nah', als ich noch die Welt nicht sah, nicht den Himmel, nicht die Erde. Vater, nimm des Dank: lieds Schuld an dem Denkstein deiner Huld! 2. Mich zum Himmel zu erheben, gabst du mir der Erde Licht. Schwach begann ich, Herr, mein Leben, fremd, doch unter Fremden nicht. Herzen schlugen mir entgegen väterlich Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 501 und mütterlich, priesen, höchster ich im Beruf froh empfing und Vater, dich, für des neuen um mich schuf. Daseins Segen. Eh' ich Liebe noch empfand, pflegte mein der Liebe Hand. 3. Ehe dich mein Geist er kannte, ehe betend dich mein Mund, meine Seele Vater nannte, knüpftest du mit mir den Bund, weihtest mich dem Reich der Frommen, als ich noch bewustlos schlief. Heil mir! Jesus Christus rief: Laßt die Kindlein zu mir kommen! Alles war für mich bereit, Heil in Zeit und Ewigkeit. 4. Längst entschwunden, goldne Tage meiner Kindheit, preist den Herrn! Jedes, jedes Alter sage: Gott, mein Gott, du warst nicht fern, du, mein Schöpfer, mein Erhalter seit des Lebens Morgenroth, Retter oft in Todesnoth, täglich mein Vertraun, mein Pfalter! Großes hat auf meiner Bahn deine Huld an mir gethan. 5. Alles, Alles kam von oben, was den Leib, das Herz erfreut; jede Kraft, durch dich erhoben, jedes Frühlings Herrlichkeit, jede hohe Feierstunde auf der Andacht Himmelsflur, in dem Tempel der Natur, in der Vielgeliebten Bunde, Alles, was 6. Eilten Freuden oft, wie Schatten, nichtig auf der Seiten Flucht: andre kamen; Wüsten hatten edle Blüthen, edle Frucht. Wo du nahmst, da warst du Geber, warst mein Stab, mein Friedensstrahl, Vater, auch im finstern Thal, auf der State theurer Gråber. Dankbar zeugt die bångste Nacht: Alles hast du wohl gemacht! 7. Jahre kamen, Jahre schwanden deine Gnade schwand mir nie. Oft gefallen, oft erstanden, treuer Vater, pries ich sie. Heut' auch fühlt es meine Seele! Viel ist unvollendet, viel, fern mein Kleinod, fern mein Ziel. O vergieb mir alle Fehle! Näher winkt dein Bote mir; näher führe mich zu dir! 8. Hilf mir wuchern mit den Tagen, oft im Geist den letzten schaun, fromm genießen, fromm ertragen, meine Zukunft dir vertraun! Heil mir! An des Todes Thoren end' ich freudig dann den Lauf, und zu Seligen hinauf schweb' ich selig neu geboren. Unter Himmelsbürgern preist ewig, ewig dich mein Geist. 502 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. Mel. Ermuntre dich, mein schw. 695. Joh Ich trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kind lich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir. Erbarmer, weiche nie von mir, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge. 2. Mein Herz, noch unverführt, noch rein, doch jung und unerfahren, wie leicht, geblen det durch den Schein, stürzt es sich in Gefahren! Ach mache mich mir selbst bekannt. Herr, gieb mir Weisheit und Verstand, stets auf dein Wort zu schauen, und nie mir selbst zu trauen. 3. Du pflanztest, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen. Ach stärke mich, den Hang zur Luft der Sünde zu besiegen. Dein unausbleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht; o lehr' mich, fromme Freuden von eitlen unterscheiden. 4. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin stets von dir umgeben; vor dir bedeckt nicht Mitternacht noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; vor deinem Angesichte steht sie im hellen Lichte. 5. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trägheit, die den Geist verzehrt, so leicht den Trieb zum Laster nährt, und jeden Reiz der Sünden, Gott, lehr' mich überwinden. 6. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Nek zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn: so laß mich klúglich fliehen. Ihr süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 7. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig; denn er macht mich gerecht vor dir und meine Steige richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, noch Lust zu widersprechen, laß meinen Glauben schwächen. 8. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter! Sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 503 rein; laß keinen meiner Tage mich, Gott, dein Segen, auch seyn, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Tugend wäre. selbst im schwersten Leidenslauf. 2. Oft hatt' ich große Sorgen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren, du weißt uns zu bewahren, und führst durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so warst du, Herr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten, und nimmst dich unser hülfreich an. 9. Ach! lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit Eluger Thätigkeit auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht umsonst seyn, segne sie; laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden! Mel. Meinserzens- Jefu, meineLust. 696. Herr, mein Gott, ich bitte dich um Weisheit und um Tugend. Regiere du mich väterlich in meiner frühen Jugend. Laß deinen Segen auf mir ruhn, nur das zu lieben und zu thun, was mir dein Wort befiehlet. 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre Zucht an mir gedeihn zu meinem Wohlergehen. Das Gute, was sie mir gethan von meinem ersten Odem an, o das vergilt du ihnen! 4. ,, Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen, und dein Erretter seyn" dies hast du mir versprochen, und nie dein Wort gebrochen; deß will als Greis ich auch mich freun. - 5. Du wirst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde- bei dir ist Trost und Friede; du stehst den Schwachen mächtig bei. Mel. O Welt, ich muß dich. 6. Noch wenig bange Stunden- fo hab' ich überwunden; 697. Du, Herr von mei- ich bin dem Ziele nah', dem nen Tagen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! 504 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 7. Ich harre froh und stille, meiner Laufbahn Ende fink' ich bis meines Gottes Wille mich in Jesu Hände; durch ihn bin nach dem Kampfe krönt. An ich mit Gott versöhnt. b. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Aerndtezeit. Mel. Der du dein Wort mir hast.| schwingt die muntern Sinne Gott, den Erd auf; fie hört, wie die verklärte Luft: Der Herr ist groß und gútig" ruft. 5. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das durch der Nächte Dunkel bricht? Bei ihrem Glanze soll ich lernen, du, Gott, seist das vollkommne Licht. Ja, du bist nichts als 2. Das Flur und Garten sich verjüngen und alle Welt ein Heiterkeit; und Licht und Strahlen sind dein Kleid. 698. und Himmel ehren, von dir kommt aller Welten Pracht! Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand hervorgebracht. Du bist es, der durch feine Kraft die Herrlichkeit des Frühlings schafft. Leben fühlt, die Bäume Laub und Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das Alles kommt von dir, o Herr! Du willst so wird's, Allmächtiger! 3. O wie erquickt der Menschen Herzen des frischen Frühlings holder Schmuck! Ein Blick darauf giebt Trost in Schmerzen, 699. Kommt, laßt uns ist Labsal bei der Sorgen Druck. Die Seele fühlt zu dieser Beit: Groß ist des Höchsten Freundlichkeit. gehn auf's neu belebte Feld; laßt uns befehn des Frühlings Pracht und Freude, o Gott, dein Werk, die Erd' im neuen Kleide! Es grünt, es blüht; dir jauchzet alle Welt. 2. Der Vöglein Schaar singt lustig Tag und Nacht; das 4. Sie sieht nicht nur die bunten Felder, nicht nur der Quellen Silberlauf, die Pracht der neubelaubten Wälder: fie 6. O Schöpfer, heil'ge meine Blicke, daß ich in Allem dich nur seh', daß deine Schönheit mich entzücke, mein Wandel deinen Ruhm erhöh'! Einst führe, wenn mein Auge bricht, mich zu des ewgen Frühlings Licht! Mel. Warum verstößt du uns. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Nerndtezeit. 505 Bienlein fammelt ein bei'm hellen Wetter. Wie füß bestrahlt die Sonne Blum' und Blätter! Du bist's, mein Licht, das Alles fröhlich macht! stalt, Geruch und Farben hoch gepriesen, und bringe dir die ganze Pracht zurück. 3. Jm Herzen du! da draußen die Natur! Ich liebe dich in deinen Schildereien, und muß mich ia berzkindlich drüber freuen. Wie schön, wie schön ist deine Kreatur! 8. Die Nachtigall singt Hallelujah dir, bewundernd diesen neuen Schmuck im Grünen; so will auch ich Herr, höre mich! dir dienen, und deine Liebe jauchz' allein aus mir. M - 9. Die Lerche trågt dein Lob, so hoch sie kann; so mögt' in 4. Das kleinste Blatt, das dir, als meiner Luft, ich schwefeinste Gråselein rühmt deine ben, dich, selges Gut, mit höchKunst; was grünt und blüht stem Lob erheben. Doch wer und lebet, ein liebend Herz enterreicht's? Ich sink', ich bete an! zückt zu dir erhebet. Wie schön, wie groß muß nicht der Künstler seyn! 5. Des Himmels Rund, wie tausendfältig schön! wie im Triumph stets neue Wunder grünen! Du lebst, du wirkst, und Alles soll uns dienen ich kann's entzückt in tausend Bildern sehn. 6. Die Sonne lockt der Blüthe Knospen aus; die Erde trågt den Schooß voll Erstlings- Gaben, Gras, Kraut und Korn zum Nähren und zum Laben. Hier bring' ich's dir, als Priester, in dein Haus. 7. Ich schaue dort mit süßem Andachtsblick der Blumen Zier in Gårten und in Wiesen, Ge-- Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 700. Höher hebt fich Gottes Sonne; långer strahlt uns nun ihr Licht. Alles Leben athmet Wonne; Wonn' ist jedes Angesicht. Lachend senkt der Lenz sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem Schöpfer Dank! preif' ihn fröhlich, mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin in's Feld; und sein herzlich Lied erschallet hoffnungsvoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott, Y 506 Lieder in Beziehung auf besondere Seiten.1002 und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde. Opfre meinem Schöpfer Dank! preif' ihn fröhlich, mein Gesang! 3. Seht, wie in die weiten Felder freudenvoll die Heerden ziehn, wie dort durch belaubte Wälder schnelle Schaaren Wildes fliehn! Hört der Vögel fanfte Chöre, hier der lauten Nachtigall, dort der Lerche füßen Schall! Alles bringt dem Schöpfer Ehre. Bring' auch du ihm Lob und Dank! preis' ihn fröhlich, mein Gesang! traun in deinem Sohne. Opfre meinem Schöpfer Dank! preif ihn fröhlich, mein Gesang! 6. Diese Herrlichkeit der Erde ist nur Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht! Dieses holden Frühlings Leben ist ein schwaches Morgenroth gegen jenen, den mir Gott dort vers heißen hat zu geben! Opfre meinem Schöpfer Dank! preis ihn ewig, mein Gefang! Mel. Sei willkommen, Jefulein. 4. Glänzend und im Feier: 701. Unire Ausfaat ſegne Gott, wo des Himmels Lüfte Auf sein mächtiges wehen. Gebot soll sie sterbend auf erstehen. Gott allein verjungt die Auen; unser Werk ist, ihm kleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume lächelt Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Saamen giebt, wenn sie endlich sterbend niedersinket. Bring' auch du ihm Lob und Dank! preif' ihn fröhlich, mein Gesang! vertrauen. 2. Vater aller Gútigkeit, dich erheben unsre Lieder. Was wir einfach ausgestreut, zehnfach giebst du uns es wieder. Du 5. Dieser Frühling, wie ge- erhörst Gebet und Flehen, und schwinde wird er, kaum begrüßt, thust mehr als wir verstehen. verblühn! Gleich der Spreu, verweht vom Winde, wird auch seine Pracht entfliehn. Aber dort vor deinem Throne wird ein ewger Frühling feyn; ewig wird er die erfreun, die dir årndten ewge Segensfrüchte. 3. Ja, wir hoffen, Herr, auf dich. Für dies arme Erdenleben wirst du ferner väterlich, was uns nöthig ist, uns geben, bis wir einst im Himmelslichte Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Aerndtezeit. 507 Mel. Wie wohl ist mir, o freund. Wie segnet unser Gott so gern! Mir fagt das Murmeln heller 702. Rings um mich her Fluthen: Gott ist allein der ist nichts als Freude und An- Quell des Guten. Der Bach muth und Zufriedenheit. Wie sagt lifpelnd: Lobt den Herrn! schön ist dieses Weltgebäude, für mich zum Wohnhaus eingeweiht! Wie heilig ist mir jede State! Wohin ich seh', wohin ich trete, bist du mir, großer Schöpfer, nah'. Du stehest, Gott, auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen allgegenwärtig vor mir da. 2. Dort prangt die Flur im bunten Kleide, und lockt die Welt zur Munterfeit. Seht! in dem Vogel hüpft die Freude; aus ihm singt die Zufriedenheit. Der Schöpfer lehrt ihn seine Lieder; er singt sie euch, ihr Menschen, wieder, und lehret euch die heilge Pflicht: Entehrt Gott nicht durch eure Klagen! erfreut euch; doch in froben Tagen vergeßt des milden Schöpfers nicht! 4. Wie beugen sich der Saaten Spißen! wie schwellen sie vom Segen an, daß kaum der Halm die Nehre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann! Der Düfte tühle Lieblichkeiten, die Wälder um sich her verbreiten, hat Gott für dich, o Mensch! gemacht. Die Rosen lächeln, dich zu schmücken; dein Herz, dein Auge zu entzücken, blüht dir der Blumen zarte Pracht. 5. Gott, groß an Weisheit, Lieb' und Stärke, wie huldreich hast du uns bedacht! So groß, so viel sind deine Werke, so schön, so wundervoll gemacht! Hier sammeln wirthschaftliche Bienen, fie fammeln emsig, uns zu dienen, die Süßigkeit den Blumen ab. Du lehrst die Seidenwürmer weben; sie sterben, schöner aufzuleben, und spinnen sich ihr kostbar Grab. 3. Das Rauschen von beredten Bäumen ruft: Freudig müßt ihr Gott erhöhn. Die Zeit in Schwermuth zu verträumen, ist, Menschen, diese Welt zu schön. Mir sagt, beglänzt vom Morgenthaue, die 6. Wo ist, der würdig dich erhebet, dich, der du väterlich uns liebst? Es wartet Alles, was da lebet, daß du ihm Flur, der Garten und die Aue: gebest: und du giebst. Du giebst Y1 508 Lieder in Beziehung auf besondere Seiten. mit reichem Ueberfluffe. Es dankt der Mensch dir beim Genusse, daß du so viel ihm zugewandt. Die aufmerksamen Thiere holen zur Stunde, da du es befohlen, auch ihre Speis' aus deiner Hand. 7. Rings um mich her ist nichts als Freude und Anmuth und Zufriedenheit. Wie schön ist dieses Weltgebäude, für mich zum Wohnhaus eingeweiht! Laßt, Menschen, euer Lob erschallen! Der Herr hat an euch Wohlgefallen; in jedem Werk ist er euch nah'. Lobsingt in der Geschöpfe Chöre! bringt seinem großen Namen Ehre! Gelobt sei Gott! Hallelujah! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust. Sie giebt den Blüthenthälern Wonne, und giebt dem Vogel feine Lust. Belebt durch ihren milden Strahl lacht Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen, o Gott, mit jedem Mor: genthau. Erfrischt durch deinen sanften Regen, steht jugendlich die Blumenau'. Dein Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Es stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die goldnen Korngefilde tönt himmelan, o Gott, dein Ruhm; Mel. Wer nur den lieben Gott. 703. Algütiger, dir will und die Geschöpfe, fatt durch dich, freun deiner Vatergüte sich! ich fingen im Glanz der blumenvollen Flur; dir will ich frohe Lieder bringen, allmäåchtger Schöpfer der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang preist dich ihr hoher Lobgefang. 6. Auch du frohlocke, meine Seele! Sei Andacht, Inbrunst und Gefühl! Von deines Schöpfers Macht erzähle entzückt dein frommes Saitenspiel. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Urquell bist du, Gott! Den Heerden giebst du ihre Weide, und deinen Menschenkindern Brodt. mel. Ich dank dir schon durch. Der Wurm im Staub, die Raup 704. Du sendest, Herr, am Blatt wird durch dich lebens- aus deiner Höh' uns Sonnenfroh und satt. schein und Regen; du sendest Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Aerndtezeit. 509 Nebel, Reif und Schnee, und Du sendest Thau und Regen, Alles uns zum Segen. giebst milden Sonnenschein; du 2. Und ob auch, Herr, auf eilst, mit deinem Segen uns dein Geheiß die Fluren trau- Alle zu erfreun. O lehr' uns rend stehen- du bist es, der dich erheben, stets kindlich dir zu helfen weiß, du hörst der vertraun, und dir zu Ehren Bangen Flehen. leben, bis wir dich ewig schaun! 3. Den irdischen Verlust willst du zu höherm Heile lenken, Mel. un laßt uns Gott, dem S. willst uns nach Kummer wieder 706. Erschallt, ihr FreudenNuh', nach Thränen Freude schenken. lieder! Sie scheint, sie strablet wieder! Wir sehn sie- welche Wonne!- die lang' verhüllte Sonne. 4. Wie denn des Himmels Antlik sei, wir bleiben frohes Muthes. Du, Herr, bist weise, mächtig, treu; von dir kommt nichts als Gutes. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten, und Regenwetter stürmten. Mel. Tun lob', mein Seel', den. 3. Da drang zu deinen Höhen, 705. Ein milder Regen Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. sinket erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich! Wie trinket ihn die verschmachtete Natur! Wie wallen nun die Aehren vom Mark der Erde voll, das Vieh und Menschen nähren, das uns erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Regen schickt, das lechzende Gefilde mit Baterhuld erquickt. 4. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du giebst uns neue Wonne. 5. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe; ja, unser ganzes Leben sei kindlich dir ergeben. Met. un sich der Tag geendet hat. 2. Erhalter unsers Lebens, Herr, dem wir dankend jetzt uns 707. Der hohe Himmel nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! dunkelt sich, ein Wetter Gottes dråut! Ich bebe nicht; - Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. ich freue mich, Herr, deiner Nerndtegaben, die wir dir zu Herrlichkeit. 510 2. Du zúrnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund! Nicht blåsfer sei mein Angesicht, wenn uns dein Bliß erscheint! 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Wolken- Nacht, der Strahl, der durch das Dunkel bricht, des Donners hehre Pracht. 5. Dein Blik kann tödten; doch es scheut der Christ nicht dein Gericht. Wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Dein sind wir, Gott, und bleiben dein, ob Sturm und Wetter droht. Weg, Furcht! Wir lieben. Furcht hat pein; du bist die Liebe, Gott! danken haben. 2. Ach! wir haben's nicht verdienet, daß du so uns heimgesucht. Wie auch unser Feld gegrünet, brachten wir doch wenig Frucht. Wolltest du nach Früch ten fragen, ach! was sollten wir dir sagen? 3. Vater, der du aus Erbarmen auch der bösen Kinder denkst, der du Reichen, der du Armen deinen Segen gútig schenkst, sei auch reichlich nun gepriesen, daß du so viel Guts erwiesen! 4. Du hast früh und spät den Regen uns zur rechten Zeit geschickt, und man hat an allen Wegen Auen voller Korn erblickt; Berg' und Thäler, Tief' und Höhen sahen wir im Segen stehen. 5. Als das Feld nun reif zur Aerndte, schlugen wir die Sichel an; und da man erst kennen lernte, was dein großer Arm gethan, wurden bei des Segens Menge unsre Scheuren fast zu enge. m. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 6. Ach! wer ist, der solche 708. Herr im Himmel, Güte dir genug verdanken kann? Gott auf Erden, der uns schuf und uns erhält, laß den Mund voll Lobes werden und dich preisen alle Welt für die reichen Nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an! Alle Felder sollen schallen: Du machst fatt mit Wohlgefallen! Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Aerndtezeit. 511 weil er uns liebt; laßt uns in Demuth schweigen, und vor dem Herrn uns beugen! 7. Gieb nun, daß wir deinen Segen, den du freundlich haft beschert, also suchen anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 8. Schenk' uns stets vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne feyn; Hülfe bei des Armen Schmerzen sei der Dank für solch Gedeihn; laß uns jest und künftig haben, haben, dürftge Brüder zu begaben. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Wer darf sein Walten richten, wenn er, noch eh' man årndten kann, den Segen will vernichten? Weil er allein der Schaß will seyn, so nimmt er andre Güter, und bessert die Gemüther. dürftge 9. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man täglich årndten kann. Fröhlich wollen wir dann singen, wie du uns so wohl gethan, und dereinst in höhern Weisen dich, den Herrn der Aerndte, preifen. Wel. Was Gott thut, das ist wohlg. 709. Was Gott that, das ist wohlgethan! so denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich årndten kann, den liebt er doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, obgleich wir oft auf Erden bei'm Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran, und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geht nach seinem Willen. Läßt es sich auch zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält: er kann die magern Nehren durch seinen Gegen mehren. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf ſeiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft; es nennt uns Gottes Erben: wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: so wird doch Gott uns unser Brødt zur Nothdurft stets bescheren, wenn wir ihn gläubig ehren. 512 Met. Der du dein Wort mir hast. 710. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrein der jungen Raben; du hörst der Lerche Lobgefang. O neige jest dein Ohr zu mir! Du forderst Dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gräschen lehret mich: Wie groß ist Gott! wie klein bin ich! Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. Zur Aussaat giebst auch du allein dem Landmann Kraft, Zeit und Gedeihn. 6. Du machst den Schooß der Erde schwanger; du machst des Ackers Furchen naß; du schmückest Wiesen, Flur und Anger mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras; du träufelst mit dem kühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 7. Was dürr ist, feuchtest du mit Regen; was kalt ist, wärmt dein Sonnenschein; du theilst die Seiten, wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Frost grúnt, wächst und reifet Bei Wärme, Hike, Kålt' und unsre Kost. 3. Du sorgst nach treuer Våter Weise für alle Werke deiner Hand. Du giebest allem Fleische Speise, beschirmst und segnest jedes Land; du liebest unveränderlich; der Bösen selbst erbarmst du dich. 8. Kommt, laßt uns bei den vollen Scheuern dem Herrn der Aerndte dankbar seyn. Laßt uns 4. Der Erdkreis ist von deiner den Bund mit Gott erneuern, Güte, von deiner Weisheit ist laßt ihm, was er uns gab, uns er voll. Herr, unterweise mein weihn! Kommt, laßt uns seine Gemüthe, wie ich dich würdia Macht erhöhn! der Herr ist loben soll; gieb, daß mein Herz gut, sein Lob ist schön! dich freudig liebt, wenn mir mel. un jauchz' dem Höchsten. dein Herz so freudig giebt! 5. Das Saatkorn wird in 711. Herr, unser Gott, deinem Namen auf Hoffnung wir danken dir. Herr, unser in das Feld gestreut; Allgütiger, Gott, dich loben wir. Im du gabst dem Saamen, da du Staube beten wir dich an für ihn schufft, die Fruchtbarkeit, das, was du an uns gethan. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Aerndtezeit. 513 2. Auch dieses Jahr hat unser Land gesegnet deine Baterhand. Der Saame, den wir streuten hin, schoß auf, ward herrlicher Gewinn. über Land und Meere; Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn, und sättigt ihre Heere. en 64 3. Du, der du Saat und Aerndte giebst, du zeigst, wie herzlich du uns liebst. Was lebt und webt und Odem hat, wird, Vater, froh durch dich fro und satt! 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen; und seiner Huld vertrauen wir, die neu wird jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit der ungestümen Monden Zeit beginnen und vollenden. Nichts trägt die Erde; doch gewährt er uns, was unser Leben nährt, mit väterlichen Hånden. 4. Gieb uns ein Herz voll Dankbarkeit, ein Herz, das jede Sünde scheut, ein weises Herz, das nie vergißt die Aerndte, die noch künftig ist. then 4. Wie sind schon unfre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Vorsehend ließ uns unser Gott das Land schon für den Winter Brodt, dem Vieh Met. Un Wasserflüssen Babylon. 712. Früh, mitumwölktem Angesicht, geht schon die Sonne nieder, und spåt erscheint ihr schwächres Licht am trüben Himmel wieder. Das schöne sein Futter geben; und Wein, Jahr ist nun entflohn. Die rauhen Stürme rauschen schon durch die entfärbten Felder. Die leßte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kräft' erneut, trieft aus der Frucht der Reben. 5. Ach! unser Leben auch verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Getrost! Gott ist, ob es verblüht, ein mächtiger Erhalter. Er trägt die Müden, er beschüßt die Schwachen; seine Rechte stüßt, die nah' am Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir von ganzem Herzen 2 2. Verlassen steht die dde Flur, entblößt von ihrem Gegen; entkräftet siehet die Natur der Winterruh' entgegen. In Schaaren abgetheilt, entfliehn die Vögel vor der Kält, und ziehn weit 514 Lieder in Beziehung auf besondere Seiten. E dennoch dir, Gott unsrer Jugend, Schnee. Alles ruht; auf dein danken. Geheiß wird der Wasserstrom zu Eis. si d 6. Wohl allen, die dein Anges sicht im Lenz des Lebens scheuen! Die wird einst ihre Jugend nicht im Herbst des Lebens reuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und göttlich wird er sich noch freun in seinen letten Tagen. Mel. un komm, der Seiden. 7. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Ist ein Bruder 713. Großer Schöpfer! nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brodt, lindre freundlich seine Noth. Herr der Welt, dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: Lauf'! gehe unter! gehe auf! 2. Du nur bist und bleibst dir gleich, gut und unerschöpflich reich, gut nicht nur, wenn voller Pracht Feld und Wald und Wiese lacht; - 3. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 5. Du bewahrst der Erde Kraft, sparst der Bäume Nahrungssaft; thust, wofür der Landmann bat, deckst und warmest seine Saat. 6. Der des Sperlings nicht vergißt, forgt noch mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hig' und Frost Freude, Zuversicht und Trost! 4. Du streust auf die Tief und Höh', Hütten und Pallàste, 8. Nach des Winters falter Nacht lebet Alles, Alles lacht; Bäume, Wiesen, Wälder blühn, und die dürre Welt wird grün. 9. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterblichkeit; neu und umgeschaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 10. Eile, Freuden- Tag, heran, dem kein Winter folgen kann! Sonne, die nie untergeht, sei gelobet und erhöht! Tageszeiten. Am Morgen. c. Tageszeiten. aa. Am Morgen. 714. Gott des Himmels Hort. Unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher seyn. und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist! der du Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab' und bin. Dir vertrau' ich Seel' und Leben, werf' auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jeßt mit dieser Nacht vergehn. Jesu Christe! laß dich finden, laß dein Herz mir offen stehn. Nur bei dir ist Trost und Nath, Herr, für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antlig dann ohne Schrecken schauen kann. 515 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein 7. Deinen Engel zu mir sende, der am Tage, wie bei Nacht, jeden Unfall von mir wende, und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' trage nach dem Himmel zu. S. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heilger Geist! Meine Bitten mir gewähre, der du selbst mich bitten heißt. So will ich dich hier und dort herzlich preisen fort und fort. Mel. 7un laßt uns Gott, dem S. Wach' 715. Bach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhúter! 2. Du, höchster Schuß der Müden, sprachst zu mir: Schlaf im Frieden, und laß vor Nichts 516 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. dir grauen; du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu feinen Ehren, und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erdevergånglichem Schooß. 4. Du willst ein Opfer haben; was bring' ich dir für Gaben? Ich fall' in Demuth nieder, und bring' Gebet und Lieder. 5. Das wirst du nicht ver- 3. Lasset uns singen, dem schmähen! Du kannst in's Herz mir sehen; du weißt, daß ich zur Gabe kein beßres Opfer habe. 6. Du wollst dein Werk vollenden, mir deinen Engel senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, Gott sei es alles zum Opfer geweiht. Die besten Güter sind unsre Gemüther; Lieder der Frommen, vom Herzen gekomOpferrauch, der ihn am meisten erfreut. men, 7. Sprich Ja! zu meinen Thaten, und laß sie wohl gerathen; den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; Segnen und Mehren, Unglück verwehren, sind seine Werke und Chaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Echein. 5. Ich hab' erhoben zu dir hoch droben all' meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande und schmähliche Bande, feindliche Tücke treib' ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 8. Mit Heil mich überschütte; mein Herz sei deine Hütte; dein Wort sei meine Speise, bis ich zum Himmel reise! 716. Die goldne Sonne, voll Freud' und Wonne, bringt unsern Gränzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes Licht. Mein Haupt und Glieder, fie lagen danieder; aber nun steh' ich, bin munter und fröhlich, hebe zum Himmel mein Herz und Gesicht. - Jath Tageszeiten. Am Morgen. 6. Laß mich mit Freuden, nähren: so laß mich hören allohn' alles Neiden, sehen den zeit im Herzen dies Heilige Segen, den du wirst legen auf Wort: Gott ist das Größte, das meines Bruders Gewerbe und Schönste und Beste, Gott ist Haus; geiziges Brennen, un- das Süß'ste, das Allergewiß'ste, christliches Rennen nach Gut von allen Schäßen der edelste mit Sünde, das lösche geschwinde Hort. Chest aus meinem Herzen, und tilg' es ganz aus. G Can 11. Willst du mich kränken, mit Wermuth trånken, und soll von Plagen mein Theil ich tragen: wohlan! so mach' es, wie dir es beliebt. Was uns ersprießlich, du weißt es gewißlich, wählst die Geschicke und lenkst sie zum Glücke, hast niemals Jemand zu bitter betrübt. 7. Menschliches Wesen, was ist's? Gewefen-; in einer Stunde geht es zu Grunde, so bald das Lüftlein des Todes drein weht. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was fie gewesen, eh' Gott sie erhöht. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn' alles Wanken. Seine Gedanken, sein Wort und Wille hatewigen Grund. Sein Gnadenschimmer verdunkelt sich nimmer, heilet im Herzen die tödtlichen Schmerzen; zeitlich und ewig erhält er gefund. 517 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann er 12. Trúbsal und Zähren nicht ewig währen; nach MeeresBrausen und Windes- Sausen leuchtet das Antlik der Sonne verklärt. Freude die Fülle und felige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gekehrt. mel. Gott, der du selber bist das. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß in Gr. 717. Nun tret' ich wieder barmen die Schuld des Armen aus deinen Augen seyn ganz abgewandt! Sonst mich regiere, mich lenke und führe, wie dir's gefället; ich habe gestellet Alles in deine wohlthätige Hand. aus der Ruh', und geh' dem schweren Tage zu, wie Gott mir's auferleget. Zwar weiß ich nicht, was mir den Tag für Plag' und Noth begegnen mag: allein ich weiß, mich tråget mein treuer Gott in seiner Huth; dies machet mir getrosten Muth. Lieder in Beziehung auf besondere Seiten. 2. Wird meine Bürde täglich neu: so ist mein Gott auch täglich treu; er tråget meine Sorgen. Wer ist, der vor der Nacht vernimmt, was ihm den Tag hindurch bestimmt? Es bahnet mancher Morgen uns einen Weg zu neuer Pein; Sorg' und Noth, mit Fleisch der muß mit Gott erstiegen und Welt; denn du hilfft überfeyn.swinden. So tret' ich muthig Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ach wär' doch, hab' ich an den Tag, und scheue nicht, oft gedacht, auch dieser Tag was kommen mag. bereits vollbracht mit seinen Müh'n und Plagen! Des Abends hab' ich dann gespürt, daß mich sein Gnadenarm geführt, und Alles helfen tragen, daß mir auf meinem Kreuzespfad sein Gnadenlicht geleuchtet hat. 718. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, send' in dieser Morgenzeit deinen Strahl uns zu Gesichte, und vertreib' durch deine Macht unsrer Sorgen dunkle Nacht. 4. Weil ich denn deß verfichert bin, so zögre nicht, verzagter Sinn, die Bürd' auf dich zu legen! Trag', was du kannst! Gott tråget mit; er 2. Deiner Güte Morgenthau fall' auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau' lauter folget dir auf jedem Schritt füßen Trost genießen, und vermit Gnade, Kraft und Segen; mit diesem gehe frisch daran, und scheue keine Leidensbahn. leih' uns, deiner Schaar, deinen Frieden immerdar. 5. So freuet sich mein frischer Muth, weil ich mich in des Höchsten Huth kann eingeschlossen sehen: doch, daß mein Glaube standhaft sei, muß ich, vom Sündendienste frei, auf Gottes Wegen gehen. Mein Gott geht 3. Gieb, daß deiner Liebe Gluth jede Lust der Sünde tödte, und erweck' uns Herz und Muth bei erstandner Morgenrothe, daß, noch eh' wir schlafen gehn, wir im Geiste auferstehn. 518 nimmer meinen Steg, ich wandle denn auf seinem Weg'. 6. Drum führ' mich, Gott! auf deiner Bahn, daß ich dir willig folgen tann, und lautre mich von Sünden! So streit ich als ein kühner Held mit 4. Leucht' uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne! Tageszeiten. Am Morgen. Führ' uns durch das Thránenfeld in das Land der süßen Wonne, wo, zum selgen Schaun erhöht, unsre Freude nie vergeht! 519 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich zu dir empor mich schwingen, wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn nicht dein 719. Beschwertes Herz, Feuer auf mich fällt, in mir verzehrt die Luft der Erden, und mich belebt für jene Welt? leg' ab die Sorgen! erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe hat er vorgeschrieben, und selbst den Feiertag geweiht. Auf, auf! des Herrn Gebot zu üben, zu seinem Dienst sei gern bereit! 2. Auf! laß die Welt aus deinem Sinne; dein irdisch Werk muß ferne stehn. Du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten, froh ( Am Sonntage.) mel. Jesus, meine Zuversicht. zu vermehren seinen Ruhm, in 720. Licht vom Licht, tiefster Demuth zu verrichten dein geistlich Werk und Priesterthum. erleuchte mich in der Andacht heilgen Stunden! Es erhebt die Sonne sich und das Dunkel ist verschwunden. Hilf, Herr, daß mir dieser Tag neues Leben bringen mag! 3. So will ich, Gott, vor dir erscheinen, und flehn um deines Geistes Kraft. Wie kann ich nahen mit den Deinen, wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich glaubig zu dir beten, wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 2. Urquell aller Seligkeit! laß mir deine Ströme fließen; mache selbst mein Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu' das Wort mit Segen ein; laß es reich an Früchten seyn. ( Am Sonntage.) Mel. Die Tugend wird durch)' s R. 5. Erkauft hat Jesus mich so theuer, zu seinem Tempel mich geweiht. Hier sei dein Heerd, hier sei dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefangen, neig' auch zu mir dein Angesicht! dann ist der Seele aufgegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. 520 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 3. Zünde selbst das Opfer an, das dir Mund und Herz bereitet. Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich verleitet, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 4. Laß mich heut' und allezeit Heilig, Heilig, Heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel seyn. 5. Du in mir, und ich in dir! Bau' ein Paradies im Herzen, und verkläre dich in mir, fache meiner Andacht Kerzen hell und immer heller an; trage selbst mich himmelan. 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Weisheit dieser Erde nicht, deine Weisheit laß mich hören! Selig, Herr, in deinem Licht, will ich tiefgebeugt dich ehren, bis das Licht der Ewigkeit mich in vollem Glanz erfreut! ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? Indu 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt! und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und jetzt uns neu gegeben. macht! Gelobt sei deine Treue, 6. Gelobet seist du, Gott der daß ich, nach einer sanften Nacht, mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Gegen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnádig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei du mein Retter Mel. Ich dank dir schon durch. 721. Mein erst Gefühl in Gefahr; ein Vater, wenn ich sei Preis und Dank! Erheb' fehle. Tageszeiten. Um Morgen. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue: 10. Daß ich als dein getreues Kind nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig, gut gefinnt durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 521 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; doch dies mein irdisch Leben eilt schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. - 4. O süßer hoher Glaube: Ich werd' einst auferstehn! Mein Leib nur wird zu Staube; mein Geist wird nicht vergehn! Laß mich dies nie vergessen; der heilgen Hoffnung voll, las tåglich mich ermessen, was ich einst werden soll. 5. Sollt' ich nach Reichthum trachten? er tåuschet nur das Herz nach Ehr' und Weltlust schmachten? ihr Lohn ist Neu' Mel. Ich dank' dir, lieber Serre. 722. Lob sei Gott, der und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn. den Morgen uns sendet nach der Nacht! Wir schliefen ohne Sorgen, weil er für uns gewacht. Er, der die Erde schmucket, und, was da lebt, erfreut, hat uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut. 6. Getrost, mein Geist! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre 2. Der Engel heilge Heere dich und streite! des Sieges erhöhn ihn mit Gesang. Auf! Lohn ist nah'. Getrost! vielleicht singt in ihre Chöre, in ihrer ist heute des Kampfes Ende da. Jubel Klang! Ertönet, Harf' und Pfalter, in's Lied der Se- Mel. Wie schön leuchter der m. raphim! dem Schöpfer, dem 723. Dich seh' ich wieder, Erhalter ertönt, lobsinget ihm! Morgenlicht, und freue mich der 522 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. edlen Pflicht, dem Höchsten zu lobsingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir der Andacht Opfer bringen. Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe; froh empfind' ich deine Güte. deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, ewig dort dein Lob zu singen. Mel. Warum betrübst du dich. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sekest du jeßt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich 724. Dir, der das Licht merke neue Stärke; dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heiterkeit fei dir, mein Gott, zuerst geweiht! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in chrift licher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prúfe, stehe, wie ich's meyne; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich einem Todten lag ich da; du bist's, durch den das Licht ich sah. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade; denn ach! was bin ich ohne dich? ein irrend Schaaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stárk' mich, daß ich stets mich übe, 3. Dich, dem ich Nichts vergelten kann, dich, Vater, bet' ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz; ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Allerhöchster, nicht. 4. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zur Uebung meiner Tageszeiten. Pflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 5. Ein gut Gewissen sei mein Theil! Dies wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und fegne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles steht in deiner Hand. Am Morgen.dsl 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint! Lindre dann des Todes Pein; laß mich dann den Stärksten seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und dich, Herr des Todes, preiſe! 523 6. Die Blume kleidest du mit mel. Aus meines Serzens Grunde. Pracht, nährst jeden Vogel, Gott 726. Almächtiger, ich der Macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; du, mein Erbarmer, forgst für mich. hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 725. Wenn ich einst von Herzen floß. jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und, befreit von jedem Kummer, jenen schdnern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß feiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, dir einst, meinem Richter, sage: Richte, denn ich ward entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Dank sei dir! Zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage- 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Tocht verlischt, und daß mich, frei vom Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin ich auf's neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer meiner Seele! ich traue stets auf dich. Was ist's, das ich mir wähle? D wähle du für mich! Gieb, was mir núßlich ist. Du, dem ich Alles danke, mein freudigster Gedanke sei, daß du um mich bist. Cha Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 4. Er stärke mich, mit Freu- tere Beschwerde zu Klagen und den zu thun, was dir gefällt; zu Thránen zwingt. Noch er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf' er mein Herz bewahren, helf' er mir die Gefahren der Sünde fehn und fliehn. 3. Herr, eile doch, mir bei zustehen; verlaß den müden Wandrer nicht! O neige, Vater, auf mein Flehen zu mir dein freundlich Angesicht. Gieb mir Geduld und bei dem Schmerz ein hoffend und gelaßnes Herz. 4. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll. Doch bin ich ohne Gram und Sorgen; du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 524 5. Beglücke du die meinen nach deiner Gútigkeit. Verlaß der Armen keinen; wend' alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, eilst, Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe so bin ich ewig dein. - ( Für Leidende.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 727. Der er Morgen kommt; und meine Klage wird auch mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen mir die Lage in meiner Pilgerschaft vorbei! Der Sonne neugeschenktes Licht er: heitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, und täglich hår5. Soll ich die Last noch långer tragen? ich halte deiner Fügung still. Dein Will' geschehe! will ich sagen; Herr, wie du willst, nicht wie ich will! So, Vater, laß bei jeder Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn. 6. Hab' ich des Tages Plag' empfunden, so rückt der Abend doch herbei. Dann hab' ich ewig überwunden, und bin von aller Trúbsal frei; und ich empfang' vor Gottes Thron den mir verheißnen Gnadenlohn. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, tret' ich auf meinen Tageszeiten. Am Morgen. 194519 Leidenspfad. Herr, stårke, stårke meinen Glauben auch dann, wenn sich der Tod mir naht. Vielleicht erscheint er heute mir; wohl mir! ich leb' und sterbe dir! 525 4. Haft an deiner Hand die Meinen mir auf's neue zugebracht; ließeft keinen, auch nicht Einen, treuer Vater, aus der Acht; knüpfst mit deiner Segenshand fester unser Liebesband, willst mit tausend edlen Gaben heut' uns Alle wieder Mel. Wie nach einer Wafferquelle. 728. Ohne Kummer, ohne laben. Sorgen legt' ich gestern mich zur Ruh'; und nun strömt mir dieser Morgen neue Lebensfreuden zu. Drum, mein Geist, versäume nicht dein Gelübde, deine Pflicht; danke Gott, der dir das Leben auch an diesem Tag' gegeben! 2. Ja, wer sollte dich nicht preisen, großer König der Natur? Dich ja rühmt in frohen Weisen dankend jede Kreatur. Jeder Vogel in der Luft, und das Wild in seiner Kluft, Alles, auch der Baum, die Blume, spricht ein Wort zu deinem Nuhme. 3. Siehe, Herr, auch ich erscheine voll von deinem Lobe hier, sing' im hellen Morgenscheine Dank- und Freudenlieder dir. Du hast in der finstern Nacht väterlich für mich gewacht, hast mir Schwachem neues Leben, neue Stårk und Kraft gegeben; 5. Kommet denn, ihr Lieben alle, schließt mit mir den frohen Kreis! Rühmet Gott mit lautem Schalle! Ihm gebühret Ruhm und Preis. Seine Liebe, seine Macht hat bis hieher uns gebracht. Laßt uns ihn mit heilgen Trieben innig preisen, findlich lieben! 6. Laffet uns in dieser Stunde unser ganzes Herz ihm weihn, und geloben, diesem Bunde ewig, ewig treu zu seyn. Seines Armes Kraft ist groß; ficher ist sein Vaterschooß; und kein Uebel kann uns schrecken, wenn uns seine Flügel decken. 7. Ja, hier knie' ich mit den Meinen, die mir deine Huld verlieh: Zähl' sie alle zu den Deinen! unser Bund zerreiße nie! Täglich knüpfe deine Hand fest und fester dieses Band, bis wir einst im Lichte droben Hand in Hand dich ewig loben. 526 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. mel. Jesus lebt, mit ihm auch). 729. Kommst du, süßes Morgenlicht? weckst du zum Gesang mich wieder? Wenn dein Strahl durch Wolken bricht, fingen Vögel ihre Lieder, und die ganze Schöpfung preist ihren Herrn, des Lichtes Geist. 2. Aus des hohen Himmels Belt neigt das Licht sich zu der Erde, daß Gewässer, Wald und Feld, alles Leben lichtvoll werde. Keime lockt das Licht hervor, Seelen zu dem Licht empor. 3. Ist das Erdenlicht so schön, allbelebend, stark und milde; friegelt sich aus lichtern Höhn in dem unvollkommnen Bilde einer mächtgern Sonne Schein: welch ein Licht muß droben seyn! 4. Jst mein Geist nicht auch ein Strahl, auch ein Licht, aus Licht geboren, aus der Wesen reicher Zahl für das Reich des Lichts erkoren? Trug nicht Christus, Licht vom Licht, auch ein menschlich Angesicht? 5. Heil mir! mein Erlöser zeigt mir das Reich, wo jede Klage einst im heilgen Schauen schweigt, lehrt mich wandeln als am Tage. Jeder neue Morgen spricht: Glaube! liebe! werde Licht! ( Für Schulen.) Mel. Werde munter, mein G. 730. Lieblich ist die Morgenstunde, wenn man sie mit Gott beginnt. Freud' im Herzen, Dank im Munde ziemet einem Christenfind, das nach einer ſanften Nacht in des Schöpfers treuer Wacht ohne Gram und ohne Sorgen aufgewacht zum hellen Morgen. 2. Lasset uns gen Himmel schauen, wo die Sonne glånund Quen Licht und Leben zend steht, und auf Berge, Thal niedersä't! Aber mehr denn Connenlicht strahlet Christi Angesicht; Heil und Friede, Gnad' und Wahrheit leuchten hier in ewger Klarheit. 3. Wie die Frühlingsblumen blühen in der Sonne mildem Glanz, also will er uns erziehen sich zu einem Blumenkranz. Segnend lockt und rufet er alle Kindlein zu sich her; Alle sollen ihn erkennen, Heiland ihn und Bruder nennen. 4. Heut' auch will er uns begleiten, auch zur Schule mit uns gehn, will das Herz zur Weisheit leiten, und uns treu zur Seite stehn, daß uns die Tageszeiten. Am Morgen. sen ganzen Tag keine Sünde fällen mag, daß wir unter seinem Segen Abends uns zur Ruhe legen. 5. O wie wird durch seine Gnade alles Lernen süß und leicht, wenn er auf dem Jugendpfade freundlich uns die Hände reicht! O wie selig ist ein Kind, das mit ihm den Tag beginnt, das Verstand, Gemüth und 527 Triebe heiligt durch des Mittlers Liebe! 6. Komm denn, Herr des ewgen Lebens, tritt in unfern Kreis hinein! Hilf, und laß uns nicht vergebens deines Wortes Schüler seyn! Nimm des treuen Lehrers wahr, segne deiner Kinder Schaar; so wird Alles wohlgedeihen, und dein Herz sich unser freuen. bb. Am Mittage. Mel. Der du dein Wort mir hast.| des Himmels Thau, der Sonne Gott, von dem Strahl sind deine Diener all731. wir Alles haben, die Schöpfung zumal. 4. Und also wächst des Menist dein großes Haus; und in ihm theilst du deine Gaben schen Speise; der Acker ſelbst mit Vater- Händen freundlich aus. Dein Segen macht uns Alle reich; ach treuer Gott, wer ist dir gleich? wird ihm zu Brodt; es mehrt sich wunderbarer Weise die Saat, erstanden aus dem Tod, bis in der Nerndte Jung und Alt erlangen ihren Unterhalt. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die deine milde Hand ernährt? Die Gaben, die uns noth sind, fehlen dem nie, der kindlich sie begehrt. Du schaffest, daß ein jedes Land sein Brodt bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fået, und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, Mel. Meine Seele Gott erhebt. der durch die Felder wehet, die 732. Guter Geber, Dank Wolke, die das Land begießt, sei dir! Du belebst; drum leben 5. Laß uns denn deiner nicht vergessen, wenn wir uns deiner Gaben freun; laß, wenn wir trinken, wenn wir essen, uns theuer deine Güte seyn. Dir sei für Speise, sei für Trank, für alles Gute Preis und Dank. 528 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. wir. Du giebst Speise uns und Trank; dir gebühret unser Dank. 2. Du, du segnest Müh' und Fleiß; Alles ist auf dein Geheiß, Alles, was nur Odem hat, jeder Halm und jedes Blatt. 3. Jeder Tropfen Wassers ist Zeuge, daß du Vater bist. Du legst Brodt auf unsern Zisch; du machst munter uns und frisch. 4. Deine Gaben nehmen wir, Vater, fröhlich nun von dir, und genießen brüderlich, was du giebst, und preisen dich. liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Leben schüßt, uns in Schwachheit unterstüßt, reichlich alles giebt, was nüßt. 3. Dankvoll schauet um euch her! Gott erfüllet Land und Meer; willig giebt auf sein Gebot euch die Erde Wein und Brodt. Flur und Gärten blühn für euch! Berg' und Thäler find so reich, Menschen; und für wen? für euch! 4. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, sorgt' auch heut' für Speis' und Trank. Lobt den Vater! sagt ihm Dank! Aller Segen kommt mel. Singen wir aus Serzensgrund. 733. Dank dem milden vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern! liebt ihn, freuet euch des Herrn! Vater, Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den Alles preist, der uns segnet, der uns speist! Wie er Thier' und Vögel nährt, hat er Alles uns beschert, was Erquickung uns gewährt. 5. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, Gott, uns freun, willig auch zur Arbeit seyn, bis in deiner Seligkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, uns dein Anschaun selbst erfreut. 2. Gott zu loben, fäumet nicht! Es ist Geligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er CC. Am Abend. 734. Werde munter, Zeit vor so manchem schweren Leid durch sein gnadenvolles Walten mich beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gemein Gemüthe! Hebe, Herz, dich himmelan! Preisen will ich Gottes Güte, die er hat an mir gethan, da er dieses Tages| fungen, Vater der Barmherzig Tageszeiten. Am Abend. s keit, daß mein Wert mir ist gelungen ohne Pein und Herzeleid! Deiner Wohlthat ist so viel! Sie hat weder Maaß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 3. Dieser Tag ist hingegangen, und die Finsterniß bricht ein; hin ist deiner Sonne Prangen, und ihr freudenreicher Schein. Drum, o Vater, fleh' ich dir: Deine Klarheit leuchte mir! Tiefes Dunkel herrscht auf Erden; laß es hell im Herzen werden! 4. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wie: der ein. Jesus, der am Kreuz erblichen, stillet des Gewissens Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets noch an mir finde. 5. O du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle zeit. Bleibe du, mein Gott, bei mir, und erhalte mich in dir; decke mich mit deiner Liebe, daß kein Jammer mich betrübe! 6. Laß mich diese Nacht empfinden eine fanfte, füße Ruh'. Alles Uebel laß verschwinden; 529 decke mich mit Gegen zu. Ich befehle deiner Huth Leib und Seele, Hab' und Gut. Freunde, Feind' und Hausgenoffen sei'n in deinen Schuß geschlossen. 7. Ach bewahr' uns doch vor Schrecken; schüß' uns, Herr, vor Ueberfall; laß uns teine Krantheit wecken, halte fern des Krieges Schall. Wende Feu'r- und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod. Laß in Sünden einen sterben, noch an Seel und Leib verderben. 8. D du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath! und du, werther heilger Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. 735. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft, was von Arbeit müd' und matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast; du schläfft noch schlummerst nicht; ob uns die Finsterniß umfaßt, bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich in dieser dunklen Nacht, 3 530 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. und halte du mich gnädiglich in deiner Huth und Wacht. 