98504 Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. www Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt 1878. Druck der 2. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Gb 504 Uni Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfang und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. 716. Erste Abtheilung. Christliche Glaubenslehren. Nr. 10-289. Gott und sein Wesen. Nr. 10-41. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät 56. 57 und Größe Gottes 13-17. Auch 11. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18-20. Allgegenwart und Alwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Allweisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Ge rechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Wahrs haftigkeit und Treue Gottes 32-39. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-58. Auch 420 und 589. Borsehung, Erhaltung und Regierung der Welt 54-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge 70-73, Bes stimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit 74-77. Era IV Erlösung 78-187. Von der Sünde 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109.704.719.( Weihnachtslieder) 110-119. 729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( Passionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( Osters lieder) 174-184. 705. 723. 724. 725. Chrifti Hingang zum Vater und Verherrlichung( Himmel: fahrtslieder) 185-187. 706. 726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Wort Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209-218. 728. 729, 730, 733. 734. 750. Am Reformationsfeft 210-218. Heilige Taufe 219-224. Das heilige Abendmahl 225-242. Auch 133. 161, 164, 312, 335, Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263. 665. 666. Auferstehung 264-269. Auch 699, 708. Gericht 29. 270-275. 709, 710. 748. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312, Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. Zweite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. 100 Gesinnung und Leben des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325, 328, 336, 346. 347. 354. Werth und Wichtigs feit V 310-312. Entschluß feit der christlichen Tugend 291. 296. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338, 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 78. 79. 83. 294. 306. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298, 299. 301. 304. 711, 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Buße 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326, 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. 736. 738. 740. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327, 332. 350-352. 737. Gesinnung und Leben des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361. 754. Liebe Gott 362. 365. 739, 752. 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. 2ob Gottes 412-420. 713. 713, 717. 718. Gesinnung und Leben des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443. Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432-435. Berufstreue 436-439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Gü ter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448. 260-262, Genügsamkeit und Zufriedenheit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Ge wissensruhe 453. 454. 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Leben des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483.484. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Fried fertigkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feinbesliebe 489-491. Wahrhaftigteit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Demuth und Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 469-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kindespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528, 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft. 533-544. Lehrer und Zus hörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. 731. Bei der Confirmation 535-542. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Confirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 443. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547, 548, Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen. Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirn tem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Jm Sommer 588-590. Im Herbst 591. 592. Jm Winter 593. 594. Saat- und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aerndte 596. 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. 721. 722. Beim Anfang eines Kirchenjahres 212. 614. 719. Lebenszeiten. Um Geburtstage 66. 615. 616. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jus gend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624. Ge @ $ VIII Gesinnung und Leben des Christen unter bes sonderen Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. Jn Kriegszeiten 628-630. 3ur Fries densfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wasfersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. 55. 752. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 332. 462, 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655, 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Rind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sters benden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Neltern 675. Beim Tode Hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701. 702. Anhang. Nr. 703-754. Liturgien zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. Allgemeine Lieder bet der öffentlichen Gottesverehrung. Kon Domm, heilger Geist! Erfüll die Herzen deis ner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der stärt uns und erhalt uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer lezten Noth! Erbars me dich! ganzen Welt versammelt Einigkeit Glaubens! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 chöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewigkeit, Vater der Barmherzigteit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! In eigner Melodie. 3 Lob, Breis und Ehre bringen Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen set ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns Gott! Erhör uns Gott! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Vor der Predigt. In eigener Melodie. Heiland! brünstig ſeufzen 4 Liebster Jefu, wir find wir zu dir: Erbarme dich! 3. Heilger Geist, dich, dich flehen wir; führ uns, Wort zu hören; lenke Ginnen und Begier zu des HimA mels 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jezt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! Allgemeine Lieder 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß In voriger Melodie. umbüllet, wenn nicht deines 6 Demuthsvoll komm ich dir, dich im Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend mer ten, laß es uns zur Tugend stärken! Geiste zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre Andacht. beit mich recht rühren, mich daß die Lehren deiner Weisden Weg zum Himmel führen. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tem. pel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! Mel. Liebster Jefu, wir sind err! 5 geficht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen Gewalt tief in unfre Seelen bringen; laß es unfern Sinn erneuen und des Jrrthums Nacht zerstreuen! Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben, daß kein 2. Uch gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir. o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung guter Werke! allen 3. Laß es sein mein Trost, meinen Wegen, meine starke Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen; meines Hers zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheidel Mel. Vom Himmel kam der 7 Gott! du biſt mein Preis mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner Christenschaar zu deis nes Hauses Stätte geb und hier mit Ehrfurchtvordirsteh! 3. Er bei der öffentlichen 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwär tig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör! 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält! 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. 4. Herz hinein und laß mich 9 Höchften dit, ba nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter ſei! Mel. Liebster Jesu, wir find Gott, wir danken daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig solche Stärke, daß er thätig leben; gib dem Glauben sei durch Werke! 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 8 Duflucht bist, sei Der unſre mit den Deinen, Jesu Chriftl send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt! Gottesverehrung. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er lei tet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. 3 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns Gottes Wort, den Troſt der fromm und macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen, Lehren, die zu chen Glauben stärken. guten Werken unsern schwa4. Unser Gott erhört Gebet, gib uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen. 5. Unsern Ausgang fegne A 2 Gott 4 Gott, unsern Eingang gleis chermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun Gott Erste Abtheilung. und Lassen, segne uns mit felgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Liederüber die christlichen Glaubenslehren. Dasein Gottes. Gott und sein Wesen. 3. Eins muß dem andern nußbar sein, daß die sich thres Daseins freun, die sich empfinden können.lind wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? Mel. Kommt her zu mir 4. Nein, wahrlich nicht von 10 Wer könnte zwei ungefähr entstanden Himfeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ists, daß Güt und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. mel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufeft die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ord nung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 5. Du bists, der die ges schaffne Welt in ihrer Ords nung stets erhält, mit Weis heit sie regteret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel, ich darf nach meiner Wünsche und sein Wesen. sche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnödeLust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns kommer 11 Der Herr ist Gott und mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in feinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel, 3. Um feinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas 5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, vers borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seineKraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewik, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwäre tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle. 8. Du nur verdieneſt Lob und Dant, Anbetung, Preis શ ૩ und Gott 6 und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erft Geschäft fei Preis s 12 ist nur einer & Herr und Gott im Himmel und auf Erden. bot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das fann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Welt regierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That tann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr. Sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls fein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in beiner Größe schaue. Majestät und Herrlichkeit Gottes. In eigener Melodie. 13 Schwingt, heilige von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsinget vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Jhr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte vor seinem Angesichte nur Schimmer sei ner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? und sein Wesen. tung sein. 2. tur? Was wissen wir? Wir stets vor dir voll Ehrerbiekennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharffinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. Du bist das höchste Gut, das weiß von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit, auch ohne Creatur bist du dir selbst ge nua, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, was nicht war, um Lust und Seligkeiten aufsmannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern zu segnen, zuerfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entfland dein großes Wert, der Himmel und die Erde. Mit deinem träftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub: auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft ge geben dem Engel, der dich preist. In deinem Heilig: thum ertönen Lobgefänge in seiner Brüder Menge zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Le: ben. Das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun dantet Alle Gott 14 Anbetungswürdger Gott, mit Ehr furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 7 willst, deß Hoheit muß be stehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den 24 ha Gott 8 haben wir von dir. Winst du, so wird er Nichts; doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Geligkeit beglückst. 8. Was wir. Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hins weggenommen, die, Unbe greiflicher, dich unserm Blick verschließt. Dann sehen wir dich, Bott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwa chen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. 15 Ho Mel. Freu dich sehr, o meine öchster, wer ists, der dir gleichet Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach, wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du der höhern Geisier größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung als ler Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unver änderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in eis nem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz dets ner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist und auch für mich, nie der Thor und sein Wesen. Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir, dennoch bleib sich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. 16 rhabner Gott! was reicht an deine Größe! Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle Herr, daß du unendlich bist, und daß be schränkt mein forschend Denten ist. 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlis chen Verstand, von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei, 6. Von dir, durch dich, zu bir sind alle Dinge: gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden fei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an macht und Rath! In eigener Melodie. 17 ott ist mein Lied! Er der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine 2 5 Wer Gott 10 Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nochmals thue, und erforschet mich und dich. 10. Nichts, nichts, ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, ver kündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, thr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jt Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. 7. Er ist dir nah, du sigest, oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehen und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich Mel. Liebster Jesu, wir sind leben sollte, da ich noch un- 18 ott, bu bift von bereitet war. und dein Ewigkeit und Unveränderkeit Gottes. und sein Wesen. 11 bein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann ändert sich zu feiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geift beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Lak mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Sünden bleibst du ewig 19 ore Zuflucht aller Mel. Erhabner Gott err, die feind; wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da bält, was er verspricht. D. daß dieß mich stets erfreue! Laß nur dei nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu blei ben! Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 7. Erd und Himmel wird vergehen: alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehen. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, dieſe deine Ewigkeit einen starken An trieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen! 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, A 6 vera Gott 12 veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte beine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, fich ferner offenbaren. 5. Db Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und baß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe? 7. Was klag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, Wel. Ich freue mich, mein Gott daß meine Missethat mich 20 So wie du bist, so einst gewiß nicht richte, und daß mein vor deinem Angesichte? 8. Was flag ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und willst mich ewig lieben, haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wirst du's sein. Von dir fann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein! 6. Daß sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir: mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren! 3. Von Ewigkeit zu Ewigkeit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! und sein Wesen. Lust, nicht du und deine Freuden. Allgegenwart Gottes. Diel. Auf Christenmensch! 21 Nie die bist du, Höchster, von uns fern; du wirft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 3. Wenn ich in stiller Ein samkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er. hebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 13 ter, zähleft du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 2. Was ich gedenke, wei fest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug In eigener Melobie. entfliehn und nichts mich 22 Augegenwärtiger! 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wäblet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. Du hörest meinen Seufs zern zu, daß Hülfe mir er: scheine. Voll Mitleid, Ba6. D brück, Algegenwär tiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwin: gen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flög ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, siehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Stieg ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. A 7 4. Der 14 4. Der Alles schuf, ist überall o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten Sie fürchten teinen Ueberfall- nun zittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sab, was wir im Herzen dachten, was in gebeimer Nacht geschah, wann wir und Satan wach ten. Gott - 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei nen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist sei nem Aug entronnen. fennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. Er 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handein! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nicht entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. 23 23 Herr! deine Allweit, als felbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär! 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibst Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und sein Wesen. du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern wer den läßt! 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schenke mir Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. die 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließeft, was mir be gegnen soll. Erstaunt seb ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunder. bar für mich! 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott 24 Hemich, bir bin ich sicht. err, du erforscheft nicht verborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Ange6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für Gott 16 für köstliche Gedanken! Un zählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf bich, mein Schöpfer, sehn, bir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. wüßt ich gegen Gott noch Nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlicheeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. D du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war, wie bist du jedem, der dich kennet, un endlich groß und wunders bar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen Mel. Wie groß ist des Almächt. kann ich nicht. Gott! nach 25 Wo sind die Wei- dem Licht, in dem du wohneft, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnädig und belohneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. sen, die mich Lehren, wie unser Gott allwissend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge bringt. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich fluden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm tann feine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 2. Könnt ich die Sterne ( Sottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ur sprung her, so wär ich weis fer, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch 6. Wer kennet seines Her: zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! Du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir ers höht. und sein Wesen. mein Herz durchschaun. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 17 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen blos erfüllen, der deines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als Undernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meis ner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur ben lieben Gott 26 Du weiser Schöpfer der aller Dinge, Alles weiß, erkennt versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe gans zem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deine Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meis sterbänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervor. gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Menschen Rath und Beir 27 Unerforschlich sei stand nicht. mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, Mel. Gott des Himmels und der Erde. Gott 18 Ies, was er thut, wies auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ift's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht verteh. Frevelt der nicht, wel cher klagt, daß ihm Gott mehr richt verfagt? 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist! Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkel bist. Hier sollst du dem Herrn ver: traun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiere: rinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste seßen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz be gehrt! 5. Hier in meinem Pilgers stande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Wenn du auch auf rau hen Wegen wandelst, ach! so flage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. 28 Bott! Mel. Fren dich sehr, o meine ott! vor dessen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde fiets von uns gescheut! Laß sie uns doch träftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut: und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen: töd in uns der Sünden macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heis und sein heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zäh len, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlöfen, gabst du deinen Sohn dahin. O so rei nige vom Bösen unsern gan: zen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns det nem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Herechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einft zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmtest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was Wesen. 19 wir gethan, siehst, du gerechter Richter! 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigtest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Du liebst, was recht ift, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge nommen Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der bich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gefeß und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigeſt du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! Laß mich Gott 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie hast du dein Wort ges brochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vor gefest. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, ur That. Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wann du Vergeltung übeft, die Drohung auch gewiß vollbracht. Wer hier ver. lepet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. D brücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafge rechtigteit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei fets nach seines Worts Befehle Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrs heit heilig sind. der Mel. Gott tes Himmels und 31( a) Weicht, ihr Ber ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fefter wird. als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewege ter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen: seine Treue bürgt dafür. Erd und sein. Wesen. Erd und Himmel mag ver gehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen. Wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu hassen, und vers folgt mich, will ich mich immer auf den Herrn vers laffen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und vers birgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, so vergißt er mich doch nicht: denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; thre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. Er, 21 8. Jhm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er der Herr ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; follte nicht mein Hers sich freun? In eigener Melodie. 31 Bott ist getreu! ( 6) Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meis ner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trüb. fal Gott 22 sal ists; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ewgen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein ir disch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ge treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts, nag doch die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir als dann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Ver giß, o Seel, es nicht, wie zärtlich tren er ist! Jhm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, sei treu im Glauben. Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 325ie groß ist des AllIst der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes. sen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen. Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genteßen? Jsts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott, ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und sein Wesen." 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, fein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille; ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt fie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herricht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jesu. 33 auchst unserm Gott! Er ist von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Luft gewähren, die ihn verehren. 23 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unfer Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wenn ers sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten währet die Güte Gottes jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werde ich ewig deine Huld genießen; so wird mein Gott 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. 34 W Geift, Allmäch- Mel. Mein Gott, das Herz enn sich mein tiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unvers dient beschenkt; 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor heißer Dantbarkeit nicht, wie es dir danken soll. dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krautheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und mir in in wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dank bar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als Ewger, dir zum Preis; ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. Jn Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, beflimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er ge= boren ist; und so ward ich, o welch ein Glück, durch die Geburt ein Chrift. 5. Als ich noch schwach, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 6. Wenn ich als Jüngs 35 Gott, beß fiarte ling von den Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf ge. führt. Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an je: dem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende; freckst du Hände voll 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Un glück und Gefahr und vor und sein Wesen. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volt erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ge schöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich da von seben kann, so seh ich deine Güte. Der Himmels körper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O het lige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, bir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 3. Mit frommem, freu digem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich. Wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüüst du diese Welt, dein Haus! Du theilft ihn Allen zum Genuffe so väterlich, so reichlich aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne ben Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlig nicht! Herr, deine Mel. Wer nur ben lieben Gott 36 Soweit, Herr, Huld erfreue die, die dich deine B 28 Gott duld trägst du die Men- Häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch fühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der fich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie dem. selben noch entfliehn, suchst In eigener Melodie. bu ihr Herz zu dir zu 41 Aller Welten HerrErbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit, verziehest voll Barmherzigfeit, ihn gänzlich abzubauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? Läßt 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch vielmehrdieFrom men, deine Kinder. ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eileft, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! keiner ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer fann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Le ben, Zeit zur Beßrung uns zu geben, dringt dich- deiner Liebe zärtliches Er barmen. Darum hast du mit uns Armen so voll Huld noch Geduld daß wir drauf achten und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! D und sein Wesen. 29 D daß wir voll Reue daß du unser schonest und unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns SchwachennöthigdeineGnade selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 5. Dank sei dir, o Bater, Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm heiliger Geist. dich unser aller! 4. D heiliger Geist, ou Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod In eigener Melodie. [ llein Gott in der 42 vom Dant für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmer mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun ist er bereit, er will nur unfre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe, du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was fie wirkt, ist wohlhedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im LeAuf deinen Beistand hoffen wir; ach leit uns siets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2, Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Bein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Chrifto fern. Du haft durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. uns allen Licht und Heil den. Er flößt uns im Todesgebracht. Halleluja. schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. ir glauben an den Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Rinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahreGute gewähren. Er etwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 44 Wir 45 Lobsinget Gott! obfinger Dank, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieoer! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jefu, dir gefungen.» Du Mittler zwischen, uns nnd Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod daß Leben uns errungen. Het lig, selig ist die Freunds schaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn den ngebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein, Peben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergebet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. Mel. Mein ganzer Geift 3. Wir glauben an den heilgen Geift, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Chriftus uns verheißt uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns Lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfin3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfft uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern Lüften. Leit uns, stärt uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Von der heiligen Dreieinigkeit. 31 zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf 46 D laß uns, Herr und Gott, froh deines Gegens werden und dir im Glauben dienen. 4. D heilger Geist, du Geist von Gott wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Luft und Kraft; laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. Mel. Es wolle Gott uns err, unser Gott, Du bist das höchste Wesen; und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollten wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einft begaben, du Quelle alles Segens.#biti 2. Wir beten dich, o Va ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. atat dmspirk Werke und Wohlthaten Gottes. 3. D Jesu, ewger Gottes sohn, du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns bi Schöpfung. 18 Mel. Es ist das Heil uns kommen 47 Wer er machte diese schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die DT 060 Wälder, Feld und Au? bes fahl dem Regen, iprach zum Thau: erquicke Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? 32 Werke und Wohlthaten Gottes. hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in im Staub selbst frohe Wesen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Wert, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nüßen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufft du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. D du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was fann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! Du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich: du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. 01 In eigener Melodie. 48 obfinget Gott er schuf Welt zum Schauplaß seiner Güte; lob. singt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemü the! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigfeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig wäh ret! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe, drum schufft du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bes durftest ihrer nie; Unendlicher! Du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein En. gel selbst ermißt dein Wohl thun, deinen Segen, wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervor gebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. D Vater, welchem Keis ner Schöpfung. 33 Stärke, tein Dant, tein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dant, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. ner gleicht an Liebe, wie werf auch ich mich nieder. an Herr, dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne und von hohem Eifer voll mehr dich kennen lernen soll! 3. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, solang ich lebe, weichen! 49 Gott! Mel. Gott, der du die Menschen ott! aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden. konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Bracht und man nichfaltigkeit, wie die Zeus gen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorüber gehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend mir Ja, wenn Thränen entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. D, wer wollte je vermeffen mitten in der schö nen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vatersorge B5 weiht, 36 Werke und Wohlthaten Gottes. ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach von den frohen Heeren der ziehe mich doch ganz zu dir Thierezahllos wie der Sand. und offenbar dich selber mir! Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reis geschmückt. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, ermanne dich! Ver traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was uns ser wahres Wohl vermehrt. 3. Mirzeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit überall. Owenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 53 und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. D gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich tann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lok ken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrickt wer den und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein legtes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Gott des Himmels Reise, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen fure Borsehung. kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun dantet Alle Gott 54 Nid ichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se gen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan befimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. D wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißver gnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu ges ben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Got tes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanten: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und auch mein eignes Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Gegenstelch des Leibens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erschets net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am gött: lichften aus tiefster Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch aufrauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Nothund Tod mein Herz dir folgsam sei! 37 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 553 On allen meinen ThaHöchsten rathen, der Alles tann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mein Helfer fein mit Rath und That. 7. Jhm hab ich mich ers wie es ges geben, zu sterben und zu beut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet deffen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine an Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner B. Es kann mir nichts ges 56 Dir niemand gleich tel. Es ist das Heil uns unser schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heilsam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geb es, wie es ihm gefällt. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen wer den. Unendlich ist die Maje: ftät, die über alle dich er höht, die Kron und Scepter tragen. 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Ulebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts feblen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, wedt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlossen, dem will in unverdros sen getroft entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auc nur mein Auge siebt, da seb ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deis nes Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über Alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut, nach beiligen Gefeßen. Du willst auch deis ner treuen Hut das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmert, und immer ists dein liebstes Werk zu segnen, zu beglü cken. 4. Wohl, Vorsehung. 39 4. Wohl uns, daß du das dem Weisen, der keinen seiRegiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh auf mich mit Gnade! nes Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tus gendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Gus ten träge; doch du bist gnädig und voll Huld vergibst du Reuigen die Schuld. Drum hoff ich auf Berge bung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich von Zweifel frei, ob ich der Gnade würdig sei: auch mich hat er verfühnet. 7. Herr! ewig will ich deis nen Ruhm mit Lob und Dant erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz sum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn su preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher!-Jhm gehorchen sie. Er legi in Felsen Quellen; sie rieseln und versiechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo fein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneun? 4. Herr! dein ist alle Stärte und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich 40 Werke und Wohlthaten Gottes. sich erfreun. Auch wir er- geben und frohe Zuversicht. freun uns ihrer: thr Lob sei unfre Pflicht! O Vater, o Regierer, men hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst du wirkst in Allen, wir leben nur in dir. Erhalter, wer fann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Bon Gott will ich, oder Beuch ein zu deinen Thoren. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 15. Dein Name sei geprie sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte fingen jekund 58 Gott, der an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut, du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; haft in der Prüfungszeit mir jeden meis ner Tage, mein Glück und meine Plage beftinimt von Ewigkeit. 6. Du hast mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thas ten ich nicht aussprechen tann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen mit allen dei nen Frommen dir danke fort und fort! 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sore Ach, Bater! wie ver- 59 Foth, verborgen, Mel. Wer nur den lieben Gott du bist, o Vergen. mag mein dürftiger fland das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf meis nen Wegen gleich mancheLast und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du verfüBest sie. Du bleibeft mitleidsvoll, hilift liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gedein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen: du sorg test, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väter lich. Dieß sei genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Aus gen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Ralb, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisdeit, deiner Macht, du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Dir folgen sei stets unsere Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles faffen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. 41 3. Schau die Werte seiner Hände! Mensch und Thier melden bir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch sokleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie bewetsen. Sonn und Mond, daß Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke: jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 ei sufrieden, mein Licht, dir zum Dank verGemüthe! 7. Sezten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überflanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es ge schicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er und Leben, Alles sei dir fann dich nicht haffen. Sen 9. Drum ergib dich sei. nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch er füllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er, wirds wohlmachen. Tefsir 106. Soll ich hier noch länger leben, oso wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. 703 In eigener Melodie. 61 Alles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schäßen und auf dich Vertrauen segen gibt allein getrosten Muth. Hist 2. Du, der mich bisher heimgestellt! 5. 3st mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Geligkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ernährte, manche Freude mir 62 Gott forgt für uns. ihm ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Les ben sein. 3. Sollt ich änglich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung tann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod Dant, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und macht; im Son nenschein, sowie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dant ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott trönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit findlich fro hem Dant; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trant. Algas mot 49 5. Fried Vorsehung. 43 USEM 5. Fried und Gesundheit, Quell, und die Natur ist Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß beines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Buversicht, dir ewig zu vers traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nerndte schaun. 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch.98 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. Obetet, Menschen, 63 Noch immer wech betet an! Erwägts und seln ordentlich denket nun: Was hat Gott des Jahres Zeiten ab, und schon an uns gethan I was früh und spät ergießet sich will er nicht noch thun? dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch stets gethan; du segneft und 64 Mein Auge fieht, du füllst das Land mit deiner Güte an. Gott, nach dir. Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder Mein Gott, das Herz ich bringe unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist fo gut, so treu, so mild, so väterlich wie du? 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter feinen Zweigen Raum, Er frischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 2 Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Rein Ulebel sei mir fürchterlich: denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch fet 44 Werke und Wohlthaten Gottes. seine treue Valerhand wird meine Zuversicht! Ich bins aller Schade abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Troft füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich, Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigteit! Mel. Gott Bater, an Erbarmen 65 Gott! beine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Bater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du, für mich. 4. Jch bins gewiß, du fannst mich nicht verlassen, gewiß, du thuft mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königs lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Vere stand und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trant empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie den noch mir. 8. Laß du mich nur ge nügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bei 45 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, mas ich sahe, zeigte mir, o Vas ter, dich. Ja, du famst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte 66 Bester, weisefter Re: mir! Sandtest du auch eine gierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, fet auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgft mich väterlich. Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Jch, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. Vorsehung. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer. Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe Fellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh vers stand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch jede Freude mir, wären viel auch meiner Feinde, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Biel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, dets 46 Werke und Wohlthaten Gottes. 108 109 mit deine Huld. Was mir nüßt, dung, Allerfeligster, wird sie mir geben und dir! Gib, o Vater, stets mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fefter hier mit dir vereinigt fein, deiner Gnade mich zu freun. Empfindung deiner Vaters liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu und in dir ganz selig 9. D der seligen Verbin- sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Die Engel. Mel. Auf Chriftenmensch! 67 Gott ott! deine Güte, deine Macht, kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift bei aller Müh der größte Weise niemals sie. 2. Du bildeteft im Stufengang, sich deiner zu er freun, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geißterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwert jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten sie der Tu gend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen und was dein ho her Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen und preist mit fautem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, dei nen Engeln gleich, mit rei nen, frommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel rein mich deiner, o mein Vater, freun. Vorsehung 47 Mel. Vom Himmel kam der er verschwistert schuf, nur mei68 ein Unlicher, die Reihn erblichkeit dem Geiste gab. der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Mel. Alle Menschen müssen Bater fehn, aus allen Wel 69 Wann wir unſern zu dir 2. Unzählbar ist der See len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schrans ten hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, die jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Aller höchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wint mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure felgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater fingt. 15 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden an genommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken; wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Ers löften, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn, wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und den Engeln. gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eigennuß Werke und Wohlthäten Gottes. 48 gennuß wir ihr Beistand find, ihr Schutz. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheitimmer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Ziel versäumen; lehr uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge. 4. Jch bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 71 werde Gott von seines Odems Hauch, mein dir erhoben, du Geist. Solltich nicht meinen Mel. Wer nur den lieben Gott Vater loben, den jedes seiein bin ich, Gott! ner Werke preift; ihn, der mein zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 70 ben. Erfreulich ist mein Ursprung mir. Du haft das Dasein mir gegeben, mein ganzes Wesen tommt von dir. Du, Vater, riefft mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt, so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 2. Schön ist der sonnen. reiche Himmel, den er zu seis nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ge dankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Werte seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand.id 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Rörs perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schö pfers Vorsehung. 49 pfers Lob. D Seele, jauchse, ben, Gott, mich an, hab ich daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Jhn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 5. Gott, ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch dieEmpfindung meinerSinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Jch taun sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürstet meis ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schafft, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst duzum ErMel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott, fei Preis bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Wert von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nügte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. Jch jauchze, daß ich sehen kann und hören und CS empfinden; 50 Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich meis nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werfen, die er schuf, das ist mein feligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. pilhar na Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 73 welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. mir verliehn, Gewissen mir gegeben. da bi mist 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schö pfer, an, kann Andrer Lehrer werden.!! 5. Jhn schufst du zur Geselligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. hui 7. Dich, meinen Gott, er tenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt und Stärke. d 8. Ich höre deinen heils antigen Ruf, die Tugend ist dein Wille. Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle!( bimud no lid 3. Mich allen Wesen vors zuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getroft und freudig treten; ich darf, du höreft liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Jch bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt bie Nacht am Grabe! 11. Dwelch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und bes Berufs, site Borsehung.d 51 Freund; laß mich auch Wahrheit lieben und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was Berufsicein Mensch zu sein, mich würdig stets er weisena si@ Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. 79.0 Mel. Nun dantet Alle Gott 74 Allmächtig großer du uns selbst gelehrt. Gott, wer dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jest noch Alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. D welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufeft! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie dul Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schwe ben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, al lein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich ers freun und dem, der's üben will, auch gern behüflich sein. 7. Gib, daß ich so wie. du ein Freund der Mens schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart sein Leben ihm versüßt, und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Biele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. € 2 Werke und Wohlthaten Gottes. 52 Mel. Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 75 3 dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu fein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligfeit mein ganz Bestreben sein! dir Mel. Schon ist der Tag err, mich den 2. Du gabft mir den vernünftgen bewundernd einzufen, wie dich, Herr, 76 Hwahren Werth deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. des Menschen tief empfinden und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 3. Was um mich ist, verfündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl los sein? Sch rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wan del set stets deiner Ehre Doll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Laft, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, bir, 2. 3ch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnen fréuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt non dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin. Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für asjon Vorsehung. 53 9. Und ich, ich sollte mich den Thieren handeln, der Fleischeßluft ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! für Andrer Glück und Leiden und auch in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preift, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, 77 Wie wichtig ist doch Mel. Es ist das Heil uns dir folgen, sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für biese turze Zeit riefst du mich in des Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr, wirft ihn verklären. der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben, zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst deschwert, willst du uns hier erziehen. Und 8. Vom Himmel kam gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücktet werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel C3 von 54 Werke und Wohlthaten Gottes. D von Gütern dieser Erden, Die Erlösung von der tdorrumpe von Ehre, Geld und Lust Sünde durch Jesum gewinn, wenn ich dabei nicht füchtig bin, dein Himmel reich zu erben? 19 Christum. dail 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dieß 78 D, thut, du schuift Von der Sünbe Mel. Auf meinen Lieben Gott der kein Böses nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligteit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 5. Drum laß des Him mels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 6. Ein Herz, daß dich, o Bater, liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlik schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Geseßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. 3. Hier ist tein Unterschied. Dein Auge, Höchfter, fieht auf alle Menschentinder. Vor dir sind alle Sün der, vor dir, o Herr, ist feiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten, di 16. Dir folgen dünkt uns Swang; 8stian Erlösung. din strotte Triebe uns 3wang: des Herzens böser reißt mit starkem zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen! 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. og 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Beit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüften. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich vers scherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. in Mel. Schon ist der Tag von Gott 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz im Glück, auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt 79 Kein Mensch, o Gott, für den nächsten, wie er sündenfrei; wer Wer viel er dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du fennest Herz und Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sündentönnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre wie wir fehlen. Sie sehn auf uns, die Luft erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld und ihr Vers derben, ihre Schuld vermehret ihre Schulden. 7. O großer Gott, hier C4 fte 56 Werke und Wohlthaten Gottes. phujorte stehen wir, verklagt von unfern Sünden. Vor dir, Auheiliger, vor bir ist lei ner rein zu finden. Wie fümmert unfre Seele fich! Wir alle fehlen wider dich: Erbarm dich unser aller! Mel. Alle Menlchen müssen sterben ater, heilig möcht 80 ich leben, Rechts thun wäre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft nur der Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorfaz trau ich nicht. Lottende Begierden treten zwi: schen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd und Wahn zerstreut. Mach mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend michang 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät rief ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luft bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit deiner Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein findlich Flehen, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele kasse Muth! Endlich werd ich fromm und gut.b tel. O Gott, du frommer Gott 81 Wer nur Ein Laſter fällt der in alle! Wer ein Gesez entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern les estionsindido de 1967 Erlösung. boil Juara do dun mu nud legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vers mögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäglich zu entweihn. dispute 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur 82 ushägen. Nennt mel. Herr, ich habe mißgehandelt Künde ist nie klein zu Lasterbahn ein einzger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. sie klein: doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Geseßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie laffen. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zumt göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur fie fann über Zeit und Schicksal uns erhöhn.lins discrime 57 7. Denn Tugend wird ins Reich der ewgen Herrlichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 6. Jm lezten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? D, die Schuld. ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtfinn oft verlegen. 4. Sündgen wir mit Ues berlegung wider des Ge wissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch, so ist das, was wir vollC5 brach 58 Werke und Wohlthaten Gottes. brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervors gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest demgewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühltest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßeft sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trop, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gefeß entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Le bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was bem gebühret, der den Christennamen führet! Mel. Alle Menschen müssen geſtärkt durch ihn, nicht bes: 83 Großer Gott, ers ser, so wird noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet und die innre böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Bergehen größer als sonst anzusehen. habnes Wesen, das voll segnender Begier Menschen sich zum Dienst erlesen, ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir doch selber sein! Cam Se 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedentend sein! Bater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Geseß zu leben und nach Tugend nur zu streben.d 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schret ten tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderb ten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sün denpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zuz stio nol Erlösung. gurück, was bein, ach, was wird mir übrig sein! 1964. Doch die Menge deiner 840 bein Joch! o wie Folgen der Sünde. Mel. Jesu, meine Zuversichtsanft ist, Gaben tlagt nur meinen Undantan, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan, oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 02. Aber ach, ist er ents flohn, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht trant und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drüdend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt des Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinenHeiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, daß den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor.id 1 200 6. Ja, die Wunder det ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebetreuer Dank barkeit in mir. Bater, laß daß schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 59 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Chr erbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden, Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangneZeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und 6 Saa 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tut gendfreund entzücket, dem fein Herz entgegenwallt, läßt die stumpfe Seele talt. 17. Herr, dein heiliges Ge richt trifft die Sünder, die dich haffen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlaffen; steh mir in Versuchung bei und erhalte dir mich treu! von jenem Reiche fern, nach bem die Frommen streben. Wie thöricht und wie un dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! disk 5. Wer Sünde thut, ach, der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. D welch ein frevelhafter Stnn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam binloro us ionist 19Mel. Auf, Chriftenutensch! 85 Wer Sünde thut, 6. Wer Sünde thut, verliebt nur wirft das Wort, Heil und Frieden stiftet; er etlet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo fein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir vertlagt lordspensga Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Frrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbstbetruge feitost ni as 012. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenträfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzteStunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ift seinem Geiß benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 8. So täuscht bie Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm wers den! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünben fliehn! 4. Wer Sünde thut, der Mel. Herzliebster Jesu troßt dem Herrn, durch den 86 Wo ist wohl not wir sind er bleibt und Elend auf der she Erlösung. 61 der Erde, daß von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt nicht geboren werde? Bers 87 Gott, wie schrecklich nicht Thorheit Freuden in bittre Leiden? dos g 2. D wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Luft auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, ers schüttert Thronen und ver wüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen, an Tod und Grab und an das ewge Leben und nicht erbeben? 6. DieLust zum Bösen fes selt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. D du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! weil sie, kaum vollendet, fich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gefeß und dich! Ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Trost genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft er in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freus den! 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz, und Uleppigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Ty rannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn67 ten Werke und Wohlthaten Gottes. 62 fen wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe feines Elends Thränen, acht auf unsre Laster nicht der Gerechte, der Verbrecher gält ihm gleich? es sei tein Rächer? 97. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unter than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! hot 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgebt, jede Laft erleichtert werden, jede wahrelust erhöht, wenn den Lot fungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. 3ch erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gebanten sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt ben Willen, macht ihn ben Sinnen unterthan, strebt, ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Gaildo Sünden an. 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent zieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine, Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht.n Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu daß Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Günde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sclaventetten? Wer schafft in meinem Innern Rub! Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur feligsten Genesung mir; o daß mein be sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 88h, welch ein Kampf in Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß indst 2 8510 nsinErlösung.ustr Erlösung 63 ei erwacht, um Gottes Licht zu sehn.mist stort thing bi 4. Breiset ihn, ihr Jubellieder! Der Sohn des Höchsten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Siegeslied werd ihm gesungen! Uns jegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt, tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir einst knieen wir an deinem Thron und beten an. damos mediour instabilis Mel. Mache dich, mein Geift id con and td 3 boriger Melobie. islin 89 err, wir singen deiner Ehre. Er barm dich unser und er höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan ten voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, solieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein 2. Um zu bir uns zu erheben, hauchst du in unfre Brust das Leben und schentest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkeft uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun; daß wir verder ben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va: terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, der Welt, schaut 90 unfer Gott, der Herr der Zukunft Beiten, fann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath, auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen.in rob 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zei ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 2. Preiset nngjörð Werke und Wohlthaten Gottes. 30 64 Tit msd thrud tiad thilput slut stointsd dasdirt chor Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 14, Preiset ihn voll Zuver ficht, der die Welt regieret! Immer wird, was er vers spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten! folget ihm mit Freuden! 9 ir n 1828 Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 91 Gedante, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ger liebt, uns seinen Sohn zu schenken.nodig nadisk d 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finster niffen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. msgiri sid 1193. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Gött: liche der That, das kann mein Herz empfinden. 73 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich ängstlich zagen. 16. Jf Chrißi Wort nicht Gottes Sinn, werd ich stets irren müssen und wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Troft der 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterben 9. Du gibst mir deines Geistes Kraft, im Glau ben mich zu stärken, der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. Solange ich deinen Willen gern mit reinem Hers zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. Sie 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt und ich zum Kreuze trete, sod weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, um was ich bete.609 12.1ch weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne: und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne.990 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Sohn Hat Gott uns seinen geschenkt, laß mich noch Erlösung. notodildouk dan stroéle Sotto noch sterbend denten, wie follt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? hiilid smis Jadual un 391 Mel. Schwing dich auf 92 Kommt mit Dank vor Stärke, sammelt all uns in sein Reich, die streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben.o 65 Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da tam, daß wir selig würden! Er ward Viensch und übernahmschwe rer Leiden Bürden 2. Treu vollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und er freun, immer sein Bestreben; und um aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. modus in di 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. Irrachl 17. Rönnen wir: es ist vollbracht! froh wieder einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches 3. Nun, als Herr, von Gott in das Land der Verklärten erhöht, nach vollbrachtem leiten. 3d di mol Werke, herrschet er voll Masdatiems mal vydi onu jestät und mit Gnad und Mel. Bom Himmel hoch 4. Ehrfurcht und Gehors sam soll ihm der Mensch bezeugen. Aller Knie fich des muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dant bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 10 zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, fennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme 93 Auf! freue dich mein Geist in preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt: preif ihn, daß er so sehr dich liebtle? and 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie in nlg seine Vatertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt set. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund 66 Werke und Wohlthaten Gottes. kundgethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. ndoor nagrod 4. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 3115. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. US 196 2. Sonst sahn wir Furcht im Angesicht auf Gräber unsrer Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dieß lehrte Jes fus glauben.undings 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Besten für die Brüder. vstou 4. Auf, Christen ehrt ihn lebenslang burch reine Tugendliebe! O daß ihm Keiner diesen Dant, tein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset, Dant fei dir, o Vater, möchten alle wir frei von der Sünde leben! dan? Mel. Sei Lob und Ehr dem ficherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Christen, laßt das Gottes durch ihn der Welt bereitet hat. d med 1100 s9@ Jeps Mel. Allein Gott in der Höh imm unsre Dank 94 Nim gefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns Würde freuen. dh Suft Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbarmungsvoll bereitet. jad unsrer 2. Nach seinem gnaden vollen Rath kamer, sein Sohn, auf Erden, von un frer Schuld und Missethat dein Retter uns zu werden. Er 36. Dem, den er bir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab: folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 117. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, ben echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 829 In diesem Preise übe dich, mein Geift, fo hilft er astion Erlösung. dum stræ 67 Wert vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwuns gen. 390. pand 13. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein lle berwinder; die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Heil chen ist uns nun die Bahn, 96 un laßt uns alle Er wards und hat sein diesen Pfad, d zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne; so ha ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. mi id adus fint is Mel. Schon ist der Tagtsd die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne Gott uns Jesum sandte! Laßt hoch des Gottes uns erleitet. 10 freun, den Jesus Vater nannte; der Aues schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. any ani aid bil 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 2. Zur Reife der Vollkom menheit, die schon bienieden feimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. D wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil 3. Er schaut auf Alle mild uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuz starb. Wohl Allen, die ihm frauen! herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mitts lerhülfe baun, ihn mit Ge horsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf den wir friedevoll auch schon auf Erden wandeln. on the 197 7. Herr, leite selbst uns 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vers nunft uns zieret, und kind lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Chriftus 68 Werke und Wohlthaten Gottes. us uns gelehrt: Gott sei mit welcher Vaterliebe dafür gepriesen! id mood fein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Ver berben uns Sündern zu ers werben, sein eingeborner Sohn. 1939 pntgelte 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreu den, bis er durch Todesleiden sein großes Wert vollbracht. 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über alles siegt und fest zum Biele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! mama ni 1 6. Wir zagen nicht; was fann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sore gen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! m7. D guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geift erheben. Wohl uns! die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euren Lobge fang: Erlöste Menschen singet dem Mittler ewig Dank! Wo Jemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unserer Seele Schaden. D nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 97 5 Erhebt den Herrn, überwinden; denn dein o Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht, Gott, der uns nicht verstößt. hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben: durch ihn sind wir erlöst. 12. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; de 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun.pl tomuto 69 Mel. Herzliebster Jesu! ter nennen und zum Ges 98 Gott, ott, der du für horsam diromein ganzes uns deinen Sohn Leben willig ergeben. gegeben, o wer fann gnug- 8. Was mir dein Sohn, sam deine Huld erheben! da er für mich gestorben, von Wie herrlich seigst du im deiner Huld durch seinen Tod Erlösungswerke der Gnade erworben, daß werde mir, Stärke! zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! J0016 2. Dein ewger Sohn stirbt für die Menschentinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Se ligste begibt sich seiner Freu: den, für uns zu leiden. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 199 dus gombo 3. Er wird dasLamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld 99 ott verhieß, den In eigener Melodie. eiland, den uns an den verlornen Schafen nicht dürftest frafen. der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erde erschienst. ria 9899 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm, Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit.god bad ist 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeße, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du famst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. nor thd 10 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die größte ihrer Trie be? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen.l astlon Erlösung. onu str 4. Start in deines Vaters Kraft, haft du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, find, o Herr, durch dich erlöst! s 7. Ach, lehre mich recht 5. Preis sei dir in Ewige deine Huld erkennen, voll feit! Auf die ihrerlöset Zuversicht dich meinen Va seid, rühmt den, der mit Lehr 70 Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Der du liebreich zu uns tamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbenes Heil sei auf ewig unser Theil! Lehround Thatd euch vom feiten wiederum uns zu bea nad Tod erlöset hat. adds reiten. 4. Ja, du zeigft aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch dei nes Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmels seligkeiten erben. S 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen, 36 3n eigener Melodie. 100 Mit frohlocken- deine Huld hilft auch Süns dem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dank begier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsere gange Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Luft am Leben. dern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eignerSchuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. ned 12 Jch verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freiem Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Nettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 6. Ewig sei mit Dant besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Unfre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt.ad diod bil 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Gnad und reichen Troft verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn fich für uns giebt, die verscherzten Selig A 7. Vater, hilf mir danach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Licht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das fichre Zeugniß geben, ich fet auf 29ttan Erlösung.dnu stra 71 4. Du hast durch deine Lehren des Jrrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgfam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wah rer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. id 5. Um unser Heil zu grün den, nahmst du so brüders slich den Sold der schwersten auf dem Weg zum Le ben. notis 789 Uleberzeugt von deiner Gnades und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohneGraun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur, so wird keine Creatur mich von dei ner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen tönnen.d Würde des Erlösers. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde 101 Du kamst herab Schuld, ertrugest Haß und Bande hei und Schande mit göttlicher Geduld. issiq ni singd zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glans feiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Duschentst uns neues Leben und Herzensfreudigteit, 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge tommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antlig, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit den, wird er zu blenderd in den, auch er schaut niesieganz. 7. Dich, Heiland, zu vers ehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Reiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar.it/Tourn Mel. Komm, tomm, den d 102 Mini Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der fie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Creatur, kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Dr den tratst du erst in der Zeit; eh noch die Welt ge worden, warst du voll Herrs lichkeit. Alles beugen; denn göttlich groß ist, Herr, bein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden; wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein fräftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, sowie das Heer der Geister, daß dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eis genthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Almacht stars tes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Le ben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt bir Chr er zeigen, die feinem Andern 5. Wie herrlich ist dein Name schon jest, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinent Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Ei genthum. 1 6. Sohn Gottes, ich ver ehre und bete dich in Des muth an; beschäme und bes tehre die dir noch nicht sind zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, bie dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Erlösung. dnu str 73 nun machst du selig, die vers föhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet bir der Lobgesang erretteter Ge rechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Jhrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie ange betet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie herra lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann er scheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Mel. Mein ganzer Geißdia 103 Wie ie groß, wie angebetet ist dein Nam, Heiland Jesu Chrißt, wie theuer deinem Volte! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranten, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verfläret, uns den Weg zu Gott gelehret. S 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbs, der Engel hohe Freude. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! ( Adventslieder.) Mel. Jesu, tomm doch selbst au 4. Du hast dich deiner 104 ott fei Dant in aller Welt Herrlichkeit entäußert eine der sein Wort beständig turze Zeit, für uns von hält und der Sünder Troft Gott verlassen. Und nun und Rath zu uns hergesenmit Ehr und Ruhm gekrönt, det hat. D 2. Was Dankbares Andenken an die Sendung Jeſu. 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Bäter Schaar Wunsch und 105 Mit Ernſt, Troft und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. Menschenkin der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben verheißen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen freund, wie dank ich dir? Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein: mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was tch hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurig feit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid be reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und vers laffet, was euer König hasset, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn hat selbst gelehrt, das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Goft einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Her ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünde ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! CAPART Erlösung. mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geift, Gott 106 Der Heiland kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt der eingeborne Sohn und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von der Sünde Ret tung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 75 kommt das Leben: o was fannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein. dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig ohne Heuchelei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir machen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! D Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, willst Mensch und willst der Welt Mel. Befiehl bu beine Wege zu gut selbſt unser Bruder 107 Wie soll ich dich Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, bei ner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Balmen; jetzt soll die Dank begier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich er2 heben, 76 Werke und Wohlthaten Gottes. heben, so gut ich Schwacher nicht sie in ihrem Leide zu kann; mein Herz will ich trösten stets gewußt? Erdir geben: o nimm es gnä- freun ist seine Freude und dig an. Wohlthun seine Lust. Di 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weißheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Golt bereitet hat. 3. Damit du mich befrei teft, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freu: test du, Seltamacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da famst und halfest du. 4. O du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum Staube zu mir hernieder 30g? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hel. 108 Der geil erruns Mel. Gott, ber du die Menschen du uns das fer wär! D fehet auf! Jbr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet, der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue ftill eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft beilbe giergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 7. Er übersiehet Reinen und weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht stets die Set nen von Anbeginn beschüßt? 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund be steht. Wohl ewig allen de nen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthrä nen zu seiner Rechten stehn! gen, Mensch gewordener Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekoms men; der du voller Freund lichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch mei ner angenommen und mein Bruder worden bist, sei ges lobt, Herr, Jefu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. D wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr Erlösung. 77 Gott vereint; Gott ist Va ter und mein Freund. Herr, du hast es selbst ver- ten. Durch ihn bin ich mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Creatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völter Segen, kamst von Noth uns zu befrein; und wir können beinetwegen jest schon Kinder Gottes fein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, Mel. Nun banket Alle Gott von Sünden völlig rein, 109 Er ist gekommen, er, auf die Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Sein Lob erschallet laut in aller Weltumher! Wer brachte jeder Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den eingebornen, des Vaters Ebens bild, den Retter, der Verlornen, der Reuevollen Trost. Jhr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! Nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D 3 4. Er o zu 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; haft der Ichwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht be lehnt, in den Himmel ein zugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet fest, nur fündigt nicht! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich frank und bülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, tröften den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, sißt als Herr zu Gottes Rech: 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fol gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei! 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es war Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu krönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke sein. 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquit kung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ges weint, selber geduldet, gelitten. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harrten. Heil uns! Wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sün: der an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmendgegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren, den 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen 110 hre sei Gott in nnd mit den Schaaren der der Höhel der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Laffet uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? Himmlischen ihn zu erhöhenl Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! In eigener Melodie. 2. Schatten und Dunkel 111obt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Al2. Er tommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ew gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier tein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aber glaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel: reich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 79 liebgewinnt? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist fein Chrift. Der Herr ers kennt die Seinen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 3. Jn Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spetsen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm geehrt, lobfingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschen: freundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geift, Gott Mel. Allein Gott in der Höh 112 Laßt uns mit ehr. 113 fimm auch du furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Bater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab und ward das Heil der Men schen. mit frohem Dant, mein Geist, in jenen Lobgefang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, tam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott 80 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, sei dir! Wie gnaden: einst droben wonnevoll dich voll bist du auch mir in dei- ewig loben. nem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu ents ziehn, dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, ehe ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leib auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon em. pfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch dei nen Beistand nehme; daß ich hin weg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! ion 5. Jch bringe dir ein dantbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Ver leihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen. haft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und Mel. Fröhlich soll mein 114 Qaßt uns unſerm hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sich innige lich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen.de 3. Wer kann Gottes Rath schluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht ver lassen! Rommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwors fen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, son dern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Beth lems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch ge litten. Er wird niedrig eurets wegen. Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß Erlösung. 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund erkennen: kein Leiden, keine Noth und gnadenreich will er euch kein Tod soll von dir mich seine Brüder nennen. scheiden. Hi 7. Dankt ihm, der des Herzens Sehnen stillen kann; betet an; weinet Freuden: thränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommt einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sün den fränken, eilt herzu, Mel. Jesu, meine Freude ſuchet Ruh; er will sie euch 115 Gottes Sohn ist auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zagel bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Alen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freu: denvoll sie mein Herz empfinden. 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen: hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, fann nicht seine Brüder hassen oder hülflos laffen. 05 4. Wenn 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4. Wann wir einst er müden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glie der gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir: überschwäng lich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Blei bet seiner werth! Breiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben! mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Vorbild nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern, dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er den, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern: und wer ihn ehrt, den wird sein Nametrosten. Gelobt sei Gott! Gelobt seiGott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihrErlösten! In eigener Melodie. 116 Auf, schicke dich, recht feierlich, des Heilands Feft mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. Del. Ermuntre bich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 Gott, beine Gnas Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! D! wer bin ich, Herr, daß du de gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zut Erlösung. 83 zu erheben! Denk an die nach deines Vaters Rath Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Les ben für Sünder hinzugeben. dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 2. O große That! er wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeft, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniebrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4.0 lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so herabzulassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verach: tung, Rummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschen sohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war dei6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich: du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Vom Himmel tam er ne Menschenliebe. Du sa: 118 Dieß ist der Tag, mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu sein, den gemacht, sein werd in aller Welt gebacht! 3hn preiſe, 6 was 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ Herz erhöht. Gedanke volim Himmel und auf Er. ler Seligkeit! Du bist es, den ist! der das Herz erfreut. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vas ters Schooße sißt? 8. Gedanke voller Majes stät! Du bist es, der das 10. Jauchzt, Himmel, bie ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm; Mel. Kommt, tommt, den im Buche steht von mir: 119 Vom Grab, an dem wir walGott, deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch, geboren wirst, Immanuel, bu Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. len, soll, Jesu Chrift, dein Lobgesang empor gum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und je der der Gebornen erfreu sich Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mitt ler Jesu Christ und danten, Erlösung. 85 ten, daß er Allen Erretter, dann dem Throne und schauFreund und Bruder ist. Er en deine Majeftät. Nicht gleicht der Morgensonne mit mehr aus dunkler Ferne ihrem ersten Strahl, vers bringt dann der Dank zu breitet Licht und Wonne dir; weit über Sonn und und Leben überall. Durch Sterne erhaben, jauchzen ihn kommt Heil und Gnade wir. Mit aller Himmel auf unsere Welt herab; er Heere schallt unser Lobge leuchtet unserm Pfade durchs sang: Dem Ewigen sei Leben bis zum Grab. Chre, dem Weltversöhner Dank! 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Erscheinung Christi. el. Was mein Gott will Zu unsrer Erd hernieder 120 Grfreue dich bes fam Gottes Heils, mein Geißt, das Gott für dich erforen! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit der Freiheit sich erringen und, von der Günde Wacht befreit, gum ewgen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott er freun und stets zufrieden leben! Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trok aller Macht des Spot07 tes nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. auf 4. D du, bem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volt im Staube bringt! Auch du warst einst Erden, was beine Brüder sind, ein Dulder der Be schwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, ent rückt der Erden, sich deines Anschauns- freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir 86 Werke und Wohlthaten Gottes. test ber ihn uns gab, blickt noch jetzt den Gößen dienen. Hold herab auf seine from Nicht sie, nicht eigne Wür men Kinder und väterlich digkeit, nur deine Huld hat erbarmt er sich der reuer- uns befreit von jenen Finfüllten Sünder. sternissen. 4. Mit dieser frohen Zus versicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erdkreis ist vom Herrn ein helles Licht er: schienen: es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch feinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, ans zubeten. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebetes dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und faliche Schatten liegen, wo Jrr thun, Wahn und Sinnlichteit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir biene. Darstellung Jesu im Tempel. 3. D wär uns nicht dein Wiel. Chriftus der ist mein Leben Licht, o Gott, so hell und 122 Dem großen te fein wir würden weihte der Vernunft zum Spott am heiligen Altar jeßt die Ge Erlösung. 87 Gebenedeite den Sohn, den Lieder: Heil mir, nun seh sie gebar. ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und 123 weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 4. Jest lag vor seinen Blicken das Kind, des Him mels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust. 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wint mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge sehen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme feinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum feb.¹ 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Mel. Kommt her zu mir Sntreiße dich mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich ihm darzustellen! Er ist das Licht, drum sei ge: wiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traf, im Glaus ben 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 124 ging ein Mann voll Gnad und Gegen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. In eigener Melodie. GB bebte, wer ihn reden 125 mmer sich bes Fehler, zu füllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Christenehre. tehrte gerührt, mit thränenvollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege, schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Ranaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns be tehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Last uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos sein, wenn Trübsal, Noth und Tod uns dräun. 2. Er schreckte Heuchler, ftrafte Sünder: er rief: bas Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, parteilos alle Thaten richten. Heil frönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 2. Heil dir schon auf Eden, Freund der Wahrs heit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Mens schen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So Erlösung. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrablt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wantte nicht, fest entschlossen, felbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heilige mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und geben.id und Muth, tugendhaft zu leben, am 4. Und vergebens drohte Kerter, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. domisi christlich weise, chriftlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. pur ping Lehre, Leben und Thaten mas id Jesu. 5. Tugend, Segensfülle, Mel. Liebster Jesu, wir find Ruhms, bu der Gottheit 126 Führer zur Boll kommenheit du, o Ziel des höchsten du Wille, Geist wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammeft und den Geist fürs Göttliche entflammest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdischem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelft unsre Freuden, du veredelft uns durch Schmerz und Leiden. 89 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt un ser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du haft uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. d 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Dantet, Christen, be tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Fehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Be schwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld. sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Fürwahr, für immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ewger Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr. Dank gebührt, ein Segen, deffen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. heit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel flammt und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt, dazu erschienst du, Jesus, hier von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 6. Ja, Preis set dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich dei ner Wahrheit treu und ewig durch dich selig sei! 2. Dieß war das täg: liche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre hellen Schein der 128 Theuer fei mir zu fein! 3. Jhr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht auf diesem felgen Pfade mit sicherm Schritt allezeit, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam feit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dars auf baue. 2. Nur Erlösung. 2. Nur bei deiner Wahr. heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro: her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erfüllet haben, das hast du uns aufgestellt; und durch deis nes Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wäh len. 91 nen Lobgefang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dant, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir find 5. Huldreich riefest du uns 129 Schon auf Erden wir zu: schwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, taufend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Knie beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seelen Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre mei Himmelsfeligkeitempfinden, wenn nur Lieb und Eins tracht hier unsere Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott, der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudig feit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Troft und Rath in den allerbängs sten Leiden; sie erleuchtet unfern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 sern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stär te zur Vollbringung guter Werte. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, fet des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verseihn, die in Noth find, trösten, pflegen, brüberlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend fireben. 130 Mel. Schmücke dich, o liebe S. eiland, deine Menschenliebe war die Quelle fener Triebe, die bein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, biftinknechtsgestalt erschienen. Dwer faßt die heilgen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe.b 3. Odu Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der ge beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz ges brochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pfleg test du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissen: den zu lehren, die Verkehr: ten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken, das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh nen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Le ben zu erwerben, willigwarst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haf Erlösung. Haß nicht zu vergelten, bei ne Schmäher nicht zu schel ten. Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen. deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Allen Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig litist du, um den Wils len deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen! IS PID 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschen liebe; laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 93 wir, befreit von Sünden: schuld, theilhaftig werden feiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund, das Künftige den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge hört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frepler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. 