C 00 00 дв. 1051 Sei Bob und Ehr dem höchsten Gut. 20 all 20 He Verlag, Stich u. Druck v. H.G. Brinckmann Leipzig. Es ist vollbracht! Slen berichtes be ang Buch Nostockschen Gemeinden. bend der fünften Auflage. Dort wb alig en lug Gator Powfgethe Neu vermehrtes Gefang- Buch für die Rostockschen Gemeinden. Unveränderter Abdruck der fünften Auflage. Rostod. Druck und Verlag von Adler's Erben 1880. Gb 1051 Was ihr thut, das thut vom Herzen, als dem Herrn, und nicht den Menschen. Coloffer 3, 23. Für xabet NUN zur frommen Erinnerung an Univ.- Bibl. Giessen Verzeichniß von dem Inhalt dieses Gesang- Buches. I. Lieder auf gewisse Zeiten. Morgen- Lieder Tisch- Lieder Abend- Lieder Sonntags- und Wochen- Lieder ● Advents- Lieder. Weihnachts- Lieder Neujahrs- Lieder Auf's Fest der Verkündigung Mariä Passions- Lieder. Oster- Lieder Himmelfahrts- Lieder Pfingst- Lieder Auf's Fest der heil. Dreieinigkeit II. Lieder über den gesammten Inbegriff der gött: lichen Wahrheiten. 30 37 50 59 63 93 . 107 . 113 . 126 . Eeite. 1. Von der Erkenntniß Gottes aus der Vernunft und Schrift. 134 2. Von Gottes Wesen und herrlichen Eigenschaften 138 3. Von der Schöpfung der Welt überhaupt. 156 4. Von der Vorsehung Gottes 5. Von den heil. Engeln . 1 10 13 25 6. Von der Schöpfung des Menschen nach dem Ebenbilde Gottes 160 168 171 7. Von dem Sündenfalle und dessen traurigen Folgen 174 8. Von Christo, dem Erlöser der Menschen. . 181 9. Von dem allgemeinen Gnadenwillen Gottes in Christo Jesu 194 10. Von der Erwählung und Verwerfung der Menschen 200 11. Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes . 202 IV 12. Von der Buße: a. Erweckungen zur Buße. b. Gebet um wahre Buße c. Reuige Demüthigung vor Gott 13. Vom Glauben: a. Von der gläubigen Ergreifung des Verdienstes Jesu Christi. 242 b. Von der Gewißheit und Freudigkeit des Glaubens 246 c. Von der Schwachheit des Glaubens 255 d. Von den Beweisen und Früchten des Glaubens 259 14. Von der Rechtfertigung, oder der Vergebung der Sünden 20. Von der christlichen Kirche 21. Von den drei Hauptständen in der Christenheit: a. Vom obrigkeitlichen Stande b. Vom Lehrstande c. Vom Hausstande 264 15. Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten 269 280 287 16. Vom Worte Gottes überhaupt 17. Vom Gesetz und Evangelio 18. Von der heil. Taufe 19. Vom heil. Abendmahl 293 300 315 211 . 218 223 k. Von der Beharrung im Guten 24. Von den besonderen Pflichten gegen Gott: ● . a. Vom Gebet überhaupt. b. Vom Gebet in besonderen Fällen: Seite. 22. Vom Christenthum 23. Von den allgemeinen Pflichten der Christen: a. Von der Ergebung und Aufopferung an Gott 343 b. Von der nöthigen Wahrnehmung der Gnade und der Gnadenzeit. 323 326 327 . 330 348 c. Von der Nachfolge Gottes und Christi . 353 d. Von der geistlichen Wachsamkeit 358 e. Von dem Kampf wider die geistlichen Feinde. 361 f. Von der Verleugnung der Welt und des Irdischen 367 g. Von der Verwahrung des Gewissens 379 h. Von der täglichen Buße 383 i. Vom Wachsthum im Guten . 387. 389 395 . ● aa. Bei Gefahr und zu besorgender Bedrückung der Kirche 407 . 408 bb. Bei mancherlei Strafen Gottes cc. Bei Kriegsgefahr und Kriegsnoth 412 dd. Bei Mißwachs, Theuerung und Hungersnoth 414 Seite. f. Bei Dürre und Nässe und heftigem Ungewitter 419 gg. Bei Seuchen unter Menschen und Vieh c. Vom Lobe Gottes überhaupt. 421 423 d. Vom Lobe Gottes in besonderen Fällen: e. Von der Furcht Gottes f. Von der Liebe zu Gott und Jeſu. aa. Bei Errettung aus mancherlei Nöthen bb. Bei Schenkung der Gesundheit und guter Tage ● cc. Bei Erweisung der Wohlthaten in der Natur g. Vom Vertrauen auf Gott. h. Vom Gehorsam gegen Gott i. Von der Demuth k. Von der Ergebung in den Willen Gottes 1. Von der Zufriedenheit mit Gott . 25. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst: a. Von der rechten Selbsterkenntniß b. Von der erlaubten und unerlaubten Selbstliebe • ● c. Von der Sorge für die Seele. d. Von der Sorge für Leib und Leben und den äußerlichen Wohlstand e. Von dem rechten Gebrauch des Leibes und seiner Gliedmaßen f. Vom rechten Gebrauch der zeitlichen Güter ● ● und Versöhnlichkeit f. Von der Liebe der Feinde ● . · · ● ● . 26. Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten: a. Von der Liebe des Nächsten b. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit c. Von der Wahrheit und Aufrichtigkeit 444 447 450 454 . 464 . 465 . 467 473 494 495 g. Von der Keuschheit und Mäßigkeit 498 h. Von rechter Wahrnehmung des Berufs. 500 i. Von der Genügsamkeit. 502 V . 434 440 482 486 487 . 504 . 508 . 510 d. Von der Barmherzigkeit und Mildthätigkeit. 512 e. Von der Friedfertigkeit, Sanftmuth, Geduld 492 514 . 519 27. Vom Kreuz der Christen . 521 28. Vom Trost der Gerechten . 534 29. Von der zukünftigen Belohnung und Bestrafung. 543 30. Von den vier letzten Dingen: a. Vom Tode. b. Von der Auferstehung c. Vom zukünftigen Gericht d. Von der seligen und unseligen Ewigkeit 547 . 561 . 565 . 568 VI Erster Anhang. Lieder zur besonderen und HausAndacht. 1. Einer obrigkeitlichen Person 2. Eines Predigers 3. Eines Schullehrers 4. Für den Kriegsstand 5. Eines Kaufmannes 6. Eines Handwerksmannes 7. Eines Arbeitsmannes 8. Eines Ackersmannes 9. Für Herrschaften 10. Eines Dienstboten. 11. Reise- Gesänge: . a. Beim Antritt einer Reise b. Bei einer Reise zu Wasser. c. Nach geendigter Reise 12. Fürbitte der Eltern für ihre Kinder 13. Fürbitte der Kinder für ihre Eltern 14. Alter Leute 15. Eines Jünglings 16. Eines jungen Frauenzimmers 17. Einer Wittwe 18. Einer Waise 19. Am Geburtstage 20. Einer Schwangern. 21. Nach glücklicher Entbindung 22. Eines Kranken 23. Eines Sterbenden 24. Eines Vaters beim Tode seiner Kinder 25. Einer Mutter beim Tode ihrer Kinder 26. Eines Missethäters, der Blut vergossen hat Seite. . 576 . 577 . 577 . 578 . 579 . 579 . 580 580 581 . 581 . 582 . 583 584 584 586 . 587 . 587 . 588 . 590 590 591 591 . 592 593 . 593 594 . 595 . 595 Zweiter Anhang. Einige kurze Verse, die beim Beschluß des Gottesdienstes gesungen werden können.. 597 VENTY254 I. Lieder auf gewisse Zeiten. Morgenlieder. 1. ach' auf, mein herz, und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Dem frommen menschenhüter. 7. Die wirst du nicht verschmähen, Du wirst das herz ansehen, Du weißt wol, daß zur gabe Ich ja nichts bessers habe. 2. Als nacht und dunkle schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat satan mein begehret, Gott aber hat's gewehret. 8. Dein werk wollst du vollenden, Und deinen engel senden, Der mich an diesem tage Auf seinen händen trage. 9. Sprich ja zu meinen tha3. Ja, vater, als er suchte, ten, Hilf selbst das beste rathen, Wie er mir schaden möchte, Den anfang, mittel, ende, Ach Lag ich in deinem schooße, Dein Herr, zum besten wende. flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: ruh' nur in frieden, Wir bleiben ungeschieden, Mein find, laß dir nicht grauen, Du sollst die sonne schauen. 5. 10. Mit segen mich beschütte, wort sei meine speise, Bis ich Mein herz sei deine hütte, Dein dich ewig preise. ( 51) Mel. Befiehl du deine vege. Dein wort, Herr, ist geſchehen, Ich kann das licht noch 2. Auf, auf, mein geiſt zu losehen, Von noth bin ich befreiet, Dein schuß hat mich erneuet. macht, Der dich geschützt von oben ben, Besinge Gottes In der vergang'nen nacht. Er war dein schutz im schlummer, Sonst würde manche pein, Sonst würde mancher fummer zu dir gedrungen sein. 6. Du willst ein opfer haben, Hier bring' ich meine gaben, Ich lege dank und lieder Vor deinem throne nieder. 2 Morgenlieder. 2. Dir, dir und deiner güte,| mein beruf mich heißt. Laß mich Ja, dir, mein Gott, allein, Dir in guten tagen Nicht übermüthig will ich im gemüthe Auch singend sein, Und laß mich auch nicht zadankbar sein, Denn du hast mir gen, Dringt gleich ein kreuz herein. mein leben Noch bis hieher verlängt, Du hast mir auch daneben Viel gutes sonst geschenkt. 3. Du schöpfer aller welten, Wie soll ich nach gebühr, Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, Doch nimm dies opfer hin, Nimm hin, was ich dir bringe, Den dir ergeb'nen sinn. 9. Hilf, daß in meinem stande Ich thu', was dir gefällt, Auch laß mich nicht in schande Gerathen vor der welt. Richt', Herr, mein ganzes leben Nach deinem willen ein, Laß auch mein haus daneben Von dir gesegnet sein. 4. Was könnt' ich dir sonst bringen? Ich opfre herz und brust. Von deiner güte singen, Das, das ist meine lust, Herr, laß es dir gefallen, Wie schlecht es immer scheint, Es ist zwar nur 10. Gieb, daß im freuz und glücke Sch christlich leben mag Und täglich mich anschicke Auf meinen letzten tag, Und wenn der wird einbrechen, So gieb, daß ich erfreutVon herzen könnesprechen: Komm, Herr, ich bin bereit!( 42) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. ein fallen, doch iſt es gut gemeint. 3. Ermuntert euch, erquickte 5. Verzeihe mir glieder, Die nacht Die ich bisher verübt, Und die ist jetzt vorbei, Der frohe morgen ich noch empfinde, Weil sie mich zeigt sich wieder, Gott macht auch stets umgiebt. Verzeihe mir, seine güte neu, Sie hat mich und dämpfe Der sünden schnöde in der nacht bedeckt, Sie ist's, luft, Mit der ich täglich kämpfe, die mich zur arbeit weckt. Wie dir, mein Gott, bewußt. 2. Gott sei gelobt, der mich vor schaden Bei meiner ruh' bewahret hat, Und nach dem reichthum seiner gnaden Vergiebet meine missethat. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt, Erwarte, was Gott heute schickt. 6. Erhöre dies mein beten, SchauChristi seelennoth; Er tilgt mein übertreten Durch marter, kreuz und tod. Was Jesus dort empfunden, Versöhnt die missethat, Weil er mit blut und wunden Für mich bezahlet hat. 3. Es müsse mich mein geist 7. Send' auch auf meinen regieren, Er leite mich auf ebner wegen Mir deine engel zu Und bahn, Durch thn will ich mein sprich du stets den segen Zu allem, werk vollführen, In seinem nawas ich thu', Herr, sende du mir men fang ich's an. Sein segen träfte Von deiner himmelshöh', wird mein sonnenschein, Und Daß jegliches geschäfte Erwünscht von statten geh'. seine huld mein schatten sein. 8. Gieb mir vor allen dingen Getrosten muth und geist, Das freudig zu vollbringen, Was 4. Mein helfer, laß mich gnade finden, Dir hab' ich alles heimgestellt, Behüte mich vor allen sünden; Doch, wenn das fleisch Morgenlieder. aus schwachheit fällt, So richte mich durch Jesum auf, Und heil'ge meinen lebenslauf. 5. Weil jeder unsrer lebenstage Auch seine plage mit sich führt, So schaffe, daß ich nicht verzage, Wenn mich auch heut' ein leiden rührt. Deckt mich nur deine gnadenhand, So wird es glücklich abgewandt. 6. Herr, seel' und leib sei dir ergeben, So wird ihr heil gesichert stehn. Und soll denn auch mein kurzes leben Noch diesen tag zu ende gehn, So mache du durch Christi blut Auch meinen letzten abschied gut. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. 4. Mein ein Gott, nun ist es wieder morgen, Die nacht vollendet ihren lauf, Nun wachen alle meine sorgen Auf einmal wieder mit mir auf. Die nacht ist aus, der schlaf dahin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. 3 mich in deine vorsicht ein, Dein will ich todt und lebend sein. 6. Bchüte mir leib, seel' und 7. Ich tröste dessen mich im leben, Verwandte, freunde, hab' glauben: Im glück und unglück und gut. Laß deine huld den bin ich dein, Mich kann aus dei- segen geben, Indem mein fleiß ner hand nichts rauben, Drum das seine thut. Hilf, daß ich soll mein steter wahlspruch sein, alles wohl verricht', Du wirst Der mir im sinn und herzen es thun, ich zweifle nicht.( 103) liegt: Was Gott erwählt, macht mich vergnügt. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo jeder tag sein elend hat, Und wo ich immer älter werdelind häufe sünd' und missethat. Gott, der mich beschützt und nährt, Wär' ich doch deiner liebe werth. 4. Vergieb mir, vater, auch die sünden, Die ich in vor'ger nacht gethan, Und daß ich gnade möge finden, So siehe meinen mittler an; Dann gründest du mein heit und wohl, Dann geh' es, wie es gehen soll. ( 105) 5. Ich dank dir, Gott, durch deinen sohn Mit freudigem gemüthe, Daß diese nacht von deinem thron Mich deckte deine güte. 3. Du giebst mir fraft, jetzt aufzustehen, Regier' mich ferner in der welt. Du weißt, was heute wird geschehen, Mach' alles so, wie dir's gefällt. Schließ' 5. Hilf du in allen sachen rathen, Du weißt, was gut und heilsam ist. Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen trug und list; Hilf gutes schaffen, wo ich fann, So wend' ich diesen tag wohl an. 2. Ich lag in schreckensvoller nacht Mit finsterniß umfangen, Und fühlte meiner sünden macht, Die ich bisher begangen. 3. Drum ruf' ich dich in demuth an, Du wollest mir vergeben All' meine sünd', die ich gethan In meinem ganzen leben. 4. Und wollest mich auch diesen tag Durch deinen schutz bewahren, Daß mich der feind nicht stürzen mag In drohende gefahren. 5. Regiere mich durch deinen geist, Daß ich in fünd' nicht falle, Und wähle stets, was christlich heißt, So lang' ich hier noch walle. 1* 4 Morgenlieder. 6. Denn ich befehle leib und werther als mein leben Ist seel' In deine vaterhände, Und daß mich keine jorge quäl', Herr, deine hülfe sende. deine güte mir. 8. Šie führe mich auch heute Auf jeder tugend pfad, Sie sei es, die mich leite, Gott, nach deinem rath. 7. Auf daß der fürst der bösen welt Nicht anlaß an mir finde, 9. Nur eins laß mich erDenn wo mich deine gnad' nicht hält, Ist er mir zu geschwinde. flehen: Gieb mir ein weises herz, Auf dich, mein Gott, zu sehen In freuden und in schmerz. 8. Herr, ohne dich ist in der noth Der menschen hülf' verloren, Drum steh' mir bei, du treuer Gott, Zur hülf' bist du erforen. 9. Gott in der höh' sei hoch gepreist, Gott vater sammt dem sohne, Mit beiden gleich der heil'ge geist, Der herrscht im himmelsthrone. ( 111) Mel. Christus ist mir das leben. och läßt der Herr mich leben. Mit fröhlichem gemüth Eil' ich, ihn zu erheben, Er hört mein frühes lied. 6. 2. Zu ihm entzückt mich wieder Der falle vor ihm nieder, Der fie und 10. Daß ich am ersten trachte Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen beifall achte, Als allen ruhm der welt. 11. Daß ich dir innig traue, Das gute standhaft thu', Und froh gen himmel schaue, Denk: Herr, mich sieheſt du. 12. Bereit, den lauf zu schlieBen Auf deinen wink, o Gott, Und lauter im gewissen: So ( 101) finde mich der tod. Mel. 5. So will ich dir lobsingen, Mich deines namens freu'n, Nach deiner gnade ringen, Mein ganzes herz dir weih'n. 6. tilger meiner sünden, Mein mittler, Jesu Christ! Laß mich den trost empfinden, Daß Gott versöhnet ist. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 7. mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten, mir den gnadenbund, Daß dieDu nimmst dich meiner an; ser angefang'ne tag In dir geWie soll ich dir vergelten, Wassegnet heißen mag. du an mir gethan. 2. Die nacht war mir als 4. Wirst du nach opfern wie der tag, Weil ich beschützt schauen? Sie gelten nichts vor und sicher lag. Ach stehe mir dir, Du forderst nur vertrauen Nur liebe, Gott, von mir. mit gnaden bei, Daß mir der tag nicht finster fei. 3. Laß mich in deinem lichte stehn, Kein werk der finsterniß begehn, Gieb mir ein dir ergeb'nes herz, Daß ich nie deine huld verscherz'. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir, Viel Meino mund, Erneu're Gott, erwecke herz und 4. Dein auge sieht mich, wo ich bin, Dein ohr hört aller orten hin, Du wirst von allem richter sein, Das binde mir zur warnung ein. 5 hort, Nirgends, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen leib und meine seele Sammt den sinnen und verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke hand. Herr, mein schild, mein ehr' und träglich sein. Ein blick von ruhm, Nimm mich auf, dein deiner gnade macht, Daß auch eigenthum. mein herz in trübsal lacht. 6. Dringt auch ein freuz zu mir herein, So laß es nur er7. So geh' ich freudig zum beruf. Gott, der die welt und mich erschuf, Wird kraft von oben mir verleihn, Der anfang und das ende sein.( 134) Morgenlieder. 5. Weil du der brunn der gnaden bist, Aus welchem alles gute fließt, So schaffe du, mein Gott, in mir, Daß ich den lauf mit freuden führ'. 8. Gott des himmels und Mel. O heil'ger geift! kehr' bei der john ein. und heil'ger geiſt, Der du tag 9 Dich ſeh' ich wieder, mornacht genlicht, mich der edeln pflicht, Dem höchsten lob zu singen. Mit luft soll meine scele dir Für alle wohlthat, die du mir Erzeigst, ein opfer bringen. Heilig, Freudig, Rührt auf's neue deine treue im gemüthe Mich durch deine gnad' und güte. und mond uns scheinen heißt, Dessen starke hand die welt Und was drinnen iſt, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Haft behütet und bewacht, Daß des bösen feindes list Mein nicht mächtig worden ist. 7. Deinen engel zu mir sende, Der des bösen feindes macht, List und anschläg' von mir wende, Und mich halt' in guter acht, Der auch endlich mich zur ruh' Trage nach dem himmel zu.( 3) 3. Laß die nacht auch meiner sünden Jetzt mit dieser nacht vergehn. Herr Jesu, laß mich finden Deine wunden offen stehn, Da allein trost, hülf' und rath Ist für meine miſsethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem morgen Geistig auferstehen mag, Und für meine seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer tag Uns erscheint und dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär' ich, wenn du, vater, dich Mir hülfreich nicht bewiesen! Zu meinem leben setzeſt du Jetzt einen neuen tag hinzu, Sei hoch dafür gepriesen. Durch dich Bin ich, Und ich merke neue stärke, dich erhebe Meine zunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der lieb' und macht, Daß sünd' und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe, Daß ich die kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit Zu müßen mich bemühe. Bin ich Traurig, Dann erscheine du, dem keine meiner sorgen, 5. Führe mich, o Herr, und Leite Meinen gang nach deinem wort, Sei und bleibe du auch heute Mein beschirmer und mein Auch die kleinste nicht, verborgen. 6 Morgenlieder. 4. Ich bin ein christ, o Herr,| kraft, Der alles gute schafft, Daß verleih', Daß ich des namens ich heut' deinen willen In allem würdig sei, Mein ruhm sei deine gnade; Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaf; erhalte mich, Mein hirt, auf deinem pfade. Stärk' mich, Daß ich Stets mich übe, deine liebe zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt will ich mit heiligen gedanken mich Zu dir, mein Gott, erheben Im dunkeln thale wall' ich bier, Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern eben Auf dich Hoff' ich, Herr, ich werde von der erde gerne scheiden, Nimm mich auf zu deinen freuden.( 101) mög' erfüllen, Nur nach der tugend strebe Und nicht in sünden lebe. 6. Nimm weg den unverstand Von mir durch deine hand, Daß ich auf deinen wegen Durch deines geistes segen Aufrichtig vor dir wandle Und christlich denk' und handle. 7. Ach, unterrichte mich, Herr Jesu, ohne dich Und deines geistes gaben Ist alles, was wir haben, Nur finsterniß; drum lchre Und rede, Herr, ich höre. 8. Eröffne herz und sinn, Daß sie sich immer hin zu dir und zu den lehren Der wahren weisheit fehren, Daß sich mein thun und tichten Nach deinem Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 10. Lob und danksag'ich dir, willen richten. Du wirkst es selbst in mir, Und schaffst, Herr, aus der höhe, Daß ich gesund auf stehe. Durch deine gnadenwerke Bist du, Gott, meine stärke. 2. Daß mich in dieser nacht Des argen feindes macht Nicht Nicht in gefahr getrieben, Das iſt, o Gott 11. will ich dich loben, n dieser morgenstund' der frommen, Von deiner macht gekommen. Gott, mein vater, in dem himmel droben, Für deine gnade, die du mir erwiesen, Sei stets gepriesen. 3. Ach nimm doch, nimm dich doch Auch meiner ferner noch In gnaden an und hüte, Du unerschöpfte güte, Daß mich kein unfall rühre Und keine lust verführe. 2. Du hast an's tageslicht mich lassen kommen, Auch durch die tauf' in dein reich aufgenommen, Und läsfest mich durch Christum aller sünden Vergebung finden. 4. Wenn teufel, sünd' und welt, Mir tausend nebe stellt, So laß mich, zu entrinnen, Durch dich, Herr, kraft gewinnen. Laß deine gnade scheinen Mir selbst und auch den meinen. 3. Du hast mir auch den heil'gen geist gegeben, Daß er mich lehr' und führ' in meinem leben, Damit ich lerne, nur auf dich zu schauen, Dir zu vertrauen. 5. Gieb durch des geistes 9.O großer Gott, gieb du Auch meiner seele ruh' Und laß von deinen gaben mich allen reichthum haben. Beschüße, segne, lehre, Erhalte, nähre, mehre.( 140) Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. Morgenlieder. 7 4. Du hast mich all'zeit väter13. So bin ich dann an leib lich ernähret, Was ich bedurft, und seel' genesen Und auf der welt aus gnaden mir bescheeret, Hast beglückt genug gewesen, Dort mich, wenn noth und unglück mich habe ich das rechte kleinod funberühret, Bald ausgeführet. den, Hier überwunden. 5. Jetzt hast du auch durch deine engelschaaren In dieser nacht mich lassen wohl bewahren, Daß mich darin fein unfall hat erschrecket, Noch aufgewecket. 14. Das hilf mir, vater, der du mit dem sohne Und heil'gen geist regierst auf einem throne. Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, Ja werd' gewähret. ( 53) 6. Herr, mit meinem munde und gemüthe Erzähl' und rühm' ich solche große güte; Ach könnte doch mein herz dir dank beweisen, Dich würdig preisen. 12. heilige dreieinigkeit, Unendlich groß von 7. Ich bitte dich, du wollest herrlichkeit, Gott, vater, sohn ferner walten Und mich auch und heil'ger geist, Heut' diesen heute diesen tag erhalten, Daß satans macht und list und arge tücke Mich nicht berücke. tag mir beistand leist'. 2. Leib, seele, ehr' und gut bewahr', Daß mir fein böses widerfahr', Und mich der satan nicht verley, Noch mich in schand' und schaden setz'. 3. Des vaters gnade mich anblick', Des sohnes liebe mich erquick, Des heil'gen geiſtes glanz und schein Dring' in mein finstres herz hinein. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 8. Hilf, daß ich sei nach art der frommen christen Rein von der welt und ihren schnöden lüsten, Daß ich auch meinen eignen bösen willen Nie mög' erfüllen. 9. Herr, laß in deinen schutz sein eingeschlossen Leib, seele, freunde, finder, hausgenossen Und was ich sonst durch deine milde gabe Auf erden habe. 10. Die obrigkeit erhalt' bei gutem stande, Gieb friede, glück und heil im ganzen lande, Behüt' uns allesammt, o Herr, aus 5. Herr, segne und behüte gnaden Vor schand' und schaden. mich! Herr, mich erleuchte 11. Auch woll'st du mich an gnädiglich! Herr, heb' auf mich diesem tage stärken Durch deine bein angesicht und deinen friekraft in den berufeswerken, Auf den auf mich richt'. ( 53) daß ich möge in denselben allen Dir wohlgefallen. 4. Mein schöpfer, steh' mir fräftig bei, Mein heiland, mache du mich frei; O tröster, weiche nicht von mir, Mein herz mit deinen gaben zier'. 13. Fren' dich sehr, o meine 12. Zuletzt verleih', wenn ich seele, geiſt Herz nach diesen leiden Früh oder erhebe dich Und des Herren spät soll von der welt abscheiden, lob erzähle, Daß er dich so väterDaß ich auf Christi tod mag fröhlich Diese ganze nacht bedeckt, lich sterben, Den himmel erben. Daß dich satan nicht erschreckt, 8 Morgenlieder. Auch vor leid und vor betrüben| kommen, Die von noth und von Du so wohl bewahrt geblieben. gefahr Und von ihres jammers 2. Was für dank soll ich dir pein Suchen frei und los zu geben, Vater der barmherzigkeit, sein, Laß erfahren deine güte, Daß du für mein armes leben Und uns allesammt behüte. Gorgest heut' und allezeit, Daß 8. Allen wittwen, franken, waimich deiner engel wacht Auch sen, Denen, die ein unfall plagt, die abgewich'ne nacht Hat be- Denen, welche sind auf reisen, schüßet, daß die sonne Ich er- Sei dein schutz, Herr, unverblick mit freud' und wonne. sagt. Stehe allen blöden bei, 3. Nun, ach höchster, deine gnade Sei auch diesen tag mit mir, Daß nicht leid, gefahr und schade Mich den ganzen tag berühr'. Schüße mich durch deine hand, Mache fernerhin bekannt, Daß, die auf dich, Herr, vertrauen, Auf den rechten edstein bauen. 9. Laß mich allzeit sein beflissen, Daß ich vor dir und der welt Glauben hab' und gut gewissen, Und wenn dieser bau zerfällt, Wenn der tod sein erb' 4. Hab' ich dich nicht recht und recht Sucht an deinem geliebet, Und mit meiner misse- armen knecht: Dann laß mich that Dich, mein frommer Gott, für meine sünden Trost in Jesu betrübet, Ach so bitte ich um wunden finden. gnad', Komm' in tieffter reu' und leid Hier in dieser gnadenzeit Vor dein angesicht und flehe: ( 85) Hilf mir, daß ich nicht vergehe! 5. Daß dein schirm bei allen sei, Die dich, lieber vater, kennen Und nach deinem sohn sich nennen. 7. Sei auch gnädig allen frommen, Schüße deine christenschaar, Und die dürftig vor dich Mel. Ich dank' dir, Gott, durch deinen sohn. 14. Mein erst geſchäft ſei und werden, Herr, durch deinen guten geist, Leite mich auf dieser erden, Daß ich suche allermeist Zu gefallen dir, mein hort, Auch so leb' an allem ort, Daß ich endlich auch im sterben Deine freude mög' ererben. 6. Was ich aber soll verrichten Mit gedanken, wort und werk Zur erfüllung meiner pflichten, Dazu gieb mir kraft und stärk'. Steh mir bei in aller noth, Hilf im leben, hilf im tod, 4. Wer lehrt das auge seine Laß mich nimmer irre gehen, pflicht, Sich sicher zu bedecken, Noch auf bösen wegen stehen. Wer ruft sodann des tages licht, Die seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der welt, Und dein ist unser Gott preise, meine seele, Ihm bringe deinen Lobgefang, Der seinen ruhm erzähle. 2. Mich selbst zu schützen ohne macht Lag ich und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht Und ruhe für die müden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren, Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Wer schützt mich vor gefahren. Morgenlieder. ieben; Du bist es, der es uns erhält, Und jetzt mir neu gegeben. 6. Gelobet sei'st du, Gott der macht, Gelobt sei deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tages freue. 7. Laß deinen segen auf mir ruh'n, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine feele. Sei mir ein retter in gefahr, Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir cin herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb' und ruhe, Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als cin getreuer knecht Nach deinem reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine gnade lebe. 11. Daß ich, dem nächsten bezustehn, Nie fleiß und arbeit scheu, Mich gern an andrer wohlergehn Und ihrer tugend freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. ( 49) Mel. Auf, auf, ihr reichsgenossen 15. Duol dir, es morgens erste Gott, heilig sein. Das herz stimmt mit dem munde zu lobgesängen ein. Ob ich dein lob hier schon Mit schwachen lippen lalle, Weiß ich doch, cs gefalle Dir, Herr, durch deinen sohn. 2. Es hat mich deine gnade In 9 dieser nacht bedeckt, Mich hat kein schmerz noch schade Mitschrecken aufgeweckt. Der schlaf hat mich erquickt, Daß nun mit frischen fräften Zu des beruss geschäften Mein geist sich freudig schickt 3. Gott, auch mit diesen tage Wird deine gnade neu. Noch leb' ich, rühm' und sage: Groß, groß, ist deine treu', Doch drücket mich die schuld von meinen vielen sünden. Ach laß mi- h gnade finden Und hab' mit mir geduld. 4. Beschirme mich auch heute, Wenn satan nezze legt. Hilf daß ich muthig streite, Wenn sich die sünde regt, Daß ich den ganzen tag Vor deinen augen wandle, Nicht blos vernünftig handle, Nein christlich leben mag. 5. Fromm laß mich, doch gesellig, Klug, doch von seischheit rein, Freimüthig, doch gefällig Und stark zur tugend sein, Auch) standhaft in der noth, Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor Gott. 6. Leib, feele, gut und leben Sei, da du es bescheert, In deine hut ergeben, Die allem schaden wehrt, Dein segen kröne mich, Auch meine anverwandte preif' ich findlich dich. Und freunde und bekannte, So 7. Nun, Herr, in deinem namenSchließ' ich mein morgenlied, Und sage freudig amen, und bin hierauf bemüht, Mein werk mit fleiß und muth Und treue zu verrichten. Wohl dem, der seinepflichten Nach deinem willen thut.(?) 10 Tischlieder. 16. t Mel. Freu' dich sehr, o meine seele.| Gott zu loben;:: Sein lob ist liebroßer Gott, wir ar- lich und schön anzuhören. Lobet me fünder Bitten den Herren! Lobet den Herren! dich aus herzensgrund: Sieh' 2. Singt gegen einander:: auf uns, als deine finder, Dem Herren mit danken! Lobt Speise uns zu dieser stund', ihn mit harfen, Unsern Gott, Gieb uns unser täglich brod, den werthen;:: Denn er ist Immer ohne sünd' und noth, mächtig und von großer güte. Segne solches und verleihe, Lobet den Herren! Lobet den Daß es uns auch wohl gedeihe. Herren! 3. Er fann den himmel:: 2. Laß uns ja nicht sein vermessen, Liebster vater, Herr und Gott, In dem wohlstand zu vergessen Deiner worte und gebot. Gieb uns allen ferner auch Rechten christlichen gebrauch Dessen, was du wirst bescheeren, Väterlich uns zu ernähren. Mit wolken bedecken Und giebt den regen, Wenn er will, auf erden,:: Er läßt gras wachsen hoch auf dürren bergen. Lobet den Herren! Lobet den Herren! 4. Der allem fleische:: Giebet seine speise, Dem vieh sein futter, 3. Lehr' uns deine gab' erfen- Väterlicher weise,:,: Den jungen nen, Daß wir, großer schöpfer, raben, die um speise rufen. Lobet Lobet den dich Kindlich unsern vater nennen, Der du hast so väterlich Unsre wohlfahrt festgeſtellt, Da dein arm uns noch erhält, und in diesem ganzen leben Reiche wohlthat hast gegeben. 5. Lust hat er nimmer:: An der stärk' des rosses, Noch wohlgefallen An jemandes beinen.:: Nein, ihm gefallen nur, die auf ihn trauen. Lobet den Herren! Lobet den Herren! 4. Nun wohlan, auf deine 6. Danket dem Herren, güte Nehmen wir, was du be- Dem schöpfer der dinge. Der cheert. Segne, vater, und verhüte brumm des lebens Muß von ihm Alles, was den geist beschwert; entspringen,:,: Von seinem willen Und wenn nun der leib erquickt und gar treuen herzen. Lobet Und zur arbeit ist geschickt, Laß den Herren! Lobet den Herren! uns unter heil'gem flehen Zu 7. O Jesu Christe!:: Sohn beruf und arbeit gehen.(?) des allerhöchsten! Gieb du die gnade Allen frommen christen,:,: :: Daß sie dein'n namen ewig Denneristsehrfreund preisen, amen. Lobet den Herlich, Es ist sehr föstlich, Unsernren! Lobet den Herren!( 143) 17. Lobet obet den Herren, Tischlieder. Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. 18. Lobt und erhebt mit freudigem gemüthe Des großen Gottes reiche vatergüte, Sie ist es, die den tisch so wohl besetzet Und uns ergößet. 2. Er suchet uns so väterlich zu nähren, Wie sollte das nicht unsre hoffnung mehren, Daß wir nach wunsch auch seines geistes gaben Jetzt von ihm haben? 3. Ja, diese werden uns im glauben gründen, Das herz mit liebe gegen Gott entzünden, Daß wir in andacht mit gebet und fingen Uns zu ihm schwingen. 4. Sie werden uns durch fraft der gnade stärken, Sm glauben und in allen guten werken. Dann werden wir aus liebe uns der armen Auch schon erbarmen. 11 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. Gott, von dem wir 19. alles haben, Die welt ist ein sehr großes haus, Du aber theilest deine gaben, Als Vater deinen findern aus. Dein segen macht uns alle reich, Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 5. Gottselig werden wir den wandel führen, Mit tren' und demuth unsre werke zieren, Und immer mehr der fünd' und welt absterben, Als Gottes erben. 2. Wer kann die menschen alle zählen, Die stets bei dir zu tische gehn? Doch muß die nothdurft keinem fehlen, Denn du weißt allen vorzustehn, Und gern giebt deine vaterhand Die nahrung für ein jedes land. 3. Du machst, daß man auf hoffnung säet Und endlich auch der frucht genießt. Der wind, der durch die felder wehet, Die wolke, so das land begießt, Des himmels thau, der sonnenstrahl Sind deine diener allzumal. 4. Und also wächst des menschen speise, Der acker selbſt reicht ihm das brod, Es mehret sich vielfält'ger weise, Was anfangs schien, als wär' es todt, Und in der ernte nehmen wir Des segens überfluß von dir. 6. So können wir, bis wir das leben schließen, Den frieden Got5. Was soll man hier zuerst tes schon allhie genießen und bedenken? Herr, deiner wunder werden einst, von Gott selbst auf- find zu viel, So viel als du genommen, Zur freude kommen. fann niemand schenken, Und 7. Die er bereitet denen, die dein erbarmen hat kein ziel; ihn lieben, Die er uns selbst Denn immer wird uns mehr durch Christi blut verschrieben, bescheert, Als wir zusammen Darauf wir einzig und allein alle werth. vertrauen, Voll hoffnung bauen. 6. Wir wollen dieses nie ver8. Nun dich, Gott vater, gessen, Und dir ein täglich danksohn und geist dort oben, Soll lied weihn, Ein jeder bissen, den unser herz und seele freudig wir essen, Soll deines segens loben. Ja dir, dreiein'ger Gott ,, denfiol sein, Und unsers hersei lob gesungen Mit unsern zens preis und dank Soll dich ( 103) ( 169) erheben lebenslang. zungen. 12 Tischlieder. Mel. Wach' auf, mein herz, und singe. 2. Und hätten wir's genommen In einem übermaß, Und möchte daher kommen Gott 20. № un laßt uns Gott, dem Herren, Dank- dein gerechter haß, So woll'st sagen und ihn ehren Für alle du es aus gnaden Uns, Herr, seine gaben, Die wir empfangen haben. nicht lassen schaden Durch Christum, deinen sohn. 2. Den leib, die feel', das leben Hat er allein gegeben; Dieselben zu bewahren, Wird er den fleiß nicht sparen. 3. Nahrung giebt er dem leibe, Schafft, daß die seel' doch bleibe, Wiewohl tödtlichewunden Sind kommen von den sünden. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Und der ist selbst das leben. Christus, für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. 5. Sein wort, auch tauf' und nachtmahl Dient wider allen unfall. Sein geist lehrt voll vertrauen Auf ihn, den fels, zu bauen. 3. Auch woll'st du all'zeit nähren Uns, Herr, an seel' und geist, Zu Christo uns bekehren, Daß wir mit ihm gespeist, Den seelenhungermeiden, Starfseinin allen leiden Und leben ewiglich. 4. O vater aller frommen, Geheiligt werd' dein nam'; Laß dein reich zu uns kommen; Dein wille mach' uns zahm; Gieb brod, vergieb die fünde; Kein arg's das herz entzünde, Lös' uns aus aller noth.( 143 u. 116) Mel. Nun freut euch lieben christen gemein. 22. Nun ist die mahlzeit 6. Durch ihn ist uns verschon vollbracht; geben Die fünd', geschenkt das Hilf, daß wir nie vergessen, leben, Im himmel soll'n wir ha- Gott, wie du alles wohl gemacht ben, Gott, wie große gaben. Und jedem zugemessen, Was ihm 7. Wir bitten deine güte, von dir beschieden war. Du reiDaß sie uns stets behüte, Die chest uns voll güte dar, Was großen mit den kleinen; Du unsern leib ernähret. fannst's nicht böse meinen. 21. He err Gott, nun sei gepreiset, Dir sei lob, ehr' und dank. Du hast uns gut's beweiset, Gegeben speis' und trank, Dein mildes herz zu merken, Den glauben selbst zu stärken, Daß du sei'st unser Gott. 2. Wie groß ist deine freund8. Erhalt' uns in der wahrlichkeit, Wie herrlich deine güte, heit, Gieb ewigliche freiheit Zu Die uns versorgt zu jederzeit preisen deinen namen Durch Am leibe und gemüthe. Du Jesum Christum. Amen.( 67) lebensfreund, du menſchenluſt, Hast für uns alle rath gewußt Und uns sehr wohl gelabet. 3. Des himmels fenster öffnest du Und schenkest milden regen. Du schleuß'st die erde auf und zu Und giebst uns deinen segen. Die kost ist da auf dein geheiß: Wen sollte dies zu deinem preis, O vater, nicht bewegen? Abendlieder. 13 6. Vergieb uns unsre missethat Und gieb, was wir begehren, Schaff' uns, o vater, ferner rath, Daß wir uns ehrlich nähren. Verleihe fünftig gute zeit, Glück, nahrung, fried' und einigkeit, Gesundheit, heil und segen. 7. Laß endlich uns voll herrlen wir, Wie liebe finder müs- lichkeit Am tisch des lammes effent, sen, Von ganzer seele danken dir, Da uns, was leib und seel' erDa wir die mahlzeit schließen. freut, Wird reichlich zugemessen. Hör' unser dank- und lobgedicht, Da schmeckt man deine freundStreuer Gott, verschmäh' es lichkeit, Da wollen wir in ewignicht, Und laß es dir gefallen. feit Dich mit den engeln preisen. ( 118) 4. Dem viehe giebst du futter satt Und speisest auch die raben, Wenn sie noch bloß, jung, schwach und matt Annahrung mangel haben. Herr, du thust auf die milde hand Und sättigest das ganze land Mit großem wohlgefallen. 5. Für solche wohlthat wolAbendlieder. err Christ, du bist aller noth Durch deine wundas wahre licht, den, kreuz und tod. 23. He Entzieh' uns deine gnade nicht. Du bist des Vaters heller glanz, Lehr' uns den weg der wahrheit ganz. 2. Wir bitten: deine Gottesmacht Behüt' uns, Herr, in dieser nacht. Bewahr' uns doch vor allem leid, Gott, vater der barmherzigkeit. 6. Gedenk' der schweren zeit, Herr Christ, Darin der leib gefangen ist. Die seele selbst, durch dich erlöst, Stärk', o Herr Jesu, und sie tröst'. 7. Gott vater sei lob, ehr' und preis und seinem sohne gleicher weis'; Des heil'gen geistes gütigkeit Sei hochgelobt in ( 97) 3. Vertreib' den sündenschlaf, ewigkeit Herr Christ, Daß uns nicht schad' des feindes list, Das Fleisch auch rein und züchtig sei, Mel. Kommst du, kommst du, licht der heiden. So find wir mancher sorgen frei. 24. Ach mein Jefu, sieh', 4. So schlafen unsre augen schon der tag geneigt. Und die ein, Nur laß die herzen wacker finsterniß sich zeigt, Hin zu deisein, Deck uns mit deiner rech- nem thron und betc. Neige du ten hand Und lös' uns von der selbst zu dir hin Herz und seele, sünden band. muth und sinn. 5. Mit hülfe sei uns stets bereit, Beschirmer deiner christen2. Meine tage gehn geschwinde Wie cin pfeil zur evigkeit, Und heit. Hilf uns, Herr Gott, aus die allerlängste zeit Eilt dahin Abendlieder. 14 wie schnelle winde, Fleußt dahin gleich einem fluß, Gleich dem schnellsten wasserguß. 3. Únd, mein Jesu, sich, ich armer Nehme dies nicht stets in acht, Daß ich dich bei tag und nacht Herzlich suchte, mein erbarmer; Mancher tag geht so dahin, Daß ich nicht recht wachsam bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst, du schützest mich Tag und nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich dir für deine treu'Recht von herzen dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit verlangen, mein seelenfreund, zu dir, Neige du dein licht zu mir, Da des tages licht vergangen, Sei du selbst mein sonnenlicht, Das durch alles finstre bricht. 6. Laß mich meine tage zählen, Die du mir noch gönnen willt. Mit dir sei mein herz erfüllt, So wird mir nichts können fehlen. Bist du, Herr, mir tag und licht, Schreckt auch selbst die nacht mich nicht. 2. Ihr hellen sterne, leuchtet wohl Und glänzt mit licht und strahlen, Ihr macht die nacht des lichtes voll, Doch viel, zu tausendmalen, Scheint heller, der mich ganz Erfüllt mit seinem glanz, Mein Jesus, meiner feelen ruhm, Mein schutz und schatz, mein eigenthum. 3. Der schlaf herrscht in der dunkeln nacht Bei menschen und bei thieren, Doch einer ist, der oben wacht, Bei dem kein schlaf zu spüren. Dein aug', auf mich gericht't, O Jesu, schlummert nicht. wachte, wachte doch O mit dir Zum wenigsten mein herz in mir. 4. Verschmähe nicht dies schlechte lied, Das ich dir, Jesu, singe, Hat doch mein herz nicht eher fried', Bis ich es zu dir bringe; Ach nimm es gnädig an. Ich bringe, was ich kann, Und du verschmähst, o lebensfürst, Gewiß fein herz, das nach dir dürft't. 5. Mit dir will ich zu bette 7. Nun, mein theurer hei- gehn, Dir will ich mich befehland, wache, Wache du in die len; Du wirst, mein schutzherr, ser nacht, Daß mich morgen auf mich sehn Und rathen meideine macht mit dem tage mun- ner seclen. Was fürcht' ich noth ter mache. Schläft der müde und tod, Du bist mein Herr leib gleich ein, Laß den geist und Bott; Drum sollt' es auch doch wachsam sein.( 132) zum sterben gehn, Werd' ich doch freudig auferstehn. 25. Der lieben pracht wat cuch. Hier habt ihr nichts zu jonne licht 6. Ihr feinde flieht, entfernet und nun den tag vollführet. Es schaffen! Dies haus gehört in nahet sich die dunkle nacht, Jesu reich, Er heißt es sicher Thu' seel', was dir gebühret, schlafen, Und seiner engel macht Tritt hin vor Gottes thron, Sält es in guter acht, Ihr Verehre ihn im sohn, Und heer und lager deckt es zu Und richte augen, herz und sinn Auf sichert seine stille ruh. ihn, den Gott der ehren, hin. 7. So schlaf' ich denn nun Abendlieder. ruhig ein, Mein heil, in deinen armen; Dein' aufsicht soll die decke sein, Mein lager dein erbarmen, Mein fissen deine brust, Mein traum die süße lust, Die mir aus deinen wunden fließt Und sich in meine seele gießt. 8. So oft des nachts mein' ader schlägt, Soll dich mein geist umfangen. So vielmal sich mein herz bewegt, Soll dies sein mein verlangen, Daß ich mit lautem schall Mög' rufen überall: D, Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich bin auch und bleibe dein. 15 zieh' ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Den rock der ehr' und herrlichkeit. 5. Das haupt, die füß' und hände Sind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden Vom elend dieser erden Und von der sünden arbeit frei. 9. Nun, matter leib, schick' dich zur ruh' Und schlafe sanft und stille, Ihr müden augen schließt euch zu, Denn das ist Gottes wille; Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der schluß recht wohl gemacht. Gieb, Jesu, eine gute nacht.( 51) 6. Nun geht, ihr matten glieder, Geht hin und legt euch nieder, Genießt des bettes ruh'. Doch wißt, es kommen zeiten, Die euch kein bett bereiten, Da deckt euch falte erde zu. 7. Mein' augen stehn verdrossen, Und bald sind sie geschlossen, Wo bleibt dann leib und seel'? Herr, nimm sie auf in gnaden, Sei gut vor allem schaden, Du hirt und wächter Israel. 26. un ruhen alle wäl8. Breit' aus die flügel beide, Jesu, meine freude, Und nimm dein füchlein ein. Will satan mich verschlingen, So laß die engel singen: Dies find soll unverleget sein. der, Vieh, menschen, städt' und felder, Es schläft die müde welt; Ihr aber, meine finnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem schöpfer wohlgefällt. 9. Auch euch, ihr meine lieben, Euch müsse nicht betrüben Ein unfall noch gefahr; Gott laß 2. Wo bist du, sonne, blieben? euch ruhig schlafen, Stell' euch Die nacht hat dich vertrieben, die güld'nen waffen Um's bett Die nacht, des tages feind. durch seiner engel schaar.( 51) Fahr' hin, ein' andre sonne, Mein Jesus, meine wonne, Gar hell in meinem herzen scheint. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 3. Der tag ist nun vergangen, 27 Unire müden augenDie Am blauen himmelssaal: Also jetzt schläfrig zu, Und des leiwerd' ich auch stehen, Wenn bes matte glieder Sehnen sich mich wird heißen gehen Mein nach ihrer ruh', Da die dunkle Gott aus diesem jammerthal. finstre nacht, Die des hellen tages pracht Unserm auge nun verstecket, Uns mit ihrem schatten decket. 4. Der leib eilt nun zur ruhe, Legt ab das kleid und schuhe, Das bild der sterblichkeit, Die 14 wi hu de ac HOTEL MEER no D 55566 1982 16 Abendlieder. 2. Ach bedenk', ch' du gehst uns bescheert, Und vergieb uns schlafen, Du, o meines leibes unsre schuld, Schenk' uns deine gast, Ob du den, der dich er- gnad' und huld, Laß uns nicht schaffen, Heute nicht erzürnet versuchung tödten, Hilf uns, hast. Thu', ach thu' bei zeiten Herr, aus allen nöthen.( 42) buß', Eile, falle Gott zu fuß', Bitte er aus Dich der strafe woll' entladen. 28. leben Aufs neue mir Mel. Nun ruhen alle wälder. err, du hast heil und 5 gegeben, Dich bet' ich findlich an. Ich bin viel zu geringe Der treue, die ich singe, Und die du heut' an mir gethan. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, Daß ich diesen tag vollbracht Anders, als du mir befohlen, Ja, ich habe nicht bedacht Meines amtes ziel und zweck, Habe deinen guten weg Sträflich, o mein Gott, verlassen, Bin gefolgt der breiten straßen. 4. Ach, Herr, laß mich gnad' erlangen, Gieb mir nicht verdien ten lohn, Laß mich deine huld umfangen, Sieh' an deinen lieben sohn, Der für mich genug gethan, Vater, nimm den bürgen an, Dieser hat für mich erduldet, Was mein' unart hat verschuldet. 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner güte, Ich freue mich in dir, Du giebst mir fraft und stärke, Gedeihn zu meinem werfe Und schaffst ein reines herz in mir. 5. Deffne deiner güte fenster, Sende deine wach' herab, Daß nicht höllische gespenster, Nicht des todes finstres grab, Nicht das unheil, so bei nacht Uns nur zu verderben tracht't, Mich voll furcht und angst erwecke, Noch ein böser traum mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanten, In dir schlaf' ich sanft und wohl. Gieb mir heilige gedanken, Und bin ich gleich schlafes voll, So laß doch den geist in mir Zu dir wachen für 3. Gott, welche ruh' der seelen, Nach deines wort's befehlen Einher im leben gehn, Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen und dort der preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Zu dir, o Gott, mein heil. Bin ich der schuld entladen Und nur bei dir in gnaden, So ist im himmel auch mein theil. 5. Bedeckt mit deinem segen Eil' ich der ruh' entgegen. Dein name sei gepreist! Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl' ich, vater, meinen geist. ( 118) und für, Bis die morgenröth 29 Merde munter, wein Da bett aufstehet. gemüthe! Und ihr finnen geht herfür, Daß ihr 7. Vater droben in der höhe, preiset Gottes güte, Die er Dein nam' sei uns theu'r und heute that an mir, Da er mich werth, Dein reich komm', dein den ganzen tag Vor so mancher will' geschehe, Unser brod werd' schweren plag', Vor des satans Abendlieder. macht, zu schaden, hat beschüßt mit großen gnaden. 2. Lob und dank sei dir gefungen, Vater der barmherzigfeit, Daß mein werk durch dich gelungen, Daß du mich vor allem leid Und vor sünden mancher art Hast so gnädiglich bewahrt, Auch den feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine flugheit fann erreichen Deine güt' und wunder that; Es hat gar nicht seines gleichen, Was dein arm verrichtet hat. Deiner wohlthat ist zu viel, Sie hat weder maß noch ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein unfall mich berühret. 17 als die sünde, Die ich noch in mir empfinde. 7. O du licht der frommen seelen, du glanz der ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Hilf, Herr, ich vertraue dir, Und damit mich nichts betrübe, Tröste mich mit deiner liebe. 8. Vor des satans list und neßen, Vor der macht der finsterniß, Die mit tücken an mich setzen, Hält mich deine hand gewiß. Laß mich dich, o wahres licht, Auch im schlaf verlieren nicht. Hab' ich dich nur, Herr, im herzen, Fühl' ich nicht der seele schmerzen. 9. Wenn des tages werke 4. Dieser tag ist nun ver- machen, Daß die augen schlagangen Und die finst're nacht fen ein, Laß mein Herz doch bricht an. Hin ist jetzt der bei'm erwachen Stets zu dir sonne prangen, Das uns sonst gerichtet sein. Meine seele ſei erfreuen kann. Stehe mir, o in mir, Selbst im traum, Herr, vater, bei, Daß dein glanz voll von dir, Daß mich gar stets um mich sei, Und durch nichts von dir treibe, Und ich deine gnadenblicke Sich mein dein auch schlafend bleibe. mattes herz erquicke. 5. Herr, verzeihe mir aus gnaden Alle sünd' und missethat, Die mein armes herz beladen Und so sehr verderbet hat, Daß mich furcht und scham bedeckt Und verdiente strafe schreckt; Aber, Herr, du fannst mich retten, Strafe nicht mein übertreten. 10. Laß mich diese nacht empfinden Eine sanfte, süße ruh'; Alles übel laß verschwinden, Decke mich mit segen zu. Leib and seele, sinn und muth, All' die meinen, hab' und gut, Freunde, feinde, hausgenossen Sei'n in deinen schutz geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor schrecken, Schüße mich vor über6. Bin ich gleich von dir ge- fall, Laß mich krankheit nicht wichen, Stell' ich mich doch aufwecken, Treibe weg des wieder ein; Denn uns hat dein frieges schall, Wend' ab feu'r sohn verglichen Durch sein' angst und wassersnoth, Pest und und todespein. Ich verleugne bösen schnellen tod; Laß mich nicht die schuld, Aber deine nicht in fünden sterben, Noch an gnad' und huld Ist viel größer seel' und leib verderben. 2 1 w hi de at ad D PERSE b ti SRBSS Abendlieder. 18 12. O du großer Gott, erhöre, 9. Soll diese nacht die letzte Was dein find gebeten hat. sein In diesem jammerthal, So Jesu, den ich stets verehre, Bleibe führ' mich, Herr, zum himmel du mein schuß und rath. Und ein, Zur auserwählten zahl. mein hort, du werther geist, 10. Und also leb' und sterb' Der du freund und tröster heißt, ich dir, Du herrscher Zebaoth! Höre doch mein sehnlich flehen! Im tod und leben hilf du mir Amen, ja es soll geschehen!( 118) Aus aller angst und noth.( 70) 30. № un sich der tag geendet hat, Und keine sonn' mehr scheint, Schläft 31. daß du hast Dienachtch alles, von arbeit matt, Und was zuvor geweint. zeit bei dem tage Erschaffen 2. Nur du bedarfst, Herr, frei von sorg' und last, Von feine ruh', Du schläfft, du schlummerst nicht, Nie dringt das finst're auf dich zu, Denn du bist selbst das licht. arbeit und von plage. Man bringt sie in der stille zu, Da vieh und menschen ihre ruh' Zur leibes nothdurft haben. 3. Mein Gott, gedenke väterlich An mich in dieser nacht, Und decke du mich gnädiglich Mit flügeln deiner macht. 4. Wend' ab des satans lift und wuth Durch deiner engel schaar: So bin ich unter deiner hut, Und bringt mir nichts gefahr. 5. Ich fühle zwar der fünden schuld, Die mich bei dir verklagt; Doch ist mein herz durch Jesu huld Getrost und unverzagt. 6. Er soll und will mein bürge sein, Drum fürcht' ich tein gericht. Sein blut macht mich von sünden rein, Dies giebt mir zuversicht. 7. So schließ' ich nun die augen zu Und schlafe fröhlich ein. Gott schüßzet selber meine ruh', Nun kann ich sicher sein. 8. Weicht, nichtige gedanken, hin, Ich denke jetzt an Gott, Ihm widme ich nur herz und sinn Und ehre sein gebot. Mel. Nun freut euch lieben christen gemein. 2. Herr, deine weisheit, güt' und macht Ist nimmer zu ergründen; Du hast es alles wohlbedacht, Wie wir es stets empfinden. Laß mich's erkennen mehr und mehr, und deinen ruhm und deine ehr' Bei tag und nacht ausbreiten. 3. Jest preis' ich dich insonderheit, Daß du aus lauter gnaden Mich und die meinen hast auch heut' Bewahrt vor allem schaden. Du bist, der es verhütet hat, Daß ich in fünd' und missethat Nicht gröblich hingerathen. 4. Dabei ich doch nicht leugnen kann, Viel gut's ist unterlassen; Hingegen hab' ich oft gethan, Was du befiehlst zu hafsen; Ich habe nicht so immerfort, Wie mir gebeut dein heilig wort, Untadelig gewandelt. 5. Das nun, Herr, was versehen ist, Und was ich je begangen, Das hat versöhnet Jesus Abendlieder. 19 Christ, Da er am freuz gehangen.| Mel. Vater unser, im himmelreich. Um ch danke dir, liebreiAll meine fünden und verleih), 32. Jahor Gott, Du best Daß ich mich täglich bess're. 6. Durch Christum steht nun auch zu dir Mein herzliches verlangen, Daß du auch bleibest, Herr, bei mir Jetzt, da der tag vergangen. Den leib, die seele, finn und muth, Gesundheit, ehre, hab' und gut In dieser nacht behüte. 7. Du woll'st, Herr, vor des jatans list In deinen schutz mich fassen, Daß er und was sein anhang ist, Mich müss' in ruhe lassen, Mich auch vor bösem, schnellem tod, Vor feuer und vor wassersnoth Und allem leid beschirmen. 8. Erhalt' durch deine gnadenhand, Zu deines namens ehren, Auch die mit freundschaft mir verwandt Und sonst 3. Doch kann ich nicht ganz engelrein, Nicht frei von allen sünden sein. Mit wehmuth fühl' ich, Herr, und spür' Den alten adam noch in mir, Der zieht begierden, herz und sinn Noch immerfort zur fünde hin. 4. Ich klage dir mit reu' und mir angehören. Gieb, daß die leid Den mangel meiner achtnacht und immerdar Dein heil'- samkeit. Dein auge hat es selbst ger engel uns bewahr' Vor un- gesehn, Was oft aus schwachfall, noth und schaden. heit ist geschehn. Des geistes treiben bin ich nicht Gefolgt Hilf, daß mich nach meiner christenpflicht. 9. Herr, laß mich ruhig schlafen ein, von mir heut' schand' und spott Und schwere sünden abgewandt, Dies dank' ich deiner gnadenhand; Denn böses wohnet nur in mir, Mein heil entsteht allein von dir. 2. Du hast mir deine hand gereicht Und mich beschützt, sonst wäre leicht Durch trieb und reiz der argen welt Mein gang auf's schlüpfrige gestellt. Dein heil ger geist hat mich regiert Und auf der rechten bahn geführt. 10. Verschmäh', o Gott, mein vater, nicht mein seufzen, beten, flehen. Laß mich, o Jesu, wahres licht, Dich auch im finstern sehen. heil'ger geist, am letzten end' Mit deinem trost dich zu mir wend', Daß ich d'rauf sanft entschlafe. nichts erschrecke, Und, wenn die rechte zeit wird sein, Alsdann 5. Den sinnen hab' ich auch zu weit Oft nachgehängt zur mich wieder wecke, Daß ich an eitelkeit, Ich habe viel gered't, meine arbeit tret', Wenn ich zuvor hab' im gebet Dir all mein werk empfohlen. gedacht, Gehört, gesehen und vollbracht, Was weder Jesu beispiel lehrt, Noch Gottes ruhm und lob vermehrt. 6. Vergieb mir diese missethat, Weil mich dein sohn versöhnet hat; Er hat ja deinen zorn gestillt Und das gesetz für mich erfüllt. Sein blut mich wasche, daß ich werd' So rein, ( 50) wie mich dein herz begehrt. 20 Abendlieder. 7. Ich danke, liebster vater,| im gemüthe, Was ich vermag bis dir Für alle gaben, die du mir diesen tag, Ist alles deine güte. Erzeiget haft von kindheit auf 4. Sei auch nach deiner lieb' In meinem ganzen lebenslauf. und macht Mein schutz und So viel hast du an mir gethan, schirm in dieser nacht; Vergieb Daß ich es nimmer zählen kann. mir meine sünden. Und kommt mein tod, so laß, mein Gott, Mich dann auch gnade finden.(?) 8. Ich bitte, halt' auch gnädiglich Dein auge offen über mich, Daß mich in dieser dunfeln nacht Nicht schrecke satans list und macht, Daß ich von aller plage frei, An feel' und 34. Entflohen find auch leib dieses tages stunden, 9. Gieb, daß ich nach genoff'- An dem wir noch des lebens ner ruh' Erwach' und darauf glück empfunden. Mit frohem freudig thu', Was mein beruf dank laßt uns den Herrn erund stand mich heißt, Und wie heben, Durch den wir leben. dein wort mich unterweist, Mit deinem geiste steh' mir bei, Daß nichts verdammlich's an mir sei. 2. Des Lebens müh' und elend zu versüßen, Giebt uns der Herr viel freude zu genießen, Und reiche güter schenkt er unsern seelen; Wer kann sie zählen? 3. Noch immer läßt er uns erbarmung finden, Er handelt nicht mit uns nach unsern fünden. Wir häufen schuld auf schuld, er läßt uns leben Und will vergeben. 10. Vor einem bösen schnellen tod, du liebreicher, frommer Gott, Mich heut' und jederzeit bewahr'. Laß bei mir sein der engel schaar; Wenn sie mich schüßen für und für, Hat satan teine macht an mir. (?) Mel. Mend' ab deinen zorn, lieber Gott zc. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 33. Gott ott vater, sohn und heil'ger geist, Der güte, die du mir erweist, Bin ich viel zu geringe; Doch nimm den dank, den lobgesang, Den ich dir kindlich finge. 4. Wie unwerth sind wir, vater, deiner treue! Prüf' unser herz, es fleht zu dir voll reue. Ach, laß es uns vor dir im glauben stillen Um Christi willen! 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches vergnügen. Dein auf2. Du nahmst dich meiner seh'n schüßt uns, wenn wir herzlich an, Hast großes heut' hülflos liegen, Und wie entseelt, an mir gethan, Mir mein gebet gewähret, Hast väterlich mein haus und mich Beschüket und ernähret. umhüllt mit finsternissen, Von uns nichts wissen. 6. Ist dies für uns der letzte tag auf erden, Soll unser schlaf ein todesschlummer werden, Dann weckst du uns, die wir uns 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk, Der geist, mit dem ich dein gedenk', Und ruhe dir ergeben, Zum ew'gen leben. Abendlieder. 21 7. So legen wir getroft zur 7. Zwar strauchl' ich oft und ruh' uns nieder. Seh'n wir er- gleite. Ich weiß, mein Gott, freut die morgensonne wieder, auch heute Sind meiner fehler Dann preisen wir mit freudigem viel; Doch du hast mich geleitet, gemüthe, Herr, deine güte.( 101) Und wenn mein fuß gegleitet, Doch nicht gestattet, daß ich fiel. 8. Umsonst sinnt mein geMel. Nun ruhen alle wälder. 35. Befreit von allem fum- müthe, Wie es, Herr, deine mer Ruht nun in güte Nach würden preisen soll; süßem schlummer Ein theil der Doch hat es sie empfunden, müden welt. Erhebet euch, ge- Denn jede meiner stunden Ist, danken, Erhebt euch, dem zu vater, deines wohlthuns voll. danken, Dem dank der herzen wohlgefällt. 9. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott, deine liebe wollte, Die stille nacht auch sollte Für uns reich an erquickung sein. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu' erhebe, Mich deiner liebe freu'. Zu jeglichem geschäfte Verliehst du mir die träfte, Und standest mir ac machtig bei. 10. Wenn wir, im schlaf vergraben, Selbst kein bewußtsein haben, Umschließet uns dein schuß. Will mich mein Gott beschirmen, So biet' ich allen stürmen Und aller list der bosheit trut. 11. Ich darf nicht ängstlich 4. Vewahrt vor herben leiden, beben, Denn mir bewahrt mein Ward ich mit speis' und freu- leben Der selbst, der mir es gab. den Bei meinem ficiß erquickt. Bis ich die wallfahrt schließe, Durch wie viel lieblichkeiten Hat Dort seines lichts genieße, Zieht nicht von allen seiten Dein er von mir die hand nicht ab. weltgebände mich entzückt. 5. Nicht um den andern morgen Mit gram und angst zu sorgen, Dies glück verleihst du mir. Wenn sich die stirn erheitert, Das herz der freud erweitert, Auch das ist ein geschenk von dir. 12. Nun, vater, ich befehle Dir habe, leib und scele Und schlaf' in sich'rer ruh'. Ich trau' auf deine gnade. Was ist wol, das mir schade? Allmächtiger, mein schuß bist du.(?) 2. Lobsinge, seel', und sage, Wie auch an diesem tage Dein Gott dir wohlgethan. Durch Jesum dir versöhnet, Mit gnad' und heil gekrönet, Bet' ich dich, vater, findlich an. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 6. Du lenktest thun und tichten, Da mir bei meinen pflich= 36. Vor deinen thron tret ten ich hiemit, Gott, fleisch Durch dich ist's mir gelungen, Daß ich die weigerungen Des fleisches dennoch überwand. und dich demüthig bitt', Ach wende doch dein angesicht Von mir elendem fünder nicht. 22 Abendlieder. 2. Du hast nach deinem eben-| trost empfind', Zuletzt mit freubild Geschaffen mich, Gott den überwind'. vater, mild, In dir bin, web' und lebe ich, Vergehen müßt' ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft Ganz wunderbar und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. 4. Verstand und ehr' hab' ich von dir, Des lebens nothdurft giebst du mir, Dazu auch einen treuen freund, Der's gut in glück und unglück meint. 5. Gott sohn, du hast mich durch dein blut Erlöset von der höllen glut, Auch das gesetz für mich erfüllt, Damit des vaters Zorn gestillt. 6. Wenn sünd' und satan mich verklagt, Und mir das herz vor angst verzagt, Alsdann brauchst du dein mittleramt, Daß mich der vater nicht verdammt. 7. Du bist mein' fürsprach' allezeit, Mein heil, mein trost und meine freud'; Ich kann Mel. Werde munter, mein gemüthe. durch dein verdienſt allein Hier 37. Höre, vater, meine liete mein 8. Gott heil'ger geist, du höchste fraft, Deß gnade alles in mir schafft, Sollt' etwas gutes an mir sein, So ist es wahrlich alles dein. 11. Drum dank' ich dir mit herz und mund, O Gott, in dieser abendstund' Für alle güte, treu' und gnad', Die meine seel' empfangen hat. 12. Und bitt', daß deine gnadenhand Bleib' über mir heut' ausgespannt, Mein amt, gut, ehr', freund', leib und seel' In deinen schutz ich dir befehl'. 13. Hilf, daß mein ganzes christenthum, Zu deines namens ehr' und ruhm, Aufrichtig und rechtschaffen sei, Nicht augenschein noch heuchelei. 14. Erlaß mir meine sündenschuld, Und hab' mit deinem knecht geduld; Zünd' in mir glauben an und lieb', zu jenem leben hoffnung gieb. 15. Ein selig ende mir bescheer', Am jüngsten tag erweck' mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich, Amen, amen, erhöre mich! ( 75) 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', Ihn meinen Herrn und vater nenn', Sein wahres wort und sacrament Behalt' und liebe bis an's end'. opfer gnädig auf! Sezo werden meine glieder, Nach vollbrachtem tageslauf, Zu verlangtem schlaf und ruh' Eilen ihrem lager zu, Und es wollen finst're schrecken Leib und seele mir jetzt decken. 2. Ich erhebe deine güte, Die ich stets sehr reichlich spür'; Ja im herzen und gemüthe 10. Daß ich fest in anfech- Sing' ich dir den dank dafür. tung steh' Und nicht in trübsal Herr, du hast den ganzen tag untergeh', Daß ich im herzen Ohne schaden, ohne klag' Inter Abendlieder. 23 deinen gnadenhänden Mich zufrieden lassen enden. 8. Alles sei dir, Gott, befohlen, Was ich habe, leib und 3. Ja, mein vater, durch geist, Bis du mich wirst dahin dein lieben, Durch der engel holen, Wo des himmels heer schutz und wacht Bin ich un- dich preist. So erhalte bis dabeschädigt blieben, Und es hat hin Meine seele, meinen sinn, der feinde macht mir nicht Daß ich dir zu ehren lebe Und müssen schädlich sein, Auch mich dir zu eigen gebe. fein leiden, feine pein Mich betroffen; dein beschirmen War genug vor ihrem stürmen. Mel. O Gott du frommer Gott. 4. ether ach, ich muß bir 38. Herr, mein Gott, lehre Aber Meine und missemich Stets meine that, Weil ich mich nicht so tage zählen, Auf daß ich werde betragen, Wie dein schutz ver- flug Und hüte mich, zu fehlen. dienet hat. Ach, auch heute Ein tag ist abermal Von meifehlte ich, Oft beleidigte ich nem leben hin, Und deinem dich, Herr, durch mißbrauch richterstuhl Sch so viel näher bin. deiner gaben, Dich, von dem wir alles haben. 5. Es gereuet mich von herzen, Und ich komme nun zu dir Mit betrübniß und mit schmerzen. Wende dich, Herr, nicht von mir. Ach Gott, höre meine stimm', Straf' mich nicht im zorn und grimm; Ach, vergieb doch deinem finde Alle fehler, alle sünde. 3. Komm, meine seele, fomm, Wir wollen uns selbst richten! Sieh auf dein heut'ges thun, Dein reden, denken, tichten, Schon' deiner selber nicht; Ach, untersuch' mit fleiß Und denke, daß es Gott Und dein gewissen weiß. 6. Laß mich diese nacht auch ichmecken Deiner liebe füßigkeit, Laß kein unglück mich auf wecken, Schüße mich zu aller zeit, Halte leib und seel' in acht Durch der engel starke macht, Laß dein gütiges erbarmen Stets verbleiben bei mir armen. 4. Fang' von dem morgen an, Da du zuerst erwachteſt, Sieh, daß du folgendes Mit allem ernst betrachtest: Ob du auch mit 7. Wird mich deine hand gebet Geheiligt diesen tag, Gebewahren, dann schlaf' ich lobet deinen Gott Bei jedem fröhlich ein, Und ich werde vor glockenschlag. gefahren Diese nacht gesichert sein. Höre mich und alle die, So dich suchen spät und früh Und laß deine güte kommen Uleber mich und alle frommen. all's geliebt, Den nächsten 5. Ob du gedanket hast Für Christi tod und leiden, Gedacht an Gottes geist Und deine tauf' mit freuden, Gott über 2. Weil nun von wort und werk In meinem ganzen leben, Ja, von gedanken auch Ich rechenschaft soll geben: So hilf, daß meine seel' Zu ihrer eig'nen ruh' Dir hier mit wahrer tren' Durch Christum rechnung thu'. 24 Abendlieder. gleich als dich, Gewesen treu| fänd', Wenn er jetzt kommen und fromm Und keinem ärgerlich. sollt'. 6. Ob du auch faul geschwätz 12. Die prüfung ist gescheh'n Und fluchen angefangen, Wo Und leider so befunden. Es sei du gewesen bist, Mit wem du der große Gott Beleidigt alle umgegangen, Ob du geliebt, stunden, Verschwendet viele zeit, gehört, Gelesen Gottes wort Gedacht sehr wenig heut' An Und auch darnach gethan Stets und an allem ort. Gott, sein wort, tod, grab, Gericht und ewigkeit. 7. Ob als vor Gottes aug' 13. Ach, meine fünden sind Im glauben du gewandelt, Nicht alle zu erzählen. Wer Muthwillig deinem Gott Zu ist's, der merken kann, Wie oft wider nie gehandelt, Auch und viel wir fehlen? Mein leib heimlich nicht vergnügt Die und seele sind Mit sünden so alte sündenlust; Denn, was befleckt, Daß mein gewissen dein herz versteckt, Das ist doch mich, Wenn ich's bedenke, Gott bewußt. schreckt. 8. Ob du auch haft mit dank Des höchsten gab' empfangen, Dem geiz und eit'ler ehr' Un billig angehangen, Die dir Gott vorgesetzt, Geliebet und geehrt, Auch deines nächsten fehl Zum besten hast gekehrt. 9. Ob du dem nächsten auch Gesucht mit list zu schaden, Mit seinem schweiß und blut Dich ungerecht beladen, Sein bestes stets gesucht, Ihn fälschlich nie gericht't, Den armen wohlgethan Nach deiner christenpflicht. 14. Nun nimmer wiederthun! Verspricht die wahre buße. Dem ich gefündigt hab', Dem falle ich zu fuße. Sch bete demuthsvoll und gläubig, Herr, zu dir: Gott sei mir gnädig hier. sünder doch Durch Christum 15. Sieh', ich getröste mich Blos deines gnadenthrones, Den deines sohnes. Mit dem, was du mir vorgestellt Im blute er gebüßt, Bezahl' ich meine schuld. Er selbst bezahlt für mich, Drum habe, Herr, geduld. 10. Ob du auch haft gezeigt Dein keusches herz in werken, 16. Mein Jesu, laß mich nicht, In kleidung, speis' und trank Ich tröst' mich deiner leiden; Dich lassen mäßig merken, In Die fünde, die uns schied. Laß demuth und geduld Ertragen nie uns wieder scheiden; Durch alles leid, Gesuchet Gottes ehr', deines geistes traft Sag' ich Geliebt gerechtigkeit. nun bis in's grab Gott alle folge zu Und allen sünden ab. 11. Ob in gelassenheit Du mit dem Herrn zufrieden Die 17. Lehr' mich, mein Gott, gaben recht gebraucht, Die dir nur thun Nach deinem wohlgeGott hier beschieden, Und ob fallen, Und nimmer wissentlich du überhaupt Gelebt, wie du In eine sünde fallen; Regier' gewollt, Daß dich der richter und führe mich, Daß stets in Sonntags- und Wochenlieder. 25 glück und noth Sch besser schlaf' ich fröhlich ein Auf meifürchte dich Und halte dein nes Jesu blut. gebot. 19. Mein herz ist mir nun 18. Nun, Christi theures leicht, Ich lebe oder sterbe; Durch blut Hat meine schuld durch- Jesum ich gewiß Das himmelstrichen, Mit meinem lieben reich ererbe. Vor Christi richterGott Auf evig mich vergli- stuhl Werd' ich zwar offenbar, chen; Die rechnung ist getilgt, Jedoch mein richter ist, Der Wie groß ist dieses gut, So hier mein heiland war.( 1) Sonntags- und Wochenlieder. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. schnöde welt Von dieser feier wenig hält. ein Gott, der sonntag bricht her7. So geh' ich denn mit freuden hin, Wo ich bei dir ein, Gieb du mir deinen recht selig bin. Mein herz ist gnadenschein, Du sonne der gewillig und bereit, Hilf, heiligste rechtigkeit, Vertreib' der sünden dreieinigkeit! dunkelheit. 39. Mei 2. Mein erstes opfer sei dein ruhm, Ich ganz dein wahres Mel. Wir singen dir, Immanuel. eut' eigenthum.ch, fehre gnädig 40. Hentet e erret Herz laß ruhetag, Vergesset aller sorg' und plag'. Treibt eure wochenarbeit nicht, Kommt vor des höchsten angesicht. Halleluja! deinen tempel sein. 3. Gieb, daß ich meinen fuß bewahr', Wenn ich mit deiner christenschaar Hinein zu deinem hause geh' Und dort mit ehrerbietung steh'. 4. Bereite mich durch deine hand Und gieb mir weisheit und verstand, Daß ich dein wort mit andacht hör', Zu deines großen namens ehr'. 5. Schreib' alles fest in meinen sinn, Daß ich nicht nur ein hörer bin, Verleih' mir deine fraft dabei, Daß ich zugleich ein thäter sei. 6. Spilf, daß ich deinen ruhetag Mit Leib und seele feiern mag, Wenn gleich die eitle, selbe in sich hält. Halleluja! 4. Rühmt eures Gottes große macht, Da er aus nichts hervorgebracht Den himmel und die ganze welt, Und was die2. Kommt her und fallet auf die knie Vor Gottes angesicht allhie; Dies ist sein heiligthum und haus, Wer sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein grimm, Doch hört er gern des armen stimm'; Deswegen lobt ihn allezeit Und seid zu seinem dienst bereit. Halleluja! 26 Sonntags- und Wochenlieder. 5. Und als er sie genug ge- und mehr Verbreiten deines ziert, Hat er den menschen ein- namens ehr'. Halleluja! geführt, Den er nach seinem ebenbild Mit weisheit und verstand erfüllt. Halleluja! 14. liebster heiland, Jesu Christ, Der du vom tod erstanden bist, Richt' unsre herzen auf zu dir, Daß sich der findenschlaf verlier'. Halleluja! 6. Erkennt mit freudigem gemüth, Wie er allein durch seine güt' Uns täglich schühet und ernährt Und manches unglück von uns fehrt. Halleluja! 15. Gieb deiner auferstehung fraft, Daß dieser trost recht bei uns haft', Und wir uns d'rauf verlassen fest. Wenn uns nun alle welt verläßt. Halleluja! 7. Bedenket, daß auch Jesus Christ An diesem tag erstanden ist, Dadurch die wahre freudigkeit In aller noth uns ist bereit't. Halleluja! 16. D heil'ger geist, laß uns dein wort So hören heut' und immerfort, Daß sich in uns durch deine lehr' Glaub', lieb' und hoffnung reichlich mehr'. Halleluja! 8. Von seinem volle ganz veracht't Ward er den mördern gleich geacht't. Er starb und ward in's grab gelegt Als gottmensch, der 17. Erleuchte uns, du wahres die sünden trägt. Halleluja! licht, Entzieh' uns deine gnade nicht; All' unser thun also regier', Daß wir Gott preisen für und ( 143) 9. Doch grab und tod behielt ihn nicht; Genommen ist aus dem gericht Der fürst des le- für. Halleluja! bens, Jesus Christ, Vom tode er erstanden ist. Halleluja! Mel. Her: Jesu, wahrer mensch und Gott. 10. Den jüngern er sich hierauf wies, Sich hören, sehn 41.uns wend. Den err dich und fühlen ließ, Damit versichert wär' ihr sinn, Des todes macht sei nun dahin. Halleluja! heil'gen geist, Herr, zu uns send', Mit hülf' und gnad' er uns regier' Und uns den weg zur wahrheit führ'. 11. Drum wollen wir begehn mit fleiß Den tag nach rechter 2. Herr, mache unsre herzen christen weis', Wir wollen rein Und laß sie voller andacht öffnen unsern mund, Und sa- sein. Den glauben mehr', stärk gen recht von herzensgrund: Halleluja! den verstand, Daß uns dein nam' werd' wohl bekannt. 12. Gott, der du den erdenkreis Erschaffen haft zu deinem preis, Uns auch bewahrt so manches jahr In vieler gesicht In ew'ger freud' und trübsal und gefahr. Halleluja! sel'gem licht. 13. Hilf, daß wir alle deine 4. Ehr' sei dem vater und werk' Voll weisheit, güte, macht dem sohn, Dem heil'gen geist und stärk' Erkennen und je mehr in einem thron, Der heiligen Giessen 3. Bis wir singen mit Gottes heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von an Sonntags- und Wochenlieder. dreieinigkeit Sei lob und preis in ewigkeit. ( 163) Abendlied am Sonntage. Mel. Nun sich der tag geendet hat. 42. Liebster Seju, wir sind 44. Nun bricht die finſt're Dich und Du 27 wort anzuhören. Richte geist suchst die ruhestätt'; Jedoch, und sinn zu dir Und auf deine mein herz, schlaf' noch nicht ein, himmetslehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Ist mit finsterniß umhüllet, Wo nicht deines geistes hand Uns mit hellem licht erfüllet. Gutes denken, thun und tichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. Odu glanz der herrlichkeit, Licht von licht, aus Gott geboren, Mach' uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren, Unser beten, flehn und singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen.( 23) Bis du mit Gott gered't. 2. Gott, du großer Herr der welt, Den niemand sehen kann, Du siehst auf mich vom himmelszelt, Hör' auch mein seufzen an. 3. Der tag, den ich nunmehr vollbracht, War insbesond're dein, Darum hat er bis in die nacht Mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, Denn ich bin fleisch und blut Und pfleg' es öfters zu versehn, Wenn gleich der wille gut. 5. Nun such' ich deinen gnadenthron, Sieh meine schuld nicht an, Und denke, daß dein lieber sohn Für mich genug gethan. 6. Das, was dein geist mich heut' gelehrt, Schreib' in mein herz hinein. Laß alle, die es angehört, Dir gern gehorsam Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 43. № un, gottlob! es ist vollbracht Singen, beten, lehren, hören, Gott hat alles wohlgemacht; Drum laßt uns sein lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, Weil er uns so herrlich speiset. 2. Weil der gottesdienst ist sein. aus, Und uns mitgetheilt der 7. Erhalt' uns fernerhin jegen, So gehn wir mit freud' dein wort Und thu' uns imnach haus, Wandeln fein auf mer wohl, Damit man stets seinen wegen. Gottes geist uns an diesem ort Gott diene, wie ferner leite Und uns alle vor- man soll. bereite. 3. Unsern ausgang segne Gott, Unsern eingang gleichermaßen, Segne unser täglich brod, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit sel'gem sterben Und mach' uns zu himmels erben. 8. Jeßt, vater, such' ich meine ruh', Ach steh' mir gnädig bei, Und gieb mir deinen engel zu, Daß er mein wächter sei. 9. Gieb allen eine gute nacht, Die fromm vor dir gelebt, Und bess're, die mit unbedacht Der ( 23) gnade widerstrebt. 28 Sonntags- und Wochenlieder. 10. Gefällt es dir, mein mir Bekümmerniß und schmertreuer Gott, So weck' mich zen, Daß ich dich nicht Nach morgen auf; Hilf mir aus al- meiner pflicht Kann loben wie ler meiner noth In meinem ich sollte, Und wie ich gerne lebenslauf. wollte. 6. Jedoch in Christo wirst du dir Mein lob gefallen lassen, In ihm, mein glaube sagt es mir, Darf ich auch hoffnung fassen, Daß du mich wirst, Mein lebensfürst, Bei allen rechten werken In dieser woche stärken. 