2. Die Sonne, Mond und Sterne, was in der Näh' und 4. Ich fühle zwar der Sün- Ferne nur Schönes wird geden Schuld, die mich bei dir ver- sehn, was sich im Wasser reget, klagt; doch hat mir deines Soh- was Luft und Erde heget, soll nes Huld Vergebung zugesagt. mit mir deinen Ruhm erhöhn. 5. Er hat für mich genug gethan, als er am Kreuze starb; ich nehm' den Trost im Glauben an, den mir sein Tod erwarb. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu, und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meine Nuh'; wer wollte traurig seyn? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin! hemmt nicht der Andacht Lauf! ich baue jeßt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette seyn in diesem Erdenthal, so führ' mich, Herr, zum Himmel ein, zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb' und sterb, ich dir, o Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth! Mel. Welt, ich muß dich. 736. Wenn sich die Sonn' erhebet, die dieses Rund belebet, so grüß' ich dich, mein Licht! Wenn sie sich wieder neiget, mein Herz vor dir sich beuget; dich preisen, ist mir süße Pflicht. 3. Mit den viel tausend Chóren der Sel'gen, die dich ehren, stets deinem Throne nah', und mit der Engel Schaaren will ich mein Loblied paaren, und rufen froh Hallelujah! 4. Vor dich mit Ehrfurcht treten, dich loben, dich anbeten, ja, davon lebet man! Wohl dem, den du erlesen, du seligmachend Wesen, daß er zu dir so nahen kann! 5. Die Zeit ist nur verschwendet, die man dir, Herr, entwendet; bei dir nur hat man's gut. Du hast uns Herz und Leben allein für dich gegeben; das Herz allein in dir auch ruht. 6. Nun sich der Tag geendet, mein Herz sich zu dir wendet, und danket inniglich. Dein freundlich Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich! 7. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herzlich liebest und rufft zu dir empor, daß du allein den Frieben mir 531 mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Mel. Gott, du frommer Gott. 737. Der Tag ist wieder Huld? Trug ich das Glück mit hin; und diesen Theil des Le- Dank, den Unfall mit Geduld? bens, wie hab' ich ihn verbracht? 6. Und wie genoß mein Herz Verstrich er mir vergebens? des Umgangs süße Stunden? Hab' ich mit allem Ernst dem fühlt' ich der Freundschaft Glück? Guten nachgestrebt? Hab' ich sprach ich, was ich empfunden? vielleicht nur mir, nicht meiner War auch mein Ernst noch sanft, Pflicht gelebt? dass mein Scherz noch unschuldsvoll? 2. War's in der Furcht des und hab' ich nichts geredt, das Herrn, daß ich ihn angefangen? ich bereuen soll? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu seyn? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war's mir auch angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 31 Tageszeiten. Am Abend.e geben kannst hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 8. Ein Tag, der sagt's dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! ich bin nicht heim in dieser Zeit. 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 9. Gott, der du Alles weißt, 4. Ich weiß, an wen ich was könnt' ich dir verhehlen? Ich glaube, und nahe mich im fühle täglich noch die Schwach- Staube zu dir, o Gott, mein heit meiner Seelen. Vergieb Heil! Ich bin der Schuld entdurch Christi Blut mir die ver- laden; ich bin bei dir in Gnalehte Pflicht; vergieb, und gehe den, und in dem Himmel ist du nicht mit mir in's Gericht! mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! 532 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! Mel. Welt, ich muß dich. Mel. Dir dank ich für mein Leben. 739. Die Sonne sintet nieder; die stille Nacht kommt wieder, und mit ihr Schlaf und Nuh'. Sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, und drückt des Müden Augen zu. 738. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag ge= geben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Sei dankbar, mein Gemüthe; sing' deines Schöpfers Gute; er hört dein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und mein Behüter, der, wenn ich schlummre, für mich mire, fur wacht. mils Tageszeiten. Am Abend. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit. In Städten und in Wäldern und auf des Landmanns Feldern herrscht todte Stille weit und breit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere; und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Voll Ordnung, Pracht und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Sobald er rief: Es werde! gleich standen Meer und Erde und alle Welten herrlich da. 7. Herr, deinen Ruhm zu fingen, dir täglich Dank zu bringen, sei meine liebste Pflicht. Du kennst das Herz der Deinen; du weißt es, wie wir's meynen; und unser Lob mißfällt dir nicht. 533 Augen zu. Die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Ruh'. Aber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß dich zu ergeben! premise 2. Prüfe dich mit Ernst, und frage: Müßte ich auch meine Beit? War' ich schon an diesem Tage, vor's Gericht zu gehn, bereit? Ach! erwäg' es: Eins ist noth! denk an Gott und an den Tod. Willst du ewig selig werden, mußt du heilig seyn auf Erden. 3. Herr, ich muß es dir gestehen: Oft vergaß ich meine Pflicht. Ach! dein Auge hat's gesehen; aber schon' und richte nicht! Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du seinetwegen schonest, und nicht nach Vers dienste lohnest. nohyd 8. Dir wird mein findlich Lallen einst ewig wohlgefallen, wenn mein verklärter Geist, vom 4. Richter über Tod und Leben, du willst nicht des SünKörper losgerungen, zum Lichte ders Tod; willst die größte durchgedrungen, mit allen Se- Schuld vergeben denen, die dich ligen dich preist. suchen, Gott! Ach, ich komm' und suche dich, Herr! Mein Mittler spricht für mich; darum Mel. Werde munter, mein G. 740. Nacht und Stille laß mich Gnade finden, und schließen wieder unsre múden vergieb mir meine Sünden! 534 Lieder in Beziehung auf besondere Seiten. 5. Leb' ich morgen: ach so leite meinen Gang auf deine Bahn; halte mich, daß ich nicht gleite; nimm dich meiner Schwachheit an! Gieb zu meiner Pilgrimschaft deines guten Geistes Kraft! fröhlich geb' ich dann am Ende meine Seel' in deine Hände. Mel. Durchbrecher aller Bande. 741. O die stillen Abendstunden- köstlich, herrlich sind sie mir. Vater, dich hab' ich empfunden, Vater, still geweint vor dir, und aus deiner Gottes: fülle Trost geschöpft und neue Kraft. Oder unschäßbaren Stille, die mir solche Freude schafft! 2. Im Gewirre der Geschäfte, in dem lärmenden Gewühl wie gehemmt sind meine Kräfte, wie verschlossen mein Gefühl! Selbst der Kreis von guten Seelen giebt mir selten neuen Schwung; tausend kleine Freuden stehlen mir die beste Sättigung. 3. Nur die Einsamkeit umschattet sanft mit Kühlung meinen Geist, wenn er dürstend und ermattet sich Geliebten selbst entreißt. Du nur, Stille, kannst mir geben, was mir kein Vertrauter giebt, Selbstgenuß und neues Leben und Gefühl, daß Gott mich liebt. Mel. Welt, ich muß dich. 742. Der Mond ist auf gegangen; die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget; und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, wie eine stille Kammer, darin ihr euren Jammer verschlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrofst belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder, und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste, und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, uns nicht des Eitlen freun! Laß uns einfältig werden, und vor dir hier auf Erden, wie Kinder, fromm und fröhlich sevn! Tageszeiten. Am Abend. 6. Wollst endlich sonder Gråmen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 7. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder! kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen, und laß uns ruhig schlafen, und unfren kranken Nachbar auch! ( Für Leidende.) Mel. un sich der Tag geendet hat. 743. Auch uch diesen Tag hab' ich vollbracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und Macht verdank ich es, mein Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil: so würd' in meiner Wanderschaft kein Trost mir ie zu Theil. 3. Ach! ohne dich, Allgütiger, verging' ich in der Noth; von Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod. 4. Doch welche Stärkung fühlt mein Herz! Du bist, du bleibst mein Gott; dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Moth. 535 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun; du wirst mein Retter seyn. 6. Und sollt', o Vater, diese Nacht für mich die lette seyn: wohl mir! mein Lauf ist dann vollbracht, vollbracht des Lebens Pein. mel. Welt, id) muß dich. 744. Die Ruhe fenkt ſich wieder auf unsre Erde nieder in stiller dunkler Nacht. Mit ungezählten Leiden und ungezählten Freuden ist abermals ein Tag vollbracht. 2. Mir sind des Tages Stunden nicht freudenleer verschwunden. Du liebe Vaterhand, du hast mich treu geleitet, viel Freuden mir bereitet, und Schmerz und Kummer abge= wandt. 3. Drum preif ich deine Güte mit fröhlichem Gemüthe, mit demuthsvollem Dank. Ja, Herr, mein ganzes Leben sei fortan dir ergeben, sei dir ein steter Lobgesang. 4. Hab' ich gefehlt, verzeihe dem Reuigen, verleihe zur Besrung Kraft und Muth! Auch ich will Schuld erlassen, 536 Lieder in Beziehung auf besondere Seiten. will denen, die mich haffen, von fern des Himmels Pforte; verzeiben christlich mild und gut. es ziehet uns zu dir mit heilgem Triebe die ewge Liebe. 5. Gieb nun, zu guten Werken auf's neue mich zu stärken, des Schlafes Wohlthat mir! Mein Vater, ich empfehle mein Leben, Leib und Seele und alle meine Lieben dir. 4. Geendet sind nun dieses Tags Geschäfte. Du, Herr, verliehst uns Schuß, Gedeihn und Kräfte! Vernimm den Dant, den dafür, hoch erfreuet, das Herz dir weihet. 5. Doch ach! auch dieser Tag zählt seine Sünden; laß uns bei dir, o Herr, Vergebung finden. Du, Gnädiger, vertilg' aus unsern Herzen der Sünde Schmerzen. 6. Sei freundlich Allen, denen dein Rathschluß Schmerz und Thränen zu ihrem Loose gab! Herr, lindre ihren Kummer, und gieße fanften Schlummer auf jeden Leidenden herab! 7. So schlaf ich denn im Frieden. Wie labend ist dem Müden die Ruh' in stiller Macht! Mein letter Feierabend, sei er mir auch so labend, wenn alles Tagwerk ist vollbracht! 6. Der Sonne Licht entwich aus unsern Gränzen; so laß dein Licht in Finsterniß uns glänzen, o Lebenssonne, wie dich in den Höhen die Engel sehen. Mel. Wend' ab deinen Zorn, lieber. 7. Dein denk die Seele wachend auch im Schlummer. 745. Du Quell des Lichts, Vergessen sei die Sorge und in dem das Licht wir sehen, oder Kummer; nur das sei unsre neige, Herr, dein Ohr zu unserm Sorge, Herr, vor Allen dir zu Flehen, damit, von dir erleuchtet, unsre Seelen das Gute wählen. gefallen. 2. Du hast des Lebens Kraft in uns gesenket, haft ewges Heil durch Jesum uns geschenket; wie sollten wir nicht freudig auf dich schauen, und dir vertrauen? 8. Reusch übergeben wir dem Schlaf die Glieder; gestärkt erwecke sie der Morgen wieder, und deines Geistes Kraft regier' in ihnen, dir stets zu dienen. 9. Noch dauert unser Werktag hier auf Erden. Einst kommt die Zeit, da wird es Sabbath werden; dann weck 3. Es hält der Glaube sich an deine Worte; die Hoffnung sieht Die Tageszeiten. uns aus dem Grab, o Lebenssonne, zur ewgen Wonne! ( Am Sonntage.) tel. Sollt' es gleich bisweilen. Am Abend. 537 6. Vater, was ich bin und habe, ist nur deiner Gnade Gabe. Heilig sei dein Name mir überall und für und für! 7. Nimm ihn hin, des Kindes Willen! Nur was du willst, zu erfüllen, deinem Reich mich ganz zu weihn, soll mein selig Tagwerk seyn.ku 746. Lieblich ist des Abends Schweigen, wenn empor die Sterne steigen; deinen Tag, in dir vollbracht, frönet eine heilge Nacht. 2. Alle Chdre sind verklungen, die dein Lob, o Herr, gesungen; stille flehn im Kåmmerlein deine Kinder, groß und klein. 8. Daß ich kann in meinem Leben fröhlich wirken, reichlich geben, schene mir Kraft zu jeder Zeit, Segen und Genügfamkeit! 3. Doch wie laut in dieser 9. Herr, von allen deinen Stille, in des heilgen Dunkels Hülle, du mein Richter und mein Hort, spricht in mir dein kräftig Wort! Gaben bin ich keine werth zu haben. Ach vergieb mit Vaterhuld! schüße mich vor neuer Schuld! val 4. Rügend jede meiner Sunden, lehrt's dein Vaterherz mich finden, spricht dem Reuevollen zu: Zage nicht, mein Kind bist du! 5. Drum an deines Tages Ende heb' ich kindlich meine Hände auf zu deinen lichten Höhn'; hör', o Vater, hör' mein Flehn! 10. Lehr' mit Demuth mich vergeben, gern mit Allen friedlich leben! führ' aus allen Uebeln du mich zu deines Reiches Ruh'! 11. Dein, nur dein ist Macht und Stärke, Vater aller deiner Werke! Dir sei unser Lob geweiht jetzt und bis in Ewigkeit! 3. Auf besondere Vorfälle. a. In allgemeiner Noth. 747. Wenn wir in höch- finden Hülfe nicht und Rath, sten Nöthen stehn, und kön- ob wir gleich sorgen früh und ich ſorgen früh und nen keinen Ausgang sehn, und spat: 32 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 2. So bleibt dies unser Trost der ewig Treue hält! Du, du allein: Du, Höchster, du kannst erhörst Gebet; so hör', was uns befrein. Wir fliehn zu unser Glaube, zu dir jetzt aus dir, du treuer Gott, du einz'ger dem Staube in unsern Nöthen Helfer in der Noth. fleht. 3. Wir heben unser Aug' und Herz zu dir mit Reue, Schaam und Schmerz, und bitten um Begnadigung, um aller Strafen Linderung. da 538 4. Solch Heil versprichst du gnädiglich, Herr, Allen, die nur traun auf dich, durch unsern Heiland Jesum Christ, der unser treuer Mittler ist. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und flagen dir all' unfre Noth; wir stehen nun verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Ach! unsre Sünde, Herr, ist groß; sprich uns davon aus Gnaden los! Steh' uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei! 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudenvollem Herzen dir; gehorfam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Mel. Don Gott will ich nicht laffen. 748. Du Du reicher Trost der Armen, Gott, Schöpfer aller Welt! Du Vater voll Erbarmen, 2. Ach! unser sündhaft Leben verklagt vor dir uns hart! doch Schonen und Vergeben ist ja der Våter Art. Du treuer Bater, du bist gut vor allen Vätern, und neigst selbst Uebertretern dein Herz bald wieder zu. 3. Erbarme dich und wende der Zeiten schweren Lauf; thu' deine milden Hände, den Schak der Allmacht, auf! Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; o schaffe denn uns Allen bei unserm Mangel Rath! dan 4. Herr, der du uns auch schufest, hör unser Angstgeschrei! Allmächtiger, du rufest dem nichts auch, daß es sei. Uns helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren,- in Theurung uns ernähren, ob's uns unmöglich däucht. 5. Erhör' uns! Kröne, fröne das Jahr mit deinem Gut, und unser Herz gewöhne zu still gelaßnem Muth. Lehr' es sich deiner freun, zu dir Vertrauen haben, und deine Gegensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. In allgemeiner Noth. 6. Allgütiger, wir hoffen auf Sinn, auf dich zu sehn, und dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen; doch standest du uns bei. Du hilfst, du rettest gern. So sei denn unser Leben dir fröhlich übergeben, dir, unserm Gott und Herrn! 539 da, wo Schwache trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschen- Hülfe doch nicht nüßt, wenn deine Hand uns nicht beschüßt! 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Drum laß auch Mel. Ach Gott und Serr. 749. Wir sind in Noth; iegt uns inne werden, daß deine laß uns, o Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Ach, wenn uns ist dein Arm nicht schüßt: wer kann die Wogen hemmen? Hand das Ruder führt. Es rüste sich der Feind zum Krieg- dein Wille nur bestimmt den Sieg. 2. Erett' uns, Herr, Allmächtiger, um deiner Gnade willen! Du, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. 3. Erbarme dich, hilf våterlich; schüß' unser Gut und Leben, daß wir dich, Gott, nach Angst und Noth mit frohem Dank erheben! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 750. D Gott, des Krieges bange Wetter ziehn über unserm Haupt einher! Doch bist du unser Schuß und Retter: so beben wir vor keinem Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Herr, in diesen bangen Tagen und nur den 4. Dir werfen wir uns in die Arme, dir, Vater der Barmherzigkeit. Es flehen Kind und Greis: Erbarme dich über uns zur bösen Zeit! beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen, Raub und Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch hårtre Prüfungen uns gut: so fassen wir in frommer Stille auch dann selbst noch getrosten Muth. Wir sind gewiß, zur rechten Zeit bist du zu helfen uns bereit. 6. Froh werden wir einst rühmen müssen: Du, Herr, hast wohl an uns gethan; du brachst, nach unerforschten Schlüssen, durch Jammer uns zum Heil die Bahn; schien uns auch deine Hülfe fern- du halfft uns doch. Lobsingt dem Herrn! 540 12 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Mel. In dich hab' ich gehoffer. Trost erscheinen! Streck aus die Hand, und laß das Land 751. Du, Gott, bist unsre nicht länger hülflos weinen! Hülf und Macht. Wenn uns dein Auge nicht bewacht: wer wacht? wer hilft uns Armen? Erretter, dir, dir flehen wir, du wollest dich erbarmen! 7. Sei mit den Sterbenden, daß sie dein Antlig schaun; und Alle, die noch leben, die bewahre! Lindr ihren Schmerz, daß bald ihr Herz, wie gern du hilfft, erfahre! 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann, und beret dich, Erretter, an, und preiset deine Gnade. Dann wandeln wir, o Gott, vor dir mit Freuden, deine Pfade. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich weit um uns her; erbarme dich, laß uns nicht plößlich sterben! entzeuch dem Tod uns, der uns droht; entreiß uns dem Verderben! Du bist ein Gott, der gern verzeiht; o laß uns noch Barmherzigkeit vor deinem Throne Met. Auf meinen lieben Gott. finden; und dein Gericht vertilg' 752. Es züchtigt deine uns nicht in unbeweintenSünden! Hand, o Höchster, jetzt das Land. Su deinem Vaterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen; vernimm es mit Erbarmen! 4. Kein Reichthum schüßt, tein Stand, tein Ort; hier weinen Wittwen, Neltern dort, und dort verwaiste Kinder. Die Seuch' erreicht auch den, der fleucht, den Frommen wie den Sünder. 5. Deß alles sind wir werth; doch wir beweinen's, Gott, und flehn zu dir, du wollest uns vergeben! Dein Volk will gern dir, unserm Herrn, gehorchen, dir nur leben. an 6. Für uns auch gabst du deinen Sohn. Um seinetwillen duld' und schon', und laß und 2. Du siehst des Landes Noth: sie tam auf dein Gebot. Du tannst mit starken Händen sie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde ver= ändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst stets noch minder, als wir's verdient, wir Sünder. Abhisa In allgemeiner Moth. 4. Ja, Bater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuvoll vor dir weinen; las tief gebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, gnådger Gott, die Dauer unsrer Noth! laß, die voll Angst dir flehen, Trost und Erleichtrung sehen; verwandle alle Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu entfernen: so stark uns, daß wir lernen mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen. 541 Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß selbst im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle; o sprich zu unsrer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. P 10. Schließt einst sich unser Lauf: dann klärt sich alles auf; dann wird die Aussicht heiter; 7. Herr, deine Büchtigung dann thránt kein Auge weiter; leit uns zur Besserung! Laß dann finden unsre Herzen nur sie die Sichern schrecken, die Wonne nach den Schmerzen. 2. Wo wend' ich mich um Hülfe hin? Bu dir, o Jesu, stebt mein Sinn, weil stets mein b. In persönlicher Trübsal und Kümmerniß. Trost bei dir gefunden hat; noch Reiner je verlaffen ist, der feſt vertraut auf Jesum Christ. Mel. Dater unfer im Simmetreich. Herz noch Hülf und Rath und 753. A Gott, wie manches Herzeleid bekümmert mich in dieser Zeit! Der schmale Weg ist trübfalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. Der Lohn ist ewig; aber ach! zum Laufen fühl ich mich zu schwach. 3. Mein Herr und Gott, ich komm' zu dir. Wie lieblich klingt dein Name mir! Es kann tein Jammer seyn so schwerdein süßer Nam' erfreut viel mehr. Und müst' ich noch so elend fepn, dein Namelindert jede Pein. Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 4. Verschmachten Leib und Herz im Glauben rein; so leb Seele mir: ich acht es nicht; und sterb' ich dir allein! 542 ich hang' an dir. Hab' ich nur dich, so hab' ich wohl, was ewig 754. Schwing' dich auf mich erfreuen soll. Du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 5. O Jesu, du mein Heil, mein Ruhm, des Herzens Schak und Eigenthum, wer macht wohl deine Güte fund? Vergebens ringt mein schwacher Mund; wer Glaub' und Lieb' im Herzen hat, der wird's erfahren in der That. 6. Hätt' ich nicht meine Lust an dir: zu sterben, Jesu, wünscht ich mir. Könnt' ich mich deiner nicht erfreun, so mögt' ich nicht geboren seyn; denn wer hat dich, wer liebt dich, Herr, und wird nicht immer seliger? 7. Wenn ich mein Hoffen stell' zu dir, so fühl' ich Freud' und Trost in mir; wenn ich in Nöthen bet' und sing', so wird mein Herz recht guter Ding'. Dein Geist bezeugt, das solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 8. Drum will ich, weil ich lebe noch, gern tragen deines Kreuzes Joch. Gott, mache mich dazu bereit! Es dient zum Besten allezeit. Erhalt mein zu deinem Gott, du betrübte Seele! Flieh' zu ihm in Angst und Noth, daß kein Trost dir fehle! Keines Feindes Macht und List soll dir deinen Glauben und das Heil, das Jesus Christ dir erworben, rauben. 2. Stürmt die Welt und stürmt der Tod: wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnade; der Gott, der mir seinen Sohn hat geschenkt aus Liebe, daß ich selbst bei Spott und Hohn mich doch nicht betrübe. 3. Was ist unter'm Himmels zelt, was im tiefsten Meere, was ist Gutes in der Welt, daß nicht gut mir wäre? Wem erglänzt das Sonnenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? dient es nicht mir und meinem Leben? 10250 4. Wem doch wird das Erdreich naß von dem Thau und Regen? Wem ergrünet Laub und Gras?. Wem erfüllt der Segen Berg' und Thale, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, daß ich meinen Aufs enthalt hab' und meine Weide. In persönlicher Trübsal und Kümmernis. 5. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad' freudig werden inne. 6. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt die Prüfung auch herein mit dem bittern Leide: laß sie kommen! kommt sie doch von geliebten Händen. Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 7. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gerathen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind: warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sund' will zum Guten ziehen? 8. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Die, des Glaubens sich bewußt, treu im Kampf beharrten, haben auch vollkommne Lust endlich zu erwarten. 9. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Nerndtezeit, da sie Garben 543 binden; dann muß Sorge, Furcht und Leid ewiglich verschwinden. Mel. Wer weiß, wie nabe mir mein. 755. ch armer Mensch, ich armer Sunder steh' hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott! ach Gott! verfahr' gelinder, und geh' mit mir nicht in's Gericht! Erbarme dich, erbarmedich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, Herr, wegen meiner großen Sünd'! Ach, daß ich Gnad' vor dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach höre doch mein sehnlich Schreien, du allertreustes Vaterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen, und lindern meiner Seele Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Wie lang' soll ich vergeblich flagen? Hörst du denn, Gott, mein Flehen nicht? Soll ich in meiner Noth verzagen? Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilt als du allein. Ach, aber, Vater, Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Gnade, Gnade! laß mich doch dein Vater, trau' nur ihm; ernicht verloren seyn! Erbarme hört er doch der Naben Stimm'. dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Bin ich auch kraftlos, krank und schwach, und ist nichts da, denn Weh' und Ach- so tröstet Jesus noch und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht! 6. Nicht, wie ich's hab' verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd'! O treuer Vater, schone, schone, und nimm mich wieder an zum Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 544 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben! sprich, daß der arme Sünder hör': ,, Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben; nur fündige forthin nicht mehr!" Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir geweihte Ginn bezeugt mir's: Du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Mel. Serr Jesu Christ, meins L. 756. süßes Wort, das Jesus spricht zur armen Wittwe: Weine nicht! Es kommt mir nie aus meinem Sinn, zumal, wenn ich betrübet bin. 2. Wenn Noth und Armuth mich anficht, spricht doch mein Jesus: Weine nicht! Gott ist 4. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, gönnt man mir keinen Sie im Land, ruft Jesus in mein Herz, und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht! 5. Reißt mir der Tod das Liebste hin, sagt Jesus: Weine nicht! ich bin, der's wieder giebt; gedenke dran, was ich zu Nain hab' gethan! 6. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Noth: Ich bin das Leben, weine nicht! wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. 