100 Cine Stelle Bang ift maler 6000H GG 400 DN. 76 Mein lieber Sohn Adolf! Sei deine größte Pflicht, So lang die denkst in best. Halt festen Golt, seitionning Laß nichts den feſtenberst die rauben Gollest getrun!»« Lind 61, 8. was die hast, daß Size Halte, mas dich mand denne Krone raube! 14 " Dies ruft die an Deinem Confir mationstage zu tiener Natur Eventober 21/3/80. 7. Magen 402. Stahlstich v. Carl Mayer's KAin Nürnberg. Jesus segnet die Kinder. Verlag v. Carl Mayer's Kunstanstalt in Nürnberg. Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche für protestantisch- evangelische Christen. PROT.F E.CO% SPEIER Taschen- Ausgabe. Speyer. Daniel Kranzbühler'sche Buchdruckerei. 1877. Gb 400 Univ.- Bibl. Giessen 100 rivilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern 2c. Wir haben uns bewogen gefunden, der VersorgungsAnstalt für geistliche Wittwen und Waisen im Rheinkreise, zu ihrer besseren Begründung, ein Privilegium auf den Druck und Verlag des neuen Gesangbuches für die dortige vereinigte evangelische Kirchen- Gemeinde sowohl, als auf alle, für den Rheinkreis erscheinenden protestantischen liturgischen Schriften und die in den Schulen einzuführenden Religionsbücher zu verleihen. Wir ertheilen daher gedachter Pfarr- Wittwen- und Waisen- Pensions- Anstalt das Recht, zur Erzielung möglichst wohlfeiler Preise und der nöthigen Gleichförmigkeit, obengenannte Bücher ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu halten, und dieselben, durch aufgestellte Commissarien, im ganzen Rheinkreise verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern, bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade, und einer Strafe von Einhundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staatstasse, die andere Hälfte aber besagter Anstalt zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mittel- noch unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldeter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir Unser protestantisches Confiftorium zu Speier, als Aufsichts- Behörde jener Anstalt, zur Sicherung bieses Privilegiums, bei verspürten Eingriffen, mit Hülfe Unserer Obrigkeiten, gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten, weshalb zu Jedermanns Kenntniß und Warnung die in dem Verlage gemeldeter Anstalt erscheinenden Schriften mit einem besonderen Stempel vor der Abgabe zu bezeichnen sind. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser Königliches geheimes Insiegel vordrucken lassen, und die Bekanntmachung desselben durch das allgemeine Regierungs- und Intelligenzblatt befohlen. Gegeben Tegernsee den fünfzehnten September im Jahre Eintausend achthundert zwei und zwanzig, Unseres Reiches im Siebenzehnten. ( L. S.) Max Joseph. Graf von Thürheim. Auf Königlichen allerhöchsten Befehl. Der General- Secretär, Statt dessen Staudacher, geheimer Secretär. Vorrede. Nach dem einmüthigen Beschlusse der vom zweiten bis zum sechzehnten August 1818 in Kaiserslautern gehaltenen Generalfynode, auf deren Verhandlungen sich die am neun und zwanzigsten November desselben Jahres gefeierte kirchliche Vereinigung der protestantischen Christen in dem Königlich Bayerischen Rheinkreise gründet, erscheint gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder, welche von der General- Synode des Jahres 1821 geprüft und angenommen, sich auch der allerhöchsten Genehmigung und eines von der Gnade Seiner Majestät des Königs ihr huldvollst ertheilten Privilegiums zu erfreuen hat. Daß weder Ueberladung noch Mangelhaftigkeit diesem Buche möchte zur Last gelegt werden können, daß bei Ausfüllung der verschiedenen Rubriken sich allenthalben mit der gebührenden Achtung für beliebte ältere Lieder eine gerechte Rücksicht auf das verbände, was wir den neueren Dichtern geistlicher Gefänge Gutes und Schönes verdanken, daß, soviel es nur immer geschehen konnte, in den vorhandenen Liedern jede Härte des Ausdrucks verschwände, und doch dem Geiste derselben keine VI Gewalt angethan würde; daß die Auswahl der Melodieen sich möglichst auf die bisher bekannten beschränkte, und überall eine ungekünstelte edle Einfachheit zu erstreben suchte; daß endlich, unbeschadet der Vollständigkeit, der Inhalt sich nicht zu einem Umfange ausdehnte, welcher den Ankauf des Buches erschwerte; das waren die wesentlichsten Forderungen, denen bei diesem wichtigen Unternehmen Genüge gethan werden sollte. Möchte diese, mitunter höchst schwierige, Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit glücklich gelöst worden sein! Derselbe fromme Sinn, welchem gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder ihr Dasein verdankt, begleitet nunmehr ihr öffentliches Erscheinen mit dem innigen Wunsche, daß dieses Buch, als rühmliches Denkmal der christlichen Eintracht, welche Gemeinden und Lehrer beseelt, eine recht freudige Aufnahme finde, und bleibenden Segen stifte. Mit immer neu belebender Kraft komme es der öffentlichen und häuslichen Andacht zu Hilfe; es wecke und nähre Gefühle des Dankes und der heiligen Freude vor dem Allgütigen; es laffe keinen Tugendhaften ohne Ermunterung, keinen Leidenden ohne Trost; es werde ein Antrieb für Kinder und Enkel, nach der Väter Weise, immer mehr fortzuschreiten in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, und zu wachsen in allen Stücken an ihm, der das Haupt iſt. Speyer, im Monat Jänner 1823. Inhalt. Einleitung. Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel Glaubenslehre. I. Von Gott und seiner Schöpfung II. Von der Erhaltung und Regierung der 1 Welt oder von der göttlichen Vorsehung III. Von Gottes Wesen und Eigenschaften 1. Ewigkeit und Unveränderlichkeit 2. Allmacht. 3. Allwissenheit und Allgegenwart 4. Weisheit • 05. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld und Langmuth 6. Heiligkeit und Gerechtigkeit 7. Treue und Wahrhaftigkeit 8. Höchste Seligkeit Nro. 1-13 14-19 20-35 36-39 40-41 42-44 45-48 49-50 51-56 57-60 61-62 63-64 Inhalt. IV. Von der Sünde und ihrem Elende V. Von der Erlösung der Menschen. Adventlieder VIII 1. Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften des Erlösers. Weihnachtslieder ● ● - ● 151005 ♦ 2. Von den Lehren und dem Leben Jesu 3. Von dem Leiden und Sterben Jesu Paffionslieder 4. Von der Auferstehung Jesu. ● - Ofterlieder 5. Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit. Himmelfahrtslieder — a) Glaube an Jesum - 6. Wiederkunft Jefu 7. Christus als Haupt seiner Gemeinde 8. Wirkung Christi auf seine Gemeinde durch das Lehr- und Predigtamt 9. Verhalten gegen Jesum: 1 b) Dankbarkeit und Verehrung c) Liebe und Treue gegen ihn d) Gehorsam gegen Jesum und Nachahmung seines Beispiels e) Freimüthigkeit im Bekenntnisse seiner Religion ● ● Nro. 65-69 70-73 74-81 82-86 87-103 104-112 113-117 118-120 121-124 125 126-130 131-135 136-140 141-143 144 Inhalt. VI. Von der Heiligung des Menschen.- Pfingstlieder. Kadirio 1. Von dem heiligen Geiste 2. Von der Verbreitung des Evangeliums 3. Von der Gründung und Erweiterung der christlichen Kirche 4. Von der christlichen Besserung. Vorbereitungslieder; sowie auch am jährlichen Buß- und Bettage. a) Erkenntniß der Sünde und Bitte um Vergebung derselben b) Scham und Neue c) Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besserung d) Warnung vor dem Aufschub der Besserung VII. Von den Mitteln zu unserer Heiligung und Seligkeit. 1. Von dem Worte Gottes 2. Gebet 3. Von den heiligen Sakramenten und der Confirmation. a) Taufe. b) Confirmation c) Das heilige Abendmahl IX. Nro. 145-155 156-157 158-160 161-168 169-170171-173 174-176 177-179 180-186 187-189 190-196 197-208 nhalt. Die Sitten oder Tugendlehre. I. Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot II. Einzelne Pflichten. de 1. Pflichten gegen Gott. a) Erkenntniß und Verehrung b) Dankbarkeit c) Freude an Gott, Liebe zu ihm und Streben nach Gottähnlichkeit d) Vertrauen auf Gott und Ers gebung in seinen Willen e) Ehrfurcht gegen Gott, Heilighaltung des Eides ● ● Bei öffentlichen Catechisationen Beim Anfange und Schlusse des Schulunterrichts 2. Pflichten gegen uns selbst. a) Christliche Selbstliebe b) Sorge für die leibliche Wohlfahrt: Gesundheit, Ehre, Eigenthum 2c. c) Sorge für die Wohlfahrt der Seele: Weisheit( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe, himm lischer Sinn 3. Pflichten gegen den nächsten. ● ● Nro. 209-212 213-222 223-229 230-232 233-248 249-255 256-257 258-259 260 261-279 280-300 268 208 878-1 Inhalt. a) Allgemeine Pflichten. aa) Achtung und Liebe bb) Theilnahme an Anderer Schicksalen und Fürbitte für fie. Wider den Neid. cc) Gerechtigkeit und Billigkeit dd) Güte, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit ee) Aufrichtigkeit, Wahrhaftigteit,( Treue, Nedlichkeit) und Vorsichtigkeit im Reden ff) Leutseligkeit und Dienstfertigkeit gg) Dankbarkeit hh) Demuth und Bescheidenheit ii) Sanftmuth und Friedfertig♦ keit kk) Geduld und Nachsicht 11) Versöhnlichkeit und Feindesliebe mm) Sorge für des Nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. Wiedererstattung. nn) Sorge für des Nächsten z XI Nro. 301-307 308-314 315-317 318-321 322-326 327-328 329-330 331 332-333 334-335 336-340 341-345 XII Inhalt. Weisheit,( Erkenntniß), Tu gend und Seelenruhe. 00) Sorge für das Wohl der Nachwelt b) Besondere Pflichten in gewissen Ständen und Verhältnissen. aa) Ehegatten. Bei Trauungen bb) Eltern, Vormünder und Ers zieher ce) Kinder und Verwaiste - ( Mündel). dd) Geschwister und Blutsverwandte 4 ● ♦ ee) Dienstherrn und Dienstboten ff) Freunde gg) Vaterland und Wohnort hh) Obrigkeit und Unterthanen. Huldigung Am Geburts- oder Namensfeste des Landesvaters oder der Landesmutter Trauer des Vaterlandes • ii) Vertheidiger des Vaterlandes kk) Nachbarn 11) Alter und Jugend ● Nro. 346-352 353-355 356-358 359-361 362-363 364-365 366-367 368-370 371-373 374-378 379-384 385-386 387 388 389-390 Inhalt. mm) Arme und Reiche nn) Fremde und Reisende oo) Kirchengesellschaften pp) Prediger und Gemeinden. Ordination und Einführung q9) Schul- und Jugendlehrer. In Schulen und bei Schulprüfungen rr) Landleute, Künstler und Handwerker ss) Verhalten gegen die thierische Schöpfung. - 3ukunft. I. Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben II. Von dem Tode. ● 1. Vorbereitung auf denselben 2. Wider die Todesfurcht. III. Auferstehung der Todten und Wieder. sehen IV. Allgemeines Weltgericht V. Von der Ewigkeit. 1. Ueberhaupt 2. Von den verschiedenen Schicksalen ♦ ● XIII Nro. 391-393 394-395 396-397 398-401 402-406 407-409 401-411 412-416 417-421 422-428 429-432 433-436 437-441 XIV Inhalt. der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit Besondere Umstände, Vorfälle und Zeiten. I. Besondere Umstände und Vorfälle. 1. Einweihung einer Kirche und Orgel 2. Im Kriege. 3. Am Friedensfeste. 4. Bei und nach allgemeiner Noth 5. Bei u. nach Mißwachs u. Theuerung 6. Bei und nach Krankheiten und ans steckenden Seuchen 7. Bei und nach anbaltender Nässe 8. Bei und nach anhaltender Dürre 9. Bei und nach einem Gewitter 10. In und nach Wassersgefahr 11. Bei strenger Kälte 12. Nach einer Feuersbrunst 13. Bei Begräbnissen. ● a) Bei dem Tode eines Gatten, einer Gattin b) Bei dem Tode der Eltern c) Bei dem Tode eines Kindes ● Nro. 442-446 d) Bei dem Tode junger Personen. e) Bei dem Tode alter Personen f) Bei dem Tode eines Religionslehrers 447-449 450 451-453 454-457 458-459 460-464 465-466 467-469 470-471 472-473 474 475 476-484 485-486 487 488 489-490 491 492 493 g) Bei dem Tode eines Verunglückten h) Beruhigung und Trost i) Andenken an die Vollendeten. Besonders am Schlusse des Jahres F Inhalt. II. Besondere Zeiten. 1. Jahreswechsel 2. Schluß und Anfang des Kirchenjahres 3. Beim Anfange und Schlusse der Woche. Sonntag 4. Tageszeiten. a) Morgenzeit b) Mittagszeit. c) Abendzeit 5. Wechsel der Jahreszeiten a) Frühling b) Sommer c) Herbst d) Winter — Tischlieder - 6. Saatzeit, Erntezeit. Dankfest für Ernte und Herbst 7. Reformationsfest. 8. Amts- und Ehe- Jubelfeier. a) Amts- Jubelfeier b) Ehe- Jubelfeier XV Nro.. 494 495-497 498-499 500-510 511-513 514-516 517-523 524-526 527-536 537 538-540 541-542 543-544 545-546 547-552 553-558 559 560 Melodien- Herzeichniß. 1. † Ach Gott und Herr 12. 2. Ach Jesu meiner Seelen Freude 427. 3. Ach, was soll ich Sünder machen 168. 305. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig 412. 5. † Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 229. 109. 116. 191. 293. 447. 550. 6. † Alle Menschen müssen sterben 442. 25. 33. 162. 231. 316. 324, 346. 350. 361. 431. 505. 510. 7. † Allmächtiger, wir singen dir 27. 54. 117. 155. 354. 372. 538. 554. 8. An Wasserflüssen Babylon 56. 128. 213. 280. 352. 464. 544. 9. Aufersteh'n, ja aufersteh'n 430. 306. 432. 476. 10. Auf meinen lieben Gott 245. 65. 454. 11. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir 235. 47. 103. 174. 307. 353. 375. 424. 446. 459. 460. 474. 486. 12. Begleite mich, o Christ, wir gehen 91. 199. 559. 13. Christ, unser Herr, zum Jordan kam 36. 284. 557. 14. † Dir, dir, Jehovah, will ich singen 216. 62. 187.262. 294. 331. 349. 394. 451. 469, 471. 15. Du, o schönes Weltgebäude 194. 225. 495. 16. Durch Adams Fall ist ganz verderbt 78. 341. 17. Ein' feste Burg ist unser Gott 121. 21. 512. 18. Eltern, weinet auf das Grab 490. 19. Ermuntre dich, mein schwacher Geist 390. 20. Erschienen ist der herrlich Tag 186. 21. † Er starb, der größte Held 181. 9. 179. 182. 217. 218. 250. 254. 330. 365. 416, 438. 444. 448. XVIII Melodien- Verzeichniß. 22. Es ist das Heil uns femmen her 215. 2. 40. 57. 122, 126. 156. 177. 211. 297, 360. 399. 507. 548. 558. 23. Es ist gewißlich an der Zeit 435. 1. 28. 59. 118. 265. 269. 271. 272. 288. 325. 332, 347. 369. 371. 492. 24. Es ist nicht mehr 489. 25. † Freu' dich sehr, o meine Seele 58. 6. 96. 145. 148. 207. 286. 461. 530. 26. 27. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 82. 171. 209. 264. 285. 327, 357. 373, 396. 511, 549. Gott des Himmels und der Erden 519. 10. 50. 149. 158. 257. 320. 335. 342. 406. 467. 28. Gott ist mein Lied 43. 296. 29. Gott sei Dank in aller Welt 73. 163. 377. 425. 30. Herr, ich habe mißgehandelt 337, 69.166, 321,364. 496. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 151. 287. 312. 368. 409. 482. 515. 526, 546. 31. 32. Herr, Jesu Chrift, mein'e 63. 18.322.345. 359.408.543. 33. Herr Jesu, Gnadensonne 283. 34 † Herzlich thut mich verlangen 89. 7. 31. 34. 143, 164. 190. 201. 240. 292. 313. 323. 386. 417, 433. 498. 35. † Herzliebster Jesu, was hast du verbr. 87. 410. 472. 536. 36. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn 518. 19. 407. 37. Ich hab' genug 61. 38. Ich hab' mein Sach' Gott heimgestellt 415. 98. 314. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ 5. 39. 40. † Jehovah, Jehovah 226. 41. Jesu meine Freude 132. 72. 157. 42. † Jesus, meine Zuversicht 110.105.111.119.268.302.362. 43. In dich hab' ich gehoffet, Herr 263. 463. 547. Kemm't her zu mir, spricht Gottes Sohn 15. 133. 282. 299. 315. 338. 392, 441. 44. 45. 46. Laßt mich weinen, ach sie haben 485. Liebster Jesu, wir sind hier 214. 11. 41, 84, 170 189. 222. 493. Melodien- Verzeichnis. 47. Lobe den Herren, den 227. 76. 452. 48. Mache dich, mein Geist, bereit 175. 71. 219. 300. 344, 465. 513. 49. † Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 141. 44. 45. 129. 183. 192. 274. 277. 301. 303. 326. 336. 340. 351.366. 483, 545. 50. † Meinen Jesum laß ich nicht 138. 68. 127. 144. 188. 196. 204. 246. 252. 414. 419. 434. 448. 560. 51. † Mein's Herzens Jesu, meine Lust 17. 39. 329. 411. 502. 506, 516. 52. Mein Jesus ist mein Leben 426. 100. 135. 160. 206. 259. 333. 403. 456. 494. 497. 53. † Mein Leben ist ein Pilgrimstand 420. 528. 54. Nie will ich dem zu schaden suchen 339. XIX 55. † Nun danktet Alle Gott 223. 380. 462, 473. 524. 56. Nun lob', mein Seel', den Herren 123. 3. 468. 57. Nun ruhen alle Wälder 527. 29. 95. 97. 180. 202. 238. 242. 243. 256, 261. 270. 310. 317. 356. 367. 385, 389. 480. 534. 58. 59. 60. Nun sich der Tag geendet hat 532. 8. 150. 167. 172. 255. 457, 470. 508. 525. 537. 551. Ewigkeit, du Donnerwort 120. 4. 248. 251. 395. Gott, du frommer Gott 165. 13. 24. 32. 48. 195. 249. 260. 279. 304. 383. 393. 509. 61. O Traurigkeit, o Herzeleid 99. 102. 487. 62. Preis dem Todesüberwinder 107. 63. † Echmücke dich, o liebe Seele 86. 200. 203. 220. 64. Schwing' dich auf zu deinem Gott 161. 75. 90. 142. 230. 319. 479. 503. 65. † Schwingt, heilige Gedanken 37. 49. 60. 146. 247. 290. 378. 423. 458. 66. Sich', hie bin ich, Ehrenkönig 134. 318. 500. 67. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen? 228, 131. 253. 334. 370. 540. 68. Trockne deines Jammers Thränen 499. 69. Tugend, o wie schön bist du 210. XX Melodien- Verzeichnis. 70. Valet will ich dir geben 81. 130. 539. 542. 71. Vater unser im Himmelreich 125. 22. 67. 278. 348. 72. Vom Himmel hoch, da komm' ich her 80. 555. 73. Von Furcht dahin gerissen 93. 94. 74. † Wach' auf mein Herz und singe 520. 466. 501. 75. † Wachet auf! so ruft die Stimme 429. 16. 42. 70, 104. 112. 115. 197. 198. 382. 401. 440. 443. 556. 76. Warum sollt' ich mich denn grämen? 152. 77. 139. 244. 276. 77. † Was Gott thut, das ist wohlgethan 236. 26. 30. 137. 184. 193. 233. 239. 258. 281. 363. 374. 384. 388. 428. 478. 514. 552. 78. Was mein Gott will, gescheh' allzeit 124. 23. 53. 212. 234. 79. Welt, ade, ich bin dein müde 491. 298. 505. 510. 80. Wenn du, mein Gott, verlangst 173. 35. 176. 185. 273. 328. 343. 531. 81. Wenn wir in höchsten Nöthen sein 237. 92. 376. 387. 391. 398. 413. 418. 455. 475. 477. 481. 484. 535. 82. Werde munter, mein Gemüthe 517. 266. 308. 311. 529. 83. Wer ist gut, wie du 140. 84. Wer nur den lieben Gott 241. 83. 101. 169. 178. 205. 291. 295. 355. 402. 421. 436. 437, 450. 523. 85. Wie groß ist des 51. 66. 208. 267. 504. 533. 86. Wie leuchtet uns der Morgenstern 74. 20. 38. 55. 79. 106. 113. 147. 153. 159. 358, 379. 397. 400. 405. 422. 439. 445. 521. 553. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 64. 14. 108. 114. 154. 224. 381. 404. 449. 453. 522. 87. 88. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen 136. 309. 541. 89. Wir Christenleut' 221. 90. Wo sind die Weisen, die 46. 85. 88. 232. 275. 289. 91. Wunderbarer König 52. Anmert. Bei den fiber halben oder punktirten halben Noten stehenden Fermaten() wird nicht wie bei den über Vierteln stehenden, länger ausgehalten, sondern genau im Takte fortgefungen. Da nach den mit+ bezeichneten Melodien die besten und meisten Lieder des Gesangbuchs gesungen werden, so muß auf die Einübung dieser Melodien in den Schulen zunächst gesehen werden. Einleitung. Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel. Mel. 435. Es ist gewißlich an| dir, auf deiner Erde wohnen. der Zeit 2c. 1. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst entehrt, mich all'zeit innigst schämen. Nie tomm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du schufft mich, nicht blos Fleisch und Bein, zu diesem Erdenleben; du ließest mich ein Wesen sein, das nach Vernunft soll leben. Ich kann mehr, als die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und Lust gebiert, umfassen und erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, bie, auch belebt, genährt von Was jenen fehlt, verlieh'st du mir, Vernunft und Freiheit, und mit ihr Gefühl von Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für And'rer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freu'n und dich zu lieben. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, dir, den die ganze Schöpfung preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um mich her in deiner Welt, was nützlich ist, verbreiten. 1 Sestimmung des Menschen, 2 6. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dies Leben, zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben; und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 7. Vom Himmel tam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 8. Und diese Würde zu entweih'n, sollt ich gleich Thieren handeln; der Sinnlichkeit ergeben sein, nicht rein und heilig wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, mein Gott, dafür, daß ich mich so nicht schände! 9. Gib, Vater! daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und nach Frömmigkeit mit allem Eifer trachte; dich liebe und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sei, den du mir Hast verliehen. 10. Stets will ich nach Vollkommenheit mit allem Eifer trachten, und mich, weil Sünde mich entweiht, zu hoch für Sünden achten. Nur wer nach diesem Adel strebt, und seines Vorzugs würdig lebt, der Menschheit kann sich freuen. Balth. Münter, 1735-1793. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 2. Wie wichtig ist doch der Beruf, den du mir, Gott, Als einst mich gegeben! deine Liebe schuf, da schuf sie mich zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du mich hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser kommt ein Vaterland, es höh'res Leben, wo du uns wirst mit milder Hand, des Himmels Glück einst geben, das uns nicht Zeit, nicht Zufall nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch nichts ver rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn' und doch dabei nicht fähig bin der höhern Geistesfreuden? Religion, Bibel. 3 4. Auf kurze Zeit bin ich Mel. 123. Nun lob', mein Seel', den Herren 2c. nur hier; dies laß mich nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Uebung zu gemessen; schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dieser schönen Erde Pracht wird dann auch mir vergehen. 3. Lobsinge, Mensch, lobsinge dem Gott, dem Preis und Ruhm gebührt, dem Schöpfer aller Dinge, dem Herrn, der weislich sie regiert! Er rief auch dich ins Leben und 5. Drum laß mich jene Herrlichkeit, Gott, stets vor Augen haben, und hier in uns'rer Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, vor allen Dingen mich bemüh'n, und so zur Ernte reifen! o 6. Ein Herz, das dich, Vater, liebt, und deines Sohn's fich freuet, das so wie er die Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n in jenem höhern Leben. 7. Zu diesem Sinne woll'st du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich immer möge hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein geprüftes Kind, zu jener Freude gehe. Ernst Gottl. Woltersdorf, 1725-1761. lehrte deinen Geist mit Muth nach Allem streben, was groß und ebel heißt; verlieh dir hoher Gaben und reger Kräfte viel; denn glänzend und erhaben ist, Sterblicher, dein Ziel. Was sind die Seelendes Thier's, das nicht vernünftig denkt? Auf thierische Geschäfte sind sie vom Schöpfer eingeschränkt. Es kann bei blinden Trieben, die es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnlichen Genuß; steht auf der Schöpfung Leiter, o Mensch, tief unter dir, und steiget hier nicht weiter; du bleibst sein Herrscher hier. 3. Mit edlern Fähigkeiten, die ewig wachsen, prangest du, und an Vollkommenheiten nimmst du durch Fleiß und lebung zu. Du mehrst der Weisheit Schätze, indem du täglich lernst, vollbringst des Herrn Gesetze stets leichter 1* 2. kräfte 4 ist dir's Ernst. Du darfst nur standhaft ringen, so stärkt sich deine Kraft dich selber zu bezwingen, und du wirst tugendhaft. Bestimmung des Menschen, 4. Ja, legst du deine Mängel bei steter Selbstveredlung ab, so prangst du dort als Engel, umfaßt gleich deinen Staub ein Grab. Dort sieht dein Geist stets heller, was er hier dunkel sah, und wächst im Guten schneller, als es einst hier geschab. Hier wandelst du auf Erden als Kind, an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden an Kraft und an Verstand. 5. Groß ist dein Seelen adel; dein Ziel ist die Vollkommenheit. Ein Leben ohne Tadel führt dich, o Mensch, zur Seligkeit. Heil ewiglich dem Frommen! Er folget immerdar dem Jesu, der voll kommen wie Gott, sein Vater, war. Drum wird er einst, erhoben hoch über Tod und Grab, den Gott vollkommen loben, der Menschenwerth ihm gab. 6. Lobsinge, Mensch, lobfinge dem Herrn, denn ewig ist dein Loos! Sei thätig, strebe, ringe, so wirst du edel, gut und groß. O, trag' der Leiden Würde getrest Christ und Mann, weil sie des Geistes Würde erhöhen soll und kann. Stets vorwärts, nie zurücke! dies muß dein Wahlspruch sein; so bleibt am Himmelsglücke der schönste Antheil dein. Friedrich Mohn, 1765-1845. Mel. 120. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. 4. Gedanke voller Seligkeit! Gedanke der Unsterblichkeit! Du stärkster Trost im Leben! Was wär' mein Dasein ohne dich? Mit welchem Schauder würde mich die Zukunft oft durch beben! Umsonst erhebe sich mein Herz zum Himmel bei so manchem Schmerz. 2. Ich irrt' ein dunkles Thal hinab bis an mein schreckenvolles Grab, das Ziel von meinen Thränen. Was wäre meines Lebens Glück mehr, als ein flücht'ger Augenblick, mehr als ein banges Sehnen? Was sind die Freuden dieser Welt, wenn ew'ge Nacht uns einst befällt? 3. Und ist der Leiden große Zahl in diesem dunkeln Pilgerthal nicht oft das Loos des Lebens? Ist nicht das Laster oft beglückt, und seufzt nicht, tief in Staub gebückt, die Tugend oft vergebens? Wird nicht der Wahrheit hoher Werth oft von des Irrthums Nacht entehrt? 4. Heil mir, daß mich mein Gott erschuf! die Ewigkeit ist mein Beruf, und hier das erste Leben. Zwar diese Hülle fällt einst ab, und Asch' und Moder füllt mein Grab; dech wird mein Geist sich heben, erheben über Grab und Staub, 5. Religion, Bibel. feel, 5 unsterblich, feines Grabes Naub. 5. Heil mir, mein frohes Aug' erblickt die Brüder, die der Erd' entrückt, vor mir den Sieg erstritten. Nach überstand'nem Ungemach des Lebens folgen Alle nach. Es ist nun ausgelitten; und meinem Blick enthüllt sich dann der Gottheit großer, weiser Plan. Joh. Benj. Koppe, 1750-1791. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 2c. Er= de. wer= de. 2. 1535. Aus Er- de ward mein Leib er- baut und wird auch wieder Doch weißmein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht ster- ben Er, mehr als Staub, er, Got- tesHauch, wird nach dem Tod' auch le ben: schweben, schwe- ben wird er zu Gott und auch Gott außer'm Lei be le= ben. 2. Mein Leib denkt nicht, mein Geist allein kann denken, kann begehren; deß, was nicht sichtbar ist, sich freu'n, Gott 6 Bestimmung des Menschen, kennen und verehren, in dem,| mehr dereinst, als ich mit was er durch ihn empfand, allen Sinnen genieße, wann dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden, und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen! Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben! Gottes Erben ist dieser Tod Gewinn; die Seele kann nicht sterben! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 3. Du bauteft eine Hütte mir, Gedanken da zu sam meln, und da zuerst, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln, und immer mehr veredelt, mich in deinem Lob zu üben, und getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Ach, viele Heiden wuß: ten's nicht, weil sie, verhüllt in Schatten, nicht deiner Wahrheit Sonnenlicht, dein Wort, o Gott, nicht hatten; ich aber weiß es! Welch ein Heil! Mag doch was Staub ist sterben und verderben; mein bess'rer, höh'rer Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja nicht sterben! Gott, des bessern Lebens Glauben sell keines Läst'rers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben; aber dann wird Gott zu sich mich führen, triumphiren wird meine Seel' und kann im Tode nicht verIferen. 6. Sell nicht verlieren; Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 6. Schuf mich Gott für Augenblicke? Blos für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Seligkeit? Ist, was in mir denkt, ein Hauch? Schwindet es wie Dunst und Rauch, wann des Todes letzten Siegen alle Kräfte nun er liegen? 2. Bin ich, wann ich sterben werde, völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach, ein bald verwester Staub! O, erreicht ich hier mein Ziel, hätt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren, lieber wär' ich nicht geboren. 3. Ist dies Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad; sagt, warum mir's Gott gegeben, mir Vernunft Religion, Bibel. gegeben hat? Glücklich wär' ich, nähm' er mir's, gäbe mir die Lust des Thier's, das in Freuden hüpft und spielet, und den Tod nie voraus fühlet. 4. Sein und dann vernichtet werden: Mitternacht gedanke, fleuch! Oder, ihr Gewürm' auf Erden, neidisch seh' ich hin auf euch! Denn was hülfe mir der Flug, der so oft zu Gott mich trug, wenn ich ganz im Tode stürbe, ganz, des Todes Raub, verdürbe? 7 unsre Seelen blos für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für dieses schuf er sie; Seelen, Seelen sterben nie; selig machen, oder richten, wird er sie und nicht vernichten! 8. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergänglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit- Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb', und ewig lebe! 5. Nein, Verächter, meinen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sei, soll kein Blendwerk je mir rauben, keines Leichtsinn's Spötterei! Meine Seele ist kein Rauch, ist ein Funten, ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe, ihn verweht kein Sturm im Grabe. 9. Du, o Schrecken im Gewissen der Verbrecher; du, o Rub', und, was Fromme nur genießen, hoher Friede Gottes, du- Zeugen, Bür gen seid auch ihr, wann der Ted mich schrecket, mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde. 6. Geist! das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist 10. Dankt' es Jesu, Gottes Hülle nur, einst des edlern Kinder, daß euch keine Zukunft Leibes Same auf der Auferschreckt; daß des Todes Ueberstehung Flur! Wie ein Samen- winder einst die Schlummernforn verdirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, ein Höh'res Leben einem eblern Keim zu geben. 7. Nein, Gott schuf nicht den erweckt! Euch empfängt, seid ihr ihm gleich, wann ihr sterb't, ein himmlisch Reich, too zu einem bessern Leben Gott die Seinen wird erheben. 8 11. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterblich keit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still, jeden Pfad des Rechts, und will unverrückt zum Ziele streben, hier schon für den Himmel leben. Bestimmung des Menschen, 12. Aber daß mein Flug nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der selige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! Dort, o Gott, vor deinem Throne, meines Kampfes Preis und Krone. 3. Andr. Cramer 1723-1788. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 7. Unsterblichkeit! Gedanke, der meinen Geist belebt, und in der Trübsal Stunden ihn zu den Sternen hebt! Du strahlst mehr, als die Sonne, mir Licht und Wärme zu; mein Glück und meine Wonne, mein höchster Stolz bist du! 2. Ich sterbe nicht auf ewig, sonst wäre Leben Qual. Ich komme nach dem Tode zu Freuden ohne Zahl. Es stammt vom Herrn des Lebens dies süße Vorgefühl. Er gab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höh'res Ziel. 3. Vernichtet wird auf Erden auch nicht der kleinste Staub. Thor! und des Menschen Seele wär' der Vernichtung Raub? Der uns das Sein gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, lockt Keime aus dem Grab. 4. Nach einem höhern Ziele strebt hier mein Geist schon früh'; doch, ach, so sehr ich ringe, erreich' ich es doch nie. Wozu der Muth, dies Stres ben, der Keim von hoher Kraft? Für diese Spanne Leben! Wie klein, wie räth ſelhaft. 5. Der Geist des Menschen strebet nach Wahrheit und nach Licht; doch, ach, er strebt vergebens, hier findet er sie nicht. O, dieser Durst nach Wahrheit wird dort, nur dort gestillt, wo einst, in größ'rer Klarheit, der Born der Wahrheit quillt. 6. Hier weinet oft die Tugend, verkannt, verfolgt, geschmäht, indeß des Lasters Sklave sich stolz im Glücke bläht. Dort über Sternen thronet, er, der Gericht einst Religion, Bibel. hält. Die Tugend wird be lohnet in einer bessern Welt. 7. Deß freut sich meine Seele, die vor Erwartung glüh't. Hoch tönet noch am Grabe der Sieger Jubellied. Ich weiß, an wen ich glaube, weiß, was mir Gott verheißt: der Leib nur wird zu Staube, unsterblich ist mein Geist. 8. So sterben Wald und Fluren im Winterschlaf dahin; die Frühlingssonne lächelt, und Wald und Fluren blüh'n. O Bild vom bessern Leben! Du Flur im Frühlingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit. Nach Jac. Frieb. Schmidt, 1730-1796. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 9 des Glaubens Früchte bringt, das Gute thut aus Pflicht. 2. Doch dem nur, der von Herzen dich bekennt, dem Frömmigkeit, dem wahre Tugend heilig ist, der ihr sein 4. Den, göttliche Religion, führst du mit Mutterhand durch's Pilgerleben hin und bringst ihn einst in's Vaterland. 5. Schon hier wird jede Freude ihm verschönert, jedes Glück erhöht; denn inn're Seelenruh' erheitert seinen Blick. 6. Und trübt sein Himmel sich, verbirgt die Sonne fich: so hellt ein Strahl von Gottes Licht ihm auf die schön're, bessr'e Welt. 7. Mit Muth gestählet, wird er selbst dem Tod entgegen seh'n; er weiß: durch Gräber werden wir zum höber'n Leben geh'n. 8. Gott, laß uns die Re8. Heil dem, der dich, ligion stets theu'r und heilig Religion, durch Wort und sein, und laß, bei wahrer That bekennt! Denn ihm Frömmigkeit, uns ihres Segens gewährst du Seligkeit, die feine Sprache nennt. freu'n! Herm. Christ. Gottf. Demme, 1760-1822. Mel. 181. Er starb der größte Freund der Tugend 2c. 9. Religion, von Gott gegeben, wie bist du unserm Herzen werth! Ach! traurig ist das Erdenleben für den, Leben weiht; 3. Der nicht nach leerem Schatten greift, vom Glauben nicht blos spricht; nein, auch der deinen Trost entbehrt: du 10 gibst uns Trost in jeder Noth, besiegst die Furcht vor Grab und Tod! Bestimmung des Menschen, 2. Du bist es, die uns Gott erkennen, uns unsern Schöpfer lieben lehrt; wir dürfen ihn nun Vater nennen und hoffen, daß er uns er hört, uns Muth und Kraft zur Tugend schenkt, und unser Aller Schicksal lenkt. 3. Du lehrest unsern Geist fest glauben, er lebe fort in Ewigkeit; die Hoffnung soll uns Niemand rauben, die Hoffnung der Unsterblichkeit. wo uns nichts mehr trösten kann, da fängt dein rechter Trost erst an. 4. Religion, des Lebens Wonne, begleite du uns bis an's Grab; einst strahle du, des Lebens Sonne, vor uns in's Tedesthal hinab! Du ziehst um uns der Hoffnung Band, wir geh'n getrost an deiner Hand. Johann Otto Thieß, 1762-1810. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 10. Theures Wort aus Gottes Munde, das so eble Früchte trägt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit ge legt. In dir treff' ich Alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Mich ergreifet jenes Lebens Freude, süßes Vorgefühl meines Denkens, meines Strebens, dort an meines Laufes Ziel, wann mein Blick, durch deine Macht, dringet durch des Todes Nacht. 3. Du, mein höchstes Gut auf Erden, Führer zur Vollfommenheit! möcht' ich durch ich weiser werden hier in dieser Prüfungszeit! Heil mir! deiner Weisheit Sinn führt zu hoher Würde hin. 4. Geist vom Vater und vom Sohne, du, o meines Gottes Geist! fordern könnt' ich's nicht zum Lohne, was du durch dein Wort mir reichst; freie Güte war's, daß du dieses Licht mir sandtest zu. 5. Möcht' ich nun auch recht erkennen, deiner Gabe Hohen Werth, und von from= mem Eifer brennen, auf das, was dein Wort mich lehrt, voll von heil'gem Andachtssinn, meinen Geist zu richten hin! 6. Möcht' auf seine Tugends lehren, Lehren der Unsterblichkeit, allezeit ich achtsam hören, daß nicht Welt, nicht Eitelkeit, mich von Gottes Religion, Bibel. Wegen zieh'n an des Lasters Abgrund hin. 7. Was ich lese, möcht' ich's merken, was du sagst, möcht' ich es thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, möcht' es dabei nicht beruh'n! Sell es wahr und lauter sein, sei auch Herz und Wandel rein. 8. Möchten alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur geh'n! Wort, das ich zum Grunde lege, fest, wie Felsen, sollst du steh'n, daß mein Herz auch Trost und Nath in den Leidenstagen hat. 9. Jesus, dein so ebles Leben, deine Tugend, deine Treu', möchten sie mir Eifer geben, daß auch ich, mit heil'ger Scheu, hier stets fest im Glauben steh', bis ich dort zum Schauen geh'. Benj. Schmold, 1672-1737. - Mel. 214. Liebster Jesu, wir find hier zc. 11. Theuer sei mir allezeit, Herr, meinHeiland, deine Lehre. Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott 11 recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gett und Vater nennen, und nach seinem heil'gen Willen uns're Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du in's Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in uns're Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünden großen Schaden; doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: komm't zu mir, beschwerte Seelen, es soll euch, zu eurer Ruh', nicht am Troste bei mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die, zu deines Namens Ruhm, dankbar ihre Knice beugen, daß du noch dein Wort erfüllest, und der Seele Rummer stillest. 7. O, nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll 12 Bestimmung des Menschen, Ehrfurcht bringe! Höre meinen dir erhoben, will ich würdiger Lobgesang, den ich hocherfreut dich loben. dir singe. Du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher als Gold sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dant, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den du gewähret! Werd' ich einst zu 12. fe.F. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneu'tem Sinn nur nach deinem Worte handeln. So nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Heinr. Erh. Heeren, 1728-1811. Mel. Ach, Gott und Herr 20. 1655. Gott ist meinHort und auf sein Wort soll mei- ne See- le & trau en. Ich wand- le hier, mein Gott, vor dir im Glau- ben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich Kräfte schmecken; laß keinen und Leben. Zur Ewigkeit ist 4. Dein Wort erklärt der seine Seele Werth, Unsterblichkeit Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. diese Zeit von dir mir übergeben. 3. Wo hätt' ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gett, ohne fie verstünd' ich nie, wie ich tich würdig ehrte. 5. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, ten kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz, Religion, Bibel. 13 in Neu' und Schmerz der falte, gib, daß ich dein Gebot Sünden nicht verzagen. Nein, für dein Wort ewig balte, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, auchy stets das Göttliche in deiner Lehre seh'n. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Theil; es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben. Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Mel. 165. Gott, du frommer Gott 2c. 13. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort, zum Heil der ganzen Welt, von Gott gegeben ist, und seinen Rath enthält. 2. Mert' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; mert' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in ihm dich zu erbau'n. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände 4. Er, aller Weisheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, gewissenhaft sie liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäf ten, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Des Abends stille Ruh', des More gens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Echrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tag's oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Echrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann 14 Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel. das Wort versteh'n, dem du| Licht dir schenken. Dort wächst gehorsam bist. mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 8. Spricht sie geheimniß voll, so laß dich dies nicht schrecken! Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich Hoch. Wenn er sich dir er klärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Witz begehrt. 11. Verehre stets die Schrift! Und sieh'st du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überheben, fern von Vernünftelei, Gott dann die Ehre geben, wenn er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's das glauben, was Gott spricht. 12. Halt' fest an Gottes Wort! es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte, christlich groß, des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch feine Zweifel tränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Ch. F. Gellert, 1715-1769. Glaubenslehre. I. Von Gott und seiner Schöpfung. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 14. Gin Gott ist, ruft mir Alles zu, laut sagt es mir mein Herz. Wo fänd' ich, ohne ihn, wohl Rub', Trost bei Leid und Schmerz? 4. Und wenn ihn nicht erreicht mein Flug, mein Geist ihn nicht ermißt; so ist's dem Herzen schon genug, daß er mein Vater ist. wo 2. Zwar fassen kann ihn nicht mein Geist, wie er sich auch bestrebt, ihn, den das Heer der Sterne preist, vor dem die Erde bebt; 3. Ihn, der mit unbegränzter Macht mich in das Dasein rief, und der schon da für mich gewacht, als ich im Dunkeln schlief. 15. 5. Dies trocknet mir die Thränen ab, erhellt das Dunkel hier, und gibt mir Muth, wenn nun das Grab sich öffnet unter mir. 6. Ein Gott ist! Wohl mir, daß mein Herz dies innig fühlt und glaubt! Es wäre mir bei Leid und Schmerz sonst jeder Trost geraubt. Unbet. Verfaffer. Komm't her, spricht Christus, Gottes Sohn 2c. 1534. Wie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott, der ganze 16 Von Gott und seiner Schöpfung. Welt- bau ist ein Zeu ge deines Lebens. Zu = sicht- bar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn_her2 vorge- bracht. Nichts, nichts ist hier ver= ge= bens. 2. Wohin auch nur mein| nung noch erhält, mit Weiss Auge blickt, da seh' ich Ord- heit sie regieret. Du bist es, nung, die entzückt, im Großen der nach seinem Rath auch und im Kleinen; ich sehe, ganz uns auf unsers Lebens Pfad erstaunt seh' ich, wie der Ge- mit weiser Gnade führet. schöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 6. O, wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt nur dein Werk ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöbe Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 3. Eins muß dem Andern nützlich sein, daß Alle sich des Dasein's freu'n, die sich empfinden können. Und wie? Doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich! nicht vom Ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer; so fonnte nichts entstehen! Du sprachst ein Wort, da ward, was ist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die geschaff'ne Welt in ihrer Ord 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weih'n, zur Von Gott und seiner Schöpfung. Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und nach dem Tod des Himmels Wonne geben. Joh. Sam. Dietrich, 1721-1797. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 20. 16. Betet an, lagt uns lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr' und Macht! Betet an! Er hat erschaffen. Frohlock't, froblock't, er hat erschaffen. Ihm weide Lob und Preis gebracht! Die Engel sind durch ihn; die Menschen sind durch ihn; Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm', es preis' ihn seine Welt! 2. Er verließ die erste Stille, die Welt zu schaffen; was sein Wille aus freier Huld beschloß, geschah. Als er schaffend rief: Es werde! da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel jauchzte schon: Preis dem Schöpfer! Doch schien noch nicht der Welt sein Licht; er sprach: Es sei da ward es Licht. 17 3. Oben wölbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolt' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Höhen; es fliebt auf sein allmächtig Weben und überströmet fie nicht mehr. Er hemmt der Fluthen Lauf; enthüllet steigt herauf Gottes Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Nuhm, und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut der Erde; Felder und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hober Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren still die ernste Nacht. Er spricht: da lebt im Meer ein tausendfältig Heer; Preis dem Schöpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schöpfer, der's zum Leben ruft. 5. Sag't, wer schuf auf dem Gefilde das Thier; wer war es, der dem Wilde die Fesseln aufgelöset bat? Sag't, wer gab den Wüsteneien zum Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? Der Ew'ge, groß von Rath und That. Das kühne Roß, der Stier dankt, 2 18 Don Gott und seiner Schöpfung. Herr, sein Dasein dir! Alles der Herr ist Gott! Es ist jauchze: der Herr ist Gott, nur er, kein And'rer Gott. der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gott! 6. Tiefer betet an, und bringet der Lobgesänge mehr, und singet gewaltigern, erhab'nern Dank! Ich will, sprach er, Menschen schaffen, nach meinem Bilde sie er schaffen! Und Adam ward erstaunt und fang: Gott ist mein Schöpfer, Gott, ich ward auf sein Gebot. Preis dem Schöpfer! der Herr ist Gott! 17.9 Jint SUS Wege, le= ge, $ 2² ITECTS 都 Mel. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 7. Ewig wollen wir lobmissingen, und Preis und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr' und Macht! Denn er hat auch uns erschaffen; zu seinem Ruhm auch uns erschaffen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend jauchzen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält, es rühm', es preis' ihn seine Welt! 49 Joh. Andr. Cramer, 1723-1788.19 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner die Liebe, die für Al- le wacht, an- be- tend überVa= ter! 1413 HOT BUD so weiß ich, von Be- wund'rung voll, nicht Diojantun wie ich dich er he ben soll, mein Gott, meinHerr und = = bd Peter Sohr, 1668. DE TO dio modo god sndit bi? misl$ 82 12 89 drom ad list a Von Gott und seiner Schöpfung. 2. Mein Auge sieht, woHin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf, wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott voll Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit der Himmel reichet. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 19 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist und alle Welt fag': Amen! Ja, alle Welt ehr' Gott, den Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christ. Fürcht. Gellert, 1715-1769. Mel. 63. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht 2c. 18. Wer mißt und zählt der Wesen Neih'n, die sich), o Schöpfer, deiner freu'n, zu dir hinauf als Vater seh'n, zu dir aus allen Welten fleh'n? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und die schon selig, uns're Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. So wird, durch deiner Allmacht Kraft, die immer neues Leben schafft, noch manch Geschlecht die Erde seh'n und durch den Tod zum Leben geh'n. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die sich deiner freu'n, die auf zu dir dem Vater, seh'n und Glück und Heil von dir erfleh'n. nagrail and 5. Bu beines großen 2* 20 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Namens Ehr', schufst du der| Silberglanz, das milde Licht Geister zahllos Heer; durch der Sterne! deine Huld sind sie geweiht zu unnennbarer Seligkeit. 3. Vom Staube wag ich's hinzuschau'n, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Heir, deines Reiches Gränzen. 6. Wann einst, auf deinen Wink, mein Geist sich seinen Fesseln hier entreißt; dann werd' ich unter ihren Reib'n auch ihnen gleich und selig sein. 4. Umsonst! ten gränzenlosen Raum der fernsten Connenheere mißt kein Erschaffner; ihre Zahl gleicht der des Sand's am Meere. 7. Preis dir, o Vater, dessen Ruf mit ihnen mich verschwistert schuf, und nur dem Leibe hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. 518. Ich dank' dir schon 2c. 19. mit heil'gem Schauer blick ich, Herr, zu deines Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt, von dir geordnet stehen. 2. Wie schön, wie herrlich leuchtet mir aus unermess'ner Ferne, des Mondes sanfter 5. Nur du, o Unermeßlicher, zählst ihre Millionen; dur segnest hier, du segnest dert, wo frohe Leben wohnen. 6. Auch dort ist deines Reich's Gebiet erfüllt mit höhern Wesen; und sie, wie ich, sind, Herr, durch dich zur Ewigkeit erlesen. 7. Frei werd' ich einst mit ihnen mich von Sonn' zu Sonne schwingen; mit ihnen, Weltenschöpfer, dir Dank, Preis und Ehre singen. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. II. Von der Erhaltung und Regierung der Welt; oder von der göttlichen Vorsehung. Mcl. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. mein Lobgesang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank 20. Fleug auf, mein Psalm, vor seinen Thion zu bringen! oder von der göttlichen Vorsehung. 21 Er hört auch Menschenlieder mich gegründet und bereitet? gern, wenn gleich die Engel Lächeln mir nicht alle Wälder, ihrem Herrn viel böb're alle Felder froh entgegen, Psalmen singen. Darum bat reich für mich von seinem er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Thron's auch dich gerufen. Segen? 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da, voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begannen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf blumenreichen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss' und See'n werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einmüthig Alle Gott erhöh'n, und seine Größe preisen! Wie alle Jubel sind und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang dem Gütigen und Weisen! Ach, wie könnt' ich fühllos schweigen; schweigen; solcher Zeugen Lob vernehmen; und doch seines Ruhm's mich schämen! 6. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, bleibt immer schön und jugendlich mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 4. Für wen hat Gott, gleich einem Zelt, die Himmel über seine Welt so künstlich ausgebreitet? Wer nützt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für halle von dem Schalle deiner 7. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrscher mich erhoben. Mir, mir gab seine Schöpferhand Gefühl, Bewußtsein und Verstand, ihn würdiger zu loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend 22 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Lieder Gottes Erd' und deine Macht von Anbeginn Himmel wieder! Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine tief gerührte Seele! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 121. Ein feste Burg ist unser Gott 2c. 21. Durch dich, o Schöpfer, kann die Welt, allein durch dich bestehen. So lange sie dein Arm erhält, wird sie auch nicht vergehen. Du Urquell aller Kraft, du bist's, der Alles schafft; von dir, von dir allein kommt Leben und Gedeih'n; dich preisen uns're Lieder! 2. Noch strahlt der Sonne milbes Licht herab aus hoher Ferne; noch weicht aus seinen Bahnen nicht das Heer zahlloser Sterne. Noch wird zu rechter Zeit des Mondes Licht erneut; noch wechseln Tag und Nacht, wie, Herr, es geordnet. 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind und Reif und Thau und Regen, die deiner Güte Boten find, den Ländern Heil und Segen. Noch strömet auf dein Wort des Lebens Quelle fort, und wenn die Ernte naht, rauscht noch die reife Saat des Schnitters Arm entgegen. 101 4. Noch immer muß, auf dein Geheiß, der Herbst sein Füllhorn leeren, und nach des Winters Sturm und Eis der Frühling wiederkehren; noch immer würzt die Luft der Blumen süßer Duft; noch stellt in jedem Jahr verjüngt sich wieder dar, was unser Aug' entzücket. 5. Kein Same, Gott, tein Kraut vergeht, und fein Geschlecht von Thieren. So lange noch die Erde stebt, soll keines sich verlieren. Du bist's, der in der Welt die Wesen all' erhält. Es pflanzet auf dein Wort sich jedes Würmchen fort in ungezählten Schaaren. 6. Die Thiere sind des Todes Raub, um nie zurück zu kehren; auch uns're Leiber werden Staub, die Zeit wird fie zerstören; und dennoch oder von der göttlichen Vorsehung. G 23 fehlen sie durch dich der Erde| Kräfte, täglich Brod; gabst nie: es werden, wenn der Tod auch gleich Entvölf'rung droht, sich Mensch und Thier doch mehren. sie od 1001 mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 7. Ja, Gott, du sorgst, als Herr der Welt, auch für des 4. Ich bin's gewiß, du Menschen Leben. Du bist es, der es uns erhält, du hörst nicht auf zu geben, was unsern Leib ernährt und uns're Kräfte mehrt. Wer sollte sich nicht freu'n, nicht dir sein Leben weih'n? Wer sollte dich nicht preisen? 00: 15 kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll! Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. digit Joach. Christ. Grot, 1733-1801. 5. Der Vogel bauet nicht das Land, doch nährt ihn deine milde Hand. Du schmückst Mi die Blume königlich, die nicht Mel. 125. Vater unser im zur Arbeit eilt, wie ich. VerHimmelreich 2c. 4 giß es, meine Seele, nie, weit 22. Gott, deine weise Macht mehr bin ich vor Gott, als sie! erhält die ganze lebenvolle Welt, und aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 6. Du schufft mich nicht für diese Zeit; mein Ziel, Herr, ist die Ewigkeit. Vernunft und Freiheit gab mir Gott; für mich ging Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 2. Kaum öffnest du die Hand, so fließt herab, was ihnen nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt fie dein Aufseh'n und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis' und Trank empfah'n. Dem Sünder selbst, der dich verschmäht, gibst du sie ohne sein Gebet. Wie solltest du mein kindlich Fleh'n um Kleis 3. Auch mir gabst du, mein Herr und Gott, Gesundheit, 24 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; dung, Speis' und Trank ver-| läßt sie vergehen; und was schmäh'n? er thut ist immer gut, kann nie des Zwecks verfehlen. Ihm mangelt's nicht an Macht und Licht das Beste zu er: wählen. 8. Laß du mich nur genügsam sein und deiner Gaben mich erfreu'n, doch mehr noch deiner, der du dich so freund lich zeigest gegen mich, und selbst die reiche Quelle bist, aus welcher jede Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueber fluß erhalt' mich mäßig im Genuß; bewahre mich in Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit! Du nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott, mein Leben lang! 3. Nur er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht Ordnung und Zusammenhang zum sichern Wohl des Ganzen. Der Bäume Laub, der feinste Staub, und Wasser, Luft und Erde zeugt, daß die Welt, die er erhält, nie leer an Segen werde. 4. Die dürren Felder tränket er mit Thau und mildem Regen; der Donner kracht und rollt daher, und bringt den Völkern Segen. Wir seh'n erfreut den Reiz erneut, der uns're Erde schmücket, und daß die Saat Gedeihen hat, wirkt er, der gern beglücket. Balth. Münter, 1735-1793. Mel. 124. Was mein Gott will, gescheh' allzeit 2c. 23. Preist, Menschen, preist den Herrn der Welt! Seht seiner Vorsicht Spuren in Berg und Thal, in Wald und Feld, in Wiesen und auf Fluren! Durch seine Kraft, die nichts erschafft, was er nicht auch regieret, steht alles da, wird fern und nah' sein Rathschluß ausgeführet. 5. Der Herr, der Welten Herr allein, läßt unsern Plan gelingen, gibt Kraft der Tugend treu zu sein und Gutes zu vollbringen. Was uns gebricht, versagt er nicht, 2. Nichts läßt er durch ein er will uns stets erfreuen, Ohngefähr, nichts ohne Zweck wenn wir nur gern ihm, geschehen. Sein Wink ruft unserm Herrn, hier unser die Geschöpfe her, sein Wink Leben weihen. oder von der göttlichen Vorsehung. 25 6. Gott, was dein Rath tief entzückt, es heißt Unendmir nüßlich fand, mag immer mir begegnen. Mein Schicksal steht in deiner Hand; ich weiß, du willst mich segnen. Ja, selbst im Schmerz soll nie mein Herz an deiner Huld verzagen. Ich kenne dich, du kennest mich, wie könnt' ich jemals klagen? Joh. Chrift. Grot, 1733-1801. Mel. 165. Gott, du frommer Gott 2c. 24. Der du mit starker Hand der Welten All regierest, und aller Sterne Heer in seinen Kreisen führest, du blickst mit Vaterhuld auch auf den Staub herab, dem deine Allmacht einst Gefühl und Leben gab. 2. So viel der Wesen sich auf deiner Erde regen, mit Vatergüte kommst du Jeglichem entgegen; doch hast du, Preis sei dir, der selbst den Wurm erquickt, vor allen das Geschlecht der Sterblichen be glückt! 3. Ein Funke deines Lichts glüht auch in unsern Seelen; frei können wir, wie du, was recht und gut ist wählen; das Ziel, nach dem dein Wort zu streben uns gebeut, wir fühlen's lichkeit. 4. Du bast uns deinen Sohn zu unserm Heil gegeben; die Menschheit soll durch ihn stets höher sich erheben; durch Thaten groß und gut; durch Wahrheit und durch Recht, in Zeit und Ewigkeit ein glückliches Geschlecht. 5. Zwar sank sie oft herab von ihrer hohen Würde, sie trug des Lasters Joch, sie trug. der Thorheit Bürde; durch Vorurtheile blind, getäuscht durch eiteln Wahn entfernte sie sich oft, o Gott, von deiner Bahn. 6. Und ach, wie oft hat sie des Elends Druck empfunden, vor manchem Wütherich im Staube sich gewunden! Wie oft verströmte sie, gereizt durch eigne Wuth, in wildem Schlachtgetös' für einen Wahn ihr Blut! 7. Doch immer väterlich hast du sie, Herr, geleitet; in trüber Nächte Sturm ihr Licht und Trost bereitet; und wenn sie sich gedrängt von allen Seiten sah, warst du, der Rettende, mit deiner Hülf' ihr nab'. 8. O, leit' auch ferner sie, durch deine Huld und Gnade Von der Erhaltung und Regierung der Welt; 26 der Tugend sich're Bahn, der Weisheit lichte Pfade; daß sie, von dir geführt, beseliget durch dich, mit kühnem, freiem Flug', stets höher schwinge sich. 3. Ewig weis' und ewig milde, waltest du, Allmächtiger, deckest, wie mit einem Schilde, deine Kinder um dich her, wenn sie mit entschloss'nem Muthe für das Wahre, für das Gute fest und treu im Kampfe steh'n und auf dich voll Hoffnung seh'n. 9. Laß, wo noch Irrthum herrscht, die Wahrheit mächtig fiegen, und Recht und Tugend nie auf Erden unterliegen; von jedem harten Druck, von 4. Siegen muß die gute jeder Tyrannei, mach', o All- Sache, unter deinem Schutz gütiger, mach' uns auf ewig frei! sanastos song is bud Mel. 442. Alle Menschen müssen gehoben denken wir der alten Zeit, denken wir so mancher Proben deiner Huld und Freundlichkeit! Deine Weis heit, deine Stärke, strahlt aus jedem deiner Werke, lehrt, voll Hoffnung und Vertrau'n, auf die Zukunft hin uns schau'n. ist sie! Mag des Frevlers wilde Rache schnauben, er vertilgt sie nie. In den grauens vollsten Stürmen kannst du Licht und Tugend schirmen. Frevler, eure Macht ist Spott! terben 2c. ad Eine feste Burg ist Gott! 25. Gott, von Frohgefühl 5. Stirbt die Wahrheit in den Flammen? Sinkt die Tugend in der Fluth? O, ihr könn't nur den verdammen, der die Wahrheit liebt und thut. Aber wird sein Blut euch nützen? vor der Wahrheit Macht euch schützen, die, je mehr ihr sie entehrt, sich nur herrlicher verklärt. 6. Aus des Kampfes heißer Gährung tritt fie rein und ungetrübt, wie bes reinen Goldes Währung in der Flamme sich ergibt. Fruchtlos strebet ihr, Tyrannen, Licht und Wahrheit zu verbannen; was den Geistern Joh. Wächter, 1767-1827. sindiauto 2. Rettung hat dein Arm bereitet uns am Tage der Gefahr; hat zum Lichte die geleitet, deren Pfad umnachtet war. Aus dem Dunkel schufft du Klarheit, zogst hervor aus Wahn die Wahrheit, und der Väter Thränenblick gründete der Kinder Glück. Univ.- Bibl. Giessen 27 7. Drohet ihr mit Stiaven fetten, selbst in Fesseln bleibt sie frei; und es eilet, sie zu retten, ihr Befreier bald her bei! Und er hat mit euern Waffen, Schwert und Feuer, nichts zu schaffen, Wahrheit fiegt durch inn're inn're Kraft; 2. Einst strahlt der WahrGott ist's, der ihr Sieg verheit reines Licht den Menschenschafft! oder von der göttlichen Vorsehung. angehört, wird nicht mit dem| Mel. 236. Was Gott thut, Leib zerstört. das ist wohlgethan 2c. 26. Was Gott erschuf, was er erhält im Himmel und auf Erden, dies Alles kann in seiner Welt und soll vollkommen werden. Zum Bessern hin treibt Gottes Sinn; drum lasset mit Entzücken uns in die Zukunft blicken. 8. Ja, du hilfft ihr kämpfen, fiegen. Mag des Frevlers Trug und List, mag der Irrthum sie bekriegen; der du selbst die Wahrheit bist, du läßt sie nicht untergehen, ewig wird ihr Reich bestehen. Immerfort hat deine Macht sie im schwersten Kampf bewacht. 9. Auf denn, huldiget dem Wahren, huldiget dem Guten gern! In den drohendsten Gefahren ist des Schüßers Arm nicht fern. Liebt' im Pilgerlauf hienieden nur die Wahrheit und den Frieden, bis euch in der bessern Welt ihre Sonne ganz erHellt. Gerb. Av. Neuhofer, 1773-1816. seelen heller; dann täuscht sie Wahn und Irrthum nicht, des Geistes Blick sieht schneller. Nach Gottes Rath muß jede Saat der Wahrheit einst gedeihen, und ihrer Frucht sich freuen. 3. Und glänzt nur erst dies hell're Licht, dann werden Menschen leben, die ganz erwärmt für ihre Pflicht, nach reiner Tugend streben. Von Zeit zu Zeit wird Sittlichfeit in Gottes Welt fich heben, Vernunft den Sieg erstreben. 4. Wir denken dieser frohen Zeit und seh'n im Geist auf Erden die Menschen rein'rer Seligkeit durch Tugend würdig werden. Ja, unser Blick sieht Menschenglück in Zukunft schöner blühen und Noth und Elend fliehen. 28 5. O, dieser sel'gen Hoff: nung voll laßt uns hier Saaten streuen für Wahrheit und für Menschenwohl, und ihrer Frucht uns freuen. In einer Welt, die Gott er hält, da müssen Tugendsaaten blüh'n, reifen und ge- Liedern. rathen. 27. Von der Erhaltung und Regierung der Welt; f 6. Deck: uns des Grabes Hügel schon, noch leben uns're Brüder; der Tugend und Religion erschallen ihre Lieder. Auch unser Geist im Himmel preist mit unsern Erdenbrüdern dich, Gott, in höhern Mel. Allmächtiger, wir singen dir zc. ge= gen. Se= gen. Unbek. Verfaffer. fel Es strömt, o Gott, aus dei- nerHand den Völ- kern Heil entDurch dich er- hebt sich Meer und Land zu Fruchtbarkeit und 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, wodurch die Reiche blühen, du weckst die Weisen in dem Land und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit, du bist's, der Jedem Kraft verleiht, um nüßlich hier zu werden. 1785. Mit wei- ser Gü te thei- lest du, was H die- sem fehlt dem Andern zu, um Al- le zu be- glücken. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Eegens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Völker zu beglücken. 4. Du gibst den Schiffen oder von der göttlichen Vorsehung. 29 ihren Lauf auf Strömen und und Gott hat dir, was fünftig auf Meeren, und hilfst dem ist, verborgen; dein Herr Flor der Handlung auf, viel' und Schöpfer sorgt dafür, Tausende zu nähren; zeigst was nüßen deine Sorgen? überall und allezeit zur Noth- und doch irrst du mit bangem durft, zur Bequemlichkeit dem Sinn durch tausend trübe Fleiße sich're Wege. Sorgen hin und denkst: wie will es werden? 5. Du zeichnest ihren Wir fungskreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem andern nüßlich werde; der Landmann hier durch Müh' und Schweiß, der Künstler dort durch seinen Fleiß, der Weise durch Belehrung. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit kindlichem Gemüthe! du herishest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Beglücke unser Vaterland durch deine milde Segenshand mit Wohlstand, Fried' und Ruhe. 7. Gib uns, daß wir mit Redlichkeit, in des Berufs Geschäften benutzen unsre Lebenszeit nach unsern besten Kräften. Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. Joh. Andr. Cramer, 1723-1738. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 28. Du tist ein Mensch, 2. Was quälst du dich und willst in Schmerz und Kummer dich verlieren? Ist Gott nicht weiser als dein Herz? Laß ihn allein regieren! Befiehl dein Leben, deinen Stand, und was du thust, in seine Hand, er wird, was gut ist, schicken. 3. Hast du mit ihm sein Hochgezelt, den Himmel, ausgebreitet? Hast du mit ihm den Kreis der Welt und Licht und Luft bereitet? Gabst dir mit ihm der Sonne Macht, zu leuchten, und den Mond der Nacht? Schufst du mit ihm die Sterne? 4. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben dir verborgen, verborgen dir dein Anfang war, wo waren deine Sorgen? Wer hat durch Beistand und durch Rath schon da dein Heil bedacht? Wer hat dich wunderbar bereitet! 5. Wer gab dem Herzen seine Macht zu immer gleichen Schlägen? Wer allen deinen 30 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Gliedern Pracht und Kraft, du wolltest, that, er führte sich zu bewegen? Wer jeden Sinn, wer Haupt und Ohr? Wer richtete dein Haupt empor, zum Himmel aufzublicken? dich durch seinen Rath vom Fluche weg zum Segen. 6. Wer gab dir Speise, Kleid und Dach? Wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an allem noch gebrach, auf väterlichen Armen? Wer gab dir deiner Mutter Brust, dir, daß du lächeln konntest, Lust? Wer sorgte für dein Leben? 10. Er richtet die Be trübten auf, macht gut, was wir verwirren, und lenket liebreich unsern Lauf zum Guten, wann wir irren; gibt immer das nur, was uns nüßt, errettet uns und hilft und schützt eh' wir um Hülfe flehen. : sdisar 7. Und doch willst du nicht ruhig sein und Gott nicht walten lassen, als säh'st du seine Weisheit ein, die Menschen doch nicht fassen? Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen? d 11. Hält Gott dem Menschen oft sein Licht, weil er's nicht sucht, verborgen: wie grämt, wie ängstigt er sich nicht mit lauter eiteln Sorgen; sucht hie und da, und findet nichts; will seh'n und mangelt doch des Lichts, kann keinen Ausgang finden. 8. Wo du ihn nicht zum Helfer nahmst, was ist dir da gelungen? Und, wenn du auch zum Ziele famst, was hast du dann errungen? Ach, Lust auf einen Augenblick und Kummer für ein wahres Glück das war's, was du erwähltest. 12. Gott fennet ihn, und eilt er dann, sein Herz ihm auszuschütten; so nimmt ec seiner treu sich an, läßt nicht umsonst ihn bitten. Geh' nur zu ihm, uns wohl zu thun it seine Lust, er kann nicht ruh'n dein Bestes wahrzunehmen.nonost med ud - 9. Durch Eigenwillen kamst du oft in schreckliche Gefahren; doch Gott erschien dann unverhofft, dich gnädig zu bewahren. Er, der nicht, was un 13. Solch einem Vater wollten wir nicht unser Heil vertrauen, und nicht auf diesen Felsen hier, wo sonst kein Fels ist, bauen? Nein, o mein Herz, sei ruhig, sei auch, 31 oder von der göttlichen Vorsehung, not wenn es stürmet, Gott getreu! 4. Gott aber schaut vom Dein Gott kann dich nicht Hassen. Himmel das freudige Getümmel vom Auf- und Nieders gang; sieht seine Kinder sammeln, und ihr vereintes Stammeln tönt ihm, in tausend Sprachen Dank. adline 14. So wirf denn nur, voll Glaubens, dich in deines Gottes Arme; und sei gewiß, daß väterlich er sich auch dein erbarme. So vieler schon er barmt' er sich; d'rum zweifle nicht, er wird auch dich aus allem Kummer reißen! 5. Lobsinget seinem Namen und streb't ihn nachzuahmen, deß Huld ihr nie ermeßt; der alle Welten segnet, auf Gut' und Böse regnet, und seine Sonne scheinen läßt! Nach Paul Gerhardt, 1607-1676. 6. Mit Herzlichem Er barmen reicht eure Hand den Armen, weß Volks sie immer sei'n! Wir sind nicht mehr, nicht minder, sind Alle Gottes Kinder, und sollen uns, wie Brüder, freu'n. mdlänl Joh. Heinr. Voß, 1751-1826. 9898 Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 29. Gesund, mit frohem Muthe, genießen wir das Gute, das unser Gott uns schenkt. O, preis't ihn, Christen, preiset den Vater, der uns speiset und unser Herz mit Freude tränkt. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 2. Er ruft herab: es werde! und Segen schwellt die Erde, verjüngt steh'n Wald und Flur. Es lebt und schwebt auf Triften, im Wasser und in Lüften erfreut sich jede Creatur. 30. Ein Gott regiert, was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligfeit. Es mag uns übel geben; wir werden's überstehen. 3. Dann sammeln seinen Segen, so viel fich lebend regen, Geschöpfe sonder Zahl. Vom Menschen bis zum Wurme, im Sonnenschein und Sturme, herrscht Freud' Wohlsein überall. ta nduar si uns plagt, uns siegend einst 2. Wir werden, was am Herzen nagt, o Christen, überund leben, und über Alles, was O 32 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; erheben. Die Welt vergeht; gehen, wir werden's überder Geist besteht. O, laßt stehen. den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erforschet die Statur; hier sieht er Gottes Milde, sieht rings umher der Liebe Spur in Wäldern, im Gefilde, im Wintersturm', im kleinsten Wurm', im Frühlingsschmuck, im Regen, und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles lebt, durch welchen das Gewimmel der Thiere wandelt, schwimmt und schwebt, der unter seinem Himmel die Vögel speist, wird unsern Geist für Licht und Glück erhalten. O, laßt den Schöpfer walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben; es nah' nah' sich Schmerz und Tod und Grab, des Schöpfers Huld wird bleiben! Er jegnet gern und ist nicht fern von Allen, die ihn lieben, und sich im Dulden üben. 6. Wir zagen nicht, du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen, durch Leiden, hin zum Guten führst: so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mag's uns übel G. W. Ch. Starte, 1762-1830. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. Wenn dich in dunkeln 31. Tagen geheimer Kummer drückt, und unter stillen Klagen dein Auge aufwärts blickt; wenn dann kein Licht hernieder in deine Seele fällt: so zage nicht, du Müder! dein Gott regiert die Welt. 2. Er hat auch deinen Leiden ein weises Ziel bestimmt; sie wandeln sich in Freuden, wann er dich zu sich nimmt. Dann lernst du heller sehen, was hier dem Blick entschwand schau'st von entwölkten Höhen, auf dieses Prüfungsland. 3. Dann sind die Finsters nisse durch Gottes Licht zerstreut; die Weisheit seiner Schlüsse entdeckt die Ewigkeit; dann fließt die Freudenzähre; dann tönt dein froher Dank; der Erde Schmach wird Ehre, die Klage Lobgesang. 4. Vollbracht ist, Gott zum Preise, dein kurzer Leidenslauf, du wurdest gut und weise, drum nahm der Herr dich auf. Nun schwinden dir die Freuden bewährter Tugend oder von der göttlichen Vorsehung. nie. Gott prüfte sie durch Leiden, und nun belohnt er sie. 5. Dies hemme deine Sor gen, erleuchte deine Nacht, und zeige dir den Morgen, der einst dich fröhlich macht; dies lehre mit Vertrauen auf Gott, den Herrn der Welt, dich dann noch aufwärts schauen, wenn ganz dein Glück zerfällt. 6. So sammle denn im Stillen, den Trost der Vorsicht ein! Ihr Rath wird sich enthüllen, ihr Licht wird dich ers freu'n. Du segneft einst die Pfade, auf denen Gott dich führt, und dankest seiner Gnade, die deinen Lauf regiert. Ch. G. L. Meister, 1738-1811. Mel. 165. O Gott, du frommer Gott 2c. 32. Nichts ist von unge: fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eb' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und Einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was und wie er's 33 wollte; und alles, was er will, ist weise, recht und gut. D, wohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was mir mein Gott gegeben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wabre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken. Ich sollte, was ich bin, nicht etwas anders sein, und mein besond'res Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Echmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd' ich sein, wenn ich begehren wollte, daß Alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt, mit Freundlichkeit, in seinen 3 34 Segens Kelch des Leidens Bitterkeit. 7. Jm Leiden lern' ich mich und meinen Gott er kennen, und mich mit edlem Sinn' von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Die Tugend ist mir mehr, als eines Königs Pracht. 8. Ja, Tugend wird bald schwach im Schooße nied'rer Freuden, und stark erscheinet fie, umringt von herben Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott, 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte stehe du mir bei, daß selbst mich; was ich hörte, was ich in Roth and Tod mein Herz sahe, zeigte mir, mein Vater, pirfolgsamt fei. his bodich. Du, du kamst mit neuem Von der Erhaltung und Regierung der Welt; lionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Dankvoll will ich dich erheben, du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als dein Ebenbild mich an. = het. 113, 1720-1796. thom dils bim onur Mel.. 442. Alle Menschen müssen ' dit' sterben if side d & 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen, zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O, wie preis' ich dich dafür! out Bestemad weisefter. Ne- 5. Wie so viele frohe Tage gierer aller Weltants Barls sei schenkte deine Güte mir! din Dir sudu meines Lebens Schicktest du auch eine Plage, Fühten, diei puchnewig Preis o, so kam auch Trost mit ihr. yonimirli Unterhallen Mails: Und wer zählt die Freuden 13 Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, reichte deine Huld mir dar.ia moja oder von der göttlichen Vorsehung. 35 alle, die mir, seit ich hier| mir. Mache du mich immer schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Herr, zu zählen sind fie nie! reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich im höhern Leben freu', und in dir ganz selig sei. Joh. Casp. Lavater, 1741-1801. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ers geben sein? Sollt' ich zagen, tvenn mir Leiden widerfahren oder dräu'n? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; stets wirst du mich aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz, dank voll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöh'n mich auch die besten Freunde, fehlte manche Freude mir, wären viel auch meiner Feinde; doch blieb ich ergeben dir. Nimmer will ich ängstlich zagen, will auf's Ziel von meinen Tagen, in die höh're Zukunft schau'n, und mit Freuden dir vertrau'n. 8. Nie verlassen in dem Leben, wird mich, Vater, deine Huld; was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester dir vertrau'n, gehorsam sein, stets mich deiner Gnade freu'n! 9. Oder seligen Verbindung, Gott, Allgütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gib, o Bater, täglich Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 34. Entehre nicht durch Klagen die Vorsicht, die dich deckt, wenn dich an manchen Tagen ein trüber Morgen weckt. Das ist das Loos der Erden; nur dort ist heit'rer Tag! Dort folgen, nach Beschwerden, dir Ruh' und Wonne nach. 2. Jetzt hüllen Finsternisse den Plan der Vorsicht ein: oft müssen ihre Schlüsse hier unerforschlich sein. Einst wird der Nebel fallen; dann betest du sie an. Froh wird dein Licd erschallen: wie wohl hat Gott gethan! 3. Erkenne voll Vertrauen den Höchsten, der regiert, und die, die auf ibn schauen, mit weiser Liebe führt! Ist gleich sein Rath verborgen, führt gleich sein Weg durch Nacht; so darfst du doch nicht sorgen weil stets der Vater wacht. 4. Sein Rath ist immer Gnade, voll Weisheit bleibt 3* 36 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; sein Plan; er führt, auf derbar begann, dann wirst du dunkelm Pfade, doch immer sagen müssen: wie wohl hat Himmelan. Von ihm fließt Gott gethan! Segen nieder auf unser Erdenland; er hält der Kette Glieder mit unsichtbarer Hand. 5. Nur er durchschaut das Ganze; nur er umfaßt die Welt. Ihm ist im Sonnenglanze stets Alles aufgehellt. Vor dir verhüllen Nächte den wunderbaren Rath, nach welchem der Gerechte dich oft geführet hat. 6. So ehre denn hienieden die Vorsicht, die dich schützt; fie wirkt zu deinem Frieden, und gibt dir, was dir nützt. Ergib dich ihr gelassen, weil fie die Welt regiert! Bist du von ihr verlassen, wenn sie dich weise führt? 7. Sie ist an deiner Seite, du wirst von ihr gedeckt, wenn morgen oder heute ein Unfall dich erschreckt; geführt von ihren Händen, verlierst du nie den Pfad, den Gott, ihn zu vollenden, dir vorgezeichnet hat. 8. Auch in den bängsten Leiden wird Gott dir nahe sein, dir Muth in DunkelHeiten, selbst, wenn du zagst, verleih'n. Wird einst dein Lauf sich schließen, der wunUnbek. Verfaffer. Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst zc. 35. Oft blüht ein Frevler auf, und Gottes Fromme leiden. O, möchten sie doch nie des Sünders Glück beneiden! Es währt ja doch nicht lang, nur einen Augenblick. Wie leicht verweltend Gras, verwelkt dies eitle Glück. 2. Nicht immer kann der Herr zu wildem Frevel schweigen. Er kommt, der Richter kommt, sich herrlich zu erzeigen. Zürn't, Fromme, nicht auf den, dem seine Bosheit glückt, denn er wird selbst durch sie in seinem Netz verstrickt. 3. Wer seinem Schöpfer trotzt, ertrotzt sich sein Verderben. Sei er auch noch so stolz, bald wird er dennoch sterben. Wo ist die Stätte dann, da er zuvor noch stand? Man findet ihn nicht mehr, der Herr hat ihn verbannt. 4. Jhr, die ihr Gott vers ehr't, o, trau't nur seiner Güte! Er sorgt für euer Wohl, wie sehr die Noth Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 37 auch wüthe. Hoff't! Eure der Herr ist eure Stärke. Tugend strahlt, der hohen Das Elend, das euch drückt, Sonne gleich, einst durch die das Uebel, das euch drobt, Wolken hin, erst aber prüft verwandelt er in Heil. O, er euch. Christen, hoff't auf Gott! 7. Ein Richter naht sich einst, in Macht und Huld gekleidet; dann bebt, wer Unrecht thut, dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn, Gefahr und Elend flieh'n. Der Herr ist Gott und hilft; ihr Frommen, hofft auf ihn! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 5. Wann sah wohl je ein Mensch den Frommen ganz verlassen? Ihn könnte nur die Welt, doch nie sein Vater Hassen. Und leidet er auch viel; wie lange währt sein Leid? Er steht einst da vor Gott in voller Herrlichkeit. 6. D, Christen, übet nur, selbst leidend, edle Werke! Seid muthig, wanket nicht! III. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 36. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan kam 2c. $ 1524. C Wer ist, du Ein- zi- ger, dir gleich? Wer thut, Gott, dei ne Wer ist so groß, und wer so reich, wie du, ein Gott der Wer ke? Stär= ke? Du warst, und dei- ner All- macht Ruf beel fahl der Welt, zu werden. Be- kennt es, Völ- ker, 38 die f Von Gottes Wesen und Eigenschaften. er schuf: Im Himmel und auf Erden ist Reiner seines Gleichen. 2. Fragt mein erstaunter hin, betet an! Gott, Gott Geist die Welt, wer sie am ersten Tage allmächtig schuf? Fragt er die Welt, wer sie noch täglich trage? so nennt sie ihm, du Erster, dich, du Wesen aller Wesen! Gott, deinen Namen nur kann ich auf allen Dingen lesen, und keines Andern Namen. nur ist der Höchste! Er ist'e allein, und keiner kann ihm gleich sein, ihm der Nächste. Er selbst spricht: Ich, allein der Herr, ich bin, ich war, ich werde sein, der ich bin. kein anderer im Himmel, auf der Erde hat meinen Ruhm und Namen. 3. Der Sterne unzählbares Heer, das frei im Weltraum schwebet, die Erd', o Gott! die Luft, das Meer, und was in ihnen lebet; wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! mit wel cher Eintracht rufen fie: der Schöpfung Herr und Meister ist Einer, Gott, der Höchste! 4. Sint't in den Staub 37. 5. Ja, ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange; und ewig soll's tein and'rer sein, von dem ich Heil verlange. Mein ganzes Leben weih' ich dir, mein Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue, und selig durch dich lebe. Balth. Münter, 1735-1793. Eigene Melodie. 1785. E Schwing't, heilige Ge- dan- ken, euch von der Er- de Gott, frei von al- lenSchranken, ist un- aussprechlich los! groß. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Komm't, Menschen, und lob- sing't vor seinem An- ge= sich te! Gott wohnt in = ei= nem Lich 3. Die Sonn', in hoher Ferne, mag strahlenreicher glüh'n; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Mit aller eurer Pracht seid ihr, im schönsten Lichte, vor seinem Angesichte noch dunkler, als die Nacht. 4. Du bist des Weltbau's Meister, der deinen Ruhm erhöht, der Vater aller Geister, voll Macht und Majestät. Du schufest, Gott, auch mich, 39 = te, zu dem kein Auge bringt. mein Leben preise dich! 2. Kein Sinn kann ihn| ganz selig einst zu leben. erreichen, fein endlicher Ver- Mein Herz sei dir ergeben; stand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Mach't euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief' erfüllt? 5. Im Geiste bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Befehle, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblichkeit, und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ihm ganz weiht. 3. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 38. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigfeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Weisheit, Huld und Stärke! Herr ist groß, sein Nam' ist Singet, bringet frohe Lieder! groß! Er ist Er ist unendlich, Fallet nieder! Gott ist herr grenzenlos in seinem ganzen lich, unaussprechlich groß und Wesen. selig! 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Nuhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast, durch Gehorsam bis zum Tod, das Leben uns errungen! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen! 2. Er ist und bleibet wie er ist; wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; doch vor der Erde schon war er, noch eher als die Himmel. 40 3. Lobsinget Gott! Du, Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weise, rein, hilfst uns getrost und siegreich sein, im Streit' mit unsern Lüsten! Leit' uns, stärk' uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Wilh. Albr. Teller, 1734-1804. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 39. Der Herr ist Gott und keiner mehr; froblock't ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der 3. Des Höchsten Thron umstrahlt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und auch offenbar in seiner Werke Wundern! 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette; bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? Jit er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er Ewigkeit und Unveränderlichkeit. sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Welt bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Komm't, werdet Gottes Lobgefang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich; wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2C. 41 Schranken! Beim Denken deiner Ewigkeit vergeh'n mir die Gedanken. Ich sinne nach, bewund'rungsvoll, und weiß nicht, wie ich's fassen soll: du bist und bleibest ewig! 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen her: du aber warst schon ewig! 40. Unendlicher, den keine Zeit umschließt mit ihren 3. Von Ewigkeit ber sahest du die künft'ge Welt entstehen; du maßest ihre Zeit ihr zu und sah'st sie untergehen. Vom Engel bis zum Wurm berab wogst Jedem du sein Schicksal ab und nanntest ihn mit Namen. 4. Kein Zeitenwechsel ist bei dir, kein Anfang und kein Ende. Kaum Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zur, in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 5. Ja, du bist ewig, du stirbst nie, bleibst ewig meiner Seele der Fels, den, sterbend ich für sie zur sichern Zuflucht wähle; denn deine Gnad' 42 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. und Wahrheit ist so ewig, mich mit Kraft und Muth als du selber bist. Heil mir, gerecht vor dir zu leben. daß ich dir traue! Balth. Münter, 1735-1793. 6. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geift; den will ich dir vertrauen. wie mir dein Wort verheißt, er sell dein Antlitz schauen. Mein Leib ruht auch nur turze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn aufer: wecken. mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Er soll, 41. Gott, du bist von Ewigs feit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du Geist beleben, ehrfurchtsvoll gewesen. Laß dies meinen dich zu erheben! 7. Ob Alles um mich her vergeht, soll ich nicht mit vergehen; vor deinem Thron', der ewig steht, soll ich einst ewig stehen. Du gibst an allem deinem Heil, Gott, deinen Auserwählten Theil; auch mir, auch mir mit ihnen! 8. Einst fallen Erd' und Himmel hin an deinem Welt gerichte; dann dank' ich's dir; daß ich auch bin, und wohn in deinem Lichte. Dann werd ich ewig, ewig sein, mich ewig deiner Gnade freu'n, und dich ohn' Ende preisen. 9. Der seligen Unsterblich: feit, die du mir dort willst schenken, lehr' mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut, sie stärke 2. Ewig und unwandelbar ist dein grenzenloses Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Nie kann's deiner Weisheit fehlen, stets das Beste zu erwählen. 3. Du bist nicht wie Menschen sind, daß dich etwas reuen sollte; bleibest immer gleich gesinnt, und was je dein Rathschluß wollte, weiß bein mächtiges Regieren herra lich auch hinauszuführen. 4. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die sie Lieben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich, in allen Dingen deinen Willen treu vollbringen. Stets 5. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Allmacht. 43 Liebe; wohl mir, wenn auch Kraft, Weisheit und Vollich, mit Lust, mich in guten Werken übe! daß es dann auch meiner Seele nie an wahren Freuden fehle. kommenheit. O, ihr, seiner Allmacht Heere, rühm't mit den Himmeln Gottes Ehre, verkündet seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht ganze: Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 6. Deine Worte trügen nicht, denn du bist der Ewig: treue, der das hält, was er verspricht; gib, daß ich mich dessen freue, und mich, bis ich einst erkalte, fest an deine Wahrheit halte! 7. Mag dann auch die Welt vergeh'n, mag auch Alles mich verlassen! Ewig bleibest du mir steh'n, deine Huld wird mich umfassen, wann ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigteit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen! Joh. Wilh. Größsch, 1688-1752. Allmacht. Mel. 429. Wachet auf, fo ruft die Stimme 2c. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat die anmuthsvolle Erde vor ihren Schöpfer, aufzublüh'n. Allmacht spricht, so stürzen Welten, die Berge flieh'n vor ihrem Schelten, und fahren vor dem Donner hin. Er hat, wie ein Gewand, die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, so wie ein Held aus dem Gezelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winder schwebet, die Erde schaut er an, sie bebet; er rührt den Sandberg an, er raucht; speist den Vogel, nährt die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was durchy ihn Leben haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise; liebt und erhält die schöne Welt. Sein Segen kleidet Wald und 42. Unser Gott ist groß und mächtig, sehr herrlich, schön geschmückt und prächtig, Feld. 44 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 4. Kräuter schuf er, uns Garten, Flur und Vieh verzu heilen; den Mond, das gnügt und nähret sie. Er, Jahr darnach zu theilen, der vor dem sich die Ceder Sonne Licht zur Fruchtbar neigt, wenn Sturm sie beugt, keit. Gott ist gnädig, Gett Gott ließ sich uns nicht unregieret, wenn er den Lenz mit bezeugt. Blumen zieret, im Sommer seine Saaten streut. Der Wallfisch und der Wurm, des Frühlings Weh'n, der Sturm rauscht sein Loblied, der Tag, die Nacht rühmt seine Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 5. Dir gebühret Preis und Stärke! Wie groß und viel find deiner Werke, wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe geh'n in weiten Meeren, da wimmelt's von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. In Mannig faltigkeit und Regelmäßigkeit prangt die Erde, mit Reiz geschmückt, wohin entzückt mein Aug' auf deine Wunder blickt. 6. Er herrscht in des Weltrauns Weiten, läßt Wonne sich auf uns verbreiten, und sorgt mit weisheitsvollem Rath. Menschen muß der Wein er quicken, für sie muß sich die Blume schmücken, vor ihren Augen reift die Saat. Hain, 7. Der vergänglich Gras bekleidet, die Fische nährt, die Lämmer weidet, Gott sorgt, als Vater, forgt für mich. Für das Glück von fernen Tagen sollt' ich, wie Heiden, traurig zagen? Nein, meine Seele tröste dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Gott wird sorgen, der mein Gebet, eb' ich gefleht, weit besser als ich selbst versteht. 8. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlang dem Herrn zu singen, soll meine höchste Freude sein! Laut soll ihm mein Lob erschallen; mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freu'n. Sein Lob ist ist Seligkeit! Zu Himmelsglück erneut, werd' ich dereinst bei Engeln steh'n, entzückt ihn seh'n, dann ewig seinen Ruhm erhöh'n. Fr. Wilh. Loder, 1757-1823. 43. fe f Allmacht. Eigene Melodie. 1804. 45 Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stär- ke! Groß mal= le Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig nur ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, ist sein Nam', und groß sind seine Wer= fe, und daß ich sicher ruhe; er schafft was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet midy und dich. 7. Er ist dir nah', du sitzest oder gehest; eb du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und feble; und eilt, mir gnädig beizusteh'n. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang idy leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, 46 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. immerdar soll deines Namens das deiner Herrlichkeit und Ebre, dein Lob in meinem deinen Thaten gleichet. Was Munde sein. ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Die Luft, das Meer, die Auen, Thal und Hügel, sie sind dein Loblied und dein Psalm. 2. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 13. Du tränfst das Land, fübrst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' zc. 44. Herr, deine Allmacht reicht so weit, als je dein Wollen reichet. Nichts ist, 3. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du lenteft sie, in deiner Hand bleibt alles, was durch dich entstand. 4. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' dann sehen, wann wir einst nach der Todesnacht, zum Leben auferstehen; wann unsern Staub du neu belebst, und zur Unsterblichkeit erhebst! 5. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewundernd sich und singt nur schwache Lieder; erreicht nicht dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 6. O, schenke mir die Zu versicht, die deiner Macht Allwissenheit und Allgegenwart. 47 damit ich immer treuer sei. vertrauet, der Macht, die Herr, und stehst mir bei, Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deiner Allmacht Kraft, bie Alles kann und Alles schafft! Joh. Jac. Rambach, 1693-1735. Allwissenheit und Allgegenwart. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 45. Du bist, o Unermeß licher, und wirkst an allen Enden! Ich bin, wo ich auch bin, o Herr, in deinen Vaterhänden. Ich leb' und Ich leb' und athme nur durch dich; du trägst und unterstützest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle; der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der leiseste Gedant' in mir: Gott, Alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wann ich, durch deine Fraft, mein Herz zu dir erhebe, und redlich und gewissenhaft nach deinem Willen lebe! Du siehst es, 4. Vor dir ist sicher und gewiß, was ich der Welt verhehle; auch in der tiefsten Finsterniß siehst du es, wenn ich fehle; du zeigst es mir, und züchtigst mich, zu meiner Beff'rung, väterlich. 5. Du hörst auch meinen Seufzern zu, schaffst daß mir Hülf' erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine; dein Trost er quicket mein Gemüth, und jeder Schmerz und Kummer flieht. 6. O, drück', Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, ich mir zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und dir zu dienen eifrig sei! 7. Laß, ohne Falsch und Heuchelei, mich alle Sünden meiden, daß ich vor dir uns sträflich sei, im Glück und auch im Leiden; weil deine Huld so mächtig ist, weil du allgegenwärtig bist. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. 48 46. fie ch. F f Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Eigene Melodie. fo Gott er- fennt, was war, was ist, sein Verstand durchschaut und mißt? Wo sind die Wei- fen, die mich leh- ren, was wer- den wird? Wer kann er= klä- ren, Just. Heinr. Knecht, 1793. ihn von An- ge- sich= te? wie was Wer ken net er Und ob fich zum Him- mel schwingt, er sieht ihn nicht; er wohnt im Lichte, zu dem kein sterb- lich Auge dringt. 2. Könnt' ich die Sterne 3. Nichts gegen ihn, der Gottes zählen, der Erde sie durchschauet, die Tiefe Staub, den Sand am Meer, der Unendlichkeit, und jede und die Gedanken oller Seelen Welt, die er gebauet, und von seiner ersten Schöpfung jeden Punkt der Ewigkeit. her; so wär' ich weiser, als O du, der Alles weiß und auf Erden ein Mensch nennet, was ist, was werden als am Strom des Licht's soll und war, wie bist du vielleicht auch selbst nicht Engel jedem, der dich kennet, unend werden; doch wüßt' ich gegen lich groß und wunderbar. Gott noch nichts. ist, 4. Ja, dich bewundern, Allwissenheit und Allgegenwart. dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, begreifen gleich dich Engel nicht. Ich seh', ich fühle meine Schranken; doch du vergilist mein Forschen mir mit immer würdigern Gedanken, o Unerforschlicher, von dir. 5. Du schau'st in Nächte, fannst ergründen, was noch so tief verborgen ist. Dies warne mich vor allen Sünden, vor Heuchelei, Betrug und List. Nichts kann vor deinem Blick mich decken, fein falscher Schein betrüget ihn; dein Dasein würde stets mich schrecken, könnt' ich auch aus der Welt entflieh'n! 6. Wer kennet seines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen und meines Herzens Grund durchschau'n! Ah, siehst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn! dann werd' ich hier schon deinen Segen und dort dein dein ewig Heil em pfah'n. 49 Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. Balth. Münter, 1735-1793. 47. Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse; was kann ich Gott verbergen, ich, das er nicht alles wisse! Sei, kannst du, dunkler als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab und fennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele; eb' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz ent faltet. 3. Er fennet und durchschauet euch, wenn ihr euch gleich entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, schnell werdet, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich, sterb't! vergeh't! ich hass' euch! Aufgezeichnet steht ihr all' in seinem Buche! 4. Der Herr gedenket ihrer noch, Jahrhunderte verschwinden; sie bleiben, und ich träume doch, Gedanken sei'n nicht Sünden! Nein, alle müssen an das Licht, wann Gott kommt, daß er im Gericht der Herzen Rath enthülle. 4 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 50 5. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, tein einziger mich quäle. Seid beilig, und dann fürchtet nichts, Gott wird am Tage des Gerichte, gleich Thaten euch belohnen. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 4. Eilt' ich, dir zu ents flieh'n, vom Abend bis zum Morgen, selbst an dem fernsten Meer' blieb ich dir nicht verborgen; auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes Land. 5. Rief' ich der Finsterniß, vor dir mich zu bedecken, es Mel. 165. Gott, du frommer würde selbst die Nacht vor dir mich nicht verstecken. Du winkst, die Dunkelheit verwandelt sich in Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du wähltest schon mein Loos, eb' ich mich selber kannte; du bildetest mein Herz, eh' Ge= ich dich Vater nannte. schaffen, Gott, von dir, ein Wunder deiner Macht, fühl' ich's, wie väterlich du meiner stets gedacht. Gott 2c. 48. Herr, du erforschest mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun, du kennest meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir, o Gott, bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest was ich thu', du ordnest, du beschließest was mir begegnen soll. Erstaunend bet' ich an dich, dessen Weisheit selbst kein Engel fassen kann. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Mich kann die tiefste Nacht nicht deinem Blick entziehen. Führ' ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da, führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah'. 7. Du zähltest, eh' ich war, schon jeden meiner Tage, be stimmteft weisheitsvoll sein Glück und seine Plage; was ich nur dent' und thu', das, o mein Schöpfer, war von Anbeginn der Welt dir Alles offenbar. 8. Unendlicher, wer kann, was du erkennst, erreichen, sich dir, der Alles sieht und Alles kann, vergleichen? Mit Weisheit. Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, seh'n, und durch Gehorsam dich und deine Größ' erhöh'n! 9. Erforsche, lehre mich und prüfe, wie ich's meine, ob ich unsträflich bin, wenn ich mir heilig scheine. Und wenn mein Fuß vielleicht sich einem Jrrweg naht, so leite mich zurück auf eb'nen, bessern Pfad. Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. 513. Du hingst, in lichten Fernen, hoch über uns hinauf, die Sonne mit den Sternen, uns zu erleuchten, auf. Da hangen sie an nichts, in unermess'nen Weiten, ihr Wohlthun zu verbreiten; ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hält im Gleichgewichte so großer Körper Last? Wie schwimmt die Welt im Lichte, das du geschaffen hast? Wer zeigt die rechte Bahn so vielen Himmelsheeren, zum Wohl, nicht zum Zerstören, in sich'rer Ordnung an? Weisheit. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 49. Ich lobe dich und preise dich, o mein Gott, allein. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Werten die Weisheit zu bemerken, die Erd' und Himmel preist. 5. Wer rief, uns zu umgeben, die Luft, die Alles trägt? durch sie hat Alles Leben, und Alles wird bewegt. Da sammeln Dünste sich und werden Thau und Regen und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier' und mich. 6. Wer hat sie so bereitet, daß sie den Blik gebiert, daß sie den Wind verbreitet, ben 2. Wohin mein Auge blicket, Schall zum Ohre führt; den seh' ich wie deine Hand verleichten Vogel hebt; den bindet, ordnet, schmücket, was schnellen Fisch zum Schwimmen erst durch sie entstand. Sie und unsers Mundes Stimmen schaffet, sie erhält, zu segnen, zu deinem Ruhm belebt? zu ergößen, nach herrlichen Gefeßen, den weiten Bau der Welt. 7. Wer hob, o Gott, die Erde aus deinem Meer heraus; theilt, daß fie fruchtbar werde, so gleich die Wasser aus? Wer sammelt sie, wer bricht 4* 52 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. die Flüsse, wenn sie schwellen, ich seinen Weg versteh'? spricht zu der Meere Wellen: Frevelt der nicht, welcher klagt, hieher und weiter nicht? daß ihm Gott mehr Licht versagt? 8. Wer rief den grünen Wäldern? Wer lockt das Gras hervor, schafft Korn und Most den Feldern und thürmt Gebirg' empor? Wer schmückt fie überall? Wer gräbt dem Feuer Schlünde, legt in der Tiefen Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit schmücket, verbindet und erhält, nährt, segnet und beglücket die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich finge dir, ich preise dich, Gott, denn du bist weise; dir bring' ich Lob und Dank. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 3. Sollt' ein Vater unters lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertrau'n, glauben, noch nicht völlig schau'n. 4. Sollt' er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt, meine Lüste setzen? Cinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit! Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang 50. Unerforschlich sei mir zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat! doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich da nur Gott erheben, wo ich Licht und Weisheit seh'? ward mir's nicht von ihm gegeben, wenn 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach, so klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; dann erst faſſ' ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Joh. Andr. Cramer, 1723-1789. Tiebe, Güte, Sarmherzigkeit, Gnade, Geduld etc. 53 Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld und Langmuth. The 51. fel . Eigene Melodie.usdh suze stwan The pict 1704. Wie groß ist des All- mächt'gen Gü- te! Ist der mit ver- här te tem Gemü- the den = = der ein Mensch, den sie nicht rührt? Dant er stickt, der ihm gebührt? 4 zu er mes sen, fei = = Lie be = Nein, seine e= wig mei ne größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie ver2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? gef sen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! = Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für welches du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist! 54 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Du hast ein Recht zu diesen stell' ich sein Bildniß in mir Freuden; durch Gottes Güte her. Lebt seine Lieb in mei find fie dein. Sieh, darum ner Seele, so treibt sie mich mußte Christus leiden, damit zu jeder Pflicht, und ob ich du könntest selig sein. schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht geb'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll So ganz Liebe sein, wie er. lang' ich dies Gebot erfülle, 52. f f 6. D, Gott, lass' deine Güt' und Liebe mir immerSie dar vor Augen sein. stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n! Sie tröste mich in Noth und Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chrift. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Wunderbarer König 2c. Joach. Neander 1680. Aller Wel- ten Herrscher! Groß ist deine Gü te Sie ver- herr- licht täglich sich auch an uns al- len, in dem ganzen Welt- ge= bie= te. die wir hier auf Er- den wal= len. Ja, fie pflegt Tiebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld etc. B nährt und trägt nicht nur deine Kinder, nein, auch selbst die f I 55 Sünder. uns 2. Dieser Langmuth Größe daß du unsrer schontest und läßt sich zwar empfinden, aber nicht nach Verdienst niemals ganz ergründen. Frevler so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich hassen, Herr, wer kann dies fassen? 3. Ach, du bist barmherzig, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; linderst ihren Kummer, fristest oft ihr Leben, daß auch fie nach Tugend streben. Reich an Huld und Geduld, lock'st du ihre Seelen, deinen Weg zu wählen. 4. O, daß dieser Reich thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesänd'rung triebe! O, daß wir vell Reue unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz; sollten wir noch weilen, zu dir hinzueilen? 5. Dank sei dir, o Vater, lohnteft. Nöthig ist uns Schwachen deine Huld und Gnade auch noch auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch ferner noch, bis wir dich einst droben ohne Sünde loben. Unbek. Verfaffer. Mel. 124. Was mein Gott will, gescheh' allzeit 2c. 53. Ach, wäre nicht, o Herr, bei dir Vergebung unsrer Sünden, wer hälf' uns dann, wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie leicht verführt, wie ungerührt vom Rufe deiner Gnade, verlieren wir uns, Gott, von dir, und geh'n des Irrthums Pfade? 2. Nicht dort erst in der Ewigkeit, schon in der Zeit auf Erden soll jeder, wie dein Wort gebeut, gut, weis' und heilig werden, sich immer dein in Unschuld freu'n, wie sich, Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 56 den nächsten lieben; und ach, zerstreut, voll Sinnlichkeit, gehorcht niedern er Trieben. 3. Und dennoch, Höchster, schonest du und willst nur unser Leben; siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Vergeben; tilgst uns're Schuld mit Vaterhuld, wenn wir uns bessern lassen, und gibst uns Theil an deinem Heil, wenn wir die Sünde Hassen. do 4. Der du in Jesus uns erschienst, dich uns zu offens baren, als Bater, der nicht nach Verdienst mit uns pflegt zu verfahren, Preis dir, daß du mit Trost und Ruh' Verschuldeten begegnest, und, macht die Reu' sie dir getreu, sie ewig, ewig segnest! 5. Wer sollte denn sich dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? Wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen streben! Wir wollen dein nun immer sein, dich, Vater, kindlich lieben, und dein Gebot bis in den Tod nach allen Kräften üben. Chr. Jac. Pauli, 1712-1795. Mel. 27. Allmächtiger, wir fingen dir zc. 54. Erhebe deinen Blick zum Herrn bei dieser Erde Freuden; er segnet seine Kinder gern und prüft sie nur durch Leiden. Die Erd' im schönen Lenzgewand macht jedem Erdensohn bekannt: Gott ist ein lieber Vater. 2. Noch nie vergaß der Höchste dein, er war dein er Schuß, dein Retter; gab dir milden Sonnenschein nach manchem Unglückswetter. D'rum heb' zum Himmel deinen Blick und sprich getrost im Mißgeschick: Gott ist ein lieber Vater. 3. Er schenkte dir der Freuden viel im frohen Kreis der Deinen; gab ihnen Mitleid und Gefühl, bei deinem Schmerz zu weinen. Ein jedes Herz, das für dich schlägt, sagt dir, o fühl' es, Mensch, bewegt: Gott ist ein lieber Vater. 4. Wenn Gott dir Kraft und Muth verleiht, viel Gutes zu vollenden; wenn du der Noth und Dürftigkeit kannst Hülf' und Freude spenden: so schau', von Fried' und Ruh' beglückt, zum Himmel Tiebe, Güte, Sarmherzigkeit, Gnade, Geduld etc. auf, und sag' entzückt: Gott| ist mein lieber Vater. 5. Und wenn dir näher rückt der Tod, wenn deine Freunde weinen, so wird Gott selbst in dieser Noth als Vater dir erscheinen. Vollendet ist dein Kampf, dein Lauf, zu hohen Freuden nimmt dich auf dein liebevoller Vater. Unbek. Verfasser. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 55. Gott, dessen große Macht die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe sie, und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. Sobald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke und dich denke, find' ich Armer dich, als Vater und Erbarmer. 57 3. Jn Ungewittern, Sturm und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich leicht die Spuren deiner Güte. Der Sonne und des Mondes Pracht, dein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, zu besingen deine Güte, deine Stärke. Groß find deiner Allmacht Werke! 4. Dein Erdreich, Gott, das Jedermann gibt Brod und Kleider, seh' ich an, empfinde deine Güte. Ich spüre, fühl' und höre sie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir scheinen, wie im Großen so im Kleinen. 5. O, leite mich durch Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, mit väterlicher Liebe! Auf dich laß mich in Allem seh'n, für jedes Gute dich erhöh'n! Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in Allem zu gefallen; dir zu leben, sei mein einziges Bestreben! Christoph Christ. Sturm, 1740-1786. 58 56. Don Gottes Wesen und Eigenschaften. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. begi Mit welcher Langmuth und Geduld trägst du, Gott, MenschenWie trägst du bei gehäuf- terSchuld auch selbst die größ- ten fin= der! Sünder! Sie siehst es, und es jam- mert dich des Wolfg. Dachstein, 1525. na:-hen dem Ver- der- ben sich; du bar= men. 口 。 Ar men. Daß sie dem selben noch ent- flieh'n, suchst = E- lende die ser ? du ihr Herz zu dir zu zieh'n, aus in- ni- gem Er2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen. Auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch länger stehen. Du wartest ihn; umsonst, und doch pflegst du des Baumes immer noch, verziehst, ihn abzuhauen. O, was für Langmuth und Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld; wer kann sie ganz durchschauen? 3. So gnädig, Herr, er Heiligkeit und Gerechtigkeit. 59 Barmst du dich selbst unbieg- gleichen kann, gedenke stets samer Sünder! Doch mehr noch schonst du väterlich der Frommen, deiner Kinder! Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg' in guten Werken: so jammert's dich, du denkst daran, wie leicht ihr Herz fie täuschen kann, und eilest sie zu stärken. der Sünder; nimm mit Geduld dich ihrer an, wie deiner schwachen Kinder! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch fühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß alle sich, durch dich erneut, den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen! 3. Ch. Zimmermann, 1702-1783. 4. Du warnst sie vor des Falls Gefahr, noch eh' fie irre gehen; Gefall'nen reichst du Stärke dar, bald wieder aufzustehen. Du rufest sie voll Lieb' und Huld, verheißest, ihnen ihre Schuld Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. durch Christum zu vergeben; und steh'n sie auf, wie feuert dann dein Trost sie zu dem Eifer an, unsträflicher zu leben! 5. Wenn sie oft furchtsam und mit Angst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlgefallen; wenn fie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, recht zu thun, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Tugendkampf' und dessen Müh', und an des Kampfes Freuden. 6. Gott, deß Huld nichts Heiligkeit und Gerechtigkeit. 57. Du bist, o Gott, gerecht, du gibst uns heilige Gesetze und willst, weil du das Gute liebst', daß keiner sie verletzeDein Wort und unser Wohl erklärt uns deiner Rechte hohen Werth. Werth. Sei, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, machst du auch leicht durch Antrieb, durch Vermögen. Wer nicht von deinem Rechte weicht, den krönet Heil und Segen. Wir rühmen dich, daß du verdammst, was bös' ist, daß du uns entflammst, was Unrecht ist, zu hassen. 60 3. Was lobenswürdig ist und nützt, gebeut'st du deinen Knechten, und deine Huld belohnt und schützt die Thaten der Gerechten. den kein Sünder hat, entsprießt durch dich aus ihrer Saat, die Ruhe des Gewissens! Von Gottes Wesen und Eigenschaften. e braus't der Sturm daher, zerbricht den stolzen Baum, und er behält nicht Stamm, noch Wurzel. Ein Segen, 7. In Frieden scheinet er vielleicht, und selig auch zu sterben; weh' aber ihm! denn bald erreicht ein Sturm des Fluches Erben. Dein heiliges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt ihm nun nach seinem Frevel. 8. Und ich, ich sollte Unrecht thun, weil des Verbrechens Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruh'n, nicht bier sein Haupt schon trafen? Ach, immer bleibest du gerecht. Daran erinnre deinen Knecht, daß er sich immer fürchte! 9. Herr, diese Furcht ers greife mich, wenn mich die Sünde locket, eh' meine Seele sorglos sich verschlimmert und verstocket! Der Tugend Lohn und Ruhm vor dir erhalte Trieb und Kraft in mir, dir fröhlich zu gehorchen! Vo Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 4. Die Frommen werden immerdar in deinem Schatten grünen; und kommen sie auch in Gefahr, so bleibest du bei ihnen. Du schüßest; ernten sie nicht gleich, wie fruchtbar werden dann, wie reich, die spätern Ernten werden! 5. Denn du bist ihre Zuversicht, du wirst gerecht vergelten. Sie finden auf dem Weg der Pflicht den Lohn in bessern Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckst du künftig und belohnst, und krönest, was sie thaten. 6. Oft prangt der Sünder, wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, beschattet einen weiten Raum und troßt dem fernen Wetter; doch plößlich 58. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1554. Gott, vor des- sen An- ge- sich- te nur ein rei- ner Ew'geslicht, aus dessen Lich te stets die rein- ste = Heiligkeit und Gerechtigkeit. Wan- del gilt, Klar- heit quillt! Höchster, deine Heilig= feit 61 wer- de stets von uns ge- scheut; laß sie uns doch fräf- tig bringen, nach der Heili- gung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut; ja unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. Gott, reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht; wie so manche böse Lust wohnet noch in unsrer Brust! Ach, wer kann sie alle zählen, die Gebrechen unsrer Seelen? 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was bein Rath uns zugedacht! Schaff' in uns, 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn; gib uns, wie du selbst verheiß'st, gib uns deiner guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allems Guten führe. 6. Nie von sündlicher Bes gierde weide unser Herz entweiht; unsers Wandels größte Zierde sei bewährte Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 62 nur die erheben, die im Glauben Heilig leben. 3oh. Chrift. Zimmermann, 1702-1788. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 59. Gott, du bist heilig und gerecht in allen deinen Wegen; du frönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur Zufriedenheit und wahrem Wohl uns leitet. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein Jeder die Geseße, die deine Weisheit festgestellt, verehre stets und schätze. Wer davon weicht, der weicht zugleich von seinem Wohl; in deinem Reich ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läsfest, fürchten wir dich nicht, uns hier schon inne werden, daß du auf unsre Thaten siehst und ein gerechter Richter bist zur Ahndung alles Bösen. 