7. Mein aus- und 45. Die neue an und ist sei beglückt Mit heil und allem Woche geht segen, Du bringst mir, was den geist erquickt, In deinem wort entgegen: Dies soll allein Das beste sein, Das ich mir zum ergößen Zeitlebens werde setzen. 8. Soll aber, Herr, sich meine zeit Mit dieser woche schließen, So wird die frohe ewigkeit mir doch den tod versüßen, Denn mich und dich, Des tröst' ich mich, Kann weder freud' noch leiden, Noch tod und leben scheiden. 11. Und führe mich nach dieser zeit In's ew'ge leben ein, Da wird in deiner herrlichkeit Mein sabbath ewig sein.( 103) Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. schon eingetreten. Wach' auf, mein herz, und denke dran, Daß du zu Gott sollst beten Und ihm dabei Für seine treu' Mit danken und mit singen Ein morgenopfer bringen. 2. Wie viele wochen hab' ich schon Im leben angefangen Und doch ist keine noch davon Erlebet noch vergangen, In welcher nicht Sein angesicht Mich gnädig angeblicket, Und leib und seel' erquicket. 3. Auch, was von leiden dieser zeit Mir noch dabei begegnet, Das hat er durch zufriedenheit Gemildert und gesegnet. Noch hat er nie In angst und müh' Mich trostlos lassen stehen Und zagend untergehen. 4. Ach, jetzt fällt mir die fünde ein. Was wird in so 9. So mag es mir, wie mein Gott will, In dieser woche gehen; Ich werde lust, halt' ich nur still, An seiner gnade sehen; Denn, was Gott fügt, Wird mich vergnügt Bei allen meinen sachen und endlich selig machen. (?) viel wochen Für schuld nicht Mel. Wer nur den lieben Gott läßt sc. aufgehäufet ſein; Und doch, 46. Mein lieber Gott geich verbrochen, seine treu', Auf buß' und reu' In Christo mir verziehen Und gnad' und heil verliehen. 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, Ich danke dir von herzen; Zwar meine schwachheit machet besten jetzt und allezeit; Denn außer dir, mein heil, ist keiner, Der mich mit rath und trost erfreut. Dein wort macht mich voll zuversicht Und sagt mir: Gott vergißt mein nicht. Sonntags- und Wochenlieder. 29 2. Gedenke meiner, wenn ich 8. Ich will mich über nichts höre Dein süßes evangelium betrüben. In deine hände hast Und mache mir die himmels- du mich Zum heil und segen lehre Zur kraft im wahren angeschrieben, Drum sieht mein christenthum. Dann bringt, was glaube stets auf dich. Nichts deine liebe sucht, Dein wort ist, das meine hoffnung kränkt, mir hundertsache frucht. Daß mein Gott mein im besten denkt. ( 105) 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke stets in gnaden d'rauf, Wenn ich in Christo vor dich trete, Schließ' mir Mel. Wer nur den lieben Gott läßtzc. dein Herz in gnaden auf; Doch 47. S o ist die woche bitt' ich nur um das allein, Was mir kann gut und selig sein. nun beschlossen, Dein herz, mein vater, ist es nicht. Wie sich dein segen oft ergossen, So bin ich auch voll zuversicht, Daß er sich künftig noch ergießt, Und unerschöpflich auf mich fließt. 4. Gedente meiner, wenn ich falle, Wirf mich im zorn nicht von dir hin, Weil ich ja leider! wie wir alle, Ein schwacher mensch, ein sünder bin. Ach, förd're meinen gang und stand Durch kraft und stärke deiner hand. 2. Ich preise dich mit frohem munde, Ich lobe dich, so gut ich kann, Ich rühme dich von herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein dank ein süßer weihrauch ist. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide, Wen hab' ich sonst, als dich allein, Der bei der menschen haß und neide Mein freund und tröster könnte sein? Mit dir verlacht mein froher muth Der welt und gar des teufels wuth. 3. Hat mich in abgewichnen tagen Das kreuz zuweilen heimgesucht, So gabst du mir doch kraft zu tragen, Es brachte mir auch heil und frucht; Es zeugt von vaterlieb' zu mir, Und darum dank' ich auch dafür. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich nicht gedenfen kann, Und siehe mich mit wohlgefallen In meinem ganzen 4. Nur etwas bitt' ich über leben an; Denn giebst du mir, alles, Ach, du versagst mir was dir gefällt, So ist's um solches nicht: Gedente feines mich recht gut bestellt. sündenfalles, Weil Jesus für mich fünder spricht, Mein Jesus, der die missethat Auf ewig 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, Und, wenn mich alle welt vergißt, Versetze mich in schon gebüßet hat. jenes erbe, Wo du mein theil 5. Dein schwur ist ja noch und leben bist; Denn wäre nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht dein himmel mein, So nicht in ewigkeit, Da du dem möcht' ich nie geboren sein. fünder fest versprochen, Daß Adventslieder. 30 er, wenn ihm die sünde leid, Nicht sterben, sondern gnaden voll, Als ein gerechter, leben soll. 8. Und wenn ich morgen früh auf's neue Den sonntag wieder sehen kann, Dann blickt 6. Mein glaube hält an die die sonne deiner treue Mich sem segen und will also den auch mit neuer gnade an. wochenschluß Vergnügt und froh Ach ja, da theilt dein wort zurücke legen, Da mich der trost und haus Den ersten besten ergößen muß, Ich soll schon segen aus. hier in Christo dein, Schon hier in hoffnung selig sein. 7. Doch, da mein leben zu genommen, So bin ich auch der ewigkeit Um eine woche näher kommen Und warte nun der letzten zeit, Da du die deinem rath, Bis leid und zeit stunde hast bestimmt, Die mich ein ende hat. zu dir gen himmel nimmt. 9. Schon zum voraus will ich das preisen, Was du mir. fünft'ge woche giebſt. Du wirst es in der that erweisen, Daß du mich je und immer liebst Und leitest mich nach ( 105) Adventslieder. 48. Nun kommt der hei- vater, Fuhr hinunter zu der höll', Und wieder zu Gottes stuhl. den heiland, Der jungfrauen find erkannt, Deß sich wundert alle welt, Gott solch' geburt ihm beſtellt. 2. Nicht von mann'sblut noch vom fleisch, Allein von dem heiligen geist ft Gottes wort worden ein mensch Und blühet ein' frucht weibesfleisch. 3. Der jungfrau leib schwanger ward, Doch blieb keuschheit rein bewahrt, Leucht't hervor manch tugend schon, Gott da ward in seinem thron. 6. Der du bist dem vater gleich, Führ' hinaus den sieg im fleisch, Daß dein' ewig' Gottesgewalt In uns das frant' fleisch erhalt'. 7. Dein' trippe glänzt hell und klar, Die nacht gicbt ein neu licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein, Der glaub' bleibt immer im schein. 8. Lob sei Gott, dem vater, gethan! Lob sei Gott sein'm einigen sohn! Lob sei Gott dem heiligen geist Immer und in ewigkeit. ( 92) 4. Er ging aus der kammer sein, Dem königlichen saal, so rein, Gott von art und mensch, ein held, Sein'n weg er zu laufen eilt. 5. Sein lauf fam vom va49. empfangen, Und ter her, Und kehrt wieder zum wie begegnen dir? O aller welt Mel. Befiehl du deine wege. ie Adventslieder. verlangen! Mein Jesu, hilf du mir, Ach lege du mir armen Selbst gnadenkräfte bei, Damit mir dein erbarmen Recht groß und schätzbar sei. 2. Dein Zion streut dir palmen Und grüne zweige hin, Ich aber will mit psalmen Ermuntern meinen sinn. Mein herz soll dir, Herr, grünen Zu stetem lob und preis und deinem namen dienen, So gut es fann und weiß. 31 herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen Und sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures armes macht. Er kommt, er kommt mit willen, Ist voller lieb' und lust, All' angst und noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 3. Was hast du unterlassen, Herr, mir zu troft und freud'? 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer sünden schuld, Nein! Jesus will sie decken Mit seiner lieb' und huld; Er kommt, er kommt den fündern Als leib und seele saßen In 3u trost und wahrem heil, ihrem größten leid, Als mir das reich genommen, Da fried' und freude lacht, Da bist du, mein heil, kommen Und haft mich froh gemacht. Schafft, daß bei Gottes tindern Verbleib' ihr erb' und theil. 9. Was fragt ihr nach dem schreien Der feind' und ihrer tück'? Der Herr wird sie zerEr kommt, er kommt ein föstreuen In einem augenblick. nig, Dem alle macht und list Auf erden viel zu wenig Zum widerstande ist. 4. Ich lag in schweren banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in spott und schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu ehren Und schentit mir großes gut, Das man nicht fann verzehren, Wie man bei reichthum thut. 10. Er kommt zum weltgerichte, zum fluch dem, der ihm flucht, Mit gnad' und hellem Sune lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm! ach komm, 5. Nichts, nichts hat dich ge- o sonne! Und hol' uns allzutrieben Zu mir vom himmels mal zu ew'gem licht und wonne zelt, Als dein unendlich's lie- In deinen himmelssaal.( 51) F ben, Damit du alle welt In ihren tausend plagen Und ihrer jammerlast, Die wir nicht konnten tragen, So feſt umfangen haft. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 50. Mit ernst, o menſchenfinder, Das herz in euch bestellt, Damit das 6. Das schreibt in eure her- heil der fünder, Der große zen, Ihr hoch betrübtes heer, wunderheld, Den Gott aus Bei denen gram und schmerzen gnad' allein Der welt zum licht Sich häufen mehr und mehr. und leben Gesendet und gegeSeid unverzagt! ihr habet Die ben, Bei euch auch fehre ein. hülfe vor der thür, Der eure 2. Bereitet doch fein tüchtig 32 Adventslieder. Den weg dem großen gast, arm, gering', Ein fönig ohne Macht seine steige richtig, Laßt pracht, Und doch ein Gott und alles, was er haßt, Macht Herr Von höchster fraft und alle bahnen recht, Die thal' macht. laßt sein erhöhet, Macht nie- 4. Soll nicht ein gläubig drig, was hoch stehet, Was herz Getrost und freudig werfrumm ist, gleich und schlecht. den? Denn deine ankunft ist Da 3. Ein herz, das demuth Demüthig in geberden. übet, Bei Gott am höchsten diese ankunft nun zu unserm steht; Ein herz, das hochmuth trost geschicht, So bist du unLiebet, Mit angst zu grunde ser heil Und unsre zuversicht. geht; Ein herz, das richtig ist 5. Dich hat ja nichts dazu Und folget Gottes leiten, Das Als deine huld getrieben lind kann sich recht bereiten, Zu dein erbarmend herz, Dein dem kommt Jesus Christ. unverdientes lieben. O, was 4. Ach mache du mich ar- für gnad' und huld, Die sich Dein rame men Zu dieser heil'gen zeit hierin erweist! Aus güte und erbarmen, Herr sei dafür Gerühmt und hoch Jesu! selbst bereit. Zieh in gepreist. ( 153) Mel. Nun danket alle Gott. mein herz herein Vom stall und 6. Laß, großer heiland, uns von der frippen, So wer- Im glauben fertig stehen, Daß den herz und lippen Dir immer wir mit freudigkeit Dir einst dankbar sein. entgegen gehen, Nicht scheuen tod und grab, Nicht fürchten dein gericht; Denn da erfreuet 51. omm, tochter Zion! uns Dein gnädig angeſicht. Den könig 7. Dann wollen wir erhöht zu empfangen, Der unser hei Dir dank und ehre bringen land ist Und aller welt verlan- Und mit der engel chor Dir gen. Nimm, großer Davids- hosianna singen, Dir, dem allsohn, Ihr hosianna an, Die mächtigen, Der ewig war und liebe bringt es dir, Wie sie es ist, Und der da kommt, ja, dir, bringen kann. Du heiland Jesu Christ!( 33) 2. Anstatt des grünen laub's, der palmen Streut unire andacht bir In 52. Gomen, Danft ihm, Mel. Jesu, meine freude. ottes ist komihm, ehrfurcht ihre psalmen, Sie spricht: gepriesen sei Der hei seine frommen! Dankt land Jesus Christ, Der aus des vaters schooß Auf erden kommen ist. daß er fam, Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm. 3. Wir danken dir dafür, Mensch, wie wir, erschien er Daß du hast angenommen, Wie hier; Der die welt aus nichts finder, fleisch und blut Und bist ließ werden, Kommt nun selbst zu uns gekommen Sanftmüthig, auf erden. Adventslieder. 33 2. Laßt uns niederfallen, segneter des Herrn? Laß dir, Danken, daß er allen Freund bei mir einzugehen, Wohlgefalund bruder ist. Gott auf sei- len, o mein stern! Du, mein nem throne Liebt uns in dem sohne, Der ist Jesus Christ. Welch' ein heil, am sohne theil, Theil durch seiner zukunft gaben An Gott selbst zu haben! Jesu, meine freud'! Der du hilfft zur rechten zeit, Hilf, heiland, meinem Herzen Von den wunden, von den schmerzen. 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden, Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. Unser freund, mit Gott vereint, Kann der seine brüder hassen Und sie hülflos lassen? 4. Wenn wir einst ermüden, 3. Dazu kommt des teufels Führt er uns in frieden In lügen, Der mich stets vor Gott des grabes nacht. Unsre todten verklagt Und, mich fälschlich zu glieder Giebt die erde wieder betrüben, Von verlor'ner gnade Ihm, der sie bewacht. Jesus sagt. Ja noch mehr, es plagt ruft uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den auch staub bedeckte. und schreckt, Weil dein zorn es aufgeweckt, Mein verwundetes gewissen Mich mit tiefen sündenbissen. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern bruder schau'n, Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die ihm jetzt vertrau'n. Er wird hier versucht wie wir, Darum will er unser schonen Und uns dort belohnen. 2. Meine wunden sind der jammer, Den die jünde mir gebracht, Weil mich Gottes starfer hammer, Sein gesetz, voll schrecken macht, Und weil seine donnerstimm', Sein gerechter zorn und grimm, Den ich wider mich erreget, Meinen geist ganz niederschläget. 4. Will ich dann mein elend lindern Und erleichtern meine noth Bei der welt und ihren findern, O! da schreckt mich gar der tod; Da ist freude, die betrübt, Trost, der keine ruhe giebt, Helfer, die mir herzleid machen, Gute freunde, die mein lachen. 6. Eilet, fich're fünder! Wer det Gottes finder, Werdet seiner werth; Eilet auch, ihr from- 5. In der welt ist alles nichmen! Seid, wie er, vollkom- tig, Nichts ist, das nicht fraftmen, Bleibet seiner werth! los wär'. Hab' ich hoheit, die Preiset ihn, daß er erschien, ist flüchtig, Hab' ich reichthum, Daß er sich für euch gegeben, was ist's mehr Als ein wenig Euch zum heil und leben.( 157) schlechter erd'? Hab' ich lust, was ist sie werth? Was ist, das morgen nicht gerenet? mich heut' erfreuet, Das mich 6. Aller trost und alle freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ. 3 Mel. Werde munter mein gemüthe. Larum willst du drauBen stehen, Du ge53. W T 440 h 0 34 Adventslieder. 3. Zions hülf' und Abrah'ms Dein erfreuen ist die weide, Wo man alles leid vergißt. lohn, Jacobs heil der jungLeuchte mir, o freudenlicht, Eh' frau'n sohn, Er, der gottmensch, mein herz vor wehmuth bricht, unser held, Hat sich treulich Laß mich, Herr, an dir er- eingestellt. quicken, Jesu! komm, laß dich erblicken. 4. Sei willkommen, o mein heil! Hosianna! o mein theil! Richte du auch eine bahn Dir in meinem herzen an. 7. Freu' dich, herz, du bist erhöret! Jego zieht er bei dir ein, Sein gang ist zu dir gekehret, Heiß' ihn nur willkommen sein Und bereite dich dazu; Such' in ihm gewissensruh', Deffne von aller sündenlust. ihm gemüth und seele, Klag' 6. Und wie deine zukunft ihm, was dich drückend quäle. war, Voller sanftmuth, ohn' gefahr, Also sei auch jederzeit Deine sanftmuth mir bereit. 8. Was du bösest hast verübet, Das sieht Gott nun nicht mehr an, Jesus hat dich ja geliebet, Was ist, das dir schaden kann? Christi sieg behält das feld, Und was böses in der welt Sich will wider dich erregen, Wird dir lauter glück und segen. 7. Tröste, tröste meinen sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und mir satans schlaue list Schrecklich und gefährlich ist. 8. Tritt der schlangen topf entzwei, Daß von allen ängſten frei, Ich dir gläubig zugethan, Ewig vor dir leben kann. 9. Alles dient zu deinem frommen, Was dir bös' und 9. Und wenn du, o lebensschädlich scheint, Weil dich Christus angenommen, Der es treu- fürst! Prächtig wieder kommen lich mit dir meint. Bist du wirst, Ich dir mög' entgegen ihm nur wieder treu, So bleibt gehn Und vor dir gerecht bees gewiß dabei, Daß du mit stehn. den engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. ( 66) Mel. Nun kommt der heiden heiland. 5. Zieh', du ehrenkönig, ein! Es gehöret dir allein; Mach' es, wie du gerne thust, Rein ( 51) 55. Auf, auf, ihr reichsgenossen, Der könig kommt heran! Empfanget unverdrossen Den großen wunder54. Gott ſei dank durch mann. Ihr chriſten, geht heralle welt, Der vor, vor wort beständig hält Und der gen, Ihm hosianna singen, sünder trost und rath Zu uns Schwingt euer herz empor! her gesendet hat. 2. Auf, ihr betrübte herzen! 2. Was der alten väter Der könig ist gar nah'. Hinschaar Höchster wunsch und weg mit angst und schmerzen, sehnen war, Was sie längst Der helfer ist schon da! Ist doch schon prophezeit Ist erfüllt so mancher ort Zu eurem nach herrlichkeit. troft zu nennen, Da wir ihm Adventslieder. 35 finden können, In nachtmahl, rechter zuversicht. Von Gott tauf' und wort. fommt alles her, Der lässet auch 3. Auf, auf, ihr viel geplagte! im sterben Die seinen nicht verDer könig ist nicht fern, Seid derben, Nie ist sein arm zu schwer. fröhlich, ihr verzagte, Dort 9. Frisch auf, ihr hochbetrübtommt der morgenstern. Der te! Der könig kommt mit macht, Herr will in der noth Mit rei- Er, der die menschen liebte, chem trost euch speisen; Er will Hat längst an uns gedacht. euch hülf' erweisen, Ja däm- Nun wird kein' angst, noch pfen gar den tod. pein, Noch zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus gnaden Läßt seine finder sein. 4. Hört aber, freche fünder, Der könig merkt darauf, Wenn ihr verlorene finder, In vollem lasterlauf Auf arges seid bedacht Und thut es ohne sorgen, Gar nichts ist ihm verborgen, Er giebt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr unter- zu füssen, Der alles freuz verthanen! Der könig ist gerecht. süßen Und uns erlösen kann! Auf! ihm den weg zu bahnen, 11. Der könig will bedenken Macht alles gleich und schlecht, Die seinen, die er liebt, Mit Fürwahr er meint es gut, föstlichen geschenken, Als der sich Drum lasset uns die plagen, selbst uns giebt Durch seine Die er uns schickt, ertragen gnad' und wort. Ja, könig Mit unerschrock'nem muth. hocherhoben! Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort! 6. Und wenn gleich krieg und flammen Uns alles rauben hin, Geduld! denn von ihm stammen Gut, segen und gewinn. Wenn gleich ein früher tod Die finder uns genommen, Wohlan! so sind sie kommen Ins Leben aus der noth. 10. Dem könig eilt entgegen, Ihn gläubig anzusehn! Er kommt mit vollem segen, Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, In demuth ihn 12. Ja, Herr, du giebst uns reichlich, Uns, die wir arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den fündern nach; Drum wollen dir allein Wir freudenopfer bringen, Im höhern chor dir singen, Dir ewig ( 118) 7. Frisch auf in Gott, ihr armen! Der fönig sorgt für dankbar sein. euch, Er macht durch sein erbarmen Euch groß, vergnügt Mel. Liebster Jesu, wir find hier. und reich. Der an ein thier 56. Adam hat im paradies gedacht, ernähren: Was menschen nur begehren, Das steht in seiner macht. Gott gebrochen; Gott, der ihn doch nicht verstieß, Hat erlösung uns versprochen, Und 8. Hat uns viel freuz betrof- nun kommt in seinem namen fen, so verläßt er nicht Der verheiß'ne weibessamen. Die, welche auf ihn hoffen Mit 2. Komm, mein helfer in der 3* 36 Adventslieder. noth, Komm, o heiland aller ren schon Deinen gnadenvollen sünden! Du wirst mensch, o segen, Deine süße seelenkraft, ew'ger Gott! Für uns arme Deine frucht, die freude schafft. menschenkinder. Wer vermöchte uns zu retten, Wenn wir keinen Jesum hätten. 3. Fröhlich bin ich im gemüthe: Ja, es rühmt mein froher mund Und des innern herzens grund Deine göttlich große güte, Daß du heiland, Jesu Christ, Mittler und erbarmer bist. 3. Aber, Gott, wer bin ich doch, Daß du deinen sohn mir giebest? Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine feinde liebest, Was wird sie denn fünftig geben Denen, die in Christo leben? 4. Stärke mich durch deine liebe, Jesu! nimm mein flehen hin; Hilf mir, daß mein geist und sinn Sich in deiner liebe übe! Dich zu lieben, o mein licht, Steht in eignen kräften nicht. 4. Daß du menschen hast gemacht, Hat dich ja vor dem gereuet; Wer hat es zuweg' gebracht, Daß dein herz sich ihrer freuet? Nur dein sohn, den man auf erden Siehet mensch und mittler werden. 5. Auf, mein herz! hier ist dein Gott, Heiß' ihn tausendmal willkommen, Deine sünde, deinen tod Hat er selbst auf sich genommen; Durch sein lei- Mel. Vater unfer, im himmelreich. ben, blut und ſterben Sollst 58. Auf, meine feele, jei du einst himmel Das firchenjahr wird nun erneut, Da man der menschen heil besingt, Und Gottes wort dir segen bringt, Das wort, wodurch Gott neu gebiert Und uns zu sich ins leben führt! 6. Bringe dant, wer danken kann, Gott, dem vater aller gnaden! Betet euren heiland an, Denn er heilt der seelen schaden! Ehre sei Gott in der höhe, Und des satans reich vergehe!( 103) 5. Laß durch deines geistes gaben, Durch bereuung meiner schuld, Glauben, liebe und geduld, Mich zu dir sein stets erhaben; Denn so will ich für und für Hosianna singen dir.( 78) 57. Kom 2. Der Geist aus Gott Dommst du, kommst erfülle mich, Damit mein du, licht der heiden? geist erfreue sich, Und ich, vom Ja, du kommst und säumest alten menschen frei, Ganz nicht, Weil du weißt, was uns gebricht; du starker trost im leiden, Jesu, meines herzens thür Steht dir offen, komm fund. zu mir! rein, ganz neu, ganz christlich sei: So öffne sich mein reger mund Und mache Gottes ehre 3. So wird mein ohr auch 2. Ja du bist bereits zuge- nicht allein, Mein herz wird gen, Du weltheiland, jung- gleichfalls offen sein Dem frau'n sohn. Meine sinne spü- worte, das durch seine fraft Weihnachtslieder. 37 Uns glauben, heil und leben es in mir Zur frucht gedeihe schafft, Ach Jesu, hilf, daß für und für! ( 166) Weihnachtslieder. 59. Christum wir sollen 8. Lob, ehr' und dank sei Loben schon, Der dir gesagt, Christ', gebor'n von reinen magd Marien sohn, der reinen magd, Mit vater So weit die Liebe sonne und dem heil'gen geist, Von leucht't Und an aller welt nun an bis in ewigkeit.( 92) ende reicht. 2. Der aller ding' 30g an ein's knechts ge- 60. Ge Christ, daß du fleisch stalt gering', Daß er das durch's fleisch erwürb' Und sein geschöpf nicht all's verdürb'. mensch geboren bist Von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar. Kyrie- eleiß! 3. Die göttlich' gnad' vom himmel groß Sich in die keusche mutter goß; Ein mägdlein trug ein heimlich pfand, Das der natur war unbekannt. 4. Das züchtig' haus des herzens zart Gar bald ein tempel Gottes ward, Die kein mann rühret, noch erkannt, Von Gottes wort man schwanger fand. 5. Die edle mutter hat gebor'n, Den Gabriel verhieß zuvorn, Den sanct Johann's mit springen zeigt, Da er noch lag im mutterleib. 6. Er lag in heu mit armuth groß, Die frippe hart ihn nicht verdroß, Es war ein kleine milch sein' speis', Der nie kein vöglein hungern ließ. 7. Des himmels chör' sich freuen drob, Und die engel fingen Gott lob; Den armen hirten wird vermeld't Der hirt und schöpfer aller welt. 2. Des ew'gen vaters einig kind Jetzt man in der frippe find't, In unser armes fleisch und blut Verkleidet sich das ew'ge gut. Kyrie- eleiß! 3. Den aller weltfreis nie beschloß, Der liegt in Marien schooß; Er ist ein kindlein wor den klein, Der alle ding' erhält allein. Kyrie- eleiß! 4. Das ewig' licht geht da herein, Giebt der welt ein'n neuen schein, Es leucht't wol mitten in der nacht Und uns des lichtes finder macht. Kyrie- eleiß! 5. Der sohn des vaters, Gott von art, Ein gast in der welt hie ward Und führt uns aus dem jammerthal, Er macht uns erb'n in seinem saal. Kyrie- eleiß! 6. Er ist auf erden kommen | arm, Daß er unser sich erbarm' 38 Weihnachtslieder. Und in dem himmel mache werd' in aller welt gedacht, reich und seinen lieben engeln Ihn preise, was durch Jejum gleich. Kyrie- eleiß! Christ Im himmel und auf 7. Das hat er alles uns ge- erden ist. 2. Die völfer haben sein gethan, Sein' große lieb' zu zeigen an; Deß freu' sich alle harrt, Bis daß die zeit erfüllet christenheit, Und dank' ihm deß ward, Da sandte Gott von in ewigkeit. Kyrie- eleiß!( 92) seinem thron Sein heil, den eingebornen sohn. 61. 3. Wenn ich dies wunder engel schaar, Er- fassen will, So steht mein geist schien den hirten offenbar, Sie in ehrfurcht still, Er betet an fagten ihn'n: ein findlein zart, und macht den schluß, Daß Das liegt dort in der krippe hart, Gott unendlich lieben muß. 4. Uns, die der tod gefangen hält, Uns zu erlösen, Herr der welt, Sohn Gottes, groß von herrlichkeit, Wirst du ein mensch in niedrigkeit! 5. Ja, schon durch David riefst du dort: Ich komme, Gott, nach deinem wort; Was dein gesetz will und gebeut, Thu' ich von herzen allezeit. 6. Herr, der du mensch geboren wirst, Immanuel und friedefürst, Auf den die väter hoffend sah'n, Dich bete ich im glauben an. 7. Du, unser heil und höchstes gut, Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und Gottes finder werden wir. 8. Gedanke voller majeſtät, Du bist es, der das herz erhöht; Gedanke voller seligkeit, Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des vaters schooße jitt. 10. himmel, die 62. Dit gemacht, Sein ihr ihn erfuhrt, Den tag der 2. Zu Bethlehem, in Davids stadt, Wie Micha das verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller heiland iſt. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist gebor'n eu'r fleisch und blut, Eu'r bruder ist das ew'ge gut. 4. Was kann euch thun die sünd' und tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen teufel und die höll', Gott's sohn ist worden eu'r gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Seht ihr auf ihn eu'r zuversicht; Es mögen euch viel' fechten an, Dem sei troß, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gott's geschlecht; Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit.( 92) Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. Weihnachtslieder. heiligsten geburt, Und erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied! 11. Dies ist der tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist.( 49) 39 4. Deß dank' ihm alle christenheit Für solche große güte, Und bitte sein' barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Vor falscher lehr' und bösem wahn, D'rin wir so lange zeit gestahn; Er wolle alle schuld vergeben. Gott, vater, sohn und heil'ger geist, Wir bitten von dir allermeiſt, Laß uns in friede leben. Ein alter Christ- Gesang. 63.& in findelein so Löbelich in findelein so löblich geboren heute Mel. Ein kindelein so löbelich zc. 64.& in find, dem keines jemals glich, Von einer jungfrau säuberlich eine jungfrau heute Geboren, 3u trost uns armen lenten. Wär' uns das findlein nicht gebor'n, So wär'n wir allzu mal verlor'n; Das heil ist unser aller. Ei du süßer Herr Jesu Christ, Der du ein mensch geboren ist, Behüt' uns vor der hölle. daß des findes sich Der erdtreis ewig freute. Sollt' es uns nicht geboren sein, So träf uns alle straf' und pein; Nun schafft es heil uns allen. Sei gepriesen, Jesu Christ. Daß du mensch geboren bist; Dein lob soll stets erschallen. 2. Die zeit ist nun ganz 2. Ach, welche freudenreiche freudenreich, zu loben Gottes zeit! Gepriesen sei dein name! namen, Daß Christus von dem Er selbst, der glanz der herrhimmelreich Auf erden zu uns lichkeit, Kommt als der weibesfommen. Es ist ein' groß' demü same; Der aller welt geſetze thigkeit, Die Gott vom himmel gab, Der Herr des himniels bei uns that; Ein knecht ist er kommt herab, Daß er ein knecht geworden, In allem, doch vhi' hier würde. Selbst von aller fünd', uns gleich, Dadurch wir fünde rein, Trug er, uns nur werden er etch, Trug unsrer zu befrei'n, Doch unsre sündenjünden bürden. bürde. 3. Wohl deme, der des glau- 3. Wohl jedem, der auf diebens ist, Mit ganzem Herzen ses heil Von ganzem Herzen trauet, Dem wird die seligkeit trauet! Wohl ihm, er hat am gewiß; Wohl dem, der darauf himmel theil, Weil er auf Chribauet, Daß Christus hat genug stum bauet. In Christo segnet gethan Für uns, darum er Gott uns nun, Denn der ist, ausgegahn Von Gott, dem ew'- für uns g'nug zu thun, Vom gen vater. Dwunder über vater ausgegangen. Unerhörte wunderthat! Christus trägt wunderthat! Mit wie großer unsre missethat Und stillet un- gnade hat Uns Gottes lieb' sern hader. umfangen. 40 Weihnachtslieder. 4. Drum danft ihm seine dies, Stellt uns das leben her, christenheit Für solche große Macht uns der seligkeit gewiß. güte, Fleht, daß er mit barm- Gott sei lob, preis und ehr'!:,:( 68) herzigkeit forthin behard Bor falscher lehr und 66.& schwacher geist, Und rmuntre dich, mein menschenwahn, Der unsern seelen schaden kann, Auf daß wir trage groß verlangen, Ein kleistets bezeugen: Er, des mennes lind, das vater heißt, Mit schen sohn, ist Gott, Wie sein freuden zu empfangen. vater, ew'ger Gott! Und unsre tnie' ihm beugen. wünschte nacht, darin es kam Und menschlich wesen an sich nahm, Mit uns und unsren seelen Sich ewig zu vermählen. ( Umarbeitung von Nr. 63.) 65. Nobt Gott, ihr christen, alle gleich In seinem höchsten thron! Heut' öffnet er sein himmelreich Und schenkt uns seinen sohn.:;: 2. Er kommt aus seines vaters schooß Und wird ein kleines find, Liegt in der krippe arm und bloß, Er, deß die himmel sind.:,: 2. Willkommen, theurer bräutigam, Du fönig aller ehren! Willkommen Jesu, Gottes lamm! Ich will dein lob vermehren, Ich will dir all mein lebelang Von herzen sagen preis und dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist mensch geboren. 3. Er läßt sein reich, er läßt 3. O großer Gott, wie fonnt' gewalt, Und kommt in dürftig- es sein, Dein himmelreich zu feit, Erniedrigt bis zur knechts- lassen, zu kommen in die welt gestalt, Der Herr der herrlichkeit:,: herein, Wo nichts, denn neid 4. Er liegt an seiner mutterbrust, Und milch ernähret den, An dem die engel ihre lust In tiefster ehrfurcht sehn.:,: und hassen? Wie konntest du die große macht, Dein königreich, die freudenpracht, Ja, endlich gar dein leben, Für deine feinde geben? 5. Aus Davids stamm ein edler zweig, Erscheint er in der zeit, 4. Ist doch, Herr Jesu! deine Errichtet auf der welt sein reich, braut Ganz arm und voller Sein reich, die christenheit.:: schanden; Doch hast du sie dir 6. Wie wunderbar! uns selbst vertraut Am kreuz in towird er hier Als mensch auf desbanden: Sie macht dir selerden gleich, Ihm ewig ähnlich ber hinderniß; Liebt fünde, tod werden wir Dereinst im him- und finsterniß Und du konnt'st melreich.:,: 7. Er wird ein knecht und ich ein herr: O gnade, der nichts gleicht! Wer hat sich jemals freundlicher, Als Jesus uns bezeigt?:: 8. Heut' öffnet er das paraihretwegen Den scepter von dir legen? 5. Du fürst und herrscher dieser welt, Du friedens- wiederbringer, Du fluger rath und tapfrer held, Du starker höllenzwinger! Wie ist es mög Weihnachtslieder. 41 lich, daß du dich Erniedrigest die ihr war't verloren! Nun so tief für mich, Als wärest du im orden Der armen mensch geworden? wird das größte wunder fund, Denn Gott ist mensch geboren, Er bringt das heil von oben her, Und wenn er nicht erschienen wär', Müßt' alles fleisch verderben. 6. O großes werk! o wundernacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du hast gebracht den starken mann, Der feu'r und wolfen zwingen kann, Vor dem die himmel zittern Und alle berg' erschüttern. 2. Er ist das wort, das alles schafft, Das alles hält und träget, Der schöne glanz, die ew'ge fraft, Wodurch sich alles reget; Er kommt uns sterblichen zu gut Und will, als unser fleisch und blut, Uns nun mit Gott versöhnen. 3. Er ist des ew'gen vaters sohn, Von ewigkeit gezeuget; Doch sieh, wie er von seinem thron Zu uns hernieder steiget, Erscheint in armer knechtsgestalt, Damit die schreckliche ge walt Des teufels uns nicht schade. 4. Dem menschen, der durch fünden war zum guten ganz erstorben, Stellt sich nunmehr das leben dar, Daß er, der ganz verdorben, Durch seine lebenskraft erweckt und mit dem helm des heils bedeckt, Den tod besiegen könnte. 5. Die welt war in der sünden nacht Mit finsterniß umgeben, Es fehlte ihr an kraft und macht, Sich selber licht zu geben; Drum kommt das unumschränkte licht, Mit göttlichhellem angesicht Die herzen zu erleuchten. 6. Nun ist er hier, des vaters wort, Der heiland ist er schienen. Wie, willst du mensch noch immerfort Den finstern 67. Auf, freuet euch von fünden dienen? Auf, Jesus herzensgrund, Ihr, kommt! auf, säume nicht! Er 7. O liebes find! o schönster inab'! Holdselig von geberden, Mein bruder, den ich lieber hab', Als alles glück der erden. Komm, schönster! in mein herz herein, Komm, laß dies deine wohnung sein, Komm, komm, ich will bei zeiten Es recht für dich bereiten. 8. Sag' an, mein seelenbräutigam, Mein' hoffnung, freud' und leben, Du edler zweig aus Jacobs stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir leib, seel' und geist, Ja alles, was mensch ist und heißt, Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, preis und dank, Herr Jefu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein bruder worden bist Und hast die welt bezwungen. Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preis' in dieser gnadenzeit Und mög' hernach dort oben In ewigkeit dich loben. ( 118) Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. Weihnachtslieder. 42 will dir leben, fraft und licht Aus seiner fülle geben. 7. Hier ist mein herz, Herr Jesu Christ, Mein heiland, licht und leben! Ach mach' es heilig, kann, Zu erquicken deine brüder. Gieb der ganzen christenschaar Friede und ein gnäd'ges jahr! Freude, freude über freude! Christus wehret allem leide. wie du bist, Dazu will ich Wonne, wonne über wonne! dir's geben. Ach heile du den Er ist unsre gnadensonne.( 81) schlangenbiß, Treib' aus des todes finſterniß, Dann biſt du 69. Wir singen dir, Immir geboren. ( 123) manuel, Du lebensfürst und gnadenquell, Du vatersglanz, du morgenstern, 68. aller reuet euch, ihr chriwer immer kann! Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem schalle, Daß er uns so hoch geacht't, Sich mit uns befreund't gemacht! Freude, freude über freude! wehret allem leide. wonne über wonne! Er ist unsre gnadensonne. Christus Wonne, herr'n! Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem heer Aus aller kraft lob, preis und ehr', Daß du, o längst erwünschter gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von anfang, da die welt gemacht, Hat so manch' herz nach dir gewacht; Dein hat geharr't so lange jahr' Der väter und propheten schaar. Halleluja! 2. Siehe, siehe, meine seele, Siehe deinen heiland hier, Der in liebe brennt zu dir, Daß er in der frippenhöhle Harte lie- 4. Vor andern hat dein hoch get dir zu gut, Dich zu lösen begehrt Der hirt und könig deidurch sein blut! Freude, freude ner heerd', Der mann, der dir über freude! Christus wehret so wohl gefiel, Wenn er dir sang allem leide. Wonne, wonne auf saitenspiel. Halleluja! über wonne! Er ist unsre gnadensonne. 5. Ach, daß der Herr aus Zion fäm' Und unsre bande von uns nähm! Ach, daß die hülfe bräch' herein, So würde Jacob fröhlich sein. Halleluja! 3. Jesu, wie soll ich dir dan fen? Ich bekenne, daß von dir Meine seligkeit herrühr'; Drum laß mich von di nicht wanken; 6. Nun, du bist hier, da lieNimm mich ganz zu eigen hin, gest du, Hältst in der frippe So empfindet herz und sinn deine ruh', Bist klein und machst Freude, freude über freude! doch alles groß, Bekleid'st die Christus wehret allem leide. welt und kommst doch bloß. Wonne, wonne über wonne! Halleluja! Er ist unsre gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner glieder Ferner noch in gnaden an; Schenke, was man bitten 7. Du fehrst in fremde wohnung ein, Und sind doch alle himmel dein, Trinkst milch von deiner mutter brust, Und bist Weihnachtslieder. 43 doch selbst der engel lust. Hal- Christ, dein frommer sinn leluja! Macht, daß ich so voll trostes bin. Halleluja! 8. Du hast dem meer sein ziel gesteckt, Und wirst mit windeln zugedeckt, Bist Gott, und liegst auf heu und stroh, Wirst mensch, und bist das A und O. Halleluja! 16. Bin ich gleich sünd- und lastervoll, Hab' nicht gelebt so, wie ich soll; Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der fünder zu dir kehr'. Halleluja! 17. Hätt' ich nicht auf mir sündenschuld, Hätt' ich kein theil an deiner huld, Vergeblich wärst du uns gebor'n, Halleluja! Wenn ich noch wär' in Gottes 9. Du bist der ursprung aller freud', Und duldest so viel herzeleid, Bist aller heiden trost und licht, Suchst selber trost und find'st ihn nicht. 10. Du bist der große men- zorn. Halleluja! schenfreund, Doch sind dir so viel menschen feind; Herodes heer hält dich für gräu'l, Und bist doch nichts als lauter heil. Halleluja! 18. So faff' ich dich nun ohne scheu, Du machst mich alles jammers frei, Du trägst den zorn, du würgst den tod, Verkehrst in freud' all' angst und noth. Halleluja! 11. Ich aber, dein geringster knecht, Ich sag' es frei und 19. Du bist mein haupt, hinmein' es recht, Ich liebe dich, wiederum Bin ich dein glied doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 12. Der will' ist da, die fraft ist flein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein ar- 20. Ich will dein halleluja mes herz, und was es kann, hier mit freuden singen für Das nimm, o Herr, in gnaden an! Halleluja! und eigenthum Und will, so viel dein geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja! und für, Und dort in deinem ehrensaal Soll's schallen ohne zeit und zahl. Halleluja!( 51) 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was die welt veracht't, Warst Mel. Nun danket alle Gott. arm und dürftig, nahmſt für 70. Ich freue mich in die und heiße willlieb wo mangel dich hintrieb. Halleluja! kommen, Mein Jesu, treuer 14. Du schliefst in windeln hort, Du hast dir vorgenomauf dem schooß; So war die men, Mein bräutigam zu sein. krippe auch nicht groß, Der Ach, wie ein süßer ton! Wie stall, das heu, das dich umfing, War alles schlecht und sehr gering. Halleluja! gnädig ist uns doch Der große Gottes sohn! 2. Gott senkt die majeſtät, Sein unbegreiflich wesen, In eines menschen leib, Nun muß Jesu die welt genesen. Der aller15. Darum so hab' ich guten muth, Du wirst auch halten mich für gut. 44 Weihnachtslieder. höchste Gott Kehrt bei den leben schafft, Daß ihr auch zu menschen ein, Wird gar ein ihm tönnt kommen Und euch kleines find, Sein nam' soll freuen mit den frommen. Jesus sein. 4. Aller heiden troft ist kom3. Wie lieblich klingt es mir, men, Jesus, unser freudenlicht, Wie schallt es in die ohren, Der beschirmer aller frommen, Es kann durch stahl und erz, Unser schutz und zuversicht, PreiDurch harte felsen bohren, set seine güt' und treu', Die Mein Jesu, meine lust! Wer Jefum recht erkennt, Der stirbt nicht, wenn er stirbt, Sobald er nennt. uns noch wird immer neu, So wird er euch allen geben, Hier und dort mit ihm zu leben.( 107) Wohlan, so will ich mich 72. besingen Dieſe zeit röhlich soll mein An dich, mein Jesu, halten, Und sollte gleich die welt In Und vor freud' Jesu opfer brintausend stücke spalten. Jesu, gen. Hört! hört! wie mit voldir, nur dir, Dir leb' ich ganz len chören Alle luft Freudig allein, Auf dich, allein auf dich, ruft: Christus ist geboren! Mein Jesu, schlaf' ich ein!( 167) 2. Heute geht aus seiner fammer Gottes held, Der die welt Reißt aus allem jammer. Gott wird mensch, mensch, dir zu gute: Gottes find, Das verbind't Sich mit unserm blute. 3. Sollte Gott uns nun wol hassen, Der uns giebt, Was er liebt Ueber alle maßen? Gott giebt, unserm leid zu wehren, Seinen sohn Aus dem thron Seiner macht und ehren. 4. Sollte von uns sein gefehret, Der sein reich und zugleich Sich uns selbst verehret? Sollt' uns Gottes sohn nicht lieben, Der aus huld Trägt die schuld! Was will uns betrüben? 71. F Mel. Fren' dich sehr, o meine seele. reuet euch, ihr Gottes finder, Preiset mit mir Gottes macht! Freuet euch, verlorne sünder! Denn Gott hat an uns gedacht Und den heiland kund gethan, Der uns führet himmelan, Daß wir durch den glauben können Uns nun Gottes finder nennen. 2. Seine herrschaft sich erstrecket Ueber alles, was da lebt; Seine hand schützt und bedecket, Was sich reget, lebt und schwebt; Wenn er spricht, jo geht sein wort Schnell, wie blitz und donner, fort, Es durchbringet geist und glieder, Tödtet und belebet wieder. 5. Sähe er uns gern verloren, Nimmermehr Wäre er Mensch für uns geboren. Hätt' er lust an unserm schaden, Ei so würd' Unsre bürd' Er nicht 3. Nun, ihr fünder hier auf erden, Wünscht ihr auch das höchste gut, Wollt ihr Gottes auf sich laden. finder werden? Ei. so ändert 6. Er nimmt auf sich, was euren muth! Preise: Gottes auf erden Wir gethan, Giebt güt' und kraft, Die ein neues sich an, Gottes lamm zu wer Weihnachtslieder. 45 den, Gottes lamm, das für Höchstes gut, Macht mich rein uns stirbet Und bei Gott Für den tod Gnad' und fried' erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner trippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit holden lippen: Lasset fahren, liebe brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring' alles wieder! 8. Kommt und laßt uns vor ihn treten, Stellt euch ein, Groß und klein, Jesum anzubeten! Liebt den, der vor liebe brennet, Euren Herrn, Der euch gern Allen segen gönnet. 9. Die ihr seid in großen Mel. Fröhlich soll mein herz befingen. leiden, Sehet, hier Sit die thür 73. Laß uns unserm Gott ihn wohl, er wird euch führen An den ort, Da hinfort Euch fein leid wird rühren. 10. Auf, ihr angefocht'ne herzen! Schrecken gleich Sünden euch Und gewissens- schmerzen, Auf! geheilt durch seine wunden, Haben wir Frieden hier, Trost in trüben stunden. 11. Kommt, ihr arme und elende, Kommt herbei! Füllet von sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, Und dein heil Ist mein theil, Meine noth zu stillen. In mein herz will ich dich schließen, Dich, mein hort, Durch dein wort Würdig zu genießen. 15. Ich will mich dir ganz verschreiben, Ich will dein Lebend sein, Dein auch sterbend bleiben. Dann wird in des himmels höhen Voller freud' Ohne zeit Dich mein auge sehen.( 51) 12. Süßes heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Jesu, hier Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens leben, Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 13. Meine schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine last Ganz auf deinem rücken. Nun kann ich das leben finden, Denn dein blut, freut Laßt uns heut' Ihm verehrung bringen! In des himmels hohe chöre Stimmt mit ein; Gott allein, Unserm Gott sei ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der ursprung aller wesen, Steigt herab Bis ins grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes rathfrei Eures glaubens hände. schluß fassen? Aber dies Ist Hier sind alle gute gaben, Euer hirt, Jesus, wird Eure seelen laben. gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt der sohn aus freien trieben Zu uns her; Wie sollt' er Nicht die menschen lieben. 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: ich errette. Deß soll sich der erdkreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach Bethleh'ms hütten; Seht, was schon Gottes sohn Dort für uns ge 46 Weihnachtslieder. litten. Er wird niedrig unsert- tod Soll von dir mich scheiwegen; Welch ein freund! Er den. erscheint Nur zu unserm segen. 13. Einst wirst du als rich6. Er, er will für unsre schul- ter kommen, Dann werd' ich, den Armuth, noth, Schmach Gottmensch, dich Sehn mit und tod Zur versöhnung dul- allen frommen. Gott, wie wird den. Lernt den menschenfreund dein feind erbeben! Aber ich erkennen; Uns will er, Der doch Werde mich Freu'n und ewig Herr, Seine brüder nennen. leben. ( 101) 7. Dankt ihm, der das inn're fehnen Sehen kann, Betet an! Mel. Nun sich der tag geendet hat Opfert freudenthränen! Liebt 74. Singt dem verſöhnvon Trau't dem Herrn, Der euch Herr Gott, dir danken wir. gern Seine freunde nennet. Es danket dort der Lobgesang Der auserwählten dir. 8. Wenn euch eure sünden fränken, Eilt herzu, Suchet ruh'! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Bittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Müßt ihr dulden schwere tage; Euern schmerz Fühlt sein herz; Kein erlöster zage, Trauet ihm an seinem feste! Wisset, er, Dieser Herr, Wählt für euch das beste. 2. Er, welcher schon von anbeginn Der welt mein retter war, Wird selbst ein mensch und, was ich bin; Er heißet wunderbar. 3. Gerecht ist Gott, und sein gericht Ist so gerecht, wie er. Es gelten alle himmel nicht Vor dir, erschrecklicher! 4. Sterbt, sprachst du, mehr als einen tod! Da lagen wir vor dir, Umringt mit elend und mit noth, Unglücklich für und für. 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen; Mehr, als ihr, Trug er hier, Euch beglückt zu machen. Eure kleine zeit der leiden Und der müh', Was ist sie Gegen ew'ge freuden? 5. Dein zorn, Herr, will versöhnet sein; Dein sohn erbarmet sich Und geht den tod des freuzes ein Für alle, wie für mich. 11. Gottmensch, du nahmst 6. Und als die zeit erfüllet meine bürde Gern auf dich, war, Da sandte Gott vom Daß auch ich Frei und selig thron, Deß freuet sich die würde. Wer kann deine lieb' engelschaar, Gott sandte seinen ergründen? Ewig soll Freuden- sohn. voll Sie mein herz empfinden. 7. Der, welcher erd' und him12. Dir, mein göttlicher be- mel trägt, Wird mensch in niefreier, Folg' ich nach, Obwol drigkeit; In eine krippe wird schwach, Doch um so viel gelegt Der Herr der herrlichkeit. treuer. Keine freatur, fein feiden, Keine noth Und kein 8. Die erde fennt nicht ihren Herrn, Die himmel kennen ihn Weihnachtslieder. 47 Und leuchten treu durch einen an dich. Was fehlt mir nun? stern Den weisen zu ihm hin. ist Gott mit mir, Wer ist dann wider mich?:;: 9. Ich bete dich in demuth an, Mein könig und mein Gott! Dich lob' ich auch, so viel ich kann, Mein retter aus der noth! 10. Mein ganzes leben will ich dir Zum dank, Herr Jesu! weihn; Mit freuden arm, dein pilger hier, Und dort dein bürger sein. 11. Hier gingst du, Herr, in knechtsgestalt! Dort aber im gericht Ist dir gegeben die gewalt Und herrlichkeit und licht. 12. Kommt, sterbliche, und füßt den sohn, Eh' noch sein zorn entbrennt, Und eh' er euch von seinem thron Im zorn verfluchte nennt. 13. Wohl aber allen, die auf ihn Und seine güte trau'n, Die gehen selig zu ihm hin, Ihn ewig anzuschau'n. 5. Du, sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater und mein friedefürst, So wie das heil der welt.:: 6. Was mir zur seligkeit gebricht, Das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir.:: Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. Ho hat Gott die welt 75. A geliebt, Daß er aus freiem trieb uns seinen sohn zum heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb!:,: 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid. Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn' ich herrlichkeit.:,: 8. Gelobt sei Gott! gelobt sein sohn! Gelobt sei auch sein geist! Er ist es, der von seinem thron Mir alle gnad' erweist.:,: ( 65) 14. Hilf du, mein heiland, 76. Jeſu Chriſt, Dein hilf du mir, licht, Und einst erfreue mich vor dir, Vor deinem angesicht!(?) krippe paradies, da meine seele weidet. Hier ist der ort, Hier liegt das wort, Das sich in unser fleisch und blut gekleidet. 2. Dem meer und wind Gehorsam sind, Giebt sich zum dienst und wird ein knecht der fünder. Du, Gottes john, Gehst von dem thron, Wirst arm und schwach, wie wir und unsre finder. 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigfeit Zu unserm heil beschlossen 3. Das höchste gut Hebt hat, Vollführt er in der zeit.:,: unser blut Auf seinen thron hoch 3. Er, aller menschen höch- über alle höhen, Verläßt sein stes gut, Der alle segnen kann, reich Und wird uns gleich, Nimmt, wie die kinder, fleisch Uns, die wir doch als dampf und blut, Doch ohne sünde an.:;: und rauch vergehen. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir: Du nimmst mein fleisch 4. Was will uns nun Zuwider thun Der seelenfeind mit allen 48 Weihnachtslieder. seinen ränken? Was zählet er hülf' und ruh', Er wird's so Die sünden her, Uns damit zu machen, daß du ihm wirst danverspotten und zu tränfen? ken; Er kennt ja freud' Und kennt auch leid, Er kennt die schwachheit und die noth der franken. 13. Empfand er doch Des freuzes joch, Die allerbittersten und schwersten plagen; Sollt' er denn nicht, Wenn hülf' gebricht, In unsrer noth mitleiden mit uns tragen? 5. Schweig, arger feind! Da fitt mein freund; Mein fleisch und blut sitzt auf dem thron der ehren. Der starke held Hat dich gefällt, Und das soll künftig deine qual vermehren. 6. Uns bringt sein heil Ein beffer's theil, Bringt mehr, als wir vorhin verloren, wieder. Der freudenquell, Immanuel, Schlägt alle furcht und allen schrecken nieder. 14. Mit einem wort, Er ist die pfort' Zu dieses und des andern lebens freuden; Er stärkt uns jetzt Und hilft zuletzt, Wenn wir einmal von dieser welt abscheiden. 7. Drum frommer christ, Wer du auch bist, Sei guten muths und laß dich nicht betrüben; Weil Gottes find Dich ihm verbind't, So fann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, Wie er dein joch, Der sünde und des satans joch zerbrochen: Ja, wie er dich Recht gnädiglich Von allen schulden gänzlich freigesprochen. 77. D¹ Gottes Mel. O Gott du frommer Gott. 9. Und weißt du nicht, Wenn u Gottes ew'ges trost gebricht, Daß er es ist, wort, Vom anfang der luft und wolken lenket? So ist dein wesen; Du Gott von laß dich denn Beruhigen, Klag' Gott gezeugt, Von ewigkeit erihm, was dich im Herzen heimlich fränket. lesen Zum heil der ganzen welt, mein Herr Jesu Christ, Willkommen, der du mir Zum heil geboren bist! 10. Dein blöder sinn Geht oft dahin, Ruft ach und weh, läßt allen trost verschwinden. Komm her und richt' Dein angesicht Zur frippe hin, da kannst du Jesum finden. 15. Laß aller welt Ihr gut und geld Und siehe nur, daß dieser schatz dir bleibe; Vertrau' ihm fest! Wer ihn nicht läßt, Den ehrt und frönt er dort an seel' und leibe.( 51) 2. Komm, o selbstständ'ges wort, Sprich trost in meine seele, Daß mir's in ewigkeit An freude niemals fehle! Sm 11. Wirst du geplagt, Sei glauben wohn' in mir Und unverzagt, Dein bruder wird weiche nimmer nicht; Laß mich dein bitten nicht verschmähen; auch nicht von dir Abweichen, Sein herz ist weich Und gnadenreich, Kann unser leid nicht ohne thränen sehen. 12. Tritt nur herzu, Such' schönstes licht! 3. Eh' himmel, erde, meer, Und was da ist, gegründet, Warst du, das wort bei Gott, Weihnachtslieder. 49 Von liebe schon entzündet Zum| Mel. Ermunt're dich, mein schwacher heil der sterblichen. Ja, du geift. warſt ſelber Gott, Wirſt mensch 78. Gott, deine gnade ſei gepreist! Sie und im Sünd', höll' und tod zu spott. 4. Was hat, o Jesu, dich Von anfang doch bewogen? Was hat vom himmelsthron Dich in die welt gezogen? Ach, deine Liebesgunst und meine große noth Hat dich bereit gemacht Zum leiden und zum tod. 5. Du bist das ew'ge wort, Das allen dingen leben, Der welt ihr sein und licht, Der zeit den lauf gegeben. Ach, so bin ich, mein heil, Auch dein geschöpf und gab', Der alles, was ich bin, Von dir empfangen hab'. uns heil und leben. Ermunt're dich, mein träger geist, Shr wohlthun zu erheben! Dent' an die nacht, da auf der welt Des um sein so theures leben Für höchsten sohn sich eingestellt, fünder hinzugeben. 2. O große that! erwünschte nacht, Von engeln selbst bejungebracht, Der uns das heil ergen, Du hast den mittler uns held, Der alles schuf und alles rungen; In dir erschien der starke hält, Der freund der menschenfinder, Des todes überwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, Aus deinem him6. Gieb, daß ich dir zum mel famest Und unser fleisch dienst Mein ganzes Herz ergebe, und blut so gern Persönlich an Auch dir allein zum preis Auf dich nahmest, Sohn Gottes, o dieser erde lebe; Ja, Jesu, wie hast du dich So tief erschaff' mein herz Von allen niedrigt auch für mich! Wie ünden rein, Laß es bis in den arm bist du erschienen, Um mir tod Nur dir geheiligt sein! zum heil zu dienen! 7. Laß sonst nichts in mir 4. Olehre mich den großen sein, Als was du, Herr, ge- werth Von deiner huld recht schaffen; Reut' alles unfraut fassen. Was reizte dich auf aus Und brich des feindes dieser erd', Dich so herab zu waffen. Was bös', ist nicht lassen? Hier warteten dein nichts von dir, Das hat der feind als noth, Verachtung, fummer, gethan; Du aber führe herz schmerz und tod, Und doch Und fuß auf eb'ner bahn. kamst du auf erden, Ein menschensohn zu werden. 8. Das Leben ist in dir und alles licht des lebens; Mir 5. Noch stärker, Herr, als strahl' dein gnadenglanz, Mein schmerz und tod War deine Gott, auch nie vergebens. Weil menschenliebe. Du sahest unsre du das licht der welt, So sei sündennoth Mit mitleidsvollem mein lebenslicht, O Jesu, bis triebe. Du stimmtest, unser heil mir dort Dein himmelsglanz zu sein, In deines vaters rathanbricht. ( 86) schluß ein, Wardst mensch und 4 Neujahrslieder. 50 famst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 2. Wie bin ich froh, Daß du also, O Gott, die welt in 6. Immanuel, dein freu' ich deinem sohn geliebet. wer mich; Du bist auch mein er bin ich, Daß du auch mich, retter; Auch mir zum troste So herrlich hoch, noch eh' ich sandte dich Der Herr, der Gott war, geliebet. der götter. Was mir mein 3. Er, unser freund, Mit wahres wohl verschafft, Erleuch- uns vereint Zur zeit, da wir tung, frieden, beff'rungskraft noch seine feinde waren, Er Und freuden, die stets währen, wird uns gleich, Um Gott, Willst du auch mir gewähren. dein reich und deine lieb' im 7. Was soll ich dir, mein fleisch zu offenbaren. größter freund, Für deine treue 4. An seinem heil Gieb mir geben? Du bist's, der mich mit auch theil; Hilf, daß ich redGott vereint, Du bringst mir lich glaub' an seinen namen. heil und leben. Herr, was ich Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, hab' und was ich bin, Das Herr spricht, Und doch nicht geb' ich dir zum dienste hin; sucht, sein beispiel nachzuIch will dich ohn' aufhören, ahmen. Wie du es forderst, ehren. 5. Aus dank will ich In brüdern dich, Dich, Gottes sohn, bekleiden, speisen, tränken, Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost erfreu'n und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist im himmel und auf erden! (?) Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller tnie soll dir gebeuget werden. 8. Noch sieht dich zwar mein auge nicht, Einst aber wirst du kommen, Dann schauen dich von angesicht, Herr, alle deine frommen; Dann werd' ich auch, Herr Jesu Christ, Dich seh'n, so herrlich als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das vor dir ist, erheben. Mel. O Jesu Christ, dein' krippe ist. Erhebt den Herrn! Er 79. Hefeierlich des hei- hilft uns gern, Und wer ihn lands fest mit Lob und dank sucht, den wird sein name tröbegehen. Der liebe dank Und sten. Halleluja! Halleluja! Freut Lobgesang Kann dich allein, du euch des Herrn und jauchzt Gott der lieb', erhöhen. ihm, ihr erlösten. ( 49) Neujahrslieder. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch| Daß du in noth und in gefahr Uns haft bewahrt so manund Gott. 80. Das alte jahr ver- ches jahr! gangen 2. danken dir, Herr Jesu Christ, sohn Wir bitten dich, o ew'ger Des vaters in dem höch Neujahrslieder. 51 sten thron, Du woll'st dein' dienet als den tod, Ja sogar arme christenheit Bewahren fer- der hölle noth. ner allezeit. 4. Herr, dein nachtmahl, tauf 3. Daneben gieb uns fried' und wort Hast du auch an unund ruh' Und was uns nöthig serm ort Rein erhalten und ist dazu; Durch deine starke dazu Frieden und erwünschte gnadenhand Beschüße unser ruh' Uns so mildiglich beschert; ganzes land. Ja, was unser herz begehrt, Hast du reichlich uns gewährt. 4. All' unsre sünden uns verzeih', Ein gut gewissen stets verleih'; Gieb, daß wir deines namens ehr' Verbreiten immer mehr und mehr. 5. Billig sagen wir dir dank Für die kleidung, speis' und trank, Für gesundheit, ehr' und gut. Rob sei dir, daß nicht die 5. Und wenn es dir, o Herr, gluth, Noch das wasser, noch gefällt, Uns abzufordern aus der wind Uns, die wir so der welt, So gieb ein selig sträflich sind, Hat verderbet so ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. geschwind. 6. O Jesu Christ, erbarme dich! Hör unsre bitte gnädiglich: Durch dein verdienst, durch deinen tod Erlöse uns aus aller noth.( 147 v. 1 u. 2. 152 v. 3-6). 6. 3war du hast uns lassen sehen, Was den fündern muß geschehen; Aber deine güt' und treu' War doch alle morgen neu. Ach regier' uns herz und sinn, Daß wir jetzt zum anbeginn Alle bosheit legen hin. 81. Abermal ist eins dahin Von der zeiten anbeginn; Abermal ist dieses jahr, Wie wir selber, wandelbar, Und man nennt es nunmehr alt. Höret, wie die nachricht bald Von dem neuen jahr erschallt. 2. abermal Eins dahin ist von der 82. Durch plagen, Durch Mel. Befiehl du deine wege. trauern und zahl Unsrer jahre, die wir sehn Schneller als den rauch ver- noth, durch angst und leid, gehn, Da von unsrer pilgrim- Durch hoffnung und durch klaschaft Wieder eins ist hingerafft gen, Durch manche trübe zeit Durch so schneller zeiten kraft. Bin ich gottlob gedrungen; 3. Herr, wie groß ist deine Dies jahr ist hingelegt. Dir, güt'! Herr, wie fromm ist dein Gott, sei lob gesungen! Mein gemüth! Hast du doch bei tag herz ist ganz bewegt. und nacht Dieses jahr an uns 2. Der du mich haft gebauet, gedacht, Da doch wir nur In dir besteht mein heil; Dir staub, o Gott! Nichts ver- ist mein glück vertrauet, Du 4* 7. Gute nacht, vergang'nes jahr Sammt der trübsal und gefahr! Gute nacht, du sündenfleid! Decke mich, o frömmigfeit! Treuer Jesu, führe mich Und mein leben gnädiglich, Daß ich lieb' und lobe dich!( 118) 52 Neujahrslieder. bist und bleibst mein theil; Du| Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c ist nun auch dies haft mich wohl erhalten, Du, 83. jahr verflossen, Ein meine zuversicht! Du wirst schon ferner walten, Wie mir dein wort verspricht. jahr in dieser gnadenzeit, Darin du auf mich ausgegossen, Gott, reichlich deine gütigkeit. Herr, deine huld hat mich gepflegt Mit allem, was sie gutes hegt. 3. Mein Gott, o meine liebe! Was du willst, will auch ich. Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein will' ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dir soll mein ganzes leben, Nur dir geheiligt sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich will's auch thun! Soll mich die armuth drücken, Ich will dabei beruhn; Soll mich verfolgung plagen, Ich nehm' es an bon dir; Soll ich verachtung tragen, Herr, ich gehorch' auch hier. 5. Soll ich verlassen Herr Gott, dein wille gilt; Soll noth mich hier umgeben, Mein heiland, wie du willt; Soll ich leben. 4. Du läsfest es an fleiß nicht auch frankheit leiden, Ich will sparen, Mich einst zum guten gehorsam sein; Soll ich von hinnen scheiden, Dein wille ist baum zu ziehn, Hast mich ge pflegt von jahr zu jahren und fraft zur blüth' und frucht verliehn. Dein lebensthau flo mildiglich, Dein gnadenschein erwärmte mich. 2. Gelobt sei deine wundertreue, Die meiner stets gewartet hat. Ja, täglich spürte ich auf's neue, Daß deine liebe wunder that; Du nahmst dich meiner herzlich an, Daß ich nicht g'nug dich preisen kann. 3. Ich war aus Adams bösem stamme Ein wilder, unfruchtbarer baum, Mit recht bestimmt zur art und flamme; Doch gabst du mir aus gnaden raum In deinem weinberg, Christi kraft Gab mir dort neuen lebenssaft. auch mein. 6. Soll ich zum himmel dringen, Gar gern, o Gott mein licht! Soll mich die höll verschlingen, Ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet Auch selbst der hölle gluth, Du aber bist verfühnet Durch deines sohnes blut. 5. Mein Gott! ich kann nicht g'nug erhöhen Den fleiß, den du an mich gewandt. Du grubst um mich, man konnte sehen, Es sei die arbeit deiner hand; 7. Heut' ist das jahr beschlos- Du nahmst hinweg, was böser sen; Herr deine gnade sei Neut art, Verdorret und untüchtig über mich ergoffen, Daß mein ward. herz werde neu. Meid' ich die 6. So hast du nun schon alten fünden, So werd' ich, manche jahre Gewartet, daß Gott, bei dir Auch neuen segen finden, Dein wort verspricht es mir. ( 125) ich früchte brächt'. Ich trage frucht, doch ich erfahre, Daß sie noch unreif und zu schlecht. Neujahrslieder. Du schonest mein noch immerdar Und schenkst mir heute noch ein jahr. 7. Herr, laß mich deine gnade stärken, Ist sie doch alle morgen neu, Daß ich durch glauben auch in werken In diejem jahr recht fruchtbar sei. Dein sohn erfleht mir deine huld, Drum habe noch dies jahr geduld. 53 Jesu, rett' uns aus gefahr! Wend' ab zu dieser bösen zeit Krieg, theurung, pest und alles leid. Laß, Herr, denn wir sind alle dein, Dir jeden stand befohlen sein. 2. Gieb uns dein wort und sacrament Im lande bis an unser end', Krön' auch dies jahr mit deiner güt' Und uns mit segen überschütt'. Daß solches amen sei und wahr, Das wünscht und hofft der christen schaar.( 161) 8. Ach, mache mich voll geist und leben, zu meinem weinstock hingelenkt, Zu Jesu, daß ich, gleich den reben, Durch dich in Mel. Wach' auf, mein herz, und ſinge. ihn ſei eingeſenkt. Da werd 85. Nun laßt uns freudig völlig blühn, Aus ihm vollkomm'ne früchte ziehn. 9. Ja, meine frucht wird immer bleiben, Und ich, durch ihn belebt, erquickt, Werd' immer neue früchte treiben, Durch ihn geheiligt und geschmückt, Mit früchten der gerechtigkeit Erfüllet bleiben allezeit. 10. Den weinberg, großer Gott! behüte Dein arm von deiner Gottheit thron, Du hast ihn selbst aus lauter güte Erwählt in Christo, deinem sohn; Laß seine frucht von dir gedeihn, Ihn voll von deinem fegen sein. 11. Einst wirst du mich in eden setzen, Weil ich hier Christi rebe war. Da wirst du dich und ihn ergötzen Im ewig frohen ruhejahr; Nichts wird da meine frucht entweihn, Nein, sie wird ewig herrlich sein (?) und mit beten Vor Gott, der unserm leben Bis hieher kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem jahr zum andern: Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel angst und plagen, Durch zittern und durch zagen, Durch manche große schrecken, Die bange furcht erwecken. 4. Denn, wie von treuen müttern In schweren ungewittern Die finder hier auf erden Mit fleiß bewahret werden: 5. Also und auch nicht minder Läßt Gott uns, seine finder, Wenn noth und trübsal blißen, In seinem schooße sizzen. 6. Ach, hüter unsers lebens, Fürwahr! es ist vergebens Mit unserm thun und machen, Wenn nicht dein' augen wachen. Mel. Vater unser, im himmelreich. 7. Gelobt sei deine treue, Die alle morgen neue. Lob sei 84. Nun un treten wir ins den starken händen, Die alles neue jahr, Herr herzleid wenden. 54 Neujahrslieder. 8. Laß ferner dich erbitten, bewacht, Daß der tod die leiDu halfst sonst, wenn wir lit- beshütte Noch nicht in das ten; Bleib' uns im kreuz und grab gebracht. Ach du läsfest leiden Die quelle wahrer freuden. mich noch stehn, Da doch andre 9. Gieb mir und allen denen, von mir gehn, Und schon viele Die sich von herzen sehnen Nach sind begraben, Die noch nicht dir und deiner hulde, Ein herz, mein alter haben. das sich gedulde. 3. Herr, ich bin ja zu geringe Dieser großen gütigkeit. Wenn ich meine rechnung bringe Ueber die verfloff'ne zeit, So entfällt mir aller muth, Weil 11. Sprich deinen milden die rechnung gar nicht gut. segen Zu allen unsern wegen; Wie viel jahre sind verdorben, Laß großen und auch kleinen Die gnadensonne scheinen. Da ich nicht der welt gestorben! 4. Doch, ich falle dir zu fuße, Vater, ach vergieb die schuld! Denn du schenkst mir wahre buße Und in Christo deine huld. Jesus hat mir heil gebracht Und die rechnung gut gemacht, Drum kann ich für meine sünden Noch bei dir vergebung finden. 10. Schließ' zu die jammerpforten, Gieb segen allen orten, Auch da, wo frieg und waffen So viel verderben schaffen. 12. Sei der verlaff'nen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen gut und habe. 13. Hilf gnädig allen kranken, Gieb fröhliche gedanken Den hochbetrübten seelen, Die sich mit schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll' uns mit deinem geiste, Der uns hie herrlich ziere Und dort zum himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, meines Lebens leben, Mir und der christenschaare Zum sel'gen neuen jahre! ( 51) 5. Herr, durch deines geistes treiben Schaff' in mir, was dir gefällt. Soll ich denn noch länger bleiben In der fündenvollen welt, Ach so stärke mich durch dich, Und dein geist regiere mich, Dann wird, was sonst schwer geschienen, Alles mir zum besten dienen. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 6. Lehre mich, Herr, deine 86. Ach, wie laufen doch rechte, Sei du mir, Gott, ſonn' jahre, Wie verschwindet doch die zeit! Und ich bleibe von der bahre Noch bis diesen tag befreit. Ich weiß, was die welt beklagt, Was ein tag dem andern sagt: Alle sünder, Adams erben, Groß' und fleine müssen sterben. 2. Doch du hast, mein Gott, aus güte Als mein hüter mich armen knechte, Wie und wo und wann du willt. Wenn die tage böse sind, Ach, dann lehre mich, dein kind, Mich recht in die zeit zu schicken, So wird mich dein heil beglücken. 7. Nahe ich mich einst dem ende, So befehl' ich meinen geist Dir in deine treuen hände, Neujahrslieder. 55 Der mein Gott und vater heißt. und trank; Güter, die von dir Ach, ich freue mich darauf, herkamen, Fordern ja von mir Daß ich nach vollbrachtem lauf den dank. Deine gnade kann Dort der freuden soll genießen, mich stärken In der lieb' und Welche ewig dauern müssen.(?) guten werken. 7. Mein gebet, Herr, müsse steigen Bis vor deinen gnadenthron, Dann wirst du zu mir dich neigen, Wie zu deinem lieben sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen Dies mein opfer dir gefallen. 2. Laß mich, Herr, bei allen pflichten Deine ehre stets erhöhn, Und nichts reden, nichts verrichten, Ohn' auf deinen ruhm zu sehn, Selbst nichts denfen, nichts begehren, Ohn' auch darin dich zu ehren. 8. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Tilge alle meine sünd', Dann wird sie mir nicht mehr schaden, Wenn ich nur verzeihung find'. Du, mein Gott, nur du, mein leben, Kannst die sünd' allein vergeben. 9. Tröste mich mit deiner liebe, Nimm, o Gott, mein flehen hin, Weil ich mich so 3. Meiner hände werk' und sehr betrübe, Ja, voll angst thaten, Meiner zunge red' und und zagen bin; Stärke mich wort Müsse nur durch dich ge- in meinen nöthen, Daß mich rathen, Durch dich geh' es sünd' und tod nicht tödten. glücklich fort. Neue kraft laß mich erfüllen, Zu verrichten deinen willen. Mel. Gott des himmels und der erden. 87. ilf, Herr Jesu, laß gelingen! Hilf! das neue jahr geht an. Laß es neue kräfte bringen, Daß auf's neu' ich wandeln kann. Neues glück und neues leben Woll'st du mir aus gnaden geben. 4. Was ich denke, was ich mache, Das gescheh' in dir allein. Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein! Geh' ich aus, laß mich nicht gleiten, Komm ich heim, steh' mir zur seiten. 10. Salb', o vater, meine wunden, Wasche mich mit hsop ab; Denn ich bin noch underbunden Und verleget bis ins grab. Tilg', Herr, meine miſſethaten, So wird meiner noth gerathen. 5. Laß mich beugen meine kniee Nur zu deines namens 11. Große fünder kannst du heilen, Ach, ich bin in ihrer zahl. Du, du kannst mir gnad' ertheilen, Hilf mir doch aus dieser qual, Denn du kenneſt ehr', Hilf, daß ich mich stets ja die schwachen, Du selbst bemühe, Dich zu preisen mehr mußt sie stärker machen. und mehr. Laß mein beten, laß mein flehen Zu dir durch die wolfen gehen. 12. Zähle los mich hochbetrübten, Der ich nicht bezahlen kann. Liebe mich in dem ge6. Laß mich, Herr, in deinem liebten, Dein sohn Jesus nimmt namen Fröhlich nehmen speis'| mich an. Jesus läßt mich nicht 56 Neujahrslieder. verderben, Jesus läßt mich nicht Hätte sonst nicht manche plage im sterben. Üns bereits dahin gerafft? Alles hat Gott abgewandt Und den segen uns gesandt. 13. Herr, du wollest gnade geben, Daß dies jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Ohne trug und heuchelei, Daß ich noch allhier auf erden Fromm und selig möge werden. 4. Scines wortes edler same Wird in unser herz gestreut. uns wird fund sein großer name; Dank sei ihm in ewigkeit! Nimm dich, Herr, wie du gethan, Unsrer seelen ferner an. 5. Gott hat frieden unserm lande Unverdient bisher ge14. Herr, mein eifrigstes bemühen Sei die wahre frömmigfeit! Laß mich stolz und hoffahrt fliehen, Laß mich beten jederzeit, Laß mich sünd' und schenkt; Reiner ist in seinem schande meiden, In geduld mein stande Durch des frieges last unglück Leiden. gekränkt, Jeder ruhig; feine noth Dringt zu uns: das kommt von Gott. 15. Jesu, richte mein beginnen, Jesu, ziehe mich nach dir, Jesu, zähme mir die sinnen, Jefu, bleibe stets bei mir, Jesu, sei mir in gedanken, Jesu, laß mich nimmer wanten. 6. Theurung hat uns nicht gedrückct, Kein brand unser gut verzehrt, Keine pest uns hingerücket, Keine flut das land verheert, Gottes obhut, Gottes treu' Ward uns alle morgen neu. 7. Das sind wahrlich große dinge, Die kein schwacher geist begreift. Herr, wir sind ja zu geringe Alles dessen, was gehäuft Dein erbarmen und Mel. Gott des himmels und der erden. dein rath Uns bisher erwiesen 88 Robet Gott von Herzens- hat. grunde; Danfet, die 8. Tilge unsre schweren sünihr danken könnt! Rühmet thu den, Strafe nicht die missemit that und munde, Die ihr that. Laß uns jene gnade euch von Christo nennt! Betet finden, Die dein sohn erwor= ihn in demuth an! Singt von ben hat. Nimm das blut des dem, was er gethan! mittlers an, Der für uns genug gethan. 2. Seine güte, die ohn' ende, Hat ein neues jahr gebracht; D'rum erhebet eure hände, Preiset unsers Gottes macht, Der nach milder vaterhuld Uns noch träget mit geduld. 9. Gieb uns mit den neuen tagen Neue herzen, neuen geist, Daß wir lust zu allem tragen, Was dein will' und wort uns heißt. Gicb uns einen neuen sinn, Zich' uns näher zu dir hin. ( 42) 3. Gott verlängert unsre tage, Er ist unsers lebens fraft; 16. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefang'ne jahr, Trage mich stets auf den händen, Bleibe bei mir in gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die welt verlaffen. ( 118) Neujahrslieder. 57 Mel. Der seelen heil kommt gänz-| In unserm lande wohnen, Daß treu' und liebe bei uns ruh', lich her. 89. Gott schafft die sonne Und wenn wir fehlen, wolleſt Durch Christum unser ( 49) und du den Das jahr danach zu theilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die zeiten eilen; Er ordnet jahre, tag und nacht; Er hat es alles wohl 3. Laß auch dies jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih' uns kraft, die fraft ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem reiche streben. schonen. 90. Du Gott, du biſt der Herr der zeit Und 2. Herr, der da ist und der auch der ewigkeiten; Ach laß da war, Von dankerfüllten mich jetzt mit fröhlichkeit Dein zungen Sei dir für das ver- hohes lob verbreiten. Ein floss'ne jahr Ein heilig lied gefungen, Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh', für jede that, Die uns durch dich gelungen. theil der zeit ist wieder hin; Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad" und güte. Mel. Allein Gott in der höh' ſei ehr'. 6. Laß weisheit und gerechtigkeit Bei ihm beständig thronen; 2. Dich, ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares wesen, Dich, den fein wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, Du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine treu', Mit huld uns zu begeg4. Gieb mir, wofern es dir nen; An jedem morgen wird gefällt, Des lebens ruh' und sie neu, Mit wohlthun uns zu freuden; Doch schadet mir das segnen. Ich kenne feinen augenglück der welt, Und dient mir blick, Da nicht von ihr stets kreuz und leiden: So stärke mit heil und glück Mir zugeflossen geduld mein herz Und laß mich wäre. nicht in noth und schmerz Des nächsten glück beneiden. 4. Du hast in jedem lebensjahr Mich väterlich geleitet, 5. Hilf deinem volt, Herr, Und wenn mein herz voll forväterlich In diesem jahre wie- gen war, Mir hülf' und trost der, Erbarme der verlaff'nen bereitet. Von ganzer feele dich Und der bedrängten glieder, preis' ich dich; Auf's neue überGieb glück zu jeder guten that geb' ich mich, Gott, deiner weiUnd laß dich, Gott, mit heil sen führung! und rath Auf unsern fürsten nieder. 5. Vergieb mir die gehäufte schuld Von den verfloss'nen tagen Und laß mich deine vaterhuld In Christo ferner tragen! Laß tugend und zufriedenheit Laß mich in deiner gnade ruhn, 58 Neujahrslieder. Und lehre lebenslang mich thun eifer und durch fleiß Dich, meiNach deinem wohlgefallen. nen Gott, gepriesen, mir und 6. Gieb neue lust und neue der welt genüßt Und jeden fraft, Vor dir gerecht zu wan- dienst gethan, Weil du ihn mir deln. Laß mich, Herr, stets ge- gebotst, Nicht, weil mich menwissenhaft Mit mir und andern schen sahn? handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und nicht die welt zu lieben. 4. Wie habe ich bisher Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf dich gerühret? Erfreute ich mich dein, Der unser flehn bemerkt, Und hab' ich im vertrau'n Auf dich mein herz gestärkt? 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die lust der welt zu fliehen; Um bess're freuden müsse sich Mein geist mit ernſt 5. Dacht' ich bei dem genuß bemühen. Dies leben ist mein Der güter dieser erden An prüfungsstand; Im himmel ist dich, allmächtiger, Durch den sie mein vaterland, Dahin, Herr, laß mich trachten. sind und werden? Verehrt' ich dich im staub? Empfand ich deine huld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? 