7. D süßes Wort, das Jesus spricht, in allen Nöthen: Weine nicht! Erklinge stets in meinem Sinn; so fähret alles Trauern hin. Mel. was forgst du ängstlich für. 757. Du klagst, o Christ, in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freuden von deinem Geist gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht, und In persönlicher Trúbfal und Kümmernis. dir wird bange, daß du von gen beßrer Herzen, als jeßt das Gott verlassen bist.deine dir erscheint. Wie könntest 2. Sind meine Sünden mir du dich so betrüben, daß dir die vergeben; hat Gott Begnadigung Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' und Leben in seinem Sohne mir nicht dein Herz mit ihm ververliehn: wo sind denn seines eint? Geistes Triebe? warum emfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn dennoch nicht, bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich ber und kann nicht gläubig beten; ich denke Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, feinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein heilig Wort war mir gewiß. Jeht kann ich's nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, seufz' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülfe bleibt doch fern. Ich suche Nuh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Günde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. ilhe danit 6. Sag' nicht, o Christ! denn deine Schmerzen sind sichre Beu545 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, regiert ihn nicht der heilge Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott! er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennet dich und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm dennoch mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnade sei. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren; er schickt dir diese schwere Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht 546 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. dir das Heil der Seele theuer, da mich der Jammer drückt! damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen kindlich scheun. Dein Geufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. Ach fende mir in Finsterniß dein Licht, daß es mein Herz erquickt! Ich liege tief vor dir im Staube; bald wankt, bald siegt mein schwacher Glaube; verlaß mich nicht! 12. Zwar ist um Trost dir jeho bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheinet sie uns hart. Doch nachmals wird fie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 2. Verlaß mich nicht! Herr, sieh mein Ungemach! Erhör' mein Angstgeschrei; mein Schmerz ist groß, und meine Kraft ist schwach. Herr, steh' mir hülfreich bei! Dir, Gott, der Wunden mir geschlagen, nur dir will ich mein Leiden klagen; verlaß mich nicht! 3. Verlaß mich nicht! Herr, du bist's, dessen Hand die Lasten auf mich legt; dir war es schon ,. eh' ich noch war, bekannt, wie viel ein Schwacher trägt. Eh' ich der Mutter Brust gesogen, hast du mein Kreuz mir zuges wogen; verlaß mich nicht! 14. Auf! fasse dich in deinen Nöthen. Sprich: Wollte mich 4. Verlaß mich nicht! Wenn der Herr auch tödten, so harr' mich der beste Freund, den du ich dennoch standhaft sein. Mir mir gabst, verläßt, und wenn bleibt das Erbtheil der Erlösten;| mein Herz verlorne Treu' beund will mich Gott nicht eher weint, so halte du mich fest! trösten, wird er mich doch im Tod' erfreun. Wenn du mein Liebstes von mir trennest, so zeige, daß du trösten könnest! Verlaß mich nicht! 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen! Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, Gott ist die Liebe für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen. Sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir. Mel. Es ist genug, so nimm. 758. Verlaß mich nicht, 5. Verlaß mich nicht! Wenn mein Gott! verlaß mich nicht, du nur bei mir bist, so hab' ich In persönlicher Trübsal und Kümmernis. Hülf und Muth; der bittre Kelch wird mir durch dich verfüßt; dir lebt, dir stirbt sich's gut. Wenn, die zum Heil mir lebten, sterben, so laß mich deinen Segen erben! Verlaß mich nicht! hulle tundusdir, o Retter, dir, Jehovah, Mel. Jefu, der du meine Seele. Gott der Götter: ,, Er führt mich die dunkle Bahn, er, der 759. Ach wie hat mein Staub erwecken kann!" Herz gerungen! wie gefleht am Gnadenthron! Noch von deiner Angst durchdrungen, siegst du, meine Seele, schon? oder säumt des Helfers Rechte stets noch? werden meiner Nächte, meiner Leiden immer mehr? immer meiner Thránen mehr? 2. Mah' ist meines Helfers Rechte, sieht sie gleich mein Auge nicht. Weiterhin im Thal der Nächte ist mein Retter und mein Licht. Ja, dort wird mir Gott begegnen; dort wird mich sein Antlik segnen. Jeßt, jekt ist die Prüfungszeit; jeßt sei, Seele, stark zum Streit! 547 künftig; sie war da, nah' des Knaben Tod, ganz nah'. 4. Konnt' er dessen Rath ergründen, der das Opfer ihm befahl? Keinen Ausgang konnt er finden; überall war Nacht und Qual. Dennoch traut' er - O 5. Abraham! so scholl die Stimme in des Ueberwinders Ohr. D du, jener Gnade Stimme, ruf auch meine Seel' em= por! Schau, Herr, wie ich lieg' und flehe, und vor Trauer fast vergehe! In der trüben Stunde Graun lehre mich gen Himmel schaun! 6. Fast zu denen- hin versammelt, die im Herrn entschlafen sind, hab' ich sonst dein Lob gestammelt; Vater warst du, ich dein Kind. Aber jeßt, von dir erschüttert, schmachtet meine Seel' und zittert. Dennoch, Vater, harr' ich dein; dennoch wirst du Bater seyn. 3. Was empfand des Helden Seele, Abrams, der's vom Herrn 7. In der Christen ersten empfing, und nunmehr von Mamres Höhle nach dem Opferberge ging? Tief war seiner Seelen Wunde, heiß der Prüfung bange Stunde nicht erst Tagen ward deß Mund zum Lobgesang, der, umringt von bångern Plagen, zeugend mit dem Tode rang. Selten bracht' ein schnelles Ende sie in ihres 548 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jesus wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ' dich ein in deine Kammer; geh' und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz! Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, klage schweigend deinen Schmerz! 2. Bei der Hand will er dich 7. Kräftig ist dein tiefes faffen. Scheinst du gleich von ihm verlassen glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanken! Bald wirst du voll Freude danken; bald umgiebt dich Kraft und Licht. Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen. Glaube nur, daß er dich hört, daß er Schweis gende verstehet, daß dein Mittler für dich flehet, und daß Gott sein Flehn gewährt. 3. Bald wird dir der Morgen funkeln; hoffe, harre, glaub' im Dunkeln! nie gereut ihn seine Wahl. Deinen Glauben will er üben; er, die Liebe, kann nur lieben; bald wird Wonne deine Qual. 8. Nun, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlik wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werde überwinden! Wer ihn sucht, der wird ihn finden; er beschwört's in seinem Wort. Vaters Hände. Viele dunkle Tage lang starben sie, scholl ihr Gesang. maist 8. Schaue dieser Helden Glau: ben, meine Seele, glaubend an! Nichts laß deine Krone rauben; leid' und klimm' zu ihr hinan! Keiner Trübfal Tiefen scheiden, weder Tod, noch Leben scheiden, nichts, was jeßt und künftig ist, scheidet mich von Jesu Christ! Mel. An des Mittlers Kreuz zu. 760. Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, seyn! Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus sicher leiten; Muth spricht er dem Schwachen ein. - In persönlicher Trübfal und Kümmerniß. 2 549 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. Jesus doch erkennen, dich seis nen Freund und Bruder nen= 761. Klag' nicht, mein nen, dich ewig lieben und erfreun. Herz, wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir fliehn; nicht, wenn dir Angst und schwere Leiden zuweilen allen Trost entziehn. Erhebe dich vom Staub der Erde, umfasse Gott im Geist, und werde werth jener hohen Herrlichkeit, die er, der auch für dich gestorben, bei seinem Bater dir erworben. Ein Traum doch nur ist diese Zeit. 4. Bemühst du dich, der Deinen Segen, des Vaterlandes Glück zu seyn; steht dir die ganze Welt entgegen: laß dein Bemühn dich nicht gereun! Laß weder List noch Spott von Súndern dich je am weisen Wohlthun hindern; es ist ein Himmel, Seele! dort wird jede Treu', geübt auf Erden, zehne tausendfach vergolten werden. Drum sei beherzt und fahre fort! 2. Wirst du gekränkt, und um den Glauben an Gott und Jesum gar verlacht: sei stark, und laß ihn nichts dir rauben! Ein Gott ist doch, der dich gemacht, ein Jesus, der troß alles Spottes unsterblich sißt zur Rechten Gottes, und aller Frommen Zuflucht ist; ein Herr und Richter aller Welten, bereit, dir's ewig zu vergelten, wenn bis zum Tode treu du bist. 5. Fahr' fort, wenn man dich Heuchler nennet, wenn deine Tugend Laster heißt! Der in der Höh' ist's, der dich kennet, Gott, der dir ewges Heil verheißt. Er wird von deiner Unschuld zeugen; und deine Låstrer werden schweigen, wenn er für redlich dich erklärt. Sei still! Dem Herrn gehört die Nache; er kennt und führt der Unschuld Sache; er ehrt den ewig, der ihn ehrt. 3. Verachten dich der Tugend Feinde, wenn du in Einfalt Tugend übst; verlassen selbst dich deine Freunde, weil du Gott mehr als Freunde liebst: sei standhaft! laß dich nur verachten! vor Allen, die dich hier verlachten, wirst du von Gott 6. Mußt du mit Leidenschaften ringen, trifft des Versuchers Pfeil auf dich; bist du zu schwach, dein Fleisch zu zwingen; empört in dir die Sünde sich: wahr ist's, dies ist dem geehret seyn; einst wird dich bessern Herzen die Quelle un 550 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. zählbarer Schmerzen; doch bete! Gott hilft. Bet und streit'! Hier ist der Kampfplak; streit' und leide, erkämpfe dir des Himmels Freude! Gott hilft. Ergreif die Ewigkeit! Streit, und übst durch körperlichen Schmerz ein der Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trubsal soll ich leeren? Ach Herr! du weißt, der Mensch ist schwach. 7. Sei stark, mein Geist, in Vergieb, wenn eine Fluch von jedem Leiden; dein Glaube Zähren aus meinen matten kämpfe ritterlich! Sei redlich,| Augen brach! O stärke, Gott Sünden stets zu meiden; der herbsten Trübsal rühme dich! Sei stark! Gott nennt die Ueberwinder an jenem Tage feine Kinder, seßt sie auf seines Sohnes Thron. Kein Engel kann die Freuden denken, die Jesus wird dem Sieger schenken. Sei stark! Gott selber ist dein Lohn. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 762. Nicht mehr, als voll Vaterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte oft stöhnend auf dem Lager zu. Der Menschen Hülf ist schwach und klein; du aber wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang' die Prúfungsstunde währt; und wenn sich auch im Kampf der Leiden ganz meine Lebenskraft verzehrt, wenn auch mein Herz im Tode bricht-du, Herr, bleibst meine Zuversicht! meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Der Schmerz wird mich nicht endlos nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing' ich, naher Helfer! dir. Mel. Uch Gott vom Simmel, sieh. 2. Weil mich die Welt zu 763. Wie ist mein Herz sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den so fern von dir, von dir, du Quell des Lebens! Mein Geist bekümmert sich in mir, sucht Ruh', und sucht vergebens. Ver In persönlicher Trübsal und Kümmernis. 551 o Gott, steht mein Vertrauen. laß mich, Gott, mein Vater, find' ich Trost? Zu dir allein, nicht! Verbirg' mir nicht dein Angesicht, du, aller Geister Wonne! 2. Ringsum ist Dunkelheit um mich. Wie strebt mein Geist mit Beben nach Licht und Trost, und ängstet sich! doch fruchtlos ist sein Streben. Der Sünden täglich neuer Streit, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht zu dir mich aufzuschwingen, zu schwach, durch diese dunkle Nacht der Anfechtung zu bringen. Wirst du nicht meine Stärke seyn: wo 4. Mit starkem Glauben an dein Wort will ich dich mächtig fassen; ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht wanken, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind, bin ich durch Jesum doch dein Kind, du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir! so fürcht' ich keinen Streit. Du kannst mich sieghaft machen; du giebst den Bangen Freudigkeit, und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. 2. Ach! allenthalben waren wir umfangen vom Verderben; wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben. Nichts trieb des Würgers Macht zurück; c. Nach überstandenen Mel. Es ist das Sell uns kommen. 764. Wir kommen, Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis 3. Bu dir, du Menschenretter, zu bringen; des ganzen Volkes schrien der Deinen bange Herzen. lauter Dank soll, Vater, dir Du hörtest uns- die Seuchen lobsingen, daß du uns in der fliehn; du heilest unfre Schmerhöchsten Noth so treu beschüßzet, zen. Erbarmungsvoll hat deine daß der Tod uns nicht dahin- Hand das Uebel von uns abgerissen. gewandt, uns väterlich geschonet. Gefahren und Leiden. es dünkt uns jeder Augenblick der leßte unsres Lebens. 4. Wir wollen, der du uns befreist, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an; es 552 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. danke, wer nur danken kann, und fürchte deinen Namen. 5. Auch durch des Lebens Angst und Noth willst du zu dir uns ziehen; so hilf fortan uns, heilger Gott, das Böse standhaft fliehen; Nie blend' uns mehr die Lust der Welt; nur das zu thun, was dir gefällt, sei unsres Herzens Freude. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 765. Der Herr ist gut! Ihr Himmel, höret, und jauchzt uns nach: Der Herr ist gut! Er hat das Leid in Lust verkehret; Gott ist's, der große Dinge thut! Zu ihm, von dem wir Alles haben, ging unfer Flehn in tiefer Noth, als große Wasser uns umgaben, und keine Hand uns Hülfe bot. 2. Verderben wollt' uns schon verschlingen; vor Menschen war's um uns gethan: doch er sah im Gebet uns ringen, und nahm sich gnädig unser an. Er ließ die Fluthen grausend schwellen, und rettete mit starker Macht uns mitten durch die schwarzen Wellen, durch alle Schrecken banger Nacht. 3. Gott ist mit uns! Was kann uns schaden? Was kann und Staub und Asche thun? Wie gut ist's, aller Sorg' entladen, Herr, unter deinen Flü geln ruhn! Ihr goldnen Seile treuer Liebe, zieht uns zu unserm Schöpfer hin! Ihm weihen wir des Herzens Triebe; geheiligt sei ihm unser Sinn! 4. So fliehn wir der Berächter Pfade, die sich von Gott zur Welt gewandt, vergessen nimmer seiner Gnade, die Heil und Rettung und gesandt, und werden noch in fernen Zeiten des großen Helfers in der Noth, des weisen Vaters Lob verbreiten, das Lob des Gottes Sebaoth! Mel. Wachet auf ruft uns die. 766. Hallelujah! Preis und Ehre! Die Tempel schmückt, weiht die Altäre ihm, der uns großes Heil gesandt! Singt dem mächtigen Erretter aus voller Brust, dem Gott der Götter! Er sendet Nuh' auf Meer und Land. Der Schlachten Donner schweigt; der Friedensbogen neigt sanft sich nieder. Gott hielt Gericht; und herrlich bricht aus langer Nacht hervor das Licht. 2. Seid gesegnet, Wonnetage! Der stille Schmerz, die laute Klage löst sich in Freudenthránen auf. Sproffet fröhlich, reiche Nach überstandenen Gefahren und Leiden. erstreben, der unser Innerstes durchdringt! Herrscht in uns dein beilger Wille, so wandelt sich in Ruh' und Stille, was durchdringt alle Seelen. Hell feindlich in uns kämpft und wird der Blick; es fehrt das Glück zur Hütt' und zum Pallast zurück. ringt. In Frömmigkeit und Necht erblüht ein neu Geschlecht dir zum Ruhme; zu dir hinauf führt so der Lauf, und ewger Friede nimmt uns auf. Saaten! Die wüthend euch zu Boden traten, gehemmt ist ihr verhaßter Lauf. Wie ist die Welt verjüngt! Ein Lebensgeist 553 3. Endlich, endlich ist errungen, was nah und fern in allen Bungen die hart Bedrängten heiß erfleht. Gnädig hast du, Mel. Wachet auf, ruft uns die. Herr, vernommen die stillen 767. Gott mit uns! HinSeufzer deiner Frommen, erhört die Thränen, das Gebet. Den Kampf hast du verkürzt, der Thronen baut und stürzt. Dir die Ehre! dein Wink gebeut, da ruht der Streit; die Welt schaut Gottes Herrlichkeit. auf, ihr Pfalter, zu Gott, dem Retter, dem Erhalter! Er lenkt der Stern' und Völker Bahn. Er nur schafft des Sieges Kronen; lobsingt! An uns, an Millionen hat Großes einst der Herr gethan. Mit unserm Gott erstand das freie Vaterland. Hallelujah! du große Zeit, durch ihn geweiht, verkünde seine Herrs lichkeit! 4. Freiheit kehrt den Völkern wieder; des Segens Fülle strömt hernieder, und sicher steht, was Eintracht baut. Nicht entreißt mehr ohn' Erbarmen des Krieges Wuth des Vaters Armen den Sohn, der Mutter und der Braut. Ruh' euch, die ihr gekämpft, mit Gott den Feind gedämpft! Friedenspalmen entblühen schon der Gruft; und Lohn wird euch vor des Vergelters Thron. 2. Gott mit uns! Er sah die Thränen, vernahm der Völfer banges Sehnen, und bot die treue Hand uns dar. Als mit ihm die Land' erwachten in Flammen, Winterfrost, in Schlachten erschien der Netter wunderbar. Er stillt die wilde Fluth, gebeut den Stürmen. Ruht! Hallelujah! Der Retter sprach, und unsre Schmach of a 5. Herr, der Frieden uns gegeben, hilf auch den höhern uns 554 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. ward Ruhm, und unser Joch zerbrach. 3. Gott mit uns! An seiner Rechten stieg glorreich uns aus bangen Nächten des Friedens Mel. Singen wir ausserzensgrund. goldnes Licht empor. Freudig 768. Auf den Nebel folgt jauchzten Länder, Meere; die Herzen wurden Dankaltáre, und alles Volk ein Jubelchor. Der Våter Ruhm und Glück, die Freiheit, kam zurück. Hallelujah! Mit seiner Macht ist's wohl vollbracht, mit ihm der Tag des Heils erwacht. die Sonn', auf das Trauren Freud' und Wonn'; auf die schwere bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis an des Todes Thor steigt gen Himmel nun empor. 4. Gott mit uns! Noch glänzt in Wonne, wie einst, uns seine Friedenssonne; noch preist den Herrn der Lobgesang. Freundlich blickt er auf uns nieder; und Liebe baute schöner wieder, was einst der Flamme Wuth verschlang. Noch zeugt der Jahre Ruf: Gott schüßte, was er schuf. Hallelujah! Er, groß von Rath und start von That, gab Aerndte: lust nach Thränensaat. 2. Gott läßt Keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurückegehn, der sich ihm zu eigen schenkt, und ihn in sein Herz versenkt. Wer auf Gott die Hoffnung seßt, siegt und findet doch zuleßt, was ihm Leib und Seel' ergößt. einst singt: Hallelujah! Herr, führe du durch Kampf der Ruh' in deinem Friedensreich uns zu! 5. Gott mit uns! Triumph und Frieden hat, Herr, uns deine Huld beschieden; verleih' uns Frieden auch mit dir! Frei sind wir durch dich erstanden; mach' auch die Seele frei von Banden, von Wahn und sündlicher Begier! Wohl dem, der muthig ringt und sieggekrönt 3. Kommt's nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn sie kommt, kommt unsre Bitt' und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krant gemacht, als mir aller Muth entfiel, gabst du, Gott, der Nach überstandenen Gefahren und Leiden. Noth ein Ziel, schenkteft mir der Freuden viel. 5. Nun, so lang' es Gott gefällt, daß ich lebe in der Welt, soll mir seiner Wunder Schein stets vor meinen Augen seyn. Ich will all mein Lebenlang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Ehr und Dank. 6. Ich will gehn in Angst und Noth; ich will gehn bis in den Tod; ich will gehn in's Grab hinein, und doch allzeit fröhlich seyn. Wem der Stärkste will beistehn, wen der Höchste will erhöhn, der kann nicht zu Grunde gehn. 555 Schmerzen Stäte die Liebe: ,, Hilf, Erbarmer!" flehte, da warst du schon Erbarmer mir. Erlöschen sollte nicht der Augen mattes Licht. Vater, Retter! auf dein Gebot entfloh die Noth; vorüber ging an mir der Tod. 3. Dein ist der Genesung Wonne. Wie grúnt die Au', wie glänzt die Sonne mir in verjüngter Herrlichkeit! Nun empfind' ich neue Stärke, mein Gott, zu neuem Tagewerke; nun flieht mir köstlicher die Zeit. Nun theilt der Meinen Brust mit mir des Dankes Lust. Vater, Retter! am Grabesrand hat deine Hand beschüßt der Lieb' und Freundschaft Band. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 769. Heil mir! von der 4. Neu geboren ist mein Leben. Krankheit Banden bin ich mit Was kann ich dir vergeltend meinem Gott erstanden. Ent- geben? gedenken will ich deiner zückte Seele, himmelan! Preis Huld, treu dir mein Gelübde ihm, der von Sterbebetten all- zahlen, will mehr, als vor der mächtig, wunderbar erretten, Seuche Qualen, erzittern vor und neues Leben schenken kann! Wer hilft in banger Nacht, wenn nicht sein Auge wacht? Vater, Retter! du dachtest mein; du halfft allein. O sei mein Dant, mein Leben dein! dem Gift der Schuld, will wirken, Herr, als Christ, so lang' es Tag mir ist. Vater, Retter! o steh' mir bei, daß kräftig, frei von Seuchen meine Seele sei! 2. Als mein Herz in Aengsten zagte, Erquickang mir der Schlaf versagte, da ward Erquickung, Herr, von dir. Als an meiner 5. Mag dann einst der Tag erscheinen, wo Kunst und Lieb umsonst sich einen, und brechen mag des Müden Herz! mag, a 1 556 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. of For was sterblich war, verwesen! nach treuem Pilgerlauf. Vater, ich bin ja selig dort genesen, Retter! dein Himmel lohnt, wo erlöst von allem Erdenschmerz. Christus thront, und wechsellos Du nimmst die Deinen auf Gesundheit wohnt. d. Bei Sterbefällen und Begräbnissen. m. Nun laßt uns den Leib begraben.| Noth, aus aller ihrer Missethat ( Gemeine.) durch seinen Sohn erlöset hat. ( Chorstimme.) 770. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir fäen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. ( Chorstimme.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibt im dunklen Grabe nicht; denn Jesus kommt und hält Gericht. ( Gemeine.) 3. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nur mehr; er liegt und schläft: doch er erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. ( Chorstimme.) 4. Du wirst mein aufgelöst Gebein, o du Verwesung, bald zerstreun. Gezählt ist, wie des Hauptes Haar, mein Staub; Gott weckt mich wunderbar. ( Gemeine.) 5. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer 6. Gott ist barmherzig, und verstößt im Tode nicht, die er erlöst, die nicht, für deren Missethat sein Mittler sich geheiligt hat. ( Gemeine.) 7. Er wandelt' hier im finstern Thal; er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, entschlummertest, und lebest noch. ( Chorstimme.) 8. Bei euch hat Trubsal mich gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh' erquickt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch führte Gottes Rechte mich. ( Gemeine.) 9. Er litt vielmehr, der uns verföhnt', und himmlisch seine Sieger krönt. O Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wird's wie Träumenden uns seyn! ( Chorstimme.) 10. Jch trug sein Joch bis an mein Grab; nun wischt er Bei Sterbefällen und meine Thränen ab. Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? ( Gemeine.) 11. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. ( Chorstimme.) 12. Ja, laffet mich in meiner Ruh', und gehet euren Hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt. ( Gemeine.) Begräbnissen. nd Begräbnissen. 13. Ach Gottgeopferter, dein Tod stärk' uns in unsrer leßten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und freudig unser Ende seyn. 557 hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt. Denn nur bei Gott ist Trost und wahre Ruh', kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, sobald es Gott gebeut. Du eilest fort, eh' größres Ungemach dich in der Welt bedräut. Wer lange lebt, bleibt lang' im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! Mel. Es ist genug, so nimm. 5. Zeuch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen 771. 3euch hin, mein Kind! frommen Geist. Da siehest du, denn Gott selbst fordert dich aus dieser eitlen Welt. Ich leide zwar; dein Tod betrübet mich: doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen, und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Wohl dir! die Seel' ist nun entbunden; du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur für die Welt geliehn. Die Zeit ist hin; darum befiehlt er dir, ießt wieder fortzuziehn. Seuch Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 772. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er giebt und nimmt auch wieder. Bald sieht er uns in Gnaden an; bald beuget er uns nieder. Aus 558 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. frohem Dank wird Grabgesang, aus Wiegenliedern Klagen, aus Hoffnung banges Sagen. 2. Doch was Gott thut, ist wohlgethan; wer darf die Weisheit meistern? Ruft er mein Kind nun himmelan zu Zions reinen Geistern, und will mein Herz bei diesem Schmerz vor banger Wehmuth brechen: kann ich ihm widersprechen? 3. Gott thut's, und so ist's wohlgethan; er macht es bald vollkommen. Er hat es von der Dornenbahn in seinen Schooß genommen. Was Gott gefällt, darf in der Welt nicht allzulange weinen. Er eilet mit den Seinen. 4. Thut's Gott, so ist es wohlgethan; die Welt kann leicht verführen. Dort oben trifft es Rosen an, daran kein Dorn zu spüren. In Gottes Hand ist dieses Pfand ganz sicher aufs gehoben, wenn hier die Stürme toben. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Ein Christ steht fest im Glauben, daß er uns wiedergeben kann, was Grab und Tod jeht rauben. Wie freu' ich mich, mein Kind, auf dich! Dort will ich dich umfassen, und nimmer von dir lassen. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Du sammlest meine Thränen; ich aber schaue himmelan mit Seufzen und mit Sehnen. Ach! daß ich dort bei dir, mein Hort, mein Kind bald mögte sehen! Ja, ja, es wird geschehen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 773. Ihr Aeltern, gebet euch zufrieden, und stillet eurer Thränen Fluth! Ist euch ein liebes Kind verschieden: ihr wißt nicht, warum Gott es thut; doch wißt ihr, daß sein harter Schluß zu eurem Besten dienen muß. 2. 