150 Gib, Herr, daß ich auf diepladser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzuMel. Gott Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist dir An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der Schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glau: ben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. folgen eifrig ſei! Jesu, gleich! 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen tund. Bes gleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nugen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Sie ge 94 Werke und Wohlthaten Gottes. ge mächtig fort; du sendest, und selbst die Todten. auf wie dein Mund verheißt, noch erstehn. immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als bein Gesandter fich bewährt. Wir nehmen solchen gläubig an und ſind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil ver scherzen, das uns bein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit fei, bis mich bei dir in Ewigteit ein hellres Licht dereinst erfreut! Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie göttlich sind doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser sei! 2. Erbarmen war es volIer Gnaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Mel. Was mein Gott will Schaden, wie von Propheten 133 Kommt, die the er raffte in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwin. den, der Stumme sang ibm Dank und Ehr: sein Machtwort hieß die Lahmen gehn nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ents faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, tommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschä men. Rommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Ihm dienen war ihm angenehm; ihm weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wenn aber Gottes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seine. 195 ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, trieb sein Herz an ihm, trop alles Spottes. Sein Sehnen war im bängsten Schmers, Nichts, als das Antlig Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erstritten. der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allzeit vor Augen seße; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schäße! 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb Mel. O Gott, du frommer Gott niedrig und geringe, ent 134 Erscheine meinem nes Bild der Tugend, bu Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, bein Beispiel leite mich! Ich irr und firauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie Werke und Wohlthaten Gottes. 96 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde, flob deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüng. ling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz entrissen, durch frühen Druck geübt in Müh und Küm mernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Va ter los. 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreu zestod mit Freuden zu erfüllen; trugt mit Geduld und Muth des Lebens herbsten Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verlebet; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Frrende gewarnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, mitten durch sie hin mit Festigkeit und Rub. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Biele deiner Bahn fabst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Bollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tu gend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwach heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens turze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leben, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) hier Ruhm und Schmeiche 135 Laß mir die ei leien, dort lockender Gewinn, ba bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du ging, dich, Heiliger, doch du gingst met. Wie groß ist bes Allmächt. deiner Leiden, o großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich bie Sünde meiden und dir mein gans Erlösung. 97 ganzes Leben weihn, dir, Tod gelaffen sein, die Mens der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuses trug, deß Hers, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. schen so wie du zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn, dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin. 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für deine Bein und Mel. Herzliebster Jesu! Wunden mit tiefgerührtem 136 Herr, tätte mich Dank erhöhn; will Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergeffen, was du für mich erduldet hast. dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Er den und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3 Welch wundervoll hoch. heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; € lehrt 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe bei lig sein; sie soll mich stärten, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir feliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Jhr Stätten wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe fah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, undhoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tu gend üben, in Noth und 98 Werke und Wohlthaten Gottes. lehrt mich mein Glück, macht du, der lieber wollt erblassen, mich aus Gottes Feinde zu als mich im Verderben lass Gottes Freunde. sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 6. O Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in beine Güte. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! Längst hast du dein Wert vollendet, Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtniktagen dei ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir bil lig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dach teft nicht an deine Schmer zen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetestnichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreus und Tod. Du warft werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dant, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich Hohne: deine Stirne zum blutete unter einer Dornen aller 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein sollt ich darum im Glauben wanten? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, fie des muthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir er wiesen, da du, mein Hei. land, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebteft mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! D gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigner Melodie. der 137 eu, meines Le sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, mir zu gut hast du gelitten, mir die Lebenstron erftrit ten, Preis, Anbetung, Dant fei Erlösung. sei, dir Ehrfurchtswürdigster, uns strömt Beßrungskraft dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen legten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reutgen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht, den großen Trost, von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 7. Ruh im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, bir mein Herz zu geben, deiner Tugend nach zustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür! 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 99 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. Mel. O Jesu Chrift, meines Lebens 138 An deine Leiden denken wir, Wonn erhöhn.. Herr Jesu Christ, und dans ten dir, daß du so willig ihre Laft zu unserm Heil getragen hast. 2. 3m Geiste folgen wir bir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach: wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Feuden an. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Mel. Schwing dich auf 139 Mein Erlöſer, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Eretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. € 2 Werke und Wohlthaten Gottes. 100 drohte. Als die Stund er schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verschei den. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes That ohne Schrecken gehe. 4. Dant, o Jesu, Dant sei dir für dein willig Leis den; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu! 140 Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein gött: lich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlaus ben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie tönnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir an gehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs ver schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben haft gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brü der, hassen? und nicht wie du, wenn sie mich unter treten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herr lichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja Erlösung. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lodt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werte, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trop allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, jo laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! In voriger Melodie. 141 Sei hoch geprie sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Tries be, für eine Welt von Sündern selbst dein Leben dahinzugeben. 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsſe ihn mir rauben; er müsſe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die ich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! deiner Liebe scheiden. Ich 8. Nichts soll mich je von bleibe dein, bist du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlem Herzen! Du ließest unfre Schuld an dir bestrazu schaffen. 3. D laß dieß Heil noch der du für mich littest und & 3 auch Mel. Schwing dich auf 142 Mein Erlöfer, 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du fonnteft jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen! Laß die Frucht von deiner Bein nun auch auf mich kommen; gib mir Weisheit, gib mir Kraft- du haft sie in Händen- was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün denreiz hier zu widerstreben und voll Dantes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sün dennoth, ftraft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trof genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch dei nen Tod in den letzten Stuns den! Wie du deine Todes noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir! Las mich fröhlich scheiden! Herr, so dant ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs Todesthal auch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken ges mel. Freu bich sehr, o meine 6. hen. Du, Herr, haft aus 143 eu, beine tiefe aller Noth ers rungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. Wunden, ne Qual, dein bittrer Lod, geben mir in bangen Stun den Kraft zur Tugend, Tro Erlösung. 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg ich auch die Schmerzen von dem letten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht: überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich dent an deine Bein; sie, sie lehrt michSünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Ach wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken. mich auf deineLeiden merken. 3. will die Welt mein 144 Wänden från= mich die Herz verführen auf der Ettelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann dent ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedentet, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Troft auch mir erworben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jefu, meine Bus versicht! Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ift bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben In eigener Melodie. ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworbenhaft. 2. D wundervolle Liebe, bedents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbft seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht! Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jegt und mein Lebenlang für deine Todesschmer4 zen 104 Werke und Wohlthaten Gottes. zen, o Jesu, Lob und Dank. mitleidsvollem Triebe zu Hilf, daß ich dir für deine unsrer Rettung gab, ach, Treu auf ewig gang erge unter welchen Plagen schloß ben und thätig dankbar sei! sich dein Lebenslauf! Mit Bittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Ändern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigennuß und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen leßten Stun den erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel, Befehl du deine Wege 145 , der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus 2. Die schauervollen Stun den der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Gol gatha, den Tod, die Grabes höhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstges fühle ergriffen da dein Herz! Jm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staus be, mit Todesschweiß be deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehn lich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freu dengehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanfttem Sinn dich willig dei nen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. D Freund der Men schenkinder, den nun tein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unsre Opfer an! 146 Gint, Mel. Wann mich die Sünden als im Angstgebete, Herr, deine Seele und immer heißer flehte, rang 105 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit scho: nender Geduld. Erbarmend spricht du: Freunde, wacht! D wacht mit mir und bes tet: nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! Bald ist die Krone dein! so tiefgebeugt, so bang, da Mel. Herzliebster Jesu! fandst du keinen Trost, kein 147 Bekenner Jeſu, Licht, da schwebte als Marter vor deinem Angeficht. werdet ver= messen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch sie, bie so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen bei ner Seele Schmerz, und feis ner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 2. Denn gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im 5 Werke und Wohlthaten Gottes. 196 im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther fam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu lei den? Er 5. Uneingedenk des Hir ten flohn die Schafe. ward verlassen, er, unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. der 6. D welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EinIn eigener Melodie. gedenk des Falles der bess 149 Christe, du Sohn er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! Gottes, trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Gots tes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seele treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erlie gen; wir werden siegen. Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todestampf, dein Za gen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod be lehr uns täglich, wie hoch Er du Seelen geachtet! schreck uns ab von Sünden; er soll uns dir verbinden zu ewger Liebe, Herr Jesu! Mel. O Lamm Gottes unschuldig 148 Srlöser, der im 3. Chrifte, du Sohn Got tes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Staube einst lag, mit Angstschweiß bes 150 Weiben faffen, Mel. In allen meinen Thaten Jer die decket, dein tröste sich mein die Erlösung. die du, o Herr, gelassen für mich erduldet haft! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Laft. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du stärbst mit einem Herzen, das auch in Todes schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben. Oft wußt auch er nicht, was er that. 107 Trauer im bangen Todes schauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Wert ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Biele bringen. durch meines Lodes dunkle Nacht! 9. Du gabs am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, dann ist auch mir der Tod Gewinn. 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest vers ließ. Auch ich bin, wann Mel. Befiehl bu deine Wege ich sterbe, war ich dir treu, 151 Der Herrscher aldein und folge Paradies. ins 5. Du sorgteft, voll von Liebe, aus regem Mitleidstriebe noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden, so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußteft, matt von Plagen, auch über Durft noch klagen, und Reiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Dulabst ja und erquickest mich. 7. Du riefft voll tiefer sich gebunden sehn, er muß bedeckt mit Schande vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? Wem waren dieß mehr Pflichten, als de nen, die ihr Stard, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? € 6 3. Doch 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal sanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die Falsch heit zeuget, die Unschuld 152 Blut, o blinde Mel. So schlummerft bu Durst frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht fein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wis der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld tund. 5. D würde nie mit Ränfen der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld tränten, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an feinem Drte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästers worte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen set klug und wahrheitsvoll! Laß met nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lü gen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Volt grausam schände lich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heids nischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vers theidiget zuerst des Gerechs ten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit ers bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Hei ligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch das Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch, seht, welch ein Mensch, spricht selbst Pilatus, stellet ihn 137 Erlösung. 109 ihn zur Schau dar, eh er ein Gerechter, ward frecher ihm noch sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenkron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. dar, erwecken. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern ihr Mitleid zu Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vers geblich war die Menschlich feit des Heiden! Die aufges Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Seht, welch ein brachte wilde Schaar sah Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Laft der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie al lein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie an solche Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte siel noch straft sie ihre Kinder. D Seele, dentsi du auch dabei an deine Sün& 7 9 10. Ach, uns zu gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dankendem Ges müthe, mit Bewunderung und Preis deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Missethäter Spott und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, 110 Werke und Wohlthaten Gottes. Sünden? Bist du frei von auf deinen Leidenswegen! Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sün den, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welter löser, dir, und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent, welch ein Mensch ich war! und du, du wollteft mich nicht lieben? In voriger Melodie. 154 Wie groß, o Herr, erscheinest du Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod ents gegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei dei ner Lebenszeit dein ernst liches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwers ben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Hel denmuth, mit Freuden ges troft auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Mars tern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Troft betrübten Seelen zu und flehst mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, er löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieb, wie sein Blut zur Erde fließt: sie ihn im Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmers! Dent an sein lie be Erlösung. bevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier bent an jenen Zweck zurück, der ihn hier. her getrieben! Nun fag bei diesem Trauerblick, willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und fündenvol len Freuden; flieh Menschen haß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jesu, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Ges duld durch deinen Tod bes reiten; und naht einst un jer Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du vers worfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon ents träftet ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solchen Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu threr Til gung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. D große Lieb! o Liebe, taum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich genugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und Lüfte dämpfe. So sei denn des Fleisches auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geiftes Kräfte, daß er mich auf den Pfab der Tugend führe und mich regiere! 8. Dann Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldiger, du hattest Nichts 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank verwegen dem tiefen Fall bar deine Huld betrachten, entgegen. dich lieben und die Luft der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. 3u deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schwach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Mel. Wann mich die Sünten Leiden nicht von dir schei= 157Von Furcht dahinden. 10. Empfang ich einst vor meines Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 156 Mel. Auf meinen lieben Gott ein Jesu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, ben du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg und Wunden: die kleine Zahl von Freunden fränkt dich gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst erschrict; er flieht, eh Bande brohen, schämt sich, daß er geflohen, fehrt um und eilt läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du fillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun det nem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für bich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Neu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs ver hehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; ver gib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, bich, ihren Herrn Erlösung. Herrn und Gott, dann schwieg ich furchtsam, schäme te mich ein Chrift zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. D du, der du dein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Leben, bu Herr der Ewig: 158 Den größten hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! an 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! Sterbenden zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten fah! Erwäg biesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott zum Glauben an. Sie können dir den Troft im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit uns Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei be kennen. Wann Gott Ge richt einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 113 Schild, o Gott; von meis nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir vor Allen die schrecklichste Gefahr! 9. Beschirmt von deiner Gnade fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthvollem Herzgen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Bein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Born verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen der dich so theur erlöst, der in meinen leßten Stunden Heiland rufet dich noch heute weinen, so soll dieß Wort im Armen, den an deiner mir Troft verleihn. Der, Seite auch Hunger, Durft als der Tod schon um ihn und Mangel drückt. O se schwebte, die Seinen noch lig, wer den Ruf erfüllet! zu schüßen strebte, wird auch Denn wer des Armen Mans der Meinen Pfleger sein. gel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 4. Frohlodt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe fierbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese troftesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun!' 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heis land spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sie ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlöften, zu vertlagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 5. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Christus an dem Kreuze rief: Warum, Gott, hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht feine Zuversicht, Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ges hangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jept entblößt, wünscht, daß sein Durst ge fillet werde. D Mensch, 8. Das letzt Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk voll endet, wozu der Vater dich gesendet, du neigteft fanft dein Haupt und starb. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Lieb ling Gottes sterben fehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig Erlösung. seinen Ruhm erhöhn? D weine fromm bei seinen Plagen und fröhlich seh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort du als den Berklärten zur Rechten seines 160 Dosen, sobald Mel. Befiehl du deine Wege u, dessen Augen Vaters sehn. sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn. Wo ist das Thal, die Höble, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger setner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? Mel. Jesu Christ, meins 159 Du denfest in der tiefften Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flösest ihnen Troft ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die troftlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich teit; ich sei so willig, Andern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 115 dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig sein! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt, dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich weint: Getroft, bald werden wir vereint! 6. Den Troft, o Jesu, 2. Welch fammervolles Klagen seufzt in Gethſemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langfam Sterbende? Ist Jesus das, das Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte, er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube bedeckt mit Angstschweiß liegt, mit dem Ges fühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn, zu Hohn und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Lon: auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Töchter, tomm seines Blutes Lohn! 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreus hinan! Sie freuzgen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Voll des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrüdt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. D Freund der Menschenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Heil geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung set dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter mein er am Kreuz ist 161 meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit bu Iohnft, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Keuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist 2c. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewis sen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Chriftum mir. Der am Kreuz ist 2c. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, feines, feines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Chrift! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich liebend trauen, sterben dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Romm, o Tod! Du bift Erlösung. bist mein Freund! Wenn ich wie der Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 117 gefunden, zur tiefflen Dantbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingege ben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Au gen sein, von meinen Chris stenpflichten mich täglich unMel. In allen meinen Thaten 162 Welt, sich hier terrichten und mir zur Tuverleihn! dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe ben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Romm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat! Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Men schenkinder, warst rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit warem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil 7. Dein Beispiel soll mich lehren den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehors sam sein; auch meine Brüder lieben und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Chrift will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöſer that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Uns recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und soll ich endlich terben so laß dein Reich mich erben, mich so getroft, wie du, in deine Vaterhände den Geift an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. häufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu flagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir ges macht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, Mel. Befiehl du deine Wege 163 Der du voll Blut der sie verschuldet hat, und für uns am Kreuze starbst und unsern legten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuls det, empfingst der Sünder Lohn! da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz bir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhbe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübfal Troßt und Freuden, die ewig sind, verschafft. D gib an dieser Gnade auch meinem Glau ben Theil und auf des Le bens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so trift du dann her für; wann mir am allers bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den engfien fraft deiner Angk und Bein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last ge 119 ausbrechen, verlör auchgleich mein Pfad im Dunkel fich. Durch Leiden ging gum Ziele Jesu hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde wenn 164 A, e, bluten, einst des Todes dunkle Nacht In eigner Melodie. sich ihn erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. Erlösung. gehn und nicht im Geiste offen, Herr, deinen Himmel jehn! Mit heiligem Ent. zücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! sterben! D meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig brang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinermTriebe wenn dich mein Geist unsterblich einst befingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Beuge sein! 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes tod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig titt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165 Erftarb, der größ Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren und willig thun, was sein Gefeß gebeut. Die Pflicht des Dants dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenrah. te Freund der Tugend, er starb, von seinem. Volt verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand, in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen, auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund auch, wie einst sein nicht Volt, per 120 Werke und Wohlthaten Gottes. verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem Liebe vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmer zen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun; 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann dent ich dein, wie du ges martert und geschmäht für deine Beiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich einen noch betrüben für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gu tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der llebertreter und quält die Schuld der Sünde mich dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zus versicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet In voriger Melodie. 166 Du befter aller Begnadigung und Heil ers Menschentinfleht. der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel Mel. Herzlich lieb habe ich dich ausgelaßner Sünder! Aus allen Übern strömt bein 167 11m Gnade für Blut, und tiefer, nie ges fühlterSchmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist 4. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigftes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir fede böse That vermeiden, wie es Jesus that: in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du flebst: Vergib, o Vater, ihnen, was sie jest thun, verstehn sie nicht und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Dual und Schmach. 5. Dann können wir den Troft uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott fene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. welt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von fres cher Sünden Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann Erlösung. wann dich bei deinem her ben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Bergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! 3hr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth und dantet ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift! Gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch sebst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch scho: net; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienft er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu 121 Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ver= tritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil metner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärs ke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Chrift! Der leßte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. 5. Den fanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flök, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnere mich daran Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geist mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch Werke und Wohlthaten Gottes. 122 zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so lau fen wir, so wollen wir uns deiner Bein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr J su Christ! wie selig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm sei nen Geift empfiehlt und unfrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses lezte Wort deinen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes seben in seines Opfertodes Schmerz: will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. ich 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von seiner Göttlichkeit. Vaters Willen, auch wenn er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfül len, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärt lichkeit: spricht hohen Trost und Fried und Ruh den fummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt alsgöttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Frrende zu Gott geleitet und Leidende gefund ge macht! so freudenvoll stirbt auch der Chrift, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfries den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn, so wird mein Tod wie deis ner sein. Erlösung. In voriger Melodie. 169 eht, Christen, bricht. fehet Jesum scheiden, wie er im Tode In voriger Melodie. standhaft ist, wie nach dem 170 Es ist vollbracht! 48 bängsten ruft am Kreuze des sterbenden Er lösers Mund. Wort Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Zugendbahn stets wandelt, rus hig sterben kann. 2. Die Welt mit ihrer Luft verachten, des Reich thums eitlen Glanz ver schmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tu gendkampf bestehn; das voll Troft und Leben reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in machte, daß auf Golgatha Todte dringt ein neues Leman Jesum ruhig sterbeniah. ben, der Heilgen Gräber 3. Des ewgen guten Va, öffnen sich, der Vorhang ters Willen durch seine gans reißt, die Erde kracht, der ze Lebenszeit treu und ge- Welt Versöhnung ist vollwissenhaft erfüllen war bracht. Jeju größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht, denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im leßten Augenblickt; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 123 wann sterbend unser Auge 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den heilgen Vorsag uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Lugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als bir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünde lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dantvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Troft ge macht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun 2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre Danbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 3. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stär: te mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn über wunden hast. So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! In eigener Melodie. 171 bu in stiller Ruh, der du für uns geHerr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sons dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürft, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Jch, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab, mein Leib hinab; ich will mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost geden ( o schlummerst ten. erworben! 2. Du bist erblaßt, o In voriger Melobie. storben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuzber ewges Heil blaßt, Martern Laft, der Lodesqualen müde, findet mein Er Erlösung. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. Nun laßt uns ben Leib 3. Du schüßeft mich, und 173 Ach, endlich, Dulüber gehn aller Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tobe mich glaubensvoll ges trößten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha best hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürft sich des Todes Banden. 125 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfors ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt. 2, Wohl, dir, daß du ges funden hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du legteft, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heilis ger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. D daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten Ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott ſche mich und siehe, wie 174 Heil ihm, dem Hº Todesüberwinwenn ich still meinen Dank der! Aus seiner Gruft geht dir weine. er hervor. Als Retter der F3 ver 126 Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gots tes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden, doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere fol gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden sei nun Gehorsam euer Dant! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er löfte Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz um geben, getroft zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 3. Das segenreichste seiner die einer Menschenwelt, vollendet ists 175 Jihm auch ich, Mel. Jesus, meine Zuversicht eſus lebt! mit mit Gottes Stärke; die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium Beht fest zu seines Namens Ruhm. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Sand ihm Hingang in ein beßres Land. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gege ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, fündigt wider Got tes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! fein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her zens will ich sein und den Lüften Erlösung." Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesns lebt; ich bin ge wiß, Nichts soll mich von Jeju scheiden, teine Macht der Finsterniß, teine Herrlichteit, tein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht, dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner See le geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet ich an, er standner Held, Erretter einer Sündenwelt! du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Jch nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preifet dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 127. mel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplak meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 8war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geift erhebt, ich ſeh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt von Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Ver traun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur ben lieben Gott 4. Wer ists, der mich ver. 177 Auf, meine Seele, glaub an dammen dich und sage dann: der Gott, durch den die Hims zur denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwund 4 nem 128 Werke und Wohlthaten Gottes. nem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Dent lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Verfuchung überfällt. Er lehret dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Dent ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmere zen harter Leiden, denk wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn emfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; boch wie sie nicht verlassen blie ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstans den ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Chrift! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Chrift lag in Todesbanden 178 Bringt Preis und dem land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gros ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrs heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deis nes Todes hohen Werth hat er Erlösung. 129 er aufs herrlichste erklärt, lichkeit umgeben, mit alda er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrscheft, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! Mel. Jesu meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes verleihn mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruhe im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Halleluja! 6 Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstor. bne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken, Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glau ben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaf fen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, seb, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr Herr erstanden, er, des Höchften Sohn; Jesus hat gesieget; Alles, Alles lieget unter seinem Thron. ser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen: Lob set ihm gesungen! Un 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre; ihm zum Dienst be reit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelfeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquickt, 4. Macht, Ruhm und wenn Noth mich drückt, dort Hoheit immerdar dem, der nach überstandnen Leiden da ist und der da war! Gott mit seinen Freuden. Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigteit! 5. Sterb ich, meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. Oder hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöfte prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! 180Grinn Mel. Vom Himmel kam der rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tob erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschidn, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn er lebt und Herricht mit Gott vereint, er ist dein König und dein Freund. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver gleicht die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Ver wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Ange ficht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllt einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wol fen herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! Erlösung. 131 11. Zu welchem Glück, gu Christen, jauchzt! Er ist er welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! M: 1. Was Gott thut, das ist 181 rohlockt, ihr Christen, Jefus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! D betet an, erhebt, erhebt ben Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! D weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Jhn preise jeder Festgefang und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit, er starb von Frevlerhänden! Wo wale fet hier Gerechtigkeit? Wie fonnt er hier schon enden? D höht! Er brang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein gros ßes Werk vollbracht und uns mit Gott verföhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. D laßt euch die sen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut auf zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwunden. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher, dann stehn wir auf im Frieden! O Tag des Danks! O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegter als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! F6 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 182 Er ist erstanden Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist! Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so were Mel. Kommt, tommt ten det ihr mich wiedersehn. Er 183 Lobsinge, meine hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig fein mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen Jesus Chrift, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Er wachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sout ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 8. Herr. rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser un vollkommnen Welt und füh re mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr bes ben, sein Sieg hat dich be freit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Gelig teit. 2. Froh führte Gottes Sonneden festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ges dante, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge dante, der in Leiden mein Herz mit Troft belebt; ber schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter flichn: bas Grab 133 Grab ist leer. Der todt war, 4. Fallt nieder vor ihm Jesus, lebet und geht vor in den Staub, der sich dem seinen Freunden her! Die Grab entschwang! Er ist schwachen Jünger wanten; nicht mehr des Todes Raub. er stärkt die Wankenden. Sie Erlöste, singt ihm Dank! fehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben flieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Troft und Ruh und Hoffnung ewger Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geift belehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Jhn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferstehn, auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehn. werd ihn ewig schaun, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. Auferstehungsfest, Erlösung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 184 Vom Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Grabe flieg; hinauf bis zu dem 185 Hit Glanz und Wiel. Freu dich sehr, o meine err, du fährst Sternenzelt erschallete sein Sieg. Freuden auf zu deiner HerrF7 lichdu bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Chrift, der deinen Troft empfand. Christi Hingang zum Vater und VerHerrlichung. 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit: doch mich drücken du die Nacht, die des Todes noch dieLeiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrimschaft so in dir zurückelege, daß ich stets dein bleiben möge! Thal mir macht! Du haft ja den Tod bezwungen und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meis ne Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei vom Staube dieser Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du, selber wollft im Beten bei Mel. Herr, wir singen dem Bater mich vertreten! 186 1eber aller Him 3. verachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem was bort ist, trachten, wo du mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrfurcht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jego seh ich sie im Glauben; dort find ich ste selbst bei dir. Dort belohnst bu das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandeltst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte mel hebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freu denlieder, und alle die ers löften Brüder verehren dei ne Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Lod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sie ge! wir folgen dir mit Freu den Erlösung. 135 Mel. Vom Himmel tam der den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er 187 Auf, Jesu Junger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seis nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! löften im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein theures Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran: wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Taa des höhern Lebens; dann schauu wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hocherfreut ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht! zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet feine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt, Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und bein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen tann? 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur bir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Ants lig schaun. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder). Mel. Vom Himmel hoch 188 Anbetung fei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jefum Chrift erleuchtet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da tam von deinem Angesicht dein Geift, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieders gang wird Alles Licht und Lobgesang. Jhr Schuß ist Jesus und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froHer Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott: ſie sie 189 uden heilgen In eigener Melodie. bitten wir gen stark durch ihn, o Gott! Geift, Heiligung. Geist, welchen Jesus Chris stus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, befehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns feft ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er barm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einan. der lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Er barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! Mel. Kommt her zu mir 190 Bollendet hatte Gottes Sohn sein großes Wert auf Erden schon, und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 137 Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Bruntaltären. 3. Umsonst, umsonst ems pörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jüns ger. 4. Wie Gottes Sonne ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Frrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heiliger durch deines Sohnes Lehre. 191 Komm, fomm, In eigener Melodie. o du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir be mühn uns sonst vergebens hier in unserm Bilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser aller See 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahrer Weisheit deine Werke und im Kamhelles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Beugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Baters Zucht einzig unser Beftes sucht! 5. Ereib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit, so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lange, o so wende unser Leid! Sprich der Seele trößtend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. D du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns pfe gib uns Kraft, wenn Bersuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Heer, bewahr uns unfern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rau ben. Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. Vel. Mein ganzer Geift, Gott 192 heilger Geift, fehr bei uns ein und laß uns deine Wo nung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläus big vor den Vater treten. 2. Du Quell, braus alle Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, schent aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Vers stand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchften gnäd Heiligung. gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 139 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, Mel. Gott des Himmels und wenn wir hier auch darum 193 Heilger Geist, von Gott gegeben, leiden müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfia den und die Trübsal überwinden! 4. Stärk uns durch dei ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns im merfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Her gensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Christum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich, von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele sich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthloß bin, meinem Biele kommen mag. daß ich näher jeden Tag 5. Gib zu jedem guten Wer 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werte meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu dich sehr, o meine wann ich Berbe; zeige mei 195 Geist vom Vater und vom Sohnem von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch meine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaff ne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er geben sei; o so wird mein Mel. Mein Gott, mein Herz 194 Nicht um ein flüch- Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geift Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was bir gefällt, wirkt reinere Bufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wann ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lente träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va ter liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn, seinen Nas men zu erhöhn, seinen Wils len zu vollbringen, müsſe mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich ir gend mich verirrt, o so rühre du Heiligung. du mein Hers, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinautreten; gib, daß ich auf Jefum Christ als auf meis nen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stebe mir in allen Leis den stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis jum frohen Ueberwinden deines Geißles Trost empfinden! Mel. Wer nur den lieben Gott du reines We196 großer Gott, ſen, du haft nur reine Her: zen dir zur deiner Wohnung außerlefen; ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 2. Laß, guter Bater, mein Gemüthe der steten Besse. rung sich weihn; dein Geift vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geift, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meis ner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelfeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beis stand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Šeligkeit! Mel.. Freu dich sehr, o meine 197 Der du uns als Vater liebest, treuer Gott und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bits ten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! Wissen Leben, Kraft und 2. Ohne ihn fehlt meinem Fruchtbarkeit, und mein Herz 142 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und wenn ich je ein Friedensband dem Dienst der Welt ge knüpfen kann, wenn meine weiht, wenn er nicht durch Hand zur Erleichtrung der seine Kraft die Gesinnung Beschwerden kann in mir schafft, daß ich dir Nächsten nüßlich werden. mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. dem 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn träfs tiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeift, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreuft; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich, Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit ges troffem Muth seiner Baterhuld mich freu und mit wah rer Rindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und mirs rechne zum Gewinn, 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meis ner Seelen nicht an Trof und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwert in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach_bir. D so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Das Wort Gottes Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religionen, Gott sei ewig meinem Herzen werth! Heiligung. werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlich Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen WilIen thut! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick Mel. Nun dantet Alle Gott zur hellen Einsicht meiner 199 Von Herzen preif und vom Bösen mich zurück? Du stärtest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das böchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 143 6. Du lehrst mich glau ben, lieben, hoffen, vers fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube feft und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Beladenen und Müden den fichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. wohnst, kann die Bernunft 2. 3um Licht, in dem du nicht dringen; mit Zweifeln und mit Bahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein Unterricht von dir und deis göttlich Wort, den klaren nem Sohn und meiner Seele nicht. Wort! Gott, vielen tausend 3. Wie träftig ist dein Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Hers, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt, Pflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; fie Schuß, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht. Lode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird ges stärkt, der Sünder tief er Mel. Wer nur den lieben Gott o schüttert, der Zweifler wird 200 Dein Wort, ist des vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem From men zum Leben sichern Un terricht. D selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Chrift, wenn er vom Wie derfehn im bessern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schätz ze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geift und seiner Wirkung Stärte! Wer nicht des Glaubens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, vers tündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erwedt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen giöft, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Eröftungen sind besser und mehr ber Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit föstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, 8. Bei diesem Unterricht was dein Wort gebeut, dem laß deinen Geist mich rüh ist dein Segen stets bereit. ren und seine Gottestraft 5. So laß mich denn mit an meinem Herzen spüren! Luft betrachten die Wahr 7. So fann tein andres Buch die Größe Gottes preis sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch deine Rednerkunft wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. Heit Heiligung( Wort Gottes). heit, die dein Wort mich lehrt; laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt, so fließen Troft und Seelenrub auch mir aus deinem Worte zu. 145 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er fannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Grafe leiden müssen. Mel. Liebster Jesu, wir sind 201 Her err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort, lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich füh. Mel. O Gott, du frommer Gott ret und mir, deinem Kind, 202 Soll bein ver. derbtes Herz 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinen Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rühren. der erkennen jener Herrlichteit Gewicht und wie glücklich der zu nennen, der danach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 7. D verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. $ 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: o Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge: verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig bift. balte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll vers stehn, die Wunder am Gejeg, am Wort vom Kreuze fehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren Laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, ber Weisheit gibt, wenn man, sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geift mit allen seinen Kräf ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterfeit und dann der Tag des Herin, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn dir zum Glücke des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke; empfinde feinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edel muth, das Gute zu vollziehn. 8. Spricht sie geheimniß voll, so laß dich dieß nicht schrecken; ein endlicher Vers stand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt uns endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ists bas glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from mer Christ, durch keinen Zweifel tränten, hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deis nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns und hier des Glaubens Zeit. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 11. Verehre stets die Schrift, und siehst du Duns telheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilver langend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt Heiligung( Wort Gottes). 12. Halt fest an Gottes Worl: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch da 203 Gott, heilig fet dein Namund Recht, dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wor tes Schall, wie deine Werke überall, daß Alle lernen, wer du seift: der reinste, allere höchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Sehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Luft. 147 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Danf, Herr, deines Namens Lobgesang. Mel. Mein Gott, und Herr 204 Gott ist mein Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele werth, Unsterblichkeit und Leben: daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün2 den 148 Werke und Wohlthaten Gottes. den nicht verzagen; nein, du verzeihft, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Fren dich sehr, o meine 205 Gott, durch den Mel. Schwing dich auf wir sind und 206 Der du selbst die Wahrheit Gott, zu dem ich singe, Gott, den tein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie er leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, uns' re Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. leben, deine Güte sei gepreift, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er mahnet, straft, belehrt und, wenn uns ein Leiden drüftet, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohl ne üben und nicht bloße Hörer sein; denn wer deis nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. Thäter fein; treib uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, kindlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finsternissen set dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Troft gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre See len ein, laß sie uns mit Nußen hören und derselben 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läffet er bich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig, Heiligung freudig, folgt ihm gern, Voller, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tau sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leicht sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so be Lohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. ( Gesetz). 149 Gefeß. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 207 Herr, bein GeGebot, wonach wir sollen und dein leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz ge geben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werden. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh, laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen; dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer beines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider63 jeg= Werke und Wohlthaten Gottes. 150 feßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ges boten haft, unteusche Werke meiden. Unreinigteit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Ueppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden set, nicht farg und nicht verschwendrisch. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit Lift und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mir auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade werden. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 9. Hilf daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich doch Bö befleiße, das, was ich kann, ses nicht gut heiße; stets zeige Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke, daß ich, o Jefu, Gottes Sohn, stets auf dein Vors bild merke! O heilger Geiß, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude Got 208 Wort aus unse tes Munde, Wort vom Friedensbunde Evangelium! Quelle wahr rer Freuden, Troft in allen unser Höchfter Leiden, Ruhm! Gottes Kraft, bie Glaus Heiligung( Kirche). Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns allen außersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir: in Jesu Namen wird er Ja und Armen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. Derwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend faffen! 5. Jesu voll Vertrauen, will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! 151 Die heilige christliche Kirche. In eigener Melodie. 209& rhalt uns, Herr, Wort; den finstern Frrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissensgwang, so preist dich unser Lobgesang! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit flarem Licht! Ge dem Gewissen nicht. den fremden Knecht, er 3. Die Herrschsucht, die glaube falsch, er glaube recht, vors Richteramt, bleib unter unserm Volt verdammt! Wahrheit Krieg! Gib wi 4. Nur geistlich sei der der Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weis heit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger sein! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt deß Freiheit bleibe ungestört. 4 7. Ber= 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Berbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sclaveret. Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. in feste Burg ist 2100 in unser Gott, ein Mel. Chriftus, ber ist mein Leben gute Wehr und Waffen, 211 Ach bleib mit bei uns aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel Lift fein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. ner Gnade uns, Herr Jesu Chrift, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 2. Mit unfrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Chriß, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so jehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns du reicher Herr; dein Gnad und all Bermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit vers leihe, hilf uns aus aller Noth! Heiligung( Kirche). Mel. Ein fefte Burg 212 err, deine Kire che dantet dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Mach und List und herrsch in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wies der. 153 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Her zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehre. deines 5. Entferne Swietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr kindlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft set, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! 3. Eins ists, was deine Mel. Herzliebster Jesu! Treuen kränkt, daß unter 213 wig, Jeſu deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Bieler Glaub ist schwach, falt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wart ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen. wird dein Wort bestehen und Erd und Himmel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frieden hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen: Du hafts verheißen! 5 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die jederzeit mit Wahrheitssinn dir, Jesu, trauen! Was sie Verträglichkeit. Die Liebe bir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget sie; Gott ist mit ihr! Freuden, womit du beloh. er ist ihr Schup. neft da, wo du thronest. 5. Dann erschallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volt, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. Mel. Erschienen ist der herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; fie erhellt nicht gleich den 214 Lobfinget Gott! ganzen Raum ber Welt. denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang, in harte Sclaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Ver8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoffe nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! treuer Christen Blut! Und 215 Laß doch, o Jesu ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leis den wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glau bensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da würden die Gewissen frei; da schwan. den Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, Heiligung( Kirche). 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren, und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. Mel. Ein fefte Burg 5. Sei du ihr Licht in 217Wenn Chriftus fets bangen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Rummer nieder, ihr Herz auch wieder. so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu ges bieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen! 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, stehts werIn voriger Melodie. 216 Süße die Dei den ihn, des Höchsten Sohn, nen, die nach bir sich nennen und dich, o Jesu vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr: Nichts ist der großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weiss heit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, fein 66 156 Werke und Wohlthaten Gottes. fein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt nur hinweg von Angst und die Seligkeit nicht rauben. Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns dann erschrecken? 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, sie na tel. Gott des Himmels und 218 dem und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich beftehn; Wahrheit kann nicht unter gehn. 7. Reiche dieser Welt ver schwanden, Kionen fanten in den Staub; aber feit dein Reich erstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jezt noch blickt dein Unter than hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Hims melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron In Palästen, in den Hüt ten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 4. Mehre selbst die Zahl mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 157 noch blind vor Gößen kniet; tel. Liebster Jesu, wir find Beig uns allen nach der Zeit 221 Herr, wir stehen Reiches hier vor dir; laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. Heiligung( Heilige Taufe). Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) 219 Do gern ers Mel. Sollt es gleich bisweilen Gott, der ( Nach der Taufe.) freuet, immer seine Huld el. Wer nur den lieben Gott erneuet, weihen durch die 222 auf einen NaTaufe wir dieses Kind, o Vater, dir. men, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. 220 Herr der Mel. Wer nur den lieben Gott du selbst die Tauf befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir, sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegen kamst! 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt dieser 67 Bund 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jest entsag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, fei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich haft du mein gee dacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu fteter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und heis lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch dei ne Gnade zum fteten Ernst der Besserung und leite mich auf sichrem Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. Mel. Wer nur den lieben Gott * ch bin getauft 223 J nach Jesu Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu beken. nen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du haft zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, 224 mi, ir mich Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir ge währt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geift, getaufet! Def sen soll mein Herz fich freun, Heiligung( Heiliges Abendmahl). freun, ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich sein; ewig, Bater, bin ich dein! 3. Jch gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, tämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 4. Dieß, o Gott, ver sprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreis Ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein 159 Gott, erlaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl bu deine Wege 225 Verſammelt hat. die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten noch Lieb und Treu empfahl! sterben und weihte Brod 3. Er sah am Kreuz sich und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o dentet, mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergessen, was jest ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jest, ach, so zärtlich bat! Nehmt 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin für euch geges Denn schon hienieden geben wird dieser Leib, dieß währt die Tugend euch Be Blut; o dentet mein, ihr Lie seligung. ben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier: ftets schwebte liebreich, mild und Hehr vor ihrer Blicken des tréusten Freundes Bild; gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge stiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. D laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unfern Glauben, stärt ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. 2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wantet nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht! Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wantet nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Lugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu hanbeln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dant. Mel. Liebster Immanuel 226 Naht dem Altare, UnsterbliMel. Ein Lämmlein geht che, nahet und feiert hier 227 Daus Barmher den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jeju Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! gigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit voll Liebe eins geladen; du rufft: Müh felge, Heiligung( Heiliges Abendmahl). 161 deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig froh erhebe. selge, kommt zu mir! Ich komme Heiland, ja, zu dir erheb ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Mel. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du siehst, 228 Hier bin ich, Jefu, oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich ver. mag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie start sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! D gib von deinem Todesschmerz jezt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbft; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sichers heit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor bir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu und wirft ein gläubig Herz voll Reu und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünf tig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Bertraun auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich bereinst in 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werte und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich; ich schwöre mühselig und beladen. Gott, dir beständge Treue vor dei mein Erbarmer, würdge nem Tische feierlich. Dein mich des Wunders deiner eigen will ich ewig sein. Du Gnaden. Ich liege hier vor starbst für mich, brum bin deinem Thron, Sohn Got ich dein. tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversicht: lich an; du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schul den abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist voll bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtiger Ruf erhebt, wenn du dich, groser Lebensfürst, den Bölfern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flies Ben! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! Mel. Ein Lämmlein geht 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deis ne Sünden und läßt in sei nem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrof mein Sohn! die Schuld is bir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich er kauft, von ganzem Herzen lieben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch teine Sicherheit dir deine 229 ich und suche dich, vereine mich mit dir; bin Heiligung( Heiliges Abendmahl). 163 bin der Weinstock; bleib an du an mich gewandt! D mir, so wirst du Früchte stärke mein Gemüthe zum bringen. Ich helfe dir, ich gläubigen Vertraun auf dich, stärke dich, und durch die daß ich, solang ich lebe, Liebe gegen mich wird dir mich an deine Gnade halte! der Sieg gelingen. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch meine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit deiner Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und 230 Welt zu Mel. Es ist das Heil uns ch preise dich, Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann mei nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erqui dung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, sur Beßrung Kraft; das hast, du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast überwinden! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deiner Leiden großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir bein beilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. Zum ewgen Leben haft du dich für mich dahingegeben, 164 Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl ers dann nahst du dich der Tu wecke mich, mit Ernst danach gendbahn, dann gehe zum zu streben! Herr, mache mich Altar hinan. dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sün der starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müss Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner leßten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns ge macht! Da dämpfe der Ge dank ans Kreuz, der Thor: heit Luft, der Sünde Reiz! Mel. Gott Bater, an Erbarmen 231 Chrift, eile nie mit sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, bent nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum ftrengeren Gericht! Nein, erst em pfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsaß fest und rein, nicht mehr der Sünde Stlav zu sein; erst gib zurück, was deine Hand durch Lift, durch Trug, Raub entwandt, Bürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Luft; bist du ent. schlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit, 7. Da rühr uns tief bein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Le ben gehn, dem Tode froh entgegensehn. 232 Naht mit mel. Meinen Jesum laß ich nicht Ge müht, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und nie brig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, ber Lie Heiligung( Heiliges Abendmahl). 165 Liebe Thränen, fließet! Wer niglich, stärke für den Himvom Brode jetzt erhält, wer mel fich! vom Weine feßt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärket euch, bleibet rein und gut; dentet Alle: Wir sind Brüder! dentet, Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floßeshin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! 5. Dentet seiner! Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jest genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, dentet an den Menschen freund. Denkt an Jesum, dankt und weint! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flies ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund: und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thras nen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden. Fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Hims melsbürger euch. 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlich, feit hinan. Voll der seligften Gefühle bete Jeder ins 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine 6. Laßt mit heiligem Ge- 233 Voller Ehrfurcht, und Freu müth all uns Altare; wer von Lebenskräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! den, komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbßt, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben sei mein eifrigftes Be fireben! aufs neue, was ich dir, 2. Ich empfind es jetzt Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du den Augen seßen, wie nur du gabst mit großer Treue der daran hat Theil, der ganz dich mir zum Dienste auf deine Stimme hört, mit hin; wieseft mir den Weg Gehorsam dich verehrt und zu Gott und ertrugst den in deinem Dienst auf Er schwersten Tod, mir im Le den immer besser sucht zu ben und im Sterben sichre werden! Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tu gend selgem Pfade fest ein herzugehn, verschafft. du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich dei ner niemals schäme. Und 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Borsag, den ich habe, thätig dankbar dir zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn fönnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je meinGlaube schwach, o so hilf mir liebreich auf daß ich in dem Tugendlauf nimmer wante, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher sig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu beständig ist. Herr, i hoff es froh und feft, daß fie mich auch nie verläßt! Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch le 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theur er worbnes Heil und nie aus 234 Mel. Schmüce bich, o liebe S. chicke dich, er löfte Seele gläubig nach des Herrn Be fehle seinen Mittlertod feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich ha er sein Leben in den bängfien Tod gegeben, bir auf Bet und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genuffe feiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen: eil ihm bemuth voll Heiligung( Heiliges Abendmahl). 167 voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erhes Theil an seinem Segen. ben. Deine Huld ist unerKomm getroft, es ist sein meßlich: Herr, sie sei mir Wille, komm und schöpf aus unvergeßlich, daß ich dich seiner Fülle neuen Muth und aus frommem Triebe tha neue Triebe zur Verehrung tig ehre, folgsam liebe! seiner Liebe. 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder wa ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein ge nießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, Mel. Schon ist der Tag von Gott Ich ge 235 Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ge dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh foll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Ge wohnheit hin, nicht der Betrug der Sünbe, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niebrer Heuchelet, von eitlem Selbstbetruge frei will ich dein Mahl heut feiern! nach deiner Gütel neue Treue; fiehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost ge währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewiss sensruhe schenken! 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir erge ben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich Herr, mit Dank des Bundes athme, will ich dein und heilgen Trank und geloben deiner Liebe mich erfreun vor dir aufs neu der Tu und sie noch sterbend preisen. gend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen und, unwerth seiner Baterhuld, ihn um Verge bung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe fine den. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich gut und fromm zu handeln, sind wir ent schlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beß rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immier meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienft mit ihm vereint das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Mel. Herr, wir fingen err, wir feiern 236 niß. Uns freut das heilige Vermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es sen mit Dankgefühl des Buns des Brod. Wir trinken, 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen die, Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lie ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch strei ten, wie er stritt! Der Men schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der is, der Jesum Chriftum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu des sterben und seinen Himmel bens hohes Ziel. Jesu, hilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir sters ben! Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocknen unsre Thränen ab. Der Chor: 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrel. Herr, wir singen 237 Herr, du wollft fie lichkeit, ihren Glauben, hilf den gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. vorbereiten deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein find sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöfte Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euern Bund der Seligkeit! 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben Seht, wie er dieSünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuverficht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen: ins Gericht kom men, die da glauben, nichtl 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Bfanddes künftgen Schauns, Ueberzeugung fenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf fie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Chriftus, $ ward 170 Werke und Wohlthaten Gottes. ward gegeben für die Sün. der in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Der Chor. 2. Nehmt hin und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Le ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt! 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser hin gegossen; suchteft, fandest feine Ruh. Deine Todes wunden floßen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhrtrinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib und deine Seele lechzte schmachtender sum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern! 15. O wie warst du fürch: terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret ten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. Die Gemeinde. 10. Jefu Chrifti Mittlertod werd in aller Welt vertündigt! Jesu Chrifti Mitt: lertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Him. mel schwingt, Herr, sich unfer stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und ward gegeben für die Sün Dank. 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faffen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Chriftus der in den Tod. Nehmt und Heiligung. 171 und trinkt! Ihr trinkt das Mel. Schmücke dich, o liebe S. Leben! Hingegeben in den 239 Heiland gro der Tod. und Treue, sieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir ge fallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Hergens denn verschmähen? Der Tod. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Luf, nicht Leid laß uns scheiden vor dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen, Herr, du kannst 238 Nimm bin den es mir nicht brechen; denn Dank für dei du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinsugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! 52 5. Nein, ne Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Bein mir immerdar zum Segen sein! 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 172 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Ver langen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deis ne Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden ims mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz fich freuen! Welchen Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weis ter fören, dankvoll, Hei land, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. 2. Ich nehm an deinem Segen Theil, daß ich nicht troftlos bliebe, reicht du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. Mel. Wann mein Stünblein 240 sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich, erbar. me dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut für mich da hingegeben; du starbst, der ganzen Welt zu gut; erwarbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um gang für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mah les Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahs ren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften! 5. Wie? sollt ich diesen Lüften noch zu meiner Schanz de dienen? Ich trüge noch ihr sclavisch Joch? Ich sollte mich erfühnen, den Heis land, der für mich auch Seiland, bes starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böſe haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt ent weihn Heiligung. weihn und den Entschluß, dir treu zu sein, mit Freudigkeit vollbringen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele brochen, 241 Herr, der du dein versprochen. theures für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Male deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden. 173 saß dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon gewas ich heute dir 3. Ich gelob aus trenem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindrn. Ich gelobe dir mit Freuden auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hasseft, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen; nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich in jedem guten Werke; komm und eile mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze blutenl Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunfeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost era quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zufunft, rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der En gel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? $ 3 174 Unsterblichkeit und Vergeltung. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Gute. 242 Vollbracht ist nun die heilige Feier; verkündigt ward von Unsterblichkeit uns dein Tod. Herr, dein Ge dächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! und Vergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner 243 Die auf der Erde Ungst, der du zum Heil die Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. der Sünder selbst mit Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset haft! 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt fein fterblich Herz. O Troft für turze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todes überwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Hims mel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie ges troft durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig feit; wann meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod Tod. Mel. Was Gott thut, das ift 244 Nu ur kurz ist hier mein Aufenthalt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entfräftet werden. Berrüttet sinkt, wann Gott mir. winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich felbst bin nicht des Todes Raub ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. 3. des Was fürcht ich denn Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Gras bes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. OTag des Danks, Wann Mel. Jesus, meine Zuversicht wirst du meinen Bliden 245 Wie im Herbs ste fällt das Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zers stauben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Grabes Schooß, jedes Erdenkummers los. das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so piel, tein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wenn alles andere scheitert. 175 Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held die Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig; du wirft siegen. Nur dets nes Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank, dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland isi dir bekannt: o sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein Unsterblichkeit und Vergeltung. 176 Mel. Alle Menschen müssen mein Uebungsstand; jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenſeits überm Staub 246 Dir zu leben, beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Jrrthum nicht für Wahrheit wählt. dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen, diese Gnade wünsch ich mir, sie er bitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich fireben, frei von Wahn und glaubensvoll und ge recht vor dir zu leben und zu leisten, was ich foll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lich tern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaus be. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 3. Allen will ich nütlich werden, ungehorsam feiner Pflicht, nie ein Aergernis auf Erden, auch nach mei nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu flieb, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz vers stocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlich keit zu sehn. 5. Daß 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Chrift Eingang in den Himmel ist. Tod. 5. Daß auch, was ich hinterlasse, nie zur Ungerech tigkeit, nie zu Bank und bitterm Hasse meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist mir verbors gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 177 glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken, laß meine Seele fehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge= danke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth. So ist, obgleich ich sterbe, doch sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet Mel. Balet will dir geben 247 Bern will ich meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser, meiner Seele, der du die Liebe bist. mich ergeben, dich zu verlassen, Welt; ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was mel. Wenn wir in höchsten Nöthen wärs, was mich betrübte? 248 Wie sicher lebt Mensch, Dort schau ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 6. In den letzten Augen blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen befehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner legten Stunde, mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub: und dennoch schmeichelt er sich gern. der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk $ 5 in Unsterblichkeit und Vergeltung. 178 in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens lleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gottes Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und. sich vom Bösen kehrt, ein gläubig von erfüllt: dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott, wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Wert von dir! 10. Der Zweck, zu wel chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil ver schafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein: 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei: 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: G ist vollbracht! tel. Wann mein Stündlein für mein 249 Du wirst, o Bas Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir, erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine höch Tod. höchste Luft an meinem Heiland habe und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe. Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen. 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenn du willst, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und Gnade wende und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt vom diesem Leibe sich getroft und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben, so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alles zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Chrift die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen, dann guter Bater, rechne du bieSchwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht denken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müff' ich dir nur sein, dann bin ich, Gott, 179 mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Too nur mein Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie du wolleft. Mel. Wer nur den lieben Gott 250 m Lob erhe im Tod ben, selbst nah am Grabe preif ich dich. Zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg nest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt: ich eile hier mit fedem Schritte entgegen einer bes sern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, mein Heiland, starbft? Er ist 56 durch Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir ers warbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mit den legten Schrecken bräun; du halist mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sint ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 5. Deine schonende Ge duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Beffe rung für mein Hauptges schäfte achten und nach meis ner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete 251 Gericht 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich deiner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 2. Schnell und unaufhalt bar fliehn die mirzugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der künftge sein? 3. Laß mich bei der Flüch tigkeit meiner Tage nie vers gessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszufaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gna de mir verleiht! Mel. Jesus, meine Zuversicht err, ich hab aus mir zum Heil noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig set, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wint mich ruft! Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei und ich reif zum Himmel werde! Na het Tod. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! Mel. Dein sind wir, Gott 7. Den Trost, o Jesu, 252 Mein Leben steht dank ich dir; du brachteſt in Gottes ihn vom Himmel mir. Du hasts verheißen: ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 181 dein Wort: Gott, unser Hort vereint uns bald auf ewig dort. Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, sowie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. Jch nüße mit Zufrie: 253 Mei eine Lebensdenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. zeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu les ben habe! Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld, Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürs ger der vollkommnen Welt. Den Meinen fag ich auf 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. $ 7 5. Daß 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. 5. Daß du dieses Herz mache du mich stets bereit erwirbst, fürchte Gott und hier in der Zeit zur Ewig bet und wache. Sorge nicht, feit! wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun I 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die weil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe, dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenten; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. mir in Gnaden an, wie ich recht selig flerben fann!! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; die Blume muß gar schnell verblühn. Drum 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so mag es nahe, ferne fein: Die Erdist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, so gilt mir gleich und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 255 Wie wird dann dann, o mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr ents weiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und ers Tod. 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! erwähleschon hienteden, was dir dient zum ewgen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchters lich! Ins Allerheiligste führt bich der Weg im finstern 256 Beben zu meiwel. Christus, ber ist mein Leben ch geh einst ohne Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, Ueberschwänglich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. nem Tode hin: denn Chris stus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Bater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fein vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterbtichkeit, wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitges 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunleln Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ift. 5. Dann eil ich dir ent gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Wann mein Stündlein 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn meine Zeit o wann ich, von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End empfehl Unsterblichkeit und Vergeltung. 184 pfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Un ruh zaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Lei den und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. Mel. Herr, wir singen deiner 258 Zelig sind des Himmels Er ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Aufer stehung eingeweiht. Nach den leßten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh! Gelobt sei Gott! Vor seinem Thron, zu sei nem Sohn begleiten ihre Werke sie. 3. Jch bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund In eigner Melodie. in Lodesnoth und Schmers 259 Was forgft ängstlich für du zen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff nung hast du mir durch deinen Tod erworben. dein Leben? Es Gott ge lassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar als ein Glück befizen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch dich zur Weisheit zu ers wecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 4. Weil du vom Tod er: standen bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Ster ben mir versüßt; der Tod tann mich nicht schrecken; er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. 3. Ermattest du in dei nen Pflichten, so laß hen Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Spricht: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine 1 Tod. meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reis gen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen were den, du dann dich nicht so sehr betrübst. 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tag bald, bald erlösen, er ists, der mir die Krone reicht. Dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Dent an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um Mel. Wer nur den lieben Gott reich zu ſein? Heil mir, 260 Wer weiß, wie wenn nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende tann kommen meine Todesnoth? Gott, gebe dann mir Kraft und Muth 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Fres chen; doch endlich kommt er sich zu rächen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur, Zeit der Schrecken; wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod so lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. muth und machs mit mei: sei auch Vater mir im nem Ende gut. Tod! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, sint, eh ichs dente, fraftlos bin. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Him mel auf. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß; denn je ner ernste Augenblick bestimmt mein ewges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sagen kann in allen Fällen: In voriger Melodie. Herr, wie du willst, so schicks 261 Noch leb ich. Ob morgen le daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt, so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christ willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkomm ne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth, drum 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth und machts mit mei nem Ende gut. be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sintt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers denkt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell ent fleucht. 