8. lehre selbst mich, meine zeit Recht weislich auszukaufen; Laß mich die bahn zur ewigkeit Mit heil'ger vorsicht laufen; 6. Und wie genoß mein herz Der tage last erleicht're mir, Des umgangs süße stunden? Bis meine ruhe einst bei dir Fühlt' ich der freundschaft Kein wechsel weiter störet!(?) glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein ernst noch sanft? Die freude Mel. Nun danket alle Gott. 91.& in jahr ist wieder hin, unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, Das ich bercuen soll? Und diesen theil des lebens, Wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir ver- 7. Hab' ich die meinigen gebens? Hab' ich mit allem Durch sorgfalt mir verpflichtet? ernst Dem guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Sie durch mein beispiel still Sm guten unterrichtet? War Nicht meiner pflicht gelebt? zu des mitleids pflicht Mein 2. Hab' ich in deiner furcht, O Gott, es angefangen? Mit dank und mit gebet, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von dir Der tugend mich zu weihn Und züchtig und gerecht Und stets dein freund zu ſein? 3. Hab' ich in dem beruf, Den du mir angewiesen, Durch herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? 8. War mir der fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Wenn heute deine hand Noch über mich gebeut, Bin ich, vor dir zu stehn, Auch willig und bereit? Auf's Fest der Verkündigung Mariä. 59 9. Gott, der du alles weißt, 10. Ja du verzeihest dem, Was könnt' ich dir verhehlen? Den seine sünden kränken; Du Ich fühle täglich noch Die liebst barmherzigkeit Und wirst schwachheit meiner seelen. Ver- auch mir sie schenken. Sei gieb durch Christi blut Mir die auch in diesem jahr Mit verlegte pflicht, Vergieb und gnade über mir! Leb' ich, so gehe du Mit mir nicht in's leb' ich dir, Sterb' ich, so sterb' gericht! ich dir. ( 49) Auf's Fest der Verkündigung Mariä. Mel. Herr Gott nun sei 2c. Sein königreich daneben, Daß er in solchem stand Uns geistlich soll' regieren Und durch der seligkeit und über alles sein leiden führen Sn's wahre achten Den, der uns hat be- freudenland. 92. aßt uns mit ernst betrachten Den grund freit Von sünden, tod und 6. Er ist von Gott erforen höllen, Der sterbend auch zu Zum hohen priesterthum; Er fällen Den satan war bereit. selbst hat ihm geschworen, Daß 2. Der Jesus ward genen- er mit großem ruhm Soll diese net, Als er empfangen ist, würde führen, Uns segnen und Der wird von uns bekennet, regieren Vom höchsten heiligDaß er sei Jesus Christ. Er thum. macht uns frei von sünden Und läßt die seel' empfinden, Daß Gott versöhnet ist. 7. Er wird der Herr genennet, Drum ist er wahrer Gott! Wer ihn dafür erkennet Und ehret sein gebot, Den wird er göttlich führen, Ihn gnadenvoll regieren Und tilgen seine noth. 3. Er sollte Christus heißen, Der heiland aller welt, Und satans band zerreißen, Bald, als ein tapfrer held, Der hölle reich zerstören, Des vaters reich zu mehren, zu thun, was ihm gefällt. 8. Das hat die schrift bezeuget, Jehovah nennt sie ihn, Vor dem sich alles beuget, Und alles chret ihn. Ja, fürsten, engel, thronen, Die werfen ihre kronen Vor ihm in demuth hin. 4. Es sollte Jesus wehren Der sünd' und missethat; Gerechtigkeit uns lehren Und nach des vaters rath Im sieg den tod verschlingen, Auch alles Er wird es stets vermehren; wieder bringen, Was verloren hat. 9. Er herrscht mit großen ehren Und gründet zions wohl; man Er macht es segensvoll; Er schafft in großen gnaden, Daß 5. Von Gott ist ihm gege- feine noth ihm schaden, Kein ben Der scepter in die hand, feind es stürzen soll. 60 Auf's Fest der Verkündigung Mariä. 10. Ist Gott nun offenbaret 3. Du bist des allerhöchsten Im fleisch, so glauben wir, Daß sohn, Dich hat dein Gott erder, so uns bewahret Und seg- höhet Auf deines vaters Danet für und für, Sei Gott vids thron. Dein reich, das und mensch zu nennen. Es ewig stehet, Ist voller ehr' und lässet sich nicht trennen Der herrlichkeit, Voll wahrheit und Gott und mensch allhier. gerechtigkeit; Dazu bist du empfangen. 4. O Jesu, laß dein reich in mir Durch dich gepflanzet werden, Daß du in mir und ich in dir Hier leben mög' auf erden, Daß dieses reich in heiligkeit, In glauben und gerechtigkeit Fest und gegründet bleibe! 5. Es ist ja doch in uns dein reich, Will's gleich die welt nicht wissen; Und regte sich dawider gleich Das reich der finsternissen, So wird es dennoch fest bestehn; Ja, nimmer wird es untergehn, Wenngleich die feinde toben. 6. Bald aber wird es offenbar, Bald wird ein tag einbrechen, Da stellst du dich als richter dar, Dich wider die zu rächen, Die böses wider dich gethan Und mit verfolgung, fluch und 93. großer fönig, Seju bann Betrübt die reichsgenoſſen. 11. Durch Jesum ist bereitet Die ganze welt; er hat Den himmel ausgebreitet. Es ist durch seinen rath Der engel heer erschaffen, Ein heer, das ohne waffen Oft große wunder that. 12. Er, Jesus, kann erwecken Die tobten kräftiglich; Er weiß ein ziel zu stecken Dem starken wütherich; Er prüfet herz und nieren, Will in den himmel führen, Die selbst verleugnen sich. . 13. Laßt uns zusammentreten, Des allerhöchsten john In demuth anzubeten; Denn ihm ist ja die kron' Der chr' und macht gegeben! Gieb, Herr, nach diesem leben Auch uns den gnadenlohn! ( 118) Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. geist empfangen Und mir zum trost geboren bist, Ach, laß mich gnad' erlangen, Daß ich durch deinen heil'gen geist Das, was der name Jesus heißt, Im herzen wohl erwäge! 2. Du heißest Jesus, weil du mich Von aller meiner fünde Selbst selig machst und schaffst, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. eut' daß ich Dich durch den glauben 94. Het iſt uns die Zeit erschienen, Auf Adam schon so oft, Auf die Jakob, und sammt ihnen Alle väter längst gehofft, Dran sich Jesu Christ Der welt kein andrer name ist Zur seligkeit gegeben. bereit Und hilf mir überwinden, Daß ich dein gnadenreich ausbreit' Und dort mög' ewig finden Das reich der ehr' und herrlichkeit, Das man dort erbet nach dem streit: Ach laß es bald erscheinen!( 86) Auf's Fest der Verkündigung Mariä. 61 95. De Abraham erquicket, Als er sie| Mel. Lasset uns den Herren preisen. im geist erblicket. er du uns das heil 2. Heut' erscheint die gnadenerrungen, Menschsonne, Tag, dem sonst kein tag geword'ner Gottessohn, Ewig mehr gleicht, Da der glaube sei dir lob gesungen, Daß du voller wonne Sein erwünschtes von des himmels thron Uns ziel erreicht. D, der oft gewünschten stunden, Die sich nunmehr eingefunden! 3. D, du anfang unsrer freuden, D, du auserwähltes licht, Das, mit Ifrael, den heiden Leben, heil und trost verspricht! Du vertreibst die finstern schatten, Die die welt umgeben hatten. 4. Aus den wolken her von oben Regnet schon gerechtigfeit; Denn durch Gottes gna denproben Wird der erdkreis hoch erfreut. Gottes sohn kommt selbst auf erden, Uns zu gut ein mensch zu werden. 5. Schwache menschen zu beglücken, Stellt sich Gott in schwachheit ein, Will als find die welt erblicken; Sein geschöpf soll mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns armen, Statt der strafe folgt erbarmen. zu gut in's fleisch gekommen. Der du schon vor langer zeit Dich hast voller freundlichkeit Meiner seele angenommen und mein bruder worden bist, Sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches gevermählet Mit der göttlichen schlecht! Herr, du hast es selbst natur Und vor aller treatur Es zur lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes sohn, Sißt der mensch auf Gottes thron. 3. Der du bist der völker segen, Kamst, vom fluch uns zu befrei'n, Und wir können deinetwegen Ewig finder Gottes sein. Hat die sünd' uns gleich verdorben, O, so hast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft Und durch dein verdienst er6. Gnadenvolles wunderzei- worben, Daß wir ganz von chen, Das der Herr an uns sünden rein Einst dir können gethan, Welches kein verstand ähnlich sein. erreichen, Keine flugheit fassen fann! Hier und dort in jenem leben Will ich es mit Lob erhebent. 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit Gott versöhnt, Hast der schwachen menschen orden Wieder mit 7. Dich, du Gottmensch, zu dem recht belehnt, In den himbefingen, Ünsern bruder, fleisch mel einzugehen, und dort Gotund blut, Würdig, dir den dank tes herrlichkeit Nach der furzu bringen, Dir, der unser höch- zen prüfungszeit Im verklärstes gut, Laß die herzen voll ten glanz zu schen: Nun ist verlangen Dich im glauben fest meine zuversicht Wie ein anfer, umfangen! das nicht bricht. ( 42) 62 Auf's Fest der Verkündigung Mariä. lor'nen sündern. War er schon reich, wird er doch gleich Den armen menschenkindern. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist mein Immanuel! Sollte Gott mich hülflos lassen? Hier ist meiner 3. O süßer trost, o großes hülfe quell! Was vermag mich glück, Das aller welt entſtehet! anzufechten? Er, der meinen Gott giebt uns einen gnadenjammer fennt Und mich seinen blick Und hat uns hoch erhöhet; bruder nennt, Sißt als Herr Denn Jesus ist Als Herr und zu Gottes rechten; Gott, mit christ Für uns im fleisch erdem ich schon vereint, Ist durch schienen; Drum soll die welt ihn mein bester freund! dem großen held, Dem Gott der ehren dienen. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele rühmt sich dein. Laß mich freudig im gemüthe Voll von deinem ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen! Laß mich in gerechtigkeit Dir zu dienen sein bereit; Deine huld ist unermessen. Gieb, Herr, daß für deine treu' Ich dir ewig dankbar sei!( 39) Mel. O Herre Gott, dein göttlich wort. N 4. Gott hat sich unserm fleisch vermählt Und unter uns auf erden Ihm eine wohnung auserwählt, Daß wir erlöset werden. Aus lieb' und tren' Macht er uns frei, Uns, die verlor'nen fünder. Er, der gerecht, schafft uns das recht Versöhnter gotteskinder. 96. tag kann seligkeit Den fündern angebrochen. Nun ist des teufels macht und neid Gedämpfet und gerochen. Von Gottes thron Ist Gottes sohn Als held und mittler fommen. Das höchste gut hat fleisch und blut Von menschen angenommen. uns heilen. Hier ist der mann, Der helfen kann und deinen kopf zertreten; Hier ist ein find, das sich verbind't, Für uns zu Gott zu beten! 2. Nun ist des vaters wunsch erfüllt, Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzens wunsch gestillt, Denn Jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den ver- versagen. un 5. Trotz sei nun dir, du seelenfeind! Troß allen deinen pfeilen! Denn bei uns wohnet 6. Jesu, theurer Gottessohn, Für uns ein mensch geboren! Du hast von deiner Gottheit thron Und herrschaft nichts verloren; Drum hilf, daß wir Dich für und für In unsern herzen tragen, So wird uns Gott einst nach dem tod Den himmel nicht ( 88) Passionslieder. 63 Mel. Sorge, vater, sorge du. Und geduld in plage, Daß ich 97. Deine leiden, Gottes dich von Herzen lieb, Und mein zu Im gebet aus geistes trieb Möge Gott gefallen! (?) bedenken, Woll'st du mir von deinem thron Geist und andacht schenken, Wie, mit wahrer lieb' erfüllt, Du aus treuem herzen Gottes zorn für mich gestillt, Selbst durch todes schmerzen! 98. Hriben zu bedenfen, err, stärke mich, dein 2. Gieb, daß ich erwägen mag Deine angst und bande, Mich in das meer der liebe zu Deine speichel, schläg' und versenken, Die dich bewog, von schmach, Deine freuzesschande. Deine geißel, dornenkron', Speer- und nägelwunden, Dadurch du, o Gottessohn, Dir mich haft verbunden! aller schuld des bösen uns zu erlösen! 2. Selbst wahrer Gott, doch wahrer mensch auf erden, Und bis zum tod am freuz gehorsam werden, An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die sünde tragen. 3. Welch' wundervolles, heiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinken meine fräfte; Mein Herz erschrickt; ich seh' und ich empfinde Den fluch der sünde. 3. Laß mich aber nicht allein Deine marter sehen, Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach, die ursach' war auch ich! Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade fände. 4. Hilf, daß ich in reu' und schmerz Dieses recht bedenke, Und nicht mehr dein treues herz Durch die sünde kränke! Hilf du mir, der sünden last Recht mit ernst zu meiden, Weil du mich erlöset hast Durch dein schweres leiden! Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und 5. Schrecket mich der hölle mein verdienst darnieder; Es pein Um der fünde willen, Ach, stürzt mich tief, und es erhebt so tritt in's mittel ein, Hilf die mich wieder, Lehrt mich mein schrecken stillen! Denn mein heil, macht mich aus Gottes glaube hüllet sich, Herr, in feinde Zu Gottes freunde. deine wunden, Liebest du nur, Jesu, mich, Hab' ich gnade funden! 6. Es übersteigt die menschlichen gedanken; Allein sollt' ich darum im glauben wanken? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich Ich bin ein mensch; darf der gern Dir das freuz nachtrage, sich unterwinden, Gott zu erDaß ich demuth von dir lern' gründen? 64 Passionslieder. 7. Der Herr ist groß, mir| 4. Sein verdienstlich leiden gnade zu erweisen; Mir kommt stillt Deines Gottes zorn und es zu, sie demuthsvoll zu prei- rache; Er hat das gesetz ersen, Daß ich im reichthum sei- füllt, Gut gemacht die böse ner gnadenwerke Den glauben sache, Hölle, sünd' und tod bestärke. zwungen Und den himmel dir errungen. 8. Mein Gott und Herr, an dessen blut ich glaube, Sch 5. Seele, was ist deine liege hier vor dir gebückt im pflicht? Solltst du dem nicht staube, Verliere mich mit dan- freudig dienen, Der als bürge kendem gemüthe In deine güte. in's gericht Für dich tritt, Gott 9. So sei denn ewig auch zu verfühnen? Was du hast, von mir gepriesen Für das erdein ganzes Leben, Mußt du barmen, das du mir erwiesen, ihm zum dienst ergeben. Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben! 6. Jesu, daß ich herz und sinn, Mein vermögen, all mein können Dir zum opfer schuldig bin, Muß ich überzeugt bekennen! Aber hab' ich's denn bewiesen? Hat mein leben dich gepriesen? 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit frenden deinen willen üben. D, gieb zu diesem seligen geschäfte, Herr, selbst mir fräfte! ( 49) 7. Ach, mein heiland, zürne nicht, Daß es nicht nach pflicht geschehen! Segne, was mein herz verspricht; Denn man soll Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 99. Meine feel', entre dich, Jesu liebe Zeivon nun an sehen, daß ich zu bedenken; Auf sein Leiden glauben, lieb' und werke müsse sich Deine ganze andacht gen will durch deine stärke. 8. Dir, mein Jesu, dir, mein lenken, Daß dich Jesu große heil, Dir will ich mich ganz treue Recht erquicke und erfreue. verschreiben! Ich will dir, mein 2. Schaue, wie des höchsten hort, mein theil, Unverrückt ge= sohn Dort im garten angst treu verbleiben, Will dir leben, empfunden Und dann unter leiden, sterben Und durch dich spott und hohn, Schlägen, gei- das leben erben! Bel, schmerz und wunden, Gar ( 127) Dir das leben zu erwerben. 100. Gin lamm geht hin 3. Größ're liebe kann nicht schuld Der welt und ihrer finsein. Du, für deine sünden- der; Es geht und büßet in gefreuden Solltest ewig höllen- duld Die fünden aller sünder; pein, Ganz von Gott versto- Es geht dahin, wird matt und Ben, leiden; Aber Jesus trägt frank; Es giebt sich auf die die fünden, Daß du könntest würgebant, Begiebt sich aller gnade finden. freuden; Es übernimmt schmach, Passionslieder. 65 hohn und spott, Angst, wun- fassen. Du sollst sein meine den, striemen, freuz und tod, zuversicht, Und, wenn mein herz Und spricht: ,, ich will's gern im tode bricht, Sollst du mein ,, leiden. 11 leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster ruhm, Hiemit zu deinem eigenthum Mit leib und seel' verschreiben! 2. Dies lamm ist er, der große freund Und heiland meiner seelen; Ihn wollte Gott zum fündenfeind Und zum verföhner wählen; Er sprach: ,, mein sohn, geh, nimm dich ,, an Der welt, die sonst nichts retten kann von meines zor , nes ruthen. Die straf' ist schwer, der zorn ist groß; Du kannst und sollst sie machen los Durch sterben und durch „ bluten!" # 1 # " 1 6. Ich will von deiner lieblichkeit Bei nacht und tage fingen, Mich selbst auch dir nach möglichkeit Zum freudenopfer bringen. Mein ganzes leben soll sich dir Und deinem namen für und für In dankbarkeit ergießen, Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so gut ich kann, In mein gedächtniß schließen. 3. ,, Ja, vater, ja, von herzensgrund," Sprach er, ,, will ich's erfüllen, Der menschen 7. Eröffne dich, mein herz und sinn, Du sollst geheiligt 11 noth nach deinem bund Durch werden; Dein heiland giebt dir blut und tod zu stillen." Ogaben hin, Mehr werth als wunderlieb', o liebesmacht, Du tausend erden. Was hat die kannst, was nie ein wiß er welt? gut, ehr' und macht: O, dacht, Durch Gottes rath voll- sie vergeht mit ihrer pracht! bringen! liebe, liebe, du bist Ich hab' ein besser's funden. stark, Du streckest den in grab Mein größter schatz, Herr Jesu und farg, Dem erd' und him- Christ, Ist dieses, was geflossen mel singen. ist Aus deines leibes wunden. 01 4. Ihn seh' ich dort am 8. Das will und soll ich mir freuzesstamm Verwund't, ver- zu nuß zu allen zeiten maschmäht, verachtet; Er trägt die chen; Im streite soll es sein schuld; als Gottes lamm Wird mein schutz, In traurigkeit er für mich geschlachtet. Mein mein lachen, In fröhlichkeit Jesus stirbt, stirbt mir zu gut; mein saitenspiel, Und, wenn Er kommt mit wasser und mit mir nichts mehr schmecken will, blut, Drum schafft sein tod Soll mich dies manna speiſen. mein Leben. Gottes famm, Im durst soll's sein mein waswas soll ich dir Dafür erwei- serquell, In einsamkeit mein sen, daß du mir Hast so viel sprachgesell Zu hause und auf heil gegeben? reiſen. 5. Mein' lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut, Herr, ist mein leben; Wenn mich die wie du mich, Mit liebesarmen trübsalshize trifft, Kann es 5 66 Passionslieder. mir schatten geben. Sett mir 4. O du wunderbarer rath, angst oder schwermuth zu, So Den man nie ergründet, der find' ich in dir meine ruh', Wie unerhörten that, Die man nirauf dem bett ein franfer; Und gends findet! Was der mensch, wenn des unglücks tobend meer der fünden knecht, Trotig hat Mein glaubensschiff treibt hin verbrochen, Wird an dir, der und her, So bist du doch mein du gerecht, Bis auf's blut gerochen. anter. 5. Meine sünden haben dich, Jesu, so geschlagen; Du kommst willig, willst für mich Schmerz und krankheit tragen. Für der menschen missethat Hast du dich verbürget, Und nach deines vaters rath Bist du gar erwürget. 6. Alle strafen, dazu ich Durchs gesetz verbunden, Nimmst du ganz allein auf dich, Und durch deine wunden Wird mir fried' und heil gebracht: Herr, dies muß mich dringen, Dir Mel. Sorge, vater, sorge du. 101. eu, meiner feele für solcher liebe macht Ewig zu bringen. meiner freuden, Meines Lebens 7. Laß in großer freudigkeit zuversicht, Nimm doch für dein| Nun auch mein gewissen Geleiden Dieses schwache danklied gen angst und noth und streit an, Daß dich meine seele Preise, wie sie immer fann, Und dein Lob erzähle. Deines heils genießen! Jesu, meiner seele hort, Treib durch deine schmerzen Meine seelenangst hinfort Fern aus meinem herzent. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich doch bewogen, Was dein freundlich's herz so 8. Laß, sobald mein herz sehr Hat zu uns gezogen, Daß erschrickt Ueber meine fünden, du angst, gewalt und noth, Wenn auf dich mein glaube Schläge, hohn und banden, Lä- blickt, Mich. Herr, gnade finsterungen, freuz und tod Wil- den. Jesu, sich, ich falle hier lig ausgestanden. Mit rechtschaff'ner buße Und in tiefster demuth dir Glaubensvoll zu fuße. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines reiches freuden, So soll dies blut mein purpur sein, Ich will mich darin fleiden; Es soll sein meines hauptes fron', In welcher ich will vor den thron Des höchsten vaters gehen, Und dir, dem ich mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte braut An deiner Seite stehen. ( 51) 3. Gottes vaterherz, bereit, Gnade zu erweisen, Deine huld und freundlichkeit, Jesu, 9. Nun ich weiß, worauf ich die wir preisen, Hat's allein bau', Und bei wem ich bleibe, dahin gebracht, Daß wir nicht Wessen fürsprach' ich vertrau', verzagen, Wenn der sünden Und an wen ich gläube. Jesu, meng' und macht Das gewissen du bist es allein, Der, mich nagen. hält und schüßzet, Wenn mich Passionslieder. 67 schreckt gewissenspein, Und die wein' und klage über mich Und hölle blitet. über meine sünde. 10. Ich will, weil ich einst mit dir Werd' im himmel erben, Herr, bei deinem freuze hier Leben und auch sterben, Bis mein auge sehen wird nach des todes banden Meinen heiland, freund und hirt, Jesum, der erstanden. ( 66) Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 4. Was du bezahlt, ist meine schuld, Der Herr stirbt für die knechte; Er büßt mit göttlicher geduld Für sünder, der gerechte. Mein ist die last, die Jesus trägt; Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert hat, Des todes sollt' ich sterben. 102.W as ist der mensch, 5. fünde, sünde, gute deß du gedenkst? nacht! Zu lang', ach viel zu Was bin ich? mein erbarmer, lange Hast du das Herz um Du, der du alle dinge lenkst, trost gebracht; Ich will gleich Was bin ich, Herr, ich armer? einer schlange Dich hassen, deiIch lag im blut, und meine ne lockung fliehn, Und mich der noth War fluch, gesetz und ew'- liebsten lust entziehn! Bei Christi ger tod, Wo sollt' ich rettung tod und leiden Entsage ich der finden? Doch mein erlöser argen welt, Ich will, was meisuchte mich, Jehovah sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden." mem fleisch gefällt Und alle sünde meiden. 6. Herr, laß mich deine 2. göttliche barmherzigkeit! freundlichkeit und deine güte Sein sohn soll für uns sterben. schmecken, Wenn sünden der Der mittler, wohlzuthun bereit, vergang'nen zeit Mit ew'gen Entzieht uns dem verderben; strafen schrecken. Es reißt aus Er fleidet sich in fleisch und jeder seelennoth Mich, Jesu blut, Und, was fein freund, kein dein versöhnungstod Und deine bruder thut, Wer kann was blut'gen wunden, Und deine größers denken? Er stellt sich qual und deine schmach Und, aller marter bloß, Er leidet, Herr, dein unterdrücktes ach er stirbt göttlich groß und läßt Aus heißen prüfungsstunden. in's grab sich senken. 7. Dank, mein erlöser, dank 3. Ganz faßt dich selbst ein sei dir Für jede deiner plagen, engel nicht, Gedanke zum er- Für alle leiden, die du hier schüttern; Zwar bist du meine An seel' und leib getragen, Für zuversicht, Doch denk' ich dich deinen schmerz auf Golgatha Sei mit zittern. Wenn ich im geist dank dir und halleluja, Preis Gethsemane, Wenn Golgatha deinem großen namen! Herr, im geist ich seh', Was ist's, wenn mir mein gewissen droht, das ich empfinde? Ich weine, Hilf mir und in der letzten noth Herr, doch nicht um dich; Ich Und vor gerichte. Amen.( 74) 5* 68 Passionslieder. Mel. Sorge, vater, sorge du. Daß er ihn so schläget, Oder 103. Siehe, mein getreuer handlungen verübt, Deren ſchuld weislich handeln, Ohne tadel, schlecht und recht Auf der erde wandeln. Sein gerechter, from mer sinn Wird in einfalt gehen; Dennoch, dennoch wird man ihn An das kreuz erhöhen. 2. Hoch am freuze wird mein sohn Große marter leiden, Und viel' werden ihn mit hohn Als ein scheusal meiden; Aber so besprenget er Durch sein blut die heiden, Bringt auch ihnen gnade her Und schenkt ew'ge freuden. 3. Kön'ge werden ihren mund Gegen ihn zuhalten und aus innerm herzensgrund Ihre hände falten. Das verblend'te heidenheer Wird ihn sehn und hören Und mit lust zu seiner ehr' Sein' erkenntniß mehren. 7. Nein, fürwahr er ist gerecht, Er ist ohne sünden, Aber, was der böse knecht Billig sollt' empfinden, Trägt er; daher kommt die noth, Die er ausgestanden. Wir sind schuld an seinem tod, Marter, angſt und banden. 8. Daß ihn Gott so heftig schlug, War blos unsertwegen; Seine bürden, die er trug, Ließ er auf sich legen, Büßte unfre missethat, Daß wir friede hätten, Heilte uns und schaffte rath, Ewig uns zu retten. 9. In der irre, ungewiß, So wie schafe gehen, Gingen wir in finsterniß, Ohne licht zu sehen; Aber Gottes treuer sinn Ließ uns gnade finden, Schlug den sohn und warf auf ihn Unser aller sünden. 4. Aber da, wo Gottes licht Längstens hell geschienen, Sieht man doch die menschen nicht Gott von herzen dienen, Denn wer gläubt? und wer will gern Auf den höchsten merken? Und wem wird der arm des Herrn Kund an seinen werken? 10. Willig nahm er sie und gern Mit gelassnem Herzen; Er ertrug den zorn des Herrn Unter tausend schmerzen, Litt voll göttlicher geduld, ließ kein drohwort hören Und trug fremder fünden schuld, Ohn' sich zu beschweren. 5. Fast will keiner, daß sein preis Ihm gebührend werde, 11. Wie ein lamm sich still Weil er aufschießt, wie ein reis dahin Läßt zur schlachtbank leiAus der dürren erde, Krank, ten, Hat den allerfrömmſten ſinn, verdorret, ungeſtalt, Voller Zeigt kein widerstreiten, Läßt blut und schmerzen; Daher sich führen, wie man will, Fanscheut ihn jung und alt Mit gen, binden, zähmen Und dazu verkehrten herzen. in großer still' Auch sein leben nehmen: 6. Ei, was hat er denn gethan? Was sind seine schulden, 12. Also ließ auch Gottes Daß er da für jedermann lamm Ohne widersprechen Sich Solche schmach muß dulden? sein herz am freuzesstamm UnHat er etwa Gott betrübt, sertwegen brechen. In den tod Passionslieder. 69 fant er hinab, Den er selbst Da er denen gleich geschätzt, doch bindet, Weil er sterbend tod und grab Mächtig überwindet. Die sehr übertreten, Auch die, so ihn hoch verletzt, Bei Gott ſelbst verbeten. ( 51) 13. Er ist aus der angst und qual Ganz herausgeriſsen. Sei- 104 wir arme fünder! ner große zahl zu seinen füßen. Nimmer auszu- Darin wir empfangen Und gesprechen ist Seines Lebens län- boren sind, Hat gebracht uns ge, und kein sterblicher ermißt alle In so große noth, Daß Seiner jahre menge. wir unterworfen Sind dem ew'gen tod. Kyrie, eleiſon! Christe, eleison! Kyrie, eleison! 2. Aus dem tod uns fonn14. Doch wahrhaftig ist der Herr Für sein volk gestorben; Heil und seligkeit hat er Reichlich uns erworben; Er erdul- ten Unsre eigenwerk' Nimmerdet grab und tod, So wie sün- mehr erretten, Weil die sünd' der leiden; Doch, auch das zu start; Daß wir würd'n ererfüllet Gott, Daß ihn reiche löset, Sonnt's nicht anders sein, Gottes sohn mußt' leiden 15. Er wird als ein böjer Bittre todespein. Styrie, eleimann Vor der welt geplaget; fon! Christe, eleison! Kyrie, Unrecht hat er nie gethan, eleison! Böses nie gesaget; Gottes ruhm und ehre ist Stets durch ihn gemehret; Sein betrug und teine lift Je von ihm gehöret. fleiden. 3. So nicht wär' gekommen Christus in die welt, Hätte angenommen Unsre arm' geſtalt 16. Ach er ist für fremde Und für uns gelitten Gern und sünd' In den tod gegeben, Auf williglich, Müßten alle mendaß du, o menschenkind, Durch schen Sterben ewiglich. Kyrie, ihn möchtest leben, Daß er eleiſon! Christe, eleison! Kyrie, eleison! mehrte sein geschlecht, Den gerechten samen, Der Gott dient und opfer brächt' Seinem heil'gen namen. 4. Solche große gnade, Solche vatergunst Hat uns Gott erzeiget Ganz und gar umsonst 17. Das ist seine höchste In ihm, seinem sohne, Der freud' Und des vaters wille, gegeben ist In den tod des Daß den erdkreis weit und breit Sein' erkenntniß fülle, Damit der gerechte tnecht Und der Styrie, eleison! welt verfühner Gläubig mache freuzes, Uns zur seligkeit. Styrie, eleison! Christe, eleison! 5. Dessen wir uns trösten und gerecht Alle sündendiener. Gegen sünd' und tod Und ja 18. Große menge wird ihm nicht verzagen Vor der höllenGott Zur verehrung schenken; gluth; Denn wir sind entrissen Denn er ließ sich selbst durch Aller fährlichkeit Durch den spott Willig für uns kränken, sohn des höchsten. Lobt ihn Passionslieder. 70 ewiglich! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! 6. Darum woll'n wir loben, 6. Wie die worte ewig stehen, Danken alle Gott Vater und Daß du gut und gnädig sei'st, dem sohne Und dem heil'gen Also kann auch nicht vergehen, geist, Bitten, daß er wolle Was du allen sündern dräu'st: Schüßen vor gefahr, Daß wir Keiner kann in seinen sünden standhaft bleiben Treu bei sei- Unversöhnt erbarmung finden. nem wort. Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison!( 16) 7. Keiner von den seraphimen, Von der cherubimen chor Ronnte mir den schmuck verdienen, Welchen Adams fall Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 105. Ach muß Gottes verlor. Gott, ja Gott muß versöhnen Und mit heil und segen frönen. sohn selbst büßen mich Und erdulden hohn und spott? Muß er gar sein blut vergießen, 8. Alle menschen waren fünUm zu tilgen meine noth? der, Drum kann feiner in der Konnt' ich sonst in meinen sün- welt Für verlorne menschenden Weder trost noch rettung finder Zahlen solch ein lösegeld, finden? Das zur tilgung unsrer sünden Dich, o vater, kann verbinden. 2. Vater, konnte dein erbarmen, Deine große lieb' und huld Mich nicht ohne blut umarmen, Noch erlassen meine schuld? Mußte denn dein sohn selbst sterben, Uns das leben zu erwerben? auf uns schauen, Uns dir wiederum vertrauen. 3. War kein guter engel tüchtig, Daß er konnte mittler sein? War das werk für die zu wichtig, Die von sünden frei und rein? Konnte mich von satans fetten Unter ihnen feiner retten? 4. Oder war aus Adams findern, Unter der so großen zahl, Keiner tüchtig, dies zu lindern, Daß nicht träfe diese wahl Den, der als der eingeborne Kommt zu suchen das verlorne? 9. Aber nun, da der gelitten Und sein theures blut vergießt, Der dein wort nie überschritten, Der vollkommen heilig ist: So ist uns durch ihn das leben Und die seligkeit gegeben. 10. Gieb, daß ich dies wunder ehre Mit gebet und dankbarfeit; Meines geistes fräfte mehre, Daß ich die vollkommenheit Deiner großen liebe schaue, Fest im glauben darauf baue. 11. Laß mich nicht den sünden leben, Sondern dem, der mich befreit! Ihm will ich mich ganz ergeben, Wandeln in gerechtigkeit, Und, wenn ich einst soll erblassen, Mich auf seinen tod verlassen! 5. Nein; so mußte es geschehen, Und es mußte selbst dein sohn An der menschen stelle stehen, Wenn du, Herr, von 106. S Mel. Jesu, der du meine ſeele. gefu, meines Lebens leben, Jesu, meideinem thron Gnädig solltest nes todes tod, Der du dich Passionslieder. 71 für mich gegeben In die tiefste Hast du wollen sein gequälet. feelennoth, In das äußerste Tausend tausendmal sei dir, verderben, Nur daß ich nicht Liebster Jesu, dank dafür! möchte sterben, Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 7. Deine demuth hat gebüßet Meinen stolz und übermuth, Dein tod meinen tod versüßet: Es kommt alles mir zu gut; Dein verspotten, dein verspeien Muß zur ehre mir gedeihen. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von herzen, Jesu, für gesammte noth, Für die wunden, für die schmerzen, Für den herben bittern tod, Für dein zittern, für dein zagen, Für dein tausendfaches plagen. Für dein ach und schwere pein Will ich ewig dankbar sein. ( 78) 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und banden, Du, gerechter Gottes sohn, Mich verlornen zu erretten Von des teufels sündenfetten! Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 3. Du hast lassen wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine plagen, Um zu sehen mich in ruh'. Ach du hast zu meinem segen Lassen dich mit fluch belegen. Tausend tausendmal sei Mel. Befiehl du deine wege. dir, Liebſter Jeſu, dank dafür! 107. Weg, melt, men det Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem was dir wohlgefällt! Dein Jeschimpf belegt und mit dornen sus muß jetzt leiden, Der sich gar gekrönet: Was hat dich zum opfer stellt. Weg, die ihr dazu bewegt? Daß du möchtest dient den lüsten! Der Herr mich ergößen, Mir die ehren- trägt qual und pein; Wie könfron' aussehen: Tausend tau- nen wahre christen Voll eitler sendmal sei dir, Liebster Jesu, freude sein? dank dafür! 2. Ach seht sein seelenschrekfen! Bis in den tod betrübt Muß er den zornkelch schmecken, Den ihm sein vater giebt. Seht, wie er uns zu gute Selbst mit dem tode ringt, Sein schweiß mit seinem blute Aus seinen adern dringt! 3. Er wird verkauft, verrathen; Man legt ihm bande an, Der keine missethaten, Rein unrecht je gethan. Auf falsch erdachte tlagen Wird er verhöhnt, verspeit, Verspottet und 5. Du hast wollen sein geschlagen, Aufzuheben meine pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Toß ich möchte trost erlangen, Bist du ohne trost gehangen. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 6. Du hast dich in noth gestecket, Hast gelitten mit geduld, Gar den herben tod geschmekfet, Um zu büßen meine schuld; Daß ich würde losgezählet, Passionslieder. geschlagen, Der Herr der herr- und grab, Drum sterb' aus lichkeit. gleichem triebe Ich meinen lü(?) 4. Gegeißelt und entkräftet, sten ab. Trägt eine dornenkron', Wird gar an's freuz geheftet, Des höchsten vaters sohn; Man ſieht ihn zwiſchen fündern, Wie 108. Erforsche mich, erDamit er erwirbt. er am mein herz Adams findern Ihr ew'ges heil Und sieh, Herr, wie ich's meine. Ich denk an deiner Leiden 5. Fürwahr um unsertwillen schmerz, An deine lieb', und Trug Jesus solche noth; Des weine. Dein freuz sei mir gehöchsten zorn zu stillen, Erdul- benedeit! Welch wunder der det er den tod; Uns sünder zu barmherzigkeit Hast du der welt erretten, Giebt er sein Leben erwiesen! Wann hab' ich dies hin, Und daß wir frieden hätten, genug bedacht Und dich aus Kommt zorn und fluch auf ihn. aller meiner macht Genug dafür gepriesen? 6. Dich bet' ich an im glauben, Ja, dich verehrt mein herz. Nichts soll den trost mir rauben, Den mir dein todesschmerz Mit reichem maß gegeben, Weil du, Herr Jesu Christ, Mir trost, erlösung, leben Und auch ein beispiel bist. 2. Rath, kraft und friedefürst und held, In fleisch und blut gekleidet, Wirst du das opfer für die welt, Und deine seele leidet. Die schwere stunde ist nun da, Fast schwerer als auf Golgatha, Fast schrecklicher und 7. Dein durst, o lebensquelle, trüber. Du flehest unter angst Geht auf mein seelenheil; Du und weh: Ist's möglich, vater, fühleſt tod und hölle, Das le- o so geh Der kelch vor mir ben ist mein theil; Du wirst vorüber!" von Gott verlassen, Damit er bei mir sei; Du mußt für mich erblassen, Ich bin vom tode frei. 72 Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 3. Dein schweiß wird blut, du ringst und zagst Und fällst zur erde nieder. Du, sohn des höchsten, kämpfft und wagst Die erste bitte wieder. Dut fühlst, von Gott geſtärkt im streit, Die schrecken einer ewigfeit; liebe ohne ende! Auf dich nimmst du der menschen schuld Und giebst mit göttlicher geduld Dich in der fünder hände. 9. Die welt mag voller freuden Den weg zur hölle gehn; Ich will bei Jesu leiden Und seinem freuze stehn. O Jesu, 4. Du trägſt der miſſethäter lohn, Und hattest nie geſündigt, Du, der gerechte Gottessohn; deine liebe Trieb dich in tod So war's vorher verkündigt. 8. Die ausgestreckten hände Sind gegen mich gewandt. Du neigst das haupt am ende, Das ist ein liebespfand. Ich seh in beinem streite, In deinem todesschmerz, In deiner offnen seite Dein liebevolles herz. Passionslieder. 73 Der frechen schaar begehrt dein dienst gestehn, Und dich durch blut; Du duldest, göttlich groß, ihre laster schmähn, Is einen die wuth, Um seelen zu erretten. sündendiener! Wer dich nicht Dein mörder, Jesu, war auch liebt, kommt in's gericht; Wer ich, Denn Gott warf aller nicht dein wort hält, liebt dich sünd' auf dich, Damit wir frie- nicht, Warst du gleich sein den hättent. verfühner. 5. Erniedrigt bis zur knechts- 9. Du hast's gesagt, du wirst gestalt, Der größte doch im her- die kraft Zur heiligung mir schenzen, Erträgst du spott, schmach ken. Dein blut ist's, das mir und gewalt, Voll krankheit und trost verschafft, Wenn mich die voll schmerzen. Du warest der fünden kränken. Laß mich im eifer verachtung ziel, Denn da war des gebets, Laß mich in lieb' nichts, das uns gefiel, Und und demuth stets Vor dir erfunnicht gestalt, noch schöne. Vor den werden. Dein heil sei mir dir, Herr, unsre zuversicht, Ver- der schirm in noth, Mein stab barg man selbst das angesicht. im glück, mein schild im tod, Dich schmähn des bundes föhne. Mein letzter trost auf erden.( 49) 6. Ein opfer nach dem ew'gen rath, Belegt mit unsern plagen, Um deines volkes missethat Gemartert und zerſchlagen 109. Jeu, meine feste schuld du den weg zum zu büßen, Ja die stamm In unschuld, stumm, schuld der ganzen welt, Haft gleich wie ein lamm, Das man du durch dein blutvergießen zur schlachtbank führet. Frei Dich selbst willig dargestellt willig, wie der Helden held, Als ein opfer für die fünder, Trägst du aus liebe für die Für verlorne adamskinder. Ach, welt Den tod, der uns gebühret. laß deine todespein Nicht an 7. Du neigst dein haupt, es mir verloren sein! ist vollbracht. Du stirbst, die 2. Rette mich durch deine erd' erschüttert. Die arbeit plagen, Wenn mich meine sünde hab' ich dir gemacht; Herr, plagt. Laß, ach, laß mich meine seele zittert! Was ist der nicht verzagen, Weil du selbst mensch, den du befreit? O wär' für mich gezagt! Hilf, daß mich ich doch ganz dankbarkeit! Herr, dein angstschweiß kühle, Wenn laß mich gnade finden, Und ich angst der sünden fühle. deine liebe dringe mich, Daß Ach, laß deine todespein Nicht ich dich wieder lieb' und dich an mir verloren sein! Nie kreuzige mit fünden! 3. Mache mich durch deine 8. Welch warten einer ew'- bande Von des satans banden gen pein Für die, die dich ver- frei. Hilf, daß deine schmach achten, Die, solcher gnade werth und schande Meine fron' und zu sein, Nach keinem glauben ehre sei. Trost der seelen, heil trachten; Für die, die dein ver- der erden! Laß mich nicht zu Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. 74 Passionslieder. schanden werden! Ach laß deine todespein Nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein stille schweigen, Liebster Jesu, mir 9. Herr, mein herz vor dir zu stillen, Hilf mir durch dein angstgeschrei, Daß um deiner klage willen Ich nie ohne tröstung sei. Deinen durst laß das wort. Wenn mich sünden mich erquicken Und mit vollem niederbeugen, Sei mein trost, segen schmücken. Ach, laß deine mein treuer hort! Ja, wenn todespein Nicht an mir verlomein gewissen schreiet Und ren sein! mir mit verdammniß dräuet. Ach, laß deine todespein Nicht an mir verloren sein! 10. Laß mir, schließt sich einst mein leben, Herr, dein wort: ,, es ist vollbracht!" Solchen muth im herzen geben, Der mich freudig singen macht: Vater, ich befehl' am ende Meinen geist in deine hände," Kröne Und fraft deiner todespein gnaden, Führe mich in's leben ein.(?) 5. Herr, durch deine dornentrone Laß mich sein mit dir geschmückt. Schone mein, mein heiland, schone, Wenn mich meine fünde drückt. mich mit huld und Tilge meiner seele schaden. Ach, laß deine todespein Nicht an mir verloren sein! 6. Weil die geißzeln dich zer- 110. daß ich könnte thränen g'nug rissen, du, Herr, gefühlet hast, O, so heile mein gewissen, vergießen! Ihr augen, laßt, Nimm von mir der sünden o laß sie reichlich fließen; Auch last, Daß ich böser knecht der fünde Gottes strafen nicht empfinde. Ach, laß deine todespein Nicht an mir verloren sein! du, mein herz, sei nicht gleich einem steine, Ach weine! weine! 2. Der dir zu gut ist in die welt geboren, Der deine seele hat zur braut erkoren, Der nichts verwirket, wie wir böse finder, Stirbt als ein sünder. 7. Laß mir deine tiefen wunden Rechte lebensbrunnen sein, Daß ich in den bittern stunden Und in schwerer seelenpein Schöpfe trost für meinen schaden Aus der tiefe deiner gnaden. Ach, laß deine todespein Nicht an mir verloren sein! Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. 3. Für die verdammten leidet der gerechte. Der Herr versöhnet selbst die bösen knechte; Für die befleckten muß so schwere plagen Der reinste tragen. 8. Ach, zerbrich des eifers 4. Schau, welch ein mensch, ruthe, Ach, erzeige gnad' und o mensch, ist dein erlöser! huld. Tilge doch mit deinem Sein blut'ges leiden machst blute Meine schwere sünden du ihm, du böser! Für dich schuld. Laß mich in der angst wird Jesus in den tod gegeben Und du sollst leben. der fünden Ruh' in deinen wunden finden. Ach, laß deine todes5. Dein eitles haupt ist nur pein Nicht an mir verloren sein! auf stolz beflissen; Sein haupt Passionslieder. 75 wird dafür jämmerlich zerrissen; das leben erben, Muß er am Dein auge fündigt, seines wird freuz ohn' alle hülfe sterben; verhüllet, Mit schmach erfüllet. Daß du im himmel möchtest 6. Daß du nicht ewig schande wohnung haben, Wird er bemöchtest tragen, Wird er in's graben. angesicht mit schimpf geschlagen. Weil dich zum öftern eitler ruhm erfreuet, Wird er verſpeiet. 14. Ach treuer Jesu! laß mir gehn zu herzen, Wie du mich liebest; gieb durch deine schmerzen, Daß ich mög' alle flei7. Dein ohr läßt sich oft scheslüste dämpfen; Hilf mir von der welt bethören; Dafür selbst kämpfen. muß er der juden: freuz'ge! 15. Der du zur ruh' in's grab hören. Was deine zunge bö- dich hast gewendet, Da aller ses hat verschuldet, Hat er er- welt duldet. Gieb erlösung war vollendet, ruhe, wenn man mich 8. Mit starken tränken will nach meinen tagen Sn's grab dein mund sich laben, Der hei land kann dafür nicht wasser haben; Nur gall' und effig bietet man im schwamme Dem Gotteslamme. wird tragen. 9. Weil du dich willst aus hochmuth köstlich kleiden, muß dein Herr Jesus bloß und 16. Gieb süße ruhe durch dein bittres leiden, Nimm meine seele auf in deine freuden, Denn diese hast du, heiland, mir erworben, Da du gestorben.( 125) Mél. Es ist gewißlich an der zeit. nackend leiden. Daß du im 111. Herr Seſu, beinete gnade finden, Läßt er sich binden. 10. Du scheuest dich vor angst und Und dein betrübtes leiden Laß immer mir vor augen sein, Die freuz, vor schmerz und plagen; sünde zu vermeiden. Laß mich an Dafür muß selbst sein kreuz dein heiland tragen. Daß ihm die händ' und füße sind durchstochen, Hast du verbrochen. deine große noth Und deinen herben, bittern tod, So lang' ich lebe, denken. 11. Mit einem speere wird sein herz gespalten, Weil dir, ruchloser! Herz und sinn erkalten. Sein leib ist voll von striemen und von beulen, Dich ganz zu heilen. 2. Laß deiner seele höllenqual, Dein trauern, zittern, zagen Und andre leiden ohne zahl, Die du für uns getragen, Mir oft und ernstlich fallen ein Und eine starke warnung sein Vor sünd' und missethaten. 12. Für alle sünden, die du je begangen, Ist dein Herr Jesus an das freuz gehangen. Daß Gottes liebesarme dich umfassen, Ist er verlassen. 3. Die vielen wunden, die du hast, Hab' ich dir auch geschlagen, Da du auch meiner jünden last Als bürge haft getragen. Ach, liebster heiland, schone 13. Auf daß du möchtest einst mein, Laß diese schuld ver 76 Passionslieder. gessen sein, Laß gnade für recht| purpurroth ergießen! Wie heilgehen! sam ist die fluth, Die aus den 4. Du bist von deinem höch- wunden quillt, Die unsern schasten thron In noth und tod den heilt Und alle schmerzen gegangen. Du mußtest unter stillt! spott und hohn Am stamm des freuzes hangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei Gott verföhnen möchtest. 4. Seht, welch ein mensch ist das, Den scharfe dornen frönen! Hört, wie die läst'rer ihn Verspotten und verhöhnen! Mein Jesus trug die schmach, Allein 5. Darum will ich zur dank- mein glaube weiß, Er trug fie barkeit Von herzen dir lobsin- mir zum heil, Zum ew'gen gen, Und, wenn du zu der se- ruhm und preis. ligkeit Mich wirft zum himmel 5. Seht, welch ein mensch bringen, So will ich daselbst ist das! Seht, Jesus wird genoch vielmehr Mit dem gesamm- schlagen, Selbst mit dem rohr, ten himmelsheer Dich ewig das er Zur schmähung mußte dafür loben. tragen; Doch meines heilands 6. Herr Jesu! deine angst noth Wird mir in aller pein und pein Und dein betrübtes lei- Die stüße meines heils Und den Laß meine letzte zuflucht sein, meines trostes sein. Wenn seel' und leib sich scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth Und selig sterbe. Amen.(?) 6. Seht, welch ein mensch ist das! Wie speichel ihn beflecket! Mein Jesu, tröste mich, Wenn mich auch schmach bedecket, Daß, wie du rein verbleibst, Ob speichel dich besprüßt, Auch mir zur reinigung Oft spott und schmähung nüßt. 112. Mei. O Gott, du frommer Gott. ( eht, welch ein mensch ist das, Ihr freche menschenkinder! Erschreckt ihr nicht davor, Ihr undanksvolle fünder? Ja alles, was ihr seht, Hat eure schuld gethan, Denn eure schulden nimmt Der Herr für seine an. 2. Seht, welch ein mensch ist das! Ach seht, der ist gebunden, sei. An dem der richter selbst noch 8. Seht, welch ein mensch ist keine schuld gefunden! Ach ja, das! So gar sein richter zittert, das ofterlamm Muß ohne feh- Hört, er sei Gottes sohn, Und ler sein. Mein Jesus ist ge- wird von furcht erschüttert. Ja, recht, Voll unschuld, völlig rein. fünder, zittert mur! Ihr fühlt 3. Seht, welch ein mensch ist die strafe schon. Ich bete das! Seht, wie die tropfen flie- Jesum an, Denn er ist Gottes ßen, Die sich zu unserm heil So sohn. 7. Seht, welch ein mensch ist das! Der welt zur schau gestellet, Die boshaft über ihn Ein schnödes urtheil fället. Gieb, Sesu, daß dein bild Und deine leidenstreu' Mir, ganz in dir entzückt, Stets im gedächtniß Passionslieder. 77 9. Seht, welch ein mensch| Bald wird er auferstehn. Durch ist das! Verurtheilt ohne sün- seinen tod, sein grab Werd' ich den. Es kann der richter selbst in's leben gehn. Des urtheils recht nicht finden; 15. Herr Jesu, mensch und Er wäscht sich vor dem volk; Gott, Laß mich im glauben Mein Jesus bleibet rein, Drum wird sein urtheil mir Der schuld vergebung sein. sehen, Was dir, du menschenfreund, Zu meinem heil geschehen! So lang' ich denken kann, So lange soll die pein, Die du für mich ertrugst, Mir unvergessen sein. 10. Seht, welch ein mensch ist das, Der Golgatha betreten. Gekreuzigt hört ihr ihn Für feine feinde beten. Herr Jesu, dein gebet Steigt auch für mich zu Gott. Dein freuz und dein gebet Reißt mich aus aller noth. 11. Seht, welch ein mensch ist das! Die welt muß ihn bekennen; Sie muß ihn auch am kreuz Der juden fönig nennen. Mein könig, nimm mich auch Als treuen unterthan Im gnadenreich und einst Im paradiese an. 16. Mein heiland, sich auf uns, Die du erkauft, in gnaden! Wenn bei der buße wir Mit sünden schwer beladen, So laß den gnadenblick In unsre seelen gehn, Und dein vergoff'nes blut Gott um erbarmung flehn. 17. Und uns laß immerdar Auf dich im glauben schauen, Und unsern ganzen troft Auf deine leiden bauen. Wenn unser haupt sich neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser auge bricht, So leben wir dafür.(?) 12. Seht, welch ein mensch ist das! Seht ihn, von Gott verlassen, Gott doch voll zuversicht, Als seinen Gott, umfasMel. Herr, ich habe mißgehandelt. sen. Also erwirbt er mir Des 113. Gute nacht, ihr eitle Ich glaube nun getrost, Mein Gott verläßt mich nicht. nacht, du falsche welt! Sehet doch, welch' angst und leiden Jesus duldet, unser held! Wie er zittert, wie er ringet, Daß sein blut auch von ihm dringet. 13. Seht, welch ein mensch ist das! Hört ihn, den lebensfürsten, Nach unserm seelenheil Aus treuer liebe dürsten. Ja, 2. Wie! soll ich denn wollust Herr, dein durst ist mir Voll pflegen? Und, o schnöde welt! Gottes fraft und macht; Du mit dir Gehen auf den breiten giebst mir selbst den trost, Du sprichst: ,, Es ist vollbracht!" wegen Zu der Hölle off'nen thür? Nein, ich will nur Jesu leben Und mich ihm zu eigen geben. 14. Seht, welch ein mensch ist das! Für uns will er sein leben Selbst in den tod, den 3. Ich mag euch durchaus geist In Gottes hände geben. nicht hören, Die ihr bald ein Er stirbt und geht in's grab; frommes herz Könnt mit fal 78 schem schein bethören Und zu10. Daß der Herr des lelett belohnt mit schmerz. Nim- bens stirbet Und ein fluch gemer sollt ihr mich verblenden, worden ist, Der den jegen uns Noch von Jesu gnade wenden. erwirbet, Das soll mich zu aller frist Von der sündenbahn abschrecken Und zur wahren buß' erwecken. 4. Besser ist's, mit Jesu leiden Hohn, verachtung, schmach und spott, Als sich lassen von ihm scheiden, Und bei fündern 11. Habe dant, o freund der ohne Gott Hier die eitle ehre er- seelen, Für die angst und trauben Und des ew'gen todes sterben. rigkeit, Für das zittern, für 5. Weg mit hoffahrt, stolz das quälen, Für des todes bitund prangen, Weg mit allem terkeit, Die du hast, von ſünd' übermuth! Von des heilands und schanden Uns zu retten, haupt und wangen Fließet ja ausgestanden! jein heil'ges blut. Dem beschüßer aller frommen Ist des lebens fraft genommen. 6. Gottes john muß dornen tragen, Und die menschen prangen noch. Er muß über blöße Klagen, Und die fünder suchen noch In den kleidern schön zu mel. Schöpfer, der du selbſt das gleißen; Dies kann niemand billig heißen. leben. 7. Ferne ſei, in wolluſt le- 114 Raß, o helfer unſrer deine ben, Denn dies laſter macht, daß mich Furcht und schrecken ganz umgeben, Wenn ich nur bedent, wie sich Recht zu ihrem seelenschaden Biel' in wollust Passionslieder. überladen. 8. Er, der schöpfer alles gu ten, Mußte in der schwersten pein Unter Gottes zones ru then Ohne troft und labjal jein. Sa, er fomnte, fich zu laben, Reinen tropfen waffer haben. 12. Gieb, daß wir hinfort bereuen Unfrer fünden schwere last Und die strafe nicht erneuen, Die du schon getragen hast, Sondern dir uns ganz ergeben und nach deinem willen leben.( 73) ſeelennoth Und die ſchmerzen, die dich quälen, Wenn mir Gottes eifer droht, Wenn mein geist in dem gedränge Wegen meiner fünden menge Nicht meiner feele tröstlich sein. mehr weiß, wo aus noch ein, Meiner feele tröstlich sein. 2. Dich mit so viel angst um geben, Onell der fremden, trauern sehn; Held, dich unter furcht und beben Sehn zum fampf bodh) willlig gehn, Dies 9. Drum geb' ich euch schnö- erfordert dank und thränen, den fünden Hiemit nochmals Dies eredt mein heißes fehgute nacht. Beichet fern, laßt nen. Laß, o laß in aller pein euch nicht finden! Shr habt Mir dein zagen tröstlich sein! Jefu angst gebracht, Daß er flagt fast ohne maßen, Wie ein Gott ihn hat verlassen. 3. Mich als mittler zu vertreten, Mir in tämpfen beizustehn, Ringst du selbst für mich Passionslieder. 79 im beten, Sohn des höchsten, deiner noth, Selbst dir noch und dein flehn Stillt des va- zum spott gedeihen; Doch du ters zorn und dräuen, Lehrt siegest durch den tod. Und so mich findlich abba schreien. Im muß aus diesem flehen Mir gebet, in angst und pein Muß die zuversicht entstehen, Dein dein kampf mir tröstlich sein. Gott will nun wieder mein, Mein durch dein verlassen sein. 4. Ja du kämpfest, mir zu gute, Wahres leben, mit dem 9. Habe dank, o freund der tod, Und dein schweiß, gleich seelen, Daß du mir so wohl deinem blute, Lehrt mich deine gethan! Nimm durch deiner große noth. Schöpfer, eins seele quälen Dich nur meiner von deinen werken Kommt, in ohnmacht dich zu stärken. Laß, wenn sünd' und hölle dräun, Mir dies wunder tröstlich sein! seele an. Dein herz sei mit meinem herzen, Und ich will in freud' und schmerzen Dir, mein Jesu, ganz allein Leben und dir dankbar sein. ( 113) 5. Schmerzen, marter, hohn und wunden, Schmach, die herz und seele bricht, Hast du, Gottes sohn, empfunden, Und erquicung schmeckst du nicht. Ja, du mußt, beraubt der freuden, Tröster, ohne tröstung leiden. Sprich mir durch dies trostlos- sein Trost in meinen nöthen ein. 115. J leben, Mit todesMel. Nun ruhen alle wälder. sehe dich, mein tampf umgeben, Mit großer angst und noth, Selbst mit dem tode ringen; Die kraft, ihn zu bezwingen, War, gottmensch, dein gebet zu Gott. 6. Dort am holz sproßt mein 2. Was du, mein heil, erdulverderben Durch des ersten sün- det, Das hatte ich verschuldet, ders stolz. Mich zu retten, Ich armer sündenknecht. Du mußt du sterben; Willig stirbst bist für mich gestorben, Da du an dem holz, Wirst ein fluch hast du mir erworben Zum lefür uns, für fünder, Für ver- ben fug und macht und recht. forme adamsfinder. O geheim- 3. Ich will mich dir erge nig! du allein Birst mein troft ben, Dir, dir zu ehren leben im sterben sein. Für deine angst und pein. Du 7. Ia, es geungen jeme flum= hajt flirc mnidhy gerungen; Drum den, Da der himmel traurig fühl ich mich gebrungen, Dir, ist, Da der welt ihr licht ver- weil ich lebe, treu zu sein. ichwunden, Daß du gar ber- 4. Dein fampf joll mir ein Laffen bist. Schreckenbolle dun- schrecken Bor fündenluft ertelheiten Sener finstern ewig- weden, Und vor des höchsten feiten, Nun wird mich von eu- zorn; Denn fluch, angst, tod und rer pein Meines mittlers angst hölle Fließt aus der fündenbefrein. quelle, Wie gift aus ungesundem born. 8. 3war es muß dein ängstlich schreien Zur vergröß'rung 5. Weil du für mich gerun 80 Passionslieder. gen, Und selbst den tod bezwun-| fasse, Und mich auf dein theugen, So hilf mir widerstehn. res blut Ganz und fest verlasse Hilf, fürft des Lebens, tämpfen, 10. O große huld! Für fremde Die macht des todes dämpfen schuld Läßt sich der Herr zerUnd siegesvoll in's leben gehn. schlagen. Jesu, meine missethat (?) Wirfte deine plagen. Mel. O traurigkeit! O herzeleid! 116. S blinde wuth, O 11. Hilf, Gotteslamm, Am freuzesstamm zu unserm heil durst nach blut, geschlachtet, Daß mein geist, Wie nie erhöret worden! Ihn, wenn sünde lockt, Deine pein den lebensfürsten selbst, Wagt betrachtet. man zu ermorden. 12. Auch müss' allein, Herr, deine pein Mein trost sein, wenn ich sterbe, Daß ich sanft mit nöthen, Will durch seinen entschlaf' auf dich und dein fersenstich Seine gottheit tödten. reich ererbe. 2. Zu siegen meint Sein stolzer feind, Ümringt ihn ganz (?) 3. Von rache glühn Jeht wider ihn, Die seines voltes waren, Und in wundern ohne 117. Ten wunden Heil Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. reuer heiland, des zahl Seine lieb' erfahren. und leben uns gebracht, Ach wie hart wirst du gebunden Und verbrechern gleich gemacht! Deiner feinde ganze tücke Kennſt du und weichst nicht zurücke, Schlägst sie nieder, Herr, und doch Trägst du ihrer bande joch. 2. Mehr, als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Willig zum gehorsam, wohnen, Stehn bereit, o menschen sohn. Nur ein wink, du bist befreiet, Und die feinde sind zerstreuet; Doch, so viel die schaar verbricht, Winkst du doch den engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch jetzt sich nicht verlor; Aber, Herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Sprächst du nur, gleich Simsons schlingen Würden deine bande springen, Und der feinde große zahl Stürzte deiner gottheit strahl. 4. Und, welch' ein schmerz Für Jesu herz! Sein freund wird sein verräther. Nun verdammt man ihn zum tod, Gleich als übelthäter. 5. Kein schonen mehr; Wie blutet er! Wie ist sein leib zerriffen! Wie viel ströme seines blut's, Die zur erde fließen! 6. Frech, ruchlos, blind, Unmenschen sind, Die ihn so grausam höhnen, Daß sie den zergeißelten Noch mit dornen frönen. 7. Noch beugen sie Vor ihm die knie, Die keinen frevel scheuen, Beten den als könig an, Den sie doch verspeien. 8. Seht, welch' ein mensch! Seht, welch' ein mensch! Sie sehen's ohne schmerzen. Nur sein freuztod sättigt ganz Die ergrimmten herzen. 9. Hilf doch, daß ich, Mein Jesu, dich In's herz zeitlebens Passionslieder. 81 4. Ja sie, hingestürzt zur er- erlangen, Daß ich deines geiden Durch dein mächtig wort: stes voll, In bekennerfesseln ,, ich bin's", Müssen selber zeu- prangen Und den tod erdulden gen werden Deines edeln hel- soll, Ist verfolgung gar vorhandensinns. Niemand nimmt von den: So laß mich kraft deiner dir dein leben, Selbst hast du banden Muthig keine bande es hingegeben, uns durch deine scheu'n, Und wie du gelassen todespein Von der hölle zu sein. befrein. len Stellst du dich als bürge 118.dhe zungen Kla5. Jesu, nur um unsert wil- Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. alsche dar. Gottes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen gen dich, mein Jesu, an, Die schaar, Wehrst dem schwerte man nur dazu gedungen, Die deines freundes, Heilst die dem satan zugethan. Satan wunde deines feindes, Nimmst selbst verleumd'te dich, Bis er die bande willig an, Die dein schimpflich vor dir wich, Darum arm zerbrechen kann. hilfst du dem in gnaden, Dem der satan sucht zu schaden. 2. Laß es mich, wie du, Herr, leiden, Wenn die böse zungesticht; Aber laß mich das vermeiden, Was ein lügner von mir spricht. Laß mich ohne heuchelei, Voll gerechtigkeit und treu', Wahrheit stets im munde führen und die zunge wohl regieren. 3. Laß mich alle falschheit hassen, Laß mich, allen lügen feind, Das verleumden unterlassen, Daß mein mund der wahrheit freund Sst und bleibt und im gericht Nie ein falsches zeugniß spricht, Weil die falschheit unterlieget Und die wahrheit endlich sieget. 4. Jesu, wenn ich auch hier leide, Was die böse zunge spricht, Dann sei mir dein leiden freude; Nur, Herr, dort vor dem gericht, Dem man nicht entgehen kann, Schaue du mich gnädig an, Kläger, die mich überzeugen, Mache dein verdienst dort schweigen. 6 6. Heil für uns sind deine bande Und erhöhung deines ruhms; Deinen richtern sind sie schande, Dir ein schmuck des priesterthums. Fall't vor dem gebund'nen nieder, Singt, ihr christen, singt ihm lieder, Der durch seiner bande kraft Eure wahre freiheit schafft. 7. Habe dank für deine güte! Schaffe nun auch, daß ich frei, Frei, mein heiland im gemüthe Von der sünden knechtschaft sei, Daß mich nie mein fleisch berücke, Noch die welt mich je bestricke, Auch des satans arglist nie Mich in seine nege zieh. 8. Laß in allen meinen ta gen Den durch dich erlösten geist Niemals andre bande tragen, Als die du ihn tragen heißt. Hemme meines fleisches triebe Durch die bande deiner liebe. Herr, verbinde dich mit mir, Zieh' mich immer mehr zu dir. 9. Und soll ich den ruhm 82 Passionslieder. Mel. Befiehl du deine wege. im glauben fasse. Herr Jesu, ich 119. haupt, voll blut bin dein, Wenn ich von dir nicht und ewig Voll schmerz und voller hohn, 7. Das weiß ich voller freuO haupt, zum spott gebunden den, Das macht mich trostes Mit einer dornenkron', sonst schön gekrönet mit höchiter ehr' und zier, Jetzt aber jehr gehöhnet, Gegrüßet fei'st du mir! haupt, voll, Daß mich nicht tod, nicht leiden Von dir entfernen soll. Durch dich werd' ich im sterben Ein find des Lebens sein Und gehn mit Gottes erben In's ew'ge leben ein. 2. Dein edles angesichte, Davor die welt sich scheut, Ist 8. Ich danke dir von herzen, hier vor dem gerichte, Von sterb- O Jesu, liebster freund, Für lichen bespeit. Ich seh es gar deine todesschmerzen! Du hast erbleichen, Und schmählich zu- es gut gemeint. Ach gieb, daß gericht't. Wem soll ich dich ich mich halte Zu dir und deivergleichen, ner treu', Und wenn ich einst licht? erfalte, In dir mein ende sei. meiner seelen 3. Die farbe deiner wangen, Der rothen lippen pracht Ist hin und ganz vergangen. Des blassen todes macht hat auch dies weggenommen, Die schönheit hingerafft; So weit ist es gekommen, Dem starken fehlet fraft. 4. Doch was du, Herr, erduldet, Ist alles meine last; Ich habe es verschuldet, Was du getragen hast. Ach, Herr, hier steh ich armer, Der zorn verdienet hat, Gieb mir, o mein erbarmer, Den anblick deiner gnad'. 5. Erkenne mich, mein hüter, Und nimm dich meiner an, Daß ich der gnadengüter Theilhaftig 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das herze sein, So reiß mich aus den ängsten Kraft deiner angst und pein. 10. Erscheine mir zum schilde, Zum trost in meinem tod, Und laß mich dich im bilde Sehn in der letzten noth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.( 51) Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. werden kann. Du haft mich 120. großer Gott in's mancher süßen luft, Damit du mich begabet, Ist sich mein herz bewußt. 6. Nie will ich von dir gehen, Verwirf du mich nur nicht. Stets will ich auf dich sehen himmels thron! Hilf, daß ich mög' erkennen, Wer doch gewesen die person, Und wie sie sei zu nennen, Die hier für mich So ritterlich Bis in ihr grab gestritten, Als sie Mit großer zuversicht, Die ich den tod erlitten. Passionslieder. 83 2. Ach ist es nicht dein lieb- hohe gut Desgleichen nicht zu ster sohn, Dein find und ein finden, Befreiet mich von süngeborner? Wie leidet denn so den. großen hohn, Gott! dein auserkorner? Wie kann es sein, Daß solche pein Dein heil'ger sohn erduldet, Der doch nichts hat verschuldet? 8. Du trägst die strafen meiner schuld Und schwerer missethaten. Du thust es, Herr, aus großer huld, Sonst könnte niemand rathen. Du hast uns lieb, Dies ist dein trieb, Die sünder aus dem rachen Der hölle frei zu machen. 9. wunderwerk! der Herr3. Ja, vater, ja, er ist der mann, Von dem du selbst geLehret: ,, Dies ist mein sohn, den betet an, So wie ihr mich verehret." Wie muß denn er, lich ist, Nimmt auf sich unfre Mein Gott und Herr, So schande; Der keusch, gerecht schwere pein empfinden, Den und ohne list Gepriesen wird tod zu überwinden? im lande, Trägt mit geduld Ganz fremde schuld, Ja, hat sein eignes leben Für unsers hingegeben. 10. Wie niedrig bist du, Herr und Gott, Um unsrer hoffahrt willen, Durch deine marter, angst und spott Des höchsten zorn zu stillen. Die böse lust In unsrer brust Gebieret deinem herzen, heiland, so viel 4. Ist er nicht selbst die herrlichkeit? Und doch wird er verspeiet. Er heißt ja sonst der held im streit, Vor dem der feind sich scheuet. Ist er nicht Gott? Und leidet spott! Ist er nicht frei von schulden? Und muß den tod erdulden? 5. O frommes, unbeflecktes lamm! O schönster mensch auf erden! Versöhner, der vom schmerzen. himmel kam, Du mußt geopfert 11. Ich bin, Herr Jesu, werden. Die händ' und füß' ganz verflucht, Du aber bist Deß, der so süß In noth und der segen. Noch hat der segen tod kann laben, Die werden ganz durchgraben. mich gesucht Auf meinen fündenwegen. Ich hab' allein Die höchste pein Mit sünden wohl verdienet; Du hast mich ausgefühnet. 12. Nun höret auf des höchsten rach': Es ist sein zorn gestillet Durch so viel schmerzen, pein und schmach; Nun ist die schrift erfüllet. Des mittlers 7. O große lieb'! hier häuft tod Hat nun die noth Auf ersich recht Die noth von allen den weggenommen, Der fried' seiten, und dies geschieht, mir ist wiederkommen. 6. Dein würd'ges haupt, o Gottes sohn, Das wir mit zittern ehren, Bedecket eine stachelfron', Dein elend zu vermehren. Dein mund erbleicht, Die schönheit weicht, Weil dich mit schweren plagen Dein eigen volk geschlagen. armem knecht Das leben zu bereiten. Dies theure blut, Dies 13. Herr Jesu, nimm mich gnädig an, Vertilg' in mir die 6* 84 Passionslieder. fünde, Die ich nicht ganz er- deinen tod Das leben der getödten kann, Wie leider! ich rechten erbe, So geh ich, frei befinde. Nur eins bitt' ich, von aller noth, Mit freuden in Herr laß mich Dein theures die ewigkeit, Wo mir kein leiblutvergießen Bis in mein grab den ferner dräut. genießen! (?) (?) Mel. Freu' dich sehr, o meine seele! Mel. Wer nur den lieben Gott läßtic. 122.unden, Deine 121.6⁹ jene stricke, Woqual und bitt'rer tod Laß mir mit man dir die hände band, geben alle stunden Trost in leibsSind über deine gnadenblicke und seelennoth. Fällt mir etwas Mir ein gewisses unterpfand. arges ein, Laß mich denken Ich weiß, daß ich erlöset sei deiner pein, Daß ich deine angst Von sünd' und höllensclaverei. und schmerzen Wohl erwäg' in meinem Herzen. 2. Will sich denn in wollust weiden Mein verderbtes fleisch und blut, Laß mich denken, wie dein leiden Dir so schwer ward mir zu gut. Dringt der satan sich zu mir, Herr, dann fliehe ich zu dir, Deine wunden, mal' und zeichen Zwingen ihn, von mir zu weichen. 2. Gequälter heiland, deiner glieder Bejammernswerthe pein und schmach Giebt mir die ehre reichlich wieder, Die mir von Adam her gebracht. Mir mangelt die gerechtigkeit, Drum wird dein spott mein ehrenkleid. 3. Geschlagner heiland, jene schläge, Die dein zerfleischter rücken fühlt, Bezeugen, wenn ich sie erwäge, Was schon auf mich war abgezielt. Ich sollte in der höllenpein In ewigkeit gequälet sein. 4. Ach, theurer heiland, deine liebe Ist wundervoll, ist göttlich groß. Du machst mich frei aus reinem triebe, Du deckst mich liebreich, da ich bloß, Ja du vergießest nur dein blut, Mein heiland, mir, ja mir zu gut. 5. Geduld'ger heiland, wenn ich leide, So gieb mir auch durch deine huld, Daß ich dabei die fünde meide, Und dein geist lehre mich geduld, Daß ich dir unter kreuz und schmach Mit stiller sanftmuth folgen mag. 5. Laß auf deinen tod mich 6. Getreuer heiland, wenn trauen, O mein Gott, voll zuich sterbe, So gieb, daß ich durch| versicht! Werd' ich darauf gläu3. Sucht die welt mich zu verführen Hin zur breiten fündenbahn, Woll'st du mich also regieren, Daß ich alsdann schaue an Deiner marter centnerlast, Die du ausgestanden hast, Und in voller andacht bleibe, Alle böse lust vertreibe. 4. Gieb in allem, was mich fränket, Mir aus deinen wunden kraft. Wenn mein herz darin sich senket, So gieb neuen lebenssaft, Daß mich stärk' in allem leid Deines troftes süßigkeit, Weil du mir dein heil erworben, Da du bist für mich gestorben. Passionslieder. 85 big bauen, O so schreckt der tod 4. Das gedächtniß deiner mich nicht. Deine todesangst wunden Laß mir unvergeßlich laß mich Stets erquicken mäch- sein, Drücke es doch alle stuntiglich; Herr, laß deinen tod den Meinem herzen tiefer ein. mir geben Auferstehung, heil Du bist doch mein liebstes gut, und leben. Da mein ganzes herze ruht; Laß mich hier zu deinen füßen Deiner lieb' und gunst genießen. 5. Diese füße will ich halten, Auf das best' ich immer kann. Schaue meiner hände falten Und mich selbst in gnaden an Von dem hohen freuzesbaum Und gieb meiner bitte raum, Sprich: laß all dein trauern schwinden, Ich, ich tilg' all deine sünden! ( 51) 6. Jesu, deine heil'gen wunden, Deine qual und bitt'rer tod Laß mir geben alle stunden Trost in leibs- und seelennoth. Sonderlich am letzten end' Hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinen wunden finde, Und dann fröhlich überwinde. ( 63) Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. und 123. Sei mir tauſend Mel. Herr Jeſu, wahrer menſch Der mich je und je geliebt, 124. ein theures blut Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt, Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich fnieend liegen soll Vor dem freuz, woran du stirbest Und es ganz allein. um meine seele wirbest. Ist meiner seele höchstes gut, den rein Und stärkt und labt Das macht mein herz von sün2. Dein blut, mein schmuck, 2. Ich umfange, Herr, und mein ehrenkleid, Dein' unschuld tüffe Dich in deiner großen und gerechtigkeit Macht, daß qual, Faffe die durchbohrten ich kann vor Gott bestehn Und füße, Ehre deine nägelmal', zu der himmelsfreud' eingehn. Dwer kann doch, schönster 3. Jesu Christe, Gottes fürst, Den so sehr nach uns sohn, Mein trost, mein heil, gedürft't, Der du dich auch töd- mein gnadenthron! Hilf, daß ten lassen, Deine liebe völlig neues leben in mir schafft. dein blut voll lebenskraft Stets faffen? 3. Heile mich, o heil der see- Wenn mich schreckt teufel, höll' 4. Herr Jesu, in der letzten noth, len, Wo ich frank und traurig und tod, Dann laß dies meine bin! Nimm die schmerzen, die und tod, Dann laß dies meine mich quälen, Und den ganzen stärkung sein, Dein blut macht schaden hin, Den mir Adams mich von sünden rein.( 107) fall gebracht, Und ich selber mir o arzt, dein blut mich neßen, kann 125. Hwas hast du ver Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. erzliebster mich weiter nichts verletzen. 86 Passionslieder. brochen, Daß man ein solch' doch dein erbarmen zu vergleischarf urtheil dir gesprochen? chen; Wie kann ich dir denn Weß ist die schuld? in was für deine liebesthaten Im werk ermissethaten Bist du gerathen? statten? 2. Du wirst gegeißelt und 10. Doch weiß ich dir ein mit dorn gekrönet, In's ange- opfer darzubringen: Den steten sicht geschlagen und verhöhnet; fleiß, die lüfte zu bezwingen, Du wirst mit essig und mit Daß sie mein herz auf's neue gall' getränket, An's kreuz ge- nicht entzünden Mit alten henfet. fünden. 3. Was ist doch wol die ursach' solcher plagen, Ach meine sünden haben dich geschlagen; Ach, Jesu, ach, ich habe das verschuldet, Was du erduldet. 11. Allein ich bin zu schwach, aus eignen kräften Fest die begierden an das freuz zu heften; Drum gieb mir deinen geist, der mich regiere, Zum guten führe. 12. Dann werd' ich deine große huld betrachten, Aus lieb' zu dir die ganze welt verachten, Bemühen werd' ich mich, Herr, deinen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles wagen, Das freuz nicht achten, keine schmach noch plagen, Bereit für dich, Herr, alles, selbst mein leben Froh hinzugeben: 14. Dies alles, ob es zwar gering zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei seite sehen; In gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem throne Auf meinem haupte steht die ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl flingen, Lob und dank singen. ( 63) 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe! Der gute hirte lei det für die schafe, Die schuld bezahlt mein Jesus, der gerechte, Für seine knechte. 5. Der fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der böse lebt, der wider Gott gehandelt; Der mensch verwirkt den tod und ist entgangen, Jesus gefangen. 6. Ich war von kindheit an voll schand' und sünden, Durchaus nichts gutes war in mir zu finden: Dafür hätt' ich dort in der hölle müssen Auf ewig büßen. 7. D große lieb', o lieb' ohn' alle maße, Die dich gebracht auf diese marterstraße! Ich lebte mit der welt in lust und freuden, Und du mußt leiden. 8. Ach, großer könig, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine lieb' ausbreiten? Kein menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. zur schlachtbank ist finnen nicht erreichen, Womit geführet, Ich sehe deine schmach 9 Ich kann's mit meinen 126. Lamm Gottes, das Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. Passionslieder. 87 und bin gerühret; Man führet Alle sünd' hast du getragen, dich zum freuz voll bittern Sonst müßten wir verzagen. spottes, du lamm Gottes! Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. Wir hatten zorn verdient, 2. O lamm Gottes, unschulverscherzt das leben, Drum bist dig Am stamm des freuzes du hin für uns an's treuz ge- geschlachtet, All'zeit erfunden geben; Denn wir sind nun geduldig, Wiewol du wurdest mit unserm Gott verfühnet, Du verachtet! Alle sünd' hast du hast's verdienet. getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, 3. Erschrecket doch, ihr sünder, da ihr sehet, Daß Gottes o Jesu! lamm für euch zum tode gehet. 3. O lamm Gottes, unschulAch, sollt' euch dieses nicht zur dig Am stamm des treuzes buß' erwecken Und sehr erschrecken? geschlachtet, All'zeit erfunden geduldig, Wiewol du wurdest 4. Ihr frommen, auf! ihr verachtet! Alle sünd' hast du müßt mit Jeſu eilen Aus So- getragen, Sonst müßten wir dom, und in sünden nicht ver- verzagen. Gieb uns deinen weilen. Sucht von der laster- frieden, o Jesu! straße wegzukommen, Auf, auf, ihr frommen! ( 28) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Daß ich mit dir das le- 128. Seele, geh auf Gol ben möge ich, gatha, dich unter Jesu freuze Und bedenke, was dich da Für ein trieb zur buße reize, Willst du unempfindlich sein, O, so bist du mehr als stein. 2. Schaue, wie dein bürge da Sich für dich zum opfer bringet, Und wie er dem tode nah Für dein heil und leben ringet, Wie er unter angst und noth Schmeckt den bittern freuzestod. 3. D lamm Gottes ohne schuld, Alles das hab' ich verschuldet, Und du hast aus groBer huld Bein und tod für mich erduldet; Daß ich nicht ver127. Lamm Gottes, Loren bin, Giebst du dich an's freuz 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Ich verehre deine liebe; Du wol du wurdest verachtet! entdeckst am freuzesstamm Göttmein leben, und will mit dir sterben, Mit dir mein fleisch zur freuzigung hingeben; Sei nur mein leben. 6. Gieb fräfte, wenn ich auch mein freuz soll tragen, Laß auf der leidensbahn mich nicht verzagen; Hilf, daß durch deinen schweiß, dein blut ich merke Stets neue stärke. 7. Bis an mein ende woll'st du mich regieren; Selbst laß mich deine kraft im tode spüren. Hilf, daß vor dir, wenn ich den geist aufgebe, Ich ewig lebe. (?) D stamm des freuzes geschlachtet, All'zeit erfunden geduldig, Wie 88 Passionslieder. liche versöhnungstriebe. Dein gnadenthron. Ja, deine wunim blute wallend herz Tilget den öffnen mir Den lebensweg, meinen sündenschmerz. die gnadenthür. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr Diese plagen dir vergelten, Du verbindest mich zu sehr; Denn es kann in tausend welten Nichts dir ganz vergeltung sein Nur für deine letzte pein. 2. Ich seh in mir nur lauter sünde, Du, du bist voll gerechtigkeit. Durch dich werd' ich zum gnadenkinde, Von aller sündenschuld befreit, Und da ich ganz verloren war, Stellt sich in dir mein himmel dar. 6. Doch, wie du dich selbst 3. Wird nun die sünde mächfür mich In den tod dahin ge- tig werden, So weiß ich doch, geben, So, mein heiland, opfre daß deine gnad' Viel mächtiich Dir mich selbst und all ger, weil auf der erden Sie mein leben. Wie du mein, so nirgends ihres gleichen hat. will ich dein Lebend, leidend, Ja, gnad' um gnade nehmen sterbend sein. wir Aus deiner fülle und von dir. 7. Deine liebe laß mich sehn Selbst in schweren prüfungsstunden; Eilend will ich zu dir gehn Und mich trösten deiner wunden, Wie den hirsch nach waffer dürst't Bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein fleisch und blut, Lehre mich die welt verschmähen, Laß mich dich, du höchstes gut, Immer vor den augen sehen, Führ' in allem freuze mich Wunderbar, nur jeliglich! 