3war sollte nicht das Herz 5. Was Gott thut, das ist euch brechen, wenn ihm das wohlgethaft; ich will mich ihm Herz im Tode bricht? Wer ergeben. Dort ist das wahre euch will völlig Unrecht sprechen, Kanaan, hier nur ein Pilger- ach! der kennt Aelternliebe nicht. leben. Zeuch hin, mein Kind, Wer könnte bei so herber Pein wo Sonnen sind, die niemals untergehen, und stets im Glanze stehen! Phone wohl kalt und unempfindlich sein? 3. Doch müssen wir auch Christen bleiben, und in dem Bei Sterbefällen und Begräbnissen. Leid als Christen thun, dem Höchsten nicht Gefeße schreiben, in seinem Willen kindlich ruhn, und mitten in der Trauerzeit doch hoffen auf die Ewigkeit. 4. Wozu die fummervollen Thränen? Betrübte Neltern, denket nach! Hebt euer unermeßlich Sehnen denn irgend euer Ungemach? Begehrt ihr aus dem Himmels- Saal eu'r Kind in dieses Thränenthal? 7. Der Vater hat sein Kind umfangen; das Lämmchen nahm der Hirt zu sich. Die Blume wird einst wieder prangen, die hier den ersten Tag verblich. Der Kirchhof muß der Acker seyn, solch Weizenkorn hinein zu streun. 559 8. Was könnt ihr euren Kindern geben, wenn ihr auch noch so sorgsam seid? Der Aeltern und der Kinder Leben ist beides nichts als Eitelkeit; und wenn es je am besten war, doch nur voll Sorgen und Gefahr. 9. Gefeßt, ihr brächtet sie zu Ehren im Himmel stehn sie oben an. Ihr sucht die Güter zu vermehren, dadurch das Kind verderben kann. Und was ist 5. Seht nicht so ängstlich nach dem des Goldes Preis, der seider Leichen; starrt nicht so trau- nen Schaß im Himmel weiß? rig in das Grab. Die Blumen 10. Drum, ihr betrübten können bald erbleichen; die Blät- Weltern, küsset die Hand, die ter fallen leichtlich ab. Ihr wist, euch geschlagen hat. Ob ihr, daß alles Fleisch nur Heu und was Gott thut, jest nicht wisſetwie das Gras im Felde sei. dereinst erfahrt ihr seinen Rath. Es kommt die Zeit, wo euch erscheint, wie gut er es mit euch gemeint. 6. Getrost! denn euer Kindlein lebet; es ging hinauf zu Jesu Christ. Seht, wie es dort mit Engeln schwebet, und selbst ein kleiner Seraph ist. Es tråget schon sein zartes mel. Mitten wir im Leben sind. Haupt die Krone, die kein Feind ihm 774. Stärke, die zu dieſer raubt. Seit, da wir, Herr, dir singen, múde, stumm im falten Schweiß mit dem Tode ringen! Du nur kannst sie erquicken. Sie liegen da und sehn hinab in das schauervolle Grab! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! du ewiger Gott! laß sie nicht - Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. versinken in des Todes letzter die der Erd' entfleucht. Hör', Angst! Erbarm' dich ihrer! o crlöster Geist, der bald am Thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfähst du nun der Erben Lohn! 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten Einen dei ner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne; allein kein Trunk mehr kühlet die. Darum beten wir für sie: Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! du ewiger Gott! laß sie nicht erliegen, Herr! Herr! Herr Gott! im Gericht, erbarm' dich ihrer!| dein Herz. Ach! mehr, als du verstehst und weinend von ihm flehst, wird er geben. Er hat's vollbracht; die dunkle Nacht des Todes und der Sünd' ist hin. 3. Ach! weil Jesus Christus selbst diesen Kelch getrunken, und, von viel mehr Qual umringt, in das Grab gesunken, um seines Todes willen hör unser thránenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! um Gnade für sie! Laß sie sanft entschlummern! Trockne, trockn' in jener Welt all' ihre Thränen! 3. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens nach des Todes Nacht! Sei gesegnet! Amen! Amen! entschlaf in Jesu Christi Namen! denn auch für dich hatt' er's vollbracht. Nicht du, der Herr allein macht dich von Sünden rein; und du fündigst nun bald nicht mehr. Der Brüder Heer, Met. Wachet auf, ruft uns die. 775. Hallelujah! Amen! der himmlischen, nimmt nun dich auf. Amen! entschlaf' in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Sieh, an deiner Laufbahn Ende bist du! er nimmt in seine Hände die Seel' auf, 560 2. Ob dich deine Sünd' auch schreckte, und dir der Gnade Trost verdeckte- was dich verdammt, ist nur dein Herz. Bald wird sie nicht mehr dich schrecken, nicht mehr die Gnade dir verdecken; er ist viel größer als 4. Noch ein Segen soll dich lezen: Daß du verwesest, dies Entfeßen verfinstre deine Seele nicht! Zwar wir wandeln hin Bei Sterbefällen und Begräbnissen. 561 wünsch' ich dich in den Staub zurück. Geduldig will ich schweigen. und såen dich irdisch aus; doch auferstehen sollst du mit jenes Tages Licht. Geh' ein zu deiner Ruh'; der Herr schleußt 5. Der Leichnam ruht im fühlen Grab; Gott nahm ihm nach dir zu. Auferstehen nach seine Schmerzen ab und jede kurzer Ruh', du Todter du, wirst du zum Leben auferstehn! Last der Leiden. Empor schwang sich vom Staub der Geist zu dem, der Liebe, Liebe heißt, genießt nun Gottes Freuden. 6. Die Seele, die hier heilig war, fei'rt dort mit der ver= klärten Schaar den Sabbath der Erlösten; ist Wonne, Liebe, Dank und Licht, und lebt und schaut! Das sollte nicht bei'm Trennungsschmerz mich trösten? 7. D Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und stille deine Klagen! Erlöst von ihres Leibes Joch, lebt die geliebte Seele noch; und ich, ich sollte zagen? 8. Nein, stille will ich Gott vertraun. Wer Jesu glaubt, wird dort ihn schaun, wird Seligkeit empfinden. Ich weiß, ring' ich vom Staub empor: so werd' ich, was ich hier verlor, im Himmel wieder finden. Mel. Rommt her zu mir, spricht. 776. Ach! hier nicht mehr, ach fern von mir bist du, ich sehe nichts von dir, du liebe treue Seele! Entflohn aus meinen Armen weit bist du vom Thal der Sterblichkeit, o beste treuste Seele! de 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin; dein Trost, wenn ich verlassen bin; dein Mitleid, wenn ich leide. Mir fehlt, mir fehlt die treue Hand am Weg' in's beß're Vaterland, dein Blick voll Ernst und Freude. 3. Ja, weinen darf ich, Gott, vor dir, daß du die fromme Seele mir so früh schon hast entrissen. Die Wunde blutet sehr, und ich, ich tlag', geliebtes Herz, um dich: Gott hat dich mir entrissen. 9. Zwar hört, wenn einst 4. Doch ruhst du nicht in mein Auge bricht, mein Ohr Gottes Schooß? So sei mein von dir, o Theure! nicht Gebet, Schmerz denn noch so groß, ich nicht Trost und Segen: doch will vor Gott mich beugen. wenn, auf Gottes Wink, mein Nein, Theure, keinen Augenblick| Geist sich im Triumph der Erd' Na 2 562 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. entreißt, so eilst du mir entgegen. 10. Ja, Jubeltag, du kommst heran, wo ich verklärt Gott schauen kann mit dir, geliebte Seele, mit dir, mit dir werd' auferstehn, mit dir durch alle Himmel gehn, o mir entrißne Seele! 11. Gedanke der Unsterblichkeit, erheitre jede Dunkelheit, gieb Muth mir, wenn ich wanke! Ersticke jede Leidenschaft, erfülle mich mit Heldenkraft, hochheiliger Gedanke! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 777. Ruhen sie in Gottes Frieden, sie, die hier begrüßet kaum, frühe schon hinüber schieden aus des Lebens Morgentraum, und die erst nach langer Qual aus der Erde dunklem Thal mit zerrißnem Herzen schieden. All' ihr Seelen, ruht im Frieden! 2. Die nach Irdischem nicht strebten, ewges Glück in Hoffnung sahn, treu der ernsten Pflicht nur lebten trok der dor: nenvollen Bahn, und, wie groß das Opfer war, doch es freudig brachten dar, ungern drum vom Wirken schieden, ruhn sie in des Lohnes Frieden! 3. Die sich still nach Liebe sehnten, wie der Mensch dem Menschen giebt, einsam ihren Pfad bethränten, ach! verkannt und ungeliebt, und von deren treuen Hand kaum ein Herz den Druck verstand, die doch liebend, segnend schieden, ruhn, o ruhen sie im Frieden! 4. Die nicht Glück noch Ruhe kannten auf des Kampfes offnem Feld', aber Muth und Stärke sandten in die tiefentschlafne Welt, die die Geister aufgeweckt, nie durch Menschenfurcht geschreckt, die noch lehrend, bessernd schieden, ruhn sie in gerechtem Frieden! 5. Alle Geister, die voll Klarheit, streitend für das Heiligthum, wurden Märtyrer der Wahrheit, suchten nicht des Streites Ruhm, die auf ihrem Pfad im Licht hin sich opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes schieden, ruhen sie in Gottes Frieden! 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Glück, bei des Lebens Drang und Qualen, trugt in eurer Liebe Blick! Dort noch, in des Vaters Reich, mit euch selig, dank ich's euch! Ach daß ihr dahin geschieden! Ruht in Gottes heilgem Frieden! - und Begräbnissen. Mel. Alle Menschen müssen sterben. gesenket? und geschaffen hätte Gott dieses Alles für den Tod? 778. Trocknet eures Jam5. Nein, o Bater, nicht vermers Thränen, heitert euren gebens schufst du uns zu deinem trüben Blick; denn es bringt Bild. Weisheitsvoll hast du kein banges Sehnen die Ent- des Lebens edlen Geist in Staub schlafenen zurück! Ach die holde gehüllt. Diese Hülle wird zerStimm' und Rede, und der Lieblichkeiten jede und das fröhliche Gesicht ruht im Grab, und kehret nicht! trümmert; und die freie Seele schimmert zu der höhern Geister Chor immer herrlicher empor. 6. Auf! von Moder und Verwesung blicke dort hinauf, mein 2. Gleich des Feldes Blumen Geist, wo im Friedensthal schwindet, was da lebet rings Genesung alles Erdenjammers fleußt; wo nicht Kriege, WasserFreund, und findet den geliebten fluthen, Hunger, Pest und wilde Freund nicht mehr. Wie der umher. Trauernd sucht der welke Greis am Stabe, sinkt der Jüngling und der Knabe; und das schauervolle Grab zieht zuleßt auch uns herab. Bei Sterbefällen 3. Gleich des Feldes Blumen werde, was geboren ward, zerstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde; aber sein Bewohner bleibt. Ihr Geliebten, ja! ihr schwebet über Sternen, ja! ihr lebet noch voll Liebe für den Freund, der an eurem Grabe weint. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten aufwärts zur Vollkommenheit, dieses Vorgefühl, dies Schmachten nach der Unvergånglichkeit, dieser Geist, der Welten denket. würde mit in's Grab 563 Gluthen, wo nicht Trennung mehr noch Tod liebenden Geliebten droht! 7. Ach des Wonnetags, der wieder, was am Grabe hier geweint, Aeltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Freund und Gatten fest vereint; wenn, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in seine Ruhe nahm! 8. Bald vielleicht, ach! bald verschwunden ist auch unfre Lebenszeit; und wer weiß? von unfren Stunden kommt die lette wohl schon heut'. O laßt Gottes Weg uns wandeln, kindlich glauben, redlich handeln, daß Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 564 wir, wenn der Vater ruft, freudig sinken in die Gruft. Mel. O Welt, ich muß dich. 779. Mein banges Herz, sei stille! es war des Vaters Wille; des Vaters Will' ist gut. Was seine Hand geliehen, darf sie das nicht entziehen? und darfst du tadeln, was sie thut? 2. Es blute nur die Wunde; schon naht der Heilung Stunde, Vertrau'! sie ist nicht weit. Was dir der Tod entrissen, sollst du nicht ewig missen; auf! freu' dich der Unsterblichkeit! 3. Wer wohl den Lauf vollbrachte, dem kommt, oft eh' er's dachte, des Kampfes Ruh' am Ziel. Er ruht in Vaterhänden; ihn herrlich zu vollenden, entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 4. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich in sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Ketten; frei steigt der Geist zu Gott hinauf. 5. Schwer ist der Trennung Stunde; tief ist der Seelen Wunde. Ach! es erliegt der Geist, wenn Alles nun verschwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 6. Doch konnt' es ewig dauern? es mußte Einer trauern; denk, daß Gott dich erkor. Gehorsam seinem Willen fühl deinen Schmerz im Stillen, und schaue gläubig dann empor! 7. Sprich: Was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück. Doch blieb es ja das Deine; ob ich auch klag' und weine, geb' ich's doch willig dir zurück. 8. Zum Himmel früh erkoren, seid ihr uns nicht verloren, um die die Thräne fließt. Hier trübten unsre Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen nur, was ihr genießt. 9. In jenen felgen Chören wird uns kein Mißlaut stören, uns keine Täuschung nahn. Des Erdenlebens Schwächen, die Mängel, die Gebrechen sind dort auf ewig abgethan. 10. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt? Drum trocknet, Wehmuthszähren! es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. Bei Sterbefällen und Begräbnissen.$ 12 mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 780. Liefe Trauer ruft uns her; Thränen fließen von den Wangen. Er( Sie) begrüßet uns nicht mehr, ist auf immer weggegangen; und des ( der) Schlummernden Gebein segnen wir voll Wehmuth ein. 2. Doch, was Gutes er( sie) gethan, was in Freundschaft uns verbunden, was wir liebend an ihm( ihr) sahn, nein! das ist nicht mit verschwunden! denn wie schnell das Leben eilt Gutes bleibt und Liebe weilt. 4. Flucht an eines Engels Hand, Rettung vor den Ungewittern, Heimgang in das Baterland darf der Christ wohl davor zittern? Rufet er nicht da vielmehr: O daß ich bald droben wär'? - 3. Schrecke denn uns nicht sein( ihr) Tod! tón' ihm nicht die bange Klage! Todesnacht bringt Morgenroth von dem ewgen Frühlings- Tage. Seine( Jhre) neue Wohnung steht, wo keino Sturm der Erde weht. 5. Laßt uns oft den ernsten Blick in die Nacht der Gräber senken! Laßt uns liebevoll zuruck an geliebte Todte denken, 565 daß wir in Bereitschaft stehn, muthvoll ihnen nachzugehn! Mel. Valet will id) dir geben. 781. Der Herr der Aerndte winket; die reife Garbe fällt. Die Abendsonne sinket; der Wandrer sucht sein Zelt. Dein Knecht geht reif an Jahren, o Herr, zur stillen Rast; laß ihn im Frieden fahren, wie du gesaget hast! 2. Er hat wohl viel getragen; sein Lauf war lang und schwer: nun fühlt er von den Plagen des Lebens keine mehr. Sein Abend ist gekommen, vollendet ist sein Thun; wie wird er bei den Frommen nun fanft und selig ruhn! 3. Dein Rath hat ihn geleitet, Herr, wie wunderbar! Dein Schuß hat ihn begleitet, wo auch sein Fußtritt war. Mit deines Geistes Stärke hast du fein Thun gelenkt, zum langen Tagewerke ihm Kraft und Frucht geschenkt. 4. Du hast im Erdgetümmel dich still zu ihm geneigt, und Christi Weg zum Himmel dem Gläubigen gezeigt. Nun rief er, fest im Hoffen, doch matt vom Erdenlauf:„ Ich seh' den 566 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Himmel offen; Herr Jesu, nimm mich auf!" 5. Wohl dir! du wirst ihn sehen, den liebend du umfaßt. Wohl dir! dir ist geschehen, wie du geglaubet hast. Der Herr bringt dir entgegen der Treue Gnadenlohn. Uns bleibt dein Werk, dein Segen und dein Gebet am Thron. 6. O Schöpfer und Erhalter! o führ' auch uns so treu, und steh' uns noch im Alter mit deiner Hülfe bei! Ja, führ' uns, bis wir sterben, auf deines Sohnes Bahn, und endlich nimm als Erben uns dort mit Ehren an! 2. Der mit der Liebe treuem Wachen den Kreis der Liebenden umgab wo ist fortan der Schuß der Schwachen, des Weibes Hort, der Kinder Stab? O hört es beide groß und - klein: Er starb! doch ihr seid nicht allein. 3. Aus Erdennacht zur lichten Höhe sah scheidend noch des Frommen Geist. Für euch rief er im Trennungswehe zu dem, der ewig Vater heißt. Und gläubig segnend schlief er ein: ,, Ich sterb'; doch Gott wird mit euch seyn." Mel. Mein Jesus lebt, was soll id). 5. D Hirt der vaterlosen Heerde, der Glieder Haupt an 782. Es flagt der Schmerz seiner Statt! du führst hinaus, in öden Hallen: Wie bist du, schöner Kranz, entlaubt! Des Hauses Krone ist gefallen, gefallen mit des Vaters Haupt. Verlaßne gehen aus und ein; er starb- ach wer wird mit uns seyn? was der Verklärte in Lieb' und Treu' begonnen hat. Denn Wittw' und Waisen sind ja dein. Er starb; du wirst ihr Vater seyn. 4. Sein lektes Flehn hat Gott vernommen. Erhörend grüßt er euch, und spricht: Getrost, du einsam Haus der Frommen! des Vaters Segen weichet nicht. Im Frieden ruhet sein Gebein; er starb, ich will dein Helfer seyn. 6. Getrost! die Hülfe mangelt nimmer; o Weib, dein Glaube wird zum Schaun. Getrost! Sank auch das Haus in Trümmer, Gott wird den Kindern Häuser baun. Getrost! ihr bleibt in Armuth reich, seid ihr mit Gott und Gott mit euch. Bei Sterbefällen und Begräbnissen. 7. So geht, im Glauben, 4. Ein Festschmuck ist der Hoffen, Lieben vereint, der ewgen Heimath zu. So haltet fest, was euch geblieben, und segnet des Entschlafnen Ruh'! Dort in des Lichtes selgem Reich dankt ihr mit ihm und er mit euch. Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! Der Herr macht gute Bahn, sein Kreuz voran! daß winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein, und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volk vorhanden ist! 8. Du thust, o Vater, über schwänglich mehr als wir bitten und verstehn. Die Freudenårndt' ist unvergänglich für Fromme, die mit Thränen så'n. Wir sind getrost und harren dein; Herr, du wirst ewig mit uns seyn. 567 6. Nun öffne, Thor des Friedens, dich! hier schließt des Pilgers Wallfahrt sich. Dort oben ist die Stätte schon am Gnadenthron bereitet ihm durch mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. Gottes Sohn. 783. Wohlauf, wohlauf zum leßten Gang! Kurz ist der Weg; die Ruh' ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus; wohlauf, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 7. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein; dein laß uns ewig, ewig seyn! 2. Du Herberg' in der Wanderzeit, du gabest Freuden, gabst Mel. Alle Menschen müssen sterben. auch Leid. Schließ nur getroft 784. Beinet nicht mehr die Pforte zu; was trauerst du? Dein Gast geht in die ewge Ruh'. 3. Tragt sanft ihn in sein Schlafgemach! Jhr Lieben, folgt ihm segnend nach! Hab' gute Nacht! Der Tag war schwül im Weltgewühl. Hab' gute Nacht! Die Nacht ist kühl. um die Frommen, die der Tod euch hat geraubt! Zu dem Herrn sind sie gekommen, dem sie liebend hier geglaubt. Er hat sie hinaufgezogen aus den Stürmen, aus den Wogen; in das ewge Friedensland führte sie die Vaterhand. 568 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 2. Kämpfen war ihr Loos hienieden; Müh' und Arbeit war ihr Theil. Ringend strebten sie nach Frieden, strebten nach des Himmels Heil. Ach wie manche heiße Thränen flossen hier im frommen Sehnen! Um Erlösung flehten sie von des langen Kampfes Müh'. 3. Nun ist ihr Gebet erhöret; von den Banden sind sie frei. Ihre Liebe ist verkläret, und belohnt wird ihre Treu'. In das Grab sank nur die Hülle; doch ihr Geist trinkt aus der Fülle, die von Gottes Throne fließt und der Erde Leid verfüßt. 4. Ewig, ewig folgen ihnen ihres Glaubens Früchte nach; nun ist jene Aerndt' erschienen, die des Heilands Wort versprach. Ihre reifen Saaten stehen glánzend in des Himmels Höhen, und im jauchzenden Verein bringen sie die Garben ein. 5. Weinet nicht mehr um die Theuern, die der Tod euch hier entriß! Sie, die ihre Siege feiern, sind des ewgen Heils ge= wiß. Herrlich prangen ihrenamen in dem Buch des Lebens. Amen! Ihres Dankes Jubelton schallt ohn' End' vor Gottes Chron. 6. Bald erscheint die selge Stunde, die euch zu den Lieben bringt, wo ihr in der Engel Bunde würdiger dem Herrn lobsingt. Dann seht ihr die Schwestern, Brüder, Gatten, Aeltern, Kinder wieder. Nach der Trennung lehtem Schmerz sinkt ihr an ihr liebend Herz. 7. Führ' uns, Herr, in jene Chöre, zeuch uns den Verklärten nach! Preis sei dir und ewig Ehre, der die Bahn zum Himmel brach! Lehr' uns beten, wachen, ringen, daß auch wir zum Himmel dringen! Bring' uns all auf Siegerhöh'n zu der Lieben Wiedersehn! Register. Register. A. Nr. Ach abermal bin ich 323. B. Munter. Ach bleib mit deiner Gnade 241. J. Stegmann. Ach Gott und Herr, wie 304. 2. 1-5 M. Rutilius( 1604) und V. 7-9 J. Groß( vor 1627) Zollikofer Verfasser. Ach Gott, verlaß mich nicht 582.? S. Franc. Ach Gott, wie manches Allen, welche nicht verg. Aller meiner Brüder 569 *) 1774 1629 1766 1716 753. M. Moller, nach d. Lat. v. Ach hier nicht mehr, ach Ach Jesu, gieb mir sanften Ach könnt' ich doch mit Ach! meine Seel' kann Ach schreib' ins Buch Ach sich ihn dulden, bluten Ach wann werd' ich von Ach wenn ich dich, mein Ach wie hat mein Herz Ach wie ist der Menschen Ach wie nichtig, ach wie Alle Menschen müssen Bernhard Abt von Clairvaur.( † 1153.) 776. J. C. Lavater. 547. J. Maukisch. 297. C. C. Sturm. 504. D. Denicke. 275. Unbekannter Verf. 176. J. A. Hermes. 324. B. Münter. 368. B. Schmolck. 759. F. G. Klopstock. 434. B. Münter. 506. M. Franck. 663. J. G. Albinus.( Diterich 1780.) Allein Gott in der Höh' 64. N. Decius( nach e. uralt. lat. Orig.) Vor 1526. Diterich 1780 Allein zu dir, Herr Jesu 302. J. Schneesing 1530. Neander 1766. Diterich 1587 1771 1656 Vor 1780 1652 Vor 1813 1780 1774 1704 1769 1772 Vor 1656 1652 1780 560. B. Münter. 1772 543. F. A. Cramer. 1780 Alles Blühende verblühet 92. J. G. Jacobi 1795. Verånd. 1822 Alles ist an Gottes Segen 400. Unbekannter Verf. Vor 1676 *) Die Lieder in den einzelnen Unterabtheilungen dieses Gesangbuches find thunlichst nach der Zeitfolge geordnet. Die den Namen der Verfaffer beigefügten Zahlen bezeichnen meistens das Jahr, in welchem die Lieder zuerst im Druck erschienen find; mitunter bezieht sich diese Jahreszahl auf die Abfassung des Liedes, wenn das Jahr der Abfassung nachweislich ein früheres ist, als das des ersten bekannten Druckes. Ein Fragezeichen deutet an, daß die betreffende Angabe nicht ganz gewiß ist. Wo bei einem Liede mehrere Namen angegeben sind, da bezeichnen der zweite und dritte den oder diejenigen, welche dasselbe neu bearbeitet oder erweitert haben. 570 Alles ist euer Allgútiger, dir will ich Allgútiger, du gabst dem Allmacht, Allmacht, hilf Allmächtiger, ich hebe Allweiser Schöpfer aller Also hat Gott die Welt Am Kreuz erblaßt Amen, Lob und Preis An des Mittlers Kreuz An dir allein, an dir An Gott will ich gedenken Anbetung, Preis und Auch diesen Tag hab' ich Auf, auf, mein Geist Auf, Christen, laßt uns Register. Nr. Verfasser. 622. C. F. D. Schubart. 703. C. E. Sturm. 90. A. H. Niemeyer. 29. R. G. Reiber. 726. C. F. Neander. 37. J. J. Nambach. 137. H. E.Hecker.( Diterich 1765.) 1730 172. C. F. Neander. 204. C. C. Sturm. 154. Bonaventura.( † 1274.) A. d. 1720 1766 1779 316. C. F. Gellert. 369. B. Schmold. Lat. úbers. v. A.J.Nambach. 1817 1757 14. J. A. Freylinghausen. 118. J. S. Diterich. Auf Christi Himmelfahrt 212. J. Wegelin 1636. Veränd. von J. Gesenius. Auf deine Weisheit bauen 432. J. F. Mudre. Auf den Nebel folgt die 768. P. Gerhardt. Auf diesen Tag bedenken 210. J. Zwick. Auf! erhebet euch, ihr 581.? W. E. Arends. Auf, erwachet, meine 683. A. H. Niemeyer. Auf euch wird Gottes 682. J. J. Eschenburg. Auf ewig ist der Herr 611. F. G. Klopstock. Auf Gott und nicht auf 420. C. F. Gellert. 1784 1780 1785 1704 467, Diterich 1765. Nach Hiller 1729 743. C. C. Sturm. 1780 1714 1780 1810 1774 1540. Klopstock 388. S. Weingärtner. 138. C. F. Gellert. 186. 2. N. Freudentheil. Auferstanden, auferstanden 198. J. F. Danneil 1762. LavaAuf meinen lieben Gott Auf, schicke dich, recht Auf zu frommer Feier ter 1776. Sturm 1659 1770 1656 Vor 1536 1714 1782 1779 1758 1757 Auf, ihr Streiter, durchg. 598. J. S. Buchka 1735. Verånd. 1810 Auf, Jünger Jesu, freuet 215. E. Alber 1549. Diterich 1765 Auf, junge Christen, auf 274. C. C. Sturm. Auf, mein Herz, ermuntre 405. B. Schmolck.( Cramer 1780.) 1704 Auf, meine Seele, singe 2. J. Graumann.( N. Pf. 103.) 1776 Auferstehn, ja auferstehn 647. F. G. Klopstock. Aus deiner milden 676. H. E. Heeren. Aus irdischem Getümmel 123. C. J. Asschenfeldt. 1758 Vor 1609 1757 1842 1781 1758 1778 1819 Aus meiner Noth, aus 314. P. G. Werlhof. 1749 Aus tiefer Noth ruf' ich 301. M. Luther.( Nach Pf. 130.) 1524 Register. C. Christ, alles was dich Christ, aus deinem Herzen Christ, du nahst der Nr. B. Bald oder spåt des Todes Bedenke, Mensch, das Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ 588. G. B. Funk. 636. Unbekannter Verf. 395. P. Gerhardt. 171. L. H. Bachoff von Echt. Begrabt den Leib in seine 770. Die Verse für die Gemeine Verfasser. Christus, der ist mein Christus ist erstanden Beschwertes Herz, leg' ab 719. C. Wegleiter. Besig' ich nur ein ruhiges 610. C. F. Gellert. Bester, weisester Regierer 111. Nach: J. C. Lavater. Bist du für mich, so rüste Bleibt bei dem, der Bringt Preis und Ruhm 629. W. N. Freudentheil. 474. K. J. P. Spitta. 199. J. S. Diterich. M. Weiß 1531, die Verse für die Chorstimme G. Neumark 1653; beide veråndert Klopstock 571 1760 1686 1656 1765 1758 Vor 1704 1757 1780 1832 1833 1765 1823 429. C. F. Neander( nach Nr. 395.) 1766 408. B. Schmolck 1704. Schlegel 1772 572. C. J. Asschenfeldt. Christ, folge deines Jesu 571. S. K. G. Mann. Christ fuhr gen Himmel 209. Unbekannter Verf. Christ ist erstanden 188. Unbekannter Verf. Christe, du Lamm Gottes 280. Nach e. uralt. lat. Origin. überseßt. 633. Unbekannter Verf. 203.( Bearbeitung von Nr. 188.) Nach C. F. Neander. 1817 Nach 1400 Vor 1300 1545 1609 1774 Dank, Dank sei dir für 298. Unbekannter Verf. Dank dem milden Vater 733. Unbekannter Verf. 1568. J. A. Cramer. Danket Gott, erhebt ihn 243. J. A. Cramer. Darf sich der Mensch zu 570. S. G. Bürde. Das Grab ist leer 207. M. Claudius. Das höchste Gut ist lauter 45. J. G. Wolf. Das walte Gott, der 537. Joh. Betichius. Dein Heil, o Christ, nicht 485. C. F. Gellert. Dein Leben, Jesu, war 151. Lavater 1771. Sturm Dein, o Gott, soll ewig 11. Aemilie Jul. Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. 1685 1787 1780 1764 1787 1812 1714 1716 1757 1780 572 Register. Nr. Dein Wort, o Herr, ist 264. C. B. Garve. Deiner Wahrheit reines 496. J. S. Diterich. Deines Gottes freue dich 377. B. Munter. Dem Heiland nach, mein 461. W. C. Deßler. Dem Worte deines 283. J. Miſst. Den die Engel droben Denkt mein Geist an jene Der du dein Wort mir Der du die Liebe selber Verfasser. 1825 1780 1774 1692 1651 136. J. A. Freylinghausen 1714. A. J. Rambach 1842 181. C. C. Sturm( Begleiter 1703) 1785 259, Zollikofer.