Ich und mein Haus wir wollen dem Herrn dienen да 1928 Gb b 1828 Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. Caffel, 1877. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. 1828 համբոխից մալուած ուխ sinsidesto milime home alneloured Գով ամեն ՀԵԾԱՆՎԱՅԻՆ ԿՈՇ STo br se en u yur Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. pions mo 1) Vom Worte Gottes, Num. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70- 77. 6) Vom Fall und von der Verborbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt Num. 89- 98. NES 8) Von der Geburt Jesu Chrifti, Num. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120- 123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. 30 Xhuis of an Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153-155. 1* 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Siken zur Rechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218= 221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222- 234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Troft bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242- 259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Num. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. 85/100), si molt( S of red not($ 3 weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. C 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281-302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356. Inhalt. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371.d rodian 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372= 397. TIG- GIG ESC 29) Vom Gebet, Num. 398 405. adds ning nd met SA 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Num. 406-415. ledna( 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. 20d ed In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, Num. 424. dada. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 bis 428. 5 JOGS DE Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 bis 432; der Weltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Num. 433-434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438 458. 2. Besondere, Num. 459- 463. 2) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 33) Morgenlieder, Num. 470- 479. 34) Abendlieder, Num 480- 489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496- 498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 6 Inhalt. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Bon dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Bon der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532- 542. 44) Bon der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549- 552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553-555 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556- 558. ne bring sd sam 0( 8 Pat sid ere sore e delno( 85) pionf and m2( 86) dan jintensies THE 919 old will spyo sed so2( 38) Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 2. 1. St momm heil ger Geist, s erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, in Einigfeit des Glaubens. Al- lelu- ja, Al- lelu- ja, Al- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Mel. O Gott, du unfer Bater. ott, der du unser Vater bist, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! Impinge 8 Erster Theil. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. Herr 3. H 1 Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen fund; rühr unser Herz, stärt des den Verstand, so wird dein Nam recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. Nach dem öffentlichen Gottesmet. Riesner Dienſte. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- 4. 4. mel preist, dir Vater, Sohn und heilgem Geist, dir heilige Dreieinigteit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. 5. Hö öchster Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Vater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk Wissen auch das Wollen, und zum uns deine Kraft dazu; gib zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. Dir, Gott, den Erd und Him- 6. M ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg daß die Herzen von der Erden zu dir nicht zeiget. ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausge2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt fandt Propheten, deine Knechte; so mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht wurden damals schon bekannt den deines Geistes Kraft uns mit Licht Menschen deine Rechte. Zuletzt ist von Gott erfüllet. Glaubend lehr noch dein lieber Sohn, o Bater, von aufs Wort uns merken; laß es uns des Himmels Thron selbst kommen zum Leben stärken! uns zu lehren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du bir uns auserkoren; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach R 1912 Vom Worte Gottes. Erster Theil. uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. - 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, and nimmt ein schrecklich Ende. laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht faffen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Vater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrimschaft den Weg der Sünder meiden. Gib uns ein Herz, das an dir haft' auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir bloß; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten.co 9. Laß uns dein Wort beständig sein ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. Mel. Wer nur den lieben Gott. setz durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. 7. ein Wort, o Höchfter, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre P ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 9 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. O möchte deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! Oheilger Geist, 8. D 4. Gott, deine Zeugnisse sind beffer, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. of drie Mel. O Gott du frommer Gott. OPE abou willst, Gott, dağ mein Herz zur Heiligkeit gene- se; 10 Erster Theil. Vom Worte Gottes. --drum gib, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies 5 Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 25 11. Stets sei dein Wort mir werty! 3. Mein Gott, vor welchem ich Es ist mein Glück auf Erden, und jetzt meine Hände falte, gib, daß ich wird es einst noch mehr in jenem allezeit dein Wort für Wahrheit halte; Leben werden. Nie irre mein Gemüth und laß mich deinen Rath empfin- der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die dungsvoll verstehn, die Wunder am sie schmähn, bleibt doch dein Wort, Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! o Gott! 6. Um tugendhaft zu sein, dazu find wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. Ostärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 7. Spricht sie geheimnißvoll, so faß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. Mel. Nun dantet alle Gott. S elobt feist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, P Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 fich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. zu seiner Nichtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 4. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der du das Daſein mir aller falschen hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben chre! Gib deinen Geist ins Herz, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. gegeben, preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben! durch Christum schenktest du es mir. Kein Licht, tein Trost erfreute mich, kennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost it Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 10. 1 Mel. Ach Gott und Herr. G ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hasts uns gegeben. - 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. Bok 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wire im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 200 7. O Jefu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 12. Herr, - 4. Mel. des 100. Psalms. err, mein Licht! erleuchte Te mich, daß ich mich und 13. D er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir — Vom Wesen Gottes dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Gott, mit wildem ausgelaßnem 2. Ein Haufe Lästrer wagts, o Weg zu gehen. Denn sonst würd Spott, den Heiland, deinen Sohn, ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 4. Gib, daß ich den Unterricht beines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Stenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. - inte 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du haft von Ewigkeit gesehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! fie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Neu ihr Geist erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. laß mich stets vor dir voll Ehrerbie 14. ubetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. flöße mei nem Geist die tiefste Demuth ein, und 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch chne Kreatur bist du dir selbst Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. genug, du Schöpfer der Natur. 15. D DF 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. er Herr ist Golt und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen We- sen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger 6. Du bist es, der allein Unsterb- Zeit. Nie größer oder kleiner wird lichkeit besitzet, der Leben gibt und seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst nimmt, der unsern Odem schützet. ist er, sonst keiner! Wir Menschen Den Geist, der in uns lebt, den haben noch die wir von dir. Willst du, so wird er eher, als Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein Licht, das ihn vor uns verhüllet. 3. Um seinen Thron her strömt ein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Ihn faffen alle Himmel nicht, wie Stuhle thronft, und unterm frohen wie er war, verborgen und nur offenweit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, Lob der Himmelsheere wohnst. sind von gestern her; eh Erde war, war Er; noch die Himmel. 8. Was wir, Unendlicher! von dei- bar in seiner Werke Wundern. nem Wesen wissen, das hast du selbst 4. Was wären wir, wenn seine zuvor uns offenbaren müssen. Die Kraft uns nicht gebildet hätte? Er Schöpfung zeugt von dir, und deines kennet uns, und was er schafft, der Sohnes Mund macht uns noch deut- Wesen ganze Kette. Bei ihm ist licher, Gott, deinen Namen kund. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Berschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöh 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet fich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. - Vom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, fo gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. Mel. des 8. Psalms. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 16. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken iſt. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Nath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Nath. 17. ott mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Nichtschnur sei. hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; 5. Mein eigner Geist kann sich leicht nur dir gebühret Preis und Ehr; hintergehen. Dein Wort ist wahr; tein Helfer, noch Erretter ist außer und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geift, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Emigkeit, and wirft allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket.t 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Nach an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trut, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. ind: 300 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Ulebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst keine Sünden dulden, wer fagen will, er sei dein Knecht, der neide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerech 15 tigkeit, und deine Wege preise, fo wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinwegge nommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst ver geht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 18. Mel. des 27. Pfalme. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhin zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. - Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb in alle Ewigkeit. frohem Jubelschall, und geh in 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Vater! sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Bollkommenheit: von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen, und ist, und sein wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, sagen kann. Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet! Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist so hoch, nichts kann so herrlich sein! der höchsten Fürsten hocherhabner Stand ift, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor dessen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. felbst gebildt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ergen Kraft und Gottheit Pracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 8. D Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Chrifto brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indes, mein Geist, auf! auft ihn stets zu loben. Auf! auf! erwede 4. Was gut und fein nur kann dich und säume nicht! Was in dir genennet werden, was uns mit Luft ist, werd sanft und still erhoben zu und Lieblichkeit anlacht, was in sich Gott, Jehovah, unserm Schild und faßt der Himmel sammt der Erden, Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und deffen unerforschten Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. Bod 19. SE ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 6. Was er verspricht, dem kann 2. Er will und sprichts: so find man freudig trauen, die That stimmt und leben Welten. Und er gebeut; mit den Worten überein. Auf Men- so fallen durch sein Schelten die Himschen kann man niemals sicher bauen; mel wieder in ihr Nichts. doch Gottes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 5. Von Ewigkeit, ehn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch stets derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird flar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, tennet er fein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnderSeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.. 4. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, 20. Gott, du bist von Ewigdein und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und cilt mir gnädig beizuſtehn. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. derer, die das Gute lieben. Laß uns Immer bleibst du, Gott! ein Freund darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du 11. Wer kann die Pracht von dei- bist ewig der Getreue, der das hält, nen Wundern faffen? Ein jeder Staub, was er verspricht. O, daß dies mich den du haft werden lassen, verkün- stets erfreue! Laß nur deinen Geist digt seines Schöpfers Macht. mich treiben, dir, Herr, auch getreu 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 12. Der kleinste Halm ist deiner zu bleiben. Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm! 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. - großes Wesen ändert sich zu keiner Laß dies meinen Geist beleben, du bleibst stets, was du geweehrfurchtsvoll dich zu erheben. sen. Zeit; 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deiwirds meiner Seelen nie an wahrem nem Willen übe! Dann, o Herr, Wohlsein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfaffen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, 15. Sft Gott mein Schutz, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Retter werden, so frag diefe deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, dir Erden, und biete selbst der Hölle zu trauen, und auf deinen Trost zu Truß. bauen. 2 Aus Erster Theil. dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. err Gott, du bist die Zu- Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, 21. du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte; du schützest sie mit deiner starken Rechte, du läff'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode felbft bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sei Dank in aller Welt. 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif' allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du ligest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plöglich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein forr sich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. err, du erforscheft mich; dir 23. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 1 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 19 und nichts bleibt dir verborgen. 4. Näha ich auch, schnell zu fliehn,| du flar, du prüfest Herz und Nieren, Bte Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 3. Was deiner Freunde Herz bes gehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Alwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für köstfiche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsam9. Erforsche mich, mein Gott, und feit dich gegenwärtig denken! Laß prüfe, wie ichs meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ichs von außen scheine. allem Thun mich lenten, und stets Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behüten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. u Schöpfer aller Mel. von Nr. 17. Yüwiffender, vollkommner 25. D Dinge, der alles ganz 24. Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleißt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; 2. Die wundervollen prächtgen du weißt sie aufzudecken und Tag Werke, die unserm Auge fern und nah, daraus zu machen. genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Selbst die Gedanken sind dir tund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Rath der Seele siehst die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 20 Erster Theil. dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. - Vom Wesen Gottes stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Geseze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein fichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Stath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. Her, err, deine Allmacht 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läff'ft. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles tann und alles schafft. reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. gleichet. Es ist kein Ding fo 27. O Bing erfüllet, vor defgroßer Gott! der alle fen Blick tein Dunkel uns umhüllet, groß und schwer, das dir zu thun wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesehn? unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolken schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Du führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn wo allen Hindernissen. Du winkst, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Innre der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen flagt. Mel. Machs mit mir, Gott, nach- 26. 28. 3. Nie bist du, Höchster! von uns fern; du an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 8. O priife selbst die innersten Ge- 29. G SE danken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 21 und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; 6. O drück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein Heilig Ange schen, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. ott, vor dessen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie Nie besteht vor dir der Sünder, siehst du die Personen an; allein auf denn du bist vollkommen rein. Du das, was wir gethan, siehst du als bist nur der Frommen Freund. Uebel- rechter Richter. thätern bist du feind; wer beharrt in feinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er ſoll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, brecher, der dein Gesetz und Recht nicht scheut, dem frevelnden Verentweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. - 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. ganzen Sinn. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst bu, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, fo kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beslissen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Rene sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld be. Thron auf alle Menschenkinder, befreit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lanter Gutes hegt, sei meines Herzens Muster.n und seinen Vollkommenheite.. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen 1 Bund, o Gott, verletzt. Du hältſt getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. Mel. Gott des Himmels ad der. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns iemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 32. M 23 eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: sie soll fest und ewig sein. Laft den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr ges brochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den 4. O drücke dies tief in mein Herze, fie ewig fich gestellt. Ist die Welt daß es vor deinem Wort sich scheut. voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze und getreu. mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie 4. Will die Welt den Frieden brewerde das von mir gewagt, waschen, hat sie Krieg und Streit im dein Befehl mir untersagt. Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. ist sein Herz doch treu gesinnt, und 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände alle Hoffnung 6. Wie stark sind unsers Glau- reicht, wenn auch bens Gründe! hier ist dein Wort, weicht. das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmeint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Troft! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruhn! Felfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Psalms. - 33. M Vom Wesen Gottes 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. ie groß ist des Almächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ssts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Gült und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. D Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gültigfeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so stehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 35. er folfte 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? Mel. Wie schön leuchtet der. Gott, des starke Hand die Welt erſchaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. tommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Seh ich den weiten Himmel an, deiner Vatertreu. Du, Ursprung aller so viel ich davon sehen kann, so seb Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. 25 Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ges müthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werte! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und hör und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Gitte Proben! 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ewgen 5. Schau ich mich selber achtsam Frenden hin. Wie theur ist deine an, so viel ich mich beschauen kann, Güte! Gott, laß mich ihrer freun, so seh ich deine Güte. Die zeiget und stets mein ganz Gemüthe voll mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ihres Ruhmes sein. ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Erster Theil. Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. - 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 36. G Vom Wesen Gottes wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch tennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze fie, die alle Falschheit hassen! ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, rung zu bewegen. Erbarmung vor dir finden. du 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Vieh! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstocken, nähreft sie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, sahst und riefest du nicht ehma's die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Volke zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Wer hekehrtel wie trugst du nicht mit Univ.- Bibl. Glessen. Von der Geduld und Langmuth Gottes. 37. etreuer Gott! Wie viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langF müthig davon abzuziehn, zur Beß und seinen Vollkommenheiten. Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 3. Was wir davon denken, was zu wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen: Herr, wer kann das faffen? 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzu4. Du vergibest Sünde, hörst der stehen. Du trägest sie mit Baterhuld, Sünder Flehen, wenn sie weinend bift willig, ihre Sündenschuld durch vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, Christum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach voll- Pfeile gerne nieder, da man doch, brachter Pilgrimschaft ein ewig Freu- wenn du noch sie kaum weggeleget, denleben. dich zum Zorn erreget. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten laffen. 27 Mel. Wunderbarer König. 38. 11 dir gegangen, statt der Gnade Recht 5. Herr, es hat noch keiner, der zu empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, sei gepriesen, daß dur so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand fet Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. numschränkte Liebe, Lob der heiligen Dreieinigkeit. gönne blöden Augen, die zum Irdiſchen kaum taugen, daß fie in bie 39. Gott, ferm Stallen Mel. Allein Gott in der Höh.. 15. unserm Gott Ehr! Ihm Dank Strahlen deiner Langmuth blicken, für seine Gnade! Uns drücket nun Schade. Er, der uns seinen Frieden sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Vater, wir verehren dich, Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regiereft ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden kann niemals wanten. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein segne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. - 3. Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unfer aller! 41. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. heiligste Dreieinigkeit! nach Würden dich zu 4. heilger Geist! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie leucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, betungswürdig ist dein Nam, dein wo wir wandeln, unser Licht! Ver- Wesen unerforschlich. laß uns auch im Tode nicht! traun auf deine Treue! Wir 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei seinem Worte! es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohu heilger der des ar Mel. von Nr. 17. err, unser Gott, wer ist - men Sünders. 40. höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erle= sen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, hast von aller Zeit in grenzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 4. Du schusst den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du 5. O bester Vater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir fehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. Olaß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 4. heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch genießen! damit wir unsre geboren. 6. Herr Jesu Christ, des Ewgen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich sicht, sicht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. und seinen Vollkommenheiten. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. this 42. 14 16 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Bater und vom Sohn gesandt, Chor befingt, wo heilig, heilig, mach uns die Gottheit recht bekannt heilig klingt, so hör hier unser und ihr zu dienen willig. 12. Gott Bater, Sohn und heil ger Geist, wie groß ist deine Gülte! sei ewiglich dafür gepreist, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Lallen! Der 19. Pfalm. 29 10. heilger Geist, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. pie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Beste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 11. Geist des Gebetes, steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben. 3) Von der Schöpfung. 3. Die Ordnung funsterfüllter Kreiſse verherrlicht Gott durch jedes Land - und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? erwache, der Sonne strahlend Zelt, 4. Wer schuf, daß uns der Tag als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie cilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen segnend der Nacht, beseelt die Welt und gibt auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem franken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt ting. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. ordneto 7. Aus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Kraut und Pflanzen sich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergötzen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, besser und mehr der Sehnsucht werth, fließt auch der Sonne feurig Meer. als Gold. Ihr Werth ist köstlicher Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, und größer, als alles noch so feine von dir kommt auch das Wunder her, Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, daß mir die Schönheit dieser Welt und mehr, als der vom Stocke fließt. so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tauKnechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte sie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Rechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Vergib, das bitt ich, deine Pracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterkeit; nur Licht und StrahSünden mir! len sind dein Kleid. — 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücktet ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglüktet, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung fei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiund Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Stunde, die mein Gebet gefenfzet 44. W deine Macht, die Weissein! Ich habe ja dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, die für Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, anbetend überlege: ſo mein Hort! weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sicht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Mel. von Nr. 42. 43. D Gott! den alle Himmel ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! 1 Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich klug un weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? - Mel. Wer nur den lieben Gott. 45. Gott des Himmels und der Erden, der du all- 7. gegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis, und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. D, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu beinem Dienst auf ewig hin! 46. Mel. des 140. Psalms. ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemilthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von den Engeln. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1 Von der Schöpfung. 47. He err, du haft in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. D u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Nechte für diefe deine Knechte, durch deren Schut ich sicher war. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. 4. Gib, Geber aller Güter, gib ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sei mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib ich manches Fehltritts frei. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben. und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Sie thun ja deinen Willen laß mich den auch erfüllen. Sie 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn leben völlig rein; laß mich, nach ich künftig werde sterben. Laß mich deinen Worten, o Herr, an allen dann auch eben so deines Himmels Orten auch so, wie sie, die Sünde Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Va- scheun. terland. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd sein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Psalms. 49. J hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 33 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick ge schehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so sind sie wirklich schon zu sehn. Allen Nath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. 6. Er wechselt niemals in Gedans ken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Luft, und was sich da Geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt. Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle er riß, ist keinem Flüchtling, keinem geußt sich durch die ganze Welt. Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die gewölbten Lüfte und der Himmel Klüfte hieß sein Machtwort seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren z¹k Wenn andre lang nach Brode weinen, so speift er uns in milder Ruh. Darum, fromme Herzen, harrt in alie Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil ver 3 4. Er hält die Meer und Wasserschäße in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Gesetze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Got tes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! schafft. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 34 11. Sn dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Pfalm. Mel. des Psalms. 50. M an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, So weit so dämpfst du ihre Wuth. der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. Wenn du erquichst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Aehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Furch und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thaueft Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh. der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden Die von ihrem fruchtbarn Guß. Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir, 9. Es wimmeln von dem Schaaf2. Daß uns der Sünden Last nicht gedränge die Anger rings umher. schade, wie schwer sie immer sei, so Es stehen von des Kornes Menge spricht uns Arme deine Gnade von die Auen dick und schwer. Da schallt Fluch und Schulden frei. Wohl der Dank von tausend Chören: der denen, die sie aus den Sündern zu frohe Landmann singt des Allerhalters deinem Dienste wählt, und hier und Macht und Ehren, daß Berg und dort zu deinen Kindern und Haus- Thal erklingt. genoffen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zeis ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe 51. Der 104. Pfalm Mel von Nr. 33. ei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus: und Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, steigen auf Wolken, deinem Wagen, nahft empor, gepflanzt durch deine Zucht. dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth, wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du hast der Erde Grund bereitet, fie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt sie der Mond, o Gott, durch dich! 4. Du schaltst die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler fanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du haft dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal er füllt; da trinkt, wenn Hitz und Durst fie quälen, der Felder Volt, des Waldes Wild. 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zu frieden wohnt auf ihren Zweigen und fingt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thane und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Neben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brsd nie fehle; wen sättiget, wen stärft es nicht? Von deinem Saft ernähret zeu10. Die Sonn eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Füllle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonne Strahlen sahn. 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, mur zählst, von größern und von fleis nern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führeft sie bewahret hin, hin auf den wilden Occanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du segnest; sie erquicken sich. Du gibst; sie sammeln. Deine Hände eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wene sich dein Blick verborgen hat! 3* 36 Erster Theil. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendeft ihn, und sie enttehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, find Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Goit, will ich lobsingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, sein Lob mein letztes Stammeln sein! - Von der Vorsehung Gottes. 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wisder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! - Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7 52. Dir, unfer Gott! ift nie- 53. Firwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgteſt, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. mel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Neich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebftes Werk zu segnen, zu beglücken. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sieh auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht ftets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Neuenden die Schuld; drum boff ia auch Vergebung. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jeſus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 1 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Bernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung fich ergibe Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf kann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. - adbisur 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglick, Freud 55. J zu und Leid. Schick alles, Herr, deiner Ehre und meiner Seelen Selig- E feit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihn gnug erheben? wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Je5. Auch stärke meine Zuversicht, so hovah, deiner gleiche, das rühmen quälet mich die Sorge nicht, wie mirs fie, damit sie auf der Erde bewunnoch künftig möchte gehen. Du bist, dert werde.m Mel. des 62. Psalms. 54. D Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Nath beschickt, desgleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordneſst Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Segenszeiten. 38 Erster Thcl. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. - Von der Vorsehung Gottes. 3. Du fängst an uns zu lieben noch eh wir sind, und hast nie Lust uns zu betrüben; doch nützt uns eine Last, fo 11. Nach dir, Gott, schauen aller bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, Wesen Blicke, daß deine Hand fie deinen Kindern die Bürde sanft zu väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. lindern, die sie nun treffen soll. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! Jedy 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Fres bel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Nache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen toben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 56. G Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 4. Läff'st du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich trenem Sinn. Drum werf ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. das sich auf dich verließ, so ficher 5. Noch immer ist mein Hoffen, eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du haft mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs ersinnen kann. 6. Dein Name fer gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund foll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht gnug rühmen tann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. ott, der an allen Euden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. tagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben 57. Gott! meine ganze Seele G macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder Von der Vorsehung Gottes. de Der 121. Pfalm. Mel. von Nr. 13. deiner Hand. Mein Geist ist froh. E ein Auge steht, o Gott, Ich finge: Herr meine Luft bist du. 58. Me zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. Erster Theil. - Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du sitzest auf dem Throne als Nichter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert! bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt Die Wage finkt und steiget, wie sein Gejets gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 39 7. Herr! sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 2. Getroft mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Nechte schützet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sichers digkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn. heit, sein Trost füllt dich mit Freuund nimmt dich einst mit Ehren an. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. 5. Herr, segne und behüte mich! Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. D Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist un erschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt sie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollkommne erfüllt, Luft und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum bessern ist so gut, so treu, so mild, so väter- Erbtheil rufft: dein Sohn ng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Bater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Läff'st du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der künftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor 61. Se ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue feine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond sind laute Beugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Lebens, wah60. Herr und Schöpfer unſers res Baterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sor gen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Netter, dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 41 sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. - 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke?" Leben? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblic verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! 5. Er lasse meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schent er mir aufs neue in Christo seine Vaterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht, irr ich auf finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, so sei sein Wort mein Trost und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. L Der 93. Pfalm. Mel. von Nr. 18. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 62, allen meinen Thaten 63. ieftät belleidet, er gürtete I laß ich den Höchsten n Jehovah herrscht mit Marathen, der alles kann und hat! Er sich selbst mit Allmacht an, und hat muß in allen Dingen, solls anders sich in der Welt ein Reich bereitet, wohl gelingen, der Helfer sein durch se fest, daß nichts es je erschüttern Rath und That. kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schauft von deinen Höhn, wie sich empörte Ströme schwellend blähn, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braust donnernd aus 3. Was Gott für mich ersehen, den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer das soll und muß geschehen, ist mein siehst ruhig ihrem Grimme vom Him beschieden Theil. Drum laß ich mir mel zu; du winkst: die Wuth legt in allem, was er mir gibt, gefallen, sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, und halt es für mein wahres Heil. dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erEs gehe, wie es gehe! schaffen hat. dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 4. Shm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur 42 Erster Theil. Der 96. Pfalm. DIPHI Mel. von Nr. 33. - 64. rhebet Von der Vorsehung Gottes. Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter 65. D er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärkesammt den Meeren, frohlockt zu dessen und Huld zu unserm Heil vermag! Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Berkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Götzen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefällt! fallt hin in seines Tempels Hallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer den aufhüpfen! lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freun! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Bergeltung gleich! ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensits erscheinet Blitz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. O schäntet euch forthin, und branchet Aug und Sinn, die ihr mit Götzen prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Berehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demnthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Reue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht sie aus Gefahr. d 1 Von der Vorsehung Gottes. 90 7. Erscheint sein Frendenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. 66. N Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. inimt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt was er bedarf, im Schlummer. ad unerwartet gibt? 67. B Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Baterpflege des, der den 43 Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm bestehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang iſt Kindern ein Glück haft zugedacht, fo Recht und Licht; und wenn du deinen kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermath Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ge Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 44 hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue, schau mur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein.. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch hast du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. gesättigt werde. Thau, Negen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 9. Doch schwach ist, Vater, unser 1 68. obt Gott, der uns den Dank, den wir dir findlich bringen. Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! Wir wollen unsern Lobgefang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem 69. Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. Der 73. Psalm. Mel. des 89. Psalms. urch so viel Schein gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur 2c. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie; in immer frischer Kraft des Wohlseins blühen fie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halses Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. - 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesetze; doch blüthn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlösfest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonst! Mein Aug sah nichts in ihren Finsterniſsen. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. Traums Betrug vertreibt, der Bett8. Wie das Erwachen bald des fern Schäße schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. verehrt, gleich einem Gotte, dient Vom Pöbel kurz vorher dann des Frevlers Bild, Herr, deisah ich jetzt, worauf ich schier geraner Stadt zum Spotte. Den Abweg then, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Bich vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du faffest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Vater, riefft mich aus dem Nichts 70. Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. Leben! 2. Wie viel hab ich dir zu verdane tröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schranganzes Wesen kommt von dir. Du, ken des ersten Daseins noch umfaßt, 46 X Erster Theil.- da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. Von dem Menschen, zer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische 2. Haupt, Aug und Ohr, und lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zugeMund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so fünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. wandt. 3. Wie biegsam, wie gelentvoll 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen, jedes Glied, ein jeder Sinu reißt fich Glied an Glied zusammen! Wie ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, mich zu deinem Lobe hin. willig, Herr, gehorchen sie, wenn 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs meine Seele spät und früh des Leibes Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhal- Dienst verlanget. ten, so daß der Tod vorüber ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht Ich stehe noch und preise dich. Herr, so meisterlich bereitet: was nützte deine Nechte schützet mich. mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, 6. Ich bin nicht werth der großen vor mir verbreitet? Dann säh ich Güte, die du, mein Gott, an mir nicht, mit welcher Pracht du, Herr, gethan. Beschämt empfindet mein durch deine weise Macht, was du Gemüthe die Schuld, die ich nicht erschaffen, schmückest. läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel befleckt. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dant! Mein Herz vernimm den Lobgefang der ganzen weiten Schöpfung. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 7. O, pries ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, mich 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: o Gott, so richte du mich wieder ver- geh, lieg und ausruh, oder herrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preif ich ewig dich, mein Heil! ich ewig dein mich freu! und daß bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein Geist stets wohne Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ir, Gott, sei Preis und 71. Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt fie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 72, 6 ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen fein. schaun, mich sein zu freun. Mel. Wer nur den lisben Gott. 7. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch 73. Mas ist vor deinem Anist der sonnenreiche Himmel gedankengesichte der Mensch, los und unbeseelt; und mir, dem Gott, daß du sein gedenkst, und einen Thone seiner Hand, gibt er Empfin- Strahl von deinem Lichte auf ihn, dung und Verstand. den Staub, hernieder senkst! Was bald zerfallner Erdenkloß. ist er, wär er noch so groß? Ein 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt fie? Gott, der alles schafft! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? 1 dan 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzig feit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du hast den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh- Erde, doch wunderbar und schön gelen nur ihnen meines Schöpfers Lob. baut, daß er der Seele würdig werde, O Seele, jauchze, daß der Ruf der ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Allmacht dich zum Geiste schuf. Du haft ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn mir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 8. Wie wundervoll ist das Vermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner eigen gibst. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauer Erster Theil. Von dem Menschen, 48 Mel. Nun danfet alle Gott. 9. werden, von deinem Licht stets froh und fatt: so sollen sie auch beide dich 75. Numächtig großer Gott! vollkommner Wer gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildnis wäre; drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweckt, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel dochy stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. Der 8. Pfalm. Mel. von Nr. 16. - 74. unfer Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch trotzet und verneint. 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zengt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vieh in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 1 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der KumFluß- und Wasserklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern verinsgesammt den Menschen unterthan. süßt, und wo er helfen kann, zum 9. O unser Gott! Beherrscher aller Helfen willig ist. Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. 8. Wie weit bin ich noch fern, 0 Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich felber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ist das Heil uns kommen. mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun!" 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 49 <- 6. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 76. Ich bin, o Gott, dein Ei- un Ort, wo deine Hand das Glück genthum. schufst mich, dein zu sein; mein ganzes Le- Ende nimmt. ben dir zum Ruhm und deinem Dienst dir bestimmt, zu weihn. ein traurig Hier sind wir nur von uns dazu anzuschicken. 3. O, laß mir doch dies große Ziel hilfts, wenn ich auch noch so viel durch nichts verrücket werden! was Geld und Lust gewinn', wenn ich von Gütern dieser Erden, von Ehre, reich zu erben? dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur weIch rihmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene befren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein be währtes Kind zu deiner Freude gehel 4 00 6) Vom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen Flüchtigkeit des Lebens. und der daher rührenden 78. Mel. Auf meinen lieben Gott. D DE u, der kein Böses thut, du schufst den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, ſtets recht vor 79. J 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. bes 38. Psalms. Jitter esu, Arzt todtkranker Seelen! Wills uns fehlen an Erfenntniß eigner Noth, so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Geset uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nahn. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 6. Sesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzu8. Wohl dem, der sie gewinnt. sammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir sind, so willst im Herzen an. Erster Theil.- Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 51 Mel. von Nr. 79. 3. Hilf mir durch den Geist der 80. Erretter und Vertreter, Heile meiner Seele Schaden durch bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle lieg in meinem Blute, ja das Gute, meine Sünden! Laß mich vor dir so ich will, das thu ich nicht. Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errettemich vom Fluche, sieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. 81. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. HOP err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben ES sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zenget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein fündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß druck widerstehen, und auf deine der sündlichen Begier mich mit NachHülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hiff mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig tämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. G roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: Dwie 4* 52 Erster Theil. - Vom Fall und von der Verdorbenheit ic. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ift von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben flagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankdu aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. 83. Me ein Gott, dir ist be wußt die innre böse Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile mich und droht, weil ich, dies schlägt 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Wert vollbracht: so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobfinge. barkeit in mir. Bater! laß bas 84. schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Nuhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder find zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Mel. des 51. Psalms. D ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. - Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 53 3. Da wall ich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlitz schaun. L hat auch den Menschen gar nicht bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heilig feit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit Dräun! er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglückselger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jebund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: fann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. Aus dem 90. Psalm. Mel. von Nr. 13 85. ie ein Geschwätz des Wie Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. Gebein durchängstigt dein gewaltig 5. Ich zittre, Herr, und mein Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. Drum 86. W ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. 韓 3 Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, fo bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil.-Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. Tod und Leben sein. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glockenschlag. 5. Was Ift die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merfest du, sich dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jesu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, fo lehre du, mi und Mel. Welt ich muß dich lassen. gib, daß ich nichts so begierig fuch, 88. Die Staub und Asche als dich. muß werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergetzet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Mel. von Nr. 86. 87. Gott hab ich alles heim- Traum vergehn. gestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gütigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe ftill. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sint du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem fel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 5. Wenn mich die Sünde schon ansicht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 1 48. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Chrift für meine Schuld gestorben ift; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blühend stehet in ihrer scheid't. O, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwellt sich Erster Theil. beuget, eh sich der Abend blühen und verwelfen wir. - 89. Von der Erlösung der Menschen 2c. neiget; so 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. Mel Jesu, meine Freude. ort aus Gottes Munde! Wort vom Friedens55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! Bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Beit uns allen, Gott, bestimmet hat: 90. D was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Stath. Daß dein Eid dich nicht gerent, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 4. Da uns Strafen drohten; was tür frohe Boten! trostreich ist ihr Mund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. mich vertrauen, und in ihm mich 6. Hierauf will ich bauen, Christo freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. urch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. 1 Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein thenrer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! vertraut, auf sie fest baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges denn dies Licht führt zu Chrifto fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, so fasset man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Tod, die 91. sonder ihn verdarben. Mel. Freu dich sehr, o meine 29. Swge Liebe, mein Gemüthe waget einen fühnen Blick 4. Gott hat uns feinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, ihm einen Blick zurück, einen Blic der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit - 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem zu erwerben. Feind zum Trutz umgibt sein Schutz uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns uns hülflosen Armen Gnade, Trost nicht schont, der in ihrem Schooßze 6. Der Mensch ist gottlos und verwohnt, um die Sünder zu erretten flucht, und wird zuletzt zum Spotte, aus den schweren Sündenketten. der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wwer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge List erschrecken. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mitts ler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, fann nie zu Schanden 5. Da du keinen zum Verderben werden. Wohl, wer auf diesen Fel- ohne Grund verbannet hast, tragen sen baut, trifft ihn schon hier auf Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Erden viel Angst und Müh; hab Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deiich doch nie den Menschen sehen fal- nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum len, der sich nur fest auf Gott ver- Lohn, sein muthwillig Widerstreben läßt. Gott hilft den Seinen allen. schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig sei mit Dank besungen, zen schaun; da findet sich zu aller was dein Rath beschlossen hat. Mit ans preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De muth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler mer= ken; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ia in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing 92. der Barmherzigkeit. Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeMel. Es ist gewißlich an der Zeit. weglich steht, wenn Erd und Himmel 93. Nu, fröhlich fein, Christen, 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. ch habe nun den Grund 1 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das Dank und Ehre bringen, von Herzen alles Denken übersteigt: Es sind die seines Heils uns freun, mit Lieb und offnen Liebesarmen, des, der sich zu Lust ihm singen. Wer faßt die große dem Sünder neigt; er geht nicht mit Wunderthat, was Gott an uns gewenuns ins Gericht, und will den Tod det hat, wie theur er uns erworben! des Sünders nicht. 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wolit er helfen lassen! zu mir wandt er sein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ ers sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil, meines Herzens werthe Kron! sei du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 1 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Her30. uns 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es foll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rau ben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. - Von der Erlösung der Menschen 94.2 国 空 画 Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Nur Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt. bich ver Menſchenwahn, der dir den 95. Gebante, der uns Leben Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. Christe, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserforner, zu dem sein 2. Für uns ein Mensch geboren, der keuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erfittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Luft an dir. Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 4. Der du trägst alle Dinge, des Vaters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dant, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir letden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schütz uns im Gericht. gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majeſtät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. und dem Erlöser überhaupt. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Christ am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heil uns! Aus unsrer Süngetragen, nicht Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erfalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 59 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denten: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Netter uns zu werden. unser Heil; er kam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. Er kam und mit ihm 3. Wo ist, Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. i 6. O, laßt uns ihm uns anvertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe baun, ist der Weg zum ewgen Wohl, der und sein Joch auf sich nehmen, das 15. Sollt ich dereinst noch würdig sein, um deinetwillen Schmach zu Weg, auf den man friedenvoll auch leiden: so laß mich keine Schmach noch schon auf Erden wandelt. Pein von deiner Liebe scheiden. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 7. Herr, laß uns diese Seligkeit Nie können doch über alles schätzen. Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuverficht zu dir, Gott, unser Vater! 8. fent auf dies erhabne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün- suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. - Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. warst du groß, herrlich, Gottes 98. ich dich nach Würdigteit befingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 7 Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen! haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, bir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Vernunft? gib Gott die Ehr! Gott wollt unendlich lieben mehr, als du begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Adams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Borne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießeft. 5. O, welche Tiefen seh ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh ich gnug, um, Gott, mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz, und dem Erlöser überhaupt. 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünund Erbarmer. stig liebe. Die Welt nicht, Gott sei meine Luft; laß ewig nichts in meis ner Brust, als deine Liebe bleiben. 6. O liebster Vater, nimm es an, und reinge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 99. Es lag die ganze Welt mit Born und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 2. Gott, wer kann thun wie du? 9. Das werd auch unser Theil; Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Johannis Amt und Lehre verherrliche Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Trost baren, den jenes Engels Mund ver- auf alle Zeit. Wer Buße thut und heißen, sollt allein der keuschen Jung- auf alle Zeit. frau Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch chrest Sohn zu ehren. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56. o MenschenBein Bater wird erst flamm; der 100. Mitinder, das her in Stumme schnell beredt und weifsagt, euch bestellt! damit das Heil der da auf ihn der Geist des Herrn geräth. Sünder bei euch den Einzug hält. 4. Das Kind wird stark am Geist ,, hemmt nicht seinen Lauf! Gott der Gnade treuer Lehrer, ein bren- hat den Sohn gegeben, und mit ihm nend, scheinend Licht, ein mächtiger Heil und Leben, nehmt ihn mit Belehrer, ein heilger Eiferer, der Freuden auf. ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; ihre Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erhe ben; ihr Krümmen, werdet gleich. bei Gott am höchsten steht; ein Herz, 3. Ein Herz, das Demuth ütbet, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das tann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüst erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein; dies sei statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 62 101. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 102. A - rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! D, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er tam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O, bringet Gott euren Lobgefang! Erlöste Men schen! singet dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürft, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist. Mel. von Nr. 61. 5. Du Freund der Menschenlinder! 103. Laßt uns unserm Gott erVerwirf Name, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Berehrung Zuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sünden stimmet ein! Gott allein, unserm doch glücklich überwinden! Denn dein, Gott sei Chre! o Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Rathschluß unsre Seelen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 63 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig leben. - kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie follt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. GE Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? elobet feist du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. den ist, der einst richtet, Jesus Christ, 4. Durch den die Welt einst worder Schöpfung Herr kommt in fein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! daß du Mensch geboren bist. Dir ist 6. Gelobet feift du Jesus Chrift, der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und felig würde. Wer kann deine 105. Friedensfürst aus Da Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll fie mein Herz empfinden. o meiner Seelen Bräutigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Beicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Ho siannal seht er kommt jest: Hosianna! 64 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Imvoll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was konnte dich bewegen, soll dem auserwählten König! Omein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in selbst und was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbst freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so würd es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. Mel. von Nr. 17. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit umfasset sein. Aus ewigem Erbarmen 106. Gottessohn und MenD schenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammein, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranten tennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Kuecht, und Menschen arme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 1 4. Was aller heilgen Väter Schar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was Lamech fonnt erquicken; was Jacob sah; was er besang; was Hiobs Trost gewesen; und was durch Davids Harf erklang: das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. 47. ottes und Marien Sohn! Mel. Jesus, meine Zuversicht. - 107. willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und ver leih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her. hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für.. 5. Stedt mein Herz in böser Luft, laffe du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn: und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern! huldreich gab der Vater ihn! Du haft armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nuv hat meine Zuversicht einen Anker, der - 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so hab ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! 108. D er du uns das nicht bricht. 5. Esen? Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser fterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. Sollte Gott mich nun wohl hafHier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 3. Du, du bist der Völker Segen, tamst, vom Fluch uns zu befrein, Meine Seele freut sich dein. Laß doch 6. Herr, wie groß ist deine Güte! stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hoch da fomm ich her. 109. D ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 66 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. - 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Väter hoffend fahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, der in des Vaters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 110. G ott! deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Berachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmteft, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. - bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. mas ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. Herr! 112. HE err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. - Mel. Valet will ich dir geben.. 57. 111. Jhri hr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 67 2. Sie wissen nichts vom Neide, 4. An seinem Heil gib mir auch freun sich mit uns zugleich und fin- Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an gen: große Freude verkündigen wir seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bei Gott dereinst zu leben in steter Seligkeit. wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Baters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schaß ihm bleibt! 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns eurer Stelle bestritten und gedämpft. gern, und wer ihn sucht, den wird Dies Kind tritt fie darnieder. Nun sein Name trösten. Hallelujah! Halseid ihr wohl gerächt, und Gott lelujah! Freut euch des Herrn und erhöht nun wieder das sterbliche Ge- jauchzt ihm, ihr Erlösten! schlecht. 5. So rühmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr ſein Bruder ift. 113. nun Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glück uns erlöft und ewig tröst't. Wer an von dir. ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* Mel. von Nr. 112. Christenheit, ſei hoch das Heil der 68 Erster Theil. 2. O große That! nach Gottes 67. Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfangen, o uns gegeben. doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. - Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Ach Herr, mich armen S.- 1 3. O Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt zeigt durch frohe Psalmen, was es dir Dank. Du wurdeft Mensch, damit für Negung spürt. Dich, Herr, foll wir selig würden. Du machst uns es erheben, denn dir gebühret Nuhm, groß, und völlig los vom Fluch der dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Sünd und ihren schweren Bürden. Eigenthum. 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 3. Nichts hast du unterlaffen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, und Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den fein Himmel hält, als nur die Sünden fränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammerlaft, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrid nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, forgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird fie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande find. Mel. von Nr. 112. 114. Wirf irf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner kränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigteit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 69 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschenſohn, in maje- dürftig und voll Mühe wär? Hab stätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Neichthum, was ists mehr, als ein und leucht in vollem Glanz, erfüll wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, mit ewger Wonne das Herz der was ist sie werth? Was ist, das mich Deinen ganz. heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag ihm, was dich Equälet. ewgem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Sesu Christ; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lindern, da ich ſo beängstigt bin, zu der Kindern, Welt ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquitfung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott nun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst verübet, das sieht was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 117. Gott der Juden, Gott Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. - 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und inselaus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfasset dich. 4. Die an der Ströme Ufern pfliigen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. - 3. O, mit welchen irdschen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns 119. mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. M ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tra- gen. Der 98. Pfalm. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in Mel. von Nr. 33. 118. mit Freuden dem, der hr Völker, nun dir gerecht kann nennen. manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, 2. So heißest du nicht Jesus nur, ein neues Loblied an! Denn euch, die du bist auch, was du heißeſt; da du ihr im Finstern waret, erscheinet Licht die menschliche Natur aus allem Jamıund Heil jetzund! sein starker Arm ist mer reißest. Die That stimmt mit offenbaret; sein Recht wird allen Völ- dem Namen ein; du wolltest, was tern fund. du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet sei dein Name! Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Ifrael verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern tlar. SP 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, was preift Gott mit Saiten und Gesang! verborgen ist in dir, kein fleischlich der Harfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geiſtes alles dessen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Erster Theil. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namens Eigenschaft stets aus Erfah- 120. Vom Wandel Jeju auf Erden. Mel. Vater unser im Himmelreich. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Men schen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 71 rung kennen. So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoffnung meine Furcht verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehreteft durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fester Treu dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit Nutzen schafft! deiner Kraft ihr Amt, damit es 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam fei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. D, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Machs mit mir, Gott nach. 26. 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit erscheinen, der Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. Dbilder allerhöchftet u wesentliches Ebenals väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe. Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, 3. O du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrtest ihn auch unter Schmerz Segen, Troft und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Bater an. dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! - 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! -- 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Nuhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugft die schwere Kreuzeslast. 5. Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Mel. von Nr. 72. Schmach und Last zu tragen; allen 123. Wie göttlich sind doch freundlich zu begegnen, für die Läste- überzeuget seine Macht! Wenn wir rung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 73 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! - 10) Von dem Leiden Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. 124. Gott! was muß dein Sohn ertragen! welche ter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Konnt ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sei! und Sterben Jesu. du, und ein Nächer, und doch schonft du der Verbrecher. 7. O, Geheimniß weiser Gülte, das kein Engel ganz durchschaut: rühre kräftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! 2. Schöpfer! fkäme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade Jesu, aller nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? Freuden! wirst du mit 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feucrsglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getrostem Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch teiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen krönen. 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verütbet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: 6. Darum kam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und des der, nun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fühlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ihre Seelen deiner Freuden Licht. Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Ach, Herr, der Sündenknecht 4. Du bist das Lamm, das Schuld du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf seinen Schultern wil- stürmet werden? fig trägt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein heures Leben niederlegt. war ich. Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. das erdulden, was wir all verdient; auf dir liegts alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. - 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte kund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sei bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele fich erfreut in Gott. 6. Ich will für solche Liebesproben, dergleichen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd ich vor deinem Throne stehn. Laß dein traurig Ringen mir indessen brin gen wahre Glaubensfrücht; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! Ich sollte Blutschweiß Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter blitzen. Ich Armer, wie entrinn ich da! vor Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Trost versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun noch faffen? Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, so trägt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst richt in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch ins Leben. Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, 126. So gehst du, Jesu, wil- forge, daß dich nie die Sünd in ihre liglich, dein Leiden Netze zieh, nichts deine Treu erschüttre! anzutreten, mit heißen Thränen auch Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! für mich zu kämpfen und zu beten. schau hin ins furchtbare Gericht, Du, der du nichts verbrochen hast, das Jesum traf, und zittre! gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke gibt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verfürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? schauervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie fonnteft Von den Banden Jesu. 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ottes Lamm, durch 127. Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heilger Leib verletzt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Feffeln hin. - 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem Werke geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Stricke springen; und der führen ein, lassen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. - 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Feffeln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für 5. Herr, du littest nicht vergebens. mich Sündenknecht so groß! mache Wenn ich dann nach Gottes Schluß, denn auch mein Gemüthe immer mehr an dem Ende meines Lebens mit dem vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Tode ringen muß: ach, so zeige dich Stricken Welt und Lüste nicht berük- nur bald in der tröstlichen Gestalt, ten, daß ich von der Sünde frei, dir mun ganz ergeben sei! da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden soll: ach, so laß mich in 129. Seht, welch ein Mensch! Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. ach seht! Schand ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und er schrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 128. Unser Seiland steht ge bunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele graut! Sein neue Wunden, als der Kriegsknecht Zorn wird sich entzünden! Dann Streiche thut. Seht, was seine Liebe fordert er die Schmach, die er für tann! und wir denken kaum daran, euch empfand, so ihr euch nicht bedaß er wegen unsrer Schulden dieses kehrt, im Zorn von eurer Hand. alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. - 76 Erster Theil. er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt. ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheuest du, nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallst dahin durch Kidrons schwarseht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilsame theure großen Vorsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unsre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewissen stillt. findern. - Von dem Leiden und Sterben Jesu. 6. Seht, welch ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Sesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Vou Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da io viel Speichel ihm sein Antlitz über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Trost versprechen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Mel. von Nr. 84. 130. Mein ein Lebensfürst! nun kann ich dich mein Theil und meinen Trust, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du sinkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Würm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre fie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein." Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn fann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 77 Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. an. Doch Judas schmerzt dich jetzo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bleibest du ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Bunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geisseln ließ, entdeckten mir gar merflich meine Schuld; verdient hatt ich des Satans Wuth und Morden. D! o! Dank sei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entchren! Ach, theuer sei du mir! Bon dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Furchtsamkeit verläugnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Aug erblicket? Wie schauervoll wirst öfters hab ich Treu gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulofen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplatz, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwischen Mördern. Mich wollt er der Schar der Seelgen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen, der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: O, welch ein Schauplatz nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin geriffen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite setzen, und, was entsetzlich ist! dich schlimmer schätzen. O Naserei! D, mehr, als Cains- Haß! Doch warum 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Wasser flenßt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Himmels Freuden. - 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner wei nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Nuthe. Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt!, du mein Troft! Was schmeckst du mir zu gute. Pilgrim bin, soll in mein Herz dein 23. So lang ich aber noch ein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Laft für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich Mel. Herzliebster Jesu, was haft. noch rathlos stehen, und schmachtend 131. 11 U hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden sein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. nschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am 20. Von heißem Durft wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labfal wird für dich gefunden! Ach, wie Kreuze sterben, wie Sünder sterben. betrübt find deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. 2. Gegeiffelt wirst du und zur Es ist vollbracht! rufst du dann aus Schmach gekrönet, ins Angesicht geund stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finsterdes Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbst! getrost kann ich nun meinen Lauf vollenden. du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eilst auf blutgen Wegen voll Zuversicht, 21. Mert auf, o du in mir er- voll Muth dem Tod entgegen! Ich schrockner Geist! Schau Jesu Seite sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, noch zuletzt durchstochen, nachdem der voll Wunden sterbend. Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deiner schau, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 bich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, stets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der Mitt- Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. ler, der Gerechte, für seine Knechte! 132. Herr! stärke mich, dein 6. der und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müffen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geift, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Frend erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach und Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schreden und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebteft mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. Von dem Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. 133. Dwunden für uns am er du voll Blut und Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Nettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. - - 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warft der Leute Spott; dich höhnten Gott? 4. O schreckliches Empfinden! du fühlteft das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer am für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott! wie verläss'st du mich: 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen haft. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? Leiden und Sterben Jeſu. zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sei! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Troft, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Äengsten kraft deiner Angst und Bein. 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübsal Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Liebster Jesu, wir find hier.- 4. 134. Meine Seel, ermuntre bedenken! Auf sein Kreuz hin müffe sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Bein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sitnden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er ver8. Ich danke dir von Herzen, o bind't uns ihm zu sehr. Meine Träg du, mein größter Freund, für deine heit muß ich schelten, daß ich ihn ſo Todesschmerzen. Wie gut hast du's lau geliebet, ja durch Sünden oft gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betrübet. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. von Nr. 37. ferner nicht von mir geschehen. Feft 135. Erfille, Herr! doch selbst andern mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz fei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürft, und Held, in Fleisch und Blut gefletdet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt im HerNichts soll zen, erträgst du Spott, Schmach, Du wirst, und Gewalt, voll Krankheit und voll Ewig will Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das geftel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Ange sicht, dich schmähten Bundesföhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschütttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär 6 - Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. mich von Jesu treiben. Jesu, mich nicht laffen. ich dich umfassen. 13. Ist schon jetzo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sei Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir ftets walten. 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. dringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. - 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hasts gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden. Mel. D Lamm Gottes, unschuldig. 136. D Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, verachtet! Die Sünd hast du getragen; sonst müßt auch ich verzagen. Lob sei dir ewig, o Jesu, Jesu! 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzbarer Schäßze, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Guade? wiewohl du wurdst verachtet; die Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu. Mel. Christus, der uns selig macht. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst 138. M ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bitteft, Mel. von Nr. 55. 137. ott, der du für uns Gott, deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam deine 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist se mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Erster Theil. Von dem - welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden; O, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Mel. O Welt, ich muß dich laffen. 48. 139. eben am Stamm des hier dein Freuden. Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Ban2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 3. Nun kann meine Misfethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Ret tung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o! so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Suad und Huld mir bei Gott erworben. 1 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geſchlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Sch bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Tod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läss'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel und Leib dich preisen, und dir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 84 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es soll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu ften und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Bergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden kreuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Frenden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir mun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach). - 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelaffen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. M 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. U ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. E Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 85 Kraft. Herr Jesu Christ! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. - wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar 16 5. Den fanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: vergibo, so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebet felbst deinen Mördern Gnad erfleht. verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift, gelobt seist du für deinen Tod! Gott 142. ist durch dich noch unser Gott. o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Berdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jefu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! bertritt du mich bis in den Tod. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. chwing dich auf gen Golgatha! schan den Heiland hier am Krenze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrichst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. Lamm Gottes ohne Schuld' alles das hätt ich verschuldet, und da haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Wird wo mein Herz vom Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft 4. Du für uns erwürgtes Lamm! mir als Mittler bei, der meine Schuld groß, ja groß ist deine Liebe! schau bedecket. Mein Geist blickt glaubens- von deines Kreuzes Stamm, wie ich voll auf dich. Sei du mir nur nicht mich um dich betrübe! Ich bin schulfürchterlich! und schließt sich meine dig; aller Schmerz, der dich trifft, Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 86 Erster Theil.- Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Troft aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: Es ist vollbracht! lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? Leiden und Sterben Jesu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du haft mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ift mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. Mel. von Nr. 55. aß deinen Geist mich 12. 143. Lafete, mein Beiland, gen dieſer Erden ein Zergerniß und 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einft 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Mel. von Nr. 55. ebreich erduidet? du dein Leben felbft 144. Sei hochgepriesen Herre 5. Für welche gelaffen, wie tönnt ich sie, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? für Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließzest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für fichern Trost auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Tren geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diefem Glauben. Kein banger Zweifel müffe ihn mir rauben! Er müffe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. Die letzten Worte Jesu. 145. B 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; 8. Nichts soll mich je von deiner Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis sie wissen nicht, was sie gethan. du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misfethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! egleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Gott um Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Sünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Troft verleihn! die Seinen noch zu schützen strebte, der, als der Tod schon um ihn schwebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: noch heute deines Glaubens wegen du wirst, so ruft er ihm entgegen, mit mir im Paradiese sein. Herr! laß an des Todes Pforte einst dieſe 88 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Der Tod Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: 146. Mein Gott, wie hast du mich verlaffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge= hangen, mein Herr und Gott, berlaß mich nicht! -- e eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lasterknechten! Er, det Herr, gekrönt zum Hohne, träget seine Dor5 nenkrone, und büßzet unsern Frevelmuth. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde! O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir 2. Unser göttlicher Vertreter wird noch heute aus tausend Armen, dir geführt, wie Uebelthäter. Wer kann zur Seite, die Hunger, Durst und seine Leiden zählen? Eine Welt verMangel drückt: Oselig, wer den lorner Seelen erkauft er sich um dieRuf erfüllet! denn wer den Durst sen Preis. des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jetzt beflagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Müden, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch und Straf! er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete. Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Laster abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laß mir es stets vor Augen sein. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geh ich in den Himmel ein, los von aller daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Mel. Werde munter, mein. 116. 147. Heute, sprach mein Heiblutges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! so ruft sein Blut! In am - der finstern Todesstunde gibst du den Erlösers Mund. O, Wort voll Freudigkeit und Muth. Wenn der Trost und Leben, reize zur Freude Christ nun scheiden soll, bleibt er meines Herzens Grund. fefter Hoffnung voll, sieht die Nacht Opfer ist geschehn, das in Licht verwandelt, weiß gewiß, mir zum Heil ersehn. wohin er wandelt. Das große Gott auch 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Le bens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Luft in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! netzt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn; so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes auf der sündgen Welt; doch er kam Schreden, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit seinem Laft. Laß mich den Trost auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwunden haft; so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Uleberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Mel. Un Wafferflüssen Babylons. 149. Erhebe vom Geräusch der Mel. von Nr. 86. Welt, o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Nun ist es alles wohl hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himgemacht! mein Jemel! welch ein Mensch ist das! wie fus ruft: Es ist vollbracht! der neigt drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch der dir erwirbt das Erbe, welches sein Haupt, o Mensch, und stirbt, wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner 2. Geduldig stehet er sein Blut gleicht, der Herr der Herrlichkeit erin vollen Strömen fließen! fleht für bleicht. Was Wunder, daß die Erde die Haffer, die voll Wuth es im fracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O, meine Seele! frene dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt, freudenlose Kreatur flagt jetzo nur den Tod des Herrschers der Natur. so werd auch du, o Mensch, bewegt! 4. Weil denn die Kreatur fich regt; Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D'Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. 1 - 97. bedacht? Du hast den Herrn ans 5. Du selbst, hast du es gnug Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 6. Ach, Bater! ach, in Bein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe in deinem Heiland an. Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet der Engel Scharen zu thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht fähig waren, das hat des Menschen sein; auf ihn allein schlaf ich einst Sohn gethan. sanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Zornkelch trinkt; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebft, nur Jesu lebst, nur Jesn zu tet hängt er, da er in Tod hinsinft. gefallen strebst! 3. Wir Sünder sollten sterben; Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. 150. Frohlocke, mein Gemüthe, und bete 9. Tödt, Jesu, selbst in meiner Fluch lag auf Adams Erben, Fluch Brust, was sich noch find't von böser Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Luft! dein Tod, der mir das Leben| Müh! durch dein Kreuz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und sie; denn es führt durch kurze Leiden Muth auf meiner Pilgrimschaft. zum Genuß von ewgen Freuden. 10. Ja, Herr, mein Heiland, träftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 11. Wie dank ich gnug dir Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besteg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe nun gnug gekämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Ver- Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. esu, durch dein Blut 152. martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt ich durch Sind entweihn? Nein, ich dent an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. besiegst des Todes Grauen, retteſt mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn luftig, breit, gemächlich, eben; Jeſu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. 5. Hier such ich in Unruh Friede; 4. Sch weiß, du wirst, mein Lebensin der Angst Beruhigung; neue Kraft, fürst, wie dich auch mich erwecken. wenn ich ermüde, und in Qualen Sollte denn mein gläubig Herz vor Linderung. Schwer sei dieses Lebens der Gruft erschrecken? 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 92 Erster Theil. Von dem 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Thr, die die Welt gefeffelt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. - Leiden und Sterben Jesu 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. Mel. Der Tag ist hin.- 153. - 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Am Kreuz erblaßt, der und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränten; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlaft getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht 7. Allmächtig rief Er, der entgebrochen werden; drum muß dein schlief, den Todten; sie erstanden! Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, feh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Triibsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Der Erfinder meines Heils wird Rath will ich in Demuth ehren. mirs einst erklären. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dant dir weine. 10. Vergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Höhn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt, und wir sind mit Gott verföhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; mun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 157. Mel. Chrift lag in Todesbanden. 93 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am mar5. Hier ist das rechte Osterlamm ,. Ruhm, und mein Troft ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns tervollen Kreuzesstamm ward es für du die Quelle meines Lebens. Hoch sein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Stärt und Muth. Der Würger geht Dank dafür. geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm sin- gen. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Troft und Rath, denn alle waren Sünder. fället uns der Tod so bald. seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! Drum Von 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Bom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! Grab gestreckt, für uns dahin 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Halleluja! vorüber. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne! Mächtig strahlt er Herr lag in das sein Glanz daher! Das finstre Herz Eerleuchtet er! Es flieht die Nacht der ge- Sünden. Halleluja! 94 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir heiligen uns ganz dem| 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Herrn, der uns zum Heil geladen. als Christus mit ihr kämpfte, und, Der alte Sauerteig sei fern vom wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch theuern Wort der Gnaden! Christus ihren Grimm bald dämpfte? ob fie felber will allein der Seele Speis ihn in die Fersen sticht, so siegt sie und Nahrung sein! der Glaube lebt darum dennoch nicht, der Kopf ist blos feiner. Halleluja! ihr zertreten. Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. er Held hat überwun158. Heer; der Drache liegt gebunden; die Šünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen, so läffet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. - 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, weg Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Sesus Christ, und sieh er lebet wieder. Weil mun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel un; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott fei gedanft, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. 30. 159. Tod, wo ist dein Stachel mun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 95 7. O, laß mich, weil ich hier noch ihm, alle Frommen! Er, der für bin, im Glauben an dich wandeln; uns getödtet war, ist dem Gericht und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns - gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Troftgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrickt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ewge Leben gebeft, daß du mein Erretter seist, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! Mel. des 32. Psalms. 161. weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßet, trotz, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken, er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 96 zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. - 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; 109. erwed uns hier, reiß ab die starken 163. Kften Lauf die Sonn in Mel. Vom Himmel hoch, da. Daum steigt Seil, die Leib und Seel an diese Erde heften. Erfüll uns jetzt mit voller Pracht herauf; seht! so verneuen Lebenskräften, und ruf einmal läßt der Herr sein Grab, der erst für die Leiber aus dem Grab, daß Leib uns sein Leben gab. und Seel in dir das Leben hab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erftritt, der bringt uns seinen Frieden mit. ist nicht 109. Mel. Vom Himmel hoch, da.. ich an, erstand162. Dich het is' erretter gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab des Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stirb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Christi Liebe hab. 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. - einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 10. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollender, schaun! 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Tren! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärft, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligfeit erwartet mich nach dieser Zeit! sa findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 1 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 97 12. Durch seiner Auferstehung Kraft| 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, vollend ich meine Pilgerschaft, freu daß du auferstanden bist. Neige du seiner mich in seinem Reich, und bin mich zu dem Einen, das des Lebens dort seinen Engeln gleich. Endzweck ist; daß zu jener selgen Nuh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz fehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. 164. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. - esus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Mel. von Nr. 34. 166. obsinge, meine Seele, dem Welterlöfer, bet ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? - 165. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 29. reiset Gott in allen Landen, jauchze, du erlöste Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen. 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. 2. Jesus ruht den Sabbat über, Der todt war, steh, er lebet! er nach dem Sabbat steht er auf. Einst lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Jünger wanten, er vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, keine Straf; einst erwach ich von freun sich, danken dem Auferstandedem Schlaf; dann werd ich mit seinen. Sie sehn empor ihn steigen, nen Theuern jenen ewgen Sabbat und gehn, wie er gebot, mit Freu feiern. den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Gößentempel liegen, der Erdkreis wird Geist, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Shn bet ich an im Staube, ihn, 7 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 98 der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. - die Stimm erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecké; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Hoflanna, Davids Sohn. 167. J esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelunMel. Allein Gott in der Höh.- 15. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Mach auf, mein Herz, auf, träger Sinn! die Sonn ist aufgegangen; wirf dich bebt, und der Tod im Sieg ver- zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinent Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. schlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurück, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, deffen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den 4. Bald reizt dich freilich noch die Feind zum Friedensbot, läff'st den Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Tod zum Heil gereichen; denn wie Doch wer sich fest an Jefum hält, follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erwecken. schaft können schrecken, die mir sagt Wirf deine Sorgen auf den Herrn; von Auferwecken, nichts von Todes er sorgt für dich, und thut es gern, Bitterfeit? drum ist er auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nunmehr vollkommen überwunden.. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schuß gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, mas dir noch widerstrebt, auch siegreich über2. Steh von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Sesum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du nur allein Ruh und Erquickung finden. winden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du wareft todt, Herr Jesu Christ! das du, Lebenssonn! durchscheinest; nun bist du auferstanden. Du kennst so tomm ich zur süßen Ruh, da du des Satans Macht und List, o, mache mich mit dir vereinest. Wenn du einst sie zu Schanden! daß wir in dieſer Erster Theil. Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. 99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem 7. Kommt dann der Tod, der letzte Nuhm erhebt uns nicht das ChristenFeind, so stärk uns, Herr! im Glau- thum! mit dir gefreuzigt, Gottes wir auch auferstanden ben. Erzeige dich als unsern Freund, Sohn, sind und was wird er uns rauben? Dort schon. wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. - Von der Auferstehung Jesu. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109 169. Förinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. -- 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erwedt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, ſein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 170. Freiwillig hast du dar gebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er frönte sich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Krenz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majeſtät, denn du giengst aus dem Grabe. - 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Krenz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menſchenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach mud Spott, noch deines Kreuzes Schans 7* 100 Erster Theil. den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 1 Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Mel Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. HE alle lujah! Jesus lebet. Erlöste Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 3. Nun verzagt auch nicht, Berbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Nächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf; schließt seinen Himmel auf, sie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrekken? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Strub erheben, wenn Jesus den Entschlafuen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Gegen einhergehn, die dein Fuß betrat. erwartet uns, wenn wir auf Wegen Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind Heil deines Lebens. Halleluja! der sie unser Theil. Bald krönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 172. J. Jefus lebt, mit ihm auch nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu zc. 101 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir oll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Eingang in das Leben. Welchen der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Trost in Todesnoth wird es meiner Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm Pflicht; dies ist meine Zuversicht. spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 173. 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum selgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in können wir nichts wünschen. AlleEwigkeit beim höchsten Gut! mehr lujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauchzen dir; o laß auch uns erfahMel. von Nr. 101. ren: daß wie voll Mich das Leben 174. Der Herr fährt auf gen mit ist, doch da du hingegengen bist, die Hoffnung es versü- ßet. Allelujah, Alle- Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben frendenvoll sich emsig riflet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Sesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Zeuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar erheben. Wir sehn hin5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunft Jesu, suchen auf, du siehst herab, an Treu und laßt uns singen: dich, Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, fell sch Jubelschall, mit jauchzendem. Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! 102 Erster Theil.-- Von der Himmelfahrt Jesu der Geift erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? du Tag, wann wirst du fein, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? Tag, brich bald herein! vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wint bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschloffest du den edlen Lauf, und fuhrst in töniglicher Bracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sizzest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! and selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 2. Sein Werk auf Erden ist voll175. Schau, großer Herr der bracht. Zerstört hat er des Todes hat Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüttet feine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 5. Schan, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du fennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend ier. den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch itzt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort, Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 176. Auf! Jefu Jünger, freuet fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobfinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 1 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. bem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichfeit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Smmanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 177. Großer Mittler! der zur Rechten seines großen Vaters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlitz dienen; Mel. von Nr. 101. deſſen Reich und Majestät über alle 178. Mein Jefus triumphiret, Dinge geht. und den 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu sein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. 103 finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärkest sie, daß fie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste! macht euch auf! wo Sesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu - bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stel, en, bis Erd und Himmel neu. Mel. Vom Himmel hoch, da.. 109. 179. Mir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du sigest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch beine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! bie felig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 1 bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm, die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind die unterthänig; mun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du siegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit gesessen! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von feiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilfft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und fegne unsern Lebenslauf. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt Mel. von Nr. 34. wird dich dereinst der Erdkreis fehn. 181. Mein Heiland, deine Größe vor 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. geht alle weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15 180. Mei ein Jesus sitzt zur rechten Hand des Baters in der Höhe; er herrscht in 2. Der Himmel und die Erde sind meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein kräftges Wort gemacht. lehe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Siken zur Rechten Gottes. 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der 2. Uns muß durch deine HimmelGeister, das dich noch eh'r erkannt. fahrt der Himmel offen stehen. Du Ein Erbe über alles! das ist dein hast den Weg geoffenbart, wie wir ewger Ruhm; drum jammert dich zum Bater gehen. Der Glaube weiß des Falles von deinem Eigenthum. und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst fie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jekund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ift, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Lust- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt. Dich preift der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Holder in seines Vaters Tauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das - 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! 1 119. 182. Her ihm, du starMel. Aus tiefer Noth schrei ich. err Sesu, deiner Glie- selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das tes Haupt der Schwachen! du hast ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit felig machen; du bist, der das Gebet Nachdruck schützet! Schwinge dich in 106 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu ftetem Flor, groß durch Frieden, reich| Thron; der Höllen Heere sehn den an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. - 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Berdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen fund! Aus dem 72. Pfalm. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. die Wege bahnen. Ich gefelle mich im 185. Gott! gib dein GeD richt Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. zu großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; feid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! fommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen stren gen Zorn kein Frevler tragen kann. Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.— 15. 184. hr Völker in der ganzen und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Shr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet cinst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. - 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke find. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! Lobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuben! der Abgrund bebt vor seinem gepreift. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze blizzen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen fiützen, durch ihn geſegnet, kniet der Heiden große mit Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sei der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und Lift zerstöret! gelobet sei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. 1 Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts fommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! Nachahmung des 21. Psalms. 35. Mel. Wie schön leuchtet der. 187. Herr, der du deinen thenund Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädis nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. Aus dem 24. Pfalm. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Erd und Nun Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 186. Die innen ist, das Meer, preist sein Geist deiner Liebe starke so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felfenfeft gegründet hat, daß fie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war 3. Wer darf sich dieser Stätte stets sein Sinn gelenket. Kronen, nahn? wen nimmt er zum Bewohner Thronen und ein Regen deiner Segen an? nur den, der durchs Versöh- muß ihm werden. Selger Wechsel nungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! sich thut. 