9. Endlich laß mich alle noth Freudig sterbend überwinden; Nirgends müsse mich der tod, Als bei dir, mein heiland, finden. Wer nur dich zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht!( 134 a) 4. Was ist der mensch, die arme made, Daß du an ihn also gedenkst Und einen himmel voller gnade Ihm durch dein blutig leiden schenkst? Ihm war bereit der höllen pfuhl, Du aber wirst sein gnadenſtuhl. 5. Ach habe dank für solche gnade, Die mir aus deinen wunden fließt, Dadurch mein alter sündenschade Bis auf den grund gehoben ist. Du gnadenbrunn, der immer quillt, Durch dich wird auch mein durst geſtillt. 6. Laß mich die gnade nicht verlieren; Stets leite mich auf eb'ner bahn, Und wenn die welt mich will verführen, So zieh du mich zu dir hinan. Gieb, daß mein herz des geistes frucht Mit innigstem verMel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 129. Ach, was erblick' ich: langen ſucht. Herr gnaden, 7. Aus gnaden kann ich selig werden; Aus gnaden bin ich, was ich bin, Dies ist mein Gottes und Marien sohn! Du heilest meiner seelen schaden Und wirst im blut mein himmel auf der erden; Drum Passionslieder. 89 schreib ich das mir in den sinn: der unerhörten lieb'! Wer kann Mein theurer Jesus soll allein dieses fassen? Mein heil, mein trost, mein leben sein. ( 134 a) 6. Fünftens muß bei aller noth Auch der durst dich plagen, Und man hört, mein Herr und Gott, Dich: ,, mich durMel. Sorge, vater, sorge du. 11 130. Laß mir alle wochen stet" klagen. Bagt das bange herz in mir den, Ach, so laß mich, Herr, nach dir Heil'gen durst empfinden. 11 stille wochen, Daß ich oft denk' deiner pein, Oft, was du gesprochen noch am freuz; Herr, laß es mich Ehrfurchtsvoll erwägen, Daß ich dessen nie vergeff, Gieb mir gnad' und segen. 2. Dein anfänglich wort war das: Vater, vergieb ihnen, Denn sie selbst nicht wissen, ,, was Sie an mir verdienen!" Fleht hier Gottes john zu Gott Für erboste feinde, Was wird er nicht in der noth Thun für feine freunde? 7. Sechstens, als des todes nacht Nah' hereingebrochen, Hast du auch: es ist vollbracht!" Uns zum trost gesprochen; Denn durch dich ist ganz was für uns zu leisten war, und gar Gottes zorn gestillet; Ist durch dich erfüllet. " 11 #f 8. Endlich schriest du laut am end': Vater, ich befehle 3. ,, Weib," sagst du zur mut ter, sich Deinen sohn hier }} oder sprechen. 11 Meinen geist in deine händ'!" Damit schied die seele. Wenn mir einst der tod zusetzt Und die augen brechen, Laß mich, stehen;" Zu Johannes: du Herr, dies wort zuletzt Denken " fannst hie Deine mutter se hen." Auch dies holde wort macht froh; Wenn wir trostlos nen tod, Fleh' für mich ver9. Hilf mir, Herr, durch deiweinen, Lehrt er uns, du wer- brecher, Sorge für der meinen dest so Sorgen für die deinen. noth, Tröst' mich, wie den schä4. Wahrlich, du wirst heut' cher, Laß mich nie aus deiner ,, mit mir Sein im paradiese!" acht, Sehnsucht meiner feele, Hört der schächer, als er dir Seinen glauben wiese. Wenn ich nicht mehr lallen kann In des todes schmerzen, So laß 11 Daß ich, wenn mein lauf vollbracht, Dir den geist befehle.( 98) mich dies wort auch dann Hören 131. dein leben Sich Mel. Nun ruhen alle wälder. welt, sieh hier noch im herzen. 5. Viertens riefst du, als die in den tod ergeben, Hin in des Last Zunahm ohne maßen: freuzes tod. Der große fürst Mein Gott! mein Gott! war der ehren Läßt willig sich beschweren Mit schlägen, Hohn und großem spott. $ 1 um hast Du mich so verlasfen?" Daß ich nicht verlassen blieb, Wurdest du verlassen, O 2. Tritt her und schau mit 11 90 Passionslieder. fleiße; Sein leib ist ganz mit Was leib und seel' vermögen, schweiße Des blutes überfüllt. Das will ich gerne legen AllSchau, wie aus seinem herzen zeit an deinen dienst und ehr'. Vor übergroßen schmerzen Ein seufzer nach dem andern quillt. 10. 3war kann ich nicht viel geben In meinem ganzen leben, 3. Wer hat dich so geschla- Eins aber will ich thun: Es gen, Mein heil! und dich mit soll dein tod und leiden, Bis plagen So übel zugericht't? leib und seel' sich scheiden, Mir Du bist ja nicht ein fünder, stets in meinem herzen ruhn. Wie wir und unsre finder, 11. Ich will's vor augen Von missethaten weißt du nicht. setzen, Mich stets daran ergötzen, 4. Ich, ich und meine fün- Sch sei auch, wo ich sei; Es den, Die sich unzählbar finden, soll mir sein ein spiegel Der Gleich wie der fand am meer, unschuld und ein siegel Der Die haben dir erreget Das lieb' und unverfälschten treu'. elend, das dich schläget, Und das furchtbare marterheer. 12. Wie heftig unsre sünden Den frommen Gott entzünden, Wie rach' und eifer gehn, Wie schrecklich seine ruthen, Und seinun dein schmerz verfühnt. Die nes zornes fluthen, Will ich geißeln und die banden, Und aus diesem leiden sehn. was du ausgestanden, Das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein stein. Du wirst ein fluch, dagegen Verehrst du mir den segen, Dein schmerz muß mir ein labsal fein. 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein herz soll zieren Mit stillem sanften muth, Und wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben Mit werken, so die bosheit thut. 14. Wenn böse zungen stechen, Mir meine ehre schwächen, So will ich zähmen mich; Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will an's freuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was welt und fleisch beliebt; Was deine augen hassen, Das will ich gerne lassen, So viel dein geist mir kräfte giebt. 5. Ich bin's, ich sollte büßen In ew'gen finsternissen, Was 7. Du setzest dich zum bürgen, Ja läsfest dich gar wür gen Für mich und meine schuld; Für mich wirst du gekrönet Mit dornen und verhöhnet Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst in todes rachen, Mich frei und los zu machen Vom tod und ew'gen feu'r. Was ich gesündigt habe, Vergräbst du in dem grabe, Dein leben ist dir nicht zu theu'r. 9. Ich bin, mein heil, verbunden Zum dank dir alle stunden; Du liebest mich zu sehr. 16. Ich eigne deine thränen, Dein seufzen und dein sehnen Mir voller glauben zu. So geh' an meinem ende In deine treuen hände Ich ein zu meiner ew'gen ruh'. ( 51) Passionslieder. 91 132.We enn mich die fün-| meinen nächsten lieben, Gern den fränken, mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und aller meiner schulden last Am stamm des heil'gen freuzes Auf dich genommen hast. dienen jedermann Ohn' eigennuß und heuchelschein, Wie du es mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich trösten fräftiglich In meinen letzten stunden, Und deß versichern mich, Weil ich auf dein verdienst nur trau', Du er sich martern lassen, Der werdest mich annehmen, Daß Herr für seinen knecht. Selbst ich dich ewig schau'. seinen eignen sohn gab Gott Für mich verlornen menschen 2. O wunder ohne maßen! Für's menschliche geschlecht Hat ( 53) Mel. O traurigkeit! o herzeleid! In marter, ſchmach und tod. 133. Am freuz erblaßt, 3. Was mir denn nun schaden Der sünden große zahl? Ich bin bei Gott in gnaden, Die schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut; Nun darf ich nicht mehr fürchten Der hölle qual und gluth. 4. Drum sag' ich dir von herzen Jetzt und mein lebelang Für deine pein und schmerzen, Der todesqualen müde, Findet mein erlöser erst In dem grabe friede. 2. Ein heil'ger schmerz Durchdringt mein herz, Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich Tief gerühret schlagen. 3. Du schützest mich, Und Jesu, Lob und dank, Für über dich Gehn aller trübsal deine noth, dein angstgeschrei, wetter. Sterben wolltest du Für dein unschuldig sterben, für mich, Einziger erretter. Für deine lieb' und treu'. 4. Du hast's gethan; Dich 5. Herr, laß dein bitt'res bet' ich an, Du könig der erleiden Mich reizen für und für, lös'ten! Dein will ich im tode Mit allem ernst zu meiden Die mich Voller glauben trösten. sündliche begier, Daß mir nie 5. Es ist vollbracht! Riefst komme aus dem sinn, Wie viel du mit macht; Du zeigst, daß es dich gekostet, Daß ich erlö- du dein leben, Mein versöhner, set bin. göttlich frei Habest hingegeben. 6. Mein freuz und meine plagen, Soll's auch sein schmach und spott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese welt Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 6. Hochheil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth ehren. Der begründer meines heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den todten; sie erstanden. Leicht entriß der le7. Laß mich an andern üben, bensfürst Sich des todes banWas du an mir gethan, Und den. 92 Passionslieder. 8. Das finstre thal Will ich| Wie der Herr der herrlichkeit einmal Durchwandeln ohne Wird in's grab gesenfet. grauen; Denn durch dich, erlöser ist's Mir der weg zum schauen. 8. Jesu, du, Mein' hülf' und ruh'! Ich bitte dich mit thränen, Hilf, daß ich mich bis in's grab Nach dir möge sehnen. ( 118) 9. Ich preise dich; Erforsche mich Und siehe, wie ich's meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. Mel. O traurigkeit! o herzeleid! 135. So ruhest du, O meine In deiner grabeshöhle Und erweckst durch deinen tod Meine todte feele. 2. Man senkt dich ein Nach dieser pein, Du meines Lebens 134. traurigkeit! leben; Dich hat jetzt ein felſengrab, Fels des heils, umgeben. herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des vaters einig find Wird in's grab getragen. 3. O lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken; Sollte denn mein gläubig herz Vor der gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein Ein kämmerlein, Da ich in frieden liege, Weil ich nun durch deinen tod Tod und grab besiege 10. Bergeß ich dein, So werde mein vergeffen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. ( 118) 2. große noth! Christus ist todt, Am kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das himmelreich Uns aus lieb' erworben. 3.O menschenkind, Nur deine sünd' Hat dieses angerichtet, Da durch deine missethat Alles heil vernichtet. 4. Dein bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit blut beflossen: Das ist zu der menschen heil Auch für dich vergossen. 5. Dies ist der grund Vom gnadenbund, Den Gott mit uns errichtet; Dafür sind wir unserm Gott Ewiglich verpflichtet. 6. Sein frommes herz Sft 136. Christe, du lamm st Gottes, Der du voller schmerz. Mit gläubigem trägst die sünde der welt, Ervertrauen, Aber auch nicht ohne barm' dich unser! reu' Muß man es anschauen. 2. Christe, du lamm Gottes, 7. O selig ist Ein jeder christ, Der du trägst die sünde der Der glaubensvoll bedenket, welt, Erbarm' dich unser! 5. Der leib nur stirbt, Doch nicht verdirbt, Denn er soll auferstehen Und in ganz verflärtem glanz Aus dem grabe gehen. 6. Indeß will ich, Herr Jesu, dich In mein gedächtniß schließen. Laß mich deines todes frucht Ewiglich genießen. ( 43) Oſterlieder. 93 3. Christe, du lamm Gottes, welt, Gieb uns deinen frieden! Der du trägst die sünde der Amen. Osterlieder. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht.| nicht vergebens; Denn ich bin 137. Auf, mein herz! des dein eigenthum; Du biſt mir Herren tag Hat die quell' des lebens. Hocherdie nacht der furcht vertrieben. freuet sing' ich dir Jeht und Christus, der im grabe lag, ewig dank dafür.( 103) Ist im tode nicht geblieben. Jeſus geht hervor mit macht; 138. Lob und dank sei ihm gebracht. Vesus Christus, unser heiland, Der standen, Die jünd' hat er gefangen. Halleluja! 2. Er ist Gottes ew'ger den tod überwand, Ist aufersohn; Ewig sei er auch gepriesen; Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was sein mund geredet hat. 2. Der ohn' sünde war gebor'n, Trug für uns Gottes zorn, Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein' huld gönnet. Halleluja! 3. Unsre schulden sind zwar groß, Doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen; Jesus ist mit preis gekrönt, Und wir sind mit Gott versöhnt. 3. Tod, fünd', teufel, leben und gnad', Alles in händen er hat; Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja!( 92) 4. Sterben war der fünden 139. Christ lag in todesbanden, unsold, Nun ist Christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber hingegeben. Er hat aus der grabesnacht Neues Leben mitgebracht. sre sünd' gegeben, Der ist wie der erstanden, hat uns gebracht das leben: Deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein, Und singen das halleluja. Halleluja! 5. Tod, wo ist nun deine fraft? Grab, wo sind nun deine 2. Den tod niemand bezwinfetten? Hier ist Gott, der hülfe gen konnt' Bei allen menschenschafft, Hier ist Jesus, der findern, Das machte alles unsre fann retten, Wenngleich unser fleisch und bein Wird in staub verwandelt sein. sünd', Kein unschuld war zu finden; Davon kam der tod so bald, Und nahm über uns ge6. Herr, dies glaub' ich dir walt, Hielt uns in seinem reich zum ruhm, Und mein trost ist gefangen. Halleluja! 94 Oſterlieder. 3. Jesus Christus, Gottes ist dein sieg? o hölle! Was sohn, An unsrer statt ist kom- kann uns jetzt der teufel thun, men, Und hat die fünde abge- Wie grausam er sich stelle? than, Damit dem tod genom- Gott sei gedankt, der uns den men All sein recht und sein' sieg So herrlich hat nach diegewalt, Da bleibet nichts, denn sem krieg Durch Jesum Christ tod's gestalt, Den stachel hat gegeben. er verloren. Halleluja! 2. Wie sträubte sich die alte 4. Es war wunderlicher frieg, schlang', Als Christus mit ihr Da tod und leben rungen! stritte, Mit list sie mächtig auf Das leben behielt den sieg, Es ihn drang, Als er den tod erhat den tod verschlungen. Die litte. Ob sie ihn in die fersen schrift hat verkündet das, Wie sticht, So sieget sie doch darum ein tod den andern fraß, Ein spott aus dem tod ist worden. Halleluja! nicht, Der kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor, Er nimmt den feind gefangen, Zerbricht der Hölle festes thor; Man sieht ihn siegreich prangen. Nichts hindert seinen siegeslauf, Den starken held hält niemand auf, Nein, alles ist bezwungen. 4. Des todes gift, der hölle pest Ist unser heiland worden; 6. So feiern wir das hohe Er hält die seinen mächtig fest fest Mit herzens freud' und Bei satans wuth und morden. wonne, Das uns der Herr scheinen läßt, Er selber ist die sonne, Der durch seiner gnade glanz Erleuchtet unsre herzen ganz, Der sünde nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir stehn fest und leben wohl In Jesu reich der gnaden; Der alte sauerteig nicht soll In zufunft uns noch schaden, Christus will die speise sein, Und speisen die seel' allein. Der glaub' will fein's andern leben. Halleluja! ( 92) 5. Hie ist das rechte oster lamm, Davon Gott hat geboten, Das ist an des freuzes stamm In heißer lieb' gerathen, Deß blut zeichnet unsre thür, Das hält der glaub' dem tod für, Der würger fann uns nicht rühren. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben christen gemein. tod, wo ist dein Er flage immerhin uns an, Genug, daß er nicht schaden fann; Der kläger ist verworfen. 5. Der starke arm des Herrn behält Den sieg, und ist erhöhet. Mit macht des Herren rechte fällt, Was ihr entgegen gehet. Tod, teufel, sünde, hölle liegt, Der löw' aus Juda hat gesiegt, Ihr zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getödtet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder, Und, da das haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, wir glieder. Wohl dem, der Christi worten gläubt, Im tod und grabe der nicht bleibt, Er 140. lebt, er Ofterlieder. 95 7. Die täglich hier durch Er ward begraben, er erstand, wahre reu' Mit Christo aufer- Gott hält, was er verheißt. stehen, Sind dort vom andern tode frei, Wenn erd' und welt vergehen. Der tod hat weiter feine macht; Das leben ist uns wiederbracht Und unvergänglich wesent. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und wer ihm unterthan. Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing' und bet' ihn an. 5. Preist Jesu, vater, denn er hat Nicht seines sohns gebet, 8. Das ist die hohe seligkeit, Nicht, was er für die fünder Der wir theilhaftig werden, that, Sein opfer nicht verFried', freude, heil, gerechtig- schmäht. feit Im himmel und auf erden. Hier wallen wir im glauben fort, Bis wir sind Christo ähnlich dort Nach dem verklärten leibe. 6. Von seinem sohn hat er noch nie Sein antlitz abgewandt; Er hört' ihn, als er zu ihm schrie, Und reichte ihm die hand. 7. Die ganze firche rufe laut: 9. Ach, laß mich, weil ich Wer ist, wie Gott, so gut? hier noch bin, Im glauben vor Heil jedem, welcher Gott verdir wandeln Und jederzeit nach traut, Der solche wunder thut! deinem sinn Rechtschaffen sein 8. Wer traurig, trostlos, und handeln, Damit ich, wenn frank und matt, Soll leben, ich aufersteh' Und dich, des soll sich freu'n, Satt werden todes sieger, seh', Vor dir dann soll, wer mangel hat; Wer nicht erschrecke. gläubt, soll selig sein. 10. tod, wo ist dein sta- 9. Das ist des mittlers preis chel mun? Wo ist dein sieg? und lohn: Der, welchem er o hölle! Was kann uns jetzt verzeiht, Soll ewig leben, wie der teufel thun, Wie grausam der sohn, In seiner herrlichkeit. er sich stelle? Gott sei gedankt, 10. Sagt's allen völkern der uns den sieg So herrlich freudig an: Bekehret euch zum hat nach diesem krieg Durch Herrn! Ihm werde jeder unterJesum Christ gegeben!( 53) than, Und jeder dien' ihm gern. 11. Des vaters reich ist auch Mel. Nun sich der tag geendet hat. das reich Des sohns, denn er rohlockt, ihr chri- regiert, An ruhm und macht sten, preist und dem vater gleich, Dem aller ruhm gebührt. 141. ehrt Gott, eures mittlers Gott! Der vater hat den sohn erhört, Erhört in seiner noth. 12. Drum ehre, Herr, ein jeder dich, Der deine macht er= hebt, Wer niedrig ist, wer fümmerlich In seinem staube lebt. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des sohnes macht? Der Herr errettet seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. 3. Der sohn befahl in seine hand Dem vater seinen geist; 13. Dir fehlt es an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Der arm des Herrn erhält. 96 Ofterlieder. 14. Wer noch geboren wer- 8. Die jünger sehn und höden soll, Erkenn' ihn, bet' ihn ren ihn, Und ihr fast ganz veran, Erzähle, wie so wundervoll zagter sinn Wird nun auf einDer Herr erlösen kann.( 24) Mel. Wir singen dir, Immanuel. mal heldenmuth; Er lebt, und dies bezeugt ihr blut. Halleluja! 9. Lebt Christus, was bin ich Daum steigt zu ih- betrübt? Ich weiß, wie herzlich rem frohsten laufer mich liebt; Und stürb' auch Die sonn' in voller pracht her- alle welt mir ab, Genug, daß auf, So geht der Herr aus seinem grab, Er, der für uns fein leben gab. Halleluja! 142. aum ich ihn lebend hab'. Halleluja! 2. Nun weicht der finstre nacht, Das Leben ist an's licht gebracht: Der für uns alle qualen litt, Bringt frieden aus dem grab uns mit. Halleluja! 3. 3war alles, was er uns erwarb, Als er für uns am freuze starb Und siegreich wie der auferstand, Ist uns zwarnoch nicht ganz bekannt; Halleluja! aufer4. Doch lehrt es einst sein 12. Durch Christi großer tag, Was sein erlösungs- stehungskraft Vollend' ich meine werk vermag, Und was er da pilgerschaft, Freu' seiner mich für thaten that, Als er der in seinem reich, Und werde seischlange kopf zertrat. Halle- nen engeln gleich. Halleluja! luja! 13. Für solchen trost, du 5. Wo ist ein feind, sieg- starker held, Mein Jesu, dank' reicher held, Den deine starke dir alle welt. Wenn wir derhand nicht fällt, Und wär' er einst dein antlitz sehn, Soll dich noch so sehr ergrimmt, Dem ein würd'ges lied erhöhn. Haldeine hand die macht nicht leluja! ( 63) nimmt? Halleluja! 6. Daß Christus auferstan- Mel. Nun freut euch, lieben christen den sei, Das ist von allem gemein. zweifel frei. Er lebt, das iſt 143. Dind zerstört, Der er hölle pforten gewißlich wahr, Das leere grab macht's offenbar. Halleluja! 7. Die erde bebt, den stein vom grab Wälzt ein gesandter Gottes ab, Und prediget sein auferstehn, Drauf läßt er sich auch selber sehn. Halleluja! tod ist nun verschlungen, Des satans reich ist ganz verheert; Lob sei dir, Gott, gesungen! Der sünden macht ist abgethan, Durch Christum ist des himmels bahn Uns wieder aufgeschloſsen. 10. Leb' ich, so liebt und schüßt er mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich, Und Weil ich sein glied und bruder wo er lebt, da komm ich hin, bin. Halleluja! 11. Durch ihn bin ich mit qnad' und heil gekrönt. Mein Gott versöhnt, Durch ihn mit blödes herz ermuntert sich, Was fehlt mir noch? Gott liebet mich. Halleluja! Osterlieder. 97 2. Was durch des ersten Adams hattest es zu lassen macht, schuld Im paradies verdorben, Macht, wieder dir's zu geben; Das und noch mehr hat Christi Und darum liebte dich dein huld Uns wiederum erworben. Gott, Weil du, gehorsam bis Der held, aus Davids stamm zum tod, Dich haft für uns gebor'n, Hat durch sein blut erniedrigt. des vaters zorn Gestillt und uns versöhnet. 3. Heut' ist er aus dem grab hervor Mit großer macht er standen, Nun hebet er das haupt empor, Befreit von todesban2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem Gott verlas sen; Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fas sen. Dein freuz, daran man dich erhöht, Verwandelt sich in den. Er bringt nach wohlge- majestät, Denn du gingst aus führtem streit Uns wieder dem grabe. fried' und freudigkeit, Ja alle himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in fröhlichkeit Herz und gemüth erheben! Gott hat uns diese gnadenzeit Vom himmel selbst gegeben; Wir haben Christi reich und macht; Er ist besiegt, der tag und nacht Vor Gott uns hat verklaget. 3. Gehaßt in deiner niedrigfeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit Gottes. Dein kreuz schien zwar der welt ein gräu'l; Doch sterben für der feinde heil, Ist ja die höchste liebe. 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht 5. Der alle welt verführt menschenehre. An demuth groß. in noth, Liegt in dem staub der an lieb' ein held Und göttlich erden; Der vormals starke see- in der lehre, Geduldig und von lentod Hat müssen fraftlos sünden rein, Gehorsam bis zum werden; Des lammes blut hat freuze sein: Dies war, Herr, ihn bekriegt, Das wahre zeug- deine größe. niß obgesiegt. Und uns zum heil erhalten. 5. Du starbst am kreuz, doch war dir ja Die kraft des Herrn 6. Wir werden auch nach die- gegeben; Du schafftest, daß der ser zeit, Wie Christus, aufer- blinde sah; Du gabst den todstehen, Und mit ihm in die herr- ten leben; Du sprachst, es lichkeit Und himmelsfreud' ein- schwiegen wind und meer, Und gehen; Denn wo das haupt geblieben ist, Da müssen auch, das glaubt der christ, Die andern glieder wohnen.( 130) selbst der bösen geiſter heer Gehorchte deiner stimme. 6. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, Denn Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 144. dargebracht Für uns, o Herr, dein leben. Du auferſtanden. Du mein heil, mein fels, mein hort, Der Herr, durch dessen mäch7 Ofterlieder. 98 tig wort Auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts. In dieſer 146. Christus iſt erſtanWie du vom den Von martod erstanden bist, So werd' ter alle, Deß sollen wir alle ich auch, Herr Jesu Christ, Durch froh sein. Christus will unser dich einst auferstehen.( 49) trost sein. Kyrie- eleiß! 2. Wär' er nicht erstanden, So wären wir vergangen; Nun 145. Kyriedaß er erstanden ist, Loben wir Mel. Wir singen dir, Immanuel. er heiland lebt! Sei dies mein trost: ich leb' mit ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht, Dies bleibe meine zuversicht. Halleluja! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein, Und wir, erlöser, wir sind dein. Halleluja! 3. Den jüngern scheint ein helles licht, Sie freuen sich, das angesicht Des auferstandenen zu sehn, Und lebend mit ihm aufzustehn. Halleluja! 4. Die bangen zweifel sind zerstreut; Sie sehn des siegers herrlichkeit, Der seine feinde überwand, Der starb und wieder auferstand. Halleluja! 5. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, Der starb und auferstanden ist! Lob sei dem Herrn der herrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit! Halleluja! 6. Auf diesen felfen will ich bau'n. Er lebt, dies stärket mein vertrau'n; Er flehet dort zu Gott für mich, Fleht göttlich und fleht brüderlich. Halleluja! 7. Bei aller leiden ungestüm eleiß! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Deß sollen wir alle froh sein: Christus will unser trost sein. Kyrie- eleiß!( 148) 2. Wo ist nunmehr dein stachel, tod? Der heiland blieb im grabe Gott, Und bleibt Mel. Wir singen dir, Immanuel. auf seines vaters thron Zu unserm trost des menschen sohn. Halleluja! 147. eut' triumphiret Gottes sohn, Erhöht auf seines vaters thron, In großer pracht und herrlichkeit; Lobt ihn dafür in ewigfeit! Halleluja! 2. Dem teufel hat er seine macht Zerstört und ganz zunicht gemacht, Gesieget, wie ein starker held, Der seinen feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. Mein Herr und Gott, Herr Jesu Christ, Der du der sünder heiland bist, Ach führ' uns aus barmherzigkeit Zu deiner großen herrlichkeit! Hallel.! 4. Hier ist doch häufig angst und noth; Wer gläubet und hält dein gebot, Ist oft der welt ein hohn und spott, Und leidet auch wol gar den tod. Halleluja! 5. Nun schadet uns der feind nicht mehr; Er troße uns auch Ofterlieder. noch so sehr. Er liegt gestürzt, ruhet da. der arge feind, Und wir sind Halleluja! nun mit Gott vereint. Halleluja! 99 Gott sei dank! 4. Theile, großer fürst, die 6. Dafür wir danken allzu- beute Deiner armen heerde mit, gleich, Und sehnen uns nach Gottes reich; Da werden wir in ewigkeit Besingen seine herrlichkeit. Halleluja! 7. Gott vater in dem höchsten thron, Sammt Christo, seinem lieben sohn, Dem heil'gen geiste gleicherweis' In ewigkeit sei Lob und preis. Halleluja!( 41) Die in froher sehnsucht heute vor den thron der gnade tritt. Deinen frieden gieb uns allen, O, so jauchzet herz und muth, Weil das loos so wundergut und auf's lieblichste gefallen; Gott sei dank! Halleluja! Denn der ölzweig grünet da: Deinen strahl in's herz uns 5. Laß, o sonne der gerechten, Mel. Lasset uns den Herren preisen. fnechten, Daß sie geistig auf gehn; Gieb erleuchtung deinen öllenzwinger, der uns 148. nimm die pal- noch gefangen, Ei so fördre men, Die dein Zion heute bringt, selbst den lauf, Rufe fleißig: Das mit frohen osterpfalmen wachet auf! Denn die schatten Den erkämpften sieg befingt. sind vergangen, und der helle Wo ist nun der feinde pochen, tag ist da. Gott sei dank! Und der würger mordgeschrei, Da der schlangen kopf entzwei, Halleluja! Und der stachel abgebrochen? Tod und teufel liegen da. Gott sei dank! Halleluja! Wenn die letzte stunde schlägt, 6. Tilge unsers geistes grauen, Weil uns in des himmels quen Schon die trone beigelegt. Gieb uns in den höchsten nöthen, Gieb uns mitten in der pein Hiobs trost und glauben 2. Stecke nun die siegeszeichen Auf der dunkeln gruft empor; Was kann deiner frone gleichen? Held und könig, tritt ein;, so kann der tod nicht hervor! Laß dir tausend engel dienen; Denn nach harter lei denszeit Ist dein tag der herrlichkeit, Höchste majeſtät, erschienen. Welt und himmel jauchzen da: Gott sei dank! Halleluja! tödten, Denn die hoffnung bluhet da. Gott sei dank! Halleluja! 3. Neige deines scepters spitze Unsrer ohnmacht gnädig zu, Zittern wir vor deinem blize, Frommer Gott, so tröste du; Sind bisweilen wir verdrossen, Abba, so vergieb die schuld, Herrscher, richte mit geduld Ueber deine reichsgenossen, Denn dein name fummer lieber gruft und bahre 7. Beige, wenn der blöde weint, Wie die schwachheit nach dem schlummer Dort in voller fraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, Ei so nimmt das fühle grab Nichts als das, was irdisch, ab, Und der staub ist unverloren, Unser meiſter hütet da. Gott sei dank! Halleluja! 8. Rufe die verdorrten glieder 7* 100 Ofterlieder. Endlich aus der dunkeln nacht,| nichts schaffen, Seine pfeile Bis der aschenhause wieder Im wurden stumpf. Christus ist verklärten glanz erwacht, Dann sein gift gewesen, Christus ist wirst du die krone geben, Dann der hölle pest; Welt und fünde wird die vergnügte brust, Herr, liegen fest, Und wir menschen in engelgleicher lust Ewig dei sind genesen, Siegen nun durch nen sieg erheben, Und wir spre- Christi streit. Freue dich, o chen auch allda: Gott sei dank! christenheit! Halleluja! ( 151) 5. Jesus heilet unsre plagen, Wenn wir nirgends hülfe sehn, 149. uns ren preisen, ihr Fröhlich wieder auferstehn. Die christen überall! Kommet, daß verwesung dieser erden Sieht wir dank erweisen Unserm Gott mit frohem schall! Er ist frei von todesbanden, Der zu uns vom himmel kam; Er, der löw' aus Juda stamm, Christus Jesus ist erstanden. Nun ist hin der lange streit. Freue dich, o christenheit! der fürst des lebens nicht, Der durch grab und ferfer bricht. Darum will ich dankbar werden, Gott, mein herz, ist schon bereit. Freue dich, o christenheit! 6. Er ist aus der angst gerissen Und mit ehren angethan. Wer ist, der sein leben wisse Und die läng' ausreden kann? Christus ist der eckstein wordere. Gott, das ist von dir geschehi Wie wir jetzt mit freuden sehn 2. Christus selbst hat überwunden Des ergrimmten todes macht; Der in tüchern lag gebunden, Hat die schlange umgebracht, Hat des satans reich Aus verdammter fünder orden verheeret, Hat ihn nach des Reißt uns Gott durch diesen grabes ruh' Ausgezogen und streit. Freue dich, o christenheit! dazu Seine stolze macht zerstöret: Nun sind wir in sicherheit. Freue dich, o christenheit! 7. Zwar du tranfst vom bach am wege Einen bittern leidenstrank, Littest tausend schmach 3. Ob mein heiland gleich und schläge, Warst von sündengestorben Und in's grab geleget strafen frank; Doch ist nun ist, Blieb er gleichwol unver- dein haupt erhoben; Nun erdorben; Denn nach dreier tage blasset ewig nicht Dein verklärfrist Bist du, held, zurück ge- tes angesicht, Dafür wir dich kommen, Hast das leben und ewig loben Dort im himmel die macht Aus der dunkeln nach dem streit. Freue dich, gruft gebracht und dem todo christenheit! den raub genommen, Schenkst 8. Herr, dies ist der edle uns nun die seligkeit. Freue segen, Den dein' auferstehung dich, o christenheit! giebt, Daß wir das vertrauen 4. Tod, wo sind nun deine hegen, Daß uns Gott als vater waffen? Hölle, wo ist dein triumph? Satan kann nun gar liebt. Herr, dies sind die schönen gaben, Heil und leben, Osterlieder. 101 freud' und sieg, Trost und friede| Deinem leibe ähnlich werden, nach dem krieg; Diese sollen Voller pracht und herrlichkeit. kräftig laben Leib und seel' in Freue dich, o christenheit! allem leid. Freue dich, o chrijtenheit. ( 118 od. 83) 9. Ach, ich seufze, ach, ich Mel. Jesu, meine freude. dürſte Nach dem frieden tag 150. Nun ist auferstanden densfürste, Aus dem grabe hast banden Gott und menschen gebracht. O, so theil' nun aus sohn. Jesus hat gesieget, Daß die beute, Wie der starke Sim- nun alles lieget Unter seinem son that, Als er überwunden thron. Unser freund hat jeden hatt', Gieb sie uns, und zeig' uns heute Deines sieges herrlichkeit. Freue dich, o christenheit! feind Siegreich in dem kampf bezwungen, Und den preis errungen. 2. Daß er wollte sterben, That er, zu erwerben Unsre seligkeit. Da dies nun geschehen, kann man deutlich sehen, Daß er in den streit nicht für sich, nein sicherlich Nur für uns und unser leben, Liebend 10. Gieb, Herr Jesu, deine mnade, Daß wir stets mit reue fehn, Was uns armen sündern schade, Daß wir dir gleich auferstehn. Brich hervor in unsern herzen, Ueberwinde sünde, tod, Teufel, welt und höllen sich begeben. noth, Dämpf' in uns angst, 3. Niemand wird nun finfurcht und schmerzen, Sammt den, Daß die schuld der fünden der seelen traurigkeit. Freue dich, o christenheit! Noch verdammlich sei, Weil der wiederkommen, Der sie übernommen. Ja, indem er frei, So ist nun, genug zu thun, Weil die zahlung recht befunden, Keiner mehr verbunden. 11. Meinen leib wird man begraben, Aber gleichwol ewig nicht; Bald werd' ich das leben haben, Wenn das letzte weltgericht Alle gräber wird ent- 4. Wer will uns wol schadecken: Dann wird Gott voll den, Da wir nun zu gnaden macht und treu', Bei der engel Sind bei Gott gebracht? Will feldgeschrei, Mich zum leben der teufel dräuen, Dürfen wir auferwecken und beschließen nicht scheuen Seine list und all mein leid. Freue dich, o macht. Hier ist der, vor welchristenheit! chem er Augenblicklich muß erbeben Und sich wegbegeben. 12. Alsdann werden meine glieder nicht mehr staub und 5. Hölle, willst du pochen? asche sein; Unverweslich gehn Der dein reich zerbrochen, Stellt sie wieder In ihr neues leben sich lebend dar. Deine macht ein, Und mein leib, der hier erlieget, Da er dich bekrieget auf erden Eine schwache hütte Und dein sieger war. Nun hast ist, Soll, verklärter Jesu Christ, du( dies bringt uns ruh') Auch 102 Ofterlieder. nicht macht an unser leben;| Erretter der gefall'nen welt! Du Wer will sie dir geben? unsre zuflucht für und für, Froh 6. Immer mag uns schrecken, huldigt meine seele dir! Oder furcht erwecken Unser feind, der tod! Denn sein pfeil und bogen Finden sich betrogen, Es hat keine noth. Zwar er trifft, doch nicht mit gift, Ja, er muß mit seinen pfeilen Uns noch cher heilen. 7. Darum mir nicht grauet, Wenn mein geist auschauet, Wie ich einst im grab Meine müden glieder Werde legen nieder, Weil ich dieses hab': Daß mein hort mir solchen ort Selbst durch seinen leib geweihet, Daß kein christ ihn scheuet. 8. Doch wir sind als christen Nun auch tod den lüsten Und der eitelkeit. Und, wie wir uns haben Lassen mit begraben Hier in dieser zeit, So wird er, der große Herr, Uns dereinst auch mit sich führen, Und mit fronen zieren. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät; Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine seele preiset dich! Erlöst auf ewig hast du mich, So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabſt und wieder nahmst. 4. Wer ist, der mich verdammen kann? Ich glanb' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die himmel sind, Der ist mein vater, ich sein kind! 5. Nun ist schon dieses leben mir Ein segensreicher weg zu dir. So lang' ich lebe, Herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 6. Holdselig sprachst du: erde sei Von sünd' und schuld und strafen frei! Drum sehn wir deine huld und treu' Auf erden alle morgen neu. 9. Hoffnung, die nicht trüget! Hat das haupt gesieget Uleber tod und gruft, Müssen auch die 7. Zwar trifft noch mancher glieder Ohne zweifel wieder, schmerz uns hier; Noch, o erWenn ihr heiland ruft, Und barmer, sterben wir; Doch du sein mund zur letzten stund' Sie erweckt zum neuen leben, Sich zu ihm begeben. regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es sein. 8. Ich weiß, daß mein er10. der großen freude! löser lebt. Otrost, der meiWer wollt' nun dem fleide Die- nen geist erhebt! Ich seh', durch ser sterblichkeit Großen werth dich gestärft, auf's grab Mit beilegen, Weil ja doch dagegen unerschrocknem muth hinab. Nach so kurzer zeit Jesus Christ 9. Und eine welt voll seligso gnädig ist, Uns zu fleiden feit Erwartet mich nach dieser mit der sonne In der himmels- zeit, Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. wonne. ( 145) Mel. Herr Jesu, wahrer mensch zc. 151. Dich bet' ich an, er 10. Der du für unsre seelen stand'ner held, wachst, Sie zu dir ziehst und Osterlieder. 103 jelig machst, Laß mich mit freu- 6. Dein ist das reich, dein digem vertrau'n Im tod auf ist die macht, Verstorb'ne zu dich, mein heiland, schau'n. erwecken. Du rufft einst, und der gräber nacht Wird todte nicht mehr decken, Denn wie du auferstanden bist, So werd' 152. Bringt preis und auch ich, Herr Jeſu Chriſt, Mel. Allein Gott in der höh' ſei ehr'. dar, Frohlockt ihm, alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus der gruft gefommen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im wahren glauben wandeln Und jederzeit nach Sei hoch gelobt, Herr deinem sim Rechtschaffen sein Jesu Christ, Daß du für uns und handeln, Daß ich, wenn gestorben bist Und siegreich auf- ich einst aufersteh' Und dich, erstanden. des todes sieger, seh', Vor dir nicht angstvoll bebe. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein Gott er höht, Uns nun den trostgrund rauben, Daß du, Herr, unser heil vollbracht, Und von des ew'gen todes macht Uns sünder haft erlöset. 8. Da, wo du bist, da sollen einst Auch deine jünger leben. Du wirst sie, wenn du mun erscheinst, Zu deiner freud' er heben. Herr, laß dies auch mein erbtheil sein, So werd ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom tod erstanden.( 32) 3. Gott selbst, der dich dem grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und dich als ſohn geehret. Ja, deines opfers 153. Triumph, triumph! und lob und Hat er auf's herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest! Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ew'ge leben gebeft, Daß du auch mein erretter sei'st, Und neue fräfte mir verleihst, Mit freuden Gott zu dienen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, Befreie mich von sünden, Laß mich für meine seele ruh' Sm frieden Gottes finden, Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, Gott ergeben, hier Als dein erlöster wandle. Mel. O heil'ger geist! kehr' bei uns ein. Dem, der des todes macht bezwang, Und uns, den staub, erhöhte! Der hohe sieger über wand. Nacht war um ihn, und sie verschwand In helle morgenröthe. Bebet! Gebet, Stolze spötter, unserm retter preis und ehre, Glaubt an ihn und seine lehre. 2. Heil uns! triumph! das grab ist leer. Fest steht es, wie ein fels im meer, Das wort, das er gesprochen. selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den tempel neu gebaut, Den blinde wuth gebrochen. 104 Ofterlieder. Hölle, Fälle Nun densieger! Got-| den. Er giebt kraft zu dieser tes trieger, der erstanden, Macht pflicht: Das ist meine zuversicht. nun deinen stolz zu schanden. 6. Jesus lebt! nun ist der 3. Leer ist die gruft, die ihn tod Mir der eingang in das umgab; Sei mir gegrüßt, mein leben. Welchen trost in todesfünftig grab, Du wohnung noth Wird er meiner seele ernster stille! Nur wenig tage geben, Wenn sie gläubig zu werden's sein, O, so empfängst ihm spricht: Jesu, meine zuverdu mein gebein In deiner schat- sicht! ten hülle. Ewig Selig Werden wieder diese glieder auferstehen, ( 49) Mel. Wir singen dir, Immanuel. Werden die verklärung sehen, 155. Grimm're dich, mein rinn ( 129) geist, erfreut Des hohen tags der herrlichkeit; Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. Halt im gedächtniß Jesum esus lebt! mit ihm Der von dem tod er154. Jauch ich! Tod, wo standen ist. Halleluja! sind nun deine schrecken? Er, 2. Fühl' alle dankbarkeit für er lebt, und wird auch mich ihn, Als ob er heute dir erVon den todten auferwecken. schien', Als spräch' er: friede Er verklärt mich in sein licht: sei mit dir! So freue dich, Das ist meine zuversicht. mein geist, in mir. Halleluja! 2. Jesus lebt! ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht! Das ist meine zuversicht. 3. Schau' über dich, und bet' ihn an, Er mißt den sternen ihre bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein könig und dein freund. Halleluja! 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht: Das ist meine zuversicht. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sei gebenedei't Von nun an bis in ewigkeit! Halleluja! 5. O glaube, der das Herz 4. Sesus lebt! sein heil ist erhöht! Was ist der erde majemein! Ihm weih ich mein stät, Wenn sie mein geist mit ganzes leben: Reines herzens der vergleicht, Die dich durch will ich sein, Und den lüsten Gottes sohn erreicht? Halleluja! widerstreben. Er verstößt den schwachen nicht: Das ist meine zuversicht. 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein; Herr, welche herrlichkeit ist mein! Halleluja! 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine macht der finster- 7. Mein Herz erliegt froh niß, Keine herrlichkeit, kein lei- unter ihr, Lieb' und verwun Osterlieder. 105 d'rung kämpft in mir, Und voll| freudig zu empfangen; Denn von ehrfurcht, dank und pflicht, aus des todes finsterm thor Fall' ich, Gott, auf mein an- Tritt der gekreuzigte hervor, gesicht. Halleluja! Der ganzen welt zur wonne. 8. Du, der dit in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein vertrau'n, In meinem fleische dich zu schau'n! Halleluja! 2. Steh' von dem tod der sünden auf! Erwach', erwach' ins Leben, Voll eifers einen neuen lauf Im glauben anzuheben! Denn, wie Gott Jesum auferweckt, Sollst du, erlöster, unbefleckt Im neuen leben wandeln. 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus mei- 3. Vergiß nun, was auf nem grabe gehn Und rein zu dei- erden ist, Denn sieh, dein schatz ner rechten stehn! Halleluja! ist oben. Drum bleibe auch dein 10. Mit engeln und mit herz, o christ, Zu Jesu stets seraphim, Mit thronen und mit erhoben. Forthin sei statt der cherubim, Mit allen frommen schnöden welt Der himmel mur, aller zeit Soll ich mich freu'n was dir gefällt, Wo Jesus lebt in ewigkeit! Halleluja! und herrschet. 11. 3u welchem glück, zu 4. In jeder noth sei unverwelchem ruhm Erhebt uns nicht zagt! Auf ihn wirf deine fordas christenthum! Mit dir ge- gen! Der stillste kummer, der freuzigt, Gottes sohn, Sind wir dich nagt, Ist doch nicht ihm auch auferstanden schon! Hal- verborgen. Der auferstand'ne leluja! hilft auch dir, Er, der versucht ist, gleich wie wir, Wird mitleid mit dir haben. 5. Freimüthig flage ihm dein leid, Du klagst es nicht vergebens. Durch ihn hast du gerechtigkeit Und hoffnung jenes lebens. Der so viel qual für dich empfand, Der für dich starb und auferstand, Wird deiner nicht vergessen. 12. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu dei nem bilde stets erneu'. HalleLuja! 13. Er ist's, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden ist! Halleluja! ( 49) Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 156. rmuntre, christ, den trägen sinn, Die sonn' ist aufgegangen! Eil' zu dem auferstand'nen hin, Ihn 6. Dich schrecke nicht die wuth und list Und menge deiner feinde. Ihn, der ihr überwinder ist, Hast du zum treuen freunde. Er hilft dir siegen, ihm vertrau'! Denn öffentlich trug er zur schau Sein hohes siegsgepränge. 7. Geh' an den streit voll 106 Osterlieder. festen muths Mit satan, welt hütte bricht; Wird dann mein und sünden, Und durch die haupt sich neigen, So nimm, siege seines bluts Wirst du auch Herr, nach vollbrachtem lauf überwinden, Wenn du nur Auch mich in deinem himmel männlich widerstehst, Im glau- auf; Nimm, Herr, an meinem ben wachest, betest, flehst, Dein ende Den geist in deine hände. eignes fleisch bezähmeſt. 8. Schreckt dich der letzte feind, der tod, Auch den wirst du bezwingen, Durch ihn aus aller deiner noth Hindurch in's leben dringen. Er ist verschlungen in den sieg; Der siegreich aus dem grabe stieg, Hat ihm die macht genommen. 3. Doch soll ich einst, o Gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auch auf erden schon Vom tode auferstehen. Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefesselt hält. Nach Gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstand'ner menschenfreund, Erweck' in mir die triebe, Dadurch man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe. Ich will, o Herr, dein eigen sein; Laß mich mit ernst die sünde scheu'n, Und gieb selbst muth und kräfte Zum heiligungsgeschäfte. 10. Sei hochgelobt in dieser 5. So kann ich als ein wahzeit Von allen Gotteskindern, rer christ Jetzt leben und einst Und ewig in der herrlichkeit sterben, Und einmal da, wo du, Von allen überwindern, Die Herr, bist, Vollkomm'ne freude überwanden durch dein blut. Derben. Dahin, mein heiland, hilf Jesu, gieb uns fraft und muth, du mir, So bring' ich, ewig Daß wir auch überwinden! froh in dir, Mit deiner frommen menge Dir dank- und lobgesänge. 9. Hilf uns zu deines namens ruhm, Hilf, Herr, uns, deinen brüdern, Hilf uns, wir sind dein eigenthum, Hilf deines leibes gliedern; Hier laß in deinem schutz uns sein, Dort führe uns in's leben ein, Das uns dein tod erworben. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. 157. Das grab ist leer; Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. Berläßt die todtengrüfte, Und 158. Auf, chriſten, reinigt jubelton heute durch die lüfte. Du, den der engel loblied preist, Entreiße, heiland, meinen geist Den lüsten dieser erde, Daß ich dir ähnlich werde. 2. Die schwachheit, Herr, erlaubt mir nicht, Mit dir empor zu steigen, Bis meines leibes allen alten fünden! Schafft allen sauerteig hinaus; Er sei nicht mehr zu finden, Daß ihr ein neuer teig mög't sein, Der ungesäuert sei und rein, Ein teig, der Gott gefalle. 2. Habt doch darauf genaue acht, Daß ihr euch wohl regie Himmelfahrtslieder. 107 ret, Und, da euch Gott selbst osterlamm, Erwürgt für uns tüchtig macht, Den wandel wür- am freuzesstamm, Im glauben dig führet. Ihr wißt, es wird wird genossen. der ganze teig Von wenig sauerteig sogleich Durchsäuert und verdorben. 5. Drum laßt uns nicht im sauerteig Der bosheit ostern essen Nein, laßt uns in der gnade reich Der sünder bahn vergessen. Laßt ostern uns in heiligkeit, Sm süßen teig der lauterfeit Und wahrhaft christlich halten. 3. So stärkt auch eine sünde bald Sich, wo sie herrschet, wieder, Und reißt mit tödtlicher gewalt Des geistes träfte nieder. Das ofterlamm im neuen bund Erfordert, daß des herzens grund Ganz rein in allem werde. 6. Mein osterlamm, Herr Jesu, gieb, Daß ich dich gläubig effe, Und deines sieg's und 4. Wer ostern halten will, deiner lieb' Und gnade nie verder muß Sich von der sünde gesse. Die ostern laß mir freude kehren, Und in der ordnung sein, Gieß' in mein Herz den wahrer buß' Den heiland gläu- frieden ein Und deines geiſtes big ehren, Der als das rechte gaben. Himmelfahrtslieder. 159. Christus fuhr gen Den du durch einen schweren himmel; Was frieg Erworben, würdig preisen, Und dir recht ehr' erweisen? 2. Du hast die höll' und fün dennoth Ganz ritterlich bezwun gen; Es ist dem teufel, welt und tod Nicht wider dich gelungen. Du siegst nun völlig nach dem streit; Wie werd' ich solche herrlichkeit, O Herr, in diesem leben Nach würden recht erheben? fandt' er uns hernieder? Den tröster, den heiligen geist, Zum trost der armen christenheit. Kyrie- eleiß! ( Wird dreimal gesungen.) 2. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Deß soll'n wir alle froh sein: Christus will unser trost sein. Kyrie eleiß. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. 160.DH lebensfürst, Herr Jesu Christ, Der du bist aufgenommen Gen himmel, wo dein vater ist Und auch die schaar der frommen, Wie soll ich deinen großen sieg, 3. Du hast dich zu der rechten hand Des vaters hingesetet, Der dir nun alles zugewandt, Weil ihn dein sieg ergötzet; Du hast die feinde umgebracht, Und haft triumph daraus gemacht. Wie sieger auf den wagen Sie herrlich schau getragen. 4. Nun unterwirft Gott alles 108 Himmelfahrtslieder. dir, Sich selbst nur ausgenom-| reitet; Du hast den weg geofmen; Die engel müssen für fenbart, Der uns zum vater leiund für Dich anzubeten fom- tet. Und weil denn du, Herr men. Sa, dir ist alles unter- Jesu Christ, Nun stets in deithan, Was man sich sonst ge- ner wohnung bist, So werden denken kann, Luft, wasser, feuer, ja die frommen Dereinst auch erde, Folgt, wenn du sprichst: zu dir kommen. es werde! 10. Ist unser haupt im him5. Du, starker herrscher, melreich, Wie deine jünger fährest auf Mit jauchzen und schreiben, So werden wir mit lobsagen, Und gleich mit dir dir zugleich Dort sein und hie im vollen lauf Auch mehr denn nicht bleiben. Die glieder sind tausend wagen. Du fährest auf ja nicht allein, Sie müssen bei mit lobgesang, Es schallet der dem haupte sein: Dies stärkt posaunen flang. Mein Gott, uns im vertrauen, Dein herrvor allen dingen Will ich dir lich reich zu schauen. auch lobsingen! 11. Herr Jesu, zieh' uns 6. Du fährest freudig in die für und für, Daß wir mit den höh' Und führest die gefangen, gemüthern Nur oben wohnen Die sonst zu unserm ew'gen stets bei dir In deinen himmelsweh' Ergrimmet ausgegangen. gütern, Laß vor dir unsern wanDrum preisen wir mit frohem del rein, Und unser herz rechtschall, O starker Gott, dich schaffen sein, Laß uns ein solüberall, Wir, die wir so viel ches wesen, Das himmlisch ist, gaben Hiedurch empfangen erlesen. haben. 12. Hilf, daß wir suchen unsern schak Nicht in dem eiteln leben, Nein, einzig dort, wo du den plat Wirst deinen kindern geben. Ach, laß uns streben recht und wohl Nach dem, das fünftig kommen mmen soll; soll; Denn alles wird verschwinden, Was in der welt zu finden. 7. Du bist das haupt in der gemein', Und wir sind deine glieder; So wirst du unser schuß ja sein. Wir fallen vor dir nieder Und bitten: gieb uns trost und licht, Wenn uns vor angst das herz zerbricht; Denn du kannst kraft und leben Und fried' und freude geben. 13. Zieh' uns dir nach, so 8. Du salbest uns mit dei- laufen wir, Gieb uns des glaunem geist Und giebst getreue hir- bens flügel, Führ' uns im geiſte ten, Die lehrer, die du gehen schon von hier Auf Zions freuheißt, zu rufen den verirrten. denhügel. Mein Gott, wann Du, hoherpriester, zeigest an, fahr' ich doch dahin, Woselbst Daß uns dein opfer retten kann, ich ewig fröhlich bin? Wann Ja, von der hölle rachen Frei, werd' ich vor dir stehen, Dein los und ledig machen. angesicht zu sehen? 9. Du hast durch deine himmelfahrt Die straße uns be14. Wann werd' ich doch ins paradies Zu dir, Herr Jesu, Himmelfahrtslieder. kommen, Daß ich des himmels freud' genieß'? Wann werd' ich aufgenommen? Mein heiland komm und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen kann Und klopfen in die hände, Halleluja! ohn' ende.( 118) Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 161. Auf, Sesu jünger, in den himmel auf. freuet euch! 10. zieh' uns immer mehr Herr fährt auf zu seinem reich. zu dir Und gieb uns deine kraft, Er triumphirt; lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! daß wir Nur suchen das, was oben ist, Wo du, verklärter heiland, bist. 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit preis gekrönt. 11. Dein eingang in die herrlichkeit Sei uns der weg zur seligkeit. Dir laß uns leben, dir vertrau'n, Bis wir dereinst dein antlitz schau'n. 3. Weit, über alle himmel weit Geht seine macht und herrlichkeit. Ihm dienen selbst die seraphim; Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 4. Sein sind die völker aller welt. Er herrscht, der große siegesheld, Er herrscht, bis unter 109 8. In deiner hand ist unser heil, Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am freuze starbst. 9. Die stätte ist uns nun bereit't, Bei dir zu sein in ewigfeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns 5. Er schüßet seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt; bringt ihm den dank Und preiset ihn mit Lobgesang! Mel. Nun danket alle Gott. ſeinem fuß Der feinde heer fich 162. Jac auchzt, christen, beugen jauchzt dem Herrn! Er hat sein werk vollendet; Er fährt verklärt hinauf zu dem, der ihn gesendet; Er nimmt voll majestät Die himmel wieder ein; Deß müsse sich entzückt Der ganze erdkreis freu'n. 12. Dann wird sich völlig unsre seel' In dir erfreu'n, Immanuel! Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. ( 32) 7. Wohl nun auch uns, denn Herr, bei dir Steht fraft und macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen 2. Nachdem er in den tod sich Der herrlichkeit und maje- Sich für uns hingegeben, Den stät, Dazu dich Gott, dein weg zu Gott gelehrt Und durch Gott, erhöht. sein wort das leben Und die unsterblichkeit Selbst an das licht gebracht, So fährt er herrlich auf Zur rechten jener macht. 3. Sein, sein ist die gewalt Im himmel und auf erden. Wer sein wort glaubt und hält, Soll 110 Himmelfahrtslieder. nicht verloren werden. Er hat| Hast du den christen ja Durch die welt mit Gott Durch seinen dich vor Gott gemacht. Ja du, tod verfühnt; Er hat durch du kleidest ihn Mit ehre, ruhm seinen tod Uns gnad' und heil und macht. verdient. 10. Singt, christen, jauchzet 4. Hoch über die vernunft ihm! Er hat sein werk vollBesiegt er ihr verderben. Ein führet, Der nun zur rechten unvergänglich glück Den men- hand Des vaters lebt, regieret, schen zu erwerben, Starb er Und sitzt auf seinem thron und gab sich selbst Zum opfer In alle ewigkeit. Frohlockend hin für sie, Und seine menschen- singe ihm, Du volk der christenlieb' Und huld ermüdet nie. heit! ( 49) 5. Jauchzt, ihr gerechten, ihm, Und preiset seinen namen. Was Gott verheißen hat, Ist Mel. Von Gott will ich nicht zc. ja in ihm und amen, Und Gott 163. Gott fähret auf gen ist zuversicht. Ihm danken, das ist schön, Das ist der christen pflicht. 6. Ja, preiset ihn, den Herrn, Und rühmet all' ihr frommen! In wolken fährt er auf; So wird er wieder fommen. Er fährt gen himmel auf, Siegprangend als ein held, Und kommt an jenem tag Als richter aller welt. 7. Dies ist des glaubens trost, Ihn einst verklärt zu schauen. Dies ist der christen pflicht, Ihm ewig zu vertrauen, Sich ihm durch frömmigkeit Und tugend ganz zu weihn, Und seiner liebe sich In ewigkeit zu freu'n. hem jubelschall, Verläßt dies weltgetümmel, Zu herrschen überall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit freuden Dem könige der heiden, Dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen Mit göttlich großer pracht, Empfangen von den frommen, Die er hier frei gemacht. Es holet Jesum ein Das chor der cherubimen, Das chor der seraphimen Heißt ihn willkommen sein. 3. Wir können nun die siege Am sieger selber sehn. Wir wissen nun zur g'nüge, Wie wir gen himmel gehn. Der heiland geht voran, Will nicht zurück uns lassen; Er zeigt uns selbst die straßen, Führt uns auf sichre bahn. 8. Laß gnad' um gnade uns Von deiner fülle nehmen; Denn wer sich deiner schämt, Deß wirst du dich auch schämen. Hingegen ehrst du den, Der dich Herr, recht verehrt, Herr, dessen majestät Und Herrschaft ewig währt. 4. Wir sollen himmlisch werden, Denn dort ist unser plat. 9. Was ist die hoheit hier? Der mensch bleibt nicht auf Sie rührt den christen wenig; erden, Kennt einen bessern schatz. Der christ hat größern werth; Shr herzen macht euch auf! Zum priester und zum könig Wo Jesus hingegangen, Dahin Himmelfahrtslieder. 111 sei das verlangen, Dahin sei herrlichkeit erhoben. Singet! euer lauf! 5. Laßt uns zum himmel dringen Mit herzlicher begier! Laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, Klinget! Rühmt und ehret den, der fähret auf gen himmel, Und verläßt dies weltgetümmel. 3. Du bist das haupt von uns, und wir Sind glieder; 6. Hinweg mit deinen schäzzen, Du gleisnerische welt! Sollt' uns dein nichts ergößen? Dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unser ruhm, Der Herr ist unsre freude Und unser trost im leide, Wir sind sein eigenthum. du Gottes sohn, Dich, weg, ja es kommt von dir Auf uns dich, wahres leben, Dem alle licht, trost und leben. Heil, macht gegeben, Dich, unsers fried' und freude, stärk' und hauptes fron'! kraft, Erquickung, labsal, lebenssaft Wird uns von dir gegeben. Rühre, Führe, Höchste güte, mein gemüthe, dich zu preisen, Dir sich dankbar zu erweisen. 4. Zieh', Jesu, uns, zieh' uns nach dir, Hilf, daß wir fünftig für und für Nach deinem reiche trachten, Laß vor dir unsern wandel rein Und unser herz rechtschaffen sein, Die üppigkeit verachten, Unart, Hoffahrt Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die gnade sei zu finden. 7. Wann wird es doch geschehen? Wann kommt die frohe zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner herrlichkeit? Du tag, wann wirst du sein, Daß wir ihn mit entzücken Auf seinem thron erblicken? O brich doch bald herein. ( 125) 5. Sei, Jesu, unser schutz und schaß, Sei unser ruhm und Mel. O heil'ger geist, kehr' bei fester plak, Darauf wir uns verlassen, Lenk' uns nach dem, uns ein. 164. Ach, wundergroßer das droben ist, Auf erden wohsiegesheld, Du net trug und lift; Es ist auf fündenträger aller welt! Heut' allen straßen Lügen, Trügen, hast du dich gesetzet Zur rechten Angst und plagen, die uns Hand der kraft bei Gott, Hast nagen, die die seelen Frommer fiegreich und bis auf den tod christen täglich quälen. Der feinde schaar verletzet, Mächtig, Prächtig, Triumphiret, jubiliret; tod und leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 6. Herr Jesu, komm, du gnadenthron, Du siegesfürst, held, Davids sohn, Komm, stille das verlangen; Du bist uns allen ja zu gut, Jesu, durch dein 2. Dir dienen alle cherubim, theures blut In's heiligthum geUnd viele tausend seraphim Dich gangen. Komm nun! Laß ruhn fiegesfürsten loben, Weil du den Aus erbarmen auf uns armen segen wiederbracht, Dich selbst deine gaben, Bis wir sie dort mit majestät und pracht Zur völlig haben! ( 78) 112 Himmelfahrtslieder. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 165. Mit it lautem schall frohlocken wir: Der Herr ist aufgefahren! Wir 2. Du fizest auf der himmel sind zwar noch im elend hier thron Als unser freund, als Und unter viel gefahren; Doch menschensohn. Auch da schämst sinkt drum unser muth nicht hin, du dich unser nicht; Drum Durch Jesum wissen wir, wo- bleibst du unsre zuversicht. hin Uns unsre wallfahrt führe. Halleluja! 2. Das leben ist an's licht 3. Dein ist die macht, dein gebracht, Uns steht der himmel ist das reich. Wer ist an majeoffen; Ihn schloß uns auf mit stät dir gleich? Mensch, engel, großer pracht Der Herr, auf jede creatur Ist dein, du herrden wir hoffen. Begierig schaut der glaub' empor, Doch säumt er nicht, auch hier zuvor Des heilands pfad zu wandeln. scher der natur. Halleluja! 4. Umsonst, umsonst empöret sich Der fürst der hölle wider dich. Dein thron steht fest, der seine liegt, Durch deine macht ist er besiegt. Halleluja! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schutz. sein ew'ges heil. Halleluja! 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich; Du held von unserm fleisch und blut, Bist unser trost und höchstes gut. Halleluja! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt; Der segen ist in deiner hand. Von keinem frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilft ihm gern. Halleluja! 8. Sieh' auch auf uns mit freundlichkeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauben auf Und heil'ge unsern lebenslauf. Halleluja! 9. Gen himmel fuhrst du als ein held; Als Herr und richter Mel. Wir singen dir, Immanuel. 166.Wir freuen uns, aller welt Wird dich dereinſt der Herr Jesu Christ, erdkreis sehn: Laß uns dann 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr Dort seines lichts genießen; Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er Den himmel einst verschließen. Wer wünscht, zum himmel einzugehn, Der läßt in seinen thaten sehn, Sein wandel sei im himmel. Daß du zur rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel, O stärk' im glauben unsre seel'! Halleluja! 4. Uns treibt sein geist, daß wir der welt Uns immer mehr entwöhnen, Stets sorgen, was dem Herrn gefällt, Zu ihm hinauf uns sehnen; Er aber sieht auf uns herab, Von uns läßt seine treu' nicht ab, Bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größer'n freuden reich, Wann wirst du uns erscheinen? Gott macht dort seinem sohn uns gleich, Stillt unser leid und weinen. O wonne, wenn in ewigkeit Uns nun das höchste gut erfreut! Herr, schenk' uns solches leben! Pfingstlieder. 113 freudig vor dir stehn. Halle- Ob ich gleich noch sterblich bin, luja! 10. Dann triumphirt der glaub' an dich, Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, Der du zur rechten Gottes bist! Halleluja!( 143) Und im glauben allezeit Trachte nach der ewigkeit, Bis wir auch zu Gott gelangen, Wie du bist voran gegangen. 4. Dir ist alles übergeben, Alles ist dir unterthan. Hilf mir, daß ich christlich leben Und Dir heilig dienen kann. Streitet satan wider mich, Ach, so stärke mich durch dich, Wirf ihn unter deine füße, Daß er ewig schweigen müsse! 5. Meine wohnung ist schon fertig Droben in des vaters reich, Da ich, bei dir gegenwärtig, Deinen engeln werde gleich. Herr, der weg dahin bist du, Darum bringe mich zur ruh' Und nimm an dem letzten ende Meinen geist in deine hände. 6. Komme, wenn es zeit ist, wieder, Komme bald zu uns herab Und erlöse meine glieder Von verwesung, tod und grab, Richte dann die böse welt, Die dein wort für lügen hält, Führe mich zu deinen freuden, Ewig mich an dir zu weiden.( 103) 167. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. err, auf erden muß ich leiden, Und bin voller angst und weh. Sichtbar willst du von uns scheiden, Glorreich fährst du in die höh'; Nimm mich armen auch mit dir, Oder bleibe doch in mir, Daß ich dich und deine gaben Möge täglich bei mir haben. 2. Laß dein herz bei mir zurücke, Zieh' das meine mit hinauf. Wenn ich seufzer zu dir schicke, Nimm sie, Jesu, gnädig auf, Und, wenn ich nicht beten kann, So nimm du dich meiner an; Denn du sizest Gott zur rechten, Darum hilf uns, deinen knechten. 3. Zieh' die sinnen von der erde Ueber alles eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Pfingstlieder. 168. Romm, heiliger geiſt, lob geſungen. Halleluja! HalleErfüll' mit deiner gnaden gut 2. Du heiliges licht, Edler Deiner gläub'gen herz, muth hort, Laß uns leuchten des leund sinn, Dein' brünstige lieb' bens wort, Und lehr' uns Gott entzünd' in ihn'n., Herr, recht erkennen, Von herzen vadurch deines lichtes glanz Zu ter ihn nennen. Herr, bedem glauben versammelt hast hüt' vor fremder lehr', Daß Das volk aus aller welt zun- wir nicht meister suchen mehr, gen: Das sei dir, Herr, zu Denn Jesum mit rechtem glau8 114 Pfingstlieder. ben Und ihm aus ganzer macht 7. So ward es dort dem vertrauen. Halleluja! Halleluja! volk bekannt; Denn als der 3. Du heilige brunst, Süßer sohn im Jordan stand, Da rief trost, Nun hilf uns fröhlich der vater selbst vom thron, und getrost In dein'm dienst Und du kamst sichtbar auf den beständig bleiben, Die trübsal sohn. uns nicht abtreiben. Herr, 8. Du bist es, göttlich heil'durch dein' kraft uns bereit', ger geist, Durch den mein heiUnd stärk' des fleisches blödig- land Christus heißt, Weil mit feit, Daß wir hie ritterlich dir er, mein Jesus Christ, Ganz ringen, Durch tod und leben ohne maß gesalbet ist. zu dir dringen. Halleluja! Halleluja! ( 92) 9. Viel völker achteten darauf, Als du dort in der feuertauf' Erschienst mit göttlicher gewalt, In zungen, feuriger geſtalt. 10. Du füllst der jünger ganzes haus Und rüstest sie mit gaben aus, Mit sprachen, lehre, wunderkraft, Die deine große allmacht schafft. 11. Wie groß die thaten Gottes sind, Hört hier die welt, und wie geschwind Sind tausend, Gott, durch deine macht Zum glauben an den sohn gebracht. 12. Nun gehet schnell von Zions ort Das evangelium, dein wort; Der frommen hoffnung wird gestillt; Der erdfreis wird mit heil erfüllt. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 169. heiliger und reiner geist, Der sich als wahrer Gott erweist, Dein name, deine eigenschaft Bezeugen deiner gottheit kraft. 2. Jehovah wirst du, Herr, genennt, Vom sohn und vater nicht getrennt, Im wesen bist du beiden gleich, Regierst mit ihnen Gottes reich. 3. Die allmacht und allwissenheit, Allgegenwart und ewigkeit Und andre eigenschaften mehr Erweisen, daß du Gott und Herr. 4. Du bist der schöpfer aller welt, Der sie versorgt, trägt und erhält; Auch ist es deine schöpfungskraft, Die uns zu neuen menschen schafft. 5. Getaufet werde ich auf dich; An deinen namen glaube ich; Du giebst den glauben, machst mich neu, Daß ich ein find des höchsten sei. 6. Im wesen gottheit, macht und kraft, In wirkung und in eigenschaft Eins mit dem vater und dem sohn, Bist du verschieden in person. 13. Noch zeugst du auch an unserm ort, Gott, durch dein facrament und wort, Daß du in frommen seelen wohnst Und, die dich lieben, wohl belohnst. 14. Unsichtbar kommst, o tröster, du, Bringst hie und dort ein herz in ruh', Das hungrig deine gnade fucht, Und machst es reich in glaubensfrucht. 15. Der du vom bater und dem sohn Ausgehst, du wirst Pfingstlieder. 115 von Gottes thron In unser| hernieder; Denn er gedenket gläubig herz gesandt, Als un- seiner brüder, Und daß der fers erbes unterpfand. jünger blöder mund Der gott16. Ach, segne auch also heit hohen friedensbund Die mein herz, So hemmet sich welt zu lehren sich erdreiste, mein seelenschmerz. Gott, laß Tauft er sie mit dem heil'gen mich deinen tempel sein, So geiste. Halleluja! Halleluja! geh' ich froh ins Leben ein. 5. Ein sturmwind brauset, Machet bahn Und zeigt des geistes ankunft an; Bald ist der Herr mit allem segen Im 170. Tag der erleuch- wunder ſichtbar ſelbſt zugegen, tung, ge- feuerflammen er bracht, Tag, den uns unser Gott Auf sie; gleich stimmet feierlich gemacht, Mit inbrunst sei von Ihr mund in lautes lob zuallen zungen, Zu Gottes ew' sammen. O himmlisch lob! o gem preis, besungen! Die erde wunderflammen. Halleluja! Hallag von nacht umhüllt, Mit leluja! wahn und gößendienst erfüllt; Du hast den dichten finsternis sen, Nach langer nacht die erd' entrissen. Halleluja! Halleluja! 6. Wie herrlich groß ist Der beruf, Der uns den mund zur rede schuf, Lehrt schnell in fremden sprachen reden, Be2. Tag, der du heitrer Jetzt redsamkeit giebt er den blöden, erscheinst, Als da du mit ge- Verfolgten giebt er freudigkeit, wittern einst Den finstern Sinai Verzagten unerschrockenheit. Erbedecktest, Das volk durch don- staunend sieht der Freis der nerstimmen schrecktest, Der du erden Nun fischer seine leh ein segenstag jetzt bist, Du rer werden. Halleluja! Hallesegenstag, sei uns gegrüßt! Wir luja! jauchzen dankbar dir entgegen, Für uns auch bist du reich an segen. Halleluja! Halleluja! 3. Wie furchtbar schreckten Fluch und tod, Womit uns das gesetz bedroht! Doch strahlt in desto sanft'rer flarheit Num Jesu Christi gnad' und wahrheit. Er, er hat das geseß erfüllt, Die schuld gebüßt, den zorn gestillt, Und ist zum vater hingegangen, Für uns viel gaben zu empfangen. Halleluja! Halleluja! Mel. Komm, heiliger geist, Herr und Gott. 4. Lobsinget Jesu, Der erhöht Sigt auf dem thron der majestät Und sieht auf uns mit gnad' 7. Gesandt von Jesu, Gehn sie gern, Und sammeln überall dem Herrn Selbst aus verfolgern neue jünger. Das, wahrlich, das ist Gottes finger! Umsonst bestürmt sie grimm und spott, Sie siegen dennoch, stark durch Gott, Troß alles grimms, trop alles spottes, Und wirken große thaten Gottes. HalleLuja! Halleluja! 8. Der große segen Folget gleich; Sie bauen ihm sein weites reich; Nun herrscht der Herr auch unter heiden, Und völker dienen ihm mit freuden. 8* 116 Pfingstlieder. Entfesselt von abgötterei Lernt| Die jünger schreckt nicht pein nun die weis're welt auf's neu' und müh', Der geist der stärke Den längst vergess'nen schöpfer stärke sie In martern und im fennen, Ja, ihn in Christo va- tode; Sie blieben ihrem könig ter nennen. Halleluja! Halle- treu, Bekannten seinen namen luja! frei Und lobten ihn im tode. 9. Der theure segen Dauert 4. Noch jetzt bist du der geist fort. Gelobt sei Gott! er gab der kraft, Noch jetzt der mensein wort Mit schaaren von schen lehrer, Der Jesu neue evangelisten. Auf, rühme, danke, jünger schafft, Des höllenreichs volk der christen! Dir sendet, zerstörer. In sündern wirkst wie sein wort verheißt, Der du buß' und leid, In frommen sohn vom vater seinen geist, seelen trost und freud', Und muth Und dessen milde gnadengaben im kampf der fünden; In banSollst du in reicher fülle ha- gen stunden läsfest du Sie, wie ben. Halleluja! Halleluja! im tode, seelenruh' Und freudigkeit empfinden. Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 5. Des vaters und des soh171. Dir, vater, dankt nes geist, Du quell des lichts, mein herz und der liebe, Den Gott den betenfingt, Daß du den sohn gegeben, den verheißt, Ach heil'ge meine Den sohn, der heil den fündern triebe! Schaff' du in mir ein bringt Und unvergänglich's le- neues herz, Gieb wahre buß' ben! Ich danke dir, daß du den und sündenschmerz, Hilf mir im geist, Der deinen sohn durch glauben beten! In bangen stunwunder preist, Zur erde haft ge- den tröste mich, Und zeige voll sendet. Der geist der wahrheit erbarmen dich mir einst in kam herab, Der deinen fnechten todesnöthen. stärke gab, Daß sie dein wort vollendet. ( 87) 2. Erfüllt von seiner wunder- 172. Der liebest, Treuer Mel. Freu' dich sehr, o meine seele du uns als vawelt zu fraft, Gehn sie, die fehren; Der geist, der neue her- Gott, und deinen geist Denen, zen schafft, Hilft ihnen, sie be- die dich bitten, giebest, Ja, uns fehren. Der ganze erdkreis hört um ihn bitten heißt, Demuthserfreut Die botschaft unsrer voll fleh' ich vor dir, Vater, seligkeit; Vermunft und wahr- send' ihn auch zu mir, Daß heit siegen, Das laster und die er meinen geist erneue, Und blindheit flieht, Wo man den ihn dir zum tempel weihe. finger Gottes sieht, Muß satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen; Der name Jesu wird gelobt; 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit, Und mein herz bleibt dir entrissen Und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht Sein wort ist kraft und segen. durch seine kraft Die gesinnung Pfingstlieder. 117 in mir schafft, Daß ich dir mich| schäfte Gieb mir immer neue ganz ergebe Und zu deiner träfte. ehre lebe. 8. Wenn der anblick meiner 3. Auch dich kann ich nicht sünden Mein gewissen niedererkennen, Jesu, noch mit ächter schlägt; Wenn sich in mir zweitreu' meinen Gott und Herrn fel finden, Die mein herz mit dich nennen, Stehet mir dein zittern hegt; Wenn mein aug' geist nicht bei. Drum so laß in nöthen weint, Und Gott ihn kräftiglich In mir wirken, nicht zu hören scheint, dann daß ich dich Glaubensvoll als laß es meiner seelen nicht an mittler ehre, Folgsam deine trost und stärkung fehlen! stimme höre. 9. Was sich gutes in mir 4. Ew'ge quelle heil'ger gü- findet, Ist dein gnadenwerk in ter, Hochgelobter Gottes geist, mir; Selbst den trieb hast du Der du menschliche gemüther entzündet, Daß mich, Herr, Besserst und mit trost erfreust! verlangt nach dir. O so sebze Nach dir, Herr, verlangt auch durch dein wort Deine gnadenmich. Ich ergebe mich an dich; wirkung fort, Bis sie durch Mache mich zu Gottes preise ein selig ende Herrlich sich an Heilig und zum himmel weise. mir vollende. ( 21) mit trieben, Daß ich, Gott, mein 173. Geinen geist, Den ott vater! höchstes gut Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem uns dein sohn erbitten heißt, muth, Ihm zu dienen, freudig Aus deinen himmelshöhen; Wir fei, Heilig, fromm und ihm bitten, wie er uns gelehrt, Laß getreu Stets vor seinen augen uns doch ja nicht unerhört wandle Und rechtschaffen sei Von deinem throne gehen. und handle. 2. Kein mensch ist dieser 6. Geist des friedens und der gabe werth, Die du dem menliebe! Bilde mich nach deinem schen doch verehrt, Bei uns ist finn, Daß ich lieb' und sanft- fein verdienen. Hier gilt gar muth übe Und mir's rechne nichts als lieb' und gnad', Die zum gewinn, Wenn ich je ein Christus uns verdienet hat friedensband Knüpfen kann, Mit büßen und verfühnen. wenn meine hand Zur erleich- 3. Es sah einst mit gerecht'rung der beschwerden kann tem schmerz Dein mitleidsvolles dem nächsten nüßlich werden. vaterherz Die ersten menschen 7. Lehre mich, mich selber fallen. Durch diesen fall ist fennen, Die verborg'nen fehler satans macht Auf Adam und sehn, Sie voll demuth Gott be auf uns gebracht, Er schadete kennen und ihn um vergebung uns allen. flehn. Mache täglich ernst und 4. Wir halten, Herr, an untreu', Sie zu bessern, in mir serm heil, Und sind gewiß, daß neu; Zu dem heiligungsge- wir dein theil In Christo Jesu Pfingstlieder. 118 bleiben, Die wir durch seinen tod, sein blut Die seligkeit, das höchste gut, Erlangen, wenn wir gläuben. 11. Er rüstet seine diener aus, Damit sie hier des Herren 5. Auch dies wirkt deines haus In allem segen bauen; geistes fraft, Der alles gute Er zieret muth, herz und verin uns schafft; In uns ist kein stand und läßt sie, was uns vermögen; Denn ständest du unbekannt, zu unserm besten uns selbst nicht bei, So blieben schauen. wir dir nicht getreu, Herr, unsrer schwachheit wegen. 12. Er öffnet unsers herzens thor, Wenn sie sein wort durch 6. Dein geist nährt unsers unser ohr Als edeln samen glaubens licht Und schenkt uns streuen; Er giebet fraft demfrost und zuversicht Selbst selben wort, Und wenn es fällt, wider sturm und waffen. Und so bringt er's fort Und läßt stellet sich der fürst der welt es wohl gedeihen. Gleich trohig wider uns in's feld, So kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes geist ist, da ist sieg, Wo dieser hilft, da muß der frieg Ein gutes ende finWas ist doch satans stolze kraft? Wenn Gottes geist uns hülfe schafft, Dann muß sein trop verschwinden. den. 8. Er schwächt der hölle tyrannei, Er tröstet uns und macht uns frei Von allem, was uns fränket. Wenn uns des unglücks wetter schreckt, So ist er's, der uns schützt und deckt, Viel besser, als man denket. 