( Diterich 1780.) 1766 557. J. S. Diterich 1765, nach P. F. Hiller 1730, und C. E. Sturm 1764 1772 1765 260, B. Munter. 226. D. Bruhn. 351, B. Münter. 623. 2. H. Niemeyer. 1772 1785 328. J.H. Schrader 1731. Cramer 1780 596, J. G. Schöner. 1790 Der du selbst die Wahrheit Der du uns als Vater Der du uns mit deinem Der du zu den beglückten Der Glaub' ist feſte Der Glaube fehlt und Der Herr der Ernte 781. Neuffer 1820. Sachse Der Herr hat nie sein 59. J. J. Nambach. Der Herr ist Gott und 17. J. A. Cramer. Der Herr ist gut, ihr 765. J. P. Uz. Der Herr ist gut, in deffen 47. S. J. Nambach. Der Herr ist in den Höhen 33. J. A. Cramer. Der Herr ist mein Vertr. 428. J. D. Schiebeler. Der hohe Himmel dunkelt 707. 3. C. Lavater. Der leßte meiner Tage 672. B. Münter. Der lette Tag von deinen 517. C. F. Neander. Der Mond ist aufgegangen 742. M. Claudius. Der Morgen kommt und 727. C. C. Sturm. Der Tag ist wieder hin 737. C. F. Gellert. Der Vater kennt dich Der Weg ist gut, der durch Der Wollust Reiz zu Des Todes Graun, des 36. W. N. Freudentheil. 419. F. C. von Moser. 530. C. F. Gellert. 658. J. J. Spalding. Dich beten, Gott, die 484. Schrader 1731. Dich, Höchster, ehrerbietig 356. Dich preisen, Herr, Gesang 501. Dich seh ich wieder, Morg. 723. 1822 1723 1764 1768 1727 1780 1706 1780 1772 1766 1778 1780 1757 1829 1752 1757 1780 Cramer 1780 B. Schmolck 1734. Diterich 1765 J. G. Pfranger.( † 1790.) 1791 C. F. Neander.( Nach einem älteren Liede vor 1676.) 1766 G. E. von Ruling. 96. C. Becker.( Nach Pf. 121.) 1602 1773 1842 Dich soll mein Lied erheben 77. Die Augen heb' ich Die Erd' ist überall des 685. W. N. Freudentheil. Register. Nr. Die Feinde deines Kreuzes 245. B. Münter. Die goldne Sonne 716. P. Gerhardt. Die Herrlichkeit der Erden 503. A. Gryphius. Die hier vor deinem 272. T. G. von Hippel. Die Himmel rühmen 75. C. F. Gellert. Die ihr Christi Laufbahn 292. F. G. Klopstock. Die Morgensterne priesen 693. J. G. Jacobi. Die Ruhe senkt sich 744. 3. C. Fröbing. Die Sonne sinket nieder 739. G. F. Schröder. Die wir hienieden wallen 652. G. B. Funk. Dies ist der Tag, den Gott 139. C. F. Gellert. Dies ist der Tag der 131. V. Thilo. Dies ist die Nacht, da Dir dank' ich für mein£. Dir, der das Licht entst. Dir, Gott, dir will ich Dir, milder Geber aller Dir trau' ich, Gott, und 437. J. J. Eschenburg. Dir, Vater, dankt mein 228. J. E. Lavater. Du, aller Menschen Vater 556. J. S. Diterich. F. Hiller 1730.) 135. C. F. Nachtenhöfer. 373. C. F. Gellert. 724. C. F. Neander. 376. E. Liebich. 710. E. Liebich. Du bist ein Mensch, das 98. P. Gerhardt. Verfasser. 1772 1666 1643 1772 1757 1758 1781 1797 1771 1767 1757 Vor 1643 1684 1757 1766 1768 1768 1779 1771 1766 und ( Nach P. Du bist, o Vater, Herr 689. Freylinghausen 1714. J. S. Diterich. Du, der Herz und Nieren 591. J. J. Eschenburg. Du, dessen Augen floffen Du, Ewiger, erforschest 573 1765 1656 1765 1757 Du bist's, dem Ehr' und 105. C. F. Gellert. Du, der du alle Schmerzen 472. Unbek.( Nach d. Lat. des Bernhard von Cl. † 1153.) 1810 1766 168. Ramler 1760 u. Niemeyer 1785 35. Nach H. Vogtherr( Psalm 1780 139) 1527 und Denicke 1648 751. 3. A. Cramer. 326. 3. J. Eschenburg. 235. S. G. Bürde. 426. C. C. Sturm. 1779 Du, Gott, bist unsre Hülf' Du, Gott, der unfre Du hast dein Werk Du, Herr, bist meine Du, Herr von meinen Du klagst, o Chrift, in 1818 1764 1757 697. J. F. Feddersen 1772. Diterich 1787 757. C. F. Gellert. Du klagst und fühleft die 531. C. F. Gellert. Du, o schönes Weltgeb. 505. Joh. Franck. Du Quell des Lichts 1757 1649 745. 2. 3. Nambach.( Nach dem Lat. des Alcuin. † 804.) 1817 Du reicher Trost der Armen 748. Hiller 1731. J. A. Schlegel 1772 Du sagst, ich bin ein Christ 339. J. A. Haßlocher. 1699 574 Du sendest, Herr, aus Du sollst glauben, o du Du sollst in allen Sachen Du trittst vor Gott zu Du Urbild aller Frömm. Register. Nr. 704. J. S. Diterich. 599. R. G. Neiber. 535. A. Tscherning. 545, L. F. A. von Cölln. 152. Rambach 1735. Diterich Verfasser. Einst geh' ich ohne Beben Einst selig dort zu werden Empor zu Gott, mein Endlich, endlich muß es Entehre nicht, mein Herz Entschwinge dich, mein Er kommt, er kommt, der Erbarm' dich, Herr, mein Erfülle mich mit fanften Erhabne Majestät Erhalt' uns, Herr, bei Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein Geist Ermuntre dich, mein Erschallt, ihr Freudenl. Es ist nicht schwer, ein Du wiesest, Jesu, nicht 268. C. F. Neander. Dulde, Christ, des Lebens 446. 2. J. Rambach.( Nach dem Lat. des Thom. von Kempen. † 1471.) Durch dich, o großer Gott 360. Gellert 1754. Diterich Durch Jesum rein von 438. F. W. Loder. Ehre sei Gott in der Ein' feste Burg ist Ein herrlich Loos ist Ein Herz, o Gott, in Ein Lamm geht hin und Ein milder Regen sinket 705, B. Münter. Ein neues Lied singt Gott 250. C. F. H. Sachse. Ein weises frommes Herz 516. Diterich 1765. Nach Gellert Eine Heerde und ein Hirt 251. F. A. Krummacher. Eins ist noth, ach Herr 462. J. H. Schröder 1697. J. 1765 11. 1780 1774 146. A. H. Niemeyer. 239. M. Luther. 626. A. H. Niemeyer. 423. E. F. Gellert. 160. P. Gerhardt. A. Schlegel 655. E. C. Sturm. 87. G. B. Funk. 148. F. A. Krummacher. 407. B. Schmolc. 1787 1810 1642 1804 1817 1765 1781 1785 1529 1814 1757 1653 1774 1817 1754 Vor 1827 1766 1772 Vor 1780 1810 1704 532. B. F. Köhler 1762. Zollikofer 1766 440. F. von Köpken. 141. D. Schiebeler. 1790 1766 317. J. F. von Cronegt.( † 1758.) 1761 568. R. G. Reiber. 1784 358. J. J. Rambach. 1735 240. M. Luther. 1542 140. Diterich.( V. 1 nach Schirmer) 1765 214. C. S. Ulber 1763. Diterich 1765 196. C. F. Gellert. 129. J. Rist. 1757 1641 706. C. L. Wiß.( † 1778.) 1780. J. W. Neche 579. E. F. Richter. 1800 1714 Es ist noch eine Ruh' vorhanden, auf Es ist noch eine Nuh' vorhanden für Es ist vollbracht, des Es jauchze heut die Es klagt der Schmerz Es waltet ein gerechter Es werde Gott von dir Es wolle Gott uns gnädig Es züchtigt deine Hand Ewig, ewig bin ich dein Fall' auf die Gemeine Feiert laut, o heilge Fern vom Ziel, wonach Fest steht zu Gottes Fleug auf, mein Psalm Register. Nr. Gelobet sei der Herr Gelobet seist du, Gott Gelobet feist du, großer Gelobet seist du, Jesu Verfaffer. 666. 3. S. Kunth. 670. v. Moser 1763. Diterich 184. J. C. Hohnbaum. 147. S. G. Schöner. 782. C. F. H. Sachse. 41. W. N. Freudentheil. 83. J. A. Cramer. 22. J. A. Cramer. Fortgekämpft und fortger. 760. J. C. Lavater. Freu' dich, Seele, rühm' 295. F. G. Klopstock. Früh mit umwölktem 712, B. Munter. Früh Morgens, da die 189. J. Heermann. Für unsern Nächsten beten 564. J. A. Cramer. S. Gedanke, der uns Leben 117. C. F. Gellert. Gedenk', o meine Seele 89. J. A. Cramer. 641. B. Schmold. Gedenke mein, o Gott 1765 1807 1810 1822 1842 1764 238. M. Luther. Nach dem 67. Pf. 1524 752. D. Bruhn. 269. J. A. Cramer. 1780 1780 179. C. F. D. Schubart. 234. C. G. Sonntag. 593. Unb. Verf. 1692. Sturm 246. J. A. Cramer. Geh' im Geist nach Golg. 166. B. Schmolck. Geht hin, ihr gläubigen 50. J. G. Hermann. Geht nun hin und grabt 659, E. M. Arndt. Geist der Andacht, senke 180. A. H. Niemeyer. Geist der Wahrheit, lehre 233. S. G. Bürde. Geist, gesandt vom Vor 1733 575 V. 2 ff. von M. Luther 555. Hiller 1730. Diterich Getreuer Gott, wie viel 49. J. E. Zimmermann. Gerechter Gott, laß deinen 1779 1810 1780 1780 1780 1771 1769 1774 1630 1780 1757 1780 1704 1715 1742 1819 1785 1787 219. Adam v. St. Victor.( † 1177.) Uebers. v. A. J. Rambach 1817 68. J. Olearius. 1671 258. Von Diterich verändert 1765 284. Rist 1654. J. S. Diterich 1765 126. 2. 1. Unbekannt. Vor 1500. 1524 1765 1740 576 Nr. Getrost und freudig geh' 650. C. F. Neander. Gieb dich zufrieden und 397. P. Gerhardt. Gieb, Gott, daß ich dich 341. Unbekannter Verf. Gieb mir ein fröhlich Herz 534. J. K. G. Mann.( Nach Neumeister 1705.) Register. Gott, meine ganze Seele Gott mit uns! hinauf Gott ruft der Sonn' und Gott sei Dank in aller Gott sorgt für mich, was Gott, vor dessen Angesichte Verfaffer. 1806 Gieb mir ein frommes Gieb mir, o Gott, ein 342. J. F. Starck. 1723 558. Gellert 1754. Diterich 1765 1757 1779 343. B. Schmolc,? 1733. Cramer 1780 542. J. D. C. Bickel. 714. H. Alberti. 538. G. Wimmer. 1643 1737 529. J.H. Hävecker.( † 1722.) Vor 1733 3101524 Gleich wie ein Palmbaum 583. 3. Herrmann.( † 1716.)? 1722 Gott, deine Güte reicht 486. C. F. Gellert. Gott, deinen heiligen Gott, der du Herzensk. Gott des Himmels und Gott, dessen Hand die Gott, du bist über Alle Gott geb' uns allen seiner 281. M. Luther. Gott, ich will mich ernstlich 352. B. Münter. Gott ist die Liebe, ihm Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu, sein Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist und bleibt getreu Gott ist unsre Zuversicht Gott lebt, wie kann ich Gott lieben ist mein Leben 56. F. W. Loder. 483. G. Tersteegen. 60. E. Liebich. 256. C. F. Gellert. 16. C. F. Gellert. 57.? J. C. Wilhelmi. 627. J. K. G. Mann. 101. B. Schmolck. 371. B. Schmolck. Gott, mein König, deine 46. P. B. Sinold, gen. von Schüß. ( Creußberg.) Gott, mein Vater, ich dein 310. C. Titius 1664. Neander Groß ist der Herr, die Großer Schöpfer, Herr Guter Geber, Dank sei 1766 1666 Vor 1714 Gott, wie du bist, so Gott will ich dienen, ihm 350. G. J. Zollikofer 1766. 1772 1781 Vor 1727 1768 1757 1757 1695 1817 1704 1723 1720 1774 1842 40. J. A. Cramer.( Nach Ps. 9.) 1755 767.. N. Freudentheil. 688. C. F. Gellert. 133. H. Held. 103. J. C. Wehel. 39. J. C. Zimmermann. 27. B. Münter. 1757 1643 od. 1659 1722 1740 1772 J. A. Cramer 1780 Gottes Wille, Gottes 435.?. W. B. von Hymmen. 1772 Gottesruhe, Sabbathstille 499. C. F. D. Schubart. 1781 115. Ch. A. Tiedge. 713. 3. C. Lavater. 732. J. E. Lavater. 1807 1775 1780 Register. Nr. Herr Gott, du bist die Herr Gott, du kennest 5. Habe deine Lust am Hallelujah, Amen, Amen Hallelujah, Preis und Halt an, mein Herz Halt im Gedächtnis Halte dich nicht langer 286. E. Günther( † 1704.) 381. J. A. Cramer. Heil ihm, dem Todesüb. 205. C. G. L. Meister. Heil mir! von der Krankh. 769. W. N. Freudentheil. Heilge Liebe, Himmelsw. 573. Unbekannter Verf. Heilger Jesu, Heilgungsq. 149. B. Craffelius. Helft Gottes Gute preisen 686. P. Eber. Verfaffer. 370. B. Schmolc. 775. F. G. Klopstock. 766. A. H. Niemeyer. 406. B. Schmolck. Herr, der du gnädig uns 489. J. F. Danneil. Herr, der du mir das 738. C. F. Gellert. Herr der Zeit und Ewigk. 515, J. O.( unbekannt.) Herr, dir gelob' ich neue 273. C. C. Sturm. Herr, du hast in deinem 80. C. Neumann. Herr, du kennest mein 312. L. A. Gotter. Herr, du wollst uns vollb. 291. F. G. Klopstock. Herr Gott, dich loben wir 1. Das alte Te Deum. Aus d. Herr, ich bin dein Eigenth. 656. B. Münter. Herr, ich glaube, hilf mir 575. J. Niſt. Herr, ich habe mißgeh. 309. Joh. Franck. 544.? Schaller. Herr, ich schwör's mit 577 1704 1769 1814 1704 1714 1783 1781 1833 1762 1757 Vor 1737 1776 Um 1700 1714 1758 1829 1700 1565 Lat. übers. v. M. Luther 1529 Verånd. von Klopstock 1758 26. J. S. Diterich. 1765 511. 2. N. von Senfft zu Pilsach. 1715 1774 1641 Herr Jesu Christ, du Herr Jesu, send' uns dein. 477. Wilhelm II. von Sachsen1648 1799 303. B. Ningwaldt 1588. Diterich 1780 Weimar. 1638 Herr im Himmel, Gott 708. B. Schmolck. 1721 Herr, lehre du mich dein. 561. J. C. Lavater. 1776 Herr, mache meine Seele 414. E. Neumeister 1717. Diterich 1765 Herr, mein Erlöser, der 559.(?) J. S. Diterich. 1765 Herr, mein Erlöser, nur 590. Unbek. Verf. um 1530. C. F. Neander 254. D. Denicke. 167. C. F. Gellert. Herr, öffne selbst uns Herr, stärke mich, dein 1646 pd. 1757 1780 Herr und Gott, o Vater 65. Uralt. Aus d. Lat. überf. um 1542 Herr unser Gott, wir 711, E. L. Wiß( † 1778.) Herr, vor deinem Angesicht 490. D. Schiebeler. Herr, vor dem die 1766 488. 3. 3. D. Zimmermann. 1759 23 6 1766 1659 578 Register. Verfasser. Nr. Herr, welch Heil kann ich 120. F. G. Klopstock. Herr, wie du willst, so Herr, wir singen deiner Herrlich ist's in deinem Herz und Herz vereint 386. C. Bienemann. 119. J. J. Eschenburg. 248. J. W. Neche. 552. N.£. Graf von Zinzendorf. Herzlich lieb hab' ich dich 449. m. Schalling. Herzliebster Jesu, was Heut' öffnet sich die neue Heute mir und morgen 157. J. Heermann. 691. C. C. Sturm. 640. B. Schmolck. Hier bin ich, Jesu, zu 293. D. Bruhn. Hier ist mein Herz, Herr 366. Seb. Franck. Hier ist mein Herz, o 375. E. Liebich. Hier legt mein Sinn sich 578. C. F. Richter. Hier liegen wir zu deinen 311. B. Schmolck. Hilf, Gott, daß ich den 1501760 1574 1766 1800 Ja, ja, mein Herz will Jauchz' dem Höchsten Jauchzt, ihr Erlösten Ich armer Mensch, ich Ich bin der Angst Ich bin der reichste Mensch Ich bin ein Gast auf 507. P. Gerhardt. Ich bin erlöst, es floß des 183. 1725 11. 1731 Um 1567 1630 1784 1716 548. G. Hoffmann 1710. Diterich 1765. Cramer 513. B. Schmolck. Himmelan geht unfre Himmelan, nur himmelan 523. J. G. Schöner. Hin an dein Kreuz zu 173. G. B. Funk. Hinab geht Christi Weg 354. A. Ingolstätter. Höchster, denk' ich an die 319. J. S. Diterich.( Nach F. Fabricius. 1688.) 1765 Höchster Tröster, komm 229. E. Liebich. 1768 Hoffe, Herz, nur mitGeduld 441. S. A. Mahlmann. 1806 700. B. Münter. 1774 Höher hebt sich Gottes Hör' unser Gebet 227. G. 3. Funk.( Nach No. 220.) 1766 335. J. Ch. Fröbing. 526. B. Schmold. 1765 1645 1768 1704 1712 460. W. C. Deßler. 1692 20. C.F. Unger.( Nach Pf. 100.) 1770 213. E. F. Gellert. 755. E. Litius. 1757 1664 1797 1704 1666 J. E. Wagner.( Nach einem älteren Orig.) 1780 1731 1806 1766 1673 1807 Ich bin getauft, nach 267. J. J. Rambach 1723. Diterich 1780 Ich bin ja, Herr, in deiner 634. S. Dach. 1648 Ich bin, ich lebe, Gott 379. J. E. Lavater. Ich bin in dir zufrieden Ich bin ruhig und Vor 1780 1770 431. 3. F. Mudre. 415. P. B. Sinold, gen. von Schüß.( Creußberg.) 1720 Register. Nr. Ich danke dir für deinen 162. J. Scheffler. Ich faffe, Vater, deine 653. E. Liebich. Ich freue meines Lebens 380. J. C. Lavater. Ich fühle, daß ich sterblich 85. Nach J. P. Uz. Ich geh' zu deinem Grabe 194. B. Schmold. Ich glaube, daß mit Liebe 73. J. F. Möller. Ich gnuge mir in meinem 527. Unbekannter Verf. Ich komme, Herr, und Ich komme vor dein Ich lasse Gott in allem Ich lebe nicht für diese Ich lebe, wo ich liebe Ich schäme mich des Verfaffer. Ich hab' in Gottes Herz 390. P. Gerhardt. Ich hab' in guten Stunden 422. E. F. Gellert. Ich hoff', o Gott, mit 330. C. F. Gellert. Ich komme, Friedensfürst 318. E. E. Sturm.( Nach Freylinghausen 1714.) 289. E. F. Gellert. 487. C.F. Gellert. 399. G. Neumark. 86. 3. A. Hermes. 509. B. Schmolck. 334. F. W. Loder. Ich schau empor zu Gottes 79. Nach F. von Köpken. Ich sehe meinen Himmel 673. J. K. G. Mann. 579 1764 1757 1757 1675 1772 11, 1787 1704 1781 1785 1817 1653 1780 1769 1720 1772 Je größer Kreuz, je näher 412. B. Schmolck. Jehovah, Herr und König 675. Ph. F. Hiller. Jerusalem, du heilge 661, J. M. Meyfart. Jesu, deine tiefen Wunden 158. J. Heermann. 1657 1768 1780 1766 1715 1822 1711 1653 1757 1757 Ich finge dir mit Herz 97. P. Gerhardt. Ich soll zum Leben dringen 594. J. A. Cramer. Ich Staub vom Staube 320. F. G. Klopstock. Ich sterbe tåglich, und 642. B. Schmold. Ich trete vor dein 695, B. Munter. Ich weiß, an wen ich glaube, denn ich Ich weiß, an wen ich 621. C.W. Kindlebn 1779. Cramer 1780 glaube, denn mein Ich weiß, an wen mein Ich weiß, daß mein Erlöser Ich weiß, mein Gott, daß Ich will beten, Gott wird Ich will dem Schöpfer Ich will dich lieben, meine Ich will dich noch im Ich will, ich muß von Jesu 625. A. H. Niemeyer. 612. C. E. Sturm. 602. C. Bienemann. 536. P. Gerhardt. 481. G. Gottschling. 110. 2. G. von Hippel. 453. J. Scheffler. 651. J. J. Eschenburg. 244. J. P. Uz. Ich will von m. Missethat 308. Louise Henr. Churf. von 351 1814 1763 1573 1656 Brandenb. 1653. Cramer 1780 1715 1729 1626 1644 1720 1772 1657 1766 1768 580 Register. Nr. Jesu, Freund der Menschen 296. J. S. Diterich. 1777 11. 1780 Jesu, geh' voran Jesu, meine Freude 465. N. L. Graf von Zinzendorf. 1721 455. J. Franck. Vor 1656. Schlegel 1766 Jefu, meiner Seele Leben 459. Ch. Scriver. 1675 Jesu, meines Lebens Leben 164. Homburg.( E. F. Neander 1774.) Kämpfend soll ich leben Kirche Christi, breite Klag' nicht, mein Herz Komm, heiliger Geist Verfasser. Jesus ist gekommen 143. B. Munter. Jeſus lebt, mit ihm auch 197. C. F. Gellert. Jesus, meine Zuversicht 191. Louise Henr. Churf.v.Br. 1653. Jesus nimmt die Sünder 327. Ihm nach, ihm nach auf Ihr Eltern, gebet euch Im Stillen wollen wir In allen meinen Thaten In Thorheit ist ein Herz Ist Gott für mich, so Ist Gott für uns, was Komm, Herz, und lerne Komm, komm, du Licht 1718 1704 1727 Klopstock 1758. Diterich 1773 E. Neumeister. 577. B. Schmolck. 773. G. B. Scharf. 681. J. J. Eschenburg. 389. P. Fleming. 510. U. B. von Bonin. 603. P. Gerhardt. 1779 1633 1714 1656 624. C. A. H. Silber.( † 1797.) 1800 1659 1774 1757 601, 2. N. Freudentheil. 252. C. A. Döring. 761. J. C. Lavater. 220. V. 1 aus dem Lat. uralt. V. 2 u. 3 von M. Luther 1524 417. G. Kleiner. 1732 249. C. F. H. Sachse. 1817 Komm, o Geist, du heilig 224. P. F. Hiller 1730. Knapp 1837 Komm, Sterblicher 635, G. W. Sacer. Vor 1665 Komm zu deiner Gläubgen 124. Ambrosius Bisch. v. Mailand.( † 397.) Uebers. von A. J. Nambach. L. Laß, Herr, dies Haus Laß mich dein sein und 574.. Selnecker. 1842 1830 1771 502. J. H. C. Hengstenberg. Komm zu uns, Gottes 230. Das alte Veni creator. 1823 Luther 1524. C.F. Neander 1774 Kommst du, süßes 729. F. A. Köthe. Kommt her zu mir, spricht 338. Unbek. Verf. Vor 1530 Kommt, kommt, den Herrn 28. J. A. Cramer. Kommt, laßt uns gehn 699. G. Tersteegen. Kommt, Pilger, laßt uns 585. G. Tersteegen. 1769 1738 1738 1817 1825 1572 Nr. Verfaffer. Laß mich, o Herr, in allen 349. H. K. v. Gersdorf 1725. G. I. Zollikofer Laß mir die Feier deiner Laß, o Heiliger, mich Register. Lasset uns den Herren 190. J. Rist. Laffet uns mit Jesu ziehen 452. S. von Birken. Laßt uns, Christen, hoch 125. Unbekannt, a. d. Mittelalter. Aus dem Lat. übers. von A. J. Rambach. Laßt uns mit ehrfurchtsv. Laßt unserm Gott uns Lehre, Herr, mich recht 182. C. G. L. Meister. 540. G. M. Weiler 1720, und Diterich 1765 11. Laßt uns den Herrlichen 24. J. C. Wagner. 145. C. F. Neander. 95. L. Helmbold. 345. D. Bruhn.( Nach Freylinghausen 1714.) Lobet den Herren, denn Lobsinge meine Seele Lobsinget Gott, Dank 69. Unbek. Verf. Lobsingt, den Herrn verk. 678. W. N. Freudentheil. Lobt den Herrn, er ist Lobt Gott, ihr Christen M. Mag auch der Glaube Man lobt dich in der Stille 23. F. A. Krummacher. 128. Nach N. Hermann. 443. F. A. Krummacher. 6. J. Rist. Mehr als für die reichste 533. W. F. H. Reinwald. Mein banges Herz, sei 779. A. H. Niemeyer. 393. Ch. von Birken. Mein banges Herz, was Mein bester Trost in dies. 492. Mein Erlöser, auch für Licht vom Licht, erleuchte 720. B. Schmolck. Liebe, die du mich zum 454. J. Scheffler. Lieblich ist des Abends 746. J. F. Bahnmaier. Lieblich ist die Morgenst. 730. A. Knapp. Liebster Gott, wann werd' 638. C. Neumann. Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr' und Dank dem Lob sei Gott, der den Lobe den Herren, den Lobe den Herren, o meine 479. T. Clausnißer. 8. J. J. Schuß. 722. G. B. Funk. 9. J. Neander. 15. J. D. Herrnschmid.( Nach Pf. 146.) 1714 3. Unbek. Verf.( N. Pf. 147.) Um 1568 201. G. W. Sacer 1665. C. F. Neander 175. 581 1766 1790 1780 1641 1652 J. B. Müller.( Nach J. W. W. Breithaupt 1767.) E. E. Sturm. 1817 1807 1773 1575 1765 1715 1657 Vor 1837 1829 Um 1690 1671 1673 1766 1679 1766 1698 1827 1807 1554 1810 1654 1794 1790 1655 1772 1777 582 Register. Nr. Verfasser. 1765 266. Werenberg 1702. Diterich 1765 170. J. S. Diterich. 313. G. Tersteegen. 721. C. F. Gellert. 1729 1757 Mein Erldser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein Erlöser, siehe doch Mein erst Gefühl sei Mein ganzer Geist, Gott 669.? A. Fritsch 1668. J. S. Diterich Mein Glaub' ist meines 618. B. Münter. Mein Gott, bei dir ist 418. 3. S. Hoffmann. 355. B. Schmolck. 413. V. Schmolck. 639. B. Schmolck. 102. Sal. Franck. 322. B. Münter. 329.£. F. F. Lehr. 424. C. S. Ulber( nach Semper.) 1763 Mein Gott, du wohnest Mein Gott, ich wart' auf Mein Gott, ich weiß Mein Gott, wie bist du Mein Gott, zu dem ich Mein Heiland nimmt die Mein Herz, warum betrübst du dich, ein Mein Herz, warum betrübst du dich, und Mein Jesu, zeige mir die Mein Jesus lebt, mag Mein Leben ist ein Pilgr. Mein lieber Gott, gedente Mein Schöpfer, steh' mir Mein treuer Gott, dein Meine Hoffnung stehet Meine Lebenszeit verstr. Meine Seele bete Meine Seele, laß Gott Meine Sorgen, Angst Meinen Jesum laß ich nicht 456. Chr. Keimann. 410. Unbekannter Verf. 409, E. Neumeister. 464. E. Ch. Philippi. 192. 3. Schmolck. 512. F. A. Lampe. 480. E. Neumeister. 70. J. J. Rambach. 584. J. J. Nambach. 402. J. Neander. 645.& F. Gellert. 187. W. N. Freudentheil. 99. M. Kramer. 1656. J. A. Schlegel Menschenfreund, nach 569. A. H. Niemeyer. Mir nach, spricht Christus 457. J. Scheffler. Mit Ernst, o Menschenk. 130. V. Thilo. Mit fröhlichem Gemüthe 54. J. A. Schlegel. Mit Gott bin ich zufrieden 447. W. N. Freudentheil. Mit ihm, der sein wird 692. W. N. Freudentheil. Mit tiefer Ehrfurcht bete 185. W. Hülsemann. Mitten wir im Leben sind 630. V. 1( lat.) Notker.( † 912.) Deutsch vor 1500. V. 2 u. 3 M. Luther. Morgenglanz der Ewigkeit 718. E. Knorr von Rosenroth. 1765 1772 1741 1712 1716 1704 1711 1772 1733 1705 1712 1704 1726 1705 1740 1735 1679 1757 1842 1683 1708 1766 1790 1668 1642 1769 1842 1842 1835 1524 1684 Nr. Verfasser. Müde, sündenvolle Seele 290. J. Franck 1648. Klopstock 1758 Müßt' ich auch Jahrelang 620. J. E. Lavater. 1776 N. Nach einer Prüfung kurzer 667. C. F. Gellert. Nach meiner Seelen 346. J. S. Diterich. Register. Nacht und Stille schließen 740. J. Franck 1650. Sturm Nein! ich will nicht sorgen 444. A. H. Niemeyer. Nicht daß ich's schon ergr. 587. C. F. Gellert. Nicht diese Welt, die in 613. C. C. Sturm. Nicht mehr als meine 762. S. G. Bürde. Nimm von uns, Herre Nimmt Gott, dem wir Noch einmal blick' ich Noch sicher nicht, o Noch sing' ich hier aus Nun bitten wir den Nicht nur treue Menschenf. 82. W. N. Freudentheil. 525. P. Gerhardt. Nicht so traurig, nicht Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum Nichts ist von ungefähr Mie bist du, Höchster, von Nie will ich wieder fluchen 554. Nimm deine Psalter 107. I. P. Uz 1760. Neche 1800 1780 31. C. C. Sturm 1764. D. Bruhn 1765 Gellert 1757. Diterich 21. J. F. Ldwen. Nimm hin den Dank für 294. Nach G. I. Zollikofer. 1770 Nun bitten wir dich Nun danket all' und Nun danket alle Gott Nun ist das Band zerr. Nun laßt uns Gottes Noch immer wechseln 106, J. A. Cramer. Noch irren viele Nationen 247. F. L. Graf zu Stolberg. Noch leb' ich, ob ich morgen 520. 2. G. von Hippel. ( Diterich 1787.) 1653 225. P.F.Hiller 1730. C.F.Neander 1774 494. J. E. Lavater. 1776 ( Lavater 1776.) 1766 300. Uralt. A. d. Lat. überf. vor 1560 108. J. A. Cramer.( Nach Pf. 127.) 657. E. L. Wiß.( † 1778.) 1764 1780 1758 1791 113. J. 3. H. Hahn. 495. H. E. Heeren. 218. V. 1 unbekannter Verf. Um 583 232. J.S.Diterich( nach No. 218.) 1772 1793 1778 1200 V. 2 ff. von M. Luther. 1524 1780 1653 1643 00, 1644 1712 5. P. Gerhardt. 4. M. Rinfart. 1757 1765 606. Unbekannter Verf. 42. J. M. Dillherr. Nun last vor Gott uns 687. P. Gerhardt. 735. J. F. Herzog. Nun sich der Tag geendet Nun so will ich denn Nun tret' ich wieder aus 372. G. Tersteegen. 717. Anton Ulrich, Herzog von Nur Liebe, rein von 1775 1814 1757 1764 1787 1831 Braunschweig. 550. Ch. Pressow. 1645 1653 1670 1737 1667 1719 584 betet an den Geist des O Christ, erhebe Herz O Christe, Eingeborner Register. 237. W. N. Freudentheil. 518. E. Liebich. 448. Elisabeth Cruciger 1524. I. A. Schlegel 208. J. F. Möller. O daß ich tausend Zungen 13. J. Menter. O daß ich hätte mit O daß von meinen Leb. 521. A. H. Niemeyer. O die stillen Abendstunden 741. J. C. Lavater. O du majestätisch Wesen O Golgatha, zu deinen 357. Unbekannter Verf. 178. F. W. Loder. O Gott, den Erd' und H. 698. D. S. Georgii. 74.? J. J. Rambach. O Gott des Himmels Nr. Himmelswort, von O ich fühle Dank und Verfaffer. Jesu Christe, Gottes O Jesu Christe, wachs' Jesu, der du vor dem Jesu, Herr der O Jesu, Jesu, Gottes O Gott, des Krieges 750. Nach E. S. J. Borchward. O Gott, deß starke Hand 44. Unbekannter Verf. O Gott, dich fennt die 608. G. Tersteegen. 1737 O Gott, du bist die Liebe 53. E. Lange 1711. J. S. Diterich 1765 O Gott, du frommer Gott 476. J. Heermann. 1630 O Gott, von dem wir 731. C. Neumann. O Haupt voll Blut und Oheil'ger Geist, kehr' heiliger Geist, o D Herr, mein Gott, ich O bilf, Christe, Gottes 1766 1822 1704 1782 1776 1735 1781 1728 1735 1765 Um 1680 1711 1640 1638 1778 1531 231 1782 163. P.Gerhardt, n.B.v. Clairvaux, 1656 222. M. Schirmer. 221.? B. Helder. 696. H. E. Heeren. 155. M. Weiß. 262, J. D. Thieß. 62. J. G. Schöner. 134, J. Pauli. 469. J. C. Lavater. 288. J. J. Rambach. 677. 3. D. C. Bickel. 451. J. Heermann. uralt. lat. Tert. O Liebe, die den Himmel 116. C. F. Richter. O Menschenfreund, Herr 551. P. F. Hiller. O rühmt euch eurer 365. H. E. Heeren. O sagt es allen, daß 206. F. L. von Hardenberg. O selig, wer das Heil 660. E. F. H. Sachse. Ofelig, wer zufrieden 684. Unbekannter Verf. 1842 1768 Jesu, meine Wonne 285. J. Nist. DLamm Gottes unschuldig 156. N. Decius. Nach einem O süßes Wort, das Jesus 756. J. Höfel. O Tag des Heils, o 278. W. N. Freudentheil. O Vater aller Frommen 475. Unbekannter Berf. 1810 Vor 1672 1780 1718 1779 1630 1654 Vor 1531 1714 1730 1778 1801 1822 1790 1634 1842 1582 Oft klagt dein Herz Ohne Kummer, ohne Nr. O Vater aller Geister 567. J. C. Lavater. 1782 O Vater der Barmherzig. 307. D. Denicke 1647. Neander 1774 O Vater, nimm zum 270. W. Hülsemann. 1835 O Bater, o allmächtger O welch ein Trost für O Welt, sieh' hier dein 66. Uralt. Aus dem Lat. übers. 1545 333. J. S. Diterich. 1765 11. 1780 161. P. Gerhardt. O wie fröhlich, o wie selig 665. B. Schmolc. 