4. Es tlagt uns das Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben. Da flieht die Ruh' aus unsrer Brust, und auf die füße Sündenluft folgt eine bitt're Reue. 5. Du strafst oft hier den Sünder schon für seine bösen Thaten, und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut, so fühlt er ihre Leiden. 6. Doch blos zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die Sünder, und züchtigst nur zur Heiligung oft deine trägen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet! 7. Weh' aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut und nicht zu dir fich kehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil, wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben! 8. Herr, dies bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht dräuen. O hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an, und leit' uns auf der Tugendbahn, daß jeder selig werde! Heinr. Erh. Heeren, 1728-1811. Treue und Wahrhaftigkeit. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 60. Wie bebt vor dir der Sünder, o Gott, voll Ernst und Macht! Wie freu'n sich deine Kinder der Huld, die für sie wacht! Ihr dir er geb'nes Herz wird keinen Trost vermissen, ihr ruhiges Gewissen schützt sie vor innerm Schmerz. 2. Sie freu'n sich ihres Lebens, der kleinsten guten That, und gehen nicht vers gebens der reinen Tugend Pfad. Ihr Eifer, Pfad. Ihr Eifer, der nie ruht, lehrt sie stets wachen, kämpfen, die Macht der Lüste dämpfen, und stärket ihren Muth. 3. Du willst sie, Gott, beglücken, erfreust auch hier sie schon, und zeigest ihren Blicken von fern der Zukunft Lohn; dort wird ein größres Heil, dort werden bessre 61. fel. 63 Freuden, nach dieses Lebens Leiden, ihr ewig sichres Theil. 4. Dem Sünder droht Verderben, ihm drohet dein Gericht; er kann nicht ruhig sterben, erbt deinen Himmel nicht. Bei der gehäuften Schuld, bei immer neuen Sünden, wird er nicht Gnade finden, verliert er deine Huld. 5. Du kannst ihn nicht verschonen, wirst mit Gerechlohnen, der kein Verbrechen tigkeit, wie er's verdient, ihm scheut; wenn er gleich immer noch sein Glück hier wachsen fiehet, im Wohlstand lange blühet, strafst du ihn künftig doch. 6. Laß mich nach deinen Lehren, Gott, alles Böse scheu'n, dich treu und fromm verehren, und mich des Glaubens freu'n; so werd' ich sicher nicht vor deinen Strafen beben, bei dir einst selig leben, bewährt in dem Gericht! Unbet. Verfaffer. Treue und Wahrhaftigkeit. Mel. Ich hab' genug 2c. 3. 2. Ahle, 1662. = Gott ist ge treu! SeinHerz, sein Vater- herz verGott ist ge treu! In Wohlsein und imSchmerz er= 64 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 2 Mich de cet seiner Allmacht = läßt die Sei- nen nie. freut und trägt er fie. f Flü gel. Stürzt ein, ihr Ber- ge! fall't, ihr Hü= gel! C Gott ist ge- treu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treu'ster Freund. Dies weiß, dies hoff' ich fest; ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach seinem Bunde, in meiner Prüfung bängsten Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er hält, was er verspricht! Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weis't, so irr' und gleit' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; das Wort der Wahrheit kann nicht trügen, Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut ist gut. Die Trüb. sal auch; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreit von unsrer Sündennoth durch seinen Sohn, durch seine Heiligkeit, durch seinen Kreuzestod. Damit wir Sünder nicht verderben, ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Mein Vater will er sein, sorgt für mein ewig Wohl; er rufet mich zu seinem Himmel ein, will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, und läßt mich Trost Treue und Wahrhaftigkeit. 65 durch Christum finden. Gott hältst getreu, was du verist getreu! sprochen, vollführst, was du 7. Gott ist getreu! Stets dir vorgesetzt. Wenn Erd' hat sein Vaterblick auf seine und Himmel auch vergeh'n, Kinder Acht. Er sieht's mit wird ewig doch dein Wort Lust, wenn schon ein irdisch besteh'n. Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen! Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freu'n? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Falschheit sein! Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen endlich mir zum Glücke. Gott ist getreu! 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seele nicht, wie zärt lich treu er ist. Gott treu zu sein, sei deine größte Pflicht, so lang' du denkst und bist! Halt' fest an Gott, sei treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich 1713-1780. Mel. 216. Dir, Dir, Jehovah, will ich singen 2c. 62. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt; du 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bring'st du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Liebe uns verhieß; so trifft auch Strafe, die du dräuest, den, welcher frevelnd dich verließ. Die deine Langmuth, Gott, verschmäh'n, wie wollen die vor dir besteh'n? 4. O pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehrfurcht, die dich findlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Gesetz mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer tann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein 5 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Versprechen bau'n? Dein recht und gut is redlich übe, Wort ist wahr, dein Bund entfernt von List und Heuchelei! steht fest. Wohl dem, der Dann zeig' ich mich als Gottes sich auf dich verläßt. Kind, dem Treu und Wahrheit heilig finb.idsdrs dirsa 66 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pflichten treu, was 63. f Joh. Jac. Nambach, 1698-1735. sed Joid of is jun id sod) vid mod Höchste Seligkeit.iud fun Les nu iti Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht 2c. Strom, der un er- schöpflich ist. = blat slar Aus dei- ner Quel- le, Schöpfer, nimt der Mensch zur Se- lig1630. keit bestimmt, zahl= lo= se Freu- den; täg- lich fließt ihr O mid pil af ses 4. Noch größ're Freuden uns, wenn wir dich nur lieben, zu; du beutst uns Seligkeiten an, womit kein Mensch uns segnen kann. 2. Er fließt durch deine| Schöpfung hin und hat für sendest du einen jeden Sinn, für jeden heiligen Genuß Befriedigung und Ueberfluß. 3. Vom Himmel strömt dein Segen her, strömt durch Gebirg und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schätzen gleich? 5. Wenn wir dich kennen, wie entzückt ist, ihrer Finsterniß entrückt, die Seele, die sich deiner freut; was fühlt sie dann für Seligkeit! - Höchste Seligkeit. 67 3016 Welch eine Wonne, Wonne, 9. Der Mensch, wie hoch wenn fie nun was du be- er strebt, umfaßt er nimmer, fiehlst beginnt zu thun; felbst füblet, wie der Tugend Werth erhebt, beglücket und verklärt! mail.34€ Lent was du bist und hast. Nur du durchschaust dich allein; wie selig, selig mußt du sein! 1 10. Und das auf ewig! keine Zeit umgränzet deine Seligkeit; aus dir, Gott, aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her! 11. Preist ihn, den Gott der 8. Unendlich selig! denn du Seligkeit, der hier und dort bist unendlich; unermeßlich ist, uns hoch erfreut! Der Herr o Fülle der Vollkommenheit, ist selig nicht allein; auch wir, der Reichthum deiner Herr wir sollen's ewig sein! lichkeit 3. Andr. Cramer, 1723-1788. 7. Fließt so viel hohe Lust von dir schon hier auf uns; kannst du schon hier mit solchen Gütern uns erfreu'n: wie selig mußt du selbst nicht sein! 64. Tur igili bil- pit Eigene Melodie. H Wie se lig bin ich, wenn mein Geistempor zu Gott sich a Jos t 1823. hebt, und, weil er seinen Schöp- fer preist, des Engels Leben lebt. 2. Wer ist so reich ge- ist sein Kleid, der Sterne schmückt wie er, mit Herr Heer ist seines Thrones lichkeit und Glanz? Licht Kranz. 68 Von der Sünde und ihrem Elende. 3. Ein Strom von Selig- ihm lobsingt, das Niemand feiten quillt aus seiner Liebe zählt, als er. Kraft; denn er ist selig, und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Ja, selig ist nicht er allein; der Herr will in der Zeit und Ewigkeit auch uns erfreu'n durch seine Seligkeit. 5. Er wollt's und schuf, und nun umringt den Seligen ein Heer, das selig ist und IV. Von der Sünde Mel. 245. Auf meinen lieben Gott 2c. 65. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigen thum, wie tief sind wir ge fallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unter 6. Auch ich, und das ist mein Beruf, auch ich soll ewig sein. Heil, Seele dir, die Gott erschuf, um seiner dich zu freu'n! 7. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht, was Engel mehr versteh'n. Dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte seh'n. Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. und ihrem Elende. schied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie, alle Sünder; da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was der Vater wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewig Von der Sünde und ihrem Elende. 69 teiten selbst unserm Geist be: Geist gebeut, daß ich dich reiten. wähle, er sehnt, o Tugend sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unter= than, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschaften an. ich 2. Der gute Vorsatz, den fasse, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt fie mich hin, die Macht der Sünde, zu späte Thränen folgen nach. 3. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, Allgütiger, nur du! Ein Strahl von nicht freventlich verscherzen; deiner Gnabe g'nüget zur erwecke unsre Herzen, dir nicht zu wiederstreben, damit wir ewig leben! seligsten Genesung mir; o, send' ihn, daß mein Glaube fieget! und ewig, ewig dank' ich dir. Johann Sam. Diterich 1721-1797. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, gib uns bein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir er kennen und dann von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'rung nachzujagen! 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns beilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 2c. 66. Gott, welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Mel. 125. Vater unser im Himmelreich 2c. 67. Der Hang zum Bösen wohnt in mir; auch wenn ich Von der Sünde und ihrem Elende, 70 schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, versucht er mich zu Sünden doch und stärket sich durch Lüfte meiner Sinn lichkeit, zu thun, was dein Gesetz verbeut. soll; wie leicht, wie leicht vera liert er alle Kraft und weicht! 16. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! mich schrecken leicht Gefahr und Spotto Bers diststreuung und Vermessenheit, des Beispiels Reiz, die Weichar lichkeit, ein start Gefühl für Lust und Schmerz, wie leicht verderben die das Herz! E 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön; auch ihre Bahn nur will ich geh'n, betreten sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut 7. Wer kann mir bei und seine Pflichten nie ver- steh'n? Du allein; sollst meine gißt, hier ruhig und einst Hülf' und Stärke sein, Laß felig ist. doit pinised air meine Schwachheit immer mir 3. Doch bald erwacht in vor Augen sein, daß ich von meiner Brust die unterdrückte dir nicht weiche, daß ich stands böse Lust und locket mich zur haft sei, dir bis zum Tode Sicherheit, zu eitler Selbst- selbst getreu! irist 1slibut fury? gefälligkeit. Gelingt ihr's, ach! 8. Dann kommt die Zeit, 700-20 so glaub' ich dann auch leicht, wo, Herr, von dir der Hang daß ich nicht fallen kann. zum Bösen ganz in mir vers pera tilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand und Herz mehr irrt. Wie heilig werd THOR? ich dann, wie rein, wie herre Qiste lich, Gott, wie selig sein! oshilg 2 4. Dann bin ich bald verführt; denn ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach; zu reich an Kräften träumt er sich; verläßt sich mehr auf sie, als dich; verschmäht die Feinde, die ihm dräu'n, wird träg' und laß und schlummert ein. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788 5. Und ach! wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, versuchet überall, von außen, durch sein eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen sa Mel. 138. Meinen Jejum laß od and dribling th ich nicht zc. Under di 68. D, wie sanft ist, Herr, dein Joch! D, wie leicht dein Vaterwille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen Von der Sünde und ihrem Elende. 71 wohnt bundiuben Fleiß der Herz entgegenwallt, läßt die Tugend Lohntllora alle 19 173 stumpfe Seele falt. 197. Nied're Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen; übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut. 8. Herr, dein heiliges Gericht strafet, welche Tugend haffen, die Verächter ihrer Pflicht. Gott, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung beis und erhalte selbst 2. Aber nach ist er entfloh'n, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frant und müde. Reine, teine Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünde harte Bande, und ihr Sklave wählt fie doch, taumelt an des Abgrund's Nande, dünkt sich glücklich groß und frei bei der tiefsten flavereil bin id mich treu lur sid fint 9803 TH's Ser ungeffümen Brust weilet feine Freude lange Unmuth folgt auf Taumelluft, angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Rub' und eilt neuen Lastern zu. dar 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trübem Blicke, will, und kann nicht fröhlich sein, sehnt vergang'ne Zeit zurücke; wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit." 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; d Blumenau' und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzücket, dem sein Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. sfidia llis Mel. 337. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 69. Seinem eignen Herzen heucheln, Sünde thun und ficher sein; sich mit falscher Tugend schmeicheln und dann sagen, ich bin rein; selbst sein Glend nicht empfinden, welche gift'ge Frucht der Sünden! 2. Wer so schläft ohn' allen Rummer für der Seele Seligkeit, eingewiegt in tiefen Schlummer einer trägen Sicherheit; ach, wie fürchterliche Schrecken werden endlich den erwecken! 3. Bin ich, wenn ich das nur hasse, was schon Menschen Von der Erlösung der Menschen. 72 haffen, rein? wenn ich das nur unterlasse, was auch Heiden nicht verzeih'n. Ist's genug schon, nichts verbrechen, was der Menschen Strafen rächen? 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld weit größer, als die meinige, mir scheint? weil von eines Andern Sünde ich mich rein und schuldlos finde? 5. Ober, weil durch äuß're Werke, und oft blos durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne stärke, wohlgefällig Gott zu sein? oder weil ges Heime Sünden Menschenblicke nicht ergründen? 6. Darum, darum sollt' ich wähnen, ich bedürf' der Bess' rung nicht, feiner Reue, keiner Thränen, keiner festen Zuversicht? darum mich zu Gottes Kindern zählen und nicht zu den Sündern? 7. Nein, dies Blendwerk eitler Lüge täusche meine Seele nie, müsse nie mein Herz be trügen!, Heil'ger, bir mißfallen sie, weil sie mir den wahren Glauben, deine Huld und Tugend rauben. 8. Rein in allen meinen Trieben, frei von falscher Zuversicht, müss' ich keine Sünde lieben, auch den Wunsch der Sünde nicht! Deine Kinder müssen streben, heilig und gerecht zu leben. nict 9. Laß mich streiten mit den Lüften, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüsten, aber frei von Eitelkeit! daß ich nicht vergebens ringe und gewiß zum Ziele dringe. 3. Andr. Cramer, 1723-1788. V. Von der Erlösung der Menschen. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme zc. Adventlieder. Ehre, erbarm' dich unser und erhöre, nimm gnädig 70. Herr, wir singen deiner unser Loblieb an! Herr, wir Von der Erlösung der Menschen. 73 danken voll Entzücken! Wo Sohn hernieder, ward Mensch ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Du, der du gnädig bist, wie niemand gnädig ist, bist die Liebe! Schon vor der Zeit, von Ewigkeit, warst du die Liebe, die du bist! und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be: zwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Er hört uns, er ist unser Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tön't! Tön't zum Himmel! Erschall't schon hier! Einst kommen wir an seinen Thron und beten an! 30h. Joach. Esehenburg, 1743-1820. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du einst uns dieses Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst, auch durch den Tod, uns zum Leben! Du willst allein, daß wir uns freu'n; daß wir verderben willst du nicht. 71. Was der große Vater thut, dem wir angehören, ist und bleibet immer gut und muß Heil gewähren. Ihm gebricht Weisheit nicht, ihm, der nie verfehlet, was sein Rathschluß wählet. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen und Furcht und Schrecken uns umfing, jame merte dich unser Schade; da war es, Gott, als deine Gnade gerührt bei uns vor überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; er, der Helden größter Held, kam zu uns hernieder. Brüderlich woll't er sich und sein theures Leben hin für Sünder geben. 3. Seiner Ankunft frohe von der Sünde; aus ihrer Zeit ließ Gott offenbaren, Nacht sind wir erwacht, dein Licht, dein Antlig, Gott, zu seh'n! und der Ankunft Wichtigkeit früh die Welt erfahren. Was geschah, fern und nah', wußte Gott zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preis't ihn, unsers Jubels Lieder! Zur Erde stieg sein Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2C. 74 Von der Erlösung der Menschenao( 4. Heil uns, daß der Herr bei. Unser Freund, mit Gott erschien! Heil uns schon auf vereint, kann nicht seine Erden! Hier schon können Brüder hassen, noch sie hilf wir durch ihn froh und heiter los lassen. werden. Und wie viel wird, am Ziel dieſer Bahn durch's Leben, er den Frommen geben! 3oh. Chrift. Grot, 1733-1801. 4. Wann wir einst ermüden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nachts Unfre todten Glieder gibt die Erde nd uite Romu uwieder dem, der fie bewacht. Mel. 132. Jesu, meine Freude 2c. Jesus ruft uns aus der Gruft, 72. Jesus ist gekommen, er, der selbst den Tod einst Dant't ihm, seine Frommen, schmeckte, den das Grab auch dank't ihm, daß er tam, deckte. bind tod 119] daß er hier auf Erden, unser = Heil zu werden, feine Wohnung 5. Auf dem Richterthrone nahm! Mensch, wie wirler schien er hier der zur Schöpfung sprach: entsteheb der einst spricht vergehe! werden wir im Sohne unser Retter chau'n. Touheiturund ewig Leben wird erallen geben, die ihm hier vertrau'n Erioward bier versucht wie wir, überschwenglich wird der lohnen und der Schwachheit schonen. out, liscogs smallosd 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott sauf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, pan Gott felbst zu haben chilis di 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns disd& rojaus auto 6. Gilet, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet d seiner werth! Eilet, eil't, ihr Frommen, seid, wie er, volled tommen, bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein göttlich Leben! 2 gillöd Balth. Münter, 1735-1793. Von der Erlösung der Menschen. 732 in u smist thin munt Eigene Melodie. And bar trisus tum ad x 1150 un date the sen- det hat. 1828. Joid stat din Gott sei Dank in al= ler Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort be75 dre sig idip 350911 GT stän- dig hält und der SünderTrost und Rath in die Welt ge= 4. Menschenfreund, wie dant' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter vieler Last für die Welt be reitet hast.is 5. Deiner Hilfe mich zu freu'n, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft athad mot 19 and u dro fuo 190 92 Was der alten Väter| war, Hülf' und Rettung aus Schaar Wunsch und Trost und Gefahr, so erscheine stets auch Hoffnung war; was sie fern mir Hülf' und Rettung, Herr, im Dunkeln sah, Heil uns vond birds dari punjačić ist im Lichte da.mdi sid nader 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn; keines ird'schen Reiches Thron. Licht der Seelen, ew'ges Heil, ward durch Jesum unser Theil. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei allem was ich hier zuren Beförd'rung meiner Rub' denke, wünsche, wähle, thu'! E d 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz, hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwachheit mächtig auf hohes 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' entgegen seh'n und gerecht vor dir besteh'n. Heinr. Held, gest. um 1659. 76 Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften des Erlösers.Weihnachtslieder. 74. frie Von der Erlösung der Menschen. f Eigene Melodie. von dem Herrn! der Aufgang aus der Höhe! gött- lich Licht, daß ich den Tod nicht # 897 Wie leuchtet uns der Morgenstern voll Gnad'u. Wahrheit OSohn, von dei- nem An- gesicht umstrah- let mich ein 1. 2. 1599. 2. O, mach' dich auf und werde Licht, mein Geist! denn hier schon kommt dein Licht zu dir vom ew'gen Throne; ganz geht dort, nach vollbrachtem Lauf, die Herrlichkeit des Herrn dir auf: der Vater mit dem Sohne! Jesus Christus! ew'ges Leben wirst du geben se= he! Le ben werd' ich! Zwar ich werde wie der Er- de! = Aber dennoch leben werd' ich, e= wig le= ben! Gottes Kindern, Kronen, Herr, den Ueberwindern! 3. Du bist, Versöhner, mein, ich dein! Geuß fie auch meinem Herzen ein, die Flamme deiner Liebe! Wer wär' ich, wenn durch Heiligfeit ich nicht der Prüfung kurze Zeit dir treu, Versöhner, Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften etc. 77 Hilf bliebe? Treu dich lieben gnädig bist du! Singet hilf mir Schwachen! Christo! Bringet Preis dem mir machen, kämpfen, ringen, Sohne! Bald kommt er mit start in dir, zu Gott mich seinem Lohne. schwingen! 7. Wie freu' ich dein mich, Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Einst, wann er dich im Tede preist, und jetzt', befehl' ich meinen Geist, Herr, Herr, in deine Hände! Amen! Amen! Du Gott, Amen! Deinem Namen sei'n gesungen Dank und Preis und Anbetungen! Nach Ph. Nicolai, 1556-1808. 4. Des Vaters Klarheit schauen wir in Christi Angesicht schon hier, des ew'gen Vaters Klarheit! O süßer Blick in jene Rub', voll wunderbaren Heils bist du! stehst wunderbare Wahrheit. Jesus zeigt uns ohne Hülle Gottes Fülle! Gnade, Gnade schau'n wir, nehmen Gnad' um Gnade! 5. O du, der schuf und der erhält, du hast mich ewig vor der Welt, in deinem Sohn erforen! Du hast den Bund: durch Christi Blut sei'st du auch mir das höchste Gut, Herr, bei dir selbst beschworen! Preis dir, Gott, dem ich lobsinge; sieb', ich bringe Dank im Staube, weiß und fühl' an wen ich glaube! 6. Mein Pfalter, meine Harf', erwach't! Noch ruf' ich aus der Tiefe Nacht und kann sein Lob nur stammeln; doch er, der Alles wohl ge macht, will mich, wenn einst mein Lauf vollbracht, zu höhern Geistern sammeln. Heilig, Mel. 161. Schwing' dich auf, zu deinem Gott 2c. 75. Von des Vaters ew'gem Thron' kam zu uns auf Erden Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Heil zu werden. Ja, er ward ein Mensch, wie wir; daß wir selig würden, übernahm er willig hier schwerer Leiden Bürden. 2. Nun herrscht er voll Majestät nach ertrag'nem Leiden, als der Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben; Fromme sollen, Engeln gleich, ewig mit ihm leben. 78 Von der Erlösung der Menschen, 3. Ehrfurcht und Gehors von mir einst an meinem sam soll ihm der Mensch be- Ende, daß auch ich den Weg zeigen; aller Knie' sich de- zu dir freudig dann vollende! muthsvoll vor dem Mittler Laß, weil ich auf Erden bin beugen; freudig jede Nation und mit Noth umgeben, deinen es mit Dank bekennen: er fei liebevollen Sinn meinen Geist Gottes höchster Sohn, unser beleben. 890 notmistins Herr, zu nennen. 8. Lehr' einst in des Todes 4. Wer den Sohn ehrt, Nacht, wann die Augen brechen, ehrt zugleich Gott, durch den mich dein Wort: Es ist vollwir leben. Ist des Vaters bracht!" auch mit Freuden Macht und Reich ihm nicht sprechen. Hilf, daß ich mein übergeben? Wer zu Jesu Heimathland dann im Geist erblicke, und mich, durch des Vaters Hand, ew'ge Wonn' erquide.sdspop mollo 8 Fromme liebet. 39d is smi30h. Chrift. Wagner, 1747-1825) Herr, Herr," spricht und dech Böses übet, kenn't ihn und den Vater nicht, ber nur mit mug smu finis dared Mel. 227. Lobe den Herren zc. nadad us Katar Spl Ehre sei Gott in der 5. Ewige liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer! denn durch deinen Todesschmerz leb' und steg' ich Armer. Du, du kennst, o Menschen freund, uns're Leidensstunden, und, wie ein Bedrängter weint, hast du selbst empfunden. bisgid in 6. Du, den in der Niedrigkeit Noth und Angst umgaben, fannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Wenn Gebet und Angstgeschrei nun zum Himmel bringen, stehst du mitleidsvoll uns bei, hilfst den Sieg er ringen. 7. Weich', Erbarmer, nicht 76. Höhe! Der Herr ist geboren! Laßt uns ihm fingen, o Christen! auch wir sind ertoren, sein uns zu freu'n, und durch ihn selig zu sein. Christen, wir sind nicht verloren! 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis, es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden. durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften etc. 79 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. and folgten der Zwietracht und baßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn, Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! fi 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen 3. Wer kann Gottes RathTritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. Wo ist ein Freund, der je so treuures gemeint, felber so schmerzlich gelitten? fis5. Ebre jei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht! Wie werd' ich im Lichte der Höhe, Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, obant't ihm mit mir! Ehre sei Gott in der Höhe! nd Aug, Herm. Niemeyer, 1764-1828. ng dan mallab Mel. 152. Warum sollt' ich mich denn grämen 2c. 77. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hocherfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hobe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! schluß fassen? Aber dies ist gewiß: Wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her, so muß er wahrlich uns auch lieben. Soga 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm's er dann Menschbeit an, daß er uns errette? Nein, der Erdkreis soll sich freuen; zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeibenda aramid hand med 5. Wenn euch nun die Sünden kränken, eil't herzu! Suchet Ruh'! Er will Ruhe schenken. Schau'ti auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicfenyod u 6 Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erbulden. Lern't den Menschenfreund Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. erkennen! 7. Eures Herzens banges Sehnen fiehet er. Komm't 80 Von der Erlösung der Menschen.nlĄ nun her! Opfert Freuden- daß auch ich frei und selig Wer kann deine thränen! Gnade tönet euch würde. entgegen! Welch ein Freund! Lieb' ergründen? Ewig foll Er erscheint Feinden selbst freudenvoll fie mein Herz empfinden. zum Segen. 8. Drückt euch hier des Lebens Plage, euern Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Ruhm und Preis; denn er weiß und verschafft das Beste. 11. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obz gleich schwach, dennoch immer treuer. Keine Weltluft und kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 12. Einst erscheinst du zum Gerichte, dann werd' ich, Richter, dich schau'n von An gesichte; und wenn dann die Frevler beben, werd' ich dein stets mich freu'n, mit dir ewig leben. g si slot wi Nach Paul Gerhardt, 1607-1676. Jis sgn Asps& an 9. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, um euch stark zu machen. Diese turze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 10. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, bod 78. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt zc. SER fet regres donist is dit nepri fe Zungen! sun= gen! w nie = Ge- lobt seist du, Herr Je suChrist, von al- ler Menschen von Je- dem, der noch sterb- lich ist, sei froh dir Lob ge1535. Ge- lo- bet jeist du von derSchaar, die Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften etc. 81 einst, wie wir, auch sterb- lich war und, nun der Last entf # bun- den, hat e= wig 2. In dieser höhern Brüder Dank soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang lässt du dir wohl gefallen. Noch schauen wir, doch nur von fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu nach diesem Leben du dort uns wirst erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie zum Leben durchgedrungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen; dann fingen wir, Herr Jesu Christ, dir, daß du Mensch geboren bist, in deiner Engel Chöre, Anbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang noch Sterblichkeit und Leiden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgerzeit dich unser Dank verehren. Es preise Herz und Zunge dich, und unser Geist bestrebe sich, stets durch ein heil'ges Leben dich, Heiland zu erheben! ü= ber- wun- den. 5. Schon hier, erhab'nec Gottes- Sohn, sind wir in Hoffnung selig; die Freuden, die uns dort am Thron' erwarten, sind unzählig. Dir, der sie huldvoll uns erwarb, für uns ein Mensch ward, für uns starb, sei mit der Engel Heere auf ewig Dank und Ehre! Christoph Christian Sturm, 1740-1786, Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 79. O, stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt bernieder kam und uns're Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte. Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam zur Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnaden6 82 Von der Erlösung der Menschen al voll bist du auch mir in ganzem Herzen Theil e in deinem Sohn erschienen! Du wahrem Glauben nehme; daß fandtest aus Erbarmen ihn, ich hinweg vom Eiteln seb, um die dem Elend zu ent- die Wege deiner Wahrheit zieh'n, die schnöden Lüsten geb', und deiner nie mich dienen. Preis dir, daß mir schäme; bis ich durch dich, wenn neue Pfade zu der Gnade ich sterbe, zu dem Erbe deiner offen stehen, mich der Sünd' Frommen einst auch mich seh' entrückt zu sehen. d aufgenommen. 2000 du no 3. Und wie vergelt' ich, 5. Dir bring' ich, Herr, Heiland, dir die große Treue, ein dankbar Herz, bereit, in die du mir, schon eh' ich war, Freuden und im Echmerz, bewiesen? Du bahntest, unter wie dir's gefällt, zu wandeln. bitterm Leid, auch mir den Verleihe du mir selbst die Weg zur Seligkeit. Sei Kraft, nach deinem Wort gehoch dafür gepriesen! Durch wissenhaft zu denken und zu dich kann ich nun bienieden handeln. Fröhlich will ich Gottes Frieten schon em hier im Leben dich erheben pfangen und einst volles Glück und einst droben wonnevoll erlangen. den stund mal sie dich ewig loben. ndi 1100 4. O gib, daß sich mana diesem Heil nun auch von Joh. Sama Diterich, 1721-1797.1 ! marsd mod imal Ad ATTOO Kil 80. Hal Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her ze. 1540.00 er 119010 110( 01.196rstel Dies ist der Tag, den Gott gemacht: sein werd'in aller f Welt ge- dacht! Ihn prei- se, was durch Je- sumChrist im Himmel und auf Erden ist! Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften etc. 83 i 2. Die Völker haben dein höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier; und Gottes Kinder werden wir. Sid 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Geligteit! du bist es, der das Herz erfreut.msiai geharrt, bis daß die Zeit er füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht ftill; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. bi 5.Dein König, 3ton, Tommt zu dir! Ich komm', im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu' ich gern." Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 1/ 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Bäter Hoffend sah'n, dich, Welterlöser, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und 81. fe 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der zu des Vaters Rechten sitzt? ind 10. Jauchz't, Himmel, die ihr ihn erfuhr't den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht, ibn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Mel. Valet will ich dir geben 2c. Melch. Teschner, 1613. Wie soll ich dich em- pfan- gen, Heil al- ler SterbliDu Freu- de, du Ver- langen der Trost- be- dürf- ti6* 84 • R. Von der Erlösung der Menschen बाटी chen! gen od nd dog 741 immoi T Du woll'st mich selbst 8 +44 würdig preisen soll. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein; ich will in Freudenpsalmen bir meine Liebe weih'n. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben, o nimu es gnädig an untis ni nolladousT 1 deiner Güte voll, dich meine See- le eh- ren, dich SISTO 111 013 3rd 8191 hin 39 300 4. Mich bielten schwere Bande; du eilst und kaufst mich los. Ich war bebeckt mit Schande; du kamst und machst mich groß; du hebst mich hoch zu Ehren, gibst mir U be lehne ren, wied dijestio ug off tham g E at on toin क garso sist raffaring medis? ein ewig Heil; was kann ich mehr begebren? Der Himmel ist mein Theil. .S8 5. O bu, an den ich glaube! was war's, das dich bewog? Was war's, was dich zum Staube, zu mir herniederzog? Deingöttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich. Zu meiner Rettung weihtest du, Herr, als Opfer dich. Uns war das Reich genommen, wo Tugend herrscht und Glück; Herzen, Betrübte, flag't nicht du, Retter, bist gekommen und bringst es uns zurück. 6. Das schreib' in eu're sorgentin mehr; zag't nicht in eu'ren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O, sebet auf, ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seele tabet, ber treue Freund ist da. 7. Die ihr mit ernster Reute still eure Schuld beweint, Von den Lehren und dem Leben Jesu. 85 wißt, daß er euch ver- Erfreu'n ist seine Freude und zeihe; er selbst, der Menschen Wohlthun seine Luft. freund, ruft reuevollen Sün- 9. Er kommt zum Weltdein der Gnade Trostwort gerichte; der Bösewicht verzu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ihren Seelen Nuh'. 8. Ja, er verläßt hier Keinen, und weiß was Jedem die geht, wann da im hellen Lichte vor ihm sein Freund besteht. Wohl ewig allen denen, die seine Wege geh'n, und einst nach nüßt. Hat er nicht stets geid und Thränen, mit Freuden vor ihm steh'n! Seinen von Anbeginn be schützt? nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? l ml Solid grus is ning Tommi 19 Von den Lehren und dem Leben Jesu. 82. Mel. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. ' disar dari ladunla bi nad nn uda Mar Nach Paul Gerhardt, 1607-1676. 4191 pagasasimusi sdrot and Auf Er- den Wahrheit auszubreiten, die tim flod und uns zum em'- genGlückzusi lei= ten, das #on # ab Po Wahrheit, die vom Him- mel stammt, CLEOT Herz zu Gottes Lieb' ent- flammt: mountedop TIST f schienst du, Je sus, hier, von Heil auch mir. 1785. da= zu er= Gott ge- sandt, zum 86 Von der Erlösung der Menschen 2. Dies war das tägliche dir, der das Dunkeliaufge Geschäfte, darin dein Geist hellt, das einst, aufriganzen Vergnügen fand. Wie emsig Völkern lag! Die Nacht hast du Zeit und Kräfte, be- entfloh, es kam der Tag. odig feelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehren bellen Scheine der Menschenseelen Licht zu sein! ds? isdn 3. JhrisLicht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzuseh'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade, mit sicherm Schritt' einherzu geh'n; ihr Licht, mit freudigem Vertrau'n bis in die Ewige feit zu schau'n 7. Wir sehen nun toin größter Klarheit, als es vor dir die Völker sah'n erleuchtet nur durch deine Wahrheit, zur Seligkeit die sichre Bahn. Der du auch uns zum Licht erschienst, wie groß ist um uns dein Verdienst dit od ni 8. Und, Herr noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, dra den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Er löser, preist. im Ho i 93 4. Und, um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten. Beschwerden Und drückte ndich gleich ihr Gewicht, sobtrugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Was konnte deinen Eifer stören, das Glück, das Gott uns zugedacht, den Weg, der dahin führt, zu lehren? Du scheutest teines Menschen Macht. Kein Undant, den dein Volk dir gab, hielt dich von diesem Eifer ab.esn ni 6. Dein Licht ist auch zu uns gedrungen; du bist noch jetzt das Licht der Welt. Auf ewig sei dir Lob gesungen, 9dunJa, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! O, würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Gib, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch dich selig fei! ibn bod ta di Bob. Beni. Koppe, 1750-1791.01 39& nat illus Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. STUS 83. Der du dein Wort mir haft gegeben, wie preis' ich würdig dich dafür! Aus Jesu Unterricht quillt Leben Von den Lehren und dem Leben Jesu. 87 fühlt mein Herz. spe für meinen Geist und Weiss Schmerz; und hohen Frieden heitumirlun Kennt' ich ihn meinen Lehrer, guichts wet gäbe mir dannet Trostound Licht aun si R ps. Boach. goditofer, 1730-1788. od 911519 u lisud floo Mel. 214. Liebster Jesu, wir find hier 2c.sd 302. Auf ungewissent, finstermed Pfades würd ich ein Raub 84. Führer zur Vollkomdes Irrthums isseinbund, una menheit, Lehrer, Muster uns bekannt mit Gottes Gnade, zu werden hoher, reiner Sitts ihn nur als strengen Richter lichkeit, würdest du ein Mensch scheu'n Bang sucht' ich Hülfe auf Erden. Dir schlägt unser in der Noth und schrecklich Herz entgegen, Jesu, dir, der wäre mit der Tod. doll 8 Menschheit Segenb jus. Doch diesen trübeni Finsternissen des Frrthums und beris Sünder Macht hat Jesu Lehre mich entriffen, ihr Licht zerstreut besweifels Nacht, lehrt mich, wie viel Gott für mich that, und ebnetridselbst siden rauhsten Pfad. Tim bim 1919 19ffed 4. Ich weiß wozu mich Gott erschaffen die tenne besser meine Pflichterlieg ichigleich des Todes Waffen, sostirbtis mein uew'ger Geist doch nicht. Der Werte Lohn folgt dort ihm nach und Gott erfüllt, was er versprach. 5. O, laß mich dieser guten Lehre gehorchen stets mit größrer Lustgd und keines Zweiflers Spott zerstöre ihr Trostgefühl in meiner Brust. Er erntet doch nur Reu' und m2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher tennen, und mit fröber Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet, und uns gibt, was wahrhaft nüßtet. nofsgärgsid 13. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wann das Augens bricht po Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum Herz 88 Von der Erlösung der Menschens lich ebren, wandeln auf der Herzen entwichisur Vertrau'n Tugend Bahn, willig folgen zum Vater nicht. Laß diesen seinen Lehren, treu durch Kelch vorübergehen!" riefft Noth und Leiden gehen, um in deiner Seelenpein; ew'ges Licht zu sehen. ſein ew'ges lid jedoch dein Wille soll geschehen! der meine nicht. „ Ganz bin ich dein." du sein Herm. Chrift: Gettf. Demme, 1760-1822. 4. Mit sanftem, schonen dem Gemüthe trugst du die Schwachen in Geduld, verziehst mit namenloser Güte auch die Sündern den schwerste Schuld. Selbst unter deiner Mörder Händen riefft du für sie voll Mitleid noch, von ihnen Elend abzuwenden: vergib es ihnen, Vater, doch!" 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligkeit. Du wehrtest gern dem Menschenleide und warst zum Helfen stets bereit; nahmst von den Menschen ihre Sünden, brachst freudig Hungrigen dein Brod, verschafftest das Gesicht den 6. Verleih' mir selbst, Blinden, und halfst von Krankheit, halfft vom Tod. 5. O, laß es uns doch du recht erkennen, wie werth bu unsrer Ehrfurcht bist, daß wir mit Dankgefühl dich nennen und dir lobsingen, Jesus Christ! Doch, Herr, dein tugendvolles Leben soll nicht blos unser Loblied ſein, es soll uns auch ein Beispiel geben, wie du, der Tugend uns zu weih'a. Mel. 46. Wo sind die Weisen, die mich lehren 2c. 85. Gedenk' ich, Heiland, an das Leben, das du auf Erden haft geführt: wie innig fühlt, dich zu erheben, sich dann mein ganzer Geist gerührt! Ich seh', wie deiner Tugend Größe durch all' dein Thun sich mir verklärt, und, Herr, je mehr ich sie ermesse, empfind' ich deinen hohen Werth. 11 dir nachzuahmen, Erlöser, Stärke, Mutha und Treu, 3. Zum Heil der Welt damit ich nicht blosinach gabst du in Schmerzen dich dem Namen ein Christ, bin und fühltest ihr Gewicht. nein! auch durch Thaten Zwar klagtest du; doch deinem sei. Nie laß mich von der Von den Lehren und dem Leben Jesu. 89 Tugend weichen auch auf erreichen, soweit es meine des Lebens rauh'iter Bahn; Schwachheit kann. hilf mirdbein hohes Bild d Elife b. 5. nede, 1764-1833- nis me TENISO 86. TELEF nadia Am FOOTST 901191 sigisd ob C Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. == b#isa hi wongmt gummer = podud Bor- bild wah- rer Men- schen lie be, Je= su, joinzo- gen dich her ab auf Erden, der Ver$ 201 E fyndni saraile 5m50 bon disdeienes Mitleids Trie= nadgrenen Heil zu wer= Joh. Crüger, 1649. beg und den, 390190 für in disar ugu 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Andrer Dienst verzehren, Gutes Jedem gern erzeigen zubir Beleidigungen schweigen risauch an Feinden Wohlthun üben, das heißt Menschen göttlich lieben. Und fie fo d 8m 81 80 oligans ugar dein Leben in den Tod da- hin zu geben. goist, Hei- land, deines Gleichen, wer kann och bace " alg 1792 IST 6 tuff logis Stalls Bein Verdienst erreichen? to 10 dnsgu rad udsid nadsp pidu pid jadni te misd trag! wie voll von solcher Güte war, Grlöser, dein Gemüthe! 3. Du warst Zuflucht allen Armen, Jeder fand bei dir Erbarmen, Jeder hat auf sein Verlangen Hülfe, Ruh' und Trost empfangen! O, wie 90 Von der Erlösung der Menschen. pflegtest du zu eilen, das Er- Schmäher nicht zu schelten, bet'ne zu ertbeilen! Freude Allen freundlich zu begegnen, war dir's, Seligkeiten schon die dich lästerten, zu fegnen, auf Erden auszubreiten." deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner Tugend Schmuck und Krone; nie hast du noch auf Menschenlob geachtet. Deincs Vaters heil'gen Willent mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von beinem Leben. 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu er quicken, Unverständ'ge zu beLehren, Abgewich'ne zu bedie die fliehen, liebreich zu bir hinzuziehen; nur für Menschen wohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 85. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelassnem Herzen, als ein Missethäter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Ge duld zu üben, Haßimiti Haß nicht zu vergeltendeine 8. Laß mich, Herrhinzu meinem Segen, deinen Wandel oft erwägen, Baß michying der Angst der Sünden Trosk und Hilfe bei din finden. Gib zurd wahren Menschenliebe Kraft und immer rege Triebe Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werdens bi dan di bi Joh. Jac. Nambach, 1693-1735. 48 mis thong i Ho nodrting to allo stil il sid nojlre b von dem Leiden und Sterben Jesu. lisans dalt du dog Passionslieder. im not o disind sit ug es intal onansbigin des noberch tim nobildre ut nun 87. dot ug m Mel. Herzliebster Jesu zc. PRO Bite Hommet d oft ponte sid f 1150 180 3oh. Crüger, 1840. 40 M Herr, stär- te mich, dein Lei- den zu bedenken, mich can be that. ame Von dem Leiden und Sterben Jesu thin nd 2. H 1191191101 od std nq 1919iQUY das Meer der Liebe zu ver sen ken, die un 1 65 ponied and Ang dich bewoge von al= 91 trade and - ler Schuld des Bösen uns. Hallie op liedersta on ens 3415 Dar dad is ng lommid mu 21 Duswollteft Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Todagam Kreuz gehorsam werden, nanunsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen dm 363. Welch wundervoll, bochs heiliges Geschäfte! Sinnich ihm nach, som zagenin meine Kräfte, mein Herzod erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde.. 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. lö fent mind nat aus Gottes Feinde, zu Gottes Freunde, d nd mono) 836D Herr mein Heil, antidessen Tod ich glaube, ich liegels hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit bankendem Gemüthe in deine Güte HSE af sin 17. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ers gründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu sie demuthsvoll zu preisen, zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. in boll 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich deinen Tod im Glauben zu 9. Laß deinen Geist mich, o mein Heiland, lehren, stets Von der Erlösung des Menschen. verehren! daß ich, getreu in der Dank für deinen Todes dem Beruf der Liebe, mich schmerzen. Unba Gott gibt christlich übe.misdisla, A uns die Kraft, inbeinen Namen, die nachzutahmen. 16 10. Das Gute thun, das Löse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein schweres Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er: lauben und an dich glauben? 16. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir ers wiesen, da du, inein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben! di Bick and 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt? ich jetzt noch meinen Lüsten leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ebre? 17. Du liebtest mich: ich will dich wieder lieben, und stets mits Frenden deinen Willen üben. O, gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! di Ch. F. Gellert, 1715-1769. 92 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelass'nen Herzens werden? ba bu so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erbulbet. 13. Wie könnt' ich jemals meine Brüder hassen, für welche du dein Leben selbst gelassen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 91d 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du trugst ja selbst den Haß verirrter Brüder, und schaltst nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist Wo sind die Weisen, die mich lehren 2c. Mel. 46. 88. Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder! beilig sein, um jede Sünde gern zu meiben, und dir meinLeben ganz zu weih'n, dir, dessen Blut für mich gefloffen, deß Herz für mich im Tode schlug, der ruhig, heiter und entschlossen, zu meinem Heil den Tod ertrug. 2. Ach! in der stillsten meiner Stunden, will ich nach deinem Kreuze seh'n, und dich für deine Bein und Wunden mit that'gem Danke, Herr, erhöh'n; gerührt die große Von dem Leiden und Sterben Jesu. 93 3 ich durch dich erlöset bin. Lieb ermessen, die noch kein dir voll Dank entgegen, weil Sterblicher gefaßt, und nie es undankbar vergessen, was du für mich gelitten hasten bun giots nod is a 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe beilig sein; was mich entehret, will ich meiden, was dir mißfällt, das will ich scheu'n. Dein Leidensinfeiffstauch mir zum Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt ug dig seni nopils motsid 4. O, bleibet meinem Herzen theuer, Gethsemane und Golgatha! ihr Derter, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe sah. Nach euch will ich, voll Andacht, schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Selig feit erwarb.ist choose th is Ch. G.£. Meister, 1738-1811) vsiad tegid pious 19 is fois Bord stö sim dis] morbi sillat Stad 89. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c.indist Smolep Hans Leo Haßler, 16017 Het pe be Saist 11 10 starbſt, warbst; Timant isdjudrs thisidst Der du voll Schmach und Wun- den für uns am Kreu- ze und un- sern le ten Stun- den den höchsten Trost er a bim cü tule nafted him dert du dein theu- res gidi pull nd Heil, wie dank' ich -8 dir! 瘦 hoitif, d: mrbibl nantib eb' ich war, auch mir zurRettung hin- ge ge- ben, mein = Mustp Le ben, noch 94 Von der Erlösung der Menschen. 2. Wie viel hast du er- Versöhner meiner Schuld, für buldet, erhabner Menschen- deine Todesschmerzen für sohn, als du, der nichts ver- deine treue Huld; dir will mein schuldet, empfingst der Sünder ich mich ergeben, um, Lohn. Da folgte Schmerz auf Erlöser, dein im Tode, wie Schmerzen, da traf dich im Leben uni ewig bein zu NG Schmach auf Schmach, da lag sein! ded on valm auf deinem Herzen Angst, 7. Wann ich einmal soll die das Herz dir brach. 3. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erlösen, rangst? Die Last gebäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang, zu flagen: Gott, wie verlässt du mich! scheiden, ach, so verlaß mich nicht! Sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wird mir's am allerbängsten an meinem Ende sein: so reiß mich aus den S engsten und lind're meine Peins in min god di8. Beleben dann mein Hoffen, zur beffern Welt zu geh'n, und laß im Geist micheffent Hert, Seinen Himmel seh'n; laß mich dann mit Entzücken und heil'ger Sehnsucht voll nach dir, Vollender, blicken. Wer so stirbt der stirbt wohl! # 9b0% * 39( Nach Pant Bech 4. Ach, was du, Herr, erduldet, das ist auch meine Last! Ich habe das ver schuldet, was du getragen bast! O, fieh', hier steh' ich Armer, um Huld fleh' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer, o neig' es auch zu mir! nis darbi mid sic 1607-1676. S( 093 Paul Gerhardt, 18075. Du hast mir durch deinnsdll our] smisa Leiden zur Tugend Muth und Mel. 161. Schwing dich auf Kraft, in Trübsal Trost und zu deinem Gott 2c. Freuden, die ewig sind, ver schafft. Nun hab' an deiner Gnade auch ich, mein Retter, Theil, und wann des Lebens Pfade sich enden, ew'ges Heil! 90. Jesu, meiner Seele Licht, Ursprung meiner Freu den, wie viel Trost und Zu versicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jetzt 6. Ich danke dir von Herzen, Von dem Leiden und Sterben Jesu. 95 dann wird mein Gewissen nie verzagen, nie bei dir Trost und Freude missen! Trost ergießt in jedes Herz sich aus deinem Herzen, auch den bängsten, herbsten Schmerz heilen deine Schmerzen. finge; deß, was du an mir mit mir, gethan, bin ich zu geringe. Mi2. Ich erwäg es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie buthatst zu lieben! Uns Verlor'ne zu befrei'n, hast du Angst und Banden, Geißeln, Schmach und Tedespein willig ausgestanden.n ise 3. War es unsre Würdigkeit? Nein des Vaters Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe; dies bat bich an's Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht das Gewissen nagte. 4. Unerforschlich ist der Rath, heilig, nie ergründet; ohne Gleichen ist die That, uns, vom Herrn, verkündet! An sich selbst läßt Gottes Sohn streng die Sünden rächen, deren, ihrem Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen. 5. Meine schwere Sündenschuld traf den treuen Bürgen! er ließ sich, aus großer Huld, mir zu gut, erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 14 6. Herr, dein Friede sei 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden. Sieh', ich fall', zerknirscht von Reu', mit wahrhafter Buße und dem Vorsatz größrer Tren, Jesu, dir zu Fuße! sia o spol 8. Nun, ich weiß, worauf ich bau', und bei wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich glaube. Jesu, du nur bist's allein, der mich freundlich schirmet, wenn der Sünde Schmach und Bein meinen Geist be stürmet. spion mad 15 9. Hier bin ich dein Eigenthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich, zu Deinem Ruhm', leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab' erstanden, meines Jesu großer Tag, Heil mir! ist vorhanden. Nach Heinr. Helb, geft. um 1659. 96 91. f & f f C Von der Erlösung der Menschen. Eigene Melodie. Beglei te mich, o : Christ, wir ge hen = auf dessen fürch- ter lich en hö hen, = = - zum schmerzens vol- len Gol- ga tha, was nie ein En- gel faßt, ge= schah! Justus Heinr. Knecht, 1793. den Er lösers Wor- te DO wäg' an diesem heil'- gen Orte und ru= 2. Echen zeigt der Blutberg sich von weitem, erschrick und zitt're, frommes Herz! Era Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben 3 hier dich nichts mehr trösten kann. des ster= benund einst den Trost im Tode ge= ben, wenn — fe Gott um Be Sieh deinen Retter, sieh ibn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz! Hier Von dem Teiden und Sterben Jesu. 97 hing, den Mördern übergeben, nicht in's Gericht. Hör't, was am Holze Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in zu dem gebeugten Schächer der Mund der der Liebe sterbend spricht! Du wirst, so ruft er jenen bangen Stunden, was ihm entgegen, noch heute, nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht was sie gethan! Der Göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Nach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete dem Versöhner nach! 4. Welch' Beispiel kindlich frommer Triebe, ale, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meines Todes Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleih'n! Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlock't, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt 6. Wer kann die großen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief:„ Mein Gott! wie, hast Du mich verlassen?" Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dir noch heute, aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O, selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des 7 98 Von der Erlösung der Menschen. Armen stillet, der hat den dreien Tagen, vom Grabe Heiland selbst erquict. Ludw. Heinr. Bachoft v. Echt, 1725-1792. 65 fiegreich aufersteh'n! Den 8. Nun enden sich die freche Rotten hier entehrten, schweren Leiden; der Heiland den wirst du dort bei den spricht: ,, es ist vollbracht."| Verklärten, zur Rechten seines O Wort des Sieges! Wort Vaters seh'n. der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns, wer darf es jetzt noch wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Geendet ist des Leidens Bahn! empre Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen zc. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! Du rufest: ,, Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele", die allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt' er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm, mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben seh'n! Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöh'n! Den deine Seufzer jetzt beklagen, der wird, als Held, nach 92. Du denkeſt in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tob, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößest ihnen Trost in's Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein, was ich dir war wird er dir sein." ( 1 11 3. So innig bis zum Tod', so treu sei meine Zärtlichkeit; ich sei so willig, Andern beizusteh'n und ihnen Beis stand zu erfleh'n! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt; dann übergeb' ich euch dem Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh' ich, wann es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich wein't: Getrost, bald werden wir bereint! otroll so 6. Den Trost, o Jesu, sein! dank' ich dir, du brachtesta Joh. Chrift. Hedel, 1747-1798. CAN 壁 Von dem Leiden und Sterben Jesu. 20 Bourdin 93. fingualis 16 Eigene Melodie. 10 mit MUR 88 Hontasjo 130 1804. C ist in dich. on lich. 99 ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: Ihr seid mein; wo ich bin, foll't ihr ewig Von Furcht da- hin- ge- ris- sen, ver- läug- net Petrus 010 Balb straft ihn sein Ge- wissen, da weint er bit- terob offer man 901 doit# Dein Blick, to Je su, rührt sein Herz; er font shid fleht zu HET Schmerz. $ 179010 dejut sanc dir um Gna= de, und du stillst sei- nen he 2. Wie wuchs nun deinem! Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verHerrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz! Was hilft's, daß ich's verhehle? durchschaust du doch mein Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir, oft hab' ich bich verleugnet; vergib, vergib es mir! 7* 100 Von der Erlösung der Menschen. 4. Wenn deines Namens| mich mit Ehre von dir ver Spötter dich schmähten, wenn herrlicht seh'n! ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott, dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Christ zu sein, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt befennen, dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verleugnest du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. m pl All Balth. Münter, 1735-1793. 5. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hingegeben, zum Segnen so bereit. Wie uns dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürchtete, denn dich! 6. Jch seh' jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfah'n! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneu'n, Standhaftigkeit und Treue, dir, mein Versöhner, weih'n! Dich zu verleugnen, Herr mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spötter mögen mich verschmäh'n! Sie werden Mel. 93. Von Furcht dahin gerissen 2c. 94. Hin an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Verföhner, stärke mich! Laß mich mit Wehmuth und Vertrau'n, wie du einst für die Sünder den Tod erduldet, schau'n. 2. Wie ist des Herrn Gemüthe bis in den Tod betrübt! So brünstig, so voll Güte, hat Jesus uns geliebt! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unerhörte Qualen, uns Menschen zu befrei'n. 3. Hört's, die ihr eure Herzen dem Sündendienst ergebt't. Der Preis so vieler Schmerzen ist, daß ihr ewig leb't. Dnehm't an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerf't nicht euer Heil! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Vernehmt's auch ihr, Spottes und o Spötter, die ihr den Mittler Qual. schmäh't! Er ist auch euer Retter; auch euch nennt sein Gebet: Sie wissen nicht, was ste begeh'n; vergib, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst fleh'n! 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o, schlag't an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde! Verdammt der Rache Lust! Vergeltet euren Feinden nie; und allen, die euch fluchen, vergeb't und segnet sie. 6. Noch hat er keinen Frieden, noch steiget seine Noth. Seh't, es ergreift den Müden der fürchterlichste Tod! Nun sinkt er in die Todes nacht. Erbarm', o Gott, dich unsrer! Er stirbt; es ist vollbracht! G. B. Funk, 1734-1814. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 95. Welt, sieh' hier bein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Noch ist der Heil'ge Gottes ein Ziel des frechsten 101 unnennbarer Doch sorgt er für die Freunde, doch flebt er für die Feinde, noch an dem blut'gen Marterpfahl. 3. Er hatte nichts verschuldei, der alle Schmach erduldet, ach, alle Noth und Pein! Nein, er war nicht ein Sünder, wie and're Menschenkinder. Wer kann ihn einer Sünde zeih'n? 4. Drum hält er voll Vertrauen sich noch an Gott im Grauen der bängsten Todesnacht; befiehlt am Leidens ende den Geist in seine Hände und ruft: Mein Werk, es ist vollbracht!" 5. Vollbracht ist's für uns alle, und Lob und Dank erschalle ihm nun für unser Heil. Er starb, uns zu erretten, damit wir Frieden hätten. Sein Segen wird auch mir zu Theil. 6. Mich dankbar zu erweisen, will ich gerührt dich preisen, Herr, ich dein Eigenthum. Dein Beispiel foll mich Lehren, des Höchsten Rath verehren; und dir gehorchen sei mein Ruhm. 7. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, so lang es Gott ge 102 Von der Erlösung der Menschen. fällt; will alles Unrecht hassen, Christ nun scheiden soll, bleibt das Böse flieh'n und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 8. Nur Gutes will ich üben, treu meine Freunde lieben, auch meinen Feind er freu'n. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Epott vergelten, wie du dem Lästerer verzeih'n.iidst sei 3. Ohne Zagen kann er sterben; seine Seele stirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht, nach Jahrtausenden erwacht! Nein! fie soll zum bessern Leben durch den Tod sich bald er heben. 501979 tipit: 9. So will ich leben, ringen, mein Wert hier zu vollbringen, und dann getrost, wie du, befehl ich einst am Ende den Geist in Gottes Hände er führet ihn bem so Himmel zu Pauls Mel. 58. 96. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens, tröste du mein brechend Herz! o, dann ängstiget verNach Paul Gerhardt, 1807-1676. gebens meinen Geist der ed lis@ usso Trennung Schmerz. Er sinkt Freu' dich sehry o nicht in Finsterniß, denn wahrs meine Seele 2c.smhaftig und gewiß ist das Wort Heute, wahrlich! ja des treuen Zeugen, hier muß noch heute", sprach der Herr, jeder Zweifel schweigen. am Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht', „ heute, das betheur' ich dir, heute noch sollst du mit mir, in die beff're Welt erhaben, Theil an ew'gen Freuben baben!" 5. Herr, nun fühl ich abzuscheiden eine heil'ge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden; aber Müh' und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzt des Geistes Leben ab. Er foll mur, frei von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Furchtlos, reich beglückt im Herzen, ja, von nun an selig ist, frei von Erdenharm und Schmerzen, der im Herrn — 2. Theures Wort aus Jesu Munde, fest versiegelt durch sein Blut, in der düstern Todesstunde gibst du Freudigkeit und Muth. Wann der er froher Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 103 Zähre, entschlafne Christ. Was er Wehmuth fromme Gutes je gethan, jede edle die heiß auf meiner Wange That folgt dann seiner Seele glüht. nd the Be von der Erde, daß von Gott 4. Was hat dein Herz belohnt sie werde. empfunden! O trauervolle Stunden, seid meinem Geiste nah'! Ich stehe hier und bete an der geweihten Stätte, auf deiner Höhe, Golgatha! 7. Num, auch ich, o Herr, befehle, wann ich kaum noch sprechen kann, die durch dich erlöste Seele deiner treuen Sorgfalt an. Und du, Hei land, stärkest mich, rufest mir auch zu, daß ich schon am Tage, da ich sterbe, mit dir Seligkeit ererbe. 5. Hier seh' ich dich gelassen, zu meinem Heil erblassen und neigen sanft dein Haupt. Wohl mir in Todesleiden, bei meinem letzten Scheiden, daß meine Seele an dich glaubt i d 6. Die Augen sind geschlossen, aus denen Thränen flossen, zum Heil der Welt geweint; idverblichen deine Wangen, und deine Hände hangen erstarrt am Kreuz erblaßter Freund! 7. Mit Ernst will ich hier lernen, von Sünden mich ents fernen, und sterben, wie du starbst! Bis zu der letzten Stunde bleib' ich mit dir im Bunde, der du mir Seligkeit erwarbst! Hop of Joh. Abolph Schlegel, 1721-1798. arabara nism and af Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 97. Nach tausend Tedes: leiden am Kreuze dich vers scheiden, für mich verscheiden seb'n; was könnte meinem Herzen, bei deinen Todes schmerzen, mehr deiner Liebe Werth erhöh'n? disbud 2. Dir folgen meine Thränen mit meiner Liebe Sehnen und fallen auf dein Grab. Hier will ich, dich zu ehren, bir neue Treue schwören; hier sterb' ich allen Sünden ab. 3. An deinem Sterbetage mischt in der Deinen Klage sich auch mein Trauerlied. Es fließe, dir zur Ehre, der 8. Nun darf ich nicht verzagen, wenn in den bängsten Tagen der Tod mir näher rückt. Ich weiß, auch wenn ich sterbe, daß ich ein Glück ererbe, das ewig meinen Geist entzückt. 104 Von der Erlösung der Menschen. 4. Weil furchtbar die Natur sich regt, so werd' auch du, mein Herz, bewegt. Empfinde reu'voll deine Schuld! Aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 9. O Todestag voll Segen barlich zeigt hier der Gottheit sollt' ich dich nicht erwägen? Finger sich! an dir starb einst mein Freund! Dich will ich stets erneuern, dich bis an's Ende feiern, mit Thränen, die die Liebe weint. Zweibe. Gesangbuch, 1804. Mel. 415. Ich hab' mein Sach' Gott heimgestellt 2c. ur 98. Nun ist es Alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht!" Der neigt sein Haupt, o Mensch, und ftirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 5. Sein Tod o nimm es wohl in Acht!- hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis in's Grab sich für dich gab; und stirb dem Sündenleben ab! 11 2. Der, dem an Hoheit Reiner gleicht, der Herr der Herrlich teit erbleicht. Seh't Gottes Wint! die Erde kracht und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Dunkel schreckt; der Todten Gräber öffnen sich. Wie sicht- sanft und selig ein! 99. f - 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erblaßt am Kreuz'd dein ein'ger Sohn. Nun ist's versiegelt: deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt fort hin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets seh'n und dankbar seine Treu' erhöh'n; Trost soll er mir im Sterben sein; mich dann erfreu'n; so schlaf' ich Laur. Laurenti, 1660-1722. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. 1628. So schlummerst du in stiller Ruh, der Von dem Teiden und Sterben Jesu. elp# 200 du für uns gestorben, uns am Kreuz, in FFS 17 schwerer Müh', ew'ges Heil er= wor= ben! -07. So sint' in's Grab mein Leib hinab! Ich will mich 105 2. Du bist erblaßt, o Herr, drum nicht fränken; Jesu, an und hast doch in dir selbst dein Grab will ich, mir zum das Leben. Gleich als Sterb- Trost, gedenken. liche, hat dich nun ein Grab umgeben. Nach Salom. Frant, 1859-1725. 3. Doch Heil sei mir! Herr du willst hier nicht die Ver- Mel. 426. Mein Jesus ist mein wesung sehen, sondern bald Leben 2c. aus eigner Kraft aus dem 100. Die Sonne stand verGrabe gehen. 4. Durch dich belebt, o Herr, erhebt mein Leib sich aus dem Staube. Selbst auf Grabeshügeln blüht froher Christenglaube. finstert, am Tage ward es Nacht; nun hatt' er überwunden und rief:„ Es ist vollbracht!" 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in stiller Ruhe liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. Nein! nichts verdirbt; selbst das, was stirbt, der Leib, wird auferstehen, und mit jugendlicher Kraft aus dem Grabe gehen. 2. Der Erde furchtbar Beben hob das Gebirg empor, und Gottes Todte gingen aus ihrer Gruft hervor. 3. Den Todesüberwinder umgab des Grabes Nacht und Gottes Engel jauchzten: Heil ihm, er hat's vollbracht! 4. Das Opfer für die Sünder war dargebracht vor Gott; er starb, und Heil und Leben erwarb uns Christi Tod. 5. Nun wird kein Opfer wieder in Ewigkeit gebracht; 106 Von der Erlösung der Menschen. der, den sein Volt erwürgte,| Mel. 241. Wer nur den lieben der hat es ganz vollbracht.. Gott läßt walten 20. no 6. O du, der mich ver- 101. söhnte dem Richter aller Welt, du hast das Heil der Erde allmächtig hergestellt. 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden das menschliche Geschlecht und du regierst die Völker mit Wahrheit und mit Necht. TSUOT 999 Golgatha! zu deinen Höhen erhebt jetzt dankend sich mein Herz. Im Geiste will ich Jesum sehen, ihn seh'n in seines Todes Schmerz;: ich will mich seiner Liebe freu'n, und will ihm Herz und Leben weih'n.dintad lauapaunijod 82. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld selbst der Tod bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz' 9. Wie herrlich ist dein entehrt; doch seines Herzens Name, wie groß ist deine Reinigkeit gibt ihm im Tode Macht! Preis dir und Dank Freudigkeit. nis med bud und Ehre! Du hast dein3. Er stirbt, die hohen Werk vollbracht. ignis Himmelslehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren; mein Lehrer, dir sei Dank geweiht! Nun kenn' ich meiner Seele Werth, den du, Erlöser, mir erklärt. Gott ist ០៥ រ 8. Du kommst und führst die Deinen in Deines Vaters Reich; du machst an Heil und Würde sie deinen Engeln gleich. 10. Dein Beispiel soll mich stärken, daß ich im Glauben treu, und standhaft in der Liebe bis an mein Ende sei! 11. Darf ich den Tod noch fürchten, der mich von hinnen rafft? Wohl mir, ich über= winde durch deines Todes Kraft! 4. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im roGebet durchwacht, die Sünder hin zu Gott geleitet und treu sein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvell stirbt nun der Christ, der Jesu Beiſpiel nie vergißt! 7884444 5. Frob feiert er die große Stunde, da er zu seinem 12. Du führst mich bin zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in seine Hände auch mich mein Vater auf. Balth. Münter, 1735-1793. Von dem Teiden und Sterben Jesu. 107 Vater geht, und noch mit Leben weih'n, dir auch noch Halbgebroch'nem Munde voll sterbend dankbar sein. Großmuth selbst für Feinde fleht; der sterbend segnet, der ihn schalt, und Wohlthun ihm mit Haß vergalt, mi 6. Auf bie, die weinend um ihn stehen, igießt er der Freundschaft Segen aus, spricht Hoffnungsvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus und strömt getrosten Muth und Ruh den kummervollen Herzen zu. dal nods Fr. Wilh. Loder, 1757-1828. on siis med studer Mel. 99. Traurigkeit, o Herzeleid 2c. 7. Er sieht auf die volle brachten Thaten, als Aussaat 102. Grab meines Herrn, ich weile gern in deinem heil'gen Schauer. Sanfter, stiller wird in dir meiner Seele Trauer.#sil tim 2. Jhn, den empört sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Ge treuzigten, begrub hier die Hand der Liebe. für die Ewigkeit; edankt Gott, 3. Indeß nun schon sein durch den sein Werk gerathen, und freut sich der Unsterblichfeit; die Demuthlauf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. og Geist den Lehn empfing vom Freudengeber, heiligte sein Leib in dir unsre stillen Gräber. siis 18. Er, halb der Ewigkeit schon eigen, beschäftigt mit dem großen Ziel, nun auch sein müdes Haupt zu neigen, erhebt das Herz mit Dank gefübl, empfiehlt den Geist in Gottes Hand, und geht getroft in's Vaterland. 4. Welch' Heiligthum! Um mich herum herrscht feierliches Schweigen. Selig, die getrost ihr Haupt zu dem Grabe neigen. 5. Hier weicht der Schmerz, das matte Herz ruht sanft von seinen Leiden; und des Schattenlandes Traum wird zu Himmeléfreuden. 9. Erlöser! tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit, empfanden sterbend Seelenfrieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. O, laß mich dir mein 6. So ruhte fie von Schmerz und Müh' hier aus, die blut'ge Hülle; und ver klärt entschwebte sie dieser heil'gen Stille. 108 Von der Erlösung der Menschen. 7. Einst sinkst auch du, quält von Martern, Spott mein Leib, zur Ruh'; schläfst und Hohn, in deiner wahren unterm fühlen Moose sicher, Größe. dasdzate wie der Säugling ruht in der Mutter Schooße. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen; sprichst Troft be trübten Seelen zu und siehst mit edlem Herzen, selbst in der letzten Todesnoth, für SA deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, er löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen; sieh ihn, der dir gekreuzigt ist, jetzt mit dem Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Dent' an sein liebevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier dent an jenen Zweck zurück, der ihn hierher getrieben! Nun sag' bei diejem Trauerblick": willst du noch Sünden lieben? Nein! hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flich' Menschenhaß, der ihm mißfällt; such' Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; mit froher Hoffnung gehst du dann der bessern Welt entgegen. 8. Dann ist vollbracht des Kummers Nacht, erduldet jede Plage; und die Nacht des Grabes wird bald zum ew'gen Tage. Joh. G. Schubert, 1650-1710. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir 2c. 103. Wie groß, o Herr, erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh' gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit mit Weisheit zu erziehen, war stets, bei deiner Lebenszeit, bein ernstliches Bemühen; und selbst im Tode wolltest du Heil, Troft für sie und Seelenruh', voll Großmuth, noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll Heldenmuth, mit Freuden zur Stätte Golgatha binan, den Kreuzestod zu leiden. Hier zeigest du dich, Gottes Sohn, ge Von der Auferstehung Jesu. 109 8. Herr Jesu, der du für Staub' erhöht. O Seele, uns starbst, zur Rettung vom dein Gesang erschall' auch Verderben, und so viel Heil ihm zum Dank, ihm zur und Trost erwarbst durch Ehre! Dich, großer Held, Lehren, Leiden, Sterben; steh' erhebt die Welt, weil deine uns mit deiner Hülfe bei, daß Hand den Sieg behält. wir, stets unsrer Pflicht 2. Jesu Jünger, wehr't getreu, nach deinem Vorbild dem Leide! Lobsinget ihm, leben!$ 100 und nehm't, voll Freude, am Siege Theil, den er erstritt! Seid ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Ge trost könn't ihr euch freu'n! Jesus lebet in Ewigkeit! Zu aller Zeit ist er zur Hülfe uns bereit. 3035 9. Doch auch bei uns'rer Sündenschuld und bei dem Druck' der Leiden woll'st du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten. Naht dann auch unser Ziel heran, so laß uns diese Pil gerbahn im Glauben sanft beschließen. G. B. Funk, 1734-1814. Von der Auferstehung Jesu. Ofterlieder. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. 104. Lob't den Höchsten! Jesus lebet! Erlöste Menschen, komm't, erhebet des Welterlösers Majestät! Hört's betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem 3. Nun verzag't auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereu't. Durch des Todes Ueberwinder ist er dem reuerfüllten Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Tugendlauf ihn zu segnen. Preis't seine Huld! Er tilgt die Schuld, und trägt uns liebreich mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken! Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der 110 Von der Erlösung der Menschen. verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade bat er zuge sagt, daß der Sünder sich be kehre. Gott verstößt to in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. sudh mist dus Gruft. Einst wird er zum| leben.se Gott erfüllt, was er bessern Leben sich von der verspricht; dies ist meine ZuErde Staub erheben, wann versicht. Juote moe 8mis Jesus den Entschlaf'nen ruft. 3. Jesus lebt! Wer nun Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie erneut, zur Frühlingszeit, die junge Schöpfung sich erfreut.ds 5. Auferstand'ner! welch' ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergeb'n, die dein Fuß betrat! gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst find fie unser Theil; einst frönet uns das Heil deines Lebens. Hallelujah! der Tag ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da! Nie Christoph Chrift. Sturm, 1740-1786. 4. Jesus lebt Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. JA 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Hertlichfeit, tein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!" C.F. Gellert, 1715-1769. Mel. 110. Jesus, meine 3uversicht 2c. 105. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich einst auf ewig selig 106. Triumph, Triumph, Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. Von der Auferstehung Besu. F 111 uns vom und Lobgesang dem, der des ihn umgab. Sei mir ge Todes Macht bezwang, und grüßt, mein fünftig Grab, Staub erhöhte! du Wohnsitz ernster Stille! Der hohe Sieger überwand. Nur wenig Tage werden's Nacht war um ihn und sie sein, o so empfängst du mein verschwand in helle Morgen- Gebein in deiner Schatten röthe. Bebet! Gebet, stolze Hülle. Ewig selig werden Spötter, unserm Retter Preis wieder diese Glieder aufer und Ehresi glaubt an ihn stehen, werden die Verklärung und seine Lehre. bisou sehen. drodistul st 12. Leer ist die Gruft, die mism( bun is mist ons bois de segning sist 107. 92 md dan nisl, Eigene Melodie. la 10 moderirs 5₂ C and nad thin tubojs $ 1.1091 Preis dem Todes über- win- der! Sieh, er starb auf Preis dem Hei li- ger der Sün- der Preis ihm und HalC Gol= 18 19 2 ga= le= lu= jah. 2 Dan. Schiebeler, 1741-1771. dsproduismpsejna zid I tried 8 nigay s mialoilo stafiton Balthafar Glaset, 1804.01 2 Chor! tha!" s Sing't, des neuen Bundes Kinder, aus dem Go T Grab' eilt er em por! Sin- get ihm in hö- herm Sieh, er starb auf Gol- ga= tha. 112 Von der Erlösung der Menschen. 2. Baßt des Bundes Harfe Gott: ruft mich nun zu dir llingen, daß die Seele freudig der Tod. nd milindradiol bebt! Laßt uns, laßt uns mis 6. Wann ich aus dem mächtig singen, dem, der starb Grabe gehellound mein Leib' und ewig lebt! daß das Herz nicht Staub mehr ist; wann voll Wonne bebt. of Preis und ich, Herr, dein Antlitz sehe, Ehre laßt uns bringen dem, dich, mein Mittler, Jesus der starb und ewig lebt! dem, Christ, bich, Berklärter, wie der starb und ewig lebt! du bist! o dann, wann ich auferstehe: hab' ich du, der Sünder Heil, gang an deinem Leben Theil! odell vad ng m 87.Jetzt, da ich an dich nur glaube, seh' ich dunkel nur und fern, ich, der Wanderer im Staube dichdie Herrlichkeit des Herrn! Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch), wenn ich innig glaube, wenn ich dürfte, strömet Rub' mir bein Tod und Leben zu defuisling sist 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt er, dankt er, jauchzt, entreißt dieser Welt sich. Denn er preist dich, der ihn nun nicht verbammet weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwandst! thoit 4.Dad in Morgendämmerungen noch gehüllt die Erde schwieg, da zu tiefen Anbetungenis Gottes Engel 8. Gerne will ich hier noch niederstieg, id aberrjeht noch wallen, Herr, so lange du es bebend schwieg, da erstand's willst! Knieen will ich nie du, und gesungen wurden derfallen, fleh'n, daß du dich Himmels- Chöre dirp Todes: mir enthüll'st, und mein Herz überwinder, dir! unt dimit Kraft erfüll'st! dann soll 5. Da die Freundin, ihn zu finden, zu der Gruft ging, wo er schlief; ach, was mochte dir mein Lob erschallen. Gelig wartets, siwen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! nel sie empfinden, als er sanft: 9. Da hinauf die Engel Maria! rief. Und als sie: Rabbuni! rief. Herr, einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist und mein wallten; in den mächtigern Gesang lauter ihre Harfen schallten; da ihr Lob zum Throne drang, daß davon der Von der Auferstehung Jesu. 113 Thron erklang, daß die Himmel| schweigen, da der Feinde Fluch wiederhallten: da warst du vom Tod erwacht, und dein großes Werk vollbracht! und Schmach, da der Felsen Donner sprach? Nichts vermochte sie zu beugen, nichts, der Boten Heldenmuth! stare ben sie; so sprach ihr Blut. Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. 10. Sing't dem Herrn, sing't ihm nun Psalmen! Jesus Christus hat gesiegt. Streu't dem Ueberwinder Palmen, die ihr bang und weinend schwieg't, als er starb, er bat gesiegt. Zu der Himmel höhern Psalmen, zu der Ueberwinder Chor steig', o Lied des Lamm's, empor! at 11. Ueberwunden, über wunden hat der Herr der Herrlichkeit! Sieh', er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit, und da überwand er weit: und da glänzten seine Wunden, blus teten, Hallelujah! nun nicht mehr auf Golgatha. 12. Hügel um den Todten Gottes, warum zittert ibr, zu flieh'n? Felsen um den Todten Gottes, warum bebet ihr um ihn? warum stürzt ihr donnernd hin? Hüter um den Todten Gottes, warum sant't ihr, als ihr floh't, warum sank't ihr hin, wie tødt? Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 108. Vom Todesthal binauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 300 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er wacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallte froh sein Sieg. 4. Fall't nieder vor ihm in den Staub! Der sich dem Grab' entschwang, er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, fing't ihm Dank. 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht, errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben 8 13. Diesen deinen ersten Zeugen folgten andre Zeugen nach. Konnten deine Boten stieg. 114 Von der Erlösung der Menschen. 6. Heil, Leben und Un- für uns gestorben bist, und sterblichkeit, im Tode Trost siegreich auferstanden! und Ruh, und Hoffnungen der Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufer steh'n, auf Hoffnung in das Grab gefä't, um schöner aufzugeh'n! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben: daß du haft von der Sünde Macht Befreiung an das Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet? 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht; dich stärkt zu jeder Christenpflicht, und ganz zu ihm dich zieht! megre 9. Dann wird dein Grab nicht fürchterlich, du gehst daraus hervor und schwingst verklärt vom Staube dich zur bessern Welt empor. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Denn beines Todes hohen Werth hat er auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. 10. Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand; dich fei're dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand! 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir, mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben; auch meiner Seele Trost zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleih'n und mich zu Gott zu führen. Chrift. Chrift. Meister, 1738-1811. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 109. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aus der Gruft gekommen. Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, hilf, daß ich, frei von Sünden, in Gottes Gnade möge Ruh' für meine Seele finden. Erhalte deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier löster wandle. als dein Er Von der Auferstehung Jesu. 115 6. Dein ist das Reich, dein| daß ich, wann ich einst aufist die Macht, Verstorb'ne zu ersteh' und dich, des Todes erwecken. Du rufft einst, Sieger, seh', vor dir dann und der Gräber Nacht wird nicht erschrecke. uns nicht ewig decken. Denn wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst aufer stehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und Handeln! 110. be 8. Wo du, Herr, bist, soll Leade auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß einst dies Glück mein Erbtheil sein, so werd' ich dein mich ewig freu'n, du Todesüberwinder! Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. POTATISTI Eigene Melodie. Je sus, Die ses weiß ich; soll- te = xnd driat mo bilatdari Joh. Crüger, 1656. meine Zu ver= sicht, lebt, und nicht sich mein ich soll mit ihm le= ben. Herz zufrieden ge= ben. wie das Grab, das f. einst mich deckt, mein zu schwa- ches Herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser,| mir denn grauen? Läffet lebt! Nun erwart' ich mit auch ein Haupt sein Glied, Vertrauen, daß er mich zu welches es nicht nach sich sich erhebt; warum sollte zieht? 8* Von der Erlösung der Menschen. 8.0 Seid getroft und hocherfreut! Jefus fennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Jesus weckt vom Tod euch wieder, wann sein mächtiger Ruferschallt, der durch alle Gräber ballt. Macht. noffind it dir inn9. Bag't nicht vormider 4 Staub bin sich und weiß daher, daß zu Staub ich ein stens werde, dochy ichil bleib' es nichtys denn er weckt mich wieder aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit, beigsihm sei in Ewigkeit.110fmid tori D finstern Kluft! Blic't hinauf in's befred Leben! 1 Dorthin wird euchput ausgo Bern Gruft eures Jesu Macht erheben. Siegreich schau't ihr dann umher, weinet feine Thräne is nism mehr. roms 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für dielinene Welt gebaut und geschickt zum bessern Leben, und in diesem Leib werd'ich Jesum sehen ewiglich. m 191197 10 Aufbann Christen, auf, erhebt euren Geist von dieser Erden, leb't schon hier dem Heiland, leb't ihm, dem ihr soll'tisähnlich werden. 116 3. Ich bin durch des Glaubens Band zuigenau mit ihm verbunden; er, der auch den Tod empfand, hat ihn mächtiggsüberwunden. Ev erstand, und einst erwacht mein Leib auch durch seine 6.Dann werd ich im hellern Licht seine große Lieb' erkennen, und wie freudig werd' ich nicht dann sin meinen Retter nennen! Dank ihm! von der Sterblichteit bin ich ewig dann befreit. 7. Mich, der bier noch seufzt und fleht, wird er berrlich dort erhöhen; irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auferstehen. Zum Verwesen fink' ich ein; einst werd' ich unsterblich sein. Woll't ihr seines Heils deuch freu'n, müßt ihr rein und heilig sein. Luise Beur. von Brandenburg, 1627-1667. as- samite Mel. 110. Jesus meine 3uis versicht 2c.id 111. Giegreich stand mein Heiland auf! Friederuht auf meinem Grabe.som Mir auch geht ein Morgen auf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. nd ng 2. Froh besieg' ich nun Von der Auferstehung Sesu. 117 das Grau'n, das die Todten: beit! sein Leben ist uns bügel decket. Meinen Heiland werd' ich schau'n ben der Vater auferwecket, der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir heller macht. nisl Seligkeit! dum endurs 902., Was kann dich nunmehr erschüttern? Der Sünde Sklaven mögeninzittern vor ibm, der ewig glorreich lebt. Brüder, wir Christen, seines Beibes Glieder, wir freu'n uns, daßuer ewig hebt. Für unsa litti er ben Tod für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. 13. Weblihat wird das Wir, des Auferstand'nen Sterben mit. Jejus fennt undi liebt die Seinen ewig nicht läßt er sie hier kämpfen, dulden, sklagen, weinen. Nein, der Abend beilt herzu; seinst gelangen sie zur Nubiarpsi hind Spötterpd bebt! der 34. Schwingis dich denn, Sieger lebt hier lebt und mein Geist, empor! Lerne stirbt hinfort nicht mehr. nach dem Himmel streben! infß. Unser Herz darf nun Jesus ging den Weg dir vor; nicht wanken; die bangen, Jesus lebt auch du sollst zweifelnden Gedanken besiegt leben, Auferstand'ner, Lebens- des Glaubens Zuversicht. Wie langor weibt mein Herz dir ein Fels im weiten Meere, Lobgefang! snis di' Doeht unerschüttert Jesu Lehre, dnt Reinh. Gottl. Reiber, 1744-1819. und breitet um sich Trost undbiLichtgur was irdisch ist zerfällt die Herrlichkeit der 112.ing Welt mag verschwinden; doch Jhm, dem Todes- Jesum Wort steht immerfort, überwinder, der Menschen Heil, bleibt! Trost und Heil in dem Heil der Sünder sei Ewigkeit. tewig Ehre, ewig daDank! TiGinget ihm mit lautem Schalle, Jihr, nsor Erlöste, sing't ihm talled der ganze Erdkreis fei Gesang Er hat sein Wert vollbracht, besiegt des Todes Diadt, und lebt wieder. Dant' ihm erfreut, o Christennisl nilisd. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. 4. Ja, auch wir, wir wers den bleiben; mag immerhin der Leib zerstäuben; verzehren Moder mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst Gottes Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich sein. In der 118 Von der Erlösung der Menschen. wir hier schon Rube finden! Verwesung Grab dringt dann entsagen allen Sünden, daß sein Ruf hinab; und ich lebe und werde sein mich ewig freu'n. Gott, welche Wonne ist dann mein! m O Christoph Christ. Sturm, 1740-1786. idic 2010 19dell muchid udfodra shillud grdod nord Rückehr Jesu in die Herr lichkeit. Renie 17 ssdad fod he nied goindd Himmelfahrtslieder.d 3. Zieh' uns're Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth und voll Demuth sein und eitle Lust verachten. Jede Sünde lehr' uns meiden und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. 4. Leit' uns zum Heile hier und dort und tröst' uns durch dein göttlich Wort, wenn hier uns Trübsal dränget. Ja, Seligkeit ist nur bei dir, des Lebens kurze Freuden hier sind noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel seh'n und hoffen! 5. Als hier vergossen war dein Blut, bist du, uns Sterbsimlichen zu gut, zum Himmel eingegangen. Schenk' uns des Glaubens Festigkeit und laß' uns nach der Uebungszeit zum ew'gen Heil gelangen. Dafür soll dir von uns Allen Dank erschallen, ewig währen soll die Wonne, dich zu ehren. Ernst Christ. Homburg, 1605-1681. find Mel. 74. Wie leuchtet fundar uns TO dul 0193 der Morgenstern 2c. dus 113. Wie herrlich, Jesu, starker Held, du Retter einer Sünderwelt, hat sich dein Lauf geendet! Du siegtest über Schmerz und Tod, gingst triumphirend hinzu Gott, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden, voller Freuden lebst du droben, über Alles hoch erhoben. unosi 2. Ja, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nutzen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen und Rückkehr Sefu in die Herrlichkeit. 119 Mel. 64. Wie selig bin ich, höhern Lobgesang, wann mich wenn mein Geist 2c. dein Wink verklärt. u unt 114. Der Herr schwingt i Joach. Chrift. Grot, 1783-1801. sich mit Glanz und Prachtunalle sbia zu fernen Welten hin; zum Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. größern Schauplatz seiner Macht ruft nun der Vater ihn. sonu 2. Er, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestät; ihm jauchzt der Engel Lob. 8m3. Verehre ihn auch du mein Geist und bet' ihn dankbar an; der, der den Weg zu Gott dir weist, ging selbst den Weg voran! 115. Ueber aller Himmel un Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler uns'rer Seligkeit! Hinzu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 14. Auch dich will er zunis 2. Deine trauernden Ersich erhöh'n, bleibt ihm bein Herz geweiht; du sollst ihn, dir zur Wonne, seh'n in seiner Herrlichkeit. so Juven 5. Welch' hohes Glück, mir viel mehr werth, als alles Erdenglück! Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. lösten, o Herr, zu stärken und zu tröstentams über sie, von dir, dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Troft erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sah'n deine Freunde. Auch wir empfah'n auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 6. Einst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entfloh'n, und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 3. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Baterland. Herr7. Erlöser, dir sei Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich lich wirst du wiederkommen 120 Von der Erlösung der Menschen. und zu dir alle deine Frommen die Erde, daß sie der Einversammeln in dies Vater land. Geweiht hast du uns Gott und dir, durch deinen Tod. Wo dutebest und Gott mit dir, dasollen wir auch mit dir leben ewiglich. tracht stilles Land poein Sik der Tugend werdeJsi Nach seinem Beispiel sollen wir uns alle bilden alle hier, daß wir zum Vater kommen: 37 Bum Vater bil o wir tennen ihn; um ähnlich ihm zu werdens fölgt Jesu, denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden Sein Gruß wat Friede, sein Gebot nur Lieb und Tugend bis zum Tod war That auch seine Lehre. 9 4. Welch ein Jubel wird es werden, wann wir, befreit von den Beschwerdenpdndich einst erblicken, unsern Herrn! Wann wir uns zu dirers heben, wie wird das Herz vor Freude beben! Dann schau'n wir dich nicht mehr von fern! Dann seh'n wir hocherfreut ganz deine Herr lichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewige feit. og 9d( bislada dsild mis di Balth, Münter, 1735-1793, rodniarradell& in 110 Mel. 229. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 116. Laßt das Vollendungs fest uns heut in beil'gen Freuden feiern! froh schauen über Welt und Zeit und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu sein, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden. schiaffi 4. Wie groß, wie ebel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz erkämpfins er die Vollendung! Die Krone ward ihm darges reicht. Nun wird der Kampf uns Schwachen leicht, der Zus tunft Dunkel schwindetoidtum 5. Er schwang zum Himmel sich hinaufs die Stätt' duns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unser Lauf, zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. so 6. Was seid ihr, Freuden dieser Zeit? Wer kann nach euch noch streben? Wer rub'n 2. Er kam zu uns von im Schooß der Sinnlichkeit? Gott gesandt und heiligte dem Laster sich ergeben? Die Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit. 121 Zeit ist turz, und steil die durch das Grab, um ewig Bahn; auf Christen, strebt zum Ziel hinan und eilet, zu vollendend! Isiqlis manis] 7. Ein Himmel wird schon unfren Welt, wenn wir ein ander a lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällts treu unsre Kräfte üben. Dann führ'dan'sis Grab uns die Natur aus einem Himmel geb'n wird nur in seinen schönern Himmel. mopu du 9130h. Christ. Wagner, 1797-1828. Jads sin dong sizl Mel. 27, Allmächtiger, wird bild fingen dir 20. dod 117. Vollendet freudig euern Lauf; bleibt, Christen, Gott ergebendi Ginst sweckt der Sohn die Todten auf und rufet sie zum Leben. Geh't muthig seinen Pfad einher; er fuhr zum Himmel, einst wird er in Herrlichkeit er scheinen. mu 5119250 HA 2. Er kommt und führet euch an's Licht, doch nicht, daß er euch richte. Getrost seid ihr und zaget nicht vor seinem Angesichte. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, 7. Wer eines der Geder soll in sein Gericht nicht kommen. Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt verachtet und für Thorheit hält, gerecht und ewig selig. d4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, willdy Jesus offenbaren.Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfaren. welch ein Rubmand densifiesi gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind gezählt, belohnt zu werden. i5. Wer Leidenschaften überwand. um seines Gottes Willen, obgleich die Welt ihm widerstand, doch standhaft zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich der Spott der Welt ihn traf, den wird sein Gott als Ueberwinder krönen. 6. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörted wer wider aller Lüste Reiz auf seinen Gott nur hörte; wer strebte, mäßig, feusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, der wird dann Gottes Erbe.Indir. ringsten sich erbarmet; was das ihn drückte, ihm tragen half, und brüderlich die Leidenden 3. Der Fromme dringet 122 Von der Erlösung der Menschen. bar, an welchem du erscheinest. erquickte, den sieht der Völker-| macht jener Tag uns offenrichter an, als hätt' er solches ihm gethan, vergilt's ihm über schwänglich. 3. Da, wann vor dir die Erde bebt, und unter deinen 8. So glaubet denn und Füßen sich alles, was dir übet nur was Gott gefällt, widerstrebt, wird völlig beugen ihr Brüder! denn, der für müssen; wann alle Engel uns zum Himmel fuhr, kommt vor dir steh'n: da wird auch zum Gerichte wieder. Wohl jedes Auge seh'n, wie hoch euch alsdann dann führt er euch, euch zu belohnen, in sein Reich, zu seines Himmels Wonne. dich Gott erhoben. 119 dn 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß, die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis fich Enis aus dem Grab erheben; und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bist, noch ferner leugnen können? 516 Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Wiederkunft Jesu. sid 90 bismod tisipar to Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 118. Er kommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O, weigert euch, Erlöste, nicht, jetzt auf sein Wort zu hören! Wer hier nicht seine Stimme hört und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch, was uns hier verborgen war, 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, mit heil'gem Ernst, zur Rechenschaft für ihre Schulb wirst ziehen? Wie muß den Epöttern, die dich schau'n, dann vor dem Strafgerichte grau'n, wie werden sie verstummen! 6. Und wenn du die Getreuen nun mit Preis und Ehre zierest, sie, ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem Himmel führest, wie völlig wird's dann offenbar, daß es des Vaters Rathschluß war, durch dich sie zu beglücken. Wiederkunft Besu. 123 7. Gib, daß ich einst, Herr 3. Nicht blos Thaten gehen Jesu Christ, mit Freuden vor dort dem verdienten Lohn dir stehe, und dir, der mein entgegen; jeden Wunsch und Erlöser ist, getroft entgegen jedes Wort wird der ernste sehe. Wann deiner Feinde Richter wägen; alles, was Rotte zagt, von Reu' und verborgen war, ist vor ihm Angst und Furcht geplagt, dann offenbar. sei rubig meine Seele. do 8. Daß ich dies Glück erlangen mag, laß hier, in diesem Leben, o Heiland deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben! Gemahnt durch ihn, mich dir zu weih'n, soll meines Her zens Freude sein, mir ewig Heil verbürgen. 4. Auch die Sünder werden dann zitternd ihren Herrn ihn nennen; doch der Richter spricht: ich kann euch jetzt nicht mehr anerkennen! Weichet nur, ihr könnt' nicht mein, nicht des Himmels Erben fein!" 5. Aber in des Vaters Reich, um zu leuchten, wie die Sonne, geht der Fromme, geht sogleich vom Gericht' Mel. 110. Jesus, meine Zu- zur Freud' und Wonne, hört ud zc. versicht 3 entzückt den Zuruf an: angin 3oh. Sam. Dietrich, 1721-1797. mun 119. Den nach seiner Niedkomm', Gesegneter, heran!" rigkeit alles Himmel aufge- 6. Richtet eure Brüder nommen, Jesus wird, voll nicht, ob sie fallen oder stehen; Herrlichkeit, einst als Richter sonst wird dort ein streng wieder kommen; ihm, der Gericht wieder über euch erhier sein Wert vollbracht, gehen!" Unvergeßlich sei doch gibt der Vater diese Macht. mir, Jesu, dieses Wort von dir! 2. Zahllos wie der Sand am Meer', sammeln dann 7. Ein Geringes soll mir's sich Millionen. Alle steht sein, wenn ein Sterblicher und kennet er, Allen kommt mich richtet! O gefiel ich sein Tag zu lohnen; Alles schweiget, er nur spricht: Jeder fühlt: Gott hält Gericht. Gott allein, der zur Treue mich verpflichtet! Was ist Beifall dieser Welt, wenn mein Leben Gott mißfällt? 124 a6nVon der Erlösung der Menschen. 8. Laß mich stets gewissen-| Gericht über mich das Urs baft unbefleckt in Frieden theil fällest, dort mich in ein wandeln, eingedent der Rechenschaft, fromm auch im Ver borg'nen, bandeln, nied mich eines Unrechts freu'n, selbst die kleinste Sünde scheu'n.og 9.1 Der dun schonendim beffres Licht, unbefleckt, mit Freuden stellest, Mittler, dir sei Herrlichkeit, Preis und Dant in Ewigkeit! mis tob dnis de with. Lobert, 17571823) sgarg ndldögnus and resil sid bun dru nisi loddunft sp 19dsiat sida asd 1990 sinist bid bud dag sisend Ewigkeit, du Donnerwort 2d on 19 nusb) son 120.1- et. Mind Bout dus dirsat gros 11de 191130h. Schöp, 1649.190 04- b traspad sing pa o limunol Ismmi sod 1 ErhöhterbiSerasu, Gotlagtes Sohn! dersl sig forst du wirst der einstzubreche tenjö Beityd tint # 1914/ 1978 119 night 1159 and 19ngust 1944 HU du schon längst der Him- melThron als Herrescher eingear großer Kraft und Herrelich- keit, vont Himmel wie ders nom= men, Gib, kommen. Daß dann froh und mitBertrau'n, dich, € IST $ 0 2. Wer faßt, o Heiland, wann du auf lichten Wolken jetzt die Pracht, die deinen einst, mit deiner Engel Heer Tag einst herrlich macht? Wie erscheinst, die, Herr, vor dir groß wirst du dich zeigen, I sich beugen! Dann sehen wir Herr, auch meine Augen schau'n!-1950 Hu2 hitse Christus als Haupt seiner Gemeinde. 125 auf Gottes Thron, in Majestät,| ns5iD, gib, wann dieser Tag des Höchsten Sohn. lisdi tin3. Dannutönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachts voller ikraft, binab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das unzählbare, große Heer der Todten wieder geben. Sie geh'n durch dich, Herr, neu beseelt, vom Grab' hervor und keiner fehlt. erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden: vorbird steh' und mit bir in den Himmel geh', ganz frei von Schuld und Sünde. Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheu'n. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um Jedem den bestimmten Lohn, nach seiner! That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheiß'ne Leben. Wer leugnet dann Herrlichkeit. noch, Jesu Christ, daß duid chrial Sam. urber, 1715-1776. der Erde Richter bist? Jistablar din 198 078 6. Dein Name sei mir ewig werth, und, was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geift, dich, den schon jetzt der Himmel preist, faus aller Kraft zu lieben: so hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner TERET Didn'ups to Chriſtus als Haupt seiner Gemeinde. 121. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott 20.7 Dr. Martin Luther, 1529. fee Wenn Christus seine Kirche schützt, so Er, der zur Rech- ten Gottes fißt, hat 126 Von der Erlösung der Menschen. mag die Höl- le wüt= then! Macht, ihr zu ge= bie= ten. nah; was er ge- beut, steht da. Er schüßt, zu seinem 3 ft 0157 770 Ruhm, mit Macht das Christenthum; mag doch die Höl- le # 3310 wü= then! Er ist mit Hül- fe 2. Und wenn auch Mächt'ge auf dem Thron sich wider di ihn empören, und den Gesalbten, Gottes Sohn, den Herrn der Welt, nicht ehren, und schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; ist selbst sein Kreuz ihr Spott: nur Staub sind sie vor Gott, wie sehr sie sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widersteh'n, wir halten fest am Glauben! Gelobt sei Jesus Christ. auddle Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Der mislirin) msnisd 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertrau't, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bes decken. Der Herr, Herr, unser Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod'; wer will uns denn erschrecken? Chrift. Fürcht. Gellert, 1715-1769. 127 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Rub' in deiner Gnade finden! Mach' unsers Glaubens uns gewiß, vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach 2. Dein Reich ist nicht deinem Willen, und lehre, von dieser Welt, kein Werk täglich fertiger, uns | dein von Menschenkindern; drum Gesetz erfüllen! Uns dir konnt' auch keine Macht der gehorsam, zu erneu'n und Welt, Herr, seinen Fortgang deiner Huld uns dann zu hindern. Dir können deine freu'n, jei unser Heil auf Hasser nie dein Erbe rauben; Erden! selbst durch sie wird es vergrößert werden. 7. So wird dein Volk dir unterthan und lernt die Sünde 3. Weit woll'st du deine meiden, und du führst es auf Herrschaft noch in deiner eb'ner Bahn zu deines Reiches Welt verbreiten, und unter Freuden. Und herrlich wird deinem sanften Joch die in dieser Zeit, noch herrlicher Völker alle leiten! Vom in Ewigkeit, dein großer Aufgang bis zum Niedergang Name werden! bring' alle Welt dir Lobgesang und glaub' an deinen Namen. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen; der Tag ist nah', deß freu'n sie sich, wo du wirst wieder kommen. Den Sün dern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. Christus als Haupt seiner Gemeinde. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 122. Die Feinde deines Kreuzes droh'n dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, bes schüßzest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich, vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder seh'n, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie, mit uns gen Himmel schau'n, und unerschüttert im Vertrau'n, auf deine Zukunft warten! 9. Ja, komm', o Jesu, komme bald zu deinem Volke wieder; befrei', durch deines 128 Von der Erlösung der Menschen. Arm's Gewalt, uns, deines Ewigkeit zur Ewigkeit wird's Reiches Glieder! Dein Him- unser Erbtheil bleiben. melreich ist uns bereit; von Balth. Münter, 1785-1793. saugodni status ia laid$ 109 Blog tomorodsl id om hun 04 din sdi asis nob 123.1 Mel. Nun lob', mein Seel', den Herren 2c. on bn sdn Gith my T1 strophy wil d 1540. f E Lista T Gott ist chan rst wenn wir ein Schutz in um Hül fe Laßt ih= MB be re stürzen sie doch nie; E unds of du sim seiner Kirche Zu- ver- sicht; Mag ihr ent- ge- gen sagt er seine Hülf' ihr nicht. und dziel ho= ben, und er malin Sund und then 10000 = THE Tämpfen die Macht der Fin- ster- niß; Haf ser = Geist läßt sich nicht dämpfen, die Kirche fiegt ge= $ 3 wiß. ten, vers swit din bin der to= ben! fte Gott hat die Kirch' er beschir- met fie. Christus als Haupt seiner Gemeinde. 129 4. Sie hat schon viele Sünder, wiewohl bedrängt durch Macht und Spott, zu dir bekehrt; viel Kinder zum Himmel dir geboren, Gott! 62. Sie ist ein Fels im Meerenses stürme wilder Wogen Fluth; bald bricht zu Gottes Ehre an diesem Felsen ihre Wuth. Ob auch schon oft auf verhüllt, verhüllt, ihrerden, in Nacht Noch spotten ihrer viele, ste ihr Licht schien aus, gelöscht zu werden, verlosch es dennoch nicht. Es strahlt aus allen Nächten nur mächtiger hervor, weil er, zu Gottes Rechten, zum Tempel sie erfor. 3. Gott ist in ihren Gott ift Mauern und sie, erbaut auf Golgatha, isdie Stadt des Herrn, wird dauern, wie der, den sie dort bluten sah. Die Erde wird vergehen, der Himmel nicht besteh'n, die Kirche wird es sehen und nicht mit ihm vergeh'n. Daß sie ganz Herrlich werde, wird ihr zur Seligkeit der Himmel und die Erde verjünget und er mit neut. aber achtet's nicht; sie schauet dort am Ziele die Kron' und das Gericht. Schmäh't immer, schmäb't, ihr Epötter! denn furchtbar ist sie noch. Der Herr ist ihr Erretter, fie triumphiret doch. 5. Froblocke, Kirche, finge, erhebe deines Königs Ruhm! Breit aus sein Reich und bringe der Sünder viel' in's Heiligthum, daß sie gereinigt werden, daß sie, von dir er hellt, ihm dienen und auf Erden gern thun, was ihm gefällt; bis alle deine Scheuern der Garben voll und wir der Ernte Fest zu feiern, vereinigt sind in dir. ▸ Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. sif Imsd 01 124. Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit 2c. fe For 1529. - Herr, un ser Hort, dein göttlich Wort blieb Wir sahen nicht der Gna de Licht, bis = 9 130 Von der Erlösung der Menschen. . lan= ge Zeit ver= bor= gen! der Erleuch- tung Mor- gen la nied du neu wie der kam, dann 300 $. erst vernahm dein Volk das Wort der Wahr- heit. Die Nacht entwich, du zeig- test dich der Welt in Himmels01-30 topilied miatdan atto sid den uns2018 rührt, von dir geführt, in Geisteseinheit werde! oad or 2. Vergebung, Heil, am Himmel Theil gibt, Herr, allein der Glaube. Er führt zu dir, sonst würden wir dem Fluch und Tod zum Raube. Er zieht das Herz auch himmelwärts und füllt's mit heil'gen Trieben; er lehret 4. Laß, Heiland, uns von Herzen dir für diesen Segen danken! Entzieh' uns nicht der Wahrheit Licht, laß uns nicht ferner wanten von einem Sinn zum andern hin; gib mich, vor Allem dich und Hoffnung, Glauben, Liebe, und meinen Nächsten lieben. ein Herz, das treu christlich frei, sich stets im Guten übe! 3. Von nah' und fern dankt dir, dem Herrn, dein Volk für diese Lehren. Doch viele sind auch stolz und blind und wollen sie nicht hören. Zertrümm're doch des Irrthums Joch, daß Alles Eine Heerde, durch dich ge5. Wir können's nicht, die Kraft gebricht, uns stärkt nur deine Gnade. Doch wissen wir, vertrau'n wir dir, daß uns kein Unfall schade. Bestürmen gleich dein KönigFlarheit. Bomid onda bamisd nd not finis 3 Christus als Haupt seiner Gemeinde. reich der Feinde große Heere; wirst, mag's immer sein! Der Sieg Bleibt dein und dein bleibt auch die Ehre. slut fost 20 6. Vergebens ist der Feinde List, des Spottes Hohngelächter. Der Spott vergeht, dein Reich besteht, und Schmach trifft die Verächter. Doch bitten wir, o Herr, von dir, zum Haufen deiner Zeugen bekehr' auch sie; laß jedes Knie fich deinem Zepter beugen! 7. Auf Felsengrund steht Gottes Bund, sein heiliges Versprechen: Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, soll doch mein Bund nicht brechen." Empören sich gleich wider dich der Völker große Schaaren; du kannst und shis 125. 11 131. o Friedensfürst, die Kirche doch bewahren. 8. Dein Schirm verleiht ihr Sicherheit. Du haft, als du gestorben, zum Eigenthum, zum ew'gen Ruhm sie theuer dir erworben. Sie bleibt in dir und du in ihr; nichts kann sie dir entreißen; was ihr Gebet von dir erfleht, gibst du, wie du verheißen. 9. Dir traut, o Gott, in jeder Noth die Kirche deines Sohnes. Noch harret sie in Kampf und Müh', o Jesu, deines Lohnes. Doch wird sie einst, wann du erscheinst, zum letzten deiner Siege, fich freu'n mit dir, daß ewig ihr der Feind zu Füßen liege. Nach Luther von 3. A. Schlegel, 1721-1798. do ang nuk nd chu Wirkung Christi auf seine Gemeinde durch das Lehr- und Predigtamt. Mel. Vater unser, im Himmelreich 2c. Kein Lehrer ist dir, Je su, = 1539. gleich. An 9* 132 Von der Erlösung der Menschen. Weisheit und an Lie be reich bist du, sowohl durch Ele is ning DON BERNARD 78910 Wort, als That, der schwachen Menschen sich- rer Rath. Es JITH AND pd.thedad freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und f Lo- bet ou nsdisor 897 010 im not is2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig würden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat, und machtest auch durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand find uns ein göttlich Unterpfand, was man A do 15 101537 Istundnapi nod bi gad dich.fradse nislin rid tün giat ni fnistsd bir aid aus deinem Mund gehört sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer selbst voran; gib, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst, durch treuer Lehrer Mund, noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Bes Derhalten gegen Jesum. noU gleite stets mit deiner Kraft geglaubt; wer ist, der ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dies Wort verheißt, noch immer beinen guten Geist, der Licht und Kraft zum Glauben gibt, wenn man die 92. Mein Leben ist ein kurzer Streit und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum reichen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild, werd ich 190 lucht und liebt. bedeckt; was kann mir denn 8. Mein Heiland, fieh, mun schaden? 19 ist ich fleh' zu dir, den Geist der Wahrheit send' auch mir, daß ich, von Eigendünkel frei, nur dir allein gehorsam sei, bis mich dereinst in Ewigteit ein hell'res Licht bei dir erfreut. aiddin ist xist, sponat siff trabe Joh. Jac. Rambach, 1693-1735. 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden; in jener Welt mein Eigenthum, was kann mir Größ'res werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu, du schaffst mir nach dem Streite Rub' und reichst mir meine Krone. In to nod to asid un od 8 sidel@d go od tod dmu Verhalten gegen Jesum. Glaube an Jesum. 0212 TOD sobil tuo di and 133 mir mein Eibtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 99159 girlis wen 126. Ich weiß, an mein Glaub' sich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier 4: Herrari lente meines Geistes Blick von diesem WeltSeele Glück, auf Ewigkeit getümmel auf dich, auf meiner und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene bess're Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungs 134 Von der Erlösung der Menschen. tag erscheint, dann werd' ich's| Herrn mit dem Munde Jesum froh empfinden.com. mehren; aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil, dort seb' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort dringt mein Geist stets weiter. In dein Bild werd' ich dort verklärt, und dann erst fühl' ich meinen Werth, den ich hier nicht erkannte. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer will von dir mich scheiden? Du zeich nest mich in deine Hand, ich bin, Herr, dir, du mir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. sup spist. 909 165 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde fie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 127. Ferne sei der Irrthum, fern, daß auch diese Christen wären, welche zwar als ihren 303 mis 2. Ferne von uns sei der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, und mit Stolz des Herrn Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! thic sald, as 3. Schände nie, wer Jesum nennt, Jesum durch sein Thun und Leben! Wer den Göttlichen bekennt, müsse fich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 4. Gott, erleuchte meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich blos mit Worten preift, mir auch meinen Eifer raube, wahrhaft christlich gut zu sein, jedes Unrecht stets zu scheu'n. 5. Was wir säen, ernten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich sä'te hier für das fünft'ge, beff're Leben. Laß mich reichlich Samen streu'n und mich dort der Ernte freu'n! Herm. Chrift. Gottf. Demme, 1760-1822 Verhalten gegen Jesum. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. 128. Was hilft es mir, Was hilft es mir, ein Chrift zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, mich nicht getreu beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke, preise? innen 2. Was hilft der Glaube, wenn er nicht sich auch in Früchten zeiget; wenn ihm mein Herz noch widerspricht und sich zum Bösen neiget? Wenn mich die Eitelkeit der Welt in ihrem Netz gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe; geblendet von der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslüste, Geiz, in Werk' und Thaten übe? Visit own 135 Ermunterung auch mir, damit ich darnach handle? 4. Wenn Gram an meiner Seele nagt, der bittre Sold der Sünden; wenn mein Gewissen mich verklagt, wo soll ich Ruhe finden? Wer beut mir Trost in meiner Noth, wenn mich der schaudervolle Ted mit seinen Qualen schrecket; wenn brechen will das bange Herz und nur der Neue tiefer Schmerz noch mein Bewußtsein wecket? 