3. Ent 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Beit des Eins tritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letter Odem vb. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der leßte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Nerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? D Mensch, ach, säum im Nur 262 Wald in tiefer ist Weisheit und ist Pflicht! In voriger Melodie. er weiß, 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck Tod. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Beit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals bei ne Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augen blick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nüße redlich meine Zeit und seh mit dir er gebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen Unsterblichkeit und Vergeltung. 188 schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhize mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchfter deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst vielleicht zur Mitternacht! Owohl dann ewig dem, der wacht! Mel. Was Gott thut, bas ift 263 und Grabl ch bebe nicht vor Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöft der Tod; der Augen: blick des Scheibens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Er gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft dal Lafter sieget, bis der Ver geliungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla geschweigt: Der Jubelsteigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saal der Leiden. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unster Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, be freit den Geist! er muß allen Frommen als Engel Gottes kommen. Auferstehung. In eigener Melobie. Zu versicht, lebt 264 Jefus, meine und ich soll mit ihm leben Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Lo desnacht mir auch für Ge danken macht? 2. Jesus, mein Erlöse lebt! Ich erwarte mit Ver trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mit denn grauen? Läsfet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, bat für Auferstehung. für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirft du des Todes Raub, du, mein Geist! D selger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zusich erhebt! 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch seinen Retter kennen: und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein: ich, ich werd unterblich sein! 189 9. Wo ist dein Triumph, o Tod! Nimm den, Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geift von dies ser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! 8. Seid getroft und hoch: erfreut: Jesus fennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wie der, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! Mel. Wer nur den lieben Gott 265 Freit geboren, für eine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für dieſe Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him mel wäre, für meine Wüns sche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Ruh, er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnfucht Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhern Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, mag es hier sich freun, dort kann es nimmer glücklich sein. und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auf erstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. In voriger Melodie. vernichten, erhöhen, die man 266 Der Lenzerfreu was da lebet; er bricht des Winters Fe seln los; der Blumen schö ner Flor erhebet verjüng sich aus der Erde School und freundlich lächelt a mir zu: Unsterblich, fre dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Luft mit zu: Unsterblich, freu dich Mensch, bist du! 6. Jsts möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Ulebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube; dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich töbten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen 9. Jhr Thäler sinkt! Fallt Berge, nieder! Mein festa Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe, doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben un Wünsche, die die Welt nic stillt. Heil mir! Sie bit gen mir ein Leben, wo fid des Höchften Rath enthüllt Ja, Himmelsahnung ru mir zu: Unsterblich, fre dich, Mensch, bist du! In Auferstehung. In eigener Melodie. 2. Du, zur Unsterblich267 Auferstehn, ja, teit erlesen, schwingſt dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterblich Leben, wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 191 2. Wieder aufzüblühn, werd ich gesät. Der Herr der Nerndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann mir sein. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der Müden Pil ger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligthume zu feines Namens Ruhme! Halleluja! 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier fein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ja, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz ver schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Wer nur den lieben Gott 268 War arum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken Mel. Jesus, meine Zuversicht an das Grab! Nicht dich 269 Selig, Jeſu, find seine Höhle! nur deine Hülle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. nun schonim friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Les bens Kron erstritten. Endlich aber der uns auch so, wie sie, zu Gott! 270 3. Du, du selber lebteft hier vormals auch in Pilgers hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl au nüßen, und beim zu Schluß der Pilgerschaft wol left du uns unterstüßen. Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, bir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöß uns jest den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampfplaß nun zu den Tod ten Gottes gehen, wollst mehr noch an uns thun, als wir bitten und verste. hen. Auch für unsre To: desnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! Gericht. In voriger Melodie. mmer näher tommt bie Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, da der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Al les, Alles klar, wie ich leb: te, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Rich ter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler fle hen dann und beben. Heis. lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenle ben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin nenfreuden schmachtet, und des Geistes Wahl versäumt, Menschen quälet und vers achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmer dort Gericht. dort am Gnadenthron ers schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis fein großer Tag er scheint! 7. Laßt uns nur gewissen. haft stets nach Gottes Willen handeln, eingedent der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu ſein! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 Wenn ich auf Gottes Wegen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, sein Gericht ist unaus bleiblich! Strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Ge193 selber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren, nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Gnade wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, Betrübte sehn und nicht erfreun! 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt thr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt. Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit. 8. So duld. 3. Oft will ich zu mir Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Rich ter, wenn du einst den lebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst, Dann wird der Fromme fich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, 273 erfreun! auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen tann. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 bem er hier err und Richter 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir, solche Lobgesänge dir! Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter zu mir! Nimm an mei ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Him mel zu. Führ auch mich einst dahin ein; nur der Deine will ich sein. In eigener Melodie. chon ist der Tag von Gott be stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got tes Händen nimmt, nach kommt, er kommt des Menschen Sohn, er kommt und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden be fannt, unzählbar wie bes Meeres Sand, hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. 5. Folgen will ich deinem Hier ist zur Buße nicht Wort; hilf mir gnädig da- mehr Frist, hier gilt nicht rin fort, bis mein Lauf, mehr Gericht. 195 mehr Betrug und List, hier Met. Straf mich nicht in deinem gilt tein falscher Zeuge. 274 Herr, ich bin dein dein ist auch mein Leben. mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gege: ben. Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwar: tungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgiam war; von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: fürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Froblockend ziehn fie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, feinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, feine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken; es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. 2. Einst lommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, dann soll ich zur Rechenschaft vorgefor dert werden. Dein Gericht schonet nicht. Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! Gericht mir vor Augen 4. Möchte täglich dein schweben. Möcht ich mich iets meiner Pflicht treu zu sein bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen sebe, nie sie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einge denk der Rechenschaft, nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Zeit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: Befferst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufges nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 275 GT Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Bein wird seine Scele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit, wie viele sei ner Stunden sind in dem Dienft der Eitelkeit verges bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt: o welche Neu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Er dengut, worauf fein Wunsch sich lenket? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, wo mit er Andre kränkte? Ge beugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernse Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in Du bist ein Üebelthäter! Von Gott und Seligkeit verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. D Sünder, fichre Sün der, eilt. euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, eud durch den Wahn bethören: zur Behrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt was Gott euch droht, be zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung raw Das fünftige Leben. 197 rauben! Jeßt noch will Gott schon, ihren Retter zu ers Erbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade! heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. Das fünftige Leben. In eigner Melodie. 5. Vaterland verklärter 276 Alle Menschen Frommen! Heil, Unsterblichfeit und Ruh, was kein Sterb: licher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott de nen, welche hier geſät mit Thränen, alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröftung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in stümmernissen, bie ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. müssen sterben; thre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt; denn nach die sem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Troft entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Je sum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah res Leben; Millionen fiehen Mel. Wann mein Stündlein 27 277& in Bilgrim bin ich in der Welt, 38 und Unsterblichkeit und Vergeltung. 198 und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reist mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimzeit und stärket mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei ne bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er feh le? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig fein; dieß meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu dei ner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. mels Herrlichkeit, den gro ßen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un ter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird meiu Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 3 ist noch eine den für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich die ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so ein geschränkt, als hier auf Er den, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen fang ich das beßre Leben an, wo nach der Laßt, die mich hier drückt, der Freu den Fülle mich erquict. 3. Wie Mütter ihre Kin der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Uebungs zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen: da bringt mein frole 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage, so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit meinHaupt zum Schlummer finket, so sterb ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Him. Das fünftige Leben. 199 froher Lobgesang dir selbst mel. Beuch ein zu deinen Thoren für dieses Lebens Plagen mit Regung Dant. Froh jauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, ge krönt von dir mit Preis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich daß zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig mei nen Geift, daß er dem Un muth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen ihue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst volkommne Seligkeit. 279 ch hoff ein ewges eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das he gehofft, umwölkt der Haß der Welt; dort aber fie Vergnügen, wo sie den wird sie siegen, dort ärndtet Preis erhält. Schande. Zwar geht es oft 3. Dem Lafter folget wande, gekrönt mit Ruhm in Geund Ehr; doch wird den mit Schrecken aus seinem Bösewicht gewiß ein Tag Taumel wecken; dem Tag entflieht er nicht! ben! Kann meine Seele hier 4. Ich hoff ein ewges Lesich schon zu Gott erbeben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun, so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klagen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 sehn Unsterblichkeit und Vergeltung. 200 sehn. Gott leitet und regie: ret mein Schicksal, wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth zu überwinden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich flerben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von bes sern Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewig feit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben: mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben.. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wi schest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, deine Knechte, teine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heis ligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lau ter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern, da wird sie ganz besungen. Hel ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir dros ben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und une Das fünftige Leben. 201 unfre tausendfache Luft an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, fein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 2. Wahr ists, der From me schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihni werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächften Schuld in Kummer und in Ungeduld. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den un Mel. Wer nur den lieben Gott 281 Nach einer Brü aussprechlich großen Werth; Gott werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. turzer Tage erwartet uns die Ewigfeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. gu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 4. Hier, wo die Tugend öfter glücklich ist; wo man öfter leidet, das Laster des Bekümmerten vergißt, den Glücklichen beneidet und hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gots tes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Breis und Dank die 35 Schick 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, daß er würget und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dant bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch fegnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zur Ewigkeit! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie unaussprechlich seg lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen Das fünftige Leben. 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhab. ner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hin gegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der From: men mit dem Ernst, dahin 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehen; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einft zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfeble, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 6. O wer sollte sich nicht Mel. Schon ist der Tag ſehnen, aufgelöst und dazu 283 inft, freuet euch, wo nach Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Luft verkehrt, die forthin tein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so töstlich sei, ists doch nie gang von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Eblen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum jeten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie, sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod tren suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! lohnt wird einst der Tugend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beffern Leben. Be4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgefang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster, wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Mel. Der unsre Menschheit 284 Unsterblichkeit! Bestreben der Jugend ed len Saamen streun; dort wird die Aerndte uns erfreun. sterbliches Gebein wird, ErHoch be, deine Habe. schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geift empor zu jener Welt. Unsterblich keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit hos hem Muth, mit Gottestraft hum Tobeskampf belebet! 285 Wner Geligkeit Mel. Schon ist der Tag von Gott oft zu Seligmein Geist empor sich schwinget und über sie schon hier erfreut dem Herrn ein Lob lied singet, dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Le bens Last, die sonst so oft ermüdet. Fühlt des Gedankens feit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht; wir, mehr, als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins erster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, ber ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Tris umphlied ein. Nur unser 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend lie bet. D Vorschmack jener Himmelsluft, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnt du mein Vertraun vor det nem Das fünftige Leben. nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vors schmack schon im Glauben läßt genießen. 4. An Renntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streis ten. Und diese hohe Se ligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauch zend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. 205 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last und gürte dich zum legten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab mit aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer turzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, fein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen feine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpft du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, tennst keine Noth, tein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilft du Mel. Mein ganzer Geist, Gott trinkft stündlich neue Freu286 Wie freu ich mich von Welt zu Welten hin, der Wonne zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoff nung neu beleben! den. Reiner, feiner fühlst du immer, wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück, dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da fein 37 Grab, Unsterblichkeit und Vergeltung. 206 Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Droben toben keine Engel, Freunde, Brüder üben 287 Drott, bei dir, Mel. Sei Lob und Ehr dem er FreudenQuell ewig sich mit dir im Lieben. ist, dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße was mich mit geben, reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö ße kennen und mit vollkommner Zuversicht dich mei. nen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist dann sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner ba, mich freun! wie felig da mich füblen! 6. Hier nähret oft zu sei nem Schmerz statt eines Freunds das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augen: blick sein treuester Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drü ben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, beimzugehen! Ges banke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe se hen! Tröftlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben haft, froh bis zur Wallfahrt Ende. Was sie sonst schwer, jest ist fie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd thre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, sie mit Himmelstraft beleben! 4. Noch größre Werke sch ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein ents zückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das künftige Leben. als hier, verstehen, dir dan ten, daß du mich den Pfad der Tugend hießeft gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Luft, sich leis ner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, ich werd dort ihnen zugefellt in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück, währt da in Ewig: teit. Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Schon ist der Tag von Gott 288 Bergelten wirst du denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem 207 Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle jede Pein durch eigne Schuld zu tragen, die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmen flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höher Glück als wirklich vor sich siehet urd doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen, und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit Leidenschaften und gegensich erfreun und Wuth der seitig sich zur Last, weil je, der nur den andern haßt, zur ewgen Marter werden! 6. Und Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 6. Und wer in dieser Lei bensnacht sein Unglück ganz empfindet vom Lasterichlafe nun erwacht und sich doch fraftlos findet zum Stre: ben nach Vollkommenheit: D, Qual für eine Ewig teit liegt dann in dem Ges füble! 7. Das ist das Feuer, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammers sohn des Schmerzens! O Va ter, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so fammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen! 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich thum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß besigen? Nur fie währt ewig, sie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend. Mel. Gottlob, ein Schritt zur ollendet freudig denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürch ten. 2. Die stille That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. D welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ges banken sind bestimmt, be lohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäkig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Gerings sten sich erbarmte, was ihn brückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden er quickte, das siehet der Ge rechte an, als hätt er sob ches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugend hier dort haft und rein uns wandeln uns Gott Bergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, bort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. 289 bleibt, Chrifien, Gott er geben: einst wird vergolten fede That in jenem bessern Leben. Der Fromme har ret wonnevoll des Richters; 00000000 Bweite panlispas dan dis Bal 790 idiot, 7901 3 weite Abtheilung. 390 1002 101 se Hod dvig diseran drim do minim mtimindr STA Lieder über mst blablasting mou defens one ng init sollturt Smiy 381 Tou inli spidie christlichen Lebenspflichten. Mel. Schon ist der Tag 290 W er Jesum kennt, ver ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins 3wed vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit feinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, bem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Hers, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und 209 Gesinnung und Leben des Christen ima Allgemeinen. S 15100 in Lingro anch freuet sich auch wieder, wenn ihnen nach des Rummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er tann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Laft der Sorgen brückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Bater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Abers glaubens frei mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Ge legen 210 Gesinnung und Leben des Christen legenheit, den Vortrag heilger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein, als Christ stets denken, handeln! umhüllt von dunkler Nacht ist immer noch nicht aufge wacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Duns felheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Froh gefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn und dankbar sein. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Empfinde deinen wie dein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts versäumt. hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was bein Gott dir gub, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du folft ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. D sich umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist, 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erden glück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Chrift, ein wahrer Chrift; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglau bens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. D Weisheit Jesu, leite im Allgemeinen. leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu sein. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich er freun und meines Geistes Zierde sein in Ewigkeit. 211 durch Werk und That su sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich säte hier für das künftge beßre Leben. Laß mich, reichlich Samen streun und mich dort der Nerndte freun. In eigener Melodie. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 293 W Glauben, deſ292 Fern sei uns der Irrthum, fern, daß auch diese Chriften wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleichgesinnt, nicht der Tugend Freunde find! sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich mit dem allein zu trößten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist. 3. Schände nie, wer Jes sum kennt, Jejum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen Eifer raube, Christ 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht: der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht. 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, ges lind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut. 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz sich Gesinnung und Leben des Christen 212 fich blähet und seinen Näch sten nie verlegt. 6. Der die Verehrer Got: tes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält. 7. Der nie zum Troße der Gefeße auf ungerechten Wucher leiht und durch ges recht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz er freut. 8. Der die Bedrängten und die Armen erquict, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott, erbt beines Himmels Freu den, der ist dein Kind, der ist ein Chrift! 294 Mel. Fren tich sehr, o meine S. öchfter, dent ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich bich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt und dich, der mich so geliebet, mit Vergebungen betrübet. Geschäfte beines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Ret tung von dem Schaden met ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich ge than! Nimm mich doch ers barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Grade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ge beugter Geist deiner Vater huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie man chen schweren Sorgen mach: test du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir! O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns 8wed vergessen! im Allgemeinen. als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bes streben! Mel. O Gott, du fremmer Gott 295 Gott, du erforscheft dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, tennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir, erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich! 2. Ich bin ein Chrift, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und tamen die Werte, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Chriftum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ges weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Un terricht gebeffert und er freut? War ich, was er be 213 fiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige be dacht? und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräfs ten zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und angefacht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und thre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids eble Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedräng ten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie ver theibigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Ule bera Gesinnung und Leben des Christen 214 bermuth, des eitlen Stol zes Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Mißgunst und dem Geiz? die 9. Hab ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jefu gleich, mir zu schaden suchten? be herrschet stets den Born? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden 3ank und Streit? 10. Alwissender, werkann wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werten! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. 296 We In eigener Melodie. Zer Gottes We ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie Herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Luft, ist seiner Tugend fich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, wird in der Schwach. heit start, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereun, und firebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn ha ben; als Christ, bei Weni gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geis, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth erfreun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig ſein. 6. Er kränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, Er ist nach sein Leben. Jesu Sinn fiets willig zum Vergeben, voll Achtung eb ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu be stärken; er muntert alle auf zu guten, edeln Wer ten. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil und dentt: Wir haben ja nur Herrn, Ein Heil! Einen 8. Das im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewigfeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet je den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigner Melodie. 297& s hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorfag dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich dei ner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich bir, mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu mei nem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst imSchmerz dir kindlich noch vertraun. 215 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, 0 Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jefu, Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir tamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Troft und Liebe weihn! 6. Mit warmen, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu näßen mich bemühn; zu großen Zwecken war dieß Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufsublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Leben des Christen gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird, blick ich zu dir; bu wirst mir Muth verleihn, tein Opfer, das die Pflicht ge beut, zu scheun. jahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzei hen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, dir ift seis ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir belehrt. Mitten auf dem Sünden wege machst du sein Ges Wohl dem, wissen rege. der zu seiner Pflicht ums tehri! Den verwirft du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Troft und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freu de schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen haft. 298 Mel. He Menschen müssen ch erhebe mein Gemüthe sehns suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Les bens, Reiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, dei ne Wege; zeige beinen Wil len mir; leite mich die rechten Stege, daß fein Abweg mich verführ! Gott, du sies hest mein Vertrauen! Sis cher kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 6. Herr, zu was für Se ligkeiten du in jener besſern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund macht du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich 3. Ach, gedenke, Herr, heilig vor dir leben, treu der Sünden meiner Jugend sein meiner ganzen Pflicht! Reine 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Biele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle bir jetzt mein Herz, das findlich zu dir fleht; gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland. im Allgemeinen. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt ich meinen Gott 299 Bilden soll ich mich auf Er den, Gott, für deine Ewigfeit; hier in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einft dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, konnte träg und sicher ruhn, suchen glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerſtreut! 4. Gott, wie war mein Geift verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge nügt zum Heil entflohn, wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. Zu befrein mich von dem Hange meiner sündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen, eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. mel. O Gott, du frommer Gott 300 Ich blick emport bir, bu Ewi ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gefeß, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz, du weist, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, der du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, die so tief verborgen schlies fen, K 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel. vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. Mel. So fliehen unsre Tage 4. Nun schau ich pris 301 Mein Herz, Gott prüfend hin auf die durchlebten Tage, sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. Vater, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 5. Der Eble, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gesät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht. Den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht. für turze Lust oft bin. 7. Jch unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden durch Weisheit und durch Muth gestärkt zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, durg Luft und Eitelkeit, die, Hei liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt bir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft und Huldigung. 4. Verwirs, verwirf mein Flehen nicht: sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht, mein Va ter bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ge sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mit zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glau ben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. 7. Hilf, daß ich sei im Du wirst dem Schwachen Leiden fest, durch Hoffnung Kraft und Hülfe gern ge- und Geduld; mein Trof währen. Mit neuer Treue wenn Alles' mich verläßt, will ich deine Wege gehn; sei deine Baterhuls! 8. Hill im Allgemeinen. 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich fann, zu dienen willig sei! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih: denn du verzeihß auch mir. 10. Dich, Gott, verehren sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dieß, dieß ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 Mein Gott, zu dem ich wei nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jeßt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Les 219 den, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Luft mit ihr, riß meinen frommen Vorsaß nie. der und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz: betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jett ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich; du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade fins 0 R2 anden, 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den; du, meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll bir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Bes fehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: erbalt mich, Herr, auf ebner Bahn! Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glau ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleis sches Lüfte dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! D so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Chrißi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neis gung zu bezwingen; wie kann euch der Sieg erfreun! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte scheuen, ift der Welt, nicht Christi Geift. Wer ihn haben will, der fann auf der Tugend rauher Bahn nicht in fichrem Stolze leben und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit die Versuchung wachen, fich die meislich fliehn, Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich be mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt, Mel. Freu dich sehr, o meine S. 303 Saffet, ichaf fet, Menschenfinder, schaffet eure Seligfeit! Bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit! Unverweilt befehret euch! Ringet nach dem Him melreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen dieß nur wollen und voll bringen im Allgemeinen. bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getroft im Streit! Schont der lieb sten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück wird einst erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geiftes Waffen, meine Selige teit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, lebre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hi nir die Sünden ernstlich affen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu und bir, Herr, wohigefällig sei! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, besfre deinen Sinn; fall detnem Gott voll Reu zu Fuße: sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei als Gottes Kind ihm folg: sam, ähnlich ihm gefinnt! 3. Bezähme fiets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Goft erweckt durch seinen Geist; flieh, flieh die Lüfte dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend! beut die Hand dem Unterdrück ten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abicheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wer ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung gelob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! R 3 Mel. 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gatt Bater, an Erbarmen 305 So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich, vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Bernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuevoll; doch verzage nicht und faffe Muth zu deiner Pflicht. 3. Doch hüte dich vor Si cherheit! Denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann beß'r ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beffre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. 4. Wiß, der jest liebreich bir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, finkst du ins Grab frech von bes Lafters Pfad hinab! 5. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. Mel. Wer nur den lieben Gott As, mancher von 306, Gott, wie den Tagen der mir beschied nen Lebenszeit flob schon bahin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ges lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte fich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im mer reinen Dantes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll, und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folg te Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Güns den unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand au besserer Gesinnung hin, bis im Allgemeinen. bis ich ganz frei von Fehlern bin! Mel. Gott, du frommer Gott 307 Wi illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz betämpfen, Begierden wieder stehn und seine Lüste dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg, und dem entsagest du? 3. Jft deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräftten selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Geligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 223 Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vers nunft, und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh len, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Jst ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat die wahre Heili gung? R4 10. Jsts Gesinnung und Verhalten des Christen 224 10. Its gnug zur Seligkeit, des Glückes der Ere lösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Wert, als deine Selig feit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Jst keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut, das Lafter höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. dein hier versäumtes Glüd nicht ewiglich bereun! 15. Entschließe dich bes herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort, jei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. und läßt dich sein Geset erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch feinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück Ein Mensch, beschieden. der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leis den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu wahren Freuden, macht bei ne Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weiss heit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dies kein Glück, mit ruhigem Ge wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein im Allgemeinen. 225 gnädig meine Schuld und heile mein verwundt Gewissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und Mel. Wer nur den lieben Gott 308 ie theuer, willig dir gehorsam ſein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! dem Genusse sein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? deine Güte, die alle Misse that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst ge liebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuver sicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht ficher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Er den, die mir zum Heil gee geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! Am allgemeinen Bußtage. 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Behrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er el. Herzlich lieb habe ich dich noch liebt, was dir miß- 309 Gott, der du unfreZuflucht bist, fällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? Herr, unser Mittler, Jesu Chrift, Geift Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns R 5 nicht 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch bebarrt, da für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergib mir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergib, das has sen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! 226 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Angesicht und geh Wort verheißt, sei Licht auf mit uns nicht ins Gericht! unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahr heit Glück, zu dir die Ir renden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gib Geift und Kraft zu deinem Wort! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen, o fieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen fomm auf unserLand! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Bater, wolleft mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir, und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war; schent uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures 5. Auch die Regenten lente du, daß weise fie, in sichrer Ruh, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, seis nen Kindern, Schuß und Glück! D schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in dei ner Hand ist unser Land bes glück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung flebt, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranten Linderung und Rub; die Sterbenden erlöſe du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Ver folger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu dei ner Herrlichkeit! 7. Du im Allgemeinen. 227 siehst du mit Gnade an. 7. Du thust weit mehr, sucht redlich zu erfüllen, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Le ben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst, o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! Mel. Bestehl du deine Wege 310 ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie felig bin ich dann. acht ich aller Feinde! nimmt sich meiner an. Was Er 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube feft, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwach. heit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht; den, Herr, der deinen Wil len, so gut er immer fann, 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Bein; du lenfft sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Rein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Vatertreu vermindern oder rauben; Nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? TrübK 6 fal? 228 Gesinnung und Verhalten des Christen fal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärndten SeHunger? Blöße? Tod? ligkeiten. Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der michgeliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 9. 3ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, vers liert mein Kummer sich. Mel. Wann mein Stündlein Deß ist mein Herz vol 312Jch weiß an e wen mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt ich mich 311M eines Herzens reinsteFreudeist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Slauben ehre, jederzeithocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, hält; tein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben. 2. Mein Leben ist ein kurs zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum ew gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt, du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. O Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich alles, was ich hier nur suche undnicht finde. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glück, auf Ewig: feit im Allgemeinen. feit undHimmel! Kurz ist der In eigner Melodie. Erde Herrlichkeit, vergänge alles 313 Mich laß Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beichwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künftige Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt, dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 229 Er hat sich für mich gege: ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich feſt an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir erstreben, und das matte Herz nun bricht! laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Je sum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach die fes Lebens Müh will er R 7 ewig 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der fie gang erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr bes raubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ihn nicht! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 314 Wa as wär ich ohne dich ge wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und engsten außerlesen, sländ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge tund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag, ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unrub im Getümmel und hoff nungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus fich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! mit ihm bin ich erst Mensch geworden, das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben wird zum die Freundschaftsbunde; ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tau send Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versam melt find. 5. D geht hinaus auf allen Wegen und holt die Frrenden herein! Reicht je dem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glaus ben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin im Allgemeinen. Blinde, von Reu und Lust zugleich entbrannt. Ein jedes Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Geseß wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er ver. nichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberreft. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschenjohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 231 10. Noch steht im wundervollen Glange, der hetlige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, sog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Treu ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. Mel. Kommt her zu mir 315 So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligfeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein un aussprechlich Heil, an bir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geiftes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der S: ligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß weiß, ich werde leben und ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erfreun und mich mit Troft erfüllen! in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig sein. bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das UnAlles um glück stürmen! mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be schirmen, der für seine Kin der wacht. Wenn ich bier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Jesus, meines Leben, Leben ( chweiget, bange 316 Seitete get! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet set. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten: Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Rub auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne tennet, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Rummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum 317 Wer Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. Mel. Auf Chriftenmensch! er Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, tie durch den Glauben sieget Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glau: ben ist er mein. Ja, ich 2. Der Glaube, den fein Wort erzeugt, muß auch bie liebe zeugen. Je höher bein im Allgemeinen. Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz nnd macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Chrift und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehors sam übe. Wer die Gebote bält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Mel. Jesu, meine Freude 318 Wie ie getroft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geift! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquicklung fehlen. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht, ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bes decken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, bein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern. 4, Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sint ich oft noch nieder; du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärker, als der Tod. In eigener Melobie. Herr, und ich, ich sollte mich 319 Wie 319 Wiewohl ist mir Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Troft, mein Heil bist du. Bei dir ver geß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden génieße ich vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden, wie könnt ich jemals muthloß werden? Du, du bist überall mit mir! freuen, bir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitel keit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes bringen, dort dein Lob zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgt für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost, ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zu sammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich sum Freunde habe, fann über Tod und Grab mich freun; denn im Allgemeinen. 235 denn ich gehöre zu den Dei- warne meine Seele, daß sie nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich flagen: wer wo Jesus verzagen? Mein Freund it mein und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam. 320 Dir ergeb ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir fündenrein hier auf Erden sein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Jrdschen hin, o dann nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Chrift sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich Himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb, laß mich machen und mit Beten kindlich vor den Vater treten, so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier tein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich dich nur nicht ver lieren! In der Trübfal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste haffe, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu beinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht; dich, den Lie bevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu wer den, sei mein höchstes Ziel auf Erden! 321 Mel. Gott im Himmel und auf refum ewig zu verehren ist mir süße, heilge Pflicht; seine weißheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. In eigner Melodie. 2. Sollt ich den nicht 322 Gins ist Noth, und, dankbar Herr, dieß Eine ift, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Laft, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. G wohnet tein Friede im Reich der Natur, die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte. 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband, der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren such. ten: 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit bir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weis heit Fülle. Du nur zeigt, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille im Allgemeinen. Wille niedrer Erdenlust ent rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. In eigner Melodie. 4. Mit Bergebung meis 323 Daß ich der Tuner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchften, in Gnaden. Faut, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel erseßt mir, was hier ich verlor. gend Höh erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;- ach, Gott, erhöre mein Gebet!- nur darum bet ich, flehe, weine. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In bir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie follt ich nach dir mich zu bilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 237 Erden, entsündigt, geheiligt dir ähnlich zu werden und, treu dir zu bleiben im Les ben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siebe, daß ichs reblich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge rufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm tein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reist, verlaffen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual umfassen? macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe wintt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge! und Judäa frönt bich knieend vor dem Königsfiße. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, bligen! Er, er wird mich schüßen. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich in's Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermütden, und überwindet als ein Held und hält fein Wert nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: voll bracht! den leßten Athemzug verwendet. In eigener Melobie. 324 eju, meine Freudel bester Troft im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir er wecken, Jesus fillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge richt; freudig, daß ich Je sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen raus ben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freuden lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göte ber betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend Noth im Allgemeinen. Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu schei. den. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und 3agen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu legt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du mein Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 325 Auf dich, Erlöser, stets zu sehen, so wie du warst gesind zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben. Wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. 239 nem heiligen Befehle gehors sam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verfündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war sei- 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wiesorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einsamkeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewiejeft 240 Gesinnung und Verhalten des Christen sest bei den schwersten Lei- hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niebrigkeit war, Herr, dein Loos und doch dein Verdienft so groß! den Geduld, Muth und Ges laffenheit; vergabft, von Liebe tief durchdrungen, im Leben und dem Tode nah! und starbst so rührend und erbauend, so freudig, standhaft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du, gefinnt zu sein, zu handeln ist deiner Jünger größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlge fallen, sein Beist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. 3. Mächtig selbst im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahr heit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgiam war, sab sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht! Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem gro ßen Weltenherrn. Nichts fann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du ers schienest, ist die Liebe Gottes dienst. Mel. Gott, der du die Menschen 326 We elterlöser, dich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, tamst du, warbst uns Menschen gleich, gründeteft ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Her gen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Reine lockende Begierde drängte dich zum Eiteln 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert sei nen Thränenblick. Ach, du bluteteft am Kreuze, trugeft Schmach im Allgemeinen. Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; fiarbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! aus getilgt ist seine Schuld. und reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank ſei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! 241 Mel. Auf, Christenmensch! 327 mir nach, spricht Christus, unser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit thren schnöden Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestres ben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf test selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren: wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn vers ehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohls gemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz voll GottMel. Es wolle Gott uns ergebenheit war auch voll 328 6.3 s preise Gott, Menschenliebe, voll Demuth, wer Jesum 2 Chrift 242 Gesinnung und Leben des Christen Christ als seinen Heiland tennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2 Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edeln Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jefu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken: auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge schäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüfte Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden! 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmi thig; er tröstet, beſsert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Je sus ihm gebietet.. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und gedul dig; des Gottes tröstet sich sein Herz. vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschrel ten; denn seinen Geist, ber aufwärts fliegt, wird Gra besstaub nicht decken. Gr Fennet den, der für ihn starb und ihm durch Todes leiden des Himmels Selig feit erwarb; drum jaucht er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerbar im Glauben recht recht rerehre Nimm nach vollbratem Pilgerlauf zu jenen lig feiten den Geist, der dich ehret, auf! Ihm Wohnung im Allgemeinen. zu bereiten, bist du vorangegangen. Mel. Nuf, Christenmensch 329 Du, beines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, gang erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du' suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwärfst dich bis zum Tod ganz dei nes Vaters Willen. Hauptgeschäft war das alDein lein Bollender feines Raths 34 sein. 4. 3um Kreuze gingst du rubig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst bu zur tiefsten Schmach gefaßt und trugft der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend fireben! Dir gleich ge. sinnt sein sei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! 243 D hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! Mel, Schwing dich auf 330Sollt ich jetzt noch, da mir deine Güt erschienen, dich verlaffen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? bir meine Ruh gefunden; 2. Hab ich doch allein bei Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden. Und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? ein Christ, folge deinen Seh3. Nein, ich bin und bleib List meinen Glauben stören, ren, lasse weder Macht, noch Fielen Tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. wie du? Bringt sie Kraft 4. Zeigt sie mir ein Heil, den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sünsie mir die Zuversicht, daß dern Gottes Frieden? Gibt ich, trop dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 vor 244 Gesinnung und Leben des Christen vor Gott einst die Völker du vergabst mit edlem Her stehen und das Leben und zen deinen Feinden ihre der Tod ihm zur Seite Schuld; hörtest der Verlaßsehen; wann der Sichre nun nen Flehn, eiltest ihnen beizu spät aus dem Schlaf zustehn; tanntest teine hö erwachet und der Spötter, hern Freuden, als die Lin der hier schmäht, glaubt drung ihrer Leiden. und nicht mehr lachet? 3. Jch auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzu leben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Wenn ich Seel empor. wanke, wenn ich fehle, schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geift! Wann er sich dem Staub entreißt, dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig ers ben. 6. Dwie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße: da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Mel. Freu dich sehr, o meine öttlicher, dich 331 G zu erheben und mit froher Zuversicht deiner Tugend nachzustre- Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ben, ist dein Ruf und meine 332 Sanft, Chrif Jesu Joch: und was kann bei ihm uns fehlen? O wie felig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wars tet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glau laß ich dir, sprichst du, komm und folge mir! welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu era reichen. 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; bens dich, deines Gottes fets im Allgemeinen. 245 seines Sohnes! Deine See- te nie, fleh um Rettung le rühme sich ihrer Hoffnung, auch für siel seines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt! Tod; denn du glaubest nicht 8. Sei getreu bis in den vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen turzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Bes schwerden, dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück die fes Lebens Augenblick! 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiz ver göttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und det nen Glauben! Gottes Bei fall, Gottes Reich kann doch teine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein, wanMel. Auf, Christenmensch! 333 Welch hohes Beimir, mein Heiland, durch spiel gabst du dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du bes fratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? de nie entweiht, war rein 2. Dein Herz, von Sünwie deine Lehre, dein ganzer Wandel Heiligkeit, bein Endzweck Gottes Ehre, hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben, und ob du litteft ohne Schuld, duld. ertrugst du Alles mit Ge 4. Trost zu sein, zu wehren Der Kummervollen jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun war deine Sorg und Freude; und 23 Gesinnung und Leben des Christen 246 und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugft mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich! 7. Jch komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger set und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beiſpiel sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 334 Beglückt, beglückt ist, 5. Er widerseßt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott, fo bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es gebeut. den mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spre chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er. säet früh und nügt die Zeit zur Aussaat für die Ewigteit. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut 3, Erfüllet von der Tu gend Sorgen denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen ein gutes Werk vollenden kann, und nüßet je den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Jhn schrecken keine Hin dernisse, durch eble Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsaß doch zur That. 6. So laß auch uns als Christen handeln, aus reis ner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tu gend wandeln; da strablet immer helles Licht, und unfer Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligs feit! Mel. im Allgemeinen. 247 Mel. Auf, Christenmensch! 6. Nie soll des Zweifels 335 dieß ald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen Raub wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Ver werfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübjal gehn und standhaft in Versuchung stehn. ich 3. Noch weiß ich, daß ich den Schranken, noch nicht am Ziele; doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Bilgerschaft. 4. Solang ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, bas dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch beinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutft, zu üben; mein höch stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun und dir, Alliebender, zu traun! der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Mel. O Gott, du frommer Gott 336 Du sagst: ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugs niß geben! Wo ist ein höhe rer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chris ftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. Christ! Mit Ernst das Böſe 3. Du fagst: ich bin ein hassen, den Lüsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, dieß 24 248 Gesinnung und Leben des Christen dieß ist des Herrn Befehl; sind in reiner Kindeßliebe, dieß seiner Lehre Sinn: kein wenn du, wie Christus war, todter Glaube führt zum ein Freund der Menschen ewgen Frieden hin. bift, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu sterben! Du bists, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 9. Wenn, Gutes auszu streun, die Unschuld zu be schüßen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn Ei gennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt, dann sag: ich bin ein Chrift! 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen. Hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 10. Denn wenn noch Lei denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Et telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Heiligs feit. 6. Du sagst: ich bin ein Chrift! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos lieft und hört! 7. Du sagst: ich bin ein Chrißt! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt 11. Sprich nicht: ich bin ein Chrift! bevor dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Zeugnis geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Mel. Wer nur den lieben Gott 337 Gott, bir gefällt fein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniAllgemeinen. Mel. Freu dich sehr, o meine ger Beſchämung ſehn; durch 338 Gott, ich will mich vor dir den und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Borsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanten, so hilf der Unentschlos fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben fei; so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 249 deiner Gnad und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein ge troftes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden, so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der be brängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Hers zens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu bir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, dem gibst du die Krone der Richter, Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns drin gen, gute Werke zu vollbringen. 25 4. Wie Gesinnung und Leben des Christent 250 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingsfünden mich Anhei ligfter, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht, ich vergaß an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. 5. Oft gehorcht ich deinem Rechte nur, daß meine Folgfamkeit mir bei Menschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie könnt ich dich vergessen, wie so undankbar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe, die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin: dich zu lieben und vor allen dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum, dieß sei mir der höchfte Ruhm. Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner wür dig werdel Mel. O Gott, du frommer Gott 339 Herr, höre men und las es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht: verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gu ten Werken sein; dir foll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück, ich wünsche, gut zu sein, und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht, gib meinem Vorfah Kraft, so kämpf ich glück licher im Allgemeinen.conc licher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus reis nem daß mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen fiegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könn te leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leicht finns frecher Spott, dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freu den Fülle schauen und 251 wann du ewig lohnft für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir ge heiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 Herr, wie lange muß ich ringen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Rampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Luft der Erde, oder frecher Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen, wirst du dann mich schüßen? 3. wie Ach, ich zittre, Gott! lange soll ich fämtpfen! Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und ſteh mir beil Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich standhaft deine Wege wangetroft und treu, daß ich deln und nicht straucheln möge! nicht verführe, daß sie mich 5. Daß die Welt mich 26 nicht 252 Gesinnung und Leben des Christen nicht ungetreu mach und 5. Gib Eifer, Kraft und spottend triumphire, daß ich Muth zu meinen Pflichten, auch gefallen sei; daß sie so mag die Welt, wie ihrs sich nicht ihrer Stege rüh gefällt, mich richten. Ehrt me, weil ich unterliege! mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Der du Kraft und Muth gewähreft, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, ge recht wirst du einst richten und belohnen mit Herrlich keit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. Mel. Herzliebster Jesu! 7. Vollend ich meines Le bens Prüfungsstunden und werd ich bis zum Tode treu 341 ch habe, Gott, I verwan vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften trebe, deinen Willen froh zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meis nen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren. deln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein 342 Ich Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leiden schaft im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; start, fest ist er gegründet! Er flüst voll hoher Zuversicht auf Jefum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat er worben. 3. Mich im Allgemeinen. -3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen! Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken! 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheis den. Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach, fieh ihn bulden 343 Dir immer ähn licher zu werben, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegenstrebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. 2. Wenn ich aus reiner 253 Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns eble Pflichten übe, auch wenn mein Thun tein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erbält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er, dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe, das Böſe hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Lafter lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt, dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler stras fe, selbst das Unrecht scheu, dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahrs 27 Heit 254 Gesinnung und Leben des Christen heit ehre, Feind der Falsch heit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge und brächt es mir auch einer Welt Gewinn, dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leiden: der erbarme mit brüderlichem liebevollem Sinn, nicht stols erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, feines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erben, mein Biel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie gang zu ihm er hebt. Mel. Freu dich sehr, o meine 344 Kommt und last uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, ben Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stols erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde demuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft ver leihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht, gern Beleis digern vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht, ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt! Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Gegent madent. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ge recht zu sein; welche feft am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr bes gehrt, als was ihre Tugend mehrt! Gott wird ihr Bers langen stillen, sie mit höh rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Ers barmen Keinem ihre Hülf entziehn, im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That! Diese werden Hülf empfangen und Barmher zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun! Die dem Reize böser Luft, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlit fehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lebrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen bulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn fie hier den Kampf nicht scheun! Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wolleft selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser 255 Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch eines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. In eigener Melodie. 345 Naß mich, o Herr, in allen auf deinen Willen sehn und bir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früch. ten merke, er sei tein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückft, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickft! 4. Ach, hilf mir beten, wa Gesinnung und Leben des Christen 256 wachen, ringen, so will ich dir, wenn ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unent weiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. in Chrifti Ehre such Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Krenz mich hefte und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirken mir zu deinem Ruhm, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ach das wahre Christenthum! lehre mich ers kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchel schein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde was mich be ruhigt und erfreut. Wann ich mit Gott vereinigt wer de, schmeck ich des Him mels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Chri ftenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abges storben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach mel. O Gott, du frommer Gott deinem Bild erneuert wers 347 Mein Schöpfer den und mir meines Heilands Sinn! Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Hauch mich tobten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwähl te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preift. 2. Laß, da du heilig bift, mich 4. Regiere bu felbft meine Seele, damit ich Christo folge nach und stets den fchmalen Steg erwähle, ja, mich alle Lüfte fliehen und mich nur um den Schap, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er fommt allein von dir. im Allgemeinen. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und richtig Handeln; die Lust an dem Geseß ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz gib, daß ich auch, wie mich, mit Frömmigkeit und Liebe; den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück das Irdische vergehet; weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erfenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest, und kurz ist unsre Zeit. - 257 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich, des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei bir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesſe ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Bulegt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs dunkleLos desthal ins rechte Vaterland. 348 Mei mein Gott, Mel. O Gott, bu frommer Gott und der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch beinen guten Geißt, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Gifer ringt, ems pfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und Gesinnung und Leben des Christen 258 und in der Hoffnung stark und fest gegründet set! 4. Gib, daß ich als ein Chrift mich Christo ähnlich zeige mein müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Unge duld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Luft er geben und nie dem schnöden Seiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzig: teit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege lets ten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Va. ter, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Troft und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott ergriffen 349 Nicht, daß ich hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd gebt. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sitt samkeit und was Natur und Zeit gethan, sieht un ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Äendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhm sucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen an dern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Ei genliebe, was Andern strenge Lugend scheint. Der Trieb des im Allgemeinen. des Neids, der Schmäh sucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkt dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sonst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und bräut und schilt lieblos und so hart, es zuerst gescholten ward. 8. Dft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entge: so als gen, regt denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden, bist mäßig, übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feins den auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! In eigener Melodie. 350 Gott, du frommer Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß mit Fleiß ich thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Be fehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu Gesinnung und Leben des Christent 260 thu zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be stehen; laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen, gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen übermit wind und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig find! 5. Laß mich mit Jeder man in Fried und Eintracht leben, soweit es chriftlich ist! Wilst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stols, noch ficher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich fragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getroft von hinnen scheiben; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Almachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit als len Frommen sein! 351 Oft flagt bei Mel. Was mein Gott will dein Hers, schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täg lich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend fo stet Müh, ste ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer La ster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Bein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er fämpft, vers wandelt sich in Freuden., 3. Des Lasters Bahn is Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, jein Ende im Allgemeinen. 261 dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. Ende Nacht und Grauen. übe dich getreu und gern, Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach uns sers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu tränken, den Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte den ten? 8. Du streiteft nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte: 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schäße. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ifts, fie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden und 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenfindern. 10. Sei start, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Chrift, sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich 262 Gesinnung und Leben des Christen dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach heit brücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stil len. Mel. Wer nur den lieben Gott er stets mit rei352 Wer nem Wohlge fallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedemLaster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit; denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4, Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glüd, nicht macht und Schimmer beruht auf deiner Thätigkeit. Wer bloß nach äußerm Glange strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so sei getroft und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz von Sünd und Lastern rein, fann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, in dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Jm Himmel bort ift nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommens heit. Da schwingt der Eble sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster tren, das Jesus gab; Nichts im Allgemeinen. 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht! 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erfenntniß hell, daß nie der In voriger Melodie. 353 Schön ist die Tu- Sünde Täuscherei gefährgend, mein Verlangen und meiner gan zen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch inTod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig sein! 6. O bilde, Vater, meis ne Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhöreft mich. 2. Gott ist der Seligteiten Fülle von Ewigkeit zu Mel. Ein Lämmlein geht Ewigkeit; denn sein Ber- 354 Was hilft es mir, stand Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse den Morgenträumen gleich dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sclas vendienst, o Welt! ein zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gufe Werke preise! 2. Was hilft der Glaub an Jesum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühls 4. Jch Armer! Darum fommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein, Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, alle 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffart, Fleis die Schuld mir aufzudecken? scheslüfte, Geiz und andre Lafter übe? 3. Weit ftrafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriftum tenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht: was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich chriftlich lebe und vor dir Troft und Ruh, wann Let- heilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebel Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muth dann vor Augen schweben? und Kraft, damit ich Welt Was hilft mir in der letzten und Leidenschaft im Glau Noth, wann sich der schauer ben überwinde und dann volle Tod mir zeigt mit nach wohldurchlebter Zeit feinen Schrecken, und mein den Lohn in jener Ewigkeit Gewissen wachet auf, von für meinen Glauben finde! 5. Weh mir! Was hilft es mir einst bort, erwedt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier hezeich net hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Šeligkeit, kann wahrer Glaube heißen. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobfinget Gott! 355 Dich kennen, Gott, ift Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben. Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfin den; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herr liche Natur in allen ihren Zwecken Erkenntniß Gottes. Zwecken zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege und was mit mir dein Rathschluß ist, nach: denkend überlege, je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein fünftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geift, der sich dem el. Wer nur den lieben Gott Erdenstaub entreißt, wird 356 Mein Gott, du zu 4. D laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 265 schreiten, so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offen bar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit eil ich dann der Vollkommenheit reinem Licht entgegen. und 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel, will sie das ihr gesepte Ziel aus Vorwiß über im Lichte, dahin fein sterblich Auge bringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort, und wenn ich ernstlich es bes trachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz fiets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den besten M 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe re, dich richtig zu erkennen. mich; fein Zweifel sei mir ist mir ewig Pflicht und hinderlich! Chre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben will ich mich täglich üben. 2. Ich fann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in déiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest: wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich ver birgt, mir wirds gewiß, es seien deine Pfade fiets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele mei Mel. Schon ist der Tag von Gott nes Lebens dein Wort, das 357 Gott, der du ewges Heil verspricht! Nie mein Schöpfer merk ich drauf vergebens. 36 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! und 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß fet, daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtige Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größer Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erfennen. 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr ent brennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich von Bahn und Irrthum frei, dir immer mehr ge horsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! In eigener Melodie. 358 Was ist im Him mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß, 267 du bist der Wesen Fülle und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und vers borgen, so können wir doch überall dich finden und dei nen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Worte uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. nicht in unsrer Seele uns 4. Ruft deine Stimme zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er heben dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten sollen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. heiligen Geschäfte erheb und Zu diesem großen stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre. 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau, freubig an dich glaube, mit Eifer mich durch Trug und ringe und immer Zweifel M 2 Pflichten gegen Gott. 268 immer näher zu dir dringe! deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 8. So werd ich immer beffer dich erkennen und immer findlicher dich Va ter nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unter than auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! Ehrfurcht vor Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Er 359 Wie groß ist wie innre mich an meine Pflicht, Mel. Ogroßer Golt, von du, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Mel. Wer nur den lieben Gott Wer kann, wer kann entflie- 360 Vor bir, th um dir sich zu fich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Rein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein Heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehr furcht, die dich findlich preift. 2. In Allem, was ich thu und dente, laß, Herr, bas meine hen? 3. Wir alle sind durch dich, find Werke deiner Hand: Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle ftets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe: Ehrfurcht vor Gott. meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beistand einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aler Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Luft der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt 7. In deiner Furcht nur 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu 361 Wilt uber du weihen, daß ich nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! Weisheit Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessens heit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir teine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm be reuen, daß du sie oft verM 3 säuIn eigner Melodie. Pflichten gegen Gott. 270 säumet hast. Wer Gott als Beugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was unrecht ist, auch dann zu scheun. Dent nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich nicht 5. Den Höchsten öffent 362 An bich, mein in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stärfen, daß du dich edel schäßen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudigs feit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weißheil führen, so werd ich nie mals irre gehn! Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se ligkeit. ten ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie be, wie werd ich hoch er freut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich gläubig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge müthe dent ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stär te mir auch zum schwersten Werke, es wird mir leicht durch dich. 4. Du Liebe zu Gott. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist alles mein; du willst mirs gnädig schen fen, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater sein. 5. Wie gut ists, dein ges denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenten, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott, das bringt mir wahre Freude, das ärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 271 lich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jefum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Man mag ins Grab mich fenten, mein Geift steigt himmelan! Vergesse mich die Welt, du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Reiner mich im Gedächtniß hält. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit wür dig sein der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, das nur meiner würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein. Mel. Alle Menschen müffen 363 Gott der Liebe, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmers! Mel. Wer nur den lieben Gott Menschentin gensfülle mir nicht fünde der, der du die Liebe selber 2. Floß aus deiner Se- 364 Du Bater deiner M 4 bist 272 Pflichten gegen Gott. bist und dessen Herz auch 6. Aus Liebe laß mich gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Laft gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir ge fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, In eigener Melodie. wenn Sinnenluft zu sehr 365 Wenn zur des Er mich rührt! ner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigens sinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue nog so große Thaten: du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden, be glückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge ehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz, fo bist du bei den größten Ga ben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott boch nur ein tönend Erz. je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuldi 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him mel erben, wo ich dir, Va ter, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; brum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die fleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich beslissen sein! Liebe zu Gott. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, ent reiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten tönnen; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Almacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, ge heiligt durch die Furcht Les Herrn, erneut durch Glaus ben zu der Liebe, dieß ists, 273 was, Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dieß Herz besigen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. nicht durch den Schein, nicht 7. Drum täusche dich durch der Tugend bloßen Namen. Seh nicht auf deine Werk allein, seh auf den Quell, aus dem sie ka= men. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. Gott in dir, so wird sie 8. Wohnt Liebe gegen dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist fittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmungsvoll. Fehler zu und freut sich 9. Sie deckt des Nächsten niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh; fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit. M 5 274 Pflichten Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den Iteben Gott 366 Gott, beinen bei sein. ligen Befeh- 6. len will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thuti 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne: o hilf mir, Vadaß ich immerdar bir, Bater, lerne, wie Jesus, dir gehorsam war! Er wars auch unterSchmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. gegen Gott. was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter 4. Laß deine heiligen Geseße mir immer gegenwär tig sein; laß mich, daß ich fie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns auferleget haft. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre letten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. Mel Was mein Goft will 367 Sei Gott getre halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund, drum bleib ihm stets erge ben. Denk, wie er dich verz pflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei tren dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Set Gott getreu! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren, dein Va ter waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir 5. Sobald ich deine Stim me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Wil len treulich thu, so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Freude in Gott. dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Set Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von sei ner Liebe scheiden; denn seine Treu ist täglich neu, sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich seget: dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleget? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dies nen müssen. 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 6. Sei Gott getreu in jedem Streit dann wirft bu überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Berleße nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beiständ senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah: sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lie ber Vater sei, und nach vollbrachten Jahren der Sterb lichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, Mel. Schwing dich auf an jedem Ort dich seinen 368 Deine eines Gottes Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. freue dich, dank ihm, meine Seele. Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Jsts nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Bater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch M 6 sein Pflichten gegen Gott. 276 sein göttlich Wort hier zum Guten lentet und mit Himmelswonne dort meine See le träntet. 3, Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. sernLebens, himmlische Volls kommenheit such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitt ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwe sung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde wal le, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese fanfte Freu bigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Troft am Grabe. 5. Du bist mein, so jauchs ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann; mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth. Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und er freut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom men, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau bet thn an, glaub an seine Leiden, folg 369 merrn! Mel. Jesus, meine Zuversicht abe deine Lust ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. Habe am Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, 7. Dich, du Trost der denn er gibt gern, dir auch Sterblichkeit, Heil des bes- was dir dienet geben. Seine Liebe 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Bertraun auf dich ewig nicht verliere. Freude Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann, 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That un verdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. 370 h freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, in Gott. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil, dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, das M 7 Pflichten gegen Gott. 278 das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einft werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. 3ft nicht ein ungestörs tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen: Ges sundheit, Ehre, Glüd und Pracht, sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf Gott und Trübsal auch versüßen. nicht auf 6. nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig feit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und 372 Vertrauen if h zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? Mel. Was mein Gott will ist des Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern, du kannst ihn nie verschma 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns hen, du segneft und erret teft 9. Noch hats kein mensch. lich Dhr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glaue ben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Vertrauen auf Gott. test gern und höreft auf fein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich den tet, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelentet. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, nie wird sein fühner Wunsch gewährt; er sündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Se gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel wieder offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Le bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie Wancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege. Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. fernst uns nicht von drohen7. Du, weiser Gott, entden Gefahren, die ohne Nach theil unsrer Pflicht leicht zu len mit Besonnenheit auch vermeiden waren. Wir sole Rath und Warnung nüßen; feit uns auch beim Leichtdenn nie wird deine Heiligsinn schüßen. 8. Goit, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vere messen, soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melodie. Sicherheit sich seiner Un- 373Befiehl du bet und fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt bei des Gewissens ne Wege Alles, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winben bezeichnet ihre Bahn, der wird Pflichten gegen Gott. 280 wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Bein sich keine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du außersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweiser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, kann dein Werk Nichts hindern; du willst, so ists vollbracht! so 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wider stehn, o nähre feinen Zweifel: dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor genommen, was er vollenden will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unversagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit, dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus dei nem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sigt im Regimente und er führt Alles wohl. walten! Er ist ein weiser 8. Jhn, ihn laß thun und Fürst und wird sich so ver wirst, wenn er, wie ihm halten, daß du dich wundern Rath das Werk hinausge gebühret, mit wunderbarem führet, daß dich bekümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil es dir heilsam ist, so werde dir nicht ban ge, daß deiner Gott ver gißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am minda sten gläubst, und all bein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick bin auf sei nen Lohn; steh fest im größ ten Leiden, das dir begegnen tann, bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freuden, des ewgen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärt unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist 374 De er Herr ist meis ne Zuversicht, mein bester Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille. Mir genügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunder werke. Herr, groß von Rath und start von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu vernichten. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, doch deinen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz: der Sünder eit4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb und er erwarb auf seines Todes Hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlass sen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt Pflichten gegen Gott. 282 blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Mel. Jesus, meine Zuversicht 6. Dann, auch wenn, wie mir es scheint, selbst 375 Wer auf seinen der Hoffnung Troft ver Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sors gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht. schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, fann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 2. Er, der Schöpfer als ler Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch uns zu helfen Macht. sehe und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 3. Jhm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche 376 Selig, wer we zu wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer fillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beifland fehlt. Mel. Sollt ich meinen Gott mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Rummer muthig wehrt, durd Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schickjal meis nes Lebens, sorgt ich auch ron Jugend auf, nimmt dann einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens, meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht er 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Nie mand hilft wie er so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe Vertrauen auf Gott. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchften milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt, o so faß ich Muth zu leiden. Gut ist alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen und miß lingt mir mein Bemühn, dent ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ifts für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh, soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust er. regen! Fremden Glücks will ich mich freun, fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken, wenn ihr Haß mich drückt und fränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun 283 auf Gottes Wort seg ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 377 Dir trau ich, und wante nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich, du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht, wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt, bald haft du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier 284 Pflichten gegen Gott. hier mit danterfüllter Seele mir Prüfungen bestimmt, dir. so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer till in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 3. Ach, alle Leiden die ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn, bald steh auch ich vor deinem Thron mit freuer KämpferSchaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmhers ziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antliß schaun. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; ge nug für uns: du hafts er fannt! Wie oft sind unfre Wünsch und Sorgen_fur sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist von fern, und deine Güte hinderts gern! 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vax ter, mache selbst mein Her in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich bulb Mel. Wer nur den lieben Gott 378 Hert, machine! ihn mit Gelaffenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zu friedenheit; und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. Bei jedem Leiden, das mich fränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt, Du bists, der Alles ändern fann; und was du thust, ist wohlgethan. 2 Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Se gen für jeden, welcher dir ich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Kla gen voll Dankes und voll Lobes sein. Der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! auf Gott. 285 Zuversicht und Troft und 379 herrscht ein Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. Gott, der schüßt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei ver gnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit une jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte. 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen bes gegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn, du wählest stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. D daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkenVertrauen Mel. Auf schicke dich 3 s 2. O murre nicht, wenn bir gebricht, was öfters lüftet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmers, dein eitles Herz zu beffern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um beine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geh seinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gaüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande! Mcl. Was Gott thut, das ist 380 Gott, bir ver nen möchten! traun ist meis ne Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen 6. Dann würde diese Uebungszett nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie vergessen, so höre, was er mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 286 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lan de sichrer Freuden. spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver gißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freuden thränen, Christ! Und könnt sie es vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemü the verlaß auf ihn dich fest; weil seine Batertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einſt der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? Wel. Beflehl du beine Wege 381 Chrift, wann dich Trübfal frän fet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem SchlumMel. Wer nur den lieben Gott mer, zu Gott erhebe dich; 382 Mein Hort if fiehet deinen Kummer, er liebt dich väterlich! er 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ voll Muth und Kraft; eins kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? Gott! laß ich walten; ich hoff auf ihn, er fennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu ers halten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diejen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich, bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Sei froh; dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen, der Herr erbarmt 3. Der Herr erzieht hier sich nicht, der Herr hat mein seine Kinder zur Ewigkeit mit Vertrauen mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Luft an unserm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was könnte mir mein Gott verfagen, der so unendlich gültig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Bufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! Mel. Kommt her zu mir rfüle reblich deine Pflicht und hoffe dann mit Zuvers ficht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 383 2. Die Wolken werden ich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden.. auf Gott. 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Bater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Be ruhigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle, zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. 384 Sollt ich meinem nicht trauen, der mich liebt so vä terlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher unbewegt und fest seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle näh ret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land er quickt, Speise jedem Wurm gewähret, sollte der verlassen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht; was künftig ist, quält mich nicht: ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet uner schütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird er mirs beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 385& ntichwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüüt. Willft du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jest kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet bir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen un gewisser Schrill; was Got tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohr. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen; fie blüht der nahen Aerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gotf. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhöreft, oft gnädis ger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zer störest, dich, Vater, bet ich findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimme, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn gang deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willibu mors gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich forgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. will ich vertrauen. du 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. auf Gott. 289 Bäterlich liebt er mich; ihm 4. Was auf meiner Lebensreife mir noch fehlt, er was mich quält, weiß er, ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Werdet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Bracht seiner Macht, feiner Hand zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir foll vor Nichts mehr grauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte, widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte, immer gehn auf seinen Wegen. Wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht, es ge= bricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon er Bleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein: es gescheh dein Wille! Mel. In allen meinen Thaten 387 Was soll ich ängstlich flagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele tein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entge gen gehn? Du, Vater meiner Tage, tennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizuſtehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu verN trauen Pflichten gegen Gott. 290 trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. sehe und es nicht ganz ver stehe, was du mit mir ge than, kann ich doch deß mich, trösten: du nimmst mich den Erlöften, gewiß dereinst zu Ehren an. 4. Der du die Blumen kleideft und alle Thiere wet, deft, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 10. Dort bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring id dir mit Freuden nach über flandnen Leiden den Dant, ber deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist! as 5. Herr, alle meine Sor gen, die Neth, die oft veran Herzen nagt, werf ich auf bich, den 388 W regiert Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle, ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfft, du segneft gern. Gott die Welt, und Gott ist i allmächtig. Den Arm, der bieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er eilet hätten, so kann e doch noch retten. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und kränkt. 3. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es 3. Was zagst du? Gott meinen, doch stets nach wei- regiert die Welt, und Gott sem Rath. Ob ich mich auch ist der Allweise.Stetsbient betrübe, bleibt doch dein der Weg, der ihm gefällt Rath voll Liebe, das zeigt zum Heil dir, ihm zum Brei der Ausgang mit der That. fe. Er führt gewiß burd 9. Wenn ich hier Tiefen Finsterniß, durch jede Nacht 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Got ist ja allwissend. Selb was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thateft, ver nahm er, eh du bateft. ber Vertrauen auf Gott. der Leiden zum Lichte reis ner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist alle gegenwärtig. Der From me, der an ihn sich hält, ist feines Heils gewärtig. D glaub es gern: Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbft Jesu Blut sagt dir bei je dem Leiden: Gott fegnet uns mit Freuden. 6. Was sagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. Zwar, wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schuldig. Doch sein Ge richt trifft Fromme nicht. Drum set gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen! Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder schlagen. Ich hoff auf dich, du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. D laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geift erkennt des Höchften Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfals len und zerstäuben! So brohe Krankheit, Tod und Grab: des Schöpfers Huld Er lettet was zagen gut, wir haben Muth; es N 2 mag Mel. Was Gott thut, das ist 389 in Gott regiert! wird bleiben. 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen: wir Freudenstunden, er weiß werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir wer dens überstehen! wohl, wann es nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns verfehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seift und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für 390 Wer nur den glücklich preist! Die Zus In eigener Melodie. funft ändert oft sehr viel und seßet Jeglichem sein Ziel. lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wir er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf kei nen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gottes Gnaden wille, wie sein' Allwissenheit es fügt! Gott, der Gebet. uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, Mel. Gott, du frommer Gett was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten 391 , Gott, ver laß mich nicht; reid 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Es ist der Herr, der Jedermann bald hoch erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, ver richt das Deine nur ge treu und trau des Him mels reichem Gegen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott fest, den verläßt er nicht. Gebet. 293 reich mir die Gnaden- ben, chriftlich leben und hände, daß ich die Pil grimschaft des Lebens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal, so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß i Ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen, ach laß mich in Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glau benszuversicht und ich straucheln will, so verlaß mich nicht! wenn Gott, 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Troft, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen. Die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Gott, verlaß mich nicht! Ach, Ach, Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich bir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glauselig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach, Gott, vers laß mich nicht!" Mel. Wer nur den lieben Gott 392 Dein Seil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und findlich Flehn aus reinem nüchtern zum Gebet! Ein Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist Liebe selbst; er hört, seiner Kinder Herz die was begehrt. Höhen mit Dank und Fle 2. Erhebe dich zu seinen hen oft und gern. Er lässet, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und versteht. 3. Welch Glück, so hoch Gebet vor Gott zu stehn! geehrt zu werden und im Der Herr des Himmels und der Erden bedarf der eines Menschen Flehn? will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. Er 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Jst des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich Gottes Freund zu sein N 3 und Pflichten gegen Gott. 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth, Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. It wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich be deckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; ere halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meis nen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, thn stets durch Liebe thätig sein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrt. Das sei mein Glück, daß ich zus erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen In eigener Melobie. 393 bein Angesicht; I ch komme vor kann. verwirf, o Gott, mein Fle hen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, fo viel, als dir gefällt, bet Wenigem Zufriedenheit, ut Arbeit Muth und Heiters feit. 9. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Schenkt deine Hand Lieb und Furcht vor dir, mir Ueberfluß, so laß mich Gebet. mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrtmeint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid verfüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft, er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seis nen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich Mel. Wer nur den lieben Gott er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 394 Romm betend oft geleitet hat! Oft irrtest du; und mit Ver gnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in ber Erfüllung dieser Pflicht. Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zul N 4 7. Bet 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und fei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 295 Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt! Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 2. Bet oft in Einfalt reis ner Seelen; Gott sieht aufs 296 Pflichten gegen Gott. 7. Bet oft: Gott wohnt mit Dankbegier im höhern an jeder Stätte, an keiner Leben dienen! Es darf mein minder oder mehr; denk Geist, wie schwach er heißt, nicht, wenn ich mit Vielen sich aus dem Staube schwin bete, so find ich eh'r bei Gott gen und betend zu dir drinGehör. Ift, was du wün- gen. schest, recht und gut, so fei gewiß, daß Gott es thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Set: nen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ift. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prü. fen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erfalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. 2. Jch darf mit froher Zus versicht vor deinem Thron erscheinen; und du, mein Gott, verwirfst mich nicht, du zählst mich zu den Dei nen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und kindlich vor dir bete. 2 Del. Was Gott thut, das ift 395 Welch hohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tu gendliebe. Was fündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ge gen Brüder, so flieh ich bes fend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freund lichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth ju vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehler volles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben Ich fleh zu dir: verzeihe mi Und du willst gern verzets hen und mich mit Trost er freuen. 6. Wenn Gebet. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht und edle Freunde fehlen, so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ges schwind, wie unverhofft vertehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich anges trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8.D welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erwed und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! 297 nem Gott. Dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein rus higes, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor sei nem Richter sagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. Diel. Wer nur den lieben Gott 396 Mei ein bester Trost in diesem Le ben ist ein Gebet zu mei3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu tränten sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in dies sem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ent decket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 298 Pflichten gegen Gott. 6. Ruf ich ihn an bei Wahn, was mir gebricht, dem Geschäfte des Standes, das müsseft du gewähren; den er mir verlieh, so fleh nicht, Wunder von dir zu ich nie umsonst um Kräfte, erflehn; nicht, andern Pflich der Gott der Stärke gibt ten zu entgehn; nicht träge, mir sie. Er gibt aus väter dich zum Segen durch Bitlicher Huld mir Segen, ten zu bewegen. Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott: er hilft mir fämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im lezten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie fanft, mein Bater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht, zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissenber! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren, nicht mit dem 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dant, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoff nung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt vers tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht des Chriften Glau be wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jes der Tugend tüchtig! Wenn böse Gebet. 299 böse Luft in mir sich regt, mir widerfährt, von dir, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau, dann sei mein Geift von Heuchelet und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dant ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott u dir, o Gott, 398 3 er et heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich befannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dant ermessen, welch Heil von dir 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiß mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. ich bei fummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden, so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich troftlos sehn; du, Herr und Vater von allen, erhörst gewiß N 6 uns mein find: Pflichten gegen Gott. 300 findlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh und Heiterteit. Mel. Es ist das Heil uns 399 Gott, deine Gülte reicht so weit, soweit die Wolfen gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilft uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Ues berfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. thum, nicht 400 Nicht um Reichum Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesiber wäre, ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß erflehet sich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Aügütger, wünsch ich mir. 1 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen nächsten wohlzuthun; Trof und Stärke, wenn ich leide, sanft und fill in dir zu ruhn; Muth, die Lafter su bekämpfen, ihre Reize u verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, is mein findlich Flehn. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm set meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glüce Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur wer vermag es? Du allein. Ja, 4. Nur auf deinen Wil len sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in bei ner Liebe stehen und dir, Bater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, Gebet. Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn. Das Gebet des Herrn. In voriger Melodie. 7. Schüße uns in der 401 Vater, den uns Bersuchungsstunde, wo offen mit baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt, Ba ter, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt; 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 301 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns getränket hat. 3. Dein Reich komme, jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! ringt; laß uns auf die Himmelstrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir sieger über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke; ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden, wie in je nem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 5. Gib uns, ewigtreuer 402& freu der Fürst des Landes Menschenvater, gib uns, sich, Gott, deiner allezeit; was wir brauchen in der sein Auge sehe stets auf Noth! Ach, wir bitten nicht dich, sein Herz sei dir ge= um Gold und Schäße; gib weiht! uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines N 7 Geis Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Pflichten gegen Gott. 302 Geiftes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ift seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volt, wie du erfreun! 5. Er fördre willig deis nen Ruhm; er denke gern daran, das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! Allgemeine Fürbitte. 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn el. So Gott zum Haus verordnet ist, sei beiner 403 Für alle men und Zier, ein edler Mensch und Christ! beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treuen Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerbar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreis chen soll. Herr, mache seis ner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 2. Dir tönet unser Lobs gefang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle, alle, liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und betent herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei nem Dank. nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlik sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth, bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er freun! 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, trößte sie; gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit! 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir dir, unser aller Vater, dir. Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 404 Du bis, Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warfi du mit mir. 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sant und half mir Gott. Mit welrief: Herr, rette mich! so chem Dant, mein Gott, erheb ich dich? des Haß, so tlagt ich Gott 4. Betrübte mich des Feinden Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wenn nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dem bank ich bir, dadurch bu mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt. 9. Dir dant ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in 304 Pflichten gegen Gott. in jeder Creatur, Gott, Herrn. Du hörst der Men deine Freundlichkeit. schen Flehn und du errettest gern. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volt des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vor übergebn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ew gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an bir gethan! Verehrund halte sein Gebot und bet ihn ewig an! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Jm Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land; doch fürcht ich Nichts; denn du deckst mich mit dei ner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge breitet, der Sonne Majes stät, den Mond, den du be reitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen wei den, nährst uns mit Speis und Trank und füllt das Herz mit Freuden. Du dach test mein, eh mich die Mut ter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt ge leget war. 6. Du wogst mein Glüd mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge schrieben. Du bist der From men Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der getn verzeiht. Wie gnädig Gott, bist du! Mein Heil kommt von dem traun, als dir, der auch im 7. Wem sollt ich sonst ver Wet Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Durch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, die Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Dant. Wetter mein Gott und Vater ist, mein Schuß und mein Erretter! Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerfireben! Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neße ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sün de fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft, bedenten, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wans del stets dir wohlgefällig fet! Mel. Alle Menschen müssen 406 Fallet nieber! fal tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Reiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder, rühme dich! Voll von tie fer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben, demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Reiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 407 Alles haſt du mir gegeben, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand, gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum zen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich Pflichten gegen Gott. 306 für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren meis ner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Eugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu ents ziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohl fahrt gibst du mir, frohen Muth in meinem Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beifstand giebst, sie vor Ulebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst ihnen manchen Wunsch gewährt. 6. Wie du stets mich weise führeft, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lentst, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu er höhn, lern ich immer mehr verstehn. 408 In eigener Melodie. allelujah! Brin get Ehre, Preis und Ruhm, thr Jubelchöre! jauchzt, Beseeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erden. föhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er schafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Rins der! Kinder heißt er uns, uns Sünder, er ist Vater seiner Welt! 3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief ge beugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millio nen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn. 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück ber Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Wel che göttlich hohe Freuden, welchen Troft für alle Lei den, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geift zu ihm sich waget, ein Gedant dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; ftill entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Beugen stellt! 6. Naht 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und Heil von dir. Dank. 307 6. Naht euch, zu ihm, und gut. Lob sei ihm imseine Kinder! Zittert nicht, merdar! seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr: die Lieb ist Mel. Lobt Gott, ihr Christen er! Denkt den göttlichen 410 Auf, Christen Gedanken, fühlt ne, ihm zu danken! groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchst, Bes feligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, sin get eure Jubeltöne: er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. 409 un pantet Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von uns rer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Se ben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3, Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und Ehr dem Herrscher als Ier Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle pimmel hält! 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu, sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm 308 ihm Preis und Dank für feine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Pflichten gegen Gott. was dir gefällt, was nüzet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hal du mich, guter Gott, von Mel. Nun dantet Alle Gott 411 Der du von Ju- Kindheit an gelehrt. gend auf mit Huld und Batergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer AelternHand entfloh die erste Jugend, sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Schäße fund. 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geißt und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie bank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wan ten, o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft, 3. Wie weit wär ich viel leicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelerLob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz net, zu der das Lafster führt. 412 Von allen in meln tönt dit, Leicht werden wir Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Laft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un sers Breises nicht, wirst durch ihn größer nie, doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht; und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preifen ist uns Geligkeit, dir danken hohe Luft; schon hier fühlt, wer fich 309 sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sün dern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sißest du; mit Macht und Güte herrscheft du. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsere Misse413 nicht; du du that, im Grabe läsfest du Lob Gottes. sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht tein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Undacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melodie. Herr Gott, dich Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigteit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganz ze weite Schöpfung preist, Gott Bater dich! dich, Sohn, dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichfeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ift! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heis ligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es be 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barms für mich von seinem Se hersigteit. Die Erd erfüll, gen? Herr, stets den Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen riefeln, Winde we hen, Flüss und Seen wer den Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. Mel. Mein ganzer Geift 414 rtöne, feiernber Gesang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! und zu dem Erdkreis: werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und ers hellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hobes Belt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen 5. Noch strahlt mir un geschwächt sein Licht; nod weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmük ten. Noch strömt ihr Freu denquell für mich, noch i fie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güfe wird die Werte seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch wal ten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vol len Brust, strömt hin, Em pfindungen der Luft, den Gütigen zu loben! Scho pfer! Bater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! mir nicht alle Wälder, alle 415 Lobet ben In eigener Melodie. entgegen, reich ren, mäch tigen Lob Gottes. 311 er uns huldreich begegnet! tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige kann, wie uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freus denlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübfal es träntet! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet. 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe beschee ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun ge regnet. Dentet daran, was 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und vers derben und nach dem Tod uns liebet und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Alen, die von ihm das Leben bekamen! Alle dem Herrn; lobt ihn, Nahe und fern frohlocket in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höh 416 ob, Chr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft er füllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es dantet dir des Himmels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, sie alle preifen deine Macht, uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! die 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. 3ch rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, vers nimm mein Weinen! Da half mein Helfer, da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich Gott, drum dank ich dir! Ach, banket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, fein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr, sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünder Göten macht zu Spott; Der Herr i Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und 417 Pretung sei un In eigener Melodie. reis Anbes durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! ſei ferm Gotte! Denn er ift sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gebet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu sei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 8. 8war fann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen nimmt er hoch herab von feis 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinenLobgefang auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unferm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dant und Preis zu bringen! Be zablet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Lob Gottes. seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! welche Selig feit ists, sein sich freuen! hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 418 Mel. Jesus, meines Lebens Leben chöpfer der er ichaffnen Hee re, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu dei ner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm das für ewig Dant und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zuges messen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, eh ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Lebenstage lin dertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafir ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführ tes Herz befleckt, o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele beiner Gaben mich an jedem Tage laben! Dir, du ewge Pflichten gegen Gott. 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Mit 4. Du stärkst mir das ge schenkte Leben und lässest es nie freudenleer; gum. höhren Glück mich zu erhe ben, schickst du auch manche Trübsal her. Doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthloß set. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudens thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gen zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel brohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! Mel. Wer nur den lieben Gott 419 könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank beweisen, den dieß mein Herz bir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich bie Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so flimm ich noch mit Seufzen ein. bifts allein. 3. Bu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werte deiner Segenshand. Du warst 8. Nur Dank und Lob schon meines Wohls Be- kann ich dir geben; nimm rather, eh mein Bedürfniß es, mein Gott, mit Gnaden ich empfand. Noch eh ich an, bis ich in jenem bessern war, da maßest du mir schon Leben dich würdiger erbe mein Schicksal liebreich zu. ben kann! Da steigt in fel 6. Wie soll ich nun nicht voller Freuden bestån dig deinen Ruhm erhöhn Wie sollt ich auch im tief. sten Leiden nicht freudig trauend auf dich sehn? Ja tritt die größte Noth aud ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. Lob Gottes. ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. In eigener Melodie. 420 Gott, ben alle Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Ges schöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth ſchafft. 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt; der Blume Wohlgeruch und Bracht verkünbigt, Schöpfer, deine Macht. 4. alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt Hellstrahlend in die Augen fällt. Du gabst, o Urquell 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel 315 fühlen deiner ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, lernen die Größe Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewundernd sebe, führt mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wun der deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entgücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 Was ich nur Guz Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besize, wodurch ich Andern nüße, gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! Kräften zu des Berufs Ge2. Mit Einsicht und mit schäften beschenkt mich deine Huld D 2 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider fährt? Was hat dich. Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu ges ringe der Huld, die ich be finge, und werd es ewig sein, Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Baterhänben mir gütig zugewandt, dieß sei in diesem Leben mein eifrigftes Bestreben; bazu gib Demuth und Ber. stand! 2. Gib, Gott, daß ich mit keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden tenne, auch jeden Trieb, der sich in mir em pört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! In eigener Melodie. 422 Wie leicht ver 3. Entdecke mir der Tw gend wahre Größe und je des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheb lich finden! Gib, daß ich fie voll tiefer Scham beren und ernstlich auch den kleinund ernstlich auch den klein sten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh let, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leicht sinnig ist und nicht den 3 thum sieht, so gib ihm Light daß es den Frrthum flicht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus fiol sem Wahn den Mangel meis ner Kräfte, so lehre mich kenn ich mei- ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Wahn, aus Stolz und Ei- Sinns und Wandels freue nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Demuth. und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe, so gib, daß ich von Eigendün fel frei fie recht zu würdi gen stets sorgsam fet! 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennut und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, ge fällt! 9. Du ließeft mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl, und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. D lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wahren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten 423 Gib, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu sein! Wer fann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Renntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte beiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, ge denke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir dich zu lieben und dein Gebot zu üben die Luft und Freubigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffft, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. 0 3 8. Sollt Pflichten gegen uns selbst. 318 8. Sollt ich mich deß er heben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. Mel. O Gott, du fremmer Gott err, der du Alles 424e gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jes de gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdiens tes darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch ster, nüße und wenn ich mehr Verstand, als er besißt, be sige, bin ich drum mehr, als er? D nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles tommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütig feit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Hulb mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel wür diger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besiß, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kommt das Ge Drum laß mich deihn. ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 425 Wer bin ich? welche ge Frage! Gott lehre fie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht tennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuz wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? 4. Wenn ich geehrt und Herr, öffne selbst mir das groß in hohen Würden Verständniß, rechteinzuſehn, stehe und Andre unter mir ob ich den Pfad, den Jesus in kleinerm Glüce sehe; mir gewiesen, geh und ob wer machte sie gering und ich auch im Glauben fteh! 4. Du Demuth. 4. Du kennest meines Her gens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich Selbstliebe. vom falschen Wahn, der auch 426 Dein Wille ifts, den Klügsten täuschen kann! o Gott, ich soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Alem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Chrift fich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist." 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das ihn zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein BaVater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg er wählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so taus schen mich Verführer nicht. 319 frei von Wahn und Selbstbetrug! 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Jch muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und nuk beherrsche meine Seele! 3. Rein schnöder EigenUnd wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! Glück, dabei die Tugend lei4. Der Fluch trifft jedes det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim mer! 0 4 320 Pflichten gegen uns selbst. mer! Der Erde Reiz ent- vor dir beftehn? Wer in dein flieht ja doch im Tod auf Reich wünscht einzugehn, immer. Was hilft uns muß reines Herzens werden. turze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns felig macht. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Je fum Chriftum zeiget. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last verfüßen, das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Se gen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst volle tommne Seligkeit. 8. Dieß sei auch mir mein Biel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück gewißlich zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Her zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü sten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was Macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? Sorge für die Seele. 5. Was führt mich zur Zu friedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Troft und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Mel. Es ist das Heil uns 427 Nach meiner Seele laß, und der auf Herr, mich eifrig ringen! jenes Lebens Freuden. Sollt ich die kurze Gnaden6. Herr, laß nach diesem zeit in Sicherheit verbrin- Kleinod mich vor allen Din gen? Wie würd ich einst gen trachten; mich immer, Hei 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich fa dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unMel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Hier ist noch unfre überwindlich treu, o Herr, set! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Bein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde set. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! Hier sind wir immerdar im Streit, hier, wo uns Jrrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald ver. strickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böjes Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltge richt bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe Rets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsaß ist: Ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Jh Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 7. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagft Hülfe zu. Mein ganzes Hers ergibt sich bir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübfal auf mich bringt und Angst mich überall um. ringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. fürchte sich der Heuchelchrist E3 und wer ein Sclav der Laster D 5 322 Pflichten gegen uns selbst. ster ist! Ich will nicht zagen. und doch nie sich stolz er: Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. heben. 4. Weisheit ist es, Chri stum ehren, seiner Mittler huld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, fei nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert: fern sich hal ten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eiteln Ruhm, der bald ver blüht, Luft, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Got tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diefem Glück entgegengehn; gern auch Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland rich ten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Steger sei! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lens ken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unfre Seelen sich, Herr, beines Wortes Licht nur allein zum Leitstern_ wählen und mit fester Zuver sicht diesem Licht sich anver traun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoff: nung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, das nach trachten, recht mit sich bekannt zu fein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be ftes Theil. Die von dir ges leitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir. Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! In eigner Melodie. 430 Mache dich, mein Geift, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Beit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Zeit, jetzt noch darf ich schlafen. Dent an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wachel dir ist unbefannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe der 4. Wachel denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schäd lich ist, muthig zu besiret ten. Gott läßt zu, daß auch 323 du, wenn du sorglos walleft, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch Lift bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nete stellen. 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luft erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerbar machen, beten, fle hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. Mel. Alle Menschen müssen 431 Unser Wandel ift im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fuß: tritt, den ich thue, bringet 06 mich 524 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, we näher, immer näher zu. nig Schritte noch, und geWort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! 2. Haltets feft, ihr theuren Brüder, haltets fest dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Bilger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des ho: hen Zwecks befliffen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euern Wegen! Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, daß, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch vor an. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 432 Des Leibes war. ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren ver bietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bet, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsat das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwert schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. 3hn zu erhalten, u beschüßen, gibst du mit mile der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nügen, und zum Gebrauch gibst du Ver stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie 4. Gesunde Glieder, mun firömest du mir, umringt tre Kräfte, o Gott, wie vom Weltgetümmel, Muth viel sind sie doch werth! und füße Hoffnung zu! Auf, Wer taugt zu des Berufs mein Geist, ermüde nim- Geschäfte, wenn Krankheit mer! Schon seh ich des Zie- seinen Leib beschwert? 3 nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? ben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz and Plage sind Früchte die fer Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht, erstickt den Eifer ede ler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht, führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebene Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt bie Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab, vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüften firebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 07 6. Den 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu be wahren sorgsam sein! Drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße selbst Ge duld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommen heit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433 D er Wollust Reiz zu widerstre 326 Pflichten gegen 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht, und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliehn und keusch zu sein, mich stets bemühn! uns selbst. 4. Mir selbst es zu verfürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, rieff mich ins Leben, dir soll ichs wiedergeben, wenn du ge beutst, doch früher nicht. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Augegen wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat! 5. Was leicht in Krant heit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Baterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst erge Mel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein ben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat geftreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich Hier lebe und gut zu hanbeln firebe, je größer wird 435 Wie mein Glück dort sein. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künft'. gen Aernotezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs genießt, beweist, wie freund dein heilig Wort gebeut! lich, Gott, du biſt! Wel. Wer nur den lieben Gott ie mannichfal tig find die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährl Ja, Alles, was der Mensch 2. Du 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl ge lebt. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du segnest Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dank bar fet. durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefodert, mit Schmach im Grabe noch bes deckt. Gott, laß mich ja dieß Lafter scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden, bu gibst uns unser täglich Brod, du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß. 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und nichts von meinem Ueberflusse durch niedreSchwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Bank und Streit; macht treulos im Berufs: geschäfte, raubt des Gewisjens Seligkeit, sept zu den Thieren uns herab und stür get vor der Zeit ins Grab. 8. So oft ich Speis' und Trant genteße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mein Herz auf dich, den Ge ber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du haft uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernfilich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der ArbeitSchweiß beneßt, wohlauf! du haft mich selbst in den Beruf gesett. 3. Be Pflichten gegen uns selbst. 328 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuver sicht in deiner Fügung ruhn. 4. Auch förbre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Laft auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Gu ten werden; du gabst de Kraft uns viel. Dich, un sern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Hers, er schafft uns füßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang be siegen zu fündlichem Vergnügen. Was mehr, was fiets erfreut; der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit. 5. Wenn Andre trostlos Flagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag béreun. Wenn Träge traus ern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich rei fen Saaten mit reichen Mel. In allen meinen Thaten 437 3um Fleiße ward Früchten siehn; wenn Lau Leben vom freuen und heißen Dank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen, er strömt uns Glück und Freuden zu. Mel. Es ist das Heil uns 438 Gott ists, ber das Vermögen schafft, das Gute zu voll bringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm ge recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf r den Arbeitsamkeit und Berufstreue. 329 den vom Irdischen mit milMel. Allein Gott in der Höh der Hand so viel beim Fleiß 439 11ns strömt aus in seinem Stand, wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und teine Mißgunst schade. Mit feinem Schuß bedeckt er sie und fegnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. deiner Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüglich sei und bir sur Chre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Breis und daß die Frucht von n.. nem Fleiß in jene We.. mir folgel 2. Von dir kommt Weißheit und Verstand, du machst die Reiche blühen, du füh rest Weise in das Land und segneft ihr Bemühen, du gibst dem Geiste Thätigkeit, du bists, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. bringt uns Land und Meer 3. Durch dich, Herr, die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigtest ihren Wirkungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Unbern nüglich werde. Daß Jeder, den dein Wink erichuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit nach 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kräften! Hilf dein milder Segen. Nicht nüßlich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermö helfen kann zu seinem bes gen; du gabst es mir zum fern Glücke! So hilf wahren Wohl. denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreiteft deinen Segen; du rufft: zum Segs nen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. Mel. Es ist das Heil uns 440 err, laß mich doch gewissen. haft mein zeitlich Gut vers walten! Gib selbst mir Weiss heit, gib mir Kraft, damit fo hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, da mit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut fommt ja von dir; es ist 3. Was ist das mir ges schenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Ei teln hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeits lich Gut und Geld, sorglos hintanzuseßen, was meis ner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich han deln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Gei stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich kann haben! Hab ich nur, Höchfter, bei ne Huld, bin ich voll Glau ben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewiffenspein kann Reichs thum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Weiser Gebrauch der irdischen Güter. Richts am Tage des Gerichts. Da schüßt er feinen Sünder. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 331 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, darf nicht vergänglich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Tries ben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß Mel. O Gott, du frommer Gott bleibt im Tod auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seligften Gewinn bis in die Ewigkeit. 441 aß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim lleberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vers gnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängſtlich banach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdschen lenten; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte. Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der 442 e Mensch auf Erden: ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer mache Pflichten gegen uns selbst. 332 mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht fucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schaß gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei groBen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht befißt, hat einen Schap, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bet seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut; mehr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. Mel. Wann mich die Sünden eiteln Ehren 443 as, Herr, nach mich niemals geizig fein! Laß deinen Geist mich leh ren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel über geht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das fet, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefält! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfa de, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besitz von Schäßen und Gütern die fer Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; sie sind bodh Eitelkeit, sie sind doch nur bes Thoren Glück, verlassen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblende meinen Ginn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geift zur Erde hin! Verdienst und Lu gend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein.. 5. Dich kennen, meine sterben, weil an der Welt Pflichten mit Fleiß und Red mein Herz nicht llebt. So lichkeit, mit Muth und Tren fährt die Seele selig hin, verrichten, wie, Herr, dein wo ich bei Gott der Reich- Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jo fu ste bin. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 su Beispiel üben, das set ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit er schuf? 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigteit; und, Herr, dein Beifall lohnet mich mit Zufrieden heit. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die ed Iern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz ver drängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergel tungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse mei nem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Chriftenmensch! 6. Um wenig Vortheil 444 Wohl dem, der wird er schon aus dir mit beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! Meineib sprechen, dich zwin gen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 2. Wahr ist es, Gott vers wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu müßen. Sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten, ist die 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohl= that Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reis, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habft sie wohls bedacht 334 bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu spre chen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. Pflichten gegen 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren, du schweigst, wenn sie dich re den heißt, ehrft, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. uns selbst. 2. Du schenktest mir Ver sland und Willen, die Wahr heit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabft du mir Gefühl und Freis heit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Bracht und Schönheit aus und schmückteft durch dein mächtig Werde! auch mei ner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freu den viel. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie aud die Sinne reizt; nach Wol Weiser Gebrauch der luft, Ehr und Gold nicht Lebenszeit. trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und 445 Du gabst mir, war es auch voll Bitterkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott Ewger, dieses Leben nicht für den Augen blick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. auch zu jenem tüchtig fei! Hier ist der Vorbereitungs- Vollkommne Freude wohnt ort, Bestrafung und Beloh nicht hier, wohnt nur im nung dort. Himmel, Gott, bei dir 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genusse dieses Lebens ein 7. Wohl Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 Nimm mit erfenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: sie flieht! 2. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein und diese kurzen Ulebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang der Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Neße stellt, wenn ich: o se liger Gewinn!- als Sieger dort gekrönet bin! 9. O gib mir deines Gei stes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Blagen auf dich und jenes Leben fehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. Mel. Wer nur den lieben Gott 446& eilt der lepte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfft so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu besigen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was fäumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Set wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Set fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil ers Pflichten gegen uns selbst. 336 erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäf ten die Pilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geift, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Wel. Wer nur den lieben Gott 447 Wº eilt ihr hin, ihr Lebens flunden? Zeit, edle Zeit, mo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunben, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geift, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß man cher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh er des Le bens Werth versteht; er na het früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschen leben werth, das ungenügt vorüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch, fang an zu leben, um nüß lich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nach: zustreben, bring das Ver säumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib be gräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Seit nicht den klein sten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht er füllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiß, ein Verluft, der ewig reut, ist der Verlust der edeln Zeit. 6. Gib dir von einem jes den Tage, den dir Gott schen let, Rechenschaft; durchdent ihn, leg ihn auf die Wage! Vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Mög lichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Chriß ich tugendhaft, so dant ich bir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel Genügsamkeit und Zufriedenheit. 337 6. Ermanne dich, dieß turze Leben dem weiseften Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszufreun, der reifend für die Ewigkeit am Tag der Aerndte dich erfreut. Mel. Wer nur ben lieben Gott Glück, so werden Fehler, 448 Blick hin in die die dich reun, selbst Mittel vergangnen dir zur Weisheit sein. Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um frei vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für je des Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise fiets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er bich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schentte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft bir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Dent an die hingefloßnen Stunden, die der Alliebende dir gab. Sind jie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Schen und Reue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh in das Vergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 449 Du tlagt und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nieschenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther P ift Pflichten gegen uns selbst. 338 ist Tugend und Genügsam teit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein je: der Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht fo, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoff nung sehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden: nimms dankbar aus der Vorsicht Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. Sie gibt dir munterfeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väter lich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge brauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Waters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid er regen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schü get, was fehlet dann noch deiner Ruh? In voriger Melodie. 450& ntehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Leberts Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die teine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam 4. Du prangest nicht in beneide hohen Würden, nicht der Großen Glid. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret, wünsch ihn auch nicht aus Wer gern, Selbstbetrug. was er nicht braucht, ent behret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben was ich be darf und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz befire Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos, ist mein -höchster Wunsch, mein Stres ben, reich zu sein, geehrt und groß, dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. dann o 2. Lernt ich mäßiger begehren, mäßiger im Wünbin in meichen fein, fept genießen, em Gott zu- ich würd ich ſein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. Güter schaffen nicht zufries 3. Hoher Stand und große denheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weis heit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Va terhand, nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen, auch mein Theil mir zugemessen. bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben müss' ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 451 451 ch frieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden, sein weiser Rath will stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen wer den. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Soll mir die Freu bensonne scheinen, so dane ich fröhlich seiner Huld; foll aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zuten zu erfüllen hilft nur friedenheit! Schwere PflichGeistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen macht zu jeder Pflicht vers droffen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Laß mich, Gott, in 452 Sheint mir freu meinem Leben reblich meine denleer das Pflichten thun, still und kind2 340 findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Pflichten gegen Streben nach Herzensund Gewissensruhe. uns selbst. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Difteln Feigen le sen, und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt fill in frommer Bruft sich ein. Gnade 5. In Gottes fuche deinen Frieden. Wir du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schreb ken und Gefahren, du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das ger fällt. 453 Nicht Höhn, nicht In eigener Melodie. auf den in den stillsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel, du herrscheft segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. In eigener Melodie. 2. Du weinst, o Mensch, 454 Befis ich mir d dich treffen Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel tft. ruhiges Ge wissen, so ist für mic wenn Andre zagen müsſen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil, dieß soll mir Niemand ra ben! Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der 3. Nicht Alle, die zu Friede Gottes nur ist Heil Christo sich bekennen, nicht 3. Welch ein Gewin Alle, die ihn Herr, Herr! wenn meine Sünde schwet nennen, sind würdig, aus- get und Gottes Geist sein. Drum meinem Geiste zeuget, daß suchen Viele falsch hienieden ich sein Kind und Erbe bin! in Gold und Ehre ihren Frie4. Und diese Ruh, den den und gehen nicht zum Trost in meinem Leben, sollt Himmel ein. ich für Luft, für Luft der Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann größer sein? Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schüßte mich. 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er höhen? Ein ruhig Herz verfüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. Was gibt mir bie Güter zu verachten, wo nach so ängstlich niedre See len trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein hinauf zum Himmel, schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müs sen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist! 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun danket Alle Gott 455 Deathat, gern Freuden uns bereitet, wie beglückt, selig, wer, von dir an Vasich glücklich fühlt, wenn er terhand geleitet, nur dann zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geift zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu P3 sein Pflichten gegen uns selbst. 342 sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde fleinre Freu den mit Maß und Weisheit wählt! Jhr Uebermaß wird Leiden. Nach arbeits voller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueber druß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Schmerz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zue friedenheit; der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 8. Nie soll durch meine Luft der arme Bruder lei den? Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er ver lebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! 456 Vitreust du hin Mel. Mache dich, mein Geist iele Freuden auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreuft unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Ge gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was i Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Wei sen laben? 3. Uns o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zu hohen Ziel uns erleichtert 7. Der Tag der Fröh- werde; und auch ich freue lichkeit sei niemals ganz ver- mich, denn du hast mir le loren! Ich ward zum Dienst ben und Gefühl gegeben. 4. Dod Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlie ßen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränten, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein verstocken. Heil Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie Mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen. 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. Dwie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei, Gott verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wante! 8. Nur ein mäßiger Gemuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberbruß, fördert die Geschäfte, und mein Geift, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden wins fen! Laß mich nie, dir ungetreu in den Taumel fin-. fen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. Mel. Gott des Himmels und is der Tod ihm zum Gott 457 Grabe, danke seinem der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, ver liehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angeficht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, blei bet von dem Christen fern, dessen heitrer fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung flieht 4 Pflichten gegen uns selbst. 344 flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre seigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 458 Da aß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen nach dem Tod der Wonne mehr zu gebent. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wun der seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Wür mern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. bogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden jeiner Güte Spur auf je dem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Küh lung wehn die Wogen. Am Mel. Was mein Gott will Himmel zeugt von ſeinem 459 Bott, immer groß Bund der Regenan weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängt du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie wer den mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müsſen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele met ner Freuden, verkenne deine Vater Geduld und Gelassenheit im Leiden. 345 Vaterhuld, vermehre meine mer Dulder, hier im GlauLeiden, vergeß oft des Be- ben. Noch so dunkel sei dein rufes Pflicht und quäl mich Pfad, lasse dir den Trost jeden Morgen beim Man- nicht rauben, daß nach die gel froher Zuversicht mit fer Dunkelheit dich ein hel immer neuen Sorgen. les Licht erfreut. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz gang troftlos überlassen, betämpfet seinen Rummer nie, wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du tennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, fann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröftest, segueft gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf biese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, beRehen. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, fie stehn vor Gottes Thron, thre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. 35m ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater mild und gut, Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Sãe deine Thrä- von oben her wird dann nensaat, from Trost ins Herz gegossen, und 5 Dor 346 Pflichten gegen uns selbst. vor dem verklärten Blick Sünde Lockung' scheun? schwebt des Himmels ewges Wird nicht, wenn nie ein Glück. Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, und die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet als les Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Luft der Welt! als wenn in Trübsal manche Bähre herab von deinem Auge fällt! Was lehrt dig mehr Abhängigkeit, Demuth, Gottergebenheit? mehr 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt; wenn Krant heit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht schüßt, dann lernst du fre dig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Alweise schidi dir Leiden, damit er bid zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künfige Frenden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Chrift, bit strafend selbst noch Güte is! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weiſe Zucht dich auferziebn; gut Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wohlthätig sind der Erde Leiden. Dies glaube fest und murre nicht. Am Ende fol gen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst sollst du und unsträflich mit findlichem Vertraun auf wandeln, die Welt und ihre ihn und seine Hülfe schaur. Lüfte fliehn, dich bilden in 3. Wirst du bei lauter der Prüfungszeit zum Erdenfreuden und in des ben der Unsterblichkeit. Glückes Sonnenschein so 8. So nimm in Demuth leicht der Thorheit Bahn und Vertrauen den Reid vermeiden, so gern der des Leidens willig an und walle Geduld und Gelassenheit im Leiden. 347 walle ohne Furcht und des Todes Pfade vertrau Grauen auch auf der aller-, ich deiner Gnade; du, Herr, rauhsten Bahn! Jhr Ende bist bei mir in der Noth. wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede sein. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. In allen meinen Thaten 462 hab in guten 3h Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelaſſen 463 mich auch in Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilift und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jest hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo flerbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tob? Auch auf Mel. Allgegenwärtiger, ich Trübfal, In Chrift, sei unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er bich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erfickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6 5. Auch Pflichten gegen uns selbst. 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Vertrauen, lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Un sichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet bort dein Genuß ohn Ueberfluß, wie ihn der Geist begehret. 7. 3war flört das Kreuz 464& in Hers, Gott, oft deine Ruh: mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, steht dir als Bater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Raft, daß deine Last dich nie ganz nieder drücke. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie, gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört bein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm er gibt, den wird er nicht ver laffen. Mel. Herzliebster Jesu! o Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, ers dulden wir nur unsrer Thor heit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der From men! 4. Jt Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Has und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Chri sten Leiden? 5.30 Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. Jt deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir fie uns, die Missethat zu haffen, güchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Bilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen Leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen tränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmerz zen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! Wer spricht 349 bis hierher! zu dem Meere? Jt er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen, allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott Die 465 Groß ist der Herr! tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu ber legten Sonn hinaus herrscht sein Geset; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. B7 3. Was Pflichten gegen uns selbst. 350 3. Was dich auch drückt, Mel. Wann mein Stündlein mein Herz, er rettet! Ver 466 Wir trocknen un Pflicht. traun zu ihm ist deine Er, der den Wurm im La= ger bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist. 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten, mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fer Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! Thränen ab; erhebet euch, Gefühle wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blö Be, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen: zur Weisheit führt des Le bens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Ver fage dir nicht diese Ruhe, aus ihr erwächst der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, trö. ftet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Reime deiner Ewigkeit. 3. Und wären wir auch noch so frank, zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dant! Erhebt euch bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so man ches Grab geliebter Men schen nieder, und manche Thräne rollt binab, doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Ba terland! Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, ſie blühn in neuer Jugend; wie frei i nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher zur Felsenlast. Zagend Herz, heiße Tag; sie gingen vor, besieg den Schmerz! Drückt wir kommen nach. Wir wol die Bürde gleich den Schwalen nicht verzagen! chen: doch wirds Gott wohlmachen! 4. Du führst Chrifti Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter trachen: doch wirds Gott wohlmachen! 6. Das Leid, das schmerz lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht vers zagen! Mel. Jesu, meine Freude 467 Shrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Roth ringsum bedroht, Sor gen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen! 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedränge ten Geist; weicht das Glück auch fiets zurückt; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlmachen! 3. Bürden abzunehmen, dazu Gram sei dir verhaßt! Ungeduld macht Bürden, die 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Rampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag fie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen! 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohlzumachen! In eigener Melodie. 468 Sont es gleich bis als verließ der Herr die Seinen, auch in Sturm und Pflichten gegen uns selbst. 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! 2 Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder fireben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen. Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne, jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide, leb mit Bösen ich im Streite, folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab. In eigener Melodie. 469 Warum sollt ich mich grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blat, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beffre Leben. zu 4. Schickt er mir ein Kreuz tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er wird wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. 5. Gott Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder; nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil, sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt; sie enthält Güter die verschwinden. Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. In eigener Melodie. schmerzlich finden? Selbft 470 Was Gott thut, den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endet die ses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. ist wohlgethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her gen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort fann ja nicht trügen, er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann Pflichten gegen uns selbst. 354 fann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen tann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es fommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil mich zuleßt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Hers zen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, und hilft in der Noth und züch tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh, Hoffnung Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthigwiderstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, be fehl ich meine Seel in meis nen leßten Stunden; bein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch über wunden. wird Gott mich ganz väter lich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mir Leben auf der Erde? Ein Wechsel ist von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Be schwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die In eigner Melodie. 471 Was mein Gott kein vollkommnes Glück ent hält. will, gescheh allzeit! Sein Wik, der ist 2. Weß soll ich mich, o der beste. Zu helfen dem ist Herr, denn trösten? Nur er bereit, der an ihn glau- deiner Huld. Du bist mein bet feste. Der treue Gott Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege blick meines Herzens Troft und fröhlich hin zur Ewigkeit; Theil und stehst nach det- da wirst du frei von aller ner Vatertreu mir stets Pein, ganz selig, ganz zumit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dant, auf Klage froher Lobgesang. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer des sen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn In eigener Melodie. bliebst du frei von allen 473 Herr, mein Leiden, Treu erkannt! Bollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand hel fen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zuversicht. 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege: hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein und was du thust mir theuer sein! 2. Du, du regierst mit Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. Was 3. Von Ewigkeit haft du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickt, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu dir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil Pflichten gegen uns selbst. 356 Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so zag ich nicht: du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geift besteht. 5. Was dieses Glück ver mehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank heit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, bein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich? Mel. In allen meinen Thaten 474 Mas ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch Met. Schon ist der Tag von Gott sah. Eh ich mich selbst noch 475 Wiefer Mits enn gleich aus kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. ternacht Gewitter um mich bligen, so sag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 mein Vater wacht, er wacht ten, so laß mich wohl beund wird mich schüßen. Die denken: auch das set gut, Güte, die mich werden hieß, was Trübsal heißt! die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie vers laffen. 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir ge fällt. Du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh, des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die Lei den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Troft und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, det ne Huld erheben; wie freubig dir selbst für das Leid Lob, Breis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. 476 o Mel. In allen meinen Thaten ill mich, Gott, hienie den des Lebens Last ermitden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden frän5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Ge duld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben, der Tod ist mein Ge 358 Pflichten gegen den Nächsten. Gewinn. Muß gleich mein herzlich sollen wir uns eine Leib verwesen, wird doch ander lieben; wohlthun, mein Geist genesen, er eilt Elend mindern hier, Reinen zu seinem Schöpfer hin. je betrüben. 8. D drücke meinem Hers zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch nie mals unglückselig sein. Allgemeine Menschenliebe. Mel. Schwing dich auf 477 Heilig, heilig ist bas die Menschen bindet, ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet, ist geknüpft, daß besser mir feine Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle. 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet, der nicht nur mit Freund lichkeit, schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 4. Und ich fühlte keinen Schmers bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stol und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Luft meinen Vater nennen. 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich euch versüßen. Alle, alle leben wir, um uns zu bes glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leis den 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tra gen; kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr meiner Brust euern Gram verweinen, bis die Sonne neue Luft euch ins Herz wird scheinen. an 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich ench erweisen, werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er Mel. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und quicken. Allgemeine Menschenliebe. 359 dem, der sich bemüht, nütz: lich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 478 Au len Christen und auch mir hat der Herr dieß vorge. schrieben; euern Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält, alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beffres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. ein4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns ander haffen? uns, zu unfrer eignen Pein, Stolz und Reid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Näch ften ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre haben: Unsehn, Reich thum, hoher Stand, Leibesträfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Anbrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden dort verflärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht. 2. Wo du, Jesu, Menschen nahteft, folgte Wohlthun deiner Spur, wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franker Brü der, wo du je nur hingeblickt, 360 Pflichten gegen den Nächsten. blickt, kehrte Freud und Liebe dringet, ärndtet dau Hoffnung wieder, und die ernden Gewinn. Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Troft gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 7. 3war der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns, steigt zur Blüthe was die Liebe ausgesät. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein nicht erbarme, sich mein Gott von mir! Ohne Lieben ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, fein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. jeden Menschen liebet, bet seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte fliebt und sich um Andrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm' hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu seh, nein, Menschen zu erfreun 5. Ob mich auch mein Nächster kränket, Jesus, dent ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket, besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so mein Herz mit Rath und füßen Frieden, wohlzuthun Hülfe dienen! Mich treibe und zu erfreun! Wer nach nicht erst Dank zu milder Dank und Lohn nur ringet, Wohlthat an; nein, was hat schon seinen Lohn da ich Brüdern thu, das fei hin; wen das Herz zur dir, Gott, gethan. 3. Dieß sei mein Gottes dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern fiets mel. O Gott, du frommer Gott. 480 Gib mir, o Gott ein Herz, das 4. Gin Allgemeine 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt, Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Mel. Wer nur den lieben Gott Aus Schmähsucht tränke nie 481 Vereinigt laßt uns Gutes wirken, mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück er freun, noch mehr sein Selenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glaus ben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch ficher ist bei feines Fleis sches Werken, von der verfehrten Bahn des Lafters abzuziehn, dazu verleih mir Menschenliebe. 361 Kraft und segne mein Bemühn. 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band, und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. O Bonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Men schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und vers kündigt den Lohn der Mens schenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du fäteft für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Nerndte den Samen für die Ewigteit. O laßt uns diesen Samen streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Mel. Auf, Chriftenmensch! 482 Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir find alle Brüder. Gott nicht für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seis nes Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver fühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit mei nen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billig, feit. Mel. Kommt her zu mir 483 Du liebt, und strafest den, der sie ent weiht, am nächsten Unrecht übet, Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn ohn alles Ansehn der Person nach seinen 484 Richte nicht mit giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenten! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habfucht, um Gewinn des Näch sten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig das hin fehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 363 Mel. Gott des Himmels und der Erde. 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedacht sam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Thaten ein? Ist auch, was du tadelft, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. zu bedenken, was dein Näch5. Christ, vergiß nicht fter fordern kann! Ach, wie würd es dich doch fränken, griff er deine Ehre an! Deiner schent ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem D 2 Ver 364 Pflichten gegen den nächsten. Vergehen meide mit Be- du gütigster Berather bei scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterfeit! Menschen sind einzig deine Gaben, freundlich decke du deines du bifts, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquickt. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Bu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig deine Wonne sein. 8. Sehe nicht des Nächsten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seis nen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Argwohn hegt, und wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter al ler Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte bu den nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485 D u, aller Men3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach dei nem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich wil lig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bes strebe, sowie mein Hei land that, der göttliche Er barmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mittleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinets willen mich Andrer Noth durft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, schen Bater, das dir wohlgefällt! 6. Lak Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächflen liebet und sich im Wohl thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch er dieser Er 486 Wer Wer den Güter hat und sieht den Nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden, der über tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Beten lehret; nicht dem Berleumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüzet, doch nur aus Stolz, aus Eigen nub, aus Weichlichkeit ihm nüßet nicht aus Gehorfam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. - 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen im Verborgnen gütig forscht, obs ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Un= gestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? Heil und Zucht mit Rath 6. Wer für der Armen und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Dent oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Mel. Gott im Himmel und beizustehn, der 487 Seid barmher. nicht zig, Menschen, Q3 Hö. Pflichten gegen den nächsten. 366 höret, hört das Heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch noth ist, Heil und 2. So viel Menschen, so viel Brüder: Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Chrifti Glieder; allges mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen ſo den Bösen, wie den Setso nen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher: zig, feids, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, Rummer lindern, Wunden heilen, wohl thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edelm Triebe, das ist wahre Menschenliebe! Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 5. Herr, wir geben von bem Deinen, was wir ge ben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste fie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Mel. Beftehl du deine Wege 488 Nach frommer ben, mit Allen in der Welt, ifts möglich, friedlich leben, bieß ists, was Gott gefällt. Doch dem nur kanns ge lingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bes zwingen, Beleidigung ver gibt. 3. So oft fie Zwist ers regen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen, und tiftet Einigkeit. Der Uebers eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach, ficht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Wit be sigt, und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhißt. Er freut sich ihrer Freuden, trogt und erbits tert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So 2. Nachgebend und ge fällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets ge sellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brü der fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm lich denkt. Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Zorn entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch eigne Rache verwerflich sten Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit fein. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir flagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach stren gem Rechte dem harten Knechte. 6. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth und Kraft, dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 489 Mel. Herzliebster Jesu! err, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten: du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth 3. Uh, glich ich dir, 2490 ener, der du Ach, Heiland! Ich betenne, daß Mel. Herzliebster Jesu! mein ich noch oft von schnellem für mich föhner, littest und noch D4 zur 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu mich jenes Leben einst wird erheben. 368 Pflichten gegen zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Duschalt'st nicht wieder, als man dich gescholten; du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vers gebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. den Nächsten. noch so bitter fränken, an dich nur denken! mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht über sehen und, sollten sie mich 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei nen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanft muth meinem Feind begeg nen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein gan zes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann fe hen! 11. Du schüßest den, der reblich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum las in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich wer den! 6. So heilige denn mei- Mel. Chriftus, der ist mein Leben ner Seele Triebe, mein Hei- 491 Nie wille land, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglückselge Lust der Rache flucht; nie dem zu schaden der fluchen, wenn mir mein Hasser fuchen, der mir zu schaden sucht. 2. Jch will ihm fanft be gegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 369 ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. beten und Gott vertraun: Gott schützt! 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth er grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhigt, so will ich für ihn Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchdanach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, den sie beschämt zunichte, vor deinem Angesichte werweil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abscheu ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu sein und durch das falle mir nicht ein! Heuchelet betrügen, Herr, Wahrheit leit an allen Drten mich in Werken und in Worten; redlich set des sprech auch stets der Mund! Herzens Grund, redlich ergeben, sind vor dir, o 3. Die der Falschheit sich Gott, ein Gräul, und ein unglückselges Leben ist ge wiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande jie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der VerleumQ5 Pflichten gegen den Nächsten. 370 leumder Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanft muth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte dei nem Ohr verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge fahr und List, für Wahr heit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst ihrem Licht die Lügner scham roth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Ge wissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu und Wahrheit fei! Mel. Befiehl bu deine Wege 493 Wohl dem, der richtig wan delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit Blos heu chelt, nie Treu und Glaus ben bricht! 5. Laß niemals mich ver sprechen, was ich nicht hal ten fann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ge than; nie Leichtsinn mid verleiten und nie des Bei spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäß sucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weis heit Licht, Herr, meine See le leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für An drer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden fasset und Spott und Drohn 7. Wenn je, um mich zu nicht scheut; die Wahrheit drücken, des Feindes Rath nicht verleget; weil er an je gelingt, wenn er mit böfen dem Ort es sich vor Augen Tücken in Kümmerniß mich sebet, Gott mert auf jedes bringt, so stärke meine See le, daß sie nicht unterliegt Wort! und Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde, die Treue schüße jedes Land und wohn an Mel. Allein Gott in der Höh 494 blidt hinauf jedem Heerde! O Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit je der Lüge! zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Hime mel, Brüder! Jm Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde als dein Kind dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 2. D was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer für Welt Gewinn des Herzens innern Frieden hin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel. Ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen lettes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. Mel. Werde munter, mein 495 wir erscheinen, ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wirs meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein, soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine Q6 Huld 372 Pflichten gegen den Nächsten. Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Unser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir find deines Reiches Glieder, deine Kinder, wird sind Brüder. Mel. Schwing dich auf 496 Redlichkeit! mit dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrs heit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben, 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott vers borgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und fein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. ster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. 3war sucht mancher Bösewicht Redliche zu drük ken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seis nen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahr heit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Got tes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern ver schmerzen; aber einen fro hen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Ge wissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie ver missen. 