1653 1726 Dwie selig seid ihr doch 662. S. Dach 1635, und J. Baumgarten P. Preis dem Todesüberw. Preis ihm! er schuf und Preis und Anbetung sei Register. R. Rings um mich her ist Verfasser. Sei getreu und weiche Sei Gott getreu, halt' Sei nicht stolz, Geschöpf 586. C. F. Gellert. 728. J. E. Fröbing. Quell des Lebens, heilge 236. Nach A. Knapp. Quelle der Vollkommenh. 378. B. Münter. 202. F. G. Klopstock. 71. F. G. Klopstock. 55. G. B. Funk. 702. J. A. Schlegel 1744, und C. C. Sturm 777. Nach J. G. Jacobi. Ruhen sie in Gottes S. Sandte dich mein Gott 694.. N. Freudentheil. Schaffe in mir Gott ein 279. Pf. 51, V. 12-14. Schafft mit Ernst, ihr Schaß über alle Schäße Schau hin! dort in Schmücke dich, o liebe Schön ist die Tugend Schuf mich Gott für Schweiget, bange Zweifel Schwing' dich auf zu Schwingt, heilige Ged. Seele, ruh' in jeder Seele, suchst du wahre 177, C. E. Sturm. 282. J. Franck. 589. J. A. Cramer. 88. 3. 2. Cramer. 331. J. A. Schlegel. 754. P. Gerhardt. 18. J. A. Cramer. 442. J. G. Schöner. 619. E. G. Göz,( nach J. C. Schade, 585 1692.) 600. C. A. Döring. 576. M. Franc. 364, B. Münter. 362 1714 1757 1791 1769 1758 1775 1829 1774 340. L. A. Gotter 1714. Zollikofer 1766 458. S. Liscov. 1672 1781 1648 1764 1780 1769 1653 1765 1810 1775 1776 1842 1776 1821 Vor 1657 1774 586 Register. Nr. Sei uns gesegnet, Tag 500. A. H. Niemeyer. Sei unverzagt, o frommer 396.? D. Denicke. Seid gesegnet, heilge Selig sind des Himmels Selig sind die geistlich 336.? S. G. Bürde. 668. F. G. Klopstock. 353, C. B. Garve. 1825 1779 1772 1736 121. Z. G. von Hippel. 514. 2. F. F. Lehr. 553. C. F. Gellert. 305. J. Heermann. 1757 1630 1757 Seligstes Wesen, unendl. 605. 2. Hinckelmann.( † 1695.) 1704 Sichrer Mensch, noch ist 325. C. C. Sturm. Singt dem Versöhner So bin ich nun kein So jemand spricht: ich So wahr ich lebe, spricht So weit nur deine Soll dein verderbtes Soll ich denn mich täglich Sollt es gleich bisweilen Sollt ich meinem Gott Sorge du für unsre Kinder Stårke, denn oft will er Stärke, die zu dieser Stärke, Mittler, stårke Staub bei Staube ruht Steil und dornicht ist der Stimmt dankend ein in 51. J. A. Cramer.( Nach Pf. 36.) 1755 257. C. F. Gellert. 401. Ph. J. Spener. 398. C. Titius. 1676 1664 7. P. Gerhardt. 1656 1776 680. L. H. Schlosser.( † 1723.) 1724 592. J. C. Lavater. 774. F. G. Klopstock. 271. B. Münter. 646. F. G. Klopstock. 595. S. G. Bürde. 337. A. H. Niemeyer. Such', o Seele, Gott 34. J. H. E. Hengstenberg. Verfasser. Tag des Zorns, wenn Gott 631. Thom. v. Celano. 11. Ueber aller Himmel Ueber Sonnen hoch erh. Ueberwinder, nimm die Um Gnade für die Sünd. Unerforschlich sei mir Unser Gott ist groß und Theures Wort aus Gottes 255. B. Schmold. Tiefe Trauer ruft uns Trauernd und mit Ueberf. v. Gilbert u. Doring. Treu ist Gott, das 61. J. F. Mudre. Triumph, Triumph und 200. D. Schiebeler. Trocknet eures Jammers 778. J. H. Voß. 1785 1661 Vor 1813 1758 1820, 1821 1723 780. S. A. Mahlmann. Nach 1803 473. J. Neunherz 1690 od. 1698. L. E. S. Müller 216. B. Münter. 25. W. N. Freudentheil. 195. Ch. L. Taddel. 169. C. C. Sturm. 38. J. A. Cramer. 78. F. W. Loder. 1758 1772 1758 1787 1814 1825 Um 1250 1804 1770 1766 1784 1774 1842 1751 1765 1768 1781 Nr. Unser Wandel ist im 522. J. E. Fröbing. Unsre Aussaat segne Gott 701. Nach J. W. L. Gleim. Unter allen großen Güt. 549. E. Lange. Unumschränkte Liebe 48. J. J. Nambach. Unwiederbringlich schnell 690. E. F. Neander.( Nach einem Urquell aller Seligkeiten V. Vater, heilig mocht' ich 321. J. E. Lavater. Vater, Vater, steh' uns Register. Verborgner Gott, dem Vereinigt zum Gebete Verlaß mich nicht, mein Verlaß, wenn ich dich Verleih' uns Frieden Verfasser. Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich Warum willst du doch Was auch von bösen 67. Uralt. Verånd. v. M. Luther älteren Liede vor 1680.) 1774 498. E. F. D. Schubart. 1780 1525, und F. G. Klopstock 1758 1734 1780 1768 1770 1532 1785 1776 1666 1766 1779 1817 V. 2 unbek. Verf. Vor 1573 Viel zu gering bin ich 382. A. H. Niemeyer. Vollendet ist dein Werk 217. J. C. Lavater. Voller Wunder, voller 679. P. Gerhardt. Vom Geräusch der Welt 616. J. J. Eschenburg. Vom Grab, an dem wir 144. C. C. Sturm. Von der Erde niederm 524. Ch. L. Neuffer. Von dir in diese Welt 563. J. A. Cramer. Von dir, o Vater, nimmt 433. J. C. Lavater. Von Furcht dahin ger. 174. B. Münter. Von Gott will ich nicht Von Herzen preif' ich Vor Jesu Augen 466, N. L. Graf von Zinzendorf. 1731 Vorbild wahrer Menschenl.150. J. J. Rambach. 1780 1771 1774 1563 385. L. Helmbold. 261. F. W. Loder. 1781 1735 104. B. Schmolck. 231. J. C. Lavater. 758. E. Liebich. 332. A. G. L. Hering. 674. M. Luther. Aus dem Lat. M. Wach' auf, mein Herz, u. 715. P. Gerhardt. Wachet auf vom Schlaf 649. G. B. Funk. Wachet über euren Glaub, 277. W. Hülsemann. Wagst du vor Gottes Walte, walte nah und Warum betrübst du dich 587 493. L. H. Bachoff von Echt. 265. J. F. Bahnmaier. 384.? Hans Sachs; polnisch bekannt seit 1797 1772 1711 1735 671. D. Schiebeler. 392. P. Gerhardt. 404. 2. Laurenti. 114. Unbekannter Verf. 1771 1649 1760 1835 1771 1827 1559 1766 1653 1700 1801 588 Register. Nr. 367.? E. F. Lochner. 391. P. Gerhardt. Was giebst du denn Was Gott gefällt, du Was Gott thut, das ist wohlgethan, er Was Gott thut, das ist wohlgethan, es 772. B. Schmolck. 403. S. Rodigast. Was Gott thut, das ist wohlgethan, so 709. B. Schmolck. Was hat der Mensch auf 528. V. Schmolck. Was hilft es mir, ein Was ich nur Gutes habe Was ist mein Stand Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will Verfasser. 348. C. F. Weiße. 362. J. S. Diterich. 361, C. F. Gellert. 421. C. F. Gellert. 383. Albrecht d. Júng., Markgraf zu Brandenburg. Was soll ich trostlos Was sollt' ich ängstlich Was sorgst du ängstlich Was wähnst du dich Was wär' ich ohne dich Was zagst du? Gott Weg, Welt, mit deinen Weicht, ihr Berge, fallt Weicht und quält mich Weinet nicht mehr um Welch Lob, o Bater Wenn Alle untreu werden Wenn Alle von mir Wenn Christus seine Wenn der Herr einst Wenn dich Unglück hat Wenn gleich aus dunkler Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von Wenn ich mit frommem Wenn ich nur den Heil. Wenn ich, o Schöpfer Wenn ich vor Gott mein 359. G. Zersteegen. Wenn mein Stündlein 632. N. Hermann.( † 1561.) Wenn Menschen streben 565. J. A. Cramer. Wenn mich die Sünden 159. J. Gesenius. Wenn, Mittler, meine 654. J. A. Cramer. Wenn oft in feierlicher 93. Unbekannter Verf. 1673 1653 94. Unbekannter Verf. 470. F. L. von Hardenberg. 628. E. A. Ddring. 242. C. F. Gellert. 439. S. G. Bürde. 478. J. Olearius. 427. D. Schiebeler. 614. C. F. Weiße. 725. F. G. Klopstock. 112. 2. F. Krauß. 471. F. 2. von Hardenberg. 76. E. F. Gellert. 1716 1675 1556 1775 1763 436. J. G. Krah. 425. C. C. Sturm. 644. C. F. Gellert. 445. W. N. Freudentheil. 122. F. L. von Hardenberg. 109. J. A. Schlegel. 1757 1817 1801 1772 165. Unbekannter Verf.? Vor 1712 58. B. Schmolck. 1705 430. E. Liebich.( Cramer 1780.) 1768 784. W. Hülsemann. 1829 1558 1801 1821 1757 1787 1671 1766 1766 1769 1786 1801 1757 1720 1723 1766 1765 1757 1757 1737 1562 1780 1646 1769 1810 Wenn sich die Sonn' Wenn wir in höchsten Register. Nr. 736. G. Zersteegen. 747. P. Eber,? vor 1552, geVerfasser. Wenn zur Vollführung Wer bin ich? welche Wer das Kleinod will Wer geht froh durch's 344. C. F. Gellert. 347. J. S. Diterich. 597. L. F. Krauß. 546. W. Hülsemann. Wer Gott vertraut, hat 387. Unbekannter Verf. Wer ist der Mann voll 153. Ch. L. Neuffer. Wer ist so freundlich Wer ist wohl wie du 463. 3. A. Freylinghausen. Wer nur den lieben Gott 394. G. Neumark. Wer Ohren hat, der höre 263. S. G. Burde. Wer sich dunken läßt, zu 580. Unbekannter Verf. Wer weiß, wie nahe mir 637. Aemilie Juliane, Gråfin zu 589 wiß vor 1567 1757 1765 1820 43. P. Gerhardt.( Mach Pf. 145), 1666 1704 1657 1787 1714 Wer zählt der Engel Werde munter, mein Wie fleucht dahin der Wie getrost und heiter Wie Gott mich führt, so Wie groß ist des Allm. Wie groß ist Gottes Wie groß ist unsre Seligt. Wie groß, wie angebetet 468.. A. Cramer, Wie gut ist's doch, in 416. U. B. von Bonin. 287. V. E. Löscher. Wie heilig ist die Ståte Wie herrlich strahlt der Wie ist mein Herz fo Wie königlich ist das Wie könnt' ich sein verg. Wie lieblich ist es in Wie liebt uns Gott fo 1738 1794 1835 1597 Schwarzburg- Rudolstadt. 1686 1780 1642 1679 1766 Wie sanft sehn wir den 615. E. F. Weiße. Wie felig bin ich, wenn 374. J. A. Cramer. Wie sicher lebt der Mensch 643. E. F. Gellert. Wie soll ich dich empfangen 132. P. Gerhardt. Wie sollen wir dir, Vater 142. J. C. Lavater. Wie wichtig ist doch mein 84. J. S. Diterich. Wie wird mir dann, o 648. F. G. Klopstock. Wie wohl ist mir, o 604. W. C. Deßler. Willkommen, Held im 193. B. Schmolck. 81. J. A. Cramer. 734.. Mist. 508. J. Neander. 617. C. F. Neander. 411. 2. Gedicke. 1711 1757 52. C. F. Gellert. 30. Unbekannter Verf. 607. J. E. Schmidt 1714. Diterich 1765 Vor 1831 1769 1727 1702 Vor 1769 450. Ph. Nicolai 1598. Schlegel 1766 763. G. B. Funt. 566. F. W. Loder. 299. 6. C. Kern.( † 1835.) 482. M. Günther. 1781 1837 1720 127. V. 1 uralt. V. 2 bis 4 vor 1539 Verändert von Cramer 1780 1766 1764 1757 1653 1771 1765 1758 1692 1712 590 Wir glauben All' an einen Wir glauben All an einen Wir kommen, Helfer, dir Nr. 1766 1757 1780 1821 Willst du der Weisheit 363. G. J. Zollikofer. Willst du die Buße noch 315. C. F. Gellert. Wir erscheinen hier vor 497. 3. 2. Cramer. Wir flehn um deine 276. C. 2. Döring. Wir freuen uns, Herr 211.? Chr. Fischer. J. S. Diterich. 63. M. Luther. 72. E. F. Neander. 764,? E. Gensch v. Breitenau. Vor 1687 J. A. Cramer. Vor 1618 1765 1524 1774 1780 Wir sind in Noth Wird das nicht Frende Wo eilt ihr hin, ihr Wo flieh ich Sünder Register. Verfasser. 749. Unbek. Vor 1735. Cramer 1780 664. H. C. von Schweinik. 519. E. Liebich. 1697 1768 306. J. Heermann 1630. Neander 1774 Diterich. 1780 1768 Wo tont der Pfalm der 19. J. A. Cramer. Wohl dem, der Jesum 253. Anna Sophie, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt. Zum Fleiße ward das Zum Trost in unsern 1658 1765 Wohl dem, der richtig 541. D. Bruhn. Wohl, wohl dem Menschen 609. 3. 2. Cramer.( Nach Pf. 1.) 1755 1822 Woblauf, wohlauf zum 783. C. F. H. Sachse. Wohlzuthun und mitzuth. 562. J. L. Paulmann. Womit soll ich dich wohl 12. L. A. Gotter. Wunderanfang, herrlich Wunderbarer König 100. H. A. Stockfleth. 10. J. Neander. 3. Zeige dich uns ohne Hülle 491. F. G. Klopstock. Zeuch ein zu deinen 223. P. Gerhardt. Zeuch hin, mein Kind 771. G. Hoffmann. Zu Gott, o Seele, schwing 32. Ch. E. C. v. d. Recke. 1779 1697 1691 1679 1769 1653 1693 1778 539. G. D. Hartmann.( † 1775.) 1785 91. J. G. Pfranger.( † 1790.) 1791 Verzeichniß der Melodien. Melodien Verzeichniß. Mit Angabe der Anzahl der Gesänge, für die eine jede Melodie im Gesangbuche angegeben ist. 1. Melodien mit Dreizeilig. Besik' ich nur ein ruhiges. 1. Gott ist mein Lied. 1. 591 Vierzeilig. Nun komm, der Heiden Heil. 3. meine Seele Gott erhebt. 2. Lobt Gott, ihr Christen all'. 5. Nun danket all' und bringet. 11. Nun sich der Tag geendet. 6. Hor', liebe Seel', dir ruft. 1. Ich dank' dir schon durch. 3. Christe, der du bist Tag. 1. Erhalt' uns, Herr, bei dein. 1. Herr J. Christ, dich zu uns w. 3. Herr J. Christ, meins Lebens. 3. Komm, Gott Schöpfer, heil. 2. Nun jauchz' dem Höchsten. 2. Nun laßt uns den Leib begr. 2. Vom Himmel hoch da komm, 1. Vom Himmel kam der Engel. 1. Wenn wir in höchsten Nöthen. 2. Wo Gott zum Haus nicht. 4. Wohl dem, der in Gottes. 1. Parallelmelodien.*) SHerzliebster Jefu, was hast. 3. Wend' ab deinen Zorn, lieber. 5. Fünfzeilig. Da Jesus an dem Kreuze st. 1. In dich hab' ich gehoffet. 4. Dies sind die heil'gen zehn. 2. Erschienen ist der herrlich. 4. Sechszeilig. ( Jefus lebt, mit ihm auch. 18. Jesus, meine Zuversicht. 7. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Seiebster Jesu, wir sind. 5. Sei willkommen, Jefulein. 2. 6. Gott des Himmels und. Jesus, Jesus, nichts als. 1. Liebe, die du mich zum. 3. Herr, ich habe mißgehandelt. 4. Wohl mir, Jesus, meine F. 4. Alles ist an Gottes Segen. 6. An des Mittlers Kreuz. 2. ( Laßt uns, Christen, hocherfr. 1. *) Bei der mit möglichster Sorgfalt getroffenen Auswahl der Melodien ist anzunehmen, daß die für jeden einzelnen Gesang bestimmte Singweise dem Inhalte desselben am angemessensten sei. Da indeß die eine oder die andere Manchem unbekannt sein könnte, so giebt, zwar nicht für alle, aber doch für die Lieder, die nach einerlei Silbenmaaß gedichtet sind, das gegenwärtige Verzeichniß einen Nachweis, welche bekanntere oder leichtere Melodie allenfalls statt der vorgeschriebenen gebraucht werden kann. 592 Verzeichniß der Melodien. Dir dank ich für mein Leben. 10. o Welt, ich muß dich laffen. 18. ( Bald oder spåt des Todes. 1. Dies ist der Tag der Fröhl. 1. Mach's mit mir, Gott. 4. Wohl dem, der beß're Sch. 1. Der du dein Wort mir. 11. Ich will dich lieben, meine. 11. Mein Jesus lebt, was. 27. Wer nur den lieben Gott. 28. Wer weiß, wie nahe mir. 27. Siebenzeilig. Ach Gott, vom Himmel sieh. 2. Allein Gott in der Höh'. 6. Aus tiefer Noth ruf ich. 3. Der Herr ist mein getreuer. 5. Es ist das Heil uns kommen. 9. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Es spricht der Unweisen. 3. Herr J. Christ, du höchstes. 2. Mein Herzens- Jefu, meine. 3. Nun freut euch, lieben Chr. 5. Wenn mein Stündlein vorh. 3. Wo Gott der Herr nicht bei. 2. Achtzeilig. Christus, der uns selig. 3. Schwing' dich auf zu d. 6. Werde munter, mein G. 10. Wie nach e. Wasserquelle. 14. 5. Alle Menschen múffen sterb. 4. Du, o schönes Weltgebäude. 5. Jesu, der du meine Seele. 11. Jesu, meines Lebens Leben. 4. Womit soll ich dich wohl. 12. Nun danket alle Gott. O Gott, du frommer Gott. 12. Was frag' ich nach der Welt. 4. Aus meines Herzens Gr. 8. Von Gott will ich nicht. 5. Herzlich thut mich verl. 19. Ich dank' dir, lieber Herre. 13. Valet will ich dir geben. 6. Dreizeilig. Christe, du Lamm Gottes. 1. Tag des Zorns, wenn Gott. 1. Gott, der du selber bist das. 1. Ewigkeit, du Donnerw. 5. ( Durch Adams Fall ist ganz. 2. O Herre Gott, dein göttlich. 1. Was mein Gott will. 4. Wer Gott vertraut, hat. 1. Die Tugend wird durch's K. 4. Wie groß ist des Allmächt'g. 11. Neunzeilig. SChrist, unser Herr, zum J. 1. Es wolle Gott uns gnädig. 1. Behnzeilig. Slasset uns den Herren pr. 5. Sollt' ich meinem Gott n. 4. 2. Melodien ohne Parallelmelodien. 3weizeilig. Vierzeilig. Danket dem Herren, denn. 1. An dir allein, an dir. Christus, der ist mein L. Die Himmel rühmen. Du flagst und fühleft. Gedanke, der uns Leben. 1. 8. 1. 1. Verzeichniß der Melodien. Nun laßt uns Gott, den O höchster Gott, o O wie selig seid ihr. Ringe recht, wenn. Sollt es gleich bisweilen. Warum verstößt. Zeuch meinen Geist, triff. 593 7. Herr Christ, der einge. 2. Hilf Gott, daß mirs gelinge. 3. Lobe den Herren, o meine. 1. 5. Meine Hoffnung stehet. 1. 1. 1. 3. Lamm Gottes. 1. 1. Singen wir aus Herzensgr. 2. 1. Wird das nicht Freude. 1. Fünfzeilig. Ach wie nichtig, ach wie. Auferstehn, ja auferstehn. Christus ist erstanden. Gelobet feist du, Jeſu. Achtzeilig. 1. Der lieben Sonne Licht. 1. Die gold'ne Sonne. 1. Erbarme dich, mein. Ich bin ja, Herr, in. Jehovah ist mein Licht. Lobet den Herren, denn. 1. Mein Jesu, dem die Ser. 1. Durchbrecher aller. 1. 7. 3. 1. 1. O großer Gott von Macht. 5. Preis dem Todesüberwinder. 1. Schmücke dich, o liebe S. Seele, was ist Schön'res. 3. Seligstes Wesen. Straf mich nicht. 3. Warum sollt ich mich. 1. Was Gott thut, das ist. 3. Wenn zur Vollführung. 1. Su Gott in dem Himmel. 1. 3. 3. 3. 9. 1. 1, 1. 3. Ich hab' mein' Sach' Gott. 3. Lobe den Herren, den. Nicht diese Welt, die. O heiliger Geist, o O Traurigkeit. Warum betrübst du. Sechszeilig. Ach Gott und Herr. Ach, was soll ich. Auf meinen lieben Gott. Beladner Geist, den Zorn. Dir, dir, Jehovah, will. Gottes Sohn ist kommen. Jauchzt ihr Erlösten. Jesu, meine Freud' und. Kommt her zu mir. Mit Fried' und Freud'. Nicht so traurig, nicht. Nun bitten wir den. Seelenbräutigam. Vater unser im. Was ist mein Stand, mein. 1. Was sorgst du ängstlich. Wer nicht mit den Gottl. Wir Christenleut'. 1. Neunzeilig. 6. Allein zu dir, Herr Jesu. 1. Ein' feste Burg ist. 2. Es ist genug, so nimm. 2. Jch ruf zu dir, Herr. 2. Jesu, meine Freude. 3. Sebnzeilig. -1SNEISSTI 1. 1. 3. 7. 1. 5. 11181 4. An Wasserflüssen Babylon. 11. Beschränkt ihr Weisen. 1. Ein Kindelein so löbelich. 1. 1. Siebenzeilig. Es kostet viel ein Christ. Gott sei gelobet und geben. Jerusalem, du heil'ge G. 1. Komm, heiliger Geist. Gieb dich zufrieden und sei. 1. Mein Schöpfer, steh mir. 1. 1. 1. 3. 1. 594 Wie schön leuchtet der. Wie wohl ist mir, o Wunderbarer König. S Elfzeilig. Verzeichniß der Melodien.c 21. Vierzehnzeilig. 9. Gott, der Vater, wohn' uns. 1. 3. Mitten wir im Leben. 3. Ach, wir armen Sünder. Mag ich Unglück nicht. 3wölfzeilig. Nun lob', mein' Seel'. Wachet auf, ruft uns. Wir glauben all' an. Dreizehnzeilig. Herzlich lieb hab' ich. 2. 1. Ohne bestimmte Zeilenzahl. redunt Christ fuhr gen Himmel. Christ ist erstanden. 16. Herr Gott, dich loben wir. 18. Kyrie, Gott Vater. 1. 1. 1. 1. 1. 2. Nimm von uns, Herre Gott. 1. O Vater, o allmächt'ger. Schaffe in mir, Gott. 7. Verleih' uns Frieden. 1. 1. Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. 595 Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. Barmherziger, gnädiger Gott nach deinem Willen und Wohlund Vater unsers Herrn Jesu gefallen zu regieren, auf daß Christi, wir danken dir von Gerechtigkeit und Zugend verGrunde unsers Herzens, daß breitet, die Bosheit gestrafet du dein heiliges Wort bisher werde, und auch wir in stiller unter uns hast erhalten, auch Ruhe und gutem Frieden, als dasselbe rein und lauter vortra- Christen gebühret, unser Leben gen lassen. Wir bitten dich, du zubringen mögen. wollest dies theure Geschenk uns und unsern Nachkommen ferner bewahren, getreue Arbeiter in deine Ernte senden, und die du gesandt hast, im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten; deine christliche Kirche durch deinen heiligen Geist regieren, daß sie durch rechtschaffene Lehre deines lebendigen und kräftigen Worts erbauet, dem Unglauben, Aberglauben und allen Sünden gewehret, der Irrende und Verführte zurück gebracht, der Glaube in uns gestärket werde, und die Liebe zu dir und den Menschen in uns wachsen und zunehmen möge. Du wollest dir unsere Stadt, unsere Bürgerschaft, Handlung, Schiffahrt, Nahrung und Ge werbe gnädiglich lassen befohlen sein, dem Segen gebieten, daß er mit uns sei in allem, das wir Gutes vornehmen; Landplagen hingegen, als da sind Erdbeben, Krieg, Aufruhr, ansteckende Krankheiten, theure Zeit, Feuersbrünste, Viehsterben, in Gnaden abwenden, und uns vor einem unseligen Tode bewahren. Zu dieser Absicht wollest du unsere Herzen beständig zur Buße neigen, mit wahrem Glauben an deinen Sohn Jesum Christum erfüllen, und uns geschickt machen, nach deinen Geboten zu leben, und dir in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu dienen. Deiner väterlichen Fürsorge empfehlen wir auch alle christlichen Kaiser, Könige und Obrigkeiten, vor allen den deutschen Laß dir auch, o Gott! unsere Kaiser, sowie die Fürsten und Schulen befohlen sein. Gieb Regierungen unseres deutschen Glück und Segen zur KinderVaterlandes, insbesondere den zucht. Regiere die Jugend mit Senat dieser Stadt, unsere deinem heiligen Geiste zu allem ordentliche Obrigkeit, unter deren Guten. Laß sie wachsen und zuSchuß du uns geseket hast. Ver- nehmen an Weisheit, Alter und leihe ihnen Segen und Gnade, Gnade bei dir und den Menschen. Gesundheit und langes Leben, dazu Weisheit und Kraft, dein heiliges Wort über alles zu lieben und zu befördern, die Unterthanen Alle die, welche in Trübsal, Armuth, Krankheiten, Kindesnöthen und Anfechtungen sind, auch die, welche um des heili 596 Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. gen Evangelii und der Wahr- gehörig, mit fruchtbarer Wachheit willen angefochten und ge- sung gerathen und gedeihen. Befangen sind, oder sonst Verfol- hüte uns vor schädlichem Gegung leiden, wollest du trösten wässer, Ungewitter, großer Dürre mit deinem heiligen Geiste, daß und tobenden Winden. Auch sie solches alles für deinen vå- bitten wir um alles, rum du, terlichen Willen aufnehmen und ewiger Gott, gebeten sein willst. erkennen, den Verfolgern und Verleihe uns solches aus GnaLästerern wollest du vergeben und den, durch das bittere Leisie bekehren. den und Sterben deines lieben Und weil wir das tägliche Sohnes, unsers Herrn und Brot allein aus deiner våter- Heilandes, Jesu Christi, wellichen Hand nehmen, so gieb, cher mit dir und dem heilidaß wir es mit Danksagung gen Geiste lebet und regieret, empfahen. Laß die Früchte der wahrer Gott, in alle Ewigkeit. Erden, zur leiblichen Nothdurft Amen. Gebet in den Betstunden. Allmächtiger, ewiger, barmher- ein Vater für seine Kinder, ziger Gott, du Vater unsers und giebst uns alles, was zur Herrn Jesu Christi, wir arme Nahrung und Nothdurft dieses sündhafte Menschen treten vor Lebens gehöret. Du hast unser dein heiliges Angesicht, zu beten. Gebet erhöret, und uns bisher Erhöre uns; denn du bist nicht im Frieden erhalten. Für solche ferne von einem jeglichen unter und alle andern Wohlthaten uns. In dir leben, weben und danken wir deinem heiligen Nasind wir. O so neige denn dein men. Herr, unser Herrscher, Vaterherz zu uns, um deines lie- wie herrlich ist dein Name in ben Sohnes, Jesu Christi, willen. allen Landen! Deine Güte ist Dir, dem allgútigen Gott, es, daß wir nicht gar aus sind, sagen wir von Grund unserer und deine Barmherzigkeit hat Herzen Lob und Dank für deine noch kein Ende, sondern sie ist vielfältigen großen Wohlthaten, alle Morgen neu, und deine die du uns aus väterlicher Liebe Treue ist groß. erzeiget hast. Du hast uns er- Mit unsern Sünden haben schaffen zu deinem Ebenbilde. wir zwar viele und große StraDurch den Tod deines lieben fen verdienet. Das Tichten und Sohnes hast du uns von Sún- Trachten unserer Herzen ist nur den und ewiger Verdammniß immerzu böse von Jugend auf. erlöset. Durch die Predigt dei- Wir irren alle mannichfaltig; nes heiligen Evangelii hast du wir haben viel böser Werke des uns zur christlichen Kirche be- Fleisches und der Finsterniß berufen. Du sorgest für uns, wie gangen, deiner Gnade und Ge Gebet in den Betstunden. 597 schenke haben wir vielfältig ge- herrsche. Gieb uns auch das mißbraucht, und den Reichthum tägliche Brot; segne unsre Handdeiner Güte und Langmüthig- lung, Schiffahrt, Nahrung und keit verachtet. Solche unsere Gewerbe. Gieb uns Regen und Missethat aber ist uns herzlich fruchtbare Zeit vom Himmel, leid, und reuet uns sehr. Wehe erfülle unsere Herzen mit Speise uns, daß wir wider dich, un- und Freude. Segne und besern Herrn und Gott, also ge- wahre die Früchte auf dem Felde, fündiget haben! Wir trösten daß unser Land sein Gewächs gebe. Laß alle Werke unserer Hände in dir gesegnet sein. Gieb Glück und Segen zur Kinderzucht in unsern Schulen und in unsern Häusern, und regiere die liebe Jugend mit deinem heiligen Geist zu allem Guten. Hilf, daß sie wachse und zunehme an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Laß dir auch Stadt und Land zu deinem väterlichen Schuß befohlen sein. Nimm deinen Frieden nicht von uns, und bewahre uns, daß wir mit groben Laß dir unsere Kirche befoh- wissentlichen Sünden denselben len ſein. Erhalte uns dein nicht von uns stoßen. Behüte Wort rein und lauter mit den uns vor Krieg und Blutvergnadenreichen Sacramenten, bis gießen, vor äußerlichen Feindauf unsere Kinder und Nach- feligkeiten und vor innerlicher kommen. Sende treue Lehrer Unruhe und Zwietracht. Behúte und Arbeiter in deine Ernte, uns auch vor der Pest und angieb deinen Geist und Kraft dern ansteckenden Krankheiten, zum Worte, wehre allen Aerger- vor Hagel und Ungewitter, vor nissen, Spaltungen und Secten, Mißwachs, Viehsterben und bringe wieder alle Frrende und theurer Zeit, vor Feuers- und Verführte, tritt den Satan un- Wassersnoth, vor Erdbeben, verter unsere Füße. Wir befehlen derbenden Sturmwinden, vor dir auch unsere liebe Obrigkeit; einem bösen schnellen Tode. gieb ihr den Geist der Weis- Sende zu uns deine heiligen heit und des Verstandes, gieb Engel, die sich um uns her heilsame friedliche Nathschläge, lagern, uns bewahren auf unsern daß in unserm Lande Ehre wohne, Wegen, und auf ihren Händen daß Güte und Treue, Gerech- tragen, daß unsere Füße nicht tigkeit und Friede unter uns anstoßen. uns aber des heiligen Verdienstes und der kräftigen Fürbitte deines lieben Sohnes, Jesu Christi, der uns mit seinem Blute theuer erkaufet hat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Strafe uns nicht in deinem Born, und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Gedenke nicht unserer Missethat und Uebertretung, sondern gedenke unser nach deiner großen Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Gebet in den Betstunden. Vor allen Dingen aber be in Keuschheit und Nüchternheit húte uns vor ieder geistlichen leben, und im Guten bis ans Noth und Gefahr. Hilf, daß Ende verharren. wir mit festem Glauben und Und wenn zulegt unser Ende andächtigem Gebet, mit Wachen kommen wird, daß wir aus dieund nüchternem Leben den Feins fer Welt werden scheiden müssen: den unserer Seligkeit wider- so stehe uns bei mit deiner stehen. Und weil wir nicht tüch- Gnade, reiß uns mit deiner tig sind von uns selber, als von allmächtigen Hand aus der uns selber, etwas Gutes zu den Todesnoth. In unserer letzten ken oder zu vollbringen, so bitten Stunde, am jüngsten Gericht, wir dich, o du barmherziger hilf uns, lieber Herre Gott. Gott, du wollest uns tüchtig Gieb, daß wir im Glauben und machen zu allem Guten. Er- Gebet entschlafen, und unsere leuchte unsern Verstand, heilige Seele zu dir im Frieden von unsern Willen, reinige unsere hinnen fahre. Führe uns derHerzen, wirke in uns rechtschaf- einst am jüngsten Tage ins fene Buße. Hilf, daß wir von Reich der Herrlichkeit, daß wir Sünden abstehen, und uns von dein heiliges Angesicht mit Freuganzem Herzen zu dir bekehren. den anschauen, mit allen EnDas gute Werk des Glaubens, geln und Auserwählten dich loben welches du in uns angefangen und preisen, und ewiglich bei hast, wollest du hinausführen bis dir wohnen und bleiben mögen. auf jenen großen Tag. Gieb Erhöre dies unser Gebet, barmuns deines Geistes Gnade, daß herziger Gott und Vater, um wir rechtschaffene Früchte der deines lieben Sohnes, Jesu Buße bringen, und unsern Glau- Christi, willen, welcher mit dir ben mit guten Werken erweisen. und dem heiligen Geist lebet Hilf, daß Liebe und Friede, und regieret, hochgelobet in alle in Sanftmuth und Demuth, Ewigkeit. Amen. 598 Ermahnung an die Meine Allerliebsten! Uns wird stets durch die Pre digt des Evangelii Christi vorgehalten, daß wir von Natur unwissende, arme Sünder, und in diesem Zustande verloren sind, auch durch eigene Einsicht und Kraft unmöglich von dem strengen Gericht Gottes und von dem gesammten schrecklichen VerCommunicanten. derben der Sünde uns befreien können. Gott aber hat unser Unvermögen besser erkannt, denn wir, und hat, als ein gnädiger Vater, seinen eingebornen Sohn, Jesum Christum, für uns gegeben, daß wir, durch sein Evangelium erleuchtet, und durch seinen Tod von unsern Sünden erlöset, Kinder Gottes und Erben Ermahnung an die Communicanten. 599 zweifeln sollen, sein Tod und Blutvergießen sei unsere gewisse Geligkeit. Diese heilige Handlung, o Erlösete, helfe euch Gott anjeßt mit wahrer Andacht verrichten. Ihr müsset schon durch Geber und Selbstprüfung dazu vorbereitet sein, und mit unverstellter Reue über eure Sünden, mit aufrichtigem Verlangen nach der Barmherzigkeit Gottes in Christo Jesu, und mit dem ernstlichen Entschluß, an der Besserung eures Herzens und Lebens zu arbeiten, hier an dem Tisch des Herrn erscheinen. Dann werdet ihr der seligen Theilnehmung an allen Früchten des Leidens und Todes Jesu Christi durch den Genuß des Abendmahls versichert werden, und die euch widerfahrne Wohlthat, Gott zum Preise, euren Seelen zum ZTrost, und euren Brüdern zur Erbauung, freudig rühmen und dankbar anwenden, nach dem Befehl Christi: Solches thut zu meinem Gedächtniß. Doch, damit wir dessen nicht Wer denn nun würdig will vergessen, oder träge werden effen und trinken, der soll zwei möchten, als wir leider! oft Dinge thun. Er soll glauben, werden, zu solchem Glauben an was Christus sagt, und thun, die Menschwerdung und den Tod was er gebeut. Er sagt: Das Christi, so hat er uns ein be- ist mein Leib, der für euch ge= fondres Gedächtniß und eine geben wird; das ist mein Blut, feierliche Verkündigung seines das für euch vergossen wird zur Todes, so oft wir wollen, be- Vergebung der Sünden: solches fohlen, daß wir auch außerlich sollet ihr glauben. Er gebeut im Sacrament, der Vernunft aber: Nehmet hin und effet, verborgen, allein dem Glauben trinket alle daraus, und gedenket aus den Worten Christi bekannt, mein; solches follet ihr thun, effen sollen seinen Leib und trinken nach seinem Gnadenwort und sein Blut, auf daß wir ja nicht Befehl. Amen. der ewigen Seligkeit würden, so wir das glaubten. Solches läßt er uns stets predigen. Auf solchen Glauben und zu solcher Seligkeit werden wir auch getauft. Darin sollen wir stets bleiben, so bleiben wir in Christo und Christus in uns. Co essen wir ohne Unterlaß geistlicher Weise, durch den Glauben, den Leib Christi und trinken sein Blut, das heißt: wir werden mit Christo auf's genaueste vereiniget, dadurch, daß wir uns das persönlich zueignen. daß er seinen Leib für uns in den Tod gegeben, und sein Blut für uns am Kreuz vergossen hat zur Vergebung der Sünden. Darauf verlassen wir uns zur Seligkeit wider alle falsche Lehre, wider alle Sünde, Anfechtung und Noth. Aus dieser Wohlthat Christi lernen wir auch, welche Liebe und Geduld wir üben sollen gegen unsern Nachsten, selbst gegen unsere Feinde. Was wollten wir mehr? 600 Collecten an Sonn- und Festtagen. Collecten, die in den hamburgischen Kirchen an den Sonn und Festtagen gesungen werden. Am Sonntage. 1. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Bater, laß uns dein heilsam Wort mit Andacht hören, und verleih' uns allen Gnade, die göttliche Kraft desselben zu erfahren, damit wir dein Heil immer ernstlicher suchen, auf deine Barmherzigkeit in Demuth hoffen, und in kindlicher Furcht und Liebe vor dir wandeln, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! 2. Lasset uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott, der du das Wollen und Vollbringen des Guten in uns schaffest, und alle, die deinen Namen ehren, mit Heil und Gnade krönest, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, daß wir dein heiliges Wort von Herzen lieben, und alles, was du uns darin gebietest, durch deine Kraft vollbringen, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Collecten an Sonn- und Festtagen. 3. Lasset uns beten: Barmherziger Gott und Vater, der du den Irrenden das Licht der Wahrheit leuchten läsfest, und sie dadurch auf den Weg des Lebens zurückführst, lehre auch uns dein seligmachend Wort lebendig erkennen, und mache es uns zu unsers Herzens Freud' und Wonne, damit wir alles, was dir mißfällt, ernstlich meiden, und im Gehorsam das Gute standhaft vollbringen, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! 4. Gott, gieb Fried' in deinem Lande. Glück und Heil zu allem Stande. Lasset uns beten: 601 Chor. Herr Gott, himmlischer Bater, der du ein reines Herz in uns schaffest, und zur Uebung guter Werke uns stärkest, gieb, daß dein göttlicher Friede uns erfreue, und unsere Herzen und Sinne allezeit bewahre, damit wir stets an deinen Geboten hangen, ein geruhiges und stilles Leben führen, und als deine Kinder mit Glück und Heil von dir gesegnet werden, durch unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Chor. Amen! An den Festtagen. In der Adventszeit. Daran ist erschienen die Liebe Gottes, daß er feinen Sohn gesandt hat. Chor. Daß wir durch ihn leben sollen, Hallelujah! Lasset uns beten: Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du dich unser so gnädig angenommen, und deinen eingebornen Sohn uns zum Erretter gesandt hast. Gieb uns diese unendliche Wohlthat heilsam zu erkennen, und stärke uns durch die Kraft deiner Gnade, daß wir für deine erbarmende Liebe dich dankbar preisen, und mit reinem Herzen dir allezeit dienen, durch denselben, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Cc 602 Collecten an Festtagen. Am heil. Weihnachtfeste. Ein Kind ist uns geboren, Hallelujah! Chor. Ein Sohn ist uns gegeben, Hallelujah! oder: Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleisch, Hallelujah! Chor. Welcher ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit, Hallelujah! Lasset uns beten: Barmherziger Gott und Vater, der du deinen lieben Sohn in die Welt gesandt hast, damit wir durch ihn gerecht und Erben des ewigen Lebens würden, wir danken dir für deine unaussprechliche Gabe. Sei uns allen gnädig und hilf uns, daß wir an deinen Mensch gewordenen Sohn von Herzen glauben, und in diesem Glauben der himmlischen Güter theilhaftig werden, die uns allen sind erworben worden durch ihn, unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen. dun Am Neujahrstage. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Hallelujah! Chor. Und seine Güte währet ewiglich, Hallelujah! Lasset uns beten: Wir danken dir, allgütiger Gott und Bater, daß du uns im verfloßnen Jahre allmächtig beschüßet und erhalten, auch deine Gnade und deinen Segen uns reichlich erzeigt haft. Walte auch in diesem Jahre über uns mit väterlicher Güte, und erwecke unsere Herzen, daß wir dich allezeit dankbar preisen, und die bineilenden Tage unsers Lebens dir heiligen, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Am Feste der Erscheinung Christi. Wie am Weihnachtfeste. Am Feste der Reinigung Maria. Wie am Weihnachtfeste. Collecten an Festtagen. Am Feste der Verkündigung Maria. 603 Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Hallelujah! Chor. Lasset uns freuen und fröhlich darin sein, Hallelujah! Lasset uns beten: Dank und Anbetung sei dir, allmächtiger, gnådiger Gott, daß du uns das gottselige Geheimniß von deines Sohnes Menschwerdung geoffenbaret hast. Gieb, daß wir es in Demuth gläubig annehmen, und uns dadurch ermuntern lassen, alles ungöttliche Wesen zu meiden, und dem zu Ehren zu leben, der uns zum Segen Mensch ward, unserm Herrn, Jesu Christo! Chor. Amen! In der Passionszeit. Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet. Chor. Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Laffet uns beten: Barmherziger, ewiger Gott, der du deinen eingebornen Sohn für uns alle dahin gegeben, daß er unsre Sünde am Kreuz tragen sollte, wir danken dir für dieses Wunder deiner Liebe, und bitten dich herzlich, du wollest uns im Glauben an das Verdienst deines Sohnes stärken, und uns des Segens seiner Erlösung theilhaftig machen, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Am heil. Osterfeste. Christus ist um unsrer Sünde willen dahin gegeben, Hallelujah! Chor. Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket, Hallelujah! Laffet uns beten: Allmächtiger Gott und Bater, der du Jefum Christum, den großen Sieger über Tod und Sünde, auferwecket, und durch seine Auferstehung und überzeugt hast, daß er dein Sohn, und unsere Erlösung durch ihn vollbracht sei, und daß auch wir einst auferstehn und ewig leben sollen, erhalte uns in diesem Glauben Cc 1 Collecten an Festtagen. und in dieser Hoffnung, und stärke dadurch unsre Herzen, daß uns nach deinem Heil sehnlich verlange, und wir uns in deinem Dienste stets erfinden lassen, durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! 604 Am Feste der Himmelfahrt Christi. Christus kann selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, Hallelujah! Chor. Und lebet immerdar, und bittet für sie, Hallelujah! Lasset uns beten: Wir bringen dir Lob und Anbetung, du hocherhöhter Heiland unsrer Seelen, der du in deiner Herrlichkeit nun ewig lebest, und über alles, was im Himmel und auf Erden ist, allmächtig herrschest und regierest. Verleih uns deine Gnade, daß unser Geist sich von den Lüsten dieser Welt zu dir erhebe, und uns nur nach dem, was himmlisch ist, verlange, damit wir deine Herrlichkeit einst schauen, und dann, mit Ruhm und Preis gefront, in Unschuld und in ewiger Seligkeit dir dienen. Chor. Amen! Am heiligen Pfingstfeste. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott. Chor. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Lasset uns beten: Herr, unser Gott und Bater, der du durch deinen guten Geist zur Wahrheit und zur Heiligung uns führest, wir bitten dich von Herzen, du wollest ihn auch zu uns senden, daß wir dich und dein Wort heilsam erkennen, an Jesum, unsern Herrn, recht glauben lernen, und so durch ihn zum Guten gestärket und in aller Noth mit seinem Trost erquicket werden, um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen. Chor. Amen! Am Feste der heil. Dreieinigkeit. Wir loben dich, Herr Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Hallelujah! Chor. Und rühmen dich von nun an bis in Ewigkeit, Hallelujah! mod Collecten an Festtagen. 605 Lasset uns beten: Anbetungswürdiger, heiliger Gott, dessen unerforschlich Wesen niemand ergründet, wir danken dir, daß du uns selbst gelehrt hast, wie wir dich, den einigen wahren Gott, als Vater, Sohn und Geist anbeten sollen. Gieb, daß wir dieses göttliche Geheimniß gläubig annehmen, und uns dadurch erwecken lassen, dich, den Unendlichen, in Demuth zu verehren, und mit der That und Wahrheit dich zu preisen, der du allein lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Chor. Amen! Am Feste Johannis. mache Bereitet dem Herrn den Weg, Hallelujah! Chor. Machet eine ebne Bahn unserm Gott, Hallelujah! Lasset uns beten: Almächtiger, ewiger Gott, der du auch uns das Heil erkennen läsfest, das in Vergebung unsrer Sünden bestehet, erhöre unfre Bitte und hilf uns, daß wir auch dieses Heils theilhaftig werden, damit wir unser Lebenlang dir kindlich dienen, und so, wie dir's gefällt, gerecht und beilig wandeln, um deines lieben Sohnes, unsers Herrn, Jesu Christi willen. Chor. Amen! Am Feste der Heimsuchung Mariá. Gottes Barmherzigkeit währet für und für! Chor. Bei denen, die ihn fürchten, Hallelujah! Lasset uns beten:: Wir danken deinem heiligen Namen, barmherziger Gott und Vater, daß du in deinem Sohn dich unsrer gnädiglich erbarmt hast. Laß uns den Reichthum deiner Liebe recht erkennen, und gieb uns deines Geistes Beistand, daß wir mit Herz und Mund dich, unsern Gott, erheben, der du so große Dinge an uns gethan hast, durch unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum, Chor. Amen! Am Michaelis: Feste. me Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, Hallelujah! Chor. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, Hallelujah! C+ 2 606 Collecte n. d. Betstunden, am Bustage u. n. d. h. Abendmahl. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Bater, der du durch deine Engel uns beschüßest, wenn Sünd' und Welt uns mit Gefahren drohen, wir bitten deine Barmherzigkeit, du wollest diesen Schuß uns gnädiglich erhalten, und uns durch deinen heiligen Geist regieren, daß, wie im Himmel, also auch auf Erden dein Wille allezeit geschehe, damit wir einst dein Angesicht mit allen Engeln schauen, und dich mit allen Auserwählten ewig preisen, durch unsern Herrn, Jesum Christum! Chor. Amen! Collecte nach den Betstunden und am Bußtage. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden. Chor. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Bater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, läsfest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie bekehret werden und leben: Wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden, und zu unserer Besserung deine Barmherzigkeit verleihen, um Jesu Christi, deines lieben Sohns, unsers Herrn willen. Chor. Amen! Collecte nach dem heil. Abendmahl. Lasset uns beten: Wir danken dir, allmächtiger Herre Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lasfest zur Stärkung unsers Glaubens und zu feuriger Liebe unter uns allen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Chor. Amen! MARIT Verzeichniß der Bibel- Terte. Verzeichniß der zum abwechselnden Gebrauche*) verordneten evangelischen und epistolischen Bibel: Terte. 607 1. 1. Am 1. Sonntage des Advents. 2m 2. Weihnachtstage. Ev. Joh. 1, V. 15 bis 18. Ep. Rom. 13, 2.11 bis 14. SEv. Matth. 3, V. 1 bis 6. 2. Ep. Jerem. 31, V. 31 bis 34. Um 2. Sonntage des Advents. 2. SEv. Luc. 21, 2. 25 bis 36. 1. 2. Ep. Rom. 15, V. 4 bis 13. 2m Sonnt. nach Weihnacht. SEv. Matth. 3, 2. 7 bis 12. Ep. Ephes. 1, 2. 3 bis 6. 1. Am 3. Sonntage des Advents. 1. Ev. Matth. 11, V. 2 bis 15. 2. Ev. Luc. 2, V. 15 bis 20, oder Matth. 23, V. 34 bis 39. Ev. Luc. 19, 2. 10. Ep. Gal. 4, v. 1 bis 7. Ev. 1 Joh. 4, 2. 9 bis 11. SEv. Psalm 62, V. 6 bis 13. Ep. 2 Cor. 4, V. 15 bis 18. SEv. Psalm 90, V. 1 bis 12. Ep. Judá V. 17 bis 21. 2. 1. JEv. Matth. 10, 2. 32 bis 42. Ep. 1 Cor. 3, 2.11 bis 17. Um 4. Sonntage des Advents. 1. Ev. Joh. 1, v. 19 bis 28. Ep. Phil. 4, V. 4 bis 7. SEv. Luc. 17, V. 20 bis 24. 2. Ep. 1 Tim. 1, v. 12 bis 17. Am 1. Weihnachtstage. Ev. Luc. 2, v. 1 bis 14. 1. Ep. Tit. 2, v. 11 bis 14. SEv. Joh. 1, V. 1 bis 14. Ep. Ebr. 1, v. 1 bis 6. 2. 1. Am Sonntage nach Neujahr. Ev. Luc. 2, V. 33 bis 40. Ep. Tit. 3, V. 4 bis 7. SEv. Matth. 16, V. 1 bis 4. Ep. Jac. 4, V. 13 bis 17. 2. 2. Am Neujahrstage. Ev. Luc. 2, V.21, od. fr.Text. Ep. Ebr. 10, 2. 35 bis 39, oder freier Tert. SEv. Psalm 111, od. fr. Tert. Ep. Ebr.13,2.14, od.fr.Tert. *) In dem Kirchenjahre 1872/73 werden die alten( nur hie und da ver, änderten oder erweiterten) Texte, die mit Nr. 1 bezeichnet sind, zum Grunde gelegt, und zwar so, daß der voranstehende evangelische Text für die Hauptpredigt, der darauf folgende epistolische für die Nachmittagspredigt dient. Von Advent 1873 an wird über dieselben Texte, aber in um. gekehrter Ordnung, gepredigt, Vormittags über die Epistel, Nachmittags über das Evangelium. Mit Advent 1874 treten die neuen mit Nr. 2 bezeichneten Abschnitte ein, und zwar das Evangelium für die Hauptpredigt, die Epistel für die Nachmittagspredigt; von Advent 1875 aber umgekehrt für jene die Epistel, und für diese das Evangelium. Auf solche Weise entsteht für beide Predigten ein vierfacher Wechsel, der sich regelmäßig alle vier Jahre erneuert. Verzeichniß der Bibel- Terte. 2. 2. Am feste der Erschein. Christi. 2m Sonntage Septuagesima. Ev. Matth. 2, v. 1 bis 12. Ev. Matth. 20, 2. 1 bis 16. 1. 1. Ep. Jef. 60, V. 1 bis 6. Ep. 1 Cor. 9, V. 24 bis 27. Ev. Jes. 42, V. 1 bis 8. Ev. Luc. 10, V. 38 bis 42. Ep. Jef. 55, B. 3 bis 11. Ep. Rom. 5, V. 1 bis 5. 2m1.Sonnt. nach Epiphanias. 2m Sonntage Sepagesima. Ev. Matth. 2, v. 13 bis 23. Ep. Rom. 12, v. 1 bis 6. 3 Ev. Matth. 3, 2. 13 bis 17. 1. 1. 2. 2. Ev. Luc. 8, V. 4 bis 15. Ep. 2 Cor. 12, V. 1 bis 10. Ev. Matth. 11, V. 25 bis 30. Ep. 2 Petr. 1, V. 2 bis 9. Am Sonntage Esto mihi. SEv. Luc. 18, 2. 31 bis 43. Ep. 1 Cor. 13, V. 1 bis 13. Ev. Matth. 16, V. 21 bis 27. Ep. Ebr. 2, V. 9 bis 18. 608 Am 2.Sonnt. nach Epiphanias. Ev. Luc. 2, 2. 41 bis 52. 1. 1. 12, B. 7 bis 16. Ev. Marc. 6, 2. 17 bis 29. Ep. Ephef. 4, V. 11 bis 16. 2. 2. 1. 1. 2. 2. 1. Am 3.Sonnt. nach Epiphanias. Am Sonntage Invocavit. Ev. Joh. 2, v. 1 bis 11. Ev. Matth. 4, 3. 1 bis 11. Ep. Rom. 12, 2. 17 bis 21. Ep. 2 Cor. 6, V. 1 bis 10. Ev. Marc. 1, v. 14 bis 22. Ev. Luc. 20, 2. 9 bis 20. Ep. 1 Cor. 1, 2. 18 bis 25. Am Sonntage Reminiscere. SEv. Matth. 15, V. 21 bis 28. Ep. 1 Thess. 4, V. 1 bis 8. Ev. Luc. 7, V. 36 bis 50. Ep. 1 Petr. 4, V. 1 bis 5. Am Sonntage Oculi. SEv. Luc. 11, 2. 14 bis 28. [ Ep. Ephef. 5, V. 1 bis 9. SEv. Luc. 13, 2. 1 bis 9. Ep. 1 Petr. 1, 2. 13 bis 25. Am Sonntage Lätare. SEv. Joh. 15, 2. 1 bis 14. Ep. 2 Cor. 5, v. 17 bis 21. Ev. Joh. 12, 2. 42 bis 50. Ep. 1 Tim. 6, V. 12 bis 16. Am Sonntage Judica. Ev. Joh. 8, 2. 46 bis 59. Ep. Ebr. 9, V. 11 bis 15. Ev. Joh. 8, 2. 28 bis 36. Ep. Rom. 8, V. 31 bis 39. 2. 2. Um4.Sonnt. nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, V. 1 bis 13. 1. 2. 8 bis 10. 1. Ev. Joh. 1, V. 43 bis 51. Ep. 1 Tim. 6, 6 bis 11. Am Tage der Reinigung Mariä. Ev. Luc. 2, V. 22 bis 32. Ep. Mal. 3,. 1 bis 4. SEv. Matth. 19, 2.13 bis 22. Ep. Psalm 103, 2. 1 bis 13. 1. 2. 2. 1, Am 5.Sonnt. nachEpiphaniasEv. Matth. 8, V. 23 bis 27. Ep. Col. 3, V. 12 bis 17. SEv. Matth. 10, 2. 16 bis 31. Ep. 2 Cor. 6, 2. 14 bis 18. 1. 2. 2. 1. 1. Am6.Sonnt. nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, v. 1 bis 9. Ep. 2 Petr. 1, v. 16 bis 21. SEv. Luc. 9, V. 57 bis 62. Ep. Ebr. 3, V. 12 bis 19.1 2. 2. Verzeichniß der Bibel- Terte. Am Tage der Verkünd. Mariä. Ev. Luc. 1, V. 26 bis 38. Ep. Jef. 9, V. 6 und 7. SEv. Matth. 1, 2. 18 bis 23. Am Sonntage Cantate. Ev. Joh. 16, 2. 5 bis 15. Ep. Jac. 1, v. 13 bis 21. 1. 1. 2. Ep. Jerem. 33, V. 14 bis 18. 2. Ev. Joh. 21, V. 15 bis 19. Ep. 1 Joh. 2, v. 14 bis 17. 2. Am Sonntage Rogate. 1. Vm Sonntage palmarum. SEv. Matth. 21, 2. 1 bis 9. Ep. Phil. 2, V. 5 bis 11. Ev. Joh. 12, V. 23 bis 33. Ep. Ebr. 12, V. 1 bis 6. 1. Ev. Joh. 16, V. 23 bis 33. Ep. Jac. 1. V. 22 bis 27. SEv. Joh. 21, V. 20 bis 25. Ep. Jac. 1, v. 2 bis 12. 2. Am grünen Donnerstage. JEv. Joh. 13, V. 1 bis 15. 1. Ep. 1 Cor. 11, V. 23 bis 32. Ev. Luc. 22, V. 14 bis 23. 2. 1. Am feste d. Simmelf. Christi. SEv. Marc. 16, V. 14 bis 20. Ep. Ap. Gesch. 1, v. 1 bis 11. SEv. Luc. 24, V. 49 bis 53. Ep. Col. 3, V. 1 bis 4. 2. 1. Am ersten Ostertage. Ev. Marc. 16, 2. 1 bis 8. Ep. 1 Cor. 5, V. 6 bis 8. Ev. Matth. 28, 2. 1 bis 10. 2. Ep. 1 Petr. 1, v. 3 bis 9.1. Am zweiten Ostertage. 1. Ev. Luc. 24, V. 13 bis 35. 2. bis41. 609 2. 1. 2. 2. SEv. Joh. 20, 2. 11 bis 18. Ep. 1 Cor. 15, V. 12 bis 22. 1. Am Sonnt. Quasimodogeniti. Ev. Joh. 20, 2. 19 bis 31. Ep. 1 Joh. 2, v. 1 bis 6. Ev. Joh. 11, 2. 25 bis 27. Ep. I Cor. 15, 2. 50 bis 58. Am Sonnt. Misericord. Dom. Ev. Joh. 10, 2. 12 bis 18. Ep. 1 Petr. 2, 2.11 bis 18. Ev. Luc. 24, V. 36 bis 47. Ep. Rom. 10, 2. 9 bis 17. Am Sonntage Jubilate. Ev. Joh. 16, V. 16 1. 1. 2. 2. 1. 2. bis 23.1. bis Ev. Joh. 21, V. 1 bis 14. Ep. 2 Cor. 4, V. 6 bis 11. 2. Am Sonntage Epaudi. Ev.Joh.15, V.26 b.C.16, V.4. Ep. 1 Petr. 4, v. 8 bis 11. Ev. Marc. 4, V. 26 bis 32. 5, 9 bis 15. Am ersten Pfingsttage. E Ev. Joh. 14, V. 23 bis 31. ( Ep. Ap. Gesch. 2, v. 1 bis 13. Am zweiten Pfingsttage. Ev. Joh. 3, V. 16 bis 21. Ep. Ap.Gesch.10, V.42 bis 48. Ev. Ap. Gesch. 2, V. 42 bis 47. Ep. Ephef. 2, V. 19 bis 22. Am Sonntage Trinitatis. Ev. Joh. 3, V. 1 bis 15. Ep. Nom. 11, 2. 33 bis 36. Ev. Matth. 28, V. 16 bis 20. Ep. 1 Cor. 2, V. 7 bis 14. Ev. Ap. Gesch. 2, V. 38 bis 41. ( Ep. Ephef. 1, v. 9 bis 14. Verzeichniß der Bibel- Terte. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis. Am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, V. 19 bis 31. Ev. Matth. 5, 2. 17 bis 26. 1. 16 bis 21. 1. Ep. Rom. 6, V. 3 bis 11. Ev. Joh. 4, V. 5 bis 24. 2. Ev. Ap. Gesch. 4, V. 1 bis 12.2. Ep. 1 Theff. 4, V. 9 bis 12. Ep. Jac. 2, V. 8 bis 13. 610 1. 1. 2m 2. Sonnt. nach Trinitatis. Am SEv. Luc. 14, 2. 16 bis 24. ( Ep. 1 Joh. 3, V. 13 bis 18. Ev. Ap.Gesch.4, 2.13 bis 21., 2. Ep. Jac. 2, v. 14 bis 24. 2. 1. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Am SEv. Luc. 15, V. 1 bis 10. 1. Ep. 1 Petr. 5, V. 6 bis 11. Ev. Matth. 19, 2. 3 bis 9. Ev. Jac. 4, V. 1 bis 10. 2. 2. 1. 1. Um 4. Sonnt. nach Trinitatis. Am Ev. Luc. 6. V. 31 bis 42. Ep. Rom. 8, V. 18 bis 23. Ev. Luc. 4, 2. 16 bis 21. Ep. 2 Tim. 3, V. 12 bis 17. 2. 9. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, V. 1 bis 12. Ep. 1 Cor. 10, V. 1 bis 13. Ev. Ap.Gesch.8, 2.14 bis 24. Ep. 2 Tim. 2, V. 3 bis 13. 10.Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Luc. 19, 2. 41 bis 48. Ep. 1 Cor. 12, V. 1 bis 11. Ap.Gesch. 8, V. 26 bis39. Joh. 3, V. 23 bis 2.{ Ep. Ap. Gefch, 19, 3.16136: 2.( Ep. Möm. 1, D. 16 bis 21. 2. AmTage Johannis d.Täufers. Am Ev. Luc. 1, 2. 57 bis 80. 40, 1. 1. Am 5. Sonnt. nach Trinitatis. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. SEv. Luc. 18, V. 9 bis 14. ( Ep. 1 Cor. 15, V. 1 bis 10. 1. 1.( Ev.£ uc. 5, 23. 1 bis 11. Ep. 1 Petr. 3, V. 8 bis 15. Ev. Luc. 12, V. 15 bis 21. 2. 2. 7. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Marc. 8, V. 1 bis 9. Ep. Rom. 6, V. 19 bis 23. Ev. Up.Gesch. 5, V.34 bis 42. Ep. 1 Petr. 2, v. 5 bis 10. 8. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Matth. 7, 2.15 bis 29. Ep. Rom. 8, V. 12 bis 17. Ev. Luc. 17, V. 7 bis 10. Ep. 1 Tim. 4, V. 1 bis 9. Am Tage der Heims. Mariä. 1.{ Ev. Luc. 1, 2. 39 bis 56. 1. Jef. 2. Ev. Zeph. 3, V. 14 bis 17. Ep. Psalm 33, V. 1 bis 12. Ev. Luc. 9, V. 49 bis 56. ( Ep. Rom. 3, V. 23 bis 31. Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. SEv. Luc. 19, 2. 1 bis 9. Ep. 2 Cor. 3, V. 1 bis 11. Ev. Ap. Gesch. 9, V. 1 bis 20. Ep. Phil. 2, V. 12 bis 18. Verzeichniß der Bibel- Terte. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. 2m 20. Sonnt, nach Trinitatis. 1. 1. 2. 2. SEv. Luc. 10, 23. 25 bis 37. Ev. Matth. 13, 2.24 bis 30. Ep. Rom. 6, 2. 12 bis 18. Ep. Ephef. 5, 2. 15 bis 21. Ev. Luc. 15, 2. 11 bis 19. Ev. Ap.Gesch.20, 2.17 b.38. Ep. Phil. 2, v. 1 bis 4. Ep. Jac. 3, V. 13 bis 18. Am 14. Sonnt. nach Trinitatis. Am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Luc. 17, 23. 11 bis 19. JEv. Joh. 4, 2. 47 bis 54. Ep. Gal. 5, V. 16 bis 24. Ep. Ephef. 6, 2. 10 bis 17. Ev. Luc. 15, V. 20 bis 32. Ev. Ap.Gesch.21, V. 8 bis 14. Ep. Phil. 3, V. 8 bis 16. Ep. 1 Joh. 3, V. 1 bis 3. Am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 35. 1. 1. 2. 2. Matth. 6, 24 bis Gal: 5, B.25 b. C.6,1.30. 1. Ev. Whil. 1, 2. 3 b01s 11. 1.{ Ev. 2. 2. 1. 1. 2. 2. 1. 1. Ev. Ap.Gesch. 14, V.8 bis 20. Ep. Rom. 14, 2. 1 bis 12. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Am SEv. Luc. 7, V. 11 bis 17. Ep. Ephef. 3, 2. 13 bis 21. Ev. Ap.Gesch. 16, 2. 166.34. Ep. Rom. 14, V. 13 bis 23. Am Tage Michaelis. Ev. Matth. 18, 2. 1 bis 11. Ep. Offenb.Joh. 12,2.76.12. SEv. Psalm 103, 2. 15 bis 22. Ep. Ebr. 1, 2.13 6. C.2, 2.8. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. 2m Ev. Luc. 14, V. 1 bis 11. Ep. Ephes. 4,. 1 bis 6. Ev. Av.Gesch.17, 2.16 6. 28. Ep. Rom. 7, 2. 18 bis 25. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. 2m Ev. Matth. 22, V. 34 bis 46. 1. Ep. 1 Cor. 1, 2. 4 bis 9. SEv. Marc. 10, 2. 35 bis 45. 2. 2. 1. 1. 2. 2. 1. 2. 2. Ep. Rom. 13, V. 1 bis 7. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. 2m Ev. Matth. 9, 2. 1 bis 13. ( Ep. Ephef. 4, v. 22 bis 32. 1. 1. Ev. Ap.Gesch. 19, 2.23 6. 40. 2. Ep. Col.3, V. 17 b.€.4, V.1. 611 2m Ev. Ap.Gesch.24, V.24 b. 27. Ep. 2 Theff. 3, V. 6 bis 13. 23. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, V. 15 bis 22. Ep. Phil. 3, V. 17 bis 21. Ev. Marc. 12, 2.38 bis 44. Ep. Phil. 1, v. 21 bis 30. 24. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, V. 18 bis 26. Ep. Col. 1, V. 9 bis 14. Ev. Luc. 20, V. 27 bis 40. Ep. 2 Tim. 4, v. 1 bis 8. 25. Sonnt, nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 2.14 bis 30. Ep. 1 Thess. 4, V. 13 bis 18. Ev. Joh. 14, V. 1 bis 6. Ep. 2 Cor. 5, v. 1 bis 10. 26. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, V.31 bis 46. Ep. 2 Petr. 3, V. 3 bis 15. SEv. Ep. Offenb.Joh.21,2.1 bis7. 27. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, V. 1 bis 13. Ep. 1 Thess. 5, 2. 1 bis 11. Ev. Matth. 5, 2. 8 bis 12, Ep. Ebr. 12, V. 22 bis 25. TE Ueber die im Register angegebenen Verfasser der Lieder ist ein besonderes Büchelchen, unter dem Titel: Kurzgefaßte Nachricht von den Verfassern der Lieder im Hamburgischen Gesangbuch. Von Dr. A. J. Rambach, Senior des Hamburgischen Ministerii, im Verlage von Joh. Aug, Meißner erschienen. 20 Inches 4₂13 1 Centimetres Blue 4 Cyan 2 5 3 + 4² 6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 () 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8