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, 4. Nur dem, der reines Herzens da Trost und Vater von ihm wich; bleibt und keine falsche Lehre treibt, du gabst ihm langes Leben. Wer des Meineids sich nicht schuldig macht, mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, nur dem ist Segen zugedacht. den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil. deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. Von der Himmelfahrt Jesu - 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Baters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest der Feinde Nachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Notte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und ist( welch harter Nichterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Nache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzärnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich), Herr, und in ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.29. efr! du fährst mit Glanz 188. Herr! und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 1 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jetzund seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. 189. König, dem kein König gleichet, kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir fibergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 5. Herr, in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, 109 an des Regimentes Länge, an Begnadigung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 190. 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, mun alle auf, und feiner fehlt. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. Er kommt, er kommt Weltgericht, der dein erhöht. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. - 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Heiland, den wir ehren. O weigert Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehors unzählbare große Heer der Todten sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 110 Erster Theil.- Von der Wiederkunft Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majeſtät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Nächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frebelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrict: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barinherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. er nicht bald ergrimme. Denn ewig er unsre Menschheit an wird der Sünder Pein, sowie der 190. 192. Dich nahm, als er, uns Frommen Wonne sein. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. Olaß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen, und dir, o herrlich du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, and nie dich zu verläugnen. 1 zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zufunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. O sichrer Erdkreis beßre dich! der Tag des Schredens nahet sich. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 193. Jedenke, Mensch, das deinen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann mor zum Gericht. 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sündern und den Deinen gibst du sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedente, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöft von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Nichter scheut. 7. Sft dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. 3m 195. Tod und vor Gerichte steh mir, o Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. chon ist der Tag von Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er fommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. 194. Ich sch denk an dein Gerichte, du Nichter aller Welt; der Thor neunts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Bahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewiffen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel fteht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung 4. Der Richter spricht, der Himmel ziehn. Du rufft, und sie erschei- schweigt, und alle Völker hören erwarnen vor deinem Richterthron. Den tungsvoll und tief gebeugt. Kommt 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. Von dem heiligen Geiste 112 Erster Theil. erbt der er zu der Frommen Schar, doch die, 196. W ihr Sünder! erwacht! Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. achet auf die widerspenstig war, heißt er mun von sich weichen. 5. Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sündenn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott der, die dich hier verschmäht, gehn in eure Hand gegeben: erwacht! noch dann gewiß zur Höllen. Hier trifft ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ste unerforschte Pein. Wer wird dann ist Gott, er hört der Frevler Spott! noch ihr Retter sein? ihr Warten ist Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! nun sehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn mun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und fehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden kränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. K omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein Ge2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen! bald kommt er und mit ihm sein Lohn! euch richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bereit! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie da! gelobt jei Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. schöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 5. O, mach es kräftig, treibe fern des Feindes List. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärt uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schaun ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. und dessen Gaben. Mel. von Nr. 33. 198. Jhr er Chr Christen rühmt, erhebt und preiset, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geift der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geift, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Aufl auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. O, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schent uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. 6 ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schäßen, Würden und Ergötzen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Must dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünftger Triebe, Fener feuscher Liebe, laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flam men bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 114 9. Ist bei schweren Plagen ganz mein Geist zerschlagen, so hilf gnädiglich. Macht die Prüfungshihe, daß ich schmachtend sitze, so erquicte mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. - 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, mir dein Geist nicht bei. Drum fo laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nützlich werden. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn 200. Mel. Werde munter, mein.- 116. er du uns als Vater liebest! trener Gott! sich in mir Zweifel finden, die mit und deinen Geist denen, die dich bit- Angst mein Herze hegt; wenn mein ten, gibest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; Vater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. Aug in Nöthen weint, und Gott nicht Seelen nicht an Trost und Stärkung zu hören scheint: o dann laß es meiner fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daßß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnadenwirtung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 7. Gib mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Troft erfreufst! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe, und mirs stehet 201. Mel. des 77. Psalms. HE eilger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Denfen sich mein Herz zu Gott mag lenken; flopf an meinem Herzen ant, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröste mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Jesu Wunden. Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als Willen thu. Gib mir stetiges Ver- ein Glied an seinem Leibe, und wenn langen, Sefu fester anzuhangen, im- ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es mer mehr von Sünden rein, heilig, auch bleibe, und als eine gute Rebe unbefleckt zu sein. Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Frenden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Reu über mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und kräftig seift. Mel. von Nr. 37. 5. Komm! erfitlle, komm! bewohnte, 203. Dir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. ott! du haft in deinem 202. Gott! Sohn mich von Ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heilger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten, christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Sefigkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schrect nicht Pein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, be kannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch jetzt bist du der Geist der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, mich oft mit Reu und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden kränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schenk uns Muth und Kraft im Seelen Trost und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den h. 6. — Mel. Gott des Himmels und der.. - 32. 204. omm, o fomm, du Geift 205. K des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Berstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erfenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Berwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. Beige Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Seele tröftlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geist im Himmelsund throne, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Neu in mein Herz 7. O du Geist der Kraft und Stärke, bu gewiffer neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligtes Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod Heilig laß uns leben, und nicht vers zagen, wenn uns unsre Sünden ver flagen vor der Welten Nichter! 1 und dessen Gaben. und mach es neu, daß Gott selbst mit ſeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe fucht an dir mur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig sei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein kräftigs Amen! Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. G in starker Schuß ist| 117 Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. eift vom Vater und der du 15) Von der christlichen Kirche. Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei; o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lente kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Neu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden flüglich vermeiden. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: sie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. tein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott felbft erforen. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er den behalten. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. der uns immer 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gottes gab, und droh uns zu verschlingen. Trotz gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, deiEs soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig ftellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. - 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gültigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ist, Mel. von Nr. 55. 209. Laß bod, o Jeſu, laß dein Reich auf Erden der so beschlitzen kann? 6. Es mache aller Völker Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Lei- fund! kein Volk sei auf der weiten den wegen, Leben und Segen. Welt, das deine Güte nicht erzählt. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, dei nen guten Willen tren zu erfüllen. 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, fie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets fegne uns Gott, unser Gott! 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift fie ehren, denn sie verfündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 8. Ja, my Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. 211. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. - rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jefu Chrift! der du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh des Wahns und Irrthums Nacht. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall auf ihren Kopf zurück! fie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns 3. Gott wohnet selbst in ihren getren, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird sie dauern, Mauern, der Herr beschützet sie, fie den frei. der Höchste hilft ihr frith. Die Völker Neiche sich! er sprach, vor seines Dontobten, und im Grimme empörten ners Stimme zertheilten Welten sich. störe? er, der uns hilft, ist Gott! 4. Wer ist der Feind, der uns zerGott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebeft noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. Mel. von Nr. 50. 213. Got ott ist uns Stärk und Schutz in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschüttern, und fänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth: sie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! des 212. mach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt be kennen. Laß deinen Händen, wie du felbft verheißen, nichts sie entreißen. Mel. von Nr. 55. hibe die Deinen, die Zerstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß, Schwert, Bogen und Geschoß. Den und er zerbricht, daß Länder feiern, Spieß hat seine Hand zerschlagen, 2. Laß deine Wahrheit rein ver- daß er nicht tödten kann. Er zündet des fündigt werden. Mach ihre Siege Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. herrlicher auf Erden. Gib Muth 6. Laßt ab, und wißt, und lernt und Weisheit denen, die sie lehren, mit Freuden, ich sei Gott, Herr dein Reich zu mehren. der Welt! groß will ich werden vor 3. Du haft noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe sie endlich aus dem Kampf bienieden zum ewgen Frieden. Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott! 120 214. W enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 4 - wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Sesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit erbar- men! wie menig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Armen! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwitz erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indeffen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Verspottungen bewährt, rauben. nicht auf, Christen! die ihr ihm ver- tes Wort auch heller. Der Strahtraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. len siegende Gewalt durchbricht der Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. die Feinde. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 6. Sein Licht beschütz uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Netze zieh, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starter Gott, die dir die Ehre rauben. D Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk Erster Theil.- Von der christlichen Kirche. 29. träftig unsern Glauben. Mel. Freu dich sehr, o meine. Oheilger Geist, verleih uns Gnad, daß wir Treuer Hirte deiner Heerde, vor Abfall und Verrath mit ganzem 217. uns du, der Deinen starker Schutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truß tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der deinen Nettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfeft, und für deine Wahrheit kämpfest. 3.& s betrifft ia deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Nuhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dränen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir machen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. 216. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. Vater der Barmherzigkeit, bei allen Zeitverwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans Lift vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. D Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 121 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen: o, was fann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen frönen. 122 16) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Jordan. 218. Mie Chriſtrs selbſt but mit Beil entgegen famſt. zum Jordan kam, und nach des Vaters Wil- len die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfül- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. 3. Die Liebe ist nicht zu ermeffen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und Bater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Bolt, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Sa selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entsag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Süngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölter, und auf den Bater, Sohn und 220. Mein Erlöfer! der du Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. mich dir zum EiWer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, als dein Jünger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort fest am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heiße. gehen. 2. Laß mich oft mit Achtsamteit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Mel. von Nr. 72. 219. Ich bin getauft auf dei- Wohlfein achten, daß ich, Jesu! deinen Namen, Gott nen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. 123 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! err! wir stehen hier Haupt! mach es zu deinem Gliede! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. 1 221. auf unsern Armen dir gefallen, bitten defürst! sei du sein Friede! König! wir, und erzeige dein Erbarmen, daß laß es deinen Willen künftig immer es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sänden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verhin! da wir ihm den Namen geben hreib es in dein Buch zum Leben! 222. Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. 17) Von dem heiligen Abendmahle. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. 18 Jesus jetzund sterben wollt für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jetzt zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewiffen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meiner Ehr, als würdge Himmelserben! Mahl, das längst auf ihu gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Vater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin 8. Die Welt, die nicht ihr Heil und effet, damit ihr nicht im Glau- versteht, bleibt an dem Neußern hanben wanft, und meiner nicht vergesset; gen, und meint damit, wenns übel das ist mein Leib, der durch viel Qual geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein preift, dich will ich ewig loben. O, Trost, o Sünder, sein, so wird dein stärke dazu meinen Geist mit neuer Troft zu nichte. Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf 1 ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelzebaoth! gelobt für Mel. Herzlich lieb hab ich dich.— 141. seift gegeben: so weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. unsers Mittlers Tod, der uns das 10. Ich bleib in dir und du in Heil erworben! wie hast du, Gott, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geist getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich gestor Dank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Vater, ich lobsinge dir. Gib, nicht verlassen. Ich will dich einst daß ich jeden Tag aufs neu mich deizu meinem Ruhm mit ewger Treu ner Baterhuld erfreu. Gott meines umfaffen. Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. - 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. 15. Mel. Allein Gott in der Höh. alt im Gedächtniß Je- 2. Voll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste 223. liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 3. Mit Jubrunst fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Ich fühle, Herr, was mir ges erftritten. Errettung von der Sünden- bricht. O stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. du auch mein Versöhner seist, und Dank ihm für diese Liebe! mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei feft in mir, so dien ich voller Freuden dir. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ewges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu banten. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum Herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! ver Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. - laß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß fie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heit, ſei ſtets mit mir, 226. Menschenfreund, o mir, so gewiß zu dir. Mel. An Wasserflüssen Babylons.. 97. ch komme, Herr, und 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Befferung mir und der Welt beweisen. Mel. von Nr. 84. 225. und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht fiebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod ge tauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre sie im Glauben; und laß durch feine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich flag es dir, dur Arzt, der franker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Sie, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu. jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquické mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. 126 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 227. ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Chrift, der du für mich E gestorben bist! o, daß ich nur mit H reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigfeit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen fich fest vereinen! 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geh, und Brot und Wein mir 229. Barmherzigkeit zum Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. aus geben seh, du werdest meiner Seel imgleichen dich selber reichen. Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du russt: Mühfelge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb entzünd't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. 1 tren geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 47. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Hent vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ag, den 228. Temacht! Sei geſeg- versprichst den Schwachen beizuſtehn, Herr net, Tag der Freude! du erhellst des die nach Errettung schmachten. Stets Kummers Nacht, und erquickest mich bleibst du deinen Worten tren, und im Leide. Heil und Leben schenkst du wirst ein gläubig Herz voll Reu, mir. Gott, wie dank ich dir dafür! auch meines nicht verachten. di 4. Mein Gott! regiere fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sich mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost und ängftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verflärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu emMel. Dennoch bleib ich stets an dir.. 156. pfangen. Daß er dich der Sünd entDich, mein Jefu, laß lade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. mit Beben. Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens. Band vereinen; willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. O, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! du 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; deiner Himmelsspeise, mir zum Heil ach), laß würdig mich genießen dieser und dir zum Preise. 230. Di du kannſt Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? läßt fie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jeſum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Vertust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Sesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. 1 231. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. eele, willst du Ruhe finden, drücket dich die Laft der Sünden, komm, Berge bung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich ein7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Gottes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben! einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfin den; hilf mir, hilf mir überwinden. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Mel. von Nr. 72. 232. Ich preise dich, o Herr, 233. Hier bin ich, Seful zu deine was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 128 — 1 Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Neu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Luft der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlaffen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, weni du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn, Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. 129 Laß neue Gnade auf mich fließen!| 4. Laß stets mich dankbar, Herr, mein Heiland, laß es doch geschehn, ermessen, was du für mich gelitten daß mir zur Stärkung meiner Treu hast, und deine Liebe nie vergessen, dein Abendmahl gesegnet sei. die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. 234. E un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, tren zu sein. Sch schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur seine Gnade mir! 5. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schent mir im Todestampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigen thum, dann ewig seines Namens Nuhm. 8. Hier will ich mich mit euch vers einen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Stebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. 33120 10 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. 235. Gott, Er litt, damit wir Friede hätten, ott, deine Gnad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. unser Leben! fie Gott, wie hast du uns geliebt! schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 3. Dank! ewig Dank sei deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, Wohl dem, der sich zu dir belehrt, gabst du für uns selbst deinen Sohn. and gläubig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du siehest mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar find; der kann getrost und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. trauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. —— 5. D Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie tlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. Und, 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, une macht getrost selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. D laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuverficht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Trost: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir BVergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be. trübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast licbreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. 236. Ich erhebe mein Gemüthe 237. Ich fleh in tiefſter Neue sehnsuchtsvoll, mein und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Dwie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! tei- meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Ohr, und lasse meine Thränen und Berächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, für Gnade Recht ergehn, so würde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst bestehn. Du aber heilest gerne zer Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Netter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. Inirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar fein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Pfalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. M ie felig, Gott! wie felig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läß'st die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht; 6. Sch zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Šeligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig feft, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Mel. von Nr. 16. h schone doch, o großer 239. Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst fann ich nicht vor deinem Thron bestehn! 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sei getroft, thum; ach nimm mich auf! gedenk mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfaffen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließzet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket?. Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelstind verklagt? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 240. Schöpfer aller Menschen8. Richter, der mich losgesprochen; finder, großer Richter Bater, der mich zärtlich liebt! Mitt aller Welt! fich, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und gemer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder gibt! Geift, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler senket! Gott der GnaLastern sich befleckt, der in tiefen den! dir sei Ruhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerriffen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gesehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. Fredu sterben! wird Mel. Wer nur den lieben Gott. 1 7. mein strenges Urtheil sein. Es erzite 241. Mie thener, Gott! ist deine Güte, die alle tert meine Seele vor des offnen Üb- Missethat vergibt, sobald ein reuengrunds Höhle; es erstarret Geist und des Gemüthe die Sünden, die es sonst Blut vor der ewgen Flammen Glut. geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mitta ler faßt! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglidte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 5. Richter, siehe meinen Bürgen, fiehe die Bezahlung an! diefer ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! steh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu faffen, der zwar auf sein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde 9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. will ich durch Uebung guter Werke beweis.n. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dränge stets und leite mich! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Vater, mein Gewissen rein, und heidurch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! - 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, fich hebt, und einen weiten Kaum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 243. D 3. Der Herr ist gut und theilt sich 7. Dir, Höchster, dir gefällt die willig mit. Er geht uns nach und Bahn, die der Gerechte geht; du merkt auf jeden Schritt, und gibt schauft im Zorn den Sünder an, des uns gern, was wir vonnöthen haben; Sünders Weg vergeht. er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Sa wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! Mel. des 1. Pfalms. wir nur tren auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersicht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn; wenn 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. und Neigung, uns zu schützen; es kann bekehrt, der wird nicht, wenn der Geist in stillem Frieden sitzen, fleht, erhört. weil unter seinem Schutz man sicher ruht, und sich an ihm ergötzt. Der Herr ist gut! 4. Die Frevler mögen nicht bestehen; du hasfest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquict, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du tein Wassertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Sewer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! 7. Wenn meine Feinde vor mir Heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzun= gen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Truß, stets der verlaßnen Frommen Schutz. Der 5. Pfalm. 07 244. V ernimm, o Gott! vernimm mein Flchen, verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerfen; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht er Mel. des 90. Psalms. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret, so kann ich bald von dir Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich nimmt die Furcht und Unruh von lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 1 mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit fie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zur 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe füthr'. 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 247. Wie groß ist unfre Seo 1 in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz fich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst wer den, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 5. Wenn meine Schwachheit mich 2. O, wie erhaben ist das Recht, darnieder schläget, und fast den Geist das du uns gibest, dein Geschlecht der Kindschaft in mir dämpfet, so und Bundesvolk zu heißen! Bei dir daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will kämpfet, und dieser Streit mir neue deiner starken Hand, Allmächtger! Angst erreget, so laß mich bald dein uns entreißen? Wenn wir gleich hier huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft müssen streiten, und zu Zeiten schwach und Zuversicht entstehn. uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Von dir schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes find auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. hoff, o Gott! mit 4. Es bleibet der Werth 246. Jestem Muth auf deine der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unſer Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volt Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Bater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Sefigkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. 136 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf dei5. Wie glücklich, Gott, find Chriften dann! wie viel hast du an uns gethan! laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienft zu geben. Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 248. Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm beFeind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. h weiß, an wen mein Glaub sich hält. Kein Der 112. Pfalm. ger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. Mel. von Nr. 55. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. 249. Preis, Preis sei Gott! Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? und Glück und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfülllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. - - 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getrost, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und zittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, fnir schen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. — 1 250. Wi Mel. Jesu, meine Freude.- 89. nie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm ermag Mel. von Nr. 42. eines Frevlers Herz erschüttern: was 251. W wissen habe, so hab ich Gebrauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich große Seligkeit; es ist des Himich überwinde sie, mein Hort, durch mels beste Gabe, das höchste Glüd dich. Sink ich oft noch nieder: du in dieser Zeit. In Freud und Leiden erhebst mich wieder, du begnadigst gibt es hier die wahre Ruh der Seele mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, mir. nie entziehst zu deinem Knechte der Erlöften Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und mich gegeben, daß in ich nicht hülflos bliebe: 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die. Welt bethören, Traum und Eitelfeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmec ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? Leben hin für meiner Noth groß ist deine 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 2. Sch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt frendenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewiffens innre Freuden sind süßer, als der Welt ihr Lohn; und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Jch eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! 8. O Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Mel. des 4. Psalms. Gott, regiere mich! denn ol was 253. M ie wohl ist, könnt ich ohne dich? Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find ich Ruh. Nichts läß'ſt du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, fo eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Mel. Es ist das Heil uns kommen.-6. in Bilger bin ich in 252. der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 1 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sintet: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß fie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommſt, und wir frohlockend dich erheben. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, ich schon auf Erden; hier such mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! und find ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Geficht, so wie sie kann, viel Guts erweisen, fie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Trutz sei den stärfsten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! Mel. des 46. Psalms. B eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspitren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur 5. Der Tod mag andern schrecklich übest, so ist und wird dir Gott allein scheinen, er schwächet doch nicht mei- Gut, Ehre, Lust und Leben sein. nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläss'st du keinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 3. Droht Mofes mit erzirnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner 4. O süße Luft, die der empfindet, Seelen, weil du mich liebst; ich trau der sich im Glauben dem verbindet, auf dich! mich kann Welt, Noth und nur zu dem das Herze lenit, und Tod nicht quälen, du heißest der sich uns selbst zu eigen schenktk 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. ungeschieden. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. ch freue mich, 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Berderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner 256. M Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, 3. Doch, Vater! deine Treu und in dir leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Ver - Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer flaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? Erster Theil. treten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Nachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Bater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir ge schenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leis ten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachsamkeit mich mächtig unterstützen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er ver dient, die er bereit't: wer will sie mir 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! entreißen? Dazu hat er mir ſeinen kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, Geist, der Lehrer und auch Beistand nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei- heißt, zum Unterpfand gegeben. chelei soll uns Verbundne scheiden! 8. Und dieser Geist soll ewiglich, Was er zusammen hat gefügt, wird sagt Christus, bei mir bleiben. kein Geschöpfe können jemals trennen. stärket und versiegelt mich, nichts kann Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf ihn von mir treiben. Durch ihn gemich selig nennen. nieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. Er Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- - 30. 257. Getroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laffen? 6. Ich bins, auf den sein Auge steht: sollt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. Ich bin ein Chriftl Gott Freund! in in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanfet nicht; er ist zu fest gegründet. Er ftiget sich voll Zuversicht auf Jefum Chrift, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. - Vom Tode der Glaubigen, mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und läſfet mich der stillen Ruh genießen. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens furze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt ich nicht muthig kämpfen? 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen; du, Höchster, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Stecken mit allen seinen Schrecken. Gott will mein sichrer Trost vor allen Todesmich aus des Grabes Nacht zum gro- schrecken. Noch mehr, du willst, daß sen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlöfers Blut zum Eigenthum und Erbe. ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. Der 23. Pfalm. 259. DE er Herr, mein Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 3. Du falbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Beit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume blei 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. - Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. in meiner letzten Stunde mir Geist ern will ich mich erge- und Leben sein. 260. Ge Sebent, bich zu verlaffert, 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gefehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- 4. Der frohe Siegsgedanke: wo zen uns voll Erbarmen zu: kommt ist dein Stachel, Tod? stärk mich, her, beladne Herzen, zu mir, und daß ich nicht wanke in meiner Tofindet Nuh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, Munde laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Mel. von Nr. 86. 261. Dei ein sind wir, Gott, in Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! ein sanfter Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrochtem Lebenslauf in deine cwge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in dei ner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Ange sterbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. 143 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 262. No Noch bin ich dein Gast, mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. wird mein reger Leib zu Staub, 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Naub. Neu be seelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himm lischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hör, o Seele, einst mit Freu den jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Kauf nimmst du mich zum Himmel auf Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 263. der Fluch der Sünde nieder. Doch ( elig, Gott, sind die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; die nun schon im mein Herz stärkt sich in dir, glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus ChriArbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. dir zu sterben, und dein Himmelreich Möchten wir es auch schon sein! zu erben. 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Soch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 144 - 1 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 1 Er 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem beffern Leben. sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu erge ben, daß ich droben dich unendlich könne loben. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 264. Wie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! wenn 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will Mel. des 103. Psalms. ganz von 265. W ie komm ich doch Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig! stärke, tröste dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. mein Heil, zu dir hinüber? Du 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, bist mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal? 2. Mit Dank muß ich von deiner Gitte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Trost erquickt; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll." 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 266. B egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch ſeinen Sohn erlöset hat. drückt: nun wird er, Gott, von dir 4. Hier hat ihn Trübsal oft ges erquickt; hier wandelt er im finstern Thal: nun ist er frei von Schmerz und Qual. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolt vertheilen, und mache mich doch Ruh! wir gehn nach unsern Hütten 6. Nun, du Erlöfter, schlaf in deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels; die Wunden zu, und machen zu der Ewigkeit mit sind die Höhlen, dahin ich flieh, was Freud und Zittern uns bereit. kann ich sonst erwählen, wenn mir 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer der Tod das matte Herz zerbricht? Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Muß ich allhier im finstern Thale laß unsre ganze Seele dein, und freuwandern, treibt Todesnoth von einem dig unser Ende sein. Grab: nun wischt Gott seine Thränen 5. Gott blieb er treu bis an sein ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Zoo erhebet, du hilfeſt dem, der nur 267. freue mich der 6. du bists, der aus dem Tod JF# ch an dir fest klebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o frohen Zeit, da ich werd auferr 10 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, - stehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübfal, Angst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigfeiten mich würdig zu bereiten. Mel. Allein Gott in der Höh 15. 268. ein Heiland lebt! Er Mein hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. www. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ia, dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läff'st in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbft bei der Gräber Grauen. Ich bin trost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. O, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbſt damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben. - 141. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 269. Jein Heiland! wenn Mein mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht dünft mir dann alle Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr - und der Auferstehung der Todten. 147 Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. and Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jesus, meine Zuversicht mein Geist des Körpers Banden sich im Leben! dieses weiß ich, sollt ich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; nicht auch zu sterben, mich ergeben? daß ich, durch deinen mächtgen Stab was die lange Todesnacht mir auch beschützt, ins Todesthal hinab getroft für Gedanken macht! und freudig gehe. Die Klarheit jener beffern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung 3. Und wenn mein Geist aus Band zu genau mit ihm verbunden; Schüchternheit sich dennoch vor dem er hält mich bei meiner Hand in den Tode scheut, weil ihn die Sünden dunkeln Todesstunden, er führt mich kränken; dann laß mich, Herr, auf auf rechter Bahn und nimmt mich deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich fehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich foll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 1 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigfeit. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. 3u verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 8. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb, ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefum Chriftum, werd ich schauen! Dann 10* 148 Erster Theil. wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - Vom Tode der Glaubigen 2c. 273. 9 Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Mel. Mache mit mir, Gott, nach.- 26. err! du bist meine Zu 271. Herr! du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was 272. Machet auf! so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft! dein Wort verspricht, Unsterblichkeit sammelt euch, ihr Gotteskinder! der wachet auf, erlöste Sünder! vereinst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vore bei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 2. Erd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sink immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich neu beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. des 84. Psalms. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. 21) Vom ewigen Leben. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine 3. Ewges Lob sei dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott selbst feft begründet hat, da werd ich Erster Theil. - Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flicht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft feinen Ausweg sehn. 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gib, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 274. Mel. des 16. Psalms. 149 uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde wi brennend wird vergehen, in Ewig6 feit wird dauern und bestehen. schon gesehn, daß, was dein Herz 2. Ja, hast du nicht im Glauben wahrhaftig kann ergößzen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um so mit aufge decktem Angesichte dein ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. digkeit, die mich verhindert, klüglich 4. Schenk Augenfalbe für die Blömit dem Dampf der Zeit; laß nie das zu vergleichen des Himmels Schätze Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen laufen, für alle, die in Lebensschran ten laufen. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und 5. D selges Volk! das du aus laß mich stets mit Freudigkeit und freier Gnad zum Licht berufen, und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall Jehovah kennet; das Augen, um zu ich noch oft, so hilf mir auf, daß sehn, empfangen hat, das in verich vollende meinen Lauf. Laß in der borgner Herzens- Andacht brennet, um Noth mich feste stehen, getroft auf über Sonn und Sterne sich zu schwin deine Hülfe traun: so werd ich einst gen, und bis ins innerst Heiligthum das Leben schaun! zu bringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese| 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, fene meine Freiheit störet, zerbrechen wird! Krone zu empfangen; bald erhöret o lang gehoffter Stand! wenn ich, Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie mein Heiland, dich nun selbst ver- verstäube, ich, ich weiß, an wen ich fläret in Klarheit seh! o, dich will gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, ich dort oben mit reinem Geist und denn zum Bater geh ich hin. reinem Munde loben. - 1 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 275. Menschen ists gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib doch damit er werde, wird er einst von Gott erneut, 276. vorhanden für jeden Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. eine und zieht an Unsterblichkeit. Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz find diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle diel in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ewgen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, fein Sterblicher vernommen, Gottes kein Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommnen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und krönct sie mit Preis und init Thränen. Alle Thränen trocinct Chr. O unaussprechlich süße Nuh, er, Sünd und Elend find nicht mehr. wie herrlich, Höchster, segneft dul 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Netter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ! Erster Theil. Vom ewigen Leben. - 7. Wer kann hier deine Gnade faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß t Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer G, Gott, wird entzü t, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 151 5. Vor seinem Antlik wandeln sie auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tansendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du haſt die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. Mel. von Nr. 234. 3. Kein Tod ist da mehr und fein 278. Nach einer Prüfung furGrab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Völlig gibt sich den Erlöften, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil.- Vom ewigen Leben. Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als die an uns offenbart soll werden von fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, Schuld in Kummer und in Ungeduld. wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll With! 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 1 279. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. gabft dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Be lohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und goffest ütber diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wiffen, daß dies mein irdisch Hans zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest fehn, ob ich dir tren, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Tand des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüfte widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu 12. Was seid ihr, Leiden dieser sein, und diese turzen Prüfungstage Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, Gott und der Tugend blos zu weihu, 5. Hier such ichs mir, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. Erster Theil. Vom ewigen Leben. — wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! 10. Gott, gib deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist; lehr mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem Ziele ſehn. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig ſei. - 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 280. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haſt, noch in keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Welten. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glüid beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu komTrachte, weil du hier noch men. bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O, so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. 154 3weiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, Mel. von Nr. 84. 281. Sei gnädig, Herr, nach im innern Grunde hören; es müffe nun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 5. Sich meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Ren und Weh die Missethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib fte, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Aussätzgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Traft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erwed in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstütz und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 155 derlich. Dein will ich ewig sein. D Gott, erhöre mich. Der 95. Pfalm. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Luft daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache fie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 282. Herr! höre mein Gebet um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 1 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil keht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Troft auch mein Gewissen stillen. Du bift Sie Liebe selbst, ganz unverän283. rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offen LE bar sein Schutz und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter sitzet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünstig feit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme lehrt: so seid doch nicht verstockt und hört, wenn sie euch heute lockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Ihr rohes Herz blich doch verrucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bea 156 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt deun, sprach ich, und vor deinem Heiland fliehest, desto nur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. D, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endtich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 284. uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume feinen Augenblick! komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurüde treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließze. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 1 dieſes Lebens, hör die Warnung nicht 285. Shaffet, schaffet, Menvergebens, da dir noch zu rathen steht! fomm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. schenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fei getroft und unverzagt! sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und 3. Selig, wer im Glauben tämpfet, selig, wer im Kampf besteht, Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 157 den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. ott! hilf mir, daß man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Guge thue, weit mich will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. Buße noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Süte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Berderuns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens schenen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt machst ihn zu deinem Kind und Erwie groß ist Gottes Baterhuld, er ben, daß er frohlockend rühmen kann: tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßzrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelft des Himmels Krone. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweifet euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebften Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Sa, mein Heiland, ach! geh nicht mit mir Armen ins Gericht! gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 9. Gib mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, mich, und verleih Beständigkeit. Beige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 1 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstokfung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. die uns vom Sündendienst befreit, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie felig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. 287. Dir allein hab ich gefilnich Gnade juch! ein gerecht Gesetz verfündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kann vor seinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 158 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machtest Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir nützte, bir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zweck vergessen! 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist keine Ruh. Dein Er barmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und tannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! - 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zer flöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Deine Güte Seele mich bemühn. lockte mich oft zur Bußze, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Bater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich von Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihu. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. - Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.. 29. öchster! denk ich an die Mel. Liebster Jesu, Trost der. 284. 288. Süite, die du mir bis 289. Liebster Jeft, Croft der so wird mein ganz her erzeigt: o, Herzen! Stiller Gemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres beugt, daß ich dich gering geschätzt, Heil der Welt! wenn ich bei mir dein Gebot hintangesetzt, und dich, überschlage, was für Sündenschuld der du mich geliebet, mit Bergehun- ich trage, die des Höchsten Buch entgen betrübet. hält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie 1 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ift lauter Sünde. Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 159 3. Herr, wohin soll ich mich wen-| so fahr hier fort, nur schone dort, ben? Was kann meinen Jammer muß ich auch hier viel büßen. enden? In mir find ich nichts, als Noth; leinen Trost im Weltgetüm mel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, se tilg auch meine Schulden! 5. 3war ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tieffter Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Vater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin beMel. Es ist das Heil uns kommen. 6. streben, beffer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jeſu Chrift, du höch7. Weg, stes Gut, Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und be den; da das Gesetz, das mich vertlagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet haft am Kreuz weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. 5. Bergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, mies dünfet dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. - 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbeft, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Ach Gott und Herr. 10. 290. Ich Gott und Herr, wie groß mit meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? ter Sinn an mein Betragen denfet, 2. Flöh ich gleich weit vor Ban- so sint ich fast vor Angst dahin; gigkeit hin an des Erdreichs Enden, die Sünde drückt und kränket und der Angst und Pein befreit zu sein: schrecket mich. In dieser Pein würd würd ich sie doch nicht wenden. ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 3. Zu dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach 4. Weil aber dies dein Wort mir geh doch nicht, Gott, ins Gericht! sagt: auch, Sünder du sollst leben, dein Sohn hat mich verfühnet. wer weinend seine Schuld beklagt, 4. Solls ja so sein, daß Straf dem will ich sie vergeben; ja, weil und Bein auf Sünde folgen müssen: du alle Huld verheiß'st dem, der sich mit Angst und Schmerzen, damit ich Elend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erwed 160 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gefränft: fo zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Uinverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 1 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frebler, wider dich von Jugend auf begangen. 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, 6. Ach Herr! erbarm dich meiner zum Schein es zu erfüllen. So gieng doch um deines Namens willen. ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du kannst sein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh vermich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles sahest du. gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 7. Dein freudger Geist stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 308. 292. - ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hörte ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wefen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Trotz und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächtiger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Reu und Leid mich dir allein zum Dienste weihn. Ach, laß es Ja und Amen sein! Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. Angst zerbricht. jestät sich über alles denkt, mit wie viel Mifjethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienßle 2. Ach, wenn mein Herz zurüidge 293. König, dessen Ma Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall, mein Glaube ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winst, so bet ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! - Mel. von Nr. 201. 294. Menn der Sünder hat W breiten Weg gewandelt, welcher zum mißhandelt und den Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets berenen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein 5. Doch viel heller ist die Klarheit, Gott, und was ich bin, bleibt ewig die sich zeigt im Wort der Wahrheit; dir ergeben. Ach heilige mich ganz komm, o Sünder, und vernimm Jesu, und gar, mach meinen Glauben des Versöhners, Stimm; komm zu immerdar durch wahre Liebe thätig. dieser Quell der Gnaden, komm mühLäßt sich dann noch viel Schwachheit selig und beladen; er sagt deiner Seele sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth Nuh, er sagt dir Erquickung zu. flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 6. Jesu, Trost der müden Seelen! 6. Mein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffst selbst durch deinen Geist geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so fräftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sün- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; und wenn ich nicht mehr Buße spürt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. ich gesündigt, und übel oft vor dir - n dir allein hab gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 296. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigteit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohl gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du ruhn. ünder, willst du sicher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich belehrest, da du Gottes Stimme höreft! Auf! Gott rufet dich zu fich; eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sinder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Luft vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir haft, wird sonst wie ein alter Ast; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschoffen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Vater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. üter! wird die Nacht 297. Hitter! der Sünden, bald verschwinden? Hüter! ist die Nacht Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie fannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften jelbst hat er sie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? - 5. Was weigerst du dich noch, das 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Lafter zu verlassen? Weil es dein UnWahrheit; laß die Wolken sich ver- glück ist, befiehlt es Gott zu haffen. ziehn; so werd ich das Gute lieben, Was weigerst du dich noch, der Tugend Demuth üben, und der Nacht Ge- Freund zu sein? Weil sie dich glücklich schäfte fliehn. macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugneft fie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Se öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu in, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 9. Ist denn die Buß ein Wert von heut ent298. Millst du die Buße noch, wenig Augenblicken? Kann dich kein die gebeut, ver- der Welt noch schieben: so schändest du sein Wort, rücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein und mußt dich selbst nicht lieben. Ist Wunsch nach Besserung, und Angst der deine Besserung nicht deiner Seele Missethat, die wahre Heiligung? Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? bin 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden 10. Ists gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns 11* 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. 1 164 Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 12. Der Glaube heiligt dich. 3 299. Laß mich beuge min Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinneft nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich ertühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch fein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Bergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genuffe sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 4. Was weigre ich mich denn, das Faster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 17. So süß ein Lafter ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Se öfter ich vollbring, was Fleisch 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der eine Welt voll Leiden; Gott fennt Hang, die That zu wiederholen. Scheu und liebt dein Glück, sie führt zu ich mich heute nicht, o Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, fiillt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu bestegen. Der Sieg, so schwer 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirft eine Neu in dir, die niemals dich gereut. Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut lebst du, heut befehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist start, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut 10. So gib denn, weil ich noch, und jederzeit zum letzten Abschied Herr, deine Stimme höre, daß ich sei bereit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. mich ungesäumt von allem Bösen kehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier verfäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. bereun. Zweiter Theil. er ift, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. - 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. ( o wahr ich lebe, spricht 1 300. nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich befehr, sich befre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, frank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die im Grimme: weicht, die ihr euch veralle Sünder lockt! Ach, sprächest du stockt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt Wer sind wir? es unrecht nennen? Wer bist du? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken mir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er fann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Bußlied eines schwermüthigen Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Sch war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. - trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein DankVerstoß lied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedent nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zunice bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Borngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder HeiLand seift. Christen. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 302. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirtlichen Genusse, stets Gnade schöpfen foll. 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und hab in Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis Weinen. Nie vergißt Jesus Christ ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. seiner theur Erlösten des will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. Ich glaub an Gott! hoch Schar. er, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preift. 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts her vorgebracht. 3. An Jesum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unferm Elend bloß. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 6. So stirbt der Gottmensch und 167 Glauben. 34 616 aid 11. Auch an dem Geist, der ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße siegreich Tod und Grab. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe feft vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu fich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen. und ewig voll des Lobes sein. 16. heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns komDes Macht nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Geset gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Baters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freun. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter kommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn sich ein, wieder. Erschredt, ihr Sünder! freuet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder nun mit sich in sein ewig den schweren Zorn gestillt, des Laft Reich. uns alle drückte. - 168 Zweiter Theil. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, so laß dir noch nicht grauen. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du hast für mich gebüßet. 12. Von allen Zungen sei gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier gesche bricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. Verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Versuchung laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; - ohn den wird er nie bleiben. Er 305. Herr! ohne Glauben kann ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanstmuth üben. vor dir bestehen. Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 7. Wer bei Gott Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihm dankt für alle Gaben, in feiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Listen widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsſe mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu; laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sei. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüften sich ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient ſeinem Nächsten, ehrt und preist in Christo Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. - 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, 6. Wie selig leb ich dann im Glauwill ers oft nicht entdecken. Sein ben schon auf Erden! wie herrlich Wort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. stärt im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärk meinen Glauben immer mehr, und krön ihn durch das Schauen! - Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 306. Gottes Sohn, Herr D Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. Ohilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Bater tenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geift, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. schicken. Nur in dir find ich roft 307. Ich komme, Friedensund und der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlaffe; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. fürst! zu Erbarmend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärten; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, 1 170 Zweiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. - 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst auf gethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet cuch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 292. 308. uf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! Christ, soll mein Vertraun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner - Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Reſu! herzigkeit, und naht die letzte Stunde 310. Jesu! daß du meine Seele sich, dann zeige dich in deiner Gnad und rette mich. selbst durch deinen bittern Tod aus des Abgrunds tieffter Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Berzagten wissen; dieses predis Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 309. Jesus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Trost noch Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Sesus nimmt die Sünder an! 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Zweiter Theil. Vom Glauben. 171 Schuld und Strafe, treuer Hirte, der Drangsal mir erwecken. Welch trugest du; und nun rufst du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. - 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; Mel. Alle Menschen müssen sterben. .82.. ach, gib Troft, die Angst zu findern. 311. Jeful fich mich an in mein donnert zu dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmer zen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! cr bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. 7. Mach es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes setz ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 10. Hilf durch deine blutgen Wunden, denn durch diese werd ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Nsth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich. Seligkeit. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrekken neue Furcht und Bangigkeit in 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in die sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Sammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, 172 Zweiter Theil. Vom Glauben. Frommen; nur den Sündern riefen 5. Dies müsse mein Vertraun zu fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. dir, o Herr, erwecken. Zufchwach, 5. Jesus, sollt ichs denn nicht wagen? sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus SaMel. O Gott du frommer Gott. tans Stricken, brich der Hölle Band 313. Herr, allerhöchster Gott, in nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! - 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. 312. Mag doch der Spötter Heer Seju fpotten. Dich, Heiland, bet ich an; du komnist, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Schn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ewgen Glück belehnen. D! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! ben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth faffen? als Sohn des Erigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Bater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beslissen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für 4. Die Wunder Gottes thun, und, deine Jünger batest, und, wenn sie an das Kreuz geschlagen, mit himm- wanketen, beim Vater sie vertrateft; lischer Geduld der Menschen Schulden o unterstütz auch jetzt mein sehnliches tragen, um der zu sein, der uns ein Gebet, und schenke ewges Heil erwirbt; deß Herz ist dem, der dich darum fleht. göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. Glaubenskraft 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Eivigkeit. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. 314. Mer, Gott, bein Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der lüget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. - — 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meis nen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir ſein An gesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für du Zorn und Gericht. Dich, mein mich mit Fluch beschweret, wandtest Jesu, laß ich nicht. 5. nichts von dir mich scheiden. Weh 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! felig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Durch Jesum rein von Miffethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt 316. Chrifti Beispiel, als ein Christ, und reinigt fich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. 315. Meinen einen Jesum laß ich nicht. Da er sich für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon ver lischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das Mel. Herr hör, ach höre mein. ucht man die Freundschaft in der Welt mnr unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so doch mein, und klein: ist er ich bin sein. thi dar nim 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Smmanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treufter Freund, mein Jonathan, sicht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöfte, hier beide schützet, pfleget, speift, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Witz, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und Vom Undant weiß, ist seine Gabe. hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. a an mir versyntil 4. Wie sta) jein 9. Sein ist mein Bürgerrecht und gnügt, so bin auch ich in ihm zie- Muhm. Er kam, von Sünden mich den. Welch Band, das uns zusam zu veten. Ich hatte für mein Eigenmenfügt! von ihm auf ewig ungesonst, leider! nichts, als Schand schieden, hat nun die Seele, wo sie und Ketten. Doch er hat alle meine ruht. Auch darf sie um dies höchste Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Gut nicht eifern, hadern, haffen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. jeder 10. Nun zürn und stürme Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen: durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der mich herzlich liebt? Ist ers nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich fein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit Rast, und mitten mel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 1 Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 317. Fins ist Noth! ach Herr, meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergetzt. Tim jounte 350. Zweiter Theil. Vom Glauben. 175 2. Seele, willst du dieses finden:| dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jeſu, dich. 1 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich dürft an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in die verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weis heit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, tenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 318. Mie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesul schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur fann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speis mich, tränk mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Hime melsfreuden inne werde. Hirt, 5. Und wie, Gott Bater, preis mich, ich dich? Gott, ewig, ewig hast du 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in ir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, mas soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rufen kann. 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude ifts, was meine Seel ergetzt. auf wie so gute Weide hast du 176 Zweiter Theil. mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Trotz dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubel lieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 7. Wie freu' ich mich, o Jefu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf; des Klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlik schauen. - Vom Glauben. kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Eil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh', Sesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. des 25. Psalms. Hy S Mel. Jesu, meine Freude.- 89. 319. Jesu, meine Freude, befter 320. öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Gut im Glück! du haft meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bligen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Sesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich 4. Wer ists, der den Glauben mei- über Herz und Thaten nicht sorgfältig nem Herzen rauben, ihn erschüttern hab gewacht. Wie hat die Erfah kann? Bei der Hölle Toben stimm rung mich meine Thorheit oft gelehret, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die wenn mit eiteln Sorgen sich mein be trognes Herz verzehret. Zweiter Theil. Vom Glauben. 177 3. Zwar der Schluß ward oft ge- drum ist mein Herz auf dich gericht't. nommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Sesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach befferm Gut zu trachten. 6. Gib mir Augen, um zu sehen - 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin gefährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Sch thue nicht, Herr, was ich ſoll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. ich Elender endlich, frei vom Leib des Ach, wann wirds doch geschehen, daß Todes, bei dir seil ich danke Gott durch Christum. Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. o Sünder mir Sträfte, um zu gehen bis ins 322. W hin, der ich fo ftrafe Heiligthum hinein. Mache mich mit bar bin? Wo kann ich Rettung findir bekannt, laß in deinen Liebesflam- den? Mich schrecken schwere Sünmen Herz und Seele sein entbrannt, den; mit Angst bin ich umfangen, halte dich und mich zusammen. wo soll ich Troft erlangen? 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, flört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Sesu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe fränken. 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 321. Wº o soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Ver lorne sucht; du segneft das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; ins Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröft't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du hast mich erlöft; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Ogefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müffen! mir, was mich naget! du weißt es du heileft mein Gewissen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde haffe. Wer so sich zu dir werdet, eht be sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. — 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht berzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trotz bald schweigen. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. Erheb dein Herz, thu auf die Ohren, du Boll, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren! vernimm, was Gottes Wille ist: 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Berehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach keins, es sei, wovon es woll, fuffällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, schen, liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Bestehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes fei. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 9. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Beschäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm, als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in die rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch eins fast alles unter fich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner spricht. Durch deinen Geist wirk auf mich fräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. Mel. bes 116. Psalms. 324. M ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles Mel. ven Nr. 79. fahren laß, als dich. 2. Gib, daß ich, o du höchstvoll- 325. kommner Geist, auch dir im Geist und Gott! wie rein ist beine Lehre. Wenn ich höre, in der Wahrheit diene, und feinen wie wir vor dir sollen sein: ol so Dienst zu leisten mich erfühne, wordringen die Befehle in die Seele, wie auf mich nicht dein heilges Wort verweist. ein scharfes Schwert hinein. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne anich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht fiebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und laff', was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in seinen Würden lasse, der Wahrheit stets getreu von Herzensgrund. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Lust zu bir erfülle meine Brust. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig ſein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde flichn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich klüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. M enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rilhme dich 12* 180 Zweiter Theil. der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir — nur das Gute rathen: so thu- e noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volt der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn und bes leben: so ist dir alles kein Gewinn. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. Commt, euch den 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth 327. Herren lehren! kommt Ko und lernet allzumal, welche die sind, noch niemals hat verrichten können; die gehören zu der rechten Christenvergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. zahl: die im Glauben fest bestehn, Heiland frei bekennen, dürfen sich die freudig Gottes Wege gehn, und den Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Guten fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getröstet erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. 5. Läg ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud und Schmerz. Vater! hilf feinem Feinde niemals flucht, seine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll- Stärke mich befleiße guter Werte! bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht, wie Gott, zu sein; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Nuhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hütlf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke flichen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen Teiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. daß hier Mel. Nun dantet alle Gott.- 9. 328. Jch danke meinem Gott, der mir den Sinn 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort sei jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fibe, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. von Nr. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Wer darf in Heine Hiltte gehen? Wer nimmt bort mich freuen kann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich demüthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, dir beren, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. 182 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä-| sanftes Joch und seine Last zu trahet, und groß durch seine Redlichkeit, gen, mach mich bereit und seinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun fich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zn genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und sich Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Trotse ber Gefete, 331. Bewahre wich, Herr, daß Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen - auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! Mel. von Nr. 324. 330. Ich selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken misfest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade mur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als aus den Früchten merken! den Nächsten reiz ich auch zu guten Werken nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, e Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle: so thu an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 332. Dein bin ich, Herr, dir Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. blidt, ist Ordnung, Eintracht, Har 3. Wohin mein Auge, Gott, nur monie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empöre mich und störe site. 4. Du schufft das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kink zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und ist alles, was uns Gott gebeut! wohl ftirbt zur Tilgung unsrer Strafen, dem, der seinen Willen thut! ihn büßt für die Lafter und erwirbt Bethun, ist Freud und Seligkeit. D freiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, geiftlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! be- und Leid. steh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. 1 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesete gibt, fein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz 197. Mel. Komm, o Gott, Schöpfer. 12. Nein! Gott dir sei mein Herz Maje- geweiht, Gehorsam sei mein größter 333. Dein, Gott, ist stät und und Verleihe mir Beständigkeit, alles ist dir unterthan. Dir werde und heilge mich, dein Eigenthum. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlösse Herz und Ohr? Zweiter Theil.. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. 184 334. Hilf verleihe mir, daß Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und ilf mir, mein Gott! Sanftmuth schlichten. ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verleben. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, ver- 10. Ach, gib mir deinen guten leih mir einen festen Glauben, der Geist, der selbst mein Herz regiere, standhaft, treu und thätig sei, und und mich, wie es dein Wort verheißt, laß mir den nichts rauben. Gib, auf deinen Wegen führe. So wird daß ich mich allzeit auf dich und auf mein Herz in Freud und Schmerz dein Wort verlaffe, und in der Noth, dir zu gefallen streben, und du wirst ja selbst im Tod dein Heil getroft mir, Gott, einst bei dir, den Lohn umfaffe. der Treue geben. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach Mel. von Nr. 55. 1 ich mich ſtets übe, auf ihn zu sehn, 335. Ich habe, Gott! mir ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudigteit sein Kreuz auf mich zu nehmen. ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieſer Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenu mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleissende der Laster nur mehr verhaßter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu 7. Die Falschheit, Lift und Heuche- meinen Pflichten, so mag die Welt, lei hilf mir sorgfältig fliehen; nie wie ihrs gefällt, mich richten; ich, müß ich mich durch Gleisnerei um hab ich deinen Beifall, kann mit Menschengunst bemühen. Laß Ja und Freuden Berachtung leiden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Mel. von Nr. 17. schön verwandeln sich dann meine 337. D Tugend schenft, Gott, Tode nur bewährt erfunden: wie er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb ich der hier vergebens. Denn, wen dein Geist ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. Mel. Herr Christ, der einge Gottessohn.- 94. 336. err Jesu, Gnadensonne! 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stützet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beständig mög erfüllen, so steh mir träftig bei! Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß ben Zorn verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir selbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, hald berübe, ist böse und nicht gut. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich schen vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergetzen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergetzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schätzt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, denfet, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Lust zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oftschenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flich, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland sieht, erhebet, und ihm sich Gute wähle. ähnlich schauet. - Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 338. Gott! ott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich trenem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Sch halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. Bahn, wenn du mich nicht begleiteſt, 3. Umsonst such ich der Tugend und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffeft du verehret sein. Herr, hilf um Jeſu jeden falschen Schein. Mit Ernst willst willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß, Bater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß michs als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. in Mel. An Wasſerflüssen Babylons.- 97. 340. Mein Vater und mein 339. Erbarm dich, Herr! du diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, kennst mein Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wanft ein dein gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgfam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach| mir sterben, dir zu leben, deinem Reiche trachte, und kein ver- in mir, Herr, alles neu. gänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. - 187 und mach Ach, wirk 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich in mir zu deinem Ruhm, mein Gott das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinen Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und 9leid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: 0 Mel. Nun danfet alle Gott. - 9. 11 Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du fagst: ich bin ein Christ. dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir deffen, und froher Hoffnung nicht. was du sagst, Beweis und Zengniß geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 341. Mein Gott! ach, lehre deinem Christenthum die ächten Proden Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ists, der Jesum kennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Christ. zeigt Zorn und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als nicht aus; ein Christ muß, ohne Gottes Kind dich, wie du ihm ver- Schein, das, was er heißen will, sprochen, in allem Thun erzeigt? dem im Wesen selber sein. Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah6. Du fagst: ich bin ein Christ, rer Christ zu sein, und nicht nur so weil ich die Gnadenlehre zu Haus und zu heißen! denn wer den Namen öffentlich beständig les' und höre. Ja, hat und nicht die That zugleich, geLieber, thust du auch, was Gottes langet nimmermehr zu dir ins HimWort dich lehrt? Nur wer es hört melreich. und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jeſu Bundesmahl, mit Gott zu verKampf der Heiligung. vinden. Doch zeiget sich bei dir in 343. O wie schwer es fei, Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ft mein deinen Werken auch rechtschaffne Befferung nach solchem heilgen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, les' und singe; ich geh ins Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich - 12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, fie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als fie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name machts 9. Du sagst: ich bin ein Christ! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Entzücken. - 90. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entWachsthum in der Heiligung. Mel. von Nr. 72. brennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bater, denken? Bosheit uns zu kränken: was müßten 344. Schön ist die Tugend, wir doch dann von dir, du weiser und meiner ganzen Liebe werth. Mit mein Verlangen, Seel auch oft begehrt. aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 2. Gott ist der Seligkeiten Füllle Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordvon Ewigkeit zu Ewigkeit; denn fein feit her war er gut; er bleibts, und nung und Vollkommenheit! Von Ewigrecht ist, was er thut. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entdahin. Bald wähl ich, was dem schlüsse, den Morgennebeln gleich, Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum fommt kein 7. stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird Friede in mein verschmachtetes Gedurch Gebrauch von dir noch mehr be- bein! wie bin ich dieses Wechsels kommen; wer aber nicht hat, dem wird müde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend allezeit nur deinem Dienste, Gott, Pfad das Beispiel selger Geister. geweiht? Shn zeigte mir, und ihn betrat ja felbst mein Herr und Meister. laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde fei. in deiner Liebe mache mich, weil ich 6. O bilde, Vater, meine Seele! zu meinem Trost dich wähle, getroft und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedent an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich auch dein Ruhm. aft im Geist erheben. Mel. von Nr. 234. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mirs nicht immer glücket; 345. Mie selig, Herr! ist wenn so auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. bist sein Schild und großer Lohn. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. O, daß ich ganz gerecht sein möchte! doch ach, wie wenig bin ichs schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. Von der Heiligung, 4. Gib, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir flebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 3. Wer kann, wie oft er fehlet, 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle merken? Nur du, du siehst mich, oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem wie ich bin. Nur du kannst mich Schwachen, der nur auf dich in Deim Guten stärken; drum fall ich, muth hofft. Du kannst mich mächtig Vater, vor dir hin. O mach, um machen. In jeder Seelennoth laß heilig ganz zu sein, mich von ver- mich bei dir Erbarmung finden, Trost borgnen Fehlern rein. empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. was wahre Beßrung schafft. Laß af 347. D u, der Herz und Niemeinen Fleiß gesegnet sein, und meine Heiligkeit gedeihn. ren kennet, Ewiger, erforsche mich! ach ich war von dir 5. Du wirst das demuthsvolle getrennet, aber du erbarmtest dich, Flehen des Sünders, der dich scheut hörtest mein Gebet, mein Sehnen, und ehrt, o Gott der Gnade, nicht sahst die Inbrunst meiner Thränen, verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu.- 256. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der zu noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 346. Herr, mein Erlöser! nur Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Gaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlitz wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah 2. Du hast dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ich nur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu: so hab ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden. 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Throne nah, mischt ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verletz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunben, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getren. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. ( Im Choral und im Melodienbuch für Kurhessen ist zu diesem Liede die achte Seile wegzulaffen, die vorleşte Note e in der sechsten Beile aber zweimal zu singen.) 348. 3 charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel felbft verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, verföhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wanft, und dir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. 192 Zweiter Theil. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 349. ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. - Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Chrifto alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht flagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den füßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 7. Berzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unfre Berte. 350. Melch hohes Beispiel gabst du mir, mein Der Glaub allein gibt Kraft und Heiland, durch dein Leben! sollt ich Muth, und nur durch Christi Stärke nicht gern und mit Begier dir nachsind wir, in Angst und Traurigkeit, zuahmen streben? und nicht den Weg, getroft, und überwinden weit. den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatſt? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligfeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzwed Gottes Ehre; hier schaffft du mir Zufriedenheit, und dort einst ewge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm schei- 3. Darum entäußertest du dich, und den! nicht Wollust, Güter oder Rühm; stiegst vom Himmel nieder, wardst 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei. oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst start in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugft sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Nath, und bitgehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jefu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gesinnet! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. Mel. Rommt her zu mir, spricht.- 238. p fommt zu mir, spricht her, 352. Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Laft. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquicung findet sich bei Mel. Es ist das Heil uns kommen. 351. Seele, schaue Jesum mir, und trostreich werd ich mich ge an! Hier kannst du wiß an ihm bezeigen. recht erkennen, was wahre Demuth 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach heißen kann, und was wir Sanft- dir, zeuch mich dir nach, so laufen muth nennen. Er stellt sich dir zum wir, dir will ich mich ergeben. Ich Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet weiß es, o Herr Jesu Christ, daß war. So sei auch du gesinnet. außer dir kein Retter ist, bei dir ist Heil und Leben. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl zuthun bereit. So sei auch du gesinnet! 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf feines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gefinnet! 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. oll sich mein Geist, o 353. So Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. Mel. von Nr. 72. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. Wo find ich Gott, den Wº meine Seele vor mich stets erfreuen, Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden laffen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Süt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, träg, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 11. Dann werd ich immer Heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Luft und Friede! allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlitz deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobe sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werte mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug erhellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und - Zweiter Theil. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur: so lernt ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Bater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in dei nem Wort es selbst gelehrt, bis eins sich meine Einsicht mehrt. Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. Mein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. * 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein. 6. Was hilft das richtigste Erkennt niß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. ie bin wenn 356. W mein Geift hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren 5. Auch ich entstand, weil er mich Weisheit führt. Laß mir doch keinen schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verfiihre mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon stehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit sehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. von Nr. 234. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich 357. Wie sollt ich dich, mein können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sein. Gott, lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbe ginn, und haft mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. O welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! zib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ift deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent ich an deine Treu, denn Vater, deine Gülte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Troft und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ic zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedent mehr ist. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn du mit Ehren an. 6. Dreiche mir, auch wenn ich 359, D Bater liebst, und Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. er du mich flerbe, Herr, deine Baterhände zu. Dann tröste mich mein tünstges Erbe! mich mit Wohlthun dann führe mich in deine Ruh. Mit Gott, meiner Seelen völliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. ganz umgibst, Freude! id bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich ber Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.- 301. 358. f dich, mein Gott, meiner rechten Hand, regiereft meinen gedenken, ist Pflicht und Troft für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf. O Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als mas mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit 2c. 197 rauher Bahn nimmst du mich dort warte drauf, ich warte drauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so schr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Luft und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. Mel. D Gott, Bater, ich glaub an dich. 360. M 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, and zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtschnur sein, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen dei ner freut. Gott meines Heils! ich ohlan, mein Herz, sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder fegnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblid, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dantend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet; sein Wohl thun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen find für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist ents zündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der selgen Engel hohe Sprach ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen? 1983weiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will bein verbleiben. - Der 116. Pfalm. Mel. von Nr. 324. 361. Mie lieb ist mirs, daß Flehn. Gott zu meinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet sein! 2. Schon überall um mich war Ruhm! 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! Von der Liebe 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden riffest du mich, Herr, mein Gott! Mel. von Nr. 42. nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, tief fant ich hin in Traurigkeit 362. Du Bater deiner Men und Noth: 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 10. Dir opfr' ich Dant, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kam ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing ich: Hallelujah! dir sei schenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzen Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibſt. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! behutsam sein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein, so mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht Dann wird der Tod selbst mein Ge- zu brauchen mich bemühn; stets den winn, dann werd ich deinen Himmel Zweck vor Augen haben, dazu du sie erben, wo ich dir ewig nahe bin. mir verliehn. Deine Güte reize mich), Da lieb ich in Vollkommenheit dich, daß ich immer brünstger dich lieb, Vater der Barmherzigkeit. und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. 363. Giebe reicht, ſo weit 364. Mein dich zum Preiſe Mel. Werde munter, mein. 116. ott, mein deine Herz, ermuntre der Himmel ist. Deines Wohlthuns ift! beMel. von Nr. 42. starke Triebe sind so ewig, als du bist. des Gottes, der dein Vater Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünstge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlösten voller Zuversicht darf trösten. denke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nützet, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Retter, voll. O, könnt ich deine Herr, mein ganzes Herz zu dir. große Güte doch so erheben, wie ich 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 200 Zweiter Theil. Von der Liebe bahin.Du weißt es, Gott, wie 366. Me mächtiger, wenn er foll! doch meine Kraft reicht nicht| Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.— 59. erstaunt, Alldie Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 14 schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommer deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. abe deine Lust am Herrn, 365. bei dem Herrn iſt Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Ges schick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, bernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleid), durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn trachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hälle dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten find zu kurz. o Höchster, für dein Lob! Mel. D Welt, ich muß dich eaffen.- 48. ir dank ich für mein 367. du mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabft mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft bu schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich 368. D 201 bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen fonnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. Mel. D großer Gott von Macht. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erund ein Bater, der barmen! du sorgtest für mich Armen, 6. Für alle deine Treue, für daß, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausristeft, dies, Bater, dant ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Bater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so flichn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! F wer ist dir auf der Erd und wer 3. In deiner Hand sind wir, wie Was an Thon in Töpfers Hand. uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sei die Geisterwelt; und was der Him- mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, mel in sich hält, muß sich mit der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. im Himmel gleich? Vor dir erbebt tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunteln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn 2. Du hast durch deine Kraft den zur Verletzung meiner Pflicht die Luft Himmel ausgestreckt; die Erde feft der Welt zu Zeiten mich Schwachen gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. I will verleiten. 202 Zweiter Theil. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Chrifto dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geift, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Bater, deine Furcht des Lebens Leitstern sein, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. Mel. des 26. Pfalms. 369. D - Von der Furcht Gottes. Gott, wer ist dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich lass und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich; sie stillet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 370. Por dir, o Gott, fich findlich scheuen, ift unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirf in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn roer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der 203 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 2c. wahren Tugend selbst mich frei. Nie| Gott als Zeugen vor sich hat, der störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. freut sich jeder guten That. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, mur der ist dir, o Bater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. Mel. von Nr. 72. 371. illst du der Weisheit Quelle fennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Sst Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten kindlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du sie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde fagen: mun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht veroll Glauben will ich zagen, denn Gott lebt noch mit seiner 372. Vou dir beten, o Gott, Macht! zu 4. vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Netze stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Sammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerech ten, befreist ihn gern von jeder Laft; 204 Zweiter Theil. hilfst, wenn sie flehen, deinen Knechten, und hafsest jeden, der sie haßt. 6. Weh dem, der den Gerechten ſpottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten fann! - Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! 1 Mel. Was Gott thut, das ist. 267. 373. uf dich, Herr, nicht auf meinen Rath, will ich meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmteft meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. Mel. von Nr. 72. in 374. Mein Hort ist Gott, ihn hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffmung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit oft zu als selbſt das widrige Geschicht, bei deſſen Laſt 375. Der ersicht, mein einzger Mel. Was Gott thut, bas tft. 267. Herr wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück lich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. - Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vers traun? dir bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer bich geliebt, verlaffen sehen müssen; bu läß'st ihn, wenn ihu Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Roth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her fich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befchle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Ange blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 376. bein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenft, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein findlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich befümmert, lenke du zu meinem ewgen Beften. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 119. u hast, mein Vater und 1 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Nath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen tränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb une höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Pfalm. Mel. von Nr. 54. Mein Geift soll nun in 377. als seinem Schutze, ruhig sein. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumdung, Lift und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eitt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr feine Tücke uicht. Ihr 206 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, fegnet mich ins Angesicht, und flucht| den dich um mich zur. Mauer machst. mir gleichwohl in der Seelen. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin_großen Trost in Noth. Ja, fein fiegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim sein: wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. O, erwünschte felge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser fein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich fügt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Trutz und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Shr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Berlasset euch auf Frevel nicht, und seid auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste lohne. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 378. Gott der Wahrheit! deffen bei dir. Meut, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. Der höchste Bater von stützt und hält, erkenn es voller Mel. von Nr. 33. ewge und Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. allem, was da Kinder heißt, die LebensO wie oft vergeh ich mich, ängstlich quell, der Weltberather, den unser aweifelnd, wider dich. Glaub als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Gott, vergib mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Thron, 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und um dessen Willen will er heißen mein wachst, und bei allem Druck der Lei- Vater und mein Bundesgott, auch und der Ergebung in seinen Willen. 207 thag väterlich sich mir erweisen in aller| ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater 6. Was sind vor Gott der Mentrauen? follt ich nicht, wann mich schen Sachen? sein starker Arm verUnglück trifft, voll Zuversicht aufs mag sogleich den Reichen klein und arm Ende schauen, da seine Zucht viel zu machen, den Armen aber groß und Gutes stift't? ich will es thun von reich; wie leicht ist es bei dem gethan, ganzer Seelen, mein Herz sei ganz der bald erhöhn bald stürzen kann. auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesfeilen zu dir stets angezogen sein: so stellt dein 381. W ohl dem Menschen, Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. er 380. nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshitze, daß dich dein treuer Gott 6. Hast du Angst vor bösen Leuten: vergißt, und daß der ihm im Schooße ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit fike, der reich und groß und mächtig Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Roth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle sich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er fiehet deiner Kummer, und liebt noch väterlich. g 7. Wisse, wen die Allmacht schützet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm und Keilen blitzet; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden; schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Pfalm. Mel. von Nr. 42. danke dir von ganzem 382. Herr, vor aller Welt. Dein Name findert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich milssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquict. 4. Es mag der Zorn der Feinde wilthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Wert in mir! 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, dod trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Neu, die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. - 3. Tran Gott, nicht deinen Schlüs sen, die Wahl des Besten zu. Sprich), wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf deffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und ihrem Heil erfah, tann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! um sonst empört sie sich, wenn er dic will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergib dich ihm mit Frenden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer fann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst 67. du überführet, daß er der beste war. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 383. Chrift, alles was dich Du denkſt wohl unterdeſsen: der Herr ge troft dem Herrn. Er, der die Himmel erbarmt der hat vergessen! doch höre, was er spricht: und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Christ! und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf turze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Mel. von Nr. 72. 384. Herr, mache meine Seele mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer fann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufrieden heit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich Mel. Jesu, meine Freude.- 89. 385. Seele, sei zufrieden! was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch wohl machen. 14 210 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine KinKreuzes Plagen in Geduld besiegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. frechen Uebermuth und Spott. KeiDrum nimm dir, o Seele! für, alles nem, der ihn liebt, wirds fehlen, Unglück zu verlachen: Gott wirds darum stärket eure Seelen, und die doch wohl machen. ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. err! dir trau ich; auf 386. nen Freund, als dich. Damit ich nie fchamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste fichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und schene jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frebel libt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine mülden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwieMel. D Gott, du frommer Gott. 8. ſen hat! angstvoll nannt ich mich 388. s hilft uns unser Gott, verstoßen, und dein Auge mir verer höret unser Fleben; schlossen; doch, als meine Stimme wir dürfen stets getrost zu seinem Throne schrie, und dir rief, vernahmst du sie. gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur Aus dem 27. Pfalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. 387. Der Herr ist meines Lebens Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troßz, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. - 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Berlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich haffen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergib mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. - und der Ergebung in seinen Willen. 211 flagen unsre Noth: so werden wir nung blickt? ein Herz, das ihm vererhört, so hilft uns unser Gott. trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser fehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, fann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh laffen; er reißt sie endlich draus. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, den 390. unser Jammer fränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. 