3. Ach, weit mehr Schuld belastet dann mich, der ich Christum kenne und sein Verdienst nicht leugnen kann, ihn Herrn und Heiland nenne, als den, der noch in Finsterniß und Irrthum strauchelt, ungewiß, ob er auch richtig wandle 1 Ließ Jesus denn sein Vorbild hier nicht zur 1sd193 5. Web' mir, was hilft es mir einst dort, erwacht aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe; wenn keine gute fromme That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu bewähren? Nur Glaube schaffet Seligfeit; doch muß er sich durch Freudigkeit in frommer That verklären. 6. Gott, deiner Gnade werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe, daß ich gerecht und fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib mir Er fenntniß, Kraft und Muth, und laß mich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinden; dann werd' ich nach dem Kampf der Zeit den Lohn in jener 136 Von der Erlösung der Menschen. Ewigkeit, für meine Treue Christenthum, das ist des finden. Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in dem, der in der Liebe bleibet, in ihr, die uns ihm angenehm und fromm zu werden treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 769.50€ Ch. F. Gellert, 1715-1769. wij bin 100 Mel. 81. Valet will ich dir 2C. viunia Nach Weisse von G. F. W. Schulz, 1774-1842. and Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 129. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der lüget. In solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, 19mm nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, soll sich in Werken zeigen. Je höher die Erkenntniß steigt, muß auch die Liebe steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum frei von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beispiel, als ein Christ, und wird so rein, als er es ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein immer thätig and sid nadsiz mit 130. Sch weiß, an wen ich glaube; denn ich vertraute Gott! Dies theure Kleinod raube mir keines Läſstrers Spott. Es gibt mir Trost im Leiden, Vergebung im Gericht, ein Paradies voll Freuden, wann Herz und Auge bricht. 2. Ich weiß, an wen ich glaube; mein Heiland übers läßt nicht meinen Leib dem Staube, das weiß und hoff' ich fest. Er wird auch ihn verklären, und, wann der Sünder bebt, dann wein' ich Freudenzähren; denn mein Erlöser lebt. 3. Ich weiß, an wen ich glaube; mein Glaube täuscht mich nicht. Otheurer, hoher Glaube, verlaß mich Schwachen nicht, damit ich heilig werde Verhalten gegen Besum.6 naf 137 und von der Sünde frei, Staube, schufest du der Seelen schon fröhlich auf der Erde, dort ewig selig fei! 3 odsilk sd m d Unbet. Verfaffer. di u sidd di asdist ug mmast dns ROOTS sid ft 100 Glück. Zweifelsucht und Aber glaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar; und wer dir asdiyi dusunur folgsam war, sah sein wer bebt vor Freude nicht? Heil in voller Klarheit. D, Dankbarkeit und Verehrung. lid om Uns, auch uns umglänzt dein Licht. isgil as to 131. Mit des Herzens rein sten Trieben, bis das Aug' im Tode bricht, Welterlöser, dich zu lieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, kamst du aus des Himmels Reich, wurdest schwachen Menschen gleich, hast mit Noth und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner 5. Selbst der Sünder darf Liebe Dant. 54. Nun muß alle Furcht verschwinden vor dem großen Weltenherrn. Freudig seh'n wir und empfinden: er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe, predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß fie uns im Lieben übe. Menschen. freund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. nisu dung nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du selbst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frömmern Leben reize. Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 6. Heil uns, wenn wir treu dir dienen! Wonne strömt durch unsern Geist. Noch ist Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott nicht singen 2c. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eiteln hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos; und doch dein Verdienst so groß! 30d 3. Mächtig, selbst im tiefsten 138 Von der Erlösung der Menschen. es uns nicht erschienen, was sei dir geweiht! Herr, durch die Zukunft uns verheißt. dich ist Heil gekommen, in Dich hat Gott uns selbst gegeben: o, zu welcher Herrlichkeit wird er, nach durch kämpfter Zeit, uns, dein treues Volt, erheben! Herr, durch diesen Hoffnungsstrahl wird uns hell das Todesthal. dus das Land der Sterblichkeit. Wer, gleich dir, durch's Leben gehet, schmeckt schon hier des Himmels Lust; Friede wohnt in seiner Brust. Wird er einst zu Gott erhöhet, dann mischt sich der Liebe Dant in der Engel Preisgesang. Joh. With. Reche, 1763-1835. 1983 7. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank dass anism and disid Te stads] 132. -b2 150#miron Hal me OTHAT Eigene Melodie. ISSN 0 Joh. Crüger, 1656. ndi Je su, meine Freude! bester Trost im Deine Lieb' und Treu e macht, daß ich mich ron Lei= de, meines Her- zens Theil! freu C e deiner, Herr, mein Heil. Tand Dat to drove Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann 4 ich auf Erden nie zufrieden werden. 2. Unter deinem Schirme| Felsen splittern! Laßt den können feine Stürme für mich schreckend sein. Laßt auch Erdkreis zittern! dennoch bleib ich dein. Wenn auch Noth sid sch Verhalten gegen Besum.mal 139 mir furchtbar droht; nichts| Neid, flieht! durch euch wird zerstört der Seele Frieden, dem Gewissen seine Ruh' den mir du beschieden. sentrissen. centrissen. 100 ing 3. Nicht des Grabes Höhle 7. Weichet, Sorg' und ängstet meine Seele, ruhig Zagen! schweiget, bange Klableibet sie. Mag der Tod gen! Jesus ist ja mein. sich nahen, mich das Grab umfahen: Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht; denn ich soll beim Auferstehen meinen Mittler sehen. Jedem, der ihn liebet, muß, was jetzt betrübet, einst noch Freude sein. Quält mein Herz auch bittrer Schmerz, selbst im allerbängsten Leide, bleibst du meine Freude. Joh. Frank, 1618-1677. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? der Feinde Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Höchsten Macht; er wird, wenn auch Feinde haffen, niemals mich verlassen. Bei Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. Singt, Menschen, 133. ihm den Lobgesang, bring't, Christen, ihm mit Freuden Dank, preis't ihn, den Herrn des Lebens! Von Gottes Thron kam er herab, der euch das bess're Leben gab. Die Freud' ist nicht vergebens. 2. O, welche segensvolle Nacht; sie hat der Welt das Licht gebracht. Das Licht des höhern Lebens, der Wahrheit und Gerechtigkeit, erhellt des Irrthums finst're Zeit. Die Freud' ist nicht vergebens. 5. Locket, Gold und Wür den! Oft seid ihr nur Bürden der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der sein Wort mir hält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich't, ihr Eitelkeiten, die zum Bösen leiten! Thoren täuschet ihr. Sünden, eure Freuden will ich ewig meiden; fliehet fern von mir. Ueppig keit, Stolz, Schmähsucht, 3. Der Völker Sehnsucht ist gestillt. Der reichste Strom von Segen quillt aus diesem Quell des Lebens. Er strömt 140 Von der Erlösung der Menschen. nicht blos für diese Zeit, sie aufgestellt des göttlich er strömet für die Ewigkeit. schönen Lebens. do Gegründet Die Freud' ist nicht verge ist der Tugend Reich auf bens. ew'gem Grunde. Freuet euch! Die Freud' ist nicht vergebens. di monist- 150 4. Erhöhet hat nun Jesus Christ, der selbst auch Mensch geworden ist, den Werth des 6. Gelobt feist du! Wir Menschenleben. O, welches Glück, ein Mensch zu sein, und seiner Würde sich zu freu'n! Die Freud' ist nicht vergebens. dnu 5. Das Bild der Gottheit sah die Welt, ein Muster ſah folgen dir. Mit neuem Muthe ringen wir zum Ziel des eblern Lebens. So tönt dir unser Lobgefang, so fließt der dnsgu Freudenthränen& Dank dir, Jesu, nicht vergebens. di disa mod Th. Gottl. Hippel, 1741-1796. di mon durin soliste 1804. noin dadelsp 19 ind 8m 107 134, donna stil ist di e bt ndan. r.30 Ind. Je- sum ewig zu ver- eh- ren, ist mir süße," fei=- ne weisheits- vol- len Lehren ge= ben mei- nem HIDRI 11911910 f email von dedis à Sieh, hie bin ich, Ehrenkönig 2c. heil'- ge Pflicht; und zu je dem guten Wer- te Geiste Licht, H gibt sein Beispiel Kraft und Stär- ke. 2. Sollt' ich ihn nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nenn't den Edlen, nenn't den Weisen, SIC der, wie er, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte! gropag and Derhalten gegen Sesum. Dank. 5905 2. O, betet an den Vater, der seinen Sohn uns gab! Mit ihm kam Fried' und Segen auf uns're Welt berab. 3. Der mit liebevollem mit Freuden und tiefgefühltem Herzen hohen, festen Muth verband, der, selbst bei des Todes Schmerzen, Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten. 54. Der auf Erden hat gewandelt, wie die Gottheit tadellos, immer edel hat gehandelt, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hat gegeben. 3. Er kam, uns ein Erlöser, um Retter uns zu sein, uns von den Sklavenbanden des Irrthums zu befrei'n; 4. Durch Wahrheit uns zur Tugend, und, auf der Tugend Bahn, zur wahren Geisteswürde zu leiten himmelan. 5. Für uns hat er gelebet, und hat in dieser Welt das Muster reiner Güte vollendet dargestellt. 6. Dem göttlichen Gesetze hat er genug gethan, zur steilsten Tugendhöhe stieg er mit Muth hinan. 5. Gern, weil' ich an dei nem Bilde, o erhab'ner Menschenfreund, wo, mit so viel sanfter Milde, Tugendwürde sich vereint, und zu jedem guten Werke schöpfe ich hier Muth und Stärke.. Di. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, ist mir süße, heil'ge Pflicht, dich den liebevollen Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht. Aehnlich, Jesu, dir zu werden, ist mein höchstes Biel auf Erden. Herm. Christ. Gottf. Demme, 1760-1822. m el. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 135. Gelobt sei unser Mittler, mit frommem Lobgefang! Wir denken sein 141 7. Mit Gott ergebnem Herzen ertrug er Schmach und Noth, ertrug er alle Leiden und selbst den Kreuzestod. 8. Die Gottheit hat auf Erden sich offenbart, uns ist das Muster reiner Güte er= schienen, Jesus Chrift. 9. Blick't nur mit wahrem Glauben im Geist auf Jefum hin, und stärket euch zum Guten, veredelt Herz und Sinn! 142 Von der Erlösung der Menschen. 10. Dank dir, der Menschen wird uns der reichste Segen Vater, du gabst mir Zuver- in jener Ewigkeit. sicht zu deinem Vaterherzen, und unserm Geiste Licht! 11. Wir seh'n das Ziel im Glauben, und kämpfen für das Gut, das Jesus hat errungen, gestärkt mit neuem Muth. 13. Heil uns, wir sind unsterblich! Durch Jesum hoffen wir ein höh'res, beff'res Leben. Dank sei, o Vater, dir! ind 12. Und müßten wir auch dulden; für Leiden dieser Zeit Um 360 I bad 136. f 14. Gelobt sei unser Mittler mit frommem Lobgesang! wir denken sein mit Freuden und tiefgefühltem Dank! Herm, Christ. Gottf. Demme, 1760-1822. CH malig admit this bid 10 Liebe und Treue gegen ihn. u oid bin a gro)# 2 Eigene Melodie.dogmid ober: Mel. 91. Begleite mich sc. na= 1501 ich in deiner Lie= be Trost, mein Licht, mein Heil bist geff' ich mei ne Lei bi do S = = Wiewohl ist mir, o Freund der See len, wenn Ich trau- re nicht, was kann mich quä- len? Mein ruh'! du. Samed mid 0 1785.TI. QUEEN Bei dir verden; denn, o wie Verhalten gegen Jesum. 143 19/1307910 190 vie- le hohe Freu- den ge- nieß' ich nicht, verdeint mit dir! Hier ist mein Him- mel schon auf f asdor Erden; wie könnt' ich je- mals muth- los werden? Bist du doch über- all mit mir. 2. Hab' ich, Erlöser, dich| Licht. Nur Sünder zittern zum Freunde, was fehlt mir vor dem Grabe; ich, der ich dann? Du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost, ich trau' auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht rettungslos verzagen; ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkeln Nächten strahlt dein dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen; bald werd' ich ewig selig sein. 4. Gelobet seist du, Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Du liebest mich, was kann mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Bea schwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Weg, Welt, mit deinen Schmeicheleien! Du hast nichts 144 Von der Erlösung der Menschen. mehr, mich zu erfreuen. Mein| ewig nicht; du stärkest mich Freund ist mein und ich bin von oben. Auf dich fleht fein Nach Wolfgang Deßler, 1660-1722. di dod ys thin bi Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 137. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das vedlich spricht: nur Einem will ich leben. Nur du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. Honism ibig onsd 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und meinen Glauben rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: du läsfest dir nicht nehmen, die deiner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesum, laß ich 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Mit Dankbarkeit will allezeit ich deines Leidens Segen und deine Huld erwägen. 4. Dich, Jesum, laß ich meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich balt' an dir; du bist bei mir. Wenn mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dich, Gottes größte Gabe! Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Es foll Fein Gold, das mir als Solb, die Welt auch mag versprechen, je meine Treue brechen. je meine Treue brechen. 26. Dichr Jefum, aß ich ewig nicht; von dir soll nichts mich scheiden. Dem Chriften ist es füße Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Denn all' mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden und Ruh' ist dann vorhanden. dnot ist dog, stig 7. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glauben wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin fein; er ist mein Schub, mein Tröster, und ich bin ſein Erlöster. Ehrenfrieb liebich, 1718-1780. in findino ch 138. oriong insot tissu Verhalten gegen Jesum. nou prots Eigene Melodie.i nism f 2 Mei- nen Je sum laß ich nicht, er hat sich für = 31-01350 dia Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu tu Er ist meines Lebens Licht; mei- nen Je- sum I S laß ich nicht. And 145 172 1700m 5 mich gegeben. For dert es nicht Dank und His 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. Nun erschreckt mich kein Gericht; denn ich lasse Jesum nicht. 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich fest an seiner Liebe, traue dem, was Hurto 1668. -20 le= ben? er verspricht, und so laß ich Jesum nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm, bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. meine Zuversicht; Jesum laß ich nicht. Er ist meinen 5. Wann mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labfal mehr erfrischt, alle Sinne 10 Von der Erlösung der Menschen. 146 mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 7. Nichts auf diesem Erdtreis ist's, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Jesum seinen Dort auch laß ich nie, hange stets an nie die Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; zagen. rsd dust, ub meinen Jesum laß ich nicht. out, 8. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergess't, ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: mei nen Jesum laß ich nicht. Chrift. Reimann, 1607-1662. ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle müden, und sein Bild, fanft und mild, gibt dem Geiste Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen. Er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir denn grämen 2c. 139. Meines Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat tein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blidt, wenn seiner Brüder Einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. siff dut 4.23 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns id und stegen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr, immerdar sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durch's Leben Mel. 152. Warum sollt' ich mich wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Sam. Gottl. Bürbe, 1753-1831. Verhalten gegen Jesum. nal il tussead disgradop ards in and diseasd 140. söd Eigene Melodie..! f ť hist Wer had to Ho ft. 2 S ist gut wie du, Stif ter wahrer Ruh'? C Dost derver= lor nen Sün= = Je su, Freund der Menschen in der, Net= ter = 12. Herr der Herrlichkeit! zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Beschwerden uns'rer Niedrigkeit liebevoll bereit. 3011 147 ruh fließt von dir uns zu.2- dime 3. Du hast Schmerz und Noth, selbst den Kreuzestod, bon der Sünde schweren Banden uns zu lösen, aus gestanden; hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. Abird Ab. Drese, um 1630. 4. Deine Majestät, König und Prophet, will ich demuths voll verehren und auf deine Stimme hören, denn dein der; Licht und Seelen16 bi olut nim Reich besteht, wann die Welt vergeht. 1151 5. Zeuch zu dir mein Herz; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken; und wann Noth und Furcht mich kränken, o, so gib im Schmerz, Muth und Trost in's Herz! 5. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmuth übe und, wie du, die Demuth liebe; Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 7. Neiget sich mein Sinn zu dem Eiteln hin, o, dann 10* 148 Von der Erlösung der Menschen. watne meine Seele, daß fie und der Bösen Macht meine nicht ihr Ziel verfehle! Lente bange Seele schreden, müſſe meinen Sinn auf das Ew'ge mich dein Schildbedecken. hin 1st bi liat mus Hab' in solcher Nacht hüldreich auf mich Acht. nsstilse dn1.do Cinen edlen Muth jedes Erdengut, Alles, felbst mein zeitlich Leben, dir zu Liebe hinzugeben, diesen Heldenmuth gib mir, höchstes Gut inst dni Gellum Sterben geh'n, laß auf sich mich seh'n und auf deine Lieb und Treue, daß ich mich Gm Glauben freue, um zu dir zu geh'n imb dein Heil zu seh'n 1966. Anafil Freytingydujen, 1970-1980,0 terdel 89 119@ sil to dru i red 19 ni im Nachahmung seines jeines Beispiels. ina vin Mach's mit mir, mit mir, Gott, nach deiner Güt'. diff 8t9ff making Joh. Herm. Schein, 1628. mshamhl 1928. bil 8. Wecke stets mich auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte! Auf der Tugendbahn führ mich himmeland nast sid don Water 9. In Versuchungszeit stärke mich zum Streit; e laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 37910 Will der Trübfal Nacht 3stionsfolrsa hid nonsib) nomaid dui 1 do Gehorsam gegen Bel Jefum und 1750 141. me * Mel 6 14 Affair Mir nach, spricht Christus, un ser Held, folg't - Bottle Ver leug net euch, besiegt die Welt mit odst med sillape thi chum nun fini E 1444 glojuhon tid gebt, ihren Reiz- unCami thin nyol doil nadsis meinem Vorbild, Christen! ihren schnö- den Lü- sten gen nicht nach, er dul- det lieber Un- ge- mach. - nVerhalten gegen Besum. 149 verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 19 $ 1911 11 32 3a, Herr, pdein Vorbild Wer dich als seinen Herrn Teuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Duzeigst ben Weg zum wahren Wohl und wie ich richtig wandeln soll, sd3 Dein Herz, voll Goltergebenheit, war auch poll Menschenliebevoll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit und edler Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülfund Wohlthat zug ug aid we must 4. Dein Beispiel lehrt, was, schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin dol 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst auch noch mir zur Seite; du kämpftest felbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Je Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein und mich, dir nachzufolgen, scheu'n? 16. Wer mehribals dich sein Leben liebt, kann nicht dem Tod entrinnen; boch wer's um deinetwillen gibt, wird es durch dich gewinnen. 7. Drum will ich, treu dir, meinem Herrn, nach deinem Vorbild wandeln, wie du, im Kampf der Tugend gern mit festem Mutbe handeln, Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon- bution bimol 3oh. Scheffler, 1821-1677. sanit ose jim, dax Mel. 161. Schwing' dich auf, Gott 2c. deinem Soft 2 Sollt 142. ich jetzt noch, da mir schon beine Güt' ers schienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? wieder mich beflecken und nicht mehr die Seligkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden! Du, o Mittler, heiltest mir alle meine Wunden! und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Heil aus deinem Tod mir ente freißen lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, folge deinen Lehren, lasse teine Macht noch List mir den Glauben wehren. Wankten Tausende, nicht mich 150 kann die Welt erschüttern. Feft steht mein Vertrau'n auf dich, warum sollt' ich zittern? Ind un Von der Erlösung der Menschen. Triebe, Alles überwindinich weit, Herr, durch deine Liebe. gar bizne Balth. Münter, 1735-1799. u 19 mids! lo 4. Zeigt die Welt ein Heil, Mel. 89. Herzlich thut mich du? Bringt ste Kraft 19 a den Müden? Den Bedrängten 143. wie Trost und Nub? Sündern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? verlangen 2c.dsgro Du, dessen ganzes beffen Leben das größte Beispiel ist, das jemals ward gegeben ber Erde, Jesu Chrift, o du, dem nachzustreben, zur höchsten Höhe welft, zu bem empor er heben sich kann des Menschen Geist. ut duurste misdad is od( bom 5. Nettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sich're nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 15 15 in 1 6. O, wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! Joye 2. Mit Lieb und EhrfurchtsThränen blickt dir mein Auge nach; unwiderstehlich's Sehnen, dir, soviel ich's berinag, zugleichhen, nachzuklimmen, ihwellt meine Brust empor; mir rufen tausend Stimmen: o, streb' ihm nach!" ins Obr. 3. Wie bu in Licht und Klarheit uns Gottes Rath enthüllt; wie du im Geist der Wahrheit, was du gelehrt, erfüllt; wie du mit edlem Triebe nur Wohlthun ausgeübt, mit reiner Bruderliebe die Menschen all' geliebt; der Tod, weder Leid noch Freuden sollen, o mein Herr und Gott, je von dir mich scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Fleisches 7. Nicht das Leben, nicht 4. Mireu deinen du S Freunden in Noth bliebst, in Gefahr, und dir selbst zu den Feinden noch Lieb im Herzen war; wie sanft, Herr, dein Gemüthe Beleidigung ertrug; Verhalten gegen Besum. not 151 mit welcher Seelengüte du dem Herrn und von seinem Segen gabst für Fluch; Sohne, bleibet Gott getreu, 5. Wie dich durch's ganze bekennet gern seinen Sohn, Leben der Menschheit Glück an den ihr gläubet. Eifer beseelt', dem großen Zweck ergeben, wozu dich Gott er swählt', stets eifrig zu erfüllen, was dein Beruf gebot, des Baters heil'gem Willen gehorsam bis zum Tod of 6 Wie du, von Schmerz zu Schmerzen, wie du von Schmach zu Schmach, mit hohem Muth im Herzen beharrtest, bis es brach; wie du in Schmerz und Freuden fest an der Wahrheit hingst, und freudig auch durch Leiden zu der Vollendung gingst: TG7 So sei's, dir nachzu: streben, mir Freude, Seligkeit, Jesu, Trost und Leben, Weg dzur Unsterblichkeit! Durch deine reine Lehre, durch deines Wandels Licht, ein Leben, dir zur Ehre, sei meine höchste Pflicht! A tim talisgoun Unbet. Verfaffer. sm50 sid adollradure sanier Freimüthigkeit im Bekenntnisse seiner Religion. ni doi 11377 Mel. 138. Meinen Jesum laß' ich nicht 2c. 144. Hoch begnadigt von und Beständigkeit übe, wer sich Chrifti freut! 2. Sanft und leicht ist Jesu Joch; denn was kann bei ihm euch fehlen? O, wie felig seid ihr dech durch den Retter eurer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet eurer nach der Zeit! sand 3. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, ihres Lohnes, frei, voll Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt! 130 4. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Be schwerden; dennoch seid getreu, denn ihr sollet ewig selig werden. Was ist, gegen solch ein Glück, dieses Lebens Augenblick? 5. Schäm't euch seiner Lehre nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmäb'n, wenn sie sich und ihren Witz vergöttern. Was vermag der Läft'rer Spott wider Jesum, wider Gott? 6. Was vermag er wider euch? Welche Macht kann 152 euern Glauben, Gottes Beifall, Gottes Reich und des Himmels Wenn'n euch rauben? Haltet eure Kronen fest! Wehe dem, der Gott verläßtli bi sim 7. Welchen Kampf hat euer Herr hier für euer Heil ges ftritten hollenes Schaar der Märtyrer, was hat sie für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Teb, litten ste getrost für Gotta nsdn 18. Und der Spötter Witz und Hohn könnter euer Herz is so ob pris musmist tim bi jedni Ballo dnu' ads bid si gidlub hobi 8nutsfisl Von der Heiligung des Menschen. verführen, n'euern Antheils dan dem Sohn, an dem Himmel zit verlieren? Wanket, Christen, wantet nie; fleh't um Rettung auch für ste; ni nid dunl 19. Seid getreu bis in den Tod; denn ihr glaubet nicht vergebens. Nach dem Tode führt euch Gott zu der Bonne jenes Lebens; und nach einem kurzen Streit frönti euch feine Herrlichkeit.sdoff monied Jun 98191 gob. anbe. Cramer, 1723-1788107 edged him srdürbu d d bi siduol finis hid bi med 1991 sdisar sids2 19misd rusdoj ug bim splisa d .uid= nsfoblibat bilib s 1 VI. Von der Heiligung des Menschen. ១៨ in an u St siibt duu gft Lie de tam dol tis& suisne di tuo Tut any ads& sholnisi d d din dom sommi ndo drogu daus, deiner slsfel'gend bid but going mism sp die tomm' Von dem heiligen Geiste. Höhe. ind eusdunità asd thu Freu' dich sehr, o meine Seele 2C. 1999 30914 Mel. 58. Jun oid noch bid 12. Ganz von deiner Kraft durchdrungen, wie er hellt ward ihron Verstand! Dank und 145. Geist des Herrn, der Preis ward dem gesungen, von dem Throne einst auf der dich, Geist des Herrn, jene Boten kamund, biber gesandt. Ach, erleuchte meinen heißen von dem Sohne, fie Geist, daß er sich der Nacht zu seiner Wohnung nahm, entreißt. Laß dein Licht auch ihrer Sehnsucht Fleh'n gestillt, mich empfinden, mich bei dir fie mit neuer Kraft erfüllt, Belehrung finden.dllisdir tomm' zu mir herab, ich flehe, 3. Ach, erwärme, Geist der nsbVon dem heiligen Geiste.no 153 Liebe, mein erstorb'nes, träges Mel. 37. Schwing't, beilige Herz für der Tugend fremme mi Gedanken 2c. allor Triebes richte du es himmel 146. Geist, den Jesu wärts, fern von diesem Pilger Land hin in's beffre Batera land i Dwie glücklich wird auf Erden dann schond meine Seele werden n50 8mdogts 340 Sei du mir ein Geist der Gnäder und hilf meiner Schwachheit auf. ti Führe mich auf deinem Pfade.tundili be fördre meinen Lauf! Reize, wecke, rühre mich, daß, der dich einst sandte, sich über den Gehorsam freue, den ich deiner Lehre weibe. Liebe auch mir verheißt, auch mir, ich fühle deine Triebe und danke dir dafür. Dein Tempel sei mein Herz! Lehr' mich die Wegenwallen die meinen Gott gefallen, und führ' mich himmelwärts! ndi 21 D, laß mich tiefstempfinden des neuen Geistes Kraft, die Kraft, dibie mir von Sünden Hülf und Ers rettung schafft. Erhebe meinen Sinn, daß ich mit reinem Geifte dich ehr' und alles leiste, was ich Gott schuldig bin. 5. Heil'ge mich zu jedem Werke christlicher Rechtschaffen heit, Sei mir Untrieb, Kraftipi 33 Mit allen andern Neben und Stärke, treu zu nüßen genieß' und fühl auch ich meine Zeit; laß mich auf der Tugend Bahn immer mehr dem Ziele wab'h, und durch dich schon hier auf Erden heilig und dir ähnlich werden. des rechten Weinstocks Leben, in ihn versetzt durch dich. Gib, was mein Vater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werte Frucht. 4. Du lehrest beten, lehre, wie ich mich glaubensvoll, daß mich der Vater höre, ihm tindlich nahen soll! Durch dich wird mein Gebet des Himmels besten Gaben von dem zu hoffen haben, der Seufzer auch versteht. 5. Du bist ein Geist der 6. Laß in trüben Augen blicken deinen Trost mir nahe sein; laße ihn dann mein Herz erquicten, wann mich sonst nichts fann erfreu'n! Sei mir hier im Pilgerland meiner Kindschaft Unterpfand, bis ich zum Genuß gelange und das Erbtheil selbst empfange. ls 33d Chrift. G.8. Meister, 1738-1811. 154 Von der Heiligung des Menschen. Freuden, wer trauert, kennt barkeit. Vertreib' den bösen dich nicht; so leuchte mir im Geist, der dir sich widersebet, Leiden auch beines Trostes und das, was dich ergößet, Licht. Ach, nimm dich meiner aus unsern Herzen reißt.id an! Du hast in deinem Worte nu 10. Gib Freudigkeit und mir selbst des Himmels Pforte Stärke zum Kampf im Glau so liebreich aufgethan. 87 ben; gib, der Sünde Reich undWerke zu hindern, Muth und Trieb. Hilf streiten ritterlich! Laß Jeden überwinden und keinen mehr den Sünden zum Dienst ergeben sich! sion 6. Du bist ein Geist der Liebe, willst nicht, daß Haß und Neid der Christen Herz betrübe, liebst Fried und Einigkeit. Laß allen Streit uns flieh'n, uns Nach und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller 11. Nicht unser ganzes Leben nach deinem Willen ein, damit wir, Gott ergeben, Herzen glüh'n. dust and selbst auf den Tod uns freu'n. 7. Erhebe dich und steure Kommt dann der letzte Streit, den Kriegen, und dein Blick, so bilf getroft uns sterben, dein Blick voll Huld erneure und nach dem Tod ererben verheerter Länder Glück! des Himmels Seligkeit in Friedsame Bürger laßin dnu ti Nach Paul Gerhardt, 1607-1676. sichern Hütten wohnen, ent 097190 CURIOS ferne von der Thronen List, Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. Schmeichelei und Haß go! esme 8. Hilf allen Obrigkeiten; 147. beil'ger Geiſt, kehr' bau' unsere Fürsten Thron! Beglücke seine Zeiten! Sei du sein Schild und Lohn! Den Alten gib Verstand, Gelehrigkeit der Jugend, und Gottes furcht und Tugend schmück unser ganzes Land! bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; fomm', Beistand unsrer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, entzieh' uns deine Hülfe nicht und rath' uns, wenn wir fehlen! Reine Freuden, göttlich Leben willst du geben, wenn wir beten; sieh uns glaubig zu dir treten. 9. Gib zweifelnden Gemüthern den Glauben, der erfreut; mit allen wahren Gütern auch wahre Dank2. Du Quell, aus dem Von dem heiligen Geifte. 155 wir in jedem Kampf auf Erden. Endlich, endlich wird doch Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Sie gern dort zum Lohne. Hälsi m die Weisheit fließt, die sich wenn du uns stärkst, so stegen din fromme Seelen gießt, ergieß dich in uns alle, daß dir die ganze Christenheit in wahrer Glaubenseinigkeit und Heiligkeit gefalle. Laß uns dalle beiner Wahrheit Himmelsklarheit froherkennen, Jesum unsern Heiland nennen. dru 3d Gib Kraft und Nachndruck deinem Wort; laß es wie Feuer immerfort in unsern Geelen brennen Hilf, Jesum uns von Herzensgrund, mit Thaten mehr, als mit dem Mund vor aller Welt be kennen! Neue Treue gib uns 7. Dein Ruf: ihr sollet Schwachen! Lehr'uns wachen; stärk' den Glauben laß uns nichts die Krone rauben. 6. Uns Kindern Eines Vaters sei die Eintracht heilig, daß wir treu die Pflicht der Liebe üben, und in der kurzen Lebenszeit durch Neid und Haß und Bitterkeit einander nicht betrüben! Immer müssen Liebe, Güte, Treue, Friebe, bei uns wohnen und des Lebens Mühe lohnen! 4. Gib allen Weisheit und Verstand, den rechten Weg in's Vaterland, den Glaubensweg, zu wandeln. Laß Sünd' und Ungerechtigkeit uns standhaft flieh'n und jederzeit gerecht und redlich handeln. Jesus Christus hilf uns allen, die hier wallen, schondrint heilig fein! bringt tief in uns're Herzen ein; sei du nur unsre Stärke! Bild' uns zum Volke, das dich ehrt, Gott angenehm, den Menschen werth durch wahre gute Werke! Endlich laß uns überwinden, frei von Sünden dort empfahen, was wir hier im Glauben fahen. do's Michael Schirmer, 1606-1673. auf Erden Bürger deines Mel. 58. Freu' dich sehr, o Himmels werden! thin obin Hooon meine Seele 2c. 148. 5. Im Leiben schent uns Muth und Kraft! Laß uns in uns'rer Pilgerschaft nie träg und zaghaft werden! Von dir verlassen sinken wir; M Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn fleh'n heiß'st; demuthsvoll bet' ich 156 zu dir: Bater fend ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. and en die freu, und mit wahrer Kindess treu' stets por seinen Augen wandle und rechtschaffen dent und handle. nuligindan 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Kraft und Fruchtbarkeit; denn mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweißt, wenn er 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe und mir's rechne zum Gewinn, wenn nicht durch seine Seraft ich je ein Friedensband knüpfen bie Gesinnung in mir schafft, tann, wenn meine Hand zur daß ich mich ganz bir ergebe Erleicht'rung der Beschwerden, und zu deiner Ghre lebe. tann dem Nächsten, müzlich Nag 3. Dich auch kann ich nicht werden. final en' düed erkennen, Jesu, nech mit ächter, 7. Lehre mich mich selbst Treu' meinen Gott und Herrn erkennen, die verborgnen Fehler dich nennen stehet mir bein seb'n, sie voll Demuth Gott Geist nicht bei. O, so laß bekennen, und ihn um Ver ihn denn auf mich fünftig gebung fleb'n; mache täglich wirken, daß ich dich glaubens- Ernst und Treude zu voll als Mittler ehre und auf bessern, in mir neu! Bu dem deine Stimme böre audio Heiligungsgeschäftegib mir 4. Ew'ge Quelle wahrer immer neue Kräftenisd tim Güter, hochgelobter Gottes: 847 Wann der Anblick geist, der du menschliche Ge- meiner Sünden mein Ge müther besserst und mit Trost wissen niederschlägt; wann erfreust! Nach dir, Herr, sich in mir Zweifel finden, verlangt auch mich, ich ergebe die mein Herz mit Zittern mich an dich. Mache mich, begt; wann mein Aug in zu Gottes Preise, heilig und Nöthen weint und Gott nicht zum Himmel weise.jast zu hören scheint; gib danng daß es meiner Seele nicht an Trost und Stärkung fehle! lat 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir, selbst den Trieb haft Von der Heiligung des Menschen. n 157 Von dem heiligen Geiste. not fet, daß der Kinder Bestes such 9019119 du entzündet, daß mich, Herr) Gott unser Vater sei verlangt nach biro des treuen Baters Zucht nur sebe, durch dein Wort, deine Gnadenwirkung fort, bis sie, burch ein felig Ende, herrlich fich an mir vollende! 150 Da dau der2 bi dav. Bruhu, 1727-1782 8'rim dnu sdit diumi Mel 519miGott des Himmels nojan und der Erden icis sibi 149.mommo tomm' du Geift des Lebenshilf uns Schwachen mächtig auf! wir bemüh'n uns sonst vergebens ster in unserm Bilgerlauf, undbaseit 19dasGottes Nait für uns ausersehen hat. 192 Gib in uns'rer aller Seelen Weisheit und Ent fehloffenheit, daß wit anders nichts erwählen, als was uns dein Wortgebeitt. Steh mit deinem Licht uns bei und mach" uns von Frrthum frei. mism dni ganism 5. Treib' uns, daß wir zu ihm treten, findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willenbeten, und vertritt uns allezeit, dann erhört Gott unser Fleh'n, daß wir seine Hülfe seh'n. d 19 6. Wird uns auch um Trost off bange, seufzt das Herz, voll Traurigkeit: ach mein Gott, meilt Gott wie lange? so wende unser Leid sprich der Seele liebreich zu, gib ihr Mirth, Geduld und Ruhid 7. Ddu Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, förd're in uns deine Werte und in Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg gelingt! 8. Ja, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott ihn une niemals mögé rauben. Du bist unser Schutz, o Gott. 3. Zeigh uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an; räume alles aus dem Wege, was daran felnd: nein! bein Wort laß gewiffer sein. uns hindern kann; wirke Sagt das Herz gleich zweiNeue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat. d 14. Wenn Gefahr und Noth am größten, steh' mit deiner Kraft uns bei, und dein Zeugniß soll uns trösten, daß 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o, so steh' mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gotteser ben, jene Herrlich 158 Von der Heiligung des Menschen. keit erfreu', die der Vater gefällt, wirkt edlere Zufriedenuns bestimmt und die nie heit, als alles Glück der ein Ende nimmt. Welt., lits inside od m Joach. Neander, 1610-1880. is Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 4. Alsdann hab' ich Verst trau'n zu dir, dann schenket 2 selbst dein Geist das freudige g Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. ad finnst sid 150. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleb' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. Indic 5. Er leite mich zur Wahralo heit hin; zur Tugend stärk er michy; beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! i mol 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' 6. Er schaff' ning mir eing er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! Handduspu 19 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir reines Herz, versiegle deine Huld; und er bewaffne mich in Schmerz mit Muth und g mit Geduld! Buojapdo? Chrift. Friebe, Neander, 1724-1802. di 151. by bid on nind dad infl alammid 800 ant( bundid Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. de di ( ober: Mel. 80. Vom Himmel hoch, da komm' ich her.) 1651.ilog fejf. An be- tung sei dir, Gott, gebracht! du hast uns die sen = a f# Tag gemacht. Dich prei- se, wer durch Jesum Chrift erfo leuchtet und ge heiligt ist. = Von dem heiligen Geiste. no 2. Der Erdkreis lagin Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt, da strahlte, Herr, der Wahrheit Licht von deinem Vaterangesicht.srt and fis mind fidis 7. 3. Auf Jesu Boten kam die Kraft des Geist's, der alles Gute schafft. In freinden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. im buonid giun 4. Vom Geist ermuthigt, geh'n sie gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird alles Licht und Lobgesang. 1 dlus 5.- Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott; sie siegen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 152. fc 159 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall, und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. Noch Noch dauert dieser Segen fort; noch fiegt, o Ewiger, dein Wort; und, daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. misd ginomisin 8. Erhalt uns deiner Wahrs heit treu', mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist, treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugendbahn; 9898in 9. Bis wir dereinst im hellern Licht, von Angesicht zu Angesicht, dich schau'n und in des Himmels Höh'n, durch dich, auch uns verherrlicht seh'n. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen 2c. YOURS 1785. Höchster Tröster, komm' her nie der! 2 Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Chri- sti 160 Von der Heiligung des Menschen. Glie- der! Er, der nie sein Wort ge= bro a djen, Je sus E hat deinen Rath seinem Volk verspro- chen. 2. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, in der Noth und im Tod glaubig auf ihn schauen. Wann das Auge reu'voll thränet, rufe du dann uns zu: ihr seid Gott verföhnet! 3. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen! Lehr' uns kindlich vor ihn treten, sei nicht fern, Geist des Herrn, lehr' uns, glaubig beten. 4. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen! Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen! Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod, nicht von Jesu scheiden! 5. Hilf uns nach dem Höchsten streben, schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben! Gib, daß wir nie stille steh'n; treib' uns an, froh die Bahn unsers Heils zu gehen! 6. Sei in Schwachheit uns're Stärke; steh' uns bei, mach' uns treu in der Tugend Werke! Führ', wann Gott uns, nach dem Leide, sterben heißt, unsern Geist zu des Himmels Freude! Ehrenfr. Liebich, 1713-1780. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 153. Bringt diesem Tage Ruhm und Preis, er sei in frommer Christen Kreis ein Tag der Freud' und Wonne! Von ihm ging aus in alle Welt das Licht, das unsern Don dem heiligen Geiste, not 161 Geift erhellt, der ew'gen fehrte wieder, daß die Erde Wahrheit Sonne! Mächtig, seiner Liebe Schauplatz werde. kräftig sich bewährend, allverklärend, Preis ihm, Ehre! siegte durch ihn Christi Lehre. 2. Mit Kraft des Himmels wunderbar, erhob er der Apostel Schaar zur höhern, hellern Wahrheit; nicht mehr der Furcht, der Zweifel Spiel, sah'n ihrer Sendung hohes Ziel fie nun in voller Klar heit. Hoher Aufschwung, Geist 6. Sei, Tag des Heils, und Leben ward dem Streben, rings auf Erden Boten ihres Herrn zu werden. 5. Werth ist der Tag, daß ihr ihn preist, der Geift des Herrn, des Lichtes Geist, ist von ihm ausgegangen. Ein und dasselbe Kindesrecht winkt jetzt dem menschlichen Geis schlecht, sich liebend zu um fangen. Deine Echrecken, Grab, verschwanden, es entwanden sich dem Staube glorreich Christi Lehr' und Glaube. Sigu gebenebeit, du bist ein Tag, von Gott geweiht, zu beil'gen of Chrifti Namen. Verbreiten 3. Und nicht Verfolgung, Schmach und Spottschied fie von dem erkannten Gott, von dem durch ihn Gefandten; nicht der Gewalt, der Macht Gebot. Sie achteten nicht Schmerz und Tod, und ihre Herzen brannten; unbeweglich ihm ergeben, ward fein Leben ihnen Spiegel; und ihr Tod der Wahrheit Siegel. 19 4. Da wurden Hörer ohne Zahl von Wortes Himmelsstrahl erleuchtet und entzündet; bis zu den fernsten Völkern hin der Mensch heit Segen und Gewinn! ward Christi Reich gegründet, Gottes Friede kam hernieder, uta mög er mehr und mehr des hohen Namens Ruhm und 1921938 Ebr', und alle Welt sprech': Amen! Immer weiter mög' auf Erden herrschend, werden Licht und Klarheit und das Reich des Rechts, der Wahrheit! bur M Griu dlared 890 flis 3oh. Friedr. Schink, 1755-1835. Mel. 64. Wie selig bin ich, $ wenn mein Geist 2c. 154. Preis't, Völker, die ihr Christen seid, durch Gottes Geist belehrt; ein Herz voll Dank sei ihm geweiht, der Jesu Ruhm verklärt. 2. Er kommt mit seiner Wunderkraft, mit seinem Trost, 11 162 Von der Heiligung des Menschen. der Geist, der Jesu Lehre Mel. 27. Allmächtiger, wir Sieg verschafft, des Sieges 155. Dem Gott der Wahrsingen dir 2c. G Kraft beweist.omgi heit Breis und Dank! Er läßt die Wahrheit fiegen; vergebens schreckt Gewalt und Zwang, sie kann nicht unterliegen. Den Menschen, Gottes Ebenbild, erhebt und heiligt, stark und mild, der Geist des guten Gottes. 93.6mSie, die Verzagten, werden fühn, ihr sprachen reicher Mund macht den, der uns zum Heil erschien, auch fernen Völkern fund.os 4.07 Der Tempel der Ab götterei wird Gottes Heiligthum; die Welt vom Aber glauben frei, der Gözen 2. Die Lehre Jesu, fest und Ausspruch stumm. diotlar, gewähret Licht und Frieden; doch, als sie neue Lehre war, wie kämpfte ste hienieden! Wie drohte Dürf tigkeit und Noth, Verfolgung, Schmach und Schmerz und Tod, den Jüngern des Er lösers! msichins 53. Sie harrten aus mit frohem Muth, von Gottes Geist durchdrungen; vergossen ward der Lehrer Blut, die Lehre nicht bezwungen; es wandten Völker sich vom Wahn und beteten den Höchsten an im Geist und in der Wahrheit. 5. Zerstreuet wird des Irrthums Nacht, die ganze Völker deckt, besiegt des Aberglaubens Macht, womit er droht und schreckt. bis 16 6. Der Geist des Herrn erhebt das Herz, das Jesu Dienst sich weibt, und bei des Lebens größtem Schmerz wird es durch ihn erfreut. 7. Sein Beistand treibt, mit Gottes Kraft, zu großen Thaten an; bezwingt die Macht der Leidenschaft, daß sie nicht fiegen fann. 8. O, sei auch uns Licht, Trost und Kraft, die wir uns deiner freu'n, du Geist, der alles Gute schafft, laß uns dein Tempel sein. Joach. Chrift. Grot, 1783-1801. 4. Das Heil, in Wahrheit und im Geist den Höchsten anzuflehen, den alles, was da lebet, preist, den reine Herzen sehen, dem wir uns auf der eb'nen Bahn der Pflicht und Tugend selig nah'n bleibt fest auch uns bewahret, Von der Verbreitung des Evangeliums. 163 5. Umsonst erhob sich der Vernunft zum Spott, noch Droh'n und Zwang, die jest den Gößen dienen. Nicht Wahrheit wird erhalten; dir, sie, nicht eigne Würdigkeit, Gott der Wahrheit, Preis nur deine Huld hati uns beund Dank, du wirst auch freit von jenen Finsternissen. ferner walten. Wir wollen deine Wege geh'n und mit Vertrau'n gen Himmel seh'n: das Gute bleibet ewig.dusd G. W. Ch. Starte, 1782-1830. og 4. Drum laß, mit froher, Dankbarkeit, une nun im Lichte wandeln, und in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln; auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zu frieden und voll Zuversicht, in Noth und Tod vertrauen. du fst ist die Von der Verbreitung des Sus Evangeliums. dis af samt ster Mel. 215. Es ist das Heil uns 5. Wer noch sein Thun vom Wissen trennt, nicht ehret deinen Willen, der müsse, weil Pald fommen her 2c.istpher dich erkennt, auch seine 156. Dem finstern Erbkreis Pflicht erfüllen. Nichts helfen ist vom Herrn ein helles Licht Opfer des Gebets, dem, der erschienen. Es leuchtet nah', da glaubet und noch stets der es leuchtetit fern. Zahllose Sünde sflavisch dienet. Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; fie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen; auch da geh* nun, im Siegeslauf, das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene! 2. Kaum sandte Gott, durch feinen Sohn, der Erde große Freuden: so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. st 3. wär' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen: wir würden, Joh. Abolph Schlegel, 1721-1798. and find Mel. 132. Jesu, meine Freude zc. 157. Wort von Gott gegeben, Wort voll Heil und Leben, Evangelium! Du vers 11* 164 Von der Heiligung des Menschen. kündigst Freude uns im tiefsten| dich, o mein Heiland, selig Leide, zu des Höchsten Ruhm! sterben und den Himmel erben. Seinen Bund machst du uns Nach Heine. Corn. Heder, 1699-1743. 1748. kund; seinen Frieden, ew'gen Segen, bringst du uns entgegen. sissid palustrad gold sdsin 190 Von der Gründung und Er2. Was den Menschen allen weiterung der christlichen Gottes Wohlgefallen auser dad irche. ndo niid ſehen hat; was sonst dunkleid idisld duu fi ab hid Schatten vorgebildet hatten, Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. das vollführt sein Rath. Nun get ist klar, was dunkel war, daß sich seiner Gnad' und Treue fete die Menschheit freue. 158. Herrlich ist's in deinem Reiche, König; der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust ent weiche; dennoch beutst: du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. shiste ni 2. Was sind Rang und eitle Schäßze? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugeselli. Edel handeln, ist ihr Rubm, deine Huld ihr Eigens 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben auf dem Blutaltar.ba Er, erhöht zur Majestät, bat bestätigt seine Lebre, von dem Thron der Ehre. tol 8975 4. Alle, die sie hören, sich zu Gott belehren, finden Trost und Heil. Immer höh're Freu- thum.minjalara m den werden, wann sie scheiden, dort ihr ew'ges Theil. Gott vergibt uns, die er liebt, wenn wir von der Sünde lassen, Muth zur Tugend fassen. 5. Ich will mein Vertrauen auf dies Trostwort bauen, Jesu, dir mich weit'n. Fromm, wie du, zu leben, soll bier mein Bestreben, meine Freude sein! So werd' ich auch einst durch 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hins Von der Gründung und Erweiterung der christlichen Kirche. 165 weg von Angst und Schmerz. allen, nach der Zeit, deines Selig, wer dir seine Zeit, Reiches Herrlichkeit. seine Kraft, sein Leben weiht! di tr 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drob'n dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, ste nahen sich dem Falle, und dann toben fie nicht mehr. Ewig wird dein Reich besteh'n; Wahrheit kann nicht untergeh'n! is 7. Reiche dieser Welt ver= schwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan, hoch entzückt, zu dir hinan. dand 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, jeben seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen, Herr, erweit're dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. g'ors nad 175 11911197 Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 159. Noch siehst du nicht, umhüllt von Nacht, o Mensch, was Gottes Huld und Macht im Stillen vorbereitet. Voll heil'ger Größe ist sein Gang. Zwar dünket dir der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet; aber muthvoll kannst du trauen, Gott wird bauen seinen Garten, und den Keim des Guten warten. 2. Umwölkt ist noch die Zukunft mir; doch fleh' ich schweigend auf zu dir: laß, Gott, dein Reich uns kommen! Ja, Herr, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich das Heil für alle Frommen. Dein Sohn hat schon es gegründet; feſt verbindet, o ihr Brüder, uns die Tugend einst als Glieder. 3. Die Morgensonne kommt gewiß; muß gleich erst Licht und Finsterniß in kurzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbei, dann wird, von düstern Nebeln frei, der Glanz der Wahrheit siegen. Herrlich hebt sich dann die 166 Von der Heiligung des Menschen. Sonne, und mit Wonne preifen| frei, bei deiner Wahrheit bleis alle deine Kinder einst dich, alle! ben, dir folgsam, dir getreu. 4. Hilf uns die Lüfte däms pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihre Macht bes kämpfen, du sieggewohnter 3. 3. H. Hahn, 1768-1826. 410 197 doar Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 160. ch, bleib' mit deiner Held! Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. of 1919 2. Entzieh' uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit, nicht; burch ihre Kraft gewähre uns immer Trostound Licht. mmg bi 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum bo mandört ng naghubo? red 5. Komm uns mit Kraft entgegen, hilf uns'rer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum sichern Tugendlauf. oid 6. Ja, bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Nothilad nojua Stegmann, 1688-1832. #sdisgrabo siisd ben in stis 8 Von der christlichen Besserung.- dinit ( brd radiot him indit and delis m ic# of Vorbereitungs- Lieder; sowie auch am jährlichen Buß- und admin Bettage. ni hun north of Ho chi' dod tiding bit dist indsloseniom st Erkenntniß der Sünde und Bitte um Vergebung derselben. docion motring 161. Mel. Schwing' dich auf zu deinem Gott 2c. Gna- den, la= den; ando had Joh. Crüger, 1868. m Du, den meine See le liebt, Va- ter al- ler steh, zu dir, der gern ver- gibt, komm'ich schuld- beja, du nimmst die Sün- der an, Von der christlichen Besserung. Harst im G dir sich f wenn sie mit den Zäh- ren wahrer Neu= e - nah'n und zu dir be 1989 i boud 191 pogins ou didst 972. Weil ich nicht den Weg| Mel. 442. gewählt, den dein Sohn gewandelt, hab' ich oft und viel 162. gefehlt, nicht wie er gehandelt. Ich erkenne meine Schuld; voll der tiefsten Reue, fleb' ich auf zu deiner Huld, Bater, ach, verzeihe! 3. Leite mich nach deinem Rath; laß mich deinen Willen fo, wie unser Heiland that, treu und froh erfüllen! Regt sich Schwachheit noch in mir, stärke meine Seele, daß fie, Höchster! fest an dir, nicht ihr Heil verfehle. 167 4. Was kann ich doch ohne dich auch beim besten Willen? Ach, du weißt's, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen. Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen! Unbet. Verfaffer. TER VOT keh ren. On 150 dan ist imod fisdo Alle Menschen müſſen fterben 2c. 12 Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Bater, völlig frei, daßich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig set? Noch nicht kann ich mich entwöhnen, ihren Leckungen zu fröhnen; ach, zu oft ereilt sie mich und verführt mich wider dich. 2. Wenn mein Geist in mein sel'gen Stunden mit der Wahrheit sich genährt, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hienieden mir als ein Herz, ganz dir geweiht, gewünscht, als innern Frieden, und der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Ents schlüssen, schwur ich dann, dir freu zu sein, und mit wachendem Gewissen reiner Tugend mich zu weih'n; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, 168 aller Sünde widersteh'n, standhaft deine Wege geh'n. Von der Heiligung des Menschen. ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei! 4. Aber, ach, zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht; sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht! Plötzliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Menge mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. NS TO 8. Wenn ich wante, laß mich's merken, laß mich streben, fest zu steh'n; eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich, sich'rer geh'n; warne, mich: sei mein Begleiter; täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit bringe zur Vollkommenheit. Ussi 5. O ich Armer, bem zur Trene feste Seelenstärke fehlt, den so oft aufricht'ge Neue, und so oft doch fruchtlos quält! duole Balth. Münter, 1735-1798. til ud and find oln Mel. 73. Gott sei Dank in aller Welt 2c. KOT G Ach, wer wird von allem Bösen, 163. Täglich naht Verallen Mängeln mich erlösen, und wann bin ich ganz befreit von dem Joch der Sinnlichkeit? suchung mir; darum fleh' ich, Herr, zu dir: stehe du mir schützend bei, daß ich fest im du Guten sei. 17spd tag feſt im 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur; nicht die Schwachheit wirst du rächen, bösen Vorsatz strafst du nur. Hätt' den Trost ich nicht, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freu'n. 2. Willig ist der Geist; doch ach, gegen Sinnenreiz so schwach! Schnell bethört sicht oft das Herz, aufgeregt durch Lust und Schmerz. aid stse 3. Von dem Ziel entfernt mich weit Menschenfurcht und Eitelkeit. Treu zu bleiben meiner Pflicht, streb't ich, doch vermocht' ich's nicht. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach: o, so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann zu leben, daß 4. Was an Tugend mir noch fehlt, hab' ich oft mir selbit verhehlt, wenn ich, in Verblendung, mich stolz mit Frevlern nur verglich.bin g 5. Der du Reuigen ver Von der christlichen Besserung. 169 Alle zeihst und den Schwachen Drange, von meinem tiefen Kraft verleibst, Gott, entziehe Schmerz, glüht heißer mir die du mir nicht deines Geistes Wange, schlägt banger mir das Troft und Licht! Herz! Wer kann vor dir bestehen, vor deiner Wahrheit Licht? Geb', Vater, auf mein Flehen, mit mir nicht in's Gericht! nuou 6. Laß, auf prüfungsvoller Bahn, täglich mich dem Ziele nah'n. Schüße mich vor Sicherheit auf dem Pfad zur Ewigkeitimta pra 7. Meinem Jesu nur allein streb' ich ähnlich stets zu sein. Denn ich weiß und glaub', als Christ, daß du start in Schwachen bist. grdi i detit d willen vergib die Misſethat 4. Um meines Heilands der Bahn, die ich im Stillen und vor der Welt betrat. Ich kenne bein Erbarmen und kehre' nun zurück; ich find' in Vaterarmen Vergebung, Trost und Glück. 195903 lin THAY Joh. Pet. Hundeifer, 1752-1836. don bilgis 460 Jo susedia pruu Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 164. Erbarmer! hernieder von deinem Gnadenz throni; es fehrt ein Sünder wieder durch Christum, deinen Sohn. Mit tief gefühlter Neue Sieh' wirft er vor dir sich hin, gelobt dir stete Treue und reinen Tugendsinn. - 2. Ach, hättest du gerichtet, so wie ich es verbrach, ich wäre längst vernichtet durch jammervolle Schmach. Die Menge meiner Schulden belastete mich schwer; an meines Heilands Dulden gedacht' ich gar nicht mehr. 3. Von des Gewissens 5. Er, der am Kreuz' ge litten, starb auch für meine Schuld; auch er hört jetzt mein Bitten, und trägt mich mit Geduld. Wie kann ich dies erwidern, wie thätig dankbar sein? Ich will, wie meinen Brüdern, auch Feinden gern verzeih'n.bi fle 6. Ja, Gott, mit Herz und Leben, will ich dir dankbar sein, will deine Huld erheben und meines Heils mich freu'n. Vergebung darf ich hoffen, mich täuscht die Hoffnung nicht; der Himmel steht mir offen, Gott, meine Zuversicht! Joh. Pet. Hundeifer, 1752-1836. 170 165. Met. fe Von der Heiligung des Menschen. Gott, du frommer Gott 2.0 Indior anitise sodsiat dind dot sid 1710. tit Enslisyd 150 Vernimm, o ich möchte fed doft mein oft f toin non? bish Graf den, bordden Weg zum ew'= werden, ist int 92 mein Fuß HID THE mint adoro 152 Gott, mein Fleh'n! Ich, Pil- ger noch auf jeden Tag gern wei- ser, bef- fer 0Wita ver= liert, 9493 sdru 88 den gen Heil, 0050 MOTO ihn möcht' ich ich standhaft se 150 01000 990% 3 te geführt! 2 sdoj is uit D TOK S deiner Hand geh'n, von nath mou ad 2. Nur du bringst mich 4. Gib, daß, von dir ges an's Ziel. In dir geweihten stärkt, mein Wille nicht mehr Stunden, wie oft hat nicht mein wante! Nein sei das Herz Herz es inniger empfunden, vor dir und beilig der Gedaß dein Gesetz, mein Gott, danke; gelebrig sei mein Ohr mir nichts als Segen ist, daß der Weisheit treuem Rath, der sein Heil verkennt, der rechtschaffen, ohne Falsch, mein dein Gebot vergißt! d Wort, wie meine That! nog 3. Doch, ach, ich wantedis 5. Fest stehe mein Ents noch! die Macht betrogner schluß, wie Gottes Felsen Sinne zerstöret noch so oft, steken, nicht einen Schritt von was ich mit Lust beginne. dir, selbst unbemerkt, zu gehen. Gewohnheit böser Lust kämpft Auch wo kein Mensch mich mit der Bess'rung noch; das sieht, auch wo kein Ohr mich Rechte kenn' ich wohl, das hört, sei Tugend heilig mir, Echlimm're wähl' ich doch. sei meine Pflicht mir werth. Von der christlichen Besserung. 171 6. Laß mich, irrt je mein Tyrannei, gleich der Best im Fuß, die Bahn bald wieder finden. Naht sich Versuchung mir, hilf du sie überwinden. Wer standhaft kämpft und ringt, dem wird vor Gottes Thron, im heiligsten Gericht, der Treue Preis zum Lohn. Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 5. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht räche feines Elends Thränen, acht' auf uns're Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher, gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? Aug. Herm. Niemeyer, 1764-1828. Mel. 337. Herr, ich habe miß gehandelt 2c. 166. Gott, wer kann es je ergründen, wer hat nie mit Grau'n durchdacht, welche der Menschen über uns're Welt gebracht! Alle, seit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden, alle! 2. Ach, wer auch nur einmali gleitet auf dem Wege seiner Pflicht, wie viel Herze. leid bereitet ihm der einz'ge Fehltritt nicht, und was müssen wir oft leiden, blos für einer Thorheit Freuden! 6. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jünglinge und Bahn: o, wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen! 7. Würde nicht, wenn schon auf Erden Keiner ganz der Noth entgeht, jede Last er= leichtert werden, jede wahre Luft erhöht, wenn den Täuschungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? is3.Starte, Gott, verfold 8. Aber schrecklich sind Vers gen Schwache; Schwache, brechen, weil sie, kaum vollenSchwäch're! Geiz und Neid, det, sich selbst verfolgen, furcht Menschenhaß und Durst nach bar rächen, Richter, dein GeRache, Wollust, Stolz und setz und dich: Ja, dem Laster Ueppigkeit, wie erfüllen fie folgt Verderben, Armuth, mit Plagen deine Welt mit Schmach und frühes Sterben! welchen Klagen! i4. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und 9. Und wie quält den sein Gewissen, welcher böse Thaten übt! Bleibt ihm nicht der 172 Von der Heiligung des Menschen. Trost entrissen, den nur reine schaff' es um, und mach' es Tugend giebt? Kann er, ohne gut und rein! 1 ist zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 10. Jch erschrecke, Herr, ich bebe, wie so oft mein Herz vergißt, daß, wenn ich nicht beilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden! 11. Laß der Sünde bitt're Früchte mir stets in Gedanken sein; mich nie zweifeln am Gerichte; auch den kleinsten Fehltritt scheu'n; daß ich, glaubig, jede Sünde, stark durch dich, ganz überwinde! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 167. Nimm, Höchster, als Geschenk von mir, mein find lich Herz allein; tein beff'res Opfer kann ich dir, o treuer Vater, weih'n. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Bei dir nur winkt ihm wahre Rub', und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigenthum, und müss' es ewig sein! Schaff' aber, Vater, 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sünd lichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft und Heiligkeit. thun gra 5. Verwirf, o Gott, dies Flehen nicht, sei mir mit Gnade nah'! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 6. Drum stärke meinen Muth, o Gott, mit freudigem Vertrau'n, auf dich und meines Heilands Tod mein ganzes Heil zu bau'n! 7. Laß deinen Geist, zur Besserung, mit seinen Beistand leib'n; bald wird dann meine Heiligung, durch seine Kraft, gedeih'n. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, im Kampf mit List, Gewalt und Spott, des Sieges mich erfreu'. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Ges duld. Mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! him Hist 10. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so Von der christlichen Besserung. 173 13. Nimm denn, o Gott, tuledha tug zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 14. Weg, Welt und Sünd'! euch dien' ich nicht. Nur Gott kann mich allein, dies bleibet meine Zuversicht!- auch nach dem Tod erfreu'n. de jun viel ich kann, zu dienen willig sei! 811. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, rein von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih', denn du verzeihst auch mir. plis du 12. Ein frommes Herz, das sei mein Ruhm, doch fern von Heuchelei, damit samein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! oj ud fid monism stanj mun@.0 Joh. Casp. Schade, 1666-1698. statid sdnu zod jo!., usinad ni sisi xim obl me nistisung sin him; nisj tu duy chid jus ar Eigene Melodie. d churn 168. 91 tim to taste # Aspog mism da?_adulisa 2 C a. 1 drofis Ach, was soll ich Sün- der machen? mein Ge- wis- sen od dzianlod & 1658. ardiosp klagt mich an; ich verließ der Tugend Bahn, F und, statt über mich zu wa- chen, gab ich mich, in f 2. Jesu sollt' ich mich ergeben, und, von schnöder Welt lust fern, ihm nur folgen, meinem Herrn. Ihn zu lieben, ac ei telm Sinn, selbst in mein Verder ben hin. - ihm zu leben, war für mich die höchste Pflicht, und ich achtete sie nicht. 3. Leerer Tand der Eitel 174 Von der Heiligung des Menschen. feiten, bu, der Sinne flücht'ge| heit; unverbrüchlich sei die Lust, du ersticktest in der Brust Treue, die, o Heiland, dir das Gefühl der reinen Freuden, gebührt, mich zum wahren das den Freund der Tugend Glücke führt. lohnt, wenn sie in dem Herzen wohnt. that day scale 4. Gleich dem Traum der Morgenstunden, der so leicht uns Menschen trügt, uns bezaubert und entfliegt, sind sie plötzlich nun verschwunden, jene Lüste; der Genuß, der mir bleibet, ist Verdruß. 9. Ja, ich will der Sünde Wege fliehen und gewissenhaft, unterstützt durch deine Kraft, wandeln nur der Tugend Stege; selig wird für mich die Zeit, seliger die Ewigkeit. 30h. Flittner, 1818-1678. duit sbs sid siit monti d d ul Scham und Reue. ug 100 aid 5. Uleber die begang'nen Sünden quälet Reue jetzt mein Herz; ihren Stachel, ihren Gott läßt walten 2c. Schmerz geben sie mir zu Mel. 241. Wer nur den lieben 19 empfinden; tief gesunken seh'ich 169. Vor dir verklagt uns mich, und ich weine bitterlich. das Gewissen, und zeuget laut von uns'rer Schuld, daß reuevoll wir flehen müssen: du, Gott der Langmuth und Ge duld, sei gnädig uns, und im Gericht' verwirf uns, o Erbarmer, nicht! distpigrad 2. Ach, wolltest du, Herr, mit uns rechten, vor Scham verstummen müßten wir. Wo ist von allen deinen Knechten auch einer nur gerecht vor dir? Ja, Heiligster, vor deinem Blick tritt auch der Reinste noch zurück. oid asdsp 6) 3. Drum, Herr, bekennen wir im Staube dir unsrer Uebertretung Schuld. Du bist 6. Doch, ich will nicht immer zagen, drückt mich gleich des Elends Joch; Jesus ist mein Heiland doch. Auch der Sünder darf es wagen, glaubig zu ihm hinzugeh'n, darf bei ihm um Hilfe fleb'n.. 7. Sieh, ich komme: hilf mir Armen! Reuevoll blick' ich nach dir; ein Erlöser bist du mir. Schenke, Herr, mir dein Erbarmen; sei mein Führer, sei mein Licht, meiner Seele Zuversicht alle 8. Ich gelobe dir auf's Neue, dem mein Herz sich heute weiht, kindliche Ergeben Von der christlichen Besserung.. 175 gerecht, doch unfer Glaube| Mel. 214. Liebster Jesu, wir vertraut auf deine Vaterhuld, sind hier 2c. ajut die Trost und Gnade dem 170. Bater, der so gern gewährt, der reuig zu dir wiederkehrt. verzeiht, gern uns seine Liebe schenket, und wenn uns die Sünde reu't, mit Erbarmen an uns denket, laß auch mich, im Schmerz der Sünden, Trost und Gnade bei dir finden! 4. Auch uns hast du, in deinem Sohne, den Seelen retter dargestellt. Eröffnet ist zum Gnadenthrone der Weg für eine Sündenwelt.is Voll Hoffnung nahen wir hinzu und finden für die Seele Rub'. 5. Für uns ist ja sein Blut vergossen; es war zum Opfer dir geweiht. Dies theure Blut für uns geflossen, verkündigt uns Barmherzigkeit. Wir sind versöhnt, du willst verzeih'n, und liebreich unser Vater sein. 6.7 Ja, gnädig bist du! Zum Verzeihen, zum Wohlthun bist du stets bereit, und wenn wir unsre Schuld be reuen, beweisest du Barm herzigkeit. Vom Tod erlöst, beglückt sind wir, o Preis, Erbarmer, Preis sei dir! 2. Oft versäumt' ich meine Pflicht, fing schon oft an, ste zu lieben, und ermannte mich doch nicht, sie mit Eifer auszuüben; war verdrossen, schwäch und träge und ging dann. verkehrte Wege.dego 3. Oft der Leidenschaften Spiel, that ich das, was ich nicht wollte; wankte, strauchelte und fiel, liebte, was ich hassen sollte, und befleckte mein Gewissen, von Verblendung hingerissen. 6 hand mad 4. Allzu oft, ach! ward dies Herz der Verführung sichre Beute, fühlte zwar der Neue Schmerz, doch nach furzem Gegenstreite, ließ es sich zu neuen Sünden, gar zu leicht nur, willig finden. 7. Es zeuge künftig unser Leben, o Gott, von deiner Gütigkeit! Mit Ernst nach wahrer Bess'rung streben, nur thun, was uns dein Wort 5. Ja, ich will nun, wie gebeut, dies soll des Dankes ich soll, alles Böse flieb'n und Opfer sein, das wir für deine hassen, heiliger Entschließung Huld dir weih'n minivoll, mich durch nichts mehr Christoph Christ. Sturm, 1740-1786. irren lassen; will mein Herz 9 Von der Heiligung des Menschen. 176 ganz bir ergeben, und nach deiner Vorschrift leben. tad kein Leiden soll mich dir ent zieh'n. Weich, Eitelkeit, io Sünde, weich', Gott hört es: jetzt entfag ich euch.is A 4. Jan Gott, du hörest mein Versprechen; tief siehst dun in meindliHerghinein. Sollt' ich den Eid auf's Neue brechen, so wirst du einst mein Richter sein. Hilf nur, daß nie mein Herz vergißt, wie schwer ein solcher Meineib ist! Gott, regiere du mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß ich, der Frömmigkeit ergeben, in allem Guten standhaft sei; dann Thron' des Sieges Kranz, der Treue Lohn. 171. mir einst an deinem neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich heut' auf's Neue mich ganz zu deinem Eigenthum. Von deinem guten Geift allein will ich hinfort geleitet sein. Christoph Chrift. Sturm, 1740-1786. 2. Vater, nimm von deinem Kinde den theuern Eid der Treue hin; versucht in Zukunft mich die Sünde, so will ich ihre Neße flieh'n, und immer mich der Tugend weih'n. Sieh, dieser Tag soll Zeuge sein. 3. Nein, niemals will ich treulos werden, nie deine guten Wege flieh'n. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, 6. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, diesen Vorsatz auszuführen; laß im Kampf der Leidenschaft mich bod nie das Ziel verlieren; Lehre mich das Gute lieben, stärke mich, es auszuüben! Joach. Christ. Grot, 1783-1801. Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besserung. als 5. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. Herr, dir gelob' ich Thron Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 172. Kehr', Sünder, umt der Heil'ge schuf dein Wesen rein und gut. O, höre deines Gottes Ruf, und fass' zur Bess'rung Muth. 2. Blick um dich her in der Natur! Folgt sie dem Schöpfer nicht? Du, der Vernunft- geschmückte, nur vers letztest deine Pflicht. 3. Wie sich zur Tugend Lust gesellt, so wohnt beim Von der christlichen Besserung. 177 Laster Schmerz; siehst du da so laut? Hat er sein heiliges nicht, was Gott gefällt, und Gebot nicht deiner Brust verrührt es nicht dein Herz? traut? 4. Reißt nicht des Tugend- 6. Hör' Gottes Stimme freundes Bild den nachtum wölkten Sinn mit Allgewalt, und dennoch mild, zur Tugendliebe hin? a überall! sie ruft zur Besserung. Steh' auf, von deiner Schwachheit Fall, und hoff' Begnabigung. Lan 3. P. Hundeiter, 1752-1836. 5. Spricht nicht in deinem Innern Gott so deutlich und 173. fe ¤.. Eigene Melodie. neist rin= gen, drin= gen; Wenn du, mein Gott, ver- langst, ich soll nach Tu- gend stets weiter, Schritt vor Schritt, zum Zie- le vorwärts was suchst du sonst da= bei, als mich beglückt zu seh'n? Denn dei ne 1648. teit kann ich durch nichts er höh'n. a Se= lig2. O Gott, wie gut bist treulos wär' ich dann, wie du! Vergäß' ich deinen Willen, feindlich gegen mich, und, o der mir zum Heile dient, wie undankbar, mein Schöpfer, aufrichtig zu erfüllen; wie gegen dich! 12 178 Von der Heiligung des Menschen. 3. Du hast nicht recht endet ist alsdann des müden gethan!" So spräche mein Pilgers Lauf, und du, o Herr, Gewissen früh oder später nimmst mich zu ew'gen Freudann, und seinen Trost ver: den auf. missen, ist, wenn uns Unglück trifft, des Leidens größte Pein; denn auch den herbsten Schmerz versüßt nur er allein. 4. Gott, darum laß mich stets die inn're Mahnung ehren, nie des Gewissens Ruf mit Leichtsinn überhören! Es warnet mich vor nichts, als was mein Elend mehrt; es billigt keine That, die mich vor dir entehrt. 5. Doch, wann ich seinen Wink fromm, als den deinen, achte, und, was es mir gebeut, stets zu erfüllen trachte; dann baut in meiner Brust Zufriedenheit sich an, und mit getrostem Muth geh' ich die raub'ste Bahn. 6. Weit höher schätz' ich dann die Gaben deiner Güte, mein off'ner, reiner Sinn, mein ruhiges Gemüthe schaut traulich auf zu dir, du schaust auf mich herab, und doppelt freut mich dann, was mir dein Beifall gab. 7. Ja, drobte selbst der Tod, mich plötzlich zu entrücken, so wird ein ruhig Herz beim Abschied mich erquicken. VollUnbet. Verfaffer. sd 10975 $ 1976 8980 Warnung vor dem Aufschub der Besserung. ottopi Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 174. Bor Gott sind keine Sünden klein, wie sehr sie es auch scheinen. Nur wenn wir ganz das Herz ihm weih'n, nur dann sind wir die Seinen, und preisen ihn durch Wort und That, daß uns sein Sohn erlöset hat, damit wir selig würden. 2. Wer nur der kleinsten Pflicht entweicht, fann großes Heil verlieren, der kleinste Fehltritt kann uns leicht zum größten Laster führen, und wer nur eine Sünde liebt und ihrer Herrschaft sich ergibt, verscherzet Gottes Gnade. 3. Gerecht, o Gott, ist dein Gericht; ihm eilet er entgegen. Durch Sündenschuld erlangt er nicht den ihm verheiß'nen Segen. Sein Frevel bringt ihn um sein Heil; er hat am Himmel keinen Theil Von der christlichen Besserung. 179 das denken! B mich wohl be- deinem Dienste weibe: so kann das Tip 4. Hilf, daß ich stets mit ich deiner Huld mich freu'n, so werd ich stets bemühet stillem Schmerz den kleinsten sein, an Heiligkeit zu wachsen. Fehl bereue; mit heil'gem Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Sam Ernst mein ganzes Herz nursigang stop Jupijul med 3***** TA QUITO 175. 18 191911 Sul ank 850 Eigene Melodie. 19502 och heldiad und then mad On How 100 alpin Tod hitt 19minut es aft 109] Ma che dich, mein Geist, be reit, wa che, bet' und daß dir Gott Be- ständigkeit E ? in der Tu- gend wer sich ficher mol tebisutins bill of ist Bunda Joh. Rosenmüller, 1655. $ I ndo could not d m 80 mantiniels mistrebe, ad Denn wie leicht irrt und weicht, gilst slut gemad belod 1916l79 and slüte ug 19 millors but ifra A chi dopadlu trafin träu= met, und zu strei- ten 775 90 mic säumet. op di dus la adfumatol 2. Sage nicht: noch hab' wohl in Acht vor des Lasters ich Zeit; jetzt darf ich noch schlafen! Dent' an Tod und Ewigkeit, dent' an ihre Strafen; sieb, der Tod, der dir broht, kann dich leicht, in Sünden, unbereitet finden. 3. Auf, und nimm dich Schlingen; bald kann, wenn der Geist nicht wacht, dich das Fleisch bezwingen. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 4. Wache, daß der Wahr12* 180 Von der Heiligung des Menschen. 176. Willst du bie Buße heit Licht dich erleuchten möge! Mel. 173. Wenn du, mein Gott Wer nicht seh'n findet verlangst 2c. nicht Gottes Ziel und Wege. Hin und her wantet er; träumt und wähnt, in Sünden Rub' und Glück zu finden..ON noch, die Gott gebeut, pers schieben, so schändest du sein Wort, und kannst dich selbst nicht lieben. Ist denn die Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? the brud 13 Mol AIS 2. Allein wie schwer ist's nicht sein eigen Herz be kämpfen. Begierden widera steh'n und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwers allein, zu deiner Ruh', ist dies der einz'ge Weg, und dem entsagest bulinda mai 3.2 Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie ver gessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemeffen Was weigerst du dich noch? Hat er, den du verklagst, wohl mehr von dir verlangt, als du zu thun vermagst? is anat 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn du ihm findlich dienest, und seiner werth zu sein, im Glauben dich er tühnest? Wenn du die Tu gend übst, die Gott, dein fts Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? bid.ano 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be zwinge, oben, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe! Wach und sieb, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. ist 06.11Trau dem Herzen nie zu viel, denn es trotzt und zaget; plötzlich wird der Sünde Spiel, wer zu spielen waget. Leidst betrügt fie und siegt, wenn wir selbst uns heucheln, fest zu sein uns schmeicheln. 7. Aber bet quch stets dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit freis und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit auf dem Tugendpfade und gewährt dir Gnadelja brud 8. Die Erbörung des Gebets wird uns nicht entgehen. Darum, Christen, laßt uns stets wachen, kämpfen, flehen! Euch ist schon euer Lohn bei dem Herrn bereitet; wach't nur, betet, streitet! Joh. Burth. Freystein, geft. 1720. Von der chriftlichen Besserung. 181 11.Was zögerst du denn der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst, durch Schuld erzeugt, die wahre Heiligung? noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, follst du es flieh'n und hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt fie Gott allein 1d96. Gott beut bie Kraft dir an, bas Gute zu vollbringen; soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft, und di vei läugneft fie? Er jendet dir fein Wort und du gehorchst ihm nie? 89 10. Genügt's zur Selig keit, des Glückes der Erlösten, wann uns der Tod ergreift, uns sicher zu gefröffen; reicht das Bekenntniß hin, daß uns die Sünde reu't: so ist kein leichter Wert, als unsre Selige feit. nolleff gose 9. Ist Beff'rung benn ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Ist noch das Herz nicht rein, dem Glaub' und Liebe fehlen, und ist es dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zitt're vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst.di 17. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz, ich hab' es ihm verheißen, mich noch der einst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer!" Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt wächstte nicht durch die Beit? d d 39 10 12. Suchst du den Weg zu Gott, so muß sein Geist dich rühren, und dieses Geistes Kraft dein Herz zum Glauben 8. Je öfter du vollbringst, führen. Der Glaube heiligt was Fleisch und Blut befohlen, dich, durch Heiligung allein wird stärker auch der Hang, wirst du mit Gott verwandt die That zu wiederholen; und gehst zur Kindschaft ein. scheu'st du dich heute nicht, 13. Erlöst bat dich der des Guten Feind zu sein, Herr, nicht, daß du Sünder um wie viel weniger wirst bliebest, und, sich'rer, als du dich morgen scheu'n! zuvor, des Lasters Werte ds triebest. Geböt' dir Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so wär' es nicht von 182 unserer Heiligung etc. Von den Mitteln zu Gott; Gott widerspricht sich nicht. graded thin id 14. Noch heute, weil du lebst und Gottes Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest! Gehorche deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, nicht ewig dich mit ihm und mit dir 18. Begreifft du Gottes selbst entzwei'n. misd iais trad dn17. Wie füß das Laster sei, es giebt doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein ist er von Gott beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, zerstört sein eignes Heil. ann 1.90 Huld, ist dein Vertrau'n bes scheiden, bann trägst du, mit Geduld, auch selbst die schwersten Leiden; die Buße hebt das Herz zu deinem Gott empor, und aus der Trübfal Nacht gehst du getroft hervor. mis19. O, d Heil dir, wenn alsdann des Lebens Tag sich neiget, gindit deiner Laufbahn Ziel sich in der Nähe zeiget; du fürchtest nicht den Tod; als Sieger in dem Streit verbürgt dein Glaube dir des Himinels Geligkeit. hodnsifica rolichrift. Fürchteg. Gellert, 1715-1760. msgnog od 197 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen; was zagst du? Wär? der Kampf auch Anfangs noch so heiß: Gott hilft, und herrlich ist des Ueberwinders Preis.nnd 16. Ruf Gott in Demuth an; er tilget deine Sünden. Läßt der Gerechte dich, daß du gefehlt, empfinden, so widers streb' ihm nicht; denn alle Traurigkeit wirkt, wenn sie göttlich ist, zu deiner Seligkeit. 1 munito da dute anni asusi andi fidsin do thisendall gro ha siddim disinin olsun gildn @ 3d is) 89 aj gnugis adal ashid VII. Von den Mitteln zu unserer Heiligung und Seligkeit. Von dem Worte Gottes. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 177. Wir haben das Gesetz ind of lo des Herrn; er hat es uns gegeben. Wir, er ist Herr, wir follen gern nach seinem Willen leben. Gott, mache Von dem Worte Gottes. 183 dich uns selbst bekannt, und der Lüste Tyrannei, das ist gib uns Weisheit und Verstand, was du befiehlst, zu faffen. ssible on dir nicht verborgen. 6. Drum gib du selbst uns Muth und Kraft, der Tugend Weg zu wandeln, und immers dar gewissenhaft zu denken und zu handeln; denn nur wer reines Herzens ist, und seiner Pflichten nie vergißt, darf einst dein Antlitz schauen. groboh. Jac. Nambach, 1893-1735. 3.19 Es läst're, Gott, dein Mensch dich nicht; sei feiner Ehe Schänder kein Frevler, welcher Eide bricht; kein Schlemmer, kein Verschwender, kein Freund von üppigem Ge schwäh! Das willst du, Gott, doch dein Geset gebeut noch höy're Pflichten. piel 894.Wir sollen uns ge20 Du Gott, willst mehr, als daß ich mir nicht List noch Trug erlaube, daß ich, aus Sklavensucht vor dir, fein Mörder sei, noch raube. Was hilft's, daß weder Herz noch Fuß, noch Auge sündigt, Gott, es muß mein ganzes Herz dired opefted asdis), bid folgen. susid; die neft Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 20piläg 178. Wann heiße Thränen mir entfließen, mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, dann sint' sich, Herr, zu deinen Füßen und finde, was mir Tröstung bringt; dann wird der Glaube mir ein Licht, das meines Rummers Nacht durchbricht. thin and def wissenhaft in allem Guten 2. Du, Heiland, bietest üben, und dich, mit aller uns'rer Kraft, von ganzem Herzen lieben. Nicht jede Handlung nur soll rein; selbst jede Neigung soll es sein, der stillste Wunsch unsträflich. 5. Das forderst du; doch, Gott, wer hat die Kräfte, deinen Willen stets durch Gedanken, Wort und That, mit Treue zu erfüllen? Wie kraftlos unser Wille sei, wie groß jedem Müden Erquickung, Muth und Hoffnung an, und giebst ihm jenen innern Frieden, den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieses Friedens Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, wenn Kleinmuth unsern Geist verstimmt, willst du uns Schwache nicht beschämen, so lang ein Glau 184 Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. bensfunte glimmt; du fachst Mel. 181. Er starb, der sid ihn an, du nährest ihn, und größte 20 mgJa} bald wird er von Neuem 179. Dein Wort, so Höchster, glüh'n. thi idol 4. Du stärkst die schon gefunt'nen Hände, stellst fest des matten Kämpfers Fuß; gibst der Versuchung solch' ein Ende, daß unser Dank dich preisen muß, und führst auch durch die Prüfungszeit uns nur zu größ'rer Herrlichkeit, ist vollkommen, resmlehrt uns) ganz des Menschen Pflicht, es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sicher'n Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und d mit Gehorsam ehrt! LASKE 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß; verfündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewißst Es lehrt uns, Höchster, wer du bist, und was dir wohlges fällig ist bis stlig, im driet 3Dein Wort erweckt uns, mi dichozu lieben, zeigt, wie du denen Gutes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben und wie du väterlicht uns liebst.c Und was es uns, o Herr verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. od golf 5. Wir würden immer unterliegen im Kampfe mit der Leidenschaft; wir könnten keinen Feind besiegen, erfüllt uns nicht des Glaubens Kraft; doch wenn dein Geist nur auf uns ruht, so stegen wir mit Heldenmuth. nis 6. Der Glaube, Herr, ist unsre Stärke; er überwindet alle Welt, und wirket in uns Gottes Werte, und Tugend, die dir wohlgefällt, und jeder Sieg, den er verschafft, belebet uns mit neuer Kraft. 4. Gott, dies dein Wort kann mehr beglücken, als alle Schätze dieser Welt; dem, deri dich liebet, ist's Entzücken, nur das zu thun, was dir gefällt; und bleibt er treu hier in der Zeit, so lohnt ihn dort die Geligkeit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, rusty Sunday ni 7. Verleib', o Herr, mir diesen Glauben, der mehr ist, als blos frommer Schein! Laß nichts mir seine Freuden rauben; laß ihn durch Liebe thätig sein, dann werd' auch ich in jener Welt den Außer wählten zugesellt. Sam. Gottl. Bürbe, 1758-1881. mondtag 150 spaugilist 39 Gebet. matik, mó mol die dein Wort mich lehrt. Laß folgsam mich auf alles achten, was bein Befehl von mir be gehrt. Dann fließen Trost undi Seelenruhsdauch mir, aus deinem Worte, zu.msd idig 09 u rsbf30h. Unbr. Cramer, 1723-1798. 89 190 Bilst@birsin da trde best. molho Itede munirad tim Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 1919 180. Könnt' ich in Angst und Röthen nicht Gott vere trau'n, nicht beten: wie elend wär' ich dann bWoTrost und Hoffnung weichen werd wird mir Hilfe reichen, wenn ich zu Gott nicht fleben kann? 12.siaOftgis raubten banged Schmerzen den Frieden meinem Herzen und störten meine Ruh; doch wann mich um mer quälte, dann flebt id, dann beseelte mich Trost; er floß von Gott mir zu. dn 3. Dann trug ich meine Leiden mit größerm Muth, ja, Freuden und Rub' em pfand mein Geist; ich fand sid enud mud and 181. Mel. Er starb, der of tis& ad di indal c! 185 dann im Gebete den Trost, um den ich flehte, den Trost, den, Gott, dein Wort verheißt. -04. Fleht' ich zu dir am Morgen, so schwiegen meine Sorgen den ganzen Tag in mir mit ruhigem Gemüthe vertraut' ich deiner Güte, und überließ mein Schicksal dir 65. Und ruhig war mein Schlummer, so oft ich meinen Rummer, Gott, dir zuvor getlagt du, Herr, wachst für mein Leben; von diesem Trost umgeben, war meine Seele unverzagtighed dissmis 6. Noch werden viele Tage mir traurig, unter Plage und Gram, vielleicht vergeh'n; lağ, Herr, in meinen Leiden nichts bem Gebet mich scheiden, mich immer freudig zu dir fles'n! 87. O, laß mich stets empfinden, daß die Erhörung finden, die glaubig dir vertrau'n! Mitruhevollem Herzen will ich, in meinen Schmerzen, auf dich nur meine Hoffnung bau'ndom and educ nish Joh. Dan. Dilthei, 1752-1795. dustanist in größte Held 2c. un dret mind 1804. Dein Heil, o Christ, nicht zu ver- scher- zen, sei Ein Fleh'n aus rei nem, gu= tem Her- zen hat 186 Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. 160 fid od of: 1dst sdoflistn wach- sam, willig zum Ge- bet¹! and fisEr mistis dielig Gott, dein Vater, nie ver- schmäht. tra nisdim ond • 13d Lie- be selbst, und hört, was feineret to the sid Junoni furo 1906 onist 01 preolud onist gol ibisgal sotto red ni mogolled bid tisgör mishe I thing reinid pullin, dies erhab'ne Glück muthwillig selbst von sich zurück. 5. Von Gott nur and muspied unser это Herz begehrt.dtud du figt unbla ta 1982.0 2. Erhebe dich zu seinen Höhen, mit Dant und Flehen, oft und t und gern! Er läffet, was dir nützt, geschehen, ist, dir zu helfen, niemals fern, und thut, wenn du recht ernstlich flebst, mehr, als du Bittest und verstehst. with 3. Weld' Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steb'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf er eines Men schen Fleh'n? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten bir gebeut. im 10010130 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet?" Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht, zu beten, 7 schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein, und stößet Wid Wohl begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht; und, was wir wünschen, ihm er klären, erhebt dies uns're Seele nicht? Es gibt uns Muth und stärkt die Kraft Kopfk zur Dämpfung jeder Leidenschaft. thont 6. Der Furcht des in Höchsten stärken, in dem Vertrau'n, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt; dann triffft du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen kann. Gott, laß uns nicht dies Heil verscherzen! Gib Kraft und Lust uns zum Gebet! he gragilise Gebet. abić nall Und wenn der Mund, mit zu Gott, und fübl' im Leiden, frommem Herzen, zu dir um Vaterliebe flebt: so höre mich, gib meinem Geist das Glück, das mir dein Wort verheißt. Ch. F. Gellert, 1715-1769. Mel. 181. Er starb, der größte Held e. 182. Komm' betend oft und mit Vergnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht; laß keine Trägheit dich besiegen in der dieser Pflicht! Nein, übe zu Gottes Preis und deinem Heil, mit treuem Fleiß! Se 2. Sei immer redlich, zu begehren nur, was dein Herz dich bitten heißt. Wie kann ein leeres Wort ihn ehren? Er fieht dein Herz! Gott ist ein Geist. Nur Glaube, nicht der Worte Pracht, ist's, was dein Fleh'n erhörbar macht. 3. Doch darfst du, betend, nicht bedingen, wie dich der Herr erhören soll; will gleich dein Wunsch dir nicht gelingen, fein Rath bleibt dennoch liebevoll, und sagst du ihm Vertrauen zu, so wante nicht, sonst spotteft du. 4. Bet' oft zu Gott, und sieh in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft 187 daß du ein Kind der Vorsicht bist. Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft, er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Erwäg' mit dankendem Gemüthe, wie viel er für dein Bestes that; schau' auf den Ernst und auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug Ges duld; erkenn' und preise seine Huld. 6. Bet' oft; durchschau' mit froßem Muthe die göttliche Barmherzigkeit des Mittlers, der mit seinem Blute uns vom Verderben hat befreit; und eigne dir, zu deiner Ruh und Heiligung, sein Opfer zu. 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, wo nichts matat dich, ihm zu naben, stört. Dent' nicht: wenn ich mit Vielen bete, wird eher, was ich bat, erhört. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzufleh'n, des Höchsten Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöh'n. Fühl' der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt. 188 Von den Mitteln zu 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüber, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glider, wär auch ein Glied davon dein Feinbu Solch' Bitten, das aus Liebe fließt, hört Gott, der selbst die Liebe ist.nl edunt u odms tied 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen, und das Böse scheu'n, in Lieb' 12. Gott, stärke mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Bitt' und Fleb'n! Doch meine Fehler bei dem Beten, wirst du Bater, überseh'n, weil mich, der dir zur Rechten ist, durch seine Mers D unserer Heiligung etc. Melo 141. Mach's mit mit, Gott, nach deiner Güth 2c. af Fürsprach' unterstützt. 01503548 du Ch. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. 183. In Glück und Unglück bist du mir der seligste Ge danke! Ich finde, Höchster, Licht bei dir und Stärkung, wenn ich wante. Du bist's, von dem mir Freudequillt, und du, der meine Klagen stilltid b fred find und Eifer nichts erfalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenrub's fagt Gott dir, wenn du betes, zubid fisping selbst guten Samen, wo ich dai duy stest pidus i fa tann, Thor nsmisd( brtid 11. Bist du ein Herr, dem 3. Seb' ich den Reiz der Andre dienen, jo schäme bich Frühlingsflur sich um mich so der Andacht nicht. Wie schön, her entfalten, und deiner herr wenn auch im Beten ihnen lichen Natur stets wechselnde oft leuchtet deines Beispiels, Gestalten: so blickt mein Geist Licht; dann sind durch auch die erbaut, die Gott, der Herr, dir anvertraut. dich 3 zu bir empor; nur du riefst diese Pracht hervor. nad tim 2. Seb' ich des Guten schöne Saat von edlen Menschen streuen, so fühl ich. jede gute That wird, Gott, durch dich gedeihen, und dir vertrauend, streu ich dann 4. Seh' ich im weiten Korns gefild die goldnen Nehren wallen, so fühl ich, wie du, gut und mild, uns nährst mit Wohlgefallen, mit Liebe deiner Kinder Schaar stets reichtest, was ihr nöthig war. 5. Wenn mich der Liebe Glück erfreut, und treuer Freundschaft Segen mir rings der Freude Blüthen streut Gebet. isti# 56 inc 189 darf Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan ac.id 184. Welch hohes Borrecht schenkst du mir! Dein Lob, Herr zu verkünden Asche nur und Staub vor dir, auch ich mich unterwinden. Es kann mein Geist, wie schwach er heißt, empor vom Staube bringen, zu dir sich betend schwingenbid nstled neduol Wenn auf des Leidens 23 Jch darf mit froher Zuvérsicht vor deinem Thron era scheinen und du, mein Gott, verwirfst mich nicht, du zählst mich zu den Deinen. Du zeigest dich mit bäterlich, so oft ich zu dir trete und kindlich vor dir bete. ice IT ts gangili auf meines Lebens Wegen: so dank' ich, Gott der Liebe, bir; denn du gabst diesen Segen mir. sdrig ud fid 6. Und wollen Welt und Sinnlichkeit mein Herz für's Eitle rühren, vom Streben zur Vollkommenheit, zur Sünde mich verführen: Du Heiligster, dann dent' ich dein, um in Versuchung start zu sein. Dornenbahn der Wehmuth Thränen fallen, so blick' ich Hoffnungsvoll hinan zu deines Himmels Hallen. Dann wird des Kummers dunkle Nacht durch deinen Trost mir hell gemacht nad chids 8 68. Und wintet mir des Todes Hand; mir graut nicht vor dem Tode. Er naht sich nur von dir gefandt, und kommt als Friedensbote, der mich von aller Noth befreit, und mich zum Himmelsbürger weiht. 9. Ja, freudig blick" auf zu dir mit kindlich from mem Danke! In Glück und Unglück bist du mir der seligste Gedanke. Heil mir, daß einst ein Tag erscheint, der näher mich mit dir vereint! bi le mondlag eld, die Siegericht's an sanftem ich 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch eigne Kraft bezwingen und so den Deniz Gerb. Ab. Neuhofer, 177 1773-1816. tisf le soust 4. Sinne mir, an Liebe gegen Brüder: so flieh' ich betend hin zu dir und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeibt mit Freundlichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht' ich im Gebet Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! hopite Joh. Andr. Val. Weigel, 1740-1806. 190 mit Schmerz mein fehlervolles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh' zu dir: verzeihe mir! und du willst gern verzeihen und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen; wenn mir des Lebens Glück entflieht, und edle Freunde fehlen: so wend' ich mich getrost an dich; du lehrst mich mit Entzücken, im Elend Heil erblicken. 6. Jn stillen Stunden dent' ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft, verkehr't ihr euch in Leiden! Und dent' ich dies, so fühlt gewiß mein Herz fich angetrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. a 8. O, welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohneft dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut, auf dich nur baut, den krönest du mit Gegen auf allen seinen Wegen. sin 9. Du, Geist der Kraft und des Gebets, o stärke mein Vertrauen, und laß mich nur recht findlich stets empor zum Himmel schauen. Und kann Mel. 173. Wenn du, mein Gott, subverlangst 2c. im 185. Herr, höre mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ers greife, leite mich, flöß' Kraft mir Schwachen ein, laß nicht umsonst mein Fleh'n um deine Gnade sein. 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weih'n. 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück, ich wünsche, gut zu sein, und immer hab' ich doch so viel noch zu bereu'n. ads 4. Das siehst du, Herr, mein Gott, o siebh' es mit Erbarmen, und reiche deine Hand, voll Vaterhuld, mir Armen. Gib meinem Geiste Gebet. attilfe, ns6 mo grogh Licht, gib meinem Vorsatz Kraft: so kämpf' ich nicht umsonst mit Welt und Leidenschaft. 191 Geist gefährlich wird, dann steh' mir bei, mein Gott! 6. So werd' ich deinem Dienst vergebens mich nicht weihen; der Schwachheit Fehler 5. Ich bin ein Pilger hier, wirst du gnadenvoll verzeihen. umringt von vielen Sündern; Hab' ich dann, dir getreu, ihr Beispiel könnte leicht der vollendet meinen Lauf: so Tugend Eifer hindern. Wenn nimm, Herr, meinen Geist in der Verführung Gift, des deinen Himmel auf! po Leichtsinns frecher Spott, demoins 306. Aubr. Cramer, 1723-1788. Horft gan bir stistisrg of nslds] sanus this 186. slás dis nutrimid an fortse bim bi f'diser Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag 2c. fg ad mis odon 108 Nic. Hermann, 1560. Jade nDu, deß sich al= le Himmel freu'n, auch uns- re See le 30990 910 898freut sich dein, daß du, deß Macht un endlich ist, daß medail Bu du, Gott, unser Vater bist in Ewig- feit. ainda este libristine dusg 2. Weit, über unser Denken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Dich ehre, wer dich, Vater, kennt, so oft er deinen Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium. Mach' unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und, wohlzuthun, nie müde wirst, dein Wille, Weisester, gescheh' auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit. 5. Was unser Leben hier 192 Von den Mitteln zu erhält, gib uns, so lang' es dir gefällt; doch schenk' uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sei und dir vertrau'! 6. Vergib uns, Vater, unsre Schuld, trag unsre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Bruders Fehler gern verzeih'n. Hilf du uns, Herr! 7. Zu heiß sei die Versuchung nicht, o stärk' uns, wenn uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mächtig bei, mach' uns im Guten fest und treu, Erbarmender! 8. Erlöse du uns, treuer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth. Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf, uns zu dem bessern Leben auf, du, dem wir trau'n. 9. Dich preist des Himmels Heiligthum, die Erde feiert dei nen Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobt seist du! Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1808. Von den heiligen Sakramenten und der Confirmation. Laufe. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 2c. unserer Heiligung etc. Jesu Lehren, dich, Vater, deis nen Sohn und Geist, so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist; o, welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht der Christen mein. Du weihtest mich im heil'gen Bade zum Bürger deines Reiches ein, und thatest in der Folgezeit an mir noch mehr Barmherzigkeit. 3. Du öffnetest mir das Verständniß durch deines Sohnes Lehr' und Geist; sie leiteten mich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehri und preist, und welches Heil dein gnäd'ger Rath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht, vom Leichtsinn hingerissen, mein Herz dich undankbar vergaß, erinnertest du mein Gewissen an seine Pflicht ohn' Unterlaß, und wecktest mich zum Tugendlauf durch deine Wahrheit mächtig auf. 5. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem, väterlichen Triebe schon so 187. Ich bin getauft nach viel Gutes zugewandt. Wie Von den heiligen huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 6. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weih'n? nicht gern auf deine Stimme hören, und kindlich dir gehorsam sein? Was dir mißfällt, sei fern von mir! Geheiligt sei mein Leben dir! 7. O, stehe nur mit deinem Geiste, wie du verheißen hast, mir bei, daß ich, was ich versprach, auch leiste, und treulich dir ergeben sei; und fehl' ich auch, darf ich doch nicht, mein Gott, einst fürchten dein Gericht. 8. Erwecke mich durch deine deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf ficherm Pfade des Glaubens und der Heiligung! Der Tugend, Vater, mich zu freu'n, dies laß mein stetes Streben sein! 9. Gib mir Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe thätig sein! Laß nichts mir meine Würde rauben, flöß' in Versuchung Muth mir ein! Mit dieser Kraft in meiner Brust besieg' ich jede böse Lust. 10. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu Sacramenten etc. 193 dir, voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beflissen, das jedes Böse ernstlich scheut; ein Herz, voll Zuversicht zu dir, und voll Geduld, verleihe mir! 11. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß dir ich leben mag! Laß mir den Tod vor Augen schweben, und kommt dereinst mein Sterbetag, so sei mein Ausgang aus der Zeit ein froher Gang zur Ewigkeit! Joh. Jac. Rambach, 1698-1735. Mel. 138. Meinen Jejum laß ich nicht 2c. 188. Betend nahen wir uns bir, bringen dir auf unsern Armen dieses Kind, dich flehen wir, großer Vater, um Erbarmen! Es ist dein, es lebt durch dich, schüße du es väterlich. 2. Schwach und hilflos liegt es da, ohne Kraft, zu dir zu flehen. Aber du bist ihm doch nah, sorgest mehr, als wir verstehen; führst es aus der Nacht zum Licht einft, durch deinen Unterricht. 3. Sieh, wir weihen dir dies Pfand deiner väterlichen Güte, daß es deine Vaterhand leite, segne und behüte; 13 194 Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. mehr, als unsre Liebe kann, nimmst, Herr, du dich seiner an. errichtet, undgizum Tugendfleiße hier durch die Taufer 4. Zu der Christen hohem uns verpflichtet, daß wir uns Glück ward es hier von dir diritreuitergeben und, als erkoren. Ach, es weiche nie Christen, christlich leben! I zurück, seid vergebens nicht 3. Sieh, wir alle finds geboren, förb're, seinem Hei land gleich, unermübet Gottes Reich.dnu su gnd, bereit, uns von Neuem diru zu weiben; gib dem Vorsatz Festigkeit und zum Guten dein Gedeihen! Leite uns auf deinen Wegen unserm großen Ziel entgegen. -1862. I snis Joh. Jac. Mayer, 1769-1852. höc mod ad sid uudigilis is 5 5. Biebend, wie ein gutes Kind, müss' es dich als Vater ehren, deinem Sohne gleich gesinnt, nur auf deine Stimme hören! Gottes Geist, erfülle du sein Gemüth mit Licht und Ruh'! ( 331) 6. Laß es, unter Schmerz und Lust treu an seinen Pflichten bangen; ach! es nähre ſeine Brust nie ein unerlaubt Verlangen. Wenn sein Aug im Tode bricht, Gott, o dann verlaß es nicht in and is Aug. perm. Niemeyer, 1784-1888 talen. R Liebster Jesu, wir find hier zc. Mel. 214. va dslr 189. Herr, dies Kind ist Herr, dies Kind ist dir geweiht, beiner Führung übergeben! Hilf ihm nun, mit Folgsamkeit, deinem Wort gemäß zu leben! 2aß es hier beglückt auf Erden, bort des Himmels Erbe werden! 2. Hilf uns allen, da auch wir gleichen Bund mit dir Confirmation. muilsg pa ned dnu od mnog Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. fr 6 190. Erhöre, Gott, erhöre der Flehenden Gebet, das, heißer jetzt und frömmer, dzu dir, Bater, fleh't. Vernimm den Schwur der Treue, den fieh dir kindlich weih'n; daß er fie nie gereue, woll'st bu ihr Beistand sein.in to di 2. Die Lust der Welt verzi schwindet, nur Wahrheit, Tus gend nicht; wer sie verläßt, der zaget drund fürchtet dast Gericht. Heil dem, der widerstehet, wenn Sünde lockt und Welt; die Lust der Welt ver gehet; nichts bleibt, was Gott mißfällt. Von den heiligen Sacramenten etc. no 3. Dir, ewiger Erbarmer, weih'n ihre Herzen sich. Sie wählen, Sohn des Höchsten, zum einz'gens Vorbilder dichid Ach! möchten sie sich halten zun bir in Freud' und Noth, und nimmer von dir weichen im Leben und im Tod.is nisd nolu sac. pautt, 1722-1795. tuo 8mm stis Insdisds Mel. 229. Allein Gott in der Höh' sei Chr ins Isi 191. Lob't Gott in seinem Heiligthum, die ihr den Höch: ften fennet, der uns sein Evans gelium von Jugend auf vers gönnet, der uns den Weg zur Wahrheit zeigt, und unser Herz zum Guten neigt; geb't unserm Gott die Ehre! 195 Schmerz fich findlich dir er gebe honis] bid ud mod Ammin 4dadHerr, wir sind dein; verlaß uns nicht! Nichts soll von dir uns scheiden! Dus bleibest unsre Zuversicht in Freude wie im Leiden. Ges treu bist bu; auch uns mach' treu, daß unser Bund be ständig sei liPreis dir und Dank und Ehre! im drift bisla atth. Münter, 1735-1798.09 Smumi smise jun uninnfisp Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' zc. ( Die Confirmanden.) ni 192. Heil diesem Tag, an welchem wir, o Bater, vor dir stehen und uns, boll Inbrunst, Heil von dir und deinem Geist erflehen! D, Geist der Gnade, Geist des Herrn, sei heut' und nimmer von uns fern! 2. Dein sind wir, Bater, Sohn und Geist; dich wollen wir bekennen. Von dem, was uns dein Wort verheißt, soll ewig nichts uns trennen! Nicht Ruhm der Menschen, nicht ihr Spott, nicht Trübsal, nicht ihr Martertod, nichts soll von dir uns trennen! un sdniot 2. Mit Ernst geloben wir auf's neu', dir, Heiland, treu zu leben, aufrichtig, ohne Heuchelei, uns dir nur zu ergeben. Hör't das Gelübb', 3. Den Weg der Wahrheit das wir gethan! Wir rufen wählen wir, drundtswissen| Gott zum Zeugen an. la deinen Willen; gib uns die Kraft sie kommt von dir ihn immer zu erfüllen! Er halt in deiner Lieb' das Herz, daß es im Glücke wie im - 3. Die Tugend, die uns Jesus lehrt, sei unser Schmuck im Leben, sie soll, wenn uns die Welt bethört, Kraft in Bersuchung geben, sie soll, auch 13* Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. Vor der Prüfung. 196 unter Schmach und Noth, sich nicht verläugnen bis zum Tod. 4. Nicht eitle Lust, nicht irdisch Gut vermög' uns abzulenken. Der Tugend wollen wir mit Muth stets unf're Herzen schenken. Ihr wiss't den Schwur, den wir gethani wir rufen euch zu Zeugen an. 5. Des Ewigen Allwissen heit soll warnend uns um. schweben; das Bild von seiner Heiligkeit in unserm Herzen leben, damit wir ernstlich uns bemüh'n, was ihm entgegen ist, zu flieh'n. vlad ( Die Gemeinde.) 6. Du gabst sie uns, blick, segnend, hier auf uns're iff Kinder nieder! Was but uns stod 2.119.8is Bangt uns, doch wir zagen nicht! Du, Bater! steb'st zur Seite, daß beines Geistes Kraft und licht uns würdig vorbereite. leib'st, gehöret bir gern bringen, bör' uns an; es soll fortan wir dir's wieder. De Geist der Gnade, Geist des Herrn, sei du von ihnen nimmer fern& 4 8. Pet. Flor. Weddigen, 1759-1809. dondust the S seg der T Shirt von dem, was wir bekennen, kein Glück noch Beid Jang trennen.dogsg Jomastisung do 16. z. with. Schulz, 1774-1848, bondag is dus Einsegnung. ma.. surss, red med mu 736 Jun qualsgdulh 194. Mel. Du, o schönes Weltgebäude, zc un idisung nislin mdi Joh. Crüger, 1656. P ( Die Confirmanden.) mer. 236. Was soll thut, das ist wohlgethan c. 193. Wie pocht das Herz ernsten Schritt zu wagen; der vor Angst und Luft, den Wahrheit Schatz in uns'rer Brust an's Tageslicht zu tragen; mit Glaubenskraft zur Rechenschaft une dem Altar zu nahen, und Segen zu empfahen. diss ( Die Eltern.) CANE M os ita Komm', o schmerz- lich süße Stunde Uns re Kinder, einst zum Bunde alon den heiligen Sacramenten etc. do ( nadomainoko blog lang ge- bofft und theu'r er Judi tch Jul sitis tbijt kauft! mit der Chri- sten- heit ge taulfonspun godaß sie, Vaster! = red; ndinu ge hören, wollen sie nun selbst bes dan padapen spis ou melat oriensuplim med schwören. Was 198011 wir P Schlußgesang nach der Ginsegnung 808 3 ( Die Gemeinde.) für die Deinen be= ten wir! 197 lie 29 NETIC ben, kommt von dir; u libin napag sit bad 2. Ach, in frommem Dank| euch, ihr neuen Mitgenossen, gerfließet tief gerührt, das an Jesu Christi Reich! Ihm, Elternherz; bieser Augenblick versüßet alle Sorgen, jeden Schmerz. Dir, der uns der Kinder Leben heut' zum zweitenmal gegeben, sie mit Vaterhuld bewacht, dir sei Lob und Preis gebracht. der sein Blut vergossen für eurer Menschheit Werth, für eures Daseins Glück, ihm geb't, was er begehrt, ein frommes Herz zurück. G. Fr. Wilh. Schulp, 1774-1842. Mel. 165. Gott, du frommer Gott 2c. 195. Der Höchste sei mit 2. Mit Freuden nehmen wir euch auf in unsre Mitte. Seid unsrer Kirche Zier, und denkt der ernsten Bitte: verlasset Jesum nicht, bleib't ihm allein geweiht; nur seiner Wahrheit Licht führt euch zur Seligkeit. G. Fr. Wilh. Schuls, 1774-1842. 198 Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. Mel. 188. Meinen Jesum laß usid ich nicht 2c7odibi mis 3ds( Die Gemeinbe.) sian gewissenhaft ihre Tockung übers winden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre 196. Gottes Gnade sei mit Tugend sei! euch, stärke euch mit Kraftid brud( Die Gemeinde 879@ und Segen! Wallet stand- 6. Ja, o Vater, stärke fie, da haft, Engeln gleich, euerm biese dir geweihten Seelen! hohen Ziel' entgegen! Dort Sei ihr Beistand, daß fie am Biele winkt euch schon nie ihren großen Zweck vers eurer Treue ew'ger Lohn. fehlen. Gib, daß ihre Le benszeit ganz der Tugend sei geweiht! mi far 2. Heilig fei euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt vers sprochen! Was heut euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Nothd Das heilige Abendmahl. standhaft treu bis in den Tod! Todo od portline STR Benj. Frieb. Köhler, 1730-1796. mad magn anda unt Idomend bizagini mung 3. Kämpfet, um den Sieg, im Streit mit der Sünde, zu erringen! Wiffet, Welt und Sinnlichkeit legt, euch zu verderben, Schlingen. Doch bleib't treu und wanket nicht, bis das Herz im Tode bricht. Hurtoboods& ITS ( Die Confirmirten.) diu 3 md mi id tim Melb 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. 190 197. Nun so naht bem Mahle Brüder Erlöste Gottes, Christi Gliederden besten Segen euerin Bund! Wir auch, alle eure Brüder, wie ihr, Erlös'te, Christi Glieder, wir weihen uns der Liebe Bund; er sei uns heilig, wir geloben es vor bir, treuer Bater! Ach schenke du uns Kraft dazu, und deiner Liebe Seligkeit! dsdsds gra Tups. Das. Miller, 1773-1848. au mdok nis brud srds? 4. Gott, zur treuen Folg: samkeit haben wir uns dir verpflichtet, und der Taufe Bund erneut, den wir einst mit dir errichtet; hilf uns du nun, daß wir nicht brechen die gelobte Pflicht. 5. Stärke uns mit deiner Kraft, schüß' uns vor Gefahr der Sünden! Gib, daß wir 198. Herr, du wollest uns Mel. 429. Wachet auf, so adrdod ruft die Stimme cant Von den heiligen Sacramenten etc. 199 bereiten zu deines Mahles wedne Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß würdig unfer Herz sich nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn nur von Sünde rein, sind wir, o Jesu, dein, deine Freunde. laß uns seh'n in jenen Höh'n von fern der Ueberwinder Lohn! Historad Geistes Ahnen von einer unsichtbaren Welt, für die zu wirken und zu streben, sein Dasein in dem Erdenleben der Mensch, als Bildungszeit, erhält. stari um 19 2. In dieser Bildungsschule ringen um jeder Tugend Siegeskranz, uns immer höher aufzuschwingen zu der Vollendung reinem Glanz; zum Reiche, welches du verkündet, auf Herzensreinigkeit gegrüntrug, ohne Zagen vom Bundet, dem Reich der Wahrheit desmahl 2. Einst in der Verfolgung Tagen ging, wer dein Krenz und des Lichts; dazu berief und deine Lebre, der Erde Schmuck, der Menschheit Ehre, entstieg durch sie der Mensch dem Nichts.. zum zum Blutgericht'. Trew im Kampfe zu bestehen, mit dir, Herr, in den Tod zu gehen, ist auch noch jetzt der Christen Pflicht. O, gib Beständigkeit auch uns! Nicht Lust noch Leid laß uns scheiden, o Freund, von dir; denn dein finde wir, im Tode, wie im Leben, bein! In hun vie Hind Fr. Gottl. Klopstod, 1724-1803. sed on media dil nimel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. oder: 19UST TI 900150 stat Mel. 186. Wie wohl ist mtr ic. Sins of 1910 & 199. Ich will zu die mein Herz erheben, du Heil'ger, der om Kreuze starb, durch seine Lehre, durch sein Leben uns Glauben an uns selbst er warb; der auf der Wahrheit lichten Bahnen beflügelte des 3. Dahin uns mächt'ger zu erheben, in uns des Willens Festigkeit nach diesem Ziele zu beleben auch für die spät'ste Folgezeit, bast du, als heiliges Vermächtniß, zur Feier uns und zum Gedächtniß, dein letztes Abendmahl geweiht; erneuen soll es uns die Lehre: des Menschen höchste Würd' und Ehre sei Streben nach Vollkommenheit. 4. So nab' ich heute dem Koin Altare, zur Feier deines Tobes, mich, daß ich des Glaubens Kraft erfahre, in dem, der einst verherrlicht dich! 200 Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. D, gib, daß dieser Himmels| Lichts, derhoben, durchin das glaube entreiße mich dem Er- Reich, das du gegründet,& mit denstaubei mir heilige die der Geisterwelt verbindet.slds Spanne Beit! Daß er zur m4.sd Dieses Reichsfür alle Treue bis an's Ende beseele Zeiten auf der Erde zu ver mich, und mich vollende zum breiten, hast du, Göttlichen, Bürger der Unsterblichkeit! dein Leben willig in den Tod gegeben; trop Verfolgung, Schmach und Banden, 8 glore reich deinen Kampf bestanden; von des Sieges Kranz um schlungen, ausgekämpft und ausgerungen mind aidsil dsi 3oh. Friedr. Scaint, 1768-1833. missdül tim n'dojams Mel. 86. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. In don 200. Von der Erd empors geschwungen, von der Wahrs heit Licht durchbrungen, die 5. Hobes Vorbildunsers bienieden du verkündet, und Strebens, eines Gott geweihten durch Wort und That be Lebens, in Erkenntniß, Lichts gründet, steh, Erlöser, Welt und Klarheit, wirkend in undd befreier, uns vereint in stiller durch die Wahrheit, laß, in Feier, zu geloben dirs auf's deines Lichtes Strahle, nah'n Neue, in erkannter Wahrheit, uns beines Bundes Mahleno Treue dnsquisstärk' und heil'ge, unser Streat duft 2. Nieder tämst du auf die ben, rein und fromm, wie dus! Erde, daß fie neu geschaffen zu leben.un inut& werde; aus des Aberglaubens Ketten unfre Seelen zu dera retten, zu der Freiheit Licht und Leben siegend uns empor zu heben, und zum göttlichen Geschlechte, durch der Menschheit heil'ge Rechte. hins off an 3. Frei sind wir hervors gegangen aus der Nacht, die uns umfangen; unsre Fesseln santen nieder, wir sind deiner 7. Seib uns nahe, Kirche Glieder; zu dem Unsichtbaren droben, Erben seines 6. Wahrheit ist des Men ichen Leben; nach ihr ringenud nach ihr streben, für sie wirken, für sie handeln, in ihvathmen, in ihr wandeln, für sie Mühlad und Rampfaserneuen, dfelbstja den Tod für sie nicht scheuen, d ist des Erdendaseins Weiße nur durch Wahrheit sind wing Freie! dus med sid rout Gottaut geweihter, Heiliger, Gebenedeiter! Gib dem ernsten Willen tag Von den heiligen Sacramenten etc. 201 Schwingen, zu vollenden, zu| Neu; empfinden tief, wie vollbringensglne zu diesem felig bein treuer Jünger sei. edlern Beben nie ermüdend, Das Bild von deinem Leben zunerheben, bilaß, nach deinem erneut sich unserm Blick; wir Bild auf Erden, freinsuns feh'n auf unsre Schwächen durch die Wahrheit werden bd mit Neu und Scham zurück. do 13oh. Frient! Shint, 1738-1835. guglatis#art nedsgog Melp 899dHerzlichuthut mich droitsverlangensisd bis 201. Ddu, ber bis zum Tobeam Kreuz auch uns ge liebt, o du, in jeder Tugend, zu jedem Schmerz geübt! In stilleris Andacht& mahendwir deinem heil'gen Mahl, gedenken deiner Liebe, igedenten Seiner Qual.nl tisdido sid ud 12.01 Daloweih'n wir uns auf's Neue zu deinem Eigen thunt hinforte nur dir zu leben sicgu, munfers Glaubens Ruhm. Es war auf Erden Reiner, der besser wär' als bugges findet runsteds Seele in bir allein dien Ruhl.di han 5. D, laß, wenn wir das Denkmal der höchsten Lieb' empfah'n, mit sündereinem Herzen uns freubig zu bir nah'n! Der naht sich doch vergebensberd bir nicht, Heil'ger, gleich, nach Gottes Reiche trachtet der Tugend ew'gem Reichsa ud medginsid 96. Mit fest'rer Treue hange das Herz an seiner Pflicht; auf Freuden und auf Schmerzen achtho es idim Kampfe nicht. So standhaft, wie du kämpfe test, sei unsrer Tugend Streit, so herrlich, wie dus siegtest, der Sieg, der uns erfreut. 7.Seies auch Last und Mühe, getreu der Pflicht zu sein; führt es zu Spott und Schande, uns Gottes Dienst zusweih'n: was sind der Erde Freuden Wie schnell sind sie entfloh'n! Was sind der Erde Leiden? Wie bald erscheint ihr Lohn 18. Des Pilgers wartet droben das rechte Heimathland. Wohlan, ihr Mitgenossfen! reich't freundlich euch 3 Bon Eitelkeit umgeben, von ihrem Reiz umstrit, wie off ward, schon dem Auge das höh're Ziebirenfrückt! Des Vorbilds deiner Tugend vergaß das schwache Herz, vere warf die bessern Freuden und wählte Reu' und Schmerz. 4asd Doch 19 heut, or Jesu, fühlen wir deine Lieb auf's 202 die Hand, in reiner Lieb' und Treue, im süßen Vorge fühl des Lohnsbewährter Treue, des Wiederseh'ns am Ziel'. Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. vem Dienst der Sünden und ihren Etrafen zu befrei'n. mon191 zim 9. Jhn, der für uns im Staube den Kampf des Todes nang, den Sieger, den Vollen4. Drum will ich ohne Zagen mich immer so betragen, wie es dein Wort mich lehrt. Die Sünde will ich hassen und alles unterlassen, was meinen Menschenwerib entehrt. der erhebe Lobgesang! Hier 5. Dein Beispiel, deine schau'n wir ihn im Bilde und dort von Angesicht; wir wandeln hier im Dunkeln, doch einst wird Alles Licht. sdslaug, Herm. Niemeyer, 1754-1828. fusu monism bindsa fu trud bim sidel solid Mel. 527. Nun ruhet in den www Wäldern 20. ut sid Lehren will ich durch Thaten ehren, und dadurch preisen dich; will, durch dein Wort getrieben, Gott über Alles lieben, und meinen Nächsien so, wie mich. By, dist 6. Bei deiner Todesfeier gelob' ich hoch und theuer, dem Vorsatz treu zu sein! Um die gelobten Pflichten mit Treue auszurichten, will ich der Tugend ganz mich weih'n. 202. Warum falägt mein Herz und freier, bei deiner Todesfeier, in mir, Herr Jesu Chrift; fich piwie sich heut' auf's Neue an dem Altar mich freue, daß du mein Freund und Retter bift! 7. Du wellest mich bes wahren vor Reizung und Gefahren der Sünden dieser Welt, daß ich nie mein Vers sprechen aus Leichtsinn möge brechen, und immer thu', was dir gefällt. issid ud dal 2. Du kamst mit Huld und Segen uns liebevoll entgegen, und haft uns Heil ge bracht. Du haft für uns 8. Ach, leite mich voll gelitten, den Todeskampf ge- Gnade, o Herr, auf eb'nem eftritten in jener grauenvollen Pfade zu diesem Ziele hin, Nacht. sandradli midaß ich, wann ich am Ende 3. Für uns hast du bein bier meinen Lauf vollende, Leben am Kreuze hingegeben des bessern Lebens würdig bin! in namenlose Pein, um unser 130 sob. Pet. Hundeiker, 1752-1836. Glück zu gründen und uns sdauffedstof THE Sacramenten etc. 203 Von den heiligen Mel. 86. Schmücke dich, o 1971 liebe Seele 2c.#di Segen den Getreuen, daß fie sich des Lebens freuen, und getroft in weiten Fer nen deinen Rath dverkünden lernen. Tf8 203. Aus dem eiteln Sinnenleben soll mein Geist heut' aufwärts streben, auf zu bir, der du mich schufest, mich zu 5. Nun, mein Vater, mir deinem Kind berufest, und im Staube iemt der finde durch Proben deiner Treue, lich fromme Glaube, der in täglich mich erquicst auf's Neue. Gott, dir will ich betend nahen, laß mich Seelen tub empfahen. brd rad Millionen Herzen still besiegt hat Lust und Schmerzen. Viel hast du mir schon verliehen, mich zum Himmel zu erziehen; du wirst ferner mich erheben aus dem eiteln Sinnenleben. 2. Uns zu retten vom Verderben, ließest du den Mittler sterben, der uns deine Huld berbürgte als ihn Undant frevelnd würgte; ihn, von dir zum Herrn erhoben, will ich laut bewundernd loben, will sein Gegensmahl erneuen, um durch ihn mich dein zu freuen. follad di 38 Harte, tief empfund'ne 15 Leiden konnten ihn von dir sob. Pet. Hundeiker, 1752-1888. nichtscheiden; er blieb standid asitaie d 38 haft, zu erfüllen beinen heil' Mel. 138. Meinen Jeſum laß gen Vaterwillen. Also führestads ich nicht 2c. did du die Deinen anders zwar, 204. Nab't mit Andacht im Duals wir es meinen, aber beil- Gemüth', Brüder, Schwestern, sam stets und weise, bis an's dem Altare! Wer von Jugend Ziel der Himmelereise.defeuer glüht, und der Greis 4. Banger Wehmuth Zäh, im Silberhoare, hoch und ren jenes ren flessen jenes Bundesmahls niedrig, arm und reich, alle Genessen; doch mit liebe find vor Gott sich gleich. vollem Munde gibt der Herr zur Abschiedsstunde seinen 2. Auf, mein Blick, zur höhern Welt! Fließ't, der 6. Aehnlich meinem Musterbilde, lehre mich, durch Ernst und Milde, gegen alle, die hier wandeln, christlich denken, christlich handeln. Was ich tief gerührt empfinde, wenn ich vor dir Gnade finde, Gott, dies wecke stets mein Streben, tinblich treu ganz bir zu leben. 204 Von den Mitteln zu Freude Thränen, fließet!, Wer mit mir vom Brod erhält, wer vom Weine jetzt genießet, füßle, Chud mürde voll, was er 11 Freund und werden soll. do 3. Laff't uns alle rein und gut, laff't uns ebel wandeln. Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürd' und Brudersinn uns zu lehren, floß es bin. maffel duc du 4. Der uns mahnet, Welt und Zeit für das Gute hin zugeben, gab für Recht und Heiligkeit, gab für Wahrheit Blut und Leben; ihm, der euch den Sieg errang, weihet Dank und Lobgesang! 5. Denk't des Lebrers; Thränen, fließ't strömend von den Wangen nieder! Wer das Abendmahl genießt, meine Schwestern, meine Brüder, durch der Tugend Band verber= eint, denke an den Menschen freund! 6. Alle geh'n wir eine Bahn, alle geh'n wir zu dem Ziele der Vollkommenheit Hinan! reich't, voll menschlicher Gefühle, durch der Menschheit Werth verwandt, euch auf eurer Bahn die Hand. 7. Wer des Lebens Glück genießt, wen des Lebens Sorge unserer Heiligung etc. ig einen Feind. drücket, wem der Neue Thräne fließt, wen ein reines Herz beglücket, Allen bin ich Bruder, nirgends hab' ich dngjarstill bil 8. Nein, ich habe keinen Feind; fließ't, der Liebe Thrä nen, nieber! Wo des Höchsten Sonne scheint, sind die Mens schen meine Brüder; wer den misd Namen Jesu nennt, und wer jetzt noch nicht ihn kennt. igin Itsa 9. Fließ't, der Liebe Thränen, fließ't! Vorgefühl der Him melsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden! Fühl't als Himmelsbürger euch, und als Menschen alle gleich! 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laff't uns Kräfte, bl Geist und Gut Brüdern hinand widmen, für sie leben! Laff't uns zu des Himmels Höh'n auf der Bahn der Liebe geh'n! marina 909019011 abhi G. W. Ch. Starte, 1762-1830. his mo.. ting Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. omnid 205. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, was du, in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih', zur Uebung dieser not 205 ein, wie du Herr, gesinnt > Von den heiligen Sacramenten etc. Pflicht, mit deines Geistes den mein Gewiffen fündlich Kraft und Licht! s heißt. O flöße mir den Eifer 12. Es werde mir für mein für mein Gewissen dein Mahl ein tröst lich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand so freuet meine Seele fich in deinem Seif und lobet bidh. Heil zu sein.at Dad 196 3. Bewundernd dent' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie start sind deine Mitleidetriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Ja, deines Todes bitt'rer Schmerz macht tiefen Eindruck auf mein Herz. in an Snat Had Sarul Inst 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich verſieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben; nie tomm' es mir aus dem Gemüth' welch eine schwere Sündenlast du mir 89 80 aus Huld erlassen haft. 118, 8 stärke ich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wann du dich, großer Lebensfürst, den Völkern herrlich zeigen wirft. and Laß mich mit Ernst die Sünde fcheuen, für welche dut, dich opfernd, farbst, durch Daily schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mit erwarbst. nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mi, dein Tod verleiht! en 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen, mit Dank und Löb, Gebet und Fleh'n. Laß 5. Ich übergebe mich auf's Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue, an deinem Tische feierlich., Dein eigene will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man bir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, Gnade auf mich fließen, mein Heiland, laß es doch gescheh'n, daß mir, zur Stärkung meiner Treu', dein Liebesmahl 3001 098 sei. geſegnet fet. id urat n dop sila ndoff Dav. Bruhn, 1727-1782. fiednemumo Mel. 426. Mein Jeſus ist d mein Leben 2c. 15d mobil 206. Dein Mahl, das Mahl der Liebe, hat meine Seel' erquickt, du, den ich oft betrübe, STA wie hast du mich beglückt! 206 2. Den Himmel sah ich offen, und seine Herrlichkeit, im wundersel'gen Hoffen, auch schon für mich bereit! Von den Mitteln zu unserer Heiligung etc. is 3. Das Opfer für die Sünde, du hast es dargebracht, und daß ich Gnade finde, fintst du in Grabesnacht. 4. Herr Jesu, Netter, Tröster, dir treu sein Lebenlang, bringt freudig dein Erlösterdir seines Herzens Dant! ma 5. Dir hab' ich mich ergeben, dir ist mein Herz geweiht! Dich dankbar zu erheben, ist hohe Seligkeit! Bisfl is an dem Kreuz erblickte, wo, being Tod auch mich beglückte. 3 19 3. Laut in mir rief mein Gewissen: d, Bist dubwürdig bieser Huld? biach, das Blut, das du ssiehstinfließen, fließet d auch für deine Schuld!" Scham und neu' erfüllten mich, glau bensvoll blickt' ich auf dich; Sünder", sprichst du, duis sollst leben, alle Schuld ist dir vergeben." 11 medail 4. Und ich weiß nun, ich soll leben, soll einst ewig feligil sein; alle Schuld ist mir veran geben, bleibolich nur vond Sünde rein. O, dann fürchto 2. O, wie war da beine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Mit dem bantbarsten Gemüthe fühlt' ich ihren hohen Werth, als, im Geist, auf Golgatha ich dein bitt'res Leiden sah, und dich an H 630h. Pet. Hunbeiter, 1732-1836. o elemmid ad sin ich kein Gericht; Tod und Mel. 58. Freu' dich sehr, o Zukunftschreckt mich nicht, wenn meine Seele 2c. dich, reblich und aus Liebe, eifas 207. Deffentlich in der Ge- rig deinen Willen über dans meine hab' ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing, im Brod und Weine, deiner Liebe theures Pfand. Feierlich war da mein Eid ewiger Beständigkeit. Du, mit dem ich mich vereinte, Herr, du weißt, wie ich es meinte. 5. Herr, ich will dich nicht verlassen, nicht des Lasters Wege geh'n; jede Sünde will ich hassen, und den Lüften widersteh'n. Mein Erretter, o, gib du Kraft und Freudigfeit dazu, daß ich standhaft dich betenne und mich nimmer von dir trenne. 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, wie so schmerzhaft inn're Bein, wie so schwer der Sünde Plagen und der Zukunft Strafe sei'n! Es erinn're mich daran, wie viel du an mir als Von den heiligen gethan, und wie dunwerth deis ner Liebe ich durch schnöden Undant bliebe mi tun? 7. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die Dank barkeit! Sie sind alle deine Glieder, Erben Einer Selig feit. Selbst, der mich jetzt hasset, ist dein Erlöster, Jesu Christ; einst wird fer mich nicht be trüben, mich als seinen Bruder lieben. madagase zi 8. Herr, zu dem ich find: lich I trete, blicke liebevoll auf mich; höre huldreich, was ich bete, ganz verlaffis ich mich auf dich. Volle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben laß dein Liebes mahl mir geben 10 nsnisd gi bin bi Balth. Mänter, 1785-1793. 8rsijn 89d 1bin nomirsul Dia sdu odej n'dog og münsd dnu, sad bi tniss derdiano gidust dnu iin ud dig o him id lim Hodden i god und ist sio gisa ad 35mmin( bim drus susted dhid noffics nism o'rim gol a nism od tilgid id sinism to bi snovi vid nad Shied nd your stor CS indral of sio ad 190 190 Houting sd bim 97 ms 6 Sacramenten etc. nut 207 sa Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 2c. 208. Preis dir! Du hast aus deiner Fülle, Herr, unser schmachtend Herz erquict. In welches Licht, in welche Stille ward betend unser Herz ent rückt! In uns erwachten höh're Triebe, als sich die Welt um uns verlor. Um uns war Himmel; Gottesliebe hob uns vom Irdischen empor. esmis 2. Bollbracht ist sie, die heil'ge Feier; verkündigt ward von uns bein Tob. Dein Abend mahl sei stets uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfalten und vergeh'n, und würdig, einst an jenem Ziele, uns, Herr, den Preis der Tugend seh'n! dad smis mi Joh. Christ. Wagner, 1747-1823.3 dei venisd onis dun dos bilis na spiats di du nsgolf Inis ud id ax nad drus] msil spol stand and 1150 lidared zim of sir misi 1100 m mipad i bloded di dol odtoplo un todinigun epithin dasgar id of first sindrom odsi2 rsnied nisl mount nisd( bun gids, birdan mist bi god bim SPT- EXVI sy on Noc di giurg släher rim tu bi nid nad bild aidols anspi Die Sitten- oder Tugendlehre. ou bid hand Se 1 trd Tsiad a dogru I. Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. dold eft Mel.82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 209. Schön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, bat auch mein Herz schon oft begehrt. Ach, könnt' ich mich doch ganz ihr weih'n, wie selig würd ich dann nicht sein! nicht SOL die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was bem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt. 4. Jch Armer, darum kehrt tein Friede in meinem bangen Herzen ein! Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd' ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle, von Ewigkeit zu Ewigteit. Denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch sei. erleuchtet bin; dann flieh'n 6. O, bilde, Vater, meine 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit, Bea ständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebat. 209 Seele; in deiner Liebe mache erst dein Eigenthum, so bin mich, daß ich kein anders ich ewig auch dein Ruhm. Gut mir wähle, gewiß und unveränderlich: denn bin ich Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 210. flärt, Eigene Melodie. Tu- gend, o wie schön bist du! Nur durch dich verfind' ich je= ne COISTY er 1785. die die mein Herz begehrt. 2. Oft sehnt sich dies Herz nach dir, haßt den Trug der Welt; und dann wähl' ich doch, was ihr, nicht was Gott gefällt. 3. Diefe Schwachbeit duld' ich nicht, die mich täglich plagt, nimmer hält, was sie verspricht, und bald trotzt, bald zagt. 4. Bater, gib mir du Befland, meinem Herzen Licht; ficher leite deine Hand mich den Weg der Pflicht. 5. Ja, es soll nicht Lust. nicht Noth, mich mit dir entzwei'n; cher wollt' edird wah- re Rub' selbst den Tod, als dir untreu sein den Har verändert von G. W. F. Schulz, 1774-1842. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 211. Erkenn' ich Gottes Wahrheit nicht, wie kann ich weise handeln? Und fehlet meinem Geiste Licht, wie werd' ich richtig wandeln? Doch, ist das Dunkel aufgeklärt, dann fühl' ich meiner Menschheit Werth, erkenne meine Würde. 2. Der Mensch, durch Wahrichheit aufgeklärt, lernt Pflicht 14 210 und Tugend lieben und strebet, durch Vernunft belehrt, getreu Mel. 124. Was mein Gott STEM will, gescheh' allzeit ic. 197 fie auszuüben. Der Gottheit 212. Oft klagt mein Herz, fühlt er sich verwandt; er hat ihr Bild in sich erkannt und 205 freut sich seiner Würde. FOUST THE TOU IROF OTER wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, von Irrthum und von Sünde frei, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist ein Kampf mit Lüsten, doch nicht mehr Tugend wäre sie, wenn wir nicht kämpfen müßten! u dr 2. Die sich dem Dienst des Lasters weih'n, trifft die kein Schmerz hienieden? schaffen selbst sich Noth und Bein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat auch oft seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. #ipt& C 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg id susdurch Auen; allein sein Fort 199 sino 5. Hilf uns, o Gott, zu gang wird Gefahr, sein Ende jeder Zeit nach Licht und Wahrheit streben, damit wir uns zur Aehnlichkeit mit bir stets mehr erheben; dann seb'n wir einst im hellen Licht, was Wahrheit ist und Recht und Pflicht, und lieben nur die Tugend. Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs fteil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. TALE 3. In jedem Menschen, nah' und fern, will er den Bruder ehren, und allem Men schenelend gern mit Wort und Thaten wehren; wo Noth ihn ruft, da säumt er nicht, begeistert von dem Wink der Pflicht, als Mensch, als Christ und Bürger. dag dishpiang 4. Jhn treibet nicht ver: heißner Lohn zu edeln, schönen Thaten; boch lehrt ihn die Religion, daß ächter Tugend Saaten hier reifen für die Ewigkeit; sein Geist verlangt Unsterblichkeit, um stets sich zu veredeln.sd tam birodo] Unbet. Verfaffer. Sie 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte odsetim Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. 211 erhören. frei zu stillen; und dürft' Beistand sein, und mein Gebet im Aufruhr wider dich der Menschen Bosheit schalten; gerechter Gott, wie würde sich dann deine Welt gestalten! 5. Du willst, der Mensch soll glücklich sein, drum gabst du bu ihm Gefeßze. Sein Wohl kann nur durch sie gedeih'n, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst zu uns durch den Verstand und lehrst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, bald flieh'n, bald wählen müssen. 6. Nur seinen Trieben folgt das Thier, der Mensch dem Licht der Seele. Vernunft erhielt er, Gott, von dir, und Freiheit, daß er wähle. Was ist bes Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend, was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Heil'ger, ähnlich werden! 7. Ich streite nicht durch eigne Kraft; brum muß es mir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Er fennet mich; nur er allein kann, wenn mich Zweifel stören, mein Rath, mein Troft und esplisit 3510 TE 8. Mich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel seel'ger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat einst selbst mein Herr und Meister. Nie müsse mich des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 9. Drum will ich jetzt und allezeit an meinen Tob gedenken; auf Rechenschaft und Ewigkeit oft meine Blicke lenken. Das Kleinod, das am Ziel mir winkt, soll mir vor Augen schweben, und wenn mein Muth im Kampfe finkt, mit Kraft mich neu bes leben. is nish 10. Gott ist barmherzig; freue dich des Trostes, meine Seele! Er schonet meiner väters lich, wenn ich aus Schwachheit fehle. Versöhnt mit sich hat seine Huld die Welt in seinem Sohne; Vergebung der bereuten Schuld find' ich an seinem Throne. nach Gellert von G. F. W. Schulz, 1774-1812. 14* แบบ หลอด Einzelne Pflichten. mps fideis snied apar bi dusun@.0 is dun the radi, nodod mud gist thin mid bi mimi II. Einzelne Pflichten; medoffied dis in tbil m'15lled Sist lind mmi bim isl regst beffis eig. e nor Groot tasds stisur Pflichtenegg 212 201 1081-6891, RD.pool Erkenntniß und Verehrung. Lege: Herr, desto mehr führt jeber Blick auf das für mich beſtimmte Glück, mich auf ein mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. Mel. 56, Un Waſſerflüſſen 213. Dich tennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die mein Herz erfreut, wirkt eifriges Bestreben, dir und der Tugend mich zu weih'n, lehrt mich das Glück, ein Mensch zu sein, und froh es zu empfinden, daß du mein Herr und Vater bist, daß es dein heil'ger Rath schluß ist, schon hier mein Wohl zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken; ich sehe sie in der Natur, in allen deinen Zwecken; 5. Ganz tann hier meine seb' Ordnung und Zusammen- Fassungskraft nicht deine Größe hang in aller deiner Werke sehen, nicht alles, was dein Gang, vom Staube bis zur Rathschluß schafft, nach meinem Sonne; und alles, was ich Wunsch verstehen; und wagt seh' und hör', zeigt deine Größe mein Forschen dann zu viel, immer mehr, führt mich zu will es das ihm gesetzte Ziel, neuer Wonne. nu ardal Smurdsaus Vorwiß, d überschreiten: 3. Je mehr ich lerne, was so laß mich diesen Vorwitz du bist, je mehr ich deine scheu'n; du willst ja mehr Wege, und was mit mir dein Licht mir verleih'n nach dieses Endzweck ist, nachdenkend über Lebens Zeiten! 4. O, laß mich, deiner werth zu sein, stets mehr von dir entdecken, und, kann ich es, mich dankbar freu'n, und meinen Geist erwecken, dağ, im Forschen wenn er sich im Forschen übt, wenn dasmi er nur die Wahrheit sucht und liebt; laß ihn, bei Dunkelheiten, wo er, von Täuschung leicht verführt, sich oft zu weit von dir verliert, nie Eigendünfel leiten! Pflichten 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen dann wird mir Manches offenbar, was mir hienieden dunkel( swartin ( bim i and tun bilee dat gegen Gott. 213 deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil ich mit größrer Sicherbeit stets heller'm Licht ent gegen. 1110 214. bim bilsiEigene Melodie. effort of De 2501901( bi nedo2 897 ed Joh. Rud. Ahle, 1634. DE AM dades de # 19 = 79mind Liebster Je su, wir sind hier, um dein mod dom Kei- neus ir di sche Be- gier soll jetzt Hond buntis fit manism di göttlich Wort zu hören. von Poder Er= trails F erotu re An- dacht stö= ren, Sutine daß das Herz ganz Stof top lisd nis 11 Joach. Chrift. Grot, 1733-1801. puzz dnu gintuastes se, nur To nad ogor enged thin fostegnulo mind anot aslip thin modo 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternig umgeben. Mache du uns das bekannt, was uns bient zum frommendLebenjot Laß uns deines Wortes Lehren, glaubig durch Gehorsam ehren. 3. Deiner Weisheit reines zus bilde dir ge 30 gen wer= indolug dar pas strs sind Licht leuchte jetzt auch unsern Seelen, daß wir ihrem Unterricht folgen und das Gute wählen! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil, und dir zur Ehre! Tob. Clausniger, 1818-1684. 214 215. $ Lob, Ehr' und Preis dem höch- sten Gut, dem med ad Dant't ihm, der so viel Wun- der thut, mit 79d nadad imin da. Giorste H Einzelne Pflichten. Mel. Es ist das Heil uns kommen her 2c.soft notis? nd: Had 15% 4: sto Vateral= ler fröhlichem Se Güld te! müs the! U 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Welten. Wer kann, o Gott der Liebe, dir, was du gethan, vergelten! Wir preisen alle deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht. Geb't unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will sein weiser Nath mit steter Gnade walten. In seinem ganzen Königreich herrscht Licht und Recht und Huld zugleich. Geb't unserm Gott die Ehre! Sein Troft er fül let unser Herz, er heilt und lin- dert a je den Schmerz.Geb't unserm Gott die Eh- re! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: vernimm, o Gott, mein Flehen! Da half mein Retter mir vom Tod, und ließ sein Heil mich sehen. Drum bring' ich Dank, o Vater, dir! Ach, danket Alle Gott, mit mir; geb't unserm Gott die Ehre! 5. Er ist uns nah', Gott ist noch nicht von seinem Volt geschieden, bleibt seiner Frommen Zuversicht, gibt ihnen Heil und Frieden. Mit Vaterhänden führt er die, die vertrau'n, und fegnet ihm 215 fie. Geb't unserm Gott die gebens trotzt der Sünder Ebre! Spott; der Welten Herrscher bleibet Gott! Geb't unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenmacht nicht helfen kann, hört er noch unsre Klagen, nimmt unsrer sich als Bater an, und läßt uns nicht verzagen. Wo Muth und Ruhe von uns weicht, ist er es, der uns Hülfe reicht, Geb't unserm Gott die Ehre! 7. So viel ich kann, will ich schon hier, o Herr, dir Opfer bringen. In hößern Welten einst wird mir dein Lob noch mehr gelingen. Mein Geist, o Gott, erhebe dich, mein ganzes Herz erfreue sich. Geb't unserm Gott die Ehre! 8. Die ihr euch Gottes Kinder nennt, geb't unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr seinen Sohn bekenn't, geb't unserm Gott die Ehre! Vermad sint 3911 sume stund 65² ble Tisc - 216. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 2c. sid Schinke Pflichten gegen Gott. 26 150 manis Tanisl, toisto tuge 9. Wer seiner weisen Führung traut, darf vor dem Tod nicht beben; der Herr, ber Nacht und Grab durchschaut, weckt ihn zu neuem Leben, wann einst sein Donner aus der Gruft zum Weltgericht die Todten ruft. Geb't unserm Gott die Ehre! 10. So kommet denn! Sein Angesicht schaut gnädig auf uns nieder; bezahlt des Dankes süße Pflicht und fing't ihm Jubellieder! Der Herr hat stets an uns gedacht und Alles recht und gut gemacht! Geb't unserm Gott die Ehre! Joh. Jac. Schüß, 1640-1690. Noch sing' ich hier aus dunkler Wann einst, weit über al= le 1690. Fer= ne, Ster= ne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. dich mein ver- klär tes Au= ge sieht, dann 216 Einzelne Pflichten. badanny · lf: il... 198194 sid Ingaled 910 1989 The Jubel- klang der Uesber- win- der, Sobran)? Vad arset mis við dau BG schal- let dir, im Idol S Es con El mein Ge- sang. bild 818 190 Ho Jeq monisd me- 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder auf mich, dein Kind, dus hörst mein Fleh'n, und kannst den Dank der schwachen Lieder, eh ich fie dachte, schon versteh'n; ste geben meinem Geifte Schwung und fördern meine Besserung. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern, gu deines zu Tempels Heiligthum. Da schallt, in dir geweihten Liedern, o Höchster, deines Namens Ruhm; und dann erweitert sich die Brust, im Hochgefühle heil'ger Lust. d ffisander words dacht veine Gluth empfunden, diendandurch meine Seele drang. Mein Herz, wann dir mein Lied erscholl, ward feliger Empfindung vollut rid 300 sin6. Ich habe mir die Last der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht, und, statt des Kummers,& Ruhig und Freuden in mein beklomm'nes HerzlingebrachtimDie Heff nung lebte wieder auffang ich zu dir, mein Gott, hinauf. doft 7. Doch sang ich nochriaus dunkler Fernes D, welche Wonnen wird es sein, wann 4. Die Kraft von deinen einst, weit über alled Sterne, Himmelslehren erhebt und Gott, mich dein Antlitz wird adelt dessen Geist, der, fromm erfreu'n! Da bin ich dir vereint mit heil'gen Chören, ganz Lobgesang in aller Him. Gott, deinen großen Namen mel Jubelklang. b) b preist, Anbetung dir und Ehredda Beine. Ehry. Heeren, 17232/1611. bringt, und aus gerührtem Herzen fingt. dia 19 buk 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, wann ich dir meine Freuden sang, der Antids sd Mel. 181. Er starb, der größte Held sc. u 217. Wie lieblich ist, B Herr, die Stätte, wo deines Namens Pflichten Ehre wohnt! O, gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes fich erfreu'n und dir ein Herz voll Andacht weih'n. gegen Gott. 217 verschließe ja sein Herz ihm nicht. O, send' uns allen deinen Geist, der uns den Weg des Lebens weist.b Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 2. Wohl dem, der dich in deinem Tempel, Gott, zu verMel. 181. Er starb, der größte Held se nism ehren, Ernst beweist! du 218. Den Höchften öffentlich hörst sein Lob, und sein Exempel verehren und in sein Haus sstärkt auch des Nebenmenschen mit Freuden geb'n, um anGeist purdaß er pis auf deinerbachtsvoll sein Wort zu hören, Wahrheit Bahn, rechtschaffen und ihn lobpreifend zu er vor dir wandeln kann. fp 3. Dein Wort bleibt nie mals ohne Segen, wenn man's höh'n; wie heilig ist nicht dieser Pflicht, und welchen Segen bringt sie nicht. nadog Still' ihn ehrest, zwar Jesum deinen Heiland nennst; doch ihn nicht öffentlich verebrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: bist du dann sein? bist du ein Christ, der seinem Heiland bankbar ist? mür recht zu Herzen nimmt; 2. Wenn du nur in der des gibt uns Trost auf Trübfalswegen, die dun zu unser'm Heil bestimmt; overleihts im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafftoj bo s14. So werd' es denn mit Ernst, verkündigt, dem From: smen, der die Tugend liebt, dem Wankenden, der oft noch fündigt, dein Frevler, der noch Lasters übt, dem Heuchler, der sich schwer bekehrt, bem Zweifler, der noch Wahrheit ehrt. 3. Wer sich dem Gottesdienst entzieht, nicht achtet auf den Rubetag; aus Trägheit die Versammlung fliehet, und nicht mit Andern beten mag, entzieht sich einer heil'gen Pflicht, und gibt, was Gottes ist, ihm nicht. 5. Gieb deinem Diener, der und lehret, des Eifers Kraft, der Wahrheit Licht; und wer das Wort der Wahrheit höret, 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Gottes geh'n. Wie Manche sind, die auf dich schauen, die 218 blos auf And'rer Vorbild seh'n! O, denk' daran, daß du als Christ, ein gutes Beispiel schuldig bist. id dan 65. Doch selber bich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Seligkeit noch immer mehr zu unterrichten, in dieser deiner Prüfungszeit, wie nöthig ist dies nicht, do Chrift, der bu geneigt zu Fehlern bist! 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte! Wie schwach Erkenntniß und Verstand! Der Gottesdienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gütig uns verband; ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. onsde 17. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man anbetend Gott verehrt, und um das Ewige bemüht, sich aller Erdenforg' entzieht! d 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in sel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt, und voll des Glücks, das es genießt, von Dant und Freuden überfließt. host 9. Wie nichtig sind der Einzelne Pflichten. Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt! Wie süß der Trost, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Freund entdeckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt den, der mit Gott fich unterhält! du del 19 Hallmalatt ranisl non 10. Romm't, fromme Chriim Geist, vor Gott zu steh'n; ften, theure Brüder, vereint komm't, wir sind eines Leibes Glieder, komm't, 10 Schöpfer zu erhöh'n! Frohunsern lockend preiset Jesum Chrift, der unser Haupt und Mittler ist. 11. D, laß't uns schmecken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist! Er, der so gnädig unsrer Sünden, sobald wir Buße thun, vergißt, von Neuem uns, als Kinder, liebt, und liebreich Gnad' um Gnade gibt. the Cau And 12. Erleuchte selbst, Herr, unfre Seelen; vertreib' aus uns des Irrthums Nacht; laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die uns dein Rath schluß tund gemacht, damit dein großer Ruhetag uns ewig dort beglücken mag. sds E. G. Küster, 1732-1799. bid tod en han tansted onu Inion 10 Pflichten gegen Gott. 219 Mel. 157. Mache dich, mein dem Wahn der Spötter, dich, Geist, bereit zc. dy lid 219. Sammelt euch, Christen, gern hier an heil'ger Stätte! Sing't und danket euerm Herrn! Preis't ihn im Gebete! Hör't und ehr't, was er lehrt, und erwäg't im umiant Stillen seinen Baterwillen. tri².a 2. Sieh, o Gott, hier kommen wir mit der Schaar der Deinen. O, wer wollte nicht vor dir andachtsvoll erscheinen? Du erfreust jeden Geist, der nach Weisheit ringet, und zu dir sich schwinget. 3. Groß ist überall dein Rubm, wo nur Wesen denken. Dieses Tempels Heiligthum Tann dich nicht beschränken; doch auch hier strömt von dir Licht und Trost und Segen deinem Volk entgegen. 37 1311 0 4. Von dem Weltgeräusch entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist und lernt, was ihn stets erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die hier Fromme laben. 98 dout Brun 5. Unser Herz erweitert fich wenn wir Menschen sehen, die hier still und feierlich, mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, trotz den Gott der Götter. 6. Jeden zieht ein sanftes Band hin zu seinen Brüdern; Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern; Freund und Feind sind vereint, dich, durch den sie leben, friedlich zu erheben.lisg& pmine misa 17. Hier wird frommer Sinn geweckt, Licht und Trost vers breitet, mancher Sünder auf geschreckt und zu dir geleitet, und die Noth, die uns droht, lernt, in bösen Tagen, unser Herz ertragen.lig 100 go 8. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebene! Er, der uns mit dir versöhnt, lehrt' es nicht vergebens. Selig ist jeder Christ, der es achtsam höret und durch Tugend ehret. 9. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns beweisen. Er allein soll es sein, den sich unsre Seelen stets zum Führer wählen.. 10. Heil uns allen, wenn wir hier nie dein Wort verachten, und, den Engeln gleich, vor dir zu erscheinen trachten! Schön und groß ist das Loos Aller, die . 220 di sich üben, dich, o Herr, zu Lieben. o di most stro god Joh. Wilh. Meche. 1763-1935. ofis brud igj, pitödi Mel. 86. Schmücke dich, o 1509 tebe Seele 30. natud 220. Beige dich und obne Hülle, ström' auf uns der 2c. 1 Einzelne Pflichten. Wille, sanft, wie diese Sabbathstille; daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgana sähen, das uns alle dann verkläret, wann der Sabbath ewig wäbret! dad delisinfe 3. Was ich strablen seh' am Throne, ist es nicht der Krone? Sind die an deinem Tage die ich der Welt entsage; daß, erlöst durch deine Leiden, zu der Tugend reinen Freuden, deine glaubige Gemeine mit dem Vater sich vereine! 2. O, daß frei von Erden bürden, von der Sünde Lasten Friebe. Gottlieb Klopstod, 1724-1803. würden unsre Seelen; unfern 221.the Mel. Wir Christenleut' 2c. Gnaden Fülle, daß, o Herr, Sieger böre, nicht der Ueberwinder Chöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph ertönt in Psalmen! Herr, du wollest selbst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen! Nun geh'n wir hin im from- men Sinn, dein 01589. f Werk, o Gott, auf Erden hier zu treiben. Wer $ 6 Tu- gend übt, den Nächsten liebt, lebt e wig, wenn auch = 119 910 sd drin Hod any. Welten einst zer- stäuben. 221 daß wir hier treu nach diesem Worte leben. Gib, o Herr, dem Glauben Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Drum wollen wir, auf Erden hier, nach deines Soh: nes heil'ger Vorschrift leben, und kommt der Tod, auf dein komm Gebet, uns auf zu dir in's Vaterland erheben.id det slipy. Dab. Münler, 177 od thin so flisnordmo Mel. 214. Liebster eju, wir red thin find hier 2c. isda is 1773-1848. 2. Uns, Bater, lehrest o du, was wir thun und glauben sollen. Schent uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohl gelingen. Tod 222. Gutger Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gib uns Eifer, Tomisd inddn muslaid madisar nu 790 130h. Abam Haßlocher, 1845-1726. snisd nodus nemist onaga sd tim onions spiduala tanisted bil rein d nad ist Jad CS soet- ART buffdare a ant batteitsd mod nodid Eigene Melodie. Tu 223. difer Joh. Crüger, 1648. nad Pflichten gegen Gott. C Nun dan ket Alle Gott mit Herzen, That und an uns und der große Dinge thut al= len ● Worten, der mächtig uns er= hält, und Or ten, un ansat pial, uns von Kindheit an, 1 blick, nur Gu tes hat besengd, die dag bis diesen Au- genge= than. 222 Einzelne Pflichten. 2. Der ewig reiche Gott| nährt, und unsern Seelen, woll' uns, so lang wir leben, auch schon hier, Zufriedenheit ein immer fröhlich Herz und gewährt. edeln Frieden geben; woll' 5. Er streut auf dieses uns in seiner Gnad' erhalten Lebens Pfad viel Freuden um Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, amburg erleichtert er. immerfort und uns aus aller uns her. Die Freuden um Noth erlösen hier und dort! 3. Lob', Ehr' und Dank sei Gott, dem Vater und dem Sohne, Preis sei dem heil'gen Geist! Gott, der vom Himmelsthrone wohl an uns allen thut, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! so la dim Mart. Ninfart, 1596-1649. 1596-1649 6. Er trägt, nach güt'ger Väter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. Inde Jimm 7. Er weckt uns das Gewiffen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkt un uns, achten wir darauf, mit Kraft Satgut grij zur Heiligung. modo plict or au Mel. 64. Wie selig bin ich, 8. Er bleibt uns treu; wenn mein Geist 2c. msgst 224. Nun danket Alle, bringet Ehr' dem großen Herrn der Welt, der Himmel, Erde, Luft und Meer und jeden Staub erhält! sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wann er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Er trag' uns ferner Geduld, und helf uns heilig sein, lichen Huld uns allezeit erfreu'n! 9010 1911NG BUD bild 101 2. Besingt mit frohem mit und seiner väter tits Jubelschall Gott, unser höchstes Gut, der große Wunder übers all, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüzt; der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schützt. onde on 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns DID 10. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz und einen from men Sinn; und selbst des Lebens bitt'rer Schmerz sei Oric uns, durch ihn, Gewinn. 11. Er laffe seinen Segen ruh'n auf uns und jedem Land! Er gebe Glück zu Pflichten gegen Gott. 223 2009 Heil für Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft, ja, selbst Ueberfluß? bilder om ahl bu 12. Sing't, Christen, sing't ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst weih't ihr höhern Lobgesang ihm in der Ewigkeit.in is nisl Paul Gerhardt, 1607-1676. 4. Gott, wie viele frohe Tage flossen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin, und frei von Klage, frei von Noth und Ungemach! Bracht' auch einer Müh' und Sorgen: sie ent floh'n, und jeden Morgen, wann ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. unserm Thun und jeden Stand! Mel. 194. Du, o schönes Weltimgebäude zc. Mel. 442. Ante Menschen müssen sterben zc. 225. Halte dich nicht länger, fließe, stille Zähre meines Dant's Meine volle Seel' ergieße sich in Ströme des Gesang's! Daß ich gut und selig werde, schuf mich Gott; schon auf der Erde seh' und fühl ich wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Rieseln nicht im Pilgerlande Quellen auch aus dürrem Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Strömen nicht durch alle Sinne neue Freuden stets mir zu? Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt es mir, als bu? Ist es, Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese 5. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag? Speis und Trank und Dach und Hülle, Schutz und Hülfe jeden Tag? Immer kam und kommt dein Segen, unerwartet, mir ent gegen, und, wo mir ein lle bel droht, Rettung, oder Trost in Noth. 19 yad ed 6. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom Gefild', aus den Flüssen, aus den See'n segnest du mich, Herr, so mild. Jahre, Wochen, Tage, Stunden haben wir ges nug empfunden deiner Vatergüte Macht; aber nie genug bedacht. 7. Oft, im reichen Ueberflusse, quält uns Unzufriedenheit; fehlt uns Weisheit im Genusse, und ein Herz voll Freundlichkeit. Deines Segens 224 Einzelne Pflichten. Quellen flessen uns vorübergeben, Höchster, in der Ewigungenossen, wir vergaßen unsre Pflicht; doch versiegten sie uns nicht. feit, wann wir unsern Lauf vollenden, und aus deinen Vaterhänden, nach vollbrachter Tugendbahn, unsers Sieges Preis empfah'n! 10. Fließet stärker, und er gießet in die Jubel des Gesangs euch in vollen Etiömen, fließet, Freudenthränen meines Danks! Gut und selig einst zu werden, schuf mich Gott, und schon auf Erden seh' ich's, fühl" ich's, wonnevoll, was ich künf tig werden soll. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. ARD Sicherheit in unserm Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden und der Freund schaft Trost im Leiden, Rath und Hilfe haben wir, milder Vater, nur von dir. 9. Dies gewährst du diesem Leben, dieser kurzen Pilgerzeit; was wirst du uns einst nicht 226. 226 Eigene Melodie. Joh. Carl Gerold, 1800. Je- ho- vah, Je- ho- vah, Je ho- vah! Deinem = Na- men sei CH= re, Macht und Ruhm! A = men! 2 men! Bis einst der Tempel H dieser Welt auf dein Wort in Staub zer- fällt, Pflichten gegen Gott. a) red ni aibad madap diad, usitat ਤੇ len. 200 mborsoll in unsern Hal- palmudodd me b b ognols Heilig, Het lig er 227. schal doc Eigene Melodie. König der Eh = re! himmlischen Chö= re! thin das Hei= lig, ti9079 noch le lujali Halleluja! dodati m 100) 8 bi dal mare jus 300 301 raind il bi ongi lladonnagt 20 2. Schn Gottes!:: Deinen Namen erhebet unser Deinen Namen preist unser Lobgesang! Amen! Amen! Die Liebe hat dich uns gesandt; du machst ihren Rath bekannt, willst uns von dem Bösen, o Heiland,:,:,:! erlösen. Sei hochgelobt!:,: 3. Geift Gottes!:::: manis@! dousad 225 len. HalLied. Amen! Amen! Durch dich kam Wahrheit, Licht und Necht zu dem sterblichen Ge schlecht. Deiner, die Erlösten, du Heil'ger,:,::,:! sich trösten, Hallelujah!:,: vers 1 von Gottl. Conr. Pfeffel, 1786-1809. Vers 2. u.3. von G. F. W. Schuly, 1774-1842. dodaod= 1668. Lo= be den Herren, den mäch- ti- gen Stim me froh lockend mit ein in die 396 Timis 216 See le, dein Dank = 15 226 Einzelne Pflichten. schal le mit fro- hem Ge- sang 2 E 228. the hal= ter zur 2. Lobe den Herren, der Alles auf's Beste regieret; der dich mit Weisheit und Güte bis hierber geführet; der dir .gewährt, was dich erfreuet und nährt! Dank' es ihm innigst gerühret! 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet; der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott Schutz dir und Rettung bereitet! 4. Lobe den Herren, der Ehre! ser, portfism synd stets dich beschützet und fegnet! ihn, dessen Himmel dir Ströme der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige er dir huldreich kann; wie begegnet! 5. Lobe den Herren! Wie selig ist's, seiner fich freuen, und das Gelübde der Frömmigkeit stets ihm erneuen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß seiner nicht; eil', ihm ein Danklied zu weihen! Joach. Neander, 1610-1680. stringed mist no dim did wh dankbar sein? Lie= be freu'n? dei= nem ErEigene Melodie. 1804. Sollt' ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht Ihm nicht Preis und Ehre bringen? Mich nicht sei- ner O, es ist ja nichts als Liebe, Pflichten gegen Gott. 227 was sein Vater- herz bewegt, was mich mit Erbar- men trägt, wenn ich sei- nen Willen ü= be. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein ich möchte selig werden. Alles Gefieder über seine Jungen währet seine Zeit, Gottes streckt, so hat mich und meine Lieb' in Ewigkeit. Brüder Gottes treuer Schutz bedeckt. Er, der über mich schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Vaterhuld mich an, eh' ich noch empfand und dachte. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Mir zum Lehrer, mir zum Führer, sandt' er seines Sohnes Geist, zum Beschützer, zum Regierer, der mir gibt, was er verheißt. Er beruhigt meine Seele, schenkt mir Muth und Zuversicht, Licht und Stärke, daß ich nicht meines Daseins Ziel verfehle. Alles wäbret seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich ein Sünder bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum, in den Tod dahin. Mir zum Heil kam er auf Erden, lehrte, litt, vergoß sein Blut, starb 5. Ewig soll ich selig werden. Welche Zukunft wartet mein! Doch, ich soll auch schon auf Erden, täglich am Kreuze mir zu gut, daß seiner Huld mich freu'n. Was 15* 228 Einzelne Pflichten. bedarf ich, welche Gabe fehlt| rechten Wege flieht: also schont mir zur Zufriedenheit, wenn ich, was er mir gebeut, wenn ich ihn vor Augen habe? Alles wäbret seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. de min Gott seiner Kinder, straft und züchtigt sie; doch nie straft er und verwirft er fie, wie verstockte, freche Sünder. Alles währet feine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 349 35M 6. Himmel, Luft und Erde dienen mir zum Segen, und durch ihn müssen mir die Berge grünen, müssen mir die Thäler blüh'n. Thier' und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude. Alles währet eine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. ta ndi 9. Ja, Gott segnet auch durch Leiden, auch auf rauhen Wegen führt seine Hand zu höhern Freuden, und wer treu war, triumphirt. Die so hier mit Thränen säen, ernten jenseits, hoch erfreut, Himmelslust und Seligkeit, wann sie vor dem Throne stehen. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigteit.pil 7. Wie so manche schwere Plage hat mein Gott schon abgewandt! Wie so viele beit're Tage hat er mir schon zugesandt! Blieb' mir auch sein Rath verborgen, dennoch mag verschmachten, wenn du war er Heil für mich. Gott mein bist! Laß denn mich entriß mich väterlich, jeder jedes Scheinglück gernum Angst und allen Sorgen. dich und um deine Huld verAlles währet seine Zeit, Gottes achten; denn es währt mur Lieb' in Ewigkeit. turze Zeit; deine Lieb in Ewigkeit. nr: 919mic mod Paul Gerhardt, 1607-1676, 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie sein liebreich Herz entzieht, wenn es gleich, ver führt zur Sünde, von dem 10. O, der du so reich an Liebe, Gott so sehr mein Vater bist, hilf, daß ich mich täglich übe, dein zu sein, als wahrer Christ! Leib und Seele Pflichten gegen Gott. 229.pdailag Eigene Melodie. 2000-20 für und Dank fahr 1908 OTTH Allein Gott in 16 15 19 der Höh' sei Ehr' und Er forget, daß uns nim- mer= mehr Ge brua Gna ne ſcha fei = Un= fall To wohl zu thun, ist = - mogad sobisat 229 de. de. 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe! Du herrschest unveränderlich, mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschicht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest to 3. D Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gett vom Himmelsthron' zur Nettung der Verlornen. Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod', erbarm' dich unser Aller. 1539. Uns er bereit, seinRath ist unsj= re Se lig teit. Er he bet ihn mit Freu= den! S = = 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, heil'ge, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste! Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier, und auch einst ewig selig. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Freude an Gott, Liebe zu ihm und Streben nach Gottähnlichkeit. Mel. 161. Schwing' dich auf zu deinem Gott 2c. 230. Deines Gottes freue Ex 230 dich, dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren bräuen? Ist's nicht Wonne, ist's nicht Pflicht, seiner dich zu freuen? Einzelne Pflichten. 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz be gehret, einen Bater, welcher mir, was mir nützt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot und mit Freuden übe, wenn ich findlich dich, mein Gott, fürcht und ebr' und liebe: o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe feliger Empfindung voll, reich in deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken. Meine Leiden fübt ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöh'n mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so sag' ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann mir ist deine Guade, dir ist meine Wohl fahrt werth, der du mit das Leben schenkteſt, wirst mate?! auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 891510 dist Jardi 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er ihn bet' ich an, glaub' an seine weggenommen. Ihm vertrau', Leiden, und die Macht der Sünde kann mich von dir nicht scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens! Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu deinen Freuden. Lot adsi2 8. Meine Freud' in dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er kann sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; bald bricht, Herr, dein Tag herein, mit ihm neues Leben. 9. Gib mir, Gott, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, als dein Kind, gefalle! Dieſe fanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Heil in Pflichten gegen Gott. 231 dieser Zeit und mein Trost| wirkest du. Daß ich denke, am Grabe. daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt! 10. Laß die Lust der Sünde nie dieses Heil mir rauben! Nüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertrau'n auf dich ewig nicht verliere! 150 sid days. Balth. Münter, 1735-1798. ohn Mel. 442. Alle Menschen müssen for sterben 2c. 231. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Wie viel Trost gibt sie im Leiden, wie erhöht sfied meine Freuden! Deine Liebe soll allein Antrieb mir zur Tugend sein.. plus 2.Dent' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie entlastet er mein Herz von Befümmerniß und Schmerz. 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, 4. Du erlösest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freu'n und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dir, du Herr der Welten, der so väterlich mich liebt, nur mit Undank das vergelten, was mir deine Liebe giebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden, ohne deine Liebe werden, ohne sie nach dieser Zeit, würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, daß du, Gott, die Liebe bist, und aus Liebe jede Sünde ernstlich meide, als ein Christ! Wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte; dann, o Vater, fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. 7. Noch ehr' ich dich unvollkommen, ist mein Herz gleich liebevoll. Dort, im Vaterland der Frommen, lieb' Einzelne Pflichten.c 232 ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, freudig ihn erfüllen, und empfah'n an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn.ed him im Joh. Christ. Wagner, 1747-1825. Biel most nisse Ahnungen und Kräfte sich. Ich bin bereit, den Weg zu wallen, der mich in jene Höhen führt, und, wo der Engel Psalmen Hallen, ami Throne Gottes sich verliert. 4. Von jeder bösen Sust 14 geläutert, mit frommem, hei ligem Gefühl, durch Liebe und Gebet erbeitert, erring' ich das erhab'ne Ziel. Kein täuschend Irrlicht soll mich blenden, tein Wahn verdunkeln meine Bahn; ich werde siegen und vollenden, schon weht mich Gottes Frieden an. sanio mon HIST 5. Nie will ich, Lob nur zu erschmeicheln, dem Ruf der Pflichten folgsam sein; nie Tugend und Bewund'rung heucheln, und meinen Geists durch Stolz entweih'n. Nie will ich selber mich erheben, von meiner Thaten Glanzic bethört; wie könnt' ich denn das Ziel erstreben, wenn Hochmuth meine Seel' entehrt? ds18 Mel. 46. Wo sind die Weisen, die mich 2c. 232. Dir, Höchster, soll ich ähnlich werden, vollkommen soll ich sein, wie Du, Gott, Schöpfer Himmels und der Erden! Dies ruft mir Jesus Christus zu. Mit Furcht und bebendem Entzücken, doch neu belebt an Herz und Geist, wag' ich's, in jenes Licht zu blicken, das dich, Unendlicher, umfleußt. Tup 2. Jah, so gering, ein Mensch, ein Sünder, der, Gott, dein Ebenbild verlor; ich schwinge, mit dem Ueberwinder des Todes, mich zu dir empor. Weich't hinter mich, du Sonn', und Erde! Ein Strahl der Gottheit wohnt in mir; wenn ich dem Schöpfer ähnlich werde, so bin ich größer noch als ihr. 3. Das Ziel, zu dem nur Geister fliegen, dies hobe Ziel erwartet mich. Im Schooße meines Herzens wiegen schon 6. Wenn mir fein Ruhm zu wünschen bliebe, wie tieinis wär' ich doch noch vor dir Du, Gott, willst nur ein od Herz voll Liebe, nicht eitler Thaten Schein, von mir. Aus Liebe rufest du den Welten, aus Liebe gabst du deinen Sohn. Wer kann dir, Höchster, Stars areta Pflichten gegen Gott. 233 dies vergelten? Wo reifet, schüttest deinen vollen Gegen Ew'ger, dir ein Lohn? gleich gütig auf die ganze 7. Wie oft, wie oft vergaß Welt. Lieb' ich nur, die mich ich Armer, ich Frevler, treu wieder lieben, und schließe sanft los meine Pflicht; und doch, an sie mich an, und Hasse die, unendlicher Erbarmer! ver- so mich betrüben, was hab' schonte mich noch dein Gericht. Auf Flügeln deiner Huld getragen, wag' ich es noch, mein Gott zu dir die Fühnen Augen aufzuschlagen, und du vergibst die Sünde mir. ich Großes dann gethan? 8.m Laß mir dies Bild im Herzen leben, daß ich, von Leidenschaften frei, selbst mei nem Feinde zu vergeben, stets willig nnd entschlossen sei. Vielleicht, eh' noch der Morgen grauet, verschlang uns beide schon das Grab, und ach, ein heillger Richter schauet dann auf die Schuldigen herab! 9. Durch Großmuth, Herr, will ich mich rächen, wenn mich ein Feind zu Boden drückt, und seinen Zorn durch Liebe schwächen, wenn er verderbend auf mich blickt; will teinen Dienst ihm je versagen, erschien er auch mit Troß vori mir; geduldig will ich Alles tragen, als eine Prüfung, Gott, von dire 10. Du sendest Sonnenschein und Regen des Guten und des Bösen Feld, du 11. Nein, fegnen will ich, die mir fluchen, will des Verfolgers Ungestüm durch Wohlthun zu entkräften suchen, durch Liebe mildern seinen Grimm. Durch Liebe nur kann ich erringen das hohe Ziel, schon winkt es mir; nur Liebe trägt, auf kühnen Schwingen, mich über Zeit und Grab zu dir. THO Chr. Ludw. Neuffer, 1769-1839. 16 dront! Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 50m Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 233. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott. Auf sein Gebot wird meine Seele stille, mir g'nügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist des 234 Einzelne Pflichten. Schwachen Stärke! Zu bir dann wird dich er mit starkem emporgerichtet, schau'n wir nichts, als Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! Mit gnaden vollen Händen wirst du bein Werk vollenden. Arm beschirmen. Des Herzens Qual, der Thränen Zahl fennt er; mit Vaterbänden will er dein Leiden enden. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt es ja, was mir gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaffen, und sich im Kummer faffen? 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen. Er kann, wenn ihn auch Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu vernichten. 4. Drum Hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Web' denen, die zu Menschen flieh'n; web' dem, der Gott entweichet! Der Treue Lohn hat Gottes Sohn, der einst am Kreuz gestorben, als Mittler dir er worben. 6. Sei unbewegt, wenn um dich ber auch Ungewitter stürmen! Flieh' nur zu Gott, 8. Ja, dir nur, meinem Gott und Herrn, will ich mich ganz ergeben. Nur dir allein befehl' ich gern mein Wohlsein und mein Leben. Sei du mein Gott, und einst im Tod' mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik ubier schaue. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. Mel. 124. Was mein Gott will, gescheb' allzeit 2c.d 234. Vertrauen ist des Christen Pflicht, ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenn's ihm an Trost gebricht, o Herr, auf dich nur schauen, und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen; du segneft und ers rettest gern, und höreft auf sein Flehen. Pflichten gegen Gott. 235 2. Doch soll kein Thor mit bei des Gewissens Schmerz, sich endlich doch verlassen. Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du, Vater, werdest ihm auch nicht, was er begehrt, 6. Wie Mancher, der noch verjagen. Wenn gleich, bei aller unsrer Schuld, dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelentet. wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolget blind der Thorheit Plan, geht ungerechte Wege. Er schmeichelt sich, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Umsonst! will er sie selbst nicht flieb'n; fie werden ihn nicht fliehen. 1971 hig, un 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Menschen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh' er es gedacht, des Herzens Klagen stillen! Doch wer, in Noth, durch Wunder nur sich will geholfen sehen, der schmäht die Ordnung der Natur und fündigt durch sein Flehen. Str th IND SIST 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Segen hoffen. Es steht, weil du sein Vater bist, ihm selbst der Himmel offen. Wer nicht in dir den Vater liebt, und auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glüc vergebens. 75. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht freuet, doch, fern von wahrer Frömmigkeit, nicht vor der Sünde scheuet: so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt, 7. Du, weiser Gott, ents fernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht, leicht zu vermeiden waren. Wir sollen, mit Besonnenheit, auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schützen. 8. Gott, laß verweg'ne Zuversicht doch nie mein Herz verfübren! Sie schafft mir deinen Beifall nicht, ste läßt mich ihn verlieren. Nur kind. lich soll ich dir vertrau'n, nie thöricht, nie vermessen, soll, um getrost auf dich zu schau'n, nie meiner Pflicht vergessen. Joach. Chrift. Grot, 1788-1801. 236 Einzelne Pflichten. 235. mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 98101 f 140m2 in mist bin mis& bi not ITS nisl and bi' dil 1525, nd # Wie Gott mich führet, will ich geh'n, er läßt de nen, die auf ihn nur seh'n, an kann nichts Böses wählen; 80 Donde tei- nem Gut- es fehlen; ich ihm nach, durchFreuden und durch Un ge- mach, voll kind lichen Vertrauens. E 2. Wic Gott mich führet, will ich gern von ihm mich leiten lassen, kann ich gleich oft den Weg des Herrn und seinen Rath nicht fassen. Mein Eigenwille weig're sich, in Gottes Hand ergeb' ich mich, mit kindlichem Gemüthe. 3. Wie Gott mich führet, folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? Auf Gott steht meine HoffWie er mich führt, folg' nung fest; was er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führet, wird er mich, auch in den größten Stürmen, wenn ich ihm folge, väterlich mit seiner Huld beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erbält, so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich leben oder sterben. 5. Wie Gott mich führet, will ich geh'n durch Freuden oder Leiden. Hier kann ich Pflichten gegen Gott. 237 nicht sein Antlitz seh'n; dort geführet hat; wohl mir, wenn schau' ich's einst voll Freu- ich ihm folge! den. Dort seh' ich, daß sein Baterrath mich treu und wohl Lambert Gedicke, 1688-1735. 236. di Gigene Melodie. Ho siel ndi tuo sid od 18 C 2 Was Gott thut, das ist wohl gee than; gut plaj Er nimmt sich stets der Seinen an, brum ist und bleibt sein Wille. Er ist meinGott, der balt' auch ich ihm stille. in der Noth mich wohl weiß zu Bi 1690. MER TIL BI Taß ich ihn nur wal= ten. 1861 adetim udi nad g 905 13 er= hal= ten, drum bim 1100 1200 8sd 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht, wohlgethan; wie sollt' ich ängstlich klagen? Führt er mich gleich auf rauher Bahn, so will ich doch nicht zagen. Hab' ich Geduld, wird seine Huld zum Besten Alles wen den. Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist mein Leben, von dem nichts Böses kommen kann; ich will mich ihm ergeben. Ja, seine Treu' ist täglich neu: drum will auf ihn ich bauen, und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich trinken, der bitter 238 Einzelne Pflichten. ist, nach meinem Wahn, soll| Trost im Glauben. Ihn soll, doch mein Muth nicht sinken. wenn Noth und Tod sich Sein Trost ergößt mich doch nah'n, nichts meinem Herzen zuletzt, gibt Freudigkeit dem rauben. Mein Gott hat mich Herzen; dann weichen alle so väterlich bis diesen Tag Schmerzen. om mdo erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wo bleibt mein 237. Sam. Rodigaft, 1649-1708. 1938 medinere Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. sllom 1547. t Wenn Menschen- hül- fe dir ge bricht, so C hoff' auf Gott und za ge nicht. Wenn Nie- mand hilft, so 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen sein. Wer weiß, ob, wer ein Freund dir scheint, es immer treu und redlich meint. hilft doch er; mit ihm ist teine Last zu schwer. ug daar asur 4. Nur Gott ist's, dessen Schild dich deckt, wenn Noth und Elend dich erschreckt. Dein wahrer Freund bleibt er allein, und wird es bis zum Grabe fein. sopinn 3. Jft seine Lieb' auch kein 5. Schüßt er dich, o dann Betrug; hat er auch Licht und Macht genug? Entreißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde selbst, sein Glück? ist dein Feind nicht furchtbar mehr, wenn er's auch scheint. Es muß, vor seiner Allmacht Dräu'n, sich selbst des Meeres Sturm zerstreu'n. Pflichten 6. Was sich ihm auch ent gegen stellt; es geht doch, wie es ihm gefällt. Laß ihn beschließen, was er will, und hoff' auf ihn, und halt ihm still! Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig, 1633-1714. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. In allen meinen Thaten 238. laß ich den Höchsten rathen, laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, damit sie uns gelingen, mit Hülfe segnen Rath und That. 2. Sorg' ich auch spät und frühe; was belfen Sorg' und Mühe, wenn er nicht sorgt und wacht? Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; er hat noch Alles wohl gemacht. 3. Es kann mir nichts geschehen, er hat's vorher ge sehen, und selber mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren, will gern auch das entbehren, was er aus Vaterhuld mir nimmt. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf jedem rauhen Pfade mich leitet und beschützt Wall' ich auf seinen Wegen, so wird durch seinen Segen gegen Gott. 239 mir nichts gebrechen, was mir nützt. 5. Ihm will ich selbst mein Leben getrost und willig geben, sobald er mir's gebeut. Es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. go 6. Sei denn im Tod und Leben ihm, meine Seel', ergeben, voll froher Zuversicht! Es gehe, wie es gehe; dein Bater in der Höhe versäumet und verläßt dich nicht! Paul Flemming, 1609-1640. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 239. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Wohlsein bauen, und dem, der mich erschaffen bat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen, als Gott und Vater, tragen. 2. Er sah, von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde; bestimmte meines Lebens Zeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu bestegen wäre? 3. Gott kennet, was mein 240 Einzelne Pflichten. Herz begehrt, und hätte, was| Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine 240. Befiehl du deine Wege Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht das, was ich ersehe, was Gott bes schließt, geschehe! und alles, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der das Weltall lenkt. Den Sternen, Wolken, Winden bezeichnet er die Bahn; auch du wirst Wege finden, nach seiner Weisheit Plan. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; der Erde Ruhm und habe verläßt mich doch im Grabe. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's sell wohlergeh'n; auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll besteh'n; Gott läßt durch und Sorg' und Grämen selbstgemachte Pein sich keine Drum Wohlthat nehmen. hoff' auf ihn allein! 3. Er ist voll Tren' und Gnade, und sorgt mit weiser Huld, daß dir kein Unfall schade; nur leide mit Geduld! Er wird dich schon beschützen; auch Leiden müssen dir, durch seine Wahrheit, nützen; erwarte dies von ihr! 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen. Gesundheit, Reichthum, Glanz und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem ist sein gut Gewissen ein Licht in Finsternissen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff't auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. 4. Gott irrt in seinen Wegen, in seiner Wahl fich nicht. Sein Thun ist lauter Segen, sein Gang ist Recht und Licht. Und wenn er seinen Kindern ein Glück hat zugedacht; wer kann sein Werk dann hindern? Er spricht, ist's vollbracht. Pflichten gegen Gott. 241 bekümmert thotag Ind hat. d'ensal 11 findois 5. Und braus'ten alle Rath fein großes Wert vollStürme und Wetter her auf führet, daß dich fie; nein, und unter Gottes Schirme, erlägen sie doch nie! Im Himmel und auf Erden kann ihm nichts wider steh'n.dni Was er beschließt, muß werden, was er gebeut, gescheh'n.mig ind 1 119081509 rnis 6. Vertrau' ihm, meine Seele, er weiß, was dir gebricht. Daß er dein Bestes wähle, das glaub' und zweifle nicht! Er führt zu einer Wonne, die, wenn dein Gram entfleucht, dem Glanze seiner Sonne, nach trüben Tagen, gleicht. ndi 7. Entreiß' dich allen Sorgen, geb' treu der Tugend Bahn! Es bricht vielleicht schon morgen ein schön'rer Tag dir an! Dann siehst du mit Entzücken die dunkle Nacht entflieh'n, die deinen schwachen Blicken so undurchdringlich schien. 8. Laß ihn nur thun und walten; er wird, als weiser Fürst, dein Schicksal so gestalten, daß du ihn preisen wirft, wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem igral 19 9. Zuweilen mag's wohl scheinen, als ob er von dir wich, als hört' er dich nicht weinen und übersehe dich; doch hat in trüben Stunden dein Herz sich heilig, rein und ihm getreu, erfunden, wie wird er dich erfreu'n! dod 796 10. O, wohl dir, dem Ges treuen; du trägst den Sieg davon! Laß dich den Kampf nicht reuen; dir winkt des Himmels Lohn. Hier sollst du überwinden das Leiden dieser Zeit; dort wirst du Ruhe finden und ew'ge Seligkeit. 150 11. So höre, was ich flehe: verlaß mich, Vater, nicht! Sei du in meiner Nähe, wann einst mein Auge bricht. Laß allen, die dann weinen an meines Grabes Rand, das Licht der Hoffnung scheinen, dort aus dem Heimathland. Nach Paul Gerharbt, 1607-1676. 16 242 241. $ ² 6² 6 il Slibint Einzelne Pflichten. an niad dhisig ibiu 39 träd Eigene Melodie. C JST( Disp Georg Neumarf, 1657. Holy Opergunnin Wer nur den lieben Gott läßt wal- ten, den wird er wun- der- bar er- hal= ten, 2 # JL. 998 Tigaich prirdsprom 196 hof- fet auf ihn al= le- zeit, Wer Gott, dem al ler Noth und Trau- rig- feit. 18198 850 Sand gebaut. 190730 Al= ler höchsten, traut, der hat auf kei- nen = und in driduse disas onnists 60 miste 8 gisi nd & supis in Final. Ton SITISH gibt. 2. Was hilft's, wenn unter| liebt, dir alles, was dir nüßet, Gram und Sorgen dein banges Herz zwar Trost begehrt, und doch vom Abend bis zum Morgen die unzufried'ne Klage währt? Vermehrest du nicht selbst dein Leid durch Unge: duld und Traurigkeit? 4. Der weise Vater kennt die Stunden, wo Trübsal oder Freude nüßt; hat er dich nur getreu befunden, so glaube fest, daß er dich schützt. Er trocknet dir, eh' bu es meinst, die Thränen ab, bie du noch weinst. 3. Zu Gott sei deine Seele stille, fromm, in Verleugnung und Geduld; was dich be- 5. Denk' nicht, wen Lust trübt, ist nie sein Wille, doch und Glück umfassen, daß der oftmals ist es deine Schuld. ein Liebling Gottes sei; du Er ist ja Vater, der dich aber sei'st von ihm verlassen, Spous 81 Pflichten gegen Gott. ALE 243 hört er nicht gleich dein Angst-| für mich; er sorgt, daß meiner geschrei. Die Zukunft klärt Seele kein wahres Wohlsein den dunkeln Lauf der weisen fehle. Genug zum Trost, Führung Gottes auf. mein Herz, für dich! 6. Noch danken wirst du ihm, nur glaube, was Gott thut, das sei wohl bedacht; er hebt den Niedern aus dem Staube, und stürzt des stolzen Sünders Macht. Wohl dem, der mit Ergebung schweigt, wo sich ihm selbst kein Ausweg zeigt. 2. Was nüßt es, heidnisch forgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer seh'n? Du, Vater meiner Tage, kennst, eb' ich dir's noch klage, mein Leid, so wie mein Wohlergeh'n. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 7. So wanble denn auf Gottes Wegen, bet' und sei deiner Pflicht getreu; dent' nicht, daß Gott dir seinen Segen, auch ohne Arbeit, schuldig sei. Es ist sein eigenes Geheiß: verbind', o Christ, Gebet und Fleiß! 8. Mein Gott, du bist's, auf den ich traue, mein Helfer, meine Zuversicht, auf den ich Glück und Hoffnung baue. Erbarmer, ach, verlaß mich nicht! Führst du mich, Gott, gleich wunderlich; zu dir nur, Vater, führe mich! print Georg Neumart, 1621-1681. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 242. Was soll ich ängstlich klagen und ohne Hoffnung zagen? Der Höchste sorgt 6. Ja, wenn mein Auge thränet und sich nach Hülfe sehnet, so tlag' ich' Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der 16* Einzelne Pflichten. 244 Seele, du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Du hast mir hier im Leben schon größer's Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen nicht immer, wie sie's meinen, doch stets nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Auss gang und die That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: mein Gott nimmt mich Erlös'ten gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut dein Rath uns führt; nach überstand'nem Leiden sing' ich dir dann, mit Freuden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Christoph Chriftian Sturm, 1740-1786. im Unglück und im Glück. Ihm dank' ich meine Freuden; ihn preis' ich auch im Leiden, bis zu dem letzten Augenblick. 2. Gott war's, der für mich wachte, noch eh' ich war Des Ew'gen und dachte. treue Hand hat gnädig mich geleitet; auch da mein Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sor gen? Mein Glück ist mir verborgen, mein Unglück kenn' ich nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele zu ihrem wahren Glück gebricht. 4. Warum ich heute flebe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereu'n. Nur Einen Wunsch vor Allen laß, Herr, dir wohlgefallen, den Wunsch, zufrieden stets zu sein! Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. was 5. Sich groß und kindlich zeigen, heißt tief im Staube schweigen, und nehmen, Gott gibt. Er kann uns nicht verlassen, die ihm vertrau'n, nicht hassen; er züchtigt nur, weil er uns liebt. 6. Wenn ich verlassen scheine, und troftlos bin, und weine; 243. Gott hab' ich mich er- was will mein banges Herz? geben in diesem Pilgerleben, Herr, hilf es mir besiegen! und 2 Pflichten gegen Gott. 245 Es sehnt sich nach Vergnügen,| Sollt' er meiner je vergessen? doch was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 7. Nicht das, warum ich flehe, dein Wille nur geschehe, und was mir heilsam ist. Ich will dir, Herr, ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. Balth. Münter, 1735-1793. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar lass' ich dich, Gott, walten. 3. Der das Größ're uns gegeben, einen Geist, der ihn preis't, diesen Leib, dies Leben, wird uns auch das Klein're schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. Mel. 152. Warum sollt' ich mich denn grämen 2c. 244. Warum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich lich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh', ohne Noth, zu nehmen. 4. Was auf meiner Pilger: reise mir gebricht, kennt er's nicht, er, der ewig Weise? 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließe Gott hilflos mich verschmachten? Ich bin sein; mir soll nicht grauen. Väterliebt Gott mich. Ihm will ich vertrauen. 7. Nütz' ich meine Zeit und Kräfte, widme sie, spät und früh, nützlichem Geschäfte: o dann kommt sein reicher Segen, ganz gewiß glaub* ich dies, meinem Thun entgegen. 8. Ich will nur vor allen Dingen suchen, mir Weisheit hier, Tugend zu erringen. Was mir sonst noch nützt hienieden, das wird mir, Herr, von dir ja gewiß beschieden. 9. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag' an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon 246 erbleicht? sorgen? Einzelne Pflichten. Warum will ich il sains 10. Sorge du nur. Ich befehle, glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Judi is not s 245. TYPU Eigene Melodie. SISTO TO pinging&& con@ ind Seele. Sorge du. Dir halt" ich stille; ich sell bein ewig sein. Es gescheh' dein Wille! Laur. Laurenti, 1660-1722. Died i O THE wen- den, es steht in E 17 Auf mei- nen lieben Gottis trau' ich in al= ler ▬▬▬▬▬▬▬ 2. Auch bei'm Gewissensschmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Chriflum will ich bauen und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin, ist's dennoch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, er läßt mich nicht im Staube. Es mag der Leib with Jac. Regnart, 1574. Noth. Die ihn um Rettung fleh= ten, vers 36 trist HORD ließ er nie in Nö- then. Er wird mein Un- glück antis doing seinen Händen. erkalten, den Geist wird Gott erhalten. 100 4. Mein Heiland, Jesu Christ, der du, aus Liebe, bist für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Heil worben; du schaffst, auf kurze Leiden, den Deinen ew'ge Freuden.) er= 5. Ich harr' und traue dir, einst schenkst du sie auch mir. 247 Pflichten gegen Gott. matching ho Ich habe Dein Versprechen, 5. Liebe ist es, welche dir das wirst du nimmer brechen. Auch ich bin, wann ich sterbe, des ew'gen Lebens Erbe. Sigism. Weingärtner, um 1600. Mel. 138. Meinen Jesum laß'. ich nicht 2c. 246. Gäe deine Thränen faat, frommer Dulder, hier im Glauben; auch der aller raub'ste Pfad müsse dir den Trost nicht rauben, daß einst, nach der Dunkelheit, dich ein bell'res Licht erfreut. 2. Ausgerungen haben schon viele, die hier glaubend litten; beten an vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freu'n. 3. Dent, daß Gottes Vas terhand, weisheitsvell, die Leiden wäget, und dich, in der Thränen Land, immer mit Erbarmen träget. Bäterlich ist sein Bemüh'n, dich zum Himmel zu erzieh'n. 4. Hier ist dein Erziebungsstand, hier sollst du durch Prüfung lernen; dort ist das vollkomm'ne Land; dort in unbekannten Fernen winkt dir unvermischtes Glück; dorthin wende deinen Blick! Lebensglück und Freuden schenket; Liebe fügt es, wenn dich hier Angst und Schmerz Gott und Kummer fränket. ist Bater, mild und gut; Lieb' ist alles, was er thut. 6. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! An dem Schluß der Prüfungszeit wirst du froh zurücke schauen auf den Weg, der, durch die Nacht, dich in's Land des Licht's gebracht. 7. O, dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' entflossen! Wie ein Strom von oben her, wird der Trost in's Herz gegoffen, Trost vom Quell der Seligkeit, über wiegend alles Leid. 8. Harre, Dulder, unverzagt, barre in der Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen steh'n; wirst die Krone winken seh'n. 9. D, dann schwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne. Vor dir liegt die Ewigkeit, dieses heitre Land der Wonne. Ohne Thränen gehst du ein, ewig selig da zu sein. Chrift. G. L. Meifter, 1738-1811. 248 Einzelne Pflichten. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 5. Lob't ihn mit Herz und Munde, lobt ihn, der Alles 247. Bon Gott will ich schenkt. Wie selig ist die nicht lassen; denn er verläßt Stunde, darin man sein gemich nicht. Im Kummer mich denkt! So nützt man recht zu fassen, gibt er mir Kraft die Zeit. Wir sollen ja auf und Licht. Er steht mir hilf- Erden durch ihn schon selig reich bei; mit jedem neuen werden, noch mehr in Ewigkeit. Morgen weiß er mich zu versorgen, ich sei auch, wo ich sei. 6. Mag doch die Welt vergehen, mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf, doch wach' ich, wann im Grabe ich ausgeschlummert habe, zum höher'n Leben auf. 7. Mein Geist wird ewig leben, und dort soll ihn, verklärt, ein neuer Leib umgeben, des höhern Daseins werth. Wie werd' ich dann mich freu'n; wie fröhlich Gott er heben! In jenem neuen Leben, wie rein, wie selig sein! 8. Vergilt, was ich hier dulde, die Leiden dieser Zeit, wenn ich sie nicht verschulde, nicht Gottes Ewigkeit? Sie ist von Freude voll, die den, der Christum liebet, und sich im Guten übet, auch ewig lohnen soll. 9. Das ist des Höchsten Wille, das meines Vaters Rath; drum geh' ich fromm und stille des Lebens dunkeln 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft und ändert sich; doch Gottes Vatertriebe sind unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eb' wir's vermuthet hätten, uns wunder: bar zu retten, und hilft uns selbst vom Tod'. 3. Nur ihm will ich vers trauen, auch in der schwersten Zeit, auf seine Hülfe bauen; er segnet selbst durch Leid. Gott sei es heimgestellt, ihm will ich übergeben Leib, Seele, Gut und Leben. Er mach's, wie's ihm gefällt! 4. Nur das kann ihm ge fallen, was gut ist; gab er doch selbst seinen Sohn uns Allen, beglückt und liebt uns noch. Hat Gott so viel gethan, wird er auch das gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen tann. Pflichten gegen Gott. 249 Pfad. Sein Geist bleibt mir mißt mein Theil mir zu, hier nicht fern. Er ist es, der mich leitet, zum Himmel mich bereitet; wenn er winkt, folg' ich gern. kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; ach, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch, in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und kann ich gleich auch jetzt noch nicht ganz frei von Fehlern werden, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du Mittler, hast mich aus der Angst, die mich umfing, gerissen. Nur dir verdank' ich meine Rub'; du beilest meine Wunden zu und stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. Lubw. Helmbold, 1532-1598. Mel. 120. O Ewigkeit, du Donnerwort 2c. 248. Mein Glaub' ist mei nes Lebens Ruh'; er führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ver leib' auch mir Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterb: lichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein, welch' Glück es sei, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht, durch deinen Tod, erworben. Nun wird mein Leib zwar Asch' und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; du bist für mich ge storben. Mir, der ich dein Erlös'ter bin, ist auch das Sterben selbst Gewinn. 3. Ich bin erlös't und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen bieses Lebens. Jch dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens! Gott selber 7. Gelobt sei Gott, ich bin ein Christ, und seine Gnad Einzelne Pflichten. 250 und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich fühle täglich Besserung des Herzens und des Lebens; bin stets getrøst und tugendhaft, o Herr, durch deines Geistes Kraft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium feft glauben, Liebe üben. Es gibt mir Ruh' und Heiterkeit, führt mich zu wahrer Eeligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben? Es sei mein Trost, es sei mein Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. salad How Spes Balth. Münter, 173E- 1798. 2611 Ehrfurcht gegen Gott.- Heilighaltung des Eides. Mel. 165. Gott, du frommer Gott 2c. Sinn zu denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn. Dies sei zur Heiligung, wozu sein Geist mich ruft, mir stets Ermunterung. ford ibm. Beförd're streben, auch stets nach seinem tad. 3. Auch mir gabst du dein Wort; dies leite meine Seele, daß sie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nüßt der Glaube mir, der Erkenntniß Licht, wenn es zum Guten mir an Lust und Kraft gebricht? was 4. Laß mich gewissenhaft in allen Stücken wandeln und überall vor dir so denken, reden, hanteln, daß ich, im Herzen rein, dir, Gott, vertrauen kann, und froh verfichert sei: du nimmst dich meiner an. 5. Doch, wenn ich Schwacher noch aus Uebereilung fehle, Herr, so verwirf mich nicht. Erwede meine Eeele, daß fie den Fehltritt gern erkenne, bald bereu, und ihn auf's Künftige zu meiden wachsam sei. 6. Jch übergebe mich, bis an mein Lebensende, mit Allem, was ich bin, in deine Vaterbände. O, moche du, mein Gott, den Vorsatz fest in mir, ein wahrer Christ zu sein; so 249. Herr, aller Weisheit Quell, o laß mich recht er kennen, daß nur die Frömmig keit auch Weisheit sei zu nennen; dech gib mir auch dabei ein Herz, dos so did ehrt, wie dir es wohlgefällt, und uns tein Cetn gelehrt. nach 2. Ich nennen e- leb' und sterb' ich dir. Chrift. Knorr v. Rosenroth, 1636-1689. Pflichten gegen Gott. Mel. 181. Er starb, der größte Held 2c. ni 251 und nimm dich meiner hilfreich an: so leg' ich schon in dieser Zeit den Grund zu meiner Seligkeit.com 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu", und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht noch Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. was bit 250. Dich, Höchfrer, ehrer bietig scheuen, sei meine Lust und Seligkeit; denn Niemand kann sich deiner freuen, der nicht dein heilig Auge scheu't. Erfülle denn, o Vater, mich mit Kindesehrfurcht gegen dich! 2. Sie sei ein Licht auf allen Wegen für meinen irrenden Verstand; fie treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht hab' erkannt. Ein Herz, von jeder Sünde rein, will ich, Herr, dir zum Opfer weih'n. 104 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich hane deln, entfernt von aller Heuchelei! Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. Mit dieser Ehrfurcht will ich sterben, dann schrecken Tod und Grab mich nicht; dann werd' ich jenes Leben erben, das mein Erlöser mir verspricht. Zum Vaterhause geh' ich ein, um ewig selig dort zu sein. Benj. Schmolc, 1672-1737. 3. Laß mich, o Vater, stets erwägen, daß du allgegen wärtig bist, und keine Neigung in mir hegen, die dir, mein Gott, zuwider ist. Was hilft der Beifall aller Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, damit ich, deinem Rufe treu, in meinem Glücke nie vermessen, in Noth nicht wankelmüthig sei; daß ich nicht frevle, weil du schonst, nicht gleich nach unserm Thun Mel. 120. uns lohnst. 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann; mich um ein reines Herz bemühen, Ewigkeit, du tgl Donnerwort zc. 251. Gott! der du Herzenskenner bist; Herr! dem die Falschheit Gräuel ist, und jeder Trug Verbrechen. Kein Einzelne Pflichten. 252 Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund; du Heiliger, wirst's rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 2. Und wann ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wann ich dich, Gott, zum Zeugen ruf', zuin Rächer bich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe; dann sei von Lüg' und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n und frech vor dir mit Lügen steh'n, dann laß mein Herz erschrecken! Weh' dem, der seinen Gott verlacht, ihn zu der Bosbeit Siegel macht, sie vor der Welt zu decken! Mit Zittern dent' ich deiner dann, der Leib' und Seel' verderben kann. 4. O Seele, wenn du dich noch liebst, erwäg', was du zum Pfande gibst, dein Glück, dein ewig Leben! Verlier' nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer tann dir's wiedergeben? Gewänn'st du auch die ganze Welt; ist sie es, die dich schadlos hält? 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich, beim Leiden dieser Zeit, kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe! Ist Gott und Jesus nicht mehr mein, dann besser nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Spötter- Rotten. Ja, Gottes Langmuth ist befannt; er lähmt nicht jede falsche Hand; doch Gott läßt sich nicht spotten. Er kann dich strafen in der Zeit, und strafen noch in Ewigkeit. 7. Nein! Ebre nicht, kein Gut noch Geld, und keine Herrlichkeit der Welt, soll mich so weit verführen. Und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch Gott und Seligteit muthwillig nicht verlieren. Was immerhin mein Loos hier sei; nur reines Herz und Gott dabei! 8. Gott, lehre mich, bei jedem Eid, aus Schen vor deiner Heiligkeit, die Wahrheit Beschwör redlich sprechen. ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten Pflichten gegen Gott. 253 nicht, was ich gelobte, brechen. Alles doch entdecken, was Auch dir, Gott, schwur ich, treu zu sein; erhalt' mich ewig, ewig dein! Betrug und List verstellt, er, der Richter aller Welt. 9. Gott, der du selbst die Wahrheit bist, mein Trost auch noch im Tode ist, was mir dein Wort verheißen. So wahr du Gott bist, sagst du's zu, ich hör's mit heit'rer Seelenrub': Nichts soll mich dir entreißen! Ich halte, Vater, meinen Eid, und fürchte nicht die Ewigkeit. 4. Gott, dem keine Finsterniß euch verhüllet, wann ihr lüget, hört und strafet den gewiß, der durch falschen Schwur betrüget. Was für Menschen täuschend war, ist vor Gott doch offenbar. 5. Wenn ihr freveln wolltet, ach! eures eignen Herzens Klage folgt auf jedem Tritt euch nach, quält bei Nacht euch und am Tage; dieses innere Gericht, o, wie furchtbar ist Joh. Daniel Karl Bidel, 1787-1809. Mel. 138. Meinen Jesum laß es nicht! ich nicht zc. 252. Heilig, heilig sei der Eid euch, ihr Christen, die ihr schwöret! Fühl't mit Ernst die Heiligkeit eures Richters, der euch höret; wiss't er ist der Lügen Feind hier und wann er einst erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gott, begehrt, wenn wir ihm gefallen wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen und auch ehren sollen; denken, wie wir reden, ste nie verstellen, leug: nen nie. 3. Wann ihr eure Hand erhebt, dann ergreif' euch heil: ger Schrecken! Denkt: Gott Denkt: Gott ist uns nah', er lebt, er wird 6. Bein und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was sonst segnen kann, müßte dann zum Fluch euch werden; und Verzweiflung käm' zugleich, ohne Nettung, über euch. 7. Sagt: für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin, daß das recht ist, was ich thue; daß mich, wo der Heil'ge spricht, feine Neigung mehr besticht. 8. Dann dürft' ihr zu Gott hinan voll Vertrau'n und Hoffnung sehen; könnt' auch selbst selbst die rauh'ste Bahn muthig und mit Ruhe gehen. Einzelne Pflichten. 254 Jedem, der es reblich meint, ist Gott Vater, ist Gott Freund. Alne 1 Gottfr. Arnold, 1666-1714. Wahn, wählt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Himmel führen, gehet, mit bethörtem Sinn, auf verkehrten Wegen hin.us bid sig HIS nod Mel. 228. Sollt' ich meinem 4. Laß es doch uns tief Gott nicht singen 2c. empfinden, daß uns unser Herz 253. Gut und heilig ist dein verführt, daß die eitle Lust der Wille, wie du selbst es bist, Sünden uns zuleßt den Tot o Gott. Du gebeutft; in gebiert. Mach' uns beiner tiefer Stille hört die Schöpfung Willen wichtig, führ' auf deine dein Gebot. Die im Himmel Bahn uns hin, lehr' uns jedem dir lobsingen, steh'n um deinen Irrthum flieh'n; denn deir Thron bereit, freuen sich der Weg allein ist richtig. Mach Seligkeit, deinen Willen zu uns unsern Pflichten treu, da vollbringen; nur der Mensch der Wandel heilig sei. rodon erkennt's oft nicht für seinast 5. So wird auch bei uns Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne, deiner Engel zahllos Heer. Deine Veste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen; Alles, Höchster, was du schufft, eilt und drängt sich, wann du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz empört sich meine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deine göttlichen Befehle wirft sie thöricht hinter sich, läßt sich nicht von dir regieren; glücklicher, nach ihrem auf Erden, wie im Himmel dein Gebot dankbar ausge richtet werden, heiliger uni großer Gott! Alle Werke dei ner Hände werden unterthan bir sein; alle deiner Hull sich freu'n, bis an deineSchöpfung Ende. Denn, we deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Todo Balth. Münter, 1735-1798. 1019 Mel. 181. Er starb, der größte 2c. 254. Gott, deinen heilige Befehlen will ich, dein Kind gehorsam fein, nur fie 3 meiner Richtschnur wähle und dir mein ganzes Lebe Pflichten gegen Gott. 255 Alles flieh'n und meiden, was mich von dir entfernen kann. Der Sünde Lohn ist endlich Schmerz, und quält mit Neue unser Herz. weih'n. Dein Wille ist gerecht und gut: wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 12. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann 7. Doch, wenn ich mich im dir nur dann gefallen, wenn Guten übe, mit Eifer deinen ich, dir folgsam, als dein Kind, Willen thu', dann schenkst du, thu', was du willst, aus Gott, mir deine Liebe, mit Lieb' und Dank, und nicht ihr zugleich Gewissensruh'; mit Sklavenfurcht und Zwang. dann fühl' ich hier schon 1505 3. Dein Sohn gehorchte Seligkeit, und bleibe dein in dir so gerne, o, bilf mir, daß dafftopidol fill ich immerdar dir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, Ewigkeit. Benj. Schmold, 1872-1787. Thigibe Mel. 532. Nun fich der Tag geendet hat 2c. 31350 er war's selbst bis zum Kreu: 255. Gott will ich dienen, zestod, and Indtads ihm allein; ich bin sein Ei4. Laß deine heiligen Gegenthum. Nur ihm will ich setze mir immer gegenwärtig mein Leben weih'n; Gehorsam sein, laß mich, daß ich sie nie sei mein Ruhm. verletze, dich, den Allwissenden, stets scheu'n. Dein Joch ist fanft, leicht ist die Last, die du uns auferleget haft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter sein. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf ihren Lasterwegen an; so laß mich 2. Wie heilig, wie gerecht und gut ist, was mir Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut und, gut zu sein, sich freut! 3. Web' dem, der seine Pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in Noth; denn nur was bös und schädlich ist, verbeut uns unser Gott. 4. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, ein Vater, kein Tyrann; er treibt uns blos, weil er uns liebt, ihm zu gehorchen, an. 256 5. Leicht ist die Last, und sanft sein Joch; er stärkt uns selbst zum Lauf, und straucheln, fallen wir dann doch, so hilft er selbst uns auf. Einzelne Pflichten. 6. Er warnet, drohet und verheißt, legt Heil und Tod uns vor; und ich, erhellt durch seinen Geist, verschlöss' ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, sich seiner Kind: schaft freu'n? Nur die sind dieser Würde werth, die seinem Dienst sich weih'n. 8. Gott, dir sei denn mein Herz geweiht; ich bin dein Eigenthum. Gib meinem Willen Festigkeit! Gehorsam sei mein Ruhm! G. Joach. Zollikofer, 1730-1788. Bei öffentlichen Katechifationen. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 256. 3hr Kinder, laßt uns beten, und froh zum Vater treten, der aller Vater heißt. O, laßt uns ihn verehren, nach seines Sohnes Lehren! Er chent' uns seinen guten Geist. 2. Herr, präge jede Wahrheit, mit Rührung und mit Klarheit, in unsre Herzen ein. Gib, daß wir ste, zum Segen, behalten und erwägen. Laß uns des Wortes Thäter sein! 3. Verstärk' in uns die Triebe zur Andacht und zur Liebe, zu wahrer Frömmigkeit. O, mach' uns alle Laster mit jedem Tag verhaßter, und heilig, was dein Wort gebeut! 4. Ja, lehre deinen Willen uns immer treu erfüllen, und deines Wort's uns freu'n. Dem Alter, wie der Jugend, gib Reiz zu jeder Tugend. O lehr' uns, Jesu folgsam sein. Ehrenfr. Liebich, 1713-1780. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 257, Quell der Weisheit und der Tugend! selig, wer dich sucht und liebt, und bei dir, schon in der Jugend, seinem Geiste Nahrung gibt! Ja, wer diese Pflicht erfüllt, hat ein Gut, das ewig gilt. 2. Nichts soll dieses Gut uns rauben. Dir, Erlöser, uns zu weih'n, dich zu lieben, dir zu glauben, das soll unsre Freude sein. D, wie ruhig wandeln wir dann durch's Gräberthal zu dir. Joh. Wilh. Reche, 1763-1885. Pflichten gegen uns selbst. Beim Anfange und Schlusse des Schulunterrichts. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 258. Gott, laß den Unterricht gedeih'n zu reinen Geistesfreuden. Laß, deines Beifalls werth zu sein, uns immer Trägheit meiden. Lent' unsern Sinn zur Weisheit hin; verleih' uns Lust und Kräfte zum nüßlichen Geschäfte. 2. Gib, daß von eitelm Leichtsinn frei, wir treulich unsre Pflichten, wie mühsam uns auch manche sei, doch immer gern verrichten. Was böse heißt, was unsern Geist entweiht, soll uns nicht trügen mit sündlichem Vergnügen. 3. Die Blume, die der Morgen fand, im bunten Farbenschimmer, verblich oft plößlich und verschwand am Mittag schon auf immer. So sind auch wir vergänglich hier. Gott, laß uns früh auf Erden reif für den Himmel werden. 2. L. G. Krehl, 1784-1855. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 257 was wir Gutes haben, das kommt allein von dir. 259. Geber guter Gaben, nur dir lobsingen wir; denn 2. Auch jetzt gabst du uns wieder zum Fleiße Munterfeit. Dir tönen uns're Lieder aus froher Dankbarkeit. 3. Laß unser ganzes Leben dir, Vater, heilig sein. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weih'n. Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. Pflichten gegen uns felbst. Chriftliche Selbstliebe. Mel. 165. O Gott, du from mer Gott 2c. 260. Du willst es, Herr, mein Gott, daß ich mich selbst auch liebe. Hilf, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe. Ich sehne mich nach Glück; laß dies Verlangen rein, laß, Schöpfer, diesen Trieb nie mein Verderben sein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der fühlt auch, als ein Christ, was 17 258 Einzelne Pflichten. seines Nächsten Wohl, und dir| mit heil'gem Eifer trachtet, entgegen ist. 3. Nicht Neid, nicht Eigen nuk beherrsche meine Seele! Laß mich bei dem, was ich zu meinem Glücke wähle, auf Wahrheit, Billigkeit und Recht und Treue schau'n und nie mein Wohlergeh'n auf And'rer Elend bau'n. und für sein höchstes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. 8. Dies sei mein Ziel, mein Fleiß! O, segne mein Bestreben; dann werd' ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben; nur dann lieb' ich mich so, wie dir es wohlgefällt, lieb' über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. Job. Sam. Diterich, 1721-1797. 4. Kein Segen wohnt bei dem, der nicht das Unrecht meidet; mein Glück kann das nicht sein, wodurch mein Nächster leidet. Der Selbstsucht neidisch Fleh'n erhörst du, Vater, nicht; nur das gefällt dir wohl, was Liebe betend spricht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was nüßet eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns selig macht. 6. Ein gottergeb'nes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das allein kann uns des Le bens Müh' versüßen; das raubet uns kein Tod, es folgt uns aus der Zeit und schenkt uns Rub' und Trost auch in der Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach flop JORDI 10.02 Sorge für die leibliche Wohlfahrt. Gesundheit, Ehre, Hospin Eigenthum. Sent 1904 Nmdsigins bly Mel. 527. Nun ruhet in or Wäldern 2c. 261. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, Pflichten gegen uns selbst. je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Herr, laß mir im Glauben der fünft'gen Erntezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es dein Heilig Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Von dir hab' ich dies Leben, soll dir es wiedergeben, wann du es willst, doch früher nicht. 5. Wie könnt' ich so mich Hassen und diese Welt vers lassen, eh' du, mein Gott, mich rufft? Der Feige nur wird fliehen und Pflichten sich entziehen, zu welchen du, o Herr, ihn schufft. 6. Was leicht in Krankheit stürzet, des Lebens Zeit verkürzet, laß mich mit Sorgfalt flieh'n; doch auch nicht ängstlich zagen, es aus Beruf zu wagen; auch dazu hast du mir's verlieh'n. 259 8. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, dir ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Guten übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. TO Miss 7. In deine Vaterhände befehl' ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Stets sei mein ganzes Leben der Tugend nur ergeben. Hilf du, Gott, meiner Schwachheit auf. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, iod will ich singen 2c. 262. Des Leibes warten und ihn nähren, dies ist, o Schöpfer, meine Pflicht; was er bedarf, ihm zu gewähren, gebietet mir dein Unterricht. O, stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Soll't ich, o Herr, nicht theuer schätzen, was deine Hand mir anvertraut; den wundervollen Bau verletzen, den du, mein Schöpfer selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel uns, daß wir sie nüßen, und zum Gebrauch gibst du Berstand. Ist dir die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte sind mehr, als alle 17* Einzelne Pflichten. 260 Schätze werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib be schwert! Nächst Tugend ist das höchste Gut Gesundheit und ein froher Muth. 5. So gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlsein stört; daß nicht, wenn ich je Schmerzen leide, mein Geift den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh', du selbst zogst dir dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren, achtsam sein. Drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße du Geduld mir ein. Gib guten Muth, und dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch will ich auch nie übertreiben, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Zweck und meine Sorge sein. 8. Nein, meinem bessern Theil, der Seele, ſei stets der größte Fleiß geweiht; daß fie des Himmels nicht ver feble, und nüße diese Prüfungszeit. Vergänglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. intornis he 263. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 1586. Wem Gott Ge- sund-heit hier ver= leiht, der hat von Gü- tern dieser Zeit gewiß die größte TH Ga be. All- gü ti ger, wie froh bin ich, daß Pflichten gegen uns selbst. ich Gesundheit ha= be! 2. Daß ich sie habe, dant'| 7. Doch, schickst Du, Herr, ich dir; nur du, mein Vater, mir Krankheit zu, so gib Gehast sie mir aus großer Huld geschenket. Du machst, daß ich noch heiter bin, und mich tein Uebel fränket. duld und Seelenrub', das Leid mir zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sei deine Huld, ein ruhiges Gewissen. 8. Und bringt die Krantheit mir den Tod, so soll noch in der letzten Noth der Trost mein Herz erheben; nicht Tod, nicht Krankheit trifft mich mehr in jenem bessern Leben. E. G. Küfter, 1732-1799. 3. Erhalte, Gott, auch fernerhin Gesundheit mir und jeden Sinn, so lang' ich leb' auf Erden, daß ich der Welt, wie du gebeutst, stets möge nüßlich werden. 4. Der Sünde folgt Verderben nach; sie bringt nur Angst und Ungemach, an Leib und Seele Schmerzen. Fern sei's von mir, durch eigne Schuld Gesundheit zu verscherzen. 261 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufried'ner Sinn und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäften, dies sei mein Ruhm; so wird gewiß kein Laster mich entkräften. 6. Gib, daß ich meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, auf's Nützlichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Preis, und And'rer Glück verwende. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 264. Wie mannigfaltig find die Gaben, mit welchen uns die Erde nährt; wie viel, o Gott, hat, uns zu laben, uns deine milde Hand gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, ist Segen, welcher ihr entfließt. 2. Du gibst uns Brod, damit wir leben; es spenden Heiterkeit und Kraft der Hügel reich belad'ne Neben uns mit der Trauben edlem Saft. An Almacht und an Güte Einzelne Pflichten. 262 reich, ernährst du und erfreust zugleich sing mand 3. Du fegnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die, Gott, durch deine Vatermilde, in jedem Jahre sich erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, gesättigt und erquicket sei. 4. Du streu'st, daß wir nicht Mangel leiben, uns beine Gaben reichlich hin. Gibst zum Bedürfniß auch noch Freuden, und tränfst mit Wonne jeden Sinn. ist, zum Wechsel im Genuß, so reich, so groß dein Ueberfluß! Wie 5. So will ich denn mit Freuden essen, was deine Va terhuld mir schenkt; doch nie dabei, o Herr, vergessen, daß fte mich speist, daß sie mich tränkt; und mir nur solche Lust verwehrt, die mich be schädigt und zerstört. 6. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein, und nichts von deinem Ueberflusse, o Gott, durch Schwelgerei entweih'n. Genuß, mit froher Mäßig keit, dies ist die beste Dankbarkeit. 7. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ist strafs bar, ziemt dem Christen nicht. Du gibst fie uns, daß fie uns nähren und stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 8. Die Schwelgerei lähmt unsre Kräfte, bringt Krantheit, Armuth, Zank und Streit, macht träg zu jeglichem Ge schäfte, und hemmt des Geistes Thätigkeit; erniedrigt unter's Thier hinab, und stürzet vor der Zeit in's Grab. 9. Gott, mit Vernunft will ich genießen, was du mir gab'st als Speis' und Trank, und, den Genuß mir zu versüßen, schau' ich auf dich mit frohem Dank. Nur der ist deiner Güte werth, der dich, den Geber, fromm vers ehrt. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. dnis 1010 Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 265. Mein Leib soll, Gott, dein Tempel sein, mit allen seinen Gliedern. Ich soll ihn dir zum Dienste weib'n, zum Dienst auch meinen Brüdern. Ogib, daß ich dein Heiligthum für sie und, Herr, für deinen Ruhm stets unbefleckt bewahre. Pflichten gegen uns selbst. 263 2. Gib eine keusche Seele Wollust Flamme glüht, fehlt mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle; daß er immer dir, o Gott, geheiligt bleibe; tein Blick verbot'ner Lust entweih' mein Auge, daß ich's immer frei zu dir erheben könne! selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Segen, als das Schwert zerstört, als Pest und Glut OTH verwüsten. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allgegenwärtig bist, ein Eiferer, ein Rächer; verstockt sich und verfolgt mit Spott die Tugend, böhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, den Erlöser. 8. Ach, dieser Leib, den er entweiht, wie wird er aufers 4. Mein Ohr laß dir nur stehen? Reift wohl auch das offen sein, taub, wenn die zur Herrlichkeit, was wir in Wollust schmeichelt; sie labet zum Verderben ein, wo sie mir Freuden heuchelt. Durch ihre Lockungen bethört, ver liert, wer deinen Ruf nicht hört, der Unschuld Trost und Würde. 3. Auch meine Zunge rede nie was schändlich ist, zu hören; nie soll der Unschuld Rechte fie durch frechen Scherz entehren! Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes rede stets mein Mund, was nügt und bessert. 5. Da, wo sie wandelt, haucht fie Gift. Welch Elend, das die Sklaven unheiliger Begierden trifft in tausendfachen Strafen! In welcher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ibren Neßen! Schande säen? Wie wird dann, wer durch Wort und That die Unschuld hier gemordet hat, vor seinem Richter stehen? 7501 9. Heil dem, der deiner nie vergißt, Gott, dein Werk nie zerstöret; der immer reines Herzens ist und deinen Tempel ebret; Schon hier wird es ihm woblergeh'n; dort soll er dich und Jesum seh'n, und ewig selig werden. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 517. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 6. Ach, wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille; da wo der 266. Eifrig sei und fest mein 264 Wille, reines Herzens, Gott, zu sein; in der Unschuld heit'rer Stille deiner Güte mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, soll zur Sünde mich bethören, des Gewissens Frieden stören. 2. Alles, was du vorgeschrieben, dienet nur zu unserm Heil. Segen wird, wenn wir dich lieben, dir gehorchen, uns zu Theil. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Enthaltsamkeit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Ueberfluffe. 3. Uns're Kindheit, uns're Jugend, unser Alter darf sich freu'n. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig muß sie sein; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der, im Sturme wilder Lüste, Paradiese macht zur Wüste. Einzelne Pflichten. 4. Nur in unbefleckten Herzen, nur in einer teuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; fie vermehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn sie hoffen voll Vertrauen, Gott dereinst im Licht zu schauen. 6. Daß er keusch und züchtig lebe, unbefleckt an Geist und Leib, ringe, wer dich ehret, strebe, Jungfrau, Jüngling, Mann und Weib! Vor Verführung schüße sie; und ihr Herz gehorche nie einer schändlichen Begierde; Heiligkeit sei ihre Zierde. 7. Laß fie fröhlich und gesellig, sanft und willig zu erfreu'n, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend, sein; hold und ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit stets bedächtig, immer ihrer selber mächtig! 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unser Herz entweih'n; laß Paläst' und nied're Hütten jeder Tugend Wohnung sein! Ja, es strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch der Himmel ist, daß sein Haus, daß, Gott, die Erde beines Himmels Vorhof werde. 9. Dann umpfah'n uns Heil und Segen, göttliche Zu Pflichten gegen uns selbst. friedenheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größ'rer Seligteit; bis zum Heiligthum auch wir aus dem Vorhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen, ewig dir, o Gott, lobsingen. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte zc. 267. Gott will, wir sollen uns der Tugend und jeder Zeit des Lebens freu'n; denn selbst die Fröhlichkeit ist Tu gend, nur, o mein Herz, genieße rein! Genieß' der Freuden dieser Erde, Gott will's; doch hüte dich, mein Herz, daß keine Lust dir Unluft werde, und deine Freude niemals Schmerz. 265 Schauplatz werde, für seine Menschen, immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns ent gegen: Gott liebt die Menschen, die er schuf; genieß', genieß' von seinem Segen! tönt überall der Schöpfung Ruf. 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlung'ne Pfade für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht vergebens; nur der ist weise, der sie pflückt! Umsonst blüht nicht die Rosenlaube, der Gärten Schönheit, jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, fie beut dir ihre Freuden dar. 3. Gott füllet seine schöne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß sie der Freude 4. Folg' diesem Ruf und nimm die Freude mit frohem Sinn, die Gott dir beut; freu' dich, so oft im Blumenkleide sich rings um dich die Flur erneut, so oft der Schimmer reicher Nehren im Sommer dir entgegen blinkt, so oft im Herbst, mit vollen Beeren geschmückt, die süße Traube winkt. 5. Freu' dich der Welt, doch nie genieße die Freude ganz allein für dich; getheilte Lust ist doppelt süße, und höh're Wonn' erfüllet dich, wenn deine Hand des Kummers Thränen von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Erquickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. 6. Wie blühet dann, dich zu beglücken, rings um dich ber der Schöpfung Pracht! Es bringt dir jeder Tag Entzücken und jede sternenhelle Nacht; wohlthätiger gießt dann die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird 266 Einzelne Pflichten. dir jede Wonne durch das früh', zu lange ruh'n, was Bewußtsein guter That. di 7. Genieße, was dir Gott beschieden, sei froh, doch denke stets dabei, daß nicht dein Vaterland hienieden, daß hier nicht deine Heimath sei; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaffen ist; genieße mäßig stets, und werde der höhern Freuden werth, als Christ. Joh. Friedr. Schink, 1755-1835. alintapidos ich kann, nicht träge thun. 4. Keine Arbeit soll ich scheu'n; nie soll ein Berufsgeschäfte mich verdrießen, noch gereu'n; nüßen soll ich meine Kräfte, daß kein Augenblick entweicht, der zum Vorwurf mir gereicht. 5. Nie soll Hang zur Weichlichkeit und zu finnlichem Vergnügen meinen Trieb zur Thätigkeit unterdrücken und besiegen; leicht mich ihnen zu entzieh'n, will ich ihre Lockung flieh'n. Spot Mel. 110. Jefus, meine 3uversicht 2c. 268. Gott gab mir von meiner Zeit keinen Augenblick vergebens, gab mir für die Ewigkeit den Gebrauch des Erbenlebens; jeines Werthes mich zu freu'n, soll ich thätig, fleißig sein. 2. Nie soll ich im Müßiggang meine Lebenszeit verträumen; soll, bei meiner Pflichten Drang keine unachtsam versäumen; soll sie immer froh vollzieh'n und den kleinsten Aufschub flieh'n. 3. Jeden Tag soll ich mit Fleiß des Berufes Pflicht vollbringen, und Wirkungskreis immer weiter vorwärts dringen; nicht zu 269. Zur Arbeit, nicht zum meinem Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 6. Auch Gesellschaft, Umgang, Scherz, selbst die reis zendste der Freuden, soll mein leicht verführbar Herz, wenn's die Pflicht gebeut, vermeiden; blos, um thätiger zu sein, darf ich meinen Geist zerftreu'n. 7. Laß, o Gott, mich eifervoll jede meiner Stunden nüßen, sie gebrauchen, wie ich soll, und das wahre Glück besitzen, daß dereinst, am Schluss' der Zeit, ihr Genuß mich nicht gereut. sproc unbet. Verfaffer. Pflichten gegen uns selbst. 267 Müßiggang, bin ich bestimmt Alles leicht gelingen. auf Erden. Ein Drum will ich Herz, das sich des Guten freut, jetzt und lebenslang tein Knecht gibt beim Geschäfte Heiterkeit, der Trägheit werden; will versüßet jede Mühendis gern, mit aller meiner Kraft, 6. Nicht Stolz, noch Geiz, so eifrig, als gewissenhaft, was mir gebührt, verrichten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein. Das ist, o Herr, dein Willen! Gib du zu meinem Thun Gedeih'n, daß ich ihn treu erfülle; und laß mich an Vollkommenheit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinen Pflichten wachsen. verführe mich, gewissenlos zu handeln. Laß mich, o Gott, regiert durch dich, mit reinem Herzen wandeln. Mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüßlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr' und Reichthum. 3. Stets will vor träger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, wo mein Beruf mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte sparen. Wenn sie ermatten, dann will ich, durch reine stille Freuden, mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Bedachtsam laß mich sein, und nicht in Eitelkeit und Träumen die Zeit zur Uebung meiner Pflicht verschwenden und versäumen! Nur dieser Pflicht mich ganz zu weih'n, das müsse meine Sorge sein, mein Ruhm und mein Vergnügen. 5. Ein heil'ger Trieb belehre mich, was du willst, zu vollbringen. Dann wird, denn du, Herr, stärkest mich, mir 7. Dein Wohlgefallen sei mein Ziel bei Allem, was ich thue. Wie, hätte, wenn ich dir mißfiel', dann mein Gewissen Ruhe? Und ach, wenn dieses mich verklagt, wie schüchtern dann und wie verzagt, geb' ich den Weg durch's Leben! 8. Hilf, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde dein weiser Nath, o Gott, erschuf, mir Vorbereitung werde, damit ich hier schon in der Zeit zur höhern Kraft und Thätigkeit des bessern Lebens reife. Ernst Sam. Jac. Borchwardt, 1717-1776. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 270. Zum Fleiße ward das Leben vom Schöpfer mir ge 268 geben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang befiegen zu sündlichem Vergnügen. Nur das, was stets erfreut der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nüßen das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg' im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sei immer unser Höchstes Ziel! 5. Wann Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereu'n. Wann Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoffnung ein. 6. Wann einst viel eble Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichem Segen - - Einzelne Pflichten. steh'n; wann Tausende sich freuen, und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Gettl. Dav. Hartmann, 1752-1775. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 271. It's Gott, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; gibt er zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen; dann wird mein Thun, ich zweifle nicht, wenn es nur ihm nie widerspricht, auch stets sein Segen krönen. 2. Nie müßig sein soll meine Hand, das freudig zu verrichten, wozu mich mein Beruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. 3. Bist du der Frommen Schild und Lohn, und schützt sie deine Gnade, daß nicht des Feindes Spott und Hohn aus Mißgunft ihnen schade, dann stört ste seine Schelsucht nicht; fie geb'n getrost die Bahn der Pflicht, und bleiben unverdrossen. 4. Drum gib, daß ich, o Gott, auf dich bei meiner Pflichten gegen uns selbst. 269 Arbeit sehe. Mit Licht und Segen. Nicht zum Verderben Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerechtigkeit, nach Tugend und Vollkommenheit will ich vor Allem trachten. gabst du mir mein irdisches Vermögen, und nicht zu meinem Wohl allein; auch Andern soll ich nützlich sein, und gern ihr Bestes fördern. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allem Ernste meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden, in meinem Stande thätig sei. Dein Segen, Vater, steh' mir bei, daß ich auch Andern nütze! 6. Sei überall, o Gott, mit mir! Die Werte meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! Sal. Liscow, 1640-1699. 3. Gib, daß ich nicht zum Uebermuth dadurch verleitet werde; denn, nur gelieb'n ist jedes Gut und aller Glanz der Erde. Nie reiß' ein zeitlicher Gewinn mein Herz so sehr zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nüßte mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendete mich Gut und Geld, die Pflichten zu verlegen, die mich dein heilig Wort gelehrt? Die Tugend nur hat wahren Werth; nach ihr nur will ich trachten! Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 5. O, schenke, Gott, mein Vater, mir nur deines Geistes Gaben, dann werd' ich, froh und reich in dir, die besten 272. Laß mich, o Gott, ge- Güter haben; dann bin ich wissenhaft mein irdisch Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, um weislich hauszuhalten, wie mir es nützt, und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber nicht verliere! sicher deiner Huld, voll Frieden, Hoffnung und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh', von Gewissenspein kann Reichthum 2. Was ich besitze, kommt nicht erlösen. Er hilft in von dir und deinem milden Todesstunden nichts, und wird, 270 am Tage des Gerichts, den Sünder nicht erretten. 7. Laß mich die Güter dieser Zeit nicht schwelgerisch verschwenden! Hilf du mir, sie mit Sparsamkeit stets nüß: lich anzuwenden. Gib, daß durch sie, aus Dankbegier, ich auch dem Nächsten, nicht blos mir, des Lebens Müh' erleicht're! red im give 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; dies laß mich stets erwägen! dann brauch' ich, Gott, gewissenhaft den mir vertrauten Segen. Wer Andern wohlzuthun sich freut, der hat sich eine Saat gestreut zu ew'ger Freudenernte. Einzelne Pflichten. Joh. Heinr. Hävecker, 1640-1722. siste 850100 Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst 2c. 273. Laß mich doch nicht, o Gott, dem Reichthum dieser Erbe so meine Neigung weih'n, daß er mein Abgott werde! Oft fehlt beim Ueberfluss' doch die Zufriedenheit; und was ist, ohne sie, des Lebens Herrlichkeit? 2. Ach, kein vergänglich Gut kann alle Wünsche stillen! Auch steht ja sein Besitz nicht blos in unserm Willen; nicht steis wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemüh'n gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, das darf kein Unfall ihm, selbst nicht der Tod, entrücken. Der Thor hat Geld und Gut, er hat's, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von Rub' und Freude leer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und beilige mein Herz, nie sklavisch das zu lieben, was f man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald sorgenvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. i sid 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden; dies bleibt im Tod auch mein und folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Ge winn, einst in die Ewigkeit. ON T 6. Wo dieses fehlt, da sind Pracht, Reichthum und Ver gnügen nur eiteln Träumen gleich, die unsern Geist be trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdische Gewinn durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin! Ch. Fürchteg. Gellert, 1745-1789. Pflichten gegen uns selbst. 271 Mel. 141. Mach's mit mir, schmeichelnden Gewinn, dich Gott, nach deiner Güt' zc. 274. Wohl dem, der beff're Schäße liebt, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie sollen unser Herz erfreu'n, und unsers Fleißes Antrieb ſein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? sid 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Hab sucht deinen Geist, er tödtet dein Gewissen, und zieht, durch blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird dann schon der Meineid aus dir sprechen; dein targer Sinn sucht an dem Lohn der Arbeit abzubrechen; aus Geiz wirst du der Wittwen Fleh'n, der Waisen Thränen widersteh'n. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und lässest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, du hast sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Hast du ein richterliches Amt, so wirst du dich erfrechen, der Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinasucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, 272 fidh Einzelne Pflichten. wo du nicht sollst ehren, und 3. Gott ist der Herr, und wirst, um ein verächtlich Geld, ein Schmeichler und die Pest der Welt. laat ein gand seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, dech so, wie er's uns beilsam fand. Willst du, zu denken, dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemale, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenbeit; besorge beines Stand's Geschäfte und nüße deines Lebens Zeit! Bei Pflicht und 275. Du flagst, und fühleft Fleiß sich Gott ergeben, ein die Beschwerden des Stand's, ewig Glück in Hoffnung seh'n; in dem du dürftig lebst; du dies ist der Weg zug Rub strebest, glücklicher zu werden, und Leben. Herr lehre diesen und siehst, daß du vergeblich Weg mich geh'n! stocht strebst. Ja, klage, Gott er- i Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769, M aimedad 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich genügsam bleibe, und nimmermehr Abgötterei, als Knecht des Geizes treibe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größ: tes Gut! mallo mi( bitraine OR Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. sprilspidaut Mel. 46. Wo sind die Weisen, die mich lehren 2c. laubt dir Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir beMel. 152. Warum sollt' ich mich denn grämen 2c. gehren, für uns auch stets 276. Sei zufrieden, mein ein wahres Glück. niad Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Nath, wie an That, Alles wohl zu machen. Barn mopold 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamteit. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. Pflichten gegen uns selbst. 273 bewegt, lobt ihn nah' und| 8. Nun, mein Herz, das ferne. 3. Schau' die Werte seiner Hände! Mensch und Thier zeigen dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. hat schon lange Gott gethan, denk' daran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Trau' dem Herrn, er hilft gern, und kann dich nicht hassen. 9. Er wird deine Wünsche stillen; heiße gut, was er thut, ehre seinen Willen! Väterlich in allen Dingen ist sein Rath, jede That muß ihm wohlgelingen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Blitz undhalu Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich ihn denn nicht erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel' ist sein Geschenke. Wird mir nicht Dank zur Pflicht, wenn ich dies bedenke? 6. Wie sein väterliches Sorgen Tag und Nacht für mich wacht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mir nicht, Gott, mein Licht, deine Huld verkündet. Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 277. Weit werther noch, als Hoheit, Ruhm und Schätze dieser Erden, soll dir, o Christ, das Eigenthum des guten Namens werden. Du wirkst mit jedem Augenblick durch ihn auf deines Nächsten Glück. 2. Gott wird ihn dir, wenn deine Pflicht dir heilig ist, verleihen, und ohne diese wirst du nicht dich seines Segens freuen. Wann längst vermodert dein Gebein, ziert er noch deines Grabes Stein. 7. Drückte mich der Erdenplagen finst'res Heer noch so schwer, du, Gott, halfft sie 3. Wer überall die Menschtragen. War nicht mehr Ge- heit ehrt, den nächsten weiß duld vorhanden; deine Kraft zu schätzen, der wird auch dahat geschafft, daß ich's über durch seinem Werth ein bleistanden. bend Denkmal setzen. Dem 18, 274 folget Schande vor der Welt, der And'rer Werth in Schatten ſtellt.sdsi stwie 19dsin Ef 4. Des guten Namens Eigenthum wird segnend dich begleiten, wird deines Herzens edien Ruhm, als Beispiel, weit verbreiten. Es schreckt, wenn er nur für dich spricht, auch der Verläumdung Gift dich nicht. rendu 5. Willst du dich seines Segens freu'n, laß Gottes Wort dir rathen! Sei wachsam! Fliehe nicht allein des Lasters Frevelthaten; du mußt dich alles Ernst's bemüh'n, auch selbst den bösen Schein zu flieh'n. 119 Einzelne Pflichten. Mel. 125. Vater unser, im Himmelreich 2c. 278. Das Glück der Ehre, wie so groß scheint's Tausenden! Wie athemlos jagt alle Welt derselben nach, trägt gern unzählig Ungemach; will selbst nicht eiteln Schein verschmäh'n, nur um sich recht verehrt zu seh'n. Ohr. Das Kind, den Jüng ling und den Mann spricht And'rer Beifall freundlich an. 2. Auch Frommen ist der Beifall werth, womit der Tugendfreund sie ehrt. Von Hütten bis zum Thron empor, leiht jeder gern dem Lob sein 3. Allgütiger, das kommt von dir; du liebst mich, varum hast du mir den Ehrtrieb, der so start sich regt, in meine Brust tief eingeprägt. Er soll mir Sporn zur Tugend sein, mich deines Beifalls stets zu freu'n. 1100 The mich mit Geduld. sio 3070 ola Pet. Flor. Webbigen, 1759-1809. 4. Ach, nur zu oft ließ ich durch ihn mich auf verkehrte Wege zieh'n; das Lob des Una verstande galt mir weit mehr als Ruhm, o Herr, vor dir. Das war nur meiner Blind heit Schuld, du aber trugst Jimradell 5. Von nun an sei mein höchster Ruhm, bier, als deine Bild und Eigenthum, mit höchstem Ernst, zu aller Zeit zu streben nach Vollkommenheit; durch Wohlthun Brüder zu erfreu'n, und meiner Pflichte stets treu zu sein!, bars d 6. Gib, daß mein Herz es nicht vergißt, wie eitel Ruhm bei Menschen ist; wie sehr oft Menschenlob sich irrt, wie leicht es uns entrissen wird, und doch gewissenlos oft macht, wenn die Vernunft nicht in uns wacht. 7. Wann Ruhmsucht mich Pflichten gegen uns selbst. 275 bethören will, so laß, von groß, in hohen Würden stehe, Leidenschaften still, Gott, dann und And're unter mir auf auf dein Gericht mich seh'n, niedrer Stufe sehe; wer machte wordenen, die vor dir be sie gering, und wer erhöhte steh'n, einst so gerecht, als mich? Ist nicht mein Nächster gnadenvell dein Lob und Beis oft viel würdiger als ich? fall werden soll.of diri 5. Wie tönnt' ich mich, o Gott, bes Guten überheben? Was ich besitz' ist bein; von dir hab' ich mein Leben; zum Gott 2c. Guten, das ich thu', gibst du nur das Gedeih'n. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein dinge esd mislin miradila Ch. F. Gellert, 1715-1769. 1813weibe. Gejangbuch, 1904. digning og Timo Mel. 165. Gott, du frommer 279. Herr, der du Alles gibit, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut. Darumned e' as 1 bewahre mich vor Stolz und Uebermuth. dlunds im 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nütze, wenn ich Verstand und Kraft weit mehr, als er, besite; bin ich dann besser schon? beides kommt von dir, Verstand und nische old mod dis Sorge für die Wohlfahrt der Seele; Weisheit( Erkenntniß), Zugend und Seelenruhe. Himmlischer Sinn. abista Mel. 56. An Wasserflüssen od Babylon 2c. 280, Der Schwachheit du erhältst egchtigkeit, und Kinder, wallend 919 mir 3. Wenn mir ein größ'res Glück nach deinem Rath be gegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als Andre segnet: berechtigt dein Geschenk mich dann zum Uebermuth? Thu' ich mir nicht zu viel auf deine Huld zu gut? 4. Wenn ich, geehrt und wir durch dieses Erbenleben; beschränkt ist unser Wissen hier; mit allem Ringen, Streben nach höh'rer Wahrheit, böherm Licht; die volle Wahrheit wird uns nicht! In einen dunkeln Spiegel seh'n uns're schwachen Augen nur; wie viele Wunder der Natur sind uns verschloss'ne Spiegel! 18* 276 Einzelne Pflichten. 2. Schwingt forschend gleich| 5. Und Menschentugend, des Menschen Geist zum Licht wenn sie gleich den schönsten sich auf durch Ahnen; durch Sieg erränge, an Edelthaten späht der Sterne Pfad und groß und reich, zum höchsten weis't dem Blitze seine Bah Ziele bränge, was ist sie, in nen; erringen wir, des Frr- der Wahrheit Licht, als die thums Spiel, auch hier schon Erfüllung uns'rer Pflicht, der manches Strebeng Biel und Zweck des Erdenlebens? Wer mancher Wahrheit Kränze! nicht nach diesem Ziele strebt, Wie oft steb'n mit gesenktem der darf nicht sagen, daß er Haupt, des Lichtes, das uns lebt; heißt Mensch und Christ schien, beraubt, wir an des vergebensuitblutun di Forschens Gränze! 1796 night neden niet vielle T mal 6. So laßt uns unser Angesicht demüthig niederbeugen! Sind uns're Tage stündlich nicht von uns'rer Ohnmacht Mensch erstrebt, sein Herz Zeugen? Ist alles, was der und seinen Geist erhebt, nicht Gottes Gnad' und Gabe? In ihm nur athmen, leben wir, des Lichts, der Wahrheit Quell strömt hier, durch ihn, uns schon am Grabe. wabinssue 7. Nie wollen wir erfüllter Pflicht uns prahlend über heben Wie nach der Wahrheit höherm Licht, laß uns nach Demuth streben la Dem, der erkennt, es bleibe viel ihm noch zu thun, wird nichts das Ziel nach dem er strebt, entrücken; der Stolze, der's erreicht schon glaubt, vers liert die Kronen, die das 3. Weiß unser sterblich Auge gleich, durch selbst er fund'ne Waffen, auch in der Wesen fernstes Reich sich Zugang zu verschaffen; und bringt vom Tropfen Thau empor, bis zu des Ostens goldnem Thor auf der Geschöpfe Leiter; wie oft hält nicht des Forschers Lauf der ernste Zuruf war nend auf: Bis hierher und nicht weiter!" uda) onu fac 4. Ein endlicher Verstand ermißt doch nie das ewig Wahre, kennt Vieles nicht, was sichtbar ist, und nie das Unsichtbare; sein höchstes Ningen bleibt Versuch, und ein geheimnißvelles Buch sein eignes Sein und Wesen; durch späht' auch ein Jahrhundert er das Buch der Wunder um sich her; es blieb' unausgelesen. Pflichten gegen uns selbst. 277 our Haupt der Demuth jenseits in der ersehnten Klarheit. schmücken.d bislp sit So Manches noch bleibt für sisindilssoh. Friebr. Schink, 1755-1835. uns doch verhüllt, bei'm besten not had mu bist du jorg Willen, uns Alles zu entni si fii pat spnörd sig hüllen. saile Tus Mel. 236. Was Gott thut, 5 5. Oft zicht den Geist in das ist wohlgethan 2c. seinem Flug der Leib zum 281. Dir, Quell des Lichts, Staube nieder; auch Leidender Seligkeit, dankt unser schaft und Sinnentrug er Geist das Ringen nach Wahr- innern uns bald wieder, auf heit und Vollkommenheit. Zu Erden sei nichts mängelfrei, dir sich aufzuschwingen, das und das Vollkommne wohne, sollt' allein sein Streben sein; Herr, nur an deinem Throne. drum gab ihm deine Liebe 6. Gott, ohne dich, wie Verstand und eble Triebe. 2. Der Wahrheit unerThe Cast meßlich Meer tann nur dein Blick umfassen; von dir strömt sie zu denen her, die sie nicht flieh'n, nicht haffen. Auch nach der Zeit, in Ewigkeit, wird jedem Menschenleben sie stets zu forschen geben. mancher Wahn wird uns in Fesseln halten! O, leit' uns selbst auf rechter Bahn, und wenn wir je erkalten, im muth'gen Lauf, so hilf uns auf, mit immer neuem Ringen zur Wahrheit durchzubringen. bitte SUBSC 7. Sie ist es werth, daß 3. Dein Ebenbild, den wir nach ihr mit heißem Menschen, weckt, vor allen Durst uns sehnen. O, welches Kreaturen, ein Drang, zu Opfer tönnten wir für sie zu forschen, und entdeckt ihm bei groß noch wähnen? Licht ner Weisheit Spuren. Er bleibet Licht, und der wird ist beglückt und hoch entzückt, nicht sich wahres Heils erwenn's ihm gelingt, auf Er freuen, der noch das Licht bensian Kenntniß reich zu mag scheuen. werden. dritaret bonn 8. Doch hier ist Morgen4. Wahr ist's, es tostet uns viel Müh', in's Heilig thum der Wahrheit hinein zuschau'n; wir seh'n es nie dämmrung nur; dort werden wir's ergründen, frohlockend aller Wahrheit Spur im vollsten Lichte finden. Auf dieses Glück 278 leit' unfern Blick, daß wir dazu auf Erden recht vorbe reitet werden. # 197 Zhwelbr. Gejanas. asea. d Einzelne Pflichten.n Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 282. was in mir forscht, was in mir denkt, hast du, mein Echöpfer, mir geschenkt; gib, daß ich dir's auch weihe! Von dir kemmt Wissen und Verstand; hilf, daß der Gaben deiner Hand ich mich mit Demuth freue. sid, non 2. Ich ward, durch deiner Allmacht Ruf, das, was ich bin. Nicht icherschuf mir meiner Seele Kräfte. Sie auszubilden, wer verleibt, als dut, mir die Gelegenheit, und Eegen zum Geschäfte? 3. Wenn schnell und leicht und ohne Müh mein Geist die Wahrheit faßt, laß nie mich Glücklichen vergessen: Gott schuf den Geist, Gott 283. gab die Kraft; am Tage jener Rechenschaft wird er darnach mich messen. Wer viel empfing, soll 4. reiche des auf dem Lebenspfad, mit vollen Händen streuen. Wer sicher schlummert, färglich sä't, der wird dereinstens, ach, zu spät, was er versäumt, bereuen. 5. Gott ist gerecht. Wer ohne Schuld mit Schwachheit kämpft, und in Geduld der Tugend Früchte bringet, den wird er war im Kleinen treus deinst Gott erhöh'n, wenn fesselfrei sein Geift zum Himmel dringet. ffrindi so 6. Viel oder wenig sei mein Theil; fonurtalaß durch Trägheit mich mein Heil, durch Stolz es nie verscherzen; laß mich nicht Arbeit scheu'n und Müh', und ach, Vermessenheit seisuniebiimo leichto bethörten Herzen! gullim modnog Aug. perm. Niemeyer, 1754-1828 mis) ello sound ballo ibin trad 62 Mel. Herr Jesu, Gnadensonne 2c. outfi Ort nedod gilid bn 152411050 doyr Laß mich den A ber- glau- ben, o Vater, ernst- lich ihn mir das Glück nicht rau ben, dein treu- es Kind zu Pflichten gegen uns selbst. flora pid doo Time and p ges No lloj fcheu'n hid Dich, Gott, und deine Lehren Jun fein, 8d Jan 9001 19 279 4. Ich darf nicht alles wissen, was beiner Weisheit Rath, nach heilig hohen Schlüssen, gewählt, geordnet hat; du läßt von deinen Zwecken durch Mittel nichts entdecken, die Unvernunft er dacht. von of pilgrn) ismini Herzen zu ver- ehren sei meine höchste pardim. Det dhnabe in diab onda ladisar bun a'sid thi Pflicht ni di day ling 130 göl 2. Durdhaft des Sichts| 5. Doch Wunder zu behienieden, weil du mein Vater bist, mir soviel nur beschieden, als mir nichtsschädlich ist. Das thatest du aus Güte; mit kindlichem Gemüthe dank' ich dir, Gott, dafür. nisi TE 3. Gern will ich dem entsagen, was der Verstand nicht lehut, auf's Ungefähr nicht wagen was die Vernunft empört; d soi erdhich weise handeln, mit kluger Vorsicht wandeln, kein Spiel des Zu falls sein. gebren, aus thöricht falschem Wahn, die mir Gott nicht gewähren, ich nicht verlangen kann, das heißet, zu vermessen mißkennen und vergessen, du seift ein weiser Gott. 6. Jm kleinsten deiner Werke, o Vater der Natur, entdeck' ich Huld und Stärke und deiner Weisheit Spur; du, der, die Welt regieret, und mich, als Vater, führet, lenk'st aller Kräfte Gang. 7. Auf dich nur laß mich bauen und frei von eitlem Wahn, dir, Gott, allein vers. trauen, treu geh'n der Tugend Bahn; dann bebt in dunkeln Nächten, vor unsichtbaren Mächten mein kindlich Herz nicht mehr. 8. Ja, laß den Aber Einzelne Pflichten.billt 280 glauben mich, Bater, ernstlich flieh'n, ihn meine Nuh' nicht rauben, noch dir mein Herz entzieh'n. Du, der mich stets beschüßet, du weißt anch, was mir nützet; dir unterwerf ich michou name ist bi Marisd Joach. Chrift. Grot, 1783-1801. him martalich Mel. 36. Christ, unser Herr, zum Jordan kam zc. 284. Wenn jemals Zweifel auch in mir sich wider deine Lehren und ihren Ursprung, Gott, von dir, und ihren Werth empören; dann hilf, damit mir nicht dein Licht Leichtsinnige Gedanken ver- lerne. dunkeln, daß ich ihnen nicht nachhängen mög' und wanken, und, Herr dein Wort ver achten! andisp asid am 2. Wenn Stolz und Lust zur Sünd' und Spott, mit Zweifeln, mich umstricken, dann stehe du mir bei, o Gott, daß sie mich nicht berücken. Ich will, sobald sie mir sich nah'n, schon darum alle hassen, weil sie mich reizen, deine Bahn abtrünnig zu verlaffen; will schnell fie unterdrücken. die 3. Dann zeige mir Tugend sich in ihrer ganzen Würde; dann laß' mich seh'n, daß sie für mich kein Joch sei, keine Bürde! Und würde sie's, wird sie doch leicht, wenn mich die Hoffnung stüzet, daß der Getreue, der nicht weicht, durch deine Macht beschüßet, glückselig werden müsse. Hodni monisd 4. Und zweifl' ich aus Unwissenheit, baus Mißverstand der Lehren; so laß mich, Gott, mit Redlichkeit, mehr. Licht von dir begehren! Ich müſſe dann mit Ernst und Fleiß nach mehr Erkenntniß streben, erweiternsd meiner Einsicht Kreis und gern nach dem auch leben, was ich mehr einseh'n dsluknis 1597 in 5. So werd's ich Gott, mehr Wissenschaft, mehr Licht von dir empfangen, mehri Eifer auch mehr Muth und Kraft, dem Guten anzuhangen, bis du, der du so gern mich hier vor Trug und Wahn bewahrest, sin einem hellern Lichte mir dich völlig offene barest, dich näher zu erkennen. dls 19h3weibr. Gesangb. 1804. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen d 285. Wer bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht versteh'n; gib, daß ich mir die Wahrheit Pflichten gegen uns selbst. 281 sage, um mich, so wie ich| kennen, ist Verstand. Drum bin, zu seh'n. Wer sich nicht mache mich mit mir bekannt! selbst recht kennen lernt, bleibt 16. Den wahren Weg zu voninderd Weisheit weit ent meinem Heile entdeckest du, fernt. snied bud bisato Vater, mir; doch, daß ich, 2. Ich bin ein Wert von ihn zu wandeln, d eile, bedarf deinen Händen, du schufft ich Muth und Kraft von dir. mich, Gott, zu deinem Preis; Erleuchte mich mit deinem mein Leben nützlich anzuwen Licht, so täuschen mich Verden, das ist dein väterlich führer nicht. da Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? hao 7. Geb' ich noch strauchelnd auf dem Pfade, der mich zum wahren Leben führt, so hilf 13. Jch bin ein Christ nach mir, Gott, daß deine Gnade dem Bekenntniß; beweis't es mein Herz zu frommem Ernste aber auch die That? Herr, rührt; gib mir zur Bess'öffnendu mir das Verständ- rung Lust und Kraft. Du niß, recht einzuseh'n, ob ich bist's, der Beides in uns den Pfad, den Jesus mir geschafft.ndi od hin wiesen, geh', und ob ich fest 8. Ich muß es einmal doch im Glauben ſteh'! id nad erfahren, was ich hier war und hier gethan. O, laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug! 4. Du kennestunsers Herzens Tiefen, die noch mit felbst verborgen sind; drum laß mich doft mein Innres prüfen, mich fragen: bin ich Gottes Kind? Gib, daß kein falscher Wahn mich trügt, womit sich mancher selbst Belügt! 5. Kann der, der bei den hellsten Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, Cauf wahre Bess'rung sein beslissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht 3oh. Sam. Ditecid), 1721-1797. sliodslin Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 286. Gott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen, ach, entdecke sie auch mir; laß 282 Einzelne Pflichten. mich sehen, ob ich tren dir in ihr Beifall mich erhob, o wie meinem Wandel sei; ob ich süß war mir dies Lob! Nur recht zu thun mich übe, weil ich dich ven Herzen liebe von ihm ließ ich mich treiben, meiner Tugend treu zu bleiben. 2. Eitelkeit und Eigenliebe 6. Ach, wie könnt ich dich sind die Gößen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung birds gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne.bd a thaboarbe vergessen, bir, mein Gott, nicht dankbar sein; deine Liebe nicht ermessen, mich nicht deines Beifall's freu'n? Und was war dennog mein Gewinn? Eiteln Ruhm nahm ich dahin, statt zu dirumich aufzue schwingen, ew'ges Lob mir zu erringen. m'don 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese nur allein erfüllen das Gesetz der Frömmigteit. Nicht blos das, was wir gethan, auch die Quelle siehst du an. Deine Liebe sell uns dringen, jedes Gute zu vollbringen. Baio 11 si 7. Sieh's Alwissender, die Neue, die mein banges Herz betrübt; sei mir gnädig, und verzeihe, daß ich dich nicht mehr geliebt: Machel reiner meinen Sinn; lent' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allem, dir, o Höchster, zu gefallen. diour medag 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; ach, nech trennen Lieblingsfünden mich, o Heiligster, von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, ließ ich mich von Selbstsucht lenken. 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein! Sie erfülle mich mit Stärke, ganz mein Leben dir zu weih'n! Herr, ich bin dein Eigenthum und es sei mein höchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werden disibil 5. Ich gebord te deinem Rechte, daß mir diese Folg: samkeit Hulb und Gunst bei Menschen brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn b Balth. Münter, 1735-1798. tot tamil slim wit d id ng atid ng meded, mus Pflichten gegen uns selbst. 283 DO Mel. 151. Herr Jesu Christ, bält den Blick so mancher dich zu uns wend' 2c. Wahn und Schein zurück; 287. Gotthi der auch uns das Herz lernt erst, durch in's Leben rief, wie gut bast Irregeh'n und Fallen, fest im du in uns, wie tief den Grund Guten steb'n. tististi zum höchsten Glück gelegt, sund Drang darnach in uns erregt! ibi o tobie 8pu2. di Groß ist die Würde, heilig, rein und ganz bir ähnlich, Herr, zu sein; schön ist das Ziel, ouf heil'ger Bahn michinder Vollkommenheit zu nah'n. 8. Doch, o, wie hoch kann es erfreu'n, des Wachstums sich bewußt zu sein! Auf diesem Wege, Gott, führst du uns täglich neuen Freuden zu. si 9. Vergib, o Vater, wenn wir noch, gefesselts an der Schwachheit Joch, des Fortschritts Freuden überseh'n und zagend oft noch stille steb'n. 10. Stärt unsern Muth, wenn langsam gleich der gute Vorsatz siegt, und zeig' dann, wann er sinken will, une schon der Treue, des Beharrens Lohn. dagtid anis( la) 11. Einst sellen wir in Ewigkeit, zu höherer Vellfemmenbeit uns schneller schwingen; mache du uns täglich tüchtiger dazu sdilegail diri adaismiy Unbek. Verfaffer. ni ll A thin Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. ed up 288. Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen, und in der Gnade kurzen Zeit, was du befiehlst, vollbringen. Wie würd ich sonst vor dir besteh'n? Wer sid 3. Doch seine Kraft, die Gott verlieh', fennt selbst der Mensch im Anfang nie, be tritt ganz hilflos dieses Feld der Bildung für die fünft'ge Welt. ihm 4. Wenn den Geschöpfen niedter Art die Fähigkeit ges geben ward, was sie sein tännen, bald zu sein, und sich der vollsten Kraft zu freu'n: ind. Da steht er, mitleidewerth und schwach, selbst noch, dem niedernd Thiere nach; isound spät und langsam zeigt sich nur des Geistes böhere Natur. 6. Der Macht der Sinn lichkeit entreißt sich erst nach longem Kampf der Geist. Nur stufenweise flimmen wir zum bchen Ziel hinan, zu dir. 7. 3m Wahrheitsforschen 284 Einzelne Pflichten. bing in dein Reich wünscht einzu- 16. Nach diesem Kleinod, geh'n muß reinen Herzens Herr, laß mich vor allen Din werden. nn mdi plate Co gen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge.si 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit, mich beschüßest, und mich, zur Treu' in dieser Pflicht, mit Kräften unterstüßeſt? O, stärke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. do 2. Erst, wann die letzten Stundennah'n, is erst, wann wir sterbentiofellen, zu dir fich wenden, deine Bahn erst dann betreten wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unters richt in deinem Wort be zeichnet. tistgios disfpic 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. So laß denn auch auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden! Gib bazu Weisheit, Lust und Trieb; kein Gut der Welt sei mir so lieb, o Gott, ais deine Gnade.sle 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hälfe mir's? Nie kann die Welt, mit allem, was sie in sich hält, mir deine Huld ersetzen. I him tud 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch noch im Tode geben? Nicht Menschen gunst, nicht irdisch Glück; nur Seelenfriede und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. nottuisi aid ots Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. dis germanicomi Mel. 46. Wo sind die Weisen, noch die mich lehren 2c. nü 289. Ernst ist der Streit! Durch Kampf errungen will jeder Preis der Tugend fein; nur wer zum Ziele hingedrungen, kann sich der Sieges: krone freu'n. Hier ist der Kampfplatz jeder Tugend, das angewies'ne Uebungsfeldi; hier, wo das Alter, wie die Jugend, wankt, strauchelt und gar oft auch fällt.org 89d a vid 2. Schwer ist es, Lüste zu befiegen, die gern das schwache Herz genießt, das listig, den Berstand zu trügen, schon wählt, Pflichten gegen uns selbst. 285 eh'n sich der Geist entschließt.| dich zu des Himmels FreuEs strömt die Luft durch alle den ein. Sist jum n'dag Sinne, fie überrascht und siegt geschwind. Schwer ist's, daß ich den Sieg gewinne, wo sin mir selbst die Feinde sindaisd 6. O, folg' ihm nach, dem Siegerpiastreite, damit auch du den Preis erringst, und, an des Ueberwinders Seite, Triumpbgesänge feiernd fingst! Dort wehen nur der Sieger Balmen; hier übt die Tugend sich im Streit', dort tönt dein Sied in ihre Psalmen, von Ewigkeit zu Ewigkeit..ning ist 3. Hier locken Beispiel, Reiz und Triebe, die ganze schmeichlerische Welt; par theiisch wählt die Sinnenliebe nur das, was ihrem Hang gefällt. Die Tugend soll den mächt'gen Sinnen, dem Sport der Welt, der Eitelkeit, der Siege schwersten abgewinnen; ein großer, aber ebler Streit! af Christ. Christian Meiſter, 1738-1811. un nod golo pupiling Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 4. Sie soll die feinsten Lieblingssünden, erregter Leiden schaften Macht, und böse Wünsche überwinden, schon früh im Herzen angefacht. Wahr ist es, ach! nicht leicht errungen wird hier der Kranz des Sieges sein; und doch ist's Tausenden gelungen, die sich nun ihres Sieges freu'n. 85. Verzage nicht, du ebler Streiter, schwer ist dein Kampf, doch groß dein Sohn! Er manne dich, und dringe weiter bis zu des großen Siegers Thron! Er, aller Kämpfer Vorbild, zeiget, wie schön es ist, getreu zu sein, und ladet, wann dein Haupt sich neiget, 290. mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein, das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheu'n, muß ich, mit edlem Muth, mich auf den Kampf platz wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. oudis 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter ziehen; soll mit Entschlossenheit, auch wo Gefahren sind, selbst die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dies Geschäfte der Selbstbeherrschung mir! Wie schwach sind meine 286 Einzelne Pflichten, Kräfte! Wer unterstüßt mich doch, daß ich meine Seele hier? Du, Vater, kannst allein, zum eifrigen Bestreben, mir Muth und Kräfte geben, and mit den Sieg verleib'n. rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend, ohne Wachsamkeit, verliert sich bald in Sicherheit.dalasd 4. Laß mich, aus Pflicht, verachten strafbare Sinnlich feit; für's höchste Gut nicht achten die Güter dieser Zeit hilf jede Leidenschaft in ihrem Anfang dämpfen; als Christ fie zu bekämpfen, stärt mich durch deine Kraft! gosi 5. Mit Weisheit mich zu lieben, will ich stets wachsam sein, mich vor den mächt'gen Trieben des Eigennußes scheu'n. Wenn Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken) sohilf fie unter drücken, bestegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; will in dem ernsten Streit mich selbst nicht hinter gehen; gib mir Entschlossen heit, und unterstüße mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüste dämpfe: so fieg' ich, Gott, durch dich. Joach. Christ. Grot, 1733-1801. dogu Drive Thisl si Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. ans 291. nicht, daß ich's schon errungen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der jehe zu, daß er nicht falle, der, wann sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfted böse Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. mod s 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit und was Natur und Zeit gethan, d steht unser Herz für Tugend an. 4. Oft ist die Aend'rung unsrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Dui fühlst, wie Stolz und Rahmal sucht quälen, und dämpfft efte, doch du wechselst mur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, du dienst der Wollust, fröhnst dem Geiz. of Te 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge f Tugend scheint. Der Trieb des Neid's, der Schmähsucht Triebe erwecken dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht Pflichten gegen uns ſelbst. 287 die Schmähsucht, nur den 10. Du fliehst, geneigt Schein msd thi" ppr 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde, dein Herz nichts verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort 11. Du bist gerecht; wie?) verführt.sd sid uks ber auch bescheiden? Liebst Mäßig Sit zur Ruh' und Stille, die Welt und liebst die Einsam feit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entflieb'n bereit? Du hast zur Eifersucht nicht nhang; flieb'st du auch Unmuth? Müssiggang? sid miho 7ap Oftschläft der Trieb in deinem Herzen. Von Rachsucht scheinst du dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wall't auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es vorher gescholten ward.dropu i gus feit; wie? auch Geduld? Du dienest gern, wennis Andred leiden, vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. neders 12. Sei nie vermessen! Wach' und streite, dent' nicht, daß du schon g'nug gethan. 8. Oft denkt, wann wir Dein Herz hat seine schwached der Stille pflegen, das Herz Seite, die greift der Feind im Stillen tugendhaft. Kaum der Wohlfahrt an. Die Sichers lachet uns die Welt entgegen, heit droht dir den Fall; drum so regt sich unsre Leidenschaft. wache stets, wach' überall lsdsa Wir werden im Geräusche di Ch. 3. Gelleet, 1715-1789, schwache und gebenendlich Columbiad pod nism chi strafbar nach. 19d flasid to Mel. 89. Herzlich thut mich u 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. verlangen 720) 292. Wie schwach ist meine Tugend, wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend, wie oftmals fehlte ich! Zum Guten meist zu träge, und sinnlich bis in's Grab, führt mich vom rech Einzelne Pflichten. 288 ten Wege gar leicht Verblendung ab. 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht: ich kenne wohl das Gute, doch leider thu' ich's nicht. Leicht laß ich mich verleiten, das Böse zu vollzieh'n, scheu' mich, es zu bestreiten, versäum', es klug zu flieh'n. 3. Gott, laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu sein, aus Pflicht nur für sie leben, mich jedes Guten freu'n; laß mich es nie vergessen, daß auch der Fromme fällt, wenn er sich, zu vermessen, für völlig ficher hält. 4. Um auch die kleinsten Sünden und ihren Reiz zu flieh'n, laß lebhaft mich empfinden, daß sie zu größern zieh'n; laß über meine Triebe mich immer wachsam sein, erhalt' von Sündenliebe, Herr, meine Seele rein! verzagen, bald wieder trokig sein; hier, was ich nicht soll, wagen, dort, was mir Pflicht Von Eitelkeit ist, scheu'n. befangen, traut es sich selbst zu viel: bald bin ich hintergangen und seiner Lüste Ziel. 7. Gib, Gott, auch hier mir Schwachen Muth und Entschlossenheit, zu beten und zu wachen, daß mich kein Schritt gereut; hilf, daß ich bald bemerke, wann sich mein Herz verirrt, und stolz auf seine Stärke, selbst sein Vers räther wird. 8. Dann werd' ich nicht erliegen, durch ernste Wachsamkeit werd' ich doch endlich siegen; auch in dem schwersten Streit' nie von dem Kampfplatz weichen, so sehr Gefahren droh'n; des Glaubens Ziel erreichen, mit ihm des Kampfes Lohn. Joach. Chrift. Geot, 1783-1801. 5. Hilf mir, bei den Gefahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es sie weise scheut. Nie will ich Schmeichler hören, die in ihr Neß mich zieh'n, zur Sünde mich bethören, dann schadenfroh entflieb'n. 6. Mein Herz kann bald Mel. 229. Allein Gott in der Höh' jei Ehr' 20. 293. D, welch ein unschätzbares Gut ist doch ein gut Gewissen! Besitz' ich das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht, mich schreckt Pflichten gegen uns selbst. 289 kein Ted und kein Gericht;| Recht nie zu entweih'n, sei ich habe Gott zum Freunde. meine größte Sorge! 2. Gott, deines Beifalls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meiner Brust, wer ist's, der mir dann schade? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich fröstet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft Lästerung und Schmach bienieden dulde; so ist mir's dech Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde: Weiß sich nur mein Gewissen rein, und meid' ich auch den bösen Schein: wirst du mich, Herr, beschützen. 4. Jch sehe mit Zufriedens heit der fünft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Wird gleich mein Werth oft bier verkannt, dort in dem bessern Vaterland wird einst die Wahrheit stegen. 5. Ja, meines Lebens schönste Zier sei stets ein gut Gewissen; es werde dieses Kleinod mir durch keine Sünd' entriffen! Gott, deiner Huld gewiß zu sein, dein heilig 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als beine Stimme ehren, und, ohne frommen Vorsatz nicht, auf seine Warnung hören! Und mahnt es mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen! 7. Durch deine Gnade stärke mich und waffne meine Seele, dak sie vor Sünden hüte sich und nie mit Absicht fehle! Denn nur, wer reines Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 2c. 294. Wenn ich ein gut Gewissen habe, wie groß ist meine Seligkeit! Es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück schon in der Zeit. In Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Seelenruhe mir. 2. Ich bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes 19 Einzelne Pflichten. 290 werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost bin ich, vor Gott zu treten, und als sein Kind, voll Freudigkeit, ihn, meinen Vater anzubeten, der Schwachheit liebevoll verzeiht, und täglich neue Kräfte gibt dem, welcher ihn von Herzen liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Läst'rung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens inn're Freuden sind süßer als der Menschen Lohn. Und was kann höher'n Trost verleih'n, als ohne Schuld im Leiden ſein? 5. So eil' ich denn, mit festem Schritte, dem letzten meiner Tage zu, und fällt des Lebens morsche Hütte, so geh' ich ein zu wahrer Ruh', weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 6. O Seele, darum sei beflissen, daß bei unwandelbarer Treu', ein immer freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sei. Und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich ohne dich? Chrift Friedrich Weiffe, 1728-1804. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 295. Zum Trost in allen kümmernissen, zum Licht auf unbekannter Bahn, gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Irrweg an; es ist ein heiliges Gericht, durch das die Stimme Gottes ſpricht. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden und wäre Frevels mir bewußt, es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust. Ach, jedes Kleinod gäb' ich hin, dem innern Vorwurf zu ent flieb'n!. 3. Ob ich auch über Meere ginge, und eine grause Wüste mich als meine Wohnung dort empfinge; mein bös' Gewissen ließe sich doch nie und nirgends überschrei'n, stets würd' es mein Verfolger sein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann; sein Glück auf das Bewußtsein gründet, treu hab' er seine Pflicht ges than; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewissen hält! 5. Es lehrt mich, wenn ich schuldlos leide, Geduld auch in der größten Pein; ein Pflichten gegen uns selbst. 291 dürftig Glück, die kleinste| ich für eitle Luft der Sinne Freude wird mir, mit ihm, Entzücken sein. Der Friede wohnt in meiner Brust, bin ich mir Böses nicht bewußt. geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, sich selber zu bestegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch' Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 6. Welch' Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen; doch Dank sei Gott! ich schützte mich. 6. Und einst, wenn ich vollendet habe, wann Todesnacht mein Auge deckt; wohl meinem Herzen dann ihm Grabe, daß es tein inn'rer Nichter schreckt! Dann, Trost der Unschuld, führest du mich einem ew'gen Frieden zu. Joh. G. Pfranger, 1745-1790. and dar dup Mel. 43. Gott ist mein Lied 2c. 296. Befit' ich nur ein ruhiges Gewissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz mit unge: färbtem Glauben, der Friede Gottes ist nur Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget; wenn Gottes Geist es meinem Geist bezeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den höchsten Trost im Leben, sollt' 7. Und welch Gericht, mir selbst es sagen müssen: ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! 8. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen jeden frohen Augenblick. dir die Bein der Leiden stillen, 9. Was kann im Schmerz im schwersten Kreuz mit Freu den dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufried'nes Herz. 10. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dies größ're Gut. 11. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer 19* 292 Einzelne Pflichten. das Böse meidet, das Gute| Gewühl thut, hat Ruhm bei Gott. 12. Jm Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen und sagen: Gott, du, Gott, bist mein Vertrauen! Welch' Glück, o Mensch, kann größer sein? 13. Sieb', Alles weicht, und du wirst sterben müssen. Was wird aledann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14. Heil dir, o Christ, der diese Rub' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußt sein gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 15. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält! Christ. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2C. 297. Wie mancher lebt, als wär' ihm hier sein ew'ges Heil beschieden! Er sinnt und sorget für und für, und fühlt sich nie zufrieden. Glanz, Macht und ird'scher Güter viel und eitle Freuden sind das Ziel, wornach er einzig trachtet. 2. Des Lebens tägliches beschäftigt all' sein Denken, raubt ihm die Freibeit, sein Gefühl zur bessern Welt zu lenken. Sein Herz und Thun wird nicht bewacht; denn daß nur Tugend selig macht, hat er nicht recht er= wogen. 3. Pflicht und Gewissen wird verletzt, wenn böse Lust gebietet. Bald wird, wer seinen Gott nicht schätzt, sich nicht vor Leichtsinn hütet, ein flave seiner Leidenschaft, schwächt und verliert zuletzt die Kraft zu allem wahren Guten. 4. Zwar hört er oft: ,, Glanz, Macht und Gut und Freude wird vergehen. Nur wer den Willen Gottes thut, wird einst vor ihm bestehen." Doch hat er nie gelegne Zeit zur Sorge für die Ewigkeit. Die Welt hält ihn gefeffelt. 5. Auch denkt er wohl: wer überall sich kein Vergeb'n erlaubet, von fremdem Gut, in keinem Foll', nur das Geringste raubet, der bringt es in der Welt nicht weit, und hätte dech Gelegenheit, reich und geehrt zu werden. 6. Ist's Wollust oder Schwelgerei, die ihn zum Pflichten gegen uns selbst. 293 Bösen dringet: so gibt er und alle Freude schwindet; dann hat er hier sein ganzes Theil, und erbet nicht das ew'ge Heil, das Gott nur Frommen schenket. vor, Naturtrieb sei, was ihn zur Sünde zwinget. Das lügt er; denn Vernunft ist nur der Trieb der edleren Natur, und die soll uns beherrschen. 7. Und schändlich ist's, darauf zu bau'n: Bei Gott fei viel Verschonen; er werd' ein glaubiges Vertrau'n gern mit Vergebung lohnen." So wird der Heiligste verlacht, als hätt' er ein Gesetz gemacht, um nicht darauf zu halten. 11 11. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz und ruhiges Gewissen; dann wird Entbehrung und selbst Schmerz zum Heil mir dienen müssen. Erhebst du mich zur Ewigfeit, so bin ich, Vater, dann bereit zu höhern Geistesfreuden. 11 Unbet. Verfaffer. 8. Drum web' dem, der auf Christi Tod Vertrau'n und Hoffnung seket, wenn er des Heiligsten Gebot versäumet und verleßet! Denn er verspottet Gottes Rath, der uns durch ihn berufen hat, den Sünden abzusterben. 9. Vergeblich ist sein äuß'res Thun im Lesen, Beten, Singen. Denn dabei läßt er es beruh'n, will nicht nach Tugend ringen, die wahr und ungeheuchelt sei. Sein Gottesdienst ist Gleißnerei, die nie der Höchste billigt. 10. So lebet, wer sein höchstes Gut in ird'schen Dingen findet. Wo Reich thum, Macht und hoher Muth Mel. 491. Welt, ade, ich bin dein müde 2C. 298. Warum wohnt dies heiße Sehnen nach stets höher'm Glück in mir, und entlockt mir so viel Thränen, immer unbefriedigt hier? Warum ring' ich so vergebens nach vollkommnem Glück des Lebens? Soll die Hoffnung, mir zur Pein, im Genuss' nur Täuschung sein? 2. Zahllos hast du deine Gaben, Gott, auf Erden ausgestreut! Sie sind, Leib und Geist zu laben, reich an Mannigfaltigkeit. Süße Freuden soll dem Leben deine ganze Schöpfung geben, wirksam soll, uns zu erfreu'n, Kunstfleiß und Gesellschaft sein. Pflichten. 7. Laß mich froh und standhaft wandeln, wie es dir, o Gott, gefällt; nur, wie du gebeutst, zu handeln, sei mein Ziel in dieser Welt. Folg' ich kindlich deinem Willen, wirst du all' mein Sehnen stillen; alle, welche dir vertrau'n, sollen, was sie hoffen, schau'n. 294 Einzelne 3. Warum wird nun, im Genusse, dieses Herz doch nimmer satt, wenn's auch bis zum Ueberflusse Freuden dieses Lebens hat? Warum müssen deine Gaben Reiz nur in der Ferne haben? Warum fint' im vollsten Glück, ich zum Mißmuth oft zurück? 4. Doch, was klag' ich? Batergüte winkt mir, Sinnenluft zu flieh'n, mein leicht irrendes Gemüthe nüchtern Mel. 15. davon abzuzieh'n; meinem Geiste Seligkeiten durch die Tugend zu bereiten, deren Reiz und höchsten Werth Reu' und Eckel nie verzehrt. 5. Ist mir's nicht, Gott, dir zum Preise, unaussprechlicher Gewinn, daß ich in dem Tugendfleiße steten Wachsthums fähig bin? Rastlos diesem nachzustreben, für die Tugend nur zu leben, ihrem Dienst mich ganz zu weih'n, das soll meine Freude sein. 6. Ewig wohnst du in der reinen, namenlosen Seligkeit; einst wird sie auch uns er scheinen, nach vollbrachter Bilgerzeit. Unermüdet Gutes üben, unaufhörlich Menschen lieben; dies ist deine Seligfeit; mach' auch uns dazu bereit! Zweibr. Gesangb. 1804. Komm't her, spricht Christus 2c. 299. Von dir, o Höchster, kommt die Lust, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben. Um Licht und Weisheit bitt' ich dich; o lehre du, mein Vater, mich, nach wahrem Wohl zu streben. 2. Stets heilig sei mir dieser Trieb; doch dein Gebot auch stets so lieb, daß ich mein Wohlergehen nur such' auf jenem sichern Pfad, den mir dazu dein weiser Rath von Ewigkeit ersehen. 3. Untrüglich ist nur dein Verstand, und dir ist ganz genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret; mich aber täuschet falscher Wahn, ich seh' noch oft ale nützlich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nicht dem Pflichten gegen uns selbst. 295 Geist, bereit 2c. Scheine trau'n, und niemals, Mel. 175. Mache dich, mein um mein Glück zu bau'n, blos, was mir gut dünkt, wählen! Herr, bein Wort sei auch hier mein Licht; denn folg' ich dem, so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf' mir, den so ver schiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einseh'n und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weiser Sorgfalt lenken! 6. Verleihst du diese Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beifall streben, mich um ein reines Herz bemüh'n, die schnöde Luft der Sünde flieh'n und nur der Tugend leben. 7. Dann wird mich wahres Glück erfreu'n, beruhigt wird mein Geist dann sein in meinen Pilgertagen. Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, Allgütiger, versagen. 8. Ich gehe dann den eb' nen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und mich in alle Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. 300. Wie des Lebens Freuden flieh'n, schnell, auf Sturmes Flügeln; jetzt in Jugendschöne blüh'n, bald von Todtenhügeln überdeckt, nichts sie weckt; denn der Sehnsucht Flehen schafft kein Wiedersehen! 2. Winkt der Freude Vollgenuß dem entzückten Herzen, ach, dann nahet schon Verdruß und es drängen Schmerzen sie zurück; unser Blick sieht des Glückes Sterne faum noch in der Ferne. 3. Wie der Ehre Ruf ertönt; wie der Hoheit Schimmer jetzt so mancher knechtisch fröbnt; wie des Goldes Flims mer, Sinnenlust in der Brust, Alles hier bewegen, und zum Kampf erregen! 4. Doch, des Todes Stunde hallt, und des Leibes Glieder neigen fühllos, starr und kalt, sich zum Grabe nieder; in der Gruft Moderduft sie in Nacht verhüllet und den Sarg erfüllet. 5. Nackt, wie deiner Mutter Schooß du dich einst entwunden, gehst du wieder arm und blos; dann ist hingeschwunden alles Glück deinem Blick; Sinnen 296 Einzelne luft und Freuden müssen von dir scheiden. 6. Hier, wo die Vergäng lichkeit über Gräbern stehet; wo so schnell ein Hauch der Zeit jedes Glück verwehet; hier ist Noth, Schmerz und Tod, hier noch nicht das Leben, das mir Gott will geben. 7. Nur, was göttlich ist, besteht, sintet nicht zum Grabe, ewig ist es und vergeht nicht wie Erdenhabe; göttlich heißt auch mein Geist, lebt für Ewigkeiten, nicht für Erdenzeiten. Pflichten. 11. Das nur soll mir heilig sein, was mir ewig bleibet; Erdengüter sind nicht mein; was im Grab zerstäubet, folgt mir nicht; Tugend, Licht, sie allein nur gelten dort in schöner'n Welten. Ph. Dav. Müller, 1773-1848. Pflichten gegen den Nächsten. Allgemeine Pflichten. Achtung und Liebe. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 8. Dieser reine Gottessinn, der mich hier beglücket, alles folget mir dahin, was den Geist entzücket; Wahrheit, Licht, sterben nicht, und die heil'gen Triebe frommer Men 301. Jm Menschen, welchem schenliebe. Volk und Land er möge angehören, sollst, weil er dir als Mensch verwandt, du deinen Nächsten ehren. 9. Sie, die mir so theuer war, jeder Tugend Freude, ruht nicht auf der Todtenbahr, nicht im Sterbekleide, bleibet mir, wird von hier, auf des Geistes Schwingen, hin zum Vater dringen. 10. Wo, in ewig hellem Licht, der Gerechte wohnet, und ein heiliges Gericht gute Thaten lohnet; müssen Noth, Schmerz und Tod, Angst und Klage fliehen, Siegeskränze blühen. ist es nicht als Christ allein, nein, auch der Nichtchrist soll dir's sein! 2. Nicht höhnen ihn, wenn falsch auch ist das, was er glaubt; ihn lieben, trotz seinem Irrthum, das, o Christ, ist Pflicht. Laß frei ihn üben, wovon er überzeugt sich hält, und wär' es auch durch Wahn entstellt. Pflichten gegen den nächsten. 297 en 3. Frag' nicht erst talt: 8. So schüße denn vor Trug was glaubst du? wie? um und List die anerkannte Wahrsein dich zu erbarmen. Den heit! Sei nicht dem N schwachen Bruder ärg're nie, nach blos Christ, sei's wirtnoch spott' des geistig Armen, lich; stres' nach Klarheit, und wie sehr auch er verblendet übe, was dir Wahrheit ist; sei; bist du denn ganz von erst dann bist du ein echter Irrthum frei? Christ. 4. Doch ward dir der Er kenntniß mehr, so such' sie zu verbreiten, und deine Brüder Mel. 110. Jesus, meine Zuversicht 2c. um dich her zur Wahrheit hinzuleiten. Die Wahrheit siegt durch eignes Licht; drum übers liste, zwinge nicht! 5. Hast du ein rein'res Licht, so sei beflissen, vor Gefahren des Irrthums und der Täuscherei es sorgsam zu bewahren. Du sollst den Irrwahn, prüfend, flieh'n; doch sei auch duldsam gegen ihn! 6. Dir ward Vernunft, das höchste Glück, das größte Gat des Lebens, und deines Geistes hellen Blick schärft Gott dir nicht vergebens; du sollst dem Irrthum widersteh'n, nur vors wärts, nie zurücke geh'n. 7. Doch müsse nie dein bell'res Licht zum Stolze dich bethören! Die wahre Weis: heit bläht sich nicht, will anspruchslos belehren, und theilt vom Sieg, den sie erstritt, auch Andern gern die Früchte mit. Unbet. Verfaffer. 302. Allen Menschen und auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: euern Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was hier Gott gebeut, sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger Einer Welt, sind nur Eines Leibes Glieder, welchen Gottes Macht erhält, Kinder Eines Vaters, Brüder, die der ew'gen Liebe Ruf alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen gleich gegeben, und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beff'res Leben, wenn wir schon in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwei'n? lieblos uns einander haffen, und, zu unsrer eignen 298 Pein, uns von Groll beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Chrift. 10. Ihm, dem Heiland, deis 5. Was wir auch aus nem Sohn', der für uns sogar Gottes Hand zum Voraus vor sein Leben, unter Leiden, Andern haben, Anseh'n, Reich- Schmach und Hohn, willig einst thum, boher Stand, Leibes- hat hingegeben, Jesu, laß uns kräfte, Geistesgaben; alles dies ähnlich sein, uns, wie er, der befreit uns nicht von der Men- Liebe weih'n. schenliebe Pflicht. Chr. F. Weiffe, 1726-1804. 6. Nein, die Mannigfaltigkeit uns'rer Gaben soll uns lehren, hülfreich, in Gesellige keit, eins des Andern Wohl zu mehren. Jeder soll, nicht fich allein, auch den Brüdern nüßlich sein. 7. Nach dem dir vertrauten Pfand messen sich auch deine Pflichten; gab Gott viel in deine Hand, hast du viel auch zu entrichten; doch nicht blos, was du gethan, auch den Willen sieht er an. 8. Dein Erlöser sagt es dir: ,, Wer hier der Geringsten „ Einen pflegt, der thut es selber mir, denn ihr alle seid „ die Meinen! Mancher, den die Welt nicht ehrt, ist vor „ Gottes Augen werth!" 11 9. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil Einzelne Pflichten. - nehme, freudig übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie Christus uns erklärt. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 303. So Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und tritt sic frevelnd nieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht leiden, der fündigt an der ersten Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumber wider Pflichten gegen den nächsten. 299 spricht, der liebt auch seinen| nur geneigt, die Pflicht getreuBruder nicht. lich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 9. Vermindert diese Neigung sich, und droht sie zu erschlaffen, dann sprich, die Liebe selbst hat mich zu ihrem Bild erschaffen! Dent' oft: Gott, was ich bin, ist dein, und, dir gleich, soll ich gütig sein! 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir find alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß und Weichlichkeit ihm nüßzet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis, ihn anzufleh'n, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Armen beizusteh'n, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, was ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 6. Wer Niedre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vorwurf quälet, und, ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Unge stüm, Gott, deine Liebe wohl in ibm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du 11. Wie mein Heil, soll der Brüder Heil mir stets vor Augen schweben. Durch Jesum ist uns allen Theil an Gottes Huld gegeben. Wer Mensch heißt, ist auch Gottes Kind; bin ich denn mehr, als Andre sind? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was wir den Brüdern 300 hier gethan, auch Niedern und Geringen, sieht Jesus als ein Opfer an, das wir ihm selber bringen. Wie könnt' ich sein Verehrer sein und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? Einzelne Pflichten. 14. Ein strenges, doch ges recht Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht eilt, Brüdern beizustehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preis't. Ch. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Mel. 165. O Gott, du frommer Gott 2c. 304. Gib mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei Andrer Wohl sich freut, bei Andrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigens nuß und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück, bemüht. 2. Erblick' ich Dürftige, so laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gibst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb', nur angestaunt zu sein, und mich verehrt zu seh'n, nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sei mir Gottes: dienst! auch unbemerkt von ihnen, den Nebenmenschen gern mit Rath und That zu dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei, Gott, dir gethan! 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit dem mein Aug' Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund, im Kummer, Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbemerkt. 5. Sucht Bosheit irgendwo den Frieden zu vernichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten; aus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Rub'; er rühme sein Verdienst, und decke Fehler zu! 6. Laß, Gott, das Böse mich mit Bösem nie vergelten. Still, duldsam will ich sein, wenn Andre dräu'n und schelten. Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich baßt, den segne, der mir flucht! 4 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick', bei Pflichten gegen den nächsten. 301 meinem Nächsten sehen! Noch Tugend Alle, die zu Einer inniger soll mich sein ewig Seligkeit schuf des Vaters Glück erfreu'n, nech mehr sein Gütigkeit? Seelenheil mir angelegen sein! 8. Den, der im Guten wankt, zu leiten und zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuzieh'n, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemüh'n! 9. Ja, heilige du selbst, o Herr, mein ganzes Leben, der Menschenliebe mich von Herzen zu ergeben! Wen nicht des Nächsten Wohl, wen nicht sein Kummer rührt, der ist nicht werth, daß er den Christennamen führt. Chrift. Fürchteg ott Gellert, 1715-1769. Mel. 168. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. 3. Meine Brüder sollt' ich hassen, lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nicht verzeih'n? keine Schulden ihm erlassen? Und der Herr ers läßt mir doch meine Schuld und trägt mich noch. 4. Ja, du, der für Uebelthäter um Vergebung bat, die Last, welche du getragen hast, war die Schuld der Uebertreter; doch warst du von Rache fern, duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß undRach' entbrennt: hilf' dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich seh'n in den Tod für uns dich geh'n. 305. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer sein; sollt' ich file nicht gern erfreu'n? Sind nicht alle Christen Glieder dessen, der für Alle starb, Allen Seligkeit erwarb? 6. Wie dir deine Thränen flossen, als dein Aug' um mich geweint; wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergessen; wie du in der Todesangst im Gebet' für Mörder rangst. 7. Dringe dann zu meinen 2. Eines Vaters Kinder Ohren, Wort des Herrn:„ Ich Alle; Alle schwach schon ven liebte dich; wer den Bruder Natur, durch Verbindung glückliebt, liebt mich, wer nicht lich nur, und bestimmt zur„ liebt, der ist verloren. Gott, 302 ist Liebe, Gottes Kind wird| dem Vater gleich gesinnt." 8. O, so bilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir ge= beut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, daß ich lauter, redlich, treu, mild und gern versöhnlich sei. Einzelne Pflichten. 9. Ja, euch alle, Christi Glieder, unsers Haupt's, der für uns starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreu'n, wohlthun, dulden und verzeih'n. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 430. Aufersteh'n, ja aufersteh'n 2c. 306. Lieblich ist es, wenn der Eintracht Band, hier in dem Prüfungsland, uns All' umschlinget, die Jesus Christ einst bringet in's Vaterland. 2. Wie der Thau ein dürres Land erquickt, wenn Sonnengluth es drückt, so spendet Segen auf allen unsern Wegen die Liebe uns. 3. Drum, so falle denn des Hasses Wand, die hier und da noch stand und Brüder trennte; du, Gott und Vater, sende uns Jesu Sinn! 4. So wie er zu uns, den Seinen sprach:„ Ihr Lieben, folg't mir nach, seid eins gesinnet, und lieb't euch, ihr gewinnet das Himmelreich!" 5. So sei es bei uns in Wort und That, daß, auf des Lebens Pfad, er uns zur Seite, als Führer uns geleite zur Seligkeit. " 1 " 1 6. Und das Reich der Himmel wird sich nah'n, das wir nur hoffend sah'n in höhern Welten, ach, weil uns hier so selten sein Geist erfüllt! 7. Nur wenn seiner Wahrheit Licht uns scheint, und Liebe uns vereint, blüh'n hier uns Freuden und jenseits Seligkeiten im Vaterland. 8. Drum soll uns vereinen Christi Sinn; belebe, stärke ihn, daß er nicht weiche aus deines Sohnes Reiche, du Herr und Gott! Ph. Dab. Müller, 1773-1848. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 307. Säh' ich der Dinge tiefsten Grund, und spräch mit Engelzungen; macht' ich der Zukunft Thaten kund; versetzte, ganz durchdrungen von Glaubenskraft, auch Berg' in's Meer, und käm' das Pflichten gegen den nächsten. nicht aus Liebe her, so wär's für mich vergebens. 2. Gäb' ich mein ganz Vermögen hin zum Opfer für die Armen; ich hätte dessen nicht Gewinn, thät ich's nicht aus Erbarmen. Ja, stürzt' ich mich mit Heldenmuth, gleich Märtyrern, in Feuersgluth; umsonst wär's, ohne Liebe. 3. Die wahre Lieb' ist sanftmuthsvoll, ist schonend und gelinde; sie meidet Bitterfeit und Groll, und deckt des Nächsten Sünde. Von Neid und Mißgunst ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am nächsten findet. 303 6. Die Liebe trägt den Schwachen gern, glaubt willig alles Gute; scheint oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Muthe. Droht ihr ein Leiden, ohne Schuld, auch das erträgt sie mit Ge duld, und niemals wird ste müde. 7. Wann endlich jede Wissenschaft, wann Alles hier vergehet; wann dort, wo Gott ein Neues schafft, kein Stückwert mehr bestehet; währt Liebe doch nach dieser Zeit und bleibt in alle Ewigkeit des Himmels größte Tugend. 8. So gib denn Kraft, zu leben mir, du, Schöpfer guter Triebe! Mein ganzes Herz gehört nur dir! erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über Alles dich, und meinen Nächsten gleich als mich, nach Jesu Vorbild, liebe. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 4. Auch guten Willen sieht fie an, beschämet nicht den Schwachen. Die Hoffnung eignen Vortheils tann sie niemals wankend machen. Sie zürnet nicht; auch selbst im Scherz betrübt sie nicht des Nächsten Herz; zum Besten kehrt sie Alles. 5. Wo Laster stolz das Haupt erhebt, da trauert still die Liebe; fie freut sich deß, der eifrig strebt, daß er die Tugend übe. Nur bei der Wahrheit wohnet sie, des Nächsten Schaden sucht sie nie; sißt nie im Nath der 308. Ach, dem wurden nie Spötter. die Augen bei des Bruders Theilnahme an Anderer Schicksalen und Fürbitte für fic. ( Wider den Neid.) Mel. 517. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 304 Einzelne Pflichten. Leiden noß, der sein Leben| kehrte ohne Trost von ihm läßt verrauchen unter Grell zurück. Ja, es liebte Niemand und Menschenhaß. Steinein ist sein kaltes Herz, niemals sah er himmelwärté; nie hat er, in froken Stunden, guter Menschen Glück( mpfunden. mehr, half so gern, so schnell wie er. Liebe drang ihn, selbst das Leben, ohne Murren, hinzugeben. 6. Ceinem Beispiel nach zukemmen, Christen, das sei unsre Pflicht! Wer es niein Acht genommen, kennt der Menschen Vater nicht. Lauter, thätig, allgemein, start muß unsre Liebe sein, dann nur können wir auf Erden Gottes ächte Kinder werden. 2. Liebe fell uns alle binden; denn Ein Vater schuf uns ja! Und in jedem Menschen finden wir uns selber, fern und nah. Alle haben unser Blut, Allen ist der Echöpfer gut, Allen gibt er seine Gaben, Alle will er selig haben. 3. Eellen wir die Bande lösen, die der Herr uns halten hieß? Nein, dies wagen nur die Bösen, nur Verruchte können dies. Uns vereine immerhin feste Treu' und Bruder sinn, daß nur Segen auf uns walte, und ein Arm den andern balte. 4. Aller Menschen Vater! höre, wenn wir dich um Beistand fleh'n, nach der liebe vollen Lehre deines Sohn's einherzugeh'n. Sie ist mäch tig und gebeut Sanftmuth, Duldung, Einigkeit; ruft uns auf zu edlen Thaten, heißt uns retten, trösten, rathen. 5. Und was dein Gesandter lehrte, that er auch zu Aller Glück. Keiner seiner Brüder 7. O, du Gott der Liebe, leite uns, zu thun, was dir gefällt! Wohlthun sei des Menschen Freude; Liebe sei das Band der Welt! Jeder wende, wo er kann, willig seine Gaben an, daß nicht Jemand Mangel habe, Niemand karg sein Pfund vergrabe. 8. Cend' uns Kraft und Muth und Willen, Segen um uns auszustreu'n; Armen ihre Noth zu stillen; der Verfolgten Schutz zu sein! Laß uns gern zu jeder Zeit, ohne Stolz und Eitelkeit, unsrer Brüder Glück erhöhen, und nicht kalt vorübergehen. 9. Aller Wohlfahrt laß uns wollen, selbst dem Fremdling Pflichten gegen den Nächsten. 305 beizusteh'n, uns mit einem ich erquicken und Menschen liebevollen Herzen ihm entgegen geh'n; auch dem Bruder, welcher hier anders denkt und glaubt, als wir, freundlich unsre Hände reichen, dir, o Gott der Liebe, gleichen! 10. Einst, wann diese Welt uns schwindet, Vater, bleibt die Liebe doch. Sie beseligt, fie verbindet uns in deinem Himmel noch! Wer in ihrem Dienst besteht, erntet dort, was er gesä't; ist von aller Noth entladen, und ihm folgen seine Thaten. 3. K. D. P. Reimolb, 1757-1840. Mel. 136. Wie wohl ist mir, o 2c. 309. Wie wohl ist mir, wenn mit Erbarmen ich meiner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Hülf' und Rath entgegen geb', wenn seiner Freude stille Zähre dem, der durch mich ihm half, zur Ehre, bon seiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die süßen Freuden, beim Anblick weggeschwundner Leiden, des Wohlthuns Freuden auch genießt. 2. Wie wohl ist mir, wenn fröhlich machen kann! wenn der, den schwere Lasten drücken, durch mich Erleichterung gewann; wenn mit der Sanftmuth Sinn und Mienen, ich armen Brüdern, die mir dienen, das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst verkenne; Erholung ihren Kräften gönne, und, nach der Arbeit, süßen Schlaf. 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Angst und Schmerzen ringt, wo sein Vertrau'n beginnt zu wanken, ob sein Gebet zu Gott auch bringt; wenn ich ihm treu entgegen eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in seiner Einsamkeit; ihm seiner Armuth Jammer mind're; ihm seiner Wunden Schmerzen lind're- sein Händedruck ist Seligkeit! 4. Wie wohl mir, wenn verwaisten Kindern ich Vater werde; wenn ich sie der Noth entreißen, wenn ich mindern ihr Elend kann, sie weis' erzieh'; wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverlass'ne in 20 306 der Hütte so werth mir, als der Reiche, ist! 5. Du schufft zum Menschen mich; erhalte, mein Schöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nicht erkalte, durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Nichts laß mir die Empfindung nehmen für Menschenwohl, und nie mich schämen des Mitgefühls bei fremder Noth. Dein Beistand sei, wie ich den Armen mit Hülf' erfreue, voll Erbarmen mit mir auch, wenn mir Elend droht. Einzelne Pflichten. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 310. Gib, Gott voll Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich fremden Glück's zu freu'n! Bei meines Nächsten Schmerzen, laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein! 2. Auf Andrer Wohlergeben mit Wohlgefallen sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist teuflisch böser Hohn und Spott. 3. Wer überall der Gaben, die Andre von dir haben, mit gleicher Lust fich freut, der ist nach deinem Bilde barmherzig, gütig, milde; fühlt hier schon Himmelsseligkeit. 4. Der Stolz, die Eigenliebe sind freilich mächt'ge Triebe; des Andern Wohlergeb'n, und was du ihm bienieden des Guten mehr beschieden, mit scheelen Augen anzuſeh'n. 5. Jedoch, du hilfst mir kämpfen, hilfft Neid und Miß: gunst dämpfen, wenn ich nur wachsam bin. Wenn ich auf Jesum sehe, um deinen Beistand flehe, lenkst du mein Herz zum bessern Sinn. 6. Dein find, o Gott, die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weisheit hältst du Haus, und theilst uns Menschen allen, nach freiem Wohlgefallen, mit Weisheit, deine Güter aus. 7. Ein neidisches Gemüthe greift dich und deine Güte, mit Unmuth, tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde! wenn ich mich unterwinde, zu mustern das, was du gethan. 8. Mich selbst nur würde quälen, mir meine Ruhe stehlen der Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dies Laster je mehr und mehr ver Pflichten gegen den nächsten. 307 baßter! Auch Andrer Glück ich, erfährt, lieblos ihm, auch sei meine Lust. Heinr. Ehrh. Heeren, 1728-1811. nur beneiden; würde schon mein Geist entehrt. Wenn ich sein geringstes Weh' nur mit Schadenfreude säh': würd' ich schon mein Herz ents weihen, mich des Höchsten Huld nicht freuen. 5. Nein, mit Sorgfalt will ich wehren jedem Drang der Leidenschaft; nimmermehr soll fie verzehren meines Lebens Lust und Kraft. Treulich will ich mich bemüh'n, Neid und Mißgunst stets zu flieh'n; will mit Fröhlichen mich freuen, Traurigen mein Mitleid weihen. Mel. 517. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 311. Sollt' ich den beneiden können, den Gott mehr, als mich, beglückt? oder ihm die Leiden gönnen, die der Herr ihm zugeschickt? Sollt' ich je so grausam sein, fremden Unglücks mich zu freu'n? hämisch Andrer Noth vermehren, und ihr Glück, aus Mißgunst, stören? 2. Nein, so würd' ich ein Empörer in dem Reiche Gottes sein; stürzte, als ein Ruhestörer, mich in eigne Noth und Pein; wäre nicht des Glückes werth, das der Herr auch mir bescheert; ja, ich würde selbst mich hassen und den Weg zum Heil verlaffen. 3. Drum will ich mit Ernst erwägen, daß wir alle Brüder sind; auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ist Gottes Kind; ja, wie sehr sich der entehrt, der, von nieder'm Neid empört, seinen eignen Werth verkennet, und fein Glück dem Nächsten gönnet. 4. Wollt' ich je die klein sten Freuden, die er mehr, als 6. Schente du mir, Gott der Liebe, Mitgefühl für Jedermann, daß ich mich, aus reis nem Triebe, Andrer Glückes freuen kann! Hilf mir, daß ich, liebevoll, Andrer Noth, so wie ich soll, thätig mir zu Herzen ziehe, und zu lindern mich bemühe! Ch. F. Funt, 1751-1834. Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' zc. 312. Für unsre Brüder beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir; gib, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist! 20* Einzelne Pflichten. 308 2. Dir bringen wir, Herr, Lobgesang, Anbetung, Ebre, Preis und Dank, der du auch unsre Brüder liebst und ihnen so viel Gutes gibst! 3. Dank, daß du ihrer auch gedenkst, durch Jesum ihnen Hoffnung schenkst; zu deinem Himmel sie auch schufst, zum Glauben fie, zur Tugend rufft! 4. Deß freu'n wir uns und danken dir, und beten innig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder fein, und ewig deiner Huld fich freu'n! 5. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite fie, auf ebner Bahn, zur Weisheit und zum Tugendsinn, dem größten, seligsten Gewinn! 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück! Im Glauben werde treu und fest, wer, Gott, von dir sich führen läßt. 7. Entreiß' des Lasters Tyrannei die Sünder, Gott, damit sie frei nur deine heil'gen Pfade geh'n und einst in dem Gericht besteb'n! 8. Gib Allen einen frohen Muth! bewahr' ihr Leben und ihr Gut, erhalt' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm! 9. In ihrer Noth verlaff' sie nie, und sind sie traurig, tröste sie! Gib ihnen hier Zue friedenheit; dort deines Hims mels Geligkeit! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 313. Barmherziger, erhöre der Liebe heißes Fleh'n! Laß, den[ die] wir innig lieben, doch deine Hülfe seh'n! Er [ fie] liegt und ringt und duldet, gequält von Angst und Echmerz. Wir seh'n ihn[ sic] an und weinen. Wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen den Trieb des Mitleids ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein! Gern würden wir ihn [ fie] retten; doch wir sind viel zu schwach. Nur du kannst ihn[ sie] erlösen von allem Ungemach. 3. Des Leidens schwere Stunden laß bald vorübergeb'n. Doch, Herr, nicht unser Wille, der deine soll gescheh'n! Wir fleb'n zu dir, wir hoffen, Allmächtiger, auf dich. Erbarme dich des Kranken[ der Kranken], und hilf ihm[ ihr] väterlich! Pflichten gegen den nächsten. 309 4. Reichst du den Kelch der uns liebt, zu dem fie des Todes vielleicht ihm[ ihr] Heute schon, und rufft aus unsrer Mitte du ihn[ ie] vor deinen Thron, dann steh' ihm[ ibr] bei, und führe ihn [ fie] hin durch's dunkle Thal; dann lindre ihm fibr], Erbarmer, des Todes letzte Qual! Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. 415. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt 2c. 314. Vernimm, o Gott, das heiße Fleh'n der Kranken, die zum Tode geh'n. Ach, sei in ihrer letzten Noth ihr Freund, ihr Gott. Ein Schlummer sei für sie der Tod. 2. Erschüttert sie noch banger Schmerz: so stärke das beklomm'ne Herz, daß es den Gram, der an ihm nagt, dir, Vater, klagt und nicht an deiner Huld verzagt. 3. Ach, ihren Seelen führe du, Geist Gottes, Troft und Hoffnung zu; und lehre du fie, voll Vertrau'n, und ohne Grau'n, hin in die Nacht des Grabes schau'n! 4. Zeig' ihnen dann den Lohn von fern, und hilf den Schwachen, Geist des Herrn, daß, wenn sie um Erbarmung fleh'n, sie freudig seh'n, wie geh'n. 5. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, sie zu des Himmels Freuden auf. Verwirf, wenn nun ihr Auge bricht, verwirf sie nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 6. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Beste nicht ganz rein. Wer könnte dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 7. Sei ihnen doch nicht fürchterlich! Erbarm', o Richter, ihrer dich, daß für die beff're Welt erneut, in Ewigkeit, ihr Herz sich deiner Liebe freut! Fr. Gottl. Klopftod, 1724-1803. Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. 15. Komm't her, spricht Christus, Gottes Sohn 2c. 315. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit; wer diese heil'ge Pflicht entweiht, kann nie dir wohlgefallen. Ohn' alles Anseh'n der Person, wirst du einst jedem seinen Lohn, wie er's verdiente, geben. 2. Gerechter Gott, lag deinen Geist zu dem, was 310 recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiße mich die Habsucht hin, um einen kleinlichen Gewinn des Nächsten Recht zu tränken! Einzelne Pflichten. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, zu schaden sucht und Brüder kränkt, wie könntest du es lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz be strebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, auch billig gegen Jedermann, wie du gebeutst, zu leben! 5. Laß mich beständig dahin seh'n, mit Jeglichem so umzugeh'n, wie ich's von ihm begehre, damit ich keines Men= schen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. N. D. Giesecke, 1724-1765. Mel. 442. Alle Menschen müssen sterben 2c. 316. Aller meiner Brüder Rechte sellen, Gott, mir heilig sein. Wenn ich sie zu tränken dächte, ihres Kummers mich zu freu'n; über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; tönnt' ich, ohne Treu' und Glauben, Andern Gut und Ehre rauben: träfe dann mit Recht mich nicht einst ein schreckliches Gericht? 3. Nein, ich will das Un recht hassen, billig gegen Jedermann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen; will mit Freuden, lieber niedrig sein und blos, als, durch Unrecht, reich und groß. 4. Sollt' ich, Gott, bei deinem Segen und bei größerem Gewinn, Andern ungerecht begegnen, weil ich reich und mächtig bin? Sollt' ich, weil so oft Verbrecher und erkaufte Urtheilssprecher sich im Glück Pflichten gegen den nächsten. 311 und Wohlstand seh'n, Unrecht mir meine Schulden; sollt' auch, wie sie, begeh'n? ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind sein, mich nicht freu'n, so wie du, Herr, zu verzeih'n? 5. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht schon mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräu'n und ihr erster Rächer sein? 9. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mir Alles einst vergelten. Dort ist Ernte, hier die Saat; wohl mir, wenn ich Gutes that! 6. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe fie. Wolltest du auch mein Verbrechen, langmuthsvoll, nicht hier schon rächen; harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher's Gericht? 7. Nein, ich will gerecht und billig, selbst auch gegen Feinde, sein; Niemand drücken, lieber willig Jedem, der mich fränkt, verzeih'n. Hab' ich Macht, ich will sie nützen, die Bedrängten zu beschützen; eilen, wo Verlaff'ne fleh'n, ihnen liebreich beizusteh'n. Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 317. Mein Gott, nach deinen Lehren, darf ich nicht stets begehren, was streng vor Menschen gilt; nicht hart mein Recht erzwingen, und den in's Unglück bringen, der meine Ford'rung nicht erfüllt. 2. Mißlingen der Geschäfte und Mangel seiner Kräfte befiehlt mir Billigkeit. Auch bei dem besten Willen kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 8. Sichern darf ich meine Rechte, aber fanft und mit 3. Und ich, Herr, sollt' Geduld. Wir sind alle deine es wagen, ihm Nachsicht zu Knechte; Gott, wie groß ist versagen, sollt' unerbittlich deine Huld! Du vergibst sein? Ich sollt ihn gar nicht 312 hören, sein Elend noch vermehren, Verhaft und Untergang ihm dräu'n? 4. Gern will ich etwas Leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn dieses für ihn spricht; auch, bei erwies'nen Klagen, ihm Mitleid nicht versagen, und nicht der Men schenliebe Pflicht. 5. Hab' ich ihm das entrissen, was er durchaus nicht missen und ich entbehren kann; muß er zu Grunde gehen, und ich sein Elend sehen; was ist der Sieg, den ich gewann? Einzelne Pflichten. 6. Wohl ist vielleicht im Streite das Recht auf meiner Seite; ist's auch die Mensch: lichkeit? Nein, nüßte sie den Siegen des Rechtes unter liegen, dann wär' ich mit mir selbst entzwei't. 7. Nur auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzwingen, den härtsten Schritt nicht scheu'n,- das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen und als ein Christ gesinnet ſein. 8. Sein Elend zu vermindern und seinen Schmerz zu lindern, laß, Gott, mir Freude sein; stets will ich billig bleiben, mein Recht nie übertreiben, und jede Art der Härte scheu'n! Joach. Chrift. Grot, 1733-1801. Güte, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. 134. Sieh', hie bin ich, Ehrenkönig 2c. 318. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizusteh'n, ist Pflicht, die Vernunft und Schrift uns lehren, und wodurch wir Gott verehren. 2. Speiset den, der Hunger leidet, und die durstig sind, die tränt't; eil't, daß ihr die Nackten kleidet; tröstet die, die Kummer kränkt; Schwache such't zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben und zu euch um Hülfe fleh'n, nein, von Mitgefühl getrieben, eilet, allen beizusteh'n; die auch, die im Stillen leiden, führ't zu unverhofften Freuden. 4. Dent't, es träfen euch die Schmerzen, euch des Dulders herbe Pein; würden nicht auch euern Herzen Hülf' und Trost willkommen sein? Pflichten gegen den nächsten. 313 Und ihr wolltet nicht des hat, und nicht dem, der Armen euch in seiner Noth erbarmen? schmachtet, liebreich hilft mit Rath und That, seines Grams nicht achtet, fühllos treibet seinen Spott mit der Noth des Armen; o, wie dürfte der zu Gott flehen um Erbarmen? 5. Liebe sei dir keine Bürde, keine Last, beglückter Christ, Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. Unsrer Brüder Elend wehren, heißt den Unsichtbaren ehren. 6. Ja, es lohnt mit sanften Freuden, der Verlaff'nen Helfer sein, seh'n wie sie in ihrem Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 7. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit. Was sind Mühen, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 8. Lass't uns eilen, uns're Gaben, weil es Zeit ist, auszustreu'n! Was wir hier gesäet haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmberzig! Helf't den Armen! Gott wird eurer sich erbarmen! Joh. L. Paulmann, 1728-1810. 2. Nicht durch üppigen Genuß und durch Schwelgereien darf er seinen Ueberfluß frevelhaft entweihen. Soll er Gott nicht ähnlich sein? Hat er seine Gaben nicht, um Brüder zu erfreu'n, welche Mangel haben? 3. Von dem Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thränen zählet er, höret ihre Klagen; sieht auch, wann das barte Herz fummerfreier Reichen keine Thränen und kein Schmerz rühren und erweichen. Mel. 161. Schwing' dich auf zu deinem Gott 2c. 4. Ach, das Urtheil ist gefällt, Jammer und Verderben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel, erben. Liebe nur schafft Seligkeit, fie nur kann beglücken, ihre Saaten, hier gestreut, bringen dort Entzücken. 5. Reiche, hört's! Erbarmet euch, fleht zu euch der Arme, daß sein Gott auch über euch 319. Wer der Erde Güter sich dereinst erbarme, weil ihr, 314 als der Dürft'ge schrie, was er bat, gewährtet, den Bedrängten half't und sie kleidetet und nährtet. Einzelne Pflichten. 6. Mitleidsvoll und hülfreich sein, seiner Miterlös'ten Retter werden, und sich freu'n, Traurige zu trösten; Dant in ihrem Angesicht', und in ihren Blicken Wonne seh'n; gewährt dies nicht himmlisches Ents zücken? 7. Doch es wird der Gaben Werth, die der Reiche spendet, nur durch Freundlichkeit vermehrt, und sich selber schändet, wer nicht ohne Murren gibt, und bevor er schenket, erst den Dürftigen betrübt, und durch Härte kränket. 8. Wohl euch, wenn ihr in der Zeit, mild, wie Gott, gefinnet, Schäße für die Ewigs feit sammelt und gewinnet! Was ihr hab't, lass't ihr einst hier; was ihr thut den Brüdern, ohne Ruhm Lohnbegier, wird euch Gott erwiedern. und N 9. Jesus sagt dann auch zu euch, als getreuen Knechten: Erbet meines Vaters Reich; erb't es, ihr Gerechten! Was ihr meinen Brüdern gab't in dem ersten Leben, wahrlich, dieses Alles hab't ihr auch mir gegeben." 3. 3. Leonh. Juntheim, 1729-1790. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 320. Ebel ist es, Freunde lieben; aber gegen Jedermann Bruderliebe, Wohlthun üben, auch dem Feinde, wo man tann, helfen, ohne Selbstgewinn, das ist wahrer Chris stensinn. bedenket, und den Armen in 2. Wer sich zögernd erst der Noth, statt zu helfen, höhnisch fränket, ebret nicht des Herrn Gebot. Sage der nicht, daß er liebt, der mit Spett und Vorwurf gibt. 3. Nur, um Menschen- Bei falls willen, milde Gaben auszufireu'n, und nicht lieben auch im Stillen uns des Wohlthuns zu erfreun', is Verrath an uns'rer Pflicht und geziemt dem Chriften nicht. 4. Doch nicht Alle, welche leiden, sind auch gleicher Hilfe werth. Weise Vorsicht muß entscheiden, wer mit größerm Recht begehrt; ob nicht das was dieser fleht, einem Wür digern entgeht. 5. Wer sich träg' im Müßig 315 den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. leben nur auf Andrer Mit leid flüßt, und der Weichlichteit ergeben, seine Kräfte nicht benützt, sich nicht selbst als Menschen ehrt, ist nicht unsrer Hülfe werth. 6. Aber sich des frommen Armen, den Entkräftung nie derdrückt, der im Stillen seufzt, erbarmen, das ist weise, das beglückt, gibt des Himmels Vorschmack schon hier auf Erden uns zum Lohn. 3. Gleich't dem Vater im Erbarmen, seid barmherzig, so wie er! Geb't den Dürftigen und Armen, was ihr geb't, empfängt der Herr. Helf't und eil't, auch ungesehen, euern Brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schutz und Retter sein; Kummer lindern, Wuns 7. Glaube, Hoffnung, Liebe den heilen, wohlthun, tröſten währen. Dir, o Höchster, und verzeih'n; Gram und ähnlich sein, dich am wür- Noth in Lust verwandeln, das digsten verehren, kann die Liebe nur allein; von der Saat, die sie gestreut, reifet ew'ge Seligkeit. heißt menschlich, göttlich handeln. Pflichten gegen den nächsten. Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 337. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 321. Seid barmherzig! Menschen, höret dieses heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, so wie Gott; geb't, so wird auch euch gegeben, Freude hier, und dort das Leben. 5. Herr, es ist ja von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen; unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. Th. Gottl. Hippel, 1741-1796. Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit ( Treue, Redlichkeit) und Vorfichtigkeit im Reden. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allges mein ist Gottes Ruf. So 322. Gib, Gott, daß ich Mel. 63. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht 2. 316 der Wahrheit treu, und redlich stets im Umgang sei, entfernt von der Verstellung List, die keines Christen würdig ist. Einzelne Pflichten. 2. Verhaßt sei mir die Schmeichelei und glatter Worte Täuscherei; und was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht flieh'n, und klug zwar sein, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Nicht Offenherzigkeit allein soll eine heil'ge Pflicht mir sein; es sei mir's auch Verschwiegenheit, wo es des Nächsten Wohl gebeut. 5. Nie wandle Menschen furcht mich an, wenn ich die Unschuld retten kann. Nie will ich mich vor stolzem Dräu'n, nie vor der Macht der Bösen scheu'n. 6. Wer Wahrheit über Alles schätzt und nicht mit Vorsatz sie verletzt, ist, Gott, bein Freund, und wird besteh'n, wenn alle Falschen untergeh'n. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! Ver: folgten ihn auch Hohn und Spott, träf' ihn auch Haß der ganzen Welt; sein Trost bleibt, daß er dir gefällt! 8. Er wird vor deinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh', in voller Herrlichkeit, hervorglänzt und die Nacht zerstreut. 9. Daß einst dies Heil auch mich erfreu', erhalte mich der Wahrheit treu; laß, wohlgefällig dir zu sein, mich ihr mein ganzes Leben weih'n. Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 323. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, ganz das ist, was er scheint, nie, wohlzudienen, schmeichelt, nicht doppelzüngig spricht; nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der streng sich hütet, mit Falschheit umzugeh'n, der keine Lügen brütet, die Wahrheit zu verdreh'n! Vor Gottes Augen wandelt er stets auf rechter Bahn, und wo er spricht und handelt, klagt nie sein Herz ihn an. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gewalt Pflichten gegen den nächsten. 317 Alles dir empfehle; du gibst der Unschuld Sieg. und List, für Wahrheit hin- daß sie nicht unterlieg', und zugeben, bereit und willig ist! Mit hohem Seelenfrieben blickt er zum Himmel auf, wo ihm sein Lohn beschieden, nach treu vollbrachtem Lauf. 4. So laß denn alles Lügen, Gott, ferne von mir sein. Nie soll die Lippe trügen, nie sei die Tugend Schein! Es warne mein Gewissen mich von der Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich das versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Beschwerde macht; nie soll mich Stolz verleiten, auch nie des Beispiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was Schmäbsucht ausgedacht. 6. Auch da die Wahrheit sagen, wo sie Gefahr mir bringt, dies laß beherzt mich wagen, wenn Pflichtgefühl mich dringt. Gib Klugheit, daß ich wisse, wo ich, ganz obne Scheu, freimüthig reden müsse, wo Schweigen besser sei. 7. Wenn jemals mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wenn er, mit bösen Tücken, in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir Niemand rauben; so scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, dort werd' ich, als dein Kind, dich mit den Frommen schauen, die ewig selig sind. Dav. Bruhn, 1727-1782. Alle Menschen müssen ſterben 2c. Mel. 442. 324. Laß, o Gott, mich eifrig streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Zu des Himmels sel'gem Leben gehen keine Lügner ein, und vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte. Deinem Blick sind immerdar Aller Herzen offenbar. 2. Mich in Andrer Gunst zu lügen, leerer Schwäßerei zu freu'n; heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr, dies laß mit Ernst mich scheu'n! Wahrheit leit' an allen Orten mich, in Werken und in Wors ten; redlich sei des Herzens Grund; redlich sprech' auch stets der Mund. 3. Die der Falschheit sich 318 Einzelne Pflichten. ergeben, sind vor dir, o Gott, fie fluchet, und sie lobet Gott, ein Gräu'l, und ein unglücksel'ges Leben ist gewiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; jeder rechte Menschenfreund ist der Falschheit Nänten feind. 4. Echmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund; o, so laß mich's still erdulden! Einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, so verleihe, daß dabei Herz und Muth voll Sanftmuth fei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte, Zeuge meines Wandels bist; daß kein eing'ges meiner Worte, Gott, vor dir verborgen ist, dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte. Wenn die Falschen untergeh'n, wird der Wahrheit Freund besteh'n. G. M. Weiler? Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. fie segnet, und fie treibet Spott; so gut ist sie, so böse! 2. Laß, Herr, mich stets von Herzensgrund mit Ehrfurcht dein gedenken; dann wird gewiß auch nie mein Mund der Wahrheit Rechte tränten. Jch thue dann, von Schmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, auch redend keine Sünde. 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Thun sich lenken. Laß dann auch, wann ich reden soll, mich dies mit Ernst bedenken! Dein Lob, des Nächsten Ebr und Nutz, der Unschuld und der Tugend Schuß beschäft'ge meine Zunge! 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spöts tereien verrathen ein verderbtes Herz. Daß sie nicht mich entweihen, hilf du mir, Gott, durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich findlich preift, wie es dem Christen ziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und 325. Die Zunge, die verlieblich flinget, das redet ständlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! Mißbrauch' es nicht! Sie bringet Tod und Leben; überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Born der Menschen nicht; doch wird auch Schwei Pflichten gegen den nächsten. 319 gen ihm zur Pflicht, wenn es zu erzählen. So bleib' ich die Liebe fordert. des Vertrauens werth, mit welchem mich mein Freund beehrt. 3. Wenn höh're Pflicht mir nicht verbeut, es treulich zu bewahren, so will ich, mit Be bachtsamkeit, es Niemand offenbaren. Mich laufe nicht der höchste Preis, das zu verrathen, was ich weiß. 6. Web' aber dem ver weg'nen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn kund und oft zu spät bereuet! Wer frevelnd flucht, thut selbst Verzicht auf ein barmherziges Gericht, und trotzt der Gnade Gottes. 7. Nie will ich, um zu hintergeh'n, auf Lügen listig finnen, will gern die Wahrbeit eingesteh'n, durch Ränke nichts gewinnen. Vor Gott ist nur die Wahrheit groß, und Schande wird des Feigen Loos, der frebelnd sie verleugnet. Joh. Heinr. Häveder, 1840-1722. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 326. Sei heilig mir, Verschwiegenheit, du schöne Pflicht der Freunde! Wer nicht aus Leichtsinn dich entweiht, der macht sich selten Feinde. Er schadet Andern, wenn er spricht, aus Mißverstand und Vorsatz nicht. 2. Was man mir als Geheimniß sagt, das will ich treu verhehlen, wie sehr auch Andrer Neugier plagt, es ihnen 4. Wär' auch mein Freund mir ungetreu, und hielt' nicht sein Versprechen, will ich doch, durch Verrätherei, nie meine Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen sein, und nie der Freundschaft Recht entweih'n. 5. Nie soll er, ohne Sicherheit, mir seine Sorgen klagen: ich will sie, mit Verschlossene heit, in meinem Herzen tragen. Es sei, begehrte er's auch nicht, mir doch das Schweigen heil'ge Pflicht. 6. Was er nicht fordert, thu' ich doch, aus redlich gutem Willen, um, selbst auch ungeheißen noch, des Freundes Wunsch zu stillen. Der beste Zweck wird oft verfehlt, wenn man ihn nicht der Welt verhehlt. 7. Auch sollen meine Lippen nicht des Nächsten Ruf be 320 Einzelne flecken, nie Fehler, die der Liebe Pflicht mich bergen heißt, entdecken. Ob man von mir auch Böses spricht, sag' ich es doch von Andern nicht. 8. So will ich Andrer, mit Bedacht, auch stets im Reden schonen, durch nichts, was ihnen Kummer macht, je ihr Vertrauen lohnen, verbergen laß mich das mit Fleiß, was außer mir mein Freund nur weiß. 9. Gib, daß ich stets, durch wahre Treu', mir sein Vertrau'n verdiene; kein Schwäßzer, kein Verräther sei; daß ich mich nie erkühne, aus Haß, aus Rachsucht, oder Groll zu reden, wann ich schweigen soll. * Joach. Christ. Grot, 1733-1801. Leutseligkeit und Dienstfertigkeit. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 327. Nicht mürrisch, finster, ungesellig ist, wer ein Christ zu sein sich freut; ist, ohne Schmeichelei, gefällig; vereinigt Ernst mit Freundlichkeit. Voll Mitgefühl nimmt stets sein Herz an Freuden Theil, und Theil am Schmerz. Pflichten. 2. Es liegt in keinem sei ner Blicke, gleich wie in einem Hinterhalt, auflauernd, schadenfrohe Tücke, und Haß in lächelnder Gestalt; sein Blick, kein Blick der Heuchelei, ist liebreichs, offen, gut und frei. 3. Sein Antlitz heiter, wie der Morgen, wird trüb', und seine Freud' entflieht, wann er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge sieht, und strahlt in neuer Heiterkeit, wann ein Getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, fittsam, ehre erbietig zeigt immer sich der wahre Christ, nie sllavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glücklich ist; weil er, wie sein Erlöser, liebt, und freudig jede Tugend übt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht traurig, Heuchlern gleich, einher. Doch freche, lüsterne Geberden, die Gott mißfallen, baßt auch er; auch selbst in Blicken will er rein, stets froh, nie ausgelassen sein. 6. Durch freundliches Ges spräch erheitert er auch des Blöden Angesicht; und jedes Herz fühlt sich erweitert und freubenvoller, wann er spricht; Pflichten gegen den nächsten. 321 denn, was er sagt und was Eid, der Welt zu dienen, er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. dringt, das, was sein Herz ihm sagt, aus freiem Trieb vollbringt. 2. Dir, Höchster, ahmi er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; aus Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht, er fühlt sich für die Welt von dir hervorgebracht. 7. Er wird gefallen, er gebiete, er warne, strafe; er gebeut, er warnt und straft, voll Lieb' und Güte, mit Ernst und doch mit Freundlichkeit; und tröstet er, wie bald vergißt der Dulder, was ihm schmerzlich ist! 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, 3. Die Welt, so denkt er eifrig, Jeden zu erfreu'n und sich, hat Recht auf meine sanft und liebevoll und freund- Kräfte; ihr nützen, ist für lich soll jeder Schüler Jesu mich ein seliges Geschäfte. sein. Ach, wären wir's! Ach, Als Glieder schuf uns Gott, glichen wir, o Vorbild aller als Bürger einer Welt, in Liebe, dir! der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten wollen wir in Wahrheit Menschenfreunde werden, stets ähnlicher, o Jesu, dir; so werden wir uns ewig freu'n, und Gottes wahre Kinder sein. 3. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst 2c. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, wie eignem Wohl, zum Wohl der Welt zu leben; ihm wird des Nächsten Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als träfe fie auch ihn. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, nach Kräften beizustehen; sein Anseh'n und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er nützt, des Nächsten Trost zu sein, und ihn durch Nath und That 328. Wie selig lebt ein Mensch, der Dienst begierde kennet, und seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein mit Hülfe zu erfreu'n. 21 322 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zur wahren Menschenliebe; kein Stolz, kein Eigennut treibt ihn zur Gütigkeit. Genug, daß Gottes Wort, zu lieben, ihm gebeut. 7. Laß mich auch so gesinnt, mein Gott, durch Christum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann führst du einst auch mich in's Reich der Liebe ein. Chrift. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Einzelne Pflichten. Dankbarkeit. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 329. Wenn jemand Gutes dir erwies, sollst du ihn herzlich lieben, bergelten ihm; es ist so süß, des Dankes Pflicht zu üben! Wohlthätig wärmt sie unsre Brust, und nah' an jenes Lebens Lust grenzt dankende Ergießung. 2. Ward Hülfe dir zur Zeit der Noth, von einem deiner Brüder; vergilt ihm! Theilt er dir sein Brod, theil' du mit ihm es wieder! O, strebe nach Gelegenheit, ihm Gegenlieb' und Dankbarteit recht innig zu beweisen! 3. Wird er verfolgt, steh' du ihm bei, rett' ihn von seinen Feinden! Verläßt ihn Alles, bleib' ihm treu, hilf ihm zu neuen Freunden! Wenn der Verleumdung tödtend Gift die Ehre seines Namens trifft, sei du der Unschuld Retter! 4. Mach' seines Herzens Redlichkeit bekannt; versüß' sein Leben! Sei, ihm zu helfen, stets bereit, das Liebste hinzugeben. Ihm nüße gern dein Fleiß, dein Rath, und deine Dankbarkeit sei That, nicht bloßes Wortgepränge! 5. Das schwärzeste der Laster ist der Undant; nim mer schände er dein Herz! Du bist Mensch und Christ, und ach, des Undanks Ende ist, daß der Redliche dich flieht, Vertrau'n und Liebe dir entzieht, und Alles dich verachtet! 6. Gott ist es, o, vergiß es nie, der Freunde dir er wecket; und jeder Undank gegen sie, der deine Seel' beflecket, ist wahrer Undant gegen Gott; du treibst mit Gottes Pflichten gegen den nächsten. 323 Güte Spott, verkennst du Ernste mein Gebet für sie zu Menschengüte. dir, mein Vater, fleht. 7. Benutz' auch nie für dich zu sehr des Wohlthuns milde Gaben! Bedent', es gibt der Menschen mehr, die Hülfe nöthig haben. Fühl' ihre Noth auch, du allein kannst nicht des Trost's be dürftig sein; und sie, wie du, sind Brüder. 3. Ich will mich aller ihrerFreuden und ihres Glück's, von Herzen, freu'n; voll Kummer über ihre Leiden, gern, wo ich kann, ihr Tröster sein. Wie sehr fühl' ich mich selbst beglückt; wenn ich ers leicht're, was sie drückt! 8. Drum suche freudig auch für sie Wohlthäter zu erwecken, und lasse Neid und Mißgunst nie, o Christ, dein Herz be flecken! Das ist die wahre Dankbarkeit, die Gott gefällt, das Herz erfreut, und reichen Segen bringet. 1917s Joh. Friedr. Schint, 1755-1835. Mel. 181. Er starb, der größte Held 2c. 330. Wenn Menschen streben, dir an Güte und Wohl thun, Vater, gleich zu sein, und mich, mit willigem Ge müthe, durch ihren Rath und Trost erfreu'n: mit reichem Segen segne dann, die ich nicht wieder segnen kann. 2. Es zeuge meiner Freude Zähre von meines Herzens Dankbarkeit, wie eifrig ich für sie begehre, was sie beglücket und erfreut; mit welchem 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden sein, zudringlich nie; und wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie mürrisch, neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, befördern, was ihr Wunsch begehrt, er leichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und beschwert: frohlocken will ich, Vater, dann, wenn ich's durch deinen Beistand kann. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein eifriges Gebet zu dir; und was sie wünschen, das gelinge! Denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf Jeden, der mit Freuden gab, komm' Freude auch von dir herab. 7. Erfreue sie mit deiner Güte, und deine Huld ver21* 324 Laff' sie nie! Sei stete ihr Helfer, und behüte vor Wider wärtigkeiten sie! Trifft dens noch sie Gefahr und Schmerz, o dann gib Ruhe in ihr Herz! 8. Nimm sie, o Vater, mit Erbarmen, wann sie hinüberschlummern, an! Sie haben, weil sie lebten, Armen mit deinen Gaben wohlgethan. Belohne sie in Ewigkeit mit deines Himmels Seligkeit! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Einzelne Pflichten. Demuth und Bescheidenheit. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 2c. 331. Von dir auf diese Welt gerufen, steh'n, Bater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest arm, du machest reich; doch sind, vor dir, wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns, Vater, Alle liebst; denn Alle sollen glück lich sein, und Einer sich des Andern freu'n. 3. Beglücken, und auch glücklich werden, ist Aller Nuf, ist Aller Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, denn jener braucht, was er erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Nur du, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und wie, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und übermüthig sein? ich den nicht achten, den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freu'n? Erhebt mich das denn über ihn, wenn Gott mir mehr, als ihm, verlieh'n? 6. O, laß in meinem gan zen Leben mich meines größern Glückes nicht, zu Andrer Kränkung, überheben, verkennen nie der Demuth Pflicht; nicht andrer Gaben stolz verschmäh'n, und blos auf meinen Vorzug seh'n! 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sei'n. Sie können meiner nicht entbehren, ich Pflichten gegen den nächsten. 325 Tann nicht, ohne sie, mich zu erfreu'n, in Mienen und freu'n. Nimmt keiner meines Glück's sich an! ach, wie verlassen bin ich dann! in Blicken, gebieterisch und stolz nicht sein, und keinen unterdrücken; den Haß, den Zorn, die Rache flieh'n, und mich durch Freundlichkeit bemüh'n, auch Niedre zu ge8. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzt und liebt, der ehret winnen! der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. O, wohl ihm! denn Bescheidenheit allein gibt Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth; leißt Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt. Nur Demuth und Bescheidenheit ist unsere wahre Herrlichkeit. 10. Gib, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns Alles nützen, was wir haben, uns gegenseitig zu erfreu'n. Dann werden einst, in deinem Reich, an Seligkeit wir Alle gleich. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Sanftmuth und Friedfertigkeit. 2. Voll Sanftmuth, Nachsicht und Geduld, laß mich des Schwachen schonen, ge= fällig und voll Menschenhuld, die Dienstbegier belohnen, durch die man meinen Wunsch erfüllt, und meines Herzens Sorgen stillt, mich tröstet, warnt und bessert! 3. Der fromme Dulber, der sich scheut, mir seines Kummers Klagen, aus blöder, banger Schüchternheit, so wahr fie sind, zu sagen, der seh' in meinem Blick mein Herz, seh' Mitgefühl bei seinem Schmerz, und Eifer, ihn zu lindern! 4. Laß mich mir nie, aus Bitterkeit, der Spottsucht Lust erlauben, und nie, durch Unbescheidenheit, mir Gunst und Achtung rauben; nie schrecke der Verachtung Blick den, der mir Zutrau'n gönnt, zurück, sein Herz mir zu eröffnen! Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 5. Darf ich bei fremden Feblern nicht, so gern ich 332. Laß mich, Gott, Brüder möchte, schweigen, muß ich Einzelne Pflichten. 326 nach des Berufes Pflicht, der Fehler Größe zeigen: so laß, wenn Andre sich vergeh'n, sie doch bei jedem Vorwurf seh'n, daß ich sie liebreich table! 6. Muß den, der mir gehorchen soll, ich zum Gehorsam bringen, so laß mich, Gott, nicht unmuthsvoll, was ich befehl', erzwingen; im Warnen auch noch freundlich sein, bei Strafen jede Härte scheu'n, den Jähzorn unterdrücken! Joach. Christ. Grot, 1733-1801. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2C. 333. Nach Ruh' und Eintracht streben und, fern von allem Zwist, mit Andern friedlich leben, als Menschenfreund und Christ. 2. Dies kann nur dem gelingen, der ihre Wohlfahrt liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 3. Nachgebend und fällig, und aller Streitsucht Feind, zeigt er sich stets gesellig, und schonet seinen Freund. ge4. Er sucht das zu vermeiden, was Andrer Rechte tränkt, weil er von sich bescheiden, von Andern edel denkt. 5. Wo sich ein Zwist will regen, da sucht er jeden Streit mit Klugheit beizulegen, ist voll Gelassenheit. 6. Der Uebereilung Sünden entrüsten nie sein Herz; er läßt sie Nachsicht finden, besiegt des Unmuths Schmerz. 7. Durch Spott und Witzeleien fränkt er den Nächsten nicht; ist willig zu verzeihen, was nur der Jähzorn spricht. 8. Er weiß sich zu bescheiden, wird nicht erbittert, kann auch Widersprüche leiden, und nimmt Belehrung an. 9. Um stets sich gleich zu bleiben, wird er, aus Billigkeit, sein Recht nie übertreiben, weil's ihm sein Herz gebeut. 10. So Fried' und Eintracht lieben, streng meiden jeden Streit; die Brüder nicht betrüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. 11. Sie, Herr, stets hod zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weih'n, und nie fie zu verletzen, laß mein Bestreben sein! 12. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth unl Pflichten gegen den nächsten. 327 Kraft; dann werd' ich froh| Herz beschweren, als die Wuth empfinden, welch' Glück die der Leidenschaft? Zanksucht, Eintracht schafft. tin Joach. Chrift. Grot, 1733-1801. Groll und Haß verzehren nach und nach des Lebens Kraft; machen alt uns vor den Jahren, und zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Zornes Raserei nie des Herzens Meister sei! 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und mit Gleichmuth dem begegnen, der zum Zanken Neigung hat; für die Feinde will ich beten und vor dich, du Friedensfürst, der du uns einst richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! Geduld und Nachsicht. Mel. 228. Sollt ich meinem Gott nicht fingen 2c. 334. Gott, der du die Menschen liebest, Gnade nur, nicht strenges Recht, huldvoll und erbarmend, übest an dem sündlichen Geschlecht, laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sei, wie du, gesinnt! Herr, du woll'st den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanft muth spricht und schweigt! 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last; und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! So verlangt es Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; Vater, hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das, statt Rache, Sanftmuth übt. 3. Was kann mehr das 5. Ja, mit ew'gem Heil erfreuet uns der Eintracht frommer Sinn; unser Herz, durch ihn erneuet, lohnt ein göttlicher Gewinn. Sende, Gott, uns deinen Frieden, dann entflieht die Leidenschaft, und durch deines Geistes Kraft, sind wir selig schon hienieden, bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Ph. Friedr. Hiller, 1699-1769. Einzelne Pflichten. 328 Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 335. Nichte nicht mit Hohn und Strenge, wenn du Andre feblen siehst. Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam; richte nicht! Scho mung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefften Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde? oder trügt dich nicht der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du, auch in seiner Jugend, stets den Blick ihm zugewandt? und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Wie, du rechnest das ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch, ohne seinen Willen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; möchte flug sein bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd' es dich nicht fränken, griff' er deine Ehre an! Du willst Schonung von dem Herrn; übe du auch Nachsicht gern! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meibe, mit Beschei denheit, alles unbefugte Schmäben, Härte, Spott und Bitter teit. Menschenfreundlich decke bu deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu seinem Glück; bringe, wenn du kannst, voll Güte, von dem Irrweg ihn zurück. Ift, wie jetzt dein Nächster fällt, nicht auch dir manch Netz gestellt? id bi 8. Sich nicht deines Nächsten Leiden schnell als Strafe Gottes an; gönne dem erlaubte d Freuden, der sie noch genießen kann; nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin. 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Argwohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt. Mehre niemals ihren Schmerz; rühre, beff're nur ihr Herz. 10. Nur der Richter aller Welten richtet mit Gerechtig teit. Jedem wird er einst vers gelten, wie er lebt in dieser Zeit. Er, der Ew'ge, hält Pflichten gegen den nächsten. 329 Gericht; richte du den nächsten nicht deine Sünden. Nicht nicht. Rache, Segen rufe du, Gott ähnlich, deinem Feinde zu! 5. Auch mein Beleidiger bat Theil am Heiland aller Sünder; mit Blut erwarb Versöhnlichkeit und Feindes- auch ihm das Heil der Todesliebe. G. B. Funt, 1751-1884. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 336. Herr, der du sterbend noch für die, die dich erwürgten, batest; der du, vor dei nem Vater, sie so liebevoll vertratest; wann werd' auch ich dir ähnlich sein, und meinem Feinde gern verzeih'n? 2. Ein Sünder, dem noch Rache glüht im aufgebrachten Herzen, der noch mit Wohlgefallen fieht auf seiner Feinde Schmerzen, besteht vor deinem Angesicht, du Gott der Huld und Langmuth, nicht. 17 3. D Stimme Jesu, dringe mir recht tief in meine Seele: Wie du vergibst, vergibt Gott dir! Erwäg' es, und dann wähle! Der wählt den Segen, ,, ber vergibt, und der den Fluch, der Rache übt." 4. Sei, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, und straft überwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beide schuf. 6. O, könnt' ihn meine Sanftmuth noch zu besserm Sinn bekehren; ihn, der mich baßt, das sanfte Joch der Liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' ich mich erfreu'n, könnt' ich des Feindes Herz erneu'n! 7. Wie würd' er mich am Weltgericht' dann seinen Bruder nennen, sich als ein Freund auf ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott erheben, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Ja, gern will ich, Gott, auf dein Wort, Haß und Verfolgung leiden; will gern verzeih'n, da du mir's dort vergiltst mit ew'gen Freuden, wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freudenthränen weint. Balth. Münter, 1735-1793. 330 337. f Einzelne Pflichten. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Apol Al- fen, welche trost= los wer- den # wirst auch du, Herr, nicht verzeih'n! trost los einst im To de sein; finden. Joh. Crüger, 1656. nicht ver= ge ben, fie im Le ben, 2 L 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der Todesüberwinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. = = ih# rer Sünden, auch vor dir nicht Gna- de misch un ent la den = 2. Ob sie reuig zu dir 4. Ach, wir Alle sind Ver fleh'ten, hörst du doch ihr brecher, häufen Alle Schuld Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein erbarmend Angesicht. Sündern, welche Brüder hassen, willst du keine Schuld erlassen. auf Schuld. Du, der Sünden ernster Rächer; habe noch mit uns Geduld! Sei uns gnädig, daß wir leben, und vergib, wie wir vergeben! 5. Wir geloben dir's mit Freuden, willig wollen wir verzeih'n; nie uns rächen, nie wenn wir leiden, zu dir um Rache schrei'n; täglich vor bein Antlitz treten, und auch für die Feinde beten. Pflichten gegen den Nächsten. 331 6. Stärk' uns, Vater, deine Haß betrübt, wenn ich ihn Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege fie uns nicht; daß wir schnell sie überwinden, soll sie uns gewaffnet finden. sonst als Freund geliebt, und immer lieben wollte: so wenig, Gott, erlaubst du mir, daß ich, voll Zorn und Rachbegier, ihn wieder kränken sollte. 7. Du, der einst sein Blut vergossen, laß uns dir doch ähnlich sein! Nicht umsonst ist es geflossen, wenn wir uns der Liebe weih'n. Es verbürgt uns ewig Leben, wenn wir, so wie du, vergeben. 8. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht mit uns nicht in's Gericht, nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht. Laff't uns beten, lass't uns kämpfen, alle Rach' in uns zu dämpfen! Balth. Münter, 1735-1793. Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 338. Gott, deines Beifall's mich zu freu'n, in Wort und That ein Christ zu sein, der Tugend nur zu leben, will ich dem Feinde, der mich kränkt, und mich zu unterdrücken denkt, voll Sanftmuth gern vergeben. 2. So sehr mich auch sein 3. Als Mensch sei er mir immer werth, wie er auch deine Huld erfährt; ich darf ihn nicht betrüben; sein Haß berechtiget mich nicht zur Uebertretung meiner Pflicht; den Feind auch soll ich lieben. 4. Du, Gott, voll Nachsicht und Geduld, erzeugst uns Allen gleiche Huld, dein Sonnenschein und Regen erquickt nicht Fromme nur allein, auch Böse suchst du zu erfreu'n, auch sie beglückt dein Segen. 5. Und dennoch sollt' ich nicht, wie du, voll Huld, zu meiner eignen Ruh', auch meinen Feind noch segnen? nicht dem Beleidiger verzeih'n? aus Rachsucht unversöhnlich sein? ihm nicht als Christ begegnen? 6. Nicht würdig wär' ich deiner Huld, nicht werth, o Vater, der Geduld, nach der du mich verschonest; verdiente nicht, daß du verzeih'st, mit so viel Segen mich erfreu'st, und ewig einst belohnest. 332 Einzelne Pflichten. 7. O, laß mich Haß und geh'n bereut, mir seine Hand Rachgier scheu'n durch Wohl- zum Frieden beut, sich mit thun auch den Feind erfreu'n, mir zu vergleichen: so laß und zu gewinnen suchen; mich, fern von Heuchelei, von aus roher Unversöhnlichkeit, List und von Verstellung die nur erbittert, nicht vers zeiht, nie meinem Haffer fluchen! frei, ihm treu die meine reichen. 8. Empfänd' ich noch so tiefen Schmerz, laß mich sein unversöhnlich Herz sanft zu gewinnen trachten, weil ich, entfernt von Haß und Groll, sein Glück, so wie das meine, soll stets zu befördern trachten. 9. Und wenn er sein Ver10. So fürcht' ich nicht, Gott, dein Gericht; ich kann, mit froher Zuversicht, mich deiner Liebe freuen; und üb' ich hier Versöhnlichkeit, so darf ich meine Uebungszeit einst sterbend nicht bereuen. Joach. Chrift. Grot, 1733-1801. 339. # e mir er Eigene Melodie. 22 Nie will ich dem zu scha- den Nie will ich meinem Fein- de zu scha= den sucht. aus Haß mir flucht. 1555. su- chen, der flu- chen, wenn Mit Gü- te will ich ihm begegnen, nicht dro- hen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn seg- nen; dies Pflichten gegen den nächsten. ist des Herrn Ge= bot. 2. Er, der von keiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verleumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser zu verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute seh'n, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt' er länger schmäh'n? 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern 333 verzeih'n, und als ein Chrift bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt: will ich im Stillen für ihn beten, und Gott vers trau'n; Gott schützt. Ch. F. Gellert, 1715-1769. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 340. Verbittre dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht, Vergelten Gottes Sache. Die Sanfts muth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Sei dir empfindlich auch der Schmerz, von Mendie schen Unrecht leiden; doch soll, bist du ein Christ, dein Herz, sich nicht am Zorne weiden, soll alles Unrecht gern verzeih'n, nicht eigenmächtig Richter sein. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, du sollst sie dennoch üben, sonst bist du nicht des Heilands Freund, 334 Einzelne Pflichten. der sie dir vorgeschrieben.| widerfährt, quillt oft aus deiEmpöret auch dein Unmuth sich; sieh Jesum an, bestege dich! 4. Wer hat je größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie verschuldet? Und dennoch will er liebevoll, daß Jeder selig werden soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer Ruhm, Beleidigern verzeihen, bringt Ehre deinem Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der dich schmäht, wieder schmäh'n, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. 6. Im Zorn denkt Niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte; die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Was recht ist, das wird nicht bedacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüthe Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmerzen. Sie hindert Dant, Gebet, Vertrau'n, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Was dir von Menschen nen Sünden; du handelst thöricht und verkehrt, wie kannst du Achtung finden? Reiz' nicht des Feindes Ulebermuth; sei heiter, weise, sanft und gut! - 9. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht!- wirst du den Feind besiegen; o, raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen! dann wird der Herr auch dir verzeih'n, dein Vater und Vergelter sein. 10. Herr, aus Gehorsam gegen dich, will ich mich selbst nicht rächen! Verzeih' ich gern, so wird für mich die gute Sache sprechen. Dein Wort empfiehlt der Sanftmuth Sinn, gibt ihm den Himmel zum Gewinn. Joh. Fr. Mubre, 1736-1810. Sorge für des Nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. ( Wiedererstattung.) Mel. 78. Durch Adam's Fall ist ganz verderbt 2c. 341. Mein eignes Leben nicht allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Vater, heilig sein, und deinen Ruhm erheben. Nach Kräften will ich Pflichten gegen den nächsten. 335 ihnen gern, von Kaltsinn, Neid Lebens sein, ist Wonne mir und Rachsucht fern, ihr Leben zu beschützen, durch Rath und Hülfe nüßen. nicht hier allein, auch noch in bessern Welten willst du es, Herr, vergelten. 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freundlichkeit sie bitten, den Segen der Gesundheit nie, durch Leichtsinn, zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stört, was ihrer Sorgen Bürde mehrt, das will ich stets, mit Freuden, entfernen und vermeiden. 3. Es müsse, wer mir dienstbar ist, nie über Härte klagen, Wie dürft' ich je, als Mensch und Christ, die Schonung ihm versagen, die mir, o Herr, dein Wort gebeut? Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein eignes Wohl zu mehren, der Brüder Last erschweren? 4. Des Schwachen Führer will ich sein; den Kranken will ich pflegen; den Traurigen mit Trost erfreu'n auf seinen Leidenswegen; will eilen bei zusteh'n in Noth; will retten aus Gefahr und Tod, will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. 5. Mein Herz, zur Rettung stets bereit, soll sich, auch in Gefahren, vor Härte, Unem pfindlichkeit und Feigheit streng bewahren. Der Retter eines 6. So laß mich denn des Lebens Gut, als dein Geschenk verehren, und mit der Liebe frohem Muth, auch Andrer Elend wehren! Wenn dann der Tod sie scheiden heißt, so quält kein Vorwurf meinen Geist, und ich kann, ohne Grauen, auf ihre Gräber schauen. Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 342. Theuer, wie mein eignes Leben, wie mein Ruf und Eigenthum, sei mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Ruhm, Alles was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Streb't schon in der Zeit der Jugend nach Berdiensten, werb't, gewinn't, durch Ges schäftigkeit und Tugend, die die besten Schätze sind; werdet angeseh'n und reich; o, wie gerne gönn' ich's euch! 3. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eigennute rein, euer's Segens, eurer Freude, euer's Glücks und Ruhms mich freu'n; 336 Einzelne Pflichten. froh, daß unser Gott euch in der Freundschaft fest und liebt, euch so mild und reichlich gibt. treu; Jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an! 4. Allen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden wehren, Allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath; willig, jedes Un rechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. 25. Lasset uns einander lieben, gern einander glücklich seh'n, feinen fränken und be trüben, keinen drücken, keinen schmäh'n; christlich, wie uns Gott gebeut, meiden auch den kleinsten Streit! 6. Lass't une halten Treu' und Glauben, flieh'n, was Andern schädlich ist; Arme, Schwache nicht berauben, durch Betrug, Gewalt und List. Sieht und straft der Höchste nicht falsches Maß und falsch Gewicht? 7. Ja, es sei, was wir versprechen, auch zu halten uns nicht leid. Unser Wort lass't uns nicht brechen, nie entweih'n durch falschen Eid; von Betrug und Ränken rein, lieber arm, als treulos sein! 8. Hassen lass't uns alle Lügen, alle Schmähsucht; Jeder sei offenherzig und verschwiegen, 9. Lass't uns Gutes gern belohnen, wie es unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unsrer schont. Ach, er schont mit welcher Huld, welcher Langmuth und Ges duid! 10. Also lass't, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, und als seine Kinder, lieben, ohne Zwang und Heuchelei! O, wie selig werden wir dann nicht werden, dort und hier! Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst 2c. 343. Wenn du des Nächsten Ehr' und Achtung suchst zu schmälern und von nichts lieber sprichst,' als von des Bruders Fehlern, aus Ehre sucht oder Neid, verkleinerst seinen Ruhm, deckst seine Schwachheit auf; wo bleibt dein Christenthum? 2. Wenn du, aus Argwahn blos, von ihm nur Böses denkest, und, durch ein falsch Gerücht ihm schadest und ihn kränkest; wenn deine Eifers Pflichten gegen den nächsten. 337 sucht, wenn ihn dein Spott| Welt, auch dir dein Urtheil entehrt; sprich selbst, bist du spricht. dann noch des Christennamens werth? 3. Wenn du den Lästrer hörst, und unter Spöttern sitest, und, blos aus Men schenfurcht, nicht Andrer Unschuld schützest; wenn aus Gefälligkeit du selbst Verläumber bist, und nichts zum Besten kehrst; bist du dann noch ein Christ? 7. Und dennoch wolltest du des Nächsten Ehr' verlezen, und, wenn du sie verlebt, nicht schleunig zu ersetzen? Nein, künftig sei sie dir so werth als eigner Ruhm. Beschüß' und rette sie stets als ein Heiligthum. 4. O Mensch, bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte. Und er, der Alles sieht, er sollte dich nicht seh'n, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmäh'n? 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unsrer Zungen! Drum hüte dich, o Christ, vor allen Lästerungen. Wer in dem Nächsten gern den Menschen liebt und ehrt, den ehrt auch Gott, der bleibt des höchsten Beifalls werth. 3. L. Paulmann, 1728-1810. 5. Wenn du der Frommen lachst, wenn du die Tugend schändest; dem Würdigern das Lob, das er verdient, entwendest; Verläumber, sieht's nicht Gott, wie zügellos dann du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gefränkten Frommen, die du entehret hast, mit Seufzern vor ihn tommen. Es kommt gewiß ein Tag, wo Gott einst vor Gericht, im Angesicht der Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. 344. Gott, dem Eigennutze will ich mich nicht ergeben. Nie wird sein Begehren still, er vergällt mein Leben. Es entflieh'n mir durch ihn tausend edle Freuden, wandeln sich in Leiden. 2. Durch sein niedriges Gewühl wird das Herz verödet, jedes edlere Gefühl in der Brust ertödtet. Sein Geheiß gibt mich preis jeder Sünd' und Schande, lös't der Menschheit Bande. 22 Einzelne Pflichten. 338 3. Geldgier, die mir Tag und Nacht keinen Frieden fchentet, quälet mich, wenn seine Macht all' mein Wollen lenket; denn er hat, nimmer fatt, jeden neuen Morgen immer neue Sorgen. 4. Dein Bild, Vater, wird in mir frech durch ihn zerstöret. Der erkennt nicht, daß er dir, Heil'ger, angehöret, der nicht dich, auch nicht sich, noch die Brüder ehret, nicht der Habsucht wehret. 5. Als des Eigennupes Knecht, scheut er feine Sünden, und kein Weg ist ihm zu schlecht, was er sucht, finden. Ach, er lügt und be trügt, friecht vor seinem Feinde, und mißhandelt Freunde. zu 6. Er, der fremden Elends lacht, hat, durch seine Tücke, manch Verbrechen schon vollbracht, und, mit scheelem Blicke, freut er sich inniglich, wenn sein Nächster leidet, dessen Glück er neidet. 7. Nichts erweicht sein bartes Herz; mit der Noth des Armen, mit des tranken Dulders Schmerz fühlt er kein Erbarmen. Ja, er schmäht den, der flebt, nur um sein Begehren schleunig abzuwehren. 8. Gott, laß solche Leidenschaft mich doch nie berücken; gib mir Wachsamkeit und Kraft, daß ich ihren Stricken mich entzieh', damit nie Eigens nuß mich schände, dir mein Herz entwende! 9. Jesus sei ein Vorbild mir, er, der selbst sein Leben, für der Brüder Wohlfahrt, hier willig hingegeben. Ich bin sein, er sei mein; nicht Gewinn, noch Leiden, soll von ihm mich scheiden. Ph. Dab. Müller, 1778-1848. 020 Mel. 63. Herr Jesu Christ, bi mein's Lebens Licht 2c.s 345. Fern sei mein Leben jederzeit von aller Ungerechtigkeit! Wie könnte sonst dein Freund ich sein, und deines Beifalls, Gott, mich freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte tränkt, auf Andrer Schaden boshaft denkt, verletzet des Gewissens Pflicht und ehret dich, Gerechter, nicht. 3. Du schreibst in jedes Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: Was du nicht willst, daß dir's geschicht, das thue du auch Andern nicht. 4. Verletz' ich nun, o heil'ger Pflichten gegen den nächsten. Gott, durch Unrechthandeln, dies Gebot: Allwissender, bin ich es nicht, der dann sich selbst sein Urtheil spricht? 5. Ich soll dies sagt, Herr, dein Gebot, das jedem Sünder Strafe droht, nie ungerechten Gut's mich freu'n, ja selbst nicht darnach lüstern sein. 6. Dein Segen kann mit dem nicht sein, der, durch Betrug und Dieberei'n, an ihrer Habe, ihrem Gut, den Brüdern boshaft Schaden thut. 7. Wohlan, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht väterlich! Beging' ich's je, jo sei mir's leid, und zum Ersatz mein Herz bereit! 8. L Wer Andern Schaden je gethan, und, wenn er ihn erstatten kann, sich dessen weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht'. 9. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruh'n, wenn er das Unrecht, das er that, nach Kräften nicht ersetzet hat. 339 11. Drum laß mich fern sein jederzeit von aller Ungerechtigkeit! Du bist gerecht, dies sei auch ich! In diesem Sinne stärke mich! Heinr. Ehrh. Heeren, 1728-1811. 10. Gib, Herr, daß ich dies wohl bedent', und nie durch Unrecht Andre kränk'! Nicht Habgier, ja, selbst Armuth nicht, verleite mich von meiner Pflicht! Sorge für des Nächsten Weisheit( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe. Mel. 442. Alle Menschen müssen sterben 2c. 346. Laß, o Jesu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du, mich von Wahn und Sünden zu befrei'n, erschienen bist; daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich noch warnest, mich bewahrst. 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, und durch seine Kraft erneut, ich den Höchsten möge lieben, freudig thun, was er gebeut; daß ich willig unterlasse, das, was ihm mißfällt, und hasse, als ein dir getreuer Christ, was vor Gott ein Gräuel ist. 3. Ach, wie könnt' ich dies empfinden, und doch fühllos Menschen seh'n, in der Stla22* 340 Einzelne Pflichten. verei der Sünden, Wege des| im schwersten Leiden, ihm Verderbens geh'n, und nicht noch Freund und Vater bist, rufen, daß sie's hören: Eil't, ihr Brüder, umzukehren, wenn ihr selig werden woll't, wie ihr's werden könn't und soll't! daß auch er der Lust der Erde sich entreiße, heilig werde; ganz sich deinem Dienst zu weih'n, selig, so wie ich, zu sein. 4. Auch für meiner Brüder Seelen, nicht für mein Heil nur allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, soll ich gern ihr Führer sein. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich könnte, sie zu dir: forderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finsternissen selbst errettet, sell auch ich unterweisen deß Gewissen, der von deinem Wege wich; sell ihm zeigen, was ihn blende, und, daß er zu dir sich wende, vor dem Fall ihn warnen, ihn bitten, weil er fann, zu flieh'n. 6. Hilf du selbst mir ihn erweichen und, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Bei spiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie nur der, der deine Wege hier, voll Muth und Eifer, geht, bis an's Ende wohl besteht. 7. Laß ihn seh'n an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie du, selbst Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 347. Gott, meines Nächsten bestes Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil mit Lieb und Sorgfalt trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und hast sie selbst zur Seligkeit, durch deinen Sohn, berufen. 2. Den Nächsten zur Ver schlimmerung, zur Thorheit, Eitelkeiten, zum Frrthum, zur Verfündigung, durch List und Zwang verleiten; durch That und böses Beispiel ihn in Laster und Verderben zieh'n; o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben und im Leben, durch Rath und durch Erinnerung, durch gutes Beispiel, streben; ihm Achtung für Religion und Liebe gegen deinen Sohn fest suchen ein zuprägen! 4. Je mehr du mir Ge Pflichten gegen den nächsten. legenheit und Fähigkeit verliehen, je mehr laß mich, mit Redlichkeit, die Seelen, die dich fliehen, zu retten noch beflissen sein, und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheu'n, dir, Gott, sie zuzuführen. 5. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen: laß mich dein heiliges Gebot sie lebren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dies mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich nicht zeitlich Gut und Glück den Meinigen erwerben: das reichste Gut laß ich zurück, wenn sie nur Tugend erben. Hilf, Gott, daß ich ihr Vorbild sei, von Sünden und von Lastern frei, fie fromm für dich erziehe. 7. O, wohl mir, wenn ich Andere nie geärgert und verblendet, durch Leichtsinn oder Bosheit fie von dir, Gott, abgewendet! Ward irgendwo, durch meine Schuld, ein Mensch verlustig deiner Huld, so gib, daß ich ihn beff're. 341 empfinden. Führ' ihn zurück zur Heiligung; laß mich, durch eigne Besserung, ihn stärken und erbauen. 8. Laß jeden, den sein Un recht reut, vor dir Vergebung finden, der Tugend, die das Herz erfreut, erhab'ne Lust E. G. Rüfter, 1732-1799. Mel. 125. Vater unser, im Himmelreich 2c. 348. Bon dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, der ist auch keiner Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemüh'n, auch sie zum Guten hinzuziehen; und leuchtet ihnen stets mein Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie viel wird, durch des Beispiels Macht, in deine Menschenwelt gebracht! Es wirkt im Stillen um sich her, und Andre fühlen immer mehr, wie leicht, von seinem Reiz belebt, ihr Herz ihm nachzuahmen strebt. 4. D, wehe dem, der sorglos bleibt, und kühn des Lasters Werke treibt, den nie der Blick der Unschuld rührt, und nie zur Lebensweisheit F 342 Einzelne Pflichten. führt; der selbst die Echwachen| Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will nad ich fingen 2c. gern berückt, und liflig in sein Net verstrickt! 5. Wie irostlos wird er einst sich seh'n, wann die Verführten um ihn steh'n, und wenn alsdann auch ihre Qual noch mehret seiner Leiden Zahl, wie ist sein frecher Geist verzagt, weil sie ihn, Herr, vor dir verklagt! 6. Ich flehe, Gott, empor zu dir: ach, fern' sei dieses Loos von mir! Mein Beispiel leite jederzeit auch Andre hin zur Frömmigkeit. Die schönste Lehre fruchtet nicht, wenn ihr mein Leben widerspricht. 7. Verleibe selbst mir Trieb und Kraft, zu thun, was Heil und Segen schafft, und jede meiner Reden sei von allem Reiz zur Sünde frei! In meinem Kreise herrsche nur der Sinn für Unschuld und Natur! 8. Wer hier, durch Beispiel, Rath und That, den Christengeist verbreitet bat, der sieht sich einst mit Ruhm gekiönt, wann seiner Brüder Dank ertönt, und er, von Seligen umringt, das hohe Lied des Himmels fingt. Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. 349. Wer ärgert der Ge ringsten Einen, nicht, was er spricht und thut, bewacht, und böses Beispiel gibt den Klei nen, mit schonungslosem Unbedacht: es sei auch, was er sei, er ist kein edler Mensch, kein wahrer Christ. 2. Die Liebe sorgt, daß sie nicht schade; fie treibt nicht Muthwill', stellet nicht fich ungeberdig; auf dem Pfade der Tugend, auf der Bahn der Pflicht, geht sie auch Andern leuchtend vor, und ziehet sie zu sich empor. 3. Ein frecher Blick kann Böses stiften, den Kinder, uns belauschend, seh'n; ein schlüpfrig Wort ihr Herz vergiften, noch ehe sie es ganz versteh'n. Bald ist die schnöde Lust erweckt, das Kind vom Laster angesteckt. 4. Die Unart der Gewohnheitésünde, die böse Luft bei uns gebar, lebt bald als Abdruck auch im Kinde, das erst noch rein und schuldlos war; denn mehr als der Ermahnung Wort, reißt Beispiel junge Herzen fort. 5. Die Wahrheit selbst kann sie gefährden, des losen Irr Pflichten gegen den nächsten. 343 thums Quelle sein; das Beste glaubensvoll, und gerecht vor kann verfänglich werden, den Reinen nur ist Alles rein. Dem jugendlichen Unverstand beut, täuschend, Phantasie die Hand. dir zu leben, auszurichten, was ich soll. Dies zu thun, gib Licht und Stärke, daß, im Fleiße guter Werke, ich, von allen Fehlern frei, jeder Tugend Vorbild sei. 3. Allen will ich nützlich werden; ungehorsam keiner Pflicht; nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht! Seelen, lange nach dem Sterben durch sein Beispiel zu verderben, daß fie dich, o Heil'ger, flieb'n: welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! 6. Der Kinder Trieb, uns nachzustreben, sei denn ein rühmlich Ziel gesteckt, und ihre Schule sei das Leben der Eltern, daß sie unbefleckt und schuldlos sich des Daseins freu'n, und künft'ger Wohlfahrt Samen streu'n. 7. Dann winkt das redliche Bemühen, zu wachen für der Unschuld Glück, um sie zum Himmel zu erziehen, veredelnd auch auf uns zurück; es wird der Sünde Hinterniß, und macht uns unsrer selbst gewiß. G. Fr. Wilh. Schulp, 1774-1842. Mel. 442. Alle Menschen müssen sterben 2c. 350. Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein, und mit deines Himmels Erben deiner Wonne mich zu freu'n, wann des Abschieds Thränen fließen, meine Augen sanft sich schließen; diese Gnade wünsch' ich mir, die erbitt' ich mir von dir. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei von Sünde, 4. Aber, welch ein hoher Gegen, o wie sehnlich wünsch' ich den! ist es, auf der Tugend Wegen seinem Tod' ents gegen geh'n! Auch nach ihm noch Brüdern dienen, ein Beweis, ein Denkmal ihnen, wie es ewig uns erfreu', Gott zu folgen, gern und treu. 5. Dies begehr' ich, will auf Erden reichlich guten Samen streu'n; solch ein Dent mal einst zu werden, deß sich die Gerechten freu'n. Dir auch Sünder zuzuführen, soll sie, Herr, mein Beispiel rühren, daß sie, einst bei dir zu sein, standhaft sich der Tugend weih'n. 6. Daß auch das, was ich 344 Einzelne Pflichten. verlasse, Erben nicht zu Zwist| Glaubens Licht in Worten und Streit reizen möge, nicht und in Werken, daß Andre zum Hasse, noch zur Unge- fich zu frommer Pflicht, auch rechtigkeit, will ich, weil ich durch mein Beispiel, stärken, lebe, sorgen; denn mein Tod und Tugend, die an mir sich ist mir verborgen. Hab' ich so zeigt, der Brüder Herz zur mein Haus bestellt, scheid' ich Tugend neigt. freudig von der Welt. 7. In den letzten Augenblicken nicht mehr sorgen dürfen; dann sagen können, voll Entzücken: Vater, Vater, nimm mich an, der ich dir nun meine Seele, und die Meinigen be fehle! Hab' ich dieses Ziel erreicht, wie wird dann mein Sterben leicht! 4. Web' mir, wenn auf des Lasters Bahn mein Beispiel Andre führte, fie das, was ich gesagt, gethan, zur Sünde reizen würde! Weh' mir, wenn je, durch mich verführt, ein Mensch den Pfad des Heils verliert! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 351. Daß ich das Böse nie, bethört durch böses Beispiel, wähle; nicht, wo man Böses sieht und hört, nachahmend mich verfehle; o Gott, der alles Gute schafft, gib dazu Weisheit mir und Kraft. 2. Gib Kraft und Weisheit, daß ich nur auf gutes Beispiel achte, mich freue jedes Ebeln Spur, und gleich zu werden trachte den Frommen, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, in deinem Licht. 3. Es leucht auch meines 5. Bewahre mich, o Herr, mein Gott, daß nie mein Thun und Leben, durch Leichtsinn, frechen Scherz und Spott, mög' Andern Anstoß geben. Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That stets nüßlich sein! F. L. Krauß, 1757-1851. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. 352. Gott will, ich soll nicht mir allein, ich soll auch Andern leben, mein ganzes Herz der Tugend weih'n, ein gutes Beispiel geben. Durch die Er füllung dieser Pflicht, durch Sitten, Lehren, Unterricht, soll ich den Brüdern nüßen, an jedem Ort, zu jeder Zeit, in Pflichten gegen den nächsten. bem, was sie erbaut, erfreut, und sie vor Uebel schützen. 2. Kein Stand, so niedrig er auch sei, fein Glück, das mich erhebet, macht je von dieser Pflicht mich frei; von Tugend: fleiß belebet, fehlt mir's nie an Gelegenheit, bald Demuth, bald Barmherzigkeit, bald Sanftmuth auszuüben; mich meiner Brüder Wohl zu weih'n, stets redlich gegen sie zu sein, sie treu, wie mich, zu lieben. 345 leih'n, die Unschuld zu beschützen. 5. Als Gatte, Vater, Herr und Freund, soll ich stets christs lich handeln, so reden, wie mein Herz es meint, und stets mit Vorsicht wandeln; soll nie mich meiner Pflicht entzieh'n, soll ernstlich jede Sünde flieh'n und ihrem Hang entsagen, daß die auch, die, Gott, deine Hand mit mir, zu ihrem Glück, verband, nie eine Sünde wagen. 6. Die wahren Freunde liebt mein Herz, ich kann sie nicht entbehren, sie lindern meines Kummers Schmerz, fie stillen meine Zähren; doch bin ich nicht so tugendhaft, so fromm und so gewissenhaft, als meine Freunde glauben: würd' ich so untreu meiner Pflicht, durch ein verwerflich Beispiel, nicht mir ihre Achtung rauben? 3. Im Glück soll ich mich mäßig freu'n, im Unglück nicht verzagen; vor allem Ulebermuth mich scheu'n, und still das Leiden tragen; o welch ein seliger Gewinn, wenn ich nicht stolz, nicht muthlos bin; damit auch Andre lernen, durch Demuth und Bescheidenheit, von Stolz und feiger Schüch: ternheit sich weise zu entfernen! 4. In einem jeden Wirfungstreis, den Gott für mich beschieden, als Kind, als Jüngling, Mann und Greis, darf nie mein Herz ermüden, durch Unterwerfung, Lernbegier, durch Ernst und Klugheit nicht blos mir, nein, Andern auch zu nüßen; den Eltern dankbar stets zu sein, der Jugend meinen Rath zu 7. Oft darf mein Herz auf immer sich deß, was ich that, erfreuen; oft schäm' ich meiner Handlung mich, und kann sie nur bereuen. Wohl mir, wenn ich das Böse flieh', und ernstlich sorge, daß ich nie der Pflicht zuwider handle, daß Reiner, den mein Vorbild rührt, durch dieses Vorbild's 346 Einzelne Reiz verführt, auf bösen Wegen wandle. in tisu odr 8. Gott, gib mir Beistand, gib mir Kraft, mich eifrig zu bestreben, für Andrer Wohl gewissenhaft und christlich fromm zu leben. Laß mich nicht nur, sie zu erfreu'n, fein Opfer, teine Mühe scheu'n, ihr wahres Glück zu gründen; laß du sie, Vater, auch schon hier bei jeder Christen- 4. Wohlan, laßt uns nicht pflicht, in mir das beste Beiträge rub'n, o, laßt uns spiel finden. Oste wirken, handeln, und Edles stiften, fördern, thun für die, die nach uns wandeln! Was längst für unser Wohl geschah, eh' unser Aug' die Welt noch sah, das laßt uns oft erwägen. sto snied brud 5. Durch unsrer Väter Kraft und Muth, ist Heil uns zugeflossen, und Manches Edeln Schweiß und Blut ward auch für uns vergossen. Was Jesus, der am Kreuze starb, vorlängst zu unserm Heil erwarb, deß freu'n wir uns noch heute. Unbet. Verfaffer. Snadnit Sorge für das Wohl der side our Nachwelt. Gimite Pflichten. die Sonne wärmt, und was ihm reift, das muß sich endlich zeigen. i 03 3. Co seh'n wir nach des Lebens Müh', o Gott, in deinem Lichte, was in der Welt durch uns gedieh, des Fleißes edle Früchte. Dem Säen folgt der Erntetag mit seiner Garben Fülle nach. O, möchten wir einst ernten! Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir 2c. 353. Wer weiß, wann wir im Grabe tub'n? Dir, Gott, sind wir ergeben; uns folget, was wir Gutes thun, dereinst in's beffre Leben. Wir wer den ewig selig sein und uns nech dort des Guten freu'n, das hier durch uns entstanden. 2. Der Sämann sä't, und, was er streu't, verhüllt der Schooß der Erde; er sieht nicht gleich, wie viel gedeih't und was er ernten werde. Ter Same teimt, die Wolke träuft, 6. Für Söhn' und Entel Bäume zieh'n, damit sie Labung finden; mit menschenfreundlichem Bemüh'n das Wohl der Nachwelt gründen, und für das kommende Geschlecht bewahren Wohlfahrt, Pflichten gegen den nächsten. 347 Licht und Recht, o, das gibt| aller Zonen; daß auf der ew'ge Wonne. d xrds Erde weit und breit, zur Tugend der Geselligkeit, der Mensch erzogen werde. Geist erheben, und läsfest, was da 4. Lehr' uns des flücht'gen wir Gutes thun, une, Vater, überleben; dann wirken wir bienie den fort, und freu'n uns hier, und steigen dort, von dir gesegnet, höher. Lebens Zeit, o Vater, weise nüßen, und uns durch Arbeit, Thätigkeit, vor ihrem Mißbrauch schützen!- Laß nie ermüden uns im Fleiß, und jedes Guten Kron' und Preis uns zu erringen streben! 5. Laß für der Menschheit Wohl uns glüh'n, es fördern, uns erfreuen, und unerschrecken, muthvoll, küh'n, nicht Müh' und Undank scheuen! Weß Volks und Glaubens er auch sei, von Vorurtheil und Selbstsucht frei, sei jeder Mensch uns Bruder! 6. Uns Alle wärmt dein Connenschein, uns Allen strömt dein Regen. So laß uns dir denn ähnlich sein in einer Liebe Segen! Wie du die Güt' und Liebe bist, so sei es Jeder, der als Christ, Herr, deinen Sohn bekennet. Joh. Friedr. Schink, 1755-1835. 7. Mag einst der Leib im Grabe ruh'n, du willst den G. W. Ch. Starte, 1762-1830. oldal ibint 8p Mel. 27. Allmächtiger, wir fingen dir 2c. iar 354. Allwirkender, stets reger Geist im Himmel und auf Erden, du bist es, der entstehen heißt, was ist, und noch wird werden! Durch dich, durch deine Vaterband sind um uns Lust und Meer und Land, des Segens reiche Quellen. 2. Von dir kommt Einsicht und Verstand, du machst die Staaten blühen; du weckst die Weisen in dem Land, und segnest ihr Bemühen! Du gibst dem Geiste Thätigkeit, du bist's, der ihm die Kraft verleiht, der Wahrheit Reich zu fördern. 3. Der Künste fanftes Band knüpfst du um ferne Nationen; durch sie strömt uns, erfreuend, zu der Segen Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. F 355. Wo eil't ihr hin, ihr Lebensstunten? Zeit, edle Zeit! wo flieh'st du hin? Einzelne Pflichten. 348 Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seitdem ich auf der Erde bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon in's Meer der Ewigkeit. 2. Ermunt're dich aus deis nem Schlummer; auf, Seele, auf, ermunt're dich! Dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich. Der unges nüßte Augenblick bringt Strafe dir, kommt nie zurück. 3. Die ganze Schöpfung ist geschäftig; der Stern durch wallet seine Bahn; das kleinste Würmchen wirkt so träftig, als es nach seinen Kräften kann. Eh' noch die Sonne für uns glüht, tönt schon der Lerche frohes Lied. 4. Und du, o Mensch, der Schöpfung Zierde, am Geiste hoch, am Körper schön, zeigst oft so wenige Begierde, den weisen Schöpfer zu erhös'n. Ja, du nennst Trägheit süße Ruh', und bringst dein Leben träumend zu. 5. Der Thor durchlebet seine Jahre, ch' er des Lebens Werth versteht; er naht sich früher noch der Babre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist ein Menschenleben werth, das ungenützt vorüber fährt? 6. Mensch, sei ein Mensch! Fang' an zu leben, und nützlich für die Welt zu sein! Fang' an dem Guten nachzustreben; bring' das Versäumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 7. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müssig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Dies ist der wichtigste Verlust, wenn du die Zeit bedauern mußt. 8. Gib dir von einem jeden Tage, den Gott dir schentet, Rechenschaft, durchdenk' ihn, leg' ihn auf die Wage; vollbrachtest du ihn tugendhaft? hast du nach Möglichkeit ge than, was Gott von dir einst fordern kann? 9. Herr meiner Tage, schent' auch fünftig mir stets zu solchem Leben Kraft; so leb' ich als ein Mensch vernünftig und als ein Christ gewissenhaft; so dank' ich dir in Ewigfeit noch für die mir geschenkte Beit! Ehrenfr. Liebich, 1713-1790 Pflichten gegen den nächsten. 349 Besondere Pflichten in gewissen der Ehe Freuden. Du, der Ständen und Verhältnissen. du Mann und Weib erschufst, und sie im Glück, so wie im Leiden, zur Uebung großer Pflichten rufft, laß sie[ uns], o Vater, dir sich[ uns] weih'n, und reich in deiner Liebe ſein. Ehegatten. ei Trauunge n.) Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 356. Du, Gott, schufft selbst die Triebe der reinen, keuschen Liebe, thust mehr, als wir versteh'n. Die sich heut' [ wir une] Treue schwören, woll'st du, o Gott, erhören und segnend auf sie[ uns] niederseh'n! 2. Wirst du, o Gott, fie [ uns] leiten, so werden sie [ wir] nie gleiten; sie[ wir] wollen dir vertrau'n, im Wohlsein nie vermessen, des Gebers Huld vergessen, in Noth auf deine Hülfe bau'n. 3. Getrost! des Höchsten Gnade bahnt euch[ uns] die neuen Pfade; getrost! mit euch [ uns] ist Gott! Schlagt ein die treuen[ Wir geben uns die] Hände, und du, Allgüt'ger, sende herab den Segen, sei ihr[ unser] Gott! Zweibr. Gesangb. 1804. 2. Erhalte fie[ uns] auf deinen Wegen; nimm ihres [ unseres] ganzen Thuns dich an, und laß sie[ uns] jedes Glückes Segen mit Dank von deiner Huld empfah'n, wann mit vereinigtem Gebet das Herz zu dir um Hülfe OME fleht. 3. Der reinen Tugend edelm Triebe sei heilig stets ihr[ unser] Geist und Leib! Gib, daß mit immer gleicher Liebe sich beider[ unser] Herz ergeben bleib', daß Jedes sich, voll Zärtlichkeit, stets gern dem Dienst des Andern weiht. 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage, so mild're sie der andre ihm; das Glück, deß sich der eine freut, schaff' auch dem andern Freudigkeit. 5. Laß sie[ uns] auch da sich[ uns], wo sie[ wir] fehlen, 357. Von dir, Gott, sind sanftmüthig nachseh'n und Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 350 Einzelne Pflichten.n verzeih'n und stets, mit dir| Liebe lauter sein; laß Untreu' geweihten Seelen, im Guten nie den Bund entweih'n, den sich[ uns] zu wachsen freu'n. fie[ wir] dir heute schwören! Wie wächst dann jeden Augen- Immer laß fie[ uns] dir erblick mit ihrer[ unfrer] Tu- geben, friedlich leben, einig gend auch ihr[ unser] Glück! handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! d 6. Und gönn'st du[ uns, o Gott] ihnen, Gott, die Freude, aus ihrer[ unsrer] Ehe Frucht zu seh'n: wie fröhlich werden sie[ wollen wir] dann beide, Allgütiger, dein Lob erhöh'n und eifervoll sich[ uns] auch bemüh'n, dem Himmel Bürger zu erzieh'n. 3. O, segne ste,[ uns] der gern beglückt, und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren[ unsern] Wegen! Laß fie[ uns] in Kindern sich[ uns] erfreu'n; gib zur Erziehung dein Gedeih'n zu ihrer[ uns rer] Sorgfalt Segen! Laß fie[ uns]. Höchster, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben, und dann deinen a Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 74. Wie leuchtet uns der| Himmel erben! Morgenstern 2c. 358. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward selbst der Ehebund geweiht; o weih' auch fie[ uns] zum Segen, die hier [ wir] vor deinem Angesicht bereit steh'n dir den Schwur der Pflicht und Eintracht ab zulegen. Laß sie,[ uns] Bater, dir ergeben, einig leben, treu sich[ uns] lieben, fromm der Christen Pflichten üben! 2. Du, Vater, knüpftest selbst das Band; laß sie, [ uns], durch Eintracht, Hand in Hand der Ehe Glück vermehren! Laß ihre[ unsre] Joh. Joch. Eschenburg, 1743-1820. As7 Isdupa us Eltern, Vormünder und Erzieher. Mel. 63. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht 2c. 359. Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht! Berderbet eure Kinder nicht, gewöhnt sie in der frühsten Zeit zu nüßlicher Geschäftigkeit. 2. Lehr't sie, wann ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Güt' und Macht; lehrt sie auf seine Werte feh'n, Pflichten gegen und, was sie lernen, auch versteh'n. 3. Sorg't, daß sie, recht zu thun, sich freu'n, und sich vor Gott stets kindlich scheu'n. Zur Weisheit führt die Furcht des Herrn, und hält das Böse von uns fern. 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstick't durch Unterricht und Zucht der ersten Sünde Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh' werden, liebreich, fanft und mild. off 6. Bedenk't, daß Kinder leicht versteh'n, wenn sie auf euern Wandel seh'n, was gut, was bös' ist, leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführ't. 49 7. Rühm't, denn ihr - Herz ist schwach und weich 360. Zur Bildung hat uns rühm't doch vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht, aus eurer frühen Jugend nicht! deine Hand, Gott, Kinder übergeben, bestimmt, der Welt, dem Vaterland' zu nüßen, fromm zu leben. O, möchten sie doch wohl gedeih'n, ganz der Bestimmung würdig sein, zu der du sie erschufest! - den nächsten. 351 9. Erweck't zum Guten ihr Gefühl in zarter Kindheit; euer Ziel sei nicht blos Anstand vor der Welt, sei Liebe deß, was Gott gefällt. ld 10. Gewöhn't sie an der Tugend Müh' und Ernst, an Fleiß, und lebret sie, daß Arbeit teine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei. 8. Muthwillen nenn't nie Witz; nie preis't des Kindes schadenfrohen Geist als Munterkeit; ein trüglich's Herz und Lügen, nie als Spiel und Scherz. 11. So nehm't euch ihrer herzlich an! Gott richtet einst, und fordert dann, wenn ihr nicht eure Pflichten thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 12. Für Gott such't fie hier zu erzieh'n, denn sie sind euch von ihm gelieh'n. Dort freu't euch auf ihr Wiederseh'n, wann sie am Thron' des Höchsten steh'n. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 2. Doch, was, o Herr, dein Sohn gelehrt, laß ihnen treu verkünden, und sie des 352 Einzelne Pflichten. Christenthumes Werth Werth im wie wir, o Vater, dein; laß Herzen tief empfinden; gib, daß sie stets vor aller Welt die Wahrheit, wie es dir gefällt, durch Wort und That bekennen. uns auch dort vereinigt sein, und ew'ges Heil genießen! Frieb. Wilh. Lober, 1757-1823. 3. Gib Kraft uns, auf der Tugend Bahn sie treulich hin zu leiten; sie reize Wort und Beispiel an, des Lasters Weg zu meiden; hilf, daß nicht Thaten, frecher Scherz, der Kinder unverdorb'nes Herz durch unsre Schuld entweihen. 4. O, laß sie gut und weise sein, und ernstlich sich bestreben, dem Tugendfleiße nur allein und ihrer Pflicht zu leben! Nie schleiche sich in ihre Brust das Gift der niedern Sinnenluft, durch schmeichelnde Verführer. 5. Gott, lebre fie, dich findlich scheu'n, die Obern folgsam ehren, die Brüder lieben, hülfreich sein, gewissens haft sich nähren, getrost im Leid, gesetzt im Glück; das Christenthum, in jedem Stück, durch ihren Wandel zieren. 6. Erhöre, Vater, unser Fleh'n, laß nichts von dir sie scheiden, und standhaft deine Wege geh'n, in Freude, wie im Leiden! Sie sind Mel. 442. Alle Menschen müssen sterben 2c. 361. Welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf, Menschen weise zu ers ziehen, die sich Gott zum Bilde schuf! Jhm zum Ruhm, der Welt zum Segen, treu der Kinder Wohl zu pflegen, Eltern, welche heil'ge Pflicht, und wie herrlich lohnt sie nicht! 2. Wächst der Mensch von früher Jugend ohne Zucht und Bildung auf; fehlt Erkenntniß ihm und Tugend, o wie traurig ist sein Lauf! Unbes fannt mit seiner Würde, ist er sich und Andern Bürde, kann nicht edlen Samen streu'n, kann nicht deiner, Gott, sich freu'n. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder liebreich anver traut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß, und von ihr spricht nichts uns los. Pflichten gegen den nächsten. 4. Menschenschöpfer und Heil sei des Menschenfreundes Ernährer, laß, zu fördern Theil! Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter 6. Dort, vor deinem Angefichte, werden die Erzieher steb'n, selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dir können sagen: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen! und dann Kinder fleh'n für fie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 353 Sorgfalt wachen, unsre Ju- Kinder und Verwais'te. gend fromm zu machen; sie ( Mündel.) durch Wort und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Laster Mel. 110. Jejus, meine Zuflieh'n. versicht 2c. 5. Früh schon werde ihrem Herzen jede Tugend zum Gewinn; daß sie nicht ihr Wohl verscherzen, laß fie Trägheit, Eigenfinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe fie, auf eb'ner Bahn, zu der Menschheit Ziel hinan. 362. Gott, dir ſei mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben. Denn aus freier Mildigkeit, hast du selbst es mir gegeben; es durch Eltern mir verlieh'n, die zum Guten mich erzieh'n. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei, und nicht blos scheine; daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir weine, für ihr mich ihrer Freuden freu'. Glück dir dankbar sei, und mich mit zarter Sorgfalt ac3. Loß auf ihre Winke doch ten, ja, ſelbst ihren Wünschen noch stets 7. Gib, daß Jeder, der mit Treue sich dem Wohl der Jugend weih't, des Gelingens sich erfreue; segne seine Thätigkeit! laß fie, Vater, woblgerathen, seiner Liebe reiche Saaten, zeitlich Glück und ewig E. G. Küster, 1732-1799. zuvorzukommen trachten; gern, was sie vergnügt, vollzieh'n, stets, was sie betrübet, flieh'n. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kinder, war von 23 354 seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sei mir's, ihm auch hier nachzuahmen! D, wie billig, wie gefällig ist's, Gott, dir! Mache du mich dazu willig. Wohl mir dann! Es wird auch mein dein verheiß'ner Segen sein. 3. A. Schlegel, 1721-1793. Einzelne Pflichten. - - Mel. 236. Was Gott thut, das wohlgethan 2c. 363. Schon frühe sind wir Geschwister und Blutzverwandte. 1700 pr' date 0937 119790 elternlos doch Gott blieb mit uns Armen; tief war das Leid, der Schmerz war groß, noch größer sein Erbarmen. Vom Vaterhaus führt er uns aus, doch gab er auf dem Wege uns Schuß und treue Pflege. Mel. 337. Herr, ich habe mißlang gehandelt 2c. 364. Wenn Geschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem frommen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: 0, dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick mit Wohlgefallen. 2. Ein frommes Mitgefühl verband der bittern Trennung Wunden;- eh' wir noch den Verlust gekannt, war der Ersatz gefunden. An Leib und Geist genährt, gespeist, geh'n mit der Liebe Segen, der Zufunft wir entgegen. 2. Durch das Band des Blut's verbunden, sollten sie durch's Leben geh'n, und dent Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöh'n; sollten Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Der dunkeln Zukunft? Nein, vor dir, o Gott, ist Licht und Helle, du bist und bleibest für und für des reichsten Segens Quelle. Vertrauen wir und folgen dir, so wird dein heilig Walten uns schützen und erhalten. 4. Belohne du mit Heil und Glück die Pfleger unsrer Jugend; es rub' auf uns ihr Freudenblick, wenn Frömmigfeit und Tugend als Saat gedeiht, die sie gestreut, wenn unser Wohlgerathen bekrönt der Liebe Thaten. er sorg Strisc G. Fr. Wilh. Schulb, 1774-1842. 3. Mit entschloss'nem, fro hem Herzen üben ste, was Pflichten gegen den nächsten. 355 Gott gebot, theilen Freude, wohlthut, gibt; schon oft hat Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. uns auch unbemerkt Gebet zum Tugendfleiß gestärkt. 4. O, wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern bringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird auch fremdes Wohl nicht lieben. 2. Uns alle, die wir fleh'n, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, und preis't dich, ew'ger Mens schenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und er freut. Eltern seh'n sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen streben, sich mit Freunden zu umgeben. 6. Liebe, komme du vom Himmel! Komm' in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis in's Grab; laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden. Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. Mel. 181. Er starb, der größte 2c. 365. Sm Stillen wollen wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, und Frommen das, was sie begehren, was ihnen nüßt und 3. Wohl dem, der in dem Ehebunde in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Lust durchwebt; er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn' auf Pfad und Ziel der Wahrheit bin. 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Eltern Beispiel rührt, und auf den Weg zum Himmel führt! 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn nach seiner Pflicht- Erfüllung Jeder treu und unverdrossen strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Sitz des Segens weiht! 6. Wohl uns, wenn auch 23* 356 Einzelne Pflichten. bei unsern Freuden, sich freut| vor Gott mit ihnen dankend der Nachbar und der Freund! steh'n; da, wo kein Tod mehr wenn er, beim Anblick unsrer trennen kann, steh'n wir verLeiden, des Mitleids stille eint und beten an. Thräne weint, die Bruderhand uns willig reicht, und Hülf' und Beistand gern erzeigt. 7. Ja, denen, die dich finde lich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu; sie wandeln folgsam deinen Lehren, vertrau'n auf dich, und finden Ruh', und finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 8. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband. Oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt; du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 10. Mag doch des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiederseh'n in jener Welt, die Unsern kennen, 11. Und preisen ewig Got tes Güte, die unaussprechlich uns geliebt, und dem ihm heiligen Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack gibt; durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Vers klärten weiht. Joh. Joach. Eschenburg, 1743-1820. MHCH Dienstherrn und boten. Dienste Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' zc. 366. Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, Dienst und Gewinn von meinen Brüdern habe. Von mancher Arbeit, mancher Müh' befreit mich deine Huld durch fie. 2. Gib, daß ich ihnen jederzeit mit Freundlichkeit begegne: nie hart sei, ihre Thätigkeit, mit meinem Beispiel, segne, und, unter falschem Vorwand nie ihr den verdienten Lohn entzieh'. 3. Erfüllen sie mit Red Pflichten gegen den nächsten. 357 lichkeit, mit Aufwand ihrer sein, und alle meine Kräfte, Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, im häuslichen Geschäfte: so gib, daß ich dann, ihre Treu' mit Dank zu lohnen, mich erfreu'. 4. Hilf, daß ich Jedem seine Pflicht nach Möglichkeit versüße, daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, sie auch von mir genieße; daß ich ihm, fehlt er, gern verzeih', in Krankheit auch sein Pfleger sei. 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zum höhern Leben; für ihn und mich hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Richter, hat mein Knecht mit mir der einst ein gleiches Necht. 6. O, präg' auf's Tiefste dies mir ein! Nie müss' ich mich erkühnen, tyrannisch gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Auch wer mir dient, ist Mensch, wie ich. Ihn lieben soll ich, gleich wie mich. Sac. Fr. Feddersen, 1736-1788. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 367. Gott, deinen weisen Willen soll Jeder hier er füllen; laß ihn mir theuer von Herzen, dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weih'n. 2. Ich soll hier Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; so heischt es Vater, dein Gebot. 3. Laß ohne bitt're Klagen des Lebens Last mich tragen, und fromm auf dich stets seh'n; im Neden und im Schweigen mich immer so bezeigen, wie ich vor dir, Herr, kann besteh'n. 4. Vor frechem Stolz und Neide, vor List und Schadenfreude bewahre, Gott, mein träntet, in Unmuth sie vers Herz. Was meine Herrschaft jentet, dies sei zugleich mein eigner Schmerz. freuen, gern mein Vergeh'n 5. Nein, ich will sie erbereuen, und willig folgsam sein; ich will sie redlich lieben, treu meine Pflichten üben, und Müßiggang und Trägheit scheu'n. 6. Du, Gott, bist der Ge und Knechte, der Alle gern rechte, der Herr der Herrn erfreut; der Niedrigste auf Erden kann groß im Himmel 358 werden, hat, wie sein Herr, einst Seligkeit.de 7. Laß mich dies ftets ermessen, nie meine Pflicht vergessen, und jedes Unrecht scheu'n; so wirst du, Herr der Welten, es reichlich mir vergelten, mit ew'ger Wonne mich erfreu'n. Joh. Casp. Labater, 1741-1801. Einzelne Pflichten. Freunde. proba en Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' zc. 368. O, welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, Vertrau'n mir schenkt, mich herzlich liebt, mit mir sich freuet und betrübt. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! Mel. 151. 3. Gebanke, Neigung, Will' und That sind eins in uns, den heil'gen Pfad, den wir, von dir erleuchtet, seh'n, getreu und Hand in Hand zu geh'n. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüfte Sättigung, der wahren Liebe Hochgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, erleichtern gern uns jede Pflicht, und bitten dich, vereint, um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 6. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, mit sanftem Blick; und da, wo er zu irren scheint, warn* ich auch ihn, als treuer Freund. 7. Und wenn ich strauchle, ( denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch!) so reicht er seine Bruderhand auch mir, und führet mich zurück zu dir. S01ER 8. Wir öffnen uns die Herzen gern, daß Jeder stets von Täuschung fern, nur auf des Freundes Stimme hört, und nie ein Schmeichler uns 3118 bethört. 9. Nicht Argwohn, Mißtrau'n oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 10. Wir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vertraus lichkeit; und zartes Mitgefühl Pflichten gegen den nächsten. 359 versüßt uns alles, was uns| Hinterlist, vor Selbstsucht und schmerzlich ist. Ichjoopbac 11. Und trennst du, Gott, auch Freund und Freund; die Herzen bleiben doch vermeint, durch Liebe, durch Gebet, durch Rath, und wo wir können, durch die That. 12. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns Eine Heimath auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. 33U371 Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. dans dem Neide; haßt Argwohn, Wankelmuth und ist entfernt ven Schadenfreude. Der Tus gend nur reicht sie die Hand; denn jedes lasterbafte Band entebri der Freundschaft Würde. albunyit hi usor delt Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. nd 4. Ein solcher Freund war Jesus Christ, der selbst uns Sünder liebte, und nur, was groß und edel ist, uns hier zum Beispiel übte; aus bloßer Liebe für uns starb, und Gottes Freundschaft uns erwarb, uns ewig zu beglücken. 5. Gib du mir, Höchster, einen Freund, nur du fannst ihn mir geben, der stets es redlich mit mir meint, der mir in meinem Leben ein wahres Tugendvorbild sei und sich mir standhaft und getreu in Glück und Unglück zeige. - 369. Wie fegensvoll ist Freundschaft hier in diesem Pilgerleben! Sie kann im siGlück und Unglück mir des & Herzens Frieden geben. Sie fuist der Tugend starkes Band; wir nah'n getrost, an ihrer 6. Der meine UnvollkomHand, uns hin zu unserm Ziele. 2. Der Freundschaft Pflicht sund schönstes Ziel ist Tieu', menheit mit sanfter Echonung trage; mir Fehler ohne Bitters feit, nur mich zu bessern, sage: der mich vor Sünden immerdar, vor Irrthum, Schaden und Gefahr an Leib und Seele warne. und reine Freude bei unserm di Glück, und Mitgefühl bei allem unserm Leide. Aufrichtig ist fie stets bereit, schon hier, und für die Ewigkeit des Freundes Wohl zu gründen. 7. Doch laß mich, ohne Klugheit, nicht mit Jedem Freundschaft machen. Wer 3. Sie flieht vor Falschheit, frechen Hohn dem Heil'gen 360 Einzelne Pflichten. spricht, die Tugend kann ver- dem Herrn! lachen, ein Wolllüstling, ein stolzes Herz, wer fühllos ist bei Andrer Schmerz, sei niemals mein Vertrauter! 8. Ein Mensch, vom Lafter angesteckt, wird leicht auch mich verführen, daß mich sein Umgang nicht befleckt, soll er mich nie regieren. Ach, wie kann der, der ohne Scheu dich, Gott, verleugnet, Menschen treu und redlich sein und bleiben? 9. Doch hab' ich einen Freund von dir, der mich beglückt, erhalten, dann soll die Freundschaft auch in mir nie gegen ihn erkalten! Laß mich verschwiegen, redlich sein, Neid, Falschheit, Argwohn, Schmei chelei'n und Eigennut stets flieben! 10. Gott, präge du der Liebe Sinn recht tief in meine Seele, daß ich auch Feinde mir gewinn' und nicht ihr Herz verfehle. Schon hier beglückt die Einigkeit, und auch des Himmels Seligkeit ist wahre Lieb' und Freundschaft. Ed. Gottl. Küster, 1732-1799. Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott nicht singen 2c. 370. Auf, erwachet meine Lieder, singt mit frohem Dank Gott fieht auf den Staub bernieder, hört der Menschen Flehen gern. Sollt' ich ihn nicht froh ers beben? Floß aus seiner Vaterband, eh' ihn noch mein Mund genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, Alles, was ich bin, werd' und bin ich nur durch ihn. 2. Doch, was wären Freudentage, theilte sie kein Freund mit mir? Ach, sie endeten in Klage, irrt' ich öd' und einsam hier, wär' ich, wie in Wüsteneien, auf die Erde hingebannt, lebt allein und unbekannt, und müßt' ohne Freund mich freuen. Froher soll mein Loblieb sein! Stimm't, ihr Brüder, mit mir ein! 3. Dank dir, Gott, mit Herz und Munde, daß an treuer Freunde Hand, mir schon manche frobe Stunde, wie ein Augenblick entschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir berer Liebe gab, welche, treu bis an das Grab mit mir danken, mit mir leiden, mir durch Mitgefühl verwandt, und von dir mir zugesandt. 4. Dant, daß du auf meinem Wege manchen Freund mir beigesellt, der mich, werd' Pflichten gegen den nächsten. 361 ich matt und träge, auf der wo, von Mängeln ganz beTugend Bahn erhält, der die Freuden mit mir theilet, die mir deine Güte schenkt, und, wenn mich ein Kummer fränkt, liebreich mich zu trösten eilet, wenn ich finte, mich erhebt, und mit mir stets weiter strebt. freit, zum Genuß der Seligfeit, wir uns inniger verbinden; wo nicht Trennung mehr, noch Tod, unfrer Freundschaft Bund bedroht. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. 5. Dir geheiligt sei die Wonne, die mir echte Freundschaft beut, und erwärmend, wie die Sonne, mich erquicket und erfreut! Ach, an frommer Freunde Händen, werd' ich meinen Pilgerlauf, der mich führt zu dir hinauf, froher, glücklicher vollenden, und der einst vor deinem Thron ernten wahrer Freundschaft Lohn. 6. Alle, die mich nah und ferne lieben, Vater, segne sie! O, du segnest ja so gerne, Herr, mein Gott, verlass' fie nie! Ihres Herzens stilles Sehnen, ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Freuden, ihre Thränen, alles dies ist nahe mir, alles, Herr, empfehl' ich dir. 7. Hebe, wann der Tod die Bande, die uns binden, einst zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel unfern Geist, daß wir dort uns wieder finden, Vaterland und Wohnort. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 371. Groß ist um uns der Pflichten Kreis, als Bürger dieser Erde; daß, hier zu wirken, unser Fleiß, doch nimmer lässig werde! Laß jede, Gott, uns heilig sein, ihr redlich unsre Kraft zu weih'n, uns keiner zu entziehen. 2. Vor Allem treu dem Vaterland und seinem Dienste leben; in jeder Lage, jedem Stand nach Bürgertugend streben; das ist's, was mächtig unfern Geist der thatenlosen Rub' entreißt, ist reine Tugendliebe. 3. Dem Volte Heil, dem, angestammt von ehrenvollen Ahnen, den Geist sie regt, die Brust entflammt; es geht der Ehre Bahnen; nie wankt in ihm die Kraft, der Muth, Einzelne Pflichten. 362 sich zu erhalten Recht und Gut, und seiner Freiheit Würde. an 4. An seines Vaterlandes Heil, und was ihm frommt und nütet, nimmt es mit Blut und Leben Theil, hält aufrecht, was es schützet. Es strebt und ringt und sorgt und wacht für der Gesetze Kraft und Macht, auf die sein Wohl sich gründet. 5. Für seinen Fürsten, seini Geschlecht, des Vaterlandes Ebre, des freien Glaubens heil'ges Recht in Wort und That und Lehre; für seiner Sprache Kraft und Geist steht es, wenn Noth, Gefahr 2 es heißt, dem Felsen gleich im Meere. 6. Und sinkt das Vater land dabin, der Zeiten Sturm zum Raube, bewahrt es sich den freien Cinn, bleibt nech ein Volk im Staube. Was das Verhängniß auch entreißt, den freigefinnten, festen Geist kann feine Zeit er drücken. Daslina Gou 7. Wenn Liebe für das Vaterland des Menschen Brust beweget, gibt es für ihn kein Etlavenband, selbst wenn er Fesseln träget; in Fesseln nech bleibt er ihm treu, still wirkend, schafft er's täglich neu, vom Zeitsturm. schüttert. 8. O, daß in unsrer Pflichten Kreis', als Bürger dieser Erde, sie, jeder Bürgertugend Preis, uns allen Kleinod werde! Daß, was auch raubt des Echicksals Hand, nie Liebe für das Vaterland, aus unserm Herzen weiche! 10000 Joh. Friedr. Schink, 1755-1835. uners Mel. 27. Allmächtiger, wir fingen dir 2c. 372. Mein Vaterland, das mir mein Gott zur Wohnung angewiesen, läßtid in Bedrückungen und Noth mich seinen Schutz genießen es gibt mir Brod und Sicherheit, schafft Recht mir und Gerechtigkeit, und schützt mein Gut und Leben. 2. Es knüpfet, mit der Liebe Band, mich fest an meine Brüder, daß jedes Glied und jeder Stand, treu, liebes vell und bieder, im allgemeinen Wohl und Web' auch jeders zeit sein eignes feb', nur jeres mehr, dies minder. 3. Drum will ich stets bes mühet sein, durch nützliche Geschäfte, dem Dienst des taates mich zu weih'n, und Zeit, Beruf und Kräfte dem Pflichten gegen den nächsten. 363 Vaterlande, das mich schützt,| Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, und mir und meinen Brüdern verborgen 2c. näht, mit treuem Eifer dienen. 4. Nie will ich Ruh' und Sicherheit durch fühnen Frevel flören; will meines Landes Obrigkeit, als Gottes Ord nung, chren, und ihren Willen jederzeit, mit treuer Unterwürfigkeit, so viel ich kann, befolgen. 373. 3hr, Brüder Eines Staates, Brüder, vereinigt euch zum Lobgesang! Bringt unserm Vater frohe Lieder, sagt ihm für seine Gnade Dank, ihm, welcher uns, mit weiser Hand, vereinigt hat im Vaterland! dri 5. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Echuld nie hindern; und stets ihr widriges Geschick, nach Möglichkeit, vermindern; will gerne dienen Jedermann, und helfen, wo ich belfen kann, 89 zum allgemeinen Besten. erdi 6. Auf, Brüder, die ihr's dnredlich meint, nüt't euerm Vaterlande, das euch zugleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Etande! Ein Jeder leiste, was er sell, gewissen haft und liebevoll, wie Bürgerpflicht es heischet. mon 7. Gott steh' uns gnädig bei, daß wir nach dieser Pflicht stets leben, als treue Bürger auch schen hier nach jenem Reiche streben, in das nur fromme Knechte geh'n, die hier im Dienste treu besteh'n, zu dem du sie berufen! Ch. L. Junt, 1751-1834, 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur Menschens umgang bildet ibn; vergebens irrt er auf Gefilden, die ihm allein entgegen blüh'n; nur Menschen lindern feinen Schmerz und gießen Freuden in sein Herz 3. Ach, bülflos tritt er in das Leben, sich seiner selbst noch unbewußt; noch kennt er selbst nicht sein Bestreben, und schon ist er der Andern Lust, denn schon empfängt mit treuer Hand den Ankömmling das Vaterland. 4. Er wächst, gleich einem jungen Baume, vom Vaterland gepfleget, auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem hät'gen Lebenslauf: so schafft es ihm zur Tugend Kraft im Kampf mit Sünd' und Leidenschaft. 5. Ja, ihm kommt dann auf seinen Wegen die göttliche 364 Religion, mit ihrem Heile, früh entgegen, zeigt ihm des Glaubens Werth und Sohn; und dem Beruf, ein Christ zu sein, kann er mit Tausenden sich weih'n. Einzelne Pflichten. 6. Beginnt er endlich das Geschäfte, für das die Vorsicht ihn erkor, so streben alle seine Kräfte zum allgemeinen Wohl empor; und Ordnung und Zusammenhang vermehrt und stärkt der Thaten Drang. 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wird Jeder dann des Andern Glück, und Jeder fiebt, mit Frobgefühle, auf das gemeine Wohl zurück; und, was nicht Ein Mensch wirken kann, das fangen ste bereinigt an. 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte; hier nützet Einsicht und Verstand, dort Körpertraft bei dem Geschäfte, bei Andern Kunst dem Vaterland; doch eng verbunden wirken sie mit dem, was Jedem Gott verlich. 9. Und von der Obrigkeit des Landes strömt Schutz und Sicherheit uns zu; sie schüßt die Menschen jeden Standes, und sichert uns des Friedens Ruh'! Ja, durch ihr väterlich Bemüh'n, seh'n wir des Landes Wohlfahrt blüh'n.isand 10. O, danket Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft enges Band! Wir haben Glück und Ruh' gefunden in unserm theuern Vaterland; hier, wo, als Bürger und als Christ, ein Jeder Freund des Andern ist. 11. So laßt uns denn einander nüßen auf der uns angewies'nen Bahn, das allgemeine Wohl beschüßen, so viel ein Jeder Kraft empfah'n. Nur wer sein Vaterland verebrt, ist auch des Christennamens werth! Zweibr. Gesangb. 1804. Obrigkeit und Unterthanen. ( Huldigung.) Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 374. Laß, Höchster, unsre Obrigkeit sich deines Segens freuen! Dann wird ihr Rath zu aller Zeit, und was sie thut, gedeihen; weil Menschenrath und Menschenthat, Goit, ohne deinen Segen, auf Erden nichts vermögen. 2. Du, Herr, gibst Weisheit und Verstand den Rich Pflichten gegen den nächsten. tern auf der Erde, du machst, daß selbst des Schwachen Hand mit Kraft gerüstet werde. Sie irren sich, die freventlich da, wo sie herrschen sollen, nicht dir gehorchen wollen. 3. Gib, Gott, daß unsre Obrigkeit ihr Amt mit Weisheit führe, daß sie, mit Muth und Sorgsamkeit, der Bürger Wohl regiere! Gib, daß fie nie des Amtes Müh' und seine Lasten scheue, nein, ihrer Pflicht sich freue! 4. Wenn sie das Wohl der Bürgerschaft zu fördern sich bestreben, so woll'st du Weisheit, Muth und Kraft den biedern Obern geben, das mit ihr Rath, als gute Saat, durch dich, o Gott, gedeihe, und jedes Herz erfreue! 5. Nie müsse Widerspenstigkeit die gute Absicht stören, noch bitt're Unzufriedenheit die edle That erschweren! Mit Willigkeit und Dankbarkeit soll Jeder, den sie schützen, das Gute unterstützen. 6. Die ihnen anvertraute Macht sei Stütze der Gesetze, daß sie der Frevler nicht verlacht, der Beff're höher schätze; daß seine Pflicht, aus Vorsatz, nicht der Bürger unterlasse, mit Unrecht sich befasse. 365 7. Daß Tugend nur und Frömmigkeit bei uns, o Gott, bestehen, und Ordnung und Gerechtigkeit der Bürger Wohl erhöhen; daß folgsam wir, durch Eintracht, bier beglückt und sicher leben, der Tugend stets ergeben. Zweibr. Gesangbuch, 1804.Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 375. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit, durch fie beglückt zu werden! Verleih'nd ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, sich selbst durch Weisheit ehre, und stets an edeln Thaten reich, das Wohl des Landes mehre; Bedrängten ihren Beistand leih'n, laß sie der Unschuld Zuflucht sein, dem Unrecht kräftig steuern! 3. Laß uns, von ihrem Schutz' bewacht, des Friedens Glück genießen, und ruhig, unter ihrer Macht, das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir stets durch Frömmigkeit dich Einzelne Pflichten. 366 ehren, und schon in der Zeit den Segen davon ernten. 4. Wer mag, wenn dein Arm sie bewacht, die Herrschaft ihr mißgönnen? Wird dann dem Feinde List und Macht ihr jemals schaden können? Wird jede gute, weise That, die sie sich vorgenommen hat, nicht auch dein Segen frönen? 5. Gib denen Treu und Willigkeit, die ihr sind untergeben, daß sie, zu folgen stets bereit, streng ihren Pflichten leben! Erleicht're ihr des Les bens Müh', mit deiner Huld begleite sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie, mit uns, be flissen sein, in Frömmigkeit zu leben, mit uns sich deinem Dienst zu weih'n, und dein Lob zu erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 376. Wer herrschet und ein Richter ist, der wisse, daß auch) du es bist, wer Macht hat, fühle, sein Beruf sei von der Macht, die Alles schuf. 2. Er, wie der Unterthan, sein Knecht, sei dein Bild, Gott, und sei gerecht, sei menschenfreundlich, herrsch allein, der Segen seines Volt's zu sein. 3. Nie such' er seine Größ' und Macht in Ueppigkeit und eitler Pracht; nie in des Armen Oruck und Last, den du, wie ibn, erschaffen hast. 4. Es flamme nie in seiner Hand das Schwert durch ein verödet Land! Er suche seinen Ruhm, als Held, nicht im zerstörten Glück der Welt. 5. Es zeige seiner Macht Gewicht sich And'rer Thron verderblich nicht; doch, heischt das Wohl der Seinen Krieg, dann folg' ihm Muth zur Schlacht, zum Sieg. 6. Für Menschenelend voll Gefühl, sei er auch selbst im Schlachtgewühl; er lind're hilfreich Schmerz und Noth, und ehre der Gefall'nen Tob. 7. Nie sei ihmn, als der Lüste Spiel, ste zu befriedigen, sein Ziel, nie der Begierden Sättigung und stlavische Vergötterung. 8. Der Unschuld Rechte beug' er nicht! Gerecht, o Herr, wie dein Gericht, so müss' er richten, nur allein Pflichten gegen den nächsten. des Trugs und Frevels Frevels Schrecken sein. 9. Verhaßt sei ihm die Schmeichelei! Wer redlich, unerschrocken, frei die Wahrheit spricht, den hör' er an, nicht den, der heuchelnd kriechen fann. 10. Auch ihm, dem Herrscher auf dem Thron, sei heilig die Religion; doch zwing' er die Gewissen nicht; auch duldsam sein, ist Fürstenpflicht. 11. Verdienste heb' er gern empor, sei überall selbst Aug' und Ohr; und sehe, nicht getäuscht durch List und Wahn, was Allen nüßlich ist. 12. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als sein Gesetz; weit um sich her verbreit' es Lust zu dem, was gut und recht ist; geb' zur Tugend Muth. 367 15. So herrsch' er, und ihm opf're dann mit Freuden Gut und Blut, wer Mann, wer treu und muthvoll, als ein Christ, solch eines Herrschers würdig ist! song and Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 13. Er, ganz von Vorurtheilen frei, stets der Verlaff'nen Zuflucht, sei der Armen Reichthum in der Noth, womit fie Uebermuth bedroht. 14. Verloren rechn' er jebe Zeit, wo er nicht wohlthut und erfreut; doch heilt er Wehmuth, Gram und Schmerz: so werd' es Wonne für sein Herz. S Mel. 73. Gott sei Dank in is aller Welt zc. 377. Wer gehorcht, der thu's mit Lust, bleibe stets sich wohl bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Wer sich selbst gern überhebt, und nach hohen Dingen strebt, fühle, daß kein Rang ihn ziert, der ihm nicht mit Recht gebührt. 3. Ungleich ist der Menschen Loos, der ist niedrig, jener groß, jeder Stand ist ehrenvoll, wenn er leistet, was er soll. 4. Schön ist's, gut zu herrschen; schön, jeden guten Weg zu geh'n, den ein guter Führer weis't, den dein Gott dich wandeln heißt. 5. Zur gemeinen Wohl fahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern geHorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 368 naf Einzelne Pflichten. 6. Schaue Jefum Chriftum an! Er, wie du, ein Unterthan, zum Gehorsam stets be reit, ehrte seine Obrigkeit. 7. Selbstbeherrschung ist so schwer, irrt dein Herrscher, strauchelt er, so verdamm' ihn nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich. 8. Ach, wie oft verführt ihn nicht, zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder ränkevoll, der, den er beglücken soll. 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du's Gott, dem Herrn, was dir aufgelegt wird, gern! 10. Wohl dem, der die Obern ehrt! Nur durch sie ist uns gewährt Ordnung und Gerechtigkeit, Friede, Schutz und Sicherheit. 11. Lebe selbst gewissenhaft, ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, gib, wohl bedacht, nur auf dein Verhalten Acht. 12. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein; sündig't nicht! Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 378. Jehovah, dir, dem König der Könige und Herrn, ist Alles unterthänig; du herrschest nah' und fern, du Gott, Herr Zebaoth! An Ehren groß und prächtig, zum Schutze stark und mächtig, ein Helfer in der Noth! 2. Nach deines Wortes Lehre, ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, weh' ihm, er widerstrebet dir selbst sowohl, als ihr. 3. Ach, großer Herrscher lehre mich doch, durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie es dein Wort mich heißt. Du selbst haft sie bestellt; und, daß wir ihren Willen, in Furcht und Lieb', erfüllen, ist, was auch dir gefällt. 4. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich rub'n. Nur das macht sie erhaben, daß sie, was du willst, thun. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du, wie Bäche, leiten, es steht in deiner Hand. 5. Gib, daß sie ihre Würde Pflichten gegen den nächsten. 369 stets, durch Unrecht, nie entweih'n, Morgen neu, und frönt, die und ihre höchste Zierde laß Licht und Weisheit sein. sein. Gib, daß, durch ihr Bemüh'n, die Frommen sicher wohnen, nie laß sie Frevler schonen, stets selbst das Unrecht flieh'n. dir vertrauen. O, laß uns stets, mit frommem Sinn, auf deinen beil'gen Willen hin, voll froher Hoffnung schauen. Weisheit, Allmacht heißt, o Führer und Regierer, dein Vermögen, und dein Thun ist nichts als Segen! 3. Beschirm', o Gott, mit starker Hand, auch künftig unser Vaterland; Gerechtigkeit und Frieden, aus Bürgertreu' und Biedersinn, sei uns zum bleibenden Gewinn, von deiner Huld beschieden! Wenn wir fromm hier als die Deinen uns vereinen, strömt dein Segen tausendfältig uns ent 6. Gib, daß durch ihr Regieren, wir mit Zufrieden heit ein ruhig's Leben führen, in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; so gib uns denn hienieden stets Segen, Heil und Frieden, durch Jesum, unsern Herrn. Ph. Friedr. Hiller, 1699-1769. Am Geburts- oder Namensfeste des Landesvaters oder der Landesmutter. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 379. Herr, unser Gott, dich loben wir, Allgütiger, wir danken dir, und preisen deine Gnade. Von deinem Vaterangesicht entstrahlt der Liebe mildes Licht und leuchtet unserm Pfade. Heilig, heilig, heilig Wesen aller Wesen, aus dem Staube hebet uns zu dir der Glaube! 2. Heil uns, Herr! deine Vatertreu' und Huld ist alle gegen. 4. Für unsern König beten wir; durch Fürsten kommt uns Heil von dir, wenn sie, Herr, deinen Willen zum Glück des Volks, zum Wohl der Zeit, im Hinblick auf die Ewigkeit mit frommer Treu' erfüllen. Schonend, lohnend, ihr Gemütbe, reich an Güte, weis' und milde, herrschen sie nach deinem Bilde. 5. Gib, daß auch unsre Königin, mit dir geweih's tem frommen Sinn sich deines Segens freue. Was sie, o Herr, von dir begehrt, sei ihr 24 370 Einzelne durch deine Huld gewährt und jeden Gram zerstreue. Höre, Vater, laß geschehen, was wir flehen; deinen Namen preisen wir lobsingend. Amen. G. F. W. Schulßg, 1774-1842. Mel. 223. Nun danfet Alle Gott 2c. 380. Versammelt, Brüder, euch an Gottes Dankaltären, in seinen Tempeln bring't ihm dar der Freude Zähren! das ganze Land erheb', in feierlichem Chor anbetend, Aug' und Herz zu Gott, dem Herrn, empor! dig. idige indoss 2. Es jauchze jeder Mund dem frohen Tag entgegen, der auf uns niedersinkt, mit neuem Lebens- Segen, der uns den Fürsten gab, des Volkes Stolz und Glück! Der reinsten Freude Fest, Heil uns, es kehrt zurück! 3. Noch unser nennen wir den Vater auf dem Throne; Mild' ist sein Fürstenkleid und Weisheit seine Krone; Gerechtigkeit sein Schild, sein Scepter Hirtenstab; Dank dir, Allmächtiger, der ihn zum Herrn uns gab! 4. So lang' in unsrer Brust des Lebens Pulse gehen, soll es ein Fest uns sein, den Pflichten. frohen Tag zu sehen, der ihn in's Leben rief, der ihn uns werden hieß, mit ihm der Freude Born uns allen strömen ließ! 5. Fürwahr! ihn gab uns Gott. Fürwahr! er trägt die Krone, als ein verdientes Erb', ein Mensch, auf seinem Throne! Sein Will' ist unser Glück, und Liebe sein Gebot. Gelob' ihm unser Herz denn Treu' bis in den Tod. 6. Dies, Gott, sei unser Dank! Ein jedes Herz erneue den Eid der Huldigung, den Schwur der Lieb' und Treue! Gehorsam, Kindessinn, wo Pflicht und Recht gebeut, mach' uns des Segens werth, der uns durch ihn erfreut! Joh. Friedr. Schint, 1755-1835. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 381. In deiner Stärke freue fich, Gott, unser Fürst, und sei, geheiligt und regiert durch dich, dir, seinem Herrn, getreu. 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft, und deines Geistes voll, gedenk' er stets ber Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Er förd're willig deinen Ruhm, er denke gern daran, Pflichten gegen den nächsten. 371 sein Reich sei auch dein Eigen-| Helden Ruhm! Doch zeucht thum, und er dein Unterthan! er in den Krieg, zu schützen 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ. 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir; ach, er bedarf vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein: so müss' er, in dein Bild verklärt, sein Volf, wie du, erfreu'n! 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, als ein getreuer Sohn! Er sei dem Laster fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn; und keiner ihrer Seufzer schrei' um Rache wider ihn! 9. Noch fern sei ihm das hohe Ziel, nach dem er wallen foll; Gott mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 10. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit; Sei sein Beschützer in Gefahr, wenn ihn ein Feind bedräut! 11. Er wünsche nie des Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in jedem Fleh'n zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' es, Gott, dann preisen wir mit Ehrfurcht deine Macht! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. 382. Herrscher, dir, der mächtig waltet, und überall mit Weisheit schaltet, der Herrschaft gibt und Herrschaft nimmt, dir, der bösen Anschlag wendet und Heil der Erde Völkern spendet, in Einklang jeden Mißlaut stimmt, dir, Gott, tönt unser Dant, dich preis't der Lobgesang, Hocherhab'ner! Allwaltender, der Welten Herr, sei unsers Königs Schirm und Schild! 2. Licht, Gerechtigkeit und Wahrheit umleucht' mit nie getrübter Klarheit, des Königs Herz, des Königs Thron! keinen Tag müss' er verlieren! Du, höchster Herr, hilf ihm regieren; gib du ihm Kraft, sei du ihm Lohn! Sein milder Herrscher Blick seh' auf des Volkes Glück! 24* 372 Einzelne Pflichten, ing Wohlfahrt ströme im ganzen glüht! Des Glaubens helles Land auf jeden Stand durch Licht entzeuch' uns, Vater, nicht! Denn es leuchtet durdy seine weise Menschlichkeit! 3. Für des Herrschens Erdennoth, durch Schmerz Müh' erquicke, o Gott, ihn und Tod, hinauf in's beffre mit des Landes Glücke, mit Vaterland. seines Volkes treuem Sinn; und, gedrückt von Fürstensorgen, nehm' er am Abend und am Morgen im Landes: wohl den Lohn sich hin. Durch treue Herzlichkeit sei sein Gemüth erfreut! Herr, versüß ihm des Lebens Müh' verlaß ihn nie, und stärt' 6. Herr, erhalt' dem König Frieden! Ihm sei das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu sein. Schütt' auf seine Lebenspfade die Segensströme deiner Gnade! Nur du kannst dauernd uns erfreu'n. Wer, allem Bösen feind, es wohl mit Allen ihn stets auf seiner Bahn. meint, ben beglücke! Herr, unser Hort, sei hier, sei dort des Königs Wonne, Trost und Theil! stus sid moe Ludw. Theob. Kosegarten, 1758–1818, Jiugins sid nod our read Mel. 165. 4. Weisheit woll'st du, Herr, gewähren des Fürsten Räthen, und sie lehren, was recht, was wahr ist, was beglückt. Jeder acht' nur das für's Größte, und Jedem sei nur das das Beste, was unser ganzes Land erquict. Der Eintracht holdes Band! verbinde Stand mit Stand! Aufzuopfern gemeinem Heil fein eigen Theil, ist Christenpflicht, sei Bürgerruhm! 383. Vor dir, der Welten trägt, der über Kronen waltet, und ihre Zeiten wägt; vor dir, o Gott, entfaltet, in reger Andacht, sich das Herz für ihn gerührt, der uns, durch 5. Redlichkeit und laut're deine Macht berufen, mild Cup- onstod dna Tugend zier' unsre Männer, regiert. unsre Jugend, und Wahrheit 2. Will deine Vaterhand, jegliches Gemüth! Ernste Zucht und fromme Sitte sei überall in unsrer Mitte, von Andacht sei das Herz durch Allgütiger, den Segen der Liebe auf ein Land, das seiner werth ist, legen, so hast du, ihm zum Heil, als Herrscher Gott, du frommer Gott 2c. Pflichten gegen den nächsten. ben bestellt, der tugendhaft, son gerecht, dir, Vater, wohlgefällt.ist has 9 ms www.n Mole 13 G. Fr. With. Schulp, 1774-1842. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 384. Im Herrscher, der, o Gott, dich ehrt, ist seines Volkes Frieden, und seinem Heil dein Schuß gewährt. Deß Macht zerfällt hienieden, der groß sich nennt, und dich nicht fennt; ihm fehlt auf seinen Wegen, Allmächtiger, dein Gegen. NOC 2. Der Fürst, deß Geist von dir erfüllt, empfängt aus deinen Händen das Gute, das von dir entquillt, dem Volk' es auszuspenden. Glückseligkeit, Gerechtigkeit im Lande zu erhalten, läßt du Regenten walten. 3. Wenn dann nach deinem Batersinn des Herrschers edle Werke in unserm Wohl und Frieden blüh'n, so ist es deine Stärke, auf die wir schau'n, und hoffend trau'n; du hältst des Fürsten Leben mit beinem Schutz umgeben. 3. Fr. W. Schulp, 1774-1842. 373 Trauer des Vaterlandes. ( 200 19503 d385. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 385. Ihr Thränen, fließet nieder, ertönt des Schmerzes Lieder, und werdet Grabs gesang! Es weh'n des Todes Schauer, und allgemeine Trauer seufzt in der Glocken Feierklang. 2. Gerechter Schmerz! Es raubte der Tod von unserm Haupte der Hoheit Schmuck und Zier; sie sant herab vom Throne, dahin ist unsre Krone, und tief erschüttert, jammern wir. 3. Er, der uns mit dem Schilde der Liebe, Güt' und Milde, so lang' er herrscht umgab, sein Reich auf Weisheit stüßzte, das Recht, die Wahrheit schützte, des Landes Vater sant in's Grab. 4. Ein Mensch auf seinem Throne, trug er die Fürstenfrone als wohlverdienten Lohn; sein Herz war wie sein Leben, der Menschheit Dienst ergeben, ein Spiegel der Religion. 5. Und ach! von uns geschieden, schläft er in stillem Frieden nun in des Grabes Einzelne Pflichten. 374 Schooß! Zwar schmückt die schön're Krone ihn zum gerechten Lohne, doch thränenwerth ist unser Loos. 6. Es find der Kinder Zäh ren; wer mag dem Echmerze wehren? Ihr Herz war sein Altar; zu früh hat er geendet. Dank dir, der ihn vollendet, Dank dir, daß er einst unser war. 7. Zur Mild'rung unsrer Trauer, gib Jedem Guten Dauer, und segne sein Gedeih'n. Ja, laß, nach deinem Bilde, den Geist der Kraft und Milde jetzt mit des Thro1500 nes Erben sein! Joh. Friedr. Schink, 1755-1835. Tori Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 386. Ein Pilgergang durch's Leben ist unser Dasein hier; ein Traum, ein Schattenschweben, zu sterben, leben wir; wie sich die Pfade winden, in's Grab nur leiten fie, und stete Heimath finden wir auf der Erde nie. 2. Sei mit uns, Kraft und Fülle, blüh' aus der Jugend Roth, in dunkler Nebelbülle schwebt über uns der Tod; auf Hütten, wie auf Throne, sinkt nächtlich er herab, und schüttelt selbst die Krone von Fürstenhäuptern ab. 3. Zu modernden Gebeinen versammelt er, was lebt; verwais'te Kinder weinen, wenn er den Arm erhebt; auch unsres Glückes Tagen sank nächtlich er herab; gebeugt steh'n wir und klagen um unsrer Fürstin Grab. 4. Sie, die mit Himmels frieden ihr Volk, ihr Land umfing; die unter uns hienieden, ein Engel Gottes, ging; sie, ihres Fürstenlandes Stolz, Zierde, Schmuck und Ehr', die Mutter ihres Landes und Volkes ist nicht mehr.& 19 5. Uns blieb vom holden Bilde schön menschlicher Natur, von ihrer Güt' und Milde das Angedenken nur; wehmüthig uns umgebend, besänfs tigt's unsern Schmerz, und unvergeßlich lebend bewahrt es unser Herz. 6. Du, der sie uns hienieden so freundlich zugesellt, o, gib ihr deinen Frieden in der Vollendung Welt! Gib, für der Erdenkrone entschwund'ne Herrlichkeit, ihr, Höchster, dort zum Lohne des Himmels Seligkeit! Joh. Friedr. Schink, 1755-1885. Pflichten gegen den nächsten. 375 Vertheidiger des furchtbar, sind wir schonend Vaterlandes. gegen Weib und Kind, und Greis und Säugling und den Mann, der uns nicht widerstehen kann. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 387. Wir sind, wenn es die Pflicht gebeut, zum Kampf für's Vaterland bereit; des Thrones Schuß, des Reiches Wehr, steht stark und muthig unser Heer. kd efe d2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr, noch Tod. Wir Alle steh'n in Gottes Hand und sterben gern für's Bater land.sdun audi situ sid 7. Der Arm des frommen Kriegers hebt den liebreich auf, der vor ihm bebt; wird nie an denen sich vergeh'n, die, wehrlos, ihn um Schonung fleh'n. 8. Er übet gern, nach heißem Streit, die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Fürsten werth, wird er von Freund und Feind geehrt. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht, O, führ' durch uns des Friedens Glück, führ' uns, gekrönt mit Sieg, zurück! ona aidi Nachbarn. 4. Wir gehen muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht. Wir fürchten dich, nur das gibt Muth; wir fürchten keiner Feinde Wuth.manho aglidin 5. Und beilig ist uns unfre Pflicht! Wir lassen unsre 388. Gib, Höchster, daß ich, Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. Fahnen nicht! Wir trachten nicht nach Raub und Gold, und sind vergnügt mit unserm Sold. fromm und treu, auch meine Nachbarn liebe; daß ihre Wohlfahrt mich erfreu', ihr Unglück mich betrübe. Sei in der Noth ihr Freund und 6. Dem stolzen Feinde 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch einer in der Schlacht, die Himmelskron' ihm der erwarb, der für uns all' am Kreuze starb. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 376 Einzelne Pflichten. Gott; befrei' an jedem Morgen| Gleichmuth ein, der mich vor ihr Herz von bangen Sorgen! Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebietet. Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wann Feinde beben, in deiner Nähe leben. 30 h. Gottfr. Heym, 1738-1788. 2. Doch laß auch mich ihr Beistand sein in Krankheit und Gefahren! Laß Rath und Trost mich ihnen weih'n, und fie vor Gram bewahren! Ich bin ja hier, o Gott, von dir bestimmt und außersehen, dem Nächsten beizustehen. 3. O, laß durch mein Benehmen nie mich ihnen Kum= mer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermunt're mich, stets nachbarlich das Gut, das sie besitzen, nach Möglichkeit zu schützen. 4. Gib, daß ich gern verschwiegen sei, daß ich den Frieden suche, und nie, aus Neid und Heuchelei, im Stillen ihnen fluche. Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab' ich's nur nicht verschuldet, so wird es leicht erduldet. 5. Was hilft der Feindschaft finstrer Sinn? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 6. Herr, präge mir den Alter und Jugend. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 389. Auch noch im späten Alter erhebt, no Welterhalter, der Mensch zu dir den Blick. Der fromme Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Grabe, erfleht von dir des DIE DEE Lebens Glück. 2. Wann rief er je vergebens am Abend seines Le bens dich, o Erbarmer, an? Du tröstest ihn im Leiden, schenkst ihm noch manche Freuden, und führst ihn sanft auf öder Bahn. 3. Des frommen Alters Bürde erhöhet seine Würde, und macht auch dir ihn werth. Weh' dem, der ihn verachtet, nicht gern und willig trachtet, zu thun, was seine Freuden mehrt! 4. Wie viel hat er erfahren; f Pflichten gegen den nächsten. wie viel in frühern Jahren gewirkt, geseh'n, gehört! Nun will ich von ihm lernen, mit Sorgfalt zu entfernen, was meines Lebens Frieden stört. seine 5. Gelähmt find Kräfte; von jeglichem Geschäfte heißt ihn das Alter ruh'n. Ich will ihn unterstützen, ihn in Gefahr be schüßen, und, wo ich kann, ihm Gutes thun. 6. Wenn Mißmuth ihn befeelet, und Freundlichkeit ihm fehlet, und Schwachheit ihn verstimmt; so will ich duldend schweigen, und ihm durch Scho BISTO 9100031 7502 ist died sopi mi duit aug ndid 390. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher Geist zc. oby 52 b G 377 nung zeigen, daß Liebe mir mygoshimdaj tried im Herzen glimmt. 7. Ja, liebreich will ich streben, die nab' am Ziele leben, wie du, Gott, zu ers freu'n. Ich will die Alten ehren, will ihrem Kummer wehren, und stets ihr Freund und Helfer sein. od 10-303 8. Dies ist, o Gott, dein Wille, und wenn ich ihn erfülle, so lohnt mir Seelenruh'; und komm' auch ich zum Alter, so bist du mein Erhalter, und führ'st auch mir dann Helfer zu. and Joh. Chr. Dolz, 1769-1843. mag bind 10. 15 Ich will in stiller Ein= Dir sei mein ganzes Herz dir, Gott, mich er= he= ben. weiht zum from= men Le= ben. Joh. Schop, 1641. ſam- keit zu ge= weiht, ge= # Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke stärke den Ents 378 Einzelne Pflichten. schluß in mir, stets dei nen heil'gen Wil= len mit -b-bTreu- e zu er= fül= len. 2. Du bist mein Vater,| bescheiden, in Zucht und Deich dein Kind. Wohl mir, muth kleiden. wenn ich dich liebe! O, mache mich dir gleich gesinnt, und heil'ge meine Triebe! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen. do 2011 13 5. Wenn Umgang mir Verführung droht, so lehre mich ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden. Die Unschuld sei mein liebster Rubm; ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne, den Niemand lästern könne. Urban 3. Vor stolzer Selbstgefälligkeit bewahre mich die wie Wie kurz, Tugend. flüchtig ist die Zeit der Schönheit und der Jugend! Was nützen, ohne Tugend, fie? Drum sollen, Gott, an ihnen nie, mit thöricht eiteln Freuden, sich meine Blicke weiben. 6. Laß edle Freunde stets in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit, in frommer Eintracht, wir der Freundschaft Glück empfinden. Laß unsre Liebe sanft und rein, laß herzlich unsern Umgang sein, daß nie sich unsre Seelen durch Neid und Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst, durch dein Gebot, den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erbörest. Ich 4. Sucht, zu gefallen, müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht, und meine Ruh' zerstören. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich, Pflichten gegen den Nächsten. opfere dir lebenslang der Unschuld und der Tugend Dank, bis du zum höhern Leben dereinst mich wirst erheben. Balth. Münter, 1735-1793. Arme und Reiche. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 391. Wer arm und dürftig ist, o Herr, ach, welche Leiden duldet er, wenn ihn des Reichen Ueberfluß nicht sättigt, wo er barben muß! 35 2. Wie elend ist, wer, alt und schwach, umher irrt, ohne Hüll' und Dach, und, bei der Krankheit Qual und Noth, umsonst sich sehnt nach seinem Tod! 3. Wie elend erst, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er tief auf seufzt, und, bei Müh' und Fleiß, doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Wenn ihn, der sich so mühsam nährt, ein inn'rer tiefer Gram verzehrt, und seine stille Thräne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind! 379 schöne Erdkreis nicht; ihm ist die Welt, in aller Pracht, so öde, wie die Mitternacht. 6. Was soll er dann bes ginnen, Gott? Verzagen, dich in dieser Noth verleugnen? Und soll er allein nur leiden? Er nicht glücklich sein? 7. Willst du ihn nie be glücken? Ja, du willst es, Herr; dein Auge sab vor der Geburt der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zutunft hin, und sage zu sichselbst: ich bin ein Wandrer nicht auf lange Zeit; wohin? zu Gottes Seligkeit. nd 9. Er trag' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Trägheit sei. 10. Dann klag' er Mens: schen, was ihn quält, und wenn ihm ihre Hülfe fehlt, sei nicht sogleich sein Herz: empört; er wisse, daß sein Gott ihn hört. 5. Ihm strahlet nicht der Sonne Licht; ihm lacht der 11. Noch gibt es Christen, die sich freu'n, wie Gott, der Armen Trost zu sein; von diesen nehm' er dankbar an, was ihre Huld ihm geben kann. 12. Und unter Arbeit und at Einzelne Pflichten, bint 380 Geduld vertrau' er Gottes Vaterhuld; sie wird ihm Trost und Hülfe sein, und ihn von aller Noth befrei'n. fig 13. Einst sieht er, nach der Thränenfaat, daß ihm auch felbst der rauhste Pfad ein Weg zu Gott war; aus der Zeit ein sichrer Weg zur Seligkeit. den tug Joh. Andr. Cramer, 1728-1788. Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 392. Wer sich mit Ernst der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit, er scheut sich, zu verschwen den. Du, Vater, du beglück: test ihn; nun sorgt er, was du ihm verlieh'n, stets weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum; er soll es nur zu deinem Ruhm, mit Redlichkeit, verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit, sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Ueppigkeit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftigkeit, und mancherlei Gefahren. d 5. Doch nie verletzt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht: er spart mit mildem Herzen. Gerührt von seiner Brüder Noth, theilt er mit Hungrigen sein Brod, und lindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft, im Stillen, wo er fann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm strömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einst zur Ruh' des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, o Gott, nicht sparsam sein, nicht weislich die Verschwendung scheu'n, den migßbrauch deiner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zu versicht, auch selbst im Mangel, haben. Joach. Chrift. Grot, 1733-1801. Pflichten gegen den nächsten. 381 Mel. 165. O Gott, du from die krafterfüllte Seele? Er mer Gott 2c. sid 393. Aus Gottes milder Hand kommt jede deiner Freuden. O Mensch, bestrebe dich, den Undant zu vermeiden! Mißbrauche nie das Gut, das dir dein Gott gewährt. Du bist und bleibest arm, wenn ihn dein Herz nicht ehrt. 2. Was du dein eigen nennst, hat er bir nur ge= liehen, um dich zur Thätigkeit und Treue zu erziehen. Du raubst dir seine Huld, wenn du Verschwendung liebst, und dich mit stolzem Sinn der Uleppigkeit ergibst. 3. Wie kann erborgter Glanz dir eigne Würde geben, und beinen wahren Ruhm, den Ruhm vor Gott, erheben? Nein, was nicht in dir ist, steht nicht in deiner Macht. Nur Tugend und Verstand gilt mehr, als Fürstenpracht. 4. Dein Gott ist selbst ein Geist, den keine Pracht verblendet. Er liebet nur das Herz, das gern zu ihm sich wendet. Sei immerbin ver hüllt in dürftiges Gewand; er reicht, wenn du ihm folgst, dir seine Baterhand. 5. Wozu verlich er dir wollte, daß sie stets das wahre Gute wähle. Ach, du betrügst dich selbst, wenn die das Ziel verrückst, und deine Hülle nur, nicht deine Seele, schmückst. und, fidhi 6. Kein Edler fesselt fic an leere Kleinigkeiten. Sein Geist ist gut und groß, und weiß sich selbst zu leiten. Was Wohlstand ihm gebeut, das ehret er als Pflicht; dech folget er dem Strom der eiteln Thoren nicht. 1900 7. Wie köstlich ist die Zeit! Wer wellte sie verschwenden SIER und nur auf Tand und Spiel Wer wollte so sein Glück und und Schwelgerei verwenden? seine Kraft zerstreu'n, und seine Kraft zerstreu'n, und nicht, durch treuen Fleiß, den Menschen nützlich sein. 8. Die große Stunde naht, wo dir dein Richter winket. Dann flieht der Prunk der Welt, und deine Hülle sintet. Mensch, entferne dich von aller Ueppigkeit! Sonst hat die Zukunft nichts, was deinen Geist erfreut. Bearb. von Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. 382 Einzelne Pflichten. Fremde und Reisende. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 2c. 5. Da lebt er mitten unter denen, die ihn versteh'n, die er versteht, die seines Herzens 394. Der eble Geist bebt heißes Sehnen schon lange sich vom Staube hoch über sich herbeigefleht; da drückt Zeit, Geburt und Stand; ihm einst, zu sanfter Rub, ihn fesselt weder Volk noch des Glaube, nicht sein Geschlecht und Vaterland. Der Menschh heit Würde ist ihm Stand, die ganze Welt sein Vater land. Freundes Hand die Augen zu. Brop 6. du, mir selbst von Gott gegeben, sei mir willkommen, Vaterland! Mit dir verknüpfe mich im Leben ein unauflöslich heil'ges Band; dir weih' ich Kräfte, Fleiß und Muth, und forderst du's, selbst Gut und Blut ainet bl 30h. Heinr, Voß, 1751-1826. 2. Doch liebt er auch in seiner Hülle den engen Raum, der ihn umschließt, und freuet sich der Siegesfülle, die sich zunächst um ihn ergießt. Er liebt den Ort, der ihn gebar, der Nachbarn und der Freunde Schaar. 3. Neißt ihn das Schicksal von den Seinen, wie einsam wird ihm die Natur im unbekannten Land erscheinen, und wär' es auch die schönste Flur. Er fühlt sich aus der Welt verbannt, fühlt sich verLassen und verkannt. nem, heiterm Sinn fließt seine Lebenszeit dahin. mid 4. Doch kehrt er in die Heimath wieder, nach langer Trennung, einst zurück, dann sintet aller Kummer nieder, ihm lacht von neuem Freud' und Glück, und, bei zufried'd Mel. 120. O Ewigkeit, du Donnerwort 2c. 395. Du, welchen keine Welt ermißt, der du allges genwärtig bist mit bist mit allem deinem Segen; wo meine Lieben sind, auch da bist du, mein Gott, bist ihnen nah, auf allen ihren Wegen. Du übersiehst, o Gott, sie nie; adh, segne, Vater, segne fie! 2. Du selber trennteſt fie von mir; da seufzte laut mein Herz zu dir, da floffen meine Thränen; ich suchte sie und fand sie nicht, ach, da verfiel Pflichten gegen den nächsten. 383 mein Angesicht, von langem, der auch die mir wieder gibt, heißem Sehnen; doch du gabst mir auch Trost und Ruh': ich will ihr Gott sein, fagtest du. die ewig meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unser Herz dann freu'n! Gott, welch ein Anblick wird es sein! Balth. Münter, 1735-1793. 3. Ja, Herr, in Noth und in Gefahr, sei du ihr Retter immerdar, der Schutz, auf den fie bauen! Laß sie der Tu gend Wege geh'n, auf dich und deine Hülfe seh'n, mit kindlichem Vertrauen; und gib zu ihrer Pilgrimschaft bei jedem Schritte neue Kraft. 4. Erleicht're ihres Lebens Müh', dein Segen, Gott, begleite sie, wo sie auch immer wallen. Gesegnet sei durch sie das Land, in welches ste dein Wink gesandt, hilf ihnen, Bater, Allen! Laß sie in Fried' und Wohlergeh'n noch Kind und Kindeskinder seh'n! 5. Gib, daß sie ihrer Werke Ruhm, ihr unverleßlich Eigenthum, einst über's Grab begleite! Jhr Tod müss' wie ihr Leben sein! Sanft rub' ihr heiliges Gebein, ach, nicht an meiner Seite! Bis einst dein Erntetag erscheint, der wieder sie und mich vereint. Kirghengesellschaften. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. er 396. Wohl dem, der Christo Auch angehöret! hat Freunde; denn sein Freund ist Christus, und wer Christum ehret, durch Einen Sinn mit ihm vereint; nicht einsam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Er sei auch unbekannt; ihn lieben und achten alle, welche sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichtig, treu und brüderlich, sobald sie seh'n, daß er ein Christ, ein wahrer Jünger Jesu ist. 3. Kein Eigennut, tein Stolz, tein Leiden, kein Wechsel ihres Glücks, tein Schmerz entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr fest mit ihm verbund'nes Herz. Sie haben an einander Theil durch Einen Trost, Ein Glück, Ein 6. O, wie gedent' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Tag, Heil. 384 Einzelne Pflichten. 4. Ja, alle Christen auf erfreu'n, wie hier, in dieser der Erde, wie weit sie auch Pilgerzeit, so dort, einst in getrennet sind, sie bilden doch der Ewigkeit? nur Eine Heerde, in Liebe Jesu gleich gefinnt, durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. 9. Schent' uns den Geist der Bruderliebe, der Nachsicht und der Einigkeit. Gib, daß sich Jeder eifrig übe in edler Dienstbeflissenheit, daß Alles, unserm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele sei. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 5. Und welche Freunde, welche Brüder hat nicht im Himmel dort der Christ, wo Jesu seines Leibes Glieder versammelt, wo er sichtbar ist! Da soll sein Diener nicht allein, mit Allen soll er selig sein. 6. Er sprach ja selbst: „ Sie sollen leben; wo ich bin, sollen die auch sein, die, „ Vater, mir von dir gegeben, sich findlich dir im Glauben weih'n; vereint, so wie im ,, Glauben hier, dort in der Herrlichkeit mit mir." 11 11 11 7. O Trost, zu Jesu Auserfor'nen zu kommen, zu der Väter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebornen, zu Jedem, der hier heilig war; mit ihnen dort am Thron zu steh'n, und Gott mit ihnen zu erhöh'n! 8. Mach uns, o Jesu, dazu tüchtig, dein würdig Eigenthum zu sein. Stets sei das Christenthum uns wichtig! denn was kann uns so sehr Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 397. Schen weicht die finstre Mitternacht des Aberglaubens, und die Macht der Vorurtheile schwindet; schon leuchtet uns der Morgenstern, und jener Tag ist nicht mehr fern, da Ein Band uns verbindet. Uebe Liebe, Christ, und höre Jesu Lehre: lieben sollen, die nach ihm sich nennen wollen. 2. In allem Volk wird von dem Herrn nur der geliebt, der imner gern die Bahn der Tugend wandelt. Wer Recht thut, Gott durch Tugend ehrt, der hat vor ihm den größten Werth, weil er vernünftig handelt. Darum übet Tugend, Brüder, Gott sieht nieder auf uns alle, wer durch Tugend ihm ge= falle. Pflichten gegen den nächsten. 385 3. Nur auf Gesinnung auch uns so liebst, daß du und auf That sieht er, der Aller Herzen Rath mit Einem Blick durchschauet. Wem reiner Tugendsinn gebricht, dem hilft sein leerer Glaube nicht, wie ſehr er darauf bauet. Darum laßt uns, so zu leben, uns bestreben, daß die Erde reich an Lieb' und Eintracht werde. uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That, voll Geist und Kraft. Johann Otto Thieß, 1762-1810. Prediger und Gemeinden.( Ordination Einführung.) und Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 398. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein, und dein soll Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort, und Licht mit ihm, und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet, Gott, durch dich, den Schülern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du 5. Laß ihres Unterricht's uns freu'n, gewissenhafte Hörer fein, und forschen, ob auch dein Wort lehrt, was uns ihr Unterricht erklärt. 6. Jst ihr Wort dein Wort auch zugleich, dann laß uns, Herr, an Weisheit reich, des Guten edeln Samen streu'n, um dich und sie auch zu erfreu'n. "! 11 7. Durch solchen Lohn bes glückt schon hier, froßlocken fie: Gott ist mit mir! Die, mir nach, Gottes Wege geh'n, werd' ich im Himmel wiederseh'n!" " 1 8. Ermahnen, bitten, warnen sie: so weig're, wer fie hört, sich nie, zu haffen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 9. Laß, Vater, ihren Unterricht, wenn sie, wie wir, auch straucheln, nicht verachtet wer= den! Nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnädig an! 10. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu tränten, daß sie ihre Pflicht 25 386 mit Seufzen thun, mit Freuden nicht! Einzelne Pflichten. 11. Nein, Gott, wir wollen ste erfreu'n; dankbare, fromme Hörer sein! So führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewig Reich. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 399. Dein ist das Licht, das uns erhellt, Gott, dein das Amt der Lehrer. Welch ein Geschenk für deine Welt, für deines Wort's Verehrer! Dies lehr' uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns allen fund, bekannt der Weg zum Leben. 2. Welch hoher Ruf, des Irrthums Wahn, und Laster zu bestreiten, und Menschen, auf der Wahrheit Bahn, zur Tugend hinzuleiten! Wie edel! aber auch wie schwer! Laß unsern Lehrer täglich mehr des Rufes Würde fühlen. 3. D, gib ihm deiner Weiss heit Licht, und deines Geistes Gaben, durch die wir Trost und Unterricht von ihm zu hoffen haben. Laß seine Lehren wahr und rein, fest seinen eignen Glauben sein, sein Leben fromm und heilig! 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß ihn die Schwachen tragen, und keimt der Same nicht sogleich, nie an der Frucht verzagen. Gib, daß er stets mit Freundlichkeit, entfernt von Haß und Bitterkeit, vor jeder Sünde warne. 5. Gib, daß mit Rührung und mit Lust er stets uns unterweise, des Werth's der Tugend sich bewußt, uns ihren Segen preise; daß nicht allein sein Unterricht, daß uns auch seines Beispiels Licht auf deine Wege leite. 6. Laß ihn die Irrenden zurück zu deiner Wahrheit führen; sie, eifrig für ihr wahres Glück, belehren, warnen, rühren; laß ihn geduldig sein, gelind, nicht stolz, noch hart, stets so gesinnt, wie Christi Dienern ziemet. 7. Trifft ihn Verfolgung oder Spott, so laß ihn dann mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Sie kommt von dir, und ehret dich; umsonst empören Frevler sich, dein Licht, Herr, zu verdrängen. 8. Belohne, Vater, ihn schon hier mit deinem reichsten Segen; doch dien' er redlich, Herr, nur Pflichten gegen den Nächsten. 387 dir, und nicht des Lohnes| den Seelen niemals fehlen, wegen. Mit Vorsatz laß ihn und die Heerden mit den nie betrübt, von allen Red- Hirten frömmer werden. lichen geliebt, geehrt von Allen werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, uns von dir gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich im vertrau'n, durch Lehr' und Leben zu erbau'n, gib Weisheit ihm und Kräfte! Mächtig steh' ihm stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, sich und And're selig mache. 9. Und war er seinem Rufe treu, bezeugt ihm sein Gewissen, daß er der Sünde Sklaverei der Seelen viel entrissen: so laß ihn, Herr, an deinem Thron, der Tugend und der Treue Lohn in ew'ger Wonne finden! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm rub'n! Lehr' ihn, sein Amt mit Freuden thun! Entfern', was ihn betrübet! Gib, wenn er deine Wahrheit lehrt, uns stets ein Herz, das folgsam hört, und sich im Guten übet! Stärke Lehrer und Gemeine! Laß sie deine Treue sehen, und auf deinen Wegen gehen! 5. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt; laß keine ihn verlieren! Vor dir, Richter, wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, und dir Jubel400. Beherrscher deiner Christenheit, o Jesu, Herr der Herrlichkeit, du Führer deiner Heerde! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß fie selig werde. Trostvoll, göttlich sind die Lehren, die wir hören! Heil und Leben willst du deinen Freunden geben. 2. O, wohl uns, Herr, daß du uns liebst, nach deinem Sinn uns Lehrer gibst, die uns zum Himmel führen, und voll von hoher Wissenschaft, von Tugendliebe, Geist und Kraft, auch Sünderherzen rühren! Treue Hirten laß lieder weihen. 25* 388 Einzelne Pflichten. 6. Sei uns gesegnet, Knecht| geloben, wir, dir zu folgen, des Herrn! Dein Herz sei und jederzeit mit Freudigkeit, nimmer von uns fern; du zu thun, was Gottes Wort kamst in Jesu Namen. O, gebeut. reich' uns deine Freundeshand! Mit dir geh'n wir in's VaterLand, und du mit uns auch, Amen. ( Nach der Handlung.) 3. Nun gelobt mit Herz Heilig sei uns diese und Munde ist das Gelübd'l Stunde! Treu dem Bunde, den wir schließen, werden wir 3um schönsten Bunde find des Heils genießen. Joh. Daniel Karl Bidel, 1737-1809. unsre Seelen mun vereint! Nichten wird der Heil'ge, richten gerecht uns nach des Bundes Pflichten, wenn sein Vergeltungstag erscheint. Heil uns, wenn alle wir dann im Triumph mit dir geh'n zum Throne! Dort danken wir die Palme dir, und ewig lohnt dich Gott dafür. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. 09 Mel. 429. Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. 401. Heilig sei uns diese Stunde, die, feierlich, zum schönsten Bunde, dir, Lehrer, dir und uns erscheint! Er, der über uns regieret, hat dich in unsern Kreis geführet; Gott ist's, der dich mit uns vereint. Frohlockend preisen Schul- und Jugendlehrer. wir den Heiligen mit dir.( Jn Schulen und bei SchulSeiner Wahrheit, die in der 6 prüfungen.) Zeit die Nacht zerstreut, seit Bul ewig unser Herz geweiht. 2. Uns von Gott und unfern Pflichten mit Fleiß und Treu' zu unterrichten, von Wahn und Günd' uns zu befrei'n; zu veredeln unsre Freuden, zu stärken uns in bangen Leiden, im Tode Tröster uns zu sein; ja, dies gelobst du hier; und gern Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 402. Gib, Gott, dem Lehrer Glück und Kräfte zu seinem segensreichen Stand, ihm, den zum Heiligungsgeschäfte du uns, als Beistand, zugesandt! Hilf du ihm, Vater, seine Treu' sei jeden Morgen an une neu! Pflichten gegen den nächsten. 389 2. Laß dir, auf allen seinen ziehen, bringt Heil für Welt Wegen, den du uns gabst, empfohlen sein; beglücke, was er thut, mit Segen, und jede Aussaat mit Gedeih'n. Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; was ihn betrübt, sei uns auch Schmerz. und Staat. Gott segne das Bemühen, laß reifen unfre Saat! 2. Ja, Nacht und Irrthum fliehet da, wo dein Licht ere hellt. Auch unsre Schule blühet, durch dich, o Herr der Welt! 3. Mit kindlichem Gemüthe singt Jeder dir heut' Preis; denn deine Vatergüte beglückte unsern Fleiß. 3. Knüpf' zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens festes Band; es reiche, mit aufricht'gem Triebe, ein Jeder dankvoll ihm die Hand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Lehrer werth. 4. Einst laß uns freudig ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen hieß, ihn mit entzückter Rührung segnen, daß er ihn uns so treulich wies. Er find' im höhern Vaterland uns wieder, wie er hier uns fand! 5. Dort rufen( möge Gott e8 geben!) mit höherm Danke wir ihm zu: Heil sei dir! benn du hast das Leben, die Seele, uns gerettet, du! O Gott, laß ihn dies Glück erfreu'n, und vieler Seelen Retter sein! Dav. Sam. Georgi, 1697-1756. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2C. 403. Die Menschen zu er Unbek. Verfaffer. Mel. 64 Wie selig bin ich, wenn mein Geist zc. 404. mit kindlich frommer Dankbegier schau'n wir zu dir hinauf; Herr Gott, dein Lob verkünden wir, o nimm es liebreich auf! 2. Auch heute ward von dir beglückt, durch Wahrheit, unser Geist. Wie fühlet sich das Herz entzückt, das dich voll Andacht preist! 3. Gib, treuer Vater, daß wir dir das ganze Leben weih'n. Wie glücklich werden wir schon hier, und dort, wie selig sein! Unbet. Verfaffer. 390 Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. d 405. Erfreulich sei und feierlich der Prüfung Tag, an welchem mich so viele Zeugen hören! Er kommt, mit ihm kommt Freud' und Schmerz, hier freut sich hoch, dort bebt ein Herz, wenn sich die Zeugen mehren; Beifall, Ehre, Lob und Liebe krönet heute Fleiß und Tugend. Heil dir, wohl durchlebte Jugend! 2. Wenn ich bisher gewissenhaft und treu gebrauchte meine Kraft, nach meiner Pflicht stets lebte, und wenn, an treuer Lehrer Hand, mein Eifer immer unverwandt dem Ziel entgegen strebte; werd' ich da wohl stumm erröthend, ängstlich stammelnd, heute beben, da ich Rechenschaft soll geben? Einzelne Pflichten. 3. Dem Trägen klopft die bange Brust, er fühlet Wehmuth, statt der Luft; muß Thorheit nun bereuen. Der aber, der im regen Fleiß die Zeit durchlebte, erntet Preis, und kann sich heute freuen. Alles Gute wird belohnet von dem Vater unsers Lebens. Nur der Träge hofft vergebens. Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 406. Unsre ganze Seele fühle sich zu neuer Lust er höht; immer mehr nah'n wir dem Ziele, wo der Lohn des Fleißes steht; laß den Vors sabz, gut zu sein, heute wieder uns erneu'n! 2. Ewig dauern jene Freuden, die uns Fleiß und Tugend gibt; Müßiggang be= droht mit Leiden den, der trägen Schlummer liebt; o, laßt uns nie stille steh'n, nein, im Guten weiter geh'n! 3. Wer durch Nichtsthun sie entweihte, seine eble Jugendzeit, o, der kehre reuvoll heute wieder zu der Thätigfeit. Lass't uns nützen jede Kraft, eingedenk der Rechenschaft! Unbet. Verfaffer. Landleute, Künstler und Handwerker. Mel. 518. Ich dank' dir schon 2c. 407. Wie reich, o Schöpfer der Natur, bist du an Macht und Güte! Du schmückest jedes Jahr die Flur mit Blumen, Gras und Blüthe. Pflichten gegen 2. Du gibst uns warmen Sonnenschein und Thau und milden Regen. Daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n, bringt selbst dein Donner Segen. 3. Durch dich wächst Frucht auf Baum und Strauch; durch dich reift das Getreide; und mildiglich versorgst du auch das Vieb mit fetter Weide. 4. Wie fröhlich machst du meinen Stand! Du gibst mir Kraft und Stärke, mit regem Fleiß zu bau'n das Land; und segnest meine Werke. 5. So Viele klagen über Noth, ich darf nie Mangel leiden. Mich lohnt der Fleiß; ich bau' mein Brod; der Arbeit folgen Freuden. 6. Und ward auch andern Menschen gleich mehr Geld und Gut beschieden; nur die Genügsamkeit macht reich, und ich bin wohl zufrieden. 7. Es fehlt mir an Gesundheit nicht, mich quälen keine Sorgen, und freundlich weckt zu meiner Pflicht mich jeder neue Morgen. 8. Vorüber geht mir schnell die Zeit, bei meinem Tagsgeschäfte. Die Sonne lacht mir Heiterkeit, der Wiesen Duft gibt Kräfte. den nächsten. 391 9. Und, o wie süß die Ruhe lohnt, bin ich nun Abends müde! Denn unter meinem Dache wohnt der Eintracht holder Friede. 10. Das ist doch je gewißlich wahr: wer auf der Tugend Wegen einhergeht, findet immerdar Zufriedenheit und Segen. 11. Drum will ich stets, von Falschheit rein, rechtschaffen, treu und bieder, und gern des Armen Helfer sein und Bruder meiner Brüder. 12. Will immer freudig dir vertrau'n, du Gott im Himmel oben, auf deine Macht und Güte schau'n, und dich von Herzen loben. Joh. Chrift. Waguer, 1747-1825. Mel. 63. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht zc. 408. Jch dank' dir, Gott, für meinen Stand, du gibst dem Fleiße meiner Hand Ges deihen; lohnst ihn mit Ges winn, und machst, daß ich zufrieden bin. 2. Wenn gleich von dir nicht hoch gestellt, nütz' ich doch auch der Bruderwelt; ich schaff' durch Fleiß von Zeit zu Zeit ihr Nothdurft und Bequemlichkeit. 392 3. Wie ist ein Land so fordert; angenehm ist auch, segensvoll, wo jeder wirket, was er soll, wo überall der Fleiß regiert, und Redlichkeit fich nie verliert! wer treu im Kleinen ist, dir, der du Aller Vater bist. Joh. Unbr. Cramer, 1728-1788. Einzelne Pflichten. DI 4. Wie viele Kräfte regen sich, wie viele Hände auch für mich! Und ich doch wollte müßig rüh'n, und nicht mein Werk mit Freuden thun? 5. Leicht wird mir jede Tagesmüh', bet' ich zu Gott des Morgens früh; und ist mein Tagwerk gut vollbracht, lohnt mich mit süßer Ruh' die Nacht. 6. Und Gottes Segen folgt mir nach. Schon hab' ich Hülle, Brod und Dach. Was hat vor mir der Reiche mehr? Ich schlaf' und werde satt, wie er. 7. Umringt die Großen auch mehr Pracht; nicht sie ist's, die uns glücklich macht. Wie mancher grämt im Prunke sich, und hat der Sorgen mehr als ich! 8. Nur wer das Seine redlich thut, ist glücklich, hat stets frohen Muth. Die Zeit der Müh' rollt schnell dahin, und einst lohnt mehr noch ihr Gewinn. 9. Wer viel empfangen hat, von dem wird viel geHulld Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. 409. Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Durch gegenseitiges Bemüh'n steht man der Bürger Wohlfahrt blüh'n, und durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht. 3. Ein Bürger ist des andern Freund; fie, die ein gleicher Zweck vereint, seh'n, durch des eignen Vortheils Werth, das allgemeine Glück vermehrt. 4. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der Eine nützt durch Geisteskraft, durch Einsicht und durch Wissenschaft. Mod 5. Der durch die Arbeit seiner Hand, durch Kunstgewinn dem Vaterland, und der, den Noth und Mangel drückt, wird durch des Reichen Hand erquickt. Pflichten gegen den nächsten. 393 6. So knüpfst du, Gott, man ihn verschwendet, uns durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band, ver theilst durch deiner Weisheit Wahl, des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 3oach. Chrift. Grot, 1733-1801. Verhalten gegen die thierische und leblose Schöpfung. Mel. 87. Herzliebster Jesu 2c. 410. Herr, laß mich stets die große Pflicht bedenken, das, was du schufst, aus Leichtfinn nie zu kränken; nie deine Gaben frevelnd zu vernichten, denn du wirst's richten. 2. Wie groß und schön sind alle deine Werke! Dich rühmt die Flur, der Baum in seiner Stärke, der Thiere Menge, die auf Erden leben, in Lüften schweben. 3. Dein Will' ist zwar, mit Weisheit sie zu nutzen, fogar als Eigenthum sie zu besitzen; doch sollen wir nie, was du schufft, verheeren, zur Lust zerstören. zugewendet. 5. Mit Schadenfreude stört er Baum und Pflanze im schönsten Wuchs; Natur in ihrem Glanze kann ihn nicht rühren, nicht mit allem Segen sein Herz bewegen. 6. Dem zarten Bäumchen raubt er seine Säfte; er stört der wirkenden Natur Geschäfte, und macht der fünft'gen Welt gehoffte Früchte boshaft zu nichte. 7. Nur ein gefühllos Herz kann an den Leiden der Thiere sich in Gottes Schöpfung weiden; sie zwecklos quälen, und mit ihren Schmerzen leichtsinnig scherzen. 8. Wohl mir, wenn ich mir's zum Gewissen mache, wie auch das Heer der Spötter mich verlache, was Gott erschuf- nichts soll mich künftig blenden recht anzuwenden. - 9. Um mich soll alles, was da lebt, sich freuen! Kein Thier soll über mich um Rache schreien. Ich darf es nützen, seinen Tod befehlen, doch nie es quälen. 4. Ein solcher Frevler ist, Herr, dir entgegen; er achtet nicht den übergroßen Segen, 10. Mit milder Schonung will ich ihre Freuden durch den du, voll Huld, nicht, daß Grausamkeiten ihnen nie vers 394 Einzelne Pflichten. leiden. Erhalte, Gott, mir| Trank und Epeise; hat, so wie der Erbarmung Triebe und diese Liebe! Unbet. Verfaffer. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 411. Der weise Echöpfer, dessen Ruf einst mächtig schell: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für die Menschen nur allein; auch Thiere schuf er, groß und klein, des Lebens sich zu freuen. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben mehre; sie füllten Wälder, Berg' und Thal und See'n, Flüss' und Meere, belebten hier die bobe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuten sich des Lebens. 3. Nie kann des weisen Forschers Sinn der Arten Anzahl wissen; dech sänk' auch nur die fleinste hin, so wär' das Band zerrissen, das in der weiten Gotteswelt die Wesen aneinander hält zu einem großen Ganzen. 4. Das kleinste Thier be tritt die Welt, wie ich, auf seine Weise; es fühlt sein Das sein, und erhält sich auch mit ich, auch Einnenkraft, fühlt, was ihm Luft und Schmerzen schafft, verläßt, wie ich, das Leben. 5. Dem, der für Alles Sorge trägt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen nie vergißt, ist auch des Wurmes Schöpfer. 6. Und er, der alle Wesen liebt; er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm gibt, gedankenlos zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, mit Leichtsinn zu zerstören? 7. Nein! kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frebel quälen; mag auch, was mich zur Menschheit hebt, mag die Vernunft ihm fehlen! Durch sie trag' ich der Gottbeit Bild; doch lehrt sie mich auch göttlich mild, Glück um mich her verbreiten. 8. Vernunft, erhab'ne, Seelenkraft, Geschenk aus Gottes Händen! ich müsse nie durch Leidenschaft selbst deine Würde schänden. Wer den er hab'nen Zweck vergißt, wozu Pflichten gegen du ihm gegeben bist, der schändet deine Würde. 9. Vernunft! du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren, in der Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. den nächsten. 395 10. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech ein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Fürcht. Chrift. Fulba, 1768-1854. asif Zukunft. 1. Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. 412. f Eigene Melodie. Michael Frank, 1657. Ach, wie nich- tig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Le= ben! Ei- lend flie- hen uns re Stun- den; kaum ge- nos- sen, kaum em- pfun- den, = # sind sie uns auch schon verschwunden. Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. 397 2. Ach, wie nichtig, ach, 8. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen wie flüchtig ist die Luft der Etärke! Morgen ist des Todes Erde! Oft verwandeln unsere Beute, wer gesund und froh Freuden sich schon hier in noch heute mit den Seinen bittre Leiden, und einst müssen sich erfreute. wir doch scheiden. 3. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Seh't die Rose, wie fie glühet! Morgen ist sie schon verblühet. So der Jugend Reiz entfliehet. 9. Eins nur bleibet! Gott, dies Eine sei uns theu'r und heilig! Tugend, Tugend wird bestehen! Laff't der Erde Staub verwehen! Tugend kann nie untergehen! Michael Frant, 1609-1687. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen It ber Ehre! Wer nach Beifall sehnlich schauet, und auf Menschengunst vertrauet, hat sein Glück auf Sand gebauet. 5. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig sind der Menschen Schäßze! Reichthum ist des Himmels Gabe; aber alle deine Habe rettet dich doch nicht vom Grabe. 6. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß, trop Herrscherstab und Siegen, doch zuletzt dem Tod erliegen. 7. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur doch vermessen ist, gleich einem Gott, gesessen, seiner wird im Tod vergessen. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Mel. 237. 413. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei, noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und Reiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weise macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was une 398 Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen, offenbar. 6. Drum, da der Tod dir täglich bräut, so sei stets wacker und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein glaubig's Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt: eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' nicht mit mir in's Gericht. Des Tobes Bild erinn're mich, vor dir zu wandeln würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag, vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Christ. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht 2c. 414. Schön ist Gottes Erde zwar, doch es kann auf ihr nichts dauern; jeder Schönheit droht Gefahr von des Todes kalten Schauern; denn durch ihn herrscht in der Zeit überall Vergänglichkeit. 2. Ach, kaum drängt mit süßem Duft aus der Knospe Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. 399 sich die Rose, öffnet sich ihr gehen! Blos zum Sammeln schon die Gruft in der Erde pfleget man Erntefelder ab kühtem Schooße, und es flieht zumähen! Um der Blume des Lenzes Pracht, wenn sie sich zu freu'n, muß man erst faum uns angelacht. den Samen streu'n. 3. So, des Frühlings Blüthen gleich, kann auch mich ein Sturm verwehen. Manche, die, an Hoffnung reich, in die fernste Zukunft sehen, überrascht im Morgenroth ihrer Jugend schon der Tod. 4. Ach, so schläft wohl Mancher schon, den ich, wei nend, Freund noch nenne; viele sind der Erd' entfloh'n, deren Namen nur ich kenne: und wie Vieler Herrlichkeit ruht schon in Vergessenheit! 5. Gott, auch mir fiel dieses Loos, ich auch werde einst gefäet! Dieses Eine weiß ich blos, nicht, wann mich der Schnitter mähet; ehe denn ich's ahnen kann, legt er seine Sichel an. 6. Doch in deinem Reiche tann, soll auch nichts verloren 7. Auch der Leib, den wir hier sä'n, muß verwesen in der Erde, daß, zum Himmel einzugeh'n, er verklärt und geistig werde. Durch des Schöpfers Kraft erneut, reift er zur Vollkommenheit. 8. Nun, so will ich mit Vertrau'n, ohne Furcht den Tod begrüßen, ihm getrost in's Auge schau'n, durch die Hoffnung ihn versüßen: dieses Leibes Sterblichkeit führt mich zur Vollkommenheit.9. Meine höchste Sorge sei, im Erziehungsstand der Erde, daß mein Geist, von Mängeln frei, heilig und vollkommen werde. Du, o Gott, voll Lieb' und Macht, rufft mich aus des Grabes Nacht! Unbet. Verfaffer. 415. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgeſtellt 2c. fe 1589. Wie fleucht da= hin der Menschen Zeit! wie 400 Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. 6. ei= len wir zur&- wig= teit! Wie man= djer sinft, eb er's gedacht, in To bes nacht! O = = See le, nimm dies wohl in Acht! 2. Dies Leben ist gleich Kein irdisch Glück gibt wahre einem Traum; gleich einem Ruh'. leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist ein beff'res Gut bewußt, nur dieses Eine such' ich hier, es bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin! mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und froh zu deiner Rechten steh'! D, mein Erlöser, stärke mich, daß standhaft ich, bis an mein Ende, liebe dich. Joach. Neander, 1810-1680. 4. So lang ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn! Zu wachen sei mir heil'ge Pflicht; ich weiß ja nicht, wie bald mein ster- Mel. 181. Er starb, der größte Held 2c. bend Auge bricht. 5. Was hilft die Welt in 416. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbet. Ertauf' die Zeit, und, statt zu klagen, fie sei zu kurz, gebrauch' sle Todesnoth? Was Ehr' und Neichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Kürze des Lebens und weiser Gebrauch desselben. 401 treu! Nimm, mit erkenntlichem bir, o Gott, ist nichts verGemüth', der nahen Stunde borgen, stets siehst du mich wahr; fie flieht! im hellsten Licht; ich will, mich deiner Huld zu freu'n, mein Leben gern der Tugend weih'n. Ziel, 6. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Biel, vers schiebst dein Heil auf ferne Erleucht' und stärke Zeiten, und träumst dir noch meine Seele, weil, ohne dich, der Jahre viel. Wie viele fie nichts vermag! Du gönnst, Stunden sind noch dein? daß ich mein Heil erwähle, Kann diese nicht die letzte ſein? so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt. 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach wahrer Weisheit hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst, voll Glaubens sagen kann: du, Gott, nimmst mich zu Ehren an. zu: Sieh', Eins ist noth! Was säumest du?" 4. Drum eile, rette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sei wachsam, bet' und überzähle der Menschen tage kleine Zahl. Wär' auch dein Ende noch so fern, sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende hörst du, Herr, der mich scheiden heißt. In deine treuen Vaterhände, befehl' ich, Höchster, meinen Geist! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Chrift. Friebe. Neander, 1724-1802. 26 402 sals Von dem Tode. dok uthul nom Jon dull du du 700 barz II. Von dem Tode. ou i munt Ja sam slot n'dst of trad nderaasd Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 3 i 35 5. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n! die, aufgelöst zu werden, in Heiligkeit sich freu'n. Sie sä'ten hier im Leben für die Unsterblichkeit, und sind, es Gott zu geben, wann er will, stets bereit. bud dusput si e Mel. 89. disld disgaun Vorbereitung auf denselben. 400 1910 is 61 Herzlich thut mich verlangen 2c.dile 417. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sich'rer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede bringt uns Kunde, daß näher sei die Gruft. 6. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt tein sterblich Herz. O Trost für turze Leiden, für kurzen Todes schmerz! Dem Todesüberwina der sei ewig Preis und Dant, daß er für uns, die Sünder, den Kelch des Todes tranttis Sdnu duci. 8. Funt, 1734-18118 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die finst're Todesbahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, und vor dem Gott der Götter er zittert und verzagt. BUN JUD 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn, unter Angst und Beben, mein Herz im Kampfe bricht: Herr über Tod und Leben, o, dann verlaß mich nicht! 4. Der du, zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst, hilf, Todesüberwinder, hilf mir aus solcher Angst! dunft so13 odia siat o Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2 418. Ach Gott, was ist der Menschen Glück? Es währt nur einen Augenblick. Wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir kein Eigenthum; doch trachten wir Vorbereitung auf denselben. nach Ehr' und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch er hört, so seh'n wir unsre Qual vermehrt. 563. Der Kummer dringt bis auf den Thron, und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt, hat noch kein wahres Gut erlangt. ob 4. Bon allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns überlebt? Was folgt uns in die Ewigkeit, wenn über uns der Herr gebeut? 5. Auch selbst des Purpurs fchonet nicht der Tod, der in die Hütten bricht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr' und macht befrei'n uns von des Grabes Nachtadeados 1 gram 6. Von allery Pracht, und Herrlichkeiti bleibt uns zuletzt ein Sterbekleid. Nach kurzer Zeit ist dies auch Staub und so, wie wir, der Erde Raub, 7.So flieht ein Rauch im Sturm und Wind, so fällt ein Blatt, und so geschwind finkt eine Blume welkend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? 403 nah', man sucht mich; ich bin nicht mehr da. 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? In Kurzem bin ich auch nicht mehr. Viel leicht ist schon mein Abschied 9. Die Tugend, die wir ausgeübt, bleibt, wann der Erde Glanz zerstiebt. Wer als ein wahrer Christ gelebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begräbt. 10. Er lebte seinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. SMITH 11. Gott, dessen weiser Rath bestimmt, daß es mit mir ein Ende nimmt; entreiße, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 00971 bir s 12. Der Erde Reichthum folgt mir nicht, wenn dies mein irdisch Haus zerbricht, nur aus dem Born des Glaubens quillt ein Trost, der mich mit Muth erfüllt! 13. In Jesu schlaf' ich freudig ein; einst werd' auch ich ihn ähnlich sein. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wann mich sein Wort zum Leben ruft! 14. Jhm fola' ich treu durch Tod und Grab. Er ist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklärt und 26* 404 Von dem Tode. freudenvoll, sein Angesicht einst| Noth, Freunde hülflos um schauen soll. dich beben; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst! Deine Zeit ist Gottes Sache; statt 100 mit 21 den Tod mit Angst zu scheu'n, lerne, seiner dich zu freu'n. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube; selig soll ich, ihn zu schau'n, mich er heben aus dem Staube! Er, der rief: trad nahm dem Jode seinebracht! Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Ge bein versenten; sprich: Herr, daß ich sterblich bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du mich's jeden Tag, daß ich bil na weiser werden mag. olifo tis nism Ch. F. Gellert, 1715-17099 si istian asd bon slis bi lisse sind him bomb Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Visayas 419. Meine Lebenszeit vers streicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe, und wie wenig ist's vielleicht, daß ich noch zu leben habe? Dent', o Mensch, deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn, in deiner letzten 420. fire Eigene Melodie. nism sto STUDIO nis 810 1562.10 Mein Leben ist ein Pilgrim stand, der = fr 80BC Vorbereitung auf denselben. Rub' auf Himmel ist mein Vater- land; ich fin de kei= ne Er den. â Ich su 405 a che mei- nes Gottes Stadt, die er mir dort er= bau= et hat; da werd' ich e= wig se= lig werden. Mein Leben ist ein Pilgrim- stand, der Himmel ist mein Vater- Land. 2. Wie Schatten vor der nisse, Gott, sind viele; TrübSonne flieh'n, so schwindet sal, Noth und Spott muß meine Zeit dahin. Hier ist hier so oft, wer fromm ist, der Ort nicht, den ich wähle; leiden. Sein Weg ist schmal, ich eile nach der Ewigkeit. und weit sein Ziel; und doch Ach, mache mich dazu bereit; sind seiner Feinde viel, und bewahre, Vater, meine Seele! wenig oft der Tugend Freuden; Gib, daß ich, als ein frommer und dennoch soll's ihn nie Chrift, stets suche, was im gereu'n, dein Pilger hier, o Himmel ist. Gott, zu sein. 3. Der Tugend Hinder. 4. Hilf darum mir, o Jesu 406 Christ, der du mein Heil ge worden bist, hilf mir, du Führer aller Frommen! Mit Selbstverleugnung, Herr, will ich, ermuntert und gestärkt durch dich, stets näher zu dem Biele kommen. Streit ich, wie du, nur standhaft bier, so erb' ich ewig auch mit dir. 5. Verleihe mir Beständigteit; laß mich, mit Unerschrockenbeit, mit Muth, auf deinen Wegen gehen! Fall' ich, mein Gott: so bilf mir auf; laß mich vollenden meis nen Lauf, und in der Noth mich fest bestehen; getroft auf deinen Schutz vertrau'n, und selig einst dein Antlitz schau'n! Fr. Adolph Lampe, 1688-1729. 1688-172900795. Mel. 241. Wer nur den lieben 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und wel cher Staub mein Grab bedeckt; dech, daß ich nimmermehr verderbe, daß deine Hand mich auferweckt, mit dieser Hoffnung schlaf' ich ein; die Erd ist allenthalben dein. dat bine 6795. Dein Wortberbürgt mir's; wenn ich sterbe, nimmſt bu, Herr, meinen Geist zu bir. Bin ich nur dein und Christi Erbe, und hab' ich bich am Grabe hier, fo bleib ich fel'ger Hoffnung vell, wann, wie und wo ich sterben Gott läßt walten 21sdn 421. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; was indisch ist, kann nicht besteh'n; drum gib, daß ich mich nicht entfärbe, wenn Grabeslüfte mich umweh'n. Die wahre soll.( bred 1790 790 bid Heimath ist bei dir; mein ni vent. Schmolct, 1672-17372 bleibend Vaterland nicht hier. bilgsblad bilentigrad Wider die Lodesfurcht. 11911071 0110930 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin. ZerMel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. brechlich bin ich, gleich der cherbe, kann, wie die Blume, 422. Wie wird mir dann, Von dem dem Tode. 1931 schnell verblüh'n. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3010 3. Mein Gott, ich weiß nicht, ich sterbe, und welcher Tod das Herz mir bricht; dem Einen wird das Scheiden herbe, der Andre stirbt, und ahnt es nicht. Wie du, Herr, willst; gib nur dabei, daß einst mein selig sei. Ende 91153 269 Wider die Todesfurcht. 407 o, dann mir sein, wann ich, zu deinen Todten sammelt. mich ganz des Herrn zu Vielleicht umgibt mich ihre freu'n, in ihm entschlafen Nacht, eh' ich dies Flehen werde! Von keiner Sünde noch vollbracht, mein Lob dir mehr entweiht, entbunden von ausgestammelt. Vater, Vater, der Sterblichkeit, nicht mehr ich befehle meine Seele deinen der Mensch von Erde! Freu' Händen; laß getreft den Lauf dich, Seele! Stärke, tröste mich enden! dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Jch freue mich, und bebe doch. Es drückt des Sündenelends Joch mich in den Staub darnieder. Nur Jesu Beistand stärket mich; an ihn, den Mittler, halt' ich mich, und er erhebt mich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 5. Sind meiner Tage hier noch viel; bin ich vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert; geht meine Laufbahn hier noch weit; die Hülle meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; durch dich, hoff' ich, reiche Saaten guter Thaten auszustreuen, dort der Ernte mich zu freuen. 6. Wie wird mir dann, Erlöser, sein, wann ich, mich deiner ganz zu freu'n, dich dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Erbe deiner Seligkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Preis dir, daß mir, durch dein Leiden, jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen! Mis Friebr. Gottlieb Klopftod, 1724-1803. 3. Bestege dann des Todes Grau'n, mein Geist, er ist der Weg zum Schau'n, in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zur höchsten Seligkeit wird dich der Herr durch ihn er heben. Gottes Huld ist un vergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unausLas sprechlich trösten. STOI Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 4. Herr, Herr, ich weiß 423. Der letzte meiner Tage die Stunde nicht, die mich, ist mir vielleicht nicht fern. wenn dies mein Auge bricht, O, dann wird meine Klage 408 Don dem Code. ein Lobgesang dem Herrn. auf Erden von ihm gekrönt Vollbracht ist ganz mein Lauf; ich trete hin zum Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. zu werden, das Kleinod zu empfah'n. d) mommal 6. Die Leiber wahrer Frommen sind Saat, von Gott gejä't. Der Erntetag wird kommen, wo Gottes Odem weht; wo sie, durch ihn vers klärt, empor vom Grabe schweben, zu einem neuen Le ben, deß Wonne ewig währt. 7. Dir bleib' ich, Herr, ers geben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel, führen wirst. Ich barre dieser Zeit, getreu in deinem Bunde; ich freue mich der Stunde, die ewig mich befreit. sid 150 88. So geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht, nach kurzem Schlummer ein neuer Mors gen an. Heil mir! er ist nicht fern der letzte meiner Tage, er kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn. si Balth. Münter, 1735-1793. nis disut du ud id org Mel. 235. Nus tiefer Noth ichrei' ich zu dir 2c. .8 424. Wann einst mein ster bend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn; damit ich selig werde, ent schwing' ich mich der Erde, zu bessern Welten hin. 3. 3. Nur meines Leibes Bürde, nicht mich, verschließt die Gruft; mich hebt zu höh' rer Würde mein Vater, der mich ruft. Sein Bote heißet Tod! Er, furchtbar nur den Sündern, willkommen Gottesi Kindern, erlöst sie aus der Noth. bid si 4. Ich, der Gefahr entronnen, geb' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er, in seinem Sohne, das Recht der Kindschaft gab. Ich darf zu ihm mich nah'n, für meinen Kampf Wider die Todesfurcht. 409 wann meine Freunde um mich nah'n, mein himmlisch Kleinod steh'n, und mich in dir ents zu empfah'n, das Jesus mir schlummern seh'n, und meinen bewahret. Tod beweinen. m 12. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Balth. Münter, 1735-1793. fun odniend Mel. 73. Gott sei Dank in aller Welt 2c. Güte preist, daß er den Tod 425. Christ, gedenk an deinicht siehet, dann tröste, die, betrübt um mich, mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen!! nen Tob, eh' er in der Nähe droht, daß von ihm du weisen Ernst, früh dein Heil zu schaffen, lernst. 2. Daß du, wenn er nun erscheint, nicht ihn fliehst, als einen Feind, dich von deiner Furcht ermann'st, gern die Hand ihm bieten kannſt. 3. Mein hingefall'ner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Heil mir das Grab wird dennoch dir ihn wiedergeben müssen! Du kommst, o Schöpfer; deine 3. Kennst du ihn, so zagst Macht, die ihn aus Nichts du nicht, blickst ihm heiter hervorgebracht, kann ihn aus in's Gesicht. Er führt Gottes Staub erneutern.83d 79msel'ger Ruh', deinem großen 4ch trau're nicht, fintt Ziel, dich zu. auch hinab mein Leib zur Graft und modert. Ich weiß jap daß ihn von dem Grab mein Gott einst wieder fordert. O Hoffnung, daß, nach kurzer Rub', mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch' ein Trost im Tode! 14. Ueberfielder dich auch früh: wohl dir! dieses Lebens Müh' endet er, und du kommst dann an dem Ziele früher an. 5. Des Tobes Schrecken, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick auf dich, nach der Vollendung trachten; will mich dem Ziele freudig 15. Da, Beglückter, findest du nach der Arbeit deine Nuh'; da reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tugend Lohn. 6. Streue sorgsam in der Zeit Saaten für die Ewigfeit; laß, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte niemals ruh'n. 410 A 7. Wenn dann früh dein Tod sich naht, reift auch früh dort deine Saat. Wirke treu, 426. Von dem Tode.6103 ordiga miss somiem 6519 1940 Eigene Melodie. Mein Je sus ist mein = dann lebst du viel, käm' auch früh dein Lebensziel.pus d asgd Joh. Abolph Schlegel, 1721-1798.3 2. Durch Jesum werd' ich felig! Dies Wort steht ewig fest; die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Bald hab' ich über wunden des letzten Kampfes Pein; durch Jesu Blut und Wunden geh' ich zum Himmel ein. Melch. Vulpius, 1609. schon der Tod mich hin, was sollt' ich ängstlich 4. Wenn mir die Augen brechen, ich kaum mehr athmen kann, nicht hören, nicht mehr sprechen, dann nimm dich meiner an! Le= be ben? Der Tod ist mir Gewinn! ben; reißt 5. Wenn Sinne, wenn Gedanten, wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder wanken: Gott, dann verlaß mich nicht! 6. Nimm von mit Furcht und Kummer, o Jesu, stärke mich! Leicht, wie des Müden Schlummer, sanft fei mein Tod durch dichud fröl 7. Laß fest an dir mich hangen, mein Licht und mein Vertrau'n, und stille mein Verlangen, dich ewig dort zu schau'n! Wider die Todesfurcht. 411 8. Dann sing' ich, mit sänge, Gott, Vater, Sohnfund der Menge, die dich im Him mel preist, dir ewig LobgeGeistlun fist fem bil do 1931 317? Simon Graf, 1603-1659. 427. Mel. Ach, Jesu, meiner Seelen Freuden xc. sidebolle guspi Was sorgst du ängst- lich für dein Es Gott ge las sen : Ensui dusblätt lieben, M 62 tb Glück, abefte pen, and wahre Ruh' und deine Pflicht; du sollst es Inni 90 TL 12 Ened. 1799. d dret motel one weis- lich nü- ben, es dan es dankbar, als ein gilt bi 1115 Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weiskeit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Le= ben? ü- ber= ge= ben, ist You To buy TORU 15 mg lör'st du's nicht. do no hi made # 4 verlieren, als vers uspute sid STR Er soll den Wunsch, zu leben, mindern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleih'n. 412 Von dem Tode. 3. Ermattest du in deinen zu sein? Heil mir, wenn Pflichten, so laß den Tod ich in Christo sterbe, dann ist dich unterrichten, wie wenig ein unbeflecktes Erbe, dann beiner Tage sind. Sprich ist des Himmels Reichthum mein. soll ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und ste verfliegt geschwind. 4. Dent' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. 8. Dent' an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide, doch von allem Bösen wird mich ja bald der Tod erlösen; er ist's der mir die Krone reicht. 9. Dent' an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöh'n. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch Unheil folget dem Verbrechen, und plößlich werden sie ver geh'n. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht so heftig liebst. Dent' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Dent' an den Tod bei frohen Tagen; tann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 10. Dent' an den Tod in bangen Stunden, wo alle Hoffnung dir entschwunden, und Gott dich nicht zu hören scheint. Sprich: Vater, es gescheh' dein Wille! dann macht er deine Seele stille, geschieht auch nicht, was du gemeint. 11. So suche dir in allen 7. Dent' an den Tod, wenn Fällen den Tod recht lebhaft deinem Leben das fehlt, wor- vorzustellen, dann wirst du nach die Reichen streben. ihn nicht zitternd scheu'n; Sprich: bin ich hier, um reich dann wird er dir ein Trost Wider die Todesfurcht. 413 in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild Leben zeigte, und, wie die Blum' im dürren Sand, sein in der Versuchung sein. Haupt boch plötzlich neigte. Wie Manchen barg uns schon der Sarg; gesund noch gestern, heute schon der Verwesung Beute. JOUD Ch. F. Gellert, 1715-1769. 118-1789. mm and no Ins@ 8 Mel. 236. Was Gott thut, modas ist wohlgethan 2c. slin 428. 3u Gottschwingt unser Geist sich auf, wir falten fromm die Hände; einst endet sich des Lebens Lauf, doch segnen wir das Ende. Nicht furchtbar droht uns unser Tod; die Leiber nur zerstäuben; Gottlob! die See len bleiben. 19ff 5. Wie manchen Vater sah'n wir flieh'n, und Kinder um ihn zagen; wie manche Jungfrau sah'n wir blüh'n und früh zum Grabe tragen; wie Mancher weint um einen Freund; wie Mancher schleicht am Stabe zu seiner Enkel Grabe. 3. Wer zählt die Tausende, dienschhon bor uns dahinge schieben Sie floh'n, wie ihre Jahre floh'n und ruhen nun im Frieden. Wohin wir seh'n, wori Menschen geh'n, find fie umwebt von Lüften aus ihrer Brüder Grüften, d ng Jus 6. Wir gleichen wohl der Feldessaat, die reif und golden wehet; sie weiß nicht, wann der Schnitter naht, und wann die Sense mähet. Auch uns ruft oft ganz unverhofft der Tod aus diesem Leben, zu Gott uns zu erheben..8 2. Drum lass't, von Sünden unentweiht, uns nach dem Himmel streben, wo wir einst zur Unsterblichkeit veredelt, ewig Jeben. Das Leben flieht; wie oft verblübt im Morgen roth der Knabe, und ist nicht fein vom Grabe.bid to dni 7. Ja, dorthin führt des Zebens Lauf, drum segnen wir sein Ende. Entzückt schwingt unser Geist sich auf; wir falten froh die Hände. Un sterblichkeit folgt dieser Zeit; was lebt, kann nicht vergehen; wir werden auferstehen. 8. Woblan! mit Eifer 4. Wie Manchen haben wollen wir die Bahn der wir gekannt, der munt'res Tugend gehen. Wer weiß 414 Auferstehung der Todten. uns nicht schrecken! ob wir uns Alle hier noch uns decken, das Grab soll einmal wieder sehen? Wir seh'n uns doch im Himmel noch; drum mag das Grab mis ga nis HD 9008 £ III. Auferstehung der Todten und 078 Wiedersehen. ndo dispu ndo dus ist plaz0 788 mode? mag dit insens 39950 or S I nogoing nogurdsgrad nemmtor sidded 429. bost Dobl bo Wa no $ 1 to de chet auf!" G. W. Ch. Starke, 1762-18 30. a ma 1 dak lichnal dugu Eigene Melodie, sujun nadst mon sif n'doff de 1599.11 Wa chet auf, sus 19.13 so Ver sammelt euch, ihr ver- lass't, ihr Tod ten, eu Der Welten Herr ist's, der ruftos die Stimme 13 tisdrdoll anu Sünder 188 temomis diach dry grgine ru fet einst des Rich terg Stim- me Jiss conist = Got do tes= fin= der! teg re Gruft!" euch ruft. Des To= des stil= le Nacht ist nun vor- bei; er 2ed. f wacht! Lob't den Höchsten! Bod Mach't euch be. reit zur und Wiedersehen. 430. fhe E= wig = keit! großer Tag ist da! pudellistor SÚSIDE 2. Erd' und Meer und Felsen beben; die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr Erlöser tommt voll Klarheit, vor ihm ist Güte, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. wift 990 Ju J06), 3. Ewig sei dir Lob ge= 19191 dibus ti 415 sungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen, genießen nun der Tugend Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Noch sah tein Auge sie noch scholl dem Ohre nie diese Wonne. In Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Nach Ph. Nicolai, 1556-1608. Sein Tag, sein Eigene Melodie. Joh. Balth. Glaser, 1804. Auf- er- steh'n, ja auf= er steh'n wirst du, mein 416 Staub, nach Auferstehung der Todten. kur= zer Rub'; un= sterb= lich Le= ben wird, der dich schuf, dirg ge= ben. Gelobt sei Gott! Herr 2. Wieder aufzublüh'n, Mel. 442. Alle Menschen müssen werd' ich gesä't. Der sterben 2c. der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, uns, die bier starben. Gelobt sei Gott! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein. Mit Jesu geh'n wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heiligthume, zu seines Namens Ruhme! Ihn schau' ich dann. Friebr. Gottlieb Klopstod, 1724-1803. 431. Jch will nicht vor dir erbeben, Tod, du Schrecken der Natur! Alles reift zu neuem Leben; blieb' denn ich im Tode nur? Nein, entfliehet, bange Schrecken! Stets wird nicht das Grab mich decken Zu der sel'gen Geister Chor schwingt sich frei mein Geist empor. 2. Wieder aufblüh'n, Sohn der Erde, wirst du aus des Grabes Nacht; schweigen wird dann die Beschwerde; kleiden wird dich größ're Pracht. Wann der Lenz die Erd' ers neuet, wann sich Alles um mich freuet, ruft mir jedes Blümchen zu: wieder auf blüh'n wirst auch du! 3. Heil mir! schöner werd und Wiedersehen. 417 ich blühen, mir auch bricht| Geistes Hülle; o, welcher ein Frühling ein! Aller Freuden Fülle erscheint mit dir! Kummer wird entfliehen; Tod 2. Wiederseh'n!- Er, der und Trennung nicht mehr den Tod bezwang, dem Leben sein. Ja, mit jedem Augen- Sieg errang, er hat's verheißen. blicke eil' ich dann zu höherm Wer kann uns ihm entreißen? Glücke; eile zu der Wahrheit Ihm sterben wir. Quell; was hier dunkel war, wird hell. 4. Dann, o Wonn'! auf höhern Sphären fühl' ich ganz der Tugend Glück! Mir entfließen keine Zähren, und mich trübt kein Mißgeschick. Dort, vor des Allmächt'gen Throne schmücket mich die Siegeskrone; dort durchdringet meine Bruft nie gefühlte Wonn' und Lust. 5. Drum erhebe dich vom Staube, o mein Geist, in jene Welt! Der Vernichtung nicht zum Raube wirst du, wenn dein Leib zerfällt. Trage still der Erde Mängel! Bald, im frohen Kreis der Engel, dentest du der Prüfungszeit dann mit hoher Freudigkeit. Unbet. Verfasser. Mel. 430. Aufersteh'n, ja auf ersteh'n 2c. 432. Wiederseh'n! Wenn aus des Grabes Nacht, verklärt, zum Licht erwacht des acerbach Bract 3. Wiederseh'n!- Der Wonne Zähren, fließt! Wie sie der Herr begrüßt, alle die Seinen, will er auch uns erscheinen; ihm leben wir. 4. Wiederseh'n!- Nicht hier der Leichenstein schließt unsre Trauten ein. Hinauf vom Staube führt sie empor der Glaube an Jesum Christ. 5. Wiederseh'n!- Der Geister sel'ge Schaar, die hier einst unser war, harrt auf die Lieben, die noch zurückgeblieben im Thränenthal. 6. Wiederseh'n im bessern Heimathland! Der Liebe heilig Band knüpft dort sich wieder; dann tönen Jubellieder im Vaterhaus. 7. Wiederseh'n! Ja hier auf Erden schon reift uns der Treue Lohn. Der Freude Thränen vergießt, nach bangem Sehnen, wer glaubt und hofft. nach Gellert von G. W. Schulp, 1774-1842. - 27 418 So for si Allgemeines Weltgericht. IV. Allgemeines Weltgericht. AGA 118 THE And Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 433. Wenn, troßend dem Gerichte, der freche Thor sich lügt, daß ihn der Tod vernichte, ach, seine Hoffnung trügt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich ein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: der Herr hält einst Gericht. hon auk 2. Jch seh' die Erde beben, geöffnet jede Gruft die Todten wiedergeben, wann Gottes Stimme ruft. Dem kommt der Treue Segen, bem seiner Bosheit Lohn, wie er's verbient, entgegen, an Gottes Richterthron. entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh', seh'n sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest fie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein sinnlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst den Sündenknechten ihr on Theil an jener Pein, und führeft die Gerechten zu deinen Freuden ein. 6. Drum laß mit Ernst mich schauen, o Herr, auf dein Gericht; doch wante mein Vertrauen auf deine Liebe nicht! Vor dir laß fromm mich wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weiser, handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vor handen, wird diese Welt ver geh'n: so fürcht' ich nicht, mit Schanden, vor deinem Thron zu steh'n. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich, mit deinen Knechten, in deine Herrlichkeit. 3. Umsonst sucht da der Sünder vor Gottes Macht zu flieh'n. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung zieh'n. Du rufst, und ste erscheinen, und keiner bleibt zurück; doch, Vater, nur den Deinen winkt dann der Gnade Blick. 4. Frohlockend seh'n die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch Benj. Schmold, 1672-1787. Weltgericht. 2419 4. Sieh', wir streuen mit Vertrau'n unser Saattorn auf die Erde; hoffen, in Geduld zu schau'n, daß es bald ein Fruchthalm werde; sei auch du geduldig, Christ, da nicht fern der Richter ist! 5. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet! Fromme, blickt zur Ewigkeit, wenn ihr unter Leiden weinet! Bald geht ihr zum Himmel ein, ewig selig dort zu sein. 6. O, laßt uns gewissenhaft, nur nach Gottes Willen 3. Selbst ber Herzen stillen wandeln, eingebenk der RechenRath wird der Richter offen- schaft, fromm auch im Verbaren; Jedem wird für jede borg'nen handeln; selbst die That Lohn auf ewig wider kleinste Sünde scheu'n, Herz fahren. Jener Tag macht und Seben Jesu weih'n! Alles klar, was ich that, und 150 1Fried. Wilh. Lober, 1767-1828. wer ich war. gondolat no nanoping Islln ug vid d misdamas Allgemeines Mel. 138. Meinen Jesum laß' ich nicht zc. 434. Schon seh' ich den Tag sich nah'n, stündlich eil' ich ihm entgegen, wo von dem, was ich gethan, Rechenschaft dir abzulegen, Herr, mich deine Stimme ruft, aufzusteh'n aus meiner Gruft. 2. Was ich dachte, was ich sprach, kann ich dir dann nicht verhehlen. Alles, Alles folgt mir nach, Wort und Thaten wirst du zählen; wie ich Samen hier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit. 435. til mare in am frodest Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1523. B pm por m --nord Schon ist der Tag von Gott be stimmt, da, himsfein Loos aus Gottes Händen nimmt, nach13 477 E: mer auf Er den wan= belt, dem er Hier ge= han= delt. Er kommt, er 27* 420 Allgemeines Weltgericht. A kommt, des Men- schen Sohn, er kommt, und Wol- ken sind sein Thron, der Erde Kreis zu rich= ten. 2. Hier, an dem Rand der| mit Majestät, dein Urtheil, Ewigkeit, hier steh'n die Herr, verkünden! Den Frevs Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier steh'n fie vor dem Richter. ler, der dich hier verschmäht, verdammen seine Sünden. Wie wird ihn dann sein Unrecht reu'n! Er kann sich nicht des Himmels freu'n, er selbst hat sich verbannet. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen; hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Bosheit siegen; hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören, erwartungsvoll und tief gebeugt. Komm't erb't das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaar: doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. 5. Dann wirst du uns, 6. Doch die Gerechten leuchten dann so, wie der Glanz der Sonne. Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an; o welche hohe Wonne! Cie schauen, mit erstauntem Blick, des Glaubens und der Liebe Glück, das dort der Frommen wartet. 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das du für fie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; fein Kummer, keine Traurigkeit stört forthin ihre Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Allgemeines Weltgericht. 421 11 Ernst bedenken! Es stärke zu meiner Rechten bist, du meine Zuversicht, wenn mich warst gehorsam meinen Lehhier Leiden kränken; es reize ,, ren, nimm hin, was dir mich, gewissenhaft und einge- bereitet ist! Du Treuer, dent der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. sei den Engeln gleich! komm', ,, erbe meines Vaters Reich!" Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Mel. 241. Wer nur den lieben Jis Gott läßt walten 2c. 436. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der Herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's verkündigt; sein Gericht ist unausbleiblich; strauchle nicht! 5. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich, mit brüderlichem Sinn den nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos sein; Betrübte seh'n und nicht erfreu'n? 6. Ach, dort trifft den, der ohn' Erbarmen, nie menschenfreundlich sich erweist; der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist; den Hungrigen sein Brod nicht bricht, auch, ohne Gnade, das Gericht. 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, weil ich getreu und 7. Fühllose!" wird der standhaft bin; gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverleugnung, zur Geduld. ( 1 Nichter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen; entweicht! ich hab' euch nie erkannt. Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit!" 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst, den Uebertretern ihrer Pflichten, in deiner 4. Dann werd' ich Jesu Majestät erscheinst. Dann Stimme hören:„ Der du wird der Fromme sich ers 3. Bedächt' ich oft in meinen Tagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, wenn ich, bei allen Plagen, mir keines Frevels bin bes wußt! Es kommt gewiß die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 11 14 19 422 Von der Ewigkeit. freu'n, dem Bösen Alles jedem guten Werke, bewährt schrecklich sein. So 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, geübt in und dir gefällig sei! werd' ich ewig selig sein, mich ewig deiner Liebe freu'n. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mordet quis p si sch u od thi V. Von der Ewigkeit. HOLTES alt dus de aloe 19 Tisc mhi Hind ad dobi od dindsamhengi weint, und, Tröstung bietenb aus der Ferne, der Geist der Liebe mir erscheint; dann steht es hell vor meinem Blick: Auch was beweint ward, kommt zurück." onu 1987 437. Wenn oft in feierlicher Stille, vom Todesgrau'n der Welt entführt, mein Herz, in tiefer Wehmuthsfülle sich 4. OsHimmelshoffnung, über Zeit und Grab verliert; dann hör' ich, daß es in mir spricht: Ich bin! und drum vergeb' ich nicht!" bu lächle immer, wenn Freud' wenn Leid das Herz bewegt! Umglänze mich, wie Morgenschimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein: Was göttlich ist, muß ewig sein." 2. Wenn tiefgebeuget von Beschwerde des Lebens Freude mir entflieht, und nirgends auf der weiten Erde mein Herz sich Rath und Trost ersieht; dann tönet mir ein Engelwort:„ Hier ist die Saat, die Ernte dort!" but midd Unbekannte Verfafferin.d Ueberhaupt. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 3. Wenn in der Nacht, beim Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab' der Theuern Mel. 181. Er starb, derdsat Haft größte 2c.pl no 438. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort vers wandelt sich die Klage in Ueberhaupt. 423 göttliche Zufriedenheit. Hier 6. Da wird der Vorsicht übt die Tugend ihren Fleiß, heil'ger Wille mein Will' und und jene Welt reicht ihr den meine Wohlfahrt sein, und Preis. ad algs lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkomm'nes Glück, er bleibt ein Mensch, und seine Rub' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er, durch des Nächsten Schuld, in Kummer und in Ungeduld. ding 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. en 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n.ann 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel jah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich, in der Engel Schaaren, mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 9. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich, in des Hand, den auf Erden fand. Freund, Höchsten den ich - 10. Da ruft, o möchte Gott es geben!- vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Von der Ewigkeit. 424 Heil sei dir, denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du." O Gott, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele sein! 11. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts, gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! Chrift. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 439. Mein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, da hin dein Wort uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, bie du da haft verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrie ben, dich zu lieben, der zum| Leben jener Welt mich will erheben. 2. Was sind die Freuden bieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die wir dereinst dort finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freu den noch mit Leiden stets um geben; bort nur ist vollkomm's nes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr, und kein Grab. Doch trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, teine Plagen mehr, zur Prü fung, zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet mächtig, Herr, dein Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da sieht man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden seh'n wir droben, Gott, wie hoch du bist, zu loben. pus 5. Voll größ'rer Ehrfurcht lieben wir dich, Vater, dann, lobsingen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unfrentausendfache Lustan beiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist Ueberhaupt. 425 bort vereint! Die Frommen, 2. Augenblicke dieser Leidie ich hier beweint, die find' den! Was seid ihr gegen jene ich einst dort wieder. Da Freuden der unbegrenzten sammelt deine Vaterhand sie, Ewigkeit! Seht die Kron' die Ein Sinn schon hier ver am Ziele prangen, und kämpft, band, Herr, alle deine Glieder. und ringt, sie zu erlangen, Ewig werd' ich, frei von die ihr so hoch begnadigt seid! Mängeln, selbst mit Engeln, Euch hält in euerm Lauf kein mir zum Segen, da die reinste Schmerz des Lebens auf, Freundschaft pflegen. Ueberwinder! Das Ziel ist nah'! Bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit un gebeugtem Muth. Wie hat Jesus einst gerungen! Wie tief war er von Angst durch. drungen! Wie seufzt' er laut wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht auf seidensidnem Angesicht bange Schrecken; Nach A. Frietsch, von Diterich, 1721-1797. n'dst nochu' nda Mel. 429. Wachet auf, so ein Held in Noth, litt er den Tod; da jauchzten alle Hims mel ihm. ruft die Stimme 2c. 440. Jesus tommt, von allem Bösen uns, seine Chris sten, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sei fröhlich, Volt des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Leid ist kaum ein Morgentraum, auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 7. Wie selig werd' ich dann erst sein, wie sicher werd' ich dann mich freu'n, dir ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, auch mir ist dieses Heil bereit; hilf mir es auch erringen! Laß mich eifrig darnach streben, und mein Leben so hier führen, daß ich dort kann triumphiren. o no 4. Mitgenoffen seiner Leiden sind wir, einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu dringen, und seines Himmels werth zu sein. Der Hülf uns schafft, ist er! Sein großer Nam' ist: Herr, unsre Stärke; die ihm vertrau'n, die werden 426 schau'n, wie herrlich er den Geinen lohnt. to Von der Ewigkeit. id mo 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; deß sind wir froh und danken dir. Herr, auch in den bängsten Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer unser Retter ist, und sind stille; wenn Gott uns hält, vergeh', o Welt; stürz' ein auf uns, wir zagen nicht! Balth. Münter, 1735-1793. Mel. 15. Komm't her, spricht 87s Christus 2c. 441. Ginst finkt der Leib in's tühle Grab, der Staub zu anderm Staub hinab, nicht sterblich mehr zu leben! Mit freiem Flug und frohem Blick kehrt der entbundene Geist zu rück zu dem, der ihn gegeben. 2. Wohl ihm, wenn Thaten, 2. Wohl it, fromm und gut, zum Grab, in dem die Hülle ruht, als Engel, ihn begleiten; wenn, ähnlich dir, o Jesu Christ, er heilig, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten! 3. O hohes Glück, ver Gott zu steh'n! D Freude! Jesu, dich zu seh'n und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich Ersten aller Brüder! 8-1sjsid usdis? 4. Wie wird mir dann zu Muthe sein, wann der Erwachten große Reih'n vor dir versammelt stehen; wann du mich dann bei'm Namen nennst, und vor den Engeln mich bekennst, die dich mit mir erhöhen? 5. Ach, ich, der jetzt noch Thränen weint, ich werde, wenn dein Glanz erscheint, dann leuchten wie die Sonne; ich Sündiger, von Sünden rein, ich Sterblicher, unsterblich sein, voll Dank's, o Gott, voll Wonne! 6. Wenn ich, befreit von aller Qual, getränkt mit Freu den ohne Zahl, nicht mehr in Thränen säe; wie steigt dann jeden Augenblick der Seele namenloses Glück, in meines Gottes Nähe! 7er E Und Geister Echaar, und wer auf Erden heilig war, find alle meine Brüder, sind alle nah' verwandt mit mir, und singen stets, Erlöser, dir, aus Einem Munde, Lieder. 8. Der Seligkeiten, Gott, 427 Von den verschiedenen Schicksalen der etc. wie viel! O Freuden ohne Gott hält, was er verheißt! Maaß und Ziel! Hoch über alles Sehnen! O Ewigkeit! Seligkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! er ist der Gott der Frommen; Kein Heil ist je für dich zu groß. Ist doch zu dir, aus Gottes Schooß, sein eigner Sohn gekommen. aru don 9. Sei start, sei freudenvoll, mein Geift! Gott lebt, Joh. Casp. Labater, 1741-1801. Von den verschiedenen Schicksalen der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. 442. f hanikt got Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. € 9 tim titrian Jou wir sti im Himmel Glaubens Früch- te reprendi drag, wie un- aus- sprech- lich ſe= lig wer= den Ja, dort ein- ten wir, unzählig, un- sers THE # ² 1687: f inke Leid und Zäh- ren, unser Leben ewig währen. 9190 TOUAR 03 $ 1 obie feil Zeit! BE lp, lbin douid dapt tone- urg sein! Da wird, ohne i hil modori dau 7 Gott, zu welcher Se lig feit führst du uns durch = 2 Von der Ewigkeit. 428 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Niemand's Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch, nach dieses Lebens Leis den werden alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie Hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden dort ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendem Gemüthe soll dann unser Auge seh'n, deine Huld sei über schwänglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem Treuen, der dich liebt, deine Vaterhuld bort gibt.- 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Se lichkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner From: men Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dankund Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu weih'n; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Ja, mit dir, o Menschen freund, sind wir ewig dann vereint! 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst, und da zu sein, wo, nach ausgeweinten Thränen, ew'ge Güter uns erfreu'n; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob es noch so köstlich sei, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns drückt, Wonn' auf Wonne uns beglückt, toda n 8. Sei, o Seele, hoch ers freut, über das erhab'ne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen; mit dem Ernst, dahin zu kommen, trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel geh'n. O, so mache immer reiner hier mein Herz, Von den verschiedenen dich einst zu seh'n! Hilf du selber meiner Seele, daß ste nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobfingt. terus Benj. Schmold, 1872-1737. of Mel. 429. Wachet auf, so ruft for die Stimme 2c. 443. Gelig find des Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Tobtenschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen ste, los von der Erde Müh'! Lobt den Vater! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werte fie! 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit verkläre den Weltversöhner, unsern Herrn! Siegreich sind sie eingegangen zum Heil, nach dem sie kämpfend rangen; nun seh'n sie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; ihr Loblied, rein und hehr, preiset Jesum. Er fant hinab, wie wir in's Grab. Er ging zu Gott, wir folgen nach. Friede. Gottl. Klopstod, 1724-1808. Schicksalen der etc. 429 Mel. 181. Er starb, der größte Held 2c. 444. Es ist noch eine Nuh' vorbanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wann er sich dieses Leibes Banden, nach Gottes Willen, einst entreißt, und dann nicht mehr so ein geschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beff're Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Da schweigen alle meine Klagen, da bringt mein frommer Lobgefang dir selbst für dieses Lebens Plagen, mit nie gefühlter Rührung, Dank. Froh jauchz' ich dann: ,, Es ist vollbracht: der Herr hat Alles wohl gemacht!" " 1 4. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr, ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 5. Gott, laß mich dies zu 430 Von der Ewigkeit. Herzen fassen, daß Jeden, der dich redlich liebt, du nicht im Kampfe willst verlassen, der 2. Was du hier siehst, ist dieses Leben noch umgibt! Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein. welkes Laub, was hier verstirbt, ist Staub von Staub, war Hülle deiner Brüder. Nur sie wird morsch, nur fie zerbricht; der Leib nur modert, Geister nicht. Sinkt fie zur Erde nieder, wirst du wieder dich zum Leben neu erheben. Ew'ge Freuden warten dein nach kurzem Leiden. 3. Ja, ewig, ewig wirst du sein, dich ewig deines Gottes freu'n, und selige Gedanken in dieser Weisheit Dämmerlicht, wo, statt der Wahrheit, Trug oft spricht! frei von der Sinne Schranten, nimmer wanten: Dunkelheiten werden Freuden einst dir geben, wirst im hellern Licht' du leben.& rsnied ni to 4. Der Vorsicht Wege wirst du seh'n und besser dort ihr Werk versteh'n, in Kenntniß weiter rücken; des Mond's, der Sonn' und Sterne Bahn, Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. Stod 445. Hoch über Erd' und Erdenzeit, hoch über Tod und Sterblichkeit schwing' dich, oder großen Schöpfung weisen meine Seele! Schau' über Plan, mit himmlischem EntSarg und Leichengruft und Moderstaub- und Moderduft und düstre Grabeshöhle schau', o Seele, beil'gen Bebens, deines Lebens Morzücken, überblicken. Und es werden neue Erden, neue Himmel glänzen dir im Sterngewimmel. ishbildste dat 5. Dort wirst du, ohne 6. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden viel erduldet hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl, ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Lohn der Frommen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du, o Herr, mein Vorbild bist; so folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommene Seligkeit. dipasa lub 15 and 3. S. Kunth, 1700-1779. genröthe in der Gräber Schaueröde. - Von den verschiedenen Schicksalen der etc. 431 Unbestand, mit bessern Men- und Leichengruft und Moderschen, Hand in Hand, durch Parabiese wallen. Nichts störet deinen Frieden dann, und teine Thräne, die hier rann, wird mehr dem Aug' entfallen. Allen, Allen strömt gleich Helle, jene Quelle hoher Freu: den, aus dem Meer der Ewig teiten. staub und Moderduft und düstre Grabeshöhle. Laß, o Seele, wird Gott winken, fie nur sinken, diese Hülle! Dein harrt ew'ger Wonne Fülle. Bearbeitet von Joh. Reisig, geb. 1749. 446. Ach, schrecklich wird die Strafe sein, die Sünder leiden sollen, wenn sie nicht hier gerecht und rein durch Christum werden wollen. Sie treiben, höhnend dich, o Gott, mit Jesu Wahrheit ihren Spott, und troßen deiner Gnade. 1st bad mag 15 6. Dort reift zur Frucht die Erdensaat; dort lohnt dir jede gute That dein Vater überschwänglich, und macht dich unnennbarer Lust, hier Sterblichen noch unbewußt, ber Seligkeit empfänglich. Unvergänglich, frei von Mängeln, gleich den Engeln, wirst du droben reiner deinen Schöpfer 2. Der Gott, der uns verIsben: Act 19mmin ns ni7. Nicht herrscht der Sinne niebre Luft, die hier die Ruh' in deiner Brust oft unbezwinglich störet; nicht herrscht dort Erdenlaster mehr, das hier, oft ohne Wiederkehr, dich, Sinnlicher! bethöret; dann, bekehret, aufgenommen zu den Frommen, rein im Herzen, wird kein neu Vergeh'n, dich schmerzen. schont und liebt, wenn wir bie Lafter hassen, der gnädig jede Schuld vergibt, wenn wir uns bessern lassen, er hat's verkündigt; er, der gut, gerecht in allem, was er thut, wahrhaftig ist und heilig. 3. Auch Christus, der uns Heil erwarb, der, von der Sünde Bürden uns zu erretten, litt und starb, damit wir selig würden, auch er ist's der uns warnt und mahnt, und uns den Weg zum Leben bahnt. Weh' dem, der ihn nicht achtet! 8. Drum schwing' dich über Erd' und Zeit, hoch über Tod und Sterblichkeit, frohlockend meine Seele! Blick über Sarg d Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 432 Von der Ewigkeit. 4. Sein Wort ist wahr!| wird er, wie er schon hier Ihr zweifelt noch, daß er euch nie that, auch dort nicht will beglücken? Laßt von der ernten wollen. Leidenschaften Joch euch schmäh lich niederdrücken? Die ihr so leicht euch täuschen laßt, könnt ihr durchschau'n, was er umfaßt, der Zukunft Tief' ergründen? 8. Du zitterst vor der Ewigkeit? Ach, zitt're dir zum Heile, daß, eh' du's glaubst, nicht, was er bräu't, Zu dich Sichern übereile. deinem Heil enthüllt er dir die Schrecken des Gerichts, daß hier du nicht der Sünde dienest. 5. Träumt ihr barmherziger, als er, zu sein? Glaubt ihr, gerechter zu richten, weiser, als der Herr, den frevelnden Verächter? Hat er euch seiner Strafen Art mit ihren Folgen offenbart, daß ihr ihn meistern wollet? 9. Zerbrich nur selbst der Sünde Joch, entreiß' dich ihren Ketten; dann such' auch deine Brüder noch von Günz den zu erretten; doch Furcht soll nicht der Antrieb sein, dem Dienst der Tugend dich zu weih'n; er bringt dir Ruhm und Freude. 6. Gerecht ist, gut, was er gebeut, und werth, daß er's gebiete; und nicht zuwider, was er bräu't, der Heiligkeit und Güte. Laff't ihm die Waage; sein Gewicht verfälschen Trug und Willführ nicht; er wägt nach Recht und Wahrheit! 7. Nicht jedes Volk empfängt das Licht, das seine Christen haben; verschieden wird auch sein Gericht und Lohn sein, wie die Gaben. Da, wo er nicht gefäet hat, 10. O, wann du einst vollendet bist, dann wirst du ganz verstehen, wie der Gerechte gnädig ist; frohlockend wirst du's sehen. Dann ist, was dich hier zittern macht, enthüllt von jedes Schattens Nacht, ganz Herrlichkeit und Wonne! Joh. Andr. Cramer, 1728-1788, in dod dugn 190 sidstils tripad Besondere Amstände, Vorfälle und Zeiten. og alle ans I. Besondere Umstände und Vorfälle. um apo mail@ sidst 1969 Einweihung einer Kirche und dir gebührt Anbetung, Preis Orgel. und Ehre! Cid es Mel. 229. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2C. htt 447. Dank und Anbetung bringen wir, mit freudigem Gemüthe, in dieser Feierstunde dir, dem Urquell aller Güte! Viel hast du, Herr, an uns gethan; du hörtest unser Flehen an, und sprachst ein mächtig Werde! 2. Da ward dies Haus, dein Heiligthum, ein Denkmal deiner Ehre, ein dir geweihtes Eigenthum, ein Tempel deiner Lehre. Du hast uns bis hieher geführt, und dir, o Vater, 3. Hier, wo wir Alle freudig ruh'n, an unsrer Wünsche Ziele, hier opfern wir dir Alle nun, mit regem Dankgefühle, Gebete, wie dein Geist fie lehrt, Gelübde, unsers Glaubens werth, und stille Freudenthränen. 4. O, fieb' mit gnaden vollem Blick auf dieses Opfer nieder! Vereine uns zu höHerm Glück, als Eines Leibes Glieder. O, breit' auch über dieses Haus stets deine Vateraufsicht aus, daß ihm kein Unfall schade. 5. So oft wir dann in 28 434 Besondere Umstände und Vorfälle. Zukunft hier, mit Andacht, vor| hierher diesem Hause widerdich treten, und frommer Rüh- fahren! Wenn der Herr nicht rung voll zu dir für unsern bei uns wär', ach, wer wollt' Fürsten beten, so hör' uns, uns offenbaren, welcher Weg Gott, und seg'ne ihn, und zum Himmel führt, und was förd're, lohne sein Bemüh'n uns zu thun gebührt? um seiner Länder Wohlstand. 96. Stets müss', Allgütiger, uns hier das Licht der Wahrheit scheinen, und immer inniger mit dir im Glauben uns vereinen; hier müss' es uns mit Heiterkeit, mit Trost im Unglück, Muth im Streit, und Jesu Sinn erfüllen. 3. O, wie lieblich, o wie schön sind der Christen Gottesdienste! Lass't uns eilen, hinzugeh'n; hier erlangt man, zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost, kein Wurm verzehrt. 7. Einst seh'n wir dich in hellerm Licht, das du uns wirst gewähren. Dann, Vater, preisen wir dich nicht an irdischen Altären; wir preisen dich vor deinem Thron', und ernten dort den höhern Lohn, der deiner Treuen harret! Unbet. Verfaffer. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht 2c. 448. Ach, wie heilig ist es hier, und wie selig diese Stätte! Ja, hier ist des Himmels Thür, hier erhöret Gott Gebete; hier erfchallet Gottes Wort; ach, wie heilig ist der Ort! 2. Was für Heil ist bis 4. Komm't, ihr Sünder, nun berzu, fall't vor euerm Vater nieder! Suchet die Gewissensruh', geb't, was ihr entwendet, wieder, theil't den Armen reichlich aus, und dann komm't in dieses Haus. 5. Bleibe bei uns, lieber Gott, bleib' bei uns mit deinem Worte; steu're selbst der Läst'rer Spott und laß, Herr, an diesem Orte deine Kirche fest besteh'n, bis die Welt wird untergeh'n! 6. Stell' uns solche Lehrer dar, die mit Lehr' und Leben bauen, die uns weiden immers dar auf den rechten Lebensauen, daß der falschen Lehrer Gift feines deiner Kinder trifft. 7. Laß dein Antlitz auf uns seh'n! Herr, erhöre hier Einweihung einer Kirche und Orgel. Gebete, höre, wenn wir zu dir fleh'n; auch bewahre diese Stätte, daß ihr weder Raub noch Gluth, noch Verfolgung Schaden thut. 8. So wird unser Herz schon hier deines Himmels Vorschmack haben, bis wir Alle dort bei dir uns im Fries denstempel laben; dort vereint sich unser Dank mit der Engel Lobgesang! Benj. Schmolt, 1672-1737. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 449. Wie rauscht in unsern Lobgesang der Orgel prächt' ger Ton! Erhebe dich mit Preis und Dank, o Lied, zu Gottes Thron! 2. Wer gab die Kunst und Wissenschaft, die solch ein Werk erfand? Wer legte so viel Schöpferkraft in eines Menschen Hand? 3. Wer lehrte so, aus Schwung und Fall der Luft, Gesang ihn zieh'n? Wer gab dem schweigenden Metall die hohen Melodien? 4. Du, Ewiger, sei hoch. gepreis't, du schärfst des Menschen Sinn, und lenteft weislich seinen Geist auf Kunsterfindung hin. 435 5. Es zeigt, was Menschenmühe kann, auch dieses Werk für sich; doch Alles, was der Mensch ersann, gelingt ihm nur durch dich. 6. Wie würden sie in heil' ger Scheu, die frommen Väter, steh'n, säh'n sie der Orgel Kunstgebäu' und hörten ihr Getön! 7. Jhr frommes Lied drang himmelwärts aus kindlichem Gemüth; o wäre doch auch unser Herz von Andacht tief durchglüht! 8. Dem Sange gebe Kraft und Schwung dies Werk, das wir dir weih'n, und Flügel der Begeisterung soll es der Andacht leih'n. 9. Mit heil'ger Inbrunst hebe sich der Geist zu dir empor, so oft die Orgel feierlich begleitet unsern Chor. 10. Einst wird mit einem höher'n Ton dies schwache Lied vertauscht, wo, Herr, um deinen Strahlenthron der Engel Harfe rauscht. 11. Dort schweigt die Saite, schweigt das Rohr, und jeder Mißton flieht; gelobt sei Gott! der Welten Chor stimmt dort in unser Lied. 12. Vernimm indeß der Klage Schrei, fieb' unsers 28* 436 Besondere Umstände und Vorfälle. Dankes Drang, und unser zeiget, woher uns Hülfe ganzes Leben sei dir, Herr, noch entspringt; je mehr oft ein Lobgefang! Noth und Plage steiget, und Alles in Zerrüttung bringt; um so viel mehr laß voll Bertrau'n, uns, Gott, auf deine Vorsicht schau'n! 5. Dem Feinde hilft nicht große Menge; dem Mächt'gen hilft nicht seine Kraft. Der Ross' und Wagen start Gebränge ift's nicht, was Völkern Sieg verschafft. Auf sie hofft zwar der Stolze gern; allein der Sieg kommt nur vom Herrn. Unbet. Verfaffer. 3m Kriege. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 450. Gott, ein banges Kriegeswetter zieht über unser Haupt einher! Doch du bist unser Schutz und Retter; drum beben wir vor keinem Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gib, daß in diesen trüben Tagen wir nur auf dich, o Vater, seh'n, und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir nur fleh'n; weil Menschenhülfe wenig nützt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Herr, du bist unsre Zuversicht! Wir bitten dich, verlaß uns nicht. 4. Je weniger sich oftmals 6. Gott, fände je bein weiser Wille für uns selbst Züchtigungen gut: so fassen wir in frommer Stille, zu dir, o Herr, den frohen Muth, daß du gewiß, zur rechten Zeit, uns zu erretten seist bereit. 7. Froh werden wir dich rühmen müssen, wie du uns wieder wohl gethan. Gott ist gerecht in seinen Schlüssen; ihn bete dankbar Alles an. Er hilft, und er errettet gern; lobfinget ihm, lobsingt dem Herrn! Ernst Sam. Jac. Borchwardt, 1717-1776. Am Friedensfeste. Am Friedensfeste. Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 2c. 5. Erhebet ihn, der mit Erbarmen, obgleich oft hart, 451. Willkommen, holdes die Sünder schlägt, und immer, Kind des Himmels, o Friede, wie auf Vaterarmen, sein der du uns beglückst, den Volk durch Schreckensnächte wilden Lärm des Kriegsge- trägt! Erhebet ihn, mit tümmels und aller Feinde Muth erstickst! Dich sandte Gott, der uns erhört, und Wonne nach dem Leid gewährt. frohem Sinn! Die Schreckensnächte sind dahin. 6. 2. Er ist ein Herr der Kriegesschaaren; er beugt der Stolzen Uebermuth; er ist ein Retter aus Gefahren, und dämpft des heißen Kampfes Wuth. Christen, preiset seine Macht! sie hat uns Ruh' zurückgebracht! 437 zurück, und Friede, Friede, welch ein Glück! 3. Wer ist, wie Gott? Was er behütet, dem darf sich kein Zerstörer nah'n. Wenn er den Streitenden gebietet, so wandeln sie des Friedens Bahn; Verwüstung, Angst und Raubsucht flieh'n und Sicherheit und Segen blüh'n. 4. Nun weiht ihm Dank und Preisgesänge; erkennet seine Freundlichkeit! Nun ruft in festlichem Gebränge: der Arm des Herrn hat uns befreit! Er sandte Frieden uns Aus Liebe lernt ihm ferner trauen, wenn Unglück auf euch niederstürzt! Jhr werbet seine Hülfe schauen; denn seine Hand ist nie verkürzt. Wo wir auch keine Rettung seh'n, heißt er die Noth vorübergeh'n. 7. Lobsingt ihm, durch ein frommes Leben, ihn ehrt Gehorsam nur allein; mit Ernst der Tugend sich ergeben, das heißt den besten Dank ihm weih'n. So heiligt ihm denn euer Herz und dann vergeßt Gefahr und Schmerz! 8. Doch preiset ihn auch durch Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt! Bedentt's wie viele sind der Armen! Gott will, daß ihr ste gern erquickt; damit von Kummer Alles frei, und durch den Frieden glücklich sei. 9. Vernimm, o Gott, die Friedenslieder, die unser frohes 438 Besondere Umstände und Vorfälle. Herz dir weiht! Wie schallen sind wir jetzt nicht mehr be unsre Tempel wieder von droht. Lob sei dir, Ewiger! deiner Macht und Freund- Amen. lichkeit! Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr, unser Gott, wir danken dir! Con. Fr. Strefow, 1705-1788. Mel. 227. Lobe den Herren 2c. 452. Nahet anbetend dem Gnädigen, nahet, Beglückte; singt ihm! Er ist's, der den Frieden vom Himmel uns schickte. Preiset ihn hoch! Er hat zertrümmert das Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es was wir, deine Kinder, er= fuhren. Grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren. Aber, wie Lell rinnt nun der Segnungen Quell' durch die verwüsteten Fluren! 3. Sieh', Vater, gnädig herab auf die Freude der Deinen! Höre, du Liebe, den Jubel der Großen und Kleinen! Frieden gabst du, Frieden und sichere Ruh', Freuden, nach Klagen und Weinen. 4. Dant Dir, Allgütiger, Ehre und Preis deinem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kinder einst kamen; von Druck und Noth Joh. Jac. Mayer, 1769-1852. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 453. Bringt Ehre Gott, treuen Vater dar, ihm, der bringt Preis und Dank dem als Muth und Hoffnung sank, uns Schutz und Rettung war. 2. Kein Blut fließt mehr, das Land ist frei von jedem Gräul des Kriegs, von der gedrohten Sklaverei, vom Jams mer selbst des Siegs! 3. Der Friede kehrt von Gott zurück, der Freude Ruf voran; mit ihm der Völker Luft und Glück. Das hat der Herr gethan! 4. Der Herr hat sich zu uns geneigt. Wir waren's zwar nicht werth; doch ruht der Sturm, der Donner schweigt: zur Pflugschaar wird das Schwert. 5. Mit Feierkleidern anges than, bringt Ruhm und Preis ihm her! Kniet hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? 6. Wie er, ein Vater, dessen Hand des Kummers Nacht Bei und nach allgemeiner Noth. 439 zerstreut, und hilfreich unser| Erdkreis an und jauchze dir, Vaterland durch seine Huld dem Herrn! erfreut? Joh. Carl Friedr. Brause, gest. 1792. 7. Des Kind's Gewimmer drang vor ihn, der Mutter Angstgeschrei; und seht, des Krieges Wetter flieh'n, sie flieh'n, und wir sind frei. Angst Lob 8. Die Jungfrau singt, von Mel. 245. befreit, dir, Höchster, und vergnügt Preis; in sanfter Freude, weiht dir frommen Dank der Greis. 9. Er dankt dir, daß er Vater ist, daß dein Schuß, in Gefahr, der Unschuld gegen Macht und List ein treuer Beistand war. 10. Daß du das Glück der Menschen liebst und Fröhlichkeit für Schmerz, und friedliche Gedanken gibst den Fürsten in das Herz. 11. Die Nationen sind versöhnt: des Friedens Sonne scheint; kein Bruder haßt, verfolgt und Löhnt den andern mehr als Feind. 12. Nun, weil denn alle Stürme ruh'n, laß uns aus Dankbarkeit mit Eifer, Gott, und freudig thun was dein Gesetz gebeut! 13. So viel hast du an uns gethan; denn du beglückst so gern! Dich bete froh der Bei und nach allgemeiner Noth. Auf meinen lieben Gott 2c. 454. Es züchtigt deine Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; er hör' es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden; ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Echulden; du züchtigst doch noch minder als wir's verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen! Laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen. 440 Sesondere Umstände und Vorfälle. 5. Verkürze, Herr, die Alles auf; dann wird die Noth, die uns so furcht Aussicht heiter; dann thränt bar droht, und, die voll kein Auge weiter; dann finden Kummers flehen, laß bald unsre Herzen nur Wonne Erleicht'rung sehen; verwandle nach den Schmerzen. du ihr Leiden in neue Lebensfreuden. Dav. Bruhn, 1727-1782. 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen, vor dir uns kindlich beugen. 7. Ja, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, und redlich Fromme stärken, auf dein Gebot zu merken. 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O, sprich zu uns rer Seele: getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden! 10. Am Schluß von unserm Lauf klärt einst sich Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 455. Seh'n wir nur Trübsal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schutz und Rath, ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Ist dies dann unser Trost allein, daß wir uns deiner noch erfreu'n; daß, wenn die Plage furchtbar droht, du unser Helfer bist in Noth. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz, und fleh'n dich um Begnadigung und aller Leiden Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dies Allen, die dir trauen zu, durch den, der uns Beglücker ist, durch unsern Heiland, Jesum Christ. 5. Ja, mit Vertrauen klagen wir all' unsre Noth, o Höchster, dir! Ach! deine Bateraugen seh'n auch uns, wenn wir verlassen steh'n. Bei und nach allgemeiner Noth. 441 6. Nur du bist unsre Zu- auch durch Gefahren an, das versicht. Vergilt nach unsrer beste Theil zu wählen, das Schuld uns nicht! nie vergehen kann. Steh' 6. Er steht auf dunklem Pfade oft unbemerkt uns bei, daß seine Macht und Gnade zuletzt uns lichtvoll sei. 7. Wer wollt' ihm nicht vertrauen, und seine Wege geh'n, nicht selbst im Todesgrauen, durch Hoffnung ihn erhöh'n? uns durch Jesum Christum bei, mach' uns von allen Plagen frei! und 7. Nach überstandnem Leid Schmerz lobsing' dir freudig unser Herz. Gehor: sam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Nach Paul Eber, 1511-1569. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2C. 456. Erheb't den Herrn mit Freuden, o Christen, betet an! Er liebt nicht unsre Leiden; er hat uns wohlgethan. 2. Schon drohten uns Gefahren, schon riß uns Kleinmuth fort; da sprach, uns zu bewahren, der Herr sein Allmachtswort. 3. Vor seinem Winke schwanden die Schrecken schnell dahin, und unsre Herzen fanden ihn reich an Vater finn. 4. Er lenkt mit weiser Liebe uns alle durch die Welt, daß Jeder gern sich übe, zu thun, was ihm gefällt. 5. Er reizet unsre Seelen 8. Nein, unser ganzes Leben sei dir, o Gott, geweiht; denn du nur kannst uns geben, was unser Herz erfreut. 9. Nur du kannst uns beschirmen, wenn Wasserfluth sich hebt, wenn Flammen uns umstürzen, und wenn die Erde bebt. 10. Herrscher, dich zu preisen, selbst wenn die Welt vergeht, dies ist der Ruhm der Weisen, und dieser Ruhm besteht. 11. Drum lassen wir dich walten, und folgen deiner Hand, was du uns haft er halten, ist deiner Liebe Pfand. 12. Wir wollen's treu verwenden, und stets barmherzig sein, bis wir den Lauf vollenden, und uns im Himmel freu'n! Bearb. von Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. 442 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel. 532. Nun sich der Tag| deinen Sohn vertrau'n, auch geendet hat 2c. selbst in Todesnoth. 457. Du liebest nicht der Menschen Leid, dich, Vater, bet' ich an; du hilfft uns mit Barmherzigkeit, sobald die Weisheit kann. 2. Du richtest nicht nach unsrer Eduld, und leitest unser Herz zur Unterwerfung und Geduld durch Furcht, Gefahr und Schmerz. 3. Lob, Preis und Dank, du indigst sie, und oftmals wunderbar! Herr, deiner Hülf' vergess' ich nie, Gelübde bring' ich dar! Zweibr. Gesangbuch, 1804. no descar Bei und nach Mißwachs und Theuerung. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. Du bester Trost der Gott, Herr der ganzen Welt! Du, Vater voll Erbarmen, der das, was lebt, erhält, du, unsre Zuversicht, auf den wir Alle sehen, zu dem wir Alle flehen, verlaß uns, Vater, nicht! 4. Ja, dir gehorchet die 2. Alliebender! ach, wende Natur, und dein ist ihre der schweren Zeiten. Lauf; Kraft; du sendest auf ver- thu' deine milden Hände, uns borg'ner Epur das, was uns Hülfe schafft. 5. Ich will wie, Gott, dein Wort befiehlt, der Liebe Saaten streu'n; mit dem, was dein Echuß mir erhielt, auch Brüder gern erfreu'n. zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen, nähr' uns auch, schaff' uns Allen, bei unserm Mangel, Rath. 6. Vor Mißbrauch, Herr, bewahre mich durch deines Wortes Licht! Mein eitles Herz vermesse sich, wenn du mich segnest, nicht. 3. Bisher war jeden Morgen dein Vatersegen neu; jetzt bleibt ven Nahrungssorgen kaum noch der Reichste frei. Uns helfen kannst du leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wann's uns unmöglich däucht. 7. Auf dich, Herr, will ich kindlich schau'n, wenn mich Gefahr bedroht, und dir durch 4. Dem Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer 458. Armen! Bei und nach Mißwachs und Theuerung. 443 Schmerz, und, zu erfreu'n hilfft, du rettest gern; so sei die Armen, ein mitleidsvolles denn unser Leben vertrauensHerz; damit er mild sein voll ergeben dir, unserm Gott Brod bedrängten Brüdern und Herrn. breche und nicht gefühllos spreche: helf' Gott euch aus der Noth! Ph. Friebr. Hiller, 1699-1769. 5. Laß Jeden liebreich eilen, mit milder Freundlichkeit den Armen auszutheilen, was deine Huld ihm leiht. Einst sieht das Jesus an, wenn wir die Brüder retten und sättigen, als hätten wir das ihm selbst gethan. 6. Laß jede Frucht gerathen, uns wieder zu erfreu'n, und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeih'n! Mit milder Vaterhand, gib Wärme, Thau und Regen: so fehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 7. Erhör' uns, Vater, kröne das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zum still gelass'nen Muth! Lehr' es sich deiner freu'n, zu dir Vertrauen haben, und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweih'n. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir 2c. 459. Als bitt'rer Hunger uns bedroht', hast du uns, Gott, ernähret, zur Zeit der Theurung und der Noth uns Sättigung gewähret, und nun hat deine Segenshand uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet. von 2. Du lindertest, Herr, unser Leid, warst Retter allen Armen, du, Vater voll Barmherzigkeit, halfft ihnen mit Erbarmen. Groß war die Noth, groß unsere Schuld, noch größer war, Gott, deine Huld, und deiner Allmacht Stärke. 3. O, bester Vater, Preis sei dir, Anbetung, Ruhm und Ehre; von Dank erfüllt lobsingen wir, und Erd' und Himmel höre: der Höchste hält, was er verspricht; so lang' die Erde steht soll's nicht an Saat und Ernte 8. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'! Oft hat uns Noth betroffen, doch standest du uns bei. Du fehlen! 444 Sesondere Umstände und Vorfälle. 4. Wir lieben auch im Bei und nach Krankheiten und Unglück dich; denn du bleibst ansteckenden Seuchen. uns gewogen. Laß uns, da du uns väterlich jetzt bin zu bir gezogen, die Sünden künftig ernstlich flieh'n, und bir, der gnädig uns verzieh'n, ganz unser Leben weihen. 5. Ach, nur die Noth und Trübsal lehrt uns unser Nichts erkennen, daß wir, o Gott, zu dir bekehrt, dich unsern Retter nennen! In Allem laß auf dich uns schau'n, dich findlich ehren, dir ver= trau'n und deine Gaben schätzen. 6. Daß wir, schenkst du uns Ueberfluß, uns nie durch Stolz erheben; stets mäßig bleiben im Genuß; der Wollust widerstreben; von dem, was deine Batergnad' uns mild reich gab, durch Liebesthat den Armen gern erfreuen. 7. Ach, möchtest du uns väterlich vor Mangel stets bewahren! Wir hoffen, Herr, getroft auf dich; du hilft auch in Gefahren. Ja, gern, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, wo man die Tugend ehret. E. G. Küfter, 1792-1796. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. 460. Dein Wille, Vater, sendet mir die Schmerzen, die ich leide; doch, Helfer, ich vertraue dir, du kehrst sie gern in Freude. Du bist es, ber mein Leiden wägt; was deine Hand mir auferlegt, wird sie auch tragen helfen. 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ach, guter Gott, ich bitte dich: hilf mir und allen Kranken! Erwecke jeden doch, wie mich, zu heiligen Gedanken! Gib uns Gelassenheit und Ruh'; und unser bester Arzt sei du, in Schmerzen unser Tröster! 4. Erquicke, Gott, und stärke die, die liebreich meine pflegen; für ihre Treu' be lohne sie mit deinem reichen Segen! Gib gegen sie mir 445 Bei und nach Krankheiten und ansteckenden etc. Freundlichkeit; gib ihnen, Herr,| Väter, Mütter, Kinder, Brüs Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche. der, reißt sie schnell zum Grabe hin; schont nicht Alter, Stand, Geschlecht, auch der Herr muß, wie der Knecht, bei dem tödtlichen Verderben hilflos, ohne Rettung, sterben. 5. Soll diese Krankheit tödtlich sein, und ich die Welt verlassen, so will ich, Herr, von Sünden rein, im Glauben dich umfassen. Des Des letzten Kampfes Angst und Schmerz erleicht're mir, und laß mein Herz, noch sterbend, dir vertrauen! 3. Nicht der Arzt, nicht das Bemühen seines Eifers, seiner Pflicht, kann uns der Gefahr entziehen, ihn auch schont die Seuche nicht; immer schleicht sie weiter fort, tödtet hier und tödtet dort, häuft, durch ihre Niederlage, der Verwüstung bange Tage. 4. Wo man ihre Spur entdecket, wo sie nur zu wüthen scheint, siehet, weil die Furcht schon schrecket, auch der Freund nicht seinen Freund; und man scheuet, weil ihr Gift unvermerkt so Viele trifft, selbst des Umgangs süße Freuden, sucht auch diese zu vermeiden. 6 Doch willst du neue Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! Joh. Casp. Labater, 1741-1801. Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 461. Gott, du läßt die Seuche wüthen, ihrem Hauch foigt Gift und Tod; du allein kannst uns behüten, wenn sie noch so furchtbar droht. Und wenn es dein Wint gebeut, naht sich uns der Rettung Zeit, sind die fummervollen Stunden unsers Schreckens schnell verschwunden. 2. D, wie viele wirft ste nieder, sie, des Todes Dienerin; 5. Gott, erhöre unser Flehen, Vater, ach erbarme dich, laß uns Trost und Rettung sehen, hilf uns Armen väterlich; doch wenn deiner Weisheit Rath unsern Tod beschloffen hat: o, dann führ uns nach dem Leiden, zum Genuß der Himmelsfreuden! Bearb. von G. Fr. W. Schulz, 1774-1842, 446 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel. 223. Nun danket Alle| selbst will ich dir Dank beGott 2c. weisen, durch fromme Thätigteit stets deine Liebe preisen; treu meiner Pflicht die Kraft, die du mir schenktest, weih'n, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu ein. Elife v. der Rede, 1764-1833. 462. Mit welchem Dant, o Gott, soll dich mein Lied erheben? Nur deine Vater huld erhielt mir noch das Leben; du stand'st mit deiner Kraft mir in der Schwach heit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah'; schon sah ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, so manche Freunde beben; doch ich er bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab, gestärkt durch deinen Geist, sah ich getrost Hinab. 3. Ich sah das Todesthal zwar finster vor mir liegen; boch lichtvoll hinter ihm ein himmlisches Vergnügen; es winkte meinem Leib hier Ruh' und Sicherheit, und meiner Seele dort Heil und Unsterblichkeit. 4. Indessen stärktest du die Halberstorb'nen Glieder; dem Geiste gabst du Muth, dem Körper Kräfte wieder; und so gibst du mich, Gott, den Meinigen zurück, und dafür dank' ich dir; auch Leben ist ja Glück! 5. Nun, durch dies Leben Mel. 263. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 463. Preis't, Völker, unsern Gott und Herrn, er ist ein Helfer nah und fern; wer sollt' ihn nicht erheben! Beim Elend auch verschont er gern, und rettet Vieler Leben. 2. Wie furchtbar drohte sein Gericht, wie wüthete die Seuche nicht! Wer konnte ihr gebieten? Er nur allein. Sein Wille spricht, und sie hört auf zu wüthen. 3. Wir sah'n die tödtliche Gefahr, die Unruh', Angst und Schmerz gebar, auch uns Verderben drohen; und nun ist sie, so nah' sie war, durch seinen Schutz entflohen. 4. O, laßt uns froh und dankbar sein, dem Höchsten Lobgesänge weih'n, mit eifrigem Bestreben die Reizung jeder Sünde scheu'n, ganz für die Tugend leben! Bwelbr. Gesangb. 1804. Bei und nach anhaltender Nässe. Mel. 56. An Wasserflüssen in Babylon 2c. 464. Wir kommen, Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Dir, Retter, laß uns lebenslang mit frommem Dank lobsingen. Du warst mit uns in unsrer Noth! Wir sahen überall nur Tod und Untergang uns brohen. Nun wüthet böser Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; ste sind vor dir entflohen. 447 du väterlich, und väterlich ge schonet. 4. Wir wollen, der du uns befrei'st, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Vater, Sohn und Geist von deinem Volk erhoben! bete dich, Erretter, an und jauchze, wer nur denken kann, und diene deinem Namen, und rühme kindlich dich, den Herrn! Frohlockt: Gott hilft und rettet gern! Frohlockt ihm! Amen, Amen! Chr. Gentsch von Breitenau, 1639-173%. 2. Wir sahen dort, wir sahen hier so viele Brüder der Nässe. sterben, und allenthalben waren Bei und nach anhaltenwir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen; stündlich war furchtbarer, näher Mel. 175. Mache dich, mein die Gefahr, und alle Kunst Geist, bereit 2c. vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück; auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 465. Schmerz und Klage füllt das Land, traurig steh'n die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie 3. Zu dir, du Menschen- bald zu nichte. Zeig' uns retter, schrie'n der Deinen doch Gnade noch! Vater, bange Herzen. Du hörtest voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns, die Seuchen flieh'n; du uns Armen! heilest unsre Schmerzen. O du Erbarmer, voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, o, wir preisen dich, gezüchtigt haft 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen; sprich ein Wort, so hört er auf und uns bleibt bein Segen. Steh' uns bei und zerstreu', Herr, mit star 448 Besondere Umstände und Vorfälle. ter Rechte, unsers Kummers Höhen, Gott, unsers Herzens Nächte. Flehen; du hörtest was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke! Gott, wir schau'n auf dich allein mit bes Glaubens Blicke! Wehr' der Noth, gib uns Brod und, nach mancher Plage, wieder Freudentage! 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade. Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben, und uns ganz ergeben. 6. Wir preisen deine Güte, mit fröhlichem Gemüthe. Ja unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Joh. Fr. Mubre, 1736-1810. Joh. Leonh. Bäßler, 1745-1811. Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 2c. 466. Ertönt, ihr Freudenlieder! Sie scheint, fie strahlet wieder! Wir seh'n sie, welche Wonne, die lang verhüllte Conne! 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wollen thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchten sahen wir das Verderben nahen; was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Bei und nach anhalten. der Dürre. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden 2c. 467. Gott von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir. Mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir; du nur weißt, was uns gebricht, guter Gott, verlaß uns nicht! 2. Längst schon lechzt am Sonnenlichte unser Erdreich, dürr, wie Sand. Ach, es schmachten alle Früchte in dem säfteleeren Land. Schrecklich droht uns hier Verlust; Sorge für die bange Brust. 3. Ach, erhalt' uns deinen Bei und nach anhaltender Dürre. 449 Segen, den der Untergang| Mark der Erde voll, das bedroht; gib uns einen milden seine Menschen nähren und Regen, und verkürze Gram sie erfreuen soll! Auf, preiset und Noth. Doch, wir trauen Gottes Milde! Er ist's, der dir es zu: was uns gut ist, Regen schickt, und lechzendes fügest du. Gefilde mit Vaterhuld er= quickt. 4. Stärk' uns, Herr, in dem Vertrauen: unser Wohl bersäumst du nicht! Nur auf deine Liebe bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst dich unsrer gnädig an. 3. Erhalter unsers Lebens, Herr, dem wir jetzt uns dankbar nah'n, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfah'n! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein, und eilst, mit deinem Segen uns Alle zu erfreu'n. O, lehr' uns dich erheben, dir findlich Henriette Cathar. von Gersdorf, 1648-1726. fromm vertrau'n, und menschenfreundlich leben, bis wir dich ewig schau'n. Balth. Münter, 1735-1799. Mel. 123. Nun lob', mein' Seel', den Herrn 2c. 468. Mit mildem Regen sintet Erquickung auf die dürre Flur! Wie labt sie sich, wie trinket ihn die verschmachtete Natur! Die fanften Ströme kühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen, und Hitz' und Dürre flieh'n, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. b 2. Mit Muth im Angefichte, beschaut der Landmann nun sein Felb. Erquickt hat Gott die Früchte, er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will dich singen 2c. 469. Dank, Dank dem Herrn; denn seine Milde ist heut' und jeden Morgen neu. Ihe ausgedorreten Gefilde, schmeckt wieder seine Huld und Treu'; auch du, erquickter Grashalm, bist ein Zeuge, daß Gott gütig ist. 2. Dant, Dant dem Herrn; sein milder Regen gab neue Kräfte der Natur, die schon erstarb; sein reicher Segen 29 450 Besondere Umstände und Vorfälle. ward Balsam für die dürre| Blitz die Luft; dein Regen Flur. Im Jubelchor ruft tränkt die Saat; es stärkt sie ihm zu: wie groß, o Gott, ein balsamvoller Duft, was wie gut bist du! erst geschmachtet hat. 3. Dant, Dank dem Herrn; der Herr regieret mit Weisheit und Barmherzigkeit. Er, der uns Dürre zugeführet, hat nun durch Regen uns erfreut. Er ist's, der freundlich zu uns spricht: auf mich sett eure Zuversicht! 5. Du kannst auch tödten; doch es scheut der Christ nicht dein Gericht. Wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. Pet. Flor. Weddigen, 1759-1809. Bei und nach einem Gewitter. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 470. In Dunkel hüllt der Himmel sich, ein schweres Wetter dräut. Ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der Blitz sich Bahnen bricht, und flammend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Du reinigst durch den 6. Drum will ich still und ruhig sein, auch wenn dein Donner droht. Weg, bange Furcht! Ich bin ja dein, und du bist mein, o Gott! 30 h. Casp. Labater, 1741-1801. PAN Mel. 216. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 2c. 471. Wie gnädig ist des Höchsten Wille! Der Donner schweigt; die Blizze flieh'n. Nun schmückt in angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Mein Herz, das kaum mit Angst noch rang, dankt jetzt dem Herrn mit Lobgesang. 2. Es preiset freudig dem Erretter, der seine große Kraft bewies; den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch bören ließ, der selbst des Blizzes Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt. Bei und nach einem Gewitter. 451 3. Bewundernd nehm' ich nächsten, schrecklichsten Gefahren seine Güte, auch selbst im kann er bewahren. Ungewitter, wahr; denn jedem forschenden Gemüthe, stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwellen. 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel, er schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, nur das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß' mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille. Der Strom ge= horcht, die Wogen sinken nieder, und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, froblocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm, im Wetter. 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreu'n. Mich schrecken deine Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Con. Fr. Strefow, 1705-1788. In und nach Wassersgefahren. Mel. 87. Herzliebster Jesu zc. 472. Ich will dem Herrn zu jeder Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen. Auch in den SENCO 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben, und Eisgebirge sich im Strome heben, und furchtbar drohend, jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und ruhig deiner Macht und Liebe trauen. Du, Herr, kannst leicht uns, 29* 452 Besondere Umstände und Vorfälle. wenn du willst, bewahren, auch Natur; und was vermögen in Gefahren. wir? Ach, wir sind schwach und arm, wir sind wie Nichts vor dir! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. 473. Erhabner Herr der Welt! Dir werde Dant gesungen! Du hast durch deine Macht, die Wuth des Stroms bezwungen. Schon riß er Häuser fort, und schon verzagten wir nicht weiter! sagtest du, und er gehorchte dir. 2. Du, Höchster, wolltest dich und deine Huld verklären, auch in der tiefsten Angst uns dir vertrauen lehren; du zeigtest, daß du nie von Herzen uns betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Wie hebt sich unser Geist noch jetzt bei dem Sedanken! Es bricht mit Uns gestüm der Strom aus seinen Schranken! Jedoch, wie sehr er tobt, er tøbt auf dein Gebot, und zieht sich schnell zurück, sobald dein Wink ihm droht. 4. du? Wer ist, o Herr, wie Wer denkt an deine 5. Durch dich nur wird uns wohl, der du dem Eis gebieten, und Fluthen zähmen tannst, wie furchtbar sie auchy wüthen! Nur du bestimmst das Maaß des Glückes und der Noth; in deinen Händen ruht das Leben und der Tod. 6. Wir preisen dich, o Gott, mit dankerfülltem Triebe, wir freu'n uns deiner Macht, fie wird gelenkt durch Liebe. Auch aus den Fluthen strahlt uns deine Herrlichkeit. O, nimm das Opfer an, das unser Herz dir weiht! 7. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Gehorcht dir selbst der Strom; gehorcht dir jede Welt; wie frech, wenn wir allein nicht thun was dir gefällt! omnt Bearb, von Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. Bei strenger Kälte. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir zc. Größe, und fühlt nicht, fief gebeugt, sich selbst in seiner Blöße? Du bändigst die 474. Von Frost und Kälte Nach einer Feuersbrunst. starrt das Land und Vieh Nach einer Fenersbrunst. und Menschen schauern. Ach, hilf uns, Gott, mit starker Hand, daß wir nicht furchtsam trauern. In tiefer Demuth flehen wir, um Jesu willen laß vor dir uns Hülf' und Rettung finden. 2. Gefesselt sind mit Schnee und Eis die Felder, Bäch' und Flüsse. O schmelze sie durch dein Geheiß, daß Niemand darben müsse! Laß Laß bald gelinde Winde web'n, und keine Flur mehr öde steh'n. Versorg' uns, deine Kinder. 3. Gib, daß nicht Men schen, Vieh und Frucht vom Frost beschädigt werden. Dem Dürftigen, der Hülfe sucht, erleicht're die Beschwerden. Ach, rühre jedes Reicher'n Herz, daß er der Armen Noth und Schmerz voll sanften Mitleids, lind're! 4. Der du dem Vieh sein Futter gibst, bie jungen Raben speisest, und uns, die du in Chrifto liebst, als Vater dich beweisest; erhöre deiner Kinder Fleh'n! o, laß die Kälte bald vergeh'n, vor milder Sonnenwärme! 453 Joh. Fr. Danneil, 1719-1772. Mel. 237. Wenn wir in höchsten 1943 Nöthen 2c. 475. Gott, dessen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft, mit welcher schrecklichen Gewalt verwüstet es, wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hat's verzehrt und mancher Armen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an! 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld, sie half auch hier, und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos, tröste bie, die du gebeugt hast, segne fie! 5. O gib, daß, wer verschont ward, nicht vergesse seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreu'n; barmherzig, Gott, wie du, zu sein! 6. Du kannst, wenn Jammer uns bedroht, ihm mächtig wehren, jede Noth in Heil verwandeln; weis' und gut 454 Besondere Umstände und Vorfälle. ist Alles, was dein Wille ner, auf dein Grab: Trost thut. ist der Glaube, wir werden über'm Staube dich wiederseh'n! 5. Wort des Gegens, du, des Lebens Wort, wir seh'n uns wieder dort! Du bist dem Herzen Strahl in der Trennung Schmerzen von oben her! 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld, mit frommer Zuversicht vertrau'n, und stets auf deine Hülfe bau'n! 8. Schüß' unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seu chen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Bei Begräbnissen. Mel. 430. Aufersteh'n, ja aufersteh'n 2c. 476. Anvertraut der Erde Schooß zur Ruh', Entschlummerter, bist du! Des Lebens Klänge, des Weltgewühls Gedränge verstummten dir. 2. Ausgekämpft hast du der Sterblichkeit beschwerdevollen Streit; haft überwun den, des Lebens Müh' entbunden; wohl dir, du ruhst! 3. Canst schläfst du, der Erde Noth entrückt! Wir preisen dich beglückt; dankbar erheben den, der dir Nast gegeben, Erlös'ter, wir. 4. Fließet gleich des Echmerzee Thrän' herab, Entschlaf's Joh. Friedr. Schink, 1755-1835. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 477. Begrab't den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt, verklärt, zu Gott hinauf. 2. Aus Staub erschuf der Vater ihn, zum Staube zieht der Tod ihn hin. Er schläft, verwest; doch einst erwacht er wieder aus des Grabes Nacht. 3. Wie selig wird der Fremme sein! Er geht zum ew'gen Leben ein. Das Vaterhaus ist aufgethan, ihn, den Getreuen, zu empfah'n. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er, Gett, von dir erquict. Des reinsten Friedens Palme weht ihm, der auf seinen Geist gefä't. Bei Begräbnissen. 455 5. Gott, dem er treu blieb, 3. Ach! deiner Stimme bis zum Grab, wischt dort holder Klang wird nicht mehr des Dulders Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herr lichkeit? um uns tönen; nicht mehr des Lebens Pilgergang dein Geift, dein Herz verschönen. Ach! bald nun Staub, dein Ohr ist taub der Freunde Schmerz und Klagen, die dich zu Grabe tragen. 6. Nun, du Erlös'ter, schlaf' in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub' und Tugend uns bereit! 7. Laß, Weltversöhner, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. Juste Lunte Nach Böhm, Brüber, 1531, von Klopstod. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 478. Das Leben flieht, die Beit enteilt, fie flieht auf schnellen Flügeln; und wo der Fuß des Pilgers weilt, er steht an Todeshügeln. Vergänglichkeit ist Loos der Zeit, und dieses Lebens Gabe nur ein Geschenk zum Grabe. 2. Auch du, im Leben uns so werth, von unsrer Lieb umfangen, bist von dem heimathlichen Heerd', o Freund, dahingegangen; bein Ange ficht, es lächelt nicht mehr freundlich auf uns nieder, und nimmer hier mehr wieder. 4. Du ruhst im stillen Schlafgemach aus von bes Lebens Kummer; es weint dir stille Wehmuth nach, wünscht Frieden deinem Schlummer! Du warest gut, mit festem Muth gingst du dem Tod entgegen; dir folgt der Deinen Segen. 5. Wer seines Daseins Zweck erfüllt, darf nicht im Tode zagen; er sieht des Grabes Nacht, enthüllt, zum schönen Morgen tagen; der Schatten Thal umglänzt der Strahl des Glaubens; Lebensfülle quillt aus des Grabes Hülle. 6. Du gingst, Entschlaf'ner, uns voran in dieses neue Leben; nicht Wunsch, nicht Schmerz, nicht Klage kann dich hier zurück uns geben. Bom Grabe dann den Blick binan zu jenen Welten oben, wohin du dich erhoben. 7. Dort wandelst du auf 456 lichter Bahn; fließt denn, ihr Thränen! Gott thut, das ist wohlge than, weit über unser Wähnen; sein Will' ist Kraft, ge beut und schafft, was wechselnd auch zerstäubet, ein Ew'ges, das da bleibet. 3oh. Friedr. Schink, 1755-1835. Besondere Umstände und Vorfälle. leiser 4. Saaten der UnsterblichWas keit! Heilige Gebeine! bald verfließt auch unsre Zeit! Ruft der Tod: erscheine! ruf' er dann! wir sind bereit; wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe! Joh. G. Pfranger, 1745-1790. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 10120 480. Da stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube; uns stärkt der Christen Glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher be schließet des Lebens turzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf. 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und Hier deck' ihn kühlend zu. Er unsre schlafe hier in Frieden den aber stillen Schlaf der Müden, des Dulders lang erseufzte Rub'. 4. Senkt nun den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Mel. 161. Schwing' dich auf zu deinem Gott 2c. 479. Gebt dem Tode seinen Raub! Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt den Leichnam immer ein! Laßt die Erde rollen; furchtbar darf es uns nicht sein, daß wir sterben sollen. 2. Laßt als Schreckgestalt den Tod niemals uns er blicken! Freudenruf sei sein Gebot, Ruf, uns zu beglücken! Seine Botschaft heißt uns ja, zu den sel'gen Frommen, un ferm großen Ziele nah', immer näher kommen. - 3. Erntefeld! ruben sie, Christen! Brüder; kämpften, kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Rub' der Müden! Für das beff're Vater land schlummert er hienieden. Bei Begräbnissen. 457 Schlummer; ihn stört kein| quickt, den manche schwere Last Erdenkummer; Gott ist es, gedrückt. der ihn einst erweckt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück, der bloße Mensch bleibt nur zurück; ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind seine ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet hat er seinen Lauf. Der Geist eilt in das Vaterland, und ist beglückt in Gottes Hand. 6. Nimm den entfeelten Leib, o Gruft, bis Jesus ihn einst wieder ruft, und das, was hier der Tod zerstört, einst neu belebet und 5. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo alle Welt erwacht. Heil diesem tobten Staube! so singt der Christen Glaube: auch er erwacht aus Todesnacht. 6. 3um Himmel blickt, Betrübte! dort wandelt der Geliebte, nach Finsterniß im Lichte. Vergönnet ihm die Freude, und wehret eurem Leide, und wischt die Zähren vom Gesicht. Chr. Fr. Schubart, 1739-1791. Mel. 237. Wenn wir in höchsten verklärt. Nöthen 2c. 481. So gib denn, fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden hier im Sand, die Ruhe, die er sonst nicht fand. 2. Ja, bier, wo keine Thräne rinnt, gestillt des Leidens Klagen sind, hier bricht dem Schlummernden kein Schmerz, kein Erdenfummer mehr das Herz. 7. Du aber lerne was du bist, o Mensch, und was dein Leben ist; nach Sorg' und Furcht und mancher Noth, ereilet dich zuleßt der Tod. 8. Schnell schwindet deine Lebenszeit, schnell nähert sich die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so reicht den Lohn des Richters Hand. 9. Drum, sich'rer Mensch, besinne dich, Tod, Grab und Nichter nahen sich. Auch dir sind sie vielleicht nicht fern; sei fromm und wandle vor Hier endigt der Verfolge ung Bath, hier ist's, wo Druck und Plage ruht; hier ward durch süßen Schlaf er- dem Herrn! 458 Besondere Umstände und Vorfälle. 10. Hier, wo wir an den 6. O sel'ge Aussicht auch Gräbern steh'n, laßt, Christen, uns zum Vater fleb'n: er inn're uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit. für mich! Entzückt hebt meine Seele fich; ich seh' im Geift des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. Nach Heinr. Jul. Tobe, 1733-1797. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat; genieße deines Gnadenblicks, und der Vollendung meines Glücks. 8. Viel Gutes gabst du mir schon hier, Alliebender, wie dant ich's dir? Kaum quälten bange Sorgen mich, so kehrten sie in Freuden sich. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Huld, die segnend hier erfreut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 3. Ein inn'res, mächtiges Gefühl verkündet mir mein 10. Des freudigen Verhöh'res Ziel; dies Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. trauens voll, erwart' ich was mir werden soll, wann einst von Sünd' und Noth befreit, ich reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gettes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint, dann Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. 482. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht, flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht. Mein Geist, erhellt von deinem Licht, erbebt vor der Verwesung nicht. 2. Es falle nur die Hülle hin, mit der ich hier um geben bin; ich selber, lebend wie zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe, Bater, dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsquell, der nie versiegt. 5. Dein Sohn zeigt mir die bess're Welt, an die mein Herz sich gläubig hält; wie Herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Wort mir aufgeklärt! Bei Begräbnissen. wird ein frohes Wiederseh'n, auf ewig unser Glück erhöh'n. 13. Herr uns'rer Tage führe du uns Alle diesem Ziele zu, daß uns, bei standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sei! Joh. Joach. Spalding, 1714-1804. Mel. 141. Mach's mit mir', Gott, nach deiner Güt' 2c. 483. Geweihter Ort, wo Saat, von Gott gefä't, dem großen Tage der Ernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt! 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wann von des Freundes Herzen den treu'sten Freund das Schicksal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen, hab' ich auch selbst, ach, manchem Freund' die Abschiedsthräne schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Nuh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht; dent't: Wiederseh'n! die Todten werden aufersteh'n! 4. Belebend sinkt ein 459 Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Herbste starb die Rose; seb't, fie blüht, vom Frühlingshauch umweht. 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist! Vernunft und edler Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum kann mein Blick vom Leichenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, werd' ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke in der Blüthe- Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlaf'ne Brüder, seid, werd' ich vielleicht bald werden. Nun dann durch's Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu. 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande der Weg zum Heil, der edel hier des Lasters Eclavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. - 460 Besondere Umstände und Vorfälle. 9. Auf Gräbern der Ent 5. Dort rührt sie keine schlaf'nen sei der Tugend- Noth mehr an, die uns auf bund auf's Neue versiegelt! Ich gelobe hier der Tugend ew'ge Treue. Und heilig ist mir jede Pflicht, bis einst mein Auge sterbend bricht. Erden schrecken kann; dort ernten sie, verklärt und rein, den großen Lohn der Tugend ein. Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Herrlichkeit. Nöthen 2c. 484. Dem Staube geben wir den Staub; was Fleisch ist, wird des Todes Raub; und eilend flieht der Menschen Zeit gleich einem Pfeil, zur Ewigkeit. 2. Kaum hat die Welt uns angelacht, so deckt uns schon des Grabes Nacht; verschont bleibt Keiner, groß und reich, der Bettler wird dem König gleich. 3. So ist des Leibes Hülle bald zerstört und leblos, starr und kalt. Allein der Geist, den Gott uns gab, ist frei vom Tod', sinkt nicht in's Grab. 6. Und Jesus, der vom Tod erstand, und seine Schrecken überwand, versammelt sie von Zeit zu Zeit, zu Erben seiner 4. Sei's, daß der Frommen Leib zerfällt, sie harren einer bessern Welt und geben an des Lebens Rand die Seelen gern in Gottes Hand. 7. So zitt're dann, wer Laster übt, wann ihn des Todes Macht umgibt; dem Frommen ist er nur Gewinn, getroft geht er zum Grabe hin. 8. Herr, lehr' uns, eh' die Zeit zerrinnt, bedenken, daß wir sterblich sind, damit wir, klug und tugendhaft, vollenden unsre Wanderschaft. 9. Einst bricht für uns und Jedermann der große letzte Tag heran, da Jeden, den ein Grab bedeckt, der Weltentichter auferweckt. 10. Mittler, deine Knechte freu'n sich freu'n sich dieses Tag's, und harren dein! Laß uns dann muthig aufersteh'n, und ein zu deiner Wonne geh'n! 3. K. D. P. Reimold, 1757-1810. 485. Bei Segräbnissen. Bei dem Tode eines Gatten, einer Gattin. Eigene Melodie. Laßt mich wei- nen! ach, fie haben meinen 461 besten Freund be gra ben. Er ging hin, ließ 2. Er, der zärtlichste der Gatten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umher ist für mich nun öd' und leer. 1710. mich zu rück, und mit ihm entfloh mein Glück. = 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz gegeben! Was war Mühe, Sorg' und Schmerz, Alles theilte ja sein Herz. 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt' er immer. Unsre Zeit war voll stiller Seligkeit. voll Dornen ist der Pfad, den der Wittwe Fuß betrat. 6. Ach, ich rang, und rang vergebens um die Seele meines Lebens; du, o Gott, riefft sie von mir. Doch ich had're nicht mit dir. ns 5. Nun zerstört, vom Sturm der Leiden, sind die Blüthen meiner Freuden, und weint. 7. Nein, auch bei des Kummers Zähren, will ich. deinen Rath verehren. Höre nur in deinen Höh'n der verlass'nen Wittwe Fleh'n! 8. Hilf, daß ich den Gram bezwinge, wann ich bang die Hände ringe, wann die Welt zu eng mir scheint, wann mein Aug' in Nächten 462 Besondere Umstände und Vorfälle. 9. Hör', auf meines Glückes blick' ich um mich her, und Trümmern, die verlaff'nen ach, ich finde sie nicht mehr, Waisen wimmern; sorge du, die Freundin meines Lebens. daß sie gedeih'n, und laß nie uns hülflos sein! 10. Gib, daß ich, in from mer Stille, jede Pflicht getroft erfülle, bis einst das zerriff'ne Band wieder knüpft des Todes Hand. 4. O du, deß Rath mir heilig ist, blic tröstend auf mich nieder! Ich weiß, daß du voll Liebe bist; und du nahmst mir sie wieder. Doch bleib' ich nicht getrennt von ihr; du nahmst sie früher nur zu dir, um früher ihr zu lohnen. Joh. Christ. Wagner, 1747-1825. Mel. 235. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir 2c. 5. Ja, dort werd' ich sie wieder seh'n, in deinem bessern 486. Sie starb, ach, starb Leben. Sie starb, ach, starb Leben. Als Engel wird aus mir viel zu früh, zu früh deinen Höh'n sie mir ent auch für die Meinen; die alle gegen schweben. Wie wird wehmuthevoll um sie, mit mir, mir dann, o Vater, sein, wann dem Vater, weinen. Gott, wel- sie mich durch verklärte Reih'n ches Leiden, welcher Schmerz! zu deinem Throne führet! Mir blutet immer mehr das Herz, bei meiner Kinder Thränen. Joach Chrift. Grot, 1733-1801. 2. Du weißt, was ich in ihr verlor, um die so tief ich leide. Sie, die mein liebend Herz erkor, war meines Lebens Freude; vergalt mir liebreich jede Müh' und sorgte treulich spät und früh, für mich und unfre Lieben. 3. Du gabst sie mir, wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann immer theurer mir; nun ruht sie schon im Grabe. Still sehnend Bei dem Tode der Eltern. Mel. 99. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. 487. Gott, welch' ein Schmerz zernagt mein Herz, welch frühes, bitt'res Leiden! Ach, ich sah den guten Mann, meinen Vater, scheiden. 2. Er ging von mir, nach Haus, zu dir; nun hab' ich keinen Vater, keinen mehr, Bei Begräbnissen. 463 der Schuß mir ist, Pfleger her. Ach, überall vermiss' und Berather. ich fie; in meinem Herzen stirbt sie nie. 3. Wer wird für mich nun väterlich hier, in der Fremde, sorgen? O, wie fröhlich war durch ihn meines Lebens Morgen! 4. Sie sind entfloh'n, ent floh'n mir schon die jugendlichen Freuden; meines Morgens Heiterkeit trübt ein schweres Leiden. 5. Ach, ließ kein Glück er mir zurück, beim frühen Schlafenlegen? Ja, was Kindern Häuser baut, seinen Vatersegen. 6. Und lehrte nicht sein Unterricht, zu dir mich Hoffnun kann ich's nicht! nung fassen? Keinen, sprach er freudig oft, hat noch Gott verlassen. 7. Drum halt' ich mich, Herr, fest an dich; will deine Wege gehen. In der Heimath werd' ich dann ihn einst wiedersehen. 3. G. Dehler.? Mel. 181. Er starb, der größte Held 2c. 488. Die ich so heiß ge= liebet habe, ach, meine Mutter ist nicht mehr! Sie ruht, die Gute, schon im Grabe, und jammervoll irr' ich um2. Sie war so sorgsam, mich zu pflegen, zu bilden mir Verstand und Herz; bracht' immer Freuden mir entgegen, und linderte mir jeden Schmerz. Aus Liebe war fie, Tag und Nacht, auf mich und auf mein Wohl bedacht. 3. D'rum wollt' ich niemals sie betrüben, nein, immer dankbar sie erfreu'n; ihr beizusteh'n, mich fleißig üben, und ihres Alters Stüße sein, stets wohlthun ihr nach Kindespflicht; und, ach, nun kann, 4. O, der du lohn'st in bessern Welten, was Jeder Gutes hier begann, du, Vater, wirst nun ihr vergelten, was ich ihr nicht vergelten kann. Sie war so fromm, so herzlich gut; und du bist's, der nun wohl ihr thut. 5. Gleich gut zu werden, will ich streben; ihr Bild sell stets mein Führer sein! Dann wird sie sich im höhern Leben, vor dir, o Gott, noch meiner freu'n; und einst ruf' ich bei ihr entzückt:„ Gott hat mich auch durch Schmerz beglückt!" Unbet. Verfaffer. 464 489. f Besondere Umstände und Vorfälle. 2 Bei dem Tode eines Kindes. Eigene Melodie. Es ist nicht mehr, für mich ei= ne No se sah Wie lie= be Kind! Wie freu- den- leer weis' und fromm es zu er zieh'n, war Er den le= ben! mein Be= stre = ben. nicht mehr, das ich's blüh'n, und 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz! Der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag' ich nicht; nein, heilig sei mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz zu ehren. Auch weinend will ich dankbar sein, du gabst, du nahmst; es war ja dein. 3. Wohl ihm! In Unschuld 1823. Ach, mei= ne ist nun mein immer Hoff- nung 명 sant in's Grab und Freud'und Lust mit ihr hin= ab. brach sein Herz; gesichert nun vor Noth und Schmerz, ge= nießt es höh're Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ist's in deiner Hand; ging mir voran in's Vaterland. Balth. Münter, 1735-1798. 490. E Bei Begräbnissen. Eigene Melodie. Eltern, wei net auf das Grab eu res Kin- tes = 3. Prüfen will Gott euer Herz; prüfen eures Glaubens Werth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz, kindlich seinen Willen ehr't! De Thränen hin; a= ber treck- net sie auch ab, 4. Er, der euerm Arm entriß, was ihr jetzt noch weinend lieb't, er ist's, der es euch gewiß einst vollkommner wiedergibt. 465 Just. Heinr. Knecht, 1815. denn sein Tod ist ihm Gewinn. 2. Gott entriß es der Ge-| beweint; soll't mit ihm am fahr, die uns noch auf Erden Throne steh'n, wo euch Gottes droht. Uebergang zur Engel- Huld vereint. schaar, sanfter Schlummer war sein Tod. 5. Ja, ihr soll't es wieder seh'n, euer Kind, das ihr 6. Schan't denn weg von jener Gruft, die nun euern Liebling deckt! Wiss't, daß Gott auch euch einst ruft, und auch euch einst auferweckt! 7. Blic't zur Ewigkeit em por! Lernet euch des Himmels freu'n! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll sein. Ch, G. L. Meister, 1738-1811. 30 466 f. Bei dem Tode junger Personen. 491. Mel. Welt, ade, ich bin dein müde 2c. schnell eilt Sesondere Umstände und Vorfälle. Er= den= töch- ter, Er den= söh eu- res eu re = eu= re Zeit da OPA = Joh. Rosenmüller, 1649. = ne, fe stolz auf eu- re Schöne, denn wie bald kann hin! Seid nicht 6. fie ver- blühn! Eu- res Mun- des Hauch ver- flie= get; Le bens Quell verste= get; tro- het nicht auf Kraft, auch des Star ken Arm er schlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid ruft! Edler, kräftiger, vernicht traurig, wenn, nach Gottes Rath, zur Gruft, ach, so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke klärter, liebevoller, liebenswerther, hebt, zu höh'rer Geister Chor, sich der freie Geist empor. Bei Begräbnissen. 467 3. D, was ist des Grabes des Christen wahres Glück; O, Höhle? O, was ist des nur das Eitle bleibt zurück. Grabes Nacht? Ludw. Theob. Rosegarten, 1758-1818. Menschen, mit gebeugter Seele, fürchten nicht des Todes Macht. Ueber Grab und Grabestrümmer, wird der Geist im Sonnen= schimmer himmlischer Erkenntniß steh'n, und zu höhern Freuden geh'n. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren! Unsrer harrt ein schön'res Loos. Was hier starb, rubt unverloren in des ew'gen Vaters Schooß. Süße Hoffnung, schöner Glaube! Alles schwinget einst vom Staube, nach vollbrachtem Pilgerlauf, herrlicher zu Gott sich auf. Bei dem Lode alter Personen. Mel. 435. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 492. Erwäge deine Sterblichkeit, und eile, fromm zu leben! Wie schnell, o Christ, entrinnt die Zeit, die dir dein Gott gegeben! Und würdest du auch noch so alt, die Jahre flieh'n, und einst er schallt auch dir des Todes Stimme. 2. Und wie kann jemals sich dein Herz nach hohem Alter sehnen? Du sehnest oft dich nur nach Schmerz, nach Schwachheit, Noth und Thränen. Das Alter ist nicht stets ein Glück; o hebe himmelan den Blick; nur da ist wahres Leben. 3. Wie mancher Alte wankt 6. Laßt der Erde Glück gebeugt, mit kindischem Ververgehen; Gott ist's, der den stande, und allem Frohsinn Geist erhält! Tugend, Tugend abgeneigt, an seines Grabes wird bestehen, wenn die äuß're Rande! Den Seinigen kein Hülle fällt! Wie die Gott- Helfer mehr, selbst hilfsbeheit unvergänglich, wie die dürftig, seufzet er nach Ruh Tugend überschwänglich, ist und nach Erlösung. 5. Leibesschönheit mag verblühen, ihren Glanz zerstört die Zeit; Seelenreiz kann nie entfliehen, er ist für die Ewigteit. Eoler Sinn und reine Tugend lohnt mit ewig heit'rer Jugend, und nach einem kurzen Streit frönet uns Unsterblichkeit. 30* 468 Besondere Umstände und Vorfälle. 4. Schau' auf das Grab,| Bei dem Tode eines ReligionsLehrers. und siehe hier das Ende aller Thränen! Was hilft's, mit ängstlicher Begier nach Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Erdenglück sich sehnen? Wie lange währet der Genuß? Dein Sinn wird stumpf, und Ueberdruß ergreifet deine Seele. 493, Fromm, wie er gewandelt hat, endet sich zum Trost der Seinen, unsers Lehrers Erdenpfad; und wir schau'n ihm nach, und weinen. Ach, er hat uns treu belehret, und zum Guten hingekehret. 5. D, wohl dir, wenn dich edler Muth zum böhern Ziele leitet, und auch in's Alter dich ein Gut, das ewig ist, begleitet! Dann sente sich dein mattes Haupt, dann werde jeder Kraft beraubt; du hast noch Kraft zu hoffen. 6. Ja, Hoffnung stärkt des Frommen Sinn am Ende seiner Tage. Sie schwanden, wie ein Traum, dahin mit ihrer Lust und Plage; doch seine Hoffnung schwindet nie, und Gott, sein Freund, er füllet fie und gibt ihm neues Leben. 7. So schlumm're denn in Frieden ein, wenn dich das Alter drücket! O Christ, wie wohl wird da dir sein, wo Jesus dich erquicket! Wie freudenvoll, wie jugendlich wird deine freie Seele sich im Vaterlande fühlen. Bearb. von Joh. Wilh. Reche, 1763-1835. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und gestärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad reiner Tugend bis an's Ende, und gab nun, nach deinem Rath, seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: ,, Selig ist, wer an mich glaubet!" Ja, des Himmels Heil und Frieden ist dem Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von un seim Lehrer, fruchtbar sein Sei Segräbnissen. 469 in Wort und That, und Angst umgeben, wird er oft uns würdige Verehrer wah: hingerafft. rer Frömmigkeit auf Erden, und des Himmels Erben werden! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr! 6. Wenn wir dann einst um ihn steh'n und mit ihm zum Throne bringen, mit ihm den Erlöser seh'n, dem wir Preis und Ehre bringen; ach, wer nennt die Selig teiten, die dann ewig uns be: gleiten! 7. Gott, er ruhe sanft und mild, er, der uns dir näher führte! Unvergeßlich sei sein Bild jedem Herzen, das er rührte! Seine schönen Tugendlehren wollen wir durch Thaten ehren. Friederike Bruhn, geb. 1765. Bei dem Tode eines Verunglückten. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 494. Gott, welch' tiefe Trauer hat unsern Blick umhüllt! Es ist des Schreckens Schauer, der unser Herz erfüllt. 2. Was ist des Menschen Leben? Was ist des Men schen Kraft? Von Noth und 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden droh'n? Willst du uns nicht bewahren; so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge= schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet! Du willst: so kommt der Tod. 7. Ach, dies nur macht uns stille; wir sind in deiner Hand, und gnädig ist bein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich nieders reißt, darf unser Geist dir trauen; du liebest unsern Geift. 10. Er kann und wird 470 nicht sterben; er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben, und schwebt zu dir Besondere Umstände und Vorfälle. empor. 11. O, lehr' uns wachen, beten, und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freu'n. 12. Der Erde Schrecken schwinden auf ewig vor uns hin; wir seh'n dann und empfinden: der Tod war nur Gewinn! Bearb. von Joh. Wilh. Reche, 1763-1885. Beruhigung und Trost. Mel. 194. Du, o schönes Weltgebäude zc. 495. Trocknet eures Jammers Thränen, heitert euern trüben Blick, denn es bringt tein banges Sehnen die Ents schlafenen zurück! Ach, die holde Stimm' und Rede, und der Lieblichkeiten jede, und das freundliche Gesicht ruht im Grab, und kehret nicht! 2. Gleich des Feldes Blumen, schwindet, was da lebet rings umher. Trauernd sucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Wie der welke Greis am Stabe sinkt der Jüngling und der Knabe; und das schauervolle Grab zieht zuletzt auch uns hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen, werde, was geboren war, zerstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde; aber sein Bewohner bleibt. Ja, ihr lebt, Geliebte, lebet über Sternen, oder schwebet mitleidsvoll um jeden Freund, der an euerm Grabe weint. 4. Dieses Streben, dieses Trachten aufwärts zur Vellkommenheit, dieses Vorgefühl, dies Schmachten, Brüder, nach Unsterblichkeit, dieser Geist der Welten, denket, würde mit ins Grab gesenket? Und geschaffen hätte Gott dieses Alles nur zum Spott? 5. Nein, dem Tod wird nicht zum Raube, Gott, dein Bild,- des Menschen Geist kann nicht untergeh'n im Staube, wenn dein Wink uns scheiden heißt. Nur die Hülle wird versenket, doch die freie Seele lenket zu der höhern Geister Chor freudig ihren Flug empor. 6. Auf! von Moder und Verwesung, blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Eiden Bei Begräbnissen. jammers fleußi; wo nicht unsre Herzen unaussprechlich Krieg, Erdbeben, Fluthen, tiefe Schmerzen! Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod, liebenden Geliebten droht. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht: ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Echmerz zu tragen! im 7. Ach, des Wonnetags, der wieder, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Freund, und Gatten fest vereint; wann, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in seine Ruhe nabm! 8. Bald vielleicht, ach, bald verschwunden ist auch unsre Lebenszeit, und, wer weiß? von meinen Stunden ist die letzte nicht mehr weit! O, laßt Gottes Weg uns wan deln, immer gut und reblich handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freudig sinken in die Gruft! 471 Joh. Heinr, Voß, 1751-1826. 3. Wenn der Tod, edeln Sohne, jeine Lust dem Vater raubt; wenn des Haus ses Stütz' und Krone sintet mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden? 4. Ach es müßte unters liegen dieses arme schwache Herz; hälfest du uns, Herr nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz. Schlägt uns gleich das Leiden nieder: Vater, du erhebst uns wieder. 5. Ja, Herr, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. 337. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 496. Löft der Tod die sanften Bande treu vereinter Lieben auf; enden Freunde und Verwandte ihres Erdenlebens Lauf: ach, dann fühlen rung'nen Lohn? Wirst du 6. Wandeln nicht, in hohen Freuden, unsre Lieben dort am Thron? und wir sollten fie beneiden um den früh er 472 Besondere Umstände und Vorfälle. nicht im bessern Leben die und stille, und schauberhaft Verlor'nen wiedergeben? sein Rand; es beckt mit schwarzer Hülle ein unbekann tes Land. 7. Ach, warum wird uns entrissen, was uns doch so theuer war? Hier nicht sollen wir es wissen, dort erst wird es offenbar. Räthsel die wir hier beweinen, werden dort im Licht erscheinen. 8. Welche brohende Ge fahren harr'ten noch der Theuern hier! Gott, du wolltest fie bewahren, darum nahmst du sie zu dir. Manchen schweren Kümmernissen hast du sie vielleicht entriffen! 9. Beugt ihr Tod auch unsre Herzen, führt er auch in dunkle Nacht harter Prüfungen und Schmerzen; Vater, deine Huld und Macht führt die Deinen auch durch Leiden zum Genusse bess'rer Freuden. 10. Der Entschlafenen gedenken, ihrer Liebe, sei uns Pflicht! Freudig laßt den Blick uns lenken, aufwärts hin zu jenem Licht, wo sich Alle wiedersehen, die hier Gottes Wege gehen. Gotth. Friedr. Stäublin, 1758-1795. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 497. Das Grab ist tief 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Schooß; der Freundschaft Thränen fallen nur auf des Hügels Moos. 3. Verlass'ne Bräute ringen umsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Rub'; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath zu. 5. Das arme Herz hies nieden, von manchem Sturm bewegt, erlangt den wahren Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. Joh. Gaud. v. Salis, 1762-1834. Andenken an die Vollendeten. ( Besonders am Schlusse des Jahres.) Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 498. Wir benken, Gott, ber Lieben, die nun im Grabe ruh'n; wir sind zurückge Bei Begräbnissen. 473 blieben, sie sind befriedigt| Wir wollen würdig handeln, nun! Wie wir in frühern nicht lang ist unsre Bahn; Jahren, vereint durch Herz zu dir, o Vater, wandeln und Haus, so froh beisammen wir, ihnen gleich, hinan. waren, das preßt uns Thränen aus. 2. Was Einer füblt' und dachte in manchem lieben Jahr, das sprach sein Mund, das brachte sein Herz dem Andern dar. Sie sahen unsre Wunden, sie kannten unser Leid; sie haben froher Stunden mit uns sich oft gefreut. 3. O Gott, das ist vergangen; was irdisch ist, vergeht; doch inniges Verlangen nach ihrem Glück befteht. Gib ihnen Wohlergehen in deiner bessern Welt; laß uns sie wieder sehen, wann unser Leib zerfällt! 4. Sie fehlten oft, doch dessen gedenken gedenken wir nicht mehr; vergessen sei's, vers geffen; nicht fehlen ist so schwer! Doch alles Gute bleibe, das wir an ihnen sah'n; ihr edles Vorbild treibe auch uns zur Tugend an. 5. Die Hüllen sind gefallen, die Fehler blieben nicht. Wo nun die Lieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. 6. Noch Manche sind geblieben; wir wollen fromm und rein und lebenslang fie lieben, und ihrer Lieb' uns Die Lebenden und freu'n. Todten bewachst du, Herr der Herrn; was bein Gesetz verboten, vollbringe Jeder gern. 7. Es ist des Geistes Hülle, was sich zum Grabe neigt, wann, zu der Wonne Fülle, der Geist befriedigt steigt! Ja, hofft nur, Schwestern, Brüder! wir seh'n, in reinem Licht, all' unsre Lieben wieder, und trennen uns dann nicht! 8. Laß trocknen unsre Thränen, sie lindern unser Leid, und stille, Herr, das Sehnen nach laut'rer Seligfeit; wir wollen bir auf Erden, mit fester Hoffnung, trau'n, und reines Herzens werden, damit wir einst bich schau'n. G. W. Ch. Starke, 1762-1830. 474 499. Mel. Trocne deines Jammers Thränen 2c. f Besondere Umstände und Vorfälle. C $ Dumpf und ernst, wie Grab= ge= läu= te, schallt der Glocken Ton, mahnt uns Lie= ben heu - te, Juft. Heinr. Knecht, 1797. die him- mel- auf den Blick 2. Männer, Jünglinge und Greise blicken ernst empor; aus den Gräbern tönet leise Geister laut hervor: ,, Sterbliche, dent't an das Ende!" Und, gefaltet ihre Hände, bringt da= From mer Christen Schaaren wal- len zu den Gott gean die hin ge floh'n. weihten Hallen, weg vom niedern Er den= tond, C 0 gewandt. der Christen fromme Schaar ihrer Andacht Opfer dar. 3. Sei gegrüßt uns, heil'ge Stätte, zu der Sterblichkeit ernster Feier im Gebete und Gesang geweiht. Unsern Brü Bei Begräbnissen. 475 dern, abgeschieden zu der ihr Vertrauen, Wahrheit Heimath stillem Frieden, ward ihr Glaube, Schauen! bringen, im entfloh'nen Jahr, wir der Wehmuth Thränen dar. 4. Ach! wie Mancher unsrer Lieben sank vor uns hinab! Nichts ist uns zurückgeblieben, als ihr dunkles Grab. Eprach' und Laut sind uns verklungen, und nur in Erinnerungen, hörbar nur des Geistes Ohr, tönen sie zu uns empor. 5. Aber selig sind, die schlafen, allen Leiden, die in der Prüfung Thal sie trafen, sind entronnen sie! Fried' umfängt sie, Ruh' und Kühle nach des Erdenlebens Schwüle; keine Sorge drückt sie mehr, und ihr Aug' ist thränenleer. 6. Uns voran sind sie gegangen in der Heimath Land; nur die Hüllen hat empfangen der Verwesung Hand. Zu den Sternen aufgehoben, wohnet bei dem Vater oben, was nicht Tod, nicht Grab entreißt, und was ewig lebt, der Geist. 7. Wein't den Sel'gen Freudenthränen! Auf zum Himmel blick't! Ueber Hoffen, über Wähnen sind sie dort beglückt. Reich belohnt ist Wonne fühlt ihr frommes Herz; schweige Klage denn und Schmerz! 8. Aber unvergeßlich schwebe stets um uns ihr Bild! Jhr Gedächtniß bleib' und lebe in uns freundlich, mild, zeige in den theuern Todten uns des bessern Daseins Boten; ruf" uns zu: ,, Das Grab ist nur Weihe höherer Natur." 9. Mahn' uns, auf zum Licht zu bringen, das fie dort verklärt; kämpfend um den Sieg zu ringen, den nur Kampf gewährt; selbst veredelnd, weltbeglückend, immer weiter, höher rückend, uns zu nah'n dem Uebergang in gereifter Geister Rang.. 10. Auszudulden, auszuhalten, wenn sich Prüfung naht; Tugendkeime zu gestalten zu vollbrachter That! Und, durch Tugend, schon auf Ers den, Bürger jener Welt zu werden, wo des Sieges Palme sprießt, die Verklärter Stirn' umschließt. 11. Heilig soll uns denn der Theuern Angedenken sein, kräftig unsern Muth befeuern, uns der Pflicht zu weih'n. 476 Besondere Seiten. Du, o Vater, woll'st uns was uns broht; treu der Hören, wenn an ihrem Grab Wahrheit, bis zum Tod! avir schwören, auszubauern, Joh. Friebr. Schink, 1755-1835. II. Besondere Zeiten. Jahreswechsel. Mel. 134. Sieh, hie bin ich, Ehrenkönig 2c. 500. Hilf, o Jesu, laß gelingen; hilf, ein neues Jahr fängt an! Laß es neue Kräfte bringen, fromm zu wandeln deine Bahn. Neues Heil und neues Leben wolle beine Huld uns geben. 2. Dankvoll beug' ich meine Kniee, Gott, vor dir, daß deine Hand so viel Gutes, spät und frühe, liebreich mir hat zugewandt. Meines Herzens kindlich Flehen soll, Herr, deinen Ruhm erhöhen. 3. Laß dies Jahr ein Jahr der Gnade mir und meinen Brüdern sein; daß mir keine Sünde schade, will ich ganz mein Herz dir weih'n. Hilf mir, Heil'ger, dir zu leben, dann ist alle Schuld vergeben. his 4. Bin ich dann mit Ernst beflissen, mich im Geiste zu erneu'n, o, so laffe mein Gewissen sich des hohen Trost's erfreu'n, daß du gern uns willst erhören, wenn wir uns zu dir bekehren. 5. Ja, du woll'st mir Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, daß ich christs lich möge leben, ohne Falsch und Heuchelei; daß ich fromm auf dieser Erde, und dort ewig selig werde. 6. Deine Liebe soll mich leiten, auf dem Weg der Frömmigkeit, mir mit Sorgfalt zu bereiten dauernde Zus friedenheit. Lieber will ich Unrecht leiden, als, was dir mißfällt, nicht meiden. 7. Was ich denke, red' und thue, das gescheh' in dir allein; wann ich wache, wann ich ruhe, wolltest du, Herr, bei mir sein, und zu allen Jahreswechsel. guten Werken mich durch deine Hülfe stärken. 8. Dir zum Ruhm, als deine Gabe, laß mich nehmen Speis' und Trant, und ge brauchen, was ich habe, mit Zufriedenheit und Dank. Laß mich, Herr, mit deinem Segen auch der Brüder Wohlfahrt pflegen. 9. Wann ich leide, mich betrübe, und voll Angst und Kummer bin; o dann sende, Gott der Liebe, mir den kindlich frommen Sinn, der dich selbst im Schmerz er hebet, und vor Tod und Grab nicht bebet. 10. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefang'ne Jahr! Trage mich auf deinen Händen, bleibe bei mir in Gefahr! Und soll ich die Welt verlassen, will ich glauben, dich umfassen. Joh. Rift, 1807-1667. 477 andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von. uns empfunden. 3. Zwar diese Lebenstage sind nie ganz frei von Plage; wir geh'n auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch, Gott liebt uns nicht minder, als Väter ihre Kinder, und wird auch in Gefahren stets gnädig uns bewahren. Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 2c. 501. Mit Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, der unserm Leben bis hier her Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan ern von einem Jahr zum 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstützest. 6. Mit glaubigem Vers trauen laß uns auf dich nur schauen! Gib festen Muth im Leiden, ein dankbar Herz. in Freuden! 7. Gib, Vater, allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, ein Herz das sich geduldet, durch Murren nicht verschuldet. 8. Herr, wehre du den Kriegen, laß Menschenliebe stegen, und sich, wo Thränen fließen, des Trostes Quell ers gießen. 9. Gib deinen milden Se= gen zu allen unsern Wegen. Laß Großen, Herr, und Kleinen der Freuden Sonne scheinen. 10. Sei der Verlaff'nen 478 Besondere Beiten. Vater, der Irrenden Berather;| fahrt, Trost und Rath, für die Unterdrückten schüße, die Fried' und Ruh', für jede Armen unterstüße. That, die uns durch dich ge lungen! 11. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Ge danken den fummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Vor verleihe uns deinen uns 3. Laß dies Jahr auch gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in Allem, Herr, deiner Furcht zu leben. Du deinen Geist schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. auf's Neue, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. 13. Das wollest du uns. geben, du, Herr von unserm Leben! So gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 502. Gott rief die Sonne, schuf den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er forget, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ord net Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir, für das verfloff'ne Jahr, ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohl 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet uns das Glück der Welt, so sende Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld das Herz, und laß uns nicht, in Noth und Schmerz, die Glücklichern beneiden! 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaff'nen dich, und der bedrängten Brüder! Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei; dies, lieber Jahreswechsel. 479 Vater, dies verleih' in Christo,| für, Gott, sei Dank und Preis deinem Sohne. Ch. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Mel. 161. Schwing' dich auf zu deinem Gott 2c. 503. Ewig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade; und durch dich strömt immer dar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten. Du nur bleibest; und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre somückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt Trost und Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit den besten Gaben; Heil und Freude, Trank und Brod, hast du uns gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner All macht Hand väterlich geleitet, daß du über unser Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen; daherzlich dir gesungen! 5. Freudig, Vater, treten wir in dies Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir einer je vergebens? Ja, du wirst verlassen nicht uns in unserm Leben; du wirst uns, bei Fleiß und Pflicht, Speis und Freuden geben. 6. Schnell entfliehet unfre Zeit; groß sind unsre Pflichten; lehr' uns, Herr, mit Freudigkeit, alle treu verrichten! Jede That, die dir gefällt, laß uns wohl gelingen; jede Segen für die Welt und den Himmel bringen. Christoph Chriftian Sturm, 1740-1786. Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 2c. 504. Hier bin ich, Herr, mein ganz Gemüthe erfüllt des Dankes heißer Drang, und die Erinn'rung deiner Güte begeistert mich und wird Gefang. Mit tausend Jubeln, die von allen gerührten Seelen zu dir floh'n, und jetzt auf's Neue dir erschallen, schwingt er sich auf zu deinem Chron. 2. Weit über alles Glück der Erde entzücket der Gedanke mich, daß ich von dir bemerket werde, ich, nur ein 480 Besondere Beiten. Staub, ein Sünder ich! Ja, machtest von Gefahr mich was fein Loblied je verkünden, frei. und keine Zunge sprechen kann, des Dankes innigstes Empfinden sieh'st du, und steb'st es gnädig an. 3. Du lenneft alle meine Triebe, weißt, wie mein Herz auf dich gelenkt, mit reinem Dank und Kindesliebe an deine große Güte denkt. Froh will ich's meinen Brüdern sagen, damit auch ihr Gesang erwacht, wie gut in den verfloss'nen Tagen, wie herrlich bu's mit mir gemacht. 4. Du hast den Trost geprüfter Freunde gesandt in meine Einsamkeit; du hast, wann bang mein Auge weinte, mit ihrer Liebe mich erfreut. Für tausend reine, reine, süße Freuden, die du auf meinen Weg gestreut, und für die Wohlthat mancher Leiden sei dir mein heißer Dank geweiht. - 5. Im stolzen Selbstgefühl vermessen, wie oft vergaß ich, Vater, dein! Doch du hast meiner nie vergessen, und riefst mich wieder, dein zu sein. Oft ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts ohne dich ich sei; vergabst mir alle meine Sünden, und 6. Noch leb' ich, Vater, noch hienieden, erhalten und beglückt von dir! Du schenkst mir deinen hohen Frieden und deine Gnade wohnt in mir. Noch kann ich gute Saaten säen, in Hoffnung auf die Erntezeit, und gläubig ihm entgegen gehen, dem großen Lohn der Ewigkeit. 7. Sollt' ich für ferne Tage sorgen? Du hast es Alles wohl gemacht! Mich ängstet nicht der nächste Morgen, und nicht der fernen Zukunft Nacht. Dir, o mein Vater, will ich leben; mit freudigem Vertrau'n auf dich, will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht, du sorgft für mich. 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich dränget, o Herr, nach irgend einem Glück, und unter mein Gebet fich menget, ihn steht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen woll'st du ihn verzeihen, den Wunsch, wenn er dir nicht gefällt, und gnädig mir nur das verleihen, was dein Rath mir für nüßlich hält. 9. Was du mir, Weisester, beschieden, muß Glück und Wohlthat für mich sein; er Jahreswechsel. 481 hören, ohne Zagen, rief mir Gott: du stirbst noch heut'? Dürft' ich froh vor ihm er= scheinen? Hätt' ich nichts mehr zu beweinen? Folgte, Heiliger, zu dir keiner Schuld Bewußtsein mir? Christ. Heinr. Seibel, 1743-1787. 4. Ach, es waren meine Sünden zahllos auch in dies sem Jahr, und mit Scham Mel. 491. Welt, ade, ich bin muß ich empfinden, wie so dein müde 2c. oder: Mel. 442. Ale Menschen müssen sterben 2c. oft ich untreu war! Darf ich noch Verzeihung Hoffen? Ja, dein Vaterherz steht offen Jedem, der die Schuld bereut, und sich fromm im Geist erneut. 505. Wiederum ein Jahr verschwunden! Ach, es kommt nicht mehr zurüc! Heit're Tage, trübe Stunden schwanden, wie ein Augenblick. Floh'n zugleich auch meine Sünden? Nein, die werd' ich wieder finden, wann der Richter aller Welt einst vor sein Gericht mich stellt. 5. Deine Wahrheit konnt' ich hören, frei zum Andachtshause geh'n, öffentlich dich, Herr, verehren, und um deine Gnade fleh'n. Oft empfand ich deine Liebe; oft erwachten neue Triebe, fromm zu sein, in meiner Brust; dich zu lieben, neue Lust. 2. Wenn er reichlich mich gesegnet, bin ich, seiner Liebe werth, ihm auch stets mit Dank begegnet? Hab' ich nie mich selbst entehrt? Lebt' ich fromm nach seinem Willen? öffentlich, und fromm im Stillen? Täuschte mich das Laster nicht? Ueb't ich treulich meine Pflicht 6. So verzeih' denn, schenk' Erbarmen; denke meines Undanks nicht! Gib mir tiefgebeugten Armen neue Kraft zu meiner Pflicht! Dir nur will ich künftig leben; eifrig will mich bestreben, mich der Tugend ganz zu weih'n, und cin wahrer Christ zu sein. Joh. Casp. Lavater, 1741-1801. 31 halte mir nur deinen Frieden, und stets sei deine Gnade mein. Laß in Versuchung mich nicht fallen, auf dich, des Guten Urbild, seh'n, und stets zu deinem Wohlgefallen, die Wege wahrer Tugend geh'n. 3. Wie? darf ich's zu denken wagen? Bin ich reif zur Ewigkeit? Könnt' ich's 482 Besondere Beiten. 506. Gott, du bist der Herr der Zeit, und dein ist unser Leben. Laß mich auch 5. Voll Reu' eikenn' ich meine Schuld von den verfloss'nen Tagen; doch du vergibst, mit Baterhuld wirst du mich Schwachen tragen! Ja, jetzt, voll Freudigkeit und stehe du mir hilfreich bei, Rührung, dich erheben! Ein Jahr ist abermal dahin! Wem dant' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Macht und Güte! daß ich mit Ernst beflissen ſei, der der Sünde Reiz zu fliehen. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an. Dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und bleibest. 6. Gib mir, o Bater, Lust und Kraft, der Tugend treu, zu wandeln; laß täglich mich gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, mehr als die Welt zu lieben. 7. Jhr Reiz vergeht; drum will ich mich mit Weisheit edle ihm entziehen. Um Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist mein Vorbereitungsstand, der Himmel erst mein Vaterland; laß, Herr, mich darnach trachten! 8. O, lehre selbst mich, meine Zeit mit Weisheit anzuwenden, und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden! Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Seligkeit bei dir kein Wechsel weiter störet. Joh. Sam. Diterich, 1721-1797. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 3. Herr, ewig währet deine Tru', mit Huld uns zu begegnen; an jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht vor ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast, auch im verfloss'nen Jahr, mich väterlich geleitet; oft, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich; auf's Neue, Gott, ergeb' ich mich ganz deiner weisen Führung. Jahreswechsel. 483 507. Schnell fließen Jahr auf Jahre hin; noch schneller Tag und Stunden. Wie 5. Laß mich die mir verlieh'ne Zeit nach ihrem Zweck vertheilen; nicht zum Genuß der Fröhlichkeit zu schnell, zu häufig eilen; den Müßigviele sind, seitdem ich bin, gang, die Trägheit flieh'n, nicht auch schon mir verschwunden! Und keine, teine kommt zurück; selbst ein verlor'ner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. und keiner Arbeit mich entzieh'n, wodurch ich Ändern nütze. 6. Laß mich mir strenge Rechenschaft von jedem Tage geben; verleih' mir Einsicht, Muth und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gib, daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sei, den du mir angewiesen. 7. Laß mir dies Jahr gesegnet sein an ächten Tugendfrüchten; und guter Thaten mich zu freu'n, mich gerne fie verrichten; voll Eifer für der Brüder Glück, laß mich, mit liebevollem Blick, froh ihren Kummer lindern. Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 2. Gott, diese schnelle Flucht laß mich, zu meinem Heil, bemerken, und mich aus Liebe gegen dich, heut' in dem Vorsatz stärken, dir, Vater, folgsam stets zu sein, der Tugend eifrig mich zu weih'n, auch dieses Jahr zu nüßen! 3. Umringt, mit täglicher Gefahr, bin ich in diesem Leben; vielleicht ist dies das letzte Jahr, das du mir hast gegeben; und dennoch sollt' ich meiner Pflicht und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 4. O, möcht' ich diese Thorheit scheu'n; möcht' ich Entschlüsse fassen, die mich zu teiner Zeit gereu'n und jenen Leichtsinn hassen, der die so edle Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet! 8. Mein Schicksal übergeb ich dir, du wirst es weise lenken, und was mir gut ist, huldreich mir aus Vaterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht: es muß mir Wohlthat werden. 9. Und wenn dies Jahr mein letztes ist, so laß mich selig sterben, und, dir er31* Besondere Beiten. 484 kauft durch Jesum Christ, des Himmels Freuden erben. Sind diese nur auf ewig mein: wie groß wird meine Wonne sein im Kreise der Erlösten! Joach. Christ. Grot, 1733-1801. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 508. Mit Riesenschritten naht das Jahr dem Ziel der kurzen Bahn. Bald zeigt der letzten Stunde Schlag die neue Zukunft an. 2. So schnell floh auch mein Lebens Lenz, so wird mein Sommer flieh'n; des Herbstes schönste Blume weltt im nahen Wetter hin. 3. Drum soll jetzt, bei des Jahres Schluß, mein ernster Vorsatz sein: die kurz gemess'ne Pilgerschaft der Tugend nur zu weih'n. 4. Ja, dir, o Tugend, schwör' ich hier, zu folgen bis an's Grab! Dies ist der Zweck, warum Gott mir so manche Freude gab. 5. Wie oft lag ich in stiller Rub', vom süßen Schlaf erquickt, da mancher beff're Mensch, als ich, zu dir nach Trost geblickt. 6. Der seufzend auf dem Lager sich in Noth und Elend wand, von dir, mit Thränen, Lind'rung bat, und keine Hülfe fand. 7. Nimm jetzt den Dank, den dir, o Herr, ein Herz vell Liebe zollt; sieb' diese Thräne gnädig an, die meinem Aug' entrollt! 8. Gib ferner mir der Erde Glück! Doch, wenn dir's nicht gefällt, so gib mir nur ein frommes Herz, den größten Schatz der Welt. Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 165. O Gott, du from mer Gott 2c. 509. Mit diesem Tage geht nun auch das Jahr zu Ende voll innigen Gefühls erheb' ich meine Hände und meis nen Geist zu dir, o guter Gott, empor, und trage im Gebet dir meinen Dank jetzt vor. 2. Wo ist auch einer nur der schnellsten Augenblicke, die mir vorüber floh'n, der nicht von einem Glücke, von einem Gut für mich durch dich bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl! Dort Nettung aus Gefahr! 3. Mein Körper war ges sund, und meine Seele heiter; Jahreswechsel. 485 was voll Liebe schlägt, die Freude mit mir theilt, den Kummer mit mir trägt. gesegnet mein Beruf; fehlte mir noch weiter? Und welche Freuden fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und Herz, wenn ich mit Unschuld ihn betrat! 4. Vernunft erhielt'st du mir, das Gute zu erkennen; durch dich fühlt' ich mein Herz von frommem Eifer brennen, es treulich zu vollzieh'n. Vergaß ich meine Pflicht: so warst du Vater mir, und strenger Richter Mel. 491. nicht. dein 6. Jetzt leg' ich mich zur Ruh', und unter deinem Segen hoff' ich, den kleinen Rest des Jahrs zurückzulegen. Erwach' ich morgen früh: so sei im neuen Jahr', Gott, deine Huld mit mir, wie sie in diesem war. 8. So segne alle sie aus deines Reichthums Fülle; gib ihnen Freud' und Trost in dieser Abendstille; laß, wenn ihr Auge weint, fie deine Hülf' erfreu'n, mich Zeuge ihres Glücks auch in der Zukunft sein. C. F. Splittegarb, 1801. Mel. 442. Alle Menschen müssen sterben sc. 5. So ging dies Jahr vorbei, so schwanden meine 510. Wiederum ein Jahr Tage, voll Proben deiner Huld, entfernt von Noth und Klage. O, nimm mein Dank gefühl im schwachen Liede an! Preis ewig dir, o Gott, der dies an mir gethan. 7. Und da du, liebevoll, auch mir in meinem Leben so manchen treuen Freund, so manches Herz gegeben, das näher oder fern für mich Welt, ade, ich bin müde 2c. oder: verschwunden, wie der Schaum im wilden Bach! Dentet seinen heitern Stunden, denket seinen trüben nach! Hin zu jenen grauen Jahren floh es, die schon vor ihm waren; brachte Freud' und Kummer viel, und uns näher an das Ziel. 2. Unaufhörlich wechselnd freiset hier des Menschen turze Zeit. Sieh', er blühet, altert, greiset und geht hin zur Ewigkeit. Bald ver= schwinden selbst die Schriften von den morschen Todesgrüften; Schönheit, Reichthum, Ehr' und macht sinkt mit in die Todesnacht. 486 Besondere Beiten. Joh. Heinrich Voß, 1751-1826. 3. Sind wir denn auch uns wieder, fingen Hohe alle lebend, wer noch heute Siegeslieder! Ew'ge Wonne vor dem Jahr, in des Lebens fühlt das Herz für der TrenFülle strebend, froß mit uns nung kurzen Schmerz. verbunden war? Ach, wie Mancher ist geschieden, liegt und schlummert schon im Frieden! Ruhe wünschen wir hinab in der Freunde stilles Grab! 4. Und wer weiß, wie Mancher modert über's Jahr von uns im Grab'! Denn unangemeldet fordert uns ber Tod vom Schauplatz ab. Ach, bei lauem Frühlingswetter weh'n oft schon verwelkte Blätter! Wer noch bleibet, wünscht dem Freund: Ruh' im stillen Grab', und weint. 5. Nur der Tugendhafte schließet ruhig seine Augen zu, und mit frohem Traum versüßet ihm sein Gott des Grabes Rub'! Nach des Erdenlebens Kummer schläft er sanft des Todes Schlummer, bis des Vaters Wink ihm ruft, aufzusteh'n aus seiner Gruft. 6. Nun, wohlouf denn! Frohen Muthes, auch wenn Grab und Trennung droht! Denn, wer gut ist findet Gutes, wie im Leben, so im Tod. Ja, dort sammeln wir Schluß und Anfang des Kirchenjahres. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 511. Feft steht dein Wort, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Tren'! Jahr' und Jahrhunderte ver gehen, doch deine Huld ist täglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dank, o Vater, dir. 2. Gesichert bleiben die Altäre, und unentweiht dein Heiligtbum. Noch hören wir, Gott, deine Lehre, noch fingen wir von deinem Ruhm. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort pflanzt sich dein Reich noch immer fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchte, und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Thaten uns zu richten: Gott, Richter, so besteh'n wir nicht. Du trugst uns Alle mit Ge Schluß und Anfang des Kirchenjahres. 487 buld; wir aber häuften Schuld ihrer Feinde Schaar, dann, auf Schuld. o Herr Jesu Christ, bestege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande. 4. O, laß es deinem Geist gelingen, bei uns, in diesem neuen Jahr', die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwören wir, o Gott, auf's Neu', dir und der Tugend ew'ge Treu'. 5. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, der Wahrheit unverfälschtes Wort auch unsrer Nachwelt noch erschallen. Gib, daß an diesem heil'gen Ort auch sie der Taufe Bund erneu', und sich des Mables Jesu freu'. 6. Uns Alle laß dich kindlich ehren, als dein geweihtes Eigenthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Unbet. Verfaffer. Mel. 121. Ein' feste Burg ist unser Gott 2c. 512. Herr, deine Kirche danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Und kommt sie in Gefahr durch MONSENY 2. Sei, Herr, mit uns; verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirche, schüße sie; denn wir sind deine Brüder, Sie, die dir fest vertraut, hast du dir selbst erbaut. Erhalte fie stets rein, und, die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. 3. Eins ist's, was deine Treuen kränkt: daß unter deinen Christen noch Mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Wie Vieler Glaub' ist schwach; talt ihre Lieb', und ach, sie überlegen nicht: es harrt ein ernst Gericht auf träge, sich're Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Verleih' uns Wissenschaft und Glauben, Luft und Kraft, Entschlossenheit und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise, deiner Lebre. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt' 488 uns Ruh' und Frieden; laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden! Erleicht're, was uns drückt, und gib, was uns beglückt. Nach dieser Prüfungszeit führ' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! Besondere Seiten. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf sei, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Erhör' ihr tind: lich Fleh'n, und eil', ihr bei zusteh'n, daß sie recht standhaft sei, der Wahrheit stets getreu! Hilf deiner Kirche stegen! Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Es Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. 513. Freude sei des Kirchenjahrs letzte stille Feier! entflieht, und o, wie war's allen Guten theuer, die dem Herrn immer gern liebend näher kamen, und sein Wort vernahmen! 2. Preis' ihn laut, o Christenheit! Seiner Heilserkenntniß war auch dieses Jahr geweiht. Bring' ihm das Geständniß heut' auf's Neu', er sei treu, helfe, wenn wir klagen, was zu schwer ist, tragen. 3. Schütze deines Wortes Chr', es will Abend werden! Fördre dein Reich immer mehr, Licht und Recht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Richter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. 4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, von unsern Grenzen! Möge deiner Wahrheit Licht immer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden. Joh. Tim. Hermes, 1738-1821. Beim Anfange und Schlusse der Woche( Sonntag). Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 514. Die neue Woche geht nun an, und ist schon eingetreten. Wach' auf, mein Herz, und denk' daran, daß du zu Gott sollst beten, und ihm dabei für seine Treu', mit Danken und mit Singen, ein Morgenopfer bringen. 2. Viel hundert Wochen hab' ich schon im Leben angefangen; und keine ist doch Beim Anfang und Schlusse der Woche. 489 stärken. je davon erlebet und ver-| meinen Werken in dieser Woche gangen, in welcher nicht ein Gnadenlicht von Gott mich angeblicket, und tausend Gut's geschicket. 7. Mein Aus- und Ein= gang sei beglückt an Seelund Leibessegen. Bring' mir, was meinen Geist erquickt, in deinem Wort entgegen; denn dies allein, Herr, fann es sein, was mir in diesem Leben soll Licht und Ruhe geben. 8. Doch aber, soll sich meine Zeit mit dieser Woche schließen: o dann wird mir die Ewigkeit auch selbst den Tod versüßen. Denn dich und mich, ja mich und dich fann weder Freud' noch Leiden, ja selbst der Tod nicht den, ja selbst der Tod nicht scheiden. 9. Woblan! so mag's gleich wunderlich in dieser Woche gehen: es kann doch anders nicht um mich, als gut und heilsam stehen. Denn, was Gott fügt, wird mich vergnügt bei allen meinen Sachen, und endlich selig machen. Erdm. Neumeister, 1671-1756. 3. Und selbst die Leiden dieser Zeit, die mir auch mit begegnet, hat er durch viel Zufriedenheit gemildert und gesegnet; so daß er nie, in Angst und Müh' mich ohne Trost ließ stehen, noch darin untergehen. 4. Ach, fallen mir die Sünden ein; was wird in so viel Wochen für Schuld nicht aufgehäufet sein? Und doch, was ich verbrochen, hat er dabei, auf Buß' und Reu', in Chrifto mir verziehen, und alle Huld verliehen. 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, mit kindlich frommem Herzen. Zwar meine Schwachheit machet mir Bekümmerniß und Schmerzen, daß meine Pflicht dich also nicht fann loben, wie ich sollte, und ich so gern auch wollte. 6. Jedoch, in Christo wirst du dir es wohl gefallen lassen. In Christo will ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebensfürst, bei allen Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. 515. Unwiederbringlich schnell entflieh'n die Tage, die mir Gott gelieh'n. Die Woche 490 Besondere Seiten. kommt und eilt davon; vers| einer schönern Sonn' erbellt, gangen ist auch diese schon. o Gott, in deiner bessern Welt. 2. Kein Tag verfloß, fein Augenblick mir ohne Segen, Ruh' und Glück. Die Hand, die mir viel Gutes gab, wandt' auch von mir viel Böses ab. 3. Und wenn jetzt, voll Zufriedenheit, mein Herz fich guter Thaten freut: wer gab die Kraft? wer das Gedeih'n? Gott, dir gebührt der Ruhm allein. 4. Auch fehlt' ich oft, und merkt' es nicht. Verzeih' mir die verletzte Pflicht. O sieh', Erbarmer, meine Reu', und stärke mich zu fester Treu'! 5. Jch eile mit dem Strom' der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Dort forderst du, Herr, Rechenschaft von meiner Zeit und Geisteskraft. 6. So sei denn jeder Augenblick mir wichtig für mein ew'ges Glück. Des bessern Lebens werth zu sein, will ich mich ganz der Tugend weih'n. 7. Sinkt dann mein Leib dem Grabe zu: so fei're ich den Tag der Rub', von Heils 8. Dort bin ich meines gewiß; dort wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du, ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß mich nicht! Chrift. Friedr. Neanber, 1724-1802 Mel. 17. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. 516. Allgegenwärtiger, vor dir sinkt die Gemeinde nieder. Dein Vaterantlitz leuchtet ihr; denn durch Gebet und Lieder prüft sie ihr Inn'res; und dein Licht erquickt sie, wie dein Wort verspricht, und scheint auch heut' uns wieder. 2. Und so erfleh'n wir denn vereint, was du so oft uns schenktest. Sei Troft für den, der vor dir weint, und dem du Freuden schentteft, gib, sich zu freu'n, Ge fühl und Kraft! und Frieden dem, der Gutes schafft, seit du zu dir ihn lenktest. Joh. Tim. Hermes, 1738-1821. - 517. fe fe Tageszeiten. Tageszeiten. Morgenzeit. Mel. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 491 elp Wann ich einst von je nem Schlummer, welcher und be freit von je = - dem Kum- mer, je' nen = = 30h. Schop, 1642, er= steh', Tod heißt, auf schönern Mor- gen seh': T an ders auf! schon am Ziel ist dann mein Lauf! O, dann wach' ich Träume sind des Pil- gers Sor- gen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit im Gericht mich einst verklage, daß ich treulos ihn entweiht! Auch noch heute| 3. Daß ich's ohne Zagen wacht' ich auf! Dank sei dir! Zu dir hinauf führe jeder meiner Tage mich durch jede Freud' und Plage. 492 Besondere Beiten. sebe, wenn mein letzter Tag| laß mein End' ihm lehrreich erscheint; wenn zum dunkeln sein, daß ich ihn zum HimThal ich gehe, und mein mel weise, und dich, Herr des Freund nun um mich weint! Todes, preise. Lind're dann des Todes Pein, Friebr. Gottlieb Klopstod, 1724-1802. 518. fore $ 20 he f. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 3 Mein erst Ge Gefühl sei Lob ge sang! ErMichael Prätorius, 1610. be, mein Gemü- the, er- heb' und prei se le bens- lang den Va ter al= ler Gü te. E 2. Mich selbst zu schützen viel zu schwach, lag ich und schlief im Frieden; wer war indessen für mich wach, und schenkte Schlaf dem Müden? 3. Wer sorgt, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer lenkt mein Blut in seinem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? und seinem Licht, mich wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich, nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu 7. Laß deinen Segen auf bedecken? Wer ruft dem Tag mir ruh'n, mich deine Wege Tageszeiten. 493 strebe, und, fromm und tugendhaft gesinnt, in deinem Reiche lebe! wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wann ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn', und willig thue! 10. Daß ich, als dein geliebtes Kind, dir zu gefallen 11. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern bei Andrer Wohlergeh'n, und ihrer Tugend freue! 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe. Ch. F. Gellert, 1715-1769. 519. # CJ der Er den; Gott des Himmels und der den Tag, die Nacht läßt wer= den, 혜 Ba- ter, Sohn und heil' ger Geist, dessen Güt' und Mond und Sonne scheinen heißt; Eigene Melodie. Heinrich Alberti, 1642. = Macht die Welt, und was in ihr ist, er hält. 2. Gott, ich danke dir| Angst, Noth und Schmer von Herzen, daß du mich zen hast so väterlich bein dieser Nacht vor Gefahr, wacht, und bei aller meiner 494 Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Laß doch alle Luft zur Sünde, gleich der Nacht, in mir vergeh'n; daß ich Kraft zur Tugend finde, mich auf Jesu Vorbild seh'n! Deinem Dienste mich zu weih'n, müsse mein Bestreben sein. Besondere Seiten. 4. Mich erinn're jeder Morgen, Gott, an an jenen großen Tag, und die erste meiner Sorgen sei, wie ich bestehen mag, wenn, o Höchster, dein Gericht dann auch mir das Urtheil spricht. 5. Ach! ich strauchle leicht; drum leite mich, o Herr, nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Niemand, als nur du allein, kann mir Kraft zur Pflicht verleih'n! 520. 6. Guter Vater, ich empfehle, dir mit kindlich frohem Sinn, meinen Leib und meine Seele, was ich habe, was ich bin. Segne mich, ich bin ja dein, und will dein auf ewig sein. 7. Hülfe wolltest du mir senden, wann Gewalt und List mir droht; Alles mir zum Besten wenden, jetzt im Leben, einst im Tod! Sterb' ich, o, so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'! 8. Höre, Gott, was ich begehre, Bater, Sohn und heil'ger Geist! Was mir gut ist, Herr, gewähre, wie dein Wort es mir verheißt. So will ich dich hier und dort Herzlich preisen immerfort. Heinrich Albert, 1604-1651. Eigene Melodie. Wach' auf, mein Herz, und sin ge, dem - 1587. Schöpfer al= ler Dinge, dem Ge- ber al= ler Tageszeiten. Gü- ter, der Menschen treu em Hü= ter! 2. Als mich die dunkeln Thaten, mich stets zum Besten, Schatten der Nacht umlagert leiten, zum Himmel mich behatten, befahl ich, fromm er reiten! geben, dem Schuß des Herrn mein Leben. 9. So find' ich wahren Gegen auf allen meinen Wegen, und selbst aus Erdenleiden entspringen ew'ge Freuden! 3. Ein sanfter Schlaf sank nieder auf meine Augenlider; da hofft' ich, mit Vertrauen, den neuen Tag zu schauen. 4. Gottlob, es ist gescheben, ich kann das Licht nun sehen; Gott macht, daß ich auf's Neue mich meines Daseins freue. 5. Er hielt mich mit Erbarmen, in seinen Vaterarmen, und ließ durch keinen Schrecken mich aus dem Schlummer wecken. 6. Nimm, Herr, als Opfergabe, das Beste, was ich habe! Ein Herz voll Dank und Wonne, begrüßt die Morgensonne. 495 7. Dein Werk woll'st du vollenden, mir deinen Beistand senden, und mich in meinen Tagen mit Huld und Langmuth tragen. 8. Du wolleit selbst mir rathen in allen meinen Paul Gerhardt, 1607-1676Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern a. Mit 521. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht und übe froh die heil'ge Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. kindlich frommer Dankbegier, will ich, o Gott und Vater, dir Preis und Verehrung bringen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe; froh empfind' ich deine Güte. 2. Von ganzem Herzen dank' ich dir für deine Gnade, die du mir auch diese Nacht erwiesen. Zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu. Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich; und ich merke neue 496 Besondere Stärke. Dich erhebe Herz und Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit, in christlicher Zufriedenheit, zu nüßen mich bemühe! Prüfe, fiehe, wie ich's meine! Dir ist teine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig seil Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein schwaches Kind! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade! Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier. Einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen! Joach. Neander, 1610-1680. Zeiten. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist 2c. 522. Dich, Menschenvater, groß und gut, dich preis't mein Lobgesang. Laß mich, was deine Liebe thut, erheben lebenslang. ich 2. Unthätig lag im Schlums mer ich, und dein gedacht' ich mer ich, und dein gedacht' nicht. Doch du gedachtest, Gott, an mich; dein Schuß verließ mich nicht. 3. Vergangen ist die dunkle Nacht, die Finsterniß ist hin; ich schaue deiner Schöpfung Pracht, und fühle, daß ich bin. 4. Und fühle, daß du Vater bist, und Alles, Alles liebst, was durch dich Leben hat und ist, und Allen Gutes gibst. 5. Das führ' ich, Gott, und lobe dich nicht mit dem Mund allein; nein, treuer Vater, inniglich will ich mich deiner freu'n. 6. Und will, wann ich mich deiner freu', auch Brüder gern erfreu'n; will sein, wie du, so gut und treu, und stets das Böse scheu'n. 7. Daß unschuldvoll ich leben mag, sei heute mein Bemüh'n; nie soll von meiner Tageszeiten. Zeit ein Tag mir ungenüßt entflieh'n. 8. So wie sich ihre Zahl vermehrt, so mehre sich mein Fleiß; die Tugend ist des Fleißes werth; fie lohnet Kind und Greis. 9. Drum will ich immer, wo ich kann, das Gute üben hier; dann wohnet wohnet gerne Jedermann als Bruder neben mir. 10. Wenn dann von tausend Brüdern hier mein Beiſpiel Einen lehrt, nur Einen dank ich dir dafür; der Eine ist es werth. 11. Dann wird ja, Gott, in deiner Welt des Guten mehr und mehr; wer redlich thut was dir gefällt, hat Freude um sich her. 12. Du segneft ihn mit frohem Muth, mit Ruhe sein Bemüh'n; und jeder Fromme ist ihm gut und seine Tage blüh'n. Unbek. Verfaffer. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 523, Der Morgen kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage der bangen Wanderschaft vor497 bei. Der Sonne neu geschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abendstunden, ist dieser neue Tag für mich, weil, ach, die Qual, die ich empfunden, nicht vor der Morgensonne wich! Ich hoffte Trost in meiner Pein; doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, und täg lich härtere Beschwerde zu Klagen und zu Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Labung, die mein Herz begehrt. 4. Herr, eile doch, mir beizustehen; verlaß den müden Wand'rer nicht. Neig', o mein Vater, auf mein Flehen, dein gnadenvolles Angesicht. Gib mir Geduld, und bei dem Schmerz ein stilles, dir ergeb'nes Herz! 5. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laß ich dich, o Vater, sorgen, und bin der frohen Hoffnung voll, daß, wae dein Rath beschließt und thut, stets heilig sei, gerecht und gut. 6. Soll ich die Last noch 32 498 Besondere Seiten. frohen Muth, dort deine Seligkeit! länger tragen, wohlan, nur rung, die erfreut, hier einen dir er geb' ich mich; mit meinem Heiland will ich sagen: wie du, Herr, willst, und nicht wie ich! So laß mich, Bater, in der Pein geduldig, wie mein Mittler, sein. 2. Laß nie gefühllos uns, wie gut du bist, verkennen, laß von wahrer Dankbarkeit, lag unser Herz entbrennen. Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser Wandel, Gott, dir wohlgefällig sei! 7. Hab' ich des Lebens Last empfunden, so rückt mein Ende doch herbei; dann hab' ich ewig überwunden, und bin von aller Trübsal frei; denn du gibst mir, o Gottessohn, den theuer mir erworb' nen Lohn. 8. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, geb' ich getrost der Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben, auch dann, wann sich der Tod mir naht. Vielleicht noch heut' erscheint er mir. Wohl mir! Ich leb' und sterbe dir. Chr. Christian Sturm, 1740-1786. Mittagszeit( Tischlieder). Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. 524. Wir danten freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Bater, jezt von dir empfangen haben! Gesundheit gibst du uns, und Nah3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket, wie wird uns sein, wenn uns dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin und laß uns da dein Antlik seh'n; dann wird dich unser Dank noch würdiger erhöh'n! 3. 3. Leonh. Junkheim, 1729-17 90. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 525. Herr, lehr' uns bei dem Ueberfluß, den deine Huld gewährt, daß nur ein mäßiger Genuß dich, als den Geber, ehrt. 2. Hilf, daß wir eifrig uns bemüh'n, der Gaben werth zu sein, und so, wie du, von Eifer glüh'n, viel Gutes auszustreu'n! 3. Nur dann ist unser Lobgesang dir lieb, du Herr der Welt. Wohl dem, der all sein Lebenlang gern thut, was dir gefällt! Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. 526. Du schenkst uns, Gott, so väterlich jetzt Speis' und Trank; wir preisen dich. 527. fe Tageszeiten. Nun ru= het Welt; doch du, 499 Denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. dich erhält. 2. Sieh', deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir; o, laß uns den Genuß gedeih'n, und dir dafür auch dankbar sein! Abendzeit. Eigene Melodie. Unbet. Verfaffer. Heinr. Isaat, um 1490. Stadt und Dorf, auf Feldern, ein Theil der mü den $ in den Wäl= dern, in See le, schwin= ge dich noch em- por und sin ge dem Gott, der lieb- reich f. 32* 500 Besondere Beiten. 2. Der holden Sonne| Leibe mein stilles Lager sicher Glänzen ist fern von uns sein. sern Gränzen, uns decket Finsterniß; doch Gott wird vor Gefahren uns väterlich bewahren; drum weiche jede Kümmerniß! 3. Die Augen steb'n verdrossen, sind trübe, halb geschlossen, und kaum mehr fühl' ich mich. Wie? könnt' ich vor Gefahren mich wohl noch selbst bewahren? Ge= schützt bin ich, Gott, nur durch dich! 4. Jetzt legen meine Glieder sich auf das Lager nieder, um morgen aufzusteh'n. Einst werd' ich, wann im Grabe, ich g'nug geschlummert habe, des schönern Morgens Wonne seh'n. 5. Wohl mir, es thut im Schlummer der Erde Leid und Kummer nicht mehr dem Herzen weh! Doch ganz frei von Beschwerden, soll ich dereinst erst werden, wenn ich am Ziel der Laufbahn steh'. 6. Gott, deine Vorsicht decke mich Schlafenden! Es wecke nicht Unfall mich, noch Pein! So wird, zu meiner Freude, vor jedem bangen 7. Auch euch, ihr meine Lieben, wird keine Noth bes trüben; Gott höret unser Fleh'n! Laß, Vater, frei von Sorgen, nach sanftem Schlaf, am Morgen, des Tages Licht uns wieder seh'n. Nach Paul Gerharbt, 1607-1676. mel. 420. Mein Leben ist ein Pilgrimstand 2c. 528. Wir sind, o Herr, in deiner Macht, du hast uns du erhältst uns auch das an das Licht gebracht, und Leben. Du kennest unsrer Monden Zahl, weißt, wann der Geist dem Ruhethal soll feine Hülle wiedergeben; und wo einst unser Grab soll sein, das siehst und fügeft du allein. und 2. Vielleicht schließt heute nur zur Ruh' ein kurzer Schlaf die Augen zu, fliehet mit dem jungen Mor gen. Vielleicht ist's auch die letzte Nacht, vielleicht des Lebens Weg vollbracht; das weißt nur du, uns ist's verborgen. Wen man von uns zuerst begräbt, kennst du, wie sicher er auch lebt. Tageszeiten. 501 3. Uns schreckt der Grab mir erscheint, wenn, mit nicht gedanke nicht, der dunkle erhörtem Flehen, treue Liebe Pfad führt auch zum Licht; mich beweint. Stärker, als wir bleiben doch in Vater- mein Freund im Schmerz, bänden. Getroft, getrofst! sei mein gottverlangend Herz, wir bleiben sein. Wenn wir daß ich, voll von deinem ihm unser Leben weih'n, wird Preise, ihn zu dir gen Himmel er auch herrlich uns vollenden. weise. Drum sei willkommen, Ruh' der Nacht! Wir schlummern sanft, der Höchste wacht. Nach Simon Dach, 1605-1659. Mel. 517. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 529. Sink' ich einst in je nen Schlummer, Todesruh', in deine Nacht, wo ich harre, frei von Kummer, bis der große Tag erwacht; o, dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein, wall' ich hin zu deren Hütten, die hier glücklich ausgestritten. 2. Jezzo schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich stets mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich, als ein Wand'rer, sei muthvoll, tugendhaft und frei von den Lasten dieser Erde, wenn ich abge= rufen werde! 3. Ruhig laß den Tag mich sehen, der als Retter Friebr. Gottl. Stopfted, 1724-1803. Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 530. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn, nach deinem Sinn, recht und nüßlich zugebracht, und zur Freude mir's gemacht, die mir anbefohl'nen Pflichten treu und emsig auszurichten. 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', meine Fehler wohl verschweigen? O, sie alle sahest du! Ja, wie oft vers ging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner Seele Schaden, tilge meiner Sün Besondere Beiten. 502 den Schuld! Deine unbe grenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Willen besser mög', als heut', erfüllen. 4. Heilige du mein Gemüthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sei. Steh' mit deiner großen Güte auch in dieser Nacht mir bei. Nimm dich meines Hauses an, wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen, keinen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis' erwachen, ewig dir gewidmet sein, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreu'n. Doch, bin ich noch Heut' vem Tod', Herr, nach deinem Rath bedroht, nun, so nimm an meinem Ende Leib' und Seel' in Hände! deine niet moge Caspar Neumann, 1648-1714. Selbstsucht mehr, als meiner Pflicht, gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? subla 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil in der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sab'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleb'n bemerkt, und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst 2c. 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden, 531. Der Tag ist wieder an dessen Lieb und Macht, hin; und diesen Theil des durch den sie sind und werden? Lebens, wie hab' ich ihn vell- Verehrt' ich ihn im Staub'? bracht? Verstrich er mir Empfand ich seine Huld? vergebens? Hab' ich, mit Trug ich das Glück mit allem Ernst, Ernst, dem Guten Dank, den Unfall mit Ge nach gestrebt, und nicht der duld? Tageszeiten. 503 mein| wenn in dieser Nacht Gett süße über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit? Herz des Stunden? 6. Und wie genoß Umgangs Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Echerz stets unschulds: voll? Entschlüpfte mir kein Wort, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinen auch durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Vorbild still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war mir dies angenehm. 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und 532. 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir ver= hehlen? Ich fühle täglich noch Ien. Vergib durch Christi die Schwachheit meiner SeeBlut, mir die verletzte Pflicht; vergib und gebe du mit mir nicht in's Gericht! den 10. Ja, du verzeihest dem, seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! Christ. Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. Adam Krieger, † 1666. C Auch diesen Tag hab' ich voll- bracht mit al lem Gram und Echmerz! Gott, deiner Vater = 504 $ Besondere Seiten. F lieb' und Macht vertraute fest mein Herz. 2. Gäbst du mir nicht zum| Mel. 51. Wie groß ist des AllLeiden Kraft, dient es mir mächt'gen Güte 2c. nicht zum Heil: so würd', in meiner Pilgerschaft, kein Trost mir je zu Theil. 3. Ja, ohne dich, wie läge schwer auf mir des Lebens Noth! Von Frieden und von Hoffnung leer wär', ohne dich, mein Tod! 4. Doch, welche Ruhe fühlt mein Herz! Gott, ich vertraue dir. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz; dein Schuß wacht über mir. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertrau'n; auch schlummernd bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir grau'n; du wirst mein Helfer sein. 6. Und sollte, Vater, diese Nacht des Leidens letzte sein; wohl mir! Dann ist mein Lauf vollbracht, dann ist dein Himmel mein! Chr. Chriftian Sturm, 1740-1786. 533. Hier steh' ich unter Gottes Himmel, seh' tausend Welten über mir; und, fern vom rauschenden Getümmel, weih' ich die heil'ge Stille dir! Vor dir werf' ich mich betend nieder; du bist es, dessen Allmachtsruf, nur um zu segnen, meine Brüder und mich, wie diesen Himmel schuf. 2. Dich singt mein Lied! Der Sterne Saaten hat zahllos deine Hand gestreut, um auf von dir bestimmten Pfaden zu wandeln, wie dein Wint gebeut. Da schweben fie in sichern Kreisen so friedlich hin ein großes Chor, das, dich zu wie Freund an Freund, preisen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennet mir die Wesen alle, aus deren Mund dein Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis zu dem Lied des Engels reicht? Wer nennt das Lied im höhern Tone, das dir die ganze Tageszeiten. Schöpfung singt, und das vereinigt, bis zum Throne Vaters aller Wesen des dringt? 4. Auch mich schuf Gott und meine Brüder aus Staube, doch mit einem Geist, deß Lobgesang sich in die Lieder des Himmels mischet und ihn preis't. Lobsing' ihm denn, der dich zum Leben, zur Tugend, dich, mein Geist, erkor; einst wirst du auf vom Staube schweben, zu einer höhern Welt empor. Friedrich von Köpten, 1737-1811. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 534. Vernimm für deinen Segen, eh' wir zum Schlaf uns legen, Gott, unsern Lobgesang! Dein war's an die sem Tage, daß weder Schmerz noch Plage in unsers Hauses Mitte drang. 2. Dein war's, wenn wir uns freuten, und Saat zum Guten streuten, die unverwelt lich ist; dein, wenn wir Wahrheit lernten, und uns vom Wahn entfernten, der du der Wahrheit Urquell bist. 505 Tages rub'n; stärk' uns mit neuen Kräften zu fünftigen Geschäften. Wir hoffen, Herr, du wirst es thun! 4. Auch auf die kranten Brüder sieh' mitleidsvoll hernieder, und, die ein Kummer beugt, befreie du vom Kummer durch einen sanften Schlummer, und mach' ihr Herz bald wieder leicht. Unbet. Verfaffer. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 535. Der Tag erbleicht, es kommt die Nacht; ihr ruft dein Wink, o Gott der Macht! Du ordnetest es weisheitsvoll, daß Licht und Schatten wechseln soll. 2. Mein Körper sinkt nun bald zur Ruh', sein müdes Auge schließt sich zu; doch meines Geistes Auge wacht auch noch in Dunkelheit und Nacht. 3. Gott, laß mein Aug' auf dich allein, eh' es sich schließt, gerichtet sein, auf deine Huld, auf meine Pflicht; verlegt' ich diesen Tag fie nicht? 3. So laß, o Gott, im 4. Was unterließ, was Frieden jetzt uns und jeden that ich heut', das Pflicht Müden vom Schweiß des befiehlt und Pflicht verbeut? Besondere Beiten. 506 Auf, mein Gewissen, rede du, wieg' mich nicht ein zu falscher Rub! 5. Gott! wie viel fehlt zur Tugend mir; wie wenig bin ich rein vor dir, hör' ich, was mein Gewissen spricht, prüf' ich mein Thun in deinem Licht? 6. Herr, meines Heils bin ich gewiß, und fürchte keine Finsterniß, weil Jesus Christ, das Licht der Welt, mir meines Lebens Pfad erhellt. 7. Doch wer von diesem Lichte weicht, wie irret der, und ach, wie leicht verliert er fich in tieffter Nacht, die Alles um ihn schrecklich macht. 8. Du liebst und übft Gerechtigkeit, mein Gott, doch deine Huld verzeiht, dem, der dir seine Schuld gesteht und reuig um Vergebung fleht. 9. Ach, Herr, was bin ich ohne dich? Wie liebevoll er hältst du mich; sei hochge lobt durch Jesum Christ, daß du mir Freund und Vater bist. 10. Um seinetwillen schreckt mich nicht, o Heiliger, dein ernst Gericht, denn deine große Vaterhuld gedenkt nicht der vergang'nen Echuld. 11. Nach Missethat vergilist du nicht uns Sündern, wie. dein Wort verspricht; denn größer noch als unsre Schuld ist deine Echonung und Ge duld. 12. So weit, durch deine Macht erhöht, der Himmel von der Erde steht, im Kreis der Welten ohne Zahl, umglänzt mit deines Lichtes Strahl; 13. So hoch, so unermeßlich ist die Huld, die unsrer nie vergißt, und die, mit je dem Tag erneut, uns schüßet, segnet und erfreut. 14. Co weit des Morgens goldnes Thor, aus dem die Sonne glänzt hervor, entfernt vom düstern Abend steht, wo uns ihr Antlitz untergeht; 15. So weit entfernet Gottes Huld von uns auch unsrer Sünden Schuld; sie ist's, die über mich bei Nacht, des Morgens und des Abends wacht. G. F. L. Müller, 1785-1811. Mel. 78. Herzliebster Jesu 2c. 536. Eniflohen sind auch dieses Tages Stunden; noch haben wir des Lebens Glück empfunden; laßt uns mit Wechsel der Jahreszeiten. frohem Dank den Herrn er-| fröhlichem Gemüthe, heben, durch den wir leben. deine Güte.al 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! Wer kann sie zählen? 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Ach, unser Herz erkennt's voll Scham und Reue! Du wolleft es mit Trost und Ruh' er füllen, um Christi willen! 5. Uns wohlthun ist dein ewiges Vergnügen. Dein Aufseh'n schützt uns, wenn wir hülflos liegen, und Todten gleich, umhüllt von Finster: nissen, nichts von uns wissen. 6. Wär' dies für uns der letzte Tag auf Erden: sollt' unser Echlaf ein Todes schlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir er geben, zu jenem Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder; seh'n wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit 507 Gott, Christ. Fried. Neander, 1724-1802. nadst.choud da bus Wechsel der Jahreszeiten. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 537. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Du fülleft liebreich unser Land mit deinen Gütern an, und leitest uns mit Vaterhand auf unsrer Lebensbahn. 3. Von deinem Wolkenhimmel träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, sie blüht und reift, sie sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum, wenn Jemand Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum und oft auch süße Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist un erschöpflich reich. 6. Wem strömt sie, deiner Liebe Bild, nicht reine Wonne Besondere Seiten. 508 zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, als du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wem fehlt, o Vater, deine Huld? Wem strablet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O, betet, Menschen, betet an! Erwägt' s und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan, was will er nicht noch thun? 10. Er will in jeder Jahreszeit uns segnen und erfreu'n, und einst, noch in der Ewigkeit, der Gott der Liebe sein. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Frühling. Mel. 27. Allmächtiger, wir singen dir zc. 538. Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket, mit ewig unerschöpfter Kraft, das, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobfinget ihm, Geschöpfe. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt, erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Doch fühllos, Gott, und unbeseelt sind Auen und Ge filde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ew'ges Leben. 5. Lobfinget Gott, er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere: der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere! Ich preise dich, und finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 6. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Wechsel der Jahreszeiten. Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Thau, Regen, Sonnenschein und Wind sind deiner Allmacht Boten, sind die Quellen deines Segene. 7. Selbst wenn, vom Donnersturm' bedräut, erschrocken Länder zittern, strömt Stärtung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern; dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter fchweigen. 8. Von dir kommt was uns hier erfreut, du Urquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. O, wohl den Menschen, die schon hier fich dir ergeben, und einst dir, als Christen, freudig sterben. Ch. F. Funt, 1751-1834. Mel. 81. Valet will ich dir geben 2c. 539. Erwacht zum neuen Leben, prangt um mich die Natur, und sanfte Lüfte weben, durch die verjüngte Flur. Empor aus seiner Hülle drängt sich der junge Halm, der Wälder öde Stille belebt der Vögel Psalm. 509 2. O Vater, deine Milde füllt Berge, Chal und Au'. Es grünen die Gefilde, bes seelt mit deinem Thau. Der Blumenweid' entgegen entgegen eilt froh die Heerd' in's Thal und in dem Staube regen sich Wesen ohne Zahl. 3. Schon glänzt von blauer Veste die Sonn' auf unsre Flur, schon weiht zum Schöpfungsfeste sich jede Kreatur; und alle Blüthen dringen aus ihrem Keim hervor, und tausend Wesen schwingen sichy aus dem Schlaf empor. 4. Die Flur im Blumentleide ist, Schöpfer, dein Altar; und Opfer reiner Freude weiht dir das junge Jahr. Es bringt die ersten Düfte der Frühlingsblumen dir, und schwebend durch die Lüfte, lobsingt die Lerche dir. 5. Ich schau' ihr nach und schwinge, voll Dant, mich auf zu dir! O Schöpfer aller Dinge, verehrt sei'st du von mir! Weit über sie erhoben, fühl' ich der Fluren Pracht, kann denken und dich lo ben, dich, der den Frühling. macht. 6. Lobsing' ihm, meine Seele, dem Gott, der Freudere. schafft; lobsing' ihm, und ers 510 Besondere Beiten. zähle die Werte seiner Kraft! lich Lied erschallet jubelvoll Hier, von dem Blüthenbügel dem Herrn der Welt. Er bis zu der Sterne Bahn, vertraut die Saat der Erde, steig' auf der Andacht Flügel, ehrt durch fromme Zuversicht dein Loblied himmelan! seinen Gott, und zweifelt nicht, daß er reichlich ernten werde. Schöpfer, deiner Huld und Macht, sei mein frömmster Dank gebracht! dny 4. Christoph Christian Sturm, 1740-1786. Ada Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott nicht singen 2c. 540. Höher hebt sich Gottes Sonne: früher strahlt ihr segnend Licht; Alles athmet neue Wonne, Wonn' ist jedes Angesicht. Lächelnd senkt der Lenz sich nieder auf die Wälder, auf die Flur. Die er storbene Natur lebet wieder, wirket wieder. Schöpfer, deiner Huld und macht sei mein frömmster Dank gebracht! Wie die Heerden auf den Feldern ruhig weiden, wie so mild Gott sie nährt; wie in den Wäldern freier hüpft und scherzt das Wild! Hör't der Vögel frohe Chöre, hier der lauten Nachtigall, dort der frühen Lerche Schall! Alles bringt dem Schöpfer Ehre! Ja, Herr, deiner Huld und macht sei von mir auch Dank gebracht! 2. Keine Winterstürme 5. Glänzend und im Feierheulen durch die Luft zerstörend her, und die vollen Segel eilen wieder, ohne Furcht auf's Meer. Wie die Nebel nun entfliehen, wie verjüngt die Erde ist! Wie der Bach so fröhlich fließt; fröh: lich Au' und Garten blühen! Schöpfer, deiner Huld und Macht sei mein frömmster Dank gebracht! 3. Fröhlich bei der Arbeit wallet nun der Landmann auf sein Feld, und sein herzkleide prangt die blüthenreiche Flur; jede Blume lächelt Freude, preis't den Schöpfer der Natur. Er schafft Thau ihr, den sie trintet, daß fie nicht zu bald verblüh', und noch Samen, ehe sie welkt und wieder niedersinket. Auch von mir sei Dant gebracht, und Vater, deiner Huld Macht! 6. Diese Herrlichkeit der Erde ist ein Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen Wechsel der Jahreszeiten. 511 werde, dort vor Gottes An- unser Gott so gern! Mir gesicht. Auch bas frob'ste Erdenleben fliehet unaufhaltsam fort; bleibend ist nur, was uns dort Gott verheißen hat, zu geben. Vater, deiner Huld und Macht sei mein frömmster Dank gebracht! sagt das Rauschen seiner Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten! Der Bach sagt lispelnd: lob't den Herrn! Balth. Münter, 1735-1793. Sommer. 3. Wie beugen sich der Saaten Spitzen; wie schwellen fie von Segen an, daß kaum der Halm die Nehre stützen, die reiche Last kaum tragen kann! Hier sammeln emsig schon die Bienen viel Ernten, um auch uns zu dienen, von Gottes schönen Blumen ab; dort spinnt der Seidenwurm und webet, eb' er verwandelt wieder lebet, sich sein Hüll' und auch sein Grab. Mel. 136. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen 2c. 541. Weit um mich her ist Alles Freude! Wie schön ist, Schöpfer, deine Welt! Wie prangt, in schönem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich geh', wohin ich trete, bist du so nahe, Gott, und ich erblicke dich auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen erblick' ich, Aller Vater, dich. 4. Wie hast du, Gott der Güt' und Stärke, so väter: lich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werke, wie schön und wunderbar gemacht! Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, was 2. Das Murmeln in be- lebet, seine Speis', o Gott! redten Bäumen rufi: fröh- Gebirge bringen, Thäler gelich müsst ihr Gott erhöh'n; ben, was Allen nöthig ist die Zeit in Schwermuth zu zum Leben; den Thieren Gras, verträumen, ist, Menschen, uns Wein und Brod! seine Welt zu schön! Mir sagt, beglänzt vom Morgenthaue, die Flur, der Garten und die Aue: Wie segnet 5. Weit um mich her ist Alles Freude. O, freu' auch, meine Seele, dich, in Gottes schönem Weltgebäude! Wie Besondere Seiten. 512 reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Lob umher erschal: len, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre! bir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Jac. Fr. Fedberfen, 1736-1788. Mel. 81. Valet will ich dir geben 2c. 542. Dich loben deine Werke, und Alles bantet dir! Sei, Gott der Huld und Stärke, gepriesen auch von mir! Es zeigt an allen Enden sich deiner Güte Spur; aus deinen Vaterhänden strömt Segen auf die Flur. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feierkleid! Wir seh'n im schönsten Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Dich baten wir um Leben, wer gibt so gern, als du? Du hast es uns gegeben, und Ueberfluß dazu. 3. Die glänzendsten Gefilde, so weit das Auge blickt, find Zeugen deiner Milde, die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern der segensvolle Halm; von Kindern, Vätern, Müttern, tönt dir ein Freudenpsalm. 4. Die Pracht der reichen Auen strömt Wonn' in unsre Brust; doch mischt auch Furcht und Grauen sich oft zur Sommerlust. Du rufft vom Wollensitze den Boten deiner Macht, dem Wettersturm, dem Bliße, der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt; es bebet die schwache Kreatur! Indeß, o Gott, belebet bein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Regen vom Sturms gewölke los, und Fruchtbarkeit und Segen erfüllt der Erde Schooß. 6. Die Blume fland in Trauer, nun haucht sie stärs tern Duft; der Himmel färbt sich blauer, und reiner wird die Luft. Thal, Hügel, Feld und Wiese verklären beinen Ruhm; du schufft zum Paradiese verweltte Fluren um. 7. Der du das Land er quickest, daß Trift und Anger grünt, den Sterblichen be glückest, auch wenn er's nicht verdient, dich preis't der Engel droben mit heiligem Gesang; auch ich, Herr, will dich loben. mein ganzes Leben lang! Joh. Eus. Schmidt, 1869-1745 Wechsel der Jahreszeiten. Herbst. Mel. 63. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht zc. 543. Still lächelnd, wie ein frommer Greis, der sterben will; voll Dank und Preis, daß er dem Herrn gehorchte, nabt der Herbst; von Segen trieft sein Pfad. 2. Der früchtenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt von seiner Last befreit zu sein, um Gottes Menschen zu erfreu'n. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleugt, wo mild're Lüfte ihn umweh'n, und neue Saaten aufersteh'n. 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß Alles fröhlich sei, was lebt; daß in der Schöpfung weitem Kreis' nur Jubel sei und Dank und Preis. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob, und wiederhallt von Berg zu Berg; denn Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 513 sei fröhlich, Gott, zu deinem Preis! 7. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; der dich mit Freuden noch beglückt, auch wenn dein Abend näher rückt. 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der lebenvolle Lenz, erscheint. 10. So blüh'st und reif'st du in der Zeit zu größerer Vollkommenheit. Nur sei ein guter Game, sei Gott auch bis in den Tod getreu. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut; der Jüngling wie der Mann und Greis, Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. 544. Früh mit umwölktem Angesicht, geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwächer's Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entfloh'n, die rauben Stürme rauschen schon durch die ent33 514 Besondere Beiten. blösten Felder; die letzte unsers Lebens Kraft erneut, Blume neigt ihr Haupt; des quillt aus der Frucht der Herbstes kalter Hauch entlaubt Reben. die schattenreichen Wälder. 5. Auch unser Leben einst verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch Gott ist's, fieht, ein welcher auf uns mächtiger Erhalter! Er, der die Schwachen gern beschützt, die Müden mächtig unterstüzt, die nah' am Grabe wanten. Gebeugt vom Alter, werden wir, o Gott, mit frohem Herzen dir, wie in der Jugend danken. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblöst von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh' entgegen. Getheilt in große Schaaren, flieh'n die Vögel vor dem Frost und zieh'n weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir, neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Jahres rauhe öde Zeit be ginnen und vollenden. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe, was uns hier er nährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind all' unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, von Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Ja, deine Vorsicht wehrt der Noth; es muß das Land dem Menschen Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut, und 6. Wohl Allen, die sich von ganzem ihrer Pflicht Herzen weihen; sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen! Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blühf, der Tugend Frucht zu tragen. Ihm wird das Alter Jugend sein, und ihrer wird er sich noch freu'n, in seinen letzten Tagen. Balth. Münter, 1735-1798. Winter. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt' 2c. 545. Des Jahres Schönheit ist nun fort, und traurig 515 Wechsel der Jahreszeiten. steh'n die Triften; es stürmt| hand, die so viel Glück dir ein ungestümer Nord aus den empörten Lüften; vom Frost erstarrt die Erde nun, und ihre Lebenskräfte ruh'n. 2. Wohl mir, bei dieser rauhen Zeit darf ich vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. Auf meinem Bette schlaf' ich ein und kann mich sanfter Ruhe freu'n! 3. Dies Glück befißt der Arme nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, dem oft das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen; Krankheit hin auf's Lager streckt, und doch kein weiches Bett bedeckt. den 4. Bor Tausenden bin ich beglückt, die in der Stille klagen; da Wärm' und Nahrung mich erquickt in rauhen Wintertagen. O, freu' dich, frommes Herz, in mir, und bringe Gott den Dank dafür. 5. Sieh' nicht auf das, was dir noch fehlt, was Mancher mehr befizet; sieh' auf die Noth, die Andre quält, vor der Gott dich beschüßet, und preise seine Vaterzugewandt. 6. Doch säume nicht, mein frohes Herz, dem Armen zuzueilen; fühl' seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen. Wer seiner Brüder Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. Christ. Friedr. Weiffe, 1726-1804. Mel. 151. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 2c. 546. Auch für den Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Frost und Eis und Sturm vers heert; ein silberfarbenes Ge wand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch pflegt die Erde mütterlich die ihr vertraute Saat, die sich im nahen Lenze segensvoll enthüllen und uns nähren soll. 4. Doch nicht geräuschvoll; still, geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater, mit verborg'ner Lust, in seiner schwachen Kinder Brust. 33* 516 Besondere Beiten. 5. So thut, was And're| denn du bist immer gut und segnen kann, ein guter und mild. bescheid'ner Mann; sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhm's der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, und blüh'n, was er im Stillen that, zu reichen Ernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Wie unsrer Fluren Saat durch dich im Stillen keimet, väterlich, obgleich von Menschen nicht bemerkt, durch deine Mild', o Gott, gestärkt. 8. Es braufe fürchterlich umber des Winters mächt'ger Sturm, auch er bringt dann noch Segen, wenn er droht, von dir, der wohlthut, auch durch Noth! 9. Wie viele Freuden haben wir auch jetzt, o milder Gott, von dir, der du so väterlich uns trägst und sättigeft, er wärmst und pflegst! 10. Durch alle Zeiten, Vater sei dir, wer dich find: lich ehrt, getreu! Laß Jeden teinen Ruhm erhöh'n, und freudig deine Wege geh'n! 11. Und jeder Wechsel bei ner Zeit entflamm' uns, Herr, zur Dankbarkeit, und macht' uns ähnlich deinem Bild; 12. Tu bleibst stets mäch tig, Gott, und groß. Wir werden, wenn der Erde Schooß auch uns bedeckt hat, dich zu seh'n, aus unsern stillen Gräbern geh'n! 13. Und auferweckt das Feierkleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen und vor deinem Thron dich preisen, Gott, und deinen Sohn, 14. Daß nun hinfort fein Wechsel ist; daß du in Allem Alles bist, ein Gott, der nach des Grabes Nacht den From men ewig selig macht. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788.Saatzeit. Erntezeit. Dankfest für Ernte und Herbst. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 547. Licbreicher Gott, bein Gegenswort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nutz bestellt und angebaut fann werden. Mel. 263. 2. In Hoffnung streu'n wir Samen aus; doch segnest du nicht Feld und Haus, so Saatzeit, Erntezeit. ist die Müh' vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Lebens. 517 Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen; so will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Casp. Gottl. Jentsch, 1631-1729. 3. Laß unsre Saat gesegnet sein; gib Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spät und früh', nach Sorg' und Müh', einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr, o Gott, vor jeglicher Gefahr, durch deine Huld und Gnade, daß uns, die heut' das Feld erfreut, kein Unfall plötzlich schade. 5. Bei dieser Aussaat seh' ich hier, so manch' erbaulich Bild von mir: denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Saattorn erst verdirbt, und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen, so werd' auch ich, erweckt durch dich, in's beff're Leben bringen. 7. Dort reift, o Herr, nach deinem Rath, auch selbst von meiner Thränensaat mir ew'ge Freudenernte; o, wohl dann mir, wenn ich dir hier getroft vertrauen lernte! 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, in Glauben und Mel. 215. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 548. Es baut, o Gott, auf dein Geheiß der Menschen Hand die Erde, voll Hoffnung, daß nur auch ihr Fleiß von dir gesegnet werde; auf dein Versprechen trauen sie: du sollst dein Brod, bei Fleiß und Müs', auf dieser Erde finden. 2. Noch immer traf dies Wort uns ein; gib ferner deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohlgedeih'n, gib Sonnenschein und und Regen; denn ohne deine Segenshand bringt selbst ein wohlgebautes Land nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Men schen Müh' im Pflanzen und Begießen, läss'st du, o Gott, nicht spät und früh des S: gens Ströme fließen. Nur du regierst den Witt'rungslauf; durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt ste Früchte. 4. So fröne denn mit 518 Besondere Seiten. Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte; und, wenn die Aussaat nun gedeih't, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelschlag sie nicht zerstörend treffen mag, nicht Fluth fie überschwemme! 5. Wir trau'n auf dich, wir zagen nicht, und lassen gern dich walten. Du, Vater, weißt was uns gebricht, bast lange hausgehalten. So wirst du denn, zu deinem Ruhm, mit Nothdurft uns, dein Eigenthum, noch fernerhin versorgen. Nach Barth. Ringwaldt, 1530-1598. Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 2c. 549. O, daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, uns erfreuft, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, seist; wie gern du unsern Mangel stillst und uns mit Speis' und Freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut, und ein er kenntliches Gemüthe, auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So komm't denn, Gottes Huld zu feiern; komm't, Christen, seiner uns zu freu'n, und bei den angefüllten Scheuern ihm unsern frömmsten Dank zu weih'n. Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neues Lob zum Opfer dar. 4. Nimm gnädig an dies Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum thät'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vatertreu' auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nährest uns blos aus Erbarmen. Dies treib* auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der bu aller Vater bist, gib Jedem was ihm nüßlich ist. 6. Thu' deine milden Segenshände, uns zu erquicken, ferner auf. Versorg' uns bis an unser Ende, und mach' in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größ'res Glück erfreu'. 7. Bewahr' uns den ges schenkten Segen; gib, daß uns sein Genuß gedeih', und Saatzeit, Erntezeit. 519 unser Herz auch seinetwegen| Holz und Speisen durch Ardir dankbar und ergeben sei. beit nicht erwerben kann, für Du, der den Körper nährt Wittwen und für Waisen, für und speist, erquid" auch ewig Jeden, welcher seufzt und unsern Geist! weint, für jeden Freund, für jeden Feind sorgt deine Vatergüte. Ehrenf. Liebich, 1713-1780. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 550. Gilt, Christen, eilt, mit Dank den Herrn lobpreisend zu erheben! Er sättigt und erfreuet gern und hat uns Brod gegeben. Er, dessen Weisheit, dessen Kraft, mit Vatergüte wirkt und schafft, sorgt auch für unser Leben. 2. Die Kraft, wodurch das Saattorn steigt, wodurch in bunten Streifen das Feld sich malt und reifend bleicht, wer kann die Kraft begreifen? Wo wundervoll die Aehre schwillt und sich für uns mit Nahrung füllt, wirkt da nicht Gottes Athem? 3. Ja, du befruchtetest das Land, du Geber aller Gaben! Es tam aus deiner Vater: hand, was wir empfangen haben! Du gabst nicht Einem nur allein; wer Mensch ist, soll auch Bruder sein, du, Vater, sorgft für Alle! 4. Auch für den armen franken Mann, der Kleider, 5. Wir haben nichts für uns allein, auch Andre wollen leben. Drum soll es stets uns Freude sein, den Armen Was wir auch zu geben. für Andrer Wohl gethan, das sieht einst der Erlöser an, als wär' es ihm geschehen. 6. O, wohl uns, wenn wir emsig hier der Liebe Saaten streuen; dann wird uns, Vater, einst bei dir, ein Erntetag erfreuen, wo Alle, die hier wohlgethan, des Himmels reichen Lohn empfah'n, und ewig ihn genießen. Chrift. G. L. Meister, 1738-1811. Mel. 532. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 551. Die Felder sind nun abgemäbt, die wir voll Aehren sah'n. Du hörtest, Gott, was wir gefleh't; nimm unsern Dank jetzt an. 2. Den Samen, den wir ausgestreut, gab deine Vaterhand; uns gabst du Kraft 520 zur Emsigkeit, und Fruchtbarkeit dem Land. Besondere Beiten. 3. Du schafftest, daß der Witt'rung Lauf der Saat er sprießlich war; sie wuchs zu reichen Ernten auf. So fröntest du das Jahr. 4. Und selbst zum Ernten schenktest du uns Kräfte und Gedeih'n. Wir sammelten in Fried' und Ruh', Gott, deinen Segen ein. 5. Auf, Christen, unserm Gott und Herrn sei Lob und Dank gebracht! Er segnet, er beglückt so gern; preis't seine Huld und Macht! 6. Ihm dankt der Vögel munt'rer Chor und preis't den Herrn der Welt; froh tönet ihr Gesang empor zu Gott, der sie erhält. 7. Der ist nicht werth, ein Mensch zu sein, nicht deiner Gaben werth, der dich nicht, ohne Heuchelschein, durch That und Leben ehrt. 8. Mit froher Seele preisen wir, Gott, deine Vatertreu'! Zieh' unfre Herzen ganz zu dir, und steh' uns ferner bei! 9. So lang in uns das Herz noch schlägt, die Augen offen steh'n, soll unser Herz von Dank bewegt, auf deine Güte seh'n. Zweibr. Gesangb. 1804. Mel. 236. Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. 552. Preis't, Christen, mit Zufriedenheit, preis't Gott, den Herrn der Ernte, daß fich nicht ganz die Fruchtbarteit von unserer Flur entfernte! noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand ist was die Erde bringet; des Menschen Mühe- baut das Land; Gott gibt, daß sie gelinget. Von ihm allein kommt das Gedeih'n und er nur läßt die Saaten blüh'n, reifen und gerathen. 3. Wir sahen, froh in Hoffnung schon, der reichsten Ernt' entgegen, und plößlich ist er uns entfloh'n, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt, Gott gibt, was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen, doch will er uns versorgen. 4. Was trauern wir und säumen noch, den Bater zu erheben? Nein, laßt uns, trok dem Mangel, doch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt, ihm zum Wohlge Reformationsfest. fallen, ein frohes Lied er- und trauen unveränderlich schallen! auf deinen milden Segen. Ja, dein Gebot kann unsrer Noth, sobald nur du willst, wehren, in Wonne sich verkehren! 5. Sein ist die Herrschaft; wie er will vertheilt er seine Gaben. Ihm halten wir in Demuth still, auch wenn wir wenig haben. Denn was er thut ist recht und gut; geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mehre. 10. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weise füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit kindlichem Gemüthe. Joh. Sam. Dieterich, 1721-1797. 6. Er ist allmächtig, alle Noth kann er zum Besten lenken. Der gute Vater wird uns Brod auch bei dem Mangel schenken; wie hat er sich so väterlich bisher an uns bewiesen! Auch jetzt sei er gepriesen! 7. Wie manches segensreiche Jahr hat er uns schon Bescheeret! Wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf genähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf ihn, den Vater, schauen, und seiner Güte trauen? 8. O, welch' ein seliger Gewinn, an dem sich g'nügen lassen, was da ist und mit heiterm Sinn das feste Zutrau'n fassen, daß der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist wird geben! 9. Allweiser, wir verehren dich in allen deinen Wegen, 521 Reformationsfest. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 553. Komm', komm', du Licht in Gottespracht, den Tag, ben uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen. Weck' auf, was schläft in dunkler Haft, zünd' an der rechten Andacht Kraft, uns heil'gen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket groß und prächtig. 2. O seh't! Im Hellen Glanze steht die Kirche Christi, hoch erhöht; ihr Hoffen ist Besondere Beiten. 522 geschehen. Viel Könige, Propheten viel, sab'n harrend auf nach solchem Ziel, und haben's nicht gesehen. Selig, selig, wer da siehet, was entglühet Gottes Strahle;-Himmels licht im finstern Thale. 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschen trug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach, Hüter! ist die Nacht bald hin? Ist nah' des Anfangs Stunde? Singet, bringet Morgenlieder unserm Hüter! Er schläft nimmer, Herrlich kam des Anfangs Schimmer. 4. Zu Auserfor'nen dringt der Schein: ,, Steht auf, ihr sollt mein" Rüstzeug sein. " 1 euch ruft des Reiches König." Da schallt's: die Wahrheit macht euch frei, die Nacht ist hin, der Tag Herbei, und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ew'ger! Treu im Halten, und im Walten überschwänglich, Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß, die Erde bebt', der Vorhang riß, da siegt' das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingefloh'n, manch' Reich gestürzt und mancher Thron, die Kirche steht geborgen. Jesus Christus gestern, heute, und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut' auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort; jauchz't, Verklärte! Jauchz', o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, Amen. heilig! Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 1775-1880. - Mel. 27. Allmächtiger, wir fingen dir 2c. 554. Die Himmel preisen deine Macht, mit allen ihren Heeren, und ihrer Wunder hohe Pracht strahlt, Schöpfer, dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. 2. Doch deiner Schöpfung Unterricht verstanden selbst die Weisen, mit allem ihrem Forschen, nicht, und Lern nicht dich preisen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evans Reformationsfest. 523 gelium uns nicht verkündet Dant sei dir! als deine Kin hätte? 3. Nur Jesu Weisheit, diese nur gibt Blinden Kraft, zu sehen und lehrt, das Loblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heil'gen Unterricht wird erst des Lebens Dunkel Licht, dich Schöpfer, zu erkennen. 4. Von ihr erhellt, seh'n wir den Pfad, der näher zu dir leitet; seh'n, was für uns dein weiser Rath in jener Welt bereitet; seh'n was wir, ohne dieses Licht, am Himmel und auf Erden nicht zu un serm Trofte finden. 5. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen für Wonne! mehr Schimmer, als der Morgen stern, mehr Strahlen, als die Sonne. Wie strahlst, wie heiligst du, wie schmückst du unsre Seelen, wie beglückst du uns mit deinen Lehren. 6. D'rum wohne hier, wohn' immer rein an dieser heil'gen Stille, daß in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahrheit uns enthülle! Von diesem Tempel ström' er aus, ström' Heiterkeit in jedes Haus und jede nied're Hütte! 7. So können wir, o, der leben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach Gottes Himmel streben, und immer fröhlich, mit Vertrau'n, auf unsern guten Vater schau'n, und liebevoll ihn preisen. 8. Dann wird uns Wohlthat jedes Leid, Lust jede Tags= beschwerde; Erquickung jedes Glück der Zeit, ein Paradies die Erde; ein Engel Gottes wird der Tod, und aus der Gruft glänzt Morgenroth den Kommenden entgegen. Joh. Andr. Cramer, 1723-1788. Mel. 80. Vom Himmel hoch, da komm' ich her 2c. 555. Heil euch und Gottes hoher Lohn, Vollendete, vor Gottes Thron! Heil euch in jener bessern Welt, wo Recht und Wahrheit nimmer fällt. nem Ihr ginget mit erhab'Sinn, durch Blumen und durch Dornen hin; ihr nahm't in stiller Heiterkeit, das harte Loos der Sterblich teit. 2. 3. Ihr sprachet laut für Necht und Pflicht, und war't der Menschen Knechte nicht; wir sißen oft in feiger Rub', und hören losen Spöttern zu. 4. Jhr zoget aus mit hohem 524 Besondere Beiten. reich! Muth, und fragtet nichts nach im Leben und im HimmelGeld und Gut; wir stehen säumend an der Thür, und fragen: Was wird uns dafür? 11. Wenn auch kein Wüth'rich uns bedräut, und uns zu sterben hier gebeut; so soll doch unser Leben rein, Gott und der Tugend heilig 5. Ihr wußtet nichts von Heuchelei, und sprach't am Throne laut und frei; wir haschen nach der Ehre Dunst, sein! und buhlen oft um Menschengunst. Unbet. Verfaffer. 6. Ihr ginget fest mit Freudigkeit, von Sieg zu Sieg, von Streit zu Streit; wir fliehen oft, bei Ruh' und Glück, im Kampfe mit uns selbst, zurück. 7. Ihr sahet in dem schweren Lauf mit Glauben zu dem Schöpfer auf; und wir vergessen, ach, so leicht, daß Gott den Leidenskelch uns reicht. mel. 429. 8. Längst triumphirt ihr, feiert dort den Sieg an jenem Freudenort. Ihr habt vollen det; schön und groß ist euer Glück, ist euer Loos! 556. Heilig, heilig, heilig, singen. wir dir, Herr Zebaoth! und bringen des frömmsten Dankes Opfer dar. Engel jauchzen deiner Ehre es preisen dich auch unsre Chöre, dich, der da sein wird, ist und war. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Hallelujah! Bon Ewigfeit zu Ewigkeit ist dein das Reich, die Herrlichkeit! 9. Der Himmel ist euch aufgethan, ihr wandelt auf der Sternenbahn, hin zur Vollendung, hin zum Licht, vor eures Mittlers Angesicht. 2. Dich, den Sohn, den Herrn der Ehren, mit frohem Dante zu verehren, welch' süße Pflicht der Christenheit! Der den Weg zu Gott uns lehrte, des Aberglaubens Macht zerstörte, welch' Heil hat uns durch dich erfreut! In deines Vaters Reich, Macht und Huld ihm gleich, 10. Heil euch! mit frohem, feftem Sinn euch nach, euch nach zum Himmel hin! Ihr seid voran, wir folgen euch willst du segnen, von deinem Wachet auf, so ruft die Stimme 2c. Reformationsfest. 525 Thron, mit reichem Lohn, die zu deiner Ehre, in Fesseln die treu dir waren, Gottessohn! Vernunft gebracht, zu glauben Menschenlehre, als ob sie Chrifti wäre. 3. Gelobt seist du, o Gott, daß wir auf Wahrheit recht beflissen, wohl Menschensatzungen von ihr zu unterscheiden wissen; daß die Vernunft uns unterweist, dein Wort recht zu verstehen; nicht bles die Worte, nein, den Geist der Lehren auszuspähen, was du willst, selbst zu sehen. 3. Geist des Friedens, Geist der Wahrheit! es leuchtet uns in ew'ger Klarheit dein weltbeglückend, göttlich Wort. Zur Geduld in guten Werken kannst du allein den Glauben stärken, du bist des Frommen Trost und Hort! Dein Eigenthum sind wir, wir leben, sterben dir! Amen, Amen! Du gibst uns Licht und Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht. G. Fr. W. Schulz, 1774-1842. Mel. 36. Christ, unser Herr, zum Jordan kam zc. 557. Gott, welchen herr: lichen Gewinn find' ich in Jefu Lehre, wenn ich auf ihn nur achtsam bin, ihn durch Gehorsam ebre. Kein Men schenherz, ruft er mir zu, kann Gottes Lieb' ergründen; wer mir nur folgt, soll See: lenruh', Vergebung seiner Sünden, und Kraft zur Tugend finden. 2. Doch ach! so manches Christenbeer, gefesselt von den Banden des Vorurtheile, hat nur zu sehr dein Wort, Herr, mißverstanden; bat Menschen sinn hineingedacht, und als 4. So dient uns, Herr, das eine Licht, das andere zu verstärken. Durch beide gibst du Unterricht, auf beide foll ich merken. Dem Wahn vermag kein Alterthum der Wahrheit Glanz zu geben; der Zeiten Fortschritt stößt ihn um, und trotzt dem eiteln Streben, ihn wieder zu erheben. 5. Doch, Herr, da Nacht und Wahn so schwer dem Licht der Wahrheit weichen: so laß sich die Vernunft stets mehr im reinsten Lichte zeigen. Wem du Vernunft gabst, schäme sich, vom Glauben Nein, sile sie zu trennen. laß alle, die für dich von Glaubenseifer brennen, als Glaubensstüße kennen. Unbekannter Verfasser 526 Besondere Beiten. Mel. 215. Es ist das Heil uns beinem Wort, und schwören kommen her 2c. ew'ge Treue! 558. Vor dir, Herr, denken wir erfreut an unsrer Väter Glauben! Der Feind erhob sich fühn zum Streit', der Welt dein Wort zu rauben; fie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger, durch dich; sie kämpften und ste siegten. 2. In Dunkel war dein Wort verhüllt, und die Ver: nunft gefangen; doch sie, durch deine Kraft erfüllt, mit Heldenmuth, errangen Triumph dem unterdrückten Licht, und achte: ten Gefahren nicht, im Kampf für Recht und Wahrheit. 3. Sie bebten nicht vor Macht und List; als Helfer in dem Streite, stand unser Mittler, Jesus Christ, den Kämpfenden zur Seite. So ward der Feinde Droh'n zu Spott, denn eine feste Burg ist Gott, wenn wir auf ihn vertrauen. 4. Herr, wir auch wollen Gut und Blut für Recht und Wahrheit wagen! Verleih' auch uns den frommen Muth, im Kampf nicht zu verzagen. Du bist und bleibest unser Hort! Wir halten fest an 1. Vers von Pfranger, 1745-1790. 2-4 von Schulp, 1774-1842. Amts- und Ehe- Jubelfeier. Amts- Jubelfeier. Mel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. 559. Ein Jubelgreis im Silberhaare, umstrahlt von Frühlings- Wiederschein, tritt, tief bewegt, zu dem Altare, des Dantes Opfer dir zu weih'n. Du, Ewiger! hast seinem Leben, ach, einen selt'nen Tag gegeben! Ein halb Jahrhundert, wohl vollbracht, liegt hinter ihm, und nicht der Leiden gedenkt er heute, nur der Freuden und deiner Huld, du Gott der Macht! 2. Getreu in seinem Amt und Stande, voll Muth für Wahrheit, Recht und Pflicht, hat er genüßt dem Vaterlande, und unsere Huldigung umflicht, zu wohlverdientem Ehrenlohne, sein graues Haupt mit einer Krone, die seiner edeln Thaten werth, wodurch er uns zum Dant verbunden, Amts- und Ehe- Jubelfeier. und wenn er einst dahingeschwunden, auch sein Ge: dächtniß noch verklärt. 3. So lohnen Menschen! Doch vergelten, wie sich's gebührt, kannst du allein, du Herr und Richter aller Welten! Dich trügt kein Wahn, dich irrt kein Schein! Was wir hier werden, sind und haben, verdanken wir, Herr! deinen Gaben. Nur was wir gern und treu vollbracht, nur was in dir den Geber ehrte, und unsrer Brüder Wohlfahrt mehrte, ist's, was uns dir willkommen macht. 4. Doch ach, was sind die reichsten Saaten, die wir als Erdenpilger streu'n; was ist die Reihe guter Thaten, die uns am Lebensziel erfreu'n, wenn du, Gerechter! willst dagegen der Tage Zahl, die Kräfte wägen, die deine Huld uns hier verleiht? Wie manche Stunde ward durchträumet, wie manche heil'ge Pflicht ver säumet, wie oft die edle Kraft entweiht! 527 als die Saaten, und Alles, ,, was mir wohl gerathen, ver,, dant' ich einzig Gottes Huld! Nur sie hat mich bisher geleitet, so vielen Segen mir bereitet, erlaffen mir so manche Schuld!" 11 11 5. Vernimm des Greises stilles Flehen, dem du dies Fest vergönnet hast! Hör ihn mit Demuth eingestehen: Mein Lohn war größer, als 11 6. Nimm, Ewiger! mit Vatergüte, des Greises kindlich Opfer an. Dein liebevoller Schuß bebüte ihn bis an's Ziel der Lebensbahn. Auch uns, o Höchster! woll'st du stärken zu regem Fleiß in guten Werken. Noch ist es Tag, bald kommt die Nacht! Wohl Allen, die sich Christen nennen und einst mit Jesu sagen können: ,, Herr, nimm uns auf, es ist vollbracht!" G. Fr. W. Schult, 1774-1842. Ehe- Jubelfeier. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 560. Neu verjüngt, im Silberbaar', nah' schon an des Grabes Nande, knüpft ein frommes Ehepaar noch einmal der Liebe Bande, und mit Nührung blicken wir, ew'ger Vater, auf zu dir! # 2. Du, o Gott, haft bis , die Laft; die Ernte reicher hieher diese Liebenden geleitet; 28 528 Besondere Beiten. du allein die Wiederkehr eines| entschwunden! Träumen gleich, Feft's für sie bereitet, das mit sind sie entfloh'n, alle LuftBlüthen sie umstreut, ihrer und Leidensstunden. Doch Jugend Lenz erneut. vergessen sei der Schmerz, Dank nur fühle jetzt das Herz! 3. Ihr beklomm'nes Herz durchbebt süße Wehmuth, frommes Sehnen, und der Andacht Blick erhebt sich zu dir mit Freudenthränen. Dir, der ihr Erhalter war, bringen sie ihr Opfer dar. 6. Gott mit dir, verehrtes Baar! Fester fass' die rechten Hände! Nah' ist schon dein letztes Jahr, Luft und Leiden eilt zu Ende. Ungetrennt wird dein Verein, seliger, im Himmel sein! 7. Wenn am Schluß der Lebensbahn Kind und Entel dich begrüßen, deinen Segen zu empfab'n, deinen Abschied zu versüßen; o, dann hoffe Wiederseh'n! Liebe kann nicht untergeh'n! G. Fr. W. Schuly, 1774-1842. 4. Ja, dies Fest kommt, Herr, von dir! Mit dem frohen Ehepaare danken, Ewiger, auch wir! O wie schön, wenn, nah' der Bahre, eh' der Leib zum Staube sinkt, noch einmal der Frühling winkt! 5. Ach, was ist vergangen schon, und wie manche Freud' 15 Register der Lieder. ( Die Zahlen weisen auf die Nummern der Lieder hin.) A. Auch diesen Tag hab' ich 532 Auch für den Winter 546 Auch noch im späten Alter 389 Auf Erden Wahrheit 82 Auf, erwachet, meine Lieder 370 Auf Gott und nicht auf 239 Auf meinen lieben Gott 245 Aufersteh'n, ja aufersteh'n 430 Aus deiner Quelle 63 203 Aus dem eiteln Sinnenleb. Aus Erde ward mein Aus Gottes milder Hand 393 5 B. Ach bleib' mit deiner 160 Ach, dem wurden nie die 308 Ach Gott, was ist der 418 Ach, schrecklich wird die 446 Ach, wann werd' ich von 162 Ach, wäre nicht, o Herr 53 Ach, was soll ich Sünder 168 Ach, wie heilig ist es 448 Ach, wie nichtig, ach, wie 412 Allein Gott in der Höh' 229 Allen Menschen und auch 302 Allen, welche nicht 337 Aller meiner Brüder 316 52 516 Aller Welten Herrscher Allgegenwärtiger, vor Allwirkender, stets reger 354 Als bitt'rer Hunger uns 459 Anbetung sei dir, Gott 151 Anvertraut der Erde 476 240 Barmherziger, erhöre 313 Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ Begrabt den Leib in Beherrscher deiner 91 477 400 Besiz' ich nur ein ruhiges 296 34 530 Register. Bester, weisester Regierer 33 Der edle Geist hebt fich Betend nahen wir uns 188 Betet an, laßt uns lobs. 16 Bringt diesem Tage Ruhm 153 Bringt Ehre Gott, bringt 453 Bringt Preis und Ruhm 109 6. Der Hang zum Bösen Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Zuv. Der Herr schwingt Der Höchste sei mit euch Der letzte meiner Tage 423 Der Morgen kommt und 523 Der Schwachheit Kinder 280 195 Christ, gedent' an deinen 425 Der Tag ist wieder hin 531 535 411 545 Der Tag erbleicht, es Der weise Schöpfer Des Jahres Schönheit Des Leibes warten und 262 Des Tobes Grau'n, bes 482 Dich, Höchster, ehrerbietig 250 Dich, Jesum, laß ich ewig 137 213 Dich kennen, Gott, ist Dich loben deine Werte 542 Dich, Menschenvater, groß 522 521 Dich seh' ich wieder Da stehen dir die Deinen 480 Dank, Dank dem Herrn 469 Dant und Anbetung Das Amt der Lehrer Das Glück der Ehre, wie Das Grab ist tief und Das Leben flieht, bie Zeit Daß ich das Böse nie Dein Heil o Christ Dein ist das Licht, das Dein Mahl, das Mahl Dein Wille, Vater Dein Wort, o Höchster 179 Deines Gottes freue dich 230 Dem finstern Erdkreis ist 156 Dem Gott der Wahrheit 155 Dem Staube geben wir 484 Den Höchsten öffentlich 218 Den nach seiner Niedrigt. 119 Der du bein Wort mir 83 Der du mit starker Hand 24 Der du uns als Vater 148 Der du voll Schmach und 89 460 447 398 278 497 478 351 394 67 39 181 399 206 233 114 Die auf der Erde wallen 417 Die Feinde deines Kreuzes 122 551 Die Felder sind nun 325 Die Himmel preisen deine 554 Die ich so heiß geliebet 488 Die Menschen zu erziehen 403 514 Die neue Woche geht Die Sonne stand verfinst. 100 Die Zunge, die verständl. Dies ist der Tag, den Dir, Höchster, soll ich Dir, Quell des Lichts Dir zu leben, dir zu Du bester Trost der Du bist ein Mensch und 28 80 232 281 350 458 Register. 211 118 289 Du bist, o Gott, gerecht 57| Erhalt' uns, Herr, die Du bist, o Unermeßlicher 45 Erhebe deinen Blick zum Du, den meine Seele liebt 161 Du denkest in der tiefsten 92 Du, der kein Böses thut 65 Du, deß sich alle Himmel 186 Du, dessen ganzes Leben 143 Du, Gott, schufst selbst 356 Du klagst und fühleft bie 275 Du liebest nicht der Du liebst, o Gott Du schenkst uns, Gott Du, welchen keine Welt Du willst es, Herr, mein 260 Dumpf und ernst, wie 499 Durch dich, Gott, bin ich 366 Durch dich, o Schöpfer 21 Erhebt den Herrn mit Erhöhter, Jeju, Gottes Erböre, Gott, erböre Erkenn' ich Gottes Er kommt, er kommt Ernst ist der Streit Ertönt, ihr Freudenlieder 466 Erwacht zum neuen Leben 539 Eiwäge deine Sterblicht. 492 Es baut, o Gott, auf s eilt der letzte von Es ist nicht mehr, für Es ist noch eine Rub' Es strömt, o Gott, aus Es züchtigt deine Hand 454 Ewig und unwandelbar 503 548 416 489 444 27 457 315 526 395 320 Edel ist es, Freunde Ehre sei Gott in der 76 Eiftig sei und fest mein 266 Gilt, Christen, eilt mit 550 Ein Gott ist, ruft mir 14 30 531 375 54 456 559 Ein Gott regiert, was Ein Jubelgreis im Ein Pilgergang durch's 386 Einst sinkt der Leib in's 441 Eltern, weinet auf das 490 Entehre nicht durch Klagen 34 Entfloben sind auch dieses 536 Erbarmer, sieb' bernieder 164 Erdentöchter, Erdensötne 491 Erfreulich sei und feierlich 405 Erhabner Herr der Welt 473 120 190 345 127 20 513 Fern sei mein Leben Ferne sei der Irrthum Fleug auf, mein Psalm Freude sei des Kirchenj. Fromm, wie er gewandelt 493 544 Früh mit umwölktem Führer zur Vollkommenh. 84 Für uns're Brüder beten 312 6. 4 Gebt dem Tode seinen 479 Gedanke voller Seligkeit Gedent' ich, Heiland, an Geist des Herrn, der 85 145 34* 532 Register. Gelobt sei, der den 538 78 322 402 Gelobt sei unser Mittler 135 Gelobt seist du, Herr Gesund, mit frohem 29 Geweihter Ort, wo Saat 483 Gib, Gott, daß ich der Gib, Gott, dem Lehrer Gib, Gott, voll Lieb' Gib, Höchster, daß ich Gib mir, o Gott, ein 304 Gott, deine weise Macht 22 Gott, deinen heil. Bef. 254 Gott, deinen weisen Gott, deines Beifalls 310 388 Gott will ich dienen, ihm 255 352 196 102 Gott will, ich soll nicht Gott will, wir sollen uns 267 Gottes Gnade sei mit Grab meines Herrn, ich 367 Groß ist, ihr Eltern Groß ist um uns der Gut und heilig ist dein Güt'ger Gott, wir danken 222 359 338 371 253 344 Gott, dem Eigennutze Gott, der auch uns in's 287 Gott, der du die 334 25 Gott, von Frohgefühl Gott, von großer Macht 467 Gott, vor dessen Anges. 58 66 Gott, welch ein Kampf Gott, welch ein Schmerz 487 Gott, welchen herrlichen 557 Gott, wer kann es je 166 268 Gott, der du Herzenst. 251 Gott, des Himmels und 519 Gott, dessen große Macht 55 Gott, dessen Macht des 475 Gott, dir sei mein Dank 362 Gott, du bist heilig und 59 Gott, du bist von Ewigt. 41 Gott, du läßt die Seuche 461 Gott gab mir von Gott hab' ich mich Gott, ich will mich Gott ist ein Schutz in Gott ist getreu. Sein Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott, laß den Unterricht Gott, meines Nächsten Gott rief die Sonne, schuf Gott sei Dank in aller 8 192 555 E Santol 13 tilbod OR ad AR 100 da Halte dich nicht länger 225 Heil dem, der dich Heil diesem Tag, an Heil euch, und Gottes Heilig, heilig, heilig ind 556 Heilig, heilig sei der del 252 Heilig sei uns dieses 401 Herr, aller Weisheit 286 Herr, deine Allmacht 123 Herr, deine Kirche danket 512 61 Herr, der du Alles gibst 279 12 Herr, der du sterbend 336 243 249 44 43 258 347 502 73 Herr, dir gelob' ich neue 171 Herr, dies Kind ist dir 189 Herr, du erforschest mich 48 Herr, du wollest uns 198 Herr, es ist von meinem 530 Register. Herr, höre mein Gebet 185 Herr, laß mich stets die 410 Herr, lehr' uns bei dem 525 Herr, stärke mich, dein Herr, unser Gott, dich Herr, unser Hort, dein Herr, wir singen deiner Herrlich ist's in deinem Herrscher, dir, der Heute, wahrlich! jai 196 Hier bin ich, Herr mein 504 Hier bin ich, Jesu, zu Hier steh' ich unter Hilf, o Jesu, laß 158 382 94 Hin an dein Kreuz zu Hoch über Erd' und Hochbegnadigt von dem 445 144 Höchster Tröster, komm' 152 Höher hebt sich Gottes 540 87 379 124 70 Ich will dem Herrn zu Ich will in stiller 205 533 500 Ich bin getauft nach Ich dank' dir, Gott Ich lobe dich und preise 49 Ich weiß, an wen ich 130 Ich weiß, an wen mein 126 533 72 Jesus ist gekommen Jesus kommt, von allem 440 Jesus lebt, mit ihm auch 105 Jesus, meine Zuversicht 110 Jhm, dem Todesüberw. Ihr Bürger eines 112 373 256 Ihr Kinder, laßt uns 3hr Thränen fließet 385 384 301 m Herrscher, der, o Im Menschen, welchem Im Stillen wollen wir 365 In allen meinen Thaten 238 In deiner Stärke freue In Dunkel hüllt der 381 470 In Glück und Unglück ft's Gott, der das sid 472 -390 sunt hi toidaling Kehr', Sünder, um! 172 dKein Lehrer ist dir 125 182 Komm' betend oft, und 187 Komm' tomm', du Licht 553 Komm', o komm', du 149 Komm', o schmerzlich süße 194 Könnt' ich in Angst und 180 408 mg. 132 Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Licht 90 Jesum ewig zu verehren 134 C10 drur 819 183 271 199 283 Ich will nicht vor dir Ich will zu dir mein Jehovah, dir, dem König 378 Jehovah, Jehovah 431 Laß, Höchster, uns're* 374 Laß mich den Abergl. Laß mich des Menschen Laß mich doch nicht, o 1 226 273 Laß mich, Gott, Brüder 332 Laß mich, o Gott 272 Laß mir die Feier deiner 88 534 Register. 547 Laß, o Gott, mich eifrig 324| Mit diesem Tage geht Laß, o Jesu, mich Laßt das Vollendungsfest 116 Laßt mich weinen, ach 485 Laßt uns unserm Gott 77 Lieblich ist es, wenn ber 306 Liebreicher Gott, dein Liebster Jesu wir sind Lob, Ehr' und Preis Lobe den Herren, den Lobsinge, Mensch, lobsinge Lobsinget Gott! Dank Lobt den Höchsten! Jesus 104 Lob't Gott in seinem 191 Löst der Tod die sanften 496 404 346 Mit Freuden laßt uns Mit heil'gem Echauer Mit kindlich fremmer Mit mildem Eegen sintet 468 Mit Riesenschritten naht 508 462 Mit welchem Dank, o 214 Mit welcher Langmuth 56 215 227 3 38 M. 518 439 248 421 Mache dich, mein Geist 175 Mein eignes Leben nicht 341 Mein erst Geschäft sei Mein Geift, o Gott Mein Glaub' ist meines Mein Gott, ich weiß Mein Gott, nach deinem Mein Jesus ist mein Mein Leben ist ein Mein Leib soll, Gott Mein Vaterland, das Meine Lebenszeit Meinen Jesum laß ich Meines Herzene reinste Mich selbst muß ich Mir nach, spricht Mit tes Herzens reinsten 509 501 19 Nahet anbetend dem 204 Nah't mit Andacht im Neu verjüngt im Nicht, daß ich's schon 560 291 327 Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig Nichts ist von ungefähr 150 32 Nie will ich dem zu 339 Nimm, Höchster als 167 Noch immer wechseln 537 420 Nech nie hast du dein 62 159 265 Nech siebst du nicht 372 Noch sing' ich hier aus 216 419 Nun danket Alle, bringet 224 138 Nun danket Alle Gott 139 Nun geb'n wir bin im 223 290 Nun ist es Alles wohl 141 131 317 426 438 Nach einer Prüfung Nach Gottes weisbeitsvoll 409 288 Nach meiner Seele Nach Rub' und Eintracht 333 Nach tausend Todeeleiden 97 452 Nun ruhet in den Nun, so naht dem 221 98 527 197 Register. D, daß doch bei der 549 O du, der bis zum Tode 201 Geber guter Gaben 259 Geist, den Jesu Liebe 146 Golgatha, zu deinen 101 Gott, du bist der 506 O Gott, ein banges Gett, welch' tiefe Oheil'ger Geist, lehr' stimm' auch du, mit O, welch ein Segen ist 368 O, welch ein unschätzb. D Welt, sieh' hier dein 147 79 293 O, wie sanft ist, Herr O, wie unaussprechlich Deffentlich in der Oft blüht ein Frevler auf 35 Oft klagt mein Herz, wie 212 95 68 442 207 P. Preis dem Todesüberw. 107 Preis, dir, du haft aus 208 Preis't, Christen, mit 552 Preis't, Menschen, preis't 23 Preis't, Völker, die ihr 154 Preis't, Völker, unsern 463 R. Religion, ven Gott Richte nicht mit Hohn Säe deine Thränensaat 450 Säb' ich der Dinge 494 Sammelt euch, o Christen 219 Schmerz und Klage füllt 465 Echnell fließen Jahr auf 507 Schon frühe sind wir 363 Schon ist der Tag von 435 Schon seh' ich den Tag 434 Schon weicht die finst're 397 dön ist die Tugend Schön ist Gottes Erde Schuf mich Gott für Schwingt, heilige Ged. Seh'n wir nur Trübsal 209 414 D. Quell der Weiéheit und 257 Quelle der Vollkommenh. 231 535 9 335 246 307 6 37 455 69 Seinem eignen Herzen 326 Eelig find des Himmels 443 Sei heilig mir, Versch. Sei zufrieden, mein Seid barmherzig 276 321 Sie starb, ach, starb mir Siegreich stand mein Singt, Menschen, ihm Sint' ich einst in jenem Co gib denn, fromme So Jemand spricht: Jch So schlummerst du in Sell dein verberbtes Herz 13 Sollt' ich den beneiden 311 Solli' ich jetzt noch, da 142 486 111 133 529 481 303 99 536 Register. Sollt' ich meinem Gott 228| Vertrauen ist des Sollten Menschen, meine 305 Vest steht dein Wort Still lächelnd, wie ein 543 Vollendet freudig euern Täglich naht Versuchung 163 Theuer sei mir allezeit 11 Theuer, wie mein eignes 342 Theures Wort aus Gottes 10 Triumph, Triumph und 106 Trocknet eures Jammers 495 Tugend, o wie schön bist 210 U. 50 Ueber aller Himmels 115 Umsonst, umsonst verhüllst 47 Unendlicher, den feine Unerforschlich sei mir Unser Gett ist groß und Unsre ganze Seele fühle 406 Unsterblichkeit! Gedanke i7 Unwiederbringlich schnell 515 42 4081 V. Vater, der so gern verzeiht 170 Verbittre dir dein Leben 340 Vernimm für deinen Vernimm, o Gott, das Vernimm, o Gott, mein Versammelt, Brüder 534 314 165 380 234 511 117 108 200 75 331 348 Vom Todesthal hinauf Von der Erd' emporg. Von des Vaters ew'gem Von dir auf diese Welt Von dir, der meine Von dir, du Gott der 358 Von dir, Gott, sind der 357 Von dir, o Höchster10299 Von Frost und Kälte Von Furcht dahin gerissen Von Gott will ich nicht 247 Vorbild wahrer 474 93 1986 Vor dir, der Welten 383 Vor dir, Herr, denken 558 169 Vor dir verklagt uns Vor Gott sind keine 174 Fun Wadors s 424 178 tasub 1982 Wach' auf, mein Herz 520 Wachet auf, so ruft die 429 Wann einst mein sterbend Wann heiße Thränen Wann ich einst von Warm schlägt mein Warum willst du doch Warum wohnt dies Was der große Vater. Was Gott erschuf, was 517 202 244 298 71 26 Was Gott thut, das ist 236 Was hilft es mir, ein 128 Was in mir forscht, was 282 Register. 261| Wie des Lebens Freuden 242 Wie fleucht dahin der 541 235 427 Wie gnädig ist des 471 Wie Gott mich führet Wie groß ist des Wie groß, o Herr 51 103 113 15 Wie herrlich Jesu, starter Wie könnt' ich zweifeln Wie leuchtet uns der 1 Wie lieblich ist, o Herr Wie mancher lebt, als Wie mannigfaltig sind Wie pocht das Herz 436 Wie rauscht in unsern Was ist mein zeitlich Was soll ich ängstlich Was sorgst du ängstlich Weit um mich her ist Weit werther noch, als 277 Welch ein wichtiges sad 361 Welch hohes Vorrecht 184 Wem Gott Gesundheit 263 Wenn Christus seine sid 121 Wenn dich in dunkeln id 31 Wenn du des Nächsten 343 Wenn du, mein Gott 173 Wenn Geschwister fromm 364 Wenn ich auf Gottes 437 433 Wenn ich ein gutout dli 294| Wie reich, o Schöpfer Wenn ich, o Schöpferid 17 Wenn jemals Zweifelid 284 Wenn Jemand Gutesrid 329 Wenn Menschenhilfe dir 237 Wenn Menschen sterben 330 Wenn oft in feierlicher Wenn, troßend dem Wer ärgert der Geringsten 349 Wer arm und dürftig ist 391 Wer bin ich? Welche 9285 Wer der Erde Güters 319 Wer gehorcht, der thu's 377 Wer Gottes Wort nicht 129 Wer herrschet und ein 376 Wer ist dir gleich, du Wer ist gut, wie du Wer mißt und zählt der Wer nur den lieben Wer sich mit Ernst der Wer weiß, wann wir im Wie bebt vor dir der 36 140 18 241 392 353 60 537 Wir kommen, Helfer Wir sind, o Herr, in Wir sind, wenn es die 300 415 74 217 297 264 193 449 407 292 369 64 2 Wie schwach ist meine Wie segensvoll ist Wie selig bin ich, wenn Wie selig lebt derolla 1328 Wie sicher lebt ein Mensch 413 81 Wie soll ich dich bild Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o Wie wohl ist mir, wenn Wiederseh'n- Wenn Wennd Wiederum ein Jahr Wiederum ein Jahr Willkommen, holdes Kind Willst du die Buße noch Wir danken freudig dir Wir danken, Gott, der Wir haben das Gesetz 422 136 309 432 505 510 451 176 524 498 177 464 528 387 Register. 538 Wo eilt ihr bin, ihr 355 3. Wo sind die Weisen, die 46 Zeige dich uns ohne Wohl dem, der beff're 274 Wohl, dem, der Christo 396 Wohl dem, der richtig 323 Wohlzuthun und mitzuth. 318 Wort, von Gott gegeben 157 Zu Gott schwingt unser Zum Fleiße ward das Zum Trost in allen Zur Arbeit, nicht zum Zur Bildung hat uns 220 428 270 295 269 360 106 19llipsig Geturktage. Dates: 4 Mei 1828 zu Volsdorfbii Hainbeg 171 17 Septemen 1918 in Bad Dürkleine Multer: 12. deſember 1832 mich den lieſkwelinden 171 19. Juni 1921 zu dies dückhö Geschensten. Ofte geb. 27. Juli 1855 15 Junie 1922, u Berlin. Ausgästen get. 1.3. Juin 1863. meines. meine. muine. heinach zu 18. unzeichten 1865 13. September 1926 10 führ 1867 ' I' 17 Mis 19.23. Therder. 10. Dagent 1869 + 28. Januar 1963 ( friz Nagel» F1 9. IV. 27 zu Mannheind from Lyydia geb. Hesholdberalde Brothe gat. 2. X. 75 41 16 5.53 PM 0881 VERADINUREMERC Inches 1 Centimetres Blue 20 2 3 4 Cyan 2 5 1.4 ¹6 7 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 7 T17 18 3/ Color 19 B.I.G. Black 80