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. Jn ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend im mer, und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. on Mel. Gott Bater, an Erbarmen 497 Vo meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Gutes Beispiel. Wandel rein und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuBescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Von dir in dieſe stets Welt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Bei spiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der forg: los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt, der selbst die Schwachen gern berückt und liftig in sein Neß verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist verjagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Bescheidenheit. 373 Tugend nur und Frömmigfeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte, denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du als Vater Ale liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Ers den gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Berstand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern andre Menschen mir? Du, vorgezogen? wer wieder Gott, durch freie Huld be wogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 0.7 dir 374 Glückseligkeit wahrer Christen. dir nichts zuvor, und ich arm, wie hülflos wär ich bin Alles, was ich bin, durch dann! dich. 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt De muth und Bescheidenheit. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von als lem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, beneis ben, mit ihm mich meines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an, wie 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Lie benswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schims mer gern entbehrt. Ste fet, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499 Entfernet euch, un felge Spötter! Ihr gittert, wo der Fromme glaubt, mein Herz hat einen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umge ben, schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch derSclave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmen schen, eure Freuden, bie Wolluft, die euch trunken macht? Ein Chrift sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Jhr rechnet mit erhistem Blute des fernen Tages Wolluft aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. Glückseligkeit wahrer Christen. 375 4. Ihr seid dahin. Des Andre ängstlich zagen, nichts Christen Größe geht auf, Schreckliches in der Natur. besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich, der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Chris sten Seele reich. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 5. Ein Blick in meine 3ukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Er den bleibet, ist sich des Him mels stets bewußt. Kein Unglück kann mich nieder schlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht vers zagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 4. Sein eignes Herz bes fämpfen und seine Neigung dämpfen ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen; welch seliges Vers gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verach: ten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 in ruhiges Ge Hers, bieß größte Gut. wissen laß, Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann schauen, o Gott, und mit 7. 3u dir gen Himmel Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den 6. Du leßte Stunde meines Lebens, die du den Chris sten heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was beiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 376 Glückseligkeit wahrer Christen. Erlösten, darf ich mich dei- Lästerzungen, wird seines ner trösten; welch Glück, Herzens Ruhe doch dadurch mein Gott, kann größer nicht ganz bezwungen. Ge sein! nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorg sam bösen Schein. wird die Unschuld retten. Goit 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbit, o Herr, dein Mund, den wah ren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverlegt Gewissen, des Lebens 501 dir, allerbesten Theil, zu haben ausgeföhnt zu sein, bein heilig Recht nicht zu ent weihn, das sei mein größ ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Ge wissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben fuchen! 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost ge nießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. Dlaß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werten laß mich die Hoffnung fläcken, daß Nichts dammlich an mir jei! vers Mel, Schon ist der Tag welch ein un ift, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der bat auch Muth, wenn Andre sagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt tein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. deine Vorsicht. 7. Mit deiner Gnade tröfte mich und stärke meine Ihn tröstet Seele, daß fie vor Sünden 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der hüte sich und nie aus Vor saß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat im mer Glückseligkeit wahrer Christen. 377 mer dich durch Jesum den schwersten Kampf geChrift, Allwissender, zum ftritten. Gib, wenn ich erTrofie. mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, siegen! Friede Mel. Schmüce dich, o liebe S. lohnet nach den Kriegen. 502 Vom Geräusch Ver geschieden, schmeck ich des ErMel. Wer nur den lieben Gott lösers Frieden und die Freu- 503 Wenn ich ein gut de Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sün den seh ich unter mir verschwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. D, was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüften, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens turze Leiden, wenn fie schon im Geift am Throne deiner treuen StreiterKrone und den hohen Lohn erblik ten, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur find des Jammers Pfate, ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deis nen Rath verehren, unter feiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausendfaches Leid erlitten und be, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten und ihn vollGlaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich bes Lebens Leiden, sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück; und was kann hö. hern Troft verleihn, ohne Schuld im Leiden sein. als wahrer Christen. 2. Wer heilig wird, wer abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet. 378 Glückseligkeit 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmer fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet eil ich der letten Stunde zu; dem Leibe, der nach Rast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch manche Sünde, mein Heiland gib mir Trost und Muth: ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele, darum sei be flissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich! el. Herzliebster Jesu 504 Wen wird, Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens turzemkampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver breitet, fie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lä stert, sie nicht fränkt und stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasſet und doch mit den Sün dern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Ga ben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brü der Ruhm und Glück bes neidet, selbst reich, die Ar men speist, die Nackten flet det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genügt zu haben; 7. Wer, züchtig in Ge banken, keusch auch lebet: wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke må ßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott, bie Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlösten thes sind auf Erden in nach dieses Lebens kurzem Beschwerden unsre Seelen. Kampfe trösten; den schmückt Herr, was kann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen! nem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann Mel. Mein ganzer Geift 505 Wie groß ist der Herr vor aller Welt unsre Se ligteit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienft sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Lei den Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. Dwie erhaben ist das Recht, das du uns schenkteft, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater land; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müſsen streiten und zu uns finden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Mu Mel. Schon ist der Tag von Gott 506 Wie heiter fließt hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung fret und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. ne Batertreu mich auf des 2. Sanft führt dann deiLebens Wegen; mit jedem Mora 380 Glückseligkeit wahrer Christent. Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich Welten gewinne? Vergäng beschüßt, gewährst mir Al- lich ist jedes Vergnügen les, was mir nüßt, lenkst der Sinne. Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehn mir nicht, sie bleiben, wenn Alles auch wantet und bricht. 2. Die Natur streut Lust und Wonne Jedem in den Pilgerlauf: aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken, ihm pflegen die Auen sich schö ner zu schmücken. Die ir dischen Gaben sind Labfal ihm nur; drum beut sie ihm süßer die holde Na tur. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Jón leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist hier schon im Himmel. Ihm folget der Beifall der Edeln und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligtet verschmähn! Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn! Wenn oft auch die Kräfte Mel. Eins ift Noth, ach 507 Lieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho- des Pilgers ermatten, bald laben 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie könnt ich je verzagen! Ichdul de standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht, du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich be glückt und keine Reu mich fränket, wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freu. den! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen. Glückseligkeit wahrer Christen. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet al ler Schmerz und Himmels laben ihn wieder sanft lühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns wintet ein Vorbild, o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit 508 Mein Glaub ist freuden schmeckt mein Herz. meines Le- 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Jchübe findlichmeine Pflicht, doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dieß: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. bens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troft der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meis nem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Chrift zu sein! 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube fehrt zurück der Staub, mein Geift wird nicht des Todes Raub, du bift für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerjen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, bort ewge Ruh. 6. Der du den Tod, für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdant ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heis ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes kraft den neuen Menschen in mir schafft. Glückseligkeit wahrer Christen. Dank sei dir, Jesu, Hoheit dieser Welt; daß Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Be lehrt dein Evangelium fest hüter, daß er durch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wankt und fällt; kein irdisch Es macht mich ruhig, es Gut ist ihm ein Reiz zu erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit; drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! 5. Gerührt durch Mits leid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod: er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. 382 509 Dem Mel. Wer nur den lieben Gott Wandrer gleich, der auf der Reise das festgesepte Biel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung for gend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umber auf düsterm Pfade, sucht See lenruh und findt sie nicht; wünscht den Besiß von Gottes Gnade, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er sagt, sein Glaube steht nicht feſt. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieben schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besig der Güter, der Ehr und Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden, in guten Ta gen mich erquickt. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte, wie würdig scheint der Christ dir nicht, gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungsfreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in beine Hände befehl ich fiers bend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte Abtheilung. Lieder über 383 die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl ohl dem, der in dem Ehe bunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin! 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Meltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen das, was er soll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siß des Segens weiht! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der serm Schmerz und Leiden Freund; wenn er an untheilnehmend, tröstend mit uns weint, die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! findlich ehren, o Bater! 5. Ja, denen, die dich strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Leha 384 Gesinnung und Leben des Christen Lehren und traun auf dich und finden Ruh: sie finden Freude, deren Werth und Dauer teine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir ges fandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue feft verband; oft flört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krank heit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt; du wirst, du fannst sie nicht verlas sen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zufrieden mit 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels boher Frieden bei stiller Häuße lichkeit. Der Liebe reiner Seelen tann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Uns sern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo Der Ehestand. Met. Wer nur den lieben Gott nicht Trennung und nicht 512 Von bir, ner droht. dem, was Gott beschieden den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, 4. Sie mildert Sorg und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand im fest vers einten Streben durchs kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. find der Che Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck sein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gna dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je den in besonderen Verbindungen. den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unjer ganzes Herz mit reiner, fester, freuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz, mit Liebe, die in Frömmigkeit durchBlick und Wort und That erfreut! 4. Rein Chrift verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage, so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachfehn und verzeihn und ftets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit uns frer Tugend unser Glück. 385 erhöhen die in Chen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand, die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 1 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus, so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie piel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter, Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebers Last, gib, daß kein Gegen fehle! Laß nie sie Mel. Mein ganzer Geist, Gott 513 Der Ehestand soll heilig fein! Du, Schöpfer, feßtest selbst ihn ein der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entges 5. O leite fie von Uepgen. Vater! Bater! dich pigkeit auf Freuden, die ihren Bund entweihn; laß treu sie, züchtig, friebsam sein. Ein Herz und Eine Seele! Lente, lenke, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden R man 386 Gesinnung und Leben des Christen man nie bereut, auf Freus den echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle fie, die auf dich sehen! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel tam der 514 Gott, Schöpfer, Stifter heil ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, freundlich, vor Allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander innig lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und feusch in Wort und Werken fein! ren sie des Erdenlebens Laft und Müh, so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost, daß unser Gott die tugendhaft sich hier geliebt, einans der ewig wiedergibt. 4. 3usammen laß fie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen detnen Ruhm erhöhn und deinen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! Mel. Mein ganzer Geift, Gott 515 Von dir, du ett Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; so weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht ver einigt abzulegen! Laß fie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu fich lieben, freu die Pflicht der Christen üben! 2. D du, der du so gern beglücft, so liebreich zu uns niederblickt auf allen unfern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib audh zu ihrem Thun Gebeibn, und ihr Berufsei Segen! Laß fie, 6. Empfinden und erfahs Vater, dir ergeben, glücklich Leben in besonderen leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz 516 Geht hin! Der sich erfreun? Gott, der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Jhm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmers! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath, ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Verbindungen. 387 Zucht heran, ohn Erkennts niß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüglich sein, deiner Liebe 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne auf Erden Kinder gnädig 3. Jeder, dem du hier anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß. Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. gendmehrer! Laß. zu fördern 4. Menschenschöpfer! TuMenschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vers einter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen, sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd Nelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen 517 Menschen weif und Lafter fliehn. und gut ers 5. Pflanz in aller Kinziehen, die zum Leben Gott der Herzen weisen, fromerschuf, welch ein wichtiges men Tugendsinn, daß sie Bemühen, welch ein seliger nicht ihr Wohl verscherzen; Beruf! Gott zum Ruhm, laß sie Trägheit, Leichtsinn der Welt zum Segen, ih fliehen und um Unschuld res eignen Heiles wegen, sich bemühen! Führe fie Rinder weis und gut er auf ebner Bahn, daß ihr siehn, welch ein wichtiges Fuß nicht gleiten kann! Bemühn! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzie her sehn; selig, wenn sie N 2 im Gesinnung und Leben des Christen 388 im Gerichte ihre Rinder vor dir sehn und dann sagen können: Reinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis' und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Neltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn Vergelter, ewig ſie! bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohl: sein ihrer Jugend zu dei nes großen Namens Preis: sie lehren Weisheit fie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Ge bet zu dir, in dessen Hand es sieht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tieffte Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Herr! welch ein Mütter Luft, flößt Tugend der Kinder wichtiges in schäfte für Aeltern, Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Luft und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Bucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen den Beruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden füh. ret man sie früh zu weiser Ordnung an. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlich feit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu sen fen, ist ihre Sorgfalt fiets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. D welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, die Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Reblichkeit vollziehn und, 8. Und für ein Voll, diese Absicht zu erfüllen, für ganze Staaten, o welch sich nach Vermögen treu ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Neltern selbst Beschwerden, die oft her nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr Nel tern dieß erwägen, erwed und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie thre Kinder wohl erziehn! O laß fie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! Rel. Wo Gott zum Haus 519 Groß ist, ihr Neltern, eure Pflicht! Verwahrloft eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was Aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott fennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werte 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geißt, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Reim und Frucht; sorgt, daß sie werden Got tes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unvers stand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euern Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; web, web euch, wenn ihr sie verführt! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wiß, nie preist des Knaben schadenfrohen Geißt als Munterfeit, Herz und Lügen nie als ein trüglich Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, ges nügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt Geiz R 3 390 Gesinnung und Leben des Christen Geiz und Neid aus ihrer fennen, laß sie nie gefährs Brust, macht ihnen Chris lich irren, leite fie. stensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen seil 12. So nehmt euch ihrer Seelen an; Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Vers fuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Bucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürs ger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit Mel Vom Himmel kam der 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern bir! ren uns Bater, bein, find deine 521 Meine inte o Herr; bewahre sie, Barmherziger 1 2. Wenn treuer Neltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Bucht, so steh, das mit sie glücklich sei, mit det ner Weisheit ihnen bei. freun, sind alle, Gott und Mel. Freu dich sehr, o meine S. Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabft sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dant, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang: Troß, Eigensinn und Müßiggang. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwings lich laß sie sein allen Lüften, fromm in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reis nicht achten. 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie vers schonft; nicht, daß du durch ftete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden threr Wünsche stillst, fede Hoff nung gleich erfülist: nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer LebensVerbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer feines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich, hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. Kindespflicht. Mel. Gott bes Himmels und reiſe, wie es längst bein 522 Kinder, die ihr Rath ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen sie von dir zurück, ihr verlornes Seelenglüc wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu erseßen. noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorgloß nur zu ihnen eilt, noch durch sie in jeder Pflicht Lebr empfangt und Unterricht; 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör: Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott. Nüglich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres Fleis ses nähren und durch ihn dem Mangel wehren. 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euern Aeltern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folge sam sein, nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun, ohne Klügeln № 4 ihnen 392 Gesinnung und Leben des Christen ihnen traun und auf ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, fedem Lafter troßend geht, bis ihr einst am Biele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Troft und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach, dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß vergeſset nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Vater, Du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Neltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be glückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärts lich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich. Dwie beugt mein Undant mich! meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kinds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 6. Ihren Willen thun sei mir meine Luft! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache ſelbſt mich dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen fein! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Lieb verscherzen; gib, daß 5. Jesus stellte sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorg falt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen wetnen, ihnen deine Hülf er flehn, nach der Hülfe dich erböhn! 9. Meiner Aeltern Schuß fet in besonderen Verbindungen. 393 sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden und erhör auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater, selber tragen, und wenn sie thr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn. Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 W enn Geschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Wel. Wer nur den lieben Gott Reiz der schnellen Stunden 524 Wir flehn für freundlich mehren und er höhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. unfrer Neltern Leben dich, aller Mens schen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, fie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth, warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, weis ses, sanftes Herz und laß uns gern sie findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen kränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen beBen Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gefegnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Neltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle N 5 Haus 394 Gesinnung und Leben des Christen Hausgenossen streben, sich Eigenfinn ist Verlegung mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe, fomm herab vom Himmel, komm in unser Herz Herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werben! meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin; den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht Mel. Auf, Chriftenmensch! 526 Duvertheilft der 527 Durch dich, Gott, bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich als Herr so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: bieß, Gnädiger, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Ned lichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dankbar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichste verfüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er frant, sein Pfleger set! Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weije, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer sich meines Hauses Glück treu zu meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ges recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsaß fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers sei? 4. Hochmuth, Stolz und 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm ver in besonderen Verbindungen. vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn ents zieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gletches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Der mir hier bient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrers bietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden ab zuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsat nie be trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie benetden; will alle Trägheit meiden und alle Zantsucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichts sinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er beFür Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 528 Gott, deinen weis reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, dieß ist dein Wille, dein Gebot! 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den Gesinnung und Leben des Christen 396 den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. mir so werth, als obs das meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, jo seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, Mel. Mein erst Geschäft sei Preis deinem Angesicht nicht kann 529 Berufen hast du entzogen werden. mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Baterhand mich dabei unterstüßen. 9. Mit Wohlgefallen fiebst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Rommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. 3. D laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen seßen; und kostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verlegen! Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 4. Gib, daß ich, meiner 530 Auf Gott nur Pflicht getreu stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! will ich sehen: er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Troft und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Jhrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier. gen Händen aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! 3. Wo seit viel tausend 7. Die Freude, die ihr Jahren betrübte Wittwen widerfährt, ihr Wohlstand, waren, da sah Gott gnädig ihre Ehre, das Alles sei auch hin. Er pflegte die Betrüb ten 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dieß Trostwort will ich fassen, es ist mein stärker Wanderstab. in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bes merken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist Für Waisen. In voriger Velodie. ſeine Güte! Mit ruhigem 531 Im Frühling met will ich auf Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. nen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsam feit. Er sieht ja, wie ichs meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem legs ten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. 8. Einst geh ich den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm dan ten für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tob mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlaffen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja bes weisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R 7 sahn 398 Gesinnung und Leben des Christen sahn, Gott, zu deinen Füs Ben ihr heißes Flehn von bir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich er. nähren, mir Rath und Hülf gewähren. Wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lente mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind, o dann sei, treuer Bater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen sei meine Lust, mein Segen, und Unrecht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum, ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bemühen, an eltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Jhr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einfi flerben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die Weltern wiederjehen, um die ich hier ges weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be ten: lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. wel. Wer nur den lieben Gott 532 We enn Menschen streben, bir an Güte und Wohlthun, Bater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun, mit reichem Se gen segne dann sie, dich ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leis den gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freus in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, D Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! Denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, be scheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme fiber fie: sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden fie Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er quicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. und Stand! Sie pflanzen, 2. Gesegnet sei ihr Amt Herr, von dir gesandt, von Beit auf Zeit bein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er leuchtet selbst durch dich, den viel Seelen für dein Reich Jüngern Jesu gleichgesinnt, gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht er flärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. 7. Ermahnen, warnen ftrafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie zu haffen, was du uns verbeutst, zu Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh- thun, was bu durch sie ge= rer, Herr, ist beutt. 8. Das 400 Gesinnung und Leben des Christen 8. Das ist der Lehrer Zeit zum Leben in der bester Lohn, wenn ihrer Ewigkeit, gib, Herr, ihm Mühe Früchte schon sie Licht und Kräfte. Lehr hier in unsrer Tugend ihn, hilf ihm thun und leis fehn, mit uns den Weg den, dulden, streiten, beten, zum Himmel gehn. wachen, selig sich und uns zu machen. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu kränken, daß sie, was fie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann im Leiden, wie in Freuden, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 10. Ja, Gott, wir wol len sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein, so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. 534 Mel. Mein ganzer Geist, Gott ohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute; Dank sei unsre heilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Bott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Bu bilden uns hier in der 4. Wann einst dein gro ßer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegenführen! Die Seelen sind ihm zu gezählt; o gib, daß dort ihm feine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du fommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand, wir gehn mit dir ins Vaterland; du führt uns in besonderen uns. Amen! Amen! Hei lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Confirmation. 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuern Seelen, die jest auf ihre Lebe szeit sich hier Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei- mit dir vermählen! D nem Antlig stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen treuer Heiland, sie sind dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! Mel. Mitten wir im Leben Geißt das Gute, das dein 536 Stärke, Mittler, Wort im Leben und im Sterben! deine theur Erlösten; Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich belehren, jo laß auch heute Freude fein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! 3. O laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es särke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, deis nen Tod verkünden durch ihr Leben! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöp fer Gott! Heiliger Mittler Gott Gesinnung und Leben des Christen 402 Gott! Heiliger Gott, Lehs rer und Tröster! Dreiein ger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tus gend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Luft dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß fie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trös sten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott ge schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! Mel. Fren dich sehr, o meine 537 Sei getreu in dei nem Glauben, laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Dente, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vers geben, auch verzeihn und fiebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du macheft deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschef, webrt. Halt an seine Treu dich feft; glaub, daß er dich nicht vers läßt: seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und teine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein in besonderen Verbindungen. dein Jesus dir will geben bort in seinem Freuden leben! Mel. O du liese meiner Liebe 538Mittler, schau auf heinieder, fie die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glies der dir geloben treu zu sein, bir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Jrre sich zerstreun! Schüße fie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geifies Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke fie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Urmen, wenn sie straucheln wollen, fühlen laß dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn, ach, dann nimm 403 bich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Reines, feines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, vers siegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone raus ben, die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie ertalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie treu im Glauben stehn! 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie bir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut in der Auserwählten Chören laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Chriftus der ist mein Leben 539 Sich biefe jungen Seelen, Vater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Ste tommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn; 4. D blick auf sie mit Segen, Alliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! Leben des Christent ber Alwissende gehört. Ihr jungen Christen, dentet nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und der Zugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. D heilig sei euch diese Pflicht! Ver gesset dieses Tages nicht! ( Die Confirmirten allein.) ( DieConfirmanden allein.) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Del. Wer nur den lieben Gott 540 Kinder, dieser Tag Bun des sei euerm Herzen ewig werth; denn das VerspreViel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein, nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht, Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns er geben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr chen eures Mundes hat Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen Verbindungen. Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 Bottes Gnade sei mit euch! Gie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, euerm hohen Biel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Alvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr ießt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, su treuer Folg. samkeit haben wir uns dir perpflichtet. Unser Herz sei bir geweiht, unser Geist auf bich gerichtet. D wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärt uns nur mit beiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sün405 Hilf, daß unser Herz dir freu, standhaft unsere Tu gend sei! ( Alle.) alle flehn: Stärke liebreich 5. Sieh, o Herr, wir unsre Seelen, laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Seit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( Zum Schluß der Confirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh err Gott! was 542 irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott!_ was ewig festbesteht, hast du dem Geist gegeben; es bleibt der Wahrheit helles Sicht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun bantet Alle Gott den! Gib, daß wir gewisſen. 543 Von heiligem Ge haft böse dacht 406 Gesinnung und Leben des Christen dacht tief durchdrungen, set, Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gefungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tem pel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie füß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre faffen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. dann in den Bund erwachs ner Christen ein. 6. Hier sollen wir vers eint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Ent schluß der Besserung er neuern, erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich über legen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des So gens sein, und seiner wird ich noch die späte Nachwelt 4. Hier sollen am Altar fich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, bir heilgen ihre Triebe; vor beinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, bamit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. Bei Einführung eines Schullehrers. Del. Laß mich, o Herr dankbar uns 544 Laie Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu be Lehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O welche Saat wird durch sie ausge treut! Sie feimt empor für Zeit und Ewigkeit. 5. Hier wird mit Dank2. Bedauernswürdig find gebet das Kind in früher die Seelen, die unbelehrt Jugend geweiht dem Kin durch dieses Leben geh derfreund, dem Vorbild je. Wie können sie das Gute ber Tugend; hier schwört wählen, wenn sie nicht aud es einst den Schwur, Gott das Licht der Wahrheit ewig treu zu sein, und tritt fehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo 407 Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch diesem neuen Lehrer beil Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets ges troft und muthvoll sei, und gib auch uns ein Hers, das gern ihn hört und dank: bar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht, dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! 9. D Gott, laß jede Schule blühn und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühn, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die be glückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chrift, bich 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Hers sen an sich siehn; auch 545 Nach Gottes weißwenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst ben Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine in besonderen Verbindungen. Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weis. heit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lentft! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so seben sie bein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem bas Heil so vieler Seelen stammt! heitsvollem Rath, der alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur Gesinnung und Leben des Christen Vaterlandsliebe. 408 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, Mel. Schon ist der Tag fieht man der Bürger Wohle 546 Das Land, bas blühn. Gott mir våterlich zur Wohnung ange: wiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen, es gibt mir Nahrung, Sicherheit, ers hält Recht und Gerechtigs feit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets ers kenntlich sein, durch nü liche Geschäfte mich der ge meinen Wohlfahrt weihn, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fre velnd stören, will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Mög lichkeit erfüllen. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nügt durch Kunst dem Baterland und durch die Arbeit seiner Hand. 4. Der durch Verstand und Geistestraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der all gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und aller feitiger Genuß, Bequemlich feit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ord nung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes fich erfreun, auf der ihm angewiesenen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern, will fets ihr widriges Geschid, so viel ich kann, vermin bern, will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allges meinen Besten. 8. Wer jede ihm verliebne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum 5. Auf Brüder, die ihrs Segen sich und für die Welt. redlich meint, nüßt eurem Ba in besonderen Baterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier be stehn, zu dem du sie berufen. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel tam der 547 Gott, der zum Segen für die Belt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch ſo so tann als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gefegen, die er gibt, Zeit, Verbindungen. 409 Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte fränkt und fern von schlauer Ränke Lift zum Wohl des Landes thätig ist. 7. Er weiß: nur des Gefeßes Kraft, und wär es währt dem Volte Sicherheit auch noch mangelhaft, geund Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgjam dem Geseß und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. O Gott, laß stets gewissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichtenweihn, so fann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548 Mer gehorcht, der thus mit wußt, daß nicht Jeder herrJeder Bürger, sich beschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist Gesinnung und Leben des Christen 410 2. Bist du niedrig, bist bu groß: sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohl fahrt sei dem Geseße stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefeß gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gabit du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sieh nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unter than, betet Gott, den HöchFen, an! Fürchtet ihn, denn fein Gericht wird gerecht sein. Sündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Bom Himmel tam ber ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht, den fühl er, den entehr er nicht. 549 Wer 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, tein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht; er is, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhas ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht. 4. Er sehe, mehr beglüdt von Gott, nicht mit Vers achtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verpraffe nicht durch Müßiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohls thätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr macht und Zeit zu höhern Thaten) fei bereit, auch mehr zu thun für Voll und Staat, von dem er feinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher, als Stla er höher durch ven, ist im Tod einst Jeder, Geburt schon der vergißt, daß er des Va in besonderen Verbindungen, terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Nie brige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. Und spricht in sei: nem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. 550 Gewöhne Mel. Schon ist der Tag von Gott dich durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß te vergißt, parteiisch und bestechlich ift, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gefeß und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch burch ihren feilen Richterspruch; denn Goit beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte find: Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterbrückten Thräne rinnt 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Lodesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wer den könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. D wohl dem Land, wo jeder. zeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich tennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jeju nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, be 62 lohne 412 Gesinnung und Leben des Christen Lohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh, wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Taufende beglückte. Frevel treib! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der wider stehn nicht mag, noch kann! 7. Wer vor euch nieder. fällt, den hebt mit Brüders armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder, nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Gesege bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edeln Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch ein Beruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, Der Landmann. wer ihn aus den Augen seßt 552 Wohl Schöpfer, Mel. Erschienen ist der herrlich mir, o und frevelnd seine Pflicht verlegt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht be freit. 5. Zieht ihr in Krieg, so föret nie die Rechte Andrer; Schüßet sie! Gewalt übt unReheißen nicht; stets leit euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer 8. Dann seid ihr wahre Helden, seid Bertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort bes glück euch Gott! denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückt und fegnest du auch mich. Ge lobt feift du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch mei nen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich. 3. 3m Schweiße meines An in besonderen Verbindungen. Angesichts arbeite ich: doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut, und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Serg und Ueberdruß, bei alMcl. Was Gott thut, das ist lem ſeinem Ueberfluß mehr 553 Gib, Höchster, daß und Gram. 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. treu auch meine Nachbarn fromm und liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ere muntre mich, stets nachbar: lich das Gut, das sie befißen, nach Möglichkeit zu schüßen! schwiegen sei und stets den 3. Gib, daß ich gern verFrieden suche, nie nähre heimlich Nachbarn fluche! Neid und Heuchelei, nit Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brußt, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herr lichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glang, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Jch baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 9. Des Weifen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich Der Nachbar. 414 Gesinnung und Leben des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erduldet. Verstellung fret, was sündlich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feindfeliger Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, feid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. D, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht, kann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenten. Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernst dieß wohl bedenken! Sum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegs nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn tund, wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Wor te trügen; der seinen Näch sten gern betrübt mit Falsch heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns bes gleitet. 6. Was züchtig, teusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Mens schen nicht. Doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. D gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spots in besonderen Verbindungen. 415 Freud und Leid mit brûderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund, die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir welch ein Se können, durch die That. ein gen ist Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlis chem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Uns endlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. dann mit mir für Wahr. heit nur lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! Spöttereien und frechen, sittenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blid; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Miß traun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigfeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, In eigener Melodie. 556 Herrlich ist a Hand durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nichtTugend wohnet, wo nicht auf dem Ans gesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie, nicht beim Spiel, nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. bei unschuldgen Scherzen; 5. Aber sieh, du findest sie nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freunds Gesinnung und Leben des Christen 416 6. Freundschaft lehrt bes scheiden sein, Andrer Vorzug ehren, Freundschaft wird dir manche Bein in Vers gnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht babet fröhlich deine Seele. Erden. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf ( Die Lieder 557-559 find ausgefallen.) Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen! Zu meinem Leben sehest du jeßt einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke; dich erhebeHerz Am Morgen. 3. Verleih, o Gott der Lieb und macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, Mel. Mein ganzer Geift, Gott 560 Dich feh ich wie auf ewig von mir fliehe, daß der, Morgenlicht und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dantbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsingen, Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. ich die turze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist teine meinerSorgen, auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Chrift; o Herr, verleih, daß ich des Samens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Frrender! Er halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ah, im Geräusch der Welt soll' mich der heilige Gedant an dich oft still zu und Mund, solang ich lebel dir erheben. Im dunkeln Thale zu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Wel. Wer nur den lieben Gott 561 Voul oll Dank an diesem neuen Morgen blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu fors gen, mein Schuß zu sein vor jeder Noth; du schüß: test mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt bin ich erwacht. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, tein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dant ich dir Stärkung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 417 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur beis nen Beistand nicht. 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schö pfung neue Pracht. Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allemunrecht mich zu scheun! 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf. In eigener Melodie. 562 Gott des Him: mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geift, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmer zen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich aufera S5 stehen Gesinnung und Leben des Christen 418 stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht und ver: leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schutze sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Ales mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. fet und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gege: ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver schwunden der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. D füßer, hoher Glau. be, vom Tod einst aufzu stehn! Mein Leib nur wird zu Staube, mein Geißt wird nicht vergehn. Ach, laß michs nie vergessen! Der heilgen Hoffnung voll, las täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? 3hr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach ten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getroft, mein Geißt, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zu versicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn if nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Mel. Befiehl du deine Wege 563 ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket und erneut: Gott, der die Erde schmür In eigner Melodie. ein erst Ge fchäft fei Breis Mein 564 Me zu besonderen Zeiten. 419 Preis und Dank! Erhebe 9. Gib mir ein Herz voll Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang, lobfing ihm, meine Seele! Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern Brebe, gottſelig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr, und Gott der Welt, und dein 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergebn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! Mel. Von Gott will ich nicht ist unser Leben. Du biſt es, 565 Almächtiger, ich der hebe jest nen gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei beine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich ſelber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle! empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen_floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dant ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. S6 3. Bea Gesinnung und Leben des Christen 420 3. Beschüßer unserer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? D wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er trößte mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde fehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen! wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilft Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich anges höre, dein Friede rub auf miri Mein Seufsen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und 566 Gott sei Dant, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine Lieder, und mein Herz erhebet dich, denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Bilgerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zus versicht, daß mich feiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getren und dort unerschrocken feil 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, burch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich machen, daß mir nie unge nüßt ein Tag entflieh! ich, las 6. Heute leb auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich er freun; recht zu handeln gib mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit! Mel. zu besonderen Zeiten. 421 567 Noch läßt der el. Chriftus, der ist mein Leben erflehen: Gib mir ein weises Herz, auf dich laß stets Freude, wie Herr mich le ben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. mich sehen in im Schmerz! 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Op fern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du for derft nur Vertrauen, nur mir. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. D Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ers geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach dei nem Rath! 9. Nur Eins laß mich 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend dent: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wint, o Gott, und lauter im Ge wissen, so finde mich der Tod! 5. Dein fei mein ganzes 568 Tangich an, was Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommemSinn und festem Muth, das muß zulegt gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Jt er mit uns, fo fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er trönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang S7 zu Gesinnung und Leben des Christen 422 zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis fenhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werte meiner Hände und lente meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Chron der Preis der Arbeitstreue! 2. Gott Vater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. In eigener Melobie. 569 Mach auf, mein finge, dem Schöpfer aller 570 War Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Men schenhüter! 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dant, zum Throne! Dem Va ter und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Eh. re, Anbetung, Preis und Ehre! fallen, Herr, meines Her zens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber ra then, mich stets zum Be sten Leiten, zum Himmel mich bereiten! 5. Hör, Gütigster, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen; ach, möchte dir ge8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speiſe, bis ich gen Himmel reise! Del. Werde munter mein ann ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, er löst von allem Kummer, jenen schönern Morgen seh, o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Lage, Geber der Un fterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich firäflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dankdir, Herr! Bu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum dun 423 dunkeln Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein; meinen Freund gen Himmel wei sen und dich, Herr des Todes, preisen. ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor detnem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. Am Sonntagsmorgen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner 571 zur Liebe und Mel. Es ift das Heil uns Crohlockend, Vas zu besonderen Zeiten. auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gültigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelenbildung schenket. zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Ge nuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. 2. Dich bete Erd und Himmel an, o Schöpfer al ler Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Beim Anblick der aufgehenden Sonne. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht, doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Luft und Heilsbegier dich anzubeten kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt Gottes Ehre, du, seiner zu meines Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Allmacht wacht. 3. Daß Gesinnung und Leben des Christen 424 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die stau nend deine Größe steht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wobne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolte Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum felgen Frieden und mild wie du zu sein. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten 573 un finkt bie Sonne nies der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt bes Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er is der Quell der Güter, mein Schuß und trener Hü ter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunfelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau send Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnens schein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Boll Majestät und Stärke stehn lauter Wuns derwerke in deiner Schö Wie kann ich pfung da. dirs vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, der für zu besonderen Zeiten. 425 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen, so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. Gott, gepriesen mir und der Welt genügt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in detnem Namen nieder, so wa chest du, ich sorge nicht. 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz res gieret? Hat mich im Stillen oft mein Glück auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt, und hab ich im Vertraun auf ihn mein Hers gestärkt? 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. O Gott, du frommer Gott. den? 574 Der Tag ist wie der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet mit eifrigem Verlangen als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züch: tig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 5. Dacht ich bei dem Ge nuß der Güter dieser Ers den an den Allmächtigen, durch den wir sind und werVerehrt ich ihn im Staub? Empfand ich ſeine Huld? Trug ich das Glück mit Dant, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unters richtet? War zu des Mit leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und 426 Gesinnung und Leben des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be: reit? 9. Gott, der du Alles weißt, was fönnt ich dir verhehlen? Ich fühle tägs lich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die ver legte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Beftebl du deine Wege 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Laft, die du mir jeden Morgen hier auferleget hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jest zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Frucht er bat; du wandteft allen Scha den, warst mein Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verderben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Size gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch dieſe Nacht, auf daß mich nichts erschrecke; auf daß, wann ich erwacht und, durch den Schlaf erquicket, mein Geift befreit von Gram froh nach der Höhe blicket, von wel her Hülfe kam. 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Ster ben dem Schlummer ähn lich sein und nimm mich, dei in besonderen Zeiten. beinen Erben, in deinen Himmel ein. In eigner Melodie. 577 o fliehen unfre Tage hin: Mel. In allen meinen Thaten auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö576 Herr, der du flerin, eilt wieder zu uns her. mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die du heut an mir gethan. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein rei nes Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gebn; auf deine Güte hofgehn; auf deine Güte hoffen im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 427 5. Bedeckt mit deinem Se: gen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht ich nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. weit von mir! Herr Jesu, 7. Flieht, finstre Sorgen, du allein feist mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die leßte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich Gesinnung und Leben des Christen 428 9. Jch lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Mel. In allen meinen Thaten 578 Die stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O lasset uns erwägen den unverdienten Gegen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dant entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du haft, o Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir set Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dant, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslaft beschieben, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du erwedst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit un erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. Mel. So fliehen unsre Tage 579 Mer 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Baterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abge wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich fegnen und erfreun. 6. Doch, dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barm herzigkeit, solang es dir ge fällt. 7. Ich trau auf dich und gittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Ju gend an. 8. Ich schließ auch jest in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte feine er unter dei irdsche Macht: du sicherst nem Schir meine Ruh! Mel. zu besonderen Zeiten. Mel. Freu dich sehr, o meine Mel. Werde munter, mein 580 Auf, o Seele, fei 581 Sint ich einft in noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschübet, mich in Schwachheit unterstüßet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, dantet meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wacheft du. Leib und Seel befehl ich bir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 429 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plößlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Lob uns in sicherm Schlafe droht, aber laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben. mer, aus dem Reiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jest entschlaf ich, aufzuwachen noch für Tage die ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Laft des Eitlen frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, fei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Goit zum Haus rothe 582 h feh im ÜbendHerr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 430 Gesinnung und Leben des Christen und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dant, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starter Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Verfunken ist sie. So versinkt, sobals, Herr, deine Weisheit wintt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz erlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jest sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der einft, erwacht vom Schlum. mer unfrer leßten Nacht, schließ hier sich unser Les benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eiteln nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na men nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und un sern kranken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ist 584 Sinsam bin id aufgegangen; die güldnen Sternlein prangen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer duns feln Hülle liegt der Farbens schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so than vor meinen Blicken stille und in der Dämmrung hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche zu besonderen Zeiten. 431 2. Welche Tiefen! Wel Nacht erhellt, diesen Geift, che Höhen! Heilge Schauer der in das Leben aufstrebt faffen mich! Wie viel taus aus der Sinnenwelt, in das send Welten drehen hier Leben, wo er freier, näher um ihre Sonnen sich! Und schaut dich, Weltengeist, dich wo sind des Raumes Grän- bei seiner heilgen Feier, frei zen, wo sich keine Welt vom Staub der Erde preist. mehr dreht, feine Sonnenfirablen glänzen und kein Lebensodem weht? 7. O dieß Sehnen, o bieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. J mein Leben hier. verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn, o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang binan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und fie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen, hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammen. sügen und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufges schlagen da, und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgegogen, der in meinen Adern ichlägt. 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 Nob sei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdtreis schmücket! Preis fei ihm, Ehre, Stärk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält: er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Gesinnung und Leben des Christen 432 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich feines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, der Allen Sein und 586 Bottes Sonne, mel. Gott, der du die Menschen öher Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du macheft Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schwei gen. länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Na tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Breil ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro hes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werbe, bringt schon hoffnungsvoll ihm Dant. Breis auch du ihn, mein Gesang! 3. Gläu 6. Selbst wann von Donnersturm bedräut, er schrockne Länder zittern, frömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunn quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er geben und einst dir als Christen freudig sterben! zu besonderen Zeiten. 8. Glänzend und im Feier. lleide prangt die blüthen reiche Flur. Jede Blume buffet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gefang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! Mel. Lobt Gott, ihr Christen er Erde Reize 587 De sind erneut. 433 Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelßraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschen. freunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnens schein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. tel. Wie wohl ist mir, o Freund 588 Weit um mich her ist Alles Freude, verschönt ist, Schö pfer, Z 434 Gesinnung und Leben des Christen pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich; wohin ich schau auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen er blick ich, Welterhalter, dich! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö pfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich freut Alles, was da lebet, fich! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Luft. Ver jüngt durch ihren milden Strahl jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten trau felt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie ers frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquidi den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohloce, mei Mel. Wer nur den lieben Gott 589 gütiger, bir ne Seele, und rühme beines will ich singen Schöpfers Macht! Dein lau ter 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe, reich ist des Sommers ernste Bracht. Zum vollen fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberfluffe, o Gott, was le bet, Speis und Trank. Ge birge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. auf jeder segensreichen Flur, dir meine Dankgefühle brin gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, bein Lobgefang! 3. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er schallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! zu besonderen Zeiten. 435 ter Lobgefang erzähle, wie Vom Herrn der Zeit geherrlich Alles er gemacht! rufen, naht der Herbst mit Vom Aufgang bis zum Nie- seiner Fülle sich und nähdergang erschall ihm Ehre, ret und erfreut auch mich. Preis und Dank! 2. Der fegensreiche Gar ten prangt mit vollen Zweigen und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu ers freun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auftraubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg zu Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. Mel. Herzliebster Jesu! 590 Soweit nur Menschen deine Welt bewohnen, bist du der Vater aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wässerft sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll, du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur chen füllt dein Segen; das lechende Gefild erfrischt dein Regen. Dein Sommer glüht, es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß fie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 6. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Ge fild erschallen vom lauten, bir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. Im Herbst. 591 Mel. Bom Himmel kam der eärndtet ist der Felder Saat. 7, Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg nende Natur, gesegnet haft, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nichtsucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still feimt der Tugend 436 Gesinnung und Leben des Christen gend Saat hervor und reift zur reifen Aerndt empor. Mel. Lobfinget Gott! 592 Früh mit um wölktem Ange sicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn: die rauhen Stürme rauschen schon durch die be: reiften Felber. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes talter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlaffen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Froft entfliehn, be, ginnen schon dahinzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandern den sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollen ben. Die Erde ruht; boch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz er freut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jest das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhal ter! Er ist es, der die Schwa chen schüßt, die Müden mäch tig unterstüßt, die an dem Gebeugt Grabe wanken. vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, bir wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in ſeinen lepten La gen. zu besonderen Zeiten. Im Winter. 593 Net Gegen nur, danken wir selbst in bes Jicht für der 8. Und wie viel Freuden Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und jättigeft, erwärmst und pflegt! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm perheert; ein weites, wei. Bes Grabgewand deckt Bers ge, Hügel, Thal und Land. 8. Doch hegt die Erde still und die zarte Saat in ihrem School, rie sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre fegnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Beit, zu reichern in der Ewigkeit. 437 ner, Gott, so fürchterlich er immer broht. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm; auch er, auch er ist deines Segens DieMel. Auf Chriftenmensch! 594 Verschwunden ist der Erde Pracht; nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbrauft mit Macht Ges birge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nah. rungskräfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schütt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod ers hält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, bem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Bein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 28 Gesinnung und Leben des Christen 438 4. D saudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille tlagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Hers, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr besibet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüget! Ach, Vater, lindre je den Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Del. Allein Gott in der Höh 595& baut, o Gott, auf dein Ge heiß der Menschen Hand die daß ihr Fleiß von dir gejegnet werde. Auf die Verheißung trauen sie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, essen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit fegnet! 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Ausfaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde! 4. Wir traun auf dich, o großer Gott: du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haft lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Wert und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aerndte. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 596 Wir alle, mer, bringen dir unsern feier lichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Se gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. zu besonderen Zeiten. 439 2. Du schenktest Sonnen- bar sein; so gütig, wie du schein und Regen für jede dich bewiesen, soll jeder der Frucht zu rechter Zeit und Beglückten sein. gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte doch im Feiertleibe das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, 0 Herr der Welt! 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so viel, o Gott, an uns gethan. 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herab gesandt! Für Millionen deiner Kinder ist jetzt ein voller Tisch bereit, du nährst den Fromund Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann fie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dankMel. Wach auf, mein Herz 597 Kommt, laßt uns und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet haben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gesået haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis fei dir, unserm Netter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unsern £ 4 Gesinnung und Leben des Christen 440 sern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften füße Früch. te im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. O daß wir dank voll lernten, dir ähnlich uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel brücken, so wirft du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie beglücken. Bei sparsamer Nerndte. Mel. Was Gott thut, das ist 598 Preift, Christen, zufrie denheit, preift Gott, den Herrn der Aerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand steht, was die Erbe bringet. Der Menschen Mühe baut das Land. Gott gibt, daß fie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. D last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Breis sei dem Herrn! von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segens reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerbar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deis ner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir vers ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unver änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brob wirst du in Noth und Theu rung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weis lich füget, deß Vorsicht nies mals irren kann, deß Wohl thun niemals trüget. Froh banken wir, Erhalter, bir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. 441 Flehen um Regen. quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trin. tet ihn jetzt die schmachtende Mel. Komm, o tomm, bu 599 ott, von großer Natur. Die sanften Ströme Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir: mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! kühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen und Hiz und Därre fliehn, und fromme Lieder steigen em por und preisen ihn. zu besonderen Zeiten. 2. Ach, dem tobten dürs ren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und verfengt vom Sonnenbrande, welkt die Frucht, die traftvoll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust, Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl verjäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir bie feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 2. Mit Freud im Anges sichte beschaut derLandmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Nehren vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preijet Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Les bens, Gott, dem wir uns fest dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein! Du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Nach verliehenem Regen. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. 25 Mel. Kommt, kommt den 600 Sin in milder Re gen sintet er. 442 Gesinnung und Leben des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, sie scheinet wieder! Mel. Mache dich, mein Geist Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. 601 Schmerz und Klage füllt das Land: traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Beig uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wolten Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son nenschein, der die Frucht erquicte! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Guade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Son nenschein. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 2. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz burch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. Mel. Nun laßt uns Gott 602 Ertönt, ihr Freus denlieder! Sie 5. Schon senkten sie sich nieder, doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe.Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. mel. Wie groß ist des Allmächt. Herr der 603 Der Mächtige Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend finkt der Erdkreis nieder; der Wald ertönt, es zu besonderen Zeiten. 443 bebt die Flur, und Blize 3. Dem Sünder nur, der fagens Bligen wieder: Gott dich nicht fennt, bist du, ist der Herrscher der Natur. Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizes Pracht. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dant, das Lob, die ihm gebühren, entweihe tein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kinbern des Weltenvaters Segen zu; fie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es fagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. 3hr bebt? Elende, 604 Mel. Lobt Gott, ihr Christen er hohe Him mel dunkelt sich, ein Wetter Gottes bräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 5. Du reinigft durch den Blig die Luft; dein Segen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. wollt thr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts kann Nach dem Gewitter. Tel. Wer nur den lieben Gott dem Mächigen euch entzie: 605 Wie gnädig iſt hen. des Er er euch: er ist GOTT! 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig erscheint. 6. Laß frei das Herz von lengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb o Gott! sten Wille! Der Donner schweigt, die Blige fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz das frische Grün. O bu, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgefang! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blizen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines Volks gedenkt! T6 444 Gesinnung und Leben des Christen 3. Nimm mit Bewund- Pfade mit treuen Vater rung seine Güte auch selbst händen lenkt? Was ist es anim Ungewitter wahr; denn ders, als Geduld, als Nach. jedem forschenden Gemüthe ficht gegen deine Schuld? stellt sich auch hier ihr Schau- 3. So nüß auch dieses play bar. Zum Besten jeder Jahres Tage als Tage dets Creatur bemerkt man ihres ner Prüfungszeit, daß teiSegens Spur. ner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem denk immer nach, einst Res chenschaft von jedem Tag. 4. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß und wie ver gnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du fannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blizz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Ermuntre dich zu deis nen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt; fie gern und willig zu verrichfen, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin. Ach, unbenußt laß sie nicht fliehn! Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Des es neuen Jah. res erster Morgen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 5. Gebrauch, o Chrift, dieß Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat er dirs ge geben, so gibs denn auch der Tugend bin. Sie reis het dir nach kurzer Zeit bas schönste Loos der Ewigs feit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurüd; du sagst, o welche Wonne! bann: ich habe meine Pflicht gethan. 7. Und segneft noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmft zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigfeit. 445 dich, aufs neue, Gott, ers geb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zuwandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Undern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht, dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freu ben müsse sich mein Geift mit Ernst bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vas terland; dahin, Herr, laß mich trachten! Mel. Es ist das Heil uns 607 u Gott, du bist der Herr der Beit und auch der Ewigkeis ten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dant ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den fein Wechfel treffen kann. Wir wer den, sind gewesen, wir blit. hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu bes gegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu segnen. Ich lenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet und, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Del. Allein Gott in der Höh Hülf und Troft bereitet. 608 Gott ruft der Von ganzer Seele Sonn und schafft X7 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Lage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei bir kein Wechsel weiter störet! 446 Gesinnung und Leben des Christen Gib schafft den Mond, das Jahr drängten Glieder. danach zu theilen; er schafft Glück zu jeder guten That es, daß man sicher wohnt, und laß dich, Gott, mit und heißt die Beiten eilen; Heil und Rath auf unsern er ordnet Jahre, Tag und Fürsten nieder; Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Rubm, Preis und Ehr er theilen! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tu gend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 2. Herr, der da ist und der da war, von danker füllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Mel. Schwing dich auf Ruh, für jede That, die 609 wig und unwant uns dich gelungen! Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern fich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen We gen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und verbreitest Wonne; sanfte Ruh mit der Abends sonne. du beneiden. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet ha ben, war erfüllt, o Herr, 5. Hilf deinem Volke von dir mit des Segens Ga väterlich in diesem Jahre ben. Hüll und Fülle, Trant wieder. Erbarme der Ver- und Brod hast du mild ge laßnen dich und der be währet und in Wohlthat felbft 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, bie Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Roth und Schmerz dieGlücklichern zu besonderen Zeiten. selbst die Noth und den Schmerz verlehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll gelet tet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelun. gen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge fungen. 447 chem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dant ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen We gen führst du mich dem Ziel entgegen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vers gebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewig: feit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Lugendsaat für den Himmel bringen! 4. Uebung ist das ErdenLeben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts tann Zeitverlust erseßen; laß den Werth der Zeit mich schätzen! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur 610 ott, mit allen Besserung; es verfließe nicht seinen Freu: den schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 2. Vor so manchem, man7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe. Dantend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 448 Gesinnung und Leben des Christen gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs nene. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vas terlande! Fried und Heil in jedem Stande! die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsere große Rechenschaft. 7. D dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst Mel. O Jesu Chrift, meins 611 Unwiederbring- gelebt. lich schnell entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das G tritt und eilt Wie manches ist bereits entflohn! Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Hulb, für deine Schonung und Geduld! 2. Wie mancher, der im alten Jahr, froh und voll Kraft noch um uns war, fant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Gra bes Hügel ihn. 3. D Schauplaß der Vergänglichkeit! Dschnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unfren Reu, um Chrifti willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll, dann fliehe meine Zeit dahin, fie bringt doch herrlichen Ge winn. 5. Auch komm ich durch die zu besonderen Zeiten. 449 die Flucht der Zeit dir nå ben bis hierher Kraft geher, Himmelsseligkeit! Gotts lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher haft du, Höchster, mir mit liebevoller Baterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe teiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Uns glücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns er träglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dant, da preist dich höhrer Lob gefang! Mel. Wach auf, mein 613 mit Freuden laßt vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, der unserm Les geben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage find nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wes gen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll Erbarmen und wirft mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen, Lob deinen Vaterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizuſtehen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, dei nen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! 9. Herr, mehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe wo nur nen fließen, sich deinen Trost ergießen! Gesinnung und Leben des Christen 450 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnaden sonne scheinen. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Jrrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den fummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns du ferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit ent. gegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind ger trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, und Wort Abendmahl pflanzt sich auch hier die Kirche fort. Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie brine gen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank da für? 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer ken uns zu richten, Gott, Nichter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 5. D laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mäch tig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschalen; gib, daß es frevle Sünder schreckt und die, die deine Wege wal Mel. Wer nur den lieben Gott 614 Feft fteht dein len, zu freudenreicher Hoff wenn wir uns hier in Andacht flehn, alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein geweih tes Heiligthum! Einstführst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort zu besonderen Zeiten. dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Chaten 615 Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts ge zogen, durch deine Güte bin ich hier. 451 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regierest: dieß Alles, Vater, dank ich dir. Glück. 3. Jch bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde, auf ewig glück lich werde, hast du schon. ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Bater, preist. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Plage 616 Du läßt den Tag in mein mich sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis ist ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. 3. O hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein ret nes Herz in mir nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit gerührt von deiner Treu, voll inniger Erfennt 452 Gesinnung und Leben des Christen kenntlichkeit dir thätig danks bar fei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den lezten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild be. reitest, Heil ihm in jedem Alter gibst, es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüng ling und der Mann und Greis. 3. Dem Mann hilf wirs fen, hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Raft, die Luft der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab: bieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh rer zu der bessern Welt! Mel. Wer nur ben lieben Gott Mel. Werde munter, mein 617 Der bu ben Mens 618 Unsre Kindheit, Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß fie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer teus schen Brust toben nie ber Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Lust. Un beherrschte Sinnlichkeit töb tet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäs. sigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräuti Olaß ihn thätig, gut und rein und start in der Versuchung sein! Für die Jugend. zu besonderen Zeiten. 3. Reiner Sinn und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt ber Quell jeder Wonne rein und hell; sie nur fönnen voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelet, ftets be scheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wil, der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Je der strebe als ein Chrift, dessen Wunsch die Tugend ist, daß sein daß die Erde burch die Zugend schöner werde. 453 Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Segensbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durchfortgeseptes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamfeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 3. Wie freudenreich find seine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er jät den Samen jeder Tugend und freut sich seiner Nerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. 620 Jugend, imMel. Warum sollt ich mich abe Lust, Mel. Wie groß ist des Allmächt. mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! 619 Mol dem, der Was dein schwaches Herz seines Lebens begehret, dein Berstand nicht Morgen nur seinem Herrn erfand, wird dir dann geund Schöpfer weiht! Bes währet. schäftigt mit den edlen Sor- 2. Schnell muß nicht vorgen der Aussaat für die überrauschen diese Luft; del Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein ne Brust muß sie nicht ver tauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz vol ler 454 Gesinnung und Leben des Christen ler Schmerz bald vergiften jung und unerfahren, wird werden. 3. Nicht erst wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie vergebens. leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. D mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, bieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Lafter nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung fin den. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu was gen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh, dann wirst du Himmelssegen er ben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 irete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Fle hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2 Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Vera führer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr La chen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! mein Gewissen Erhalte rein: laß keinen meiner Lage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewens det wäre! 455 Für Jungfrauen. der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. mir Mel. Ermuntre dich, mein will stiller 622 Jinjamteit zu Verführung droht, so lehre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand läßern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liehe sanft und rein wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unfre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häußlichkeit, laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glück. lich werden. zu besonderen Zeiten. dir, Gott, mich erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweibt zu from mem Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind; mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meis nen Wandel sein, um, Bas ter, dir vor allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Zugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst ju bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsſe nicht mein schwaches Herz bethören, sie würde mein Gefühl für Pflicht und mei: ne Ruh zerstören. Ein eitler und der Welt ist nicht der Schmuck, Für das Alter. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 623 Stets warst du meine Zuversicht und bist es noch im A 456 Gesinnung und Leben des Christen Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Jch fühle die Beschwer lichkeit gehänfter Lebensjahre und steh am Rande met ner Zeit. Nah find mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Vatertreu, die mich bis hier her brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit bir zufrieden machte! 4. D sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur turge Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. ters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Troft bedente! 9. So bleib ich in Bus friedenheit auch bei des Ale Mel. In allen meinen Thaten 624 Du D¹, u, Herr von meinen Ta gen, haft mich voll Huld getragen von meiner Ju gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenkfest mei nen Lebenslauf. 3. War Menschenrath vers gebens, io tamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst bich unser hulds reich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter nach deiner Baters treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Troft und Friede; du steht mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Biele nab, dem Ziele aller Leiden. D'welche hohe Freus den 2. Ich hatt'oft große Sor gen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets ers fahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. unter besonderen Umständen. 457 den erwarten meine Seele Rampfe frönt. An meida! 6. Jch harre fromm und fille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem söhnt. Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. ner Laufbahn Ende fink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir verBei allgemeinem Wohl dienste belohnt, hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt fie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick; er schäße das Gute dem Höch sten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! In eigener Melobie. 625 3 um Himmel er hebe dich, Freudengefang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, bes schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Se gen ergießt sich auf Alle herab und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben beseßt, die Auen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder um her, wie tragen sie wieder an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer den hier Fleiß und Vers 7. Uns bleibe das Chris stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürftlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur tann, 11 458 Gesinnung und Leben des Christen tann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Bater, zu dir! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Rummer flehen, laß bald Erleichtrung seben! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu ent fernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deineZüchtigung die leit uns zur Beſſerung! Laß Schlummernden erwecken und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer ken! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zulegt er freuen; es wird uns beine Gnade ein Licht auf dun felm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un frer Seele: getrost! dich soll tein Leiden von meiner Liebe scheiden. In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 626 süchtigt beine Hand, o sie Sichern ster, jept das Land. Zu dei nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth: sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ges richt bei Allem, was wir dulden; denn groß sind uns fre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, uns Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedente denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Troft und offnung fehlen! 10. Am Schluß von un ferm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In unter besonderen Umständen. In eigener Melodie. 627 Wen enn wir in höchsten Nö then sein und wissen nicht, wo aus, noch ein, und finob wir gleich sorgen früh und spat. 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade fa. gest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jefum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all unsre Noth. Ach, deine Bateraugen sehn, wie hülflos, Here, wir vor dir ftehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bet, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudevol lem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preifen wir dich hier und bort. 459€ In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 628 Es sieht, o Gott, wetter jeßt über unser Haupt einher. Doch bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu bir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist Laß jeßt die Menschen inne es, der die Welt regiert. werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prü. fungen uns ost, so faffen 11 2 wir 460 Gesinnung und Leben des Christen flucht, Gott, bist du! wir in frommer Stille voll von neuem zu. Unsre Zus Zuversicht und Glauben Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 4. Gibst du Frieden, bann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jett noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Mel. Wann mein Stündlein Zuversicht! Barmherziger, 630 Haft du denn a dein Angesicht, verlaß nicht! In eigener Melodie. o Herr, vor uns verbor. gen? Vernimmst du unsre 629 11m Erbarmen fle- Seufzer nicht? Entgehn dir Tm und Vater, jest zu dir. Steh uns bei, Auliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Dent an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Ge duld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und ab eilen uns eine schwere Macht. Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir vers derben. 2. Der Krieg im bluti gen Gewand verheeret bie Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freu denleer und keine Ruh ers quickt uns mehr, sie ist von uns gewichen. 3. in Gefahr umgibt uns der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf ers macht, so wacht auch unfre Plage. Der harten Kries ger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schulzgen? Du IV unter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du er habner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu uns serm Glück zu wenden. Du fannst dem Elend, das uns drückt, das dein uns Bur Friedensfeier. zugeschickt, allein allmächtig 631 3ücher, udir, allMel. Herr Gott, bich loben Unendgütiger, der Völkern still gu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, fleigt unser Jubelton empor! Bu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dant, den lauten hos hen Lobgefang: Gelobt, ges lobt set Gott! der Weltbeherrscher, Gott, der Welt beglücker, Gott, der Friedensgeber, Gott! 2. steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, so bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß ges schehen. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld: so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 461 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Se gen wieder strahlet! 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unfern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend le ben! Wir lassen dich, ErWer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräun. Die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh und Einige teit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut! 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und Angst 113 462 Gesinnung und Leben des Christen Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder santen hin, bei Schaaren in das Grab da hin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Swift. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, ge schlichtet und nun beigelegt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, In Theurung. laß deinen Geist den treuen Mel. Von Gott will ich nicht laffen Führer Aller fein! Dann 633 Du befter re Troft Armen, uns ein. Amen! vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Bater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verhee rungen sind noch die trau rigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnäbig das Jauchzen der Dets nen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleis nen! Friede gabst du, Fries de und sichere Ruh, Freu de nach Klagen und Weis nen. 4. Dant, dir, o Vater, und Ehre und Preis deis nem Namen! Sie sind er duldet die Leiden, die über uns tamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. Mel. Lobet den Herren, den Beherrscher aller Welt, du, Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbar632 Nahet ahet anbetend dem Gnädigen, me dich der Deinen; wir Arnahet, Beglückte! Singt ihm: men gehn und weinen und er ists, der den Frieden schmachten, Herr, nach Brod. 2. Fr. unter besonderen Umständen. 463 2. Erbarmender, ach, len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte Wels Lauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohl gefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Set Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu er freun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. 8um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herr scherwille; der Strom ge horcht, die Wolken finfen nieder und ruhen wieder. 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu ers freun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen, so kehrt dein reicher Gegen zurück in unser Land. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! dem 634 will Herrn zu jeder Zeit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Felbauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säus 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter. 6. So mögen dennGefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und fürchtbar drohend jeden Damm erschüttern: ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren. Del. Was mein Gott will Mir ir sind in Noth, 635 W laß uns, o Gott, die Fluth nicht überschwemmen: nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! 11 4 Du Gesinnung und Leben des Christen 464 Du kannst die Wogen hem men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jest dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Almächtiger, um Jesu Christi willen! Ach, du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väter lich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Du schüßest, du erhältst, du hilft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. Nach überstandener Noth. Mel. Nun danfet Alle Gott 636 Nob, Chr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt, wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. el. Wenn wir in höchsten 637 Gott, beffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verberben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt verwit fets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und vers ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der llebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jams mer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt haft, fegne fiel 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht bie Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbar: men und halfft uns väterItch. Du zeigteft an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie perlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! unter besonderen Umständen. Betrübte zu erfreun, barm herzig durch die That zu sein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entrissen. Nach großem Verlust. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du haft es mir dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanten; ich will dir danken! 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beglücke meine Reife; Gott, ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen 115 meinen 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns beiliam it! 465 Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 2. Verborgen mir, doch gültig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenns nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewe sen wäre, du hätteft lieber 466 Gesinnung und Leben des Christen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Jch bin in deinen Händen, deß darf mein Herz fich freun: denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei bir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du weh: reft allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe über geben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, fein Unfall, feine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr fehn, dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich ers höhn! 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Her zen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was turz ver gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der aues hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund voll List und Spott, von Wollust, Spiel und Uleppig feit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der 640 Auch außer mei flöße Graun mir ein; vor nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Ge bein! 9. Mich lehre stets bein heilig Wort auf guten We gen unter besonderen Umständen. gen gehn und, wenn ich tann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Neitern Luft, im Alter einst ihr Stab und feines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meis nen Geift, der dir gefällt, erschrecket tein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb: lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewige feit, wohin der Glaube weist! 467 der Noth, bewahre fie vor Sünden. Auch dort ſei stets der Tugend Ruhm ihr un verlegtes Eigenthum. 3. D tehren sie mir einst zurück, des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. Dwie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Fürbitte für liebe Ab- dergibt, die trauernd meine O Tag, der die mir wies wesende. Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen tei- selig werden dann wir sein! ne Welt um2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in schließt, der du allgegen Bei ansteckenden Krankheiten. wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf. allen ihren Wegen! Dieß 642 ists, was meine Thränen fillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. Mel. Allgegenwärtiger, ich mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift vers breitet sich, und, Gott, weit haben wir, als dich, 11 6 der seine 468 Gesinnung und Leben des Christen seine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wenn deine Macht uns nicht Gebet, das, Herr, zu dir bewacht, so werden wir zu um Gnade fleht, dir, Va Staube. ter, wohlgefallen. Der reins ste Dank und Lobgefang wird dann dir, Herr, er schallen. 3. Ach, viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben Mel. Ein Lämmlein geht keine Zuversicht, als nur zu 643 Wir kommen, deiner Du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthel 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge: beugte Sünder! Denn du allein fannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Va terhand ruht Tod und Le ben, Bolf und Land. Ent ferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehre uns geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Beig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth bessern Leben führen! zum Helfer, Gefang und Ruhm und Preis zu bringen. Des gans jen Volkes lauter Dank ſoll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt tein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst verz gebens. Den Würger trieb fein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der leßte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört, die Seuchen flichn; du hei left unter besonderen Umständen. left unsre Schmerzen. D du Erbarmer voll Geduld, du haft nach unsrer Sünden schuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Troft und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus mets ner Seele fort. In Krankheit. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. D gib, daß Mel. Wie groß ist des Allmächt. 644 Hier lieg ich, Herr, ich bieß fiets empfinde! O 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Er hebt ihn! Amen! Amen! 469 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir gewähren kann! Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt mir die geschlags nen Wunden? Wer sendet mir Erquicung zu? 2. Gott, du Vater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, duld! Vergilt mir, dem ver= irrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geift zu dir, und ist mein Geist in dei nen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? 11 7 Mel. 470 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Alles ist an beinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott 645 er Krankheit Hilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, als Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernfte Lehre, daß ich in mich selber kehre, jet der Schmers, die Krankheit mir! Last nicht zu hilf mir meine Seele fern; alle Hülfe kommt von dir. Ihre vergrößern, besmeine tragen, Barmherziger, legſt du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich na gen, es folgt gewiß Er quickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mite ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein der Geduld entwöhntes Herz. 4. Bater, Helfer aller Kranten, Quelle trößtender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken. Lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und heis tres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Luft! 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! D stärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt, und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt, wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 ott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du auch über uns verhängst, du hast nicht Luft an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deine Tröstungen wie viele hast du mir schon in mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater, Kind bist dul 3. D du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir boch kein Zweifel raubte den füßen Trost: Gott ist bet mir! Ja, Bater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 471 ruhige mein Herz und sprich: Sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängften Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf Hoffen das, was Gott verheißt. Bu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wann mein Stündlein mein 648 Es ist dein Wille, Gott, daß ich jetzt Schmers zen leide; doch du bist Hel fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand, deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Šeligkeit durch deine Gnade 3. Vers 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be würdig. Gesinnung und Leben des Christen 472 3. Verhäte, daß derkranks heit Bein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du ,, Bater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Gebulb mit meiner Schwäche. traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwers de zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm dich, eil mir beizustehen, verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz! 4. Noch ist mein Schick sal mir verborgen, das dies sen Tag mich treffen foll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Bater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath bes schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still! Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein geduldig mich wie Jesus sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 649 Der Morgen kommt, und meine Plage wird mit dem 6. Einst kommen doch der Morgen wieder neu. Wie Ruhe Stunden, einst rückt mein 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sünden rein auf deinen Himmel hoffen; Des lezten ban gen Kampfes Schmerz er: leichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Se ben schenken, dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! unter besonderen Umständen. 473 mein Abend auch herbei; Ich bin getroft, wenn gleich dann, dann ist Alles über wunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit! betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts foll mir meine Hoffnung rauben, auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir.. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht, stärf ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Algütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leis den werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden, so Mel. Wann mein Stündlein 650 Nach einer schmer gib mir, Vater, deine Kraft, zenvollen Nacht feh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lindie Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. el. Wenn wir in höchsten oung nur, ich danke dir, 651 Schon wieder auch Fassung. Geduld und und Gram und Schmerz zernas gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erbebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vas ter, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 2. Da schleicht so langs sam mir die Zeit, da ist so öd die Einsamkeit! Ich feufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein du bleibeft mir. Gelegt, zu lindern Noth und 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Gesinnung und Leben des Christen 474 und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des from men Dulders Lohn. 5. D wär fein Himmel, der einst lohnt, du, Vater, bättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Jste möglich nicht, daß die ser Kelch vorübergeh? Doch nur bein Wille, Herr, gescheh! 7. Feft halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Rub; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der legte, treue Freund in Noth. stand mir, und herzlich bank ich dir dafür. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit alter seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Lets den Last ertrage, hilft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beis 2. Nur auf die Nacht wird mir jept bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet, ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da sähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 8. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer, die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiſer Schlummer auf die entkräf tete Natur; doch schließt er mir die Augen taum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir mur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein füh lend Herz? Flieh, lästerns der Gedanke, flich! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhern Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen, und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon fühl ents unter besonderen Umständen. 475 entgegen; heim ziehen die leihn! Laß es die Quelle Gewitter balb. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne nieder: gehn. hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöh nungstod erquicte mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich füh le meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 7. Drum will ich mich nicht troftlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abjunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und tühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. 653 A Mel. Wer nur den lieben Gott könnt ich doch mit meis nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches Glieચ Mel. Wer nur den lieben Gott Der Herr, beines Todes 654 Dank, Bater, dir, der mit Mahl Doch da mich Schmerz und Krante beit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte, hast du verheißen, nah su sein. Wo je ein Frommer leufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken, ich bebe nicht vor dem Ge richt. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier, wie bort mit frohem Muth I 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft ver men auf seine schwachen Kinder blickt! Wie haft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöft; drum schreckt mich nicht 476 Gesinnung und Leben des Christen nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und fommt sie dann, die ernfte Stunde, die mich dem Frdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädig Ure theil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwähl ten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. Befiehl bu deine Wege 655 Ba armherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz: wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Vater, thu, von uns für Thu, was Reiner ihn vermag. 3. Steh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! Dlaß des Leidens Stunden bald, bald vorüber gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Relch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unfrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal, dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes legte Qual! Mel. Alle Menschen müssen 656 Bott der Lage, der Näch te, unfre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Mens schen weinen, viele Kranken schmachten jest! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen sept; trods nest liebreich Rummerthräs nen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Bater, Muth den Schwachen, Licht in jes des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmers. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue unter besonderen Umständen. 477 Treue preifen1 Gib den schreckte nicht das Grab; Kranten fanfte Ruh! Ster benden sprich Tröstung zu! 4. D du treuer Menichenbüter! Nacht ist wie der Tag vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, bei nen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jest lets den, öffne bald den Quell der Freuden, daß fie, frei von ihrer Bein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte haft du für uns durch gewacht und dem mensch. lichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Trös ter, willst du deinen Kin. dern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll jum Himmel hin! gestärkt durch deinen Geist, sah ich getroft hinab. 2. Dem Tode war ich nah: schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Vers wandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich 3. Allmächtig stärkteft du die bald erstorbenen Glies der; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende. Nach der Genesung. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Balb leg ich Sorg Mel. Nun dantet Alle Gott und Schmerzen 657 mit welchem ab und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! Dank kann bich, o Gott, mein Lied er heben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standft mit deiner Kraft mir in der Schwachbeit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht, er mag mir bunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht: die unerforsch lich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. 478 Gesinnung und Leben des Christen el. Wann mein Stündlein 659 Bott, wann mein sterbend Auge bricht, mein leßter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen. 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröfte, die betrübt um mich mit Thränen klagen, laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es vertläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erweder! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie fönnt ich flagen, da ihn Gott vom Tode wieder fordert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib ersteht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Tobes Schmergen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getrostem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu eme pfahn, das Jesus mir ers worben. Mel. O Gott, du frømmer Gott chon naht sich 660 Smeines Laufs Ende. und meiner Leiden Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: Hier bin ich, Herr, dir fol gen will ich gern. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ges breitet, bir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ges ring, der Treu viel zu ges ringe und der Barmherzigs teit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Bers trauen und deine Herr lichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besonderen o Gott, und Gnabe für und für; mein Geist wird selig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf, so krönt vor detnem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. 661 heile meiner Heimath zu, ins ewge Paradies der Freuden; bort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geift auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg ich wie gebunden da; dort werd ich bem göttlichen Befreie: nah, frohlockend weiter vorwärts Preben, in Weisheit, Tu gend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend gang empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. Umständen. 479 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sig der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr: Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein Geist! O sieh, in welche göttlich großeFreuden des kurzen Bilgerlebens Müh vermandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in findlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jes sus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst verfehn, wirst du verklärt dort oben stehn! el. Wer nur den lieben Gott 662 Ich faffe, Bater deine Hände und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seis nem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan; erhör auch meine lette Bitte: nimm, Gott Gesinnung und Leben des Christen 480 Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Bater, ach, noch Eins tft Noth, ein gutes End, ein selger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft mel. Chriftus, der ist mein Leben erquickt, durch Leid geübet, 663 Bald ist ſie nun oft wunderbar, turze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungs voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geift und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Tha ten, Heil mir, daß ich fie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott ge segnet hat. 4. Sie reifen nun entgegen dem großen Werndtetag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder, so selig stirbt ein Chrift! geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir Fets deine Güte nah. 4. Auch jeßt, auf meinem Sterbebette, fieb meineNoth, o Vater, an! Erquicke, line dere, errette; denn du bist, der mir helfen kann. Stärt mich im Guten dis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen legten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Rub! nen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach und bringe mir fie selig nach! 6. Jbr eiteln Güter dies fer Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt soll ich ewig selig werden; brum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, wann das Eitle weicht, der 664 S mir des 7. Jch übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets bein Troftlicht scheiMel. Jesus, meine Zuversicht Selig find, die in dem Herrn, die in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, baß fie ewge Ruhe erben, daß von nun an Umständen. 481 an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 7. Der du mir durch deinen Tod diese Hoffnung 2. Göttlich Wort, wie hast errungen, auch in meis labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö stend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden; ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun, so komme denn, ner Todesnoth, Jesu, fei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. unter besonderen In eigener Melodie. o Tod, wann du willst, 665 Christus, der ist mein und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben; in Frieden fahr ich hin. zu meiner Hütte. Mich, mich macht das Wort von Gott start bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du 3weiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben feine Bein, keinen Schmerz das Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben, mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken wie ein verlöschend Licht bald hier, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht. 6. Es fliehe Furcht und Rummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollende 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts, als En gel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na hes Glückt, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick, dann, dann wohn ich bei Verklär ten. Faffet Muth, ich geh poran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. * Gesinnung und Leben des Christen 482 ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott 666 D u, Herr und Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich find; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und baß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu ſein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn; o mache mich bazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge hoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jefus ist, da sei mein Hers! Herr, lente selbst es hims melwärts! 5. Hier allen Sünden abs zusterben, zu leben der Ges rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichfeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, bir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbft Ster ben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; fet nur mein Trost, so gnüget mir.. Mel. Herr, wir fingen deiner Seelel 667 Heit bir, che Gott erschei net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder: bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Le ben endet schon, bald ist es ganz entflohn; doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt unter besonderen Umständen. 483 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schanen. Dank dir! mir 669 nicht lang ein der Gewinn. wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegestrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Vaterhände. Set gnädig, Gott, mein Vater mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, von Himmelsglang umgeben; bald geht der freie Geift hervor aus seiner Hütte, steigt ems por, empor zum Siz der Wonne. 2. D Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eiteln Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und Mel. Ermuntre bich, mein 668 Gott, öffne bei eingebent der Rechenschaft und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. nen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geift empor zu bir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Serrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht fenes Lebens Borgefühl tönnt mich nunmehr erquicken, mit Schau des Lebens näher rücken; dern säh ich nun das Ziel * 2 DOT 484 Gesinnung und Leben des Chriften vor mir säh ich den Rich terthron, an dem zum wohl verdienten Lohn Verdammung mich durchbebte. 4. Jest kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Dafein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. D Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jejum glaube! Willkoms men ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott sterbe schon, 670 jedoch ich hierbe, damit ich ewig leben kann, daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. Un meiner Gruft stärkt euern Glauben, ihr Neltern, die ihr mich ge liebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorgfalt: Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Ge fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treußte Dank ge bracht, getreue Mutter: Gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr ans dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um mich nicht troftlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht, wir sehn uns wieder: Gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mensch, die geben: du ſeift, wie ich nur Aſch und Staub. Bei meinem Grabe lent den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! 6. Jch sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Er ben, wie ich, der Himmels herrlichkeit, so denkt: fie gehn uns nur voran, wir freffen sie dort wieder an. unter besonderen Umständen. 485 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Diel. Fren dich sehr, o meine S. 671 Unter manchen Himmels erbe! zen ist er schon dem Lode nah. Er, in theuer unserm Herzen, matt und bülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet feine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald ents flieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die bu ihm, o Gott, gegeben, bin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Laft, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod ver schwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten tann, seines Herzens summes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunkelm Pfade das Gefühl von dei ner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geift zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld Mel. Dein find wir, Gott 672 Dumour et ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jezo deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du haft gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als feine Beit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Bahl, er leidet jest zum legtenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seis nen Lauf, nimm ihn zu dei nem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Von dir er. quicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! X 3 6. In Gesinnung und Leben des Christen 486 6. In ihm vermehre seine Ruh, sein armes Herz er quicke du! Geift Gottes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getroft, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach, Gnade, Ghad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fie, erlöfe, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, segs ne, segne Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht, tröff ihn vor deinem Angesicht! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich verföhnt, von ihm gekrönt, em. pfängst du nun des Glaubens Lohn. 3. Nimm von uns den leßten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entgegen: doch deine Seele zittre nicht! Frdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster- schauen deines Gottes Licht! benden. Geh ein zu deiner Ruh! el. Herr, wir fingen 673 Set 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Er über Gottes Opfer! wand, der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf! Vater zu, Du gehst dem der dich geliebet. O Toda ter, bu, nach kurzer Ruh gesegnet wirst du zum Leben auf Amen! erstehn. Der unter besonderen Umständen. 487 Der Tod des Frommen, zum Vater seine Hände, um dankend sich zu freun: Breis dir, Herr! Ich beMel. In allen meinen Thaten 674 ie sanft fehn fehle bir, Bater, meine Seele! Er sprichts und wir den Frommen, wie frei, wie schlummert lächelnd ein. unbeklommen sich seinem Biele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 7. D laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt, damit auch wir als Erben der Seligfeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. 2. Er sieht sein Bilgerleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten, schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen, er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunklen Bfade ihm por: nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein fanfter Wieder schein. Oft spricht aus sei nen Blicken ein seliges Ent jüden, ihn Laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet froh die Semen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und vers läßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf schicke dich 675 ott, welch ein Schmerz trifft unser Hers! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Va ter( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 3. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. D Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Troft die fummervollen Hers zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast ver= gehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns fein X 4 488 Gesinnung und Leben des Christen fein( ihr) ftetes eifrightes feft den Pfad der Tugend Geschäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er( sie) mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bes sern Land die Aeltern wiedersehen! Beim Tode HoffnungsWie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle= gen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht voller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit nach Pflicht ganz 676 Für deinen Him. ihm( ihr) mel reiften sie, allzeit willig Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Er löften. 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen; so mildre boch, Herr, un fer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern We gen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters ( der besten Mutter) Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn aufseinen( ihren) Tod, auf seines( ihres) Glaubens Ende! Wirfolgen nach; doch wir sind schwach. o reich uns gnädig deine Baterhände! ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meis nen Schmerz! Was find ich, ihn zu ftillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freubenleer mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachit du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will fie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst fie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah, ich war es, der sie sterben sah. 4. Herr unter besonderen Umständen. 489 4. Herr, ich verehre bein streben. Ach, meine Hoff Gebot, nur laß mich mei- nung sant ins Grab und ner Kinder Tod, ach, laß alle Luft mit ihr hinab. mich ihn bemeinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefüh. len der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich danks bar sein, du gabst, du nahmst, es war ja dein. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Beugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir: du, du vertrautest sie nur mir. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; gesichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ists in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst, doch dann mit Freuden thränen. Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir s ist nicht mehr, 678 A, hier nicht mehr! ach, für mich nicht fern von mir! Du bist mehr mein theures Kind! nicht mehr auf Erden hier, Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu erziehn, war immer mein Beo theure, gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. X5 2. Der Mel. Der unsre Menschheit 677 Gesinnung und Leben des Christen 490 2. Der Freundschaft Labs fal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, bein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, du rus hest nun in Gottes Schooß, vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch, ges duldig will ich schweigen. 4. Das Jrdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporgehoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu feines Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und fille deine Klagen! Die Seele, die so treu mir war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer( Theure), nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freubenvolle Stunde! J eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterb. lich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre selgen Freuden. 9. Gedanke der Unsterb lichkeit! erheitre jede Dun kelheit und stärk mich, wann ich wante; vereble jede Leis denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himm lischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn and wissens doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdens noth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan, nun rührt dich feine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Umständen. 491 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traus rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, bes sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi In voriger Melodie. 680 un bringen wir Blut, machs nur mit meis nem Ende gut! den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde wer den muß. unter besonderen ihrer Bilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit Lift und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Got tes Vaterhand. 5. D Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir ben unsrigen, beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Ar beit kommt zuletzt der Tod. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Ges winn, zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Ants lig ewig sehn! * 6 Mel. 492 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Nun laßt uns den Leib Mel. Jesus, meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib 682 Senkt den Leichseine Gruft, bis ihn des Richters Stimme rust! Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf! nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal lendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 2. Was du, Todter, tha test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Sas menkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weis und reblich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller threr Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gebrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöfer, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns beerit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärt uns in unsrer leßten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) Leib in seine 683 Gentt nun ben Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwes liches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! G bleibt unter besonderen Umständen. 493 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit. Wenn nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. wir uns hier der Tugend weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode Mel. Schwing dich auf schon, empfängt der Ausers 684 Laßt dem Tode Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille. Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ift Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erwect fein Klageton; trocknet eure Thränen! 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund, ihn führet er zum höhern Licht. Drum, Chriften, bebt am Grabe nicht! 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jeßt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser turzen Lebenszeit erwartet 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhö hung. Fromme ruhn in sei ner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerndtefeld! Hier rus hen fie, Christen, unsre Brüs der, kämpften, aber tämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Rub der Müden! Für das beßre X7 Va 494 Gesinnung und Leben des Christen Baterland schlummre er hies nieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Er scheine! Ruft er dann, wir sind bereit. Wer des Les bens Gabe nüßet für die Ewigkeit, sittert nicht am Grabe. laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fordern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Voll beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Tod Mel. Hera, ich habe mißgehandelt tenbeine, ungestört in eurer 685 Ruhet wohl, ihr Gruft; ruhet, bis der Tag Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. erscheine, da des Richters Stimm euch ruft. Nach des Lebens turzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freu den. 2. Nur getrost, ihr werdet leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Chrift; die in seinem Namen sterben, sol len nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverletben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sters ben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erfalten, Mel. Nun laßt uns den Leib ( o 686 gib bent, fromme Chris senschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Trus: hier findet der Bedrängte Schuß, hier wird in süßem Schlaf er quickt, den manche schwere Saft gedrückt. 4. Hier unter besonderen 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leis chenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Christ eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Mel. So schlummerst du 687 o Gott, vor bir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 4. Sowie in heilgen Hais och stehen wir, nen naht sich hier den Ge beinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt denn den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenfummer: Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt ers wacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Chris stenglaube, auch er erwacht, auch er erwacht! 7. Schaut, schauet auf Bes 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. D gib uns Kraft, ge wissenhaft zu leben und zu leiben! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Umständen. 495 Wir singen auf vom Stau be, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf. Mel. In allen meinen Thaten 688 Da stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. 3. Sei ihm ein Ruhebette, du stille Grabesstätte, und deck ihn kühlend zul Er schlafe hier in Fries den den sanften Schlaf der Müden: hier find er die erseufzte Ruh! Gesinnung und Leben des Christen 496 trübte! Dort wandelt der Mel. Seelenbräutigam. Geliebte im hohen Himmels. 691 Still erheben wir zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nun ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. Mel. Cott des Himmels und der 2. Du bists, der uns liebt, 689 Ruhig ist des To- wenn er nimmt und gibt. was be Freude und wehret euerm Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! und der Schooß der Erde fühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Lei denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmäh sucht Stimme dringet nicht ins dunkle stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. Wünsche, unfer Sehnen, Alles, Úlles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. weinen, wird einst freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. Rub? Aum. Nr. 690 ist ausgefallen. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Troft und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! 3. Unsre Seufzer, unfre Thränen werden ewig dann mel. Christus, der ist mein Leben gestillt; unsre fen Trauer, 692 Verzeih der tie die unser Herz erfüllt. Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Küh les Grab, o wann nimmst 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Mens schen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gefund und muthig du mich in deine stille schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird ben Bei Beerdigung eines Verunglückten. unter besonderen Umständen. bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so fiürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zuges gen, wo unser Herz sich freut. In eigener Melodie. 6. Doch Alles, was ges 693 ur frühen Gruft erfolgt dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet. Du willst: so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in det ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 497 12. Da schwinden bann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich nie derreißt, darf unser Geist bir trauen: Du liebest un sern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur bervor, entreißt fich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor bich treten, wir deines Heils uns freun. Am Grabe Frühvers storbener. uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte deines Lebens Lauf. 3. D turze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns schei den. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 4. Du bist beglückt! Ents ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. Jn steter Ruh, in una gestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Neltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bet eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling ſeiner 498 Gesinnung und Leben des Christen seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. D gebis ihm gern. Laßt euern Liebling ziehen! zieht ja in sein Vaterland. Er Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694 W Lenn der Stifter der Geschlech. ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter finten in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die nun ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edeln Sohne seine Luft dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sintet mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden, Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unter liegen dieses arme, schwache Herz, hilfft du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hos hen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wiedergeben! 6. Bater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Tobes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. mel. Alles ist an beinem Segen 695 Erdentöchter, Ges seid nicht stolz auf Reiz und Schöne, troket nicht auf eure Kraft! Eures Mun des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn ſo früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: edler, fräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. D was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Geele fürchtet nicht, hinab zusehn. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geift im Sonnenschimmer himm unter besonderen Umständen. himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ewgen Vas ters Schooß! Süße Hoffnung! Selger Glaube! Al les windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen, sie ist für die Ewigkeit Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit. 6. Himmelsseligkeit bestehet; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergänglich, wie der Himmel überschwänglich ist des Christen wahres Glück. 499 2. Laßt uns alle heute Flagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsere Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edeln Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuern Namen! Seine Tugend nachsuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu, wir find Am Grabe eines edeln 697 Sanft, wie er ges und verdienten Mannes. hat, endete zum Troft der Seinen dieses Edeln Erdenpfad, und wir schaun ihm Mel. Liebster Jesu, wir find 696 Wermit Lust und nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingelehret. Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nach welt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schägen 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Bater, das hat er verkündet und, ge stärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegrünbet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. fann. 3. Treu Gesinnung und Leben des Christen 500 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unfre Wehmuthszähre. selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge weint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frie den. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume, seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geis ftes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vers nunft und guter Wille ers hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum kann mein Blid vom Todtenfeld zum Him mel fich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich bes ben. Ich pflücke nach voll brachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jeßt, ein Bilger hier auf Erden; was thr, entschlafne Brüder, feid, werd ich vielleicht bald wers den. Nun dann: durchs To: 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Je fus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Him mels Heil und Frieden ist ben Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die eble Saat, ausgestreut von uns ferm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürgerwerden. Troft und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf, Christenmensch! 698 Beweihter Ort, wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Nerndte reist! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der fie auf Erden nie gekannt. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schick fal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch unter besonderen Umständen. 501 Todesthal eilft du, mein aus der Verwesung Staub Geift, dem Vaterlande zu sich neu gebildt erheben, wann du, o großer Lebensfürst nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufe zumachen. 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig bier des Lasters Sclavenbande zerris, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; bier gelobe ich der Tugend emge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sierbend Auge bricht! 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele gang verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, Mel. Es ist das Heil uns 699 mein Heiland geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, volltommne Luft genießen. lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht u Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, fein Sieg ist mein. Sein foll mein ganzes Leben fein; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier fol gen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, gea nießen deine gerrlichkeit. was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freu. den! Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbst bei der GräberGrauen. Ich bin getroft und unveragt, weil du ben Deinen Jugesagt: Ich leb, und ihr jollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben und einft 7. Laß die zukünftge Herrs lichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in dies ser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo fetne Schwachheit uns mehrdrückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Er Gesinnung und Leben des Christen 502 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach: zustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! 2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um geben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. Trost des Wiedersehens. In eigener Melodie. Mel. Wann mein Stündlein 700 wie felig feid 701 Schwer liegt ber ihr ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom men! Jhr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 3. 3hr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Zeiten sich auf diesen Wechs sel nicht bereiten! 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und Katt Erdenglücks den Himmel erben! Wer wollt in 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich danach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh und Freude kommen! auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiedersehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen; bist du nur fromm, find sie nur gut, dort oben uns ter Gottes Hut wirst du sie wiedersehen! 2. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichs gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neuzusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde unter besonderen Umständen. Freunde dann am Throne sen, hoffte Freundschaft Gottes wieder; der Gatte Wiedersehn. trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Rind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beiſammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, forts hin uns nie zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! D Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröstest du die Seele! 503 Mel. Halleluja! Bringet Ehre 702 Wiedersehn! mit gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schloffen; und wenn Abschiedsthränen flos2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Zu deis nen Freuden wachsen Blus men frisch und kleiden herrlich sich im Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen tummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja, ich werd euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen. O, ich seh den Himmel offen, winkt ber lauten Herr mir heimzugehn! Theure, in der letzten Stunde ruf ich mit schon blaffem Munde: Ewig, ewig Wies dersehn! Anhang. Mel. Wunderbarer König fie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegans gen, flatt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen sentet, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! jei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lobnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! 703 Une gönne numschränkte blöden Augen, die zum Jr. dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Broben immer herrlicher erhoben. D wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu Mel. Schon ist der Tag von Gott nennen. Tag vor Tag zu 704 Die Chrifti, jein, schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? wer auf der Erde wohnet. Deß müsse sich die Erde freun und was auf Erden woh net! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er jeg= net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch hohen Segens werth, sich 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlöften? Wer darf, des feiner Anhang. 505 seiner Herrschaft trösten? treu den Himmel gibt den Der, der zu dir, o Mittler, Seinen. sich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet; 3. Und wer in deinem 705 Tri Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, fich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade; 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen, den macht er seiner Herrschaft werth, der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, tom met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König, er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser Rönig jei! Sohn, der seinem Bunde Der S Wel. Mein ganzer Geift, Gott Triumph! Tris und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns den Staub, erböhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet, gebet, stolze Spötter, un ferm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph, das Grab ist leer! Fest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Teme pel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. fälle nun den Sieger, Got Hölle, tes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. ihn umgab. 3. Leer ist die Gruft, die Sei mir ge grüßt, mein fünftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge Tage werdens sein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig felig werden wieder diese Glieder flärung sehen. auferstehen, werden die VerY Mel. 506 Anhang. gleich und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schent uns dieß Leben! Mel. Es ist bas Hell uns 706 M it lautemSchall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum unser Muth nicht hin, durch 707 Gel Jesum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Jhn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich boch rüsten soll, des Hei: lands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr bort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel., 4. Uns treibt sein Geift, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen, stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu uicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns bort dem Sohne Mel. Nun dantet Alle Gott elobt seißt du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vors urtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie vers feblen und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrt, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richt schnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre aller falschen mich vor Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Verleih mir deinen Geißt, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrs Heit Anhang. 507 heit, fucht, prüft, glaubt, Du lebst, und ich soll leben. bewährt und übt! Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. Auf, Chriftenmensch! 708.5 err, du bist meine Zuversicht! Du lebst, auch ich werd leben! Du wirst mir, wie dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht, dieß stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals Mel. Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erhöhter Jefu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in groBer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen Gib, daß dann froh und mit Vertrauen, dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, feßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich geigen! Wann du auf lichten Wolfen einst mit deiner Engel Heer erscheinßt, die sich vor dir, Herr, beugen, dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und 92 Meer der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, boch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuvers ficht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Lod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht fast, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sint immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird bich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; bort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trofts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Anhang. 508 Meer das große, unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach feiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jefu Chrift, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Günde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Beftebl du deine Wege 710 J Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein götts lich Licht und mein Ge wissen lehren: du haltest einst Gericht. ch denk an dein Gerichte, du 2. Jch höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilige Menge er habner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Men schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor det nem Richterthron; den Süns und Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seg neft fie. 5. Wie angsvoll aber beben, die hier bein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil Anhang. Theil in ewiger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. 3 dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellt mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 711 daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich por falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstodt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Befühl der Sünden führst. 509 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmß seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schätzt. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einigen Sünders Tod; drum wedst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der beine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem ott, hilf mir, Borngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir ges geben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür fors gen, daß mein Geist, dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier, wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 93 In 510 Anhang. In voriger Melodie. legt sich dein Erbarmen 712 Mein Hers, er brein, mich vom Verderben muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ift! Bedente, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets bein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bift du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Troft und Hülfe bet. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs verfehn, und hilfft mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O könnt ich deine große Güte, doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen, auch auf des Herzens Reblichkeit und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Bu friedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. steht dich mein Wohl doch fefte. Wenn mich 713 ott, bu ö das Elend ganz ergreift, so Mel. Herzliebfter Jesu! ch will, mein nig Anhang. nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eisrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und Mel. Allein Gott in der Höh empfinden, wer Gott er 714 Stimmt unferm gründen? Gott 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und präch: tig, wie groß in deinen Bundern, Herr, wie mäch. tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederballe und deine Wahr heit, deine Huld besinge und Breis dir bringe. 511 Kräften sich bestreben, dich zu erheben. 8. Ja, ewig will ich dei nen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 6. Der Herr ist mild, von buldendem Gemüthe, barm herzig, gnädig und von großer Güte, erbarmt sich jeiner Werke, hat an allen fein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle deine Werke sollen dir jauchzend banten. Deine Frommen wollen aus allen ihren lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Es macht uns frei von aller Noth: drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunders werte, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum dantet seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väters licher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt, der täglich schenket, was uns nüßt: drum danfet seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Y 4 Frieden Anhang. 512 Frieden hat mit Gott ge macht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan tet seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu er langen, daß er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum dantet seinem Namen! 7. Lobt Gott, thr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich: mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanten wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß fie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue. Weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braußt entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, In eigener Melodie. 715 Hab Acht auf mich die mir zu wandeln find wann mir auch des Kreuzes Koblen mein Herze brennen bitters lich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich wann ich gesund, wann ich empfinde Anhang. 513 empfinde feine Schmerzen; Acht auf mich, wann ich wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe. Auf daß ich nie vers geffe dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in das ander Leben, daß mir daß frohe Glaubensende ertheis let werd in deine Hände. Daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krant, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer den und denken, daß ich Staub und Erden. Auch wann die Schmerzen meh ren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. Mel. Gott des Himmels und 716 Thut mir auf die ſein. schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an die sem Orte, meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, tomme du nun auch zu mir. Wo du Woh nung haft genommen, da it lauter Himmel hier. Zeug doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, beilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und, was mir wird vorgeY 5 stellt, 514 Anhang. stellt, präge meinem Herzen deine Glaubenslieder! Was ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. da Odem holet, jauchze preise, flinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 5. Stärf in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen raus ben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Nede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröfte mich in aller Noth. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Hal leluja finge, welcher Chris stum nennet, sich von Her zen ihm ergiebet. O wohl bir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. In eigener Melodie. underbarerkö717 W nig, Herrscher, dir von uns allen, laß unser Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen klingen! Mel. Wer nur den lieben Gott 7180 daß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller tiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strah. len, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren, einen solchen Herren! 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! D daß mein Blut mit Jauch zen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach war ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge 3. D du meine Seele, schäfte zu Gottes, meines finge fröhlich, singe, singe Herren, Preis! Mein Leib und Anhang. und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! 3hr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bis du es nicht, o Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe Hen Gefahr ward ich dein Troftlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht boller Freuden in deinem Reten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und siele auch der 515 Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte fingen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bes wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Mel. Fren dich sehr, o meine S. 719 Warum willst du hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oft: mals Tag und Nacht des Gesetzes starter Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gots tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. Y6 3. Anhang. 516 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleich tern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich be: trübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht traftlos wär. Hab ich Ho heit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 7. Was du Böses haft begangen, das ist Alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Ens geln droben ihn dort ewig werdest loben. 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr, Mel. Schwingt, heilige Gedanken Jesu Chrift; dein Erfreuen 720 Der beilge Chrift die Weide, da man recht fröhlich ist. Feuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, fomm, laß dich er blicken! kommen, der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln troben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ges fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Welt getümmel auf einem sichern Steg. 8. 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gelehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Rub, öffne dein Gemüth und, Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 517 3. Nun sind nicht mehr 5. Ach, Hüter unsers Les die Kinder verwaist und bens, fürwahr, es ist vers vaterlos; Gott rufet selbst gebens mit unserm Thun die Sünder in seinen Gnas und Machen, wo nicht dein denschooß, er will, daß alle, Augen wachen. rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hul den, gehn in den Himmel ein. Anhang. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet find die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Run laßt uns Gott, den perren neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be wahret werden; 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 9. Sprich deinen milden 721 un laßt uns gehn Segen zu allen unsern Weund treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. gen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Schooße sigen. 7. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib und Leiden ein Brunnen mitten in unserm Kreuz unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen danken den hochbetrübten Kranken, gib fröhliche GeSeelen, die sich mit Schwere muth quälen, 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrs lich ziere und dort zum Himmel führe. 13, Anhang. 518 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Jef esus soll die Lofung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jefu Wort soll in der Gemeinde schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren, also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leit stern für, so wird Alles wohl bestehen und durch sei. nen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Pitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam jei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein GnaDenzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Schuß und Hort, bleib uns Losung fort und fort! Mel. Balet will ich dir geben oder: Befiehl du deine Wege. 723 Grabe du de ch geh zu deis nem großer Ofterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde wann ich begraben werde, und haft sie eingeweiht, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückt mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. ĐƯnang. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; werd ich dein erblicken, der mich vom Tode weckt. da 5. Du fährest in die Höhe und zeigeft mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. D meines Lebens Le ben, o meines Tobes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner leßten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 eberwinder, nimm die Balmen, die dein Bolt bir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den er tämpften Sieg befingt, Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge: schrei, da des Lodes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da! Gott sei Dant, Halleluja! 519 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Kuhme gleichen? Held und König, tritt hers vor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thren der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da! Gott sei Dant, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuch. tung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch ge= fangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig. Was chet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dant, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die lette Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns Anhang. 520 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Trost nicht töbten; denn die Hoffnung blühet dal Gott sei Dant, Halleluja! du dich im nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Him mel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er serbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist perhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feis erst du sein Auferstehen auch in rechter Ofterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Fests tag heut? 4. Bist du mit ihm auf erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losge rungen, frei gemacht? Ober liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermor gen noch kein helles Mor genroth? 5. D dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Für des 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da. Gott sei Dant, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärten Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig dei nen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja; Mel. O bu Liebe, meiner Liebe 725 der und schö ner, Oftersonne, deinen Lauf, denn der Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst Anhang. 521 des Lebens ruft: Wache Wonne durch die Himmelsauf zum neuen Leben, geifter fließt; prächtig wirst steig hervor aus deiner du aufgenommen, freudig Gruft! heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könnteft auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er geben, streift er deine Retten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Mel. Alle Menschen müssen 726 Siegesfürst und Ehrenkönig, hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch ers höht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klars heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir eintehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geifte leben, gleich als wärst du sichtbar da. Anhang. 522 da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verseßt, da mich Jesus nur ergötzt. In eigner Melodie. 727 zum euch ein zu dei nen meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geift des Vaters und des Sohnes, mit bei den gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch brang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die 4. Du bist ein Geist, der Lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis densaal! 6. Du bist ein Geist derliebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Born, Bant, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen, sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenher zen wenden, wie es dir wohl gefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigs feiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmück als mit eis ner Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottes furcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geißt, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Les ben allzeit nach deinem Sinn und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Mel. Erhalt uns, Herr 728 h bleib bei uns, Herzens Truß und deiner Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders juchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal gu dir in deinen Himmelssaal. weil es nun Abend worden ift: dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit, verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Sirch erhalt, wir sind gar sicher, faul und gib Glück und Heil zu deinem Bort, gib, daß es schall an allem Ort. 523 Secten und groß Schwär merei jest tommen haufenweiß herbei. 6. Den stolzen Geistern mehre doch, die mit Ge walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Grd ist keine Ruh; viel Mel. Es ist das Heil uns 729 Die Feinde deines drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern: drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hin von Anhang. 524 hindern. Dein Erbe bleibt 7. Voll Zuversicht erwar: dir immerdar und wird ten dich, Herr, alle deine selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnas denlohn, dein Himmelreich ererben. 3. Du wolleft deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Balet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten! bei 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahr. heit gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in ner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß: vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende! 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheineft zum Ges richt und dann vor deinem Angesicht die Menschentin der sammelt. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Strei ter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behü ten, euch auseinander fireun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Chrift, der unserm Glau bensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir blei ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, gez bunden und gefangen, mit Chriftenfreudigkeit. 4. Ungläubge ihr mögt spoiten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten 311 Anhang. 525 zu jeder Frevelthat: Er, den du uns gefandt, Herr, Christus ganz alleine beschüßt die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein, die Kirche ohne Glet chen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen darauf sein Zeichen steht. segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun. Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, Mel. Mein ganzer Geift, Gott 731 das ein voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft fefte stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. Herrlichkeit, du Rönig deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge= fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trößten. 2. Wohl deinem Volt, daß du es liebst, nach dei nem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geift und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft, das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heers den mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von beiner Hand den Lehrer, 6. Sei uns geſegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. D Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir Anhang. 526 dir gehn wir durch die Leis den dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Bater, als ler Dinge Grund, gib deinen Vater namen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist bie Stätte hier! Die Her zen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne, hier bei Sündern als bei Kindern, Mel. Dir, dir, Jehova 733 Wach auf, bu Geift der ers sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern oftehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getroft dem Feind entgegens gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchbringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. voller Klarheit; beilge uns in deiner 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Gots teshaus ist dir geweiht; laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshal len. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; heil uns ganz vom Sündenschaden. ben. Hilf uns, Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis set dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auf. erbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Hän den, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, siell uns broben in den Tempel, dich zu loben. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Vater, früher, später gehts zum Ster 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit ftehn. D Herr der erndte, fiebe doch darein; die Nerndt ist groß, die Zahl der Knechte flein. 8. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. Ofiche, Anhang. O siebe, wie an allen Dr. ten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider: fahren und brich in Satans Reich und macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald auß zu deines Namens Breis! 527 falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got tes jei! 7. D beffre 3ions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geiftes sein. Ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter fehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. 5. Ach, daß die Hülf aus Mel. Jesus, meine Zuversicht Hirt! Wie Zion kame! daß dein 734 Eine Heerden und Geist, sowie dein verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald ent zwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Ifrael bald auf und also segne deines Wortes Lauf. wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Hei den; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Romm, o tomm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäffein irrt fern von dir und deiner Heerde! kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sich, Anhang. 528 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Jhn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bun desengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jejus hält, was er verspricht. In eigner Melodie. 735 Pehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinte reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr fommt dir entgegen, und fein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, gaubre nicht! feit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 2. Kehre aus der Welt Berstreuung in die Einsams 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung bei nem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! Fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Troft für alle Schmer zen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flek fen rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Duntel in die Klarheit, aus 529 gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott 736 Ich weiß von keis macht mich rein und klein nem zu Jesu ernstlich Grunde, als den der Glaub in Chrifto hat; ich weiß von feinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 3. Jch bleib in Chrifto nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ficher sein: Gott sieht auch mich in Chrifto an. Wer it's, der mich verdammen fann? Anheng. aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: tehre gleich! 4. 3ch fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr; ich halte nichts schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Chris fto bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich fiets im Grunde stehn, da fann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. D Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jefu bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge 3 dir. Anhang. 530 dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 unfre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste tommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich mein Geift! Denn du bist ein himmlisch Wesen und tannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn fehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaus be zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen tann. 6. Himmelan, ach, himmelan! Das soll meine Lo sung bleiben. Ich will als die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nun mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott 738 Such, wer da will, ein ander die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist flar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was ver dorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begebret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn als lein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Anhang. 4 Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jefu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen: hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 h will dich ims mer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben, nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen wei chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich gang in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich haft du mich gezogen, wie ging mir bein Erbarmen nach! Ich floh vor dir und griff betrogen nach Herzeleid und 531 Ungemach: du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irbschen Gaben, bich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getroft und stille lei den und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, denn du, mehr übrig ſei. am gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gcs than. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. ich hoffen, daß meine Liebe 5. Getreuer Jesu, soll treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen, dem, 32 welcher Anhang. 532 welcher ernftlich Hülf be gehrt. Ich flieh sum Reich thum deiner Güte. Durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte, so schau ich nach der Mor genröthe, wie hell die Sonne selber ist. 740 M: 1. Was Gott thut, das ich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz erge ben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht ewig nicht, du stärkest mich. von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleis bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leis den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 3. Dich Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein: er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. el. Es ist das Heil uns ſchämen, die kann dir nie- 741 Herr, webm, nehmen. so schicks mit im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld; denn dein Will ist der beste. 2. Bucht, Ehr und Tren 4. Dich, Jesum, laß ich verleih mir, Herr, und Lieb zu Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Un gerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freu den. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein felig End gib mir durch Jefum Chriftum. Amen. 533 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kin des Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir bringt. 5. Dieser Zeiten Eitelteiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit! In eigener Melodie. Mel. Befiehl du deine Wege 742 Sich bier bin ich, 743 Gin Wohlstand Gleichen ift eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er ge sinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenfe mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß bich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Ange sicht, da wird er angenoms men, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Bater allezeit. 3. Er fann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um: 33 ringt Anhang. 534 ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Ales dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Chris sten Stand. 744 Mel. Wer nur den lieben Gott größer Kreuz, je näher Him mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tob. D felig ist der Mann geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bebre Chriften: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Bold wird auf dem Feuer Heerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. Das wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 3. Je größer Kreus, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert haft. Im Kreuze wächset uns der Muth 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegans gen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Läublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Freuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Thro ne der Ueberwinder Schei tel Anhang. 535 tel trägt. Uch, dieses theure ger getreuer Hand ein jegKleinod macht, daß man liches nach seiner Art im das größte Kreuz nicht acht. Glauben seine Pflicht bewahrt! 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 745 Wohl ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen fellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got tes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißi6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer. keines bleibt zurück! 7. Wohl solchem Haus; denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt metnem Hause diesen Bund; wenn alles Volk vom Hers ren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Mel. Befiehl bu deine Wege 746 Ich bin ein Gast auf und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth ges wesen? Solang ich denken tann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Anhang. 536 mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremben Belt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater tröften wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher los ben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 6. Bu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, meinem gefalle, das Meist ist Eitel feit. ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemess sen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheis de, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die Helle Sonne, nächst Undern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmüts fet hast; da will ich herr lich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Rel. Ich hab mein Sach wohl747 Wohlauf, wo zum legs ten Gang! Kurg ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Rein Bleihen ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der bein Herz will! Komm, mach Wanderzeit, gehab dich wohl und 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getroft die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Rub. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie ben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug Tris umph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken tönet fest lich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volt vorhanden ist. B. 6. D selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! D felig, wer vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst fo viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; dent an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 3. Was sorgst du bis zum 537 letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schap ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Lod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ifts an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Bom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sig zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön fein More genroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, bein Lebensstrahl? Du bist es, Jefu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, bein Auferstehn, bein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die 538 die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. Anhang. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein!- hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt all zugleich auch ihm ein Räum. lein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Drt, viel Wohnungen im Himmel dort; be reitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er jeugt und spricht: Sch komme bald! Ja, fomm, Jesu, führ uns ein! harren dein: laß uns ewig sein! Amen, Herr Wir dein Mel. Herr, wir fingen 748 Machet Wacht uns die auf! Stimme der Wächter sehr hoch auf der Sinne, wach ihr müsset ihm entgegens gehn. 2. Zion hört die Wäch ter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahr heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohni Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und hal ten mit das Abendmahi. 3. Gloria sei dir gefun gen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der En gel hoch um deinen Thron. Rein Aug hat je gefehn, tein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauche zen wir und singen dir das Halleluja für und für. Iem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit Hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutigam kömmt! Steh auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; Mel. Liebster Jesu, wir sind nsern 49( Mr.9. B.5.) Uus gang jegne, Gott, unfernins gang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne un ser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. In 539 sehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet: was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch ertiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt." 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich ent binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie der, erwach ich frühe wie ( Nr. 751 ist ausgefallen.- Siche in Schwachheit und in Ban der, lieg oder zieh ich fort, den, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein träftig Wort. Anhang. In eigener Melodie. 750( 200) Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure dei ner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollenstürzen vondeinemThron. 2. Beweis deine Macht, Herr Jesu Chrift, der du Herr aller Herren bist, bes schirm dein arme Christen heit, daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heilger Geist, du Tröfter werth, gib beim Volk einerlei Ginn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. In eigener Melodie. 752 ( 55) S n allen meis nen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er auser schlossen, so will ich unvers 7. Hat er es denn bedrossen an mein Verhängniß gehn; tein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir ges beut; es sei heut oder mors gen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. seine und traue dem alleine, 9. So sei nun, Seele, der Anhang. 540 der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. dern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teu fel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. In eigener Melobie. ( 378) efiehl du Was er ihm vorgenommen und was er das muß doch endlich koms men zu seinem Zweck und Biel. Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem fierblichen Ge. blüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du aller wegen, an Mitteln fehlts bir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unvers zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Rummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott fißt im Regimente und führet Al les wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weis ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wun derbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich be tümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost vers ziehn und ihun an seinem Theile, Anhang. Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich bege: ben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindstens gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu teinem Bösen bisher getragen hast. 2. Gott, wenn ich schwö rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelet mein Herz und meine Zunge fret. 3. Wenn Freoler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrekten. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet fre ventlich in ewiges Verderben sich! 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwe genheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott, der du Nichts hat sie, was dich schadlos hält. Herzensten ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort pricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es tund, 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heis land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den 31 Leiden 541 und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. 11. Wohl bir, du kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt bir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingit Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärt unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen jein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Anhang. 542 Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann beffer, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist be fannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfüh ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muth: willig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. de s Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage roßherzog 8. Gro Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände, Durch deiner Allmacht Hände Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unserer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 8. Du wollt uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unfern Fürsten sehn, Jhn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen- Gebet: Allmächtiger Gott 332 www reve 543 Inche dir 544 Anhang. bir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohl. gefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße geseßt auf den Weg bes Friedens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jeßt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja. Halleluja. Halleluja! Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott 1 - durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands! Der Geistliche: Bernehmet mit Andacht--Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. Mel. Nun banket Alle Gott 1. Breis, Ehr und Lob sei dir In deffen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du haft ihm lebenslang Den Ddem treu bewahret Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter stark gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht-- Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 545 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Thm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wolleft allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Bon jeder Tugend Art Und Hülf und Schuß verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest seine Treu Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volt erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen. V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste 313 Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 546 Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sobne, Und dem, der beiden gleich Jm höchsten Himmelsthrone, Jhm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jegund und immerbar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Choral Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. 7XXX Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Bater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschicht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der Geistliche: Im Namen- 11 547 Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang jetzt und immerbar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja. 334 Der 548 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. - Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geift freue sich Gottes, meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja. Halleluja. Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet und nährt; Dant es ihm innigst gerühret! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlös sung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes Lift. 2. Ach Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Gegen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen? Reichlich in uns vermehr. 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Der Geistliche: Laßt uns beten Co Gemeinde: - Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Chr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Jhm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jepund und immerdar. 549 Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Register. Nr. Ach, bleib bei uns, Herr 728 Ach, bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach Gott, verlaß 391 Ach Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach, könnt ich doch mit 653 Ach, sieh ihn dulden 164 Ach, welch ein Kampf 88 Allein Gott in der Höh 42 Ale Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Allgütiaer, dir will ich 589 Allmächtiger, ich lebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdiger G. 14 An deine Leiden dent. 138 Un dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 646 Auf, Christen, bringet 410 Auf Christen, laßt uns 95 Auf dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja, auferst. 267 Auf, freue dich, mein Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger, fr. 187 Auf, meine Seele, auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 93 Nr. Bald oder spät des L. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W.373 753 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt ist, 334 681 Begrabt den Leib Bekenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besiß ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisester Reg. 66 Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Christ, aus deinem$. 467 Christe, du Sohn G. 149 Chrift, eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein 2. 665 Christ, wann dichTrübs. 381 * 43 654 533 70 Dank und Anbetung Dant, Vater, dir, der Das Amt der Lehrer Das Land, das Gott Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. 458 Da stehen wir die Dein. 688 Dein bin ich, Gott! Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchst. 200 Dem ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich Dem Wandrer gleich 509 Den größten Sterbend. 158 368 392 6 546 323 Register. 8 11 Nr. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil erw.108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind ern. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt 106 Der heilge Chrift ist t. 720 Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt 649 Der Tag ist wieder hin 574 Der weise Schöpfer 557 Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erst. 606 Dich bet ich an, erft. 176 Dich, Jesum, laß ich ewig 740 Dich tennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder 374 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jesu 704 535 51 Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Zunge, die vern. 554 Dir dant ich für mein 615 Dir ergeb ich mich 320 551 Nr. 56 Dir, Gott, der so gern 219 Dir, Gott, sei Preis 72 Dir immer ähnlicher zu 313 Dir, trau ich, Gott u. 377 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der 2. 633 Du bists, dem Chr und 404 Du, deines Vaters 329 246 Du benfest in der tiefst. 159 Du, der kein Böses thut, 78 Du, der sich einst voll 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Augen floff. 160 Du, gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, haft aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr von meinen 624 Du tamst herab zum 101 Du klagst und fühleft 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer 6. 405 Dufagft, ich bin ein Chr. 336 Du, Vater deiner M. 364 Du vertheilst der M. 526 Du, weiser Schöpfer 26 Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, Vater, für 249 Du wollst erhören, G. 672 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Ein feste Burg ist Ein Gott regirte; was 210 389 552 Register. Nr. Nr. Es werde Gott von dir 71 Es zieht, o Gott, ein Kr. 628 Gs züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wird dein 213 Ewigund unwandelbar 609 406 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund 614 571 Frohlockend, Vater Frohlockt, ihr Christen 181 Früh mit umwölktem 592 Führer zur Vollkomm. 126 Für alle Menschen beten 403 676 Für deinen Himmel Fürwahr, du bist, o G. 59 Geärndtet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 516 Geht hin! der Gott Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib Gott, wenn ich d. 423 Gib, Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade jei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deinen heil. Bef. 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 170 Gott der Liebe, wie er. 363 Es preise Gott, wer J. 328 Gott der Tage, Gott d. 656 Ein Herz, o Gott, in 464 Ein milder Regen finket 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohneGl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unselge 499 Entreiße dich, mein G. 123. Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Erhabner Gott, was 16 Erhalt uns, Herr 209 750 Erhebt den Herrn, ihr 97 Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er 109 Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geißt 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Gej. 414 Ertönt, ihr Freudenl. 602 Es baut, o Gott, auf 595 G3 eilt der letzte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf 297 Es herrscht ein Gott 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur Einer Herr 12 Es ist vollbracht, Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewig. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist tom. 115 Gott, heilig sei dein n. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 Gott, immer groß an 459 Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, fein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! 17 Gott ist, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, Stifter 514 Gott sei Dant, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns, Gott Vater, aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schredlich f. 87 Großer Gott erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Aeltern Groß wird des Sünd. 275 62 28 519 Hab Acht auf mich in 715 Hab deine Lust am 369 553 667 Nr. Habe deine Luft, o 3. 620 Halleluja, bringet Ehre 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott Heilger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todesüb. Herr, deine Allmachi Herr, deine Kirche dant. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Geseß und 207 Herr, der du Alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit 185 Herr, du wollst sie 237 Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus dein, 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists, anFreund, 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht, erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr, welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst, so 741 Herr, wie lange muß 340 193 477 174 23 554 Register. Nr. Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der Kr. 645 Himmelan geht unsre 737 Höchster, denk ich an 294 Höchfter Gott, wir 9 Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Jch will den Bund mit 235 Ich will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Ich will in stiller Einj. 622 Ich will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 324 Jesu, meine Freude, Jesu, meines Lebens 2. 137 Jefum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jefus, meine Zuversicht 264 Jefus soll die Losung 722 3m Frühling meiner J. 531 Jmmer näher kommt 270 3mmer sich bestreben 125 In allen meinen Th.55 752 In Gottes Namen fana 568 In Trübjal, Chrift, fei 463 75 In unserm Kummer 265 3 Gott für mich, so 310 223 451 642 746 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Chrift 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach Ich bin in meinem Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich bin ein Gast auf Ich blick empor zu dir 300 Ich denk an dein Ger. 710 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich faffe, Vater, deine 662 Ich freue mich, mein 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir 341 Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges 2. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 131 Kehre wieder, Fehre w. 735 Rein Lehrer ist dir Rein Mensch, o Gott, 79 Kinder, die ihr noch im 522 Kommt, betend oft und 394 Komm, heilger Geist Komm, o fomm, du G. 191 Kommt, die ihr nicht 133 Kommt, kommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Kommt mit Dank vor 92 kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 554 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o sefu, laß 215 Laß, Herr, nach eiteln 443 Laß mich doch nicht Laß mich, Höchster 441 492 Register. Nr. 555 Nr. 4 Laß mich, o Herr, in 345 Mein Leben steht in G. 252 Laß mir die Feier deiner 135 Mein Schöpfer, dessen 347 Laßt dem Tode seinen 684 Mein Vater und mein 348 Laßtunsmitehrfurchtsv. 112 Menichenfreund, nach 479. Laßt uns unserm Gott 114 Menschen weis und gut 517 Lehre mich, Herr, recht 429 Mir nach, spricht Chr. 327 Lieblich sind der Zugend 507 Mit Ernst, o Menschent. 105 Liebster Jesu wir find Mit Freuden laßt uns 613 Lob, Ehr und Dant sei 636 Mit frohlockendem G. 100 Lob, Ehr und Preis 416 Mit lautem Schall fr. 706 Lobet den Herren, Mittler, schau auf sie 538 Lob, Preis und Ehre Mit welchem Dank 657 Lob sei Gott, der den F. 585 Mit welcher Langmuth 40 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge meine Seele Lobsinget Gott! Dank Lobiinget Gott, denn s. 214 Lobinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 415 3 183 45 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzensv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsp. 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem 632 Mache dich, mein 430 593 Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geist. 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach, lehre 346 Mein Gott, du wohneft 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. Mein Hort ist Gott! Mein Jesu, für dein Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, 453 Nicht, daß ichs schon 349 Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr 54 Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum Nie bist du, Höchster Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dant 238 Nimm unsre Dantgef. 94 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 156 Nun danket Alle Gott 409 63 567 301 382 194 400 21 556 Register. Nr. Nr. 651 Nun ist das alte Jahr 612 Nun laßt uns alle fröhl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur furz ist hier mein 244 Oblickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 O Durst nach Blut, o 152 O daß ich tausend 3. 718 Oft tlagt dein Herz, w. 351 D Golgatha, zu deinen 168 O Gott, den alle Wesen 420 D Gott, der du mein O Gott des Himmels O Gott, deß farke H. 35 D Gott, du bist mein D Gott, du frommer 350 D großer Gott, bu r. 196 D Heiland, deffen hoh. 240 Oheilger Geist, tehr 192 D Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der H. 731 Kinder, dieser Tag 540 D könnt ich dich, mein 419 O felig, wer zufrieden 511 357 53 2 216 7 13 169 153 487 Sanft, o Christ, ist J. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöfte S. 234 601 Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag vor 273 Schön ist die Tugend 353 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen Schweiget bange Zw. 316 Schwer liegt der Tr. 701 Schwingt, heilige G. Sehet, Christen, fehet Geht, welch eir M. Seid barmherzig M. Sei gesegnet! Amen Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt 367 Sei hoch gepriesen, 5. 141 572 Sei mir gegrüßt zu 60 Sei zufrieden, mein Selig, Jesu, find die 269 Selig find des Himmels 258 Selig sind, die in dem 664 Welt, sieh hier bein 162 Selig, wer in stillem Dwie sanft ist, Herr Senft den Leichnam O wie selig seid ihr Senkt nun den Leib O wie unaussprechlich 282 Siegesfürst und Ebr. 726 Sieh diese jungen S. 539 Preist, Christen, mit 598 Sieh, hier bin ich, Chr. 742 Breis und Anbetung 417 Gint' ich einst in jenen 581 Redlichkeit, mit dir 496 So fliehen unsre Tage 577 Religion von Gott geg. 198 So gib denn, fromme 686 Richte nicht mit harter 484 So hoff ich denn mit 315 Ruhet wohl ihr Todt. 685 So Jemand spricht, ich 482 Ruhig ist des Todes So ist mit aller seiner 652 Säe deine Thränenf. 460 Soll bein verderbtes 202 673 537 stimm auch du mit 113 Dwelch ein Glück, ein 73 D welch ein Segen ist 555 O welch ein unschäßb. 501 376 682 84 700 683 689 Register. Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So wahr ich lebe! spricht 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so 20 Stärke, Mittler, stärke 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such, wer da will, ein 738 Sünde ist nie klein zu 82 Theuer sei mir allez. 128 Thut mir auf die sch. 716 Triumph! Triumph! 705 90 52 leber aller Himmel Ueberwinder, nimm Um Erbarmen flehen Um Gnade für die Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt, 155 Unser Gott, der Herr Unser Gott ist groß Unser Wandel ist im 431 Unsern Ausgang segne 749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unſt. Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe 703 Unwiederbringlich 611 284 186 724 629 167 27 Vater, den uns Jesus 401 Bater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laßt uns 481 Bergelten wirst du den. 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Bertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 557 Nr. 456 242 561 Viele Freuden streust Vollbracht ist nun die Voll Dank an diesem Bollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem 119 Vom Todesthal hinauf 184 Von allen Himmeln Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Bon Herzen preis ich 199 Vor dir, o Gott, sich 360 412 497 Wach auf, mein Herz, 569 Wach auf, du Geist der 733 Wachet auf! ruft uns 748 Wann wir unsern Lauf 69 Wandle leuchtender u. 725 Warum erbebst du, m. 268 Warum willst du doch 386 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ist im Himmel, 358 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will 471 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 558 Register. Nr. Nr. Welch hohes Beispiel 333 Welch hohes Vorrecht 395 Welterlöser, dich zu 326 34 Wenn Christus seine 217 Wenn der Stifter der 694 Wenn Geschwister fr. 525 Wenn gleich aus tiefer 475 Wenn ich auf Gottes 271 Wenn ich ein gut G. 503 Wenn ich einst von jen. 570 Wenn ich, o Schöpfer, 50 Wenn meine Zeit vorh. 257 Wenn Menschen streben 532 Wenn mich die Sünden 144 Wenn oft zu jener S. 285 Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten 627 Wenn zur Erfüllung 365 Wen wird, o Gott, die 504 Wer auf seinen Gott 375 Wer bin ich? welche 425 Wer dieser Erden Güter 486 Wer gehorcht, der thus 548 Wer Gottes Wege geht, 296 Wer Gottes Wort nicht 317 Wer hat den Glauben, 293 Wer höher durch Geburt 549 Wer Jesum kennt, ver. 290 Wer kann die Leiden 150 Wer könnte zweifeln, 10 Wer machte diese schöne 47 Wer mit Lust und Eifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt 81 Wer stets mit reinem 352 Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. 579 Wer weiß, wie bald in 262 Wer weiß, wie nahe 260 Wohl mir, o Schöpfer 552 Wer zählt, Unendlicher, 68 Wohlthätig sind der Erde 461 Wiedersehn! mit lauten 702 Wohl uns! Wohl uns 534 Wie freu ich mich der 286 Wo ist wohl Noth und 86 Wie getroft und heiter 318 605 Wie gnädig ist des Wie göttlich sind doch 132 Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß ist des Alm. 32 Wie groß ist unsere S. 503 Wie groß, o Herr, ersch. 154 Wie groß, wie angebetet 103 Wie heiter fließt mein 506 Wie im Herbste fällt 245 Wie leicht verkenn ich 422 Wie mannichfaltig sind 435 Wie sanft, mein Vater, 397 Wie sanft sehn wir den 674 Wie sicher lebt der M. 248 Wie soll ich dich empf. 107 Wie theuer, Gott, ift 308 Wie viele Freuden dant 38 Wie wichtig ist doch der 77 Wie wird mir dann, o 255 Wie wohl ist mir, o Will mich, o Gott, hien. 476 Willst du der Weisheit 361 Wilst du die Buße noch 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unsrer 524 Wir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir kommen, Helfer, 643 Wir sind in Noth, laß 635 Wir trocknen unsre Thr. 466 Wo eilt ihr hin, ihr Wohlauf, wohlan, zum Wohl dem, der beßre 444 Wohl dem, der in dem 510 85 Wohl dem, der richtig 493 Wohl dem, der seines 619 Wohl einem Haus, da 745 679 44 319 447 747 Register. Nr. Wort aus Gottes Munde 208 Wo sind die Weifen, die 25 Wunderbarer König, 717 Beuch ein zu deinen Th. 727 559 Nr. 398 Zu dir, o Gott, das Zu dir, Unendlicher, Zum Fleiße ward das 437 Zum Himmel erhebe 625 3ur frühen Gruft 693 213110 thnlunapd Spined ad Gebete zur Hausandacht. Morgengebet am Sonntage. Großer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, bei dir ist Allmacht, Weißheit und Güte, und du bist würdig, von Allem, was auf Erden und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebt zu werden! Dich preiset meine Seele für deinen mannichfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet haft, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht und insonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern willst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und zu unserer näheren Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft gebeiliget. O wie gesegnet wird er auch mir sein, wenn ich ihn nach dieser deiner liebreichen Absicht zur Erquickung und Heiligung meiner Seele durch dein feligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sei gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissensfreiheit verleiheft! Verherrliche dich heute, o Gott, in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemeinen Segen! Heilige du selbst die Opfer unseres Gebets und unserer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! du fennest insonderheit meinen und der Meinigen Seelenzustand. Ach, laß uns auch heute die göttliche Kraft deines Wortes A also 2 Abendgebet am Sonntage. also an unseren Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröstungen beruhiget und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestigt werden. Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten erfüllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns befleißigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unseren leiblichen Geschäften verstattest, werde doch insonderheit zur wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott, daß wir nicht durch unnöthige Geschäfte und unnüße Berstreuungen den Segen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich verherrlichen und es beweisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses alsdann beweisen, wenn du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unsern Nächsten an den Tag zu legen! Heilige, o Gott, auch alle unsere Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichts beginnen, als was mit Versicherung deiner Gnade genossen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Tag uns in Allem eine wahre Vorbereitung zu deiner ewigen Anbetung und zu der ewigen Ruhe und Seligkeit sein möge, die du den Deinen verheißen haft. d Segnest du, Herr, deinen Tag zum ewigen Heil unserer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlassen. Du, mein himmlischer Vater, weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch für diese Woche und für die ganze Zeit unserer irdischen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath und nimm uns endlich zu Ehren an um Jesu Christi willen. Amen. mipid Abendgebet am Sonntage. nädiger und liebreicher Gott! dein Name ist herrlich in Allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, benn die Himmel. Dank sei dir für die erneuerten 49m Sung med min sin Gelegens 3 Abendgebet am Sonntage. Gelegenheiten, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Christen zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören und dadurch unterrichtet, gestärkt und auf die Wege der wahren christlichen Tugend geleitet zu werden! Gib nur, o Gott, daß ich nun auch die Segnungen, die du mir bereitet, gehörig nüßen möge, und es nicht bloß bei dem Hören bewenden lasse, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Übsichten, zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind, und gemäß den Verheißungen, die ich empfangen habe. Vergib mir, gütiger Vater, die Unvollkommenheiten, die meine Andacht heute noch begleitet haben. Vergib die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerk samteit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Ruhetage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlischer gesinnt werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, solange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Antheil erwählet und auf kein schöner Erbtheil die Aussicht hätte: sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte sei, sondern daß mir eine festgegründete ewige Wohnung aufbehalten ist. Bib, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe und als ein Bürger des Himmels lebe. Ja, mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott, geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwernisse, Gefahren und Versuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege zum Himmel aufstoßen, und laß mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligung und Tugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deiner Heiligen im Lichte wartet. Gelobet sei dein Name, o liebreicher Gott, der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wohlthaten ar Leib und Seele begnadigt haft! O laß die Empfindungen deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preisen möge. Und nun, o Gott, nimm mich a. 2 4 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht; befchüße mich vor allem Uebel und erquicke mich durch eine fanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meinigen. Thue ihnen Gutes und fegne sie mit allen solchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmherzigkeit über alle Menschen aus. Erhöre, gütiger Vater, dieß mein unvollkommenes Gebet und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaden gefallen. Erhalte mich mein kurzes und unge wisses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Tröste und stärke mich in meinen lezten Augenblicken und nach dem Tode set du mein Theil und großer Lohn durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn! Dir, mein himmlischer Vater, sei Lob, Preis und Ehre jetzt und immerbar! Amen. 9091 00 00 a spal Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher überschüttet hat, gehe denn auch heute mir von neuem auf wie die Morgenröthe! Wer bin ich, o Gott, daß du mich bis hierher gebracht haft? Ich bin ja leider noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue leider nicht immer, noch völlig, was ich thun follte. Meine Gedanken sind eitel; mein Herz ist bald tropig, bald verzagt. Ach! so siehe denn, mein Gott, mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin. Gedenke aber, lieber Vater, an deines Sohnes Gehorsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht und von dir gesegnet sei. Ver laß mich nicht und thue nicht die Hand von mir ab, Gott, mein Heil! Lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht, was mir in diefer angefangenen Woche begegnen wird: behüte du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte meinen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches mir das vorgesteckte Ziel verrücken Abendgebet am Montage. 5 rücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes und laß dadurch Alles, was ich thue, in dir gethan sein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit bei einer gewissenhaften Sorgfalt und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeihen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft zufließen lassen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir dabei eine Last auf, so hilf mir auch und laß mich allezeit erfahren, daß du der seist, der uns von allem Uebel erlöset hat und noch ferner erlösen will. Segne die Meinigen und zeige ihnen dein Heil. Und wie Alles auf dich, mein Gott, wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle gute und dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein jeder dabei sich redlich nähre und mit allem gutem Gewissen vor dir wandle. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf und erfülle Alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Denke an uns alle und segne uns; segne die dich fürchten, beide, Kleine und Große; segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, und um seiner kräftigen Fürbitte willen. Amen sid one bim mades Abendgebet am Montage. Niebreicher Gott! ich danke dir und bete deine Macht und Güte an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan und mich so reichlich gesegnet hast! Von deiner Gnade, o mein Gott, bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen, meine Arbeit geſegnet, meinen Unterbalt mir verschaffet, alle meine geistliche und leibliche Nothdurft in Gnaden angesehen, ja, überhaupt meiner Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, o Herr, wie du, der du dich so hoch gefehet haft und doch auf das Niedrige so gnädig fiehest? Nun, o mein Gott, da du nicht allein wohneft in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch bei denen, die geängsteten Geistes und zerschlagenen Herzens sind, auf daß du erquickest den Geist der a 3 Gede Morgengebet am Dienstage. Gebemüthigten und das Herz der Zerschlagenen, so bitte ich dich demüthig: Tilge alle an mir noch befindlichen Sünden flecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Chrifti! Du bist der Herr, nach deffen Worte Alles geschehent und dem alles dienen sollte. Wie finde ich hingegen meinen Willen deinem heiligen Willen so sehr zuwider und mein Herz so falt gegen das Andenken deiner Gnadengegenwart! Um Christi willen schone meiner! Vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler. Erfülle ferner an mir deine gnadenreiche Verheißung: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne fei; du erfüllest vielmehr Himmel und Erde und umgibst auch mich, wo ich size oder liege. So sei denn auch in dieser Nacht nicht ferne von mir eile, auch mir beiguslehen, Gott, meine Hülfe! Beweise auch an mir deine große Gnade, du Heiland derer, die auf dich hoffen! Beschirme mich und Alles, was du mir verlieben haft, unter dem Schatten deiner Flügel. Set du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Vater! wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle und auch für mich dahingegeben hast, so schente mir und Allen, die ihn angenommen haben, heute und allezeit mit demselben alles Andre, was wir an Leib und Seele bedürfen. Amen, um Jesu willen, Amen. 17 6 Morgengebet am Dienstage. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu und deine Treue, die an mir groß. Ein es dem andern und eine Nacht thut es fund der andern, wie geschäftig du, Herr, in jedem Augenblicke meines Daseins zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bist du schaffest es, daß ich sicher ruhe. Wann Finsterniß die Erde bedeckt, und wann ich selbst von mir nichts weiß, dann wachest du, mein Leben zu bewahren. Aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Tage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu erwecken; du machest es, daß ich nach einer fanften Nacht mich wieder eines neuen Tags erfreuen kann. Was ist denn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu erkennen fähig ist, würdiger, als bir, dem Gott und Bater meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch jest wieder wie nen 7 Abendgebet am Dienstage. neu empfangen habe, dafür zu danken und deinen Namen zu preifen? Dieß sei denn auch jeßt, in dieser frühen Morgenstunde, mein erstes Geschäft. Meine Seele lobe dich, den Herrn, und Alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich und vergesse des Guten nie, das du bis diesen Augenblick an mir gethan hast! Daß ich sicher und ruhig geschlafen habe; daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat; daß ich das Licht dieses Tages ebenso gefund wieder erblicke, als ich es gestern verlöschen sah; daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder gebrauchen, sondern auch mit erneuten Kräften gebrauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken und von den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen tann, der einem vernünftigen Wesen geziemt: das Alles, o Gott, habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichsam von neuem geschenket hat, erkennen und schäßen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Gib, daß ich heute in Allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbindungen, in welche ich kommen kann, dich vor Augen und im Herzen habe und an deine Gerechtigkeit, an dein heiliges Gebot und an meine zukünftige Rechenschaft vor dir, dem Allwissenden, fleißig denken möge. Dadurch werde ich am sichersten bewahrt werden, daß ich in keine Sünde willige, noch irgend etwas mit Vorsag thue, was wider dein Gebot ift. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte; denn die dich, Herr, fürchten, haben keinen Mangel an irgend einem Gute, das wahrhaftig glücklich macht. Erhöre mich um meines Mittlers willen, in dessen Namen ich zu dir bete. Amen. Abendgebet am Dienstage.meds ch deiner vor dein Angesicht! Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade und legt mir neue Verpflich tungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, a 4 meis 8 Abendgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Beziehungen viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viele geistliche undl eibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genügsam beweisen? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen fie auf ewig geheiligt sein! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommner sein! Aber, o mein Gott! wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an meine Sünde gedente! Ach, Herr, ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befledungen des Fleisches und des Geiftes zu reinigen und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in die sem guten Borsaße. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib das ich Alles, was dir zuwider ist, hasse und als das größte Ulebel meide und fliehe. Gib, daß ich Alles, was bein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen; laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns fein Unglück begegne und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, trößte alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Trübsale der süßen Ruhe beraubt sind. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem weisen Rath und nimm mich endlich spaffnaip isileydusdie Morgengebet am Mittwochent. 9 asdarody of 19198 nemism endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um diefes Alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Chrrifti, unsers Mittlers und Seligmachers. todila schildis lomu spilling gisid se Amendad id do not mit is Morgengebet am Mittwochen.d diren Hott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen i Dich bete ich als den Urheber und Erhaiter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräjte, für alle geistige und leibliche Güter, die ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedecket, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen fanften Schlaf erquicket und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößt haft. Wer bin ich o Gott, wer bin ich ich, daß du dich meiner so väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohithaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichen Undanks gegen dich schuldig gemacht und als ein folcher Nichts als Ungnade uud Strafe verdienet bat. Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilft uns nicht nach unseren Missethaten. Noch schoneft du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet; noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun: noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe. Sei mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsaß, alle unordentlichen Begierden, die in mir anfsteigen zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bekämpfen und mich in meinem ganzen Verhalten nicht a 5 nach 10 Abendgebet am Mittwochen. nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Betspiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Ach, Herr, stehe mir selber mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsaß mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften und begleite sie mit deinem Segen. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Segne insonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unseres Berufes treulich erfüllen und deine Ehre und das Heil uns serer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bestrebungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. to mism Barmherziger Gott! Nach deiner Verordnung bedeckt aber, du Vater des Lichts, muß auch die Finsterniß Licht sein. Auch diesen Tag legte ich unter deinem gnädigen Schuße zurück und preise deinen heiligen Namen für alle deine guten und vollkommenen Gaben, die mir deine Gnade heute geschenkt oder erhalten hat. Ich danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verliehen und bisher bewahret hast, sondern auch vornehmlich, daß du dein heiliges Wort noch immerfort meiner Seele leuch ten läsfest als ein Licht auf meinen Wegen. Zwar muß ich, o mein Gott! auch heute vor dir bekennen, daß ich nicht stets in diesem heiligen Lichte gewandelt bin. Stelle aber meine heutige mir bewußte Uebertretung nicht im Zorne vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte; sondern wirf sie hinter bich zurück und sei mir um Christi willen gnädig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gott, da es jezt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Kraft Morgengebet am Donnerstage. 11 Kraft, vor wem sollte mir grauen? Wenn meine Augen geschlossen sind, so laß deine Augen über mir offer stehen. Laß meine Seele und meinen Leib und Alles, was ich habe, unter deiner liebevollen Fürsorge wohl verwahret sein. Sorge für mich und die Meinigen, sorge für alle Menschen! Erbarme dich aller Armen, aller Kranten und Elenden! Hilf ihnen und lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! Gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken können, und laß sie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Güte erwachen und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören, o, so vergib mir, was ich zu diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine theure Berheißung, daß du mich um feinetwillen als völlig begnadigt annehmen und bei dir ewig selig machen wolleft. Erhöre mich, mein Gott, mein Vater, durch Jesum Christum. Amen. Thaddam Morgengebet am Donnerstage. Gott, Quelle meines Lebens und deſſelben Erhalter, mein Gott, durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfange, fet du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen sein. Noch sind Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten. Deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich mir nahen durfte. Daß ich heute von neuem thätig in meinen Geschäften und zu meinem und meines Nächsten Nußen wirksam sein kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dir. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Wer ist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr, als du, meine sicherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Alweiser, Gütigster, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mehr sein, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich uud dein will ich ewig bleiben, dir sei mein Schicksal gänzlich heimgestellt. Regiere a 6 du 12 Abendgebet am Donnerstage. du es nach deinem Wohlgefallen. Dein Wille ist allezeit der beste; dein Wille geschehel Führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich. Ich tenne tein seligeres Glück, als das, dir zu gehorchen; dein Wille allein sei mein Gesep! Sei du allein der Herr meines Herzens! Herrsche du über meine Gesinnungen, über meine Neigungen, über meine Wünsche verstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in mein Herz einzuschleichen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen, ist mein erster Wunsch; solange ich denken kann, will ich so denken. Ich empfehle mich und die Meinigen auch an diesem Tag beinem mächtigen Schuße. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; sei mein, sei aller Menschen Beschüßer! Sollen meiner Tage noch mehr werden, so seien sie dir alle geheiliget! Laß mich keinen, und auch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde! Gott, deine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern; aber auch mit jedem Tage lasse mich deiner Liebe und Güte würdiger werden. Erhöre mich und erfülle meine dir wohlgefälligen Wünsche, wie du es mir und Allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verheißen haft. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. saus Abendgebet am Donnerstage. islbil bermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk er war, bir müssen auch noch seine legten Augenblicke geweiht, dir müssen die leßten meiner heutigen Empfindungen heilig sein! Nur deiner Huld allein, unendlich gütiger Gott, habe ich es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen hast. Alles, was ich bin und was ich habe, bin ich und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir heute erwiesen! Wie viel Böses hat dein gnädiger Schuß von mir abgewendet! Du bist doch nur allein mein wahres und auch mein höchstes Gut, du wirst es ewig sein. Da ich dich habe, was sind mic Himmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißvers gnügen meiner Tage in Heil und erhöhet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, so weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner Güte! Morgengebet am Freitage. 13 Güte! Was wird erst jene sein, wo der Freuden die Fülle vor deinem Angesichte und volle Seligkeit zu deiner Rechten ist! Welche Glückieligkeit wartet dann auf mich in dem Stande meiner Vollendung! D, wann wirst du, Vater, mich würdig finden, mich unter deine Hauss genoffen aufzunehmen? Könnte doch nur mein Leben dir immer angenehm sein und mein Wandel dir immer gefallen! Mit Alles sehenden Blicken erforschest du mein Herz. O möchte es doch immer rein, doch immer rechtschaffen vor dir erfunden werden! Herr, ich gelobe es dir und will es auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. gilf du mir nur bei meiner natürlichen Schwachheit, ersete mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlasse ich mich in Allem, was meine Glückseligkeit befördern tann. Jeßt überlasse ich mich der Ruhe; laß mir, laß den Meinigen, laß diesem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Beschirmung widerfahren; verhüte gnädig Unglück und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder erwachen, so sei ferner mein Gott, wie du es bisher ge wesen bist; so führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe; so laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, immer würdig meinem Berufe lebe und schon auf Erden mein Wandel im Himmel sei! Amen. 9 Insb dispMorgengebet am Freitage. eiland der Welt, treuester Mittler! Du bist darum für Alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Denken von neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach, laß mich nie vergessen, wie viele Mühe und Arbeit dir meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gerira achte. In deinem Leiden laß ich mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue und dich, o Gottes Sohn, lebenslang für meinen höchsten und besten Freund halte, indem ja Niemand größere Liebe ( 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Heiland, sehe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Gnade, solche auch ernstlich zu hassen und zu meiden. Du riefest an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ach! bitte deinen himmlischen Vater für mich, daß er weder heute, noch jemals mich verlasse, noch versäume. Du trugest dein Kreuz felbst zu deinem Tode und unterwarfest deinen Willen dem Willen deines himmlischen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Willen in kindlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme und auf allen Wegen deinem Vorbild beständig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Bein die Deinen nicht vergaßest, sondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch heute dieser deiner treuen Fürsorge ebenfalls mich erfreuen. Wende dadurch alles Uebel von mir ab und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten haft. O Herr Jesu! du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Völfer in dir gesegnet würden: laß auch mir deinen reichen Segen an Seele und Leib und zu allen guten Verrichtungen zufließen. Bilde mich nach beinem Sinn; und wie du sogar für deine Feinde, die dich gefreuzigt haben, voll Sanftmuth batest, so gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat, erbarme dich Aller und bekehre Alle, die dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was sie thun, wenn sie dich verwerfen und durch vorsäßliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehr göttliche Kraft und göttliche Weisheit werden. Gedente an mich und alle die Meinen, Herr, der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrscheft, und laß uns dereinst mit bir im Paradiese sein. In deine Hände befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geist; du haft uns erlöset, Herr, du getreuer Gott! Amen. Abenda Abendgebet am Freitage. 15 smist 11 Abendgebet am Freitage.lood 90912 Gott, der du mich auch diesen Tag erhalten haft, ich dante dir für deine fortgesepte Sorge und Güte gegen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte bich demüthig um Vergebung wegen jeden Vergehens, beffen ich mich schuldig gemacht habe, und es ist mein ernfilicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu meiden suche. Laß mich fest überzeugt sein, daß ich nie dir wohlgefallen könne, wofern ich nicht ein heiliges und nüßliches Leben führe, und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abscheu sein werde. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf, und da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind, so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That irgend einer Sache schuldig sein, die dir mißfallen könnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zu nehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen und jeder lasterhaften Neigung widerstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Gnade sei, und wie sehr ich der besländigen Führung deines Geiftes bedürfe. Laß mich als ein weiser Chrift vorsichtig auf Erden wandeln und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergeſse, wie eitel diese Welt und ihre Herrlichkett ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch oft auf rauher Bahn wandeln muß, fortzusetzen. Wache auch in dieser Nacht über mir, über den Meinigen und über allen Menschen, insonderheit über allen nothleidenden und bekümmerten Menschen mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! Und wenn es bein gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll, so nimm mich, als bein um Chrifti willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Erlöseten Onsdnuno n 190sponsi Morgengebet am Sonnabend. 16 ten ba fein sollen, wo er ist. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben soll, so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die Absichten, wozu du deinen Kindern Leben und Kräfte gibst, mit reblicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an durch Jefum Christum, deinen ewigen und eingebornen Sohn, um dessen willen du auch mich zu lieben und zu erhören verheißen hast. Amen. spilghämsnis Morgengebet am Sonnabend. dad bi ang Allmächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieſer und durch du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde so viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den letzten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erlebet. Ich preise dich, o Bater, für solche unzählige Wohlthaten und bitte dich herzlich: Gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit ftetem Danke dafür ehre. Laß mich stets vor dir, o all wissender und allgegenwärtiger Gott, wandeln und fromm fein; laß mich immer wohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher bist, alle meine Worte hörest, alle meine Werke schaueft, alle meine Gedanken bemerfest und alle meine Wege erforichest. Laß auch heute all mein Thun gesegnet sein. In deinem Namen fange ich es an. Set mit mir und laß es zu deiner Ehre und meinem und Anderer Nußen wohlgerathen. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig sein und dabei nicht bloß auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen, fehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen diene, sondern dein Knecht sei, der du einem Jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Bößes gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Ge schäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, reblich babei handle und deinen Willen nicht allein mit Dienst por Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit und was mir deine Hand gegeben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Noth, Abendgebet am Sonnabend. 17 or Nothdurft haben möge. Soll ich nach deinem Willen an diesem Tage, oder sonst mit Noth und Trübsal heimgesucht werden, so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht persage: stärke mich, daß ich Geduld habe und auf dich hoffe. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlaffenen Gebet von dir erhört sein und schaffe ihnen Rath und Trost. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott, denn ich hoffe auf dich. Mein Leib und meine Seele und alle die Meinigen, meine Chre und Alles, mas ich habe, empfehle ich jetzt und allezeit in deine mächtige Cbhut. Ach, Herr, sei mein Schuß und mein Heil, mein pelfer und Erretter heute und solange ich hier bin. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen! Amen. Bukod Abendgebet am Sonnabend.hiof Durch deine Güte, o Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens, habe ich nun von neuem eine Woche verlebt; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ernsten Augenblickt näher gekommen, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derfelben wieder erreicht! Bergnügen und Mißvergnügen, Freude und Rummer, Bufriedenheit und Unrube, Empfindungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit, wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mein Leben ohne dich sein, Urheber, meines Daseins und meines Daseins höchstes Gut! Nur deine Güte gibt den Augenblicken meiner Tage einen Werth. Du ließest mich werden, um mich glücklich zu machen; du läsfest meiner Tage mehr werden, um mein jeziges Glück zu verlängern und mir Zeit zu geben, für mein fünftiges wirksam sein zu können. Unter der Leitung deiner gnädigen Borfehung sind alle Theile meines Schicksals Mittel zu meiner Seligkeit und muß Alles, selbst das, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dienen. Wie voll von Spuren deiner Huld gewesen! In wie vielen den Segen deiner weisen Führung ist die zurückgelegte Woche Fällen habe ich in derselben 40 51 dtost 18 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung. Führung empfunden! Dank sei dir dafür, ewiger, gütiger stund liebreicher himmlischer Bater! Wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preisen? Ich will dich lieben, dir vertrauen, dir gehorchen; dieß sollen mir die heiligsten meiner Pflichten sein. Schon hier will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigteit werde ich es einst vollkommner thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen: dein Wille ist mein Gefeß. Vergib mir gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du durch deinen Sohn Jesum Chriftum geoffenbaret hast, wenn ich dawider gehandelt habe. Laß dir meine aufrichtige Reue darüber wohlgefallen. Stärke mich in der Ausführung guter Vorsäße und Ents fchließungen, die ich gefaßt habe, mich zu bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurückfalle oder neue Sünden begehe. Sei in dieser Nacht mein Schuß! Deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich und Alle, die mir angehören, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde. Laß mich am morgenden heiligen Tage zu deinem Preise erwachen und gib, daß ich ihn so begehe, wie es dir angenehm und meiner Seele heilsam ist. Erhöre mich, mein Gott, um meines theuersten Erlösers Jefu Chrifti willen! Amen.schusing gabing 1037000 1979 bil Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung 370070 dram tooder Sünden. dnu gruptly list heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! Ich betenne und flage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Alwissender Gott, du stellest auch unsere unbekannten Sünden ins Licht vor dei nem Angesicht. Ach! gib mir Kraft, die Größe, Abscheulichkeit und Mannichfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, und stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellet werden und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernstlich be reue Gebet um Vergebung der Sündende 19 reite. Eine jede Sünde verdient ja den Fluch; denn du fagft selbst: Verflucht ist, wer nicht alle Worte bieses Gefeßes erfüllt, daß er danach thue: und wer auch nur an einem Gebot gefündiget, der ist das ganze Gesetz schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur Ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch vers dient, weil ich unzähligemal gesündigt und deine Gebote übertreten habe. Dieß laß mich doch, o gerechter Gott, lebendig erkennen und zugleich den Reichthum deiner Güte recht bedenken, die du mir Unwürdigen mit fo väterlicher Langmuth bis hierher bewiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbarer aber so oft gering geschäßet und wohl gar mißbraucht und verachtet habe. Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergoffen hast, laß mich aus dieser theueren Ere lösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden sei, da es dich so viel gekostet hat, sie zu bezabien, auf daß ich so mühselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig und dein heiliges Blut und theures Leiden an mir nicht verloren fei. O heiliger Geist, der du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer träftigen Ueberzeugung von der Sünde anfängst, erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben lehe, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtig. keit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. Erhöre mich, o Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich belehre und lebe. Amen.lind 364 Gebet um Vergebung der Sünden. si dhi err, du haft liebreich gesprochen: wer zu mir kommt, Verheißung komme ich zu dir und glaube feft, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich komme aber als ein Müh seliger und Beladener. Es drücket und beschweret mich der Sünden Last. Ach, Vater, vor dir habe ich gefürdiget und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich dich beleidiget! Wie unvollkommen ist die Beobachtung meiner 20 Gebet vor dem Genusse des Heil. Abendmahls. meiner Pflicht bisher gewesen! Wie oft habe ich deinem heiligen und guten Willen entgegen gehandelt! wie oft in Gedanken, Worten und Werken, auch noch unwissent lich gesündigt und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem wahrhaft Guten! Ich erkenne, daß ich durch mich selbst deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber, o Gott, der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist und ihm gern alle seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und gläubigem Herzen in Christo deine Gnade fucht, siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an und sei auch mir um Jesu Christi willen gnädig! Ich sehe, in völliger Uleberzeugung von meinerlnwürdigkeitund Berwerflichkeit, allein auf deine freie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen und habe keine andere Gerechtigteit, als die durch den Glauben an Jesum Chriftum fommt. Vergib mir um seines theuren Leidens und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden und befestige meinen guten Vorsatz, dir künftig mit mehr Treue und Sorgfalt gehorsam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, deinen Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen, nach deinem Wohlgefallen zu leben, damit ich in deiner Gnade bleiben und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter gelangen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi, meines theuersten Erlösers, willen! Amen. 116 910 Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. GⓇ öttlicher Erlöser, Herr Jesu! Du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden settest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein und du läsfest mich noch jetzt zu dieser Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes und deines für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Unterpfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glück lich Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 21 lich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und voll kommnen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß tch deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen und zu deinen Erlöften und Freunden zäh len darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schreck lich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Geligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquickt, alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner un verdienten Liebe. Wie theuer soll mir darum dein Ges dächtniß sein! Würde ich nicht der Undankbarste, der Niederträchtigste unter den Sterblichen sein, wenn ich deiner vergäße, wenn ich mit Kaltfinn und Gleichgültigkeit an dich gebächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dant zu geben, die dir gebühren! Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich als deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu fuchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet haft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum hinzugeben und den heiligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit den Gläubigen zu unterhalten und mich auf's neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. D Herr! laß mein Vorhaben gesegnet sein. Gib nicht zu, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß 22 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenfen, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt und ich auf das träftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Erhöre mich, mein Heiland, um deiner ewigen Liebe willen! Amen.up0 reclummid ved us 19ftreuredi mismu mode 1510179 Omni Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. ütiger Gott und Vater! ich preise dich, daß du auch mich fündhaften Menschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn Jesum Chriftum auch zu meinem Mittler und Seligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem göttlichen Worte glaube und danach lebe, so bin ich gewiß mit dir versöhnt, völlig von dir begnadigt. Dessen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen durch das heilige Abendmahl meines Erlösers Jesu Christi, durch welches ich jeho die Versicherung davon empfangen habe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue und den aufrichtigen Vorsaß der Besserung bei mir hege. Ach! wie soll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit genugsam danken! Nimm das schwache Lobopfer meines gerührten Herzens gnädig an, bis mein fünftiges Leben beweifet, daß ich ganz von deis ner Vaterhuld durchdrungen bin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfahen. Sie soll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren und meinen Wandel leiten. D Herr, segne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, daß ich dadurch fräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerstehen und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Und da ich jetzt den reblichen Vorsag, mich deinem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gnas dentafel erneuert habe, so bitte ich in Demuth: Hilf du selbst, der du alles Gute in uns schaffeft, mir ihn freulich vollbringen. Laß mich durch das Andenken des Todes deis nes Sohnes die Sünde in mir tödten, damit, solange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet und sich selbst für mich otto ans, geges erdomd Gebet in Noth und Trübfald bolt 23 gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Trübfalen dieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu ehren und im Leben, Leiden und Sterben meine künftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen, bis ich endlich zu deiner vollkommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigfeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heis land, erlöset hat! Erhöre mich Gott, mein versöhnter Vater, um deiner Barmherzigkeit willen! Amen. thim no and his sting Oder:& dul Hadi D mein Heiland, du hast mich abermals in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das kräftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben und dein theures Blut vergoffen hast. Durch dich habe ich Friede mit Gott und einen freien Zutritt zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöſet und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jedesmal vergelten! Ich will dich ewig lieben; denn du hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebt. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein, dir will ich leben, dir will ich sterben! Dir fei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, beinem Bespiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, um mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seligkeit sein. Stärke mich, o Herr, in diesem heiligen Vorsaße und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Ende! Amen. Gebet in Noth und Trübfal. Gro roßer und heiliger Gott, der du die ganze Welt mit höchster Weisheit regierest, ich glaube an deine allgemeine Vorsehung; ich glaube von Herzen, daß Alles, was mich. und 24 Gebet in Noth und Trübfal. und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise, heilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet jet, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott, habe ich gespros chen: Dein Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schwer und fast unerträglich. Soll ich denn nun widers rufen, was mein Mund so oft wiederholt hat? Das set ferne! Viel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen und deine heilige Regierung verehren. O Herr, du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich Alles, was ich leide, und noch weit mehr verdienet habe. Eitel Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich wegen meiner Sünden mit zeitlichen Plagen und nicht mit dem ewigen Verderben Heimsucheft. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich als meinen barmherzigen, meinen in Christo Jesu versöhnten Va ter. Ich weiß, daß deine heiligen Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegenwärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Sie soll mich die Folgen meiner Vergebungen empfinden lassen; fie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen und mein ganzes Leben zu meiner wahren Se ligkeit nur nach deinem Willen einzurichten. D Herr, laß diese gesegneten Endzwecke an mir erreicht werden und erfreue mich wieder zur rechten Zeit mit deiner gnädigen Hülfe! Du erhörest, du errettest Alle, die dich in findlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit ers warten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwachheit mächtig sein! Unter deinem Schuß, mit Hülfe deiner göttlichen Liebe kann ich Alles ertragen. Ich will auch gern Alles ertragen, Alles ausstehen und erdulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe. Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben. Ja, endlich wird Gebet eines Kranken. 25 wird die Stunde erscheinen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinübergehen werde. Dann wird meine Trübfal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaßen wichtige Herrlichteit schaffen. Was betrübst du dich denn, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebet eines Kranken. err, allmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der du das Leben, die Gesundheit und jeden. andern Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt, lehre mich erkennen, daß alles, was mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers, Ehre zu Nußen mache. Du hast mich jest mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtre meine Schmerzen, befrete mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon; verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sondern sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich dadurch gebessert werde und auf die Absicht, die du bei dieser Züchtigung hast, merte, damit sie auch an mir erreicht werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Leben schuldig weiß, so gib, daß ich sie erkenne, sie aufrichtig bereue und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit biene. Laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir zu gefallen und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll, so schenke mir den Genuß meiB ner 26 Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. ner vorigen Gesundheit und Stärke wieder und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gib, daß ich diese Welt als ein rechtschaffener Christ verlassen möge! Gib, daß ich sie verlasse mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergehungen und Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser, Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch thn erworbenen ewigen Seligfeit und mit einer willigen Eraebung meiner Seele in deine Hände, als in die treuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Vaters! Erhöre mich, mein Gott, um Christi willen! Amen. Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. n917000) eiliger, aber auch barmherziger Gott, der du über die Menschen, deine Kinder, bei ihren Leiden wachest, auch verheißen haft, die zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen, ich komme jeßt, da deine Hand schwer auf mir liegt und deine Pfeile tief in mich gedrungen sind, mit meinem Gebet vor dich und bitte dich demüthig: Versage mir in dieser heftigen und anhaltenden Krant heit deine Hülfe und deinen Beistand nicht! Set mir ma gnädig, o Gott! denn ich bin schwach; heile mich, denn s meine Gebeine sind erschrocken; hilf mir um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jammer und laß diram mein Glend zu Herzen gehen! Von dir allein fann meine dm Hülfe lommen; wenn du willst, kannst du mich wieder da gesund machen. Ich bekenne zmar, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte, allein zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir i. Ich weigere mich auch deiner Züchtigung nicht i und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich d weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zurns Absicht hast. Indessen wage ich es dennoch, deine Barm herzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Ueber tretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln und mich nicht in deinem Borne, sondern mit Maaße züchtigen wolleft. Befreie 30d 300 mich ON 08 Gebet nach Genesung von einer Krankheit. 27 mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leibe. Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Abficht gebrauche. In Allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gib, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen mit einer gänzlichen Ergebung in denselben und mit einem völligen Bertrauen, daß du, Herr, Alles wohl mit mir machen werdeft, unterwerfe. Er halte mir den Glauben an deine Alles regierende Vorsehung und laß auch diese schmerzliche Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt vor dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du verheißen haft denen, die dich lieb haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte: ich flehe darum um Jesu Chrifti, meines Heilandes, willen! Amen. Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. Bott ott, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist, Allen, die auf dich trauen, auch ich weiß es jetzt aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist benen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich und halfest mir wieder von meiner Krankheit, so daß ich dich jetzt mit fröhlichem Herzen dafür preisen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der mein Leben vom Tode errettet und mich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit! D daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte su mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthust, zu einer treuen Beobachtung deiner Gefeße und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig Hüten, daß ich nicht wider dich fündige, damit mir nicht noch etwas Nergeres widerfahre 1 Laß die öftere Erinnerung an die Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige sorgfältig vermeide, was mich von neuem auf das Krankenbett 52 werfen, 28 Gebet eines Sterbenden. 19. 10 werfen und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sei und mit allem Ernst für meine Seele jorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung, gib mir denn auch ein Herz, das sich zu beffern bemüht sei. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plößlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere sein wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünschen muß gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theueren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirte in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe meine Seele in das bessere Lebeu ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird. Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gott! Da es dir, als dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu sein scheinet, mich aus dieser Welt abzufordern, so danke ich dir in der tiefsten Demuth meines Herzens für deine unzähligen geiftlichen und leiblichen Wohlthaten, die du mir in meinem Leben so väterlich erzeigt haft, und bitte dich inbrünstig, du wollest mich auch bei meinem Leberaange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch versäumen. Wende dich, o Vater, mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jammer und meine Noth und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtre mir meine Leiden und verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Christi! Laß deinen freudigen Geift den rechten Tröster in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Ungeduld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe und mir das Seugnis gebe, Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 29 gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade stehe und vor Nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Leben felig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist: du haft ihn erlöset, Herr, du getreuer Gott! Ach, Herr Jesu! auf dich gründet sich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht vers lassen. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzittern will, und gib mir Lust, abzuscheiden und bei dir in der Seligfeit zu sein, die du mir so theuer er worben hast. Ach, Gott, heiliger Geist! verlaß mich nicht in dieser legten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott, dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget haft und die also dir allein zugehören soll, demüthig und gläubig. Herr, laß mich, deinen Diener,( deine Dienerin) in Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände unb erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum ewgen Leben, wie du verheißen haft. Erhöre mich um Christi willen! Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Bater, der du den Tod und das Leben in deinen Händen hast, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jest in tiefster Demuth vor dein heiliges Angesicht und bitten dich für diese krante Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth außer dir, threm allmächtigen Schöpfer, Niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten dich in dem Namen Jesu Chrifti, in wahrem Glauben an seine theure Verheißung: Sei ihr um Christi willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangenen Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geiftes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht werden, 53 3030 1031 tast down 30 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. den, sondern laß auch diese ihre leßten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sei du durch deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig! Lindre und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Eröfte sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, du starter Nothhelfer! Beruhige ihre Seele und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Seligteit. Göttlicher Erlöser! Herr Jeju! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe und um deines bitteren Leidens und Sterbens willen: Erbarme dich auch jetzt über diese sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die träftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen und ihr Herz nach dir und deinem Heile gelentet haft, so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von dir in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja, aus dem Tode in das Leben kommt. Wenn ihre Augen finster gewor den sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des feligs machenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich freuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, io erquicke und trößte sie durch das innerliche Busprechen deß heiligen Geistes. Wenn ihr und nicht recht reben tann, so set, Herr Jesu, ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Vater und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland, nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr, und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchsten Liebe willen! Amen. ce Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Juod Christi nach den vier Evangelisten. 100 spiec 310 NDIDO 1. $.$ s war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jün: gern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Kaiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit Lift griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Voll. od juo 017056$ 1052 longilag asiasmis, di and chu 2.dap 83012 asd dan dud ourido mist bon don's Und da nun Jesus war zu Bethanien in dem Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, die batte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger saben, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser um mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbige den Armen geben; und sie murrten über sie. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dieß Wasser auf meinen Leib gegossen, sie ist zub 4 Dora Historie vom Leiden Christi. vorgekommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dieß Evanges lium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jest gethan hat. 32 Es war aber gefahren der Satanas in den Judas, genannt Jicharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. timp had tod 3. sisse Tomisu# ÖTA Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er fandte Petrum und Johannem und sprach: Ges het hin in die Stadt, fehet, wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und sagt zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist herbeigekommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat Herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denfels Historie vom Leiden Christi. 33 denselben und theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes fomme, bis an den Tag, da ichs ne neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 4d verdien Disp 7505! What 30 4. duon, hise Jim Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sorach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, sol ches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trins fet Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. 5. ind Vor dem Feste aber der Dflern, das ist auf denfelbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er fie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jfcharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. 55 Da 34 Historie vom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, folltest du mir die Füße waschen? Jeſus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt bu jest nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seib rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und jepte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht dar an; denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid thr, so ihr es thut. Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jept fage ichs euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich auf nimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Bobigefallen 7 sdn 06 Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch Historie vom Leiden Christi. 35 euch, Einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, saben sich untereinander an und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andre: bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den 3wölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dabin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, burch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagsts. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Bruft Jesu, welchen Jefus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn berselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jefus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Jscharioth. Und nach dem Bissen führ der Satan in thn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte Niemand über Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Jubas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist aufs Fest; oder, daß er den Armen Etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus und es war Nacht. om tio misdal sid sind dur 8. 10 tun sosiy dnu sö matsaldo Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein Bank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die welt lichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man 56 gnädige 36 Historie vom Leiden Christi. gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische siget, oder der da dienet? It's nicht also, der zu Tische siget? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seids, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reiche und sißen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. 10100101 Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. orodhue of my adod tr Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. * 9. 130093 plodon 190.omnes? 3020 broe Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete thm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich bir dießmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich laffen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Waizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht auf höre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin be reit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er dair Historie vom Leiden Christi. 37 Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Betrus, der Hahn wird heute nicht trähen, ehe denn du dreimal verläugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gefandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel bat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert; denn ich fage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. diadil dara dan 10. Folinis Und da sie den Lobgesäng gesprochen hatten, ging Je sus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. Desselbigen gleichen fagten auch alle Jünger. 6300 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch: denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Seßet euch hier auf, daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum 57 und 38 Historie vom Leiden Christi. und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 11. odread Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und niete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge und sprach: Abba, mein Vater! Es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Kelches! doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst. EURO Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal diesselbigen Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; dochnicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und er betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. minis 39 ponde atledad vad tubl gizi da Telebis, Jonisp 304 31 2010 12. apat) dan along ma albusut and Und er stand auf von dem Gebet und kam zu feinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach 34 Historie vom Leiden Christi. 39 ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf und laßt uns ge hen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! modni 210 med lomnisp Hind Und alsbald, da er noch redete, fiebe da tam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Schaar der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar und kommt bahtn mit Fackeln, Lampen und Schwertern und mit Stangen. ENY ETU 000 ani de Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte Alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen fuchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurückt und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Men suchet ihr: Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antworte: Ich habs euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese geben. Auf daß das Wort erfüllet werde, welches er fagte: Ich habe derer feinen verloren, die du mir gegeben haft. Dij ded 13. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juba, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da 40 Historie vom Leiden Christi. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke bein Schwert in die Scheide. Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkomkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschicke mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet! Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. 19090 niin sdier soupirs anscor ashkarisidam di 14. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörs der mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen mich zu fahen. Bin ich doch täglich geseffen bei euch, und habe gelehret imi Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt: aber dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß. Das ist aber Alles geschehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. $ 1091 ONI MIsanne Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn: er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. 9 190 190 191 sdn Jour sosdisidion olin side lisasándinn nadop de magieping isd tim 19015,1 N907 doll. Ispro Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Die ner der Juden nahmen Jefum und banden ihn und füh reten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwä her, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber 20 eta haie Kaiphas, Historie vom Leiden Christi. 41 Kaiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Voll. hormour Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Raiphas, ( das ist zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Neltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. me Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Betrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast; denn es war falt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürbüterin, sah Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmte. Und sah eben auf ihn und sprach: Und du warst auch mit dem Jefu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bins nicht; ich kenne sein nicht. Ich weiß auch nicht, was du sagest. 16. 730 how d Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammens kommen, und habe Nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sei; habe ich aber recht gerebet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. be Dic 17. nao EGTER Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Berläugnen, als er hinausging nach dem Vorhof, frähte der Hahn, und eine andere Magd sah ihn und hub abermal an zu sagen denen, die dabeistanden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht und kenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräf tigte es ein anderer mit denen, die dastanden, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, deine Sprache verräth dich. TO) 000 Spricht des Hohenprießlers Knecht, ein Befreundeter des, dem Betrus das Dhr abgehauen hatte: Sab ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, trähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verläugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. 18. Die Hohenpriester aber und die Weltesten und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden feines, wiewohl viel falsche Beugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse slimmten nicht Historie vom Leiden Christi. 43 herzu nicht überein. Zuletzt standen auf und traten 3ween falsche Beugen und gaben falsch Zeugniß wider ihn und sprachen; Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter ihnen und fragte Jesum und sprach: Antwortest du Nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg Bille und antwortete Nichts. asd Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns jageft, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagst es, ich bins. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jeßt haben wir seine Gottes: lästerung gehöret; was büntet euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 19. do 100 Die Männer aber, die Jejum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber bedeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen; Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volkes und der ganze Rath und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? sags uns. Er aber sprach zu ihnen; Sage ich euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich dennoch nicht los bin 44 Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sigen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen fie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: 3hr sagets; denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde.nasd edildi 20, harus of fabmadziarrator gilda co listo Und der ganze Haufe stand auf und band Jesum, führte ihn vor Kaiphas vor das Richthaus und überantwortete ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sah, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: warf Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon und er Henkte sich daselbst und ist mitten entzwei geborsten, und seine Eingeweide ausgeschüttet. Stave Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottesfasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist tund ge worden Allen, die zu Jerusalem wohneten, also, daß der felbe Acter genennet wird auf ihre Sprache Hafelbama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israels, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acter, als mir der Herr befohlen hat.ille * thodost id nommo sd 21. Historie vom Leiden Christi. 45 21. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Oftern halten möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für eine Klage gegen diesen Menschen: Sie antworteten aber und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihn hin und richtet ihn nach eurem Geseß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. bes alda de sorriso 22. Da fingen an die Hobenpriester und die Aelteften, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwende und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Rebest du das von dir selbst, oder haben dirs Andre von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volt und die Hohenpriester haben sich mir überantwortet: was hast du getban? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt: wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Bilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jeſus antwortete: du fagit es. Ich bin ein König: ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit! Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er Nichts. Pilatus aber fragte ihn aber= Historie vom Leiden Christi. abermals und sprach: Antwortest du Nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen: hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. 46 Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Voll erregt damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerusalem war. 23, 000 Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragete ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sei nem Hofgesinde verlachten und verspotteten ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und fandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. isure distism) ist nogirig dEU sid tog made aid sit, nstit mandi 24.0 1970 1300 aten Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten ber und das Voll zusammen und sprach zu ihnen: Jhr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Bolt ab uwende und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret und ne finde an dem Menschen der Sache feine, der ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht. Denn ich habe ihn auch zu d ihm gefandt, und sehet, man hat Nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei, darum will ich ihn züchtigen n he und losgeben. D 390 1130 Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit ein dem Volfe einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehr ir ten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel Historie vom Leiden Christi. 47 übel berüchtigt, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ignen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Oftern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennt Chriftum? Denn er wußte, daß ihn die Hohen priester aus Neid überantwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weißdoor zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du Nichts zu schaffen d mit diesem Gerechten, denn ich habe heute Viel erlitten il im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Weltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten follten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweten, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was m soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, freuzige ihn! Er aberin sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn d Ulebels gethan? Ich finde feine Ursache des Todes an tor ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! tö Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forandi derten, daß er getreuziget würde, und ihr und der Hohensn priester Geschrei nahm überhand. tuntil Sp 21226, SIS 150 F 0741/30( stop tim mapind! asdiod top2 310 mm onu Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegs tnechte aber des Landespflegers führten ihn hinein in das nis! Richthaus und riefen zusammen die ganze Rotte und zo- sin gen 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und fingen an, ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßest seist du, lieber König der Juden! Und schlugen ihm ins Angesicht und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. bsp 3168 Ho med 700 adad and 27. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe thn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus beraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und freuziget ihn; denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Gesetze soll er sterben: denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Bilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest teine Macht über mich, wäre sie dir nicht von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von nun an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen Los, so bist du des Kaisers Freund nicht. Denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser.rod 191 1blm sid 508 0728.8 usd ng magbig1130 The na siloc onira mo tudt and Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heis dal 08 Bet Historie vom Leiden Chrifti. 49 Bet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüfttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! frenzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euern König treusigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er den Volt genugzuthun und urtheilte, daß ihre Bitte ge schähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhres und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. 29. Da nahmen die Kriegstnechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Sis mon, der vom Felde tam, der ein Vater war Alexandri und Ruft, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber ein großer Haufe Volls und Wet- 98 ber, bie tlagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte dial sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, llo weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kom men, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfrucht- 1307 baren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gefäuget haben! Dann werden sie anfa hen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebel 08 thäter, daß sie mit abgethan würden. CS 30. Und 50 Frida Historie vom Leiden Christi. 30. dny gothu gnist wist het ind ado redung 20 Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätte, und fie gaben ihm Essig und Wein und Myrrhen und Galle vermischt zu trinken, und da ers schmeckle, wollte er nicht trinken. and adsignad ir 39 lbing all uddom, no auta. S Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha und zween Ulebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den anbern zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. So ist die Schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die Hebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jefus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. dan allen silad of 89Hod stid 326 35031 og pind 390 31. Gr 1901 bil m sier 800 100 mas Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Todes und sette sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jesus gekreuziget ist, war nahe bei der Stadt. Und es war ge schrieben in hebräischer, griechischer u. lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: der Juden König, sondere, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Bilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichem Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laſſet uns den nicht theilen, sondern darum losen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da faget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und Und sie haben über meinen Rock das Loos geworfen. saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsfuechte, und das Volk stand und sah zu. 32 8 Historie vom Leiden Christi. 32. Es standen aber bei dem Kreuz Jefu seine Mutter und feiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb batte, sprach er seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorübergingen lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich wie fein zerbricht du den Tempel und bauest ihn in drei Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze. Deßgleichen auch die Hohenpriester und Weltesten sammt dem Volte und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann sich selbst nicht helfen. Ist er Christus, der König von Ifrael, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der er löfe ihn nun, lüftet es ihn, den er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Ga veripotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selbst. 51 33. toplan Aber der Uebelthäter einer, die da gekreuziget waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar sind wir billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich tommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese fein. dan tollsplog bit simu 34. 18 tspol € 130. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und c2 die 52 Historie vom Leiden Chrifti. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut nnd sprach: Eli! Eli! lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da stauden, da sie es hörten, sprachen sie: Er rufet dem Elias. PARA 41 4102 Danach, als Jesus wußte, daß Alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß mit Essig, und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und hielts ihm dar zum Munde und tränkete ihn und sprach mit den Andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand, gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschracken sie sehr und preifeten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und fahen das Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget wa ren, da er in Galiläa war, und ibm gedienet hatten, und viele andere Historie vom Leiden Christi. andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren.dolo 110 1110 muna 1100 nismi 11100 06 0361fait no ar 1900 35. 53 Die Juden aber, dieweil es der Rüfttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn desselben Sabbaths Tag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da tamen die Kriegsfnechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Danach am Abend, dieweil es der Rüflag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in thren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagets und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundigt hatte von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte ein Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu ge kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinc 3 375005 wand, 54 Historie vom Leiden Christi. wand, und banden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget war, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath Und wälzten einen anbrach und das Grab nahe war. aingen davon. Stein vor die Thür des Grabes und Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die sezten sich gegen und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget nach Galiläa und beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget war. Sie fehrten aber um und bereiteten die Spezereien und Salben; und den Sabath über waren sie still nach dem Geseß. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, famen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß die ser Verführer sprach, da er noch lebte: Sch will nach breien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volke: er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und ver wahrten das Grab mit Hütern und versiegelten ben it and samt at ibin Stein. de sobt mig md mo todoig mednot disit adrior ligg thin 15 dodatle had dis? 390-1971DUI FastLinnie- cuisgated 1990 1901 300 150 anist auto sidni predis med no bal and ni nid tedensndi ug borg) o * spre nodu] milje mi zdi isdrycr dind du Jgsil chus Jordi onu tun si tafol di dod no mis du nadmud of spol dior pa dhims bus of dull im usi istal Episteln and nodis? mod straffic 18 sirom ispite sonist i ndi nedod din annus sdpresd ng notesha madung sid sigt no 7900 7001 80 oor 19 ate and date 29 Episteln mi du natro min dosto 2197 manis ni und stol tind to asblar of neigel mid fidisjo@ our und og si dhomstil ablour mi do 136 lisar nadu? 396 mollim Spain all and my mujer Evangtan ere Led the corn hound msgnig dri asdas 830 and 3rd 100 miste Bojot, pispill anu auf alle Sonntage 50 100 89 bit motosi sid deu nilipo bon toplotno nema bus wist od und dng ideer netsundaled pan m hohe Feste.dusdinə # 190 msd Am I. Sonntage des Advents. bon Dior Epistel: Röm. 13, v. 11-14. st Qieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die n Beit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigetommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Laffet uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Rammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium: Matth. 21, v. 1-9. Da a fie nun nahe bei Jerusalem tamen, gen Betphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei thr, löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand Etwas wird sagen, so C 4 sprecht: 56 on Epiſteln sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir fanftmüthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg. Die Andern hieben die Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Voll aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 9/100 91111907967 HnDoel 09079009020 Am II. Sonntage des Advents.pa dan 1909ECITH JWD sliced Epistel: Röm. 15, v. 4.13. in not jabuis Nieben Brüder, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Ge duld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seib unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthig mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barme herzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jefaias; Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferdance on stehen und Evangelien. 57 stehen wird gu herrschen über die heiden, auf den wer den die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friebe im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. nid nagtip 199nit si astbord Mundo Evangelium: Pufas 21, v. 25-36, Indt dat hod z sils$ 10 aid stallord 8110 Isio 150le tue 10 nanopist aid nadsid unda efus zu ſeinen Es werden geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange fein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sol len auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Men: schen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nabet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, fo fehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dieß Alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe is. Wahrlich, ich sage euch: Dieß Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sor gen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und be tet, daß ihr würdig werden möget, zu entflieben diesem Alblem, das geschehen soll, und zu stehen vor des MenschenSohn. di bid tim mad dis Am III. Sonntage des Advents. drif Epistel: 1. Kor. 4, v. 1-5.08 montisi Boints Cale afür halte uns Jedermann, nämlich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fut c5 djea 58 sils Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treutterfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem mensch lichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl Nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ist's, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Did The report adi Buli Evangelium: Matth. 11, v. 2-10. in sin a aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti hörete, jandte er seiner Jünger zween und ließ ihm fagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert! Da fie bingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Voll von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinausge gangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Stehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Cisilia Am IV. Sonntage des Advents. End manquam onbod Epistel: Philipp. 4, v. 4-7. bilagu Nieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Vindigkeit las fet und Evangelien. 59 fet tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Nichts, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dankbarkeit vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Jefu. ind i do ng epitrichen immol 3796 19d Bid Jis sd 100 foin tytoj Evangelium: Joh. 1, b. 19-28 MUID bisut Ind dieß ist das Zeugnis Johannis, da die Juden fandten von Jerusalem Priester und Leoiten, daß fie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragter ibn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias geſagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharifäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach Ich faufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir fommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schubriemen auflöse. Dieß geschah zu Betbabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. A m I. heiligen Christ tage. Epistel: Tit. 2, a. 11-14. Es ist erschienen die heilſame Gnade Gottes allen Menſchen und züchtigt uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichfeit C 6 60 Episteln keit des großen Gottes und unsers Heilands Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium: Lukas 2, v. 1-14. s starą am adm 63 s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Raiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schaßung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war, und Jedermann ging. daß er sich schäßen ließe ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie da selbst waren, tam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst teinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, dis Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich vers tündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: 3hr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höbe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! #C Am und Evangelien. 618 Mit Am IL. heiligen Christage, 070 89 1191 dod zugleich Tin Aalst( 330 આ પરિ Am Tage St. Spephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel: Ap. Gesch. 6. u. 7. Cap. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volt. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Aleranderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widers stehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führten ihn vor den Rath und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese beilige Stätte und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird die Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie saben auf ihn alle, die im Rath saßen und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ibn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jefu, nimm meinen Geift auf! Er tniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief er. Isompianidade Evangelium: Matth. 23, v. 34-39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und c7 dersels nails Episteln mus derselben werdet ihr etliche tödten und freuzigen und et liche werdet ihr geißelnd in werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch tomme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr ge tödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über das Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteft die Propheten und steinigeft, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollet, wie eine Henne versammelt ihre Rüchlein unter ihrr Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Sehet, euer Haus soll euch wüste gelaffen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! sippi 20@ #lio and Jppise 2nd 3900 19 DG 1911979 100 19 560X 62 50750 opf 1984 wad road del dive mu bit Am Tage St. Johannis des Apostels und FOT750 dold vod- Evangelisten. Evangelisten. Had ignisp du Tour Volano Epistel: Sirach 15, v. 1-8. auris De Qui frelsid 3900 Colches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet fie. Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn empfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er start werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen Nichts von ihr. Evangelium: Joh. 21, v. 15-24. diul 2001, 791 a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus ju Simon Petro: Simon Johannas, hast du mich lie ber, und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht ter zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht gu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, bast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm fagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger wareft, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen werde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich tomme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger firbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dieß geschrieben, und wir wissen, daß sein Beugniß wahrhaftig ist. ad dodas und dur QUER Ridnone 1sdi Tuin 19 Am Sonntage nach dem Chrifttage. ISTIDIE 9/10 thin Epistel: Galat. 4, v. 1-7. id dru ch sage aber, solange der Erbe ein Kind ist, so ist uns ispitanic wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom 790 siland di Episteln 64 sandstra- OT DO 190 vom Vater, Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandie Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Geset gethan, auf daß er bie, so unter dem Gesetze waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier fein Knecht mehr, sondern eifel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes durch Christum. thon duk 012-32 Evangelium: Lukas 2, v. 33-40. Viele Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward. Und Simeon segnete fie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Ifrael und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, cine Tochter Bhanuels vom Geschlechte Affer, die war wohl betaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtig Jahren, die tam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie Alles vollendet hatten nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward start im Geiste, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. To niecogermill deslo Am Neujahrstage. 0 delstatens Epistel: Galat. 3, v. 23-29. # 194 he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gejet verwahret und verschlossen auf den Glauben, der und Evangelien. 65 der da sollte offenbaret werden. Also ist das Geset unser Zuchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriftum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chriftum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche, hier ist kein Knecht, noch Freier, hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen und nach der Verheißung Erben. Evangelium: Lutas 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beſchnitten würde, da ward sein Name genannt Jefus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. UDT MERI Guysdiar 562901 vndroito Am Sonntage nach dem neuen Jahre. attpd finium Epistel: Tit. 3, v. 4-7.inda ign aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach feiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jefum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich war. Evangelium: Matth. 2, v. 13-15. Da die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume und sprach: Stehe auf und nimm das Kind. lein und seine Mutter zu dir und flieh in Aegyptenland und bleibe allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß sounsered the hotel 250 25138 Dª ja 66 usi) Episteln dur daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Aegyptenland und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Heer durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Aegypten habe ich meinen Sohn gerufen. stolz dnu bitmid nslist sid amaitza proi nighsh isbiral dnn mid 190518 baru, dan rasda idiot! Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Christi. Epistel: Jesaias 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsterniß bedecktet das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die beiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glang, der über dir aufgehet Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt tommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. bus 1990 dulf gidusdal nd 2nd 15US 15) 8900 crud de Evangelium: Matth. 2, v. 1-12. 1992 a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben feinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekom. men, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrat er und mit ihm das ganze Jeruſalem und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftge lehrten unter dem Voll und erforschete von ihnen, wo offird? Chriftus und Evangelien. 67 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Bu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr fei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirš wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er tam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schäße auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenten. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Band. 100 MAD@ 11907907 FISDO/ IS 070 796 isa on nsch970anD nadst fruk snied Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Tid ug 0190 grad, limpie od bid di Epistel: Röm. 12, v. 1.6. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigfeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, wels ches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der volls tommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, bie mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, fondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir Viele Ein Leibs in Chrifto 68 Episteln Chrifto, aber unter einander ist einer des Andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ift. tim radnie my a thilgasd is Evangelium: Lukas 2, v. 41-52. dise Und seine eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Jesies. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Tagreise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel figen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und Alle, die ihm zu höreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsegten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum haft du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben bich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, das ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, daß er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 6-16. Qieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weisfagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre, ermahnet Jemand, so warte er des Ermabnens. Gibt Je mand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er forgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft, und Evangelien. 69 Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Haffet das Arge, han get dem guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröh lich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an, Her berget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander, Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. indi toont dir oldmp190 mod astme abdnoj lbin din Evangelium: Joh. 2, v. 1-11. ndi natchat Und nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu in ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allba sechs steinerne Wasserkrüge geseßt, nach der Weife der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber s der Speisemeister toftete den Wein, der Wasser gewefen ard war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten, rufet, der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie m trunken worden sind, alsdann den geringern, du hast d den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeis de chen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte feine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaub- sd ten an ihn. Am 198 70 sit Episteln d Ama III Sonntage nach der Erscheinung Christie lommig mEpiftel: Röm. 12, b. 17-21.01 im diu Lieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für klug. Vers geltet Niemand Böses mit Bösem, fleißiget euch der Chrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch felber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Qmimisopr 398( omit spotuho VI Evangelium: Matth. 8, v. 1-13. Jesus vom Berge herabging, folgte ihm viel Volts nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete thn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach zu ihm: Ich wills thun, fei gereinigt. Ulud alsbald ward er von seinem Aussag rein. Und Jefus sprach zu ihm: Siehe zu, sags Niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfre die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin so gehet er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glau ben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele und Evangelien. 71 Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sißen. Aber die Kinder des Reichs werden ausges stoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Bähnetlappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Jeg mene Dim bi im iabolt sie nadstroblog tasi 59 nud drieg namisd mun 60 1790 396 10170 mibend ndi sinnt al ndi talad nidi aliset of tran Iqund nisi juo taldon agirust ud friar of judi and dal sdnjaradi slö and bin id do2 lamp JER J. and strea Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. SI muborro Epistel: Röm. 13, v. 8-10. eid Niemand Nichts schuldig, denn daß ihr euch un ter einander liebet. Denn wer den Andern liebt, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist; das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesezes Erfüllung, 3 390 dingus pinguis pigt onu di and pierdie Evangelium: Matth. 8, v. 23-27. d tiar efus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen, bedeckt ward. Und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläu bigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist i 1927 t ti 30nd mad ! Am Episteln. Am V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Kolosser 3, v. 12-17. o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hei lige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freunds lichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Und vertrage Einer den Andern und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat, wider den Andern, gleichwie Christus vergeben hat, also auch ihr. Ueber Alles aber siehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und finget dem Herrn in eurem Herzen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jefu und danket Gott und dem Vater durch ihn. 72 Evangelium: Matth. 13, v. 24-30. esus legte ihnen ein anderes Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und jäete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Untraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen der gefäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Aerndte: und um die Nerndtezeit will ich zu den Schnittern fagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am und Evangelien. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: 2. Petri 1, v. 16-21. ir sind nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir 73 seres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Chre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dieß ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und dieſe Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euern Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weisfagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, ge= trieben von dem heiligen Geift. de amintir 10% on rade jag and ima Evangelium: Matth. 17, v. 1-9.03 hard times this insistond thirbad Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward vertläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siebe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr! Hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine und Elias eine. Ta er noch also redete, fiehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siehe, eine Stimme aus der Wolle sprach: Dieß ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sehr. Jefus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen TORN DORD s aufs 3108 Rad dnu stent Episteln aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jefum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 74 Am Sonntage Septuagefimä. Epistel: 1. Kor. 9, v. 24-27 u. 10, v. 1-5. Misfet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Teglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine un vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft freichet, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht Andern predige und selbst verwerflich werde. Ich I will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen und sind alle unter Mofe getauft mit der Wolke und mit dem Meer und haben alle einers lei geistliche Speise gegessen und haben alle einerlei geistlichen Trunte getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott fein Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. fudt# 29 manos Evangelium: Matth. 20, b. 1-16. dun esus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Haußvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins warò um einen Groschen zum Tages lohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Uno ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg: ich will euch geben, was recht ist. Und fie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig flehen izgl und Evangelien. 75 stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und hebe an an den legten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten tamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese legten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was bein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen lebten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten und die Eisten die Leşten sein. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Am Sonntage Seragesimä. Epistel: 2. Kor. 11, v. 19-23 u. 12, v. 1-9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil zu Knechtten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand trozet, so euch Jemand in's Angesicht freis chet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch tühn. Sie sind Hebräer, ich auch. Sie sind Ifraeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen D 2 gewesen, 76 Episteln gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, breimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fähr lichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damastus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen Nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich tenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich lenne denselbigen Menschen;( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er war entzückt in das Paradies und hörete unaussprechs liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit, und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn und Evangélien. 77 Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti in mir wohne. drodda 713139 alisor Nic Evangelium: Lukas 8, v. 4-15. sid 19dis sad a nun viel Volls bei einander war und aus den Städten zu Jesu eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel Etliches an den Weg und ward zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen; und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an und sie haben nicht Wursel; eine Zeitlang glauben sie und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen teine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. D 3 Am 78 Episteln Am Sonntage vor den Fasten, Estomihi. Epistel: 1. Kor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! Wenn ich mit Menschen und mit Engel zungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein fönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte ake Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, fie läffet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget Alles, sie glaubet Alles, sie hoffet Alles, fie duldet Alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindliche Anschläge. Da ich aber ein Mann war, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jeßt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jegt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese dret; aber die Liebe ist die größte unter ihnend larbiss not 290 Bonda? natrodogrus Red som 82 sid mi folk and and time Evangelium: Lukas 18, v. 31-43, 90 3x07 190 esus nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden und Evangelien. werden den Heiben und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volt, das durchhin ging, forschete er, was da wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich fehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei fehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Volks, das solches sah, lobete Gott. ia 20100 aromat 79 Am I. Sonntage in den Fasten, Invocavit. Epistel: 2. Kor. 6, v. 1-10. Nieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Lage des Heils geholfen. Sehet, jept ist die angenehme Zeit, jegt ist der Lag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verläutert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfal, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufrühren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geift, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse 64 80 Episteln böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig: als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch Viele reich machen; als die Nichts inne haben und doch Alles haben. 11 0 melcher auch was an verborgen if spotunda fun bann with e Evangelium: Matth. 4, v. 1-11. 28. 5000 Dª a ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern von einem jeden Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößeſt. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch ge schrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das Alles will ich dir geben, so du niederfälst und mich anbeteft. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten, Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da perließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. The Shape Am 81 und Evangelten: Am II. Sonntage in den Fasten, Reminiscere. Epistel: 1. Theff. 4, v. 1-7.00 bi god Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in von empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jefum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wiffe, sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Buftfeuche, wie die Heiden, die von Gott Nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rächer über das Alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium: Matth. 15, v. 21-28. Und Jesus ging aus von bannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Kananäisch Weib ging aus derselben Gränze und schrie ihm nach und sprach: Ach, Herr, du Sohn Davids! erbarme dich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Da traten zu ihm Und er antwortete ihr kein Wort. feine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlor nen Schaafen von dem Hause Israel: Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß. man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein Tische fallen. Den Brofamen, die von ihrer Herren antwortete Jesus und sprach zu ihr: D Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gefund zu derselbigen Stunde. 310 E 85 Um 82 Episteln Am III. Sonntage in den Fasten, Oculi. Epistel: Ephes. 5, v. 1-9. seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gögendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser wil len kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium: Luftas 11, b. 14-28. refus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uns eins wird, das wird wüste und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst un eins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen freiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel aus treibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn jein und Evangelien. 83 ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er fommt, so findet er mit Besen gefehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ger sind, denn er selbst. Und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am IV. Sonntage in den Fasten, Lätare. Epistel: Galater 4, v. 21-31. ( aget mir, die ihr unter dem Geseß sein wollt, habt ihr das Geseß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten Etwas. Denn das sind die zwei Testa mente, eins von dem Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist: denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den D 6 Mann CCCCCCC anilsonsod dos Episteln 84 adpu Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind saats nach der Berheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. pun diru stimated Antido ( borg) To Evangelium: Joh. 6, v. 1-15.** nil ud f18 S mind apli anach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranten that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volts zu ihm fommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, thn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: 3Zweihundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so Viele! Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jefus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß Nichts umtomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die überblies ben benen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen saben, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt fommen soll. Da Jesus nun merkete, das sie kommen würden und ihn und Evangelien. 85 ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am V. Sonntage in den Fasten, Judica. Epistel: Ebräer 9, b. 11-15. Shriftus aber ist gekommen, daß er ſei ein Hoherprieſter der eine größere tommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heis liget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium: Joh. 8, v. 46-59. esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. 57 Da 68 Episteln Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher ges storben ist, und die Propheten sind gestorben; was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre Nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; aber ich kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Am VI. Sonntage in den Fasten, Palmarum. Epistel: Philipper 2, v. 5-11. Sin in Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechts- Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus und Evangelien. 87 Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1-9. mmid and mi Am Gründonnerstag.it snied ni ihm: Herr, Evangelium: Joh. 13, v. 1-16. msnsd m dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis an das Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Jfcharioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen. war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Dnrnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da tam er zum Simon Petrus, und derselbe sprach zu solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße jar waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht d waschen, so hast du fein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und septe sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißt mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin es Vor For 88 Episteln es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waichen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. mit ug lomms Charfreitag. Am bilado stancha Jesaias 53. Aber wer glaubt unserer Predigt? und wem wird der Arm des Herrn geoffenbart? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir fahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn nichts geachtet. Führwahr er trug unsere Krantheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frie ben hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Jrre wie Schafe, ein Jeglicher fab auf feinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scheerer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Denn er ist aus hisſethat da er um hat meines en weggeriffen, geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei den Gottlosen und wie ein Reicher in seinem Tode: wiewohl er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde ge wesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben und Evangelien. 89 leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand. fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Luft sehen und die Fülle haben, und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte. Viele gerecht machen, denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm eine große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist und er Vieler Sünde ge tragen hat und für die Ulebelthäter gebeten. tumor is Passionsgeschichte. safe Island Am ersten Ostertage. dnú 7730 dis Epistel: 1. Kor. 5, v. 6-8. Suer Cuer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Dars rum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert jeid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Chriftus, für uns geopfert. Darum lasset uns Oftern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium: Mark. 16, v. 1-8. Und da der Sabbath vergangen war, fauften Maria Magdalena und Maria Jatobi und Salome Spezgerei, auf daß sie kämen und Jesum salbeten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entseßten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet 90 Episteln Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Betro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen vor dem Grabe, denn es war fie Zittern und Entseßen angekonimen, und sagten Niemand Nichts, denn sie fürchteten sich. mmd al munden Am Ostermontage. Epistel: Apostelgesch. 16, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun nicht ansiehet, sondern in allerlei Volt, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel ge fandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,( welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und ange gangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umhergezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deffen, das er gethan hat im jüdischen Land und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehänget. Den selbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium: Lufas 24, v. 13-35. Und nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen dieſen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und bes fragten sich miteinander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte und Evangelien. 91 wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremblingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, fommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Chistus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie tamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wolle er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische faß, nahm er das Brod, dankete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, tehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Gilfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am 92 Episteln Am I. Sonntage nach Ostern, Quisimodogeniti. Epistel: 1. Joh. 5, v. 4-10. id adun? Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber der, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sogn ift? Dieser ift's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geift, das Wasser und das Blut. und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Beugniß größer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium: Joh. 20, v. 19-31. da Am [ m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, tam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede jei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr ste behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der 3wölfen Einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesum tam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine Finger in die Nägelmaale und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten und Evangelien. mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her und lege fie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben! Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Chrift, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel: 1. Petri 2, v. 21-25. 93 Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelaſſen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen. Welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schallt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun befehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. 62 role is Evangelium Joh. 10, v. 12-16.11 ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte täffet fein Leben für die Schafe; ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf fommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf erhaichet und zerfreuet die Schafe. Der Miethling aber flieth, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen Ons 1904 19 DEN 3000 ns und 94 Episteln und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel: 1. Petri 2, v. 11-20. Nieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von den fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten. Und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seit unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Men schen, als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid un terthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist die Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Miffethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. 330590911 13 Evangelium: Joh. 16, v. 16-23. Ueber eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein und Evangelien. 95 ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich Nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel: Jakobus 1, v. 17-21. 15 A We gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeg= liche Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium: Joh. 16, v. 5-15. t un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz 96 Episteln Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, so will ich ihn euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Unt die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jest nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verfündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. DO med Epistel: Jokobus 1, v. 22-27.mar 604 eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stunde an davon und vergisset, wie er gestaltet war, Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht 19 ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbe wird felig fein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält feine Zunge nicht im 3aum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesin dienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst por Gott, dem Vater, ist der, die Waisen und Wittwen darin ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbes difleckt erhalten. and it on th i moltoden 19 Coan und Evangelien. Evangelium: Joh. 16, v. 23.30. Wahrlich, wabrlich, ich sage euch: So ihr den Vater Etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Bater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. 97 Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel: Apostelgesch. 1, v. 1-11. ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von Allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte auserwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig gezeigt hatte durch mancherlei Erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und spra 98 wall Episteln sprachen; Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er aber sprach zu ihnen: es gebüh ret euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater einer Macht vorbehalten hat. Sondern ihr wer det die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jeru salem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgeboben zusehends, und eine Wolte nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zweeen Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dies ser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. em Evangelium: Mark. 16, v. 14-20. Bulept, da die Gilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen were den denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinfen, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranker werden fie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Her, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am VI. Sonntage nach Ostern, Exaudi. Epistel: 1. Petri 4, v. 8-11. jeid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe: HISTA GE denn Spray und Evangelien. 99 denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand rede, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thne als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem fet Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 15, v. 26-16 v. 4. Men enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meis nen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches wer den sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch gerebet, auf baß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedentet, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Pla ST 2010 Am heiligen Pfingstsonntage. manan Epistel: Ap. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren fie alle einmüthig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da fie saßen. Und man sah an ihnen die Bungen zertheilet, als wären sie feurig, und er sette sich auf einen Jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Men970691152 918131 SIER e 2 ge 100 Episteln an ge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie ents setzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen un tereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamia und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Phamphylia, Aegypten und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetten sich aber alle und wurden irre und sprachen Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. mild Evangelium: Joh. 14, v. 23-31. Mer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kome men und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der felbige wird es euch Alles lehren und euch erinnern Alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden laffe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich, und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Am und Evangelien. mis siya 59 eing sim Pfingstmontage.an dit malas en aconsut of da Epistel: Apost. Gesch. 10, v. 42-48.09 Der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entfeßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. 101 im Evangelium: Joh. 3, v. 16-21. Cesus sprach zu Nikodemo: Also hat Gott die Welt gea liebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern, daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der baſſet das Licht und kommet nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. MI e 3 Am 192 Episteln or Am Sonntage Trinitatis. 94 bin 18 #sprin aftsdie masdam Epistel: Nöm. 11, v. 33-36. Ongel des beides der heit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn mer hat des Herrn Sinn erkannt? Ober wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 3, v. 1.15. bad Namen aber ein unter den mit Nikodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jejus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es set denn, daß Jemand von neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nitodemus spricht zu ihm; Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so tann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt, habe: Ihr müsset vom neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du böreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er tommt und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israet und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr und Evangelien. 103 ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. dis2 napilg mst spa Arundi Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 4, v. 16-21. Gott ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf das wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott und baffet seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieß Gebot haben mir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebet.al.offtardaesissed day and silt dla na Evangelium: Lut. 16, 19-31.8.20 war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch tamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und e 4 104 Episteln und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Bein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual, Abraham aber sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn Einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünded s adding and Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 3, v. 13-18. Verwundere euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt aus dem in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evans und Evangelien. 16: 24.mp2 day Toin Evangelium: Luk. 14, v. 16 24. 088 s war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen getauft und ich gehe jest hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht tam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der 105 adt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige fie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Il me Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Petri 5, v. 6-11. 7202 o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Gorge werfet auf ihn; denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widerfacher, der Teufel gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, wel chen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brü der in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto Jefu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbe e 5 106 nsis Episteln vollbereiten, stärken, träftigen und gründen. Demselbigen fet Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. TH10973 900 Tou Evangelium: Lut. 15, v. 1-10. pon hingehe nach dem verlornen, bis daß er esüste und s naheten aber zu Jesu allerlei Zöllver und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrift: gelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, so er eins verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude fein im Himmel über Einen Sünder, der Buße thut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht be dürfen. Oder welches Weib, die zehn Groschen hat, so fie deren einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und tehre das Haus und suche mit Fleiß, bis baß sie ihnfinde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. doid drill Am IV. Sonntage nach Trinitatis. id br Epistel: Röm. 8, v. 18-23. De enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll acoffen= baret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird pon WAS und Evangelien. 8107 #von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der Herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. mandi m sdn ston) 10. casadi Evangelium: Lut. 6, 6. 36-42. v. sdo has Darum feid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüing Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Ballen in deinem Auge? Du Heuchler, siehe zuvor den Balten aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Brus ders Auge ziehest. Qrjotin EN91109 on opoming JVXX m 1500 Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Petri 3, v. 8-15. Endlich aber seid alleſammt gleichgesinnet, mitleidig. 19345 brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen e 6 seid 108 nail Episteln dun seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürch tet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. mollo ollo@mini bad dilbilind sid ond midol #ado tier 02 att mon frammal 130 of 3dEvangelium: Luf. 5, v. 1-11. sig liscisid & s begab sich aber, daß sich das Voll zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Neße. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er sette sich und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und fprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschloss sen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll, also daß sie san ten. Da das Simon Petrus sab, fiel er Jesu zu den Knien und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten. Deffele bigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Bebed äi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si mon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen und Evangelien. 109 Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen Alles und folgten ihm nach. stug dru slist toin on dod meggi sis) du 9091 89108 İbin Esd nopull sid mus bon indi soni di medsing shuf di Am VI. Sonntage nach Trinitatis. 91d Jun 19090 sinne nsdEpistel: Röm. 6, v. 3-11. asia of Siffet ihr nicht, daß Alle, die wir in Jeſum Chrift getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Baters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanget werden zu gleichem Eode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Chriftus, von den Tobten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hins fort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einemmal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch, ihr haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gott in Christo Jesu, unserem Herrn. de 1.20 Tokope antol 518 800 201 Evangelium: Matth. 5, v. 20-26. Der enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit bes. fer, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder fagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum e 7 piste wenn 110 msil Episteln dan wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedent, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsbann tomme und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen. Ich fage dir, wahrlich, du wirst nicht von bannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Jub Am VII. Sonntage nach Trinitatis: d Epistel: Röm. 6, v. 19-23. ch muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure lieber begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da was ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde fret und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. mirn Evangelium: Mart. 8, v. 1-9.det 3 u der Zeit, da viel Volkes da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volls; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, swürden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche SIGT waren und Evangelien. ( 11 waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte fie: Wie viel habt thr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten.dnb er nahm die sieben Brode, dantete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten. Und sie legten dem Volte vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. # 791118. $ 10 Epistel: Röm. 8, b. 12-17. idole sid o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben: denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müſſen. Wo ihr aber durch den Geift des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen tnechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müsset, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geißt, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Tup dund sid Evangelium: Matth. 7, v. 15-23. inent ehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie er kennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dor nen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte 112 Episteln du Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und ins Fener gewor fen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich fommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweiffaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht. in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet Alle von mir, ihr Uebelthäter.ini egalladistill smisd mmile: mai us( borg) is dull sind silnik Am IX. Sonntage nach Trinitatis. #ms st. and 19dmi Epistel: 1. Kor. 10, v. 6-13. 2900³2 3: 0 as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht verfuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener Elliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vors bilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum wer sich läfjet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt vere suchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Vers suchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. mado Evangelium: Lut. 16, v. 1-9. war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm bezüchtiget, als hätte er ihm seine sid Güter 113/ und Evangelien. Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amte gesetzet werde, daß fie mich in ihre Häuſer nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, feße dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den un, gerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Hond this in die sollt 19 Jun oras n STIG Am X. Sonntage nach Trinitatis. fol da bin Epistel: 1. Kor. 12, v. 1-11. pinut Von Non den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet. Und Niemand kann Jefum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube in demselbigen Geist, einem Andern die 114 Episteln od die Gabe, gesund zu machen in demselbigen Geist; einem Andern. Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern, Geister zu unterscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern, die Sprachen auszulegen. Dieß aber alles wirket derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium: Luf. 19, v. 41-48. 17sin Und als er, der Her Jeſus, nahe hinzukam, ſah er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten. Und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die barinnen verkauften und tauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es zur Mördergrube gemacht. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohen priester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volt trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn.g misi ni iphroffborg 35019 2015 Am XI, Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 15, v. 1-10. I ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündet habe, welches ihr auch ange nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vertins diget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörs berst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift. Und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Dars Ispr nach 115 und Evangelien. nach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch Viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jatobo, darnach von allen Aposteln. Am letten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium: Luf. 18, v. 9-14. i 1900 Der er Herr sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären und verachteten die Andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöuner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöüner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott fet mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich felbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden.e C Am XII. Sonntage nach Trinitatis. un Epistel: 2. Kor. 3, v. 4-11, and in solches Vertrauen aber haben wir durch Chriſtum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denten, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buch stabe tödtet, aber der Geift macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel 116 Episteln de Israel nicht fonnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das vertläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen diese überschwengliche Klarheit. Denn so daß Klarheit hatte, das da aufhöret, dielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. add stödr nadag Evangelium: Mart. 7, v. 31-37. Und da der Herr Jesus wieder ausging von den Grängen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Gränge der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spüßete und rührete seine Zunge und jah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm. Hephata, das ist: Thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es nie mand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Galater 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weiſe reden. man nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zu gesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen; durch deinem Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Chriftum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gefeß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe burch das und Evangelien. 117 das Geseß erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verbeißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same täme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von dem Engel durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gefeß gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseß. Aber die Schrift hat es Alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. du Evangelium: Suf. 10, v. 23-37 str Gefus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderda fehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, daß ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Seben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haft recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da er tam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden 118 nsEpisteln anu den und goß darein Del und Wein und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegte sein. Des andern Tags reisete er und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirth und sprach zu ihm: Pflege fein, und so du was mehr wirst darthun, will ich birs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen. Vs Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 5, v. 16-24. Nieben Brüder, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch ge lüftet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötteret, Zauberet, Feindschaft, Hader, Neid, Born, 3ant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Freffen, Saufen, und dergleichen. Von welchem ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes it: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit Gütig teit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solsche ist das Geseß nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Evangelium: Luf. 17, v. 11-19. YAD Und es begab sich, da Jeſus reiſete gen Jeruſalem, zoª er Samariam als er in einen Markt fam, begegneten ihm zehn ausiäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und geiget euch den Priestern. Und es geschab, daß sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fah, daß er gefund worden war, fehrte er um und preis se detou me ditaduplo toinfete und Evangelien. 119 jete Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Ange sicht zu feinen Füßen und danket ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht gebn rein geworden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umfehre und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. sid astres rad Am XV. Sonntage nach Trinitatis.098 0 Epistel: Gal. 5, v. 25, bis 6, v. 10. o wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, uns unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gefeß Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand lässet dünfen, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher prüfe aber sein Selbstwert und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ärndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Vers derben ärndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ärndten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ärndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genoffen. umidn daud Niem de Evangelium: Matth. 6, v. 24-34. iemand kann zween Herrn dienen, entweder er wird einen baffen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch 120 Episteln euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinket werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anzieh hen werbet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie jäen nicht, sie ärndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter uns, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachien, sie arbeiten nicht, auch sprunen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als der selben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also tleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allem trach ten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das Alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephefer 3, v. 13-21. Nieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde wer det um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geift an dem inwendigen Menschen und. Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewur zelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Län ge und Evangelien. 121 ge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun tann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigs keit! Amen. Evangelium: Lut. 7, v. 11-17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor fam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volts aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sab, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, siehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Bolt heim gesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. wodraer usandi tin randi as drior t di dys Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. sid Epistel: Ephef. 4, v. 1-6. odsotun 19 ang 190 19d doll o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, barin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanfts muth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. F Evange Episteln and 14, v. 1-11-10 mm Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brod zu effen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharis fäern und sprach: Jsts auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antworte und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten, oben an zu figen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, und spreche zu dir: Weiche diesem, und du müßteft dann mit Scham unten an sißen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche su dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben nor denen, die mit dir zu Tische sißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden. 122 ST THE diel Evangelium: Suf. Lut. Am XVIII, Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 1, v. 4-9. chdante meinem Gott allezeit eurethalben für die daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch träftig geworden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und wars tet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti. Denn und Evangelien. Denn Gott ist treu, burch welchen ihr berufen feid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Chrifti, unsers Herrn. ng do 8 and diadun jenis tum 1000 190 wat o Evangelium: Matth. 22, v. 34-36. GCL Am XIX. Sonntage nach Trinatitis. Epistel: Ephef. 4, v. 22-28. 123 D a aber die Pharisäer böreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie fich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, vers fuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geset: Jesus aber sprach zu ihm: Du solist lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Geseß und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie düntet euch um Chrifto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geifte einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat geſagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüfte in 3rrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaf fen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einans der Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Born untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehf 2 le Si Episteln d 124 le nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. di Evangelium: Matth. 9, b.- 8. a trat der Herr Jesus in das Schiff und fuhr wieder herüber und tam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fah, ſprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schrift gelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket thr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, bie Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichts brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 5, v. 15-21. all spin o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und faufet euch nicht voll Weins, baraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dant allezeit für Alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium: Matth. 22, b. 1-14. Da Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Soh ne Hochzeit machte. Und fandte seine Knechte aus, daß fie und Evangelien. 125 sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht fommen. Abermal fandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist ges schlachtet, und alles bereit; fommt zur Hochzeit. Aber fie verachteten das und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet bin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden: Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu befehen, und jab allda einen Menschen, der hatte fein hochzeitliches Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hers eingekommen und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heuten und Zähnellappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. duted Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 6, b. 10-17.09 MAY v. uleßt, meine Brüder, seid start in dem Herrn und in ber Macht seiner Stärke. Siehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liustigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem böjen Tage Widerstand thun und Alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an Beinen ge f 3 ftie am 126 Episteln ftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Fries dens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr außlöichen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, or da sinim 5310 idio Evangelium: Joh. 4, v. 47-54 Und nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus tam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabfäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todtkrant. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder fehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verfündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt. Da forichete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Bater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jejuß zu ihm gejagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit ſeinem ganzen Hause. Das iß nun das andere Zeichen, daß Jesus that, da er aus Judia in Galiläam fam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Phil. 1, v. 3-11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( wel euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eus rer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hierher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Wert, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jefu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich und Evangelien. 127 ich das Coangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde in Christo Jesu. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Chrifli, erfüllet mit Früchten der Gerechtigs teit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. 191916 TDI1940 01 306 Evangelium: Matth. 18, b. 23-35. 15 and as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, tam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, bieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und feine Kinder und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitfnechte, der war ihm hundert Groſchen schuldig, und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was bu mit schuldig bist. Da fiel ſein Mittnecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bejablen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er begablete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches saben, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalts. fnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. f4 Am in 128 Episteln SHTE Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Philipp. 3, v. 17-21. Colget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Waadel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jefu Chrifti, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. ministrato MANGA FOO do INSULT flitto Evangelium: Matth. 22, v. 15-22-1 1103 Dª a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und fandten zu ihm ihre Jünger sammt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Dar um fage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man bem Kaiser Bins gebe, oder nicht? Da nun Jejus merkete ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchter, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift: Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon, d tim 19m is gedo spor 2015 Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. and Epistel: Kolosser 1, v. 9-14. merhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seis nes Jaiak) und Evangelien. 201 129 nes Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn in allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken. Und wachset in der Erkenntniß Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und dankfaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. sgine sin un p Evangelium: Matth. 9, v. 18-26. a Jesus folches mit ihnen redete, fiehe, da tam der Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber fomm und Lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und fiehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gefund. Da wendete sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getroft, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Ge fümmel des Bolts, sprach er zu ihnen: Weichet! Denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dieß Gerücht erscholl in dasfelbige ganze Land. bon spotting 3881 48 750m XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Theff. 4, v. 13:18. smallosa Sir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die Andern, die keine Hoffnung haben. fö Denn 130 Episteln Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen; denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander.nooit souble by Jogy Mad and spend schlect, fodind adi sid 753 Evangelium: Matth. 24, v. 15-28. cabut Wem enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung. davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte,( wer das liefet, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis her und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Außerwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus: Siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Bliz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Nieder und Evangelien. 131 bergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. SHOOT nie model. him sid rim And and trok mis ain moned 196790 mm 89d nufu sad ni medisidrader 79 Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. 1 od snim Epistel: 2. Theff. 1, v. 3-10. 2nd PATRIOTTACOL OTSISAINT Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal benen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübjal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel fammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unseres Herrn Jesu Christi; welche werden Bein leiden, das ewige Verderben von dem Angesichte des Herrn und von feiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit seinen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium: Matth. 25, v. 31-46. du W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sizzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit: und werden vor ihm alle Völker versammelt werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Baters, ererbet bas Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich † 6 bin 132 Episteln dogu bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin trant gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin ge fangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeifet? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich trant oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linten: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, bas bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeijet. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht geträntet. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gefehen hungrig oder durftig oder einen Gast oder nactend oder trant oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. 2336 Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. then spänna Epistel: 2. Petri 3, v. 3-14. Kropkourmsorg in den Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüften wandeln und sagen: Wo ist die Verbeißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen Top find und Evangelien. ud sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch diefelbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jettund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße febre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmel zen, und die Erde und die Werte, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel pom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zer: schmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Him mels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten jollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. 133 Evangelium: Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. S. 71. godt be is olla vas GALE adidino de et d 300 [ billon, rodfrei underst 88 admiration app ombc#missmet 31 7 Episteln und Evangelien an den Aposteltagen und einigen anderen JESHnode on and to kirchlichen Festen.remisl 1990 do hon mal nstaglot du dienu ide and sit Am Tage St. Andreä. Epistel: Röm. 10, v. 8-18. Dies ieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er ein H er ein Herr sei, und glaubeft in deinem Herzen, daß ihn Golt von den Todten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glau bet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist Aller zumal Ein Herr, reich über Alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll. selig wer den. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glau ben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt wers den? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen! Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich jage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. nanis Evangelium: Matth. 4, v. 18-22. Als [ Is nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging. fab er zween Brüder, Simon, der da heißet Petrus und Andream, seinen Bruder, die warfen ihre Neße ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße und folgten ihm nach. Und Episteln und Evangelien. 135 Und da er von dannen fürbaß ging, Brüder, Jakobum, den Sohn Zebedät, und Johannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Neße flickten und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgeten ihm nach. Beronic 110 5pm3 m Am Tage St. Thomä. Epistel: Ephes. 1, v. 3-6. Belg elobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jeſu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jefum Chriftum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe seiner Herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Purly libin sit ind #rider Evangelium: Joh 20, v. 24.29. frodig homas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn ge sehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in ſeine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jefus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest DH. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Am TEL 136 1919 1910 sim nsilspirau d Epistel 190412 nou mesé A m Tage Pauli Bekehrung. od 9 Epistel: Apostelgesch. 9, v. 1-22. Caulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn und ging zum Hohen priester und bat ihn um Briefe gegen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus tam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löcken. Und er sprach mit Bittern und Bagen: Herr, was willst du, das ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme und fahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erbe, und als er seine Augen aufthat, jah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten ihn gen Damaskus, und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trant nicht. Es war aber ein Jünger zu Damastus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe bin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saul mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von Bielen gehöret von diesem Manne, wie viel Ulebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden Alle, die beinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor ben 79 Heiden und vor den Königen und vor den Kin Al mod stup mo sleng dern und Evangelien. 137 067 dern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er lets den muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin und tam in das Haus und legte bie Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da di hertamest), daß du wieder fehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen und er ward wieder sehend, und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn fet. Sie entfeßten sich aber alle, die es höreten, und sprachen: 3 das nicht der zu Jerusalem verstörete Alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr träftiger und trieb die Juden ein, die su Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. nom crtor! Didni sid si3 100 Evangelium: Matth. 19, b. 23-30. efus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich ich fage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich fommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes tomme. Da das seine Jünger höreten, entseßten sie sich sehr und sprachen: Je, wer fann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles perlassen und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kind, oder Necker um meines Namens willen, der wird es Hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. yam ad Aber all 138 REpisteln Aber Viele, die da sind die Ersten, werden die Leßten und die Leßten werden die Ersten sein. ndod nopuls Am Tage Mariä Reinigung. nadiečk Epistel: Maleachi 3, v. 1-4. Ziehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zuseinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er tommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes und wie die Seife der Wäscher. Er wird sigen und schmelzen und das Wasser reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judä und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Garden isoins nattim- Aldme Evangelium: Lukas 2, v. 22-32. 800 90190 USINGING# 310 Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gefeß Jefum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn, ( wie denn geschrieben stehet in dem Geseß des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn: ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort ge worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und tam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brach ten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesez, da nahm er ihn auf seine Arme und Lobete Gott und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in und Evangelien. 139 in Frieden fahren, wie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereis tet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Helden und zum Preis deines Volkes Israel. Jonism her for 939 de Am Tage Matthäi.d all and sms 76041 Epistel: Apostelgesch. 1, v. 15-26.8.426 Und nd in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Haufen bei hundert und zwanzig): Jhr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet und hatte dieß Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker und den ungerechten Lohn und sich erhentet und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Einges weide ausgeschüttet. Und es ist tund geworden Allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ift, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei Nie mand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfange ein Anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Laufe Johannis an bis an den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! Aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zween, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und bas Loos fiel auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. race Rottise ad anel Toreig C# 10 Evans 140 anon Episteln d id di Evangelium: Matth. 11, v. 25-30.g On derselben Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen haft und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand tennet den Sohn, denn nur der Vater: und Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Rommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin fanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. u das pory pi Epistel: Jesaias 7, v. 10-16.ə Bat Und der Herr redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Abas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: Jsts euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe Iernet Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlaffen sein von seinen zween Königen. Evangelium: Lutas 1, v. 26:38. Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel geſandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nagareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David, und die Jungs # 6 und Evangelien. 141 Jungfrau hieß Maria. Und der Engel tam zu ihr hins ein und sprach: Gegrüßest seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie ihn aber jah, erschrat sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das! Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Guade bei Gott gefunden. Siebe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deß Name sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden. Und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Rönigreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siebe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jeßt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ift tein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Stehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. 49 Am Tage Philippi und Jakobi. Epistel: Ephef. 2, v. 19.- 22. Nieben Brüder, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn auf welchent auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. mind sil- 39 bd dull Old 31 nd Evangelium: Joh. 14, v. 1-14. Jefus fprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht, Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In ******* 142 Episteln ha In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kenntet, so kenntet thr auch meinen Vater. Und von nun an tennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater und der Vater in mir ist: wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sobne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Am Tage Johannis des Täufers. Epistel: Jesaias 40, v. 1-5. euer Gott. Kedet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Miffetbat ist vergeben; denn sie hat 3weifältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was ungleich ist, foll und Evangelien. 143 foll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet, 90910 had 1974 1976 dnf mid im u m ditor Evangelium: Lut. 1, v. 57-80.mid bi om Und nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein und hießen ihn nach seinem Bater, Bacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: 3st doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißet Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan und redete und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und dieſe Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge, Und alle, die es höreten, nahmen es zu Her zen und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kinde lein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weifsagte und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Jsrael, denn er hat befuchet und erlöset fein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Hort des Heils in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geres det hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand Aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir, erlöſet aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du sei nen Weg bereitet und Erkenntniß des Heils gebeft sei nem 144 Episteln seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns befucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine benen, die da sizen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel: Apostelgesch. 12, v. 1-11. 11 m dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an Etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing Betrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsfnechten, gebunden mit zwei Retten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siebe, ber Engel des Herrn tam das her, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf. Und die Retten fielen ihm von setnen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgete ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es bäuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und tamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Unb traten hinaus und gingen hin in eine Gasse lang, und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu bin dirs orlod sirds sich und Evangelien. O fich selber fam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr feinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium: Matth. 16, v. 13-19. AN 145 0 Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn fei? Sie sprachen: Etliche sagen, du fetest Johannes der Täufer: die Anderen, du feteft Elias; Etliche, du seiest Jeremias oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer faget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel ge bunden sein, und Alles, was du auf Erden lösen wirft, soll auch im Himmel los sein. bulb) dm Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel: Röm. 12, v. 9-18. Die ie Liebe sei nicht falsch. Haffet bas Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander set herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, mas thr thun sollt. Seid brünftig im Geist. Schictet euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothburft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; jegnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinu untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Nies 146 Nils Episteln Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarfeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so piel an euch ift, so habt mit allen Menschen Friedenjured bun 19 sidin Evangelium: Lut 1, v. 39-56.99 staid p mured Used dunas ind. aria aber stand auf in den Tagen und ging aus das Gebirge endlich, zu der Stadt Juda, und kam anter in das Haus Zacharias und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Maria hörete, hüpfte das Kind in threm Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedelet bist du unter den Weibern und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir fommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubt hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geift freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrig and reteit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindesfinder. Denn er hat große Sour Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und des Name onu 15 heilig ist. Und seine Barmherzigkeit wäbret immer für mamisd und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt sid dimit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig find in istiords ihres Herzens Sinn. Er stößet bie Gewaltigen vom 3d Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen er= modare füllet er mit Gütern und läsfet die Reichen leer. Er den9tet der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel sdistrauf: Wie er geredet hat unsern Bätern, Abraham und 1979 feinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei 1979 Monate; darnach fehrte sie wiederum heim. musarmist mu Am Tage St. Jakobi, na 90Died str Hopsg ad asdaspinigibi Epistel: Röm. 8, v. 28-39, dan& nd Jedals ir wiffen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsat berufen tisdistind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch nad berordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines mertismenn h Sohnes du 69 897 dlst ud shilise trouse ad mi do offismi bid to Ind rodzonalni fannst und Industrie sindro shironte 0147 und Evangelien. Sobnes, auf daß derselbe der Erstgeborene sei unter f vielen Brüder. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu fagen? Jst Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verichonet, fondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist bier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Chriftus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes urd vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir be find geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem Allem büberwinden wir weit um deßwillen, der uns geliebet bat. Denn ich bin gewiß, daß weder To, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes, noch Trefes, noch keine andere Creatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. duri Evangelium: Matth. 20, v. 20-23. MOCE 198 a trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedät mit von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sißen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: 3hr wiffet nicht, was ihr bittet, Rönnet ihr den Kelch to trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit oder Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt be ihr zwar trinken und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Spen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Um ded: 01 sampanser tam atfided alm smism sinds 1951 CINELL € 148 .nsilspEpistelni sdn manis Am Tage Bartholomäi.om ng drutsp monis Epistel: 2. Kor. 4, v. 7-10. 79du izson) sebnom Send aber solchen Schaß in irdischen Gefäßen, daß die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, saber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir vernicht. nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir fommen nicht um und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jefu an unserm Leibe offenbar werded as lisa Evangelium: Suf. 22, v. 24-30. & 8 erhob sich auch ein Zant unter den Jüngern, welwerden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige berrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrn. 3hr aber nicht also, sondern der Größte unter euch foll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Dies ner. Denn welcher ist der Größte? Der zu Zische fizet, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und figen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. siden 100190200 tad od Am Tage St. Matthäi. Epistel: 1. Stor. 12, D. 4-11.0 & find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geiſt. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem Jeglichenderzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit, dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe, 0008 gefund und Evangelien. 8149 gefund zu ma ben, in demselbigen Geift; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem Andern, Geister zu unterscheiden: einem andern mancherlet Sprachen; deinem Andern, die Sprachen auszulegen. Dieß aber Alles wirket derselbige einige Geift und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. noo tobin காம் vio Evangelium: Matth. 9, p. 9-13 Spot Und nd da Jesus von dannen ging, sab er einen Menschen am Zoll sißen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Unb er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da tamen viele Zöllner und Sünder saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum iffet euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starten bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gebet aber bin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmhergigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen, hile we d densi Am Tage St. Michaelis. I tout * nomisto n. dist radn stand Epistel: Offenb. Joh. 12, v, 7-12.st Und nd es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und jeine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache Britt und seine Engel und siegten nicht, auch ward thre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da beißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Grbe, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unseres Gottes feines Christus geworfen, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisfes und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen! tdmurtog Evan 1150 .nsilsgEpisteln -föl Isio Evangelium: Matth. 18, v. 1-11. mut 3u berselbigen Stunde traten die Jünger zu Jeſu und sprachen: Größte Jefus rief ein Kind zu sich und stellete es mitten unter fie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umfehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich tommen. Wer sich nun selbst Terniedrigt wie ein Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt würde und er erfäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halber! Es muß ja ergernis kommen. Doch webe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben labm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zween Füße habest und werdeft in das ewige Feuer geworfen. Und uso dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf es von bir. Es ist besser, daß du einäugig zum Leben eingeheft, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das dhöllische Feuer geworfen. Sebet zu, daß ihr nicht Jemand savon diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel seben allezeit das Angesicht meines dd Baters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist getommen, selig zu machen, das verloren ist. ha soon Salle ama Am Tage Simonis und Judä. Epistel: 1 Petri 1, v. 3-9. #lelobt set Gott und der Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, don der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder is geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auf erstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unver= gänglichen und unbefleckten und unverweltlichen Erbe, das radis behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht du burch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der leßten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr ist eine kleine Beit( wo es fein foll) traurig seid in mancherlei Anfech 18 id art maqqi2 mod tim bo tungen, im som vid not on ut tod malands med anl mogrid taso ji vado ad di hond du 1612 and und Evangelien. 0151 tungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köftlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, au Lob, Breis und Chre, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habet und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht fehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit. mini mrt Espiol, mis sur dull istism Evangelium: Joh. 15, v. 17-25. oble efus fprach zu seinen Jüngern: Daß gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt haffet, so wiffet, daß sie mich vor euch gebasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum haffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das Alles werden sie euch thun um meines Namens wil len: denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich haffet, der hasset auch meinen Bater. Hätte ich nicht die Werte gethan unter ihnen, die kein Anderer gethan hat, so hätten sie feine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen und haffen doch beide, mich und meinen Vater. Doch daß erfüllet werde der Spruch, in in ihrem Gefeß geschrieben: Sie haffen mich ohne Ursache.id fort THEAT SHUTOSH Am Tage der Kirchweihe. aid I Epiſtel: Offenb. Joh. 21, v. 2-5. Un nd ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jes rufalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Bolt fein, OTS und annor all the ludas ditudatjun 2012 90 anism Tun#d share auk rish pun 152 Episteln und Evangelien. und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschret, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache Alles neu. Evangelium: Luf. 19, v. 1-10. [ nd Jesus zoa hinein und ging durch Jericho. Und ein genannt war Oberster der Zöuner und war reich, und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, nnd fonnte nicht vor dem Volk, benn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbe Stätte, sah er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder, denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg erlend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie bas sahen, murrten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. Bachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich Jemand betrogen habe, das gebe ich pierfältig wieder. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist getommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. ENDE. Verlag der Juvalidenauftalt. Druck der 2. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. dass Der kleine Catechismus Dr. M. Luthers. Frage und Antwort für die Kinder, die da sollen confirmirt und zum erstenmal zur Communion gelassen werden. Bist du ein Chrift? Ja, serr. Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Chrifti und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mofis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen ist? Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre. Fünf. Das erste? Die zehn Gebote Gottes. Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebet des Herrn.com Das vierte? HUS esile soon Das Sacrament der heiligen Taufe. no pides Das fünfte? Das Abendmahl des Herrn oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. Wozu * 1 2 Das erste Hauptstück. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen: erftlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen verföhnet und vereinigt werden. Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. #SPIORS ****** Wie lautet das erste Gebot? Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes, deines Herrn, nicht unnüßlich führen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot? Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Pres bigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. 1911992 Das vierte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern Das erste Hauptstück. 3 dern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten. Das fünfte Gebot? Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. Das siebente Gebot? Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot? Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Fir Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und Alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot? l Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen, sons dern wwwmau 4 Das erste Hauptſtück. dern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich fein. Das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder Alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abs bringen, oder abwendig machen, sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich der Herr dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich haffen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendfte Glied. Hamisad inningift Was ist das? Gott drohet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute Allen, die solche Gebote halten: darum sollen wir ihn auch lieben und ihm vertrauen und gern thun nach seinen Geboten. ps! Wozu find uns die zehn Gebote nüße? ned Bu zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an und offenbaren Gottes Born über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünde und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. m gabile& Zum Andern lehren sie, welches die guten Werke feien, d so die Gläubigen und Neugebornen zu thun schuldig find, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Kön Das andere Hauptstück. Können wir denn auch mit unseren guten Werken Gottes Gebot und Geseß erfüllen? Ach nein; denn unsere guten Werke sind nicht voll. kommen gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. am 7. Wer hat denn das Geseß und die zehn Gebote Gottes erfüllt? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Gescß genuggethan, anders nicht, als ob wir selbst das Geset gehalten hätten. Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren und unserm 75 Nächsten zu Dienst, obschon Mangel an denfelbigen ist. hid das andere Hauptstück. Suing Sod 3702 ndo Von den Artikeln des christlichen Glaubens. and Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Dieß sind sie: Om sid 13541 5 Der erste von der Schöpfung Der andere von der Erlösung. Der dritte von der Heiligung. stust the Wie lautet der erste Artikel? mo Von der Schöpfung.dl sufic Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott erschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuhe, Effen und Trinken, Haus und of, Weib und Kind, Necker, Vieh und alle Gütter, mit aller Nothburst und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschüßet und beschirmet und vor allem Ulebel behütet und bea * 3 wahret Das andere Hauptstück. wahret, und das Alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, das Alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 6 Wie lautet der andere Artitel? Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Chriftum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zu der Höllen, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Men schen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heilt, gen, theuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerecha tigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Todten, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. distbombe smism Iqund Wie lautet der dritte Artikel? nstloden Von der Heiligung. Updsi Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, und Berge Das andere Hauptstück. Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. 7 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft, noch Kraft an Jesum Chriftum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm tommen kann, sondern der heilige Geift hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben er leuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, fammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vers gibt und am jüngsten Tag mich und alle Todten aufers wecken wird und mir, sammt allen Gläubigen in Christo Jefu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. is Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben und mittheilen das ewige selige Leben. Wozu nügt uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. Wer ist nun Christus, unser Erlöser, in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit gebo* 4 ren 8 Das andere Hauptstück. ren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr.. Oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Uns 1919 indi RT TORONT schuld und Seligkeit. di gmin Glaubest du auch, daß Christus, dein Herr, bei ſeiner li.ben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir ſei? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über Alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset, also schüßet und schirmet er mich auch und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. 184 Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein anderes Werk, als durch den ganzen aller, heiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Chrißi und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben. Das halt ich mit festem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und gibt mir sie durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des HERR N. Vadisidrade Wie lautet das Gebet des Herrn? in Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. DES Wie lautet die erste Bitte? 9 Was ist das? 3511 Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bita ten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes, darnach le: ben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet. denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, davor bes dhüte uns, lieber himmlischer Vater! Wie lautet die andere Bitte? ear drst Dein Neich tomme. tomore mist Was ist das? bd 2900 Buiji og Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm Marselbst: aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns tomme.190 and meni sid but Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. * 5 Wie Das dritte Hauptstück. Wie lautet die dritte Bitte? Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Pishin 75m 10 Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unfer Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Wie lautet die vierte Bitte? Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Tod Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehöret, als Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberberrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht,& Eyre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.m Wie lautet die fünfte Bitte? Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? nod- 1100 1700 Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde und um derselben willen folche Das dritte Hauptstück. 11 solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, daß wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle uns Aller aus Gnade geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen, so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gern wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Wie lautet die sechste Bitte? Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Vers zweiflung und andere große Schand und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Wie lautet die siebente Bitte? Sondern erlöse uns von dem Uebel. 300 dan löſe uns von dem Heb Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel, Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuleßt, wann unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten seien dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wozu dien et uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen: Alles, was zur Aufrechthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens ge höret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derhalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. 1920 * 6 Das 12 Das vierte Hauptstück. vid vist burn not atla Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. ned: Was sind die heiligen Sacramente? satisfolur eduplo 19.2 fr Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbaren verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unseres Glaubens an die göttliche Verheißung.us id, pored iniqes 19d1st Jpfdus Wie viel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünden gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter.@milspren?) 10 Oder: 2nd roun Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfasset, und mit Got19310 tes Wort verbunden. tung, mis aming madispol andmom 100 stopsid Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. 1000 et 19 bucia alsno, Zum 81 4198 DIM 1000 Das vierte Hauptſtück. ottagne Bum Andern: Was gibt oder nüßt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißungen Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Zum Dritten: 13 Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist: ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: Durch das Bad der Widergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welches er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum Vierten: Was bedeutend denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich herauskommen nnd auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? as cin Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sol len wir auch in einem neuen Leben wandeln. * 7 Wozu Das fünfte Hauptstück. Wozu nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zuid seinen Kindern angenommen und wolle sich in allen d Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. bin Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Tie Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? 14 Der Herr Chrißus hat uns dieses Alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er uns solches geschenket und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn, sit at oder: dan birinn If Vom Sacrament des Altars. albans Was ist das Abendmahl des Herrn? bon di d Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesept. Wo stebet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostel, Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Bred dankete und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin Das fünfte Hauptstück. 15 Ohin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegegen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Se ligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? en Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, die da stehen: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden, welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sacrament würdiglich? Fasten und leiblich sich zubereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl. geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort für euch" erfordert eitel gläubige Herzen. ( 1 Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nüße? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unfern Bater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen und unser gnädiger Vater sein und bleiben 16 Von der Beichte. bleiben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht o will entgelten laffen. modal Was empfängst du im heiligen Abendmahl? an Den wahren Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke und meine arme Seele tröste. Glaubest du und bekennest du dies Alles von Herzen is was du von der christlichen Lehre jest gesagt haft? Ja, Herr. Wilst du dich denn auch in den Gehorsam der chriftlichen Kirche ergeben und, nachdem du glaubest und betenneft, hinfort thun und leben und, was du allhier ver. heißest und zusagest, thun und getreulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christi. matuno Von der Beichte. 38 1790 i lod mad Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Süude bekenne; das andere, daß man die Abp solution oder Vergebung vom Betchtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man heichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuld geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche Von der Beichte. Welche sind die? Da fiebe deinen Stand an nach den zehn Geboten: Ob du. Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seieft; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unsüchtig, gehässig gewesen seieft; ob du Jemand Leid gethan habeft mit Worten oder Wer fen; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? toiset imal 17 Allgemeine Beichte. Charmer Sünder erkenne in meinem Herzen und Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit al lerlei wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und en Werken gegen Gott, meinen Herrn, gröblich gefehlt habe und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Foniy Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigfeit und bitte ihn demüthig, daß er, um des Todes Jefu Chrifti, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Ich will ins Künftige durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes mein Leben bessern und frömmer werden. Ring Tone Finden 18 Gebete. *********** OGA Anhang. I. Wie ein Haus- Vater sein Gesinde soll lehren Morgens und Abends sich segnen Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sprich den Glauben und das Vater Unser, und so du willst, noch eins der nachfolgenden Gebete: I. Morgengebet. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Leben wohlgefalle, denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und Alles in deine Hände. Dein hei liger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. AHO II. Tischgebete. Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf und sättigest Alles, was da lebet, mit Wohl gefallen. mener di Darnach das Vater Unser und dieß folgende Gebet: Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und dieſe deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und Güte währet ewiglich, der allem Fleische seine Speise gibt, Die Haustafel. 19 gibt, der dem Bieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Luft an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen; der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und auf seine Güte warten. Darnach das Vater Unser und das folgende Gebet: Wir danken dir, Herr, Gott Vater, durch Jesum Chri: stum, unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. II. Abendgebet. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diefen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wol. left mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und Alles in deine Hände; dein heiliger Engel set mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. thind dine nadati smis - 3dsm tim pitjnű01 moniam sitbus/ 19 InD II. Die Haus tafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, darnach dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amts und Diensts zu ermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherrrn und Predigern. in Bischof joll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, fittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinfäufer, nicht ges bässig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht baderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Haus wohl vorstebe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1. Tim. 3. Tit. 1. Was 20 Die Haustafel. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. ffet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Lut. 10, 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Kor. 9, 14. Halottak isti Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Nellesten, die wohl vorstehen, die halte man zwis facher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht vers binden. Jtem: ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. 1. Thimoth, 5, 17. 18. Lutas. 10. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen. Habt sie defto lieber um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1. Thess. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Eng Von der weltlichen Obrigkeit. Jeder edermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist teine Obrigkeit ohne von Gott. Wer sich nun wider die Obrigkeit ſeget, der widerstrebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1-4. Von Die Haustafel. spot tous u 21 Von den Unterthanen. Bebet ebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott was des Gottes ist. Math. 22, 21. sana) sim oni So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen; derohalben müsset ihr auch Schok geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5: 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2. 3. Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seien. Tit. 3, 1.male montem anda had Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Ulebelthäter und zu Lobe den Frommen. 1: Betri 2, v. 13. 14. eng Munism toont asflör di ispidse ortu pildmusz) ausinture? Den Ehemännern. sdne nis indiret 756 nog spranquis capitis ind af unsd BU hr mit Vernunft und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Koloss. 3, 19. Den E34 22 Die Haustafel. Den Ehefrauen. ie Weiber seien unterthan ihren Männern, als den Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid. 1. Petri 3. 6. Den Aeltern. hr Väter, reiset eure Kinder nicht zum Zorn, daß auf in Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephef. 6, 4. Den Kindern. hr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir es wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Chr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herrn mit als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Chrifli, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn, und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein Jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er ſei Knecht oder Freier. Ephes. 6, 5, 6, 7. 8. Milline and m Den Hausherrn und Hausfrauen. hr Herrn, thut auch dasselbige gegen sie und laffet im Himmel habt, und ist bei ihm tein Ansehen der Person. Ephef. 6, 9. Der Die Haustafel. Der gemeinen Jugend. hr Jungen, seid den Alten unterthan und beweiset 23 Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri 5, v. 5. 6. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die ſtellet auf bleibet am Gebet Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim. 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen nächsten als dich selbst; in dem Worte alle 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1. Ein Jeder lern: sein Lection, So wird es wohl im Hause stohn. Verlig der Invalidenauftalt. Druck der L. 5. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. dau dengt diesel red}} The readed and stadgat magiled gung sa naan you stpisars a it red bud ind ind see more atettre day to tistpigradot sed dnu od ani si 490 MOICH UICC aus espacite ou jusu perrtück grup rippinrgins ourength ading_inant dana sd Sup trials mso- sm pru erupee raision admin ត -usign និ d share if 3rten/ ch rue_if_Qp1[ their permissippinput an und ស ple as | Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 Inches 1 Centimetres Blue 12 ¹3 4 Cyan 2 LO 5 16 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 17 116 117 118 3/ Color 19 8 B.I.G. Black