6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts fann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. -- 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenft, auf den die HoffMel. von Nr. 16. und lebe, gib, daß ich mich in dei nen Nath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was bu thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst 301. dich aller deiner Werke! was zag ich Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 389. Mas hilfts, daß ich mich denn noch einen Augenblic? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glüd. quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird so regieren, wie dirs wird nützlich sein. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanten liegt, das wirf in seinen Schooß; vertrau auf seine Güte, und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. Herr, mein Gott, bin 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns diefer Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Beh nicht meine eigne Schuld, so zag ich nicht. Du gibst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn, mir dennoch bald und mächtig Hülf ersehn. 14* 212 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich Tagen sterben. Herr, wie du willst! immerfort vollkommen überwinde, du soll ich den Himmel erben, und dieser bist mein Heiland und mein Hort, ist im wahren Glauben mein, wie kann auf welchen ich mich gründe. der Tod mir alsdann schrecklich sein? - Mel. von Nr. 54. 391. Mas grämst du dich, mein banne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ist sein Geheiß; wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, tein Hohes, Tiefes, teine Noth tann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Lust; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewiffen ist schon hier, im Borschmac, jenes Freudenleben. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trots mit deinem den denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht bestegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich auch noch mehr zur Rechten sterben, dennoch nicht verderben. Ich seh nur, müssen, wenn sie für ihre Bosheit wie die Sünder mir zur Lehre dienen hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in getroster Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern frümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. had Der 91. Psalm. Mel. von Nr. 222. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft mir triumphiren, und wirft mir, bin den mag des der tein Feind bezwingen. Er tann, bei Ehren, wie mir dein Wort verheißen feiner Allmacht Hut, mit frohem hat, die Seligkeit bescheeren. 392. W er unter Gottes Schatten und der Ergebung Aus dem 146, Psalm. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 393. Auf mein Geist, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschenkinder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. - 3. Oso lehnt euch nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschützen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe ftets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. - 2. Was nützt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. in seinen Willen. there 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dire, ich jeden Wunsch der Seele. Du hörft, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 394. Waagen, und in der gebührt. as soll ich ängstlich 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; benn du verläßt die Deinen nicht. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. Noth verzagen? der Höchste sorgt für 0 008 mich. Er sorgt, daß meiner Seele Mel. Von Gott will ich nicht lassen.. 56. kein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Von Gott will ich nicht zum dich! 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld - mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Er hilft aus aller Noth; in Ketten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. und in Banden wird nicht sein Freund Schanden; er hilft selbst aus dem 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schutz ergeben; er thu, was ihm Geiste nagt, werf ich auf dich, den gefällt. 214 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nittlich ist. Gut meint ers 3sts gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jesu er jegnet es, und sorgt für mich. Chrift! wie lant spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut. 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligfeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das fonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen find. Er läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen fümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. - 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 396. Gott forgt für mich, was sorgt für mich. will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, jo, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Pfalm. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort bin ich Mel. von Nr. 201. jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Moh, wo ein gute Meine Stimme ruft zur 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und fingen froh: Gott sorgt für mich. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur sestiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Schnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst Beiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schrecte mich! meiner noth taun er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten sie in und der Ergebung in seinen Willen. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Nechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 215 Zebaoth? Er nur zeigt durch Wun derwerke allen Volkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Hasser an zogst, sahn dich, Gott, die Wasser; ängstlich sahn die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dide, volle Wolken gossen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Sitze brüllten Donner, strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm fund, und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mofis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, Ifraels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheißnes 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Neich. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. 4. Sein Heil von dir, o Gott, ein Heil, mein Geist, begehren, ist wahrlich keine schwere nicht zu verscherzen, Pflicht. Des Herzens Wünsche dir ersei wach und nüchtern zum Gebet. flären, wie stärkt das unsre Seele nicht Ein findlich Flehn aus reinem zu dem Vertraun, daß du uns liebst Herzen hat Gott, dein Vater, nie und uns gern, was uns nützet, gibst! verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Bater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja unt Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jeſu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten hast. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Freund zu sein, und stößt das ange: 399. botne Glück muthwillig selbst von sich zurück. der schämt sich, Gott, dein Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. betend oft und mit Bergnilgen, mein Geift, vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 216 Zweiter Theil. Vout Geber. geit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch bitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. 10. Bet ft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifec nicht er Wie können dir die kalten, und reich an guten Werken 2. Bet oft, doch mit aufrichtger Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott ist ein Geist. Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach - 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. seiner nur. Mel. von Nr. 234. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein nur Bater, ist. Bet oft zu Gott, and, 400. Von dir kommt jede gute fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ift nur dein Wunsch gerecht und gut, so fei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gett für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht frönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schutz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohls gefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmähest nicht ihr schwa ches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und höreft den, der dich, Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. Se will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Bater, nimm in deinem Sohne Mel. Nun danket alle Gott. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Wohl auf, mein Herz! regiere meinen er dich, betend, würdig preist. und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du Mel. von Nr. 320. 401. eu, meiner Seelen durch seinen Sohn ganz freudig treten 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. - 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühut, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her 3. Doch nicht gnug ists, daß wir in Jesu Christi Namen! sprich: lieber beten, Gott schenkt denen seine Gunst, Vater, hilf! ich bin dein Kind; sprich die nach rechter Weise beten. Jesu! Amen! ich weiß, es wird geschehn; lehr uns diese Kunst, daß wir vor dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, dem Gnadenthron zu dem wahren du willst, du kannst! thu, was dein Gott nur flehen, und auf dich, o Wort verspricht. Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. Mel. von Nr. 17. Bater, 4. Herr, wenn wir jetzt beten wol- 403. Gott!' daß mir, wie fen, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, einem Kinde, verstattet wird, in aller du weißt, was uns gebricht! Wenn Noth, wie groß auch meine Sünde, der Mund nicht sprechen kann, wenn mein Herz vor deinem Gnadenthron wir nicht mehr können beten, so laß in Einfalt auszuschütten; das machet deinen Geist alsdann uns mit Seuf- dein geliebter Sohn, der heißt mich freuzern noch vertreten. dig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Vater! 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. O angenehmer Vaternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz fomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten ftüzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. Mel. Aus tiefer Roth schrei ich. 119. 404. ott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. - 60 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweis feln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge müth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Baterherz verlaffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns träftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf 405. Mit Seufzen klag ich Beten im uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gedir, mein Gott! gern wollt ich eifrig beten, und, drückt mich meiner Sünden Noth, voll Glau - Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieber. 219 Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, bleibt es am Eiteln kleben. Träg ift oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern fucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein.. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erfalten! der Andacht 4. Dies, Herr mein Gott, dies Feuer wollst du stets durch deine Kraft fränkt mich sehr, und ich denk oft erhalten. Den Hindernissen wehre du, mit Schmerzen, als wär dein guter und setze meine Seel in Ruh, sich frei Geist nicht mehr in meinem trägen| empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. Bater! groß im Him406. melreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, 2. Dein Name müß uns heilig und trage, Herr, mit uns Geduld; fein; erhalte dein Wort bei uns rein, durch dich erweckt, verzeihn wir gern damit, wie du selbst heilig bist, auch auch allen unsern Schuldigern, und unser Wandel heilig ist. Bewahr, was sollten wir nicht gern verzeihn, um deinen Namen nennt; bekehre, was deiner Huld uns zu erfreun? ihn noch nicht fennt. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Uebel los. 4. Dein Will gescheh auf Erden Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! schon, wie er geschieht vor deinem o tröste du uns in der Noth; verThron. Mach uns, o Gott, in leih uns einen felgen Tod. Herr, Freud und Leid zu dem, was dir ende glücklich unsern Lauf; nimm gefällt, bereit, und wehre allem uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. - Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. Der 86. Pfalm. Mel. von Nr. 201. auf 407. Herr, erhöre meine Klameine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. 2. 3u dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thuft Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß richtig möge, zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schutz umgibst! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 408. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du frönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. von Nr. 13. 409. Ich komme vor dein Ano Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich ergibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? - Allgemeine Gebetlieder. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich Lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. Mel. von Nr. 234. 410. M er tann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bift der Geber aller Gaben, und im3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heitgem Muth; so sieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets befliffen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nüßt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. Zufrieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 411. 411. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gesunden Leib gib mir, und daß in 222 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. folchem Leib ein unverletzte Seel und| Lebenslauf, alle deine Wohlthat zährein Gewissen bleib. len, würden Zeit und Worte fehlen. - 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und zur Versöhnlichfeit bereit sei, als dein Kind. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 5. Laß mich mit Sedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter man cher Last hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort berklärt ins Leben ruft. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Pla gen, meines Amtes Bürd und Laft und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 412. Liebster Jefu! Gnaden Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und es gar zu sein: laß mich ruhn in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Berspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. zens Zuversicht, meine Freude, meine Wonne! ich komm vor dein Angeficht. Ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Guts gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 223 10. Soll ich hier noch länger leben, 6. Drum, lieber Vater! der du nehm ichs gern und willig an. Ich dich so hoch gesetzt, und fürchterlich will Gott nicht widerstreben, wenn aus schwarzen Wolken blizzest; schrei ich ihm nur dienen kann. Drum, ich im Staub, hör von dem Thron, Herr, mach mich dir getreu, gib wo du, Weltherscher, sitzest. gefunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnilgen. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senfet. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. -- Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr ic. 413. mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuct. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weifer Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Nath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zwed, mein Gott, das beste Theil, 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glüld; ists nicht von dir, so treibs zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft nir oft der Anf Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kom men. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen anges füllt, nichts, was die Sinnen rühret. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 224 Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. RECE - 1 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.. 255. 414. Bon ganzer Seele preis einst dir dort für und für Lob, Preis und finge. ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch 415. Vine erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich 416. Du meine Freude! warum ist in diesem Streit! laß Hülfe mir, denn mein Geist betrübt? kann denn mein Heil, geschehen, daß ich mög die Freud auch bei dem Leide sein überwinden weit. in dem Herzen, das dich liebt? ach 3. Du hast, o Held! ja überwun ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meiden, gib mir auch Ueberwindungsnen Geist mit Freuden an, daß, kraft, und laß mich in den Kamwenn ich mich darinnen übe, sie keine pfesstunden erfahren, was dein LeiBung aussprechen kann. den schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod nun unter deinen Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. 225 Füßen liegen, so mach sie auch an mein Herz nun also ruhn? bin ich mir zu Spott. nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater sein? 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es fagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. - 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein. Mel. Ach, mein Jesu, fieh, ich trete. 417. Q ual und Angst muß E ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Tren brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Bein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. bin ich freilich nicht mehr werth. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Vatertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater blei ben, wenn gleich deine Zucht mich erweckt. Dir will ich mich ganz ver schreckt, und mir Schmerz und Angst schreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Ster ben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott ic. PO 418. efreie meinen Geift, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des 15 226 Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Bein. D möcht ich ungestört mit dir vereinigt fein. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 7. Ich trau auf Gott: was tann dann meine Ruhe stören? doch bringt 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der die Phantasie mir manchen Schrecken Sünde leicht entzündet, war ich; bei. Der Sorgen kann ich mich nicht Dant sei dir, Gott! du hast mich immerhin erwehren; die Schwermuth, frei gemacht. Doch laß mich, da sich die mich drückt, läßt meinen Geift noch so mancher Fallstrick findet, der nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, meiner Freiheit droht, mein Gott, und merke seine Kraft, und seufze, nie aus der Acht! mir überlassen, daß kein Trost in meinem Herzen bin ich ohne Hülf und Rath! doch haft't. durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich fühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'st, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen; du gibst den Mülden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel fehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Beis 6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, merk ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsatz thut. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbe und störet meine Ruh durch seine wachte Herz von neuem wieder ein, niedern Triebe; mich dringet Jesu lieb, und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Bauberkraft entrückt dem Geist sein und der Welt? die Fessel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und füßt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile reicht deine Liebe mir, die unausRaub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Luft auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sei dir geflaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, das oft noch in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Ruh und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil.-Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlodt, und bringt ihm Preis und Ruhm. - In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. vor Alters 419. ie gnädig warst du, deinem Lande! wie halfft du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit väter licher Huld, vergabst die Mifsethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glühn? und willst du deine Huld auf ewig uns entziehn? 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 4. Wann kehrt zu uns zurüc dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen o laß uns leben, Gott! laß mögen uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie 4. Die allerfeinsten Kriegesliften wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüßzer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. zeiget, 5. Je weniger sich öfters woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volt, das seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff' und Wagen stark Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehn: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* Im Kriege. Mel. Wer nur den Heben Gott.- 7. 420.& zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jegt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, fo ists für unser Land zu schwer. Sich! wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. 2. D laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns träftig schüßt. Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. 228 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Bater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmHerzger Gott! das Vaterland. Mel. Ach Gott, vom Himmel.. 215. 421. h Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. 1 2. Gedenke, Bater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedente nicht, daß wir so die uns verliehnen Gaben geschändet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein hes Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih uns wieder Fried und Ruh, und wehre allen Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett uns alle gnädiglichy von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschütz und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.-56. 422. Du reicher Gott der Schöpfer aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn 3. Ach, unser boshaft Leben drückt nur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollst Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach treuer Vateraufgelegt, hat sie ja, Gott, verföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 229 boch diese Frucht bringt Schaden.| 4. 3war könntest du, o treuer Hort, Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlitz sucht. auch unser Land und diesen Ort durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns sündge Schaar in deinem Zorn verzehren; Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun 5. Gott, unser Heil, ach wende betrübet. der Zeiten schweren Lauf! thu deine 6. Doch handle nicht, liebreicher milden Hände, den Schatz der All- Gott, ach handle nicht, Herr Ze macht auf. Was nur ein Leben hat, baoth! mit uns nach unsern Sünden! nährst du mit Wohlgefallen; drum nein, Vater, nein, laß uns allein auf! und schaff uns allen bei unserm für Recht jetzt Gnade finden. Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränts mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 1 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. 424. Straf, o err! mich nicht im Grimme, und bestimme über mich kein Rachgericht! rüge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Born geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Misfethat. In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet. - 413. ch 20 423. Gott, du unser Lebenslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wollest uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in dei3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Noth, daß sie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Laft. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 230 4. D, wie trübet meine Tage manche Plage! frumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. Auf der Reise. 215. 6.( Meine sonst geliebten Freunde fliehn als Feinde meine Qual und 425. I Herr Chrift! will ich Mel. Ach Gott, vom Himmel. Yn deinem scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergetzet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu fränken, auf Betrug und auf Verrath. nun weiter( zur Reise) gehen; du der du mein Begleiter bist, wirft mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 1 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts fagen, wenn die giftge Bunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Slinden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. . Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner - 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblichkeit nie völlig Rub erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Nuh, die rechte Heimath finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bes fannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu dei nem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dane tes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver leih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer C - Besondere Gebetlieber. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. Zweiter Theil. Huld umfaffen. O, laß sie dir empfohlen sein, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. mich wird Gott bewahren. mich, Herr, in deinen Schutz; und weffen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? Auch nimm 10. Gott spricht, daß er verherr licht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Rächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es bir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. das ist Gott von Ewigkeit. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschir men, um sie wird großer Friede sein. Bei Gewittern. Der 29. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 426. Bringt her, ihr mäch. tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. Sm heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Waffern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ift Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, fie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. Luft, Meer und Erde 427. Höchster, dessen Kraft träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Gült, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend tracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die ge borstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem er schrocknen Land gleich eine Wafferfluth: - 3. So zittert, blizt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet seine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blitze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränft auch das dürre Land. 5. Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehr furcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 7. Gebirge stürzet ste zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, fie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste 6. Denn ob darüber gleich Luft, zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 4 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz doch darum nicht erzittern! schredt bich des Schöpfers 428. Debrille wird schwäMel. von Nr. 42. es Macht, so denke doch dabei, daß er zu deinem Schutz nicht minder mächtig sei. cher, und 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blitz und Knall in lauter Wengsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. Blize fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein kindliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. - 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich stark den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nütz und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 11. So oft wir blizen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blitz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch verfehr. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nutz, dir jeder dankbar sei! 3. Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blitzes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glithen sowohl die Menschen als das Vich den Odem matt und keuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Gee traide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Chr. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blitz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nüß. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! C Zweiter Theil. Besondere Gebctlieder. Fürbitten. 1 Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1 429. J ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä- nig; du herschest nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schützen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist teine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt." 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herscheft selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn den Frommen ficher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. G rlöser! sieh auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerithret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewiffen sei! 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Bufriedenheit ein ehrbar Leben 8 Erhalt ihn in den rechten Schranführen in wahrer Frömmigkeit. Herr ten, in Wort, in Wandel und GedanGott du segneft gern; wir bitten ohn| fev! gib ihm, nur deinen Geist zu Ermüden: gib Segen, Heil und scheun, von seinem Vorsatz nicht zu Frieden durch Jesum, unsern Herrn. wenken, und bis ans Ende treu zu sein. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 234 Bei der Einsegnung der Eheleute. - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 431. voller Nath den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segneft, schützest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergeßt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Tren zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, fich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schußze ruhn. 6. O trener Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für folche Gnade herzlich Dant; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist." 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Trost stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ewge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geift regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von Fleischesluft, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. 433. Sorge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu dir zu - Mel. Wie schön leuchtet der 35 432. Gott ist es, deffen weiser gestiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. Du hast sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlitz sieht, sich doch für sie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit dankendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. DI wie viel Wohlsein regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltfinn zeugen. Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sündel nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben fie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. Zweiter Theil. 4. Herr! du bists, was mich ergebet, meiner Seele Troft und Heil, Sas mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß fie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß fie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den fauern Lebenstagen: so gib du vor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einst mit Lohn. 9. Gönne mir die große Freude, Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die Eines Waisen. du mir einst in deiner Gunst gegeben; Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ewig will ich dich erheben.. 435.2 専門 Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. ott, mein Vater! Dank 434. Gott, sei dir! du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich krönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh Vom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht entriffen hat; demüthig ehr ich als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gültigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Nath, den deine Hand erschaffen hat. 236 Zweiter Theil. - deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Bater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich sein. Herr! leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 5. Beschütz mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. Mel. des 134. Psalms. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. 436. mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! uf, Christen! preist schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du hörest, wenn die Raben sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn erhöhn! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mi Gott, stets inniger vereint! 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe sein. Erlang ich dieses nur, so acht ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal. 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? denn welche Gabe sollt uns der nicht 9. Wer ist gutthätiger, als Er? schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 11. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn; wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. SA Mel. von Nr. 436. 3. Euch segne Gott von seinem 437. Erhebet Gottes Heiligkeit Thron, und sei dort ewig euer Lohn; ihr, die er vor segne Gott, Welt er indern weiht, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. will 438. Dobinet, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, lasset uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eiltest auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dant ich dir, deine Baterhand zu mir! 237 Tag und Nacht zu seinem Lob und Dienste wacht! -- 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthun, als wie die Engel seinen Ruhm! b. Allgemeine 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Tren steht beim nahen Tod uns bei. Loblieder. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertraun, als bu? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft sie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Manget nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 9. Fliehet eurer Zunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! ihm helfen kann; in sein Buch sind seine Gnad und Huld bedecket jeden, alle Klagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stürmen, wenn wir ihm ver- rühren sein erbarmend Herz. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. Der 103. Pfalm. Mel. von Nr. 265. 238 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. Rache nicht schnell wider euch erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Weh dem, der den Frommen brücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquidet ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. - 13. Züchtigt Gott gleich unsre See len: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da - o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sei! 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlöst mich vom Berderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heilgem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Frie dens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 109. hr Völker, jauchzt mit 5. Verdienen wir, daß er uns 439. John, all dem verlaſſe, und droht er uns mit ſeinem Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! schweren Haffe: so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Šeligkeit. 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm findlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Neu und Thränen flehn. 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlich uns unser Sein. Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid und Hut. obfinge Gott mit wahAndachtstriebe, 3. Erhebt, empfangt ihn allzu gleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht burch aller Zeiten Zeit. 7. So zärtlich schont kein Bater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebevaten Sünder; er schlägt und 3w.iter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 heilt und findert ihre Bein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit Zeiten! schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in turzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches teine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. - 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. 9. Nur Gottes Treu tann nimmermehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein Gesetze halten, und was er will, von gan zem Herzen thun. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wint regiert die Völker aller Welt. Lob fingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werte; so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. 6. Die Thaten seiner Hand find Recht und Treue. Gott spricht tein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget! er hats auf Stein und uns ins Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 113. Psalm. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. hr Knechte Gottes, lobt Der 111. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 441. Glob elobt sei Gott! ihm 442. will ich fröhlich singen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merkel aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er fei, die Welten lehre. Der Höchste heilgen Namen! gelobet sei er nah und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Bebaoth, der auf das Sliedre siehet? 240 3. Er richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürften; und fördert des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern ans. Laßt: Hallelujah! schallen. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 1 Der 117. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 443. Lobt, lobt den Herrn, ihr ichs dir! lockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Ehr und Lob dem Herrn gebracht! 444. obet den Herren, alle will dich ewig lieben, ich will, als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Sungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie Hei- den, preiset ihn alle Völ- fer, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Ange tehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, auf der Höh, in den Büschen, in der See, find mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! Mel. von Nr. 108. 445. Sof ollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann, erficun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dem Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er so oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, bätte mich Zweiter Theil. Allgemeine Loblieber. 241 jein Angesicht nicht erquickt, so wär Gnade, Tren und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genesen! Tag und Nacht; denn was ich nur bin vom Allsehenden bewacht, gieng ich und habe, kommt von dir, ist deine durch die dunkle Nacht! Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz sein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham geste gleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein fündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägst an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, 9. Wohlthat ist das Kreuz der mit wie großer Gütigkeit du durch Christen, ists gleich, wenn es da ist, so viel Wunderwege mich geführt die Pein, führt er uns in dürre Wüsten, Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu scheints gleich oft Gericht zu sein! finden, noch die Tiefen zu ergründen. und, was haben wir gelitten? dul- Tausend, tausendmal sei dir, großer deten die Märtyrer nicht viel mehr, König! Dank dafür. als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preift Gott, der euch der Welt entreißt! 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trach ten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 10. Sft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, fo hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des furzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 6. O wie haft du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gee geben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb 7. Ja, Herr, Majestät und Klar ich meine Hände zu dir auf, erhör heit strahlt von deinem Angesicht; dein Kind: Vater! du wollst Gnade all dein Thun ist Gnad und Wahrgeben, dir mich ganz und gar zu heit, recht und heilig dein Gericht; weihn, dein Verehrer stets zu sein, wer muß nicht aus deinen Werten hier und in dem höhern Leben! Heilig, deine Macht und Weisheit merken? heilig, heilig ist er, der sein wird, Tausend, tausendmal sei dir, großer war und ist! König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. omit soll ich dich wohl 446. W W Bebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Willen ohne Murren zu erfüllen. Tau send, tausendmal sei dir, großer Kö denn ich kann mit nichts erreichen nig! Dank dafür. deine Huld und Liebeszeichen. Tau- 9. Wie ein Vater nimmt und gibet send, tausendmal sei dir, großer nach dem's Kindern nützlich ist: fo König! Dank dafür. hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs Höchste 16 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine - 242 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. gleich gekommen. Tausend, tausendmal| fei dir, großer König! Dank dafür. 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft, der Herr ist fromm 10. Trägst du nicht in deinen Ar- und gut. Er hilft aus Reizungen men mich oft treu und väterlich? riß zum Bösen, und gibt mir zu der mich nicht oft dein Erbarmen aus Tugend Muth. Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der. Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. - 11. Bater! du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geift der Gnaden, heilet meinen Seelen schaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Guade stehen, und dereinst dein Antlit sehen, so werd ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. Mel. von Nr. 46. u bists, dem Ruhm 447. und Dank gebühret, 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemüthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werte! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seele! vergiß nicht, was er dir gethan. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. und Ruhm und Dank, Herr! bring ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. Mel. von Nr. 34. 2. Benn Noth zu meiner Hütte 448. Auf, meine Seele, finge! nahte, so Gott, der mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krantheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nay. 6. Um Troftwarmeiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. an du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schaun: so thut Zweiter Theil. Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir find Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß fie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns mur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! - Allgemeine Loblieder. 243 nen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, fo hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget sein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt unferm Gott die Ehre! 7. Sch will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gößen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Lob! Job, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein Anhöchsten Gut, dem Va- gesicht mit Freud und Zittern drinter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Wunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Trost hat alles wohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie herborgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 450. Nun Mel. Nun danfet alle Gott. 9. un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mäch tig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Land Noth: ach Gott, vernimm mein Wei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schutz, du bist der Müden Ruh; ein von allem Bösen, und was uns scha- Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! - 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 451. Durch dich, o großer Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du erret teft gern. - 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich haffe seinen Weg, weil mich dein Auge fieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. Erde? Im Himmel donnerst du, und 452. Jauchze, auserwählt Ge euch Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn mich beschützt der Almacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den cond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saiten spielen gut! Halleluja! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Speis und Tranf, und füllst das Herz Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die mit Freuden; du sahst mich, eh der Welt ist seiner Güte voll. Droben Grund der Welt geleget war, zogst schuf er, ihm zur Ehre, der Licht mich aus Mutterleib, als mich ihr erfüllten Sterne Heere, die Sonne, Schooß gebar. die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus 6. Du wogst mein Glüd mir ab, und Leiden, die mich üben, und mei ner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen nichts. 1 Zweiter Theil Allgemeine Loblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ten! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja felig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserlieft. ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich sein. d 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 11 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der 454. Harfe für. Halleluja! dir, Gott, Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. timmt unserm Gott ein Loblied an mit freumein Gott, Herr Zebaoth, du bist digem Gemüthe; es rühm und preise mein Helfer in der Noth! wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. von Nr. 108. 453. Gott, durch welchen alle und danket seinem Namen. Dinge 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Majebefinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweist in den du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding er Tiefen seiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: väterlicher Huld und Gnad uns Allen Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schützt, der täglich schenket, was uns nützt. Drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket seinem 1 Allgemeine Loblieber. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. Mel. von Nr. 101. Namen. 5. Drum lobt, erlöste Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, 5. Lobt Gott, der in uns durch euch durch sein Blut erkaufte, auf den Geist den Glauben angezündet, seinen Tod euch taufte, euch einst und seinen Beistand uns verheißt, wenn den Himmel gibt. er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör uns gnädiglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! 455. obt Gott, den Gott der Lobt Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch ftreichet, verbreite seinen Ruhm. 2. Erhabne Himmelsgeister, erwettet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrosische Lobgesang oder Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. das Te Deum. 456. H err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Zweiter Theil. Ewigkeit, er schuf die Welt, das - Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preifen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderfraft in Sindern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Nechten Gottes sitzest du, mit deinem Vater herschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe läsjest du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Nuhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 457. Herr finge meiner Seele Zebaoth! ich fing aus danferfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott biſt du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Sa, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 248 die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. - Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. S und Güte, Wahrheit und Barmherzigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht. gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wiffen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. Mel. von Nr. 201. 458. Gro roßer Gott, Herr aller Götter! Schöpfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du, so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich c. Besondere err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig singen, was du, Herr, an mir gethan? Loblieder. 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald fam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlig sah. 3. Heilig, Herr! find deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will still sein, hoffen, schweigen, stets vor dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquict. Besondere Loblieder. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. Zweiter Theil. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur 7. Doch läß'st du auch mein schwaches schwersten Prüfungszeit; deine Stra- Lallen, der du des Herzens Redlichkeit fen, deine Schläge, sind ja, wenn zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; ichs recht erwäge, Mittel meiner siehst auf die Unvollkommenheit, als Seligkeit. wie ein holder Bater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 9. Doch will ich dir mein Opfer 460. Mein Herz, ermuntre bringen, das Opfer meiner Dankbar dich nun wieder, keit, und dir zum Lobe Lieder fingen, und finge mit erquicktem Muth jetzt so viel dein Geist mir Kraft verleiht. neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu sing ich dir, in Herrn, der große Dinge thut; denn diesem nimm es an von mir! er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. Danklieder bei der Erndte. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 461. Frohlocket, Jung und Alt, Reichen mit 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. - Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried und Ruh hier wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein feuer, teine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir wür den sonsten nie ein Körnlein wieder 250 Zweiter Theil. friegen. Wir möchten früh aufstehn Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. und bis zur Mitternacht nicht wieder 462. Gott im Himmel und auf der Erden! Herscher in ganzen Welt! laß den Mund voll Lo= bes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du hast Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! 4. Du haft Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. PROS 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergetzt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergezet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Waffersfluth, vor Krieg und theurer Beit; halt uns in deiner Hut. Besondere Loblieder. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand er freue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gib selber Nath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du seist, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 7. Schenk uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Ge deihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. efingt Gott Ze 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigteiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heilger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf 463. B Erden preift. Zweiter Theil. - Gebet- und Loblieder zc. baoth; befinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget; um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? mur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, umwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblic, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugefloffen wäre. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 464. weiſen u, Gott, du bist der Troft bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu feiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 5. Vergib mir die gehärfte Schuld von den verflossnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukansen. Laß mich Gebet- und Loblieder 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, verdeppelt euer Eilen; mich lüftet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort; Mel. von Nr. 324. 11. Dort, wo der Hafen der Glütd465. So ist von meiner tur- feligkeit; dort, wo das Kleinod mei( o zen Pilgrimschaft ein ner Laufbahn glänzet; dort, wo ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wie müder Streiter wird bekränzet, und der hingefloffen! Herr, wie viel Guts seines Siegs sich ewiglich erfreut. hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk mich wiederum. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 252 Zweiter Theil. die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 14. Se länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. deine Gnad vergebens; ach! würde 466. Gott ruft der Sonn und nur Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur beftehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Neben sehn. schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit 2. Herr, der da ist und der da verspielt, laß mich, was übrig ist, war! von Dank erfüllten Zungen sei wie Gold abwägen! o möcht kein dir für das verfloßne Jahr ein heilig Odem mehr in mir sich regen, der Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. 253 ner Furcht leben. ans, und du vermehrst der Menschen 468. Azag) verfloffen! näGlück, wenn sie zuerst nach deinem 468. Du schützest Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. bermal Jahr( ein Reiche streben. her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn ist so schläferig. Heilig, heilig, Hei mein Beten, Singen, Lesen, ach! das liger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? mir, ich muß vergehen! denn wer 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Berlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns fein! dies, Bater! wollst du uns verleihn in Christo, deinem Sohne.ist Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. 467. Herr! err! der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weift. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geift! die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr thenres Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirst du bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleihn. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott.- - 8. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Les benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Straft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. - 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so trenes Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 33) 470. M ein erst Gefühl fei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lob65 Morgenlieder. gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem ift vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, ftets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bift es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freu den, im Glauben selig hier beschliesen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Netter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuvers sicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; s 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! nin te Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. Lippen sein; er hat als das reinste och läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne fal471. Nebent mit fröhlichem ſchen Schein. 1 Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich fichest du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. und nur trachten, das zu thun, was Ihn mußt du am höchsten achten, ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergegen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes und bekehren, wenn du böse Regung zielst; aber daß er dich mag stören fühlst. 8. Denk, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Grabes reißt. Seele, nach der Höhle eines finstern Scheiden nicht ein Leiden, sondern 10. Drum so seufze, daß mein mit Lust und Wonne seh die Sonne, sanftes Schlafen sei, und daß ich wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. Mel. von Nr. 79. 472. eele! du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb bermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was 2. Doch, daß man auf würdge Weise dir nittzet, und beschüßzet den, der sich Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil. Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. hm, der das Licht ent 473. Mmeinigtes e 474. Inchen hieß, und mich Wunsch, Bestehen freben ist, Herr mein Gott! dich gesund erwachen ließ, sei Preis und würdig zu erheben. Unendlich groß ist froher Dank! des neuen Morgens deine Batertren, mit jedem Tag ist Heiterkeit sei meinem Gott zuerst ge deine Güte neu. weiht. - 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt raftlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß fich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du forgst fitr mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Bergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit findlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmſt du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Laft. 2. Sich, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht vers wirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theill das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Bogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Er barmer, forgst für mich. Mel. Wie schon leuchtet der.- 35. wieder 475. Dich morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzufingen. Ich will, ente brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du vernimmsts, Erhörer des Gebets! neuen Tag hinzu; sei doch dafür 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben fegest du jetzt einen - Zweiter Theil. Morgenlieder. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache nur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht Mel. Werde munter, mein.- 116. 476. Herr! es ist von meiLeben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir und nun kommt mir schon dein Gegen mit 477. der Morgenröth entgegen. hab ich erreicht, die Sonne schau ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjetzt gelingen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schutz genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf fo 4. Ist mein Auge nunmehr lichte, gültig meinen Lauf; lässt mich so so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. von Nr. 463. hr trüben Sorgen 258 Zweiter Theil. gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret; du haft mir Leib und Leben und diese Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen auf richtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Vaterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. 1 Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. W ach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aäer Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dant, zum Morgenlieder. Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! N 6. Dein Wert wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollft mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Sesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich was ich nur hab und bin, meine Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. 34) Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 480. G o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden - Abendlieder. Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn graun? mich schützet deine Macht. Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Bater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst wirdger an. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 6. Jch eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. ür alle Güte sei gepreift, 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. 481. heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dant, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. Mel. von Nr. 49. 5. Zwar ich erkenne meine Schulb, 482. G epriesen, mit Reue fühl ich sie. Doch mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschent; der Geift, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Bebaoth, so laß mich Gnade finden! Gott! fei dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unanssprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer wird uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Mülden den stärkend süßen Schlummer 17* 260 Zweiter Theil. zu. Wir fegen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schutz, o Herr, bist du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Müh ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu ftehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, un Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehu schützt uns, wenn wir hilflos liegen, und wir aber, Jesu, bleibe, entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, du daß mir dein Licht der Sünden Nacht bertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenständiger! ich strauchle noch, Abendlieder. 2. Des Lebens Mülh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann. sie zählen? - 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerissen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! Mel. Werde munter, mein. 116. 485. Werde munter, mein fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er hent gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 5. Du schlummerst nicht, wenn matte 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Glieder schlafen. Ach, laß die Seel Vater der Barmherzigkeit! daß mein im Schlaf auch Gutes schaffen! Wert durch dich gelungen, daß du Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! mich vor allem Leid und vor Sünden ich laß dich nicht, mein Fels! der gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, Tag ist hin. die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. - Mel. von Nr. 55. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was 484. Entflohen sind auch die du, Herr, an mir gethan? Rechnung, jes Tages Stunden, Wort und Kräfte fehlen, fang ich an dem wir noch des Lebens Glück nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frehem Sant laßt ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch uns den Herrn erheben, du den Ziel. Wär ich nur bei deinem Lie wir leben. hen dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd und Missethat, die ich heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. Odu Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 1 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Uleberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Waſsersnoth, Pest und bösen schnellen Tod! keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verchre, bleibe du mein Schutz und Rath. O du werther heilger Geist, stärk mich, der du Beistand heisist. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja! es soll geschehen. 116. Mel. Werde munter, mein. o 486, uf, Seele, werde immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstützet. - Abendlieder. 261 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen Durch meinem Leibe sanfte Ruh. dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. 4. Ach, laß uns kein banges Schrekken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es wir in dir gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 487. hon ruhet auf den Feldern, in Städten und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zich ich einst aus; daum legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollft werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. h 262 Zweiter Theil. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Nuh gewährt. 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß feine Noth mich wecke, tein Unfall, teine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager ficher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre fein Betrüben, fein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schütze seiner Engel Schaar! Mel. Ach Herr, mich armen S. 1 67. 488. Mie lang darf ich noch säumen! Gott, stärke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Netze reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. - Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott. 489. D er Tag ist wieder hin, - Abendlieder. und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorg falt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachge trebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dant gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeiheft dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 490. Mie ie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Troft auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Mel. von Nr. 55. 491. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Shn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! der Erlöften Zungen froh wird befungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O, laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißßfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Troft dich wähle. Glück nicht mehr. Was du verheißest, 492. hältst du dem, auf dich verläßt. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 263 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlaffen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff' er mir stets heilig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 436. Gott! du bist mein Preis Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; ſei unser Trost in aller Noth; stärk uns im Leben und im Tod. - 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. er Herr des Himmels 493. Dies, Chriſten, ist der 494. D und der Erde will, Tag des Herrn, Geschäft und Müth sei von uns fern! kommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. daß die Welt gerichtet werde; mit strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seive Rache sich erhebt. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des find alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgefang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten; vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, Zweiter Theil. Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 11 Von der Selbstliebe. 265 erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Zorn gefäße, zu zerschmeißen, so daß euch O nehmet niemand retten kann. meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir mein freundlich Angesicht. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 36) Von der Selbstliebe. 5. Nie blende mein Gemüth der ein Will ists, großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit 495. selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennutz behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, O segne mein Bemühen! so wird das dabei die Tugend leidet, dabei der, der wahre Wohl nicht meinem Wunsch es fucht, Gott, deine Wege meidet. entfliehen. Bewahre mich dabei, Wer Unrecht liebt und thut, erbt dei- Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, nen Himmel nicht. Nie treffe mich, daß ich mich so lieb, als dir es o Gott, dies schreckliche Gericht. wohlgefällt. immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Rub und einst vollkommne Seligkeit. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Mel. von Nr. 265. 496. M er bin ich? welche 497. Herr! lehre mich, wenn wichtge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer fich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. ich Tugend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, nicht auf sie sicher und vermessen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 3. Ich bin ein Christ nach dem Betenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, Sugend; gedenke nicht der unvollund ob ich auch im Glauben steh. kommnen Tugend der reifern Jahre 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, meiner Lebenszeit. Wenn ich noch die uns selbst unergründlich sind. Drum oft aus Stolz nach Tugend strebe, laß mich oft und ernstlich prüfen, wie aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Be- ergebe: was ist vor dir, Herr, meine freie mich vom falschen Wahn, der Frömmigkeit? auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, fo gib, daß ich ihn nicht verlier. Ich leite mic mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigennutze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Soch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sei mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir CARE FI - Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist die Quell, die mich mit Weisheit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurüdc; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabft mir zur Beßrung deinen Segensblick. 267 und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mirs? deine Treue, du Du ordnest Herr der ganzen Welt. unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals desfen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. Mel. Welt ich muß dich laffen. 48. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zuge498. Was ich nur Gutes habe, wandt, dein treuer Knecht zu werden: ist deine mein Fleiß auf du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. dazu ndoain 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 499. Herr! meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor fie, Gott, dein Bild zu sein, und dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst mir ein Herz, das Sünden haffet; deinen Sohn gesendet. das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt fie im Fleisch auf Erden, durch 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; Glauben und Gottseligkeit, zu größe- und was ich hier im Fleisch noch leb rer Vollkommenheit im Himmel reif laß mich im Glauben leben an dich, zu werden. Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. 4. Mit großer Treue willst du sie felbst durch des Lebens kurze Müth zu 268 Zweiter Theil. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Lehre mich, Herr! recht mich zur in deinem Reich erheben. bedenken, was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Önaden bei. Denn die Klugheit, so die - Von der Sorge für die Seele. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. meiner ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßzest, und mich zur Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstüßest? Ostärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlfein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Zweiter Theil.- Von der Sorge für die Seele. 269 7. Weisheit ist es, stets bedenken, 8. Einst läß'st du im Gewissen mir daß wir hier nur Pilgrimm' sind; diesen Trost genießen, wenn alles von Wunsch und Hoffnung dahin lenken, mir weicht; wenn ich den Lauf vollwo die Seele Ruhe findt; seine Augen endet und sich mein Leben endet: so unverwandt nach dem ewgen Bater- wird mir selbst das Sterben leicht. land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. welch ein unschätzWeg des Friedens bares ist, Herr, ein rein Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Shn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei. beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu ent weihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu und Glauben Vom Gewissen. Mel. O Welt, ich muß dich laffen.. 48. 502. in ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübfal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und dann die innre Bein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, fich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich| verschmerzen, und sieh, dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt so Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und so hart, als es zuerst gefehle. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. ist, hat immer auch durch Jesum Chrift, zum Troft dich, Allerhöchster! 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. - Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselft nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang?" 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht ir befreit; jetzt follst du eine Schmach 11. Du bist gerecht: denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der SchmähMel. Wer nur den lieben Gott,- 7. sucht Triebe, erwecken dir so manchen 505. Damit ich meine Seele Feind. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. rette, so gib, Herr, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Nachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach and streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. 506. Mache dich, mein Geist, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn fie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neße stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht tann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünftger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. Mel. Bater unfer im Himmelreich.- 120. 507. Hier iſt noch unſre PritHier find wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstridt, die Sinne Blendwerk rührt, böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Demi wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. Zweiter Theil.- Von der Sorge für den Leib. 272 6. Dn Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laß von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit fegensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so befiegen, daß sie zum Schwelgen mich zu bewegt. Laß, deiner Gaben mich freun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt und überall mich Angst um ringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam sein. 39) Von der Sorge für den Leib. Mel. von Nr. 72. 508. Mie mannigfaltig sind uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht tröge zum Berufs10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn.. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertran, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! steh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. geschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Bank, 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquicung gibst. Mel. von Nr. 234. 509. D er Wollust Neiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust fürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Feffeln gibt. Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 273 3. Sie raubt dem Herzen Muth 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; sie führt Neu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. Me 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei ftets auf meinen Geift ge richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. Sevinent 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Luft nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemüthn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgue Missethat. Mel. von Nr. 234. es Leibes warten und 511. Weben, das du mir, Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. as mein zeitlich 510. Des ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muth- Gott, gegeben? Ein unschätzbares willig seinen Bau versehren, verbietet Gut. Du gabft mirs, hier auf Ermir dein Unterricht. O stehe mir mit den zum Himmel reif zu werden, Weisheit bei, daß diese Pflicht mir worauf mein wahres Glück beruht. heilig sei. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, ie größer 2. Sollt ich mit Vorsatz das verlezzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering ein Kunststück schäßen, was du, o Schöpfer, selbst wird mein Glück dort sein. erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja 3. Sollt ich dies Glück mir raudein. Sollt ich denn sein Zerstörer ben? O Herr! laß mir, im Glauben jein? bg Coiste singid 8mm der fünftgen Erntezeit, mein Leber 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, auf der Erden so werth und wichtig gibst du mit milder Vaterhand die werden, als es mir selbst dein Wort Mittel, die dazu uns nüßen, und gebeut! zum Gebrauch gibst du Berstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deiner Güte. Cis 18 - 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verläßt ja seinen| Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir Posten nicht. hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 5. Gib, daß ich klüglich fliche, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im 6. In deine Baterhände befehl ich, Glauben übet, nur der hat lang und Herr, mein Ende, und meiner Tage| wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. frommer Gott. 8. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. ohl dem, der befre 512. mich doch nicht, o dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? Woh Gott! den Schätzen 513. Schäßze liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr- Zeit mit ganzer Seele schmachten, haftig foll beglücken, muß nicht ver- nicht erst nach der Gerechtigkeit und gänglich sein, und für den Geist sich Gottes Reiche trachten: ist dieses schicken. Der Thor hat Geld und eines Menschen Ruf, den Gott zur Gut; er hats, und wünscht noch mehr; Ewigkeit erschuf? noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. Mel. O Gott, du aß - 4. Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald praf send sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das fei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. - - 26. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Frenden schmecken, Zweiter Theil. und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? Von der Arbeitsamkeit zc. 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth fei meines Lebens größtes Gut! - 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Ulebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse.e 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handeln! Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich nur, Höchster! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. err! laß mich ge- 7. mich in 514. Hewiffenhaft mein zeit- die Güter nie verschwenden, die bu lich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und bir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. mir gabst, in dieser Zeit sie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Mith erleichtre. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nützen, daß ich einft erfreut noch Segen davon ernte. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. nur unternimmt, wird, wenns mit 515. Gott ist's, der das Ber- seinem Willen stimmt, nicht ohne mögen schafft, das Fortgang bleiben. du dog 2. Wer das zu seinem Hauptzwedk macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't 18* 276 Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2c. dem gibt er auch auf Erden vom 4. Ach! fördre, großer Gott, die irdschen Gut mit milder Hand so Werke meiner Hände. Hilf mir, bei viel beim Fleiß in seinem Stand, meinem Thun, am Anfang und am als ihm wahrhaftig niiget. blon Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, frönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunft ihnen schaden? Mit er sie, und fegMüh fer bei des Lebens Muh ihr Herz 517. 3 magigging, find wir, Mel. Aus tiefer Noth schrei ish. 119. ur Arbeit, seinem net mit Troft und Hoffnung. Herr, auf Erden. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. Drum laß mich doch mein Lebenlang kein Knecht der Trägheit werden. Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, tren und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. - 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu, daß fie auch andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 1 8. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf geſetzt. - Mel. O Gott, du frommer Gott. u hast uns, 516. D" pricht zur Arbeit auf- ein Bergnügen ſein, mich den Gedie erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernfilich eingepräget. Der träge Mü- schäften ganz zu weihn, die du mir Biggang ist dir, Gott, verhaßt, für auferleget. uns der Laster Netz, und unserm Nächsten Last. 13. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht deiner Fügung ruhn. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. Herr! vor träger Weichlichfeit wollst du mein Herz bewahren, ſo werd ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, ver5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, verfüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nützlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit zc. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck| 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einft mißfällt, was nützet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. -- 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. ott! du bleibst ewig 518. Gott unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufriedne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. Mel, von Nr. 46. mit den Gott, 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Fontehre nicht, mein Herz! bangen Sorgen für den noch unge wiffen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kränten, was nützlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquicken, und stets beglücken. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels 6. Drum fördre selbst die Werke Segen mehr Güter anvertraut, als meiner Hände. feguet sei der dir; doch soll dies deinen Neid erregen? Anfang und das Ende! gib guten dent: wer ist Gott und wer sind wir? Rath, damit, was ich vollbringe, 6. Weiß er nicht besser, was dir mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. niltzet, und was dem Nächsten nütt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bitr den, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward fein Ueberfluß gewäh ret? ihn wünschen, das ist Selbft betrug. Wer gern, was er nicht Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 278 braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich fiben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, miß ewig meine Wollust sein!!! - Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 520. Will mich, o Gott, hieLast ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden tränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfriſcht. 3. Die Lasten, die uns pressen, haft du, Herr, abgemeffen, so groß sie immer sein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, so finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 9. D! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. wohl machen. nieden 5. Dein väterlich Bemüthen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Lust der Welt. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. ( ei, Seele, start und 521. unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds 2. Kein Leiden kommt von ohnge fähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib serwesen, wird doch mein Geist geaesen; er eilt zu Seligkeiten hin.d Unmuth überwinden! 8. O bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden! Hilf, den du liebst, und prüfend übst, deu und Geduld im Leiden. 279 zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu ſtärken. 12. Das Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. von Nr. 55. OH 522. Leid und Kreuz geEin Herz, o Gott! in duldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ich zu 48. wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich hab des Lebens Glüc Mel. O Welt ich muß dich lassen. in guten Stunempfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen lassen. 5. Sag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, die ser Zeit Leiden? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verchren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sei zufrieden. 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be- 524. rather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes OParum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. S Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. W wohlgethan, es bleibt Mel. Was Gott thut, das ist. 267. as Gott das Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm ers hin, ich preis Wie er fängt gerecht sein Wille. stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. ihn doch durch meine Lieder. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er läsfet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nützet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte tranen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich lassen schauen; wellt ihn auch der Tod betriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergeßen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuleht mich doch ergetzt mit fitßem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. nichts verborgen, was Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was 11. Herr, mein Hirt, Bruun aller 526. Verborgner Gott, dem und Geduld im Leiden.be 281 follt ich wie ein Heide sorgen, als daß ich gelaffen fte ertrage, und machst wüßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du ge= sehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfiillen, du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! Mel. von Nr. 234. 527. as ist mein Leben auf Was der Erde? ein Wechsel ists von Luft und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste froher Lobgesang. 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Troft. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Batertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieh dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Chrift. einer Welt, die kein vollkommnes 528. Waquäle? harr nur auf Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. as ists, Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbft noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 282 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, daß ich folge meisieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wäre auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trütbsal ein. zet, sei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott gibt nach kurzer Pritfungszeit das allerfeligste Vergnilgen in fenem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einft aufersteh. 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. as ist das Leben hier 529. Mas auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind tren gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so Manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort berspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? 5. Er ward beleidigt ohn Vergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Krenz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? Trost in geistlicher Schwermuth. 530. Di n flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzeſt, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geiftes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und bes Gnaden, der uns zu Christi Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich and asd dur und Geduld bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. im Leiden.disor 283 12. Zwar ist um Trost dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. oft vor an seiner guilgen, Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 6. Zag nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. 8. Vertrau auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und ehn, was Gottes Gnade sei. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. Tros in Dürftigkeit. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. 531. D Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. u flagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk in Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschie den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und nütze daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott niemals, was uns schädlich ist. ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Nuh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehu! w dn. DU 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. This Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532.⁹ 8 eilt der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! Tagen, die du hier hin lebest, Mensch, herbei. Erkauf die 8. Mein sprachlos Flehn bei meiZeit! und statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! nem Ende vernimmst du, Herzensfündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bift 533. MW du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr?" 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. und der Zubereitung zum Tode. 4. Denk an den Tod, wenn böfe Triebe, wenn Luft der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsboll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll.de 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Dent an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 534. Du, Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 285 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt ,. und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent fernen, und um den Himmel zu bemithn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. - 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab aus deimir zum Gib den Tod oft lebhaft wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Troft im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 6. Willst du mich länger leben lasfen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch fell ich heute noch erblassen, fo höre, Bater, auf mein Flehn: fei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so gnüget mir. Heil, noch Zeit in Händen. doch, daß ich sorgsam sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh ewig uns verschwunden. Niemals tehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie 286 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, - unschätzbar sei die Zeit, die du uns| deine Zeit ist Gottes Sache. Lern hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 6. Uleberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, d wie ich 6. Laß mich meine Beſserung für 537. Wer Staub! sein Le Mel. von Nr. 13. Die mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nützlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 2. Der fingling hofft des Greifes Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. 3. Sprich nicht: ich denk in Glüc und Noth, im Herzen oft an meinen 536. Meine Lebenszeit ver- Tod. Der, den der Tod nicht weiser ich zu dem Grabe. Und was ists, gedacht. das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk, o Seele, an den Tod! säume nicht, denn Eins ist noth. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ift eine Frist zu unserm Heil. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. 5. Der Tod rückt Seelen vors Güter, die du hier erwirbst, den, die dir Menschen gaben, wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. Wür- Gericht; da bringt Gott alles an das nichts Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nath der Herzen offenbar. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. und der Zubereitung zum Tode. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott. 1 418. 538. Mein Lebensfürft, zeig 287 naht, je stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Mel. von Nr. 110. Lichte, wie alles Irdische so gar ver- 539. Wie ungewiß ist, Herr, der ist. alles, zuletzt die Zeit zu nichte; und du, fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig e Mensch, der du doch so gebrechlich oder viel an Tagen zählen werde, bist, lebst sicher! lehre mich, unwan- das weiß ich nicht; du weißts allein. delbarer Gott! und so gedenk ich erst Ich kann vielleicht der nächste sein, mit Klugheit meinen Tod. vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben stet, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeng als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker feh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht fitr Hoffnungen zu nichts gemacht: so wird ich oft mit Schrekfen mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, deffen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ist Noth bedecken, je mehr der Tod sich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil.-- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz fucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geſchaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltluft mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf folchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus die fer Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich mert, indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stun den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des fichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Bersöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Mel. von Nr. 42. 540., Herr! lehre mich ich einmal sterben muß. Den wird einst 541. Ich will dich noch im Tod der Tod nicht fränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; zum Seger gabst du mir mein Leben, nimmſt du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod sol auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbren- 2. Gott! welche feierliche Stunden, nen, dessen Schein mich noch erfreut. wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir voll schonender Erbarmung siehst! denn nicht in den Sinn, da ich so Allmächtiger! in dein Gericht gehst vergänglich bin, wie geschwind mein du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Sch bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. und der Zubereitung zum Tode. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrekken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein 289 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig feft. Die Fren den sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Bein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöser! sieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich lallen kann. Du kannst mein Sunres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilft mir ringen; allmächtig hilsst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. Owohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmſt in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Nr. 37. 543. Der du die Liebe selber Menschen segnest; ia selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegneft: o bilde meinen Sinn nach und mein Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen nicht bloß für mich; mein Nächster sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, und menschenfeindlich handeln. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. Du 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier ge= than, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlitz sei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Troft zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. ib mir, o Gott! ein weiht, ein Herz voll frommer Red- 545. Gib mir, Herz, das jeden Menlichkeit und Treue nicht versagen. schen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigenmutz und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 544. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch ( o jemand spricht, ich unbemerkt von ihnen, müß andern liebe Gott, und haßt stets mein Herz mit Rath und Hülfe doch seine Brüder, der treibt mit dienen. Mich treibe nicht erst Dank Gottes Wahrheit Spott, und han- zu milder Wohlthat an; nein, was delt ganz dawider. Gott ist die Lieb, ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, und will, daß ich den Nächsten liebe, gethan. gleich als mich. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll sind eines Leibes Glieder; drum diene Trost, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt, Von der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und GütigGib dazu feit dir ähnlich werden. Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. Zweiter Theil. nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo cin boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf Mel. von Nr. 13. mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547. Nur Liebe ohne Heucheder mir zu den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. lei zeigt, man geboren sei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorüber gehn: so ist dein Christenthum nicht ächt. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränk tem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behilflich sein. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft be trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm Mel. von Nr. 55. 546. Hilf, Jesu! daß ich meinen gibt. So schränket sich der Chriſt nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Herze kränke. 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigste vereint. 19* 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. liebst, o Gott! Geden sucht, und andre tcänkt, wie kann das Brüder lieben? über 548. Drechtigkeit, und haſfeſt mein ganzes Herz bestrebe sich, denn den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, ftets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha-| vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. du 549. Gott, der by die Menster sei. du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht: laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Vater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, fiebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollst den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgesohnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne di Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfrent. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Laft! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. zorns Raserei nie des Herzens Mei3. O, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. Zantsucht und der Haß verzehret nach 550. err, mein Berföhner! und nach des Körpers Kraft, hemmt der du für mich litden Lauf von unsern Jahren, macht teft, und noch zur Rechten Gottes zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweck in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wollest mich) bewahren, daß des Jäh- Triebe. - Zweiter Theil.- Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich geſcholten. Du 551. Herr! deine Sanftmuth segnetest mit Wohlthun nicht Freunde; nein, selbst auch Feinde. blos ist nicht zu ermessen! wie viel hast du vergeben und vergeffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Nachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Namen der Rachgier Samen. - 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmnth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 7. Wenn meine Brüder sich an mir 6. So hilf mir denn, die wilde vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht Glut ersticken; laß sich dein Bild in übersehen. Laß mich, wenn sie mich meine Seele drücken, so werd ich auch empfindlich kränken, an dich mich versöhnlich finden lassen, der gedenken. 8. Erwecke denn, o Herr, in mei- Feind nicht haffen. nem Herzen aufs neue das Gedächtmß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen mich hassen, mein Herz gelassen. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen, mein stolzes Herz schwerlich weiß ich, wenn mich andre kann, leider! wenig tragen, und hassen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergift nach strengem Rechte dem harten Knechte. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligalle, die feit, wozu ste jenes Leben einst wird erheben. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Deum laß in Allem mich schon hier auf E.den dir ähnlich werden. Mel. von Nr. 50. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, ſo laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Nie will ich dem zu schadich dann sehen. den suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. 294 Zweiter Theil. Von 2. Er, der von feiner Sünde wußte, bergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? onden 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. tennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenheit sucht er dies zu 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. wirkt seine Gütigkeit. Er steht auf Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. 553. Mie felig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nützen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. der Dienstfertigkeit zc. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 5. Er eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. Mel. O Welt, ich muß dich lassen.- 48. 554. D" tel u, aller Menschen Va rather in allem, was uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 6. Was andrer Nothdurft heischt, 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir das reizet seine Triebe, auch ohne Guts gethan, so laß, um deinet Ruhm und Lohn zu wahrer Men- willen, mich andrer Nothdurft stillen, scherliebe. Kein Stolz noch Eigennut so oft ich sie nur stillen kann. Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, ſobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geist, vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, Denk oft: so such ihn zu beleben. Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? - Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 555. Mer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich frent, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennutz, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. Nächsten Glimpf und Nutz, der Un556. Die unge, die vernehm- schuld und der Schwachen Schutz be1 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sündgen. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn fund und 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie 296 Zweiter Theil.- Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät bereuet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.-67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig Buße folgt, mich bewahren! ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue Liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 557. Laß aß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein; jenes freu- 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, denvolle Leben nimmt nicht freche Lüg- Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet ner ein; denn vor deinem Angesichte deine Gütte, er wird von dir geliebt. werden sie beschämt zunichte, so wie Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Satans Trug und List, der der Lüg- Wahrheit Licht beschämt die Falschen ner Vater ist. stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Tren und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beiſpiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele feiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb, und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglist haffe, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Tren und Wahrheit lieben. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwätzern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Nedlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr künftigs Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, alss dein Kind, dich mit den Frommen ehen, die reines 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hütte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens sind. 10314 I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. A. Num. 468 215 540 239 80 75 24 222 102 Abermals ein Jahr versloffen Ach Gott, du unser Bebenslicht 423 Ad Gott und Herr, wie groß und 290 Ach Gott, vom Himmel sieh Ach Gott wir treten hier vor dich 421 Ach! Derr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer Ach was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott! wer kann Alwissender, vollkommner Geift! Als Jesus fegund sterben wollt Also bat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marterlaßt 155 Anbetungswürdger Gott! mit Ehrf. 14 An dich, mein Gott! gedenken 358 An diesem Tag frohlocken wir 173 An die allein hab ich gesündigt 295 Auf! auf! mein Geißt, auf! auf! 18 Auf, Christen, preißt mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! 308 Auf dich, Herr! nicht auf meine 373 Auf! Jesu Jünger, freuet euch! 176 Auf, meine Seele, finge! an dir 448 Auf, mein Geißt, dem Herrn 393 Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Auf, träger Geißt! laß das, was B. 349 193 67 Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geißt, o Gott 418 Beglette mich, o Chrift! wir gehen. 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Besingt Gott Zebaoth; besinget Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, thr Wächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 463 156 486 29 7 284 274 162 230 475 Der Herr lag in das Grab geftr. 157 Der Herr, mein Hirt, behütet mich 259 65 Der König aller Welt ist Gott Der Spötter Strom reißt viele fort 13 Der Tag ist hin, du aber, Jesu 483 Der Tag t wieder hin, und diesen 489 Der unsre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Reiz zu widerstreben 509 Des Donners schreckendes Gebrülle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geift 205 Dich bet ich an, ersandner Held Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ist Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die Himmel rufen, ieder ehret Die Quell, woraus der Mensch Dies, Christen! ist der Tag des. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich ſpricht Dir allein hab ich gesündigt Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, fet Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen 438 Chrift! alles, was dich fränket 383 Dir, unser Gott! ist niemand 186 88 46 42 84 491 558 287 367 71 C. 52 O. Damit ich meine Seele rette 505 Dein bin ich, Gott; dein ist mein 70 Dein bin ich, Derr! dir will ich 332 Dein, Gott, ist Majestät und, 333 Dein Deil, mein Geist, nicht zu Dein sind wir, Gott! in Ewigkett 261 398 Num. 495 7 11 543 359 200 108 338 134 Dein Will iss, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist vollk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Siebe selber bist, und Der du mich als ein Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der du Verstand u. Tugend schenkßt Der du voll Blut und Wunden Der ewge Gott und höchste Vater Der Held hat überwunden der Der Herr des Himmels und der€. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in deffen Dienst 247 Der Herr ist meines Lebens Kraft 387 375 Der Herr iß meine Zuversicht 374 155 493 179 13 203 554 416 Dir, Vater! dankt mein Herz und Du, aller Menschen Vater! du Du bist ja, Jesu, meine Freude Du bists, dem Ruhm und Dank Du, der Herz und Nieren kennet Du, der kein Böses thut! du 447 347 78 273 Du gabft mir, Ewger! diefes 8. Du, Gott, du bist der Derr der Belt 464 298 48 Du hast, mein Vater und mein 376 Du haft uns, Derr, die Pflicht 516 Du Herr der Seraphinen, dem Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, Herr und Meister meiner Tage 534 Du flags, o Chrißt, in schweren 530 Du klagst und fühleßt die Beschw. 531 Du liebß, o Gott, Gerechtigkeit 548 Durch Adams Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, o großer Gott! durch 451 Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Ärmen, du Du sagst: ich bin ein Chrift Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge 25 Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du wills, Gott! daß mein Sc 8 7. Freiwillig hast du dargebracht Frohlocke, mein Gemüthe, und Frohlocket, jung und alt, the Für alle Güte set gepreift, Gott Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 6. Register. Gedanke, der uns Leben gibt Gelft vom Vater und vom Sohne Gelobet feißt du, Jesu Chrift Gelobt fet Gott, thm will ic 22 9 Gelobt seißt du, Derr Bebaoth Gelobt seißt dy, o Gott, für Gepriesen, Gott, fet dein Erbarm. 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht 30 Gern will ich mich ergeben, dich 260 Getreuer Gott! wie viel Geduld 37 Getroft, mein Herz, und zage nicht 257 Gib mir, o Gott, ein Herz, das 545 Gott! deine Gnade set gepreift 110 Gott, deine Gnad ist unser eben 235 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel 408 36 56 2 Gott! der du die Menschen liebeßt 549 Gott, der du für uns deinen Sohn 137 Gott, der du unser Vater bist Gott der Juden, Gott der Heiden 117 Gott! der uns immer Gutes gab 210 Gott der Wahrheit, deffen Treue 378 Gott des Himmels und der Erden 479 522 Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen 338 Gott, du bist von Ewigkeit! und Gott, du bleibst ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haft in deinem Sohn Gott, durch welchen alle Dinge 20 469 252 502 317 208 519 202 453 484 339 135 Gottes Lamm, durch dessen Wunden 127 Gottes und Marten Sohn! 2iebster 107 Gott, groß von Erbarmen! weise 199 Gott hab ich alles heimgestellt 87 Gott! hilf mir, daß ich Buße thue 286 Gott im Himmel und auf Erden 462 Gott ist es, dessen weiser Rath 432 Gott ist mein Sort, und auf sein 10 Gott ist mein Sied! er ist der Gott 19 Gott ists, der das Vermögen schafft 515 Gott ist uns Stärk und Schuß 213 Edler Geißt im Himmelsthrone 206 Ein Derz: o Gott! in Beid und Ein Jahr der Sterblichkeit, der Sin Pilger bin ich in der Welt Sin ruhiges Gewissen laß, Herr eins ist Noth! ach Herr, dieß Ein starker Schuß ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kennst Erfülle, Herr! doch selbst mein Erhabner Gott, was reicht an 16 Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die D. 323 Erhebet Gott durch neue Steder 64 Erhebet Gottes Deiligkeit, ihr 437 Erhebe vom Geräusch der Welt 149 Erhebt den Herrn, thr Frommen Erhebt, erhebet Gottes Ruhm Erhöhter Jesu! Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geiß, erfreut 169 Er kommt, er kommt zum Weltger. 191 Erlöser, sieh auf uns hernieder es eilt der legste von den Tagen 532 es hilft uns unser Gott, er höret 388 Es ist das Heil uns kommen her 304 es ist noch eine Ruh vorhanden 276 es ist vollbracht! so ruft am Kr. 148 es lag die ganze Welt mit Born Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Ewge Siebe, mein Gemütye waget 91 101 283 190 430 99 69 422 342 17 57 434 363 39 Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze Seeie macht Gott, mein Vater, Dank sei die Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft 466 Gott sorgt für mich, was will ich 396 Gott, unserm Gott allein set Ehr Gott, vor dessen Ungesichte nur ein Gott, was muß dein Sohn ertr. 126 Gott werde stets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Behre Großer Gott! erhabnes Wesen Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten 178 $. 27 74 322 85 452 95 207 104 144 365 150 461 481 53 170 Habe deine Lust am Herrn, bet Hallelujah! Jesus lebet. Erlößte 171 Halt im Gedächtniß Jesum Chrift 223 Helland! deine Menschenliebe 121 Heilger Geißt, du Himmelslehrer 201 Seil uns, aus unsrer Sündennoth 96 Herr, allerhöchster Gott! bei dem 313 Herr, deine Ullmacht reicht so weit 26 Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn Herr, der du mir das Beben 551 187 46% 182 336 Register. 386 Ich schäme mich vor deinem Thron Ich finge meiner Seelen suf Ich weiß, an wen mein Glaub 248 271 23 188 17 81 413 Ich weiß es, Gott! mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbst 330 407 476 21 Ich weiß gewiß, daß mein Erlöfer 161 Ich will dich noch im Tod erheben 541 55 Ich will, mein Gott, du König 63 Jehovah herrscht mit Majestät 429 Jehovah, Herr und König der Jefu, Arzt todtkranker Seelen Jesu, daß d meine Seele selbst 310 Jesu, durch dein Blut und Wunden 152 Jesu, meire Freude! efter Croft 319 Jeju, meiner Seelen Netter Jesus Christus, unser Heiland 79 3 401 112 164 514 311 perr, die trau tch; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht perr, du erforscheßt mich; bir bin perr, du fährt mit Glanz und Herr, du hast deinem Reich Herr, du kennest mein Verderben Herr, erhöre meine Klagen perr, es ist von meinem Leben perr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Gebet um deiner 282 535 perr, ich hab aus deiner Treu' perr Jesu Chrift, du höchstes Gut 291 Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm perr Jesu! Gnadensonne! wenn perr Jesu! send uns deinen Geist Herr, jaß doch mich recht feierlich, Herr, laß mich doch gewissenhaft Jesu, sieh mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Herr, lehre mich, wenn ich der Jefus meine Liebe lebt, dem es ist 167 pere, mache meine Seele fille Herr, mein Erlöser! nur von dir 346 Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an herr, meiner Seelen großen Werth 499 12 Ihm, der das Bicht entstehen hieß Herr, mein Bicht! erleuchte mich 3hr Christen rühmt, erhebt und Herr! mein Sicht, mein Hell und 459 3hr, die ihr wart verloren! hört Herr, mein Versöhner! der du herr, ohne Glauben kann kein M. 305 3hr Frommen, auf! die thr die herr! särke mich, dein Leiden zu herr, unfer Gott! dich loben wir 456 perr, unser Gott, wer ist dir gleich Herr! wir sehen hier vor dir Heute, sprach mein Heiland. heute 147 Ster bin ich, Jesu! zu erfüllen ster ist noch unsre Prüfungszeit 507 ter liege ich zu deinen F.- V.9 233 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. 497 172 384 270 309 474 198 550 111 49 132 442 477 40 Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn 3hr trüben Sorgen weicht, den Ihr Völker, jauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt 3hr Völker, simmet nun mit Fr. 118 In allen meinen Thaten laß ich 439 184 221 233 62 In deinem Namen, o Herr Chrif 425 546 334 288 5 tlf mir, mein Gott! verleihe Höchster! denk ich an die Güte Höchster Gott! wir danken dir pocht erwünschtes Seelenleben Hoflanna, Davids Sohn! der in püter! wird die Nacht der Sünden 297 320 183 299 292 457 452 348 Jauchze, auserwählt Geschlechte Ich armer Sünder, wer bin ich Ich bin ein Chrift: Gott ist mein 258 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum 76 Ich danke dir von ganzem Herzen 328 Ich danke meinem Gott, der mir 328 Ich denk an dein Gerichte, du 194 Ich erhebe mein Gemüthe sehnf. 236 Ich seh in tieffter Reue zu deiner 237 Ich freue mich der frohen Beit Ich freue mich, mein Gott, in Ich glaub an Gott; hoch fet Ich habe, Gott! mir ernfilich Ich habe nun den Grund gefunden 3 hab in guten Stunden des Ich hoff, o Gott, mit festem M. 246 3ch komme, Friedensfürft! zu dir 307 3ch komme, Herr! und suche dich 225 3ch komme vor dein Angesicht 3h preise dich, o Derr, mein Deil 232 267 255 303 335 92 523 409 189 Kaum steigt zu ihrem frohßten Sauf 163 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 120 König, dem kein König gleichet Kommt betend oft, und mit Vergn. 399 Komm heiliger Geißt, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer bellger Komm, o komm, du Geift des 8. Kommt her, Mühfelge, kommt Kommt, laßt euch den Herren 1 197 204 352 327 Saß deinen Geißt mich stets, mein 143 8aß doch, o Jesu, laß dein Reich 209 8aß mich doch nicht, o Gott! den 512 8aß mich doch, o mein Gott! Die 299 Laß mich, Höchster! darnach freb. 557 103 8aßt uns unsern Gott lobsingen Lehre mich, Herr! recht bedenken 501 Stebster Jesu! Gnadensonne, meines 412 289 Stebster Jesu, Troßt der Herzen Liebßer Jesu! wir sind hier, dich Bob, Ehre, Preis und Dank fet Lob, Ehr und Preis dem höchsten 449 Lobet den Herren, alle Heiden 8obsinge, meine Seele, dem W. 2obsinge Gott mit wahrem And. Lobt Gott, den Gott der Stärke 8obt Gott, der uns den Frühling Bobt, lobt den Derrn, the Nationen 443 4 97 444 166 440 455 68 300 Register. 2. 506 315 220 470 134 397 277 Mache dich, mein Geiß, bereit Mag doch der Spötter Heer des 312 Man betet, Herr, in 3tons Stille 50 Mein Auge sieht, o Gott, zu dir 58 Mein Bundesgott! ach, unterwetse 324 Metne Bebenszeit verstreicht, stündl. 536 einen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erloser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigst. 473 Mein ers Gefühl set Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jefu Meine Stimme ruft zur Höhe Mein ganzer Geift, Gott! wird Mein Geißt erstaunt, Allmächtiger 366 Wein Geiß soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 341 ein Gott, die ist bewußt die Mein Bott! du wohneft zwar im Mein Heiland! deine Größe geht 181 268 Mein Heiland lebt. Er hat die Mein Deiland! wenn mein Geißt 269 460 Mein Herz, ermuntre dich nun Mein Herz, ermuntre dich zum 364 Mein Hort ist Gott! thn laß ich 374 Mein Jesu, du hast unsre Schuld 119 Mein Jesus ist mein Leben. Netst 542 Mein Jesus fist zur rechten and 180 Mein Jefus triumphiret, und Mein Seben ist ein Pilgrimsland Mein Bebensfürßt! nun kann ich Mein Bebensfürst! zeig mir in Mein Salomo! dein freundliches Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der 340 Menschen ists gefest, zu sterben 275 Mit Ernst, o Menschenkinder, das 100 405 Mit Seufzen flag ich dir, mein 83 355 178 273 130 538 245 256 138 140 Nach einer Prüfung furzer Tage 278 Nach meiner Seelen Seltgkett nicht, daß ichs schon ergriffen 500 504 nie bist du, Höchfter, von uns 28 wie will ich dem zu schaden suchen 552 Nimm Gott, dem wir vertrauen 66 Noch bin ich dein Gast, o Erde 262 Noch immer wechseln ordentlich 59 Noch läßt der Herr mich leben 471 Noch nie haßt du dein Wort gebr. 31 Nun, Christen! laßt uns fröhlich 93 un danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe Nun ist es alles wohlgemacht 234 151 547 ur siebe ohne Heuchelei zeigt S. D Christe, Eingeborner, von D Christenbeit! fet hoch erfreut D erhabner Gott, an Macht und 94 113 638 105 43 45 D Freund, der meine Schuldenlaß 135 D Friedensfürß aus Davids Oft denkt mein Herz, wie schwer 434 D Gott! den alle Himmel ehren D Gott des Himmels und der€. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des parke Hand die W. D Gett, du bts die Biebe! Allein 34 D Gott! du bist mein Preis und 492 411 D Gott, du frommer Gott, du 404 431 35 D Gott, es fehlt uns Kraft und 136 D Gottes Bamm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift 306 D Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 369 D Gott, wer ist dir gleich! wie 27 D großer Gott! der alle Ding Dheiligste Dreieinigkeit, nach W. 41 D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers 8. DHöchster! deffen Kraft Buft DJesu, Brunnquell aller Freuden D König! dessen Majestät sich D Stebesglut, wie kann ich dich D Menschenfreund, o Jesu 390 60 427 125 293 98 226 351 159 74 403 D Seele, schaue Jesum an! hier D Tod! wo ist dein Stachel nun Dunfer Gott, wie voll ist deiner D Bater, allerhöchßter Gott! daß D Vater der Barmherzigkeit bei D Vater! groß im Himmelreich D welch ein Leiden, das mich D welch ein unschäßbares Gut 216 406 435 503 D Welt! steh hier dein seben am 139 Dwie unaussprechlich selig werden 280 , wohl dem Menschen, der dem 242 54 DWundergott! der alles schafft. P. 165 Preiset Gott in allen Banden Preis, Preis fet Gott! und Glück 249 Qual und Angst muß ich empfinden 417 Schaffet, Schaffet Menschenkinder 285 Schau, großer Herr der Derrlichk. 175 Schon ist die Zugend, mein Verl. 344 Schöpfer aller Menschenkinder 240 Schon ist der Tag von Gott beßt. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schüße die Deinen, die nach dir 212 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, fet zufrieden! was dir. 385 Seele, willst du Ruhe finden Seltg, Gott! find die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach sebt 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Set gnädig, Derr, nach deiner 142 472 231 263 146 281 Set hochgepriesen, Herr! für 144 61 Set, Seele! fark und unverzagt 521 Get zufrieden, mein Gemüthe Go stehen unsre Tage hin! auch 480 So gehst du, Jesu! williglich 126 Go femand spricht: ich liebe Gott 544 So ist von meiner kurzen Pilgr. 465 Soll sich mein Geißt, o Gott! zu 353 Gollt ich meinem Gott nicht singen 445 Sorge doch für meine Kinder 433 So schlummerßt du in stiller Ruh 153 So war ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein 8oblied 454 Strafe nicht, o Deiligster! mich 302 Straf, o Herr! mich nicht im 424 Sucht man die Freundschaft in der Bünder! willst du sicher sein Eag, den mir der Herr gemacht Trener Dirte deiner Deerde, du 11. Register. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewg ist Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Deiland steht gebunden Unumschränkte Siebe! Gönne 316 296 228 217 141 22 131 128 38 B. Berborgner Gott! dem nichts verb. 526 Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Vernimm, o Gott! vernimm metn 244 Boll Glauben will ich zu dir beten 372 Von dir kommt jede gute Gabe 400 Von ganzer Seele preis ich dich 414 Von Gott will ich nicht laffen 395 Bor dir, o Gott! sich findlich 370 301 44 485 329 410 Wenn ich ein gut Gewissen habe 251 Wenn tch, o Schöpfer, deine M. Wenn zur Vollführung deiner Pf. 326 Wer bin ich? welche wichtge Frage 496 Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Dütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und 555 Wer, Gott! dein Wort nicht hält 314 Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den Iteben Gott läßt w. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Christus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäg des Tags Wie Beucht dahin der Menschen Wie getroft und heiter, du Gebened. 250 Wie gnädig warß du, Gott, vor 419 Wie göttlich find doch Jesu żebren 123 Wie groß ist deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmachtgen Gate 33 Wie groß ist unsre Seligkeit 248 267 361 Wie herrlich strahlt der Morgens. 315 Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig stehen Wie lieb ist mirs, daß Gott zu 490 Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben 508 Wie selig bin ich, wenn mein G. 356 Wie selta, Gott! wie selig t 238 Wie selig, Herr! iß der Gerechte 345 553 Wie selta lebt ein Mensch, der 537 Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, o Jesu 115 357 Wie sollt ich dich, mein Gott Wie theuer, Gott! ist deine Güte 241 301 Wie treu, mein guter Hirte 77 Wie ungewiß iß, Derr, das Biel 539 Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir danny mein Heiland Wie wohl ist, Jesu, meiner S. Will mich, o Gott, hienteden des Wilß du der Weisheit Quelle Wilß du die Buze noch, die Gott 298 Wirf, blöder Sinn! den Kummer 114 Wir freuen uns, Here Jesu Chrißt 179 Wir Menschen sind von selbst 6 Wo find ich Gott, den meine Seele 354 Wo Bieb ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Herz, sei fiets ber. 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 Wohl dem, der beßre Schäße liebt 513 558 Wohl dem, der rta tig wandelt Wohl dem Men schen! der von. 389 446 Womit soll ich die wohl loben 81 Wort aus Gotte& Munde! Wort Wo soll ich hin? wer hilfet mir? 321 380 392 218 85 86 488 116 264 253 520 371 23. Wach auf, mein Derz! auf, träger 168 Wach auf, mein Herz! und singe 478 Wachet auf! so ruft die Stimme 272 Wachet auf vom Schlaf, thr S. 196 Warum sollt ich mich denn grämen 524 Was Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blodes 391 Was hilfts, daß ich mich quale 389 Was ich nur Gutes habe, ist deine 498 Was ist das Leben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 527 Was ist mein zeitlich Beben, das 511 was tas, daß ich mich quäle 528 Was ist vor deinem Angesichte 73 Was soll ich ängstlich klagen, und 394 Bas sorgt du ängstlich für dein 8. 533 Wetcht, ihr Berge! fallt, thr. 32 Welch hohes Beispiel gabs du mir 350 Wenn Christus seine Kirche schügt 214 Benn der Sünder hat mißhandelt 294 Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang 517. 3. 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. ( Anmerkung. Unter der Bezeichnung ,, Neue Melodie" werden diejenigen Melos dteen verstanden, welche im Jahr 1770 von Becker, im Jahr 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Beştere sind mit* bezeichnet). 1. Neue Melodie( felt 1835). 1. Komm heiliger Geißt, erfüll. 2. 3. Gott, du unser Vater bist. 2. Gott, der du unser Vater bift. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen G. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Stebster Jesu, wir sind hier. 5. Pöchster Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein Bicht, erleuchte m. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134, Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du hast in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Herr, wir sehen hier vor dir. 6. Es ist das Seil uns kommen her. 6. Wir Menschen sind von selbst, 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilgrimt bin ich in der W. 291. Herr Jesu Christ, du höchftes G. 304, es ist das Heil uns kommen h. 351, D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du bist der Herr der. 514. Derr, laß mich doch gewissenh. Können auch nach Nr. 15, 30 119 u. 215 gesungen werden' 7. Wer nur den lieben Gott läßt w. 7. Dein Wort, o Höchster, ist vollk. 11. Der du das Dasein mir gegeb. 25. Du weiser Schöpfer aller D. 31. Noch nie hast du dein Wort g. 45. D Gott des Himmels und der E. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 60. Herr und Schöpfer unsers. 70. Dein bin ich, Gott, dein ist m. 73. Was ist vor deinem Ungesicht. 92. Ich habe nun den Grund gef. 148. es ist vollbracht! so ruft am K. 241. Wie theuer, Gott, is deine G. 276. Es ist noch eine Ruh vorhand. 279. Du gabft mir, Ewger, dieses. 286. ott, bilf mir, daß ich Buße tb. 338. Gott, dir gefällt kein gottlos. 341. Mein Gott, ach lehre mich erk. 355, Mein Gott, du wohneßt zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich kindlich. 380, Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott sorgt für mich, was soll. 399. Komm bätend oft und mit Ver. 420. Es zieht, o Gott, ein Kriegesw. 460. Mein Herz, ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich? welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf E. 532, es eilt der lette von den Tagen. 534. Du Herr und Metßter meiner. 9. Können auch nach Nr. 42, 72. und 234 gesungen werden. 8. O Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott, daß mein S. 129. Seht, welch ein Mensch, ach f. 185, Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298, Willst du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spötter Hecr. 313, Derr, allerhöchster Gott. 340. Mein Vater und mein Gott. 388, es hilft uns unser Gott. 411, D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warst du, Gott. 469, ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Will ints, großer Gott. 516, Du haft uns, Herr, die PA. 553. Wie feitg lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 ge: fungen werden. un danket alle Gott. 9. Gelobt seißt du, o Gott. 14. Anbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforscheft mich. 75. Allmächtig großer Gott. 99. es lag die ganze Welt. 328. Ich danke meinem Gott. 342. Du sagt, ich bin ein Chriß. 402. Wohl auf, mein Derz, wohl auf. 427. D Höchter, dessen Kraft. 450, un danket alle Bott. Melodieen- Verzeichniß. 451. Durch dich, o großer Gott. 462. Froblocket, tung und alt. 512. Laß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz. Können auch nach Nr. 8 ge. sungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290, Uch Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lobwasserischen Melodieen. 15. Der Spötter Strom reißt. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. 85. Wie ein Geschwäs des Tags. 409. 3ch komme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547, Nur Liebe ohne Heuchelet. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Zöh sei ehr. 15. Der Herr ist Gott und keiner. 39. Gott, unserm Gott allein fet. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist niem. 96. Hell uns, aus unsrer Sünd. 98, D Siebesglut, wie kann ich. 168. Wach auf, mein Ders! auf. 180. Mein Jesus sigt zur rechten. 184. 3hr Völker in der ganzen Welt. 223, alt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. 3ch preife dich, o Herr, mein». 268, Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich. 442. 3hr Knechte Gottes, lobt den. 449. 206, Ehr und Preis dem Höchft. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466, Gott ruft der Sonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30,119 und 215 gesungen werden. 16. Pfalm 8 der Lobwasserischen Melodieen. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du big die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. D unfer Gott wie voll ist d. 154, D Freund, der meine Schuld. 239. Uch, schone doch, o großer. 390, D Herr, mein Gott, durch d. 473. Mein erster Wunsch, mein. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu. 17. Neue Melodie. 17. Gott, mache du mich selbst 24. Allwissender, vollkommner. 40. Derr, unser Gott, wer ist dir. 106. Gottessohn und Menschenk. 331. Bewahre mich, Derr, daß der. 337. Der du Verstand und Tugend. 403, D Vater, allerhöchster Gott. Können auch nach Nr. 218 ge. fungen werden. 303 18. Psalm 27 der Lobwasserischen Melodieen. 18. Auf, auf mein Geiß, auf! 63. Jehovah herrscht mit Majestät. 19. Neue Melodie. 19. Gott ist mein Lied. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 26. Machs mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, deine Allmacht reicht so. 28. Nie bist du, Höchster, von u. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314. Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabßt. 513. Wohl dem, der beßre Schäke 544. So jemand spricht, ich liebe.. 555. Wer dieser Erden Güter hat. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Lobwasseris schen Melodieen). 29. Gott, vor dessen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Heiland steht gebunden. 152. Jesu, durch dein Blut und. 165. Preifet Gott in allen Banden. 188. Herr, du fährst mit Glanz und. 206. Edler Geißt im Himmelsthrone. 207, Geist vom Vater und vom. 217. Creuer irte deiner Heerde. 285. Schaffet, schaffet, Menschent. 288. Höchster! denk ich an die Gilt. 327. Kommt, laßt euch den Herren. 412. 2tebster Jesu, Gnadensonne. 468, bermal ein Jahr verfossen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenk. 540. Ach, err, lehre mich bedenk. Können auch nach Nr. 116 ge fungen werden. 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Ger. 41. D heiligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Fr. 71. Dir, Gott, fet Preis und D. 93. Nun, Chrißen, laßt uns fröhl. 159, D Zod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig hast du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. D Vater der Barmherzigkeit. 257. Getroft, mein Herz, verzage. 258. Ich bin ein Christ, Gott ist. 503. D welch ein unschägbares Gut. 515, Gott ifts, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 und 215 gesungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Welcht, ibe Berge, fallt, the. 117. Gott der Juden, Gott der D. Melodieen- Verzeichniß. 304 204. Stomm, o tomm, du Geift des. 393. Auf, mein Getß, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der e 33. Psalm 66 der Lobwasserischen Melodieen. 33. Wie groß is des Allmächtgen. 51. Set feurig, Seele, Go t zu. 64. Erhebet Gott durch neue vieder. 118. Jhr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. 3hr Chrißen, rubmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchte. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: un lob, mein Seel den 5.) 34. D Gott, du btß die Li.be. 166. Lobsinge, meine Sele. 181. Mein Heiland, deine Größe. 448. Auf, meine Seele, finge. 35. Wie schön leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke hand die W. 105. O Friedensfürßt aus Davide St. 187. Derr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unfre Seligkeit. 264, Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geißt, Gott. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, deffen weiser Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenl. Psalm 36 der Lobwasserischen Melodieen. 36. Gott, deine Huld und Güttgk. 37. Neue Melodie 37. Getreuer Gott, wie viel Ged. 135, Erfülle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bist. Können auch nach Pr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte Siebe. 42. eue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehr. 43. D Gott, den alle Dimmel ehr. 251. Wenn ich ein gut Gewiffen. 362, Du Vater deiner Menschenk. 364. Mein Herz ermuntre dich z. 382 3ch danke dir von ganzem Derz. 428. Des Donners schreckendes. 490. Wte lieblich ist doch, Derr, die. 541. 3ch will dich noch im Tod erheb. können auch nach Nr 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Pfalm 140 der Lobwasserischen Melodieen. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Ich glaub an Gott, boch fei. 323. Erheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf in deine Hütte geben. 372. Voll Glauben will ich zu die 426. Bringt her, thr Machtigen. 443 8obt, lobt den Herrn, thr. 447. Du bists, dem Ruhm und D. 519. Entebre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gefungen werden. 47. Jefus meine Zuversicht, 47. Herr, du haft in deinem Reich. 107. Gottes und Marten Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gem. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank set d. 535. Herr, tich hab aus deiner Tr. 536. Meine Lebenszeit vertretcht. Konnen auch nach Rr. 156 ge fungen werden. 48. O Welt, ich muß dich laſsen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. 3n allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. D Welt, sieb hter den* eben. 150. Froblocke, mein Gemuthe 367, Dir dank ich für metn Beben. 394. Was soll ich angstlich klagen. 467, Serr, der du mir das Beben. 487. Schon rubet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520 Bin mich, o Gott, btenteder 523 Jcb hab in guten Stunden. 528 Was ists, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Vater. 49. Psalm 33 der Lobwasserischen nielodieen. 49. 3br Frommen, auf! die ihr die. 125. D Jefu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, fet dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobwasserischen Melodieen. 50. Man betet, Derr, in Bions. 213. Gott ist uns Stärk und Sch. 552. Nie will ich dem zu schaden. 54. Psalm 62 der Lobwasserischers Melodieen. 54. D Bundergott, der alles sch. 377. Mein Geißt soll nun in Gott. 391. Was grämst du dich, mein. können auch nach Nr. 283 ge fungen werden. 55. 7eue Melodie. 55. 3d will, mein Gott, du St. 137. Gott, der du für uns deinen. 143. af denen Beiß mich Bets. 144. Get hochgeprtefen, Derr, fülv. Melodieen- Verzeichniß. 209. Saß doch, o Jesu, laß dein. 212. Schüge die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis fet Gott und 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geiß, o Gott, zu. 441. Gelobt sei Gott, ihm will ich. 484. Entflohen sind auch dieses. 491. Dieß ist der Eag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid u. 546. Hilf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100, Mit Erns, thr Menschenk. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gesungen werden. 57. Dalet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. 3hr, die thr wart verloren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentl. 76. 3ch bin, o Gott, dein Eigenth. 242, D wohl dem Menschen, der d. 356. Bie felig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geißt erstaunt, Allmächt. 457. J* finge meiner Seelen 8uft. Können auch nach Nr. 102 und 480 gesungen werden. 61. eue melodie. 61. Set zufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott lobs. Können auch nach Rr. 524 ge, fungen werden. 65. Psalm 97 der Lobwasserischen Melodieen. 65. Der König aller Welt. 66. psalm 130 der Lobwasserischen melodieen. 66. Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gesungen werden. 305 488. Wie lang darf ich noch säum. 558. Wohl dem, der richtig wand. Können auch nach Nr. 57 und 66 gesungen werden. 69. psalm 89 der Lobwasserischen Melodieen. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde fets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 8. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine nad ist unser 2. 344. Schön ist die Tugend, mein. 354, Wo find ich Gott, den meine, 371, Willst du der Weisheit Quelle. 374. Mein Hort ist Gott! ihn laß. 384. Herr, mache meine Seele ft. 398. Dein Heil, mein Geißt, nicht. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die G. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder ( Berzlich thut mich verlang 67 Befiehl du deine Wege. 115 Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wund. 193. Bedenk: Mensch, das Ende. 194. 3ch denk en dein Gerichte. 237. Ich fleh in tiefster Reue. 260. Gern will ich mich ergeben. 38 Chrißt, alles was dich fränket 471, och läßt der err mich leb. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir is bewußt. 322. We Bieh ich Sünder hin. Können auch nach Wr. 463 ges sungen werden. 79. Psalm 38 der Lobwasserischen Melodieen.( Meine Armuth macht mich schreien). 79. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Err. 297, üter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine 8. 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. 3euch mich, zeuch mich mit den ( Unser Zerscher, unser Kön. 81. Herr, du fenneßt mein Verd. 124. Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein hab ich gesündigt. 461, Gott im Himmel und auf E. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127, Gottes Lamm, durch deffen. 177, Großer Mittler, der zur R. 236. Ich erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Wenschenkinder. 262. Noch bin ich dein Gaft, o E. 275. Menschen ists gefest, zu ferb. 280. Dwie unaussprechlich selig. 310. Jesu, daß du meiner Seele. 311, Jefu, sieh mich an in Gnad en 317, Eins is noth, ach Herr, di eß 347. Du, der Derz und Wieren. 20 Melodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, deffen. 386, Herr! dir trau ich auf der E. 438. Dir, mein Gott, will ich lobs. 446, Womit soll ich dich wohl lob. 557, 8aß mich, Höchster! darnach str. 84. Psalm 51 der Lobwasserischen Melodieen. 84. Die Quell, woraus der M. 130. Mein Bebensfürß! nun kann. 226. D Menschenfreund, o Jesu. 281. Set gnädig, Herr, nach d. 86, Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86, Wie fleucht dahin der Mensch. 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jesu, meine Freude. 89. Wort aus Gottes Munde. 250. Wie getroft und heiter. 319. Jesu, meine Freude. 385. Seele, sei zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist erst verd. 334, ilf mtr, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Zerr Christ, der einge Gotts. 94. Christe, eingeborner. 158. Der Held hat überwunden. 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95, Neue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt). 95. Gedanke, der uns Leben gibt. 97. 2n Wasserflüssen Babylon. ( Ein Lämmlein gebt und tr.) 97. 806, Ehre, Preis und Dank. 126. So gehst du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der W. 225. 3ch komme, Herr, und suche d. 229. Du, Herr, haft aus Barmh. 293. Köntg, dessen Majestät. 339. Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges sungen werden. 01. Zeue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 174. Der Herr fährt auf gen H. 178. Mein Jesus triumphiret. 455, Lobt Gott, den Gott der St. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 gefungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Also hat Gott die Welt gel. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gesungen werden. 104. Gelobet feist du, Jesus Christ. 104. elobet feißt du, Jesus Christ. | 108. eue Melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das Dell errung. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 109. Vom Simmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott. 162, Dich bet ich an, erstandner H. 163. Kaum steigt zu ihrem frobßen. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfr. 176. Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Ch. 186. Die Erd und was darinnen ist. 210. Gott, der uns immer Gutes. 431. D Gott, des gnadenvoller R. 439. Jhr Völker, jauchzt mit froh. 493. Dieß, Christen, ist der Lag d. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 u. 436 gefungen werden. 110. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ermuntre dich, mein schwa cher Geist). 110. Gott, deine Gnade fet gepr. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das 3. 112. Neue Melodie. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. D Christenheit. set hoch erfr. 114. Wirf, blöder Sinn, den K. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang soll ich traurig feh. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Bater liebes. 363. Gott, mein Vater, deine 8. 433. Sorge doch für meine Kinder. 476. err! es ist von meinem 8. 485. Werde munter, mein Gem. 486. Auf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ge fungen werden. 119. Aus tiefer Noth schrei ich zu d. 119. Mein Jesu, du haßt unsre Sch. 182. Herr Jefu, deiner Glieder N. 191. Er kommt, er kommt zum Weltg. 248. Ich weiß, an wen mein Gl. 306. D Gottes Sohn, Herr Jesu Chr. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet m. 376. Du hast, mein Vater und m. 387, Der Herr ist meines Lebens. 404, D Gott, es fehlt uns Kraft u. 408. Gott, deine Güte reicht so w. 590. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. Zur Arbeit, nicht zum M. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. gl. 120. Vater unser im Simmelreich. 120. Kein Behrer ist dir, Jesu, 300, So wahr ich lebe, spricht d. 406. D Vater, groß im Himmel r. 87. Hier ist noch unsre Prufungsi. Melo dieen- Verzeichniß. 121. Schmücke dich, o liebe Seele. 121 Heiland, deine Menschenliebe. 189, König, dem kein König gletch. 231, Seele, willß du Ruhe finden. 131. Herzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jesu, was haft d. 132. Herr, stärke mich, dein Betd. 550. Herr, mein Versöhner! der d. 551. Herr, deine Sanftmuth ist n. Können auch nach Nr. 55 ges fungen werden. 136. O Lamm Gottes, unschuldig. 136, D Gottes& amm, unschuldig. 148. Christus, der uns selig macht. ( Schwing dich auf zu deinem) 138. Mein Erlöser, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hångt am Kreuz. 140. Mein Erlöser hängt am Kreuz, 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Stinderw. 224, Gelobt seißt du, Herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307. 3ch komme, Friedensfürß, zu. 359. Der du mich als ein Vater 1. 145. Neue Melodie. 201. Hellger Geißt, du Himmelslehr. 294. Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur 9. 407. Herr, crhöre meine Klagen. 458. Großer Gott, Herr aller. 145. Begleite mich, o Chrißt. 146. Nene Melodie.( Rommt ber- 205. un bitten wir den heilgen G. aus, all ihr Jungfrauen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 153. Der Tag ist hin, mein Geist. 153. So schlummerß du in stiller R. 155. Am Kreuz erblaßt. 205. Des Vaters und des Sohnes. 208. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. Ein Barker Schuß ist unser. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Derr, bet deinem Kann auch nach Nr. 3, 13, 109. 197 u. 436 gesungen werden 214. Neue Melodie. 214. Wenn Christus seine Kirche. 215. Ach Gott vom Himmel sieh. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen flag ich dir m. 421. Ach Gott, wir treten hier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Bunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 156. Dennoch bleib ich sters an dir. ( heinen Jesum laß ich nicht). 156. Auf, mein Herz! ein froher T. 172. Jesus lebt, mit ihm auch ich. 230, Didy, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jesum laß ich nicht. 365, abe deine Lust am Herrn. Können auch nach Nr. 47 ges sungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab g. Kann auch nach Nr. 160 ge. sungen werden. 307 167. Sofianna, Davids Sohn. 167. Jefus, meine Liebe, lebt. 183. Hosianna, Davids Sohn. 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171. Halleluja, Jesus lebet. 196. Wachet auf vom Schlaf, the. 272. Wachet auf! so ruft die St. 452. Jauchze, auserwält Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Tag frohlocken wir. 190. O Ewigkeit, du Donnerwort. 190. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 192. Der unsre Menschheit an sich. 197. Romm, o Gott, Schöpfer. 197, Komm, o Gott, Schöpfer, hetlg. 175. Schau, großer Herr der Perri. 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 u. 436 gesungen werden. 160. Neue Melodie. 160. Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ges fungen werden. 161. Psalm 32 der Lobwasserischen Melodieen. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Geiland. 164. Jesus Christus, unser Hetland. 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Psalm 77 der Lobwasferischen Melodieen. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Wie Christus selbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ges fungen werden. 222. Psalm 91 der Lobwasserischen Melodieen. 222. Als Jefus fegund sterben w. 392. Wer unter Gottes Schatten. Können auch nach Wr. 90 ges fungen werden. 20* Melodieen- Verzeichniß. 308 227. Psalm 5 der Lobwasserischen Melodieen. 227. Wie groß ist deine Menschent. 234. Neue Melodie. 234. Mun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung kurzer S. 345. Wie feltg, Herr, ist der Ger. 357, Wie follt ich dich, mein Gott. 400, Bon dir kommt jede gute. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimst. 410. Wer kann, Gott, je was Gut. 274. Psalm 16 der Lobwasserischen Melodieen. 509. Der Wollust Retz zu widerstreb. 510. Des zeibes warten und ihn. 627. Was iß mein Leben auf der. Können auch nach Rr. 7, 42 und 72 gefungen werden. 238. Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie felig, Gott, wie selig tft. 246. 3ch hoff, o Gott, mit frohem. 352. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Serr, meiner Seele großen W 548. Du liebt, o Gott, Gerechtigk. 243. Psalm 1 der Lobwasserischen Melodieen. 243. Der Herr ist gut, in deffen D. 244. Neue Melodie. 244. Vernimm, o Gott! vernimm 245. psalm 19 der Lobwasserischen Melodieen. 245. Mein Salomon, dein freundl. 253. Psalm 4 der Lobwasseriſchen Melodieen. 253. Wie wol ist, Jesu, meiner Seel. 254. Plalm 46 der Lobwasserischen Melodieen. 254. Beglückter Stand getreuer S. 494. Der Herr des Himmels und d. 255. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. Ich freue mich, mein Gott, in 414. Von ganzer Seele prets ich d. 481. Für alle Güte sei gepreift. 521. Set, Seele, stark und unverz. Können auch nach Nr. 415 ge fungen werden. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256. Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 259. Neue Melodie. 259. Der Derr, mein Hirt, beh. 265. Plalm 103 der Lobwasserischen Melodieen. 265. Wie komm ich doch, mein S. 440, Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich d. 266.unlaßt une den Leib begrab 286. Begrabt den Bets in seine Gr. 267. Was Gott thut, das ist wohlg. 267. Ich freue mich der frohen 3. 373. Auf dich, Herr, nicht auf m. 375. Der Herr ist meine Zuversicht. 525, Was Gott thut, das ist wohig. 273. Psalm 84 der Lobwasserischen Melodieen. 274. Auf, träger Geißt! laß das. * 283. 7cue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gesun. gen werden. 284. Liebster Jefu, Trostder Herzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehr. 389. Liebßer Jesu, Troß der Herz. 292 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. 3ch schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chr. 295. Neue Melodie. 295. An dir allein hab ich gesänd. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gesungen werden. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, willst du sicher sein. 301. 3euch ein zu deinen Thoren. 301, Wie treu, mein guter Hirte. 358. An dich, mein Gott, gedenken. 389. Was hilft's, daß ich mich qu. Können auch nach Nr. 56, 101 und 429 gefungen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o Heiligser. 406. Mache dich, mein Geiß, bereit. 316. err hör, ach höre mein Gebet. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobwasserischen melodieen. 320. Höchst erwünschtes Seelenleben. 401. Jesu, meiner Seelen Retter. 324. Psalm 116 der Lobwasserischen Melodieen. 324, ein Bundesgott, ach unterw. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst v. 361, Wie lieb ist mirs, daß Gott. 465. So ist von meiner kurzen Pilgr. 326. Neue Melodie. 326, Wenn zur Vollführung deiner. 348. Es woll uns Gott genådig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Herre Gott). 348. Ich armer Sünder wer ich bin. Melodieen- Verzeichniß. 309 360. Gott Vater ich glaub an dich.| 444. Lobet den Herren, alle Seiden. 360. Wohlan, mein Herz! sei fets. 368. O großer Gott von Macht. 308, du erhabner Gott. 444. 8obet den Herren, alle Delden. 456. Neue Melodie. 456. Herr, unser Gott, dich loben wir. 369. Psalm 26 der Lobwasserischen Melodieen. 459. Alles ist an Gottes Segen ( Jesu, deiner Kirchen Gl.) 459. Herr, mein Licht, mein Deil 463. Neue Melodie. 369, D Gott, wer ist die gleich. 381. Wohl dem Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von p. 413. In dich hab ich gehoffet. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganz. 423. Ach Gott, du unser Sebensl. Können auch nach Nr. 255 ges fungen werden. 415. Verleih uns Frieden gnädigl. 415. Verleih uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! fieh, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befrete meinen Geist. 538. Mein Lebensfürst! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden * 430. Neue Melodie. 430. Erlöser, sieh auf uns hernieder 435. Warum betrübst du dich, mein 435. D welch ein Beiden, das mich 474. 3hm, der das Licht entstehen. 436. Psalm 134 der Lobwasserischen Melodieen. 436. Auf, Christen! preißt mit mir den. 437. Erhebe Gottes Helligkeit. 942, D Gott, du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 211 gefungen werden. 463. Besingt Gott Bebaoth. 477. Jhr trüben Sorgen welcht. Können auch nach Nr. 78. gesungen werden. 470. Neue Melodie. 470, ein erß Gefühl sei Preis. 478. un laßt unsGottdemherren. 478. Wach auf, mein Herz! und singe. 480. un sich der Tag geendet hat. 480. So stehen unsre Tage hin. Kann auch nach Nr. 59 und 102 gesungen werden. 524. Neue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gräm. Kann auch nach Nr. 61 gesuns gen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du klagst, o Chrißt, in schweren. 531. Neue Melodie. 531. Du flagst und fühleft die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gesungen werden. 533. Neue Melodie. 533. Was sorgft du ängstlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jesus ist mein Seben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. Ach Gott und Derr 10 417 15 284 292 4 Ach Gott, vom Himmel sieh darein 215 Ach Herr, mich armen Sunder 67 A mein Jesu, sich, ich trete Bein Gott in der Höh set Ehr Dein zu dir, Herr Jesu Chrißt Ale Menschen müssen sterben 20es if an Gottes Segen An Waffersluffen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 82 444 413 In dich hab ich gehoffet, Derr ( Komm heiliger Geiß, erfüll 1) Kemm, o Gott, Schöpfer, hellger 197 Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebßter Jesu, Troßt der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier Rober den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gott, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) Meine Biebe hängt am Kreuz Meine Seele, willst du ruhn 429( Meinen Jesum laß ich nicht 119 Mein Gott, das Herz ich bringe 157 Nun bitren wir den heilgen Geißt 205 Nun danket alle Gott 459 97 173 140 78 56 9 29) 1566 Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Chriß lag in Codesbanden Shriß, unser Herr, zum Jordan kam 218 Chriftus, der ist mein Beben @ brißus, der uns felig macht Dennoch bleib ich fets an dir Der Tag if hin, mein Geißt Durch Adams Fall ist ganz verderbt 90 ein feste Burg ist unser Gott 542 138 156 153 190 208 418 211 6 Nun laßt uns den Leib begraben 266 Nun laßt uns Gott dem Herren 47) ( Nun lob, mein Seel, den Herren 348 480 Nun sich der Tag geendet hat D Ewigkeit, du Donnerwort D Gott, du frommer Gott ( ein Sammletn geht und trägt die 97) D Gott, du unser Vater bißt Entbinde mich, mein Gott D Gott Vater, ich glaub an dich Erbalt uns, Herr, bei deinem D großer Gott von Macht ( Erborm dich mein, o Herre Gott 348) D Bamm Gottes, unschuldig ( Ermuntre dich, mein schwacher 110) D Welt, ich muß dich lassen es ist das Heil uns kommen her 121 Schmücke dich, o liebe Seele Es ist gewißlich an der Zeit ( Schwing dich auf zu deinem Gott 136) es woll uns Gott genädig sein ( Sollt ich meinem Gott nicht singen 108) Freu dich sehr, o meine Seele Straf mich nicht in deinem Born Gelobet feißt du, Jesus Chriß ( Unser Herscher, unser König Gott des Himmels und der Erden 32 Valet will ich dir geben Gott sei Dank in aller Welt 22 Vater aller Gnade Perr Chrißt, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Derr Jesu Chrißt, dich zu uns wend Derzlich lieb hab ich dich ( Derzlich thut mich verlangen Derzitebster Jesu, was hast du Hosianna, Davids Sohn 30 348 29 104 3 141 67) 131 167 256 ( 3ch hab mein Sach Gott heimgest. 86) 3ch ruf zu dir, Herr Jesu Chrift 3ch weiß, mein Gott, daß all mein 255 ( Jesu, deiner Kirchen Glteder Jesu, meine Freude 459) 89 Jesus Christus, u fer Delland Befus, meine Zuversicht 8 3 360 368 136 48 302 81) 57 199 120 415 109 56 Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich Von Gott will ich nicht laffen Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrübß du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe Wer nur den lieben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 116 164 Beuch ein zu deinen Thoren 47 Beuch mich, zeuch mich mit den 7 35 381 38 301 81 S e bete. Morgengebete. 311 ott, Schöpfer und Herr Himmels habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es thäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besize. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nachtmit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß dumeinen Leibdurch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Šie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafürdankenkönnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesege übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schåndlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wollteft? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater feines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu fegnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Beit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in dei ner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gort, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Borsag, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Berhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner ſeligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsag mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, uno jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, dir den schuldigen Gehorsam verweigert 1 unverzüglich unterdrücke. Laß die Vor 312 Morgengebete. stellung von deiner Alwissenhit und All-| aufgestanden bin. Du hast nächtliche gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Geseße erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüglich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich geseget hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäft en, und begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men schen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Überglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns geseget hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Umen. Unser Vater 2c. Alm [ Umächtiger und unendlich gütiger Gott, deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schug hätte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem máchtigen Schuge befehle ich mich darum an dieſem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschliessungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gib mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gefehet hast, mir auf leget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsäglichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stårken. Wenn ich aus Uebereilung fehlt, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler auf richtig bereue, bei dir Vergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle umstånde meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe au dich, du wirsts wohl machen, Umen. 313 Abendgebete. ch 1 und komme mit Danken vor dein allen Reizungen zum Stolze, zur EitelUngesicht. Jeder Tag, jede Stunde, keit, zum 3orn, zur Unzufriedenheit, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir zur Wollust widerstanden, und mich recht neue Beweise von deiner väterlichen Huld sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Gnade, und legt mir neue Ver- und Begierden, noch mit Worten und pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Werken zu fündigen? Habe ich meine Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl Wohlthäter, auf. Auch heute hast du angewandt, als ich es håtte thun sollen dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt und thun können? Habe ich meine Pflichgelassen. Auch heute hast du mir in ten gegen dich, gegen meinen Nächsten allen Absichten viel Gutes gethan. Wie und gegen mich selbst mit der Willigkeit, viele bekannte und unbekannte Gefahren mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, und Uebel hast du durch deine gnädige wie es deine Wohlthaten und meine Vorsehung von mir abgewandt! Vor Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln in einer solchen Verfassung, daß ich die großesten sind, hast du mich Schwa- freudig sterben und mich einer seligen chen bewahret! Wie viele geistliche und Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner gefallen sollte, meinem irdischen Leben freigebigen Hand empfangen! Womit in dieser Nacht ein Ende zu machen? soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt vergelten, das du an mir gethan bast? mich diese Prüfung! Herr, wer kann Nimm meinen Leib und meine Seele merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir zum Opfer hin. Sie sind dein und auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht deinem Dienste, deiner Verherrlichung ins Gericht mit mir, denn vor dir ist sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir nur mein Eifer, dir zu gefallen, be meine Sünden und Uebertretungen. Ich ständiger, möchte der Gehorsam, den ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entdir leiste, reiner und vollkommener sein! schließemich, indeiner Furcht mich immer Uber, o mein Gott, wie weit bin ich mehr von allen Befleckungen des Fleinoch von dem Ziele der christlichen Voll- sches und des Geistes zu reinigen, und kommenheit entfernt! Wie vieler Nach- meine Heiligung zu vollenden. Stärke lässigkeit und Trägheit im Guten, wie mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorvieler Vergehungen und Fehler muß ich sage. Stehe mir in der Ausführung des mich täglich vor deinem Ungesichte be- selben mächtig bei. Gib, daß ich alles, schuldigen! Habe ich wohl den vergange- was dir zuwider ist, hasse, und als das nen Tag in aller Absicht so zugebracht, größte Uebel meide und fliehe. Gib, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, daß ich alles, was dein heiliger Wille einem Christen, einem Erben der zu- von mir fordert, aufrichtig und mit fünftigen Herrlichkeit anständig ist? Freuden thue. Laß mir den morgenden Habe ich in deiner Furcht gewandelt, Tag heiliger sein, als den heutigen. und die Empfindung deiner Gegenwart Laß mich täglich an Weisheit und Tuforgfältig in meiner Seele unterhalten? gend wachsen, und immer mehr nach deihabe ich mir das Beispiel meines Herrn nem Ebenhilde erneuert werden. Hege und Heilandes zum Muster der Nach- ich Haß und Neid gegen irgend einen ahmung vorgesegt, und durch mein Ver- Menschen in meinem Herzen, so laß den halten bewiesen, daß ich ein Jünger und Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm Nachfolger des demüthigen, des sanft: verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit müthigen, des wohlthätigen und himm- Gutes wünsche, und ihm solches wirklich lisch gesinnten Sefu sei? Habe ich jeden zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so Anlaß, mich selbst zu bessern und andern einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst Das Gebet des Herrn, umschrieben. 314 vor deinem Richterſtuhle zu erscheinen wünsche. mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibesund Seelenkräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. Barmherziger, gnädiger Gott, unter ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Born vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Ungesichte sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnådig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über | mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wieder um geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet haft. Erhöre mich um Jesu Chrifti. deines geliebten Sohnes willen, Amen, Das Gebet des Herrn, du im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrumschrieben. auf dem ganzen so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet bast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315% des Lasters und des Unglaubens wandeln.| so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel voll zogen werden. so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergibst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir ge= fallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gotiseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Ubhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich sehen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unfern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehauft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie haffen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, Vor dem Genusse des Her err, Herr, Gott barmherzig, gnå| dig, geduldig von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außer: ordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våter: lichen Liebe gegeben haft. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten. dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. heiligen Abendmahls. gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Uuch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten 316 Vor dem Genusse des Zeichen und Versicherungen mittheilen, 1 mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und felig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott, ver: zeihe mir, daß ich bisher meinen Ver: pflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und ge: horsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Uber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens sein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. heiligen Abendmahls. eiland der Welt, Herr Jesu Christ, du haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden segtest du das heilige Abendmahl zum Troste det ner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittlerzwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Unblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Geligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß fein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergåße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehrund den Dank zu geben, die dir gebühe ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Be gierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein müh seliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreif mit Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 317 Bußfertigkeit und Glauben die Gnade,| gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Borsag zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geift, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Berstellung aus meiner Seelevertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kraftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbruchlicher Treue zu halten, Umen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lube den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnådig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecke ich, den Herrn, und mein Geift roßer meine Seele erhebet ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Faisch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Misse: that meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du une mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchften ange: nehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herr lichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der nennen. In ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Sott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Bolke. 318 Gebet eines Kranken. Sünden. Du bist für mich gestorben. Duheiten, die ich an mir habe, ernstlich haft dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dirzu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namenunter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig und meine Verdammnißum soviel schwerer machen. Uch Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sei du in meiner Schwachbeit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denfelben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kámpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich der= einst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Umen. o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese BVerpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welchein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse GewohnGebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes| ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und und der Gnade, ich demüthige schweige nicht zu meinen Thránen. mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, tannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Bu dir allein wente Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bift. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Uch, ich Unglück Gebet eines Kranken. 319 D seliger! Uch, daß ich dich zum Zorn| führen und zeigen möge, daß ich in der wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar sein, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos sein, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Súünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet fehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Urm deiner Gerechtigkeit aufhält. erbarmungsvoller Gott, hdre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gånzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich ichlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gib mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, ſo man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel find umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern de in Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Schule deiner Züchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu sein, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. haft du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern, so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet sein.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jeßt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Überdu lebest immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüßer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange fie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe.) Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Umen. 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. roßer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Uch ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken?| Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Sch erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Wengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzúrnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gib mir das nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Bockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneis digen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, ſo Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückge= fallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein 3ittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist geſund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, die doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren follen, wie bald diese Welt, die ein Schauplag ist, ihre Gestalt verandere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Hers zen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Uch! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher ſei. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Hore igre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß 321 sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gib einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergeſsen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Umen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. die Schmerzen des Todes, und gib ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Lodesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Unfechtung und Angst, in seinem 3ittern und 3agen auf die Erde gefloffen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. O Herr, es ist nunmehr Übend bei ihr worden, und der Eag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Uch, stårke in Gnaden ihren Geist. Mache ſie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit machtig sein. Alm [ Umächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jest vor deinem heiligen Angesichte, und .bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Uch, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Uch, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, Oliebster Heiland Jesu! du haft ihren legten Feind; sei nicht ferne von verheißen, wenn du werdest erhöhet ſein, ihr, denn die Angst ist groß. Es ist so wollest du uns alle zu dir zichen; hier kein Helfer, denn du allein. Reinige nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet fie, o Gott, durch das Blut deines worden, und hast daselbst alle unsere Sohnes von allen ihren Sünden, ver- Missethat versöhnet, sondern du bist siegele durch deinen heiligen Geist in auch nach deiner Auferstehung über alle ihrem Herzen die Gewißheit der Selig- Himmel erhaben worden, damit du vor keit. Sprich zu ihrer Seele: Mein dem Ungesichte deines himmlischen BaSohn( meine Tochter) sei getroft, dir ters für uns erscheinest. So ziehe tann find deine Sünden vergeben. Stårke diese Schwache durch die kräftige Wirund erhalte sie in heiliger Vollbringung kung deines Geistes zu dir, daß sie dir deines Willens, damit sie dir getreu nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der bald einfallenden Kerker ihres Leibes, großen Ungst mit der Ungst, Traurigkeit darinnen sie gefangen ist, daß sie bald und den Schmerzen, die dein liebster mit Freuden von der Erde in den HimSohn in seinem schwersten Streite em- mel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, pfunden und ausgestanden hat. Lindere, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der verkürze und vermindere die Furcht und Finsterniß in das Licht, aus allem 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem| Gedanken, und laß deine heiligen Engel Tode in das Leben fahre. Wenn ihre sich um sie her lagern, und ihre Seele Augen finster worden sind, so erhalte in das himmlische Paradies, und in in ihrem Herzen das Licht des selig- den Schooß ihres Erlöfers führen. machenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröfte sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, 10 sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit Wenn ihre Ohren verschlossene rinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Oheiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, | gangen, der Tag aber herbei kommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Kammern und Matth. 21, v. 1-9. ste nun nahe bei Jerusalem Datamen, gen Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; föset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird er fie euch laffen. Luc. 21, v. 25-33. Das Sonne geschah aber alles, auf daß erfülletud es werden Zeichen geschehen an würde, Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen ber lastbaren Eselin. Die Jünger giengen hin, and thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Epistel, Nöm. 13, v. 11-14. Qieben Brilder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn ba wirs glaubten: tie Nacht ist verEvangelium am 2. Sonntage des Advents, den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merker, daß iegt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis baß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, v. 4-13. Las aber zuvor geschrieben ist, das geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingiengen, Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, v. 2-10. aber Johannes im Gefängniß bie Werte Christi hörete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm fagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Chrift, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde Lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter deinem Namen Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. afür uns nämfingen. Und abermal ſpricht er: Freuet alich für Chrifti Diener, und euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Haushalter über Gottes Geheimnisse. Und abermal: Lobet den Herrn, alle un suchet man nicht mehr an den Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird sein die Wurzel Sesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Nath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am 4. Sonntage des Advents, Joh. 1, v. 19- 28. Jeſus antwortete und ſprach zu ihnen: Ind dies ist das Zeugniß Johannis, Gehet da salem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium fie fragten ihn: was denn? Bift du Spoleto Am heiligen Christtage. Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben; was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, daß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Preuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam bie Zeit, daß sie gebären sollte, und fie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Und es Raum in der Herberge. waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; stehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volt widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, v. 11-14. enn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, De und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, s begab sich aber zu der Zeit, daß gerecht und gottselig leben in dieſer vom warten die ausgieng, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der fic selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtig teit, und reinigte ihm selbst ein Boll Da machte sich auch auf zum Eigenthum, das fleißig wäre zu 1* Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, v. 1-14. Jofeph aus Galiläa, aus der Stadt guten Werken. 4 Am 2. heiligen Christtage. Am Neuen Jahrestage. Luc. 2, v. 15-20. Evangel. am 2. heil. Christtage,| einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß 11 nd da die Engel von ihnen gen vieler Herzen Gedanken offenbar werHimmel fuhren, sprachen die den. Und es war eine Prophetin, Hirten unter einander: Lasset uns nun Hanna, eine Tochter Phanuel, vom gegen gen Bethlehem, und die Geschichte Geschlecht Aser, die war wohl betaget, fehen, die da geschehen ist, die uns und hatte gelebet sieben Jahre mit der Herr fund gethan hat. Und sie ihrem Manne, nach ihrer Jungfrautamen eilend und fanden beide, Maria schaft, und war nun eine Witwe bei und Joseph, dazu das Kind in der vier und achtzig Jahren, die kam Krippe liegend. Da sie es aber gefehen nimmer vom Tempel, diente Gott hatten, breiteten sie das Wort aus, mit Fasten und Beten Tag und Nacht. welches zu ihnen von diesem Kinde Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen gesagt war. Und alle, vor die es Stunde, und preisete den Herrn, und fam, wunderten sich der Rede, die redete von ihm zu allen, die auf die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria Erlösung zu Jerusalem warteten. Und aber behielt alle diese Worte, und da sie es alles vollendet hatten, nach erwägete sie in ihrem Herzen. Und die dem Gesetze des Herrn, kehrten sie Hirten fehreten wieder um, preiseten wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt und lobten Gott um alles, was sie Nazareth. Aber das Kind wuchs, und gehöret und gesehen hatten, wie denn ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. zu ihnen gesagt war. Epistel, Tit. 3, d. 3-8. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. Den unweise, ungehorsam, irrige, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33-40. U fich es, das von ihm gerebe nd sein Vater und Mutter wunderten ya ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. ward. Und Simeon segnete sie, und ſprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, nd da acht Tage um waren, daß zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu ward sein Name genennet Jesus, Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 welcher genennet war von dem Engel, da zweijährig und darunter waren, ehe denn er im Mutterleibe empfan- nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da is gen war. erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf hat gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens: Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, fiehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; ste gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stanb auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu fich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfieng er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Che denn wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschloffen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel find euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist tein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Chrifto Jesu. Seid ihr aber Chrifti, so seid ihr ja Abrahams Same, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. fie aber hinweg gezogen waren, Da Und Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein fuche, dasselbe umzubringen. er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, warb er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1. Petri 4, v. 12-19. hr to euch begegnet, nicht befremben ( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet), als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geift der Herrlichkeit und Gottes ift, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leibe als ein Mörder oder Dieb, oder Uebelthäter, ober ber in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem 6 Am Sonnt.der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die bem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, we will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nad Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. und giengen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Herrs lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Matth. 2, v. 1.12. Da Jesus geboren war zu Beth- Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber lehem, Lande, zur auf Herr, und Beit des Königs Herodis, siehe, da seine Herrlichkeit erscheint über dir. famen die Weisen vom Morgenlande Und die Heiden werden in deinem Licht gen Jerusalem und sprachen: Wo ist wandeln, und die Könige im Glanz, ber nengeborne König der Juden? der über dir aufgebet. Hebe deine Wir haben seinen Stern gesehen im Augen auf und siehe umher, diese alle Morgenlande, und sind kommen, ihn versammelt kommen zu dir. Deine anzubeten. Da das der König Hero- Söhne werden von ferne kommen, bes hörete, erschrat er, und mit ihm und deine Töchter zur Seiten erzogen das ganze Jerusalem. Und ließ ver- werden. Dann wirst du deine Lust fammlen alle Hohepriester und Schrift- sehen und ausbrechen, und dein Herz gelehrten unter dem Bolt, und er- wird sich wundern und ausbreiten, forfehte von ihnen, wo Chriftus sollte wenn sich die Menge am Meer zu geboren werden. Und sie sagten ihm: bir belehret, und die Macht der Heiden Bu Bethlehem im jüdischen Lande; zu dir kommt. Denn die Menge der benn also stehet geschrieben durch den Kameele wird dich bedecken, die Läufer Propheten: Und du Bethlehem im aus Median und Epha. Sie werden fubischen Lande bist mit nichten die aus Saba alle kommen, Gold und einfie unter den Flirsten Juda; denn Weihrauch bringen, und des Herrn aus bir soll mir kommen der Herzog, Lob verkündigen. der über mein Volt Israel Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weifete fie gen Bethlehem, und sprach: a Jesus zwölf Jahre alt war, giengen sie hinauf gen Jerusabem Rinblein, und wenn ihrs findet, lem, nach Gewohnheit des Festes. so sagt mirs wieder, daß ich auch komme, Und da die Tage vollendet waren, und es anbete. Als sie nun den König und sie wieder zu Hause giengen, gehöret hatten, zogen fie bin. Und siebe, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, ser Stern, den sie im Morgenlande und seine Eltern wußtens nicht. Sie gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, meineten aber, er wäre unter den bis baß er fam, und stand oben über, Gefährten, und tamen eine Tage da das Kindlein war. Da sie den reise und suchten ihn unter den GeStern sahen, wurden sie hoch erfreuet, freundten und Bekannten. Und da a Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphaniä), Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, uslj Luc. 2, v. 42-52. Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. 7 fie ihn nicht fanden, giengen sie wie- mancherlei Gaben, nach der Gnade, ber gen Jerusalem, und suchten ihn. die uns gegeben ist. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel siten, mit ten unten den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete; und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich Und da fie ihn sahen, entsetten sie fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verfanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er gieng mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter, und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, v. 1-6. & ermahne euch, lieben Brüder, Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. und am britten Tage ward eine zu in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und giengen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Waffer. und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und fie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet das da lebendig, heilig und Gott wohl der Speisemeister den Bräutigam, gefällig sei, welches sei euer ver- und spricht zu ihm: Jedermann gibt nünftiger Gottesdienst. Und stellet zum ersten guten Wein, und wenn euch nicht dieser Welt gleich, sondern sie trunken worden sind, alsdann verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlges fällige, und der vollkommene Gottes wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sonden geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete feine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. dern daß er von ihm mäßiglich halte, at fie bem Glauben ähnlich. Hat Epistel, Röm. 12, b. 6-16. jemand ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben iemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret iemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret iemand, so sei er sorgfältig. Üebt jemand Barmherzigkeit, so thue 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. ers mit Luft. Die Liebe sey nicht| Knechte: Thue das, so thut ers. Da falsch. Hasset das Arge, hanget dem das Jesus hörete, verwunderte er sich, Guten an. Die brüderliche Liebe unter- und sprach zu denen, die ihm nacheinander sei herzlich. Einer komme folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Glauben habe ich in Israel nicht funden. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Aber ich sage euch: Viel werden kommen Seid brünstig im Geist. Schicket euch vom Morgen und vom Abend, und in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, mit Abraham, Isaac und Jakob im gedulbig in Triibsal, haltet an am Himmelreich sitzen. Aber die Kinder Gebet. Nehmet euch der Heiligen des Reichs werden ausgestoßen in die Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen die euch verfolgen, segnet und fluchet und Zähnklappen. Und Jesus sprach nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir und weinet mit den Weinenden. Habt geschehe, wie du geglaubet hast. Und einerlei Sinn untereinander: Trachtet sein Knecht ward gesund zu derselbigen nicht nach hohen Dingen, sondern Stunde. haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Haltesergeftet niemand Böſes mit Epistel, Röm. 12, b. 16.21. euch nicht für Epiphaniä, Matth. 8, v. 1.13. Bösem. Befleißet euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ssts möglich, so viel an euch iſt, so habet mit allen Menschen Friede. Nächet euch selber Naum dem Zorn, denn es stehet nicht, meine Liebsten, sondern gebet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränte ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. gieng, folgete ihm Da Jeſus aber ein viel Bolts nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, fo du willt, tannst du mich wohl reinigen. Und Jesus ftredte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und als bald ward er von seinem Aussage rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: sag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: will kommen, und ihn gefunte machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gefund; denn ich bin ein Mensch, bazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: komme ber, so tommt er. Und zu meinem Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 23-27. trat und " feine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestiim im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verberben. Da sagte er zu ihnen: Shr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und be Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. bräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Quic Epistel, Röm. 13, v. 8-10. eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du follt deinen Nächsten lieben als dich felbft. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Am Sonnt. Septuagesimä. 9 Epistel, Col. 3, b. 12-17. o ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Gebuld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so iemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 13, v. 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himder guten Samen auf seinen Ader melreich ist gleich einem Menschen, Matth. 20, v. 1-16. Himmelreich einem Das ausvater, der am Morgen fäete. Da aber die Leute schliefen, tam sein Feind, und säete Unkraut ausging, Arbeiter zu miethen in zwischen den Waizen, und gieng davon. seinen Weinberg. Und da er mit Da nun das Kraut wuchs, und Frucht den Arbeitern eins ward um einen brachte, da fand sich auch das Unkraut. Groschen zum Tagelohn, sandte er Da traten die Knechte zu dem Haus- fie in seinen Weinberg. Und ging vater, und sprachen: Herr, hast du aus um die dritte Stunde, und sah nicht guten Samen auf deinen Acker andere an dem Markte müssig stehen, gefäet? Woher hat er denn das Un- und sprach zu ihnen: Gebet ihr auch fraut? Er sprach zu ihnen? Das hat hin in den Weinberg, ich will euch der Feind gethan. Da sprachen die geben, was recht ist; und sie giengen Knechte: Willt du denn, daß wir hin- hin. Abermal ging er aus um die gehen, und es ausjäten? Er sprach: sechste und neunte Stunde, und that Nein, auf daß ihr nicht zugleich den gleich also. Um die eilfte Stunde Waizen mit ausraufet, so ihr das Un- aber ging er aus, und fand andere traut ausjätet. Laffet beides mit ein müssig stehen, und sprach zu ihnen: ander wachsen, bis zu der Erndte, und Was stehet ihr hier den ganzen Tag um die Erndtezeit will ich zu den müssig? Sie sprachen zu ihm: Es Schnittern sagen: Sammelt zuvor das hat uns niemand gedinget. Er sprach Untraut, und bindet es in Bündlein, zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den daß man es verbrenne, aber den Waizen Weinberg, und was recht sein wird, ſammelt mir in meine Scenern. soll euch werden. Da es nun Abend 10 Am Sonntage Sexagesimä. no 09 ward, sprach der Herr des Weinbergs Meer; und haben alle einerlei geistzu seinem Schaffner: Rufe den Arbei- liche Speise geffen, und haben alle tern, und gib ihnen den Lohn, und einerlei geistlichen Trank getrunken. hebe an, an den Leşten bis zu den Sie trunken aber von dem geistlichen Ersten. Ta tamen die um die eilfte Fels, der mitfolgete, welcher Fels Stunde gedinget waren, und empfieng war Christus. Aber an ihrer vielen ein jeglicher seinen Groschen. Da hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn aber die ersten tamen, meineten fie, fie find niedergeschlagen in der Wüsten. sie würden mehr empfangen, und fie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten fie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hike getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Grofchen? Nimm, was bein ist, und gehe bin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? fichest du darum scheel, daß ich so gültig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Evangelium am Sonntage Seragefimä, Luc. 8, v. 4-15. a a nun viel Bolks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertre ten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, vervorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dor nen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen fie Das aber unter die Dornen fiel, find die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens; und ersticken, iffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Sch laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter find alle unter der Welten ab. gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft, mit der Wolke und mit dem Am Sonntage Quinquagefimä. 11 und bringen feine Frucht. Das aber sei gelobet in Ewigteit, weiß, daß ich auf dem guten Lande, find, die das Bort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. enn ihr vertraget gerne die Narnicht lülge. Zu Damasco, der Lande pfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will bertraget, so euch jemand zu Knechten Offenbarungen des Herrn. Ich kenne machet, so euch jemand schindet, so euch einen Menschen in Christo, vor vierjemand nimmt, so euch jemand troßet, zehn Jahren( ist er in dem Leibe geso euch jemand in das Angesicht streichet. wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er Das sage ich nach der Unebre, als wären außer dem Leibe gewesen, so weiß ich wir schwach worden. Worauf nun je- es auch nicht, Gott weiß es), derfelbe mand tühn ist,( ich rede in Thorheit) ward entzückt bis in den dritten Himdarauf bin ich auch fühn. Sie sind mel. Und ich kenne denselbigen MenEbräer, ich auch. Sie sind Israe- schen( ob er in dem Leiße oder außer liten, ich auch. Sie sind Abrahams dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Samen, ich auch. Sie sind Diener Gott weiß es). Er ward entzücket Christi;( ich rede thörlich) ich bin wohl in das Paradies, und hörete unausmehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich sprechliche Worte, welche kein Mensch Davon will ich mich habe mehr Schläge erlitten, ich bin sagen kann. öfter gefangen, oft in Todesnöthen rühmen, von mir selbst aber will ich gewesen. Von den Juden habe ich mich nichts rühmen, ohne meiner fünfmal empfangen vierzig Streiche, Schwachheit. Und so ich mich rühmen weniger eins. Ich bin dreimal ge- wollte, thäte ich darum nicht thörlich, fläupet, einmal gesteiniget, dre af denn ich wollte die Wahrheit sagen. habe ich Schiffbruch erlitten, Lag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meeres). Sch habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge- höret. Und auf daß ich mich nicht der wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den StädJen, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüvern, in Mülh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher Sch enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagesimä, Luc. 18, v. 31-43. esus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird Jefus 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. war alles vollendet werden, das geschrie-| berdig, sie suchet nicht das ihre, fie ben ist durch die Propheten von des läffet sich nicht erbittern, sie trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über- nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht antwortet werden den Heiden, und der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber er wird verspottet, und geschmähet der Wahrheit. Sie verträget alles, und verspeiet werden. Und sie wer- fie glaubet alles, sie hoffet alles, sie den ihn geisseln und tödten, und am duldet alles. Die Liebe hört nimmer dritten Tage wird er wieder aufer- auf, so doch die Weissagungen aufstehen. Sie aber vernahmen der keines, hören werden, und die Sprachen aufund die Rede war ihnen verborgen, hören werden, und das Erkenntniß und wuften nicht, was da gesagt war. aufhören wird. Denn unser Wissen Es geschah aber, da er nahe zu Je- ist Stückwerk, und unser Weissagen ist richo tam, saß ein Blinder am Wege, Stückwerk. Wenn aber kommen wird und bettelte. Da er aber hörete das das Vollkommene, so wird das StildVolk, das durchhin gieng, forschete werk aufhören. Da ich ein Kind war, er, was das wäre? Da verkündigten da redete ich wie ein Kind un sie ihm, Jesus von Nazareth gienge tlug wie ein Kind, und hatte findische vorüber. Und er rief und sprach: Anschläge; da ich aber ein Mann Jesu, du Sohn David, erbarme dich ward, that ich ab was kindisch war. mein! Die aber vorne an giengen, be- Wir sehen jetzt durch einen Spiegel bräueten ihn, er sollte schweigen. Er in einem dunkeln Wort, dann aber aber schrie vielmehr: Du Sohn Da- von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ervid, erbarme dich mein. Jesus aber kenne ich's stückweise, dann aber werde stand stille, und hieß ihn zu sich ich es erkennen, gleich wie ich erkennet führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffbrachten, fragte er ihn, und sprach: nung, Liebe, diese drei. Aber die Was willt du, daß ich dir thun soll? Liebe ist die größete unter ihnen. Er sprach, Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott; und alles Bolk, das ſolches sahe, lobete Gott. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Da ward Jeſus vom Geist in die geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und W enn ich mit Menschen und mit da er vierzig Tage und vierzig Nächte Engelzungen redete, und hätte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Versucher trat zu ihm und sprach: Erz, oder eine klingende Schelle. Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Und wenn ich weissagen könnte, und diese Steine Brod werden. Und er wüste alle Geheimnisse und alle Er- antwortete und sprach: Es stehet getenntniß, und hätte allen Glauben, schrieben, der Mensch lebt nicht vom also, daß ich Berge versette, und Brod allein, sondern von einem jeghätte der Liebe nicht, so wäre ich lichen Wort, das durch den Mund nichts. Und wenn ich alle meine Gottes gehet. Da führete ihn ber Habe den Armen gäbe, und ließe Teufel mit sich in die heilige Stadt, meinen Leib brennen, und hätte der und stellte ihn auf die Zinne bes Liebe nicht, so wäre mir nichts nüße. Tempels. Und sprach zu ihm: Bist Die Liebe ist langmüthig und freund- bu Gottes Sohn, so laß dich binab; lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe benn es stehet geschrieben: Er wird treibet nicht Muthwillen, fie blähet seinen Engeln über dir Befehl thun, sich nicht, sie stellet sich nicht unge- und fi: werden dich auf den Händen Am 2. Sonntage in der Fasten. 13 der Fasten( Reminiscere), tragen, auf daß du deinen Fuß nicht Evangel. am 2. Sonntage in an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht verſuchen. Wiederum führete ihn mit auf Matth. 15, v. 21-28. nd Jeſus gieng aus von dannen, und entwich Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so bu niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es ftehet gesorieben: Du sollt anbeten Gott, Beinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und stehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. und Sydon. Und siehe ein Cananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel.. Sie tam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht nicht vergeblich daß man den Kindern ihr nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 2. Cor. 6, s. 1-10. Mir ermahnen aber euch, als Mitdie Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Triibfalen, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefäng= nissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Faften, in Reuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und boch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, wissen. Und daß niemand zu weit und siehe wir leben; als die Gezitchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Epistel, 1. Theff. 4, v. 1.7. Meiter, lieben Brüder, bitten wir und in Herrn dem Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Nächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten Evangelium am 3. Sonntage die du gesogen haft. Er aber sprach. Ja selig sind, die Gottes Wort hören in der Fasten( Oculi), und bewahren. 14 11 Luc. 11, v. 14-28. nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist benn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerftreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er diirre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht, so spricht er: Sch will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kömmt, so findet ers mit Besemen gelehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen ste da, und wird hernach mit demfelbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, Epistel, Ephef. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ift ein Gözendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. arnach fuhr Sesus weg über das Meer an der Stadt Liberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Sesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm tömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zwei Am 5. Sonntage in der Fasten. Hundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten- Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volf lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab ste den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umtomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten- Broden, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Sesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbft alleine. Epiftel, Gal. 4, v. 22-31. D enn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: sei fröhlich bu Unfruchtbare, die du nicht gebierft, und brich hervor und rufe, die du 15 nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. esus sprach zu den Juden: Welcher unter mich zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus anwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Semand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott und tennet ihn nicht; ich aber tenne ihn. Und wo ich würde sagen, ich tenne Palmsonntage. Am grünen Donnerstage. 16 fein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, enter Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da boben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jefus verbarg fich, und gieng zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und volltommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böde oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. so euch Jemand etwas wirb sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanft müthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und segten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäuund den Das Volt aber, das vorgieng und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hoftanna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, v. 5.11. in jeglicher sei gesinnet, wie Jeſus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu fich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde find; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sanbte Jesus seiner Jünger zween, und Jesus erkannte, daß seine Zeit Por dem der ba sprach zu ihnen: Gehet hin in den Fleden, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden ange bunden und ein Füllen bei ihr; löset fie auf, und führet sie zu mir. Und gekommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Weit waren, so liebete er sie bis ans Ende. Evang. am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. Am Heiligen Ostertage. 17 Und nach dem Abenbeffen, da schon| für euch gebrochen wird; solches thut ber Teufel hatte dem Juda Simonis zu meinem Gedächtniß. Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trodnete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Sesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Sesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Deffelbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abend mahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tob verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und ſetzte ſich auften Maria Magdalena, und a der war, wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Shr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter ein ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie tamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht: ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; fiehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, 2 Epistel, 1. Cor. 11, b. 23-32. J ch habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, ber Evangel. am heiligen Ostertage, Marc, 16, v. 1-8. 18 Am heiligen Oster- Montage. und faget es feinen Jüngern und Petro,| Auch haben uns erschreckt etliche Weiber daß er vor euch hingehen wird in Ga- der unsern, die sind frühe bei dem liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht er euch gefaget hat. Und sie giengen funden, kommen und sagen, sie haben schnell heraus, und flohen von dem ein Gesicht der Engel gesehen, welche Grabe, denn es war sie Zittern und sagen, er lebe. Und etliche unter uns Entsetzen ankommen, und sagten nie- giengen hin zum Grabe, und fanden mand nichts, denn sie fürchteten sich. es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Othr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. eget den alten Sauerteig aus, auf wie ihr ungesäuert seid. Denn wir nicht Christus solches leiden, und zu haben auch ein Osterlamm, das ist seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng Christus, für uns geopfert. Daruman von Mose und allen Propheten, und laffet uns Ostern halten, nicht im legte ihnen alle Schrift aus, die von alten Sauerteige, auch nicht im Sauer- ihm gesagt waren. Und sie tamen teige der Bosheit und Schalkheit, son- nahe zum Flecken, da sie hingiengen, dern in dem Süßteige der Lauterkeit und er stellete sich, als wollte er fürder und der Wahrheit. gehen. Und sie nöthigten ihn und will Abend werden, und der Tag hat sprachen: Bleibe bei uns, denn es sich geneiget. Und er gieng hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geſchah, da er zu nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Evangel. am heil. Oster- Montage, Luc. 24, v. 13-35. Und siehe, zween aus ihnen giengen an demselben Tage der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da fie so rebeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen brinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Berdammniß des Todes, und gefreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der britte Tag, daß solches geschehen ist. Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Bolk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und Am 1. und 2. Sonntage nach Ostern. 19 verfündigen lassen den Frieden durch| Dieser ists, der da kommt mit Waffer Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles bes, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben fie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am britten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. und Blut, Jesus Christus, nicht mit Waffer allein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geift, und diese drei sind eins. Und drei find, die da zeugen auf Erden: Der Geift und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19-23. Am Abend aber deffelbigen Sabbats, da die Jünger versammlet and die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede fei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind fie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, benen sind sie behalten. Evang. am 2. Sonnt nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. ein Ein guter Hirte läffet fein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet vie Schafe und fleucht, und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Bater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ift? Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. enn dazu seid ihr berufen, fintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welher keine Sünde gethan hat, ist auch tein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da rechi 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgeftorben, ber Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. Peber ihr nicht sehen, und aber über ein Kleines, fo werdet ihr mich sehen, denn i gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen fie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich fehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Tranrigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist tommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid untere than aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, und zur Stache über die Ulebelthäter, zu Lobe den Frommen. Denn das die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche daß mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jeders mann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der ' unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, als was wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich ver= klären, denn von dem Meinen wird ers Wenn Am 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. nicht, daß dich jemand frage, darutis glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jac. 1, v. 17-21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Epiftet, Sac. 1, v. 21-27. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch Gabe tommt von oben herab, von selbst betrüget. Denn so jemand ist bem Bater des Lichts, bei welchem ist ein Hörer des Wortes und nicht ein feine Veränderung noch Wechsel des Thäter, der ist gleich einem Mann, Lichts und Finsterniß. Er hat uns ges der sein leiblich Angesicht im Spiegel zeuget nach seinem Willen durch das beschanet. Denn nachdem er sich bes Wort der Wahrheit, auf daß wir wären schauet hat, gehet er davon, und verErftlinge seiner Kreaturen. Darum, giffet von Stund an, wie er gestaltet lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei war. Wer aber durchschauet in das schnell zu hören, langsam aber zu reden, vollkommene Gesetz der Freiheit, und und langsam zum Zorn. Denn des darinnen beharret, und ist nicht ein Menschen Zorn thut nicht, was vor vergeßlicher Hörer, sondern ein ThäGott recht ist. Darum so leget ab alle ter, derfelbige wird selig sein in seiUnsauberkeit und alle Bosheit, und neh- ner That. So aber sich jemand unter met das Wort an mit Sanftmuth, das euch läffet bünten, er biene Gott, und in euch gepflanzet ist, welches kann eure hält seine Zunge nicht im 3aum, sons Seelen selig machen. dern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbeflecter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trübfal besuchen und sich von der Welt unbeflect behalten. Evangel. am Tage der Himmelfahrt Christi, Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: W So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so Marci 16, v. 14-20. werdet ihr nehmen, daß eure Freude enbarete er fich, und schalt ihren da die Eilfe Tische saßen, vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt Unglauben und ihres Herzens Härtigs aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch keit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, Sprichwort mit euch reden werde, son- die ihn gesehen hatten, auferstanden. dern euch frei heraus verkündigen von Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in meinem Vater. An demselbigen Tage alle Welt und predigt das Evangelium werdet ihr bitten in meinem Namen: aller Kreatur. Wer da glaubet und und ich sage euch nicht, daß ich den getauft wird, der wird selig werden, Vater für euch bitten will; denn er wer aber nicht glaubet, der wird verfelbft, der Vater, hat euch lieb, darum, dammet werden. Die Zeichen aber, die daß ihr mich liebet und glaubet, daß da folgen werden denen, die da glauben, ich von Gott ausgegangen bin. Ich sind die: In meinem Namen werden bin vom Bater ausgegangen und kom- fie Teufel austreiben, mit neuen Zunmen in die Welt: wiederum verlaffe gen reben, Schlangen vertreiben, und ich die Welt und gehe zum Vater. so sie etwas Tödtliches trinken, wirds Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, ihnen nicht schaden. Auf die Kranten nun redest du frei heraus, und sageft werden sie die Hände legen, so wirds tein Sprichwort. Nun wissen wir, daß besser mit ihnen werden. Und der Herr, bu alle Dinge weißest, und bedarfst nachdem er mit ihnen gerebet hatte, 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. ward er aufgehoben gen Himmel, und| Evangel. am 6. Sonntage nach fizet zur rechten Hand Gottes. Sie Ostern( Eraudi), aber giengen aus und predigten an Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. und der Herr wirkete kommen wird, mit ihnen, und bekräftigte das Wort W welchen ich euch senden werde, vom durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Ap. Gesc. 1, v. 1.11. Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gehabe geredet, die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedentet, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. ie erste Rede habe ich zwar gethan, Jesus anfieng, beides zu thun und zu daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden lehren, bis an den Tag, da er aufge- euch in den Bann thun. Es kommt nommen ward, nachdem er den Aposteln aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, ( welche er hatte erwählet), durch den wird meinen, er thue Gott einen Dienst heiligen Geift Befehl gethan hatte. Wel- daran. Und solches werden sie euch en er sich auch nach seinem Leiden leben- darum thun, daß sie weder meinen big erzeiget hatte, durch mancherlei Er- Bater noch mich erkennen. Aber solches weisung und ließ sich sehen unter ihnen habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sonbern warteten auf die Verheißung des Baters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waffer getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geift getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusam men kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geiftes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er folches gesagt, warb er aufgehoben zufehens und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als ſie ihm nachfahen gen Himmel fahren, siehe, da Standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, unb febet gen Himmel? Dieser Jefus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. ( o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünde Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So iemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. er der wird mein Wort halten; und mein Bater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, ber hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch gerebet, Am Pfingst- Montage. 23 weil ich bei euch gewesen bin. Aber| geboren find? Parther und Meder, der Tröster, der heilige Geist, welchen und Elamiter, und die wir wohnen mein Vater senden wird in meinem in Mesopotamia, und in Judäa und Namen, derselbe wirds euch alles lehren, Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und euch erinnern alles des, das ich und Pamphilia, Egypten und an den euch gesagt habe. Den Frieden lasse Enden der Lybien, bei Cyrenen, und ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Ausländer von Rom, Juden und Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Sudengenossen, Creter und Araber, Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte wir hören sie mit unsern Zungen die fich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich großen Thaten Gottes reden. Sie ents euch gesagt habe: Ich gehe hin, und setzten sich alle, und wurden irre, und tomme wieder zu euch. Hättet ihr mich sprachen einer zu dem andern: Was lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich will das werden? Die andern aber gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn hatten es ihren Spott, und sprachen: der Bater ist größer, denn ich. Und nun Sie sind voll süßen Weins. habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hins fort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und laffet uns von hinnen gehen. Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16-21. Denn also hat Gott die Welt geliebet, er gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gesc. 2, v. 1-13. nd als der Tag der Pfingsten er Und fillet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Boll, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden vers predigen dem Volk, und zu zeugen, stürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß daß er ist verordnet von Gott ein fie mit seiner Sprache redeten. Sie Richter der Lebendigen und der Todten. entsetzten sich aber alle, verwunderten Von diesem zeugen alle Propheten, sich und sprachen unter einander: Siehe, daß durch seinen Namen alle, die an find nicht diese alle, die da reden, aus ihn glauben, Vergebung der Sünden Galiläa? Wie hören wir dann ein empfahen sollen. Da Petrus noch diese Jeglicher seine Sprache, darinnen wir Worte rebete, fiel der heilige Geist auf Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42-48. und der Herr hat uns geboten zu Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. 24 alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro tommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward, denn fie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geift empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Es Pharisäern mit Namen Nicode mus, ein Oberster unter den Juden, der tam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Semand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie tann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ges boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Shr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Saufen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein Seglicher, der aus dem Geist ge boren ift. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zu gehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern Epistel, Nöm. 11, s. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes? Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ift sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, v. 19-31. 8 war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch tamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward bes graben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 Gutes empfangen haft in deinem Leben, ander sich zu entschuldigen. Der erste und Lazarus dagegen hat Böses em- sprach zu ihm: Ich habe einen Acer pfangen; nun aber wird er getröstet, gekauft, und muß hinausgehen, und und du wirst gepeinigt. Und über das ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige alles ist zwischen uns und euch eine große mich. Und der andere sprach: Ich habe Kluft befestiget, daß die da wollten fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe von hinnen hinab fahren zu euch, jetzt bin, sie zu besehen, ich bitte dich, können nicht, und auch nicht von dannen entschuldige mich. Und der dritte sprach: zu uns herüber fahren. Da sprach er: Ich habe ein Weib genommen, darum So bitte ich dich Bater, daß du ihn kann ich nicht kommen. Und der Knecht sendest in meines Vaters Haus. Denn kam und sagte das seinem Herrn wieder. ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen Da ward der Hausherr zornig, und bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen sprach zu seinem Knechte: Gehe aus an diesen Ort der Qual. Abraham bald auf die Straßen und Gaffen der sprach zu ihm: Sie haben Mosen und Stadt, und führe die Armen, und die Propheten; laß sie dieselben hören. Krüppel, und Lahmen und Blinden Er aber sprach: Nein, Vater Abra- herein. Und der Knecht sprach: Herr, ham; sondern wenn einer von den es ist geschehen, was du befohlen haft, Tobten zu ihnen gienge, so würden sie es ist aber noch Naum da. Und der Herr Buße thun. Er aber sprach zu ihm: sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf Hören sie Mosen und die Propheten die Landstraßen, und an die Zäune, und nicht, so werden sie auch nicht glauben, nöthige sie herein zu kommen, auf daß ob Jemand von den Todten auferstiinde. mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. erwundert meine Brü Vever, ob euch die Welt hafſet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, fondern mit der That, und mit der Wahrheit. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16-11. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freubigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Liigner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er fich wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele bazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. an Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, b. 1-10. s naheten aber zu ihm allerlei 350ner ihn höreten. 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., murreten und sprachen: Dieser nimmt Luc. 6, v. 36-42. und mit er fagte aber zu ihnen bies Gleichniß Daener Bater barmherzig ist. Richtet auch und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden bat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet fie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich ver loren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, 1. Pet. 5, 6-11. Epistel, Röm. 8, b. 18-23. enn ich dafür, daß dieser o demilithiget euch nun unter die De Zeit Leiden der Herrlichkeit mit gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlich teit, in Chrifto Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geiftes Erstlinge, fehnen uns auch bei uns selbst nach Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der fchweige feine Zunge, daß sie nichts Böses rebe, und seine Lippen, daß fie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen Luc. 5, v. 1.11. C's begab sich aber, da fich das Voll zu hören und thue Gutes, er suche Frieden, und iage Gottes, und er stand am See Genezareth, und sabe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nebe; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet s sei denn eure Gerechtigkeit beffer, Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der GerechLande führete. Und er setzte sichtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20-26. denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gefollst nicht töbten; wer aber töbtet, der hört, zu den Alten ist: Du foll des Gerichts schuldig sein. Sch aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und ste im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, deffelbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebidäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, benn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Nacha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermal einst überantworte dem Nichter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerter geworfen. Ich fage bir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahleft. ber Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Epistel, 1. Pet. 3, v. 8-15. Endlich aber feid allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Schelt- Epistel, Röm. 6, v. 3-11. wort; sondern dagegen segnet, und Misset ihr nicht, daß alle, die wir wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß in Jesum Chriftum getauft find, Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 28 die sind in seinen Tod getauft? So find wir nun mit ihm begraben durch bie Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Aufs erstehung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gefreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Chriftus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, bas er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1.9. der Zeit, da vieles Volk da war, 3 zu aber, und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ fie von sich. Epistel, Nöm. 6, v. 19-23. ချွတ် muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigs feit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Ges rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt n. Trinit. aber Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Bolts, denn sie haben nun drei Tage bei mir berharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etlichewaren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir fie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brobe? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volt, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm bie fieben Brode, und dankte und brach fie, und gab sie seinen Jüngern, daß fie bieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dantete und hieß Dieselben auch vortragen, Sie aßen zu Matth. 7, v. 15-23. chet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern euch kommen; inwendig aber find sie reiffende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum tann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmel. reich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in to del mund Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 beinem Namen geweiffaget? Haben wir| Nimm deinen Brief, sebe dich und nicht in deinem Namen Teufel aus- schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach getrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüiglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind flitger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, 6. 12-17. find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Inechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geift gibt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Chrifti, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Epistel, 1. Cor. 10, v. 6.13. as uns Vorbild schehen, daß wir uns nicht gelüften laffen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als ge= schrieben stehet: Das Bolt setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen um gebracht. Murret auch nicht, gleichwie lener Etliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Versuchung be treten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Ver mögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der war vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinsort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häufer nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert die Stadt an, und weinete über Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: sie, und sprach: Wenn du es wüßteſt. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, v. 41-48. Und nd als er nahe hinzu kam, sah er 80 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirkt derselbige einige Geist, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, barinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es ftehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie fie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, b. 1.11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch tund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, v. 9-14. fagte aber zu etlichen, die sich ſelbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zö0ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechts fertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. herinnere euch aber, lieben Brilder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vertündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. leben, etliche aber find entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein] Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn fie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 31 tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23-37. nd Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., b er wandte fich zu ſeinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Marcus 7, v. 31-37. Denn ich sage euch: Biel Propheten und Und da er wieder ausgieng von den kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßzete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße and sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und ssprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Ge= müthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da er tam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, 82 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Luc. 17, v. 11-19. Des anderen Tages reifete er, und 300 11nd es begab fich, da er reifete gem " zween und gab fie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirft darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Jerusalem, er Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt gieng, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stan den von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jefu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingiengen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, tehrete er um und preisete Gott mit lauter Nieben Brüder, ich will nach mensch- Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu Füßen und das war ein Samariter. Sefus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Frembling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abrahä und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Teftament, das von Gott zuvor beftätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesek erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ift gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da fönnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Aber die Schrift hat es alles beschloffen unter die Sünde, auf daß die Berheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. nicht vollbringen. fage aber, wandelt im Geiste, fo Lüfte des Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeße. Offenbar sind aber die Werte des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Freffen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gültigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die treuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 33 einander uns zu entrüiften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch würde, so helfet ihm wieder zurecht etwa von einem Fehler übereilet mit sanftmüthigem Geist, die ihr geiftlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so were det ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrilget fich felbft. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Wert, und als dann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Wer auf sein Fleisch fäet, der wird Mensch fäet, das wird er ernten. von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit als wir denn nun Zeit haben, so laffet werden wir auch ernten ohne Aufhören. uns Gutes thun an Jedermann, allermeißt aber an den Glaubensgenossen. Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, v. 11-17. es begab er in eine Stadt mit Namen Nain gieng, und seiner Jünger giengen viel aber nahe an das Stadtthor tam, fiehe, mit ihm, und vieles Bolt. Als er da trug man einen Todten heraus, der und sie war eine Witwe, und vieles ein einziger Sohn war seiner Mutter, Voll aus der Stadt gieng mit ihr. Und derselbigen und sprach zu ihr: Weine jammerte ihn nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam sie alle 8 Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24-34. Niemand kann zween Herrn dienen; entweder er wird einen haffen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Sft nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen und euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So ber Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn ener himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Neiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, baß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter 34 Um 17. unb 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priesen Gott und Sabbattage? Unb sie konnten ihm darsprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, sein Bolt heimgesucht. Und diese Rede da er merkte, wie sie erwählten, oben von ihm erscholl in das ganze jüdische an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, arum bitte ich, daß ihr nicht müde denn du, von ihm geladen sei; und um meiner und die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geift an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun fann über Alles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, v. 1-11. nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brob zu effen; geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirft, so gehe hin, und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rüde hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniebriget, der soll erhöhet werden. waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbalb ihn herauszieht am Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs geblihrt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe ein Gott und Bater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. und sie hielten auf ihn. Und siehe, da Da aber die Phariſäer hörten, daß war vor der war er gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesep? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzein Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Am 19. tb 20. Sonntage nach Trinitatis. 35 follft beinen Nächfien lieben, als dich| Arges in euren Herzen? Welches felbft. In diesen zwei Geboten hanget ist leichter zu sagen: Dir sind deine bas ganze Gesetz und die Propheten. Sünden vergeben, oder zu sagen: Da nun die Pharisäer bei einander Stehe auf, und wandele? Auf daß maren, fragte sie Jesus, und sprach: ihr aber wisset, daß des Menschen Wie dünkt euch um Christo? Wes Sohn Macht habe auf Erden die Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe bein. denn David im Geist einen Herrn, Bett auf, und gehe heim. Und er da er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und gieng heim. Da das meinem Herrn: Sege dich zu meiner Volk das sab, verwunberte es fich, und Rechten, bis daß ich lege beine Feinde preisete Gott, der solche Macht den zum Schemel deiner Füße? So nun Menschen gegeben hat. David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. leget nun von euch ab, nach Menschen, der durch Lüste in Irrthum dem vorigen Wandel den alten sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet den Epistel, 1. Cor. 1, v. 4.9. meinem Gott allezeit Feurenthalben für die Gnabe Gottes, geschaffen ist in rechtſchaffener Ge die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird feft behalten bis ans Ende, daß ihr unfträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist tren, durch welchen ihr berufen seib zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. rechtigkeit und Heiligteit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Läfterer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1-14. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., nd Jesus antwortete, und redete Matth. 9, v. 1-8. abermal zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich in das der wieder herüber Stadt. und fam in seine Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Lind fiehe, etliche unter den Schriftgelehrten fprachen bei fich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Sesus ihre Gebanten fah, sprach er: Warnm dentet ihr so zeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieb ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und giengen bin, einer auf seinen Acer, der andere zu seiner Handthierung. 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Ettiche aber griffen seine Knechte,| Galiläa, und gieng hin zu ihm, und höhneten und töbteten fte. Da das bat ihn, daß er hinab täme, und hilfe der König hörete, warb er zornig, seinem Sohne; denn er war todt frant. und schickte seine Heere aus, und Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um, und zündete nicht Zeichen und Wunder fehet, so ihre Stadt an. Da sprach er zu sei- glaubet ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, tomme hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Sesus spricht zu nicht werth. Darum gehet hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der die Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jefus wen ihr findet. Und die Knechte gien zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem gen aus auf die Straßen, und brach- er hinab gieng, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und gute, und die Tische wurden Dein Kind lebet. Da forschte er von alle voll. Da gieng der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es beffer die Gäfte zu besehen, und sah allda mit ihm geworden war. Und sie spraeinen Menschen, der hatte kein hoch- chen zu ihm: Gestern um die siebente zeitlich Kleid an, und er sprach zu Stunde verließ ihn das Fieber. Da ihm: Freund, wie bist du herein merkte der Vater, daß es um die Stunde gekommen und hast doch kein hoch- wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt zeitlich Kleid an? Er aber verstum- hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mete. Da sprach der König zu seinen mit seinem ganzen Hause. Das ist nun Dienern: Bindet ihm Hände und Füße das andere Zeichen, das Jesus that, und werfet ihn in die äußerste Finster da er aus Sudäa in Galiläa kam. niß hinaus, da wird sein Heulen und Zähuklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. ulett, meine Brüder, seid start in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gotfehet nun zu, wie ihr vorsich- tes, daß ihr bestehen könnet gegen die tiglich wandelt, nicht als die Un- liftigen Anläufe des Teufels. Denn weisen, sondern als die Weisen. Und wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu schicket euch in die Zeit, denn es ist kämpfen, sondern mit Fürsten und Geböse Zeit. Darum werdet nicht unverwaltigen, nämlich mit den Herren der ständig, sondern verständig, was da Welt, die in der Finsterniß dieser Welt sei des Herrn Wille. Und saufet euch herrschen, mit den bösen Geistern unter nicht voll Weins, daraus ein unordent dem Himmel. Um deswillen, so ergreilich Wesen folget, sondern werdet voll fet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, Geistes. Und redet untereinander von wann das böse Stündlein kommt, WiPsalmen und Lobgesängen, und geist- derstand thun, und alles wohl ausrichlichen Liedern, finget und spielet dem ten, und das Feld behalten möget. So Herrn in eurem Herzen. Und saget stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Dank allezeit für alles, Gott und dem Wahrheit, und angezogen mit dem Krekls Vater in dem Namen unsers Herrn ber Gerechtigkeit; und an Beinen ge= Jesu Christi. Und seid untereinander stiefelt, als fertig, zu treiben das Evai= unterthan in der Furcht Gottes. gelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet ben Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geifies, welches ist das Wort Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit. Johannes 4, v. 47-54. nb es war ein Königischer, des Sohn lag frant zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jefus tam aus Sudäa in Am 22. tthb 28. Sonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., angefangen hat das gute Wert, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, v. 23-35. arum ist das Himmelreich gleich Knechten rechnen wollte. Und als er darum, daß ich euch in meinen Herzen anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, habe, in diesem meinen Gefängniß, der war ihm zehn tausend Pfund schul- darinnen ich das Evangelium verantbig. Da er es nun nicht hatte zu bezah- worte und bekräftige, als die ihr Alle len, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da gieng derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mittnechte, der war ihm hundert Groschenschuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schulbig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Milknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Matth. 22, v. 15-22. a giengen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fiengen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und fie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. ប្ត យ៏ gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin deffelben in guter Zuversicht, daß, der in euch Epistel, Phil. 3, v. 17-21. olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Wei nen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, 38 Am 24. unb 25. Sonntage nach Trinitatis. welcher Ende ist die Verdammniß, Macht in aller Geduld und Langmilthigwelchen der Bauch ihr Gott ist, und teit mit Freuden. Und danksaget dem ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber dem Erbtheil der Heiligen im Licht. ist im Himmel, von dannen wir auch Welcher uns errettet hat von der Obrigwarten des Heilands Jesu Christi, des feit der Finsterniß, und hat uns versetzet Herrn, welcher unsern nichtigen Leib in das Reich seines lieben Sohnes, an verklären wird, daß er ähnlich werde welchem wir haben die Erlösung durch seinem verklärten Leibe nach der Wir- sein Blut, nämlich die Vergebung der fung, damit er kann auch alle Dinge Sünden. ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18-26. mit ihnen ja er da fam der Oberſten einer, und fiel vor ihm nieber, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber tomm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte fich Jesus um, und sah ste, und sprach: Sei getroft meine Tochter, dein Glaube hat bir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Boll ausgetrieben war, gieng er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägblein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9-14. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Er fenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Lenn ihr nun sehen werdet den W Greuel der Verwüstung, geſagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das lieset, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Tage nicht würden vertürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum es die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zubor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so geht nicht hinaus; fiehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, da sammeln sich die Abler. 39 Um 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Theff. 4, b. 13-18. und ihr habt mich besuchet. Ich bin Mir wollen euch aber, lieben Brilder, gefangen gewesen, und ihr ſeid zu nicht verhalten von denen, die mir kommen. Dann werden ihm die ba schlafen, auf daß ihr nicht traurig Gerechten antworten, und sagen: Herr, seid, wie die andern, die keine Hoff- wann haben wir dich hungrig ge= nung haben. Denn so wir glauben, sehen, und haben dich gespeiset? Oder daß Jesus gestorben und auferstanden durstig, und haben dich getränket? tft, so wird Gott auch die, se ent- Wann haben wir dich einen Gast schlafen sind durch Sesum, mit ihm gesehen und beherberget? Oder nackt führen. Denn das sagen wir euch, und haben dich bekleidet? Wann haben als ein Wort des Herrn, daß wir, wir dich krank oder gefangen gesehen, die wir leben und überbleiben in der und sind zu dir kommen? Und der Zukunft des Herrn, werden denen König wird antworten, und sagen zu nicht vorkommen, die da schlafen. ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was Denn er selbst, der Herr, wird mit ihr gethan habt einem unter diesen einem Feldgeschrei und Stimme des meinen geringsten Brüdern, das habt Erzengels, und mit der Posaunen ihr mir gethan. Dann wird er auch Gottes hernieder kommen, vom Him- fagen zu denen zur Linken: Gehet mel, und die Todten in Chrifto werden hin von mir, ihr Verfluchten, in das auferstehen zuerst. Darnach wir, die ewige Feuer, das bereitet ist dem wir leben und überbleiben, werden Teufel und seinen Engeln. Ich bin zugleich mit denselbigen hingeritdet hungrig gewesen, und ihr habt mich werden in den Wolken, dem Herrn nicht gespeiset. Ich bin durstig geentgegen in der Luft, und werden wesen, und ihr habt mich nicht gealso bei dem Herrn sein allezeit. So tränket. Ich bin ein Gast gewesen tröstet euch nun mit diesen Worten und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt untereinander. mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31-46. aber kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Bölfer versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böde zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nadt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin trant gewesen, bin wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durftig, oder einen Gast, oder nacket, oder frant, ober gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Theff. 1, b. 3-10. Mir sollen Gott danken allezeit um lieben es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in 40 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. allen euren Verfolgungen und Trüb- den Krämern und taufet für euch selbst. falen, die ihr duldet; welches anzeigt, Und da sie hingiengen zu kaufen, tam daß Gott recht richten wird, und ihr der Bräutigam, und welche bereit würdig werdet zum Reiche Gottes, waren, giengen mit ihm hinein zur über welchem ihr auch leidet. Nach Hochzeit, und die Thüre ward verdem es recht ist bei Gott, zu ver- schlossen. Zulett tamen auch die angelten Trübfal denen, die euch Trübsal dern Sungfrauen und sprachen: Herr, anlegen, euch aber, die ihr Trübfal Herr, thue uns auf. Er antwortete leidet, Ruhe mit uns, wann nun der aber und sprach: Wahrlich, ich sage Herr Jesus wird offenbaret werden euch, ich kenne euer nicht. Darum vom Himmel, samt den Engeln seiner wachet, denn ihr wisset weder Tag Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu noch Stunde, in welcher des Menschen geben über die, so Gott nicht erkennen, Sohn kommen wird." und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unsers Herrn Jefüt Christi. Welche werden Bein leiden, das ewige Verderben von dem Angeficht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Epistel, 1. Theff. 5, v. 1-11. Mon den Zeiten aber und Stunden V lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Shr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag ann wird bas Himmelreich gleich wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allsein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fünf unter ihnen waren flug, und laßt uns nun nicht schlafen, wie die fünf waren thöricht. Die Thörichten andern, sondern lasset uns machen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- nüchtern fein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die schlafen des Nachts, und die da aber nahmen Del in ihren Gefäßen, trunken sind, die sind des Nachts trunsamt ihren Lampen. Da nun der ken. Wir aber, die wir des Tages Bräutigam verzog, wurden sie alle sind, sollen niichtern sein, angethan schläfrig, und entschliefen. Zur Mit- mit dem Krebs des Glaubens und der ternacht aber ward ein Geschrei: siehe Liebe, und mit dem Helm der Hoffder Bräutigam fommt, gehet aus, nung zur Seligkeit. Denn Gott hat ihm entgegen. Da standen diese Jung- uns nicht gesetzt zum Born, sondern frauen alle auf, und schmückten ihre die Seligkeit zu befizen, durch unsern Lampen. Die thörichten aber sprachen Herrn Jesum Chriftum, der für uns zu den flugen: Gebet uns von eurem gestorben ist, auf daß, wir machen oder Dete, denn unsere Lampen verlöschen. schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Da antworteten die klugen, und spra- Darum ermahnet euch untereinander, chen: Nicht also, auf daß nicht uns und bauet einer den andern, wie ihr und end gebreche; geht aber hin zu denn thut. Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. Ehre sey Gott in der Höhe Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 1.+41,30 6 17 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8