9. Das bittre freuz macht er uns süß, Ist unser licht in finsterniß, Führt uns als seine schafe. Hält über uns den schild und macht, Daß in der dunkelheit der nacht Die heerde ruhig schlafe. anders treten muß, Als auf den weg zum segen. 13. Er lehret uns die furcht des Herrn, Liebt reinigkeit und wohnet gern In frommen keuwas tugend ehrt, Was buße schen seelen; Was niedrig ist, thut und sich bekehrt, Das fann er nur erwählen. 14. Er ist und bleibet stets getreu Und steht uns auch im tode bei, Wenn alle von uns gehen; Er lindert unsre letzte qual, Daß wir im finstern todesthal Den himmel offen sehen. 15. O felig ist der fromme christ, Der hier schon Gottes tempel ist, Den Gottes geist regieret. Wer ihn hier aufnimmt in der zeit, Der wird auch dort zur herrlichkeit Vor Gottes thron geführet. 16. Nun, treuer Gott, wir bitten dich, Erhöre uns, gieb 10. Der geist, den Gott vom gnädiglich Uns allen diese gabe! himmel giebt, Führt alles, was Gieb deinen geist, der uns allihn treulich liebt, Auf wohlge- hier Regiere, und dort für bahnten wegen; Er setzt und und für In jenem leben richtet unsern fuß, Daß er nicht labe! ( 51) Pfingstlieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. 119 bei dir finde Und mich stets mit dir verbinde. 174. Uriprung aller gna6. Geist des raths, wie oft denwerke, Geist, verschwindet Rath und that in mit vater und dem sohn, Eins angst und noth! Wenn mein in wesen, fraft und stärke, herz nicht hülfe findet, Wenn Ströme von der gottheit thron! ich leide, wenn der tod Herz Gieß dich, Gott, nach deiner und augen niederdrückt, Wenn treu' In mein herz und mach' kein helfer mich erquickt, es neu, Daß durch dich schon auf der erde Ich des höchsten tempel werde. 2. In der fünde finsternissen, Ganz entfernt vom wahren licht, Kennt mein schlafendes gewissen Deinen weg des friedens nicht. Gottes bild ist ganz dahin, Ganz verderbt geist, herz und sinn Und wie kann Gott solche seelen Sich zur wohnung auserwählen? dann laß mich nicht vergehen, Laß mich deine hülfe sehen! 7. Geist der freuden, deine güte Ist mein trost, ist meine lufst. Bin ich ihrer im gemüthe Mir gewiß und wohl bewußt, O dann werd' ich mich bemühn. Stets die lust der welt zu fliehn; Rechte freude kann den frommen Nur von Gottes gnade kommen. 8. Geist des betens, lehr' mich 3. Flöße Jesu gnadenfülle beten: Abba, vater in der höh'! Du in meine seele ein, Daß Treibe mich, vor Gott zu treten, mein herz im glauben stille Und Und gieb, wenn ich vor ihm beruhigt möge sein. Mache steh', Daß mein bitten kräftig mich, den fündenknecht, Du sei; Steh' mir stets im seufzen durch Jesu blut gerecht, Dann bei, Und dann sprich in Jesu wird mein der höchste schonen namen Selbst in mir ein kräfUnd in meinem Herzen wohnen. tig amen! 4. Geist der weisheit, komm und leite Mich zum rechten 175. heil'ger geist, fehr' bei uns ein und weisheitsquell, Kräftig stehe mir zur seite, Mache meine laß uns deine wohnung sein! seele hell. Herr, mein Gott, O komm, du herzenssonne! Du verlaß mich nicht, Fülle mich himmlisch licht, laß deinen schein mit deinem licht, Bis ich nach Bei uns und in uns fräftig den trauerstunden Jene seligkeit sein Zu steter freud' und wonne. gefunden! Sonne, Wonne, Himmlisch leben willst du geben, wenn wir beten Und um hülfe vor dich treten. 5. Geist des trostes, steh' im leiden Mir mit deiner gnade bei, Daß, wenn menschen von mir scheiden, Mir dein beistand 2. Du quell, d'raus alle tröstlich sei; Gieb mir ein ge- weisheit fließt, Die sich in lass'nes herz, Daß ich in dem größten schmerz Trost der seelen fromme seelen gießt, Laß deinen trost uns hören, Daß wir in Pfingstlieder. glaubenseinigkeit Auch andre 7. Gieb, daß in reiner heiin der christenheit Dein wahres ligkeit Wir führen unsre lebenszeugniß lehren. Höre, Lehre, zeit, Sei unsers geistes stärke, Daß wir können herz und sin- Daß uns forthin sei unbewußt nen dir ergeben, Dir zum lob Die eitelkeit, des fleisches lust und uns zum leben. Und seine todten werke. Rühre, Führe Unser sinnen und beginnen von der erden, Daß wir himmelserben werden.( 130) 3. Steh' du uns bei mit deinem rath Und führ' uns selbst den rechten pfad, Die wir den weg nicht wissen; Gieb uns beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. eist vater auch leiden müſſen; Schane, 176. Get om sohne, und Baue, Was zerrissen, doch beflissen, dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. Der du unser tröster bist Und von unsers Gottes throne Hülfreich auf uns schwachen siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß 4. Laß uns dein' starke gottheitskraft Empfinden und zur ritterschaft Dadurch gestärket ich Gott ergeben sei, so wird werden, Auf daß wir unter dei- mein herz auf erden Schon ein nem schutz Begegnen aller feinde tempel Gottes werden. truß Mit freudigen geberden. 2. Laß auf jedem meiner Laß dich Reichlich Auf uns wege Deine weisheit mit mir nieder, daß wir wieder trost sein, Wenn ich bange zweifel empfinden, Alles unglück überwinden. hege, Deine wahrheit mich erfreu'n; Lente kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein heil verfehlen. 120 5. O starker fels und lebenshort, Laß doch dein göttlich träftig's wort In unsern herzen brennen, Daß wir uns nun und nimmermehr Von deiner weisheitreichen lehr' Und treuen liebe trennen, Fließe, Gieße Deine güte in's gemüthe, daß wir können Christum unsern heiland nennen. 2. Du süßer himmelsthau, laß dich In unsre herzen fräftiglich Und schenk' uns deine liebe, Daß unser sinn verbunden sei Dem nächsten stets mit liebestreu', Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe, reine liebe wollst du geben, Stets nach Jesu sinn zu leben. 3. Heilige des Herzens triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei, Als in seiner huld zu stehn; Seinen namen zu erhöhn, Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn zu der fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde; Hab' ich irgend mich verirrt, so strafe selbst mein herz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor Gott demü 121 thig beuge Und mein herz zur beff'rung neige. 5. Reize mich mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstuhl zu treten; Gieb, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen mittler schau' Und auf ihn die hoffnung bau', Gnad' um gnad' auf mein verlangen Von dem vater zu empfangen. geist und muth, Du flamme reiner liebe! Laß mich mit dir versiegelt sein. Damit in noth und todespein Ich steten glauben übe. Durch dich Laß mich Im gemüthe Gottes güte stets erkennen, Jesum meinen heiland nennen. 4. Gieb, wenn mir aller trost zerrinnt, Daß meine seele fraft gewinnt Aus dir, du freuden6. Stehe mir in allem leiden quelle, Die allen durst der feele Stets mit deinem troste bei, Daß stillt, Und aus der gottheit tiefe ich auch alsdann mit freuden quillt, Ganz lauter, rein und Gottes führung folgsam sei; helle! Fülle, Stille Mich mit Gieb mir ein gelassen herz, Laß gaben, die mich laben, wenn ich mich selbst im todesschmerz Bis site In der angst und trübzum frohen überwinden Mächtig deinen trost empfinden.( 134) Pfingstlieder. falshize. 5. Sei meiner ohnmacht kraft und macht, Mein helles licht in dunkler nacht, Mein weg, daß ich nicht irre, Mein lehrer 177. Romm, Gottes geiſt, in unwiſsenheit, Daß mich hier komm höchster in der prüfungszeit Kein irrgast! Herr, den der himmel thum je verwirre. Schütze, nicht umfaßt, Noch dieser freis Stütze, Herr, mich schwachen, der erde, Komm, offenbare stark zu machen meinen glaudich auch mir, Gott heil'ger ben; Laß mir nichts die frone geist, daß ich in dir Ein geist rauben. mit Christo werde; Rühre, Führe Geist und sinnen, mein beginnen und mein leben, Deiner liebe nachzustreben. 6. Hilf mir in meiner letzten noth, Versüße mir den bittern tod; Wenn herz und auge brechen, So sei du meines lebens 2. Komm, theures gut, komm, licht; Laß, wenn die zunge nicht höchster schatz, Komm in mein mehr spricht, Dein seufzen für herz und mache luß, Duh gläu- mich sprechen; Laß mich Endlich big einzunehmen. Ich glaube Nach dem scheiden zu den freufest, mein heil und licht, Du, den aller frommen und des himtheurer tröster, wirst dich nicht mels erbtheil fommen.( 159) Der armen hütte schämen. Eile, Heile Und erwähle meine seele, Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. eut' will ich, Herr, aus gnaden Mache gut 178. tröster, dir Mit den fündenschaden. 3. Entzünd' in mir die lie- herzensfreude singen! Ach heil'besgluth Und mache brünstig ger geist, verleihe mir, Daß ich Mel. O heil'ger geist, kehr' bei uns ein. 122 Pfingstlieder. dir möge bringen Ein opfer, auf's neu' Mit meinem Gott frei von heuchelei, Das deiner verbunden, Wenn ich durch huld gefällig sei, Der du die wahre buß' und reu' Vergebung herzen prüfest. habe funden; Du hast mich aus der sünden nacht Bald wiederum zu Gott gebracht Und mich zum Herrn befehret. 2. Du hast dich meiner seelennoth, höchster Gott, er barmet; Du hast mich, da ich blind und todt, Mit lieb' und 8. Ich würde in der argen. huld umarmet. Ich ging in welt Mein erbtheil bald verlieganz verkehrtem wahn, Du ren; Du kommst, mich, wie es nahmst dich meiner thorheit an, Gott gefällt, Auf eb'ner bahn Und wolltest selbst mich lehren. zu führen; Du schlägst in mir 3. Ich habe Jesum nicht die wohnung auf, Damit kein gekannt, Dem ich ganz sollte feind in meinem lauf Mir mög' leben; Doch du hast dich zu die krone rauben. mir gewandt, Erkenntniß mir gegeben. Bei meiner augen blödigkeit hat mich dein wort zur rechten zeit Zum himmelreich erleuchtet. 9. Dein ist und bleibt allein der ruhm; Du hast mir kraft gegeben, Daß ich im wahren christenthum Kann fromm und heilig leben. Drum stehe mir auch ferner bei, Daß ich beständig fruchtbar sei In allen guten werfen. 4. O höchstes licht, du lehrest mich, Den vater recht erkennen; Du schaffst, daß meinen Jesum ich kann meinen heiland nennen; Du leitest mich mit dei10. Hab' ich in meiner freuzeslast Nach hülf' und trost gener hand, Daß ich mein rech- schrieen, So hast du, edler seetes vaterland, Den himmel, finden werde. lengast, Mir öfters auch verliehen, Daß ich in hoffnung und geduld, Versichert deiner lieb' und huld, Mich Gott ganz überlassen. 11. Ach könnt' ich nun auch wie ich wollt', Dich, meinen tröster, preisen! Ach könnt' ich, wie ich billig sollt', Mich gegen dich erweisen! O heil'ger geist, laß meinen sinn, So lang' ich noch auf erden bin, Dir dank und ehre bringen! 12. Kann ich in dieser sterblichkeit Den wunsch nicht ganz erlangen, So will ich, wenn ich nach dem streit Zum himmel eingegangen, Dir nebst dem vater und dem sohn In ewig5. Ich war im höchsten jammerstand, In ewigkeit verloren, Wo du dich nicht zu mir gewandt Und mich auf's neu' geboren; Du nahmest mich in meiner tauf' Als Gottes find mit gnaden auf; Ach laß mich's ewig bleiben! 6. Wie oft bin ich auf bösen rath Und falschen weg gekommen! Doch deine theure gnade hat Sich meiner angenommen. Was meiner seele schädlich sei, Das lehrst du mich und machst mich frei: Das muß ja liebe heißen. 7. Du hast mich armen oft 123 6. Du bist ein geist der freuden, Vom trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im leiden Mit deines trostes licht. Ach ja, mein hort, wie oft Führst du worten zu Mel. Von Gott will ich nicht Iaffen. euch zu deinen 179. 3ren, ei mei- den lebenspforten, D'rauf meine seele hofft. Pfingstlieder. feit vor Gottes thron Ein bess'res loblied singen. nes herzens gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, hochgeliebter geist Des vaters und des sohnes, Mit beiden gleichen thrones, Mit beiden gleich gepreiſt. 7. Du bist ein geist der liebe, Ein freund der freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, zank, haß, neid und streit; Du bist der feindschaft feind, Schaffst, daß in liebesflammen Bald wiederum zusammen, Was feind war, sich vereint. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine fraft, Die kraft, die uns von sünden Hülf' und errettung 8. Du Herr, hast selbst in schafft; Entsünd'ge meinen sinn, händen Die ganze weite welt, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr' und dienste leiste, Wie ich dir schuldig bin. Kannst menschenherzen wenden, Wie dir es wohlgefällt; So zieb doch deine gnad' Zu fried' und liebesbanden, Verknüpf' in allen landen, Was sich getrennet hat. 3. Ich war ein wilder reben, Du hast mich gut gemacht; Der tod durchdrang mein leben, Du hast ihn umgebracht Und in der tauf' erstickt Mit einem ew'gen gute, Mit Jesu tod und blute, Das uns im tod erquickt. 4. Du bist das heilig öle, Dadurch gesalbet ist Mein leib und meine seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren eigenthum, Zum priester und propheten, Zum könig, den in nöthen Gott schützt vom heiligthum. 10. Beschirm' die polizeien, Bau' unsers fürsten thron, Daß er und wir gedeihen; Schmück, wie mit einer kron', Die alten mit verstand, Mit frömmigkeit die jugend, Mit gottesfurcht und tugend Das volk im gan5. Du bist ein geist, der lehret, Wie man recht beten soll, Wenn Gott mein flehn erhöret; zen land. Du machst es glaubensvoll, 11. Schmück' uns, o menDurch dich steigt's himmelan, schenhüter, Mit reiner glaubensUnd bringt mir Gottes gabe, zier, Erfülle die gemüther Mit Schafft, daß ich hülfe habe heiliger begier, Vertreib' den Bei dem, der helfen kann. bösen geist, Der dir sich wider9. Erhebe dich und steure Dem herzleid auf der erd'; Bring' wieder und erneu're Die wohlfahrt deiner heerd'; Laß blühen wie vorher Die länder, so verheeret, Die kirchen, so zerstöret; Sei du ihr schutz und wehr. 124 Pfingstlieder. setzet Und, was dein herz er-| nach deinem willen, Mich an gözet, Aus unsern herzen reißt. leib und seel' erfüllen. 12. Gieb freudigkeit und stär- 4. Alle wahrheit zu erfinden, te, zu stehen in dem streit, Den Hast du weisheit und verstand; durch sein reich und werke Uns In der gottheit tiefsten gründen satan anerbeut; Hilf tämpfen Bleibt dir, Gott, nichts unberitterlich, Damit wir überwin- fannt. Drum, ja, ich bekenn' den, Und ja zum dienst der es frei, Weißt du auch, wie sünden Kein christ ergebe sich. blind ich sei; Gieb denn weiß13. Richt' unser ganzes leben All'zeit nach deinem sinn, Und wenn wir's sollen geben In Gottes hände hin Und scheiden aus der zeit, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem tod ererben Des himmels herrlichfeit. heit und vor allem Lehre mich, dir zu gefallen. 5. Du bist heilig, ja du wohnest Nur im reinen, heil'gen licht. In dem tempel, da du thronest, Bleibt der fünden herrschaft nicht. Wasche, reinster gnadenquell, Mich von sünden rein und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. ( 51) Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. du 180. bu allersüß'ste freude, du allerschönstes licht, Der du uns in lieb' und leide Ohne segen läsfest nicht, Geist des höchsten, höchster fürst, Der du hältst und halten wirst Unaufhörlich alle dinge, Höre, höre, was ich finge! 2. Du bist ja die beste gabe, Die man sich nur wünschen fann; Wenn ich dich erwünsch' und habe, Geb' ich alles wünschen an. Ach ergieb dich, komm zu mir, In mein herz, Gott, das du dir, Ehe ich noch war geboren, Selbst zum tempel außerforen. 3. Reich, wie milder thau und regen, Wie ein strom von Gottes thron Gehst du aus und bringst den segen Uns vom vater und vom sohn. Laß doch, o du werther gast, Gottes segen, den du hast Und verwalt'st 6. Wie der treue vater pfleget, Bist du fromm und sanften muths, Bleibst im lieben unbeweget, Selbst den bösen thust du gut's; Gieb, Herr, denn es kommt von dir, Diesen edeln sinn auch mir, Daß ich freund und feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein hort, ich bin wol zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstöß'st; Bleib' ich von dir ungeschieden, Ei, so bin ich g'nug getröst't. Laß mich sein dein eigenthum; Ich versprech' hinwiederum, Hier und dort all mein vermögen Dir zu ehren anzulegen. 8. Ich gelob' es, ich entsage Dem, was deinen ruhm dir nimmt; Bis an's ende meiner tage Sei mein herz blos dir bestimmt; Was der satan will und sucht, Will ich halten als verflucht; Ich will seinen schnö Pfingstlieder. den wegen Mich mit ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich 182. Domm, gnadenstärkest Und mir treulich stehest bei; Hilf, mein helfer, wo du merfest, Daß mir hülfe nöthig sei, Brich des bösen fleisches sinn, Nimm den alten willen hin, Daß ich mich durch dich erneue, Und mein Gott sich meiner freue. thau, befeuchte mich, Erwünschter regen, zeige dich, Du wasser aus der höhe! Mein dürres herz verlanget sehr, Es dürftet immer mehr und mehr Und wünscht dich in der nähe. Süße Flüsse Lasse quillen, daß sie stillen alle schmerzen In dem fummervollen herzen. 2. Wie sehne ich mich, Herr, nach dir, Wie dringend wird der wunsch bei mir, Daß du mein herz erfreueft. Ich sehe schrecken und gefahr, Und lauter kummer stellt sich dar, Bis du mich recht erneuest. Schicke Blicke Deiner güte ins gemüthe, mich zu laben; Komme, Herr, mit deinen gaben. 3. So oft mich angst und sorge drückt, So wünscht die feele sich erquickt Durch deine reiche güte. Mein geist ist oft voll angst und pein, Ich fühle schmerz in mark und bein Und trauern im gemüthe. Durch dich Fühl' ich, Weil dem leben kraft gegeben, mich beglücket Und durch deinen trost erquicket. 10. Sei mein retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein stab, Wenn ich sterbe, sei mein leben, Wenn ich liege, sei mein grab, Wenn ich wieder aufersteh', Hilf mir, daß ich dahin geh', Wo du wirst in ew'gen freuden Deine auserwählten weiden. ( 51) 181. N heiligen geift Um un bitten wir den den rechten glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm ende, Wenn wir heimfahr'n aus diesem elende. Kyrie- eleiß. 2. Du werthes licht, gieb uns deinen schein, Lehr' uns Jesum Christ fennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen heiland, Der uns bracht hat zum rechten vaterland. Kyrie- eleiß. 125 Mel. O heil'ger geist, kehr' bei uns ein. 4. Ich bin dem dürren grafe gleich, Verderbet, ungestalt und bleich, Schwach über alle maßen. Komm, lebenswasser, gieße dich In meine seele gnädiglich, Du kannst mich nicht verlassen; Günstig, Brünstig Laß dich merken, mich zu stärken, daß ich grüne, Dir durch deine hülfe 4. Du höchster tröster in aller noth, Hilf, daß wir nicht fürchten schand' noch tod, Daß diene. in uns die sinne nicht verzagen, 5. daß dein ruhm und Wenn der feind wird das leben deine ehr' In mir sich mehre verklagen. Kyrie- eleiß.( 92) immermehr, Da dich die seele 3. Du süße lieb' schenk' uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben, Und in frieden auf einem sinn bleiben. Kyrie- eleiß. 126 Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. meinet: So wird mein herz Lente Zu mir armen dein erhinführo dein, Ein baum zu barmen, deine liebe, Daß ich deinem preise sein, Wenn mich wahre liebe übe. dein glanz bescheinet. Rühre, Führe Meine seele, daß sie wähle durch dein treiben, Gott vor allem treu zu bleiben. 7. Weg, fleisch! ich suche Gottes geist; Weg, wille! thu', was Gott dich heißt; Weg, blindheit! Gott erleuchtet; Weg, angst! 6. Du strom, der aus dem der geist des Herrn erfreut; tempel fließt Und zu den bäu- Weg, unvermögen! Gott ermen sich ergießt, Auch mir ver- neut; Weg, dürre! Gott beleihe stärke. Was du nicht feuchtet. Komme, Fromme, Seegiebst, das hab' ich nicht, Weil lensonne, herzenswonne, himeigne fraft mir ganz gebricht melsregen, Komm mit deinem Zu jedem guten werke. Schenke, gnadenſegen. ( 35) Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 183. Gott ott der vater| fliehn des teufels listen, Mit wohn' uns bei waffen Gott's uns fristen. Und laß uns nicht verderben, Amen, amen, das sei wahr, So Mach' uns aller fünden frei singen wir: Halleluja! Und hilf uns selig sterben, 3. Gott heil'ger geist wohn' Vor dem teufel uns bewahr', uns bei Und laß uns nicht Halt' uns bei festem glauben, verderben, Mach' uns aller Und auf dich laß uns bauen, sünden frei Und hilf uns selig Aus herzensgrund vertrauen, sterben, Vor dem teufel uns Dir uns lassen ganz und gar, bewahr', Halt' uns bei festem Mit allen rechten christen Ent- glauben, Und auf dich laß uns fliehn des teufels listen, Mit bauen, Aus herzensgrund verwaffen Gott's uns fristen. trauen, Dir uns lassen ganz und Amen, amen, das sei wahr, So gar, Mit allen rechten christen fingen wir: Halleluja! Entfliehn des teufels listen, Mit 2. Jesus Christus wohn' uns waffen Gott's uns fristen. Amen, bei Und laß uns nicht verder- amen, das sei wahr, So singen ben, Mach' uns aller sünden wir: Halleluja! ( 92) frei, Und hilf uns selig sterben, Vor dem teufel uns bewahr', 184. Der du biſt drei in Halt' uns glauben, einigkeit, Und auf dich laß uns bauen, wahrer Gott von ewigkeit, Die Aus herzensgrund vertrauen. sonn' mit dem tag von uns Dir uns lassen ganz und gar, weicht: Laß uns leuchten dein Mit allen rechten christen Ent- göttlich licht. Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 127 2. Des morgens, Gott, dich abgewandt Zum fluch und ew'Loben wir, Des abends auch gen strafen; Doch hat uns deine beten vor dir; Unser armes lied lieb' und huld Errettung von rühmet dich Jetzt und immer der straf' und schuld In deinem und ewiglich. sohn verordnet. 3. Gott vater, dem sei ewig ehr', Gott sohn, der ist der ein'ge Herr, Und dem tröster, heiligen geist, Von nun an bis in ewigkeit. ( 92) Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 6. Des vaters glanz und ew'ger sohn, Von ewigfeit geboren, Du, du bist uns zum gnadenthron, Zum mittler auserforen. Du nimmst der menschen wesen an, Weil uns sonst nichts erretten kann, Wirst gott185. heiligste brei- menſch und erlöſer. faltigkeit, Voll majestät und ehren, Wie kann doch deine christenheit Dein lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wundersam; Ganz unbegreiflich ist dein nam', Dein wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine gnad' Uns durch dein wort gegeben, So viel der glaube nöthig hat Zum heil und ew'gen leben, Daß du, Herr, Gott, Jehovah heißt, Gott vater, sohn und heil'ger geist, Drei, doch im wesen einig. 7. Ja, du, mein heiland, Jesu Christ, Du bist vom himmel kommen, Hast wider satans macht und list Dich unser angenommen, Hast durch dein blut zu deinem ruhm Uns dir erkauft zum eigenthum Und satans reich zerstöret. 8. Zu deines vaters rechten hand, Als sieger hoch erhaben, Beherrschest du nun alles land, Theilst aus des vaters gaben; Ja, alle himmel dienen dir, Und wir, wir wollen für und für Dich gläubig heilig ehren. 3.D vater, aller dinge quell', 9. heil'ger geist voll majeDein name sei gepriesen! Du stät, Der, gleicher Gott im hast dich göttlich, klar und hell wesen, Vom vater und vom sohn Vor aller welt bewiesen. Du, ausgeht, Durch dich sind wir vater, hast vor aller zeit Den genesen; Dich hat der vater ein'gen sohn von ewigkeit Ge- und der sohn Gesandt von zeugt aus deinem wesen. seinem stuhl und thron, Im glauben uns zu leiten. 4. Dein arm erschuf die ganze welt, Den himmel und die erde, Und ihre heere sind bestellt, Daß Gott gepriesen werde. Ja, Herr, durch dein allmächtig wort Wird, was erschaffen, fort und fort Erhalten und regieret. 10. Du hast durch's wasserbad und wort Uns wieder neu geschaffen; Dann bist du unser trost und hort, Und wir sind frei von strafen; Da machst du unsre hoffnung fest, Und wenn 5. Den menschen hat, Herr, uns alle welt verläßt, Bleibst deine hand Zu deinem bild er- du in unsern herzen. schaffen. Nur satan hat uns 11. Sa, laß uns deine tem 128 Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. pel sein; Versiegle uns das erbe, du bist, Also, daß außer dir Daß, wenn sich schwachheit Sonst nichts selbstständig ist. menget ein, Der geist gestärket werde, Und wenn die letzte stunde ist, So hilf, daß wir auf Jefum Christ Getrost und selig sterben. 12. Gott vater, sohn und heil'ger geist, Für alle gnad' und güte Sei immerdar von uns gepreist Mit freudigem gemüthe. Des himmels heer dir ehre bringt, Und heilig, heilig, heilig singt: Das thun wir auch auf erden. 5. Du, höchst vollkomm'ner geist, Bist in dir selber selig, Und deine fräfte sind Unendlich und unzählig. Hör', Israel, der Herr, Dein Herr, Herr Zebaoth, Ist nur ein einiger Und ewig wahrer Gott! 6. Ja hör' es, Israel! Was hörst du dreimal nennen? Dreieinig sollst du den, Der einig ist, erkennen. Gott, der da wohnt im licht, Der ursprung alles ( 53) seins, Sst vater, sohn und geist, Und diese drei sind eins. Mel. O Gott, du frommer Gott. 186. Gott, du höchster 7. Ach Gott, wie hoch ist das! Was muß ich hie bemerken In deinen ewigen Und innergeist, Sst lichen werken! Daß sich ein nichts dir zu vergleichen, Wie unterschied In dir persönlich will mein schwacher sinn Denn find', Da der personen drei deine höh' erreichen? Ach, vater, In einem wesen sind. schaue doch Des findes einfalt an, Das nur im dunkeln wort, Im spiegel schauen kann. 2. Ich kann zwar von natur In meiner seele merken, Daß du sei'st, und du stellst In dei nen schöpfungswerken Die unsichtbare kraft Als sidjtvar deutlich dar: So macht schon die vernunft Die gottheit offenbar. 3. Weil aber die vernunft Sehr unvollkommen bleibet, So such' ich, was von dir Die offenbarung schreibet, Die macht im größern licht Mir dein geheimniß fund, Davor vernunft erstaunt: O tiefe ohne grund! 9. Doch wirken alle drei In äußerlichen werken, Darin wir Gottes fraft An den geschöpfen merken. Die schrift zeigt aber auch, Wie vater, sohn und geist In diesen werken sich Insonderheit beweist. 10. Der vater schuf die weit, Die er also geliebet, Daß er 4. Du bist von ewigkeit, den sohn für uns und seinen Hast in dir selbst dein leben, geist uns giebet; Und das erlöUnd aller creatur Hast du ihr sungswert Hat Gott der sohn sein gegeben. Du bist, Herr, vollbracht; Das werk des geiſtes wie du bleibst, Du bleibest, der ist, Daß er uns heilig macht. 8. Der vater zeugt allein Den sohn von allen zeiten, Der in ihm selber lebt In gleichen herrlichkeiten. Der sohn wird nur gezeugt, Der geiſt geht nur allein Von beiden ewig aus, Und hier ist nichts gemein. Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 129 11. Die demuth wird hier loren, Am freuz gestorben, Und nicht zu grübeln sich getrauen, vom tod Wieder auferstanden Da auch die engel selbst Be- durch Gott. deckt dein antlitz schauen. Geheimnißvoller Gott, Der hier verborgen ist, Dort erst gelingt es mir, zu schauen, wie du bist. 3. Wir gläuben An den heil'gen geist, Gott mit vater und dem sohne, Der aller blöden tröster heißt, Uns mit gaben 12. Du aber, Herr, Herr, zieret schöne, Die ganz' christenHerr, Ach segne und behüte, heit auf erden Hält in einem Erheb' dein angesicht Mit gna- sinn gar eben; Hie all' sünd' de, fried' und güte! Die gnad' vergeben werden; Das fleisch erleuchte mich, Die liebe stärke soll auch wieder leben. Nach mich, Und deines geistes fraft diesem elend Sst bereit't uns ein In mir vermehre sich. leben in ewigkeit. Amen.( 92) 13. Lob, ehr' und preis sei Gott, Dem vater, sohn und geiste, Wie ihn der engel chor Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan kam. Schon bei der schöpfung preiſte! 188. Was alle weisheit Nimm in an, Lob und ehre bringt, Bis mein verklärter mund Auch dreimal: heilig! singt. uns hie kaum kann lallen, Das läßt Gott aus des himmels zelt In alle welt erschallen, Daß er der Herr und könig sei, Hoch über alle götter, Allmäch187. Wir gläuben All' tig, freundlich, fromm und treu, | Der frommen schutz und retter, Ein wesen, drei personen. an einen Gott, Schöpfer himmels und der erden, Der sich zum vater geben 2. Gott vater, sohn und hat, Daß wir seine kinder wer- heil'ger geist Heißt sein hochden. Er will uns all'zeit er- heil'ger name: So kennt, so nähren, Leib und seel' auch nennt, so ehrt und preist Ihn wohl bewahren; Allem unfall der gerechten same. Gott Abrawill er wehren, Kein leid soll ham, Gott Sjaac, Gott Jacob, uns widerfahren; Er forget für uns, Hüt't und wacht. Es die er liebet, Herr Zebaoth, der nacht und tag Uns schützt steht alles in seiner macht. und alles giebet, Auch sich durch wunder zeiget. 2. Wir gläuben Auch an Jesum Christ, Seinen sohn und 3. Der vater hat den sohn, unsern Herren, Der ewig bei sein bild, Von ewigkeit gedem vater ist, Gleicher Gott zeuget. Der sohn hat, als die von macht und ehren. Von zeit erfüllt, Sich selbst zu uns Maria der jungfrauen Ist er geneiget. Der geist geht aus wahrer mensch geboren, Durch ohn' alle zeit Vom vater und den heil'gen geist im glauben, vom sohne, Mit beiden gleiFür uns, die wir war'n ver- cher herrlichkeit, Gleich ewig, 9 130 Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. gleicher frone Und unzertrennter| singen, Daß du der größte könig ſtärke. sei'st, Hoch über alle götter, Gott vater, sohn und heil'ger geist, Der frommen schutz und retter, Ein wesen, drei per( 51) 4. Sieh' hier, mein herz, das ist dein gut, Dein schaß, dem teiner gleichet, Das ist dein freund, der alles thut, Was dir sonen. zum heil gereichet, Der dich bort schuf nach ſeinem bild: 189. mahrer Gott, der du Regierst auf dich mit wahrem glauben füllt einem thron, Im wesen unzerUnd alles freuz versüßet Mit seinem theuern worte. theilt, Dreieinig in person, Gott vater, sohn und geist, Vor und nach allen zeiten, Von gleicher macht und kraft, Von gleichen herrlichkeiten. 5. Erhebe dich zu ihm mit luft! Du kannst ihn vater nennen, und dies erquicket unsre brust; So wird die seele brennen In seiner liebe, die uns nährt zu jenem freudenleben, Da, was allhie kein ohr gehört, Gott wird zu schauen geben Den augen seiner finder. 6. Weh' aber dem verstockten heer, Das sich hieselbst verblendet, Gott von sich stößt, 3. O schöpfer aller welt, O und seine ehr' Auf freaturen vater, sei gepreist! O Jesu, wendet! Dem wird gewiß des unser ruhm! O tröster, heil'himmels thür Einmal ver- ger geist, unbegreiflich gut, schlossen bleiben. Wer seinen unerforschlich wesen! Gieb Gott verachtet hier, Den wird dein erkenntniß uns, In weler von sich treiben Und ewig chem wir genesen. dort verstoßen. 4. Du hast, o vater, längst 7. Drum bitten wir: gieb, An uns mit huld gedacht; Herr, großer held, Gott himmels und deine güte hat Uns lauter heil der erden, Daß alle menschen gebracht; Indem wir deinen auf der welt Zu dir bekehret john Und deinen geift empfanwerden! Erleuchte, was verblendet geht, Bring' wieder, was verirret, Nimm weg, was dir im wege steht Und freventlich verwirret Die schwachen in dem glauben. gen, So können wir vor dir Mit deiner gnade prangen. 5. Der vater hat den sohn Von ewigkeit gezeugt, Der mit ihm wahrer Gott, Und sich zu uns geneigt, Indem er uns zum 8. Daß alle menschen einst heil Auf diese welt gekommen zugleich Zur himmelspforte Und wahres fleisch und blut, dringen Und künftig in dem Wie wir, an sich genommen. freudenreich' Ohn' alles ende 6. wesentliches bild Des 2. Der gestern war ein Gott, Und der auch Gott ist heut', und morgen Gott wird sein, Und Gott in ewigkeit. Unmöglich ist's, daß er Jemals geringer werde. Er bleibt, so groß er war, Vor himmel, meer und erde. Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 131 vaters, licht vom licht, O glanz| christen dort Des höchsten der herrlichkeit, Der menschen antlig schauen. zuversicht, Wahrhafter Gott von Vor bir ist alles lob Der welt 190. ist dir gleich? Du Gott, anfang aller dinge! Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. err wer viel zu geringe. bist das höchste wesen, Und doch hast du, an gnade reich, Uns dir zum dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, Du allerhöchster, haben; Mit deinem heil willst du uns hier Und ewig einst begaben, Du quelle alles segens! 2. Wir beten dich, o vater, 8. Den vater rufen wir Durch Jesum Christum an In an. Sind wir gleich vor dir seines geistes fraft; Durch ihn sünder, So nimmst du dich doch ist fund gethan, Was Gott unser an, Wie väter ihrer finvon uns begehrt, Der glauben der. Du haft für uns aus und die liebe: So zieht der großer huld Selbst deinen sohn vater uns Durch seines geiftes gegeben. Dein herz, voll güte und geduld, Verleih' uns trost lich fürchten. und leben, Daß wir dich kindtriebe. 7. Der heil'ge geist ist Gott, Er sitzt auf gleichem thron, Und gehet ewig aus Vom vater und vom sohn. Der vater wirkt, daß wir Durch seines geistes gaben Den rechten glaubenstrost In seinem sohne haben. 9. Wer Gottes sohn nicht fennt, Der kennt den vater nicht; Der sohn wird offenbar Durch seines geistes licht. Des vaters gnade wird Durch seinen john gegeben; Sein geist ver sichert uns, Daß wir in Christo leben. 10. heil'ger geist, du wirst Von Gott uns zugesandt. Dir ist, wie schwach wir sind, Mehr als zu wohl bekannt. Sehr' bei uns ein, auf daß Wir fehren von der erde, Und unsre seele ganz Durch dich geheiligt werde. 3. O Sesu, ew'ger Gottessohn! Du heil, darauf wir hof fen, Durch dich steht zu des vaters thron Der weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von sünd und tod, Kamst du zu uns auf erden. O laß uns, unser Herr und Gott, Froh deines segens werden Und dir im glauben dienen. 11. Gott vater, segne, schütz' Und hilf uns allezeit; Gott sohn, dein blut sei uns 3ur reinigung bereit; Gott heil'ger geist, stärk' uns Das gläubige vertrauen, Daß fromme 5. Laß, Gott, uns dein auf 4. heil'ger geist, du geist von Gott! Wehr' in uns dem verderben; Im glauben an des mittlers tod Hilf uns der fünde sterben. Du giebst zum guten lust und kraft, Laß es uns stets erfahren, Stärk' uns in unsrer pilgrimschaft, Bewahr' uns vor gefahren, Hilf uns, dir willig folgen. 9* 132 Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. erden schon, Als unsers Gottes Gottes sizet Und wider allen freuen. Herr, segne uns von deinem thron, Daß wir vor dir gedeihen. Dein ist das reich, die herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben, und du wirst nach vollbrachter zeit Uns einst dahin erheben, Wo wir dich ewig schauen. neid und hohn Des teufels uns beschüßet, Hilf, daß wir durch dein theures blut Hier trost und dort das ew'ge gut, Die feligfeit, erlangen. ( 55) 6. Gott heil'ger geist, du himmelsgast, Der frommen schatz und frone, Der du den ausgang ewig hast Vom vater und vom sohne, Du süßer tröster, freund und hort, Der du die 191. bater, Gott von deinen immerfort In alle wahrheit leiteſt! ewigkeit, Der gott heit wahre quelle! Du tiefe der vollkommenheit! Du licht, das ewig helle! Du herr, voll pracht und majestät! Dein unaussprechlich lob erhöht Der himmel sammt der erde. 2. Als vater hast du deinen sohn Von ewigkeit gezeuget, Daß sich vor seiner gottheit thron Der chor der engel beuget. Als vater hast du diese welt Und alles an das licht gestellt, Auch väterlich erhalten. 3. Drum bleib' uns ferner zugethan, Als vater deinen findern, Und nimm dich unsrer wohlfahrt an, Hilf gnädig allen sündern, Daß wir von deiner mildigkeit, Zur guten und zur bösen zeit, Trost, schuß und nahrung haben. 4. Gott sohn, des vaters schauet. ebenbild, Von ewigkeit geboren! Wir sehn, da nun die zeit er- Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. füllt, Daß du biſt auserkoren 192. 3um mittler, mensch zugleich; Du hast der welt dein himmelreich Durch deinen tod erworben. Mel. Nun freut euch, lieben chriften gemein. 5. Herr, der als gottmensch auf dem thron Zur rechten 7. Komm, wahrer Gott, mit deiner fraft Zu deinen auserwählten, Gieb uns den rechten lebenssaft Und tröste die gequälten, Bleib' unser schutz und zuversicht, Der seelen schatz und freudenlicht Und unsers geistes leben! 8. heilige dreieinigkeit, Beherrscher aller schaaren, Der du dich deiner christenheit Haft wollen offenbaren, Daß du mit deinem namen heißt Gott vater, sohn und heil'ger geist, Wir danken dir mit freuden! 9. Denn, wer dich, Gott, recht weiß und fennt, Der hat das rechte leben, Und wer von deiner liebe brennt, Den kannſt du bald erheben, Daß er nach dieser trüben zeit Dich in der frohen ewigkeit Von angesichte ( 88) Gott! wir ehren deine liebe zu uns armen, Nach welcher du an uns gedacht, Dich unser zu erbarmen. Wir sind voll fünde, die uns hat Geraubet heil und leben, Und du haft Auf's Fest der heiligen Dreieinigkeit. 133 dich nach deinem rath Zu eigen| mal heilig heißt Und uns hast uns gegeben. O abgrund aller auserlesen, Dich hier und dort liebe! zu loben. ( 55) 2. Wir beten dich als vater an, Du liebest uns als finder; der armen So haſt du dich ja kund gethan Du bist voll gnade, lieb' und huld, Du hast, Herr, im gemüthe Nichts als erbarmen und geduld, Recht väterliche güte. Wohl dem, der dies bedenket! 3. O Jesu, theurer Gottessohn, Du, licht vom wahren lichte, Trägst den von uns verdienten lohn, Machst uns frei vom gerichte; Du bist der grund der seligkeit, Worauf wir arme hoffen, Dein gnadenbrunn steht allezeit Den armen seelen offen, Du quelle alles segens! 4. O geist der gnaden, wahrer Gott! Komm, steure dem verderben, Laß uns durch Christi freuzestod Der welt und uns absterben, Ja, schlag' das ganze höllenreich In unsrer feel darnieder, Damit wir Jesu Christo gleich Und seines leibes glieder Durch deine gnade bleiben. 193. Allein Gott in der höh' sei ehr' Und dank für seine gnade Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade. Ein wohlgefall'n Gott an uns hat; Nun ist groß' fried' ohn' unterlaß, Der streit hat nun ein ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, Für deine ehr' wir danken, Daß du Gott vater ewiglich Regierst ohn' alles wanken. Ganz unermess'n ist deine macht, Fort g'schicht, was dein will' hat bedacht. Wohl uns bei solchem herren! 3. O Jesu Christ, sohn eingebor'n Deines himmlischen vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du stiller unsers haders, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die bitt' von unsrer noth, Erbarm' dich unser aller. 4. O heil'ger geist, du höchstes gut, Du allerbester tröſter, 5. So wollen wir vor deinem thron, vater! stets anbeten, Vor's teufels g'walt fortan beVor Christum, deinen lieben hüt', Die Jesus hat erlöset sohn, Mit gleicher ehrfurcht Durch große mart'r und bittern treten, Auch vor den werthen tod Abwend' all' unsern jamm'r gnadengeist, Dir gleich an macht und noth, Dazu wir uns verund wesen. Hilf, der du drei- lassen. ( 28) 134 II. Lieder über den gesammten Inbegriff der göttlichen Wahrheiten. 1. Von der Erkenntniß Gottes aus der Vernunft und Schrift. Mel. Wach' auf, mein herz und singe. 8. Laß alle, die dich kennen, Und dich mit ehrfurcht nennen, 194. Gott! aus deinen Und die dir fest vertrauen, werken Kann ich Dein antlik gnädig schauen. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 195. Lobsinget Gott und an! es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine fraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner macht Sind alle himmelsheere! Wie viele majestät und pracht Verkündigt seine ehre! Das auge sieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder. 3. Nicht wunder für das aug' allein, Auch wunder für die seele, Damit es ihr, sich zu erfreu'n, An keiner schönheit fehle. Wie funstvoll ändert er sie ab, Versagt dem, was er andern gab, und doch ist jedes herrlich. dein dasein merken; In allen treaturen Find' ich der gottheit puren. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm meine Rust in viel tausend chören: Gott ist! Gott mußt du chren! 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen höhen Der sterne heer entstehen? Wer hieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen? 5. Du darfst das vieh nur fragen, Es wird dir lehrend jagen: Gott, der die welt regiere, Sei auch ein Gott der thiere. 6. Das würmchen in dem staube, Du bunte raup' am laube, Das gras, die schlanten halmen Sind alle Gottes psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben, Wenn gleich die menschen toben, Wenn auch der thoren rotten Dich leugnen und verspotten. 4. Wo ist ein gras, wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o mensch, nicht Gottes rath Und traft verfläret werde? O wie ist seine Von der Erkenntniß Gottes 2c. 135 macht so reich! Was aber dei- es singe, Es jauchze, wer nur ner trägheit gleich, Daß du's jauchzen kann, Dem schöpfer nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin Der schönheit und des lebens, Dir deinen geist, so seine werke. manchen sinn, So viel gefühl aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herr lich, wie untadelhaft Sind alle ( 24) vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und Mel. Nun freut euch, lieben christen gemein. ſchmücket seine fraft So vieler 196. H err Gott! du biſt wesen arten? von ewigkeit Und bleibest ohne ende; Die welt so groß, das meer so breit, Sind werke deiner hände. Des himmels bau, der erden last, Und was du, Herr, erschaffen hast, Lehrt uns dein wesen kennen. 6. Dein Gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich sein? Will sich nicht deine seele freu'n, Nicht immer froher werden? 2. Du bist die höchste maje stät Voll herrlichkeit und stärke. Wer deine größe nicht versteht, Dem zeigen deine werke, Daß du ein Herr der herren bist, Daß deine macht unendlich ist 3m himmel und auf erden. 3. Ich ehre dich in solcher procht Im herzen und mit worten. Mein geist erblickt bei tag und nacht Dich, Gott, an allen orten. Mein mund bekennet jedem frei, Daß sonst kein Gott und herrscher sei, Als du, den wir verehren. 8. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll lust, Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine wunder acht; Wohlthätig 4. Ach, aber wie verblendet ist des schöpfers macht, kann sind Oft menschen, die sonst dir's an freude mangeln? sehen! Ach, menschen, die ver9. Dir wohlzuthun, das ist nünftig sind, erleugnen dich, ihr ziel, Zum dank dich zu er- ja schmähen, und sagen wol: wecken. Ach hätt' ich nur ge- es ist kein Gott." Verdammnug gefühl, Wie gut er ist, zu tes wort, verfluchter spott, Der schmecken! Ist seiner wohnung aus der höll' entspringet! vorhof schon So schön, wie 5. Verfehrte thoren dieser wird mich einst sein thron, Wie welt, Ihr gotttergeſf'ne leute, wird er selbst entzücken! Die satans strick gefangen hält, 10. Lobsinget Gott und Ach, ändert euch noch heute! betet an! Es dant, es rühm', Erfennet Gott, jetzt ist es zeit, 7. O warum suchest du dein glück In eiteln phantaseien? Wirf auf die schöpfung deinen blick, Da will er dich erfreuen. Genieß', dein vater sieht es gern, Genieß' die freuden deines Herrn; Nur ihr genuß ren't nimmer. 136 Von der Erkenntniß Gottes 20. Sonst müßt ihr ihn in ewigkeit die für alle wacht, Anbetend Mit qual und pein erkennen. überlege; So weiß ich, von be6. Seht die natur, das helle wund'rung voll, Nicht, wie ich licht, Was euer wahn bestreitet. dich erheben soll, Mein Gott, Wer hat das erdreich zuge- mein Herr und vater! richt't, Den himmel ausgebreitet? Wer hat der sterne großes heer, Das stark umdämmte tiefe meer So wunderbar geschaffen? 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöh't? Wer kleigleichet, Das diesen alle kraft det sie mit majestät? Wer ruft und schein Nebst der bewegung dem heer der sterne? reichet. Wer dies aufrichtig überlegt, Dem wird gewiß sein herz bewegt, Den wahren Gott zu glauben. 7. Es muß ein großer meister sein, Ein wesen, dem nichts 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erden auf, mit vorrath uns zu segnen? Gott der macht und herrlichkeit! Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken gehen. 8. Geht nur zurück in euer herz, Und treibt mit dem gewissen Nicht freventlich verdammten scherz, So müßt ihr gleichfalls schließen, Was jedes volf auf erden gläubt: Es ist ein Gott, der ewig bleibt, Ohn' anfang lebt und herrschet. 9. Ach Gott, erwecke doch die welt, Die ganz im argen lieget, Dich und dein wort verächtlich hält Und deinen ruhm bekrieget! Du schlägest sie, sie fühlen's nicht; Ach, daß sie doch dein gnadenlicht Noch zur erkenntniß brächte! 10. Ich glaube, Herr, du bist mein Gott, Das will ich jeden lehren, Sollt' auch der frechen thoren spott Sich noch so sehr vermehren. Ich weiß gewiß, ich traue dir, Du wirst dort ihnen, wo nicht hier, Daß du regiereft, zeigen. ( 60) 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der sand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat Gott gemacht, Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Des menschen leib, den deine hand So wunderbar bereitet, Des menschen geist, den sein verstand, Dich zu erkennen, leitet, Der ganze mensch, der schöpfung preis, Sst sich ein täglicher beweis Von deiner macht und größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott, unser vater, sei gepreist, Und alle welt sag' amen! Es fürchte alle welt den Herrn, Sie hoff' auf ihn Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 197. enn ich, o schöpfer, weisheit deiner wege, Die liebe, Gott nicht dienen?( 49) Von der Erkenntniß Gottes 2c. 137 198. Me ein Gott! du geist, Der führe mich, wie du verheißt. wohnst in einem lichte, Wozu zwar niemand 7. Leg' mir in deines wortes tommen fann; Doch strahlt von lichte Erkenntniß deines willens deinem angesichte Im wort uns bei, Daß ich fein baum, der licht und klarheit an. Durch ohne früchte, Kein schein, der dieses licht seh' ich dein licht ohne wesen sei. Lehr' mich stets Und finde trost und unterricht. thun mit allem fleiß, Was ich 2. Befrei' mich von den hin- von deinem willen weiß. dernissen, Die im verstand und 8. Laß dein' erkenntniß mir willen sind, Daß aug' und herz im leiden Des wahren trostes sich öffnen müssen; Denn von quelle sein; Und scheinst du natur, Herr, bin ich blind. gleich von mir zu scheiden, VerNimm diese blindheit von mir birgst du deines lichtes schein, hin, Daß ich im geist erleuchtet So hab' ich dies doch schon bin. erkannt, Du schlägst und heilst mit einer hand. 3. Ich kann dich heilsam nicht erkennen, Weil lauter 9. 3war mein' erkenntniß thorheit in mir steckt; Drum ist auf erden Noch stets voll laß dein licht im Herzen bren- unvollkommenheit; Dort aber nen, Daß dich und unser heil wird es herrlich werden In der entdeckt Und dir, o Gott der vollkomm'nen ewigkeit, Da sch' herrlichkeit, Mein herz zu dei- ich dich im hellern licht Von nem tempel weiht. angesicht zu angesicht. 4. Dein wort sei mir ein 10. Ach, laß mich hier dich weg zum glauben, Der licht so erkennen, Daß mich dort und leben mit sich führt. Laß dieses licht erfreu', Und hilf, daß mir durch keinen irrthum rau- ich, dich zu bekennen, Im glück ben Das, was mir ew'ges heil und unglück standhaft sei; Denn gebiert; Kein schwindelgeist ver- wer dich kennt und nicht beführe mich, Kein zweifel sei fennt, Bleibt ewiglich von dir mir hinderlich. getrennt. ( 134) Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. 5. Gieb, daß ich Jesum mit dem munde Und mit der that bekennen mag, So legt der glaub' im herzensgrunde Sich auch durch werke an den tag. Leg' mir ein solch' erkenntniß bei, Das immerfort lebendig sei. 199.W enn ich, Gott, meinen geist zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe, Muß ich mich ganz, um groß von dir zu denfen, In dich versenken. 6. Und, wenn ich dich als bater fenne, Laß mich ein find des lichtes sein. Drück', wenn ich meinen Jesum nenne, Das bild von ihm dem herzen ein. Ich gläub' an deinen heil'gen dir zu ehre, Dein glanz verkläre. 2. Sei denn allein, wenn ich dich, Herr, betrachte, Mir gegenwärtig; meine seele schmachte Nach dir allein, damit mich, 138 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 3. Was ist im himmel, höch- schäften, Mein herz, zu dir mich ster, was auf erden, Das so, leichter aufzuschwingen, Zur wie du, verdien', erkannt zu stille bringen! werden? Was ist, das meinen durst nach glück so stille, Als deine fülle? 8. Ach, mein verstand ist finster, träg' und scheuet Der überlegung müh', ist bald zerstreuet Und sinfet leicht, wenn ich dich inne werde, Zurück zur erde. 9. Auch täuscht das herz ihn, machet ihn vermessen, Verführt ihn, seiner grenzen zu vergessen, Will mehr, als seine kräfte mir vergönnen, Von dir erfennen. 4. Dich suchen, ist die herrlichste der sorgen. Du bist zwar unerforschlich und verborgen, Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht hassen, Dich finden lassen. 5. Mit lauter stimme lehren deine werfe Uns deine weisheit, güte, macht und stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen, Uns unterwiesen. 10. Ergreife mich und leite meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle, Gieb mir, weil ihre fräfte leicht ermüden, Ernst, lust und frieden! 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir dein wort nur stets getreu bewahren, 11. Dann werd' ich immer Wenn wir, wie wir nach deiner heller dich erkennen Und täglehre sollen, Uns bessern wollen. lich mehr von deiner lieb' ent7. Ach möcht' ich, Gott, aus brennen, Dir gern gehorchen, allen meinen träften Dich su- fröhlich dich erheben Und dir chen, frei von sorgen und ge- nur leben. 2. Von Gottes Wesen und herrlichen Eigenschaften. Mel. Nun danket alle Gott. Dein ist die herrlichkeit. Auch 200. Anbetungswürd'ger ohne kreatur Bist du dir Gott, Mit ehr- selbst genug, Du schöpfer der furcht stets zu nennen! Du bist natur. unendlich mehr, Als wir be greifen können. O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung sein. 3. Du riefst dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Auf's mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst; Verstand und rath sind dein Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst, und es ge2. Du bist das höchste gut, Du weißt von feinem leide; Stets ruhig in dir selbst, Schmeckst du vollkomm'ne freude. schicht. Auf dein allmächtig: Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 139 werde!" Entstand dein großes 10. Indeß sei auch schon werk, Der himmel und die erde. jetzt Dein ruhm von uns beMit deinem kräf'gen wort jungen. Verschmähe nicht ein Trägst du die ganze welt, lob Von lallend schwachen zunUnd deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. gen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein lied im höhern chor Dich, großer Gott, erhöhn.( 113) 5. Du bist der Herren Herr. Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub. Auch geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer fann den erhöhn? Wen du erhöhen 201. Dund feiner mehr; er willst, Deß hoheit muß bestehn. Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 6. Du bist es, der allein Frohlockt ihm, alle frommen! Unsterblichkeit besitzet, Der le- Wer ist ihm gleich? wer ist, ben giebt und nimmt, Der un- wie er, So herrlich, so vollsern odem schützet. Den geist, kommen? Der Herr ist groß, der in uns lebt, Empfingen wir sein nam' ist groß, Er ist unvon dir, Willst du, so wird endlich, grenzenlos In seinem er nichts. Du bleibest für und ganzen wesen. für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu des lichtes höhen, Wo du, voll majestät, Auf deinem stuhle thronst Und unterm frohen lob Der himmelsheere wohnst. 2. Groß ist er stets und auf einmal Nie größer oder kleiner. Wer forschet seiner jahre zahl? nur er war und sonst keiner. Wir menschen sind von gestern her; Eh' noch die erde war, war er, Noch eher als die himmel. 8. Was wir, unendlicher, Von deinem wesen wissen, Das 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle hast du selbst zuvor Uns offen- himmel nicht, Ob er sie gleich baren müssen. Die schöpfung zeugt von dir, Und deines soh nes mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen namen fund. erfüllet; Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wo wären wir, wenn 9. Doch hier erkennen wir seine fraft Uns nicht gebildet Dich noch sehr unvollkommen; hätte? Er kenner uns, fennt, Wird aber dermaleinst Der was er schafft, Der wesen ganze vorhang weggenommen, Der fette, Bei ihm ist weisheit und jetzt das heiligste Noch unserm verstand Und kraft und stärke; aug' verschließt, Dann sehen seine hand Umspannet erd' und wir dich, Gott, So herrlich, himmel. wie du bist. 5. Der Herr ist nah, der 140 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. Herr ist fern, Er tennet alle außer dir, Kein helfer noch erwege. Wo ist die nacht, da retter. Laß mich, o Herr, auf sich dem Herrn Ein mensch ver- dich allein Mit ganzem Herzen bergen möge? Sind finstre trauen, Dir lediglich ergeben schatten um euch her, Sie sein, Auf niemand anders bauen, schützen nicht, es fennt der Dir, Gott, allein anhangen. Herr Sogar auch die gedanfen. 3. Herr, mein Gott, du bist ein geist Und theilest bei 6. Wer schützt den weltbau uns allen An gaben aus, was ohne dich, O Herr, vor seinem geistlich heißt, Nach deinem falle? Allgegenwärtig breitet sich wohlgefallen. Laß mich stets Dein fittig über alle. Du bist geistlich sein gesinnt, Daß, wenn voll freundlichkeit, voll huld, ich vor dich trete, Ich deine Barmherzig, gnädig, voll ge- fraft in mir empfind' Und daduld, Ein vater, ein verschoner. durch dich anbete Im geist und 7. Unsträflich bist du, heilig, in der wahrheit. gut Und reiner als die sonne. 4. Du bist, o Gott, von ewigWohl dem, der deinen willen keit, Ohn' anfang und ohn' thut; Denn du vergiltst mit wonne. Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig jein, Der seligkeiten fülle. ende, Gieb, daß mein herz von eitler freud' Des zeitlichen sich wende, Auf daß ich möge immerdar Dies bitten und dies denken, Weil alles hier ist wandelbar, Daß du mir dort woll'st schenken Ein unvergänglich erbe. 8. Dir nur gebühret lob und dank, Dir majestät und ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich? so vollkommen? 5. Allgegenwärtig bist du, Gott, Und nirgends eingeschrän fet; Auch bei mir bist du in der noth: Wohl dem, der dies bedenket! Das giebt der secle trost und ruh', Du kannst dich mein annehmen; Auch laß mich, ( 24) Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan kam. 202. meine feel' erhebe was ich immer thu', Mich ſtets schämen der dich fürchten. an dacht zu betrachten; Die gottheit offenbaret sich, Lern', wie du sie sollst achten! Gott ist der allerhöchste Herr Sm him mel und auf erden, Er muß von dir je mehr und mehr Erkannt, verehret werden Als ursprung aller dinge. 2. Gott, du bist einig für und für; Nichts sind der heiden götter. Kein heil noch trost ist 6. Unendlich, Herr, ist deine macht, zu retten, die dich lieben, Und wenn der stolze dich veracht't, Die rache auszuüben. Gieb, daß sich deiner allmacht schutz Fort über mich erstrecke, Mich auch nicht menschen grimm noch truß, Nur deine straf' erschrecke; Du tödtest leib und seele. Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 141 thun Mich ruhig und zufrieden Ergebe deiner gnade. 7. Voll höchster weisheit bist| Was du mir hast beschieden, du, Gott, Kein mensch kann sie Und gieb, daß ich bei meinem ergründen; Wie groß und schwer auch sei die noth, Weißt du doch rath zu finden. Gieb, daß ich's dir stets traue zu, Auf dich werf' meine sorgen, Auch böses weder denk' noch thu'; Denn dir ist nichts verborgen, Du prüfest herz und nieren. 12. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde sebze, Kann ich mich deß erfreueu mehr, Als aller andern schätze, Bis ich dich, o mein heil und licht, Dort meinen Gott werd' nennen, Von angesicht zu angesicht Anschauen und erkennen Und unaufhörlich loben. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Du kannst die sünd' nicht leiden. Wer sagen will, er sei dein knecht, Der muß das böse meiden. Gieb, daß ich mich zu aller zeit Der heiligkeit befleiße, Nachjage der gerechtigkeit, Auch dein gericht gut heiße, Ob ich's schon nicht begreife. 13. Gott vater, sohn und heil'ger geist, Der du auch willst auf erden Von mir und andern sein gepreist, Laß deinen ruhm groß werden, Verleih' mir gnade, kraft und stärk, Daß ich zu allen zeiten, Herr, deinen namen und dein werk Kann mehr und mehr ausbreiten, So lang' ich hier noch lebe. ( 29) 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Wo sich bekehrt der sünder, Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von Herzen deiner finder. Herr, laß von deiner lieb' und gnad' Mich steten Mcl. Liebster Jesu, wir sind hier. troft bekommen, Von mir auch 203. Gott, du bist bon So fern sein ewigkeit und dein hingenommen, Als morgen ist herrlich großes wesen Aendert vom abend. sich zu keiner zeit; Du bleibst stets, was du gewesen: Laß dies meinen geist beleben, Ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar Ist, o Gott, dein hohes wissen; was dir einmal wahrheit war, Wird es ewig bleiben müssen; Niemals kann dein ausspruch fehlen, Laß mich ihn zum leitstern wählen. 10. Herr, deine wahrheit feste steht; Wer ist dir zu vergleichen? Wenn himmel gleich und erd' vergeht, Soll doch dein wort nicht weichen. Hilf, daß ich fürchte dein gericht Und alles, was du dräuest, Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mir's gern verleihest. Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Höchstselig bist du, Gott, und frei, Du thust, was dir beliebet; Du bist ein milder herr dabei, Der reichlich gutes giebet. Laß mich in dem allein beruhn, 3. Herr, du bist kein menschenkind, Daß dich etwas reuen sollte; Immer bleibst du gleich gesinnt; Was dein rathschluß vormals wollte, Willst du noch, 142 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. o hilf uns allen Thun nach dei- nen namen ewiglich Vor jedernem wohlgefallen! mann bekennen. 4. Immer bleibst du, Gott, 2. Sehr groß und löblich, ein feind Derer, die das un- Herr, du bist; In nöthen kannst recht üben; Immer bleibst du, du rathen. Dein' güte unausGott, ein freund Derer, die sprechlich ist; Es werden deine das gute lieben, Laß uns darum thaten Gepriesen noch auf finschon auf erden Deinem bilde deskind, Weil man sie allentähnlich werden. halben find't Voll weisheit und voll stärke. 5. Deine worte trügen nicht; Du bist ewig der getreue, Der 3. Es soll dein lob mein das hält, was er verspricht: O, froher mund Jetzt und zu allen daß dies mich stets erfreue, zeiten Aufrichtig und von herLaß nur deinen geist mich trei- zensgrund Erhöhen und ausben, Dir, Herr, auch getreu zu breiten. Ich will von deiner bleiben. ehr' und pracht, Von deiner großen wundermacht, So lang' ich lebe, reden. 4. Du bist voll gnade, lieb' und treu', Die frommen zu verschonen, Doch gleichwol auch gerecht dabei, Die bösen abzulohnen. Der Herr ist voll barmherzigkeit, Geduldig, gütig allezeit, Wenn man ihm recht vertrauet. 5. Der Herr ist gnädig jedermann Und hilft so gern dem armen, Nimmt sich auch seiner werke an Mit göttlichem erbarmen. Durch seine allmacht er erhält, Was hier in dieser ganzen welt Sich regt, bewegt und lebet. 6. Stets ist wohlthun deine lust; Ewig währet deine liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit lust Mich in deinem willen übe! Dann, o Herr, wird's meiner seelen Nie an wahrem wohlsein fehlen. 7. Erd' und himmel wird vergehn, Alle welt wird mich verlassen; Du nur bleibest ewig stehn; Deine hand wird mich umfassen, Wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude! 8. Laß mir doch zu jeder zeit, Herr des himmels und der erden, Diese deine ewigkeit Einen starken antrieb werden, Dich zu lieben, dir zu trauen Und auf dich mein glück zu bauen.( 32) Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 204.Mein Gott und fönig, deine güt' Will ich mit lob erheben; Ich will aus freudigem gemüth, In meinem ganzen leben, Gott, alle tage preisen dich, Und dei 6. Herr, deine werke und gewalt Die sollen hier auf erden Den menschenkindern mannigfalt Bekannt gemacht werden. Dein reich, Gott, ist ein ewig reich, Und deiner herrschaft ist nichts gleich, Sie ist's, die ewig bleibet." 7. Der Herr verstößt die sünder nicht, Wenn sie den fall beklagen; Es werden von ihm Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 143 aufgericht't, Die das gesetz zer-| mein geist freuet sich Gottes, schlagen. In keiner noth er die meines heilandes; verläßt, Die sich an ihn ergeben fest Und hülfe bei ihm suchen. 8. Herr, aller augen warten dein, Du giebest ihnen speise 3u rechter zeit, sie zu erfreu'n, Wie auch zu deinem preise; Du thust auf deine milde hand Und sättigst alles in dem land, Was lebt, mit wohlgefallen. 9. Groß ist der Herr und ganz gerecht In allen seinen wegen; Drum segnet er auch das geschlecht, Das geht auf seinen stegen. Und wie er heilig ist und rein, So liebet er auch die allein, Die heilig vor ihm wandeln. Denn er hat seine elende magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle kindeskind; Denn er hat große dinge an mir gethan, Der da mächtig ist, und deß name heilig ist. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. Er übet gewalt mit seinem arm Und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres herzens sinn; Er stößet die gewaltigen vom stuhl Und erhebet die elenden. Die hungrigen füllet er mit gütern Und läsfet die reichen leer. 10. Der Herr ist allen denen nah, Die flehend vor ihn treten, Er ist bei allen denen da, Die ihn mit ernst anbeten. Der frommen schreien Gott erhört Und ihrer bitte sie gewährt, Er läßt sie hülfe finden. Lob und preis sei Gott dem vater und dem sohn Und dem heiligen geiste. 11. Der Herr in gnaden die bewahrt, Die ihn von herzen lieben, Doch haßt er nur die Wie es war im anfang, jetzt böse art, Die ihn so oft be- und immerdar Und von ewigtrüben. Mein mund soll stets nach seinem wort, Auch alles fleisch soll fort und fort Des höchsten namen preisen. keit zu ewigkeit, Amen. 12. Gott vater, sohn und heil'Er denfet der barmherzigkeit Und hilft seinem diener Israel auf. Wie er gered't hat unsern vätern, Abraham und seinem samen, ewiglich. Der Lobgesang Mariä. 205. Meine seele erhebet ( Luc. 1, 46 p. p.) Mel. Nun freut euch, lieben christen gemein. ger geiſt, Ohn' anfang und ohn' 206.11nendlicher, den ferende, Der du viel gutes mir zeit Umschließt erweist Durch allmacht deiner mit ihren schranken, Erwäg' ich hände, Sei von mir jetzt und allezeit, Von nun an bis in ewigkeit, Gelobet und gepreiset. deine ewigkeit, Vergeh'n mir die gedanken. Ich sinne nach bewund'rungsvoll Und weiß nicht, wie ich's fassen soll: Du bist und bleibest ewig. 2. Noch ward von feiner sonne den Herrn, Und licht Auf diese welt verbreitet; 144 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. Die himmel jauchzten dir noch der ewig steht, Soll ich gleich nicht, Durch deine macht be- ewig stehen. Du giebst an allem reitet; Noch war das trockne deinem heil, Gott, deinen ausnicht, fein meer, Kein strom erwählten theil, Auch mir, auch floß an dem ufer her; Du aber mir mit ihnen. warst schon ewig. 9. Bald fallen erd' und him3. Von ewigkeit her sahest mel hin Bei deinem weltgedu Schon diese welt entstehen richte: Dann dank' ich's dir, Und maßest ihre zeit ihr zu daß ich noch bin Und wohn' Und sahest sie vergehen. Vom in deinem lichte; Dann werd' engel bis zum wurm herab ich ewig, ewig sein, Mich ewig Wogst jedem du sein schicksal ab deiner gnade freu'n Und meiner Und nanntest ihn mit namen. seligkeiten. 10. Die selige unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Lehr' mich in dieser kurzen zeit D Gott, mit ernst bedenken! Šie sei mein trost, mein höchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth, Gerecht vor dir zu leben! ( 100) 4. Längst stehet deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Vielleicht ist nun ihr ende nah, Sie eilet zu veralten, Denn ihrer jahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein ziel Mit ew'ger güt' und weisheit. 5. Nicht eine stund' ist es vor dir Vom anfang bis zum ende. Nur leben Mel. Hier lieg' ich nun, mein Gott zu 2c. wir, Die werfe deiner hände. 207.Hvie zuflucht aller err Gott, du bist Nie nehmen deine jahre zu; In aller ewigkeit wirst du Derselbe sein und bleiben. zeiten, Denn du bist Gott in allen ewigkeiten; Du warst es 6. Ja du bist ewig, stirbest schon, eh' erd' und himmel nie, Bleibst ewig meiner seele ward, Eh' noch dein arm sich Der fels, den sterbend ich für uns geoffenbart. fie Zur sichern zuflucht wähle; Denn deine gnad' und wahrheit ist So ewig als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen. Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur furze zeit Im grabe; zu der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 2. Was bin ich, Herr, was sind wir menschenfinder? Staub sind vor dir der heilige, der sünder. Wie schnell entweicht das leben doch von mir! Du, höchster, nur du bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die erde zubereitet; Dein arm, Gott, hat den himmel ausgebreitet; Doch sie vergeh'n, veralten wie ein fleid, Du aber bleibst in alle ewigkeit. 8. Wenn alles um mich her 4. Es werden einst die himvergeht, Soll ich nicht mit mel sammt den erden, Wie vergehen; Vor deinem thron, ein geivand, von dir verwandelt Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 145 werden; Doch du bleibst, wie lauf Hebst du nach weisem rathdu bist, denn keine zeit Verän- schluß auf. dert dich bei deiner ewigkeit. 5. Das ist der trost, die hoff nung deiner knechte: Sie schüßet unaufhörlich deine rechte; Du läßt ihr herz sich ewig deiner beuget, O, dem vergiebst du freu'n, Und bleibst ihr Gott, sünd' und schuld Aus underdenn sie sind ewig dein. dienter vaterhuld. 5. Wer deiner gnade folgsam wird, Sein herz zum guten neiget Und, wenn er sich von dir verirrt, Vor dir sich reuig 6. Das sei mein trost in allen trüben stunden; Vom tode 6. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug' selbst wird er nicht überwunden. einst sehen, Wenn nach der Kein tod, kein grab trennt mich, o Gott, von dir; Mein fels, mein heil, das bleibst du ewig mir. langen grabesnacht Die todten auferstehen, Von der verweslichkeit befreit, In neuer pracht und herrlichkeit! 7. Allmächt'ger! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir Die wie err, danieder. 208. Hreicht so weit, Als du selber weißt, Umgiebet meine glieder, Mach' mich zum zeugen deiner fraft, Die aus dem tode leben schafft. selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit Und deinen thaten gleichet. Es ist fein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär'. 8. O zünd' in mir den glauben an, Der deiner macht vertrauet, Der stark und mächtig werden kann, Wenn er auf dich nur bauet. Gieb, daß ich traue deiner fraft, Die alles kann und alles schafft. ( 113) 2. Du sprichst, und auf dein mächtig wort Fällt alles dir zu füßen; Du führeft deinen an schlag fort Bei allen hindernissen; Du wintst, so stehet eilend da, Was noch zuvor kein sah. 3. Du gefa haft dein großes 209. Kert zu preſent, Mel. Auf, stimme meine seele. Commt, fommt, schöpfungswerk Allmächtig aus- Der groß von rath ist, groß geführet; Es bleibet stets dein von that, Den gütigen, den augenmerk Und wird durch dich weisen, Der keinen, der ihm regieret. Noch immerhin be- gleich sei, hat! Der Herr thut steht die welt, Weil dein all große werke. Wer hindert seine mächtig wort sie hält. fraft, Wer seines armes stärke, Die lauter gutes schafft? Er dehnet gleich gezelten Die weiten himmel aus; Er spricht, so gehen welten Aus ihrem nichts heraus. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer, dein vermögen Weit über die geseze steigt, Die die natur bewegen; Du bleibst ihr Herr, und ihren 10 146 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. Wie groß ist dein verstand, Wie wunderbar für mich! 2. Er will, und sonnen flam- der gedanke noch In meiner men; Auch drängt das wasser, seel' entstand. wenn er spricht, In wolken sich 2. Nie spricht mein mund zusammen, Und ihre schläuche ein wort, Das du, o Herr, reißen nicht; Er ruft den un- nicht wissest. Du schaffest, was gewittern, Das meer wird un- ich thu'; Du ordnest, du begestüm; Des himmels säulen schließest, Was mir begegnen zittern; Die erde bebt vor ihm; soll. Erstaunt seh' ich auf dich; Er will, und blike zünden, Daß flamm' und rauch entstehn; Er spricht und ruft den winden, Schnell wird sein himmel schön. 3. Wer, wer gebeut den wel len: Sieher! nicht weiter! legt euch hie? Er legt in felsen quellen, Sie rieseln und versiegen nie; Er füllet wüsteneien Mit seinen wundern an, Heißt thiere da sich freuen, Wo niemand wohnen kann. Wer kann 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom mordie sterne führen? Wer weiß, gen; Selbst an dem fernsten als er allein, Die himmel zu regieren? Und du wagst stolz zu sein? meer Blieb' ich dir nicht verborgen; Auch da umschlösse mich Doch deiner allmacht hand; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land. 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wol Mich deinem aug' entziehen? Führ' ich gen himmel auf, So bist du, höchster, da; Führ' ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah'. 4. Herr, dein ist alle stärke, Und alle hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine werke, Die 5. Spräch' ich zur finsterniß: deiner fraft allein sich freu'n. Sei um mich, mich zu decken! Wir auch erfreu'n uns ihrer; So sucht' ich doch umsonst Vor Ihr lob sei unsre pflicht! O dir mich zu versteden; Denn bater, o regiere! Wen hält, auch die finsterniß Ist bei dir wen schützt sie nicht? Du lebst, helles licht; Die nacht glänzt du wirkst in allen; Dir, dir wie der tag Vor deinem anvertrauen wir. Erhalter, wer kann fallen, Getragen, Herr, von dir? ( 24) gesicht. 6. Du warst schon über mir Sn meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz. Gott, deß ich bin und bleibe, Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht und meiner, eh' ich war, Schon väterlich gedacht. Mel. O Gott, du frommer Gott. 210.5em err, du erforscheft mich, Dir bin ich unverborgen, Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen. Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' bildung angenommen. Dein auge 7. Du kanntest mein gebein, Eh' ich an's licht gekommen, Da ich im dunfeln erst Die Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 147 sah mich schon, Eh' ich bereitet| dich treten. Was deiner feinde war, Und meiner tage lauf herz beschließt, Das ist dir unWar dir schon offenbar. 8. Was für erfenntnisse, Für köstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir, Denn sie sind ohne schranken. Mit ehrfurcht will verborgen, Dieweil du ihren anschlag siehst, Klar, wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 4. Was nach verfließung ich stets auf dich, mein schöpfer, vieler zeit Noch künftig wird fehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich fann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, Und prüfe, wie ich's meine, geschehen, Das sah dein aug' von ewigkeit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen tnechten fund, Es weiter ausOb ich rechtschaffen bin, Wie zubreiten, Und läßt durch ihren ich's von außen scheine. Sieh', schwachen mund Die größten ob mein fuß vielleicht Auf heimlichkeiten Der ganzen welt falschem wege geht, Und leite entdecken. mich den weg, Der mich zu dir erhöht. ( 22) 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser zeit verschwiegen, So wird die wahrheit künftig doch Die finsterniß Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. 211. Alwissender, voll- beſiegen. Dein unparteiiſchez fomm'ner geist, Deß auge alles siehet, Was erfahren Vor menschen und vor engeln. gericht alles offenbaren; Was noch so heimlich jetzt genacht und abgrund in sich schicht, Wird man alsdann schleußt, Und dem sich nichts entziehet! Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken; Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken Und an den tag zu bringen. 6. Laß mich, o höchste majestät, Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht Mit falschen schmeicheleien. Erinnere stets meinen geist An dessen scharfe blicke; Laß, was geheime schande heißt, Und alle böse tücke Mich lebenslang vermeiden. ( 113) 2. Selbst die gedanken sind dir fund, Die unsre seele heget, Eh' sie noch der verschloss'ne mund Durch worte dargeleget; Die herzen sind dir offenbar, Du kannst ihr dichten spüren; Den rath derselben siehst du flar; Du prüfeſt herz und 212. Du weiſer schöpfer dinge, nieren, Und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten; Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh' sie noch vor Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. alles ganz genau versteht, Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht; Du weisest allen grenzen an, Die keiner überschreiten fan 10* 148 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 2. Die wundervollen, schönen| Mel. Es ist gewißlich an der zeit. werke, Die unsern augen fern 213. Gerechter Gott! vor Die dein Muß durch deine stärke, Als auch alle welt sich stellen. Du wirst durch deine weisheit da. Un in ihrem angesicht Auch mir endlich ist, Herr, dein verstand, mein urtheil fällen. Laß Dies macht die ganze welt be- mich dein gericht stets scheu'n fannt. Und hier mit ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen! 2. Du siehst von deinem festen thron Auf alle menschenfinder, Bestimmtest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Allein auf das, was sie gethan, Siehst du als rechter richter. 3. Mit eben diesen meisterhänden, mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was deine macht hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaff'nes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Das geht auch vor sich mit der that; Wenn tausend hindernisse kommen, So geht es doch nach deinem rath. Die mittel stehn in deiner hand, Die du zum endzweck gut erfannt. 5. Du lenfest aller menschen willen, Wenn er auf dies und jenes fällt, Und jeder muß den schluß erfüllen, Den deine weisheit festgestellt, Der aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen kann. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Du schüßest sie vor manchem leid, Darin die fünder kommen: So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohl gefällt, Den man der tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein werk und dienst gefällt dir wol, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem freveln6. weisheit! decke meiner feele Die angeborne thorheit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf, Ich weiß den weg des friedens nicht, Ach den verbrecher, Der dein gesetz schenke mir dein göttlich's licht. und recht entweiht, Bist du ein 7. Du hast mich durch mein strenger rächer. Ihn strafend, ganzes leben Nach deinem wei- machst du offenbar, Daß der sen rath geführt. Mein geist dir nie gefällig war, Der hier muß dir die ehre geben, Daß der fünde dienet. du vollkommen wohl regiert. Leit' ferner mich durch welt und zeit Bis zu der frohen ewigkeit. ( 113) 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen, Das feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange plagen, Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 149 Und andre wunder deiner macht| Wirkst du stets vollkomm'ne Sind zeugen, wenn dein zorn werfe. erwacht, Wie du den fündern Lohnest. 3. Herr, du willst, daß deine finder Deinem bilde ähnlich 7. Bleibt hier viel böses un- sei'n. Nie besteht vor dir der bestraft, Viel gutes unbelohnet, sünder, Denn du bist vollkommen So kommt ein tag der rechen- rein. Du bist nur der frommen schaft, Der keines sünders scho- freund; Uebelthätern bist du net; Da stellst du, Herr, in's feind; Wer beharrt in seinen hellste licht, Wie recht und bil- sünden, Kann vor dir nicht lig dein gericht; Dann trium- gnade finden. phirt der fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das gute eifrig lieben, Gieb selber mir die kraft dazu, Wirk' inniges betrüben, Wenn sich die sünd' in mir noch regt. Dein herz, das lauter gutes hegt, Sei meines herzens muster. 9. Und weil vor dir, gerechter Gott, Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mitt lers tod Bei ihrer reue sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von straf und schuld befreit, Im glauben eifrig fudjent. ( 113) 4. O, so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen, Tödt' in uns der fünden macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin; D, so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie dein wort verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele! dessen an6. Keiner sündlichen begierde gefichte Nur reiner wandel Sei Mach' 214. Gott, borbeffen in Bleibe unser herz geweiht, Ungilt, Welchen sers wandels größte zierde bei dem reinsten lichte Keine fin- rechtschaff'ne heiligkeit! sterniß umhüllt, Deines namens uns deinem bilde gleich! Denn heiligkeit Werde stets von uns zu deinem himmelreich Wirst gescheut! Laß sie uns doch kräf- du, Herr, nur die erheben, Die tig bringen, Nach der heiligung im glauben heilig leben.( 168) zu ringen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. Ewig biſt du ſo geweſen, Und 215. Noch nie haſt du deine bleibst und für. Was wort gebrochen, dein will' erwählt und thut, Die deinen bund, o Gott, verIst unsträflich, recht und gut, letzt; Du hältst getreu, was du Und mit deines armes stärke versprochen, Vollführst, was du 150 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. dir vorgesetzt. Wenn erd' und auch aller lügen feind; Behimmel auch vergehn, Bleibt weise dich als Gottes find, Bei ewig doch dein wort bestehn. dem man treu' und wahrheit find't. ( 113) 2. Du bist fein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat; Nach deiner macht, nach deiner treue, Mel. Sorge, vater, sorge du. Bringst du das alles ſtets zur 216. Der du felbft die that. die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine lieb' uns zugedacht, So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den fein verstand ermißt, Schöpfer aller dinge, Alle wahrheit kommt von dir Zu den menschenkindern; Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 4. Versiegle dies in meinem herzen, Daß es vor deinem wort sich scheut, Und laß es nie leicht sinnig scherzen Mit deiner strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein verstand weicht nicht Von der lautern wahrheit; Was du denkest, das ist licht, Richtigkeit und klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrheit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das wort des Herrn, Das die welt befehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völfer, die ihr's höret! 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte dei ner gnade trau'n, Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß ge6. Wie stark sind unsers schehen; Deine drohung kann glaubens gründe! Hier ist dein auch nicht Leer vorüber gehen. wort, das niemals trügt; Und Haben tausende nicht schon, daß dies allen beifall finde, Welche vor uns waren, Deine Hast du den eid hinzugefügt. strafen, deinen lohn, Dir zum Wahrhaftiger, was dein mund ruhm, erfahren? schwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Laß, seele, laß dich dies beschämen; D, traue Gott, der's treulich meint, Such' ihn zum 5. Seele, wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Soll der leichtsinn, soll der spott Deinen trost dir rauben? Ist er doch auf Gott gebaut, Und muster anzunehmen, Und sei Gott kann nicht lügen; Gott Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 151 kann den, der ihm vertraut,| zugesagt. Dieser bund bleibt Nimmermehr betrügen. ungebrochen, Dieses alles wird 6. Stille die vernunft, die sich vollbracht. Er, die wahrheit, Wider Gott empöret, Wider lüget nicht; Was er saget, das seinen geist, der dich Sein ge geschicht. heimniß lehret. Lach' des spötters, der sich bläht, Mehr als Gott zu wissen; Er wird einst, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 4. Will die welt den frieden brechen, Hat sie krieg und streit im sinn; Gott hält immer sein versprechen. Wirf nur allen zweifel hin, Denn er bleibet immerdar, Was er ist und was er war. 7. Erd' und himmel wird vergehn; Gott, dein wort wird bleiben. Lasterhafte, die es 5. Laß sein antlih sich verschmähn, Werden's nicht ver- stellen, Er bleibt dennoch treu treiben. Könige sind staub vor dir, Sie mit ihren heeren; Du im himmel lachest ihr, Wenn sie sich empören. gesinnt Und bezeugt in allen fällen, Ich sei sein geliebtes kind, Dem er beide hände reicht, Wenn der menschen beistand weicht. 6. Er will seinen frieden halten, Wenn die welt mir unruh' macht; Ihre liebe mag erkalten, Ich bleib' bei ihm werth geacht't. Gott, der Herr, ist sonn' und schild, Mir geschehe, wie du willt. 8. Du bist wahrheit! ewig soll Mich von dir nichts trennen, nie die welt, von arglist voll, Mich erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein wort Schmach und trübsal leiden: So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit ehr' und freuden. ( 100) 7. Er, der Herr, ist mein erbarmer: So hat er sich selbst genennt; Das ist trost; nun werd' ich armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir je schaden thu'. 217. Weid Mel. Gott des himmels und der erden. eicht nur, berge, fallt nur, hügel! Berg' und felsen, stürzt nur ein! Gottes treu' hat dieses sie gel, Sie soll unverändert sein. Alles mag zu trümmern gehn, Gottes güte soll bestehn. 11 2. Meine gnade soll nicht ,, weichen, Wenn auch alles weicht und fällt; Sie soll ihren zweck erreichen, Daß sie dich zufrieden stellt. Ist die welt , voll heuchelei; Ich bleib' fromm und gut und treu": Mel. Auf! stimme meine seele. 11 218. Gott! du bist die 3. Dies hat Gott zu mir liebe; Allein zum gesprochen; Dies hat er mir wohlthun hast du lust. Der qual11 8. Nun, es bleibt mein ganz vertrauen Auf ihn anferfest ge richt't. Auf den felfen will ich bauen, Daß Gott hält, was er verspricht. Erd' und himmel kann vergehn, Sein bund bleibet fest bestehn. ( 134) 152 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. jucht harte triebe Sind deinem ben! Du hast uns ja zuerst geherzen unbewußt. Ganz ohne liebt Und bist stets treu gebliealle grenzen Ist deine gütig- ben, Wie viel wir wider dich feit; So weit die himmel glän- verübt. Mit gnade uns zu segzen, Ulebst du barmherzigkeit. nen, Ist ewig deine lust. Mit Du, Herr, hast wohlgefallen dank dir zu begegnen, Sei, An dem, was du gemacht, Und Herr, auch unsre lust. Laß uns, hast uns fündern allen Noch treu zu erfüllen, Was du beleben zugedacht. fiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen willen, Nicht gern, o vater, thun! 2. Als du uns hießest werden, Da schuf'st du uns zum em'gen wohl; Und nicht allein 6. Wer hier auf deinen weauf erden Ist alles deiner güte gen Sich willig deinem dienste voll, Auch in dem himmel dro- weiht, Den sehest du zum segen, ben Hat deine vaterhand Uns Schon hier, noch mehr in ewigkeit; Du frönest seine leiden Mit herrlichem gewinn Und führest ihn zu freuden, Zu ew'gen freuden hin. Wie theu'r ist deine güte! Gott, laß mich ihrer freu'n Und, dankbar im gemüthe, Voll ihres ruhmes ( 32) güter aufgehoben, Die noch kein aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben, Das ist dein vaterfinn; Drum gab für uns sein leben Dein ew'ger sohn dahin. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, wie du? Auch auf dem fündenpfade sein. Siehst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und wenn, zur reu' bewegt, Der fünder sich zu fuße Vor 219. Erhebet Gott und an! Breist in demuth siehst du auf den armen Mit väter licher huld Und schenkst ihm aus erbarmen Die ganze sündenschuld. ihn mit harf' und psalter! Ihm danke, wer nur danken kann, Dem schöpfer, dem erhalter! Gott ist die liebe; rühmt es 4. Mit jedem neuen morgen laut, Geschöpfe, die ihr ihm verWird über uns dein wohlthun traut, Die ihr ihn fennt und neu; Ja, du kommst unsern ehret! Rühmt es, daß seine sorgen Zuvor mit deiner vater- gütigkeit Mit jedem morgen sich tren'. Du ursprung aller gaben, erneu't Und ewig, ewig währet. Du weißt, was uns gebricht, 2. Daß außer dir nicht alles Und was wir nöthig haben, leer Von freud' und leben Versagst du, Gott, uns nicht. bliebe, Schufst du der himmel Vom wohlthun, das du übest, ganzes heer Und unsre welt aus Sind unsre tage voll. Auch liebe. Du selbst bedurftest ihrer wenn du uns betrübest, Ge- nie; Unendlicher, du ließest sie schicht's zu unserm wohl. Zu ihrem heile werden. Hin5. Wer sollte dich nicht lie- gegen freuest du dich nun, Den Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. 153 treaturen wohlzuthun Sm him- dir, Du kannst mich nicht vermel und auf erden. lassen, Du bleibst mein freund, 3. Kein mensch, kein engel du hilfft auch mir, Ob tausende selbst, ermißt Die größe deiner mich hassen. Zum throne deisegen, Wie gütig deine weisheit ner liebe fleht, Allmächtiger, ist In allen ihren wegen. Gott, mein laut gebet Und weiß, daß deine güte reicht so weit, Als du es hörest. Was hat dein deines reiches herrlichkeit, So himmel, daß du nicht Dem, weit die wolken gehen. Ach, der dich liebt, mit zuversicht was sind wir, daß deine macht zu seinem heil gewährest? Uns aus dem nichts hervorgebracht, Uns ewig zu erhöhen? 4. Undankbar wichen Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. bir Und wählten das verder 220. So weit, Herr, beiben, Gehorchten unsern lüsten hier, Um ewig dort zu sterben. Du sandtest deinen sohn, o Gott; Er litt für uns den kreuzestod, Das heil uns zu erwerben. Versöhnet und erlöst sind wir. Preis, ewiger erbarmer, dir! Nun dürfen wir nicht sterben. ne himmel reichen, Reicht deine huld, die uns erhält. Eh' werden berg' und hügel weichen, Als deine gnade wankt und fällt; Gleich hohen, festen bergen steht Die güte, die mein lob erhöht. 2. Gott, dir ist kein geschöpf verborgen, Rein's ist vor dir gering geacht't; Du würdigst jedes deiner sorgen Und bist auf aller wohl bedacht; Vom menschen bis zum kleinsten thier Dankt alles seine hülfe dir. 5. O vater, welchem keiner gleicht, An liebe, wie an stärke, Kein dant, kein Lobgesang erreicht Die wunder deiner werke; Doch ist dir's angenehmer dank, 3. Mit heilig- freudigem ge Dir ist es mehr als lobgesang, müthe Erheb' ich, Gott der Wenn ich, wie du liebst, liebe gnade, dich! Wie theuer ist doch Und meine kräft' in dieser zeit deine güte! Wie liebst du uns Durch wohlthun und barmher- so väterlich, Daß menschen zigkeit An meinen brüdern übe. ohne furcht und grau'n Im schatten deiner flügel trau'n. 6. Du bist die liebe; dank sei dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich, Gott, die Liebe nenne. Auch ich will ganz die liebe sein, Will glücklich machen, will erfreu'n, Will segnen und dir quelle, fließt Das gute, was gleichen: Von diesem heil und der mensch genießt. 4. Mit welchem reichen überflusse Von gütern füllest du dein haus! Du theilst sie allen zum genusse, Bis sie gesättigt wer den, aus. Aus dir, der lebens dieser pflicht, Du Gott der 5.O unerschaff'ner geist, wir liebe, laß mich nicht, So lang' schauen In deinem lichte nur ich lebe, weichen! 7. Ich liebe dich und traue das licht. Entzieh' doch denen, die dir trauen, Dein gnaden 154 Von Gottes Wesen u. herrl. Eigenschaften. volles antlik nicht. Gott, deine währet Die güte Gottes jedem, huld sei über die, Die dich ver- der sie ehret; Ach leite denn ehren; segne sie! auch mich auf deinem pfade, Du Gott der gnade! 9. So werd' ich ewig deiner huld genießen, So wird mein leben sanft vor dir verfließen, So werd' ich dort mit allen engelhören Dich fröhlich ehren.( 24) Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. 221.Jud auchzt unserm Gott! er ist von großer güte, Barmherzig und von duldendem gemüthe; Er zürnt nicht ewig, will mit seinen knechten Nicht ewig rechten. 2. Er handelt nicht mit uns Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. nach unſern fünden, Und läßt 222. Jit Ephraim nicht st das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. meine fron' Und meines herzens wonne, Mein trautes find, mein theurer sohn, Dem ich bin schild und sonne, Mein' augenlust, mein echter ruhm, Mein auserwähltes eigenthum Und meiner seelen freude? 3. Ja, er ist's werth, daß er gerühmet werde; Denn, wie der himmel über unsrer erde, Ist seine huld bei denen, die ihn lieben Und gutes üben. 2. Ich höre seine bange stimm', Sein hochbetrübtes flagen: Mein Gott hat mich, spricht Ephraim, Gestraft und hart geschlagen; Er sucht mich heim mit harter zucht: Das ist mein lohn, das ist die frucht Von meinen schweren sünden. 4. Wem bleibt sein antlig, wenn er's sucht, verborgen? So weit der abend sich entfernt vom morgen, Entfernt auch Gott der fünde schuld und schmerzen Von unsern herzen. 5. So zärtlich sich ein vater seiner finder Erbarmiet, so erbarmt sich Gott der fünder. Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Ihm treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Bald asche werde. 3. Hör', alle welt! ich bin getreu Und halte mein bersprechen; Was ich gered't, da bleibt es bei; Mein wort werd' ich nicht brechen, Das soll mein Ephraim gar bald Erfahren, und mich dergestalt In meiner lieb' erkennen. 4. Ich denke stets an meinen eid, Den ich dir selbst geschworen, Da ich dich blos aus gütigkeit Zum erbtheil auserforen. Ich sprach: ist nur dein herz erfüllt mit meiner lieb', bin ich dein schild Und will's auch ewig bleiben. 7. Ach er ist gras, er blüht, wie blumen blühen; Die winde wehn darüber, sie verblühen, Und ihre stätte wird nach wenig stunden Nicht mehr gefunden. 8. Von ewigkeit zu ewigkeiten 5. Ich will mit meiner star Von Gottes Wejen u. ken hand Dich als ein vater führen; Dich selbst will ich und auch dein land Mit vielem segen zieren; Und wirst du mir gehorsam sein, So soll mein licht und gnadenschein Ohn' ende dich erfreuen. 6. Wird deines herzens böser rath Dich aber von mir wenden, Muß ich auf deine frevelthat Das straf- und rachschwert senden; Doch wenn du wiederkehrst zu mir, So will ich wieder auch zu dir Mich mit erbarmen kehren. 7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim, Sucht gnad' in meinen armen; Drum bricht mein herz auch gegen ihn, Ich muß mich sein erbarmen; Sein seufzen hat so viel gewalt, Daß ich sein bitten alsobald Erhör' in lieb' und gnade. 8. Kommt, alle fünder, kommt zu mir, Bereuet eure sünden Und suchet gnad' an meiner thür, Ihr sollt sie reichlich finden! Wer sich mit Ephraim bekehrt, Wird auch mit Ephraim erhört, Und hier und dort getröſtet. ( 51) Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. herrl. Eigenschaften. 155 2. Der menschen elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange sah'st und riefest du Nicht eh'mals deinem volke zu, Daß sich ihr herz befehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh' sie die fluth verheerte! 3. Noch immer giebst du sündern raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein von zeit zu zeit, Verziehest voll barmherzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauen; Du wartest sein mit großer treu' Und hörst, damit er fruchtbar sei, Nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster, so große huld Bezeugst du frechen fündern, Und o, nicht weniger geduld Hast du mit deinen findern. Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig neze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich Und fehlen oftmals wider dich Auf falsch gewähltem wege. 5. Du rufest ihnen in gefahr, 223.Getreuer Gott, wie So oft ſie irre gehen, Reichſt viel geduld hand und weisest du uns armen! Wir häu- sünden abzustehen; Du trägeſt fen täglich unsre schuld; Du sie mit vaterhuld, Bist willig, häufest dein erbarmen. Was ist ihre sündenschuld Durch Chrides menschen lebenslauf? Er stum zu vergeben, Giebst ihnen ist verderbt von jugend auf neue glaubenskraft Und nach Und deinem wink entgegen; vollbrachter pilgrimschaft Ein Und gleichwol, vater, suchst du ewig freudenleben. ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur bess'rung zu bewegen. 6. Laß diese langmuth und geduld, Gott, unsre herzen rüh 156 Von der Schöpfung der Welt überhaupt. ren. Nie müsse deine vaterhuld| Daß wir die fünde hassen, Und Zur sicherheit uns führen. Trag' uns noch in der gnadenzeit Den uns erbarmend fernerhin; Doch reichthum deiner gütigkeit zur gich uns auch dabei den sinn, buße leiten lassen. ( 168) 3. Von der Schöpfung der Welt überhaupt. Mel. Mein Gott, du wohnst in des gesichtes, Von dir kommt einem lichte. auch das wunder her, Daß mir 224. Gott, den alle die ſchönheit dieser welt So himmel ehren! strahlend in die augen fällt. 6. Was zeugt das heer von tausend sternen, Das selbst die nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, Wie groß, o schöpfer, deine pracht. Gott, du bist nichts als herrlichkeit, Nur licht und strahlen sind dein kleid. Von dir kommt aller himmel pracht. Was wir nur schönes sehn und hören, Hat deine hand allein gemacht. Herr, menschendenken reichet nicht An deine weisheit und dein licht. 2. Du bist's, der die geschöpfe weidet, Der ihnen ihre zierde schenkt; Du bist es, der die erde kleidet Und sie mit grünem schmuck behängt; Du bist es, der durch seine kraft Dem frühling neue anmuth schafft. 3. Daß kraut und pflanzen sich verjüngen, Und alles neues leben fühlt, Daß alle bäume blüthen bringen, Das feld mit tauſend farben ſpielt, Das fließt 225 Wie herrlich, großer allein unsre welt gezieret hat. Das läßt sich nicht ergründen; 4. Wie viel vermag dein Doch, daß dein herz voll gnade mächtig: werde! Erhabenster ist, Dies sehn wir und empfinHerr Zebaoth. Dein lob ver- den, herrscher, deine majefündigt zwar die erde, Doch stät, Wenn erd' und himmel herrlicher noch, reicher Gott, dich erhöht, Erfüllt von deiner Verkündiget der himmel pracht güte. Die größe deiner schöpfermacht. 2. Der jüngling, Herr, 5. Aus dir, du quelle alles schweigt von dir nicht, Der ohne lichtes, Fließt auch der sonne dich nicht wäre; Der säugfeurig meer. Ja, großer schöpfer ling, großer schöpfer, spricht 7. Gebeut, o schöpfer, dem gesichte, Wenn ich so voll bewund'rung steh', Daß es in deines geistes lichte Allein auf dich, den ursprung, seh'. Ach, reinige selbst meine brust Von jeder schnöden erdenlust.( 32) Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. Von der Schöpfung der Welt überhaupt. 157 Von deiner macht und ehre. Mel. Jesu, der du meine seele. Bon allem, was ich ſeh' vor 226.Schwinget euch, herz dir, mir, Ovater aller dinge! 3. Die himmel sind von deiner hand, Die alles hat bereitet, Weit, wie ein teppich, ausgespannt Und dir zum ruhm verbreitet. Du, der im höchsten himmel thront, Du schufst die sterne, schufft den mond, Uns in der nacht zu leuchten. Von der erde himmelan. Hat des schöpfers macht wol schranfen? Sehet, was er hat gethan! Lobet mit den seraphimen Und mit allen cherubimen Gott, der alles fräftig trägt, Der den grund der welt gelegt! 2. Ewig warst du, großer schöpfer, Groß von kraft und 4. Den menschen hast du, groß von rath. Wir sind thon, Herr, gemacht, Von dir hat er du bist der töpfer, Der uns sein leben; Du hast durch deine qüt' und macht Ihm, was er hat, gegeben. Was ist vor dir, o Gott, was ist Der mensch, daß du so gnädig bist, Shn deiner würdig achteſt? selbst gebildet hat. Eh' ein berg hervorgegangen, Eh' noch engel dich besangen, Eh' der jahre wechsel war, Warst du ohne zeit und jahr; 3. Doch im anfang, da dein 5. Du hast ihn mit verstand wille Stimmte mit der allmacht geziert und freiheit ihm ver- ein, Mußt', nach ewig langer liehen; Du hast ihn in die welt stille, Bald das nichts ein etwas geführt, Zum himmel ihn zu sein. Gottes wort erging: es ziehen. Er ist sowol, o Herr, werde! Da ward himmel und dein kind, Alls es die höhern die erde. unendlich große engel sind; Du liebst ihn wie kraft, Die so viel auf einmal schafft! ein vater. 4. Dieser schöpfer wollte lehren, Wie er weis' und gütig sei, Daß wir ihn dafür verehren, Darum schuf er mancherlei. Erst 6. Stimmt, menschen, lobgesänge an, Laßt Gott erhöhet werden, Gott, der uns machte unterthan, Was ist und lebt auf erden! Wie viel ist hier, war dieses weltgerüste Gänzlich das uns erquickt! Wie sehr sind wir durch dich beglückt! Was kannst du mehr uns schenken? öde, leer und wüste; Bald stand es durch Gottes macht Ausgeschmückt mit voller pracht. 5. Gottes wort erging von 7. Wie herrlich, großer Gott, oben: Werde licht! und schnell du bist, Das läßt sich nicht ward licht. Alle morgensterne ergründen; Doch, daß dein herz loben Hierauf Gottes angesicht. voll gnade ist, Das seh'n wir Da der erste tag vergangen, und empfinden, herrscher, Und der zweite angefangen, deine majestät, Wenn erd' und Machte Gott das firmament, himmel dich erhöht, Erfüllt Und was man den luftkreis von deiner güte. nennt. 158 Von der Schöpfung der Welt überhaupt. 6. An dem dritten ward ge- Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle schieden durch gleich. das wort; Meer und wellen 227. Pren gebaoth! Shr reis sei dem Herwies hienieden Gott an ihren eignen ort, Und befahl darauf der erde, Daß sie reich und fruchtbar werde. Gras und träuter gehn hervor, Bäume steigen hoch empor. 7. An dem vierten tage schmückte Sonn' und mond das himmelszelt, Und die sternenmenge schickte Strahl und glanz auf unsre welt. Und der fünfte ließ in seen Tausend arten fische gehen; Das geflügel füllt die luft, Das gewürme berg und gruft. 8. Was sich auf vier füßen reget, Kommt den sechsten tag hervor. Alles wird erfreut beweget Und vergnüget aug' und ohr, Endlich muß aus staub und erden Adam selbst gebildet werden. Gott blies ihm den odem ein, Dessen bild er sollte jein. himmel, lobt den Herrn! Lobt in den höhen unsern Gott! Wer preiset ihn nicht gern?:;: 2. Euch, engel Gottes, euch geziemt Das lob des ewigen! Shr, alle seine heere, rühmt, Rühmt den unendlichen!:: 9. So hat Gott erst alles schöne Herrlich und sehr gut gemacht. Man sieht, wie den schöpfer fröne Jedes werk in feiner pracht. Da man sieben tage zählte, Und Gott selbst die ruh' erwählte, Rief er gleichsam: Gott allein, Soll, mensch, deine ruhe sein! 3. Erheb', o sonne, seine macht! O mond, erhebe Gott! Ihr hellen leuchten in der nacht, Ihr sterne, preiset Gott!:: 4. Ihr, alle seine himmel, preist Den Herrn, der euch erhob! Das wasser, welches euch umschleußt, Sei seiner allmacht lob!:,: 5. Er bildet euch durch seine kraft, Gebeut nur, und ihr seid. Erhebt den Herrn, den, wenn er schafft, Nie, was er schafft, gereut!:,: 6. Es freue, was erschaffen ist, Der güte Gottes sich! Denn alles, was der Herr beschließt, Sst unveränderlich.:: 7. Ihr auf der erde, lobt den Herrn, Den herrscher Ze baoth! Der wallfisch lobe seinen Herrn! Die tiefe Lobe Gott!:,: 8. Das feuer preis' ihn, es erhöh', O Gott! der hügel dich! Vor dir verbreite dampf und schnee Zu deinem lobe sich!:: 10. Wir sind dein; Herr, laß uns immer Unter deinen flügeln ruhn. Deine huld ent- 9. Der sturmwind, der auf reiß uns nimmer, Segne stetig dein geheiß Uns wohlthut, uns unser thun, Schaff' in uns, auch droht, Und berg und was dich ergößet, Tilge, was hügel sei dein preis, Jehovah dein werk verleget, Mach' die Zebaoth!:,: sündliche natur zur erneu'ten freatur. 10. Ihr segenvolle bäum', ( 89) erhebt, Ihr wälder, lobt den Von der Schöpfung der Welt überhaupt. 159 Herrn! Ihr thier', und was glied zusammen! Wie willig, vom felde lebt, Lobsingt, lob- Herr, gehorchen sie, Wenn fingt dem Herrn!:: meine seele spät und früh Des leibes dienst verlanget. 4. Ach hättest du mein auge nicht So meisterlich bereitet, Was nüßte mir der sonne licht, Ihr glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher pracht, Du Herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 11. Der vögel lieblicher gesang, Der wurm im staube soll Ihn Loben! alles werde dank Und seines preises voll!:: 12. Der, der gehorcht und der regiert, Der Herr, der unterthan, Der, der des armen fache führt, Der richter bet' ihn an!:: 13. Der jungfrau und des jünglings preis Sei dir, o Gott, geweiht! Es singe, höch- ren. ster, mann und greis Von dei- an, ner herrlichkeit!:: 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann Und fühlen, schmecken, höDich, ewiger, dich bet' ich Dich will ich stets verehren; Mein mund sei voll von 14. Groß ist Jehovah Ze- deinem dank, Und deiner schöbaoth, Daß man ihn preisen pfung lobgesang Sei mein gesoll; Denn erd' und himmel hör gewidmet. sind von Gott Und seiner ehre boll.:;: ( 24) 6. Wer leitet meines blutes lauf? Wer lenkt des herzens schläge? Wer regt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 228. Dir, Gott, ſei preis leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', herz, entflamme mich, o blut, Daß ich den höchsten preiſe! und dank gebracht, Dich rühme harf' und pfalter! Ich bin ein wunder deiner macht, Mein schöpfer, 7. O pries' ich, höchster, immein erhalter; Mein ganzer mer dich, Wenn ich die sinne leib, erbaut von dir, Sammt brauche, Geh', lieg' und auseinem jeden sinn an mir, Be- ruh' oder mich Bewege, athme, weiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr und meine hand, Die ich zu dir erhebe, Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe und alle glieder sagen mir, Ich sei, o Gott, ein werk hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu', Und daß mein leib ein tempel sei, Worin dein geist stets wohne. ( 24) von dir, Ein werk von deiner 229. Dein bin ich, Gott, weisheit. mein leMel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 3. Wie biegsam, wie gelenk- ben. Wie tröstlich ist mein urvoll schließt( Den thoren zu sprung mir! Du hast den odem verdammen, Der leugnet, daß mir gegeben, Mein ganzes weein schöpfer ist), Sich glied an sen kommt von dir; Du, vater, 160 Von der Vorsehung Gottes. riefst mich aus dem nichts zum 6. Ich bin nicht werth der frohen anschau'n deines lichts. großen güte, Die du, mein 2. Wie viel hab' ich dir zu Gott, an mir gethan; Beschämt verdanken, Herr, der du mich empfind' ich im gemüthe Die bereitet hast! Als mich die schuld, die ich nicht läugnen engen, finstern schranken Des er- kann; Ich habe, was mich sehr sten daseins noch umfaßt, Da erschreckt, Vielfältig seel' und war dein auge über mir, Da leib befleckt. lebt' ich, höchster, nur in dir. 7. Ja, Herr, ich habe meine 3. Du gabst mir die ver- glieder Zu sündengliedern oft nünft'ge seele, Die nur so lang' gemacht. Vor dir fall' ich in im fleische lebt, Bis sie, daß demuth nieder; Vergieb, was ihr kein wohlsein fehle, Dein ruf zum höhern geist erhebt. Begierden, sinne, ja verstand and willen gab mir deine hand. ich nicht recht bedacht, Verwirf mich, vater, nicht von dir, Schaff' selbst ein reines Herz in mir! 4. Wenn ich auf meinen törper sehe, Den du so fünstlich ausgebild't, So wird, o vater in der höhe, Mein Herz mit ehrfurcht ganz erfüllt; Ein jedes glied, ein jeder sinn Reißt mich zu deinem Lobe hin. 8. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe Zu waffen der gerechtigkeit, Daß ich bis in den tod dir treu Und stets ein freund der tugend sei. 9. Fällt dieses leibes hütte 5. Durch deiner vorsicht gnäd'- nieder, Vollend' ich dieses ges walten, Die mich von find- lebens lauf, O Gott, so richte heit an umfing, Bin ich bis du mich wieder Verherrlicht hieher noch erhalten, So, daß aus dem staube auf! Dein der tod vorüber ging; Ich stehe ew'ges leben sei mein theil, noch, und preise dich; Herr, So preis' ich ewig dich, mein deine rechte schützet mich. heil! ( 32) 4. Von der Vorsehung Gottes. Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 2. Die ihr an seinen namen 230. Lobt unsern Gott, gläubt, Besinget ſeinen namen. ihn erfreut! ihn, der war, der Jauchzt ihm, ihr völker alle! Lobt ist und bleibt! Ihr himmel, seine macht und freundlichkeit saget amen! Der aufgang und Mit jubelvollem schalle, Werft der niedergang Bringt ihm euch vor ihm im staube hin, Be- anbetung, preis und dank, fingt, erhebt, verherrlicht ihn, Und weisheit, macht und Den herrscher aller völfer. stärke! Von der Vorsehung Gottes. 161 3. Gott ist es, der durch spuren! Die ganze schöpfung seinen ruf Aus nichts die ele- predigt dich, Sie ruft mir zu: mente, Den himmel und das betrachte mich Und ehre meinen licht erschuf, Und erd' und schöpfer. wasser trennte; Gott ist es, dessen hand das meer Und daß mir unzählbare heer Der freaturen machte. 9. Mein loblied, schöpfer, will ich dir Zum freudenopfer bringen. Ihr kreaturen, helfet mir, Den ruhm des Herrn be4. Er schenkt der sonne wärm' fingen! Welt, falle nieder, bet' und licht, Sie dienet allen län- hn an! Der Gott, der welten dern; Er macht es zu des schaffen kann, Verdient das lob mondes pflicht, Stets ort und der welten. schein zu ändern; Er zeigt den sternen ihre bahn; Dem meere weist er grenzen an; Er redet Mel. Nun sich der tag geendet hat. durch den donner. 5. Er redet göttlich in dem 231. Noch immer wech seln ordentlich sturm; Ihn ehrt des löwen stärke; Er macht die mück, er macht den wurm Zum großen wunderwerke; Er pflanzt, uns 2. Du öffnest deine milde menschen zu erfreu'n, Der nach- hand, Uns menschen wohlzutigall die tonkunst ein, Und thun, Und läßt noch immer vögeln trieb zur freude. jedes land In deinem segen ruhn. 6. Die erd' empfängt auf sein gebot Und wird fruchtbare mutter; Ihr schooß gebiert dem menschen brod Und auch dem vieh sein futter. Es wird am quell, der durch sie quillt, Des matten hirsches durst gestillt, Und jedes thier erquicket. 3. Von deinem himmel, höchster, träuft Gedeihn und fruchtbarkeit; Die saat geht auf und blüht und reift Und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der baum Den schatten, den man sucht, Und unter seiner zweige raum Erfrischung und auch frucht. 7. Er giebt der blum' den balsamduft, Den ich so sanft empfinde; Er wieget und be wegt die luft; Er ruft und lenkt die winde. Das meer, Des jahres zeiten ab. Dein regen, Gott, ergießet sich Noch auf die erd' herab. 5. Du nährest jede kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? das auf sein machtwort schwillt, Dein vorrathshaus, Gott, die Horcht und verstummt, wenn er es stillt; Gott herrscht auch in der tiefe. natur, Ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und vergnügen 8. Herr, Herr, wie schön ist zu? Wer ist so gut, so treu, deine pracht In deinen krea- so mild, So väterlich, wie du? turen! Was find' ich hier von deiner macht Für unleugbare 7. Herr, ohne dich vergingen wir, Und wir verdienten's auch, 11 162 Von der Vorsehung Gottes. Und dennoch leben wir in dir, wecket mein gemüthe, Großer Beseelt durch deinen hauch. Schöpfer, Dich zu singen, dir zu bringen ehr' und stärke: Groß sind deiner hände werke! 9. betet Gott, ihr menschen, an! Erwägt's und dankt 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe ihm nun! Was hat Gott fund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Darauf achten und betrachten deine werke, Gott von wahrheit und von stärke! 10. Nicht blos für diese kurze zeit, Herr, heißest du uns sein; Du schufft uns für die ewigkeit, Uns ewig dein zu freu'n. 11. Läßt du uns deine freundlichkeit Schon hier so herrlich sehn, Was wird in der vollkommenheit Der fünft'gen welt geschehn! 4. Dein erdreich, Gott, das jedermann Giebt brod und kleider, seh' ich an, Und schmecke deine güte; Sch rieche, fühl' und höre sie In feld und wald, ich sehe sie In aller fluren blüthe. Von dir Zeugen Alle ( 24) 12. Noch tiefer dringt als- dinge, so geringe sie mir scheinen, dann mein blick In deine wun- Gott, im großen und im kleinen. der ein: Herr, laß dies er- 5. O zieh' mich über welt hab'ne glück Mir stets vor und zeit Zu dir, o Herr der augen sein. herrlichkeit, Durch deine große Liebe. Auf dich laß mich in allem sehn. Für jedes gute dich erhöhn, Belebe meine triebe, Guter Vater, Dir in allem zu gefallen, dir zu leben, Sei mein Erschaffen hat und noch erhält, einziges bestreben.( 149) Ich sehe deine güte, Wohin ott, dessen starke hand die welt 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine huld? Wem strahlet nicht dein licht? Mit welcher langmuth und geduld Verschonst du unser nicht! schon an uns gethan, Was will er nicht noch thun! Mel. O heil'ger geist, tehr' bei uns ein. 232. Gºt ich seh', an jedem ort, Auf erden hier, am himmel dort: 233. At des Leibes Mel. Jesu, meine freude. uf, du arme seele, bu In So bald ich mein gemüthe Auf dich Freudig, Schöpfer, lenke, höhle, Denke, was ich bin! und dich denke, find ich armer Denfe doch, wie lange Fährst Dich als vater und erbarmer. du in dem gange Dieses lebens 2. Seh' ich, so weit mein hin! Und wie weit ist deine auge reicht, Gen himmel, so zeit Unvermerkt in so viel jahren entdeck' ich leicht Die spuren Mit dir hingefahren! deiner güte. Der himmelslichter 2. Unsre tage eilen, Ohne lauf und pracht, Sein sternen- zu verweilen, Nach dem alter heer, das dut gemacht, Er- hin; Doch wir blinde leute Von der Vorsehung Gottes. 163 Sehen nur auf heute Mit ver- nen ruhm vermehren, Weil ich wöhntem sinn, Daß auch wir reden kann, Und mit hand und so sicher hier, Gleich als ob es munde Keine viertelstunde Ulebel könnt' auf erden Niemals an- legen an, Bis einmal in deinem saal Ich, der bösen welt entnommen, Zu dir werde kommen. ders werden. 3. Aber, Gott ohn' ende, Der du deine hände Ueber alles streckst, Wie soll ich dir danken, Daß du ziel und schranken Meinen jahren steckst? Nicht von mir, nur ganz von dir Leb' ich, und dein gnädig walten Hat mich noch erhalten. 4. Du hast geist und leben Erstlich selbst gegeben Dieser meiner brust, Auch von meinen jahren, Da sie noch nicht waren, Jedes schon gewußt, Und in goldnen kronen. so fort bist du der hort, Der mir meine tage schenket Und zum segen lenket. 5. Sage, mein erbarmer, Woher bin ich armer Dieser liebe werth, Daß mir so viel stunden, Die mit glück verbunden, In der welt beschert? Strenges recht gehört dem knecht, Den man seines Herren willen Wenig sieht erfüllen. 2. Wo ist, der je sein regiment Mit solcher macht geführet? Wer ist, der dir sich gleich erfennt, Ob er gleich viel regieret? Herr, was sich sterblich nennen muß, Legt fron' und scepter dir zu fuß, Spricht: wir sind deine knechte, Du hast die herrschaftsrechte. 3. Wie weit sich dein gebiet erstreckt, Das kann fein mensch 6. O wie viele sünder Ster- ermessen. Vor dir ist alles ben als die finder, Eh' sie was aufgedeckt; Nichts wird von verstehn! Und wie viel der an- dir vergessen. Was auf der dern Müssen täglich wandern Und zu grabe gehn! Aber ich befinde mich Mitten unter den geschäften, Bei erwünschten kräften. welt der größte herr Besitzet, kommt doch von dir her; Der große wie der kleine Erhält Durch dich das seine. 7. Darum, mein erhalter, Der du mir mein alter Bis hieher gebracht, Ich bin alle tage Schuldig, daß ich sage: Du hast's wohl gemacht. Ich bin dein nur ganz allein, Dir auch bleibt mein ganzes leben Ewig treu ergeben. 4. Wie recht ist, herrscher, das gericht, Das du auf erden übest! Du theilst nach richtigem gewicht, Was du uns menschen giebest; Du siehest die person nicht an, Vergiltst, wie jeder hat gethan; Dein lohn und deine strafen Sind beide 8. Ich will dir zu ehren Dei- so beschaffen. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. 234.J Vehovah! dein regieren macht, Daß menschenwitz vergiffet, Was sonst bei ihm ist hoch geacht't, Wenn er gehörig miſset Die größe deiner majeſtät, Wie weit sie über alles geht, Weit über alle thronen Und pracht 11* 164 Von der Vorsehung Gottes. 5. Es gehet alles ordentlich, 10. Ich gebe wieder, was ich In keinem wird geirret; Auch hab', Du wirst es nicht verdas regierst du gnädiglich, Was schmähen. Mein herz ist meine falsche kunst verwirret. Du ord- gegengab', Und kann es nicht benest, giebest traft und stärk', stehen Mit seiner eignen würdigVersorgest deiner hände werk. keit, So ist mir doch gerechtigAuch das ist hier schon wichtig, keit Durch deinen sohn erworWas uns gering' und nichtig. ben, Da er für mich gestorben. 6. Gepriesen sei die hohe hand, 11. Erhalte, schüße ferner Die so rechtschaffen richtet. Ach doch, Regiere mit verschonen; würde es doch recht erkannt, Dein regiment ist gar kein joch, Wie sehr wir Gott verpflich- Da läßt sich ruhig wohnen. tet! Herr, daß ich dir bin Man hat bei deiner huldigung unterthan, Seh' ich als eine Die tröstliche versicherung, Gott wohlthat an, Daß ich kann denkt an uns in gnaden, Vervor dich treten, Dich findlich hütet allen schaden. anzubeten. ( 94) 7. Mein Gott und Herr, verwirf nur nicht mich, deinen knecht, mich Im zorn von deinem angeſicht, Ich 235. herz und mund, finge dir mit flehe um erbarmen; Ich werf' mit demuthsvollem sinn Mich hier zu deinen füßen hin, Ist dies gleich viel zu wenig Vor dir, o großer könig! Herr, meines herzens lust! Ich sing' und mach' der erde fund, Was mir von dir bewußt.:: 2. Ich weiß, daß du, voll 8. Zwar als ein ungerechter macht und rath, Des segens knecht Muß ich die strenge quelle bist, Daraus uns allen scheuen; Doch du läßt gnade früh und spat Viel heil und gehn vor recht, Drum kann gutes fließt.:: auch ich mich freuen. Du rufft die fünder selbst zu dir; Dein herz neigt sich gewiß zu mir, Du denkst an mich in gnaden; Mir wird dein zorn nicht schaden. 9. Ich kann, weil Jesus mich vertritt, Der mir zum heil gegeben, Und ich in seinem namen bitt', Mein haupt getroft erheben; Der macht mich alles zweifels frei, Ob ich auch gnadenfähig sei. Ich weiß, daß du mich liebest, Durch Christum alles giebeſt. Mel. Lobt Gott, ihr christen alle gleich. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen erd', Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben werd'?:;: 4. Wer hat das schöne himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser feld Mit thau und regen neßt?:: 5. Wer wärmet uns in fält' und frost? Wer schützt uns vor dem wind? Wer macht es, daß man korn und most Zu seinen zeiten find't?:: 6. Wer giebt uns leben und geblüt? Wer trägt uns? wes Von der Vorsehung Gottes. 165 sen hand Erhält den edeln deinem sinn Und grämst dich güld'nen fried' In unserm va- tag und nacht? Nimm deine terland?:: sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht.:: 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir; Du, du mußt 16. Hat er dich nicht von alles thun, Du wachest über jugend auf Versorget und erunsre thür, Und läßt uns sicher ruh'n.:: nährt? Hat er nicht manchen unglückslauf Von dir zurückgefehrt?:,: 17. Hat er wol etwas je versehn In seinem regiment? Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end'.:;: 8. Du nährest uns von jahr zu jahr, Bleibst immer fromm und treu. Wenn wir gerathen in gefahr, Stehst du uns treulich bei.:: 9. Du trägst uns sünder mit geduld Und schlägst nicht allzusehr; Ja, endlich nimmst du unsre schuld Und wirfft sie in das meer.:: 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nichts darein, So wirst du hier in frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein.:,: ( 51) 10. Wenn unsre seele flagt und schreit, Dann wirst du bald erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zum ruhm gereicht.:,: 11. Die thränen, die ein 236. Sei Lob und ehr dem höchsten gut, frommer weint, Zählst du und Dem vater aller güte, Dem legst sie bei, Und wenn dein find verlassen scheint, Machst du es sorgenfrei.:,: Gott, der große wunder thut, Und der mich im gemüthe Mit seinem reichen troft erfüllt, Dem Gott, der allen jammer stillt; Gebt unserm Gott die ehre! 12. Du füllst des Lebens mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des himmels haus, Wenn uns die erd' entgeht.:: Mcl. Allein Gott in der höh' fei ehr'. 2. Dir danket alles himmelsheer, Dir, herrscher aller thronen; Dir dankt auch erde, luft 13. Erhebe dich, mein herz, und meer, Und die darinnen und sing' Und fasse guten muth; wohnen, Erzählen, schöpfer, Dein Gott, der ursprung aller deine macht, Die alles an das ding', Ist selbst und bleibt dein licht gebracht. Gebt unserm gut.:: Gott die ehre! 14. Er ist dein schuß, dein 3. Was unser Gott geschaffen erb' und theil, Dein glanz und hat, Das will er auch erhalten, freudenlicht, Dein schirm und Darüber will er früh und spat schild, dein hülf' und heil, Mit seiner gnade walten. In Schafft rath, verläßt dich seinem ganzen königreich Ist nicht.:,: 15. Was kränkst du dich in alles weise, recht und gleich. Gebt unserm Gott die ehre! 166 Von der Vorsehung Gottes. 4. Ich rief zum Herrn in fröhlich singen: Gott hat es meiner noth: Ach Gott, ver- alles wohl bedacht Und alles, nimm mein schreien! Da half alles wohl gemacht! Gebt unmein helfer mir vom tod, Ließ serm Gott die ehre! ( 141) troft mir angedeihen; Drum dank', ach Gott! drum dank' Mel. Vater unser, im himmelreich. ich dir. Ach danket, danket 237. Gott, beine weitere mit mir! Gebt unserm Gott die ehre! 5. Der Herr ist nah, und wird auch nicht Von seinem volk geschieden, Er bleibet ihre zuversicht, Giebt segen, heil und frieden; Mit vaterhänden leitet er Die seinen, er, ihr Gott und Herr. Gebt unserm Gott die ehre! macht erhält ganze lebensvolle welt, Und aller augen freuen sich Und warten hoffnungsvoll auf dich, Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebst. 6. Wenn trost und hülf' ermangeln will, Die sonst die welt erzeiget, So setzet Gott der noth ein ziel. Er selbst, der schöpfer, neiget Dem seine vateraugen zu, Der betend bei ihm fuchet ruh'. Gebt unserm Gott die ehre! 7. Drum will ich auch mein leben lang, Gott, dich freudig ehren; Man soll, Herr, deinen lobgesang An allen orten hören; Mein ganzes herz ermuntre fich, Mein geist und leib verehre dich! Gebt unserm Gott die ehre! 8. Ihr, die ihr Christi namen nennt, Gebt unserm Gott die ehre! Ihr, die ihr Gottes macht bekennt, Gebt unserm Gott die ehre! Die eitlen götzen macht zu spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die ehre! 9. Rommt, laßt uns vor sein angesicht Mit freud' und wonne dringen! Bezahlt ihm die geLobte pflicht, Kommt, laßt uns 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit wohlgefallen sättigt fie Dein auffehn, und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und heil, Noch täglich mein beschieden theil, Gabft mir's mit huld und freundlichfeit, So lang' ich bin, zur rechten zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht; Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land; Du nährst ihn doch mit milder hand; Du schmückst die blume königlich, Die nicht zur arbeit eilt wie ich. Vergiß es, meine seele, nie, Weit mehr bin ich vor Gott, als sie! 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit; Gabst mir vernunft Von der Vorsehung Gottes. 167 und freiheit, Gott; Für mich hervor. Der matte halm, erging Jesus in den tod. Nichts, quickt vom thau, Hebt froh was die erde zeugt und nährt, sein haupt empor. Gleicht mir an hoheit und an werth. 5. Er giebt der jungen saat gedeihn, Gesundheit zum genuß, Und, um die herzen zu erfreu'n, Des segens überfluß. 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch speis und trank empfahn. Selbst dem, der dich mit fünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Und fleht' ich nicht darum zu dir, Gewährtest du sie dennoch mir. 6. Noch steht, zum zeichen seiner huld, Der regenbogen da; Noch übersieht Gott unsre schuld, Der längst sie übersah. 7. Der morgen sagt's der mitternacht: Groß ist Herr Zebaoth! Der tag verkündigt ſeine macht Dem abend: groß ist Gott! 8. Groß, wenn er in dem donner schilt, Durch's sonnenlicht beglückt, Groß, wenn des meeres woge brüllt, Und wenn der bach erquickt. 9. Herr ist sein name; weit und breit Erschall' Jehovah's ruhm. Ein dankbar herz sei ihm geweiht, Dem Herrn zum heiligthum. 10. Dent', dieser Gott, der sollte dich Verlassen? nimmermehr! Er sorget göttlich, väterMel. Nun sich der tag geendet hat. lich, Ist vater und ist herr. 11. Trau' im glück und 238. Izuversicht, Snaller in gefahr; Er hilft uns, eh' unsrer noth Hilft und ver- wir flehn. Gezählt ist unsers läßt die seinen nicht Der ewig hauptes haar, Gezählt auch treue Gott. jede thrän'. 8. Laß du mich nur genügsam sein Und deiner gaben mich erfreu'n; Mehr aber deiner, der du dich So freundlich zeigest gegen mich, Der du des lebens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt. 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt' mich mäßig im genuß, Bewahr' mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, Gott, mein lebenlang.( 100) 2. Der sonne wunderbaren 12. Wirf deine sorgen hin lauf Führt seine starke hand; auf ihn, Dank' ihm bei deinem Er schließet seine wolken auf, schmerz. Die wolfen werden Und tränft das dürre land. sich verziehn, Und fröhlich wird das Herz. 3. Was odem hat, beseelt sein hauch; Es trieft von fett sein fuß; Er hält die meere wie im schlauch Das feines wanten muß. 4. Das feld weiß seine zeit auge genau; Nichts dringt zu früh ehren an. 13. Gott, der allein der weise ist, Führt mich auf rechter bahn Und nimmt, wenn sich mein schließt, Mich dort zu 168 5. Von den heiligen Engeln. bleiben, Damit wir nie durch missethat Die engel von uns 239. Gott, der du treiben; Gieb, daß wir rein und aus herzens- heilig sei'n, In demuth, ohne grund, Als treuer menschen- falschen schein, Dem nächsten hüter, Ja, als ein vater, alle gerne dienen. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. stund' Uns giebst so große güter, Wir danken dir, daß deine treu' Bei uns ist alle morgen neu In unserm ganzen leben. 2. Wir danken dir insonderheit, Daß du die engelschaaren, Die dir zum lobe find bereit, Gesandt, uns zu bewahren. Du willst, daß sie stets bei uns sei'n, Daß unser fuß an keinen stein Auf unsern wegen stoße. 8. Wie du uns durch die engel haft Aus vieler noth geführet, So mächtig, daß uns manche last Und plage nicht berühret: 3. Was ist der mensch, daß du sein noch, Du, großer Gott, So schaff' es ferner, treuer gedenkest Und dem verlornen hort! Gebeut, Herr, daß an sünder doch So große gnade allem ort Ihr heer sich um uns schenkest? Dein auge nimmt lag're. uns selbst in acht; Du sendest deiner engel macht, Uns treulich zu behüten. 9. Laß deine firch' und unser land Der engel schutz bewahren, Daß fried' und heil in allem stand Ein jeder mög' erfahren, Laß sie des teufels reich und list, Sammt allem, was sein anhang ist, Auf deinen wink zerstören. 7. Herr, laß uns deines namens ruhm, Den engeln ähnlich, preisen Und dir in deinem heiligthum Die ehrfurcht treu erweisen, Die deine wunder in der welt, Die uns dein wort vor augen stellt, So mächtig in uns gründen. 4. Uns dringt, Herr, deine freundlichkeit Und wunderbare güte, Daß wir dir danken allezeit Mit freudigem gemüthe; Drum bringen wir dir prcis und dank Und ehre, ruhm und Lobgesang Für solche hohe gnade. 10. Ruft, herrscher, endlich dein befehl An's ziel von unsern 5. Dein engel voller helden- tagen, Dann laß die engel traft Stand uns, o Gott, zur unsre seel' In Abrahams schooß jeiten, Darum hat uns nicht tragen, Da sie dir ruhm und hingerafft Die last der bösen ehre bringt Und heilig! heilig! zeiten: So stehen kirche, stadt heilig! singt, Mit aller engel und land, Durch deinen arm, chören. ( 53) durch deine hand, O treuer Gott erhalten. Mel. Befiehl du deine wege. 6. Uch Serr! laß uns durch 240. Gott, meines Lebens deine gnad' glauben an Du Herr Von den heiligen Engeln. 169 7. Wann wird die zeit, Herr, kommen, Da ich verklärt und rein, Und aller angst entnommen, Soll engeln ähnlich sein? Dann schallt in ihre chöre Mein hoher Lobgesang Und bringt dir ewig ehre, Anbetung, preis und dank. der ganzen welt, Der so viel tausend geister Um seinen thron bestellt! Wie herrlich mußt du wohnen, Wie prächtig muß es sein, Wo seraphim und thronen Sich, dir zu dienen, freu'n. 2. Durch keinen leib bedecket, Sind sie ganz kraft und geist, Von dem ganz unbeflecket, Was schwach und sterblich heißt; Mel. Nun ruhen alle wälder. Ihr wiſsen übersteiget Den 241.Du Herr der ſeramenschlichen Weil Gott sich ihnen zeiget, Wie ihn kein mensch erkannt. Dem tausend engel dienen Und zu gebote stehn, Du großer Herr 3. Sie leben ohne sünde, und meister, Du vater aller Und werden niemals alt, Sind geister, Die freudig deinen mächtig und geschwinde, Von ruhm erhöhn. himmlischer gestalt, Voll wun- 2. Du giebst der engel throderbarer stärke, Bei der sie nim- nen, Die in dem himmel wohmer ruhn, Und das sind ihre nen, Zu meiner sicherheit; Und werke, Den willen Gottes thun. stehn sie schon im lichte Vor 4. Sie sind die hochvertrau- deinem angesichte, Sind sie mir ten Des Herren Zebaoth, Die doch zum dienst bereit. ihn von anfang schauten, Ihn, 3. Sie sind die starken helden verborg'nen Gott; Ihr hei- den, Die deinen rath vermellig! heilig! heilig! Erhöht ihn den; Dir stehn sie zu befehl, immerdar; Sie nehmen schnell und eilig Stets seines dienstes wahr. Sie sind die himmelsschaaren, Die treulich uns bewahren, Und mächtig schüßen leib und seel'. 5. Sie fündigten uns armen Oft frohe botschaft an, Wie viel Goit aus erbarmen Zu unserm heil gethan; Sie waren Christi boten, Da er geboren ward, Und aufstand von den todten, Auch bei der himmel fahrt. 4. Ich preise deine güte Mit freudigem gemüthe Für deiner engel macht; Ich rühme deine rechte, Die mich durch solche fnechte Beschützt, beschirmet und bewacht. 5. Gieb ferner diese heere 6. Mein Gott, sei hoch ge- Um mich herum und wehre, priesen, Daß du der armen welt Daß mir nichts schädlich sei; Die wohlthat hast erwiesen, Laß sie auf meinen wegen Mir Und engel uns bestellt, Die sein zum schutz und segen, So hier auf unsern wegen, Wo bleibe ich von anstoß frei. sich ein anstoß find't, Zu unferm schutz und segen Stets treute wächter sind. 6. Den feind laß sie erschrecken, Und mich beständig decken, Wie jenen gnadenthron; Gebeut, daß 170 Von den heiligen Engeln. sie im leben Mich allezeit um-| dich und uns versehn. Laß uns geben, bundesengel, Gottes auch mit den gaben, Die wir sohn! empfangen haben, Dein Lob und andrer wohl erhöhn. 7. Jedoch, daß sie nicht weichen, So laß mich ihnen gleichen In wahrer heiligkeit. Wie sie die deinen lieben Und sich in demuth üben, So mach' mich auch dazu bereit. 4. Die du in jenen stunden Der prüfung gut befunden, Sehn nun dein angesicht. Hilf uns zu solchen zeiten Auch jene tron' erstreiten, Die unsrer treu' dein wort verspricht. 8. Sie thun ja deinen willen; Den laß mich auch erfüllen; 5. Und diese sel'gen geister Sie leben fromm und rein, Lobsingen dir, dem meister, Dem laß mich schon auf erden Auch ihnen ähnlich werden, Stets diese reinen geister scheu'n. vater der natur, Verehren dich, erfüllen Frohlockend deinen willen: Herr, leit' uns auch auf diese spur. 6. Ja, deine seraphimen Sind, menschen auch zu dienen, Auf deinen wint bereit. Gott, laß sie uns umgeben, und hilf uns, also leben, Daß unser wandel sie erfreut. 9. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam sein, Nie durch ein sündlich leben Dem nächsten anstoß geben, Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 10. Und endlich, wenn ich scheide, So führe mich zur freude Auf ihren armen ein; Da werd' ich dich erst loben, und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich sein. ( 134) 7. Doch weh' den geistern allen, Die, Herr, von dir gesallen Und nun verworfen sind. Uns soll ihr elend lehren, Von dir uns nie zu kehren, Weil alles heil in die sich find't. 8. Und da sie noch auf erden Uns oft zum fallstrick werden Und brüllend um uns gehn: So hilf auf allen seiten Uns schen zungen ehren, In deinem wachen, beten, streiten, Und dienst erquickt, Dich preisen sterbend noch als sieger stehn. auch die schaaren Der geister, die da waren, Eh' noch der mensch das licht erblickt. 9. Herr, dem die himmelschöre Anbetung, lob und ehre Im sel'gen glanze weihn, Laß 2. Du sprachst, so wurden unsern geist am ende, Geführt wesen, Unsichtbar, auserlesen, durch ihre hände, Vor dir mit Unkörperlich und rein: Gott, ihnen selig sein. laß auch diese werke Uns zeugen deiner stärke Und unerforsch- Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. ten weisheit sein. 3. Die engel find mit fräf- 243. Herr, du haft in die nem reich Große ten Zu wichtigen geschäften Für schaaren vieler engel; Diesen Mel. Nun ruhen alle wälder. 242.5 err, den in lauten chören Der men Von der Schöpfung des bin ich noch nicht gleich, Denn rein, mein herz ist voller mängel. sei'n. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als die guten engel sein? 2. Mich beschweret fleisch und blut; Hilf du, daß ich geistlich werde; Gieb mir einen engel muth, Der sich trenne von der erde, Daß ich, als dein liebes find, All'zeit himmlisch sei gefinnt. Menschen 2c. 171 Deinen engeln ähnlich 5. Unsre welt ist voll gefahr, Alles scheint uns nachzustellen; Sende deiner engel schaar, Daß uns ja nichts möge fällen, Wenn im schlaf uns schrecken dräu'n, Laß sie unsre wächter sein. 6. Mach' es, wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde sterben; Und damit ich ebenso Möge trost und segen erben, Heiß' die engel mich zur ruh' Tragen nach dem himmel zu. 7. Laß mich dann vor deinem stuhl Bei den auserwählten stehen, Wenn die bösen in den pfuhl Mit dem satan werden gehen, Dann bin ich in deinem reich Ganz verklärt, den engeln ( 103) 3. Mache mir dein wort bekannt Durch des guten geistes gabe, Daß ich weisheit und verstand Wie ein engel Gottes habe, Bis ich einst in jenem licht Völlig seh' dein angesicht. 4. Auch dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf erden; Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, Und, von allen sünden gleich. 6. Von der Schöpfung des Menschen nach dem Ebenbilde Gottes. Mel. Komm, heiliger geist, Herre| durch deinen mund beseelet Gott. Und mit der ewigkeit vermählet; Du bliefest einen geist ihm ein, Der sollte sein regierer sein, Den deine gottheit lieben wollte, Und der dich wieder lieben 244. Vollkommenstes licht, Höchstes gut, Das sich so freundlich zu uns thut, Und das sich denen, die es liebet, So willig zu ge- sollte. Halleluja! Halleluja! nießen giebet, Was hat die 3. Mit licht und weisheit güte deiner hand An unsere Ganz erfüllt War sein vernatur gewandt; Wie herrlich stand, und nie umhüllt Mit hast du sie geschmücket, Wie dunkelheit und finsterniſsen; reichlich hast du sie beglücket! Er irrte nicht in seinen schlüsHalleluja! Halleluja! sen, Er kannte dich in deinem 2. Der leib, aus erde Schön licht, Er wußte seines standes erbaut, An dem man lauter pflicht, Er sah an allen freawunder schaut, Ward, Herr, turen Der höchsten macht und 172 Von der Schöpfung des Menschen zc. weisheit spuren. Halleluja! Kindlich an, Für das, was du Halleluja! an uns gethan, Für die uns 4. Sein wille war dir Gleich anerschaff'nen gaben, Die wir gefinnt, Er liebte dich treu, wie nun längst verloren haben. Herr, ein find; Die heiligkeit war seine öffne deine gnadenhand, Gieb zierde, Und eine jegliche begierde wieder, was der feind entwand; War deinem willen unterthan; Laß uns durch Christum hier Er ging all'zeit auf rechter bahn, auf erden Nach deinem bild Drum war sein herz auch voller erneuert werden. Halleluja! freude, Und wußte nichts von Halleluja! furcht und leide. Halleluja! ( 113) 5. Der leib empfand auch 245. res bild Bom anMel. O Gott, du frommer Gott. mensch ist GotFreud' und lust; Ihm war kein schmerz, kein tod bewußt, Er fang gleich gewesen, Das bei fonnt' durch kein geschöpf auf der schöpfung sich Der schöpfer erden Verletzet und zerstöret werden; Sein antlitz war vollkommen schön, Als Gottes meisterstück, zu sehn; Sein auge war zu allen zeiten Ein fiz der holdsten lieblichkeiten. Halleluja! Halleluja! 6. Im paradiese Wohnte er, Und freuden strömten um ihn her, Weil Gott, was er von ihm begehrte, Ihm auch im überfluß gewährte; Die erde war nun für ihn reich; Was er befahl, geschah sogleich; Nichts widerstrebte seinem willen; Ein jedes thier mußt' ihn erfüllen. Halleluja! Halleluja! auserlesen Zu seinem eigenthum, Und herrlich herrlich ausgeschmückt, Daß er an seel' und leib Vollkommen war beglückt. 2. Hat er nun diesen schmuck Gleich durch den fall verloren, Wird er in sünden nun Empfangen und geboren: So stirbt doch nur der leib Allhier in dieser zeit, Die seele aber nicht, Die lebt in ewigkeit; 3. Denn da der höchste selbst Den edeln geist gegeben Und ihn erschaffen hat Zum steten freudenleben, Auch hiezu hergestellt, Als ein erfauftes gut: So lebt er auch im tod Gewiß durch Christi blut. 7. Er war des schöpfers Lust und freud', Ein erb' der höch- 4. Wird er vom leibe gleich sten seligkeit, Ein tempel von Hier durch den tod getrennet, dem höchsten wesen, Das seine So ist ihm doch bereits Ein brust zum sig erlesen, Der gott- ort von Gott ernennet, Weheit schönstes ebenbild, Mit selbst er ewig bleibt; Denn wie weißheit im verstand erfüllt der mensch hie fällt, So ist in Und auch im willen ohne män- ewigkeit Ihm dort ein play gel, Die freud' und lust der bestellt. heil'gen engel. Halleluja! Halleluja! 8. Wir beten dich, Gott, 5. Die frommen seelen muß Nach überstand'nen plagen Der treuen engel schaar Hinauf ge!: Von der Schöpfung des Menschen zc. 173 himmel tragen, Wer hier durch| Wie herrlich ist das theil, Dazu bosheit sich Von seinem Gott du mich berufest! Dir, höchster, gefehrt, Der wisse, daß sein ähnlich sein, Ist unser höchstes geist Hinab zur hölle fährt. glück: Owohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem glück! 6. Sm himmel wird die seel' In ewigkeit erfreuet, Weil ihre seligkeit Vor Gott sich stets erneuet; Allein im höllenpfuhl Ist unerhörte pein, Da werden ebenfalls Die seelen ewig sein. 7. Drum sorge in der zeit, O mensch, für deine seele, Daß nicht der hölle pein In ewigkeit fie quäle; Thu' buße, wasche dich In deines Jeju blut, So fähret, wenn du stirbst, Gewiß die seele gut. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, und mit stets mun8. Gott, laß durch deinen üben, Was mich zur weisheit term fleiß In allem dem mich geist Mich dieses wohl be- führt, Zur weisheit, die dich denten und immer meinen finn ehrt Und allem beifall giebt, Zur seelenforge lenken: Erwecke Was du uns selbst gelehrt. mich hiezu In dieser gnadenzeit, Daß ich dein lob erhöh In jener ewigkeit. ( 108) 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben. Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinem thun Sei dies, o Gott, allein, So allerheiligster, Wie du, gesinnt zu sein. stets zum muster nehmen; Hilf 6. Laß deine heiligkeit Mich mir die sünde fliehn, Des fleisches lüste zähmen, Nur das, Mel. Nun dantet alle Gott. 246. Allmächtig großer was recht ist, thun, Des guten Gott! dem, dich g'nug erheben? Du gabst üben will, Auch gern behülfder ganzen welt Ihr dasein, lich sein. kraft und leben. Was geist und körper heißt, Was erd' und himmel hegt, Hat deine hand gebaut, Die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, gütigster, Daß ich dein bildniß wäre; Drum hast du auch den geist, Der in mir fern, Gott, von diesem ziele! lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit Nach deiner huld geschenkt. Du weißt, was mir noch fehlt: Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 3. O welch' ein großer zweck, Dagu, du. Gott, mich schufest! 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Dem nächsten gern versüßt, Und, wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch 174 Von dem Sündenfalle 2c. 9. Beglückt ist nur alsdann Trug deiner heiligkeit VollMein lebenslauf auf erden, komm'nen schmuck und gaben. Wenn ich dir immer mehr Du hattest, großer Gott, Uns dir Schon hier kann ähnlich wer- in ewigkeit zu deinem eigenthum, den: Dann werd' ich ewig auch Zur wohnung selbst geweiht. Mit dir vereinigt sein, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freu'n. ( 32) 5. Ja, da der erste mensch Die heiligkeit verloren, Da er in fünden lag, Worin auch wir geboren, Bewundern wir, daß Du Dein göttlich ebenbild Aus unverdienter gnad' In uns erneuern willt. 247. D Mel. O Gott, du frommer Gott. u Gott von großer macht, Auf deinen ruf: es werde! Ward alles, auch der mensch; Du bildetest 6. Des vaters ebenbild, Der sohn, soll uns befreien; Der aus erde Ihm künstlich einen werthe heil'ge geist Soll unser leib Und schufft ihm einen geist, Der, mit vernunft begabt, Mit recht unsterblich heißt. herz erneuen. Von uns wird Adams bild, Dadurch wir jünder sind, Durch Christi kraft entfernt, Der sich mit uns verbind't. 2. Er trug dein ebenbild, Denn dein erbarmen wollte, Daß ihn an seel' und leib Dein glanz erfüllen sollte, Daß deiner tugenden Vollkommen reines licht Sich in ihm spiegelte Mit off'nem angesicht. 7. Ja, Jesus Christus soll In uns gestalt gewinnen; Wir sollen christen sein Von neuem geist und sinnen. Dein doppelt facrament, Dein seligmachend 3. Es hegte sein verstand wort Bringt uns zu diesem Nichts falsches, feine mängel; schmuck Und setzt dies leben fort. Er war im willen rein Und 8. Lob, ja ein ewig lob, heilig wie ein engel; Er kannte, Sei dir für solche gnaden; Du liebte dich, Und also war er schufest, du erhältst, Du schüßest recht, Dem ersten ursprung uns vor schaden; Lob, ja ein nach, Von göttlichem geschlecht. ewig lob! Wir sind in Christo 4. Sowol der leib als geist, dein, Und fünftig werden wir Die wir als menschen haben, Des himmels erben sein. . 7. Von dem Sündenfalle und dessen traurigen Folgen. Mel. O vater der barmherzigkeit.| Und andre schöne gaben, Die 248. unaussprech- unsers schöpfers milde hand ersten eltern zuge Den wir erlitten haben, Als wandt, Von seel' und leib licht und recht aus unsrer brust, entwichen! Von dem Sündenfalle 2c. 175 2. Der mensch, Herr, war durch deine huld Ganz rein und gut erschaffen, Er war auch frei von sündenschuld Und von der fünde strafen; Sein wille 8. Da ward der menschliche verstand Mit finsterniß umgeben; Der wille, von dir abgewandt, Verlor das wahre leben; Zorn, elend, jammer, fluch war voll zuversicht, Und sein und tod, Ja, mehr als tausendverstand voll glanz und licht, Voll friede sein gewissen. fache noth Umgab sie nun als sünder. 9. Dies elend wird nun fortgeerbt Auf alle menschenfinder; So stamm als zweige sind verderbt; Der fluch trifft alle fünder. Die erste schönheit ist dahin; Der fünden gift hat leib und sinn Durchdrungen und verwüstet. 3. Du fordertest zur dankbarkeit, Daß du ihn so erhoben, Furcht, liebe, treu', ergebenheit Und des gehorsams proben; Nur eines einz'gen baumes frucht, Die deine weisheit ausgesucht, Sollt' unberühret bleiben. 4. Hier kam das haupt von jener schaar Bereits verworf'ner geister, Die treulos abgefallen war von ihrem Herrn und meister, Die nie bei ihrer bosheit ruhn, Was Gott zuwider ist, zu thun, Daß er dein bild zerstörte. 5. Er machte sich voll haß und neid An deine lieben finder, Und ward in einer kurzen zeit Mel. Auf meinen lieben Gott zc. Durch lift ihr überwinder; Er 249. Du, der fein öf in Den samen der verbot'nen lust, Ein heimlich mißvergnügen. thut, Du schufst den menschen gut; Du, höchster, gabst ihm fräfte zum seligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der unschuld ruhm? Ach wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch, ganz rein von sünden, Vor dir, o Gott, zu finden? 6. Ihr herz, durch eiteln stolz bethört, Ließ sich zum bösen neigen; Sie wollten, von dir abgekehrt, Aus hochmuth höher steigen Und dir, o Gott, in deinem reich An freiheit, macht und größe gleich Und das, was du bist, werden. 7. Sie glaubten dem verführer mehr Als deinem treuen munde; Darüber wankten sie so sehr In deinem schöpfungsbunde. Der ungehorsam ward gewagt, Sie aßen, was du unter sagt, Verachteten dein drohen. 10. Herr, laß uns in deinem licht Den schweren fall erkennen. Verwirf uns, die gefall'nen, nicht, Die wir dich vater nennen; Durch Christum hilf uns wieder auf Und mach' uns tüchtig, unsern lauf Zur ewigkeit zu richten. 3. Hier ist fein unterschied, Dein auge, höchster, sieht Auf alle menschenkinder, Und findet sie als sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner Unschuldig, auch nicht einer. 176 Von dem Sündenfalle 2c. 4. Verderbt ist unser sinn; Die| Wie sehr mein herz verdorweisheit ist dahin, Die uns regie- ben. ren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben Zu wählen und zu üben. 2. Wie schrecklich ist nicht mein verstand Mit finsterniß umhüllet, Der wille, von dir 5. Fleisch sind wir von na- abgewandt, Mit bosheit ange tur; Uns rühren, leider! nur füllet, Und die begierden sind Die güter dieser erden, Die nie geneigt, Die lust, die aus dem vollkommen werden, Mehr, als herzen steigt, Im werke zu volldie höhern gaben, Die wir dort bringen. ewig haben. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang; Des bösen herzens hang Reißt uns mit starkem triebe Zu schnöder sündenliebe; Und können wir auch zählen, Sie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, was uns gebricht, Laß in der wahrheit licht So heilsam uns erkennen, Daß wir vom ernst entbrennen, Der sünde zu entsagen, Der bess'rung nach zujagen. 3. Mir fehlt die kraft, dich, höchstes gut, Zu glauben und zu lieben, Hingegen regt sich fleisch und blut Mit sündenvollen trieben. Dich fürcht' ich und vertrau' dir nicht, Ich unterlasse meine pflicht Und thu', was dir entgegen. 4. Wer weiß, wie groß der gräuel sei, Der leib und feel' beflecket? Wer macht mich von dem aussatz frei, Wovon ich angeſtecket? Ach große noth! ach hartes joch! Wie wenig weiß ich armer doch, Mich davon los zu reißen! 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir find, So willst du uns doch heilen und kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine huld 5. Zu dir komm' ich in wahrer reu' Und bitte dich von herzen, Mein Jesu, hilf mir und befrei' Die seele von den Laß uns durch unsre schuld schmerzen, Den leib von dem, Nicht freventlich verscherzen. was ihn beschwert Und meine Erwecke unsre herzen, Dir nicht lebenskraft verzehrt, Ach mach' zu widerstreben, Damit wir mich fünder selig! ewig leben. ( 32) 250. A 6. Wen ruf ich sonst um rettung an, Als dich, mein heil, mein leben! Du bist's allein, der helfen kann, Du mußt mir ch Gott, wie sehr rettung geben; Drum mach' bin ich verderbt mich durch dein blut und tod Durch böses gift der sünden, Von sünden rein, daß ich vor Die mir von Adam angeerbt! Gott Gerecht erfunden werde. Wo soll ich rettung finden? Es 7. Du weißt, mein Jesu, ist mein elend viel und groß, was mir fehlt, Du kannst nach Es ist vor deinen augen bloß, deinem willen Die noth ver Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wol. Von dem Sündenfalle 2c. 177 treiben, die mich quält, Und verführet. Es trachten herz und meinen jammer stillen; Du willst sinn und muth Nach ehre, woles auch, drum trau' ich fest, lust, geld und gut Und allen Daß du mich nicht in angst eitlen dingen. verläßt, Du heißt und bist ja Jesus. 6. Nun sollt' ich mich der sündenlust Nicht zum gefang'nen geben; Ich sollte ihr, wie mir Mel. O vater der barmherzigkeit. bewußt, Durch dein wort wi251. Das elend weißt du, derſtreben; Allein, oft denk ich ruf' ich nicht mir ist angeerbet. Dein arm, um fräfte an, Ich bin oft träg' mein schöpfer, schuf mich rein, und sicher. Jetzt bin ich ganz verderbet; 7. Kommt mir was böses Weil mein verstand verfinstert in den sinn, Dawider ich sollt' ist, So kann ich dich nicht, wie kämpfen, So tracht' ich nicht du bist, Nach deinem rath er- sofort dahin, Das feuer bald kennen. zu dämpfen. Das nimmt dann 2. Mein wille ist so sehr in mir überhand, Daß ich gar verkehrt In meinem thun und leicht in sünd' und schand' laffen, Daß er am meisten das Darüber fallen könnte. begehrt, Was du befiehlst zu haffen. Weil das bei mir oft gar nicht gilt, Was du, mein frommer vater, willt, So setz' ich's aus den augen. 8. Oft will mich auch die arge welt In ihre nezze ziehen. Ich weiß, daß sie dir nicht gefällt, Und daß ich sie soll fliehen; Allein, sie reizet mich dazu, Daß ich mit ihr auch übels thu' Und andre mit bewege. 3. Es geht des alten Adams trieb Nur immerdar zur sünde, Daß ich vertrauen, furcht und lieb' Zu dir nicht in mir finde. Ich diene auch dem nächsten nicht, Wenn's nicht aus eigenmuß geschicht, und suche nur 9. Ach Gott, ich hab' nach solcher art, Zu meiner feele schaden, Eh' ich zu dir bekehret ward, Gelebet außer gnaden; Und jeßt, da ich bekehret bin, Empfind' ich noch, wie immerhin Die lust sich in mir reget. das meine. 4. Ja, wenn ich alles recht betracht', So wird von mir auf erden Ein abgott aus mir selbst gemacht, Mir soll gedienet werden; Denn eigne lieb' und eigne ehr' Und andre fleischeslüste mehr, Sind, was mein herz begehret. 5. Dies ist die wurzel und der grund, Woraus mein unheil rühret, Und der mich wider Gottes bund Und meine pflicht 10. Ach schau' in solcher fündennoth Auf mich, Herr, mit erbarmen! Komm' mir zu hülf', du treuer Gott, Und steh' mir bei, mir armen! Erleucht' durch deine gnad' und güt' Mein unverständiges gemüth, Daß ich dich recht erkenne. 11. Den willen leit' nach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe, Dir fest vertrau' und 12 178 Von dem Sündenfalle 2c. fort und fort In gottesfurcht| bis in mein grab Die nothdurft mich übe, Daß ich dir meine treulich geben. taufzusag' Mit starkem vorsak alle tag Auf's neue wieder hole. daß ich tämpf Auch gegen 17. Herr, gieb mir gnade, satans willen, Durch glauben 12. Und weil dir niemand seine pfeile dämpf'. Nie böses ohn' gebet Beständig kann an zu erfüllen, Wenn's gleich nur hangen, So gieb, daß ich oft in gedanken wär'. Mir wird vor dich tret', Die gnade zu der sieg zwar etwas schwer, erlangen, Daß ich in meinem Doch du, Herr, hilft mir christenthum Des nächsten nutz siegen. und deinen ruhm Und auch mein heil beförd're. 13. Gieb mir des geistes freudigkeit, Daß ich dadurch verachte Geld, ehr' und wollust dieser zeit, Das ewige betrachte! Ach, nimm mich mir, und gieb mich dir, Daß ich dir leb', und sterbe mir Und meinen bösen lüften. 14. Wenn wider deines geistes fraft Mein fleisch in mir will kämpfen, So laß in guter ritterschaft Mich seine lüste dämpfen. Herr, stärke mich und mich erneu', Daß ich durch dich stets freudig sei, Zu streiten und zu fiegen. 18. Gieb, daß ich oft der hölle qual hier möge recht bedenken, Wie du die bösen wirst einmal Tief in verdammniß senken, Wie angst und jammer ohne maß Dort folgen wird ohn' unterlaß Auf eitle luft und freude. 19. Herr, laß mich stets behutsam sein, Daß, wie und wo ich wandle, Ich halte mein gewissen rein In allem, was ich handle, Nicht achte menschenwiß und gunst, Wenn mich die welt durch list und funst In's sündennek will ziehen. 20. Gieb meinem feinde nimmer zu, Mich irgend zu 15. Vor stolz und ehrsucht verlegen, Und meine seel' aus mich behüt', Daß sie nicht herr- ihrer ruh' In manche noth zu schend werden In meinem herzen setzen. Wenn sich versuchung und gemüth, In worten und zu mir wend't, Laß sie gegeberden. War hoffahrt nicht winnen so ein end', Daß ich des teufels fall? Ach hilf, Herr, es kann ertragen. daß ich überall Fest an der demuth halte! 21. Verleih, o vater, gnädiglich, Daß es ja mög' geschehen, Was ich, dein find, nun bitte dich Mit seufzen und mit flehen' Hilf, Herr, wenn alle hülf 16. Die nahrungssorgen nimm von mir; Laß mich nicht mehr begehren, Als was ich habe nöthig hier, mich ehrlich zu zerrinnt, Daß ich doch fröh ernähren. Gieb, daß ich keinen lich überwind' In Jesu Christ zweifel hab', Du werdest mir namen. Von dem Sündenfalle 2c. 179 deiner ruh' Die rechte gnadenpforte; 252. Jesu, meine zuversicht, Mein 6. Allein, wo ist in mir die fraft, Dies beides auszuführen? heiland und mein leben! Ver- Wo nicht dein geist, der alles stoß' mich armen fünder nicht, schafft, Mein herz will träftig Für den du dich gegeben. Ge- rühren: So bleibt es todt und denk' an deinen blut'gen tod, fann selbst nicht Die buße recht Und an dein schmerzlich sterben. beginnen, Noch wen'ger fann Ach, hilf mir von der sünden- es zuversicht Zu deiner huld genoth, Vom schrecklichen ver- winnen; derben! 7. Drum stehe du mir selber bei, Du abgrund aller gnaden, Und mache meine seele frei Von diesem sündenschaden. Ach, Herr, verleih', daß ich durch dich mich selber recht verstehe, Und in das elend, welches mich Verderbet, tief einsehe. 8. Zerschmelze du mein hartes herz, Daß ich in thränen fließe, Die ich in meinem groseele träfte; Ja, es verhindert ßen schmerz Mit wahrer reu' für und für Die göttlichen geschäfte. Mein ohr ist taub, die zunge stumm, Mein auge kann nicht sehen, Verstand und urtheil sind zu dumm, Das gute zu verstehen. Mel. Ich armer fünder komm' zu dir. 2. Dein auge prüfet herz und brust, Weiß, wie viel tausend sünden Von der verderbten adamslust Sich in mir armen finden. Da regen sich vermessenheit, Die hoffahrt, wollust- liebe, Verkehrter will' und eitelkeit Und and're sündentriebe. 3. Natürlich herrscht das fleisch in mir und schwächt der vergieße; Ach, mach' es durch den glauben rein Und gieb ge rechte werke; Ja, kehre du selbst bei mir ein, O meiner seele stärke! 4. Ach, Herr, wie kann ich armer doch Den jammer mei9. Gieb deine furcht in meine brust, Das gute auszuüben, Und laß mich dich mit Herzenslust Getreu und ewig lieben er seelen, Das elend in dem Laß mich in demuth, mäßig sündenjoch, Und alle noth er- feit, Geduld und sanftmuth zählen? Ich kenne mich ja prangen Und schmück' mein her selber nicht, und habe von dem zu aller zeit Mit heiligem ver allen Fast fein' erkenntniß und langen. fein licht: So tief bin ich gefallen. 10. O vater, hilf, denn meine fraft Kann dieses nicht erzwingen; Du aber bist's, der in uns schafft Das wollen und vollbringen. Ach stärke mich, du treuer Gott, Durch deine macht in gnaden, Daß fünde, welt und höll' und tod Mir nie5. O treuer Gott! was fang' ich an Bei so verderbtem wesen? Ist hie kein arzt, der helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Thu' buße, rufst du mir zwar zu, Und glaube meinem worte, So öffnet sich zu mals können schaden. 12* 180 Von dem Sündenfalle 2c. 11. O Sesu, theurer Gottes- geschickt, Gehorsam dir zu leisohn, Gedenk' auch an mich sten; Mein herz, durch fünde armen; Du bist mein arzt, ganz bestrickt, Sucht immer das mein gnadenthron, Ach gönn' am meisten, Was deinem wort mir dein erbarmen! Und weil entgegen ist, Daß ich durch ich ganz erstorben bin, Das satans macht und list Dem gute zu vollführen, So woll'st guten widerstrebe. du selbst mein herz und sinn Durch deinen geist regieren. 5. Ich fühle, wie der fünden trieb Beherrschet meine glieder; Sch thu', was dir und mir nicht lieb, Was dir und mir zuwider. Ich armer mensch! wer will mich doch Erlösen von dem sündenjoch, Vom leibe dieses todes? 6. Zwar bin ich in der heil'gen tauf' Durch deinen geist erneuet; Doch bin ich von dem sündenlauf Nicht ganz und gar befreiet; Die bitt're wurzel wächst empor Und bringet böse 253. Ich täg12. heil'ger geist, mein trost und hort, Du geist voll traft und stärke, Führ' mich in deiner wahrheit fort, Schaff' in mir gute werke, Laß deinen frieden in mir sein Und schreib' den neuen namen: Ich sei dein kind, der seele ein, Um Jefu willen. Amen! Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. erechter Gott! ich pfangen und geboren, Ein ganz verderbtes menschenkind Und von natur verloren. Der fünde gift hat die natur So sehr verderbt, daß keine spur Des guten mehr zu finden. 2. Dein ebenbild, damit du mich Als schöpfer hast beschenket, Ist ganz hinweg; jetzt fühl' ich mich In's elend tief versenket, Denn ohne leben, geist und fraft Regiert der tod in mir und schafft Mir fünde und verderben. 3. Ich kann aus eig'nen kräften nicht Dich, meinen Gott, erkennen; Ich kann dich auch nach findespflicht nicht meinen vater nennen. Es fehlet mir an lieb' und treu', An rechter findesfurcht und scheu, An gläubigem vertrauen. 4. Ich bin nicht tüchtig, noch lich spüren. 7. Mein herz ist oftmals zweifelsvoll, Es will dir nicht vertrauen, Es hofft nicht, was es hoffen soll, Will auf dein wort nicht bauen; Oft reget sich auch ungeduld, Oft hoffahrt, oft noch and're schuld, Die sich in mir befindet. 8. Des herzens gar verdorb'ner grund, Voll sündlicher gedanken, Treibt wider Gottes heil'gen bund mich aus der tugend schranken; Das böse herz wird nie gestillt, Bis es die böse lust erfüllt In worten und in werken. 9. Ach, handle doch, mein Gott, ja nicht mit deinem armen knechte Vor deinem schrecklichen gericht Nach scharfem, strengem rechte. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir, Mit gnaden Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 181 sen sein, Laß deine rache schwinden; Ach stelle meine jünde nicht An's licht vor deinem angesicht, Laß sie mich nicht beschämen. 12. Schau' auf den eingebornen sohn, Den du mir selbst gegeben Zum mittler und zum gnadenthron, Daß ich in ihm soll leben; Laß das, was an mir ist befleckt, Durch seine unschuld sein bedeckt, So kann ich dir gefallen. ( 37) wende dich zu mir, Gott, sei mir fünder gnädig! 10. Bin ich befleckt und ganz verderbt, So ist dein sohn empfangen Ohn' sünde, die er nie geerbt, Auch nimmermehr begangen. Nimm deines sohns empfängniß hin, Dadurch ich, der ich unrein bin, In ihm bin rein und heilig. 11. Um seinet willen schone mein. Laß die verborg'nen sünden Des erbfalls ganz verges8. Von Christo, dem 254. Nun freut euch, lieben christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all' in ein Mit lust und liebe singen: Was Gott an uns gewendet hat, Und seine süße wunderthat, Gar theu'r hat er's erworben. Erlöser der Menschen. ewigkeit Mein elend über maßen; Er dacht' an sein' barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir sein vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein scherz, Er ließ sein bestes tosten. 5. Er sprach zu ſeinem lieben sohn: Es ist zeit zum er2. Dem teufel ich gefangen barmen, Fahr' hin, mein's herlag, Im tod war ich verloren; zens werthe fron', Und sei das Mein' sünd' mich quälte tag heil dem armen, Und hilf ihm und nacht, Darin ich war aus der fündennoth, Erwürg' geboren; Ich fiel auch immer für ihn den bittern tod, Und tiefer drein, Es war kein gut's laß ihn mit dir leben. am leben mein, Die sünd' hat mich besessen. 6. Der sohn dem vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf 3. Mein' gute werke galten erden Von einer jungfrau rein nicht, Es war mit ihn'n ver- und zart, Er sollt' mein bruder dorben; Der freie will' haßt werden. Gar heimlich führt' Gott's gericht, Er war zum er sein gewalt, Er ging in meigut'n erstorben; Die angst mich ner armen g'stalt, Den teufel zu verzweifeln trieb, Daß nichts wollt' er fangen. denn sterben bei mir blieb, Zur höllen mußt' ich sinken. 4. Da jammert Gott in gelingen; Ich geb' mich selber 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, Es soll dir jetzt 182 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollst du sein, Uns soll der feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein blut, Dazu mein Leben rauben: Das leid' ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein' unschuld trägt die fünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen himmel zu dem vater mein Fahr' ich aus diesem leben, Da will ich sein der meister dein, Den geist will ich dir geben, Der dich in trübsal trösten soll, Und lehren mich erkennen wohl und in der wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das reich Gott's werd' gemehrt, 3u lob und seinen ehren; Und hüt' dich vor der menschen g'saß, Davon verdirbt der edle schaß, Das laß ich dir zuletzte.( 92) Mel. Ich dank' dir, Gott, durch deinen sohn. der sonne licht Und ihre wärm' empfinden: 4. So kann ich auch nicht Gottes rath Von Jesu tod ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein herz empfinden. 5. Nimm mir den trost, daß Jesus Christ Hat meine schuld getragen, Mein Gott und mein erlöser ist, So werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi wort nicht Gottes sinn, So werd' ich irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir kein spötter rauben. Ich fühle seine göttlichkeit, Und halte fest am glauben. 8. Ich bin dein ew'ges eigenthum, Durch dich des himmels erbe: Dies, sohn des höchsten, ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen geiſt, das pfand, Im glauben mich zu stärken, Und bildest mich durch deine hand Zu allen guten werken. 255. leben giebt, Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken! 2. Hoch über die vernunft 11. Und wenn mich meine erhöht, Umringt mit finster- sünde kränkt, Und ich zu dir, nissen, Füllst du mein herz mit Herr, trete, Weiß ich, daß dein majestät Und stillest mein ge- herz mein gedenkt, Und thut, wissen. warum ich bete. 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich 10. So lang' ich deinen willen gern Mit reinem herzen thue, So fühl' ich eine kraft des Herrn Und schmecke fried' und ruhe. 12. Ich weiß, daß du, mein heiland, lebst, Und mich einst aus der erde Erweckst und zu Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 183 dem reich erhebst, Da ich dich schauen werde. 3. Er wird nicht Jesus blos genannt, Er ist auch, was er 13. Kann unsre lieb' im heißet, Indem er uns mit starglauben hier Für dich wol je fer hand Der sündennoth enterfalten? Dies ist die lieb', o Herr zu dir, Dein wort von herzen halten. reißet; Die that stimmt mit dem namen ein, Er will auch, wie er heißet, sein, Mein heil 14. Erfülle mich mit dank- und seligmacher. barkeit, So oft ich dich nur 4. O name, werde doch in nenne, Und hilf, daß ich dich mir Durch Gottes geist verallezeit Treu vor der welt be- fläret, Weil, was verborgen fenne. liegt in dir, Kein irdisch herz erfähret; Denn die vernunft. begreift es nicht, Ohn' Gottes wort und gnadenlicht Bleibt es unaufgeschlossen. 5. Laß, Jesu, deines namens 16. Und soll ich, Gott, nicht kraft Und inn're süßigkeiten, für und für Des glaubens freud' Und was derselbe gutes schafft, empfinden, So wirk' er doch Sich stets in mir verbreiten: sein werk in mir, Zur reini- So wird der sündennoth gegung von sünden. wehrt, So wird die last in lust 17. Hat Gott uns seinen verfehrt, So bin ich selig, sohn geschenkt, Laß mich noch amen. sterbend denken, Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken! ( 45) 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Für dich hier schmach zu leiden, So laß mich teine schmach und pein Von deiner liebe scheiden. Mei. O Gott, du frommer Gott. ( 49) 257 Ah Seju, deſſen treu' Im himmel und auf erden Durch keines menschen mund Kann g'nug ge256 Gs ist in keinem prieſen werden! Ich danke dir, andern heil, Kein daß du Ein wahrer mensch gename uns gegeben, Durch kei- bor'n, Den fluch von mir genen nehmen wir sonst theil An wandt, Daß ich nicht bin verseligkeit und leben, Nur Jesus lor'n. hat der ganzen welt Das leben wieder hergestellt. Gelobet fei sein name! 2. Denn Jesus ist's, der unsre schuld, Der sünden straf' und plagen, Aus unerhörter lieb' und hulb An unsrer statt getragen. Er war gerecht, doch ließ er sich Zur sünde machen, nun kann ich In ihm gerecht mich nennen. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 2. Vornehmlich wird in mir All' herzensangst gestillet, Wenn mich dein theurer nam' Mit seinem troft erfüllet. Kein troft ist so bewährt, Als den mir giebt dein nam', Der theure Jesusnam', Du fürst aus Davids stamm! 3. O Jesu, höchster schatz! Du kannst nur freude bringen, 184 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. Es kann nichts lieblicher, Als Jesu name klingen. Ich kann nicht traurig sein, Denn Jesus heißt so viel, Als heiland oder held, Der selig machen will. 4. Wenn mit versuchung sich 10. Jesu, in deinem nam'n Bei mir will satan regen, So Bin ich heut' aufgestanden, In ist mir Jesu nam' Zu trost, ihm vollbring' ich auch Die arfried', schutz und segen, Zur beit, die vorhanden; In deinem weisheit und zur kraft In aller namen ist Der anfang schon angst und noth, Daß ich nicht gemacht, Das mittel und der fürchten darf Den teufel und schluß Wird auch durch ihn vollbracht. den tod. 5. Daß ich ein zornkind bin, Das ist die frucht der fünde; Dein Jesusnam' macht mich Zu einem gnadenkinde; Er nimmt von mir hinweg Die schuld und missethat, Bringt mir die seligkeit und seines vaters gnad. 6. Ei mun! so heil'ge mich, Der ich bin ganz beflecket, Der heil'ge Jesusnam', Der alle Mel. Auf! stimme meine seele. bedecket, Er fehre ab den fluch, Den ſegen zu mir wend', Sei meine stärk, dadurch Sich meine schwachheit end'. 7. Er sei mein licht, das mich In finsterniß erleuchte; Er sei mein himmelsthau, Der mich in hitz' anfeuchte; Er sei meinschirm und schild, Mein schatten, schloß und hut, Mein reichthum, ehr' und ruhm, Er sei mein höchstes gut. Daß ich in meinem thun Treu und aufrichtig handle. Er stärke meinen muth Mit seines geistes gab', Wenn ich in meinem amt Was zu verrichten hab'. 8. Er sei mein himmelsweg, Die wahrheit und das leben, Und wolle mir zuletzt Auch diefes gnädig geben, Daß ich als dann in ihm Dies leben schließe wohl, Wenn meine sterbenszeit Und stunde kommen soll. 9. Indessen helf' er mir, So lang' ich hier noch wandle, In n dir will ich auch sterben; 11. Dir leb' ich und in dir, dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; In dir will ich ererben Das ew'ge himmelreich, Denn du erwarbst es mir. Von dir verklärt, will ich Dir dienen für und für. ( 63) Lein heiland, deine 258. Mene Geht über alle himmel weit; Wer ist, der von ewigkeit; Du bist der erstsie ermesse? Du warst bei Gott gebor'ne Vor aller freatur, Ramst zwar für uns verlor'ne In menschlicher natur; Doch in der menschheit orden Trat'st du erst in der zeit, Eh' noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräft'ges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister, Auch uns schuf deine hand, Sowie das heer der geister, Das früher dich erkannt, Ein erbe über alles: Das Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 185 ist dein ew'ger ruhm; Drum schuld'ge ehre rauben, Theil' jammert dich des falles von ihnen gnade mit, Dich gläubig beinem eigenthum. zu erkennen. Laß nichts, die 3. Du trägest alle dinge dich erkannt, Von deiner liebe Durch deiner allmacht starkes trennen. Dein ruhm füll' jedes wort, Das große und geringe land. Geht blos durch deinen willen fort. Sohn Gottes, du regieMel. Herr Gott, nun sei 2c. du reft. Den ganzen Freis der welt. 259. Herr Chrift, bu eine Weil du führest, geborner, Gezeugt schicht, was dir gefällt; Bei von ewigkeit, Des vaters ausdir steht tod und leben, Drum wird einst jede gruft Die todten wiedergeben, Wenn deine stimme ruft. erfor'ner Zum mittler vor der zeit! Mit ihm von einem wesen Bleibst du, wie du gewesen, Der glanz der herrlichkeit. 2. Für uns bist du geboren, Ein wahrer menschensohn; Du kamst, da wir verloren, Zu dulden spott und hohn; Du haft dein eigen leben Freiwillig hingegeben Zu unsrer seligkeit. 4. Dir soll man ehr' erzeigen, Wie sie dem vater widerfährt, Dir soll sich alles beugen, Denn göttlich groß ist, Herr, dein werth. Du bist das heil der erden; Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenheit Und machst ihn einst zum erben Volltomm'ner seligkeit. 3. Gieb stets in reicherm maße Erkenntniß deines heils, Gieb, daß kein christ verlasse Die wahl des besten theils. Du wollest uns erwecken, Damit wir alle schmecken, Wie freundlich du uns bist. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jetzt, o Herr, in al4. Du schöpfer aller dinge, ler welt, Dich preist der from Des vaters starte traft! Sch men same, Der gläubig dir zu bitte dich, vollbringe, Was du füßen fällt; Dich preisen sera- in mir geschafft, Laß meine phimen, Erhab'ner menschen- sinne werden Vom eiteln dieser john! Mit freuden dir zu erden Durch deine gnade frei. dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch, Herr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, dir noch 5. Laß durch des geistes gaben Uns geistlich auferstehn, An dir stets freude haben, Mit dir zum himmel gehn. Nichts soll uns von dir scheiden, Wir wollen dein im leiden, Dein todt und lebend sein.( 25) Die beinem wort nicht glauben 260. Dver wahre chrift, Mel. Christum wir sollen loben sohn, schon. aß Und dir, der für sie litt, Die 186 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. Mein bruder und erlöser ist, gnädig an, Mach' mir zu deiDas fasset die vernunft zwar nem vater bahn. Du liebest nicht; Doch gläub' ich's, weil ja dein fleisch und bein, Ach laß die schrift so spricht. mich ganz dein eigen sein! 2. Maria hat durch Gottes macht Des leibes frucht herMel. Schmücke dich, o liebe seele! deine menvorgebracht, Die jungfrauſchaft 261. Heiland beate das schenliebe Wardie quelle jener triebe, Die dein treues herz regieret Und dich selbst dahin geführet, Daß du, unserm heil zu dienen, Bist in knechtsgestalt erschienen: wer faßt die starken triebe Deiner treuen menschenliebe! , 2. Ueber seine feinde weinen, Jedermann mit hülf' erscheinen, Sich der blinden, lahmen, armen Mehr als väterlich erbarmen, 5. Hat auch nicht der Im- Der betrübten flagen hören, manuel, Gleich andern menschen, Sich in andrer dienst verzehleib und seel', Verstand und ren: Das heißt liebesproben willen, fleisch und bein? Wie geben! Und so war dein ganfollt' er nicht mein bruder sein? 6. Ist gleich von sünden keine spur In seiner menschlichen natur, Konnt' er doch mensch, wie andre, sein; War Adam doch von anfang rein. 7. Die schwachheit, die uns hier umgiebt, hat ihm zu tragen auch beliebt; Durst, hunger, trauern, müdigkeit Ertrug er mit gelassenheit. 8. Sein förper schwigte blut'gen schweiß, Er gab ihn allen martern preis, Und nach vollbrachtem lebenslauf Gab er den geist im sterben auf. 9. Ich freue mich, o Gottes sohn! Du bist als mensch auf Gottes thron, Zur rechten seiner majestät, Mit ehr' und herrlichkeit erhöht. 10. Mein bruder, sieh' mich licht der welt gesetzt. 3. Die schrift legt uns auch sonnentlar Sein ganz geschlechtsregister dar, Sie lehrt, wie er von Abraham Den längst verheiß'nen ursprung nahm. 4. Er heißt ein mensch und menschenkind, Wie andre menschenkinder sind, Des weibes same, Davids sohn, Der erbe von desselben thron. zes leben. 3. D du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händen Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich franke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das gebet'ne mitzutheilen! 4. Die betrübten zu erquicken, Sie dem fummer zu entrücken, Die unwissenden zu lehren, Die verkehrten zu befehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Langmuthsvoll zu dir zu locken: Das war täglich dein geschäfte, Selbst mit aufwand deiner träfte. 5. Aller welten Herr und könig, Sohn des höchsten, o wie wenig Hast du je nach ruhm Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 187 getrachtet Und auf menschenlob| Wohnt in ihm die fülle Aller geachtet! Alles thatst du, um göttlichen gewalt; Doch sein den willen Deines vaters zu freier wille Neußerte sich wunerfüllen, Alles littst du was derbar Des gebrauchs der rechte, Gott wollte, Das die schuld Und er nahm an sich sogar Die versöhnen sollte. gestalt der fnechte. 6. Deine huld hat dich ge trieben, Sanftmuth und geduld zu üben, Ohne schelten, drohn und klagen Andrer schmach und last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. 3. Den die mutter erst empfing, Und der, wie die finder, Mensch ward und auf erden ging, Der für uns, uns fünder, Litte, starb und endlich todt In dem grabe ruhte, Der erwarb als mensch und Gott Uns mit seinem blute. 4. Er enthielt sich seiner 7. O wie hoch stieg dein macht Und der größten freuden, erbarmen! Herr, du littest für Der allgegenwart und pracht, mich armen Angst und uner- Schmach für uns zu leiden; hörte schmerzen Willig mit ge- Er war Gott, in ihm war auch laff'nem herzen, Ließest dich von Aller gottheit stärfe, Aber nur sündern höhnen Und zum schimpf nicht ihr gebrauch Bei jedwedem mit dornen krönen, Warst be- werfe. reit, am freuz zu sterben, Uns das leben zu erwerben. 8. Laß mich, Herr, zu reichem segen Deinen wandel oft erwägen; Deine huld sei meinem herzen Trostreich bei gewissensschmerzen. Heilige auch meine triebe Zurechtschaff'ner menschenliebe; Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 5. Dies ist die entäußerung, Die bis dahin währte, Da nach der erniedrigung Ihn sein Gott verklärte, Zu gebrauchen alle macht mit dem neuen leben, Sammt der gottheit höchsten pracht, Die ihm längſt gegeben. ( 113) 6. Und das that das höchste gut Nur um unsert willen, Durch sein leiden, tod und blut Gottes zorn zu stillen. Gottes eingebor'ner sohn Muß die schuld bezahlen; Licht und glanz von Mel. Sorge, vater, sorge du. 262.Christus, der uns ſeinem thron Soll auf uns nun selig macht, Ward ein mensch geboren. Christus 7. Ach mein Jesu! der du hat uns wiederbracht, Was wir dich So entäußern wolltest, Als längst verloren. Er erniedrigte du, treuer heiland, mich Selig sich tief, Menschen zu erheben; Als er laut am freuze rief, Starb für uns das leben. machen solltest, Laß mich sein wie du gesinnt! Ich will niedrig leben; Nach der zeit wirst du dein find Auch zu dir erheben. 2. In der leiblichen gestalt 188 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 8. Du warst arm, ich werde| Wenn sie dich am kreuz erblicket, reich; Du warst gleich den Und sie freuet herzlich sich, frechten. Knechte werden Jesu Daß dein sterben sie begleich, Sünder dem gerechten: glücket, Daß, vom elend ganz So kann deine seelennoth See- befreit, Du mir schenkst die lenruhe geben. Herr, dein leiden seligkeit. und dein tod Bringt mir freud' und leben. 6. Da du nun dein werk vollbracht Und zum himmel aufgehoben, Herrscht du, fönig, groß von macht, Zu des vaters rechten droben, Und als richter kommst du einst, Wenn du herrlich uns erscheinſt. 7. Laß mich deinen ruhm erhöhn, Und im glauben der erlösten, Herr, auf deinem pfade gehn, Deiner leiden mich getrösten, Dir mein ganzes leben weihn, Und dir stets gehorsam sein. 9. Auf, mein geist, erhebe dich! Jesus ist erhaben, Der empfing, erhöht, für mich Alle guten gaben. Dahin, wo er mich vertritt, Wird er mich erheben. Nun so duld' und sterb' ich mit, Dort mit ihm zu leben.( 157) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 263. D er du bist von ewigkeit, Gott, mein Gott, von Gott erzeuget, Der du zur bestimmten zeit Dich der welt als mensch gezeiget Und, nachdem du uns versöhnt, Bist von Gott mit preisgekrönt. 264. wahrer Gott von himmel thron Auf mich, der ich dich bekenne; Du bist wahrlich Gottes sohn, Den ich meinen Heiland nenne, König, groß von majestät, Hoherpriester und prophet. und menschensohn, Herr Jesu, du mein gnadenthron, Den ich in demuth preise! Du opfertest dich selbst für mich, Und wirst ein priester ewiglich Nach Melchisedecks weise. Was Aaron vorgebildet hat, Das 3. Ehe du, an's freuz erhöht, leistet Jesus in der that; Der Für die welt den tod geschmecket, thiere blut, das man vergoß, Hast du, göttlicher prophet, Ging auf das blut, das nun Uns den weg zum heil ent- da floß. Herr Jesu Christ! decket; Gottes wort machst du dein mittleramt Erlöset, was bekannt Dem, zu welchem du von Adam stammt. gesandt. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, D Herr! 2. Am holze wurdest du ein 4. Du gingst in Gethsemane, fluch, Und Gott der süßeste Hier empfandst du Gottes ruthe; geruch, Mit deines opfers gabe. Du gingst in das heilige, Herr, Du warest unbefleckt und rein, mit deinem eignen blute, Nahmst Rein mußte auch das opfer hinweg der fünden noth, Sieg- sein, Daher ich frieden habe. teft über höll' und tod. Du hast dich für uns dargestellt Als die versöhnung aller 5. Meine seele weint um dich, Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 189 welt, Und dein altar, du Got- Bringt in demuth preis und tes lamm, War deines freuzes ehr'. schwerer stamm. Herr Jesu 2. Dein geschäft auf dieser Christ! dein mittleramt Macht, erden Und dein opfer ist volldaß uns Gott nun nicht ver- bracht. Du, Herr, mußtest dammt. mittler werden, Wie des höch3. Als du auf erden dies vollsten rath bedacht. Da du bist bracht, Erschienest du mit für uns gestorben, Ist uns großer pracht Auf deines vaters gnad' und heil erworben, Und throne, Wo du durch dein ver- es läßt dein auferstehn Uns dienst vertrittst, Wo du für uns den off'nen himmel sehn. nachdrücklich bitt'st, Daß Gott doch unsrer schone. Ob jemand hier gesündigt hat, Sprichst du vor Gott an seiner statt; Dein geist versichert uns dabei, Daß dein gebet erhöret sei. Herr Jesu Christ! dein mittleramt Versöhnt mit Gott uns alle sammt. 3. Nun ist dieses dein geschäfte Droben in dem heiligthum, Die erworb'nen segensträfte Durch dein evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum thron der gnade eilen: Nun wird uns durch deine hand Heil und segen zugewandt. 4. Deiner christen neue na4. Laß uns auch deine prie- und du denkst an deinen men Trägest du auf deiner brust, ster sein, Laß deinen geist uns samen mit erhab'ner, heil'ger dazu weihn, Zerknirsche du uns lust; Du vertrittst, die an dich alle, Daß der in angst zerschlag'ne glauben, Daß sie dir vereinigt geist, Der ein dir liebes bleiben, Bittest auch in Gottes opfer heißt, Ja, dir, Gott, wohlhaus Ihnen eine wohnung aus. gefalle. Ich opfre dir so herz 5. Auch vergisfest du der als mund, Und halte des ge- armen, Die der welt noch dienen, wissens bund; Gehorsam, flehn nicht, Weil dein herz dir aus und dankbarkeit Will ich dir erbarmen, Ueber ihr verderben opfern jederzeit. Herr Jesu bricht; Daß dein vater ihrer Christ! dein mittleramt Hat mich schone, Daß er nicht nach werhiezu schon angeflammt. fen lohne, Daß er änd're ihren sinn, Ach da zielt dein bitten hin. Mel. Jesu, der du meine seele. 6. Zwar in deines fleisches 265.G roßer mittler, der tagen, Da die fünden aller zur rechten Sei- welt Dir auf deinen schultern nes großen vaters sigt, Und lagen, Hast du dich vor Gott die schaar von seinen fnechten gestellt, Bald mit seufzen, bald In dem reich der gnaden schützt, mit weinen, Für die fünder zu Den auf dem erhab'nen throne, erscheinen; O mit wie viel der königlichen krone, Auch niedrigkeit Batest du zu jener na himmels großes heer zeit! 190 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 7. Aber jetzo ist dein flehen tes rath Selbst auf der erde Boller ehr und herrlichkeit, lehrtest, Auch durch so manche Denn in jenen himmelshöhen wunderthat Die irrenden beHerrschest du in ewigkeit. Du fehrtest. Du zeigtest, wie man fannst, was uns will verkla- gläuben soll, Du warest kraft gen, Majestätisch niederschlagen; und geistes voll, Mit freudenöl Denn es macht dein redend gesalbet. blut Unsre böse sache gut. 4. Du suchtest, o Immanuel! 8. Die verdienste deiner lei- Erst die verlor'nen schafe Von den Stellst du deinem vater dem geschlechte Israel Durch dar, Und vertrittst nunmehr deine lehr' und strafe; Zu diemit freuden Deine theu'r er- sem amte weihte dich Des valöfte schaar, Bittest, daß er ters stimme feierlich: ,, Dies ist fraft und leben Wolle deinen mein sohn, den höret!" freunden geben, und die alle zu dir ziehn, Die noch deine freundschaft fliehn. 5. Wer elend und zerbrochen war, Gebunden und gefangen, Dem botest du erlösung dar, Der konnt' in dir erlangen Erquickung, heilung, linderung, Befreiung und erledigung, Ein gnädig's jahr und freude. 6. Mit deinem evangelio, Das gnad' und wahrheit brachte, Macht'st du die matten herzen froh, Die Moses traurig machte. Doch hast du überhaupt gelehrt, Mel. Aus tiefer noth schrei' ich Was Gott in seinem wort be gehrt, Die buße und den zu dir. 266.Groß bist du, Seju, glauben. als prophet Von 7. Du zeigtest deine herrlichworten und von thaten. Dein feit Durch große wunderwerke; thron war voller majestät; Je- So mancher franke ward erdoch, der welt zu rathen, Hast freut Durch deines armes stärke; du dich selber dieser welt Als Wer lahm war, sprachlos, einen lehrer dargestellt, Bei blind und taub, Des satans deinem mittleramte. und des todes raub, Fand plötzlich heil und leben. 9. Großer mittler, sei gepriesen, Daß du in dem heiligthum So viel treu' an uns bewiesen; Dir sei ehre, dank und ruhm! Laß uns dein verdienst vertreten, Wenn wir zu dem vater beten; Hilf uns, Herr, durch deinen tod, Auch in unsrer legten noth. ( 113) 2. Wie die propheten allesammt Von dir das zeugniß gaben, So zeiget dein prophetenamt, Daß wir an dir mun haben, Was uns auch noch verfündigt wird. Du heißt ein lehrer, meister, hirt Und bischof unsrer seelen. 3. Dies warst du, da du Got8. Du setztest dieses Lehramt fort In dem erhöhungsstande Durch deiner boten reines wort, Die du in alle lande Nach deiner himmelfahrt gesandt. Du wurdest überall befannt Als heil und licht der heiden. Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 191 3. In des gnadenreiches grenzen Sieht man deine macht auch glänzen, Da so viele tausend seelen Dich zu ihrem Herrn erwählen, Die durch's scepter deines mundes, Nach dem recht des gnadenbundes, Sich von dir regieren lassen, Und, wie du, das unrecht hassen. 4. In dem reiche deiner ehren Pflegst du stets dein lob zu hören Von dem menschlichen geschlechte, Von der menge deiner knechte, Die dort ohne furcht und grauen Dein verflärtes antlik schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir ehr' und dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen reichen Ist kein fürst dir zu vergleichen, An dem überfluß der schätze, An der ordnung der gesetze, An vortrefflichkeit der gaben, Welche deine bürger haben, An beschüßung deiner Mel. Schmücke dich, o liebe seele. freunde, Und an siegen über 267. Dönig, dem kein kö- feinde. nig gleichet, Dessen 6. Herrsche auch in meinem ruhm kein lob erreichet, Dem herzen Ueber zorn, furcht, lust als Gott das reich gebühret, und schmerzen. Laß mich deiDer als mensch das scepter nen schuß genießen, Deine gnade führet, Dem das recht gehört auf mich fließen, Dich stets zum throne, Als des vaters fürchten, ehren, lieben, Und eig'nem sohne, Den so viel voll- mich im gehorsam üben, Hier kommenheiten Krönen, zieren mit leiden, kämpfen, streiten, und begleiten. Und dort herrschen dir zur seiten. ( 113) 9. Du bist noch jetzo der prophet, Der uns propheten jendet. Gottlob! der feste grund besteht, Bis zeit und welt sich endet. Der treuen lehrer reiner mund Macht uns dich, großer lehrer, fund, Der Gottes weg recht lehret. 10. Ja, Jesu, du bist in der that Das heil, das kommen sollte, Und den uns Gott nach seinem rath Zum segen schenken wollte, Der mittler und der feelenhirt, Von dem mein geist geweidet wird mit süßen lebensworten. 11. So leite denn und führe mich Auf einer grünen weide; Dein wort sei immer kräftiglich Des herzens trost und freude, Und wenn die welt einmal vergeht, Ach, so erfülle, mein prophet, Was du hier prophezeihest. 2. Himmel, wasser, luft und erde, Nebst der unzählbaren heerde Der geschöpfe in den feldern, In den seen, in den Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. wäldern, Sind, Herr über tod 268.oblingt, ihr öfter zum gegeben; Thiere, menschen, geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig dräuen. Bringt ehr' und ruhm ihm her! Fallt nieder, knie't vor seinem thron, Denn er ist's würdig, er!:,: 192 Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 2. Den aller engel Lobgesang, Noch eh' ihr war't, erhob, Dem Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. jauchze, menſchen, euer dank 269. Heiluns! aus unsere Ein sündennoth Ist jubelvolles 3. Ihn soll der fünder preisen, rettung uns erworben; Der soll Frohlocken seiner macht! Herr will nicht des sünders tod. Die stimme Jesu Christi scholl Was Adams fall verdorben, Vom freuz: ,, es ist vollbracht!":: Hat er aus gnaden uns ersetzt. 4. Des tempels vorhang Wie werth sind wir vor ihm reißt entzwei, Und selbst die geschätzt! Wie groß ist sein ererde bebt; Der fels stürzt ein barmen! auf dies geschrei, Der todte hört's und lebt.:: 2. Selbst seinen eingebor'nen sohn Sandt' er zu uns auf 5. Die stimme schallet durch erden, Von dem verdienten fündie welt Zu jeder nation, Und denlohn Ein retter uns zu jeder gößentempel fällt Und jeder götterthron.:;: werden. Er kam, und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel mun? Hier ist dein überwinder; Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der fünder, Wo ist nun, sünde, deine fraft? Hier ist er, der uns fräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen, Getrost und froh in Gott zu sein, Wenn wir uns nur dem heiland weihn, Den Gott für uns verordnet. 6. Die stimme Jesu geht mit macht, Der fünder hört und bebt; Er hört, es sei sein heil vollbracht, Er hört's, er glaubt, er lebt.:,: 7. Die stimme Jesu ladet euch, Ihr, die ihr elend seid, Zu sich in seiner wahrheit reich, Belehrt euch und erfreut.:;: 8. Auf ihr gewaltiges gebot Giebt, wenn er fommt, das meer, Das grab, der abgrund und der tod Die todten Gottes her.:: 9. Sie donnert dann, ihr fünder, euch Tief in den pfuhl hinab, Euch, fromme, ruft sie in sein reich, Das ihm der vater gab.:.. 10. Ihm sei ein ewig lob geweiht: Erlöste, freuet euch! Von ewigkeit zu ewigkeit Währt eures fönigs reich.:,: 11. Ein voller strom der wonne fließt Von seinem throne her. Lobsingt dem könig! würdig ist Des lobes er, der Herr!:: 5. Was er zum leben uns verschafft, Das ist in seinen händen: Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvertrau'n, Und niemals sein Von Christo, dem Erlöser der Menschen. 193 uns schämen, Auf seine mittler- Erhebt, besinget seinen ruhm, hülfe bau'n, Und sein joch auf Die größe seiner liebe. uns nehmen: Das ist der weg 4. Der Herr hatt' uns den zum ew'gen wohl, Der weg, tod gedroht, Doch wollt' er auf dem man friedevoll Auch auch vergeben; Gefallen hat er schon auf erden wandelt. nicht am tod, Er hat nur lust am leben. Erschrecklich ist der zorn des Herrn, Doch glaubet nur, er rettet gern, Und seine gnad' ist ewig. 5. Die ihr noch nicht geheiligt seid, Noch lieget im verderben, Entflieht der ungerechtigkeit! Ach, warum wollt ihr sterben? Es kommt die stunde des gerichts; Sagt nicht mit trotz: wir fürchten nichts, Den tod nicht, nicht die hölle." 7. Herr, laß uns diese seligfeit Doch über alles schäßen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersehen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, Gott, unser vater. 8. lent' auf dies erhab'ne glück Der seele stärkste triebe; Zieh' mächtig unser herz zurück Von schnöder fündenliebe. An dem uns theu'r erworb'nen heil Laß uns in wahrem glauben theil Stets suchen und behalten. ( 32) 6. Wenn euer eitles glück entflieht, Ach, was ist dieses leben? Wenn Gottes zorn nicht mehr verzieht, Wie werdet ihr erbeben! Daß ihr es noch nicht fühlt und wißt, Wie furchtbar Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 270. Ich preiſe dich und er den fündern iſt, Das danket finge dir, föhner aller fünder! Du, mein erbarmer, halfft auch mir, Du todesüberwinder, Schon jauchzte dein und unser feind, Gott sei nicht mehr des menschen freund, Weil Adam abgefallen. 7. Gott ist bereit, euch zu verzeihn, Doch nur allein auf erden; Warum wollt ihr verworfen sein, Und fönnt errettet werden? Ach fleht zu ihm, eh' sein gericht Herbei kommt, eh' sein angesicht Sich ewig von euch kehret. 2. Wir waren unsers ruhms beraubt, Verwundet und voll beulen, Ach, frank vom fuße 8. Ich preise, Gott und vabis auf's haupt, Und niemand ter, dich Und deines sohnes fonnt' uns heilen; Du kamst liebe! Die macht derselben rühund machtest uns gesund. Dir, dir frohlocke herz und mund! Dir jauchze der erlöste. ret mich, Erwecket heil'ge triebe. Nimm dich nur meiner schwachheit an, Damit ich nie von 3. Du hast uns, Herr, ge- meiner bahn Zur sünde mich waltiglich Der hölle finster- verirre. nissen, Hast meinem untergange 9. Ist gleich der kurzen prümich, Allmächtiger, entrissen. fung zeit Voll mühe, voll beIhr heiligen, sein eigenthum, schwerden; Wie kurz ist meines 13 194 Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes zc. glaubens streit; Soll ich nicht habe, Dann geh' ich, Gott, selig werden? Es wartet mein durch deine macht, Verklärt ein himmlisch haus; Du ziehst aus meinem grabe, Dann mein irdisch kleid mir aus Und rühm' ich in der ewigkeit, gürtest mich mit freuden. Zur unvergänglichkeit erneut, 10. Einst, wenn des todes Dich, vater, dich, versöhner. stille nacht Ich ausgeschlummert 9. Von dem allgemeinen Gnadenwillen Gottes in Christo Jesu. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. ewig sterben, Gab Gott dies theure lösegeld, Die freiheit zu 271. Ao hat Gott die welt geliebt, Das merke, wer es höret; Die welt, die Gott so hoch betrübt, Hat Gott so hoch geehret, Daß er von seinem höchsten thron Selbst seinen eingebor'nen sohn, Sein find, sein herz und leben Für fie dahin gegeben. erwerben. Du weißt, daß, da dich Gottes rath Zum ew'gen heil ersehen hat, Du ihn gering geschäßzet Und seinen bund verleget. 5. Dies war die quelle aller noth Und aller unglücksfälle, Dies brachte dir sogar den tod, Und stürzte dich zur hölle. 2. Ach, wie wird doch ein Nun ist für dich kein andrer einzig find Geachtet auf der rath, Als der, den Gott geerden! Wer läßt das wol geben hat: Wer dem folgt, für fremde sünd' Ein blutig wird von sünden Umsonst eropfer werden? Wer giebt in rettung finden. treuem vaterfinn Nicht vielmehr gerne alles hin, Daß er es mög' erretten Aus todes angst und nöthen. 6. Gott hat uns seinen sohn verehrt, Daß aller menschen wesen, Das mit dem ew'gen fluch beschwert, Durch diesen 3. Gott aber giebt von sei soll genesen. Wer die vernem thron Aus treuem, mil- dammniß hat verdient, Der dem Herzen Ihn, seinen ein- soll durch den, der Gott vergebor'nen sohn, Für uns in fühnt, Erlösung, trost und tausend schmerzen; Er giebet gaben Des ew'gen lebens haihn in schmach und pein, Sa ben. in den kreuzestod hinein, In unerhörte leiden, Beraubet aller freuden! 4. Warum doch das? daß du, o welt! Nicht möchtest 7. Ach, mein Gott, meines lebens grund, Was kann ich wieder geben? Mit was für worten mag mein mund Dein treues herz erheben? Was ist Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes 2c. 195 dir doch zuvor geschehn, Was| gestellet war, Und der ihr helhast du an der welt gesehn? fen sollte, Durchaus nicht haHat die dich nicht verhöhnet, ben wollte. Die du so hoch gekrönet? 13. Laß immerhin der sün8. Warum muß nicht nach der schaar Entfernt von Jesu strengem recht Für seine schwe- leben; Ich habe ihm mich imren sünden Das ganze mensch- merdar Zum eigenthum ergeliche geschlecht Fluch, tod und ben. Hab' ich nur ihn, so hab' hölle finden? Du fandest an ich g'nug; Er ist's, der meine der welt noch lust, Da dir es sünde trug; Sein' angst ist doch recht wohl bewußt, Daß meine freude, Sein sterben sie für dein verschonen Dir meine weide. schändlich würde lohnen. 9. Du sahest ja von ewigfeit, Was ich mit weinen sehe, Wie weit der frevel in der zeit Bei den erlösten gehe. Die meisten sind ja wider dich; Die meisten fünder weigern sich, Im glauben zu ererben, Was Christus mußt' erwerben. 14. Ich freue mich, so oft und viel Ich seines heils ge denke; Er ist mein lied und saitenspiel, Wenn ich mich heimlich fränke, Wenn meine fünd' und missethat Mir größer scheint als Gottes gnad', Und wenn mir meinen glauben Mein eigen herz will rauben. 10. Du, frommer vater, 15. Ei! denk' ich, war mein meinst es gut mit allen men- Gott mir hold, Da wir noch schenkindern; Du ordnest dei- feinde waren, So läßt er mich nes sohnes blut, Und reichst es der fünden sold Nicht, wie ge allen sündern, Willst, daß sie dräu't, erfahren; Ich weiß, ich mit der glaubenshand Das, bin mit Gott versühnt, Da alle was du ihnen zugewandt, Sich straf', die ich verdient, Sein völlig zu erquicken, Fest an die sohn, der nichts verschuldet, herzen drücken. An meiner statt erduldet. 11. Sieh' aber, ist nicht immerfort Die welt dir sehr zuwider? Du bauest hier, du bauest dort, Sie aber reißet nieder; Darum erlangt sie auch fein heil, Sie bleibt im tod und hat kein theil Am reiche, da die frommen, Die dir gefolgt, hinkommen. 16. Fehlt's hie und da, sei unverzagt, Laß sorg' und kummer schwinden! Der mir das größte nicht versagt, Wird rath zum kleinsten finden. Gott gab für mich den sohn dahin, Durch den ich frei von sünden bin; Wie sollt' er, will ich denken, Mit ihm nicht alles schenken? 12. An dir, o Gott, ist nicht 17. Dies gläube ich und die schuld, Du willst nicht, daß sterbe d'rauf, Ich bin in Gottes wir sterben; Die welt verachtet händen; Drum wird mein gandeine huld Und stürzt sich in's zer lebenslauf Sich schon mit verderben, Weil sie den sohn, freuden enden. Hier hab' ich der ihr so klar Im worte vor- Gott und Gottes sohn, Und 13* 196 Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes 2c. dort bei Gottes stuhl und thron, es nicht, In die liebe sich zu Da wird er mir das leben finden; Wenn mein Jesus also Und ew'ge freude geben.( 51) spricht, Wessen sinn kann das ergründen? Paulus ruft mir gleichsam zu: Was für tiefen findest du?" n Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. ch wer giebt mir 272. Ashworte her, Got tes liebe recht zu preisen? Dieses unerschöpfte meer Will mir einen abgrund weisen, Den ich nicht erforschen kann; Ich seh' ihn erstaunend an. 2. Also spricht des lehrers mund, Der uns heilserkennt8. Nun, mein Gott, ich bin zu schwach, Daß ich deine huld ergründe. Wenn ich mich gleich tausendfach, Dich zu lieben, fest verbünde, Würde es doch viel zu klein Gegen deine liebe sein. 9. Ich bin auch in dieser niß giebet, Und macht uns die welt; Dein sohn ist auch mir wahrheit kund, Daß Gott über alles liebet, Und daß seine liebestreu' Groß und unerforschlich sei. gegeben; Wenn ihn nur mein glaube hält, So ist er mein heil und leben; Ich bin sein und er ist mein, Wie kann ich verloren sein? 10. Hat der glaube solchen werth, Ach, so gieb mir wahren glauben, Der nur deinen sohn verehrt; Laß ihn mir ja niemand rauben. Glaubet man an Christum nicht, So ist hier schon das gericht. 11. Soll es wahrer glaube sein, So muß er das licht nicht haffen: Drum will ich des lichts mich freu'n, Und die finsterniß verlassen. Alles sei in Gott gethan, Was ich thun und 3. Also hat er schon geliebt, Che er den weltgrund legte, Sich um unsern fall betrübt, Eh' sich unser herz bewegte: So liebt er noch in der zeit, So liebt er in ewigkeit. 4. Doch, was wunder, wenn Gott liebt: Er ist selber ja die liebe! Wie es nun sein wesen giebt, So find alle seine triebe. Nimm, mein herz, die wahrheit an, Daß sich Gott nicht ändern kann. 5. Aber wunder g'nug dabei, Denn er hat die welt geliebet, wirfen kann. Die ihn, leider! ohne scheu 12. Nun ich hab' ein wort Auf so manche art betrübet. gehört: Also hat mich Gott Sst wol seine feindin werth, Daß er ihre gunst begehrt? geliebet, Und mir seinen sohn verehrt, Der mir heil und himmel giebet; Und ich gläub' an sohn, Den geliebien eingebor'nen, ihn allein, Also muß ich selig Sendet er vom himmelsthron sein. 6. Und was hör' ich? seinen ( 134) Zur erlösung der verlor'nen, Und macht diesen festen schluß, Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. Daß er für sie sterben muß. 273. Gott, deß ſcepter, 7. vermag stuhl und Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes 2c. 197 Reichet über alle welt, Der du soll haben Brods genug für deinem liebsten sohne Eine hoch- seine seel'. O wie selig ist der zeit haft bestellt, Ewig lob sei ort, Da wir nach des höchsten dir gebracht, Daß du auch an wort Seiner größten gnadengamich gedacht, Und daß du auch ben Reichlich zu genießen haben! mich in gnaden Haft zu diesem mahl geladen. 2. Herr, wer bin ich? und hingegen Wer bist du in deiner pracht, Der du mich von sündenwegen Zu dem freudenmahl gebracht? Ich in tiefer niedrigfeit, Du der Herr der herrlichfeit; Ich vergehe mit den zeiten, Du durchlebest ewigkeiten. 3. Ich grundbös' und ganz verdorben, Du die höchste heiligkeit; Ich verfinstert und erstorben, Du des Lebens licht und freud'; Ich ein armes menschenkind, Geistlich todt und voller sünd', Du das wesen aller wesen, Ganz vollkommen außerlesen; 7. D du großer Herr und fönig, Der du rufft: ,, kommt, kommt herbei!" Ach mein Gott, ich bin zu wenig Aller deiner lieb' und treu'! Ja, ich kann dir nimmermehr Dank bezeugen also sehr, Wie ich schuldig bin und sollte, Und wie ich wol gerne wollte; 8. Ich kann nur in schwach heit lallen, Doch du hörst mich gnädig an, Und läßt dir schon wohlgefallen, Was mein glaube bringen kann. Ach eröffne meinen mund, Daß ich recht aus herzensgrund Und mit hocherfreuter seele Deine vaterhuld erzähle. 9. Segne mich mit deinen 4. Und doch läsfest du mich gaben Und zerbrich des feindes laden Zu dem großen hochzeit macht, Der dich, Jesu, nicht mahl. der unverdienten gna- will haben, Und dein theures den! Ich soll in des himmels mahl veracht't; Laß die lebensfaal Mit dem lieben Gottes- quelle mir Fließen immer fort lamm, Meinem Herrn und bräu- aus dir; Laß mich deines hautigam, Engeln gleich an him- ses gaben, Bis ich selig werde, melsschätzen Ewig, ewig mich laben. ergößen. 10. Zieh' du mich, dein mahl 5. Felder, wälder, bäum' und zu schmecken, Aus der finstern büsche, Hügel, gründe, berg' sündengruft; Deine stimme laß und thal, Vögel, thiere, vieh mich wecken, Die so treu und und fische, Ihr geschöpfe ohne lieblich ruft: ,, Komm, o mensch, zahl, Himmel, erde, land und ach komm zu mir, Siehe Gotmeer, Rühmet, singet, jauchzet tes ströme hier, Komm zum sehr! Gott läßt zu dem mahl brod, davon zu zehren, Und den der gnaden Die gefall'ne welt geist damit zu nähren!" einladen. 6. Wer nun dürftet, soll sich laben Mit der süßen himmels11. Mein Herr Jeſu, dies sind worte, Die mir durch die seele gehn; Sollte mir nun nicht quell'; Wen nun hungert, der die pforte Zu der gnade offen 198 Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes 2c. ftehn? O wie wallt dein herz| denkt, Das sich durch die reinin dir! O wie dürftet dich nach sten triebe Des erbarmers zu mir! Nun, ich komme mit ver- uns lenkt. Gott hat einen valangen, Dich recht gläubig zu terfinn, Unser jammer jammert umfangen. ihn, Unser unglück macht ihm schmerzen, Unser tod geht ihm zu Herzen. 12. Sprichst du: ,, kommt, die ihr beladen," Mein erbar mer! ich bin hie; Heilst du den 4. Ruft er nicht:„ so wahr gewissensschaden, Schau', ich ich lebe, Will ich keines menbeuge meine fnie. Nimm dich schen tod, Nur, daß er sich meiner seele an, Die mur reuig ächzen kann; Schenk' mir dei ner gaben fülle, Daß sich mein verlangen stille. mir ergebe, Voll empfindung seiner noth?" Gottes freud' ist, wenn er hört, Daß ein fünder wiederkehrt; Er will nicht, daß seiner heerde Auch nur eins entzogen werde. 13. Nun, du giebst, o menschenhüter, Dein verdienst zu unserm heil. Ach wie süß sind deine güter! Du bist meiner feele theil. Jesus, ach mein glaube schmeckt, Was dem herzen trost erweckt; Kann mich so der vorschmack laben, Dort werd' ich's weit besser haben. Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. eg, mein herz, mit den gedanken, 5. Kein hirt fann so fleißig gehen Nach dem schaf, das sich verläuft. Solltest du sein herz nur sehen, Wie sich lieb' und sorgfalt häuft, Und wie herzlich er sich sehnt, Jeden, der von ihm sich trennt, mit sich wieder zu vereinen, Würdest du vor freuden weinen. 6. Gott liebt nicht allein die frommen, Nein, auch die, die Als ob du verstoßen sei'st; Seße ihm der feind Mit gewalt und deinem fummer schranken, Wie list genommen, Weil er's treu des höchsten wort dich heißt. mit allen meint, Und sein väBist du bös' und ungerecht Und terlich bemühn Suchet sie zuein ungetreuer fnecht, Hast du rück zu ziehn; Ja, sein locken, zorn und tod verdienet; Sinke sorgen, wachen Will die fünder nicht, Gott ist verfühnet. ſelig machen. 2. Du bist, wie die menschen alle, Durch das sündengift verderbt, Das von Adam, nach dem falle, Dir, wie allen, angeerbt; Aber, wenn du dich befehrst, Gott durch wahre buße ehrst, So wird er dein reuig flehen Und dein bitten nicht verschmähen. 3. Er hat stets ein herz voll liebe, Das uns nie zu schaden 7. Ja, es brennt in liebesflammen Sein verlangen allezeit, Ruft und locket uns zusammen In den schooß der christenheit. Wer da seine stimme hört, Redlich sich zu ihm betehrt, Soll vergebung aller fünden Durch den tod des mittlers finden. 8. Aller himmel heil'ge heere, Deren stimme niemals ruht, Von dem allgem. Gnadenwillen Gottes 2c. 199 Bringen Gott lob, preis und es selbst geschworen:„ Ich will ehre, Wenn ein sünder buße nicht, daß ein mensch, Ein thut. Ja, der höchste selbst ver- sünder sei verloren; So wahr gißt Alles, was verbrochen ist, ich bin, ich will, Der mensch Wie wir ihn beleidigt haben, bekehre sich Von seiner misseAlles, alles ist vergraben. that, Und lebe ewiglich!" 9. Himmel, erde, meer und seen Mögen noch so grundlos jein; Dies und alles, was wir sehen, Ist und bleibt unendlich klein Gegen Gottes lieb' und huld, Die bei unsrer sündenschuld Uns erträget, duldet, liebet, Und uns raum zur buße giebet. 2. Du schwurst es Gott nicht nur, Nein, uns zum heil und leben Hast du selbst deinen sohn Zum mittler uns gegeben; Auf ihn warfst du die schuld, Er stillte deinen zorn, Versöhnte uns mit dir, Sonst wären wir verlor'n. 3. Angst floß durch seinen geist, Und mehr als todesqualen Stand er geduldig aus, Um für uns zu bezahlen, Er rang, er zitterte, Er litt das tiefste weh, Mehr als man denken kann, Dort in Gethsemane. 10. Nun so ruh' und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist! Was willst du dich viel ermüden, Da dein Gott so gnädig ist! Sind gleich deiner sünden viel. Gottes huld ist ohne ziel; Trau' ihm, ohne zu verzagen, Christus hat die schuld getragen. 11. Könntest du auch alle sünden, Die die ganze welt vollbracht, Schreckenvoll an dir befinden; Wär' es viel, doch gilt die macht Seiner gnade noch viel mehr; Die versöhnung kann dies heer Aller sünden doch besiegen, Und unendlich überwiegen. 12. Mein Gott, öffne mir gewählt, Und das mit lust gedie pforten Solcher gnad' und sucht, Was uns doch ewig gütigkeit, Hilf, daß ich an allen quält! orten Schmecke deine freund- 6. liebe, könnten wir Volllichkeit, Liebe mich und treib' kommen dich ermessen, Wie mich an, Daß ich dich, so gut würden wir sodann Der eitelkeit ich kann, Wiederum umfang' vergessen, Durch gegenliebe dir, und liebe, Und mit sünden nie Von allen sünden rein, Gebetrübe. horsam zugethan, Durch glauben dankbar sein! ( 51) Mel. Gott, du frommer Gott. 275.& rbarmungsvoller 4. Freiwillig gab er sich, Freiwillig war sein leiden; Er litt es nicht für sich, Nein, blos zu unsern freuden Starb er so jämmerlich, Litt er den kreuzestod, Wir lagen hülflos da, Er half uns aus der noth. 5. O liebe, könnten wir Vollkommen dich ergründen, Was würden wir für schmerz, Für seelenangst empfinden, Daß dennoch wir so oft Den sündendienst 7. liebe, die für uns Gott, Du hast Geblutet und gestorben, Be 200 Von d. Erwählung u. d. Verwerfung d. Menschen. dächten wir es recht, Was uns heiligster, Dir ewig nie gefällt; durch dich erworben; Wie Gieb, daß ich heilig sei Schon würde sich das Herz Bei un- hier in dieser welt. serm tode freu'n, Daß wir so furz gelebt, Um bald recht froh zu sein. 10. Dann aber gieb mir auch Des dankes reine triebe, Daß ich, stets eingedenk Der größe 8. O liebe, könnten wir, deiner liebe, Von deinem preise Was himmlisch heißt, verstehen, voll, Mit dank und ruhm und Wie sehnlich würden wir lob Dich so verherrliche, Wie Auf's unsichtbare sehen, Wie David dich erhob. herzlich würden wir zu dir, 11. Dank sei mein ganzes erlöser, schrei'n: ,, Komm, Jesu, herz! Dank sei mein ganzes fomme bald, Und laß uns selig leben! Dank will ich, ist es tag, Dank, wird es nacht, dir geben! Dank sei mein letztes wort! Dank sei nach dieser zeit, Herr, meine erste pflicht Auch in der jein!" 9. Gott, der du uns hast So sehr, so hoch geliebet, Gieb, daß mein herz doch nie mit vorsatz das verübet, Was, aller- ewigkeit! 10. Von der Erwählung und der Verwerfung der Menschen. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. 276.5 err, mit ehrfurcht im gemüthe Wag' ich einen schwachen blick In den abgrund deiner güte. Wirf ihm einen blick zurück, Einen blick voll heiterkeit, Der die finsterniß zerstreut, Die mein blödes auge drücket, Wenn es nach dem lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o liebe, Daß du dich erbarmet hast, Und nus unverdientem triebe Den erwünschten schluß gefaßt, Der gefall'nen fünderwelt Durch des eignen sohnes sterben Gnad' und freiheit zu erwerben. 3. D ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit, Der so einer welt voll armen Gnad' und hülfe anerbeut! Liebe, die den john nicht schont, Der im schooß des vaters wohnt, Um die sünder zu erretten Aus den schweren sündenfetten. 4. Doch muß jeder, will er Leben( Also ist der schluß gefaßt), In die ordnung sich begeben, Die du festgesetzet hast: Nämlich, wer an Jesum gläubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Diesen glauben anzuzünden, Der ein werk der gnaden heißt, Läsfest du dich willig finden, Deinen theuren guten geist Denen, die gebeuget stehn, Die Von d. Erwählung u. d. Verwerfung d. Menschen. 201 ihr unvermögen sehn Und zum| lich, Deiner hand entreißen thron der gnaden eilen, Gern können, Noch von deiner liebe und willig mitzutheilen. trennen. 6. Hast du nun vorhergesehen, Daß ein mensch auf Mel. Gott vater, sende deinen 2c. 3 dieſer erd' Deinem geiſt nicht 277. Es fällt mir oft ein widerstehen, ein, hindern werd', Sondern ohne ich auch werde selig sein, Ob ich heuchelschein Werd' im glau- auch sei erwählet, Ob Jesu ben standhaft sein: So hast du Chrifti theures blut Auch mir ihn auserwählet, Und den vergossen sei zu gut: Das ist deinen zugezählet. es, was mich quälet. 7. Du hast niemand zum verderben, Zur verdammniß außersehn; Die in ihren sünden sterben, Wollen selbst verloren gehn. Wer nicht gläubt an deinen sohn, Der hat fluch und tod zum lohn; Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus von heil und leben. 2. Berufen sind wir alle zwar; Wer weiß, bin ich auch in der schaar, Die Gottes gnade schauen? Er spricht: nur wenig sind erwählt"; Zu welchen bin ich denn gezählt? Wer sagt's? wem soll ich trauen? 3. Bin ich erwählt, wie mancher spricht, So schaden mir die 8. Dir, mein Gott, sei lob laster nicht, Den himmel muß gesungen Für den höchst ge- ich erben; Bin ich verdammt rechten schluß, Den das lob zur höllengluth, So kommt verklärter zungen Rühmen und kein glaube mir zu gut, Ich bewundern muß, Den der glaub' muß doch ewig sterben. in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend hört. Wer will, Herr, sich unterwinden, Deine tiefen zu ergründen? 4. Ach Gott, ach Gott! wie find' ich dich So grauſam und so hart für mich! Ach bin ich denn verloren? Ach soll ich denn verworfen sein? Bin ich bestimmt zur höllenpein? Ach wär' ich nie geboren! 9. Laß vielmehr mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu fein; Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist in mir geschafft, Mir zum zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem himmelswege. 5. Halt' ein, o mensch, und sprich so nicht! Gott hält getreu, was er verspricht; Er sagt ja: ,, du sollst leben!" Berufen hat er jedermann, Den himmel trägt er allen an, Und will ihn allen geben. 10. Schreibe du selbst meinen namen In das buch des 6. Du blöder mensch, was lebens ein, Sprich zu dieser zweifelst du! Gott schließt den bitte: amen! Sprich: du sollst himmel keinem zu; Es hat der der meine sein! Keine freatur Herr uns allen Ein ewig leben wird mich, Den du liebest ewig- zugedacht, Und durch sein wort 202 Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. uns fund gemacht Nach seinem 11. Die wunden Jesu find wohlgefallen. der grund, Auf sie ist Gottes gnadenbund Errichtet, uns zum segen; Und da er dir nach seinem rath Den glauben dargeboten hat, Wie darfst du zweifel hegen? 7. Gott ist nicht selber wider sich; Er ruft zur gnade mich und dich, Läßt alle alles hoffen. Wer gläubt und klagt ihm seine schuld, Mit diesem hat der Herr geduld, Dem steht der himmel offen; 12. Nein, Gott will nicht des fünders tod; Ihm bricht 8. Die meisten aber wollen sein herz bei unsrer noth, Drum nicht, Drum trifft sie billig das kann er dich nicht hassen; Du gericht, Sie müssen ewig blei- bist sein werk und ebenbild, ben Entfernt von Gott, am Durch Jesum ist sein zorn geort der qual. Klein ist der stillt, Das sollst du gläubig auserwählten zahl, Weil ihrer fassen. wenig gläuben. 9. Gott siehet die person nicht an, Uns allen hat er fund gethan, Was wir zu leisten haben; Der heil'ge geist ist auch bereit, zu fördern unsre feligkeit Durch seine theuren gaben. 13. Sa, dies ist meine zuversicht, Ich weiß, Herr, du verläßt mich nicht, Nichts soll mich von dir scheiden; Ich weiß, daß du barmherzig bist, Und Jesus mein versöhner ist, Mein sind auch jene freuden. 14. Viel böses hab' ich zwar gethan, Doch schau' ich meinen mittler an, Den soll mir niemand rauben. Ich weiß, daß ich nach dieser zeit Gelange zu der seligkeit: Herr, stärke mir den glauben! 10. Verstockt der Herr der menschen sinn? Giebt er sie je ins unglück hin, Wenn sie es selbst nicht wählen? Nein, wer sich nur nicht selbst verstößt, Der ist erwählt, der ist erlöst, Ihm kann das heil nicht fehlen. 11. Von den Gnadenwirkungen des heiligen Geistes. Miel. O ewigkeit, du donnerwort!| und löblich ist an mir, Geist 278.D er mir den weg Gottes, das verdank' ich dir! zum heile weist, Des vaters und des sohnes geist, Dich soll mein dank erheben! Mein Lehrer bist du und mein Gott, Giebst einst mir freudigkeit im tod, Und führst mein ganzes leben; Was gut überzeugen. Groß war die ernte, 2. Der sohn besiegte tod und grab, Fuhr auf, und fandte dich herab Zu den verlass'nen zeugen; Und mit dir fam der liebe gluth, Die wunder und der heldenmuth, Die kraft, zu Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. 203 schwer die müh' Der schnitter, sie in dir, Und himmelslust doch du stärktest sie. tränkt sie schon hier. 3. Da that der ungelehrten 8. Ach, führ' auch mich an mund Die großen thaten Got- deiner hand Hinauf ins wahre tes fund, Und lehrte Jesu lehre; vaterland, Auch mir glänzt dort Da stürzte falscher götter heer, die krone; Gieb mir die feste Und ihre tempel wurden leer, zuversicht, Der Herr sei gnädig Es stürzten die altäre; Das im gericht Auch mir in seinem freuz des mittlers überwand sohne; Durch glauben und durch Der ganzen hölle widerstand. besserung Vollende meine heiligung. 4. Und ganz umsonst em pörten sich Der erde fürsten 9. Gehorsam will ich auf wider dich Und wider Jesu der bahn, Die du mir zeigst, fnechte. Was konnten menschen dem ziel mich nahn, Führ' mich wider Gott? Die zeugen trotz auf ebnem wege. Mit eifer ten selbst dem tod Und siegten und mit wachsamkeit Kämpf' als gerechte; Unüberwindlich ich um meine seligkeit, Entwar ihr muth, Und schwiegen schlossen und nicht träge. Dugabst sie, so sprach ihr blut. den vorsatz, Gott, gieb du Auch meiner schwachheit kraft dazu. 5. Wie Gottes blige ging ihr wort Bis an der erde grenzen fort; Der irrthum wich dem lichte. Ihn beteten die heiden an, Bon dem wir einst 279. Brich, hellermorgenWenn er Mel. O heil'ger geist, tehr' bei uns ein. kommt zum gerichte. Zu ihrem laß uns deinen freudenschein heil, zu Jesu ruhm, Schufft In deinem worte sehen; Erdu die welt allmächtig um. leuchte mich, du gnadenlicht, 6. Die firch' hast du ge- Und laß die arme seele nicht pflanzt; bis ißt Hat sie allein In satans stricken gehen; Ruf' dein arm beschüßt, Und ewig mich, Daß ich In dem herzen wird sie stehen; Es mögen ihre rechte schmerzen um die fünde, feinde drohn, Fest steht sie dennoch, wie ein thron, Wird gleich die welt vergehen. Ihr grund, das wort von Jesu Christ, Ist ewig, wie du selber bist. Die sich an mir zeigt, empfinde. 7. Heil ihren findern, welche sich Dir übergeben und durch dich Zum himmel führen lassen! Du lehrest sie des glaubens fraft, Führst sie auf ihrer pilgerschaft, Lehrst sie die fünde 3. Erweiche meinen harten haffen; Des heils gewiß sind sinn, Gieb, daß ich voller reue 2. Ach gieße deinen hellen schein In mein verfinstert herz herein, Und gieb mir reine triebe, Bertreib' der sünden schwere macht, Die mir jetzt traurigkeit gebracht; Zeig' mir, wie du aus liebe, Was mich Ewig Sollte plagen, schon getragen, zeig' die wege, Wie ich zu dir kommen möge. 204 Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. bin Um meine schweren sünden;| schatz umfasse; Halt' mich, Daß Zerschlag', zerknirsche geist und ich Ja nicht weiche; komm und herz Und laß mich wahren reiche mir die hände, Daß kein seelenschmerz Im innersten fall mich von dir wende. empfinden; Hierzu Gieb du Glaubenstriebe, reine liebe und verlangen, Dich, mein heil, recht zu umfangen. 8. Den glaubensschmuck trag' ich an mir, Vermehr' nun auch, was man von dir Zum schmuck der tugend zählet. Du hast mich, 4. Du, Jesu, bist mein gna- Serr, zu deinem ruhm, Zum denlicht, Dem niemals glanz fönige, zum priesterthum, Sa und schein gebricht, Wenn ich gar zur braut erwählet: Stärk zum vater gehen und seinen mich, Daß ich Diese ehre halt' strengen richterschluß Vor sei- und mehre, nie verliere, Bis nem richtstuhl fürchten muß, ich sie dort ewig führe. Kann ich mit dir bestehen, 9. Verklär' dich täglich mehr Weil ich Durch dich, Gnaden- in mir, Ein reich' erkenntniß sonne, lauter wonne dort er- gieb von dir, Laß mich gewisser lange, Und als ein gerechter werden, Daß ich in deiner gnade prange. steh' Und auf des himmels 5. So kleide meine seele ganz wegen geh', So lang' ich wall' In deinen reinen schmuck und auf erden. Gänzlich Will ich glanz Und heile mein gewissen. Mich verschreiben, dein zu Mich hat ja deines blutes fraft, bleiben, daß ich droben Dich Das unsre reinigung beschafft, könn' ewig sehn und loben. Dem sündendienst entrissen. Laß mich Willig Nun auch streben, Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ſo zu leben, daß in allen Dir 280. Gott, du hast in deiwohlgefallen. nem sohn Mich 6. Komm in mein herz, mein von ewigkeit erwählet; Sende licht, mein heil! Ich find' an nun von deinem thron, Was dir mein bestes theil; Drum zu meinem heil noch fehlet, will ich auf dich hoffen. Du Und gieb mir des geistes gaben, hast dich fest mit mir vereint; Dann werd' ich schon alles Gieb, daß mein herz es red- haben. lich meint, Da nun der bund getroffen. Herr, ich Fass' dich; Es verhüte deine güte, daß uns beide Weder leid noch freude scheide. 2. Ach, ich bin lebendig todt, Ewig von natur verloren. Heil'ger geist, o Herr und Gott, Mache du mich neu geboren; Denn das fleisch ist mein verderben Und kann nicht den himmel erben. 7. Befestige mein wankend herz, Damit es sich durch keinen schmerz Von dir abwenden lasse. In dir, mein heiland, gründe mich, Gieb, daß mein 3. Von natur find' ich in mir Lauter irrige gedanken, Darum flehe ich zu dir: Halte fester glaube dich Als einen die vernunft in schranken, Daß Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. 205 ich anders nicht, als gerne Selbst| christenheit Für deine huld in von dir die weisheit lerne. Jesu Christ, Die vor der welt gewesen ist. 4. In mir wohnt der fünden schuld, Angeerbt ist mir 2. Die rettung aller menschendas böse; Aber hilf, daß deine kinder Und die bezahlung aller huld Mich auch von mir selbst schuld, Den ruf an alle sich're erlöse, Und zu allen guten dingen Gieb mir wollen und vollbringen. fünder, Das wort von deiner gnad' und huld, Das mir und allen heil anbeut, Preis' ich mit tiefster dankbarkeit. 5. Schaff' in mir ein reines herz, Daß ich stets an Gott gedenke. Und mich oft mit reu' und schmerz Ueber meine fünden fränke; Doch nach den betrübten stunden Führe mich in Jesu wunden; 3. Für deinen geist, den geiſt der liebe, Der glauben wirkt in unserm geist, Für dieses glaubens fraft und triebe, Wodurch sich deine gnad' beweist, Für die befestigung darin Dankt dir mein hocherfreuter sinn. 4. Für dein so tröstliches versprechen, Daß deine gnade ewig sei; Wenn berge weichen, hügel brechen, Steht doch dein bund und deine treu'; Wenn erd' und himmel sinkt und fällt, So bleibt doch Gott, der glauben hält. 5. Für deine theu'rsten sacramente, Als siegel der gerechtigkeit, Für mich, damit ich glauben könnte, Gestiftet aus barmherzigkeit: Für diese gnade in der zeit Dankt dir mein Herz in ewigkeit. 6. Laß mir dein allgemein erbarmen, Das allgemeine lösegeld, Den allgemeinen ruf der armen, Den allgemeinen trost der welt, Die mittel, die auch allgemein, Des glaubens feste gründe sein. 281. Hichem erbarmen, ruf zum leben, Auch ich hab' err von unendEs der Voll gnade und voll freundlich völlig theil daran; Der sohn keit! Nimm lob und ehre von ist auch für mich gegeben, Er mir armen Und deiner ganzen hat auch g'nug für mich gethan; 6. Da werd' ich von sünden rein Und ein glied an seinem leibe; Bin ich dann im glauben sein, Ach, so hilf, daß ich es bleibe; Er sei weinstock, ich die rebe, Daß ich ganz in Jefu lebe: 7. Hiezu, bitt' ich, schenke mir Glauben, hoffnung und die liebe; Mache mich getrost in dir, Daß mich satan nicht betrübe; Gieb mir demuth, fried' und freude Und auch sanftmuth, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, Auch zuweilen gar nichts sagen; Hilf mir beten, wie ich soll; Hilf mir auch mein leiden tragen: Wenn es zeit ist, hilf mir sterben, Und sodann den himmel erben. ( 103) Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 206 Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. An deinem worte, trost und| 3. Finsterniß und todesschatheil Hab' ich auch insbesond're ten, Zorn und fluch und ew'ge theil. pein, Die wir längst verdienet 8. Wie sollt' ich denn nicht hatten, Sollten unser erbtheil fest vertrauen, Daß jene große sein; Aber Gott beruft uns herrlichkeit, Die alle auserwählte sünder Zu dem erbtheil seiner schauen, Auch mir gewiß in finder, Von der finsterniß zum dem bereit, Den du den fün- licht, Das uns gnad' und heil dern zugezählt, Daß sünder verspricht. würden auserwählt. 4. Was kann dich, mein 9. Laß mich nur hier in Gott, bewegen, Daß du deiner meinem Leben Unsträflich dir kinder schaar, Die auf ihren zum lobe sein, Und deinen geist bösen wegen Ganz von dir gemir zeugniß geben, Es reiße wichen war, Noch mit liebesweder lust noch pein Mich von seilen ziehest, Und dich um ihr der liebe Gottes hin, Weil ich heil bemühest? Nichts als deine in Jesu Christo bin. lieb', o Gott! Und des sohnes blut und tod. 10. Tod, leben, trübsal, angst und leiden, Was welt und hölle in sich schließt, Nichts soll mich von der liebe scheiden, Die da in Christo Jesu ist. Ja, amen! Gott von großer treu', Zähl' mich den auserwählten bei!( 72) Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. 282. Gott ott ist treu, der uns berufen Zur 5. Ach, die stimme deiner güte, Freund der seelen, schallt und dringt mir so kräftig in's gemüthe, Daß mich mein gewissen zwingt, Deinem rufe nachzueilen Und nicht lange zu verweilen. Zieh' mich, Herr, und nimm mich an, Weil ich sonst nicht kommen kann. 6. Es ist doch dein ernster wille, Du willst unsern tod ja gemeinschaft seines sohns. Seele, nicht; Nun erweis' es, und ernahe dich den stufen Dieses ew'gen gnadenthrons, Welchen Gott hat vorgestellet, Daß, wer diesen weg erwählet, Durch den sohn sich ihm zu nahn, Trost und hülfe finden kann. fülle, Was dein theures wort verspricht. Ich will dir nicht widerstreben, Deinem geiste mich ergeben; Mache den beruf nur fest, Den er mir ertheilen läßt. 2. Ach vergiß ja nicht der 7. Dein beruf kann dich treue, Die dein Gott an dir nicht reuen, Weil du ewig mich gethan, Die noch täglich sich geliebt, Und mich kann nichts auf's neue Zu der ebnen him- mehr erfreuen, Als die hoffmelsbahn Ruft und locket, führt nung, die er giebt; Laß mich und leitet, Die dir selbst den ihm nur würdig wandeln Und weg bereitet, Und das edle nach dem berufe handeln, Den fleinod reicht, Welches sein be- der himmel mir verspricht, Varuf dir zeigt. ter, mehr begehr' ich nicht. Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. 207 Mel. Nun danket alle Gott. wird verdammt, kommt um In 283. süßes gnaden- ew'ger höllenpein. wort, Wort vol- 7. Ach, möcht' die böse welt fer theurer lehren, Das Jesu Doch dieses einmal fassen Und jünger dort Aus Jesu munde das, was Gott mißfällt, Von hören: ,, Geht hin in alle welt, ganzem Herzen hassen, Als: wolUnd predigt Gott zum ruhm, lust, augenlust Und diesen falSo wie es ihm gefällt, Das schen wahn, Daß man als sünevangelium!" denknecht Doch selig werden fann. 2. Dies ist ein lebenswort, 8. Hinweg, verdammter schein, Die botschaft großer freuden, Bestimmt für jeden ort, Für Der du das herz verführest, juden und für heiden. In dieser Und nichts als weh' und pein, gnadenzeit, Daß es die welt befehr', Und bring' gerechtigfeit Und frieden wieder her. und höllenfurcht gebierest. Wer frech die fünde übt, Hat Gottes liebe nicht, Und der, der Gott nicht liebt, Kommt wahrlich in's gericht. 3. Gott ist noch jetzt getreu, Er macht noch jetzt auf erden Das herz von sünden frei, Damit wir selig werden; Allein der mensch verstößt Den rath der seligkeit, Und fündiget getrost Auf gnad' in sicherheit. 9. O Jesu, leite mich In meinem ganzen leben, Laß meine seele sich zu dir allein erheben, Laß sie auf erden schon Bei dir im himmel sein, Bis du vor deinem thron Mich ewig wirst erfreu'n. ( 86) 4. Mein herz, ach denke nach, Erwäg' die große gnade, Steh' auf, es ist schon tag, Daß dir Mel. Von Gott will ich nicht zc. wie Die nacht bricht bald herein,& s 284. Morelich Gehst ist der bösen welt Des ew'gen feuers pein Auf ihren trok bestellt. du dem sünder nach, Dem fünder, der oft eilig Sich häufet fluch und rach', Und in's ver5. Gott läßt die gnadenstimm' derben läuft, Wenn deine hand Dir heute noch erschallen; Dar- den armen Nicht selber aus um, mein herz, vernimm, Wie erbarmen Und gnade noch erdu kannst Gott gefallen. Das greift. evangelium Gebieret dich ganz neu, Drum komme wiederum Zu Gott in wahrer reu'. 2. Wie tröstlich ist die stimme, Die alle fünder lockt! Sprächst du schon hier im grimme: 6. Wer gläubet, wer getauft, Weicht, die ihr euch verstockt! Auch fest im glauben bleibet, Weicht, sünder, weicht von Dem hilft's, daß er erkauft; mir, Ich will euch nicht erDoch, wer nur blendwerk trei- fennen!" Wer könnt' es unbet Mit seinem christenthum, recht nennen? Wer bist du? Der kann nicht selig sein; Er wer sind wir? 208 Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. 3. Nein, du befiehlst, zu kom-| finden Und geh' nicht in's gemen, Und suchst uns selber auf. richt. Du denkst nicht nur der from- 9. Du kamest ja, zu retten, men, Dein herz denkt auch dar- Was ganz verloren war, Zerauf, Weil es vor liebe brennt, brachst der fünde ketten, Und Daß doch das schaf zur heerde machtest offenbar, Was noch Zurückgeführet werde, Davon dein wort verheißt, Daß du es sich getrennt. an jedem orte( Ach theuerwerthe worte!) Der sünder heiland sei'st. 4. Nimmt nun der freche fünder Den gnadenruf nicht an, So gehst du viel gelinder, Als man gedenken kann; Du giebst ihm raum und zeit; Er kann noch gnade hoffen; Der zu gang steht ihm offen Bis an die ewigkeit. 5. Du erzhirt meiner seelen, Du wahrer menschenfreund! Ich kann es nicht verhehlen, Du hast es gut gemeint. Ich war verirrt, verflucht; Du hast mich in der wüste Der ungezähmten lüfte In gnaden aufgesucht. 6. Noch wirkt auf meine 10. Das laß mich freudig gläuben Durch deines geistes kraft, Die dir getreu zu bleiben, Lust, muth und willen schafft: So nehm' ich glaubensvoll Aus deinem überflusse, 3um seligsten genusse, Was mich erquicken soll. 11. Und werd' ich mich auf's neue Aus schwachheit noch vergehn, So laß mich deine treue Und dein verschonen sehn. Ach, weck und suche mich, Schließ' mich in deine hände, So bleib' seele Das wort, das kräftig ich bis an's ende Und stets, rief, Da ich den weg zur hölle mein hirt, um dich. So blind und sicher lief. Wie gnädigst zogst du mich Von die- Mel. Herr Jesu, wahrer mensch sem breiten wege Zum schmalen und Gott. himmelsſtege! Mein hirt, ich 285. Hi ier bin ich, Herr! preise dich. du rufest mir, 7. Ach, daß ich deinem triebe Du ziehest mich, ich folge dir; Nur immer folgsam wär'! Ach, Du forderst von mir herz und wär' mein herz von liebe Und sinn, Mein schöpfer, nimm, ach treue niemals leer! Du hast nimm es hin. an mir gethan, Was ich in 2. Ich hab' oft deinen wink meinem Leben Nie hoch genug verschmäht, Es ist mir leid; erheben, Dir nie verdanken fann. zwar komm' ich spät, Doch gläube ich, daß deine güt' Noch auf mich armen sünder sieht. 8. Nun, Jesu, ich beklage Den groben unverstand, Und 3. Ich komm', Herr, vor dein daß ich meine tage So übel angesicht, Erneu're des gehorangewandt. Verstoß' den sün- sams pflicht; Sch komme auch der nicht, Ihn reuen seine voll reu' und buß', Ach aber, sünden; Drum laß ihn gnade ach, wie wantt mein fuß! Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. 209 4. Es geht mir, wie es Petro| röthe bringet, Die durch nacht ging; Dort kommt ein sturm, und nebel dringet. ach, Herr, ich sink'; Ach reiche 4. Du versprichst mir ja das mir die starke hand, So wird erbe Deiner heiligen im licht, mein fall noch abgewandt. 5. Du rufest mir, nun ruf' ich dir: Mein heiland, komm' und hilf du mir! Mein matter fuß kann nicht mehr fort, Ach, stärk' ihn durch dein kräftig wort! Drum hilf, daß ich nicht verderbe; Denn, wo nicht durch unterricht Dein geist selbst mich weise macht, Werd' ich in der langen nacht Der unsel'gen finsternissen Ew'ge marter leiden müſsen. 6. Flöß' du mir mattem fräfte ein, So werd' ich fünftig stärker sein, So folg' ich dir, mein Herr und Gott, Wie du mich führst, durch noth und tod. 5. Drum, o heiland, zeige, zeige Mir den weg zum leben an, Leite mich auf deine steige, Führe mich auf eb'ner bahn, Lehre, unterweise mich, Dağ ich, treuer Jesu, dich, Gott, mich und die welt erkenne, Und in deiner liebe brenne. ( 113) Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. heiland aller 6. Ich will dein gesetz be286. I feelen, Du wahr- trachten, Davon reden tag und haftes licht der welt! Dir, dir fann ich's nicht verhehlen, Was das herz sonst heimlich hält; Ach, dir flag' ich, was mich quält, Bei dir such' ich, was mir fehlt, Bei dir kann ich alles finden; Ich bin blind und todt in sünden. nacht, Und auf jede regung achten, Die dein geist hervor gebracht; Aug' und ohr soll offen sein; Herz und sinn räum' ich dir ein; Ich will lesen, forschen, hören, Und du magſt im Herzen lehren. 7. Segne das wort deiner 2. Ach, ich wohn' im finstern knechte, Daß es in mir kräftig lande. Scheint gleich deines sei; Bringe dein gesetz und wortes licht Dem verblendeten rechte mir durch ihren vortrag verstande, So sieht und ver- bei; Jesu, laß dein wort allein nimmt er nicht, Was des gei- Meines fußes leuchte sein, Daß stes Gottes ist, Bis du selbst es stets mir deine steige, Wie geschäftig bist, Daß dein geist du mir versprochen, zeige. mit seinem lichte Ihn von allem unterrichte. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 287. Höchster Gott! in 3. Ach, Herr, öffne mir die augen, Die so schwach und blöde sind Und zu feinem guten deinem lichte Seh taugen. Mein verstand und ich erst das rechte licht; Wenn herz ist blind, Wo nicht deines geistes licht Durch die trüben wolken bricht Und die morgenich mich nach solchem richte, Fehlen meine tritte nicht. Nun, mein licht, erleuchte mich, Ich 14 210 Von den Gnadenwirkungen des heil. Geistes. bin finster ohne dich; Laß dein licht zu deinen ehren Sich in mir beständig mehren! unser theil, Den muß Gott selbst uns geben. 2. Gieb mir weisheit, zu verstehen, Was mir gut und nüßlich ist, Gieb verstand, dem nachzugehen, Was ich als ein rechter christ In dem wandel zeigen soll, Daß ich, deines lichtes voll, Allezeit das beste wähle Und des Himmels nicht verfehle. 3. Lehre mich, dich recht erfennen, und das eitle einzusehn, So kann ich dich vater nennen Und das irdische verschmähn, So entsage ich der welt, Die der seele neßze stellt, So kann ich das heil der seelen, Jesum finden und erwählen. 3. Ach, vater der barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer seligkeit Am freuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist, Das laß uns auch genießen! 4. Dein geist mach' unfre herzen neu, Er änd're die gemüther, Mach' uns vom sündendienste frei, Schenk' uns die himmelsgüter. Zwar in der tauf' ist es geschehn, Doch haben wir's nachher versehn Und unsern bund gebrochen. 5. Drum woll'st du durch dein kräftig wort Uns abermal erneuern. Wir wollen dir, o treuer hort, Mit Herz und mund betheuern, Von nun an nicht in sicherheit, Vielmehr mit fleiß, beständigkeit Und treu' vor dir zu wandeln. 4. Ach, mein licht! ich seh' viel mängel Und viel finsterniß bei mir. Sende deinen bundesengel, Dieser leite mich zu dir; Dein geist stärke mein bemühn, Mich dem schatten zu entziehn, 6. Nimm uns, o vater, Hier das licht schon zu erblicken, wieder an, Ob wir als große Das mich ewig soll erquicken. ( 59) Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. sünder, Gleich nie, was du befiehlst, gethan, Ach, nimm uns an als finder! Wir werden's, wenn dein geist uns zeugt, Und unser herz zum guten neigt, Im glauben und in liebe. 288. n Gottes reich geht niemand ein, Er sei denn neu geboren; Sonst ist er auch beim besten schein Mit leib und seel' verloren. Was fleischliche geburt verderbt, In der man nichts als sünde erbt, Das muß Gott selbst verbessern. 7. Durch deinen beistand hoffe ich, Dies kleinod festzuhalten; Es soll die liebe gegen dich Nicht mehr so leicht erkalten; Es soll die göttliche natur In uns, der neuen freatur, Beständig sein und bleiben. 8. Nun, Herr, laß deine vaterhuld Uns allezeit bedecken, Damit uns weder sündenschuld, Noch zorn und strafen schrecken. Mach' uns der kindschaft ganz 2. Soll man mit diesem höchsten gut Hier in gemeinschaft leben, Muß er ein ander herz und muth Und neue kräfte geben. Der glaube bringt allein uns heil, Dadurch wird Jesus Von der Buße. 211 gewiß, Und schent' uns einst geiste, Der mein getreuer beidas paradies, Das erbe deiner stand sei, Und mir erwünschte Finder. hülfe leiste; Gott, stehe mir aus gnaden bei, Und gieb mir einen solchen geist, Der neu, gewiß ( 150) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 289. großer Gott, du und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine du die reinen herzen dir Allein schwachheit merke, Mein vater, zur wohnung außerlesen! Ach, so verwirf mich nicht, Und stoß' schaff' ein reines herz in mir, mich wegen meiner werke Ja Ein herz, das von der argen nicht von deinem angesicht; welt Sich rein und unbefleckt Laß mich hier in der gnade erhält. stehn Und dort in deinen himmel gehn. 2. Vor allem mach' mich am gemüthe Durch ungefärbte buße rein, Und laß mich, Herr, durch deine güte Und Christi blut gewaschen sein; Dann mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem 12. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Ja nun und nimmermehr von mir, Und leite mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für, Und führe du mich durch die zeit Zu jener reinen ewigkeit. Von der Buße. a. Erweckungen zur Buße. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. rigkeit. Dein geist, Jesu, mich 290. Ah, wie will es regiere, Daß ich wahre buße Bleib' ich so bis an das grab! 3. Ach, ich fann an Gott Ich häng' immer an der erden, nicht denken, Wie es sein gesetz Ohne daß ich rührung hab'; gewollt; Ich laß mich ja dahin Ja, ich geh' im harten sinn lenken, Wo ich billig fliehen Ohne wahre buße hin. Jesu, sollt', Und häng' dem recht komm, mein Herz zu rühren, blindlings an, Was zur Hölle Und zur buße mich zu führen. stürzen kann. Jesu, hilf mir doch aus gnaden Von dem schweren seelenschaden! 4. Ach, weil denn mein geist erstorben, Hat mein fleisch die oberhand. Kaum seh' ich, was ich erworben, Da ich mich von 14* 2. Ach, ich fühle feine reue, Und mein sündlich herz ist kalt, Oder, wenn ich mich auch scheue, Schmeichelt mir dies herz sehr bald; Ich bleib' doch in sicherheit, Ohne wahre trau 212 Von der Buße. Gott gewandt; Mein verderben wird durch blinde sicherheit Die merkt' ich kaum, Weil ich geb' buße bei der gnadenzeit So dem fleische raum: Jesu, lehr' weit hinaus gestellet? Wo denkst mich dies erkennen, Laß mich du hin? jetzt lebst du noch, nicht in's unglück rennen. Drum beff're dich, erwache doch! 5. Ach, so wache auf von fünden, Wache auf, o fich'rer 2. O fann dich kein posaugeist! Suche Gott, weil er zu nenschall, Nicht jener harte finden, Weil er noch dein vater donnerknall Vom Sinai mehr heißt; Komme doch, er öffnet schrecken? Ein berg, der dunkeldir Heute noch die gnadenthür. schwarz verhüllt, Den blik Jesu, gieb zu diesem werke Dei- und rauch und dampf erfüllt, nes geistes kraft und stärke! 6. Ach, mein herz, bedenk die schulden, Schau', wie weit bist du von Gott! Soll er dich noch länger dulden? Hältst du ihn denn ganz für spott? Kehr' Den todten geist erwecken? Es zittert hier, es bebt ein stein, Und dir fällt gar kein kummer ein? 3. Der Herr, so mächtig als gerecht, Kann jeden frechen dich doch zu seiner ruh', Eile sündenknecht Mit tausend stranicht der hölle zu! Sesu, hilf, mein herz zu lenken, Lehr' mich, meine noth bedenken. fen plagen, Und den verruchten höllenbrand Mit richterlicher, schwerer hand Im grimm und eifer schlagen; Da ruft er dann mit weh und ach Vergeblich dem erretter nach. 7. Ach, noch kann ich mich bekehren; Ich verlass' den fündenstand. Du, mein Jesu! wirst mich hören, Komm und 4. Dein falter sinn bleibt unbiete mir die hand! Hilf mir bewegt, Der doch des richters schwachen, hilf mir auf, Steu're meinem sündenlauf; Herr, um deiner marter willen Woll'st du meinen wunsch erfüllen! zorn erregt; So mußt du, böser, sterben! Hier blinket das gewekte schwert, Das schleunig aus der scheide fährt, Dich, 8. Ach, ich kann schon tröst- sünder, zu verderben; Gott lich finden, Jesu, durch dein greifet schon den bogen an, Der theures blut Die abwaschung dich sogleich zerschmettern kann. meiner fünden: Dieses stärket 5. Wie, wenn sogleich der meinen muth, Dies erquicket jüngste tag Mit einem strahl meinen sinn, Ob ich gleich ein und wetterschlag Dich plötzlich sünder bin. Sesu, mich forthin übereilte, Und Gott zum längst regiere, Und mich stets zum verdienten sold Dir, der den guten führe. ( 6) segen nicht gewollt, Den strengen fluch ertheilte? Wenn gnade, er zeit und raum vorbei, Was Mel. O ewigkeit, du donnerwort! 291.V weighſt du nicht, hülfe dann dein angſtgeſchrei? nur Bis dir das große weltgericht 6. Ach, blicke, fünder, Dein todesurtheil fället? Ach, einmal Hinunter in den ort der Von der Buße. 213 qual, Da die verdammten bren-| 11. Ach dem, der richtig hier nen, Wo schwefel, gluth und gelebt Und nach dem rechten flamme schmerzt, Da lernet ziel gestrebt, Wird oft um trost man, was hier verscherzt, Doch so bange; Da schreckt der höllen viel zu spät, erkennen. Dort tiefer schlund, Da klopft das wollten die verfluchten nun So herz, da ächzt der mund: Ach herzlich gerne buße thun. Gott! ach Herr! wie lange? Kann dies am grünen Holz geschehn, Wie will es doch dem dürren gehn? 7. Du meinest, wenn du sterben mußt, Durch einen schlag an deine brust Des höchsten herz zu brechen; Doch wie, wenn, ehe man geglaubt, Verstand und sinne dir geraubt, Weil schmerz und angst dich schwächen? Wer weiß, was dir für qual bestimmt, Wenn Gott den odem von dir nimmt? 12. Noch ist es zeit, noch wallest du, Noch reicht dir Gott die hände zu, Noch kannst du gnade finden; Noch gehet dir dein vater nach, Noch währt des heils erwünschter tag, Doch fann er bald verschwinden; 8. Ach, tritt doch, unbekehrter Noch siehst du tod und leben finn, Bum lager eines sünders hier, Drum, was du willst, hin, Der mit dem tode ringet, das wähle dir. Ob, weil du sonst nicht hören 13. Ich sehe meinen jammerwillt, Dir etwa noch dies stand; Die rache Gottes ist jammerbild Das harte herz entbrannt; Verfluchte miſse durchdringet; Betrachte nur den anblick wohl, Der dir dein schicksal zeigen soll. thaten! Der sünden last, die centnerschwer, Geht über meinem haupte her; Wo bin ich hin gerathen? Wie schrecklich wird mein ende sein! Wie gräulich jene höllenpein. 9. Schau' sein verstörtes angesicht, Der starren augen trübes licht, Die blaß entstellten wangen; So liegt er mun 14. Ich muß von Gottes im todesschweiß, Der niemand antlig fort; Doch nein, dort fennt, von nichts mehr weiß, ruft ein lebenswort Mich armen Dem alle kraft vergangen, Der, noch zur buße. Herr, ich beda er röchelt, ächzt und stöhnt, reue meine schuld, Erbarmec! Sich nur nach grab und ende habe nur geduld! Ich falle dir fehnt. zu fuße; Und weil du sehr erzürnet bist, Ach, sieh auf den, der mittler ist. 10. Ach, wäre nun der geist bereit, Die pforte zu der ewigfeit Recht würdig zu betreten! 15. Ach, vater, Jeju blut Ach, wäre nur die rechnung und tod Bezahlt für mich, dies gut, Und gnade durch des hilft der noth; Mein heiland lammes blut Bei früher zeit wird mich retten; Ich will voll erbeten: So bliebe, wenn die jünde nagt, Der glaube dennoch unverzagt. glauben zu ihm fliehn; Ich weiß, die strafe fiel auf ihn, Damit wir friede hätten. Und ist 214 Von der Buße. auch meine bosheit groß, Solihr preis Dem traurigsten versprich mich doch in gnaden los. derben. 16. Ich spüre schon des gei3. Versäumt das heil nicht stes ruh'; Du sagst mir deinen in der zeit, Darnach einst die frieden zu, Nun hab' ich trost gerungen, Die zu dem reich der gefunden. Die macht der sünde ist gedämpft; Mein glaube hat den sieg erkämpft, Und stellt in Jesu wunden Mir, Herr, dein off'nes gnadenthor Und dein versöhntes antlitz vor. herrlichkeit, Zum himmel durchgedrungen; Ja, denkt der lehre Jesu nach, Besinnt euch, was Johannes sprach, Als er im geist entbrannte. 4. Thut buße, weil ihr es 17. Gieb, daß ich, o mein noch könnt, Und gläubt an heil und licht, Auch des ge- Jesu worte: Daß ihr nicht in's horsams neue pflicht Nun möge verderben rennt, Verlaßt die wohl ermessen! Ich bin gerecht, weite pforte, Betrachtet euren von sünden frei, Doch laß mich sündenstand, Die jammervolle nimmermehr dabei Der heili- scheidewand, Die euch vom gung vergessen, Und ja nicht himmel trennet. frennen, was dein rath Mit 5. Wie bald seid ihr doch großem ernst verbunden hat. Dieser zeit Durch euren tod 18. Ich werde dann durch deinen geist, Was eitel, welt und fünde heißt, Mit freuden überwinden, und mich, o meiner seelen lust! Mit herzlich dir ergeb'ner brust Auf ewig dir verbinden. Ich will hinfort, Herr Jesu, dein Im leben und im tode sein. entnommen! Wie bald kann mit der ewigkeit Das schreckensurtheil kommen, Daß dort ein jeder fünder hört, Der sich nicht in der zeit bekehrt! Ach rettet eure seele! ( 151) 6. Ihr hofft umsonst das himmelreich Bei euren groben sünden. Ihr lebt ja oft dem viehe gleich, Könnt ihr es dabei finden? Zum himmel geht Mel. Ich weiß, daß mein erlöser lebt. 292. Lebt nicht so ficher kein fünder ein, Es müſſen neue menschen Die Gott im glauben leben. in getauften christen, Als die von nichts als gold und geld Und eitlen dingen wüßten! Dies alles frißt und raubt die zeit; Sucht schäße jener ewigkeit, Die euch kein zufall raubet. 7. Ein heide spürt schon leid und reu', Der seinen Herrn betrübet, Und ihn nicht stets mit echter treu' Geehret und geliebet; Und ihr wollt Gott und seinen sohn Und beider treu' mit spott und hohn Beschimpfen und verachten. 2. Ihr wendet, leider! fleiß und zeit Auf dinge, die nichts taugen, und setzt, was eure feligkeit Befördert, aus den augen; Den leib versorget ihr mit fleiß, Die seele aber gebt 8. Noch ist zur wahren buße frist, Noch währt die zeit der gnaden: Drum eilt, eh' sie ver Von der Buße. 215 flossen ist. Und ihr auf euch ge- 4. Mit falten lippen dienst laden Den fluch, der manche du Gott, Weißt oft nicht, was schnell berückt, Der in der hölle sie lallen; Die andacht ist oft ewig drückt, und ohne ende martert. matt und todt, Und kann Gott nicht gefallen; Du bist auf lust der welt erpicht Und kannſt darum die seele nicht zu deinem schöpfer richten. 5. Ist dir die sünde oftmals leid, So fehlt doch dein bestreben, In tugend und in heiligfeit Fromm, wie ein christ, zu leben; Den rechten vorsatz hast du nicht, Weil ihn die lust oft unterbricht, Die dich zur sünde leitet. 9. Seht, wie der gute vater fleht! Er eilet voll verlangen, Um den, der gläubig zu ihm geht, Mit gnade zu umfangen; Eilt zu ihm hin mit reu' und schmerz, Sein durch den sohn versöhntes herz Will alle schuld erlassen. 10. Ermuntert euch, hört hierbei auf, Die gnade zu verscherzen; Steht still in eurem sündenlauf, Und nehmt dies wohl zu herzen: Wer sicher schläft, in sünden träumt, Und so die gnadenzeit versäumt, Der hat sich selbst betrogen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 6. Die andacht läsfest du vergehn, Sie währet niemals lange; Die wollust deucht dir gar zu schön; Bei frommsein wird dir bange; Du suchst die breite fünderbahn; Es kommt 293. Wie kannst du doch, dir gar zu lieblich an, Nach sündlich herz, zu Ganz ohne sorgen leben! Em- 7. Erwache doch, o sich'res pfindest du denn keinen schmerz? herz, Bereue deine sünden! Noch Bist nicht mit angst umgeben? Ist nichts da, daß dich bange macht, Das du bisher so schlecht bedacht, Was du dir zugezogen? läßt sich Gott auf reu' und schmerz, Wie vormals, gnädig finden. Er hat dir oftmals huld erzeigt, Wenn du dein herz zu ihm geneigt, Und dir die schuld vergeben. 2. Beschau' dein leben, das du führst, Und alle deine wege; Prüf', ob du sie mit tugend zierst, Sei nicht im forschen träge. Hast du den höchsten so verehrt, Wie sein gebot von dir begehrt? Hast du ihn recht geliebet? 8. Ich weiß, er läßt sich alle stund' Voll güt' und liebe finden. Entsage nur mit herz und mund Aufrichtig deinen sünden. Ja, komm, beweine deine schuld, Ergreife seine vaterhuld, So wirst du gnad' erlangen. 3. Ach, du hast schlecht an ihn gedacht, Du folgtest deinem willen; Dein wunsch und ziel 9. Kehr' dich zu Gott, Gott war tag und nacht, Die fünde wird auch sich Mit gnade zu zu erfüllen; Du kehrtest zwar dir kehren; Doch faß den vorin kreuz und noth Mit thränen satz, niemals dich Mit sünden oft zu deinem Gott, Doch wichst zu beschweren; Mit abscheu du bald zurücke. flieh', was sündlich heißt, Gott 216 Von der Buße. wird dir selbst den neuen geist, wort dir wol, Wer von uns Der ihm recht dienet, geben. 10. Nun, Gott, nimm mich durch Jesum an, Sprich gnädig: du sollst leben! Vergieb, was ich bisher gethan; Laß mich stets dahin streben, Dir treu zu sein, durch deine kraft Stets eine gute ritterschaft Bis in den tod zu üben. morgen leben soll? Du stirbst gewiß, dies ist dir kund, Doch weißt du nicht, zu welcher stund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich; Erwäge dies, es ändert sich; Wer heut' ist stark, gesund und roth, Ist morgen frank, ja wol gar todt. Stirbst du nun ohne buße hin, Wie willst du jener pein entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf Mel. Vater unser, im himmelreich. 294. So wahr ich lebe, du mir, Daß ich noch heute spricht mein Gott, Ich wünsche keines sünders tod; Mein wunsch und wille ist viel mehr, Daß er durch buße zu mir kehr'. Folgt er dem ruf, bekehrt er sich, So soll er leben ewiglich. komm' zu dir Und mich bekehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt; Gieb, daß ich heut' und jederzeit Zu meinem abschied sei bereit. ( 63) 2. Dies wort bedenk', o ſün- 295. Endlich muß ich mich entschließen, Angstder! wohl, nicht verzweiflungsvoll, Hier findest du voll fordert's mein gewissen. trost, heil und rath, Den Gott Wie viel jahre sind mir schon, dir selbst versprochen hat. Nie trügt sein mund, nie trügt sein eid. O selig, wem die sünde leid. Ungenutzt zum heil, entflohn! Will ich noch das ziel ereilen, Darf ich mich nicht mehr verweilen; Ein verlor'ner augenblick Seht mich nun schon weit zurück. 2. Gott, wie hab' ich dich erkennen, Und mich doch bereden können, Glauben ohne besserung Sei zur seligkeit genug? Wußt' ich's nicht, die deinen willen Wissen, aber nicht erfüllen, Die erkennt einst im gericht Jesus für die seinen nicht? 3. Doch hüte dich vor sicherheit, Dent' nicht, zur buße ist noch zeit, Ich will mich meines lebens freu'n, Und werd' ich dessen müde sein, Ich hoffe, dann bekehr' ich mich, Und Gottes herz erbarmet sich. 4. Wahr ist es, zur barmherzigkeit Ist Gott zu aller zeit bereit; Doch fündigst du auf gnade hin, Fährst fort in deinem bösen sinn, Und sorgest für die seele nicht, Wie schrecklich ist dann dein gericht. 3. Daß der heiligen vertreter Jenen sage: ,, missethäter, Weicht von mir! an meinem heil Hat tein knecht der fünde theil!" Daß ihr glauben ohne früchte Sie nicht schützt im 5. Es sagt dir gnade zu dein Gott Durch Christi blut und kreuzestod; Allein entdeckt sein weltgerichte, Hatte er das nicht Von der Buße. 217 gelehrt? Hatte ich es nicht chen, Und am ende meiner bahn gehört? Der gerechten lohn empfahn. 4. Dennoch lag ich ohne fummer In der Lüste fanftem Mel. O Gott, du frommer Gott. ſchlummer Und verträumte 296. Laß mich doch, o mein meine zeit verweg'ner sicherDie heit. Wollte ja durch seine nicht verschieben, Die mir dein schrecken Mein gewissen mich wort gebeut, Wie könnt' ich erwecken, Sprach ich fünder: sonst mich lieben? Ist wahre Jesu tod Hat mich ausgeföhnt besserung Nicht meiner seele glück? O, wer verschiebt sein heil Gern einen augenblick. mit Gott." 5. Ich betrog'ner! ach, ver2. Du, Gott, gewinnest gebens Ging die beste zeit des lebens, Wie ein pfeil, vor mir nichts, Wenn ich dir kindlich dahin, Und noch bin ich, der diene, Und, deiner werth zu ich bin! Zügellos sind meine sein, Im glauben mich erkühne. triebe, Unerwärmt mein herz mir dein wort gebeut, Wen Wenn ich das gute thu', Das von liebe meines Gottes: 0 wie weit Steh' ich von der dien' ich? nur mir selbst Und meiner seligkeit. jeligkeit! 6. Eile, rette dich, o seele: Fühle die gefahr, verhehle 3. So süß das laster ist, So giebt's doch keinen frieden; Der tugend nur allein Hast du Dir nicht länger deine schuld; dies glück beschieden. Wer dir, Flehe Gott an um geduld! Wirf dich reuig vor ihm nieder! Sündige hinfort nicht wieder! Jage nach der heiligung! Bringe frucht der besserung! o Gott, gehorcht, Erwählt das beste theil; Wer dich, o Gott, verläßt, Verläßt sein eigen heil. 4. Was weig're ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist, Befiehlst du, es zu hassen; Was weig're ich mich denn, Der tugend freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, Befiehlst du ſie allein. 7. Höre meines flehens stimme, Gott, verwirf mich nicht im grimme! Richt' auf mich dein angesicht, Geh' nicht mit mir in's gericht! Fest hab' ich mir's vorgenommen, Ich will nun den weg der frommen Eifrig wandeln, mehr als schein, Wahrheit soll mein glaube ſein! 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden; Sie führet mich vielmehr, D Gott, zu deinen freuden, Macht meine seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit und verstand Und muth zu meiner pflicht. 8. Dann erst werd' ich's recht empfinden, Daß für alle meine sünden Jesus die versöhnung ist, Und daß du mir gnädig bist. Ohne wieder abzuweichen, 6. Wahr ist es, es ist schwer, Werd' ich noch mein ziel errei- Sein eigen herz bekämpfen, 218 Von der Buße. Begierden widerstehn Und seine sehr langsam fort, So bist du, lüste dämpfen; Doch bleibt's Gott, mir nah, Und stärkst ja meine pflicht, und diese mich durch dein wort. schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Die buße ist kein werk 7. Je öfter ich vollbring', Von wenig augenblicken; Ein Was fleisch und blut empfoh- seufzer zu dir, Gott, Ein wunsch len, Je stärker wird der hang, nach besserung, Und angst auf Die that zu wiederholen. Scheu' missethat, Ist noch nicht heiliich mich heute nicht, gung. Herr, dein feind zu sein, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheu'n? 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von 8. Du reichst ja kräfte dar, allem bösen kehre: So darf Uns selber zu besiegen. Der ich nicht dereinst, Zu meiner fieg, so schwer er ist, Bringt größten pein, Mein hier vergöttliches vergnügen; Geht er säumtes heil, Wiewol zu spät, im anfang gleich Nur noch bereu'n. ( 49) b. Gebet um wahre Buße. 297. Belehre du mich, nach herzensreu' und leid Mich Herr, So nicht trösten sollte? ich recht bekehret, Denn du bist 4. Ach nirgend besser statt. der Gott, der Von jugend auf Und raum hat deine güte, Als mich lehret. Gedente meiner wo die missethat Gehäuft, wie sünden nicht Und geh' nicht im gemüthe Ich dieses leider! mit mir in's gericht, So bin ich schon zufrieden. fühlen kann; Drum klopf' ich betend bei dir an: Ach laß 2. Ich habe zwar, o Gott! mich gnad' erlangen! Mich oft und viel versehen, 5, Jesu! großer hirt, Du Und wider dein gebot Gethan; erzhirt deiner schafe, Such' mich, ich bin verirrt, Damit ich nicht entschlafe In sicherheit und dahin geh', Wo sündenlust in höllenweh Die armen seelen stürzet. es ist geschehen, Mehr als ich mich befinnen kann; Doch, was geht dies den satan an! Gott fann noch mehr vergeben. 3. Herr, laß dir meine seel' Durch kleinmuth nicht entziehen; Sie weiß sonst keine höhl', Als nur zu dir zu fliehen, Was 6. Ich klage es mit reu', Daß ich von dir gerathen, Doch weiß ich auch dabei, Du tilgst die missethaten. Hat denn dein wäre deine gütigkeit, Wenn ich schäflein sich verirrt, So bist Von der Buße. 219 du doch mein guter hirt, Und der glaubenshand Und will es wirst es immer bleiben. sterbend fassen. ( 11) 7. Ach, mein erlöser, ach Umsonst wärst du geboren, Und deine pein und schmach Wär' being an mir verloren, Wenn 298. Inermiſsethat Zum Mel. Es ist gewißlich an der zeit. will von meiganz ich gerieth an jenen ort, Wo fest verriegelt ist die pfort': Obesser, nie gelebet! Herrn mich jetzt befehren: Du wollest selbst mir hülf' und rath Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten geistes fraft, Der neue herzen in uns schafft, Aus gnaden mir gewähren. 8. Wenn aber deine hand Mich sucht, und dem wird wehren, Was mich von dir gewandt, Alsdann wirst du vermehren Die zahl, die dir zur rechten steht: Darum mein glaube brünstig fleht, Und will auch gar nicht zweifeln. 2. Aus eig'nen fräften kann man nicht Sein elend recht empfinden; Wir sind ohn' deines wortes licht Blind, taub, ja todt in sünden; Verkehrt ist will', verstand und thun: Des großen jammers woll'st du nun, O vater, mich entbinden. 9. werther geist, der du Vom vater und dem sohne Ausgehst, ach schenk' mir ruh', In meinem Herzen wohne; Vertritt du mich in dieser noth, Ich weiß es sonst nicht, wie ich Gott Recht im gebet soll fassen. 3. Klopf' durch erkenntniß bei mir an Und führ' mir zu gemüthe Die sünden, die ich je 10. Erleuchte meinen sinn, gethan Bei aller deiner güte, Das sündliche zu meiden; Nimm Daß ich beschämt vor deinem alles von mir hin, Was Gott thron, Weil ich verdient der und mich kann scheiden. Ich sünden lohn, Laß heiße thräsehe blos auf deine gnad', Und nen rinnen. bleib' ich nur auf deinem pfad, 4. Wie hast du doch auf So wird sie mich schon leiten. mich gewandt Den reichthum 11. Dann sei auch, Herr, deiner gnaden! Mein leben dank' gepreist! Ich will dich, vater, ich deiner hand; Du hast mich droben, Dich sohn, dich heil'- überladen Mit ehr', gesundgen geist, Mit frohem herzen heit, ruh' und brod; Du machſt, loben. Die güt' ist ewig, ewig daß mir noch keine noth Bis dank Soll dir, o Gott, mein hieher konnte schaden. lebelang Von mir gesungen werden. 5. Du hast in Christo mich erwählt Aus des verderbens 12. O wie ist nun mein herz fluthen; Es hat mir sonst auch So leicht, und ganz entladen nicht gefehlt An irgend einem Von unruh', pein und schmerz! guten; Zuweilen bin ich auch Jetzt kann mir nichts mehr dabei, Daß ich nicht sicher lebt' schaden; Ich habe nun ein und frei, Gestäupt mit vatergnadenpfand, Das fass' ich mit ruthen. 220 Von der Buße. 6. Hab' ich mich denn auch| fernes meer! Bedeckt mich, fallet gegen dich Der dankbarkeit be- auf mich her, Ihr flippen, flissen? Ach nein! ein and'res berg' und hügel! fühle ich Im herzen und gewissen; Darin ist, leider! nichts gesund; An allen orten ist es wund Von schweren sündenbiffen. 7. Mein ganzes leben, jedes jahr, Auch meine jugendsünden Verklagen mich zu offen bar: Wo soll ich rettung finden? Sie stellen, Herr, mir vor's gesicht Dein unerträglich zorngericht, Der hölle off'nen rachen. 8. Ach, meine fünden allzumal, Schäm' ich mich zu befennen; Sehr groß ist überdies die zahl, Ich weiß sie kaum zu nennen, und feine ist an sich so klein, Daß ich für sie nicht schon allein Auf ewig müßte 12. Es ist umsonst, könnt' ich auch gleich Bis in den abgrund dringen, Könnt' mich in das entfernt'ste reich, Ja bis zur sonne schwingen; An allen orten siehst du mich, Und wirst die sünden öffentlich An's helle licht dort bringen. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, Ich flieh' zu deinen wunden; Laß mich da eingeschlossen sein Und bleiben alle stunden. Dir ist ja, o du Gottes lamm, All' meine schuld am freuzesstamm zu tragen, aufgebunden. 14. Dies stelle deinem vater vor, Daß er an gnade denke, Daß sein erbarmungsvolles ohr Zu meinem flehn sich lente, Und daß er wegen deiner last, Die du auf dich genommen hast, In's meer der sünden senke. brennen. 9. Bisher hab' ich in sicher heit Fast unbesorgt geschlafen, Gedacht: es hat noch lange zeit; Gott pflegt nicht bald zu strafen, Er pfleget gegen unsre schuld Nicht streng zu sein; es hat geduld Der hirt mit seinen schafen. 10. Ach, aber alles jetzt er wacht; Mein Herz will mir zerspringen; Ich sehe deines donners macht, Dein feuer auf mich dringen; Es regt sich wider und der hölle reich, Die wollen 299. Erleuchte mich, du mich verschlingen. heil der fünder, Durch dich und deinen gnaden11. Wo bleib' ich denn in schein, Und laß, o freund der dieser noth? Nichts helfen thor menschenfinder, Dein herz auf und riegel; Wo flieh' ich hin? mich gerichtet sein; Steh' mir o morgenroth, Ertheil' mir deine nach deiner gnade bei Und flügel! Verbirg mich, o du mache mich von sünden frei. 15. Hierauf will ich zu jeder zeit Mit ernst und sorgfalt meiden Die schnöde lust und eitelkeit, Und lieber alles leiden, Als daß ich sünd' aus vorsak thu': Mein Gott, gieb du mir kraft dazu, Bis ich von hier werd' scheiden. ( 90) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. Von der Buße. 221 2. Du bist und bleibst der meinem elend theil; Du wirst trost der erden; Wir flehen dich den seelenschaden heilen; Ward als helfer an, Durch welchen doch durch dich der aussatz heil. wir errettet werden, Der allen Auf deine hülfe hoffe ich; Durch menschen helfen kann, Der allen deine wunden heile mich! schaden tilgt und heilt, Der zur bekehrung fraft ertheilt. 9. Ich bin wie todt und ohne stärke, Will' und verstand 3. Durch dich, Herr, kann sind ohne kraft; zu thun rechtder blinde sehen, Der taube schaff'ne gute werke, Verleih' hört durch deine kraft, Der mir neuen lebenssaft. Wirst fahme kann gerade gehen, Der du mir nur zur seite stehn, So aussatz wird hinweg geschafft, Die todten wecket deine macht, Den armen hast du trost gebracht. kann ich deine wege gehn. 4. Hast du vor diesem solche thaten Durch deine starke hand vollbracht, So kannst du jetzt der noth auch rathen, Die unsre seele elend macht; Zeig', Herr, was deine allmacht kann, Auch mir durch deine gnade an. 10. Ich bin mit elend ganz umgeben, Voll armuth, traurig, ohne ruh', Drum sende mir, mein heil und leben, Die süße friedensbotschaft zu, Laß mich hier im gewissen rein, Vor dir gerecht und selig sein. 5. Du kennst die schwäche meiner bin und ſehe nicht, Ja, täglich irre 300. Grbarm' dich, Herr! mein schwaches ich und fehle; Erleucht' mich herz, Geneigt zu eitelkeiten, durch dein gnadenlicht; Dein Läßt, bald durch freude, bald wort und dein gesetz allein Laß durch schmerz, Sich auf den meines fußes leuchte sein. irrweg leiten; Wie wankt ein 6. Herr, öffne mir die tau- rohr, vom wind regiert, So ben ohren, Daß ich dir recht irrt, von leidenschaft verführt, gehorsam sei, Und laß mich, Auch oftmals meine seele. Herr, durch dich neu geboren, Mit hilf mir, daß ich als ein christ herzenslust und fester treu' Auf Das flieh', was vor dir strafdein wort merken, stets bereit, bar ist, Und nur das gute wähle. Zu thun, was dein gesetz gebeut. 2. Laß doch mein herz nicht 7. Ich geh' mit ungewissen fernerhin In seiner neigung tritten; Ich strauchle hier und wanken; Erhebe den verirrten strauchle dort; Drum will ich sinn Zu himmlischen gedanken. deine fraft erbitten; Führ' du Wenn von dem dienst der eitelmich selbst gerade fort; Fest, feit Mich deines geistes kraft Herr, laß meine füße stehn, befreit, So wird es mir gelinNie von der bahn der wahr- gen. Ich halte deinem geiste heit gehn. still; Ich will mich ändern, Herr, ich will; Gieb selber das vollbringen. 8. Mein arzt, du wirst ja nicht verweilen, Du nimmst an Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 222 Von der Buße. 3. Umsonst such' ich der 2. Du willst nach deiner tugend bahn, Wenn du mich großen güte Nicht eines einz'gen nicht begleitest Und mich, befreit fünders tod; Drum weckst du vom menschenwahn, Zu deiner oftmals sein gemüthe Zu fühwahrheit leitest. Du hassest len seine sündennoth: Wohl jeden falschen schein, Mit ernst dem, der deine stimme hört, willst du verehret sein. Herr, Und redlich sich zu dir bekehrt; hilf, um Jefu willen! Erhebe den gebeugten muth, Hilf mir, der leidenschaften wuth Durch deine gnade stillen. 3. Den rettest du von dem verderben, Nimmst seine buße gnädig an, Machst ihn zu deinem find und erben, Daß er 4. Mein Gott, mein Gott, frohlockend rühmen kann: Wie gedenke nicht Der fünden mei- groß ist Gottes vaterhuld, Er ner jugend! Wie hart schien tilget meine fündenschuld! mir oft meine pflicht, Wie rauh die bahn der tugend! Und doch trugst du mich mit geduld: Laß, vater, laß mich diese huld Nicht undankbar verachten! Dir folgen, ist mein wahres heil; Olaß mich's, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. 4. Sollt' ich die gnade denn verachten, Die mir noch kraft zur beff'rung reicht! Vom troste leer, muß der verschmachten, Von dem, Gott, deine gnade weicht; Sie aber weicht von dem zuleßt, Der frevelhaft gering sie schätzt: 5. Ich bin ein mensch, du 5. So gieb, daß deiner gnatennest mich; Wie schwach sind denlockung, Gott, mein herz meine fräfte! Doch meine seele stets offen sei, Damit mich ja hofft auf dich; Du wirst zu nicht die verstockung, Wenn ich dem geschäfte Der heiligung mein leben ohne reu' Im fünmir fraft verleih'n Und mich dendienste zugebracht, zu deinem mit deiner hülf' erfreu'n, Vor zorngefäße macht. dir gerecht zu leben. Ich, dein 6. Sich bessern, ist der weg erkauftes eigenthum, Will da- zum leben: Drum laß mich in für deines namens ruhm In der kurzen frist, Die du zum ewigkeit erheben. ( 26) heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, Nur dafür ündenelend sich entreißt. sorgen, daß mein geist Dem Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 301. Gott, hilf mir, daß 7. Verleihe mir dazu die ich buße thue, gnade, Die uns vom sündenWeil mich noch deine stimme dienst befreit, Und leite mich lockt; Bewahre mich vor fal- selbst auf die pfade Der christscher ruhe, Dabei das herz sich lichen rechtschaffenheit: Wie leicht verstockt, Wenn du selbst glücklich bin ich dann schon das gewissen rührst Und zum hier! Wie selig einst, mein gefühl der sünden führst. Gott, bei dir! Von der Buße. c. Reuige Demüthigung vor Gott. Mel. Herr Christ, du bist das wahre licht. 302. frommer und ge treuer Gott! Ich habe wider dein gebot Gesündiget und wider dich: Das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, gnadenreicher Gott, Du wünscheft nicht des sünders tod; Du bist in dieser gnadenzeit, Ihn anzunehmen, ftets bereit: 6. Ich will mein leben auch hinfort Stets führen, Herr, nach deinem wort; Damit ich einst nach dieser zeit Gelange zu der seligkeit. ( 116) 223 3. Dies ist, Herr, meine zuversicht; Ich weiß es, du verstößt mich nicht; Dein sohn hat g'nug für mich gethan, Drum ruf ich dich als vater an. 4. Laß seine wunden, seine gemüthe. pein Mich von der sünden 4. Vornämlich hast du mit macht befrei'n; Es gelte die geduld Biel' jahre mich verbarmherzigkeit Bei dir mehr, schonet Und mir nicht, wie ich als gerechtigkeit; oft verschuld't, Nach deinem 5. Verschone, Herr, laß zorn gelohnet, Hast fort und deine huld Bedecken alle meine fort, o höchster hort, Dich meischuld! So werde ich, ver- ner angenommen, Auch nichts lor'nes find, Entledigt aller gespart, nach vaters art, Daß meiner sünd'. ich zu dir möcht' kommen; 303.J ch armer fünder komm' zu dir Mit hochbetrübtem herzen, O Gott, der gnädig für und für, Und flage dir mit schmerzen Die sünden all' und jeden fall, Den ich vor dir begangen Von jugend auf, seitdem der lauf Des lebens angefangen. 2. Die fünden, die ich je gethan, Kann ich unmöglich zählen; Doch seh' ich sie mit reue an, Sie sind es, die mich quälen: Dein liebster sohn hat mich davon Durch seinen tod befreiet; Dennoch hab' ich so freventlich Die missethat erneuet. 3. So ist auch meine dankbarkeit Sehr schlecht bis diese stunde; Kaum hab' ich dir zu einer zeit Gedankt von Herzensgrunde Für deine treu', die täglich neu, Für deine lieb' und güte, Die ich an mir so reichlich spür', Am leib und am 5. Mit deinem wort hast du gar oft An mein Herz angeschlagen, Auf meine besserung gehofft, Dein heil mir angetragen, Hast früh und spat durch lieb' und gnad' Zur buße mich bewogen, Auch manchesmal durch noth und qual Mich zu dir hingezogen. 6. Dennoch, wie ich's nicht leugnen kann, Oft, wenn du angeklopfet, Hab' ich das herz nicht aufgethan, Die ohren auch verstopfet, Durch unbedacht dein 224 Von der Buße. wort veracht't, Den rücken dir| mich stets übe In dem, das dir gefehret; Du warntest mich gefällt an mir, Und alles böse recht väterlich, Ich hab' nicht meide, Bis ich hinfahr' zur d'rauf gehöret. engelschaar, Da nichts denn lauter freude. ( 63) 7. Du könntest ja mit gutem recht Das leben mir verkürzen Und mich, als einen böjen knecht, Hinab zur höllen stürzen, Der ich ohn' ſchen, ohn' leid 304. Grzeig'an mir, Gott, sünden oft verweilet; Dennoch giebst du mir raum und ruh', Hast mich nicht übereilet: große gnade, Gieb, daß sie meiner fünden mich entlade; Du hast ein vaterherz, du liebst das Leben Und kannst vergeben. 2. Dein eifer müsse sich an mir nicht rächen! Gott wasche mich von allen den verbrechen, mein gewissen. Die höllenpein Die mich beflecken, rein von wird schrecklich sein, Doch hab' allen sünden, Die ihn entich sie verschuldet; Ich bin zünden. nicht werth, Daß auf der erd' 3. Ich weiß die fünden, Mich noch mein schöpfer duldet;| welche mich entweihen, Ich fühle sie, ich sehe, wie sie dräuen; Sie schrecken mich des tags, in bangen nächten, Mich ungerechten. 9. Ich bin nicht werth, daß man mich nennt Ein bild, nach dir geschaffen; Werth bin ich, daß, von dir getrennt, Mich straf' und zorn hinraffen. Wenn ich betracht' der fünden macht, So muß ich frei gestehen: Siehst du, Herr, an, was ich gethan, So muß ich gar vergehen. 10. O vater der barmherzigfeit! Ich falle dir zu fuße. Verwirf den nicht, der zu dir schreit, Und thut rechtschaff'ne buße; Dein angesicht in gnaden richt' Auf mich betrübten fünder; Gieb einen blick, der mich erquick', So wird mein' angst bald minder; 8. Wenn dies mein herz bei sich bedenkt, Muß ich in thränen fließen. Die große sicherheit mich fränkt Und schrecket Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott 2c. 4. Jehovah, oft hab' ich vor dir gefündigt! Dein auge sieht's und dräu't mir und verkündigt Verdammniß; auch erschreckt mich deine stimme Mit ihrem grimme. 5. Ach richter, deine dräuungen beweisen, Daß du gerecht bist; deine strafen preisen Dich, daß du heilig sei'st und der verbrecher Furchtbarer rächer. 6. Du liebst ein heilig, unbefleckt gewissen; Ach gieb es! laß in meinen finsternissen Mich deine weisheit im verborg'nen sehen Und sie verstehen. 11. Eröffne mir dein freund lich herz, Die wohnung deiner liebe; Vergieb die sünd', heil' 7. Verbirg, verbirg vor deinem angesichte Mein übertreallen schmerz; Hilf, daß ich ten, daß es mich nicht richte! Von der Buße. 225 Tilg' aus die fünden, welche mich der mein gesicht Vor dir, zu ntweihen, Weil sie mich reuen. reines himmelslicht: Gott sei 8. Erschaff' in mir, Gott, mir fünder gnädig! eine reine seele, Ein neues herz, das deine wege wähle, Und mach' es fest und stärke sein bestreben, Nur dir zu leben. 3. Die schuld, der ich mir wohl bewußt, Durchängstet mein gewissen, Ich schlage reuig an die brust; Laß mich die schuld nicht büßen! Ich bin es zwar, mein Gott, nicht werth, Daß du mich duldest auf der erd'; Doch weil du winkst, so bet' ich Mit ganz zerknirschtem bangem geist, Der gleichwol dich noch abba heißt: Gott sei mir fünder gnädig! 4. Mein abba, schaue Jesum an, Den gnadenthron der fünder, Der für die welt genug gethan, Durch den wir Gottes dein ruhm von mir erhoben! finder Im gläubigen vertrauen Ich will voll dankbarkeit auf sind; Der ist's, bei dem ich alle zeiten Dein lob verbreiten. 11. Eröffne meine lippen, dich zu loben! Es werde, Herr, 9. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte, Den heiligen, daß er auf deine wege Mich leiten möge. 10. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe! gieb den geist der freuden, Damit er, weil ich keine fraft besize, Mich unterſtütze. Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. ruhe find', Sein herz ist ja gutthätig; Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes herz mitleidig bricht: Gott sei mir 305. könig, beffen ſünder gnädig! majeſtät Weit 5. Regiere doch mein herz über alles steiget, Dem erd' und sinn In diesem ganzen und meer zu dienste steht, Vor leben. Du bist mein Gott, und dem die welt sich neiget, Der was ich bin, Bleibt ewig dir himmel ist dein helles kleid, ergeben. Ach, heilige mich ganz Du bist voll macht und herr- und gar; Laß meinen glauben lichkeit, Sehr groß und wunder- immerdar Sein durch die liebe thätig; Sch armer wurm ver- thätig; Und will es nicht fort, mag nichts mehr, Als daß ich wie es soll, So ruf' ich, wie ruf zu deiner ehr': Gott sei mein herz ist voll: Gott sei mir fünder gnädig! mir fünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der 6. Mein Leben und mein zöllner that, Beschämt und voller sterben ruht Allein auf deiner sünden; Ich suche deine hülf' gnade; Mir geh' es gleich bös' und gnad', Laß mich erbarmung oder gut, Gieb nur, daß mir's finden! Ich weiß, daß ich voll nicht schade. Kommt dann das fehler bin, Ich finde, daß mein lebensziel heran, So sei mir herz und sinn Zum guten ganz auf der todesbahn, Mein Jesu, unthätig: Drum schlag ich nie- selbst beiräthig, Und wenn ich 15 226 Von der Buße. nicht mehr sprechen kann, So ich gethan; Nimm mich noch nimm den letzten seufzer an: erbarmend an; Führe mich vom Gott sei mir fünder gnädig! sündenpfade Schnell zurück durch deine gnade! ( 158) du mir bisher erzeigt, 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue. Gieb, daß mein beschwerter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt; so Was dein sohn auch mir erwird mein ganz gemüthe Zu warb, Da er für die fünder der tiefsten scham gebeugt, Daß starb, Fried' und freude im geich dich gering geschäßt, Häufig wissen, Ach, das laß auch mich dein gebot verlegt Und dich, genießen! der du mich geliebet, Doch so oft und schwer betrübet. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. 306.ht öchster, denk' ich die güte, Die 7. Stärke selbst in meiner seele Den entschluß, mich dir 2. Alle meine seelenträfte, zu weihn; Gieb, daß keine kraft Meine glieder sind ja dein, mir fehle, Folgsam deinem wort Und sie sollten zum geschäfte zu sein; Stehe mir stets mächtig Deines dienstes fertig sein; bei; Mache du mich selbst recht wie hab' ich sie entweiht! Ach, treu! Dich zu lieben, Dir zu zur ungerechtigkeit Und zum leben, Sei mein eifrigstes beschnöden dienst der sünden Ließ streben! ( 36) ich mich oft willig finden! 3. Deine huld war jeden Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. morgen lleber mir, o bater, neu; 307. Gräge ich, Herr schweren deine liebe, Die forgen Machtest du mein herz du so huldreich mir erzeigt, Und nicht frei; Was mir nüßte, prüfe meines herzens triebe, gabst du mir; Aber ach, wie Die nur zum bösen stets gedankt' ich dir? O wie hab' ich neigt: Alsdann, o Gott, erso vermessen Deines wohlthuns schrickt mein geist, Weil er sich zweck vergessen! undankbar beweist! 2. Furcht, angst und traurigfeit erfüllen Älsdann mein fummervolles herz, Und nichts 4. Bei dem hellen licht der gnaden Sollt' ich ja die sünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich be- kann meinen jammer stillen; mühn. Deine güte lockte mich Selbst der gedanke macht mir Oft zur buße, aber ich Floh schmerz, Daß du unendlich gütig vor ihrem sanften locken, Suchte bist, Weil nun mein undank mich selbst zu verstocken. größer ist. 5. Ach, an dir hab' ich gefündigt; Gott, mein vater, zürne nicht! Dir hab' ich oft aufgekündigt Meine schuld'ge 3. Du leitest mich auf allen wegen; Du sorgest für mein täglich brod; Du überschüttest mich mit segen; Du reißest mich findespflicht: Ach, vergieb, was aus aller noth; Du liebst mich Von der Buße. 227 treu und väterlich; Und ich, zusehn? Weh' mir, so ist's um ich handle wider dich. mich geschehn! 4. Wenn ich zum bösen lust 10. Doch nein! noch sind empfinde, So stärket mich dein die frohen tage, Darin uns geist durch's wort, Mich zu be- deine langmuth trägt; Noch wahren vor der sünde; Ich hörest du der menschen flage; aber fehle fort und fort; Ich Durch thränen wirst du noch gebe oft den lüsten raum Und bewegt; Noch hältst du, schöpfer, merke meine fehler kaum. nicht gericht, Nur dann erst, wenn mein auge bricht. 5. Du lehrst mich selbst, an Jesum glauben; Du hilfft mir, wenn ein arger feind Mir dieses kleinod sucht zu rauben, Das mich mit dir genau vereint; Du stärkst mich, wenn ich werde schwach, Und doch geh' ich den sünden nach. 11. Nun, Herr, so siehe meine thränen, Die thränen ernster buße sind; Laß Jesum mich mit dir versöhnen, Und sei mein vater, ich dein kind; Will künftig eifrigst mich bemühn, Die sünde wie ein gift zu fliehn. 6. Ich murre wider jene sünder, Ich murre wider jene Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. ſtadt, Darüber, als verlor'ne 308. Was hilft's, Gott daß dir ver finder, Dein eigner sohn geweinet hat; Und dennoch denk' ich selber nicht An meine oft verlegte pflicht. 7. Ich weiß, daß sich die engel freuen, Wenn sich're sünder in sich gehn Und ihre missethat bereuen; Doch laß ich's von mir selbst geschehn, Daß mich der trieb zur luft verführt, So oft er in mir rege wird. hehle, Was mir oft furcht und grau'n erweckt? Du prüfft die tiefen meiner seele; Mein herz ist vor dir aufgedeckt; Du siehst in ihm der sünde lust; Mein ganzes thun ist dir bewußt. 2. Du siehest die geheimen ränke Des herzens, das die welt noch liebt; Du weißt sie, eh' ich sie noch denke, Und eh' mein wille böses übt; Du fennest alle meine schuld, Und trägst mich dennoch mit geduld. 8. Ich weiß, du willst, daß von dem wege Des bösen sich der fünder kehrt, Und doch bin ich zum guten träge, Zum 3. Du weißt die fünden guten, das dein wort mich lehrt. meiner jahre, Wenn ich als Ich weiß, wir sollen heilig sein, kind, als mann, gefehlt, So Weil du es bist; und bin wie auf meinem haupt die ich's? nein! haare Von dir, mein schöpfer, 9. Herr, ach so groß ist sind gezählt; Ja selbst den mein verbrechen! Herr, ach so fehltritt kennest du, Den ich groß ist meine schuld! Nun ohn' es zu wissen, thu'. richte, soll ich darum sterben? 4. Ach Herr, drum will ich Hast du hinfort nicht mehr ge- dir gestehen Die größe meiner duld, Den sündern länger nach- missethat; Erbarme dich, und 15* 228 Von der Buße. hör' mein flehen; Ich bitte dich, 3. Drum, ich muß es nur bes wie David bat: Ach, richte tennen: Böses hab' ich, Herr, nicht, Herr, deinen knecht, Denn gethan, Darf mich nicht dein vor dir ist kein mensch gerecht. find mehr nennen; Denn auf 5. Bekennen wir nur unsre breiter fündenbahn Wandeln fünden, So bist du ja so gut nicht des höchsten finder, Nein, und treu Und läsfest uns erbar- nur die verirrten fünder. mung finden und machest uns von fünden frei: So reinige denn, Herr, auch mich, Der ich durch Jesum bitte dich. 4. Es vermag fein mensch zu zählen Meiner fünden groBes heer; Selbst der flügſte würde fehlen, Und es würde ihm zu schwer, Daß er alle mein' gebrechen Sollte wiſsen 6. Durch Jesum, der uns trost verkündigt Und für uns bei dir, richter, spricht, Wenn auszusprechen. sich ein mensch an dir verfün- weinen, Heile mein zerknirschtes 5. Vater, ach vernimm mein digt, Durch Jesum, meine zuversicht, Der das gesetz für herz; Laß mir deinen trost mich erfüllt Und, richter, dei- erscheinen, Lind're meiner seelen schmerz; Laß auf mich von nen zorn gestillt. deinen höhen Dein erbarmend auge sehen! 7. Nun, Herr, wie fannst du widerstehen, Da selbst dein sohn mein beistand ist? Ich will getrost jetzt von dir gehen, Versöhnt mit dir durch Jesum Christ; Denn Jesu, deines sohnes blut, Giebt mir von neuem trost und muth. 7. Gläubig will ich zu ihm eilen; Sein für mich vergoff'err, ich habe miß- nes blut Kann die fündenwungehandelt, Ja, den heilen, Denn es löscht der höllen glut. Laß, o Gott, um Jesu willen, Meiner seele angst sich stillen! 8. In ihm laß mich gnade finden, Und vertilge meine schuld; Wasche mich von meinen sünden, Tröste mich mit deiner huld! Herr, laß deinen 309.5, mich drückt der sünden last; Ich bin nicht den weg gewan delt, Den du mir gezeiget hast, Und jetzt wollt' ich gern aus schrecken Mich vor deinem zorn verstecken. 6. Ach Gott, laß die strengen fluthen Deines zorns und sein gericht, Laß die wohlverdienten ruthen Mich im grimm vertilgen nicht! Jesus hat, was ich verdienet, Schon durch tod und blut verfühnet. 2. Doch, wie könnt' ich dir entfliehen! Du wirst allenthalben sein. Wollt' ich über see geist mich treiben, Ewig treu gleich ziehen, Stieg' ich in die bei dir zu bleiben. ( 42) gruft hinein, Hätt' ich flügel gleich den winden; Dennoch 310.Aus tiefer noth schrei du ich zu dir, Herr Von der Buße. 229 Gott, erhör' mein rufen, Dein| leiste, Damit wir gehn auf seignädig ohr neig' her zu mir, nem pfad, Daß unsre sünd' Und meiner bitt' es öffne! der seel' nicht schad'! Wer das Denn so du willst das sehen begehrt, sprech': amen! an, Was sünd' und unrecht ist gethan, Wer kann, Herr vor Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn 311.nun endlich wachet gnad' und gunst, Die sünde zu vergeben, Es ist doch unser thun umsonst Auch in dem besten leben, Vor dir niemand sich rühmen fann; Deß muß sich fürchten jedermann, Und deiner gnade leben: mein gewissen Aus seinem langen schlummer auf Und prüft, von später reu' zerrissen, Aufrichtig meinen lebenslauf. Nichts, nichts als sünden zeigt es mir und rufet drohend: wehe dir! 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen; Auf ihn will ich verlassen mich, Und seiner güte trauen, Die mir zusagt sein werthes wort: Das ist mein trost und treuer hort, Deß will ich all'zeit harren. 3. Wo sind die freuden nun 4. Und ob es währt bis in der sünde, Die sie mir so ge die nacht und wieder an den wiß versprach? Ach, wie vermorgen; Doch soll mein herz rauschten sie geschwinde, Und an Gottes macht Verzweifeln ließen grau'n und ekel nach! nicht, noch sorgen: So thu' Zugleich mit euch floh meine ein christ von rechter art, Der ruh'; Jetzt stürmen leiden auf aus dem geist erzeuget ward, mich zu. Und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der sünden 2. Was hab' ich nun nach so viel jahren Von meinen fünden für genuß? Ach, lauter schrecken und gefahren, Pein, seelenunruh' und verdruß. Wie lief ich euch, ihr sünden, nach, Nun lohnt ihr mir mit angst und schmach. 4. Ach, alles ist für mich verLoren: Gesundheit, güter, gut viel, Bei Gott ist viel mehr gerücht; Verspottet werd' ich gnade; Sein' hand zu helfen von den thoren, Und weiser hat kein ziel, Wie groß auch sei mitleid find' ich nicht; Ja, tod der schade. Er ist allein der und leben ist für mich Gleich gute hirt, Der Ifrael erlösen schrecklich und gleich fürchterlich. wird aus seinen sünden allen. 5. Ich fühl' es, ewig werd' ( 92) ich leben, und ewig ist der Späterer Zusah. sünde pein. Was ich verdient, wird Gott mir geben, Und 6. Ehr' sei dem vater und schrecklich wird mein urtheil dem sohn Und auch dem heil'gen sein. Verachtet hab' ich seine geiste, Wie es im anfang war huld; Trägt Gott nun länger und nun! Der uns sein' gnade wol geduld? 230 Von der Buße. 6. Darf ich noch vor dein| Und lindern meiner seele schmerz? antlig treten, Der du den tod Erbarme dich, erbarme dich, den fündern schwörst, Noch vor Gott, mein erbarmer, über mich! dir weinen, zu dir beten Und 4. Wie lange soll ich trosthoffen, daß du mich erhörst? los flagen? Hörst du denn Ja, Herr, denn zwar gerecht nicht? ach, hörst du nicht? bist du, Doch sagst du auch Wie kannst du gnade mir vererbarmen zu. sagen, Die mir dein wort so 7. Wenn ich nun noch der oft verspricht? Erbarme dich, sünd' entsage, Sie flieh' und erbarme dich, Gott, mein erhasse wie den tod, Nun noch barmer, über mich! nach deinen rechten frage Und 5. Verzweifelt, böse ist mein ernstlich ehre dein gebot: So schade, Den niemand heilt, als bist du viel zu reich an huld, du allein; Ach aber, vater, Und tilgst durch Christum alle gnade! gnade! Laß mich doch schuld. nicht verloren sein; Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich! 8. Hört es, ihr himmel! erde, höre! Seid zeugen zwischen Gott und mir! Vergieb mir ewiger! ich schwöre Beim tode Jesu Christi dir: Ich will nun ganz dein eigen sein, Mach' du mich nur von sünden rein. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 312.3 charmer mensch, 6. Nicht nach den missethaten lohne; Ich weiß wol, daß sie strafbar sind, Doch, treuer vater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein find, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein wort, so werd' ich leben, Sprich, daß ich armer fünder ich's im gewissen hör': Geh' hin, die sünd' ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich! Steh' hier vor Gottes angesicht, Ach Gott, ach Gott! verfahr' gelinder, Und gehe doch nicht in's gericht; Erbarme dich, crbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, daß ich erhöret, Und ganz gewiß er2. Wie machen mich die höret sei, Weil sich der trost im sünden bange, Da sie so groß herzen mehret; Drum endiget als zahlreich sind! Ach, wenn sich mein geschrei: Erbarme ich doch nur gnad' erlange, Ich dich, erbarme dich, Gott, mein armes und verlor'nes find! Er- erbarmer, über mich!( 154) barme dich, erbarme dich, Gett, mein erbarmer, über mich! Mel. Werde munter, mein gemüthe. 3. Hör', ach erhör' mein ſehnlich ſchreien, Du haſt ja 313. A watch Wie willst ausgerichtet, Ach, du mir denn nicht verzeihen was hab' ich doch gethan! Wer Von der Buße. 231 ist, der die sache schlichtet? mir höllenangst gebiert. Was Mein gewissen tlagt mich an. mir Gottes wort verbeut, Sei Ich bin selber wider mich, Weil verflucht in ewigkeit; Ewig ich, leider! freventlich Mich sei'n verflucht die stunden, Da mit lastern oft beflecket Und ich sündenlust empfunden. des höchsten zorn erwecket. 2. Gott, ich muß mit zittern sagen, Daß ich sei ein sündenfnecht. Jetzt erst fühl' ich meine plagen; Aber du, du bist gerecht. Mein verderbtes fleisch und blut Hat das rechte wahre gut Durch des teufels trieb verachtet und den lüsten nachgetrachtet. 3. Vorhin hab' ich mich gefreuet Meiner schweren sündenlast; Jetzt, da solche mich gereuet, Hab' ich weder ruh' noch rast. Ach, was mich vorhin ergögt, hat mich nun in angst gesetzt; Was vorhin den leib erquicket, Ist's, das nun die seele drücket. 4. Manches jahr bin ich gelaufen Den verdammten irreweg, Habe mit dem blinden haufen Stets gehaßt den guten steg, Der zur himmelspforte führt; Nie, ach nie hab' ich gespürt Eine reue meiner fünden: Wo soll ich nun rettung finden? 7. O wie bist du, sünde, sünde, Eine last, die centnerschwer! Alles, was ich an mir finde, Nengstet, drückt und kränkt mich sehr. Gott, dein zorn hat mich erschreckt; Ach, wer ist, der mich versteckt? Keine freatur fann rathen Meinen schweren missethaten. 8. Herr, es steht in deinen händen; Du allein hilfft aus der noth; Du kannst meinen jammer wenden, Du kannst retten von dem tod; Es steht ganz allein bei dir; Niemand kann sonst helfen mir; Du kannſt gnädig mich erneuen, Und in ewigkeit erfreuen. 9. Ich verdamme seel' und glieder, Sprich du sie in gnaden los; Sieh', ich falle vor dir nieder; Nimm mich auf in deinen schooß! Stärfe deinen schwachen knecht; Laß, Herr, gnade gehn für recht! Wenn du in's gericht willst gehen, Herr, wer kann vor dir bestehen? 5. Gott, ich soll gen him- 10. Deines sohnes martermel sehen; Aber ich seh' unter zeichen Stell' ich zwischen mich mich. Wie ist mir, mein Gott, und dich; Laß mich dadurch geschehen, Daß ich so verlassen gnad' erreichen, Herr, ich bitte dich? Ich bin werth, daß mich flehentlich; Schau' auf deines dein grimm Mit erzürnter sohnes tod, Dieser reißt uns richterstimm' Jetzt sogleich zu aus der noth; Jesus hat ja boden schlage, Ja, zur höllen müssen sterben. Könnte ich denn ewig jage. wol verderben? 6. Alle freude sei verfluchet, 11. Du hast uns gewiß verDie von sünden hergerührt, heißen Herzliche barmherzigSene zeit, da ich gesuchet, Was feit; Dafür sollen wir dich 232 Von der Buße. preisen. Denk' an deinen theu- Von der großen fündenschuld ren eid, Der den fündern trost Frei durch Christum machen! verspricht; Du willst ihren tod Heile mich, Der ich dich Fest ja nicht, Leben willst du ihnen schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. im glauben fasse, Nicht von Jesu lasse. 3. Herr, wer denkt im tode 12. Herr, ich bitte dich, er- dein? Wer hilft in der hölle? höre Mich, gleich dem verlor'nen Rette doch von jener pein sohn. Der ich reuig zu dir Meine arme seele; Ich will fehre; Blicke von des himmels dir, Der mich hier Mit geduld thron! Ich bring' ein zerknirsch- getragen, Höchster Gott, lobtes herz Voller reue, voller sagen! schmerz, Das nach deiner gnade trachtet: Solches hast du nie verachtet. 4. Weicht, ihr feinde, weichet hie! Auch der fünder flehen Bleibt nicht unerhört, wenn sie Zu Gott gläubig gehen. Banger geist, Er verheißt, Alles dir zu schenken, Du sollst dich nicht kränken. ( 4) 13. Laß die engel fröhlich werden, Daß ein fünder buße thut. Weil ich lebe hier auf erden, Will ich das, was fleisch und blut Hat bisher so hoch geacht't, Was mir schnöde lust gemacht, Hassen, mich dir ganz Mel. O vater der barmherzigkeit. ergeben Und nur dir zur ehre 315. Weh' mir, daß ich 14. Wirst du mir zur seite Als wär' ich gar verblendet, stehen Durch des guten geistes Gefündigt ohne maß und ziel, traft, Werd' ich nie den weg Von Gott mich abgewendet, mehr gehen, Der hinab zur Der mir doch nichts denn hölle rafft. Gott, ich kehre lauter gnad' Und wohlthat mich zu dir; Kehre du dich stets erwiesen hat In meinem auch zu mir, Dafür will ich ganzen leben. deinen namen Ewig preisen. Amen! Amen! ( 125) 2. Weh' mir, daß ich vor meinem Gott Mein herz so oft verschlossen, Da ich doch seinen schuß in noth Und seinen trost 314.Straf mich nicht in genoſsen! Viel böſes habe ich vollbracht, Des Herren gutthat nicht bedacht, Aus leichtsinn sie vergessen. deinem zorn, GroBer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlor'n; Nach verdienst nicht lohne! Handle 3. Mich überzeuget herz und nicht Im gericht Mit mir, dei- sinn, Ich muß es frei bekennem fnechte, Herr, nach strengem rechte! nen, Daß ich ein großer fünder bin, Der ewig sollte brennen; Doch, Herr, ich denk' an deine gnad", Die Christus mir er2. Herr, nach deiner vaterhuld Wollest du mich schwachen Von der Buße. 233 worben hat; Du kannst und sünden! Wo ist der mann, Der wirst mir helfen. helfen kann, In dieser welt zu finden? 4. Groß ist zwar meine missethat, Zahllos sind meine sünden; Doch ist weit größer deine gnad', Kein mensch kann sie er gründen. So groß, o großer Gott, du bist, So groß auch dein erbarmen ist, Und deine vaterliebe. 2. Lief' ich gleich weit Vor bangigkeit Bis zu entfernten meeren, Um frei zu sein Von meiner pein, Würd' ich mich doch bethören. 3. Zu dir flieh' ich; Erbarme dich, Hab' ich gleich zorn verdienet; Geh' mit mir nicht, Herr, in's gericht; Dein sohn hat uns verfühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß straf' und pein Auf fünde folgen müssen, So fahr' hie fort, Nur schone dort, Sonst müßt' ich ewig büßen. 5. Die hast du keinem je versagt, So lang' die welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht verzagt, Wird nimmermehr zu schanden; Drum schrei' ich, Herr, zu dir allein; Laß meine schuld vergeben sein, Ach, laß mich gnade finden! 6. Ich bin das ungerath'ne find, Das sich von dir gewendet Und nach der welt art frech gesinnt, Sein erbtheil ganz verschwendet. Ach, vater, den verlor'nen sohn Trifft schon der wohlverdiente lohn, Denn meine seele darbet. 5. Hab', Herr, geduld, Vergieb die schuld, Gehorsam gieb im herzen; Laß mich ja nicht Wie sonst geschicht, Durch trok mein heil verscherzen. 6. Verfahr' mit mir, Wie's dünket dir, Durch dein' gnad' will ich's leiden; Nur müsse mich nicht ewiglich Die fünde 7. Ich habe dir oft wider strebt, Wenn du mein herz gerühret; Den lüsten hab' ich von dir scheiden. nachgelebt, Durch sie bin ich 7. Wie insgemein Die vöverführet; Mein höchstes gut gelein In bäumen sich verwar diese welt, Pracht, ehre, stecken, Um zu entgehn, Wenn wollust, gut und geld, Sie stürme wehn, Und blize sie erwaren mein verlangen. schrecken: 8. Doch meine große missethat, Die ich bisher begangen, Bereue ich, und suche gnad'; Ach, stille mein verlangen, Gieb deinen geist, der mich regier', Schaff' du ein neues herz in mir Um deines sohnes willen! ( 63) 8. Also, Herr Christ, Mein zuflucht ist Die höhle deiner wunden; Für sünd' und tod Und alle noth Wird ruh' allhier gefunden. 9. Wo ich auch bleib', Wenn seel' und leib Einst von einander scheiden, Damit ich dort Bei dir, mein hort, Genieße 316. Ach Gott und Herr, ſteter freuden. Wie groß und 10. Ach, Gott und Herr, schwer Ist doch die last der Lob, preis und ehr' Sei dir 234 Von der Buße. und deinem namen. Ich zweifle| gedenkt, Sich uns selbst zu nicht, Weil Jesus spricht: Wer eigen schenkt! gläubt, wird selig. Amen! ( Nr. 124 von V. 1-6 und Nr. 57 von V. 7-10.) 10. Gottes reich ist uns erkauft; Wer nun gläubt und wird getauft, Soll desselben bürger sein Und mit Gott sich ewig freu'n. Mel. Nun kommt der heiden heiland. roßer richter! ich kann nicht Stehn vor deinem angesicht. Ach, ich bin ja gar nicht rein, Könnt' ich denn dein find wol sein? 317.6 2. Meine fünden, die ich thu', Rauben mir die seelenruh': Ja, sie scheiden mich von dir, SchlieBen mir die gnadenthür; 3. Doch, ich will zu Jesu gehn, Blos auf seine güte sehn, Der mich von der missethat Durch sein blut erlöset hat: 4. Dieses blut besprenget mich, Redet für mich kräftiglich. Laß durch dessen kraft mich rein, Herr, von meinen sünden sein. 5. Vater, habe doch geduld, Ich erkenne meine schuld; Lind're meiner sünden schmerz, Deffne mir dein vaterherz; 11. Nun, mein Gott, auch ich bin hier; Ach, wie gerne brächt' ich dir Eine gabe, die dich ehrt, Und die deiner größe werth. 12. Aber reichthum darf man nicht Bringen vor dein angesicht; Eitles gold gilt nichts vor dir, Drum nimm, Herr, mein herz von mir. 13. Dies mein Herz fühlt große pein, Klagt sie aber dir allein; Tilgst du nicht die miſsethat, Herr, so weiß ich keinen rath. 14. Sieh' mich an, denn ich bin schwach, Hör' mein flehentliches ach! Gieb mir einen gnadenblick, Der mein mattes herz erquick. 15. Nun, ich fliehe himmelan, Wo mich Jesus schützen kann, Und so fahr' ich aus der zeit Zu der frohen ewigkeit. 6. Schaue doch den heiland an, Der mich so erheben kann, Daß ich dort in seinem reich Allen engeln werde gleich. Mel. Auf meinen lieben Gott. Dieser held reich von sündenmacht, Der jeut arimtes volt be- 318.Jn meiner finden sein dacht, Hoherpriester auch dazu, Der den fündern schaffet ruh'. noth Ruf' ich zu meinem Gott: Verzeihe, Herr, verzeihe! Herr, höre, wenn ich schreie, Und eil' mich zu erquicken, Wenn mich die sünden drücken. 2. Ach, vater, gehe nicht mit mir in dein gericht; Schenk gnade und erbarmen, Herr, mir geistlich armen! Bei dir ist tod und leben, Du strafft 8. Jesus, der die seinen schüßt, Und zu Gottes rechten figt, Bittet dort für uns und spricht: ,, Strafe, Herr, die fünder nicht." 9. der großen liebesbrunst, der unerhörten D gunst, Daß Gott so an uns und kannst vergeben. Von der Buße. 235 3. Erbarme, vater, dich, All-| ich hülfe fände! Für recht laß güt'ger, über mich! Wie lange, gnad' ergehn. Ich hoffe, Herr, ach, wie lange, st meiner seele auf dich; Zeig' mir den rechten bange! Laß mich in diesen weg, Denn nach dir sehn' ich nöthen, Herr, deinen fluch nicht mich. tödten. 4. Ich bin der zuversicht, Der Herr verläßt mich nicht. Wird der nicht alles schenken, Wie könnt' ich anders denken? Wird der nicht alles geben, Der mir den sohn gegeben? Du, meiner seele ruh', Otrost, wie groß bist du! És starb für meine sünden Herr, lehr' es mich empfinden Ein mittler, und er büßte Das, was ich leiden müßte. 6. Durch ihn bin ich erlöst, Ich, den Gott nicht verstößt: Nichts soll mir diesen glauben In prüfungsstunden rauben. Ich sterb' einst, amen, amen! Auf Jesu Christi namen. 4. Ich will, o stärke mich! Ich will die sünde hassen; Auf deine hülfe nur Will ich mich, Gott, verlassen; Nur das, was dir gefällt, Werd' auch von mir gethan: Führ' mich durch deinen geist Auf dieser eb'nen bahn. 5. Beruhige mein herz Um meines mittlers willen; Laß seines opfers trost Auch mein gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, Ganz unveränderlich; Dein will ich ewig sein; O Gott, erhöre mich! 320. ier lieg' ich nun, Mel. O Gott, du frommer Gott. mein Gott, zu deinen füßen; Ach laß mich doch für meine schuld nicht büßen; Ach, schaue mich mit gnadenaugen an Und strafe nicht, was ich nicht recht gethan. 319. et err, höre mein gebet Um deiner wahrheit willen! Du bist an gnade reich Und wirst mein 2. Ich muß mich zwar vor seufzen stillen. Ach, geh' nicht dir jetzt selbst verklagen: Die in's gericht mit deinem armen schuld ist groß, die ich hab' fnecht! Vor dir, o Herr, ist ja abzutragen; Erschrecklich ist die Kein sterblicher gerecht. schwere straf' und pein, Durch welche du, nach recht, versöhnt. willst sein. 2. Die größe meiner schuld Schlägt meine seele nieder; Beschämt empfind' ich sie; 3. Ich habe mich, auf breiten tröste du mich wieder, Daß lasterstraßen Einher zu gehn, mir der seele schmerz Nicht sehr oft verleiten lassen, Und alle fraft verzehrt; Wer ist, mit der welt, ich bin mir's der außer dir Mir wahren trost wohl bewußt, Zu wandeln hin gewährt? in schnöder fündenlust. 3. Zu dir, o treuer Gott, 4. Die pflicht, die mir zu Erheb' ich herz und hände; Mein thun war zugemessen, Die ist heil steht nur bei dir. O daß von mir aus trägheit oft ver 236 Von der Buße. geffen; Was aber mir dein| Was aller welt zu thun mund hat untersagt, Das habe unmöglich ist, kannſt du nur ich zu thun gar oft gewagt. thun, der du allmächtig bist. 5. Dein wort hab' ich sehr 12. Laß deine gunst mich oft zurück gesetzet, Durch sün- wiederum erblicken; Entzieh' den deine majestät verlezzet; dich nicht, mich matten zu erVor deinem zorn hab' ich mich quicken. Ich klopfe jetzt an nicht gescheut, Der mir mit deine gnadenthür, Beweise doch deinen strafen oft gedräut. barmherzigkeit an mir. 6. Ich böser mensch! was hab' ich doch begangen! Ich 13. So hoch wir über uns den himmel sehen, Laß deine bin in meiner fündenlust ge- gnade über mich ergehen; So fangen. herzensangst! jetzt weit vom abend morgen ist, so fühl' ich, fünde, dich! O Gottes weit Nimm meine sünde von zorn, wie sehr erschreckst du mir, die mich reut. mich! 14. Ja, Herr, ich opf're dir ein herz voll reue, Das sich verläßt auf deine gnad' und treue: Ich weiß, daß dies dir wohlgefallen kann, So nimm denn nun dies opfer gnädig an. 8. Vorhin trug ich zu sünden fein bedenken; Jetzt fühl' ich, wie sie herz und seele kränken. Ich habe nie an besserung gedacht Und so viel' jahr' in fünden zugebracht. 15. Ach, sieh' auf deinen sohn in seinem blute, Das er am kreuz vergossen mir zu gute, Die dornenkron' und seine nägelmal', Den hohn und spott, schmerz, marter, angst und qual. 16. Drum wollest du um seinet willen schonen Und nicht 9. Verflucht, verflucht sei nach schuld, nicht nach den alle meine freude, Die mich werken lohnen; Hat er doch getrennt von Jesu hirtenweide; schon, weil er am freuze sich Verflucht sei alle meine sünden- Selbst für mich gab, die schuld zeit, Die ich verbracht in schnö- gebüßt für mich. der fröhlichkeit! 17. Wie du dich oft der 10. Ist denn kein arzt, fein sünder angenommen, So laß mittel mehr zu finden, Von mich auch zu deiner gnade solcher last mich sünder zu ent- kommen; Ich bin sowohl durch binden? Ist denn kein mensch Christi blut erkauft, Sowohl, und keine freatur, Die, zu ent- als sie, auf Christi tod getauft: fliehn, mir zeige eine spur? 7. Vom satan hab' ich mich verblenden lassen; Die welt hat mich verführt, mein heil zu hassen; Mein eigen fleisch hat meinen geist verletzt Und mich in diese noth und angst gejetzt. 18. So woll'st du nun nicht 11. Nur du, mein Gott, meiner schuld gedenken, Aus fannst, wenn du willst, das gnaden woll'st du mir verleben, Trost, hülf' und heil, gebung schenken; Denn, willst gnad' und errettung geben; du in's gericht mit fündern gehn, Von der Buße. 237 So kann vor dir kein menschen-| bestehn Und nach dem tod in's find bestehen. ew'ge leben gehn: 19. Ach, sprich mich los von 26. So will ich dich für deine allen meinen sünden, Und laß liebe preisen Und dir nach mich armen gnade vor dir fin- pflicht lob, ehr' und dank den; Laß dieses mal, ach höre erweisen: Hier will ich's thun, doch mein flehn! Nicht ohne weil ich leb' in der zeit, Und trost mich von der stelle gehn. noch viel mehr in jener ewig20. Denk' an den bund, den feit. du noch nie gebrochen, und an den theuren eid, den du geprochen: So wahr du lebst, du sei'st ein solcher Gott, Dem nicht gefällt des größten fünders ( 142) tod. 21. Umfange mich mit deinen liebesarmen und reiß' mich aus der noth durch dein erbarmen; Verlaß den nicht, der sich von dir verirrt und sich so sehr in eitelfeit verwirrt; 22. Laß über mich im himmel freude werden; Dort singt man über unsre buß' auf erden. Dann schenke mir, Gott, einen neuen geist, Der dich durch dank und durch gehorsam preist. 321.0 vater der barmherzigkeit, Sch falle dir zu fuße! Verstoß' den nicht, der zu dir schreit Und ich begangen wider dich, Verthut rechtschaff'ne buße! Was zeih' mir alles gnädiglich Durch deine große güte. große gnad' Die jünde, die mich 2. Nimm weg durch deine quälet; Durch deine weisheit schaffe rath, Woran es mir sonst fehlet; Gieb willen, mittel, traft und stärk', Vollende du das gute werk, Das du selbſt angefangen. 24. Gieb, daß ich mich nach meiner pflicht verhalte und das, was mir gebührt, getreu verwalte; Hilf, daß ich sei der tugend wahrer freund Und bleibe stets den schnöden lastern feind, 3. O treuer Jesu, der du haft Am kreuze für mich armen Getragen meiner fünden last, Sieh' mich an mit erbarmen; 23. Regiere du doch alle meine finne, Daß ich nur dich allein recht lieb gewinne, Daß mir dein wort sei stets die beste wahrer Gott, o Davids lust, Dein sacrament erquicke meine brust. sohn, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, lind're meine schmerzen! 4. Laß dein vergoff'nes theures blut, Dein seufzen und dein sterben Mir kommen kräftiglich zu gut: So werd' ich nicht verderben. Herr, meine hoffnung steht zu dir, Drum weiß ich, daß der vater mir, Wie ich's verdient, nicht lohnet. 25. Auf daß ich hier ein unbefleckt gewissen, Ja, glauben stets zu halten sei beflissen; 5.O heil'ger geist, du wahres Damit ich dort auch möge wohl licht, Regierer der gedanken! 238 Von der Buße. Wenn mich der sünden lust an6. Dein wort befiehlt zwar ficht, Laß mich von dir nicht wol, Daß ich beständig soll wanken; Verleihe du, daß nimmermehr Begierd' nach wollust, geld und ehr' In meinem her zen herrsche; Mit seufzen und mit beten Vor dich, mein vater, treten; Hiezu war ich zu träge Auf meinem sündenwege. 6. Und wenn mein ende nahe ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des satans macht und list Durch Christum möge dämpfen, Auf daß mir krankheit, angst und noth Und dann der letzte feind, der tod, Nur sei die thür zum leben.( 29) 322. Me schäme mich, fliehe. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. ein Gott! ich 9. Weil meine sünden dich Für so viel gute gaben So sehr beleidigt haben. Darf ich wol vor dir stehen und neue gnad' erflehen? 2. Du bist die heiligkeit, Ich, voll unreinigkeit, Ich muß vor dir erschrecken. Wo soll ich mich verstecken? Wie kann ich mit den deinen Getrost vor direrscheinen? 7. Mein gutes kommt von dir, Doch hab' ich öfters mir Sehr vieles beigemessen, Und deiner fast vergessen, Weil mich der stolz regierte Und meinen wandel führte. 8. Du förderst meinen lauf, Und hörest niemals auf, Zumeinem wohlergehen Mir treulich beizustehen, Wenn ich mich frech bemühe, Daß ich von dir entDein göttlich wort legt zwar mir die verheißung dar, Du wollest jeden morgen Als vater für mich sorgen; Doch forg' ich wie ein heide, Bei dem geringsten leide. 10. Mit kurzem: was ich bin, Mein herz, mein geist, mein sinn Hat Adams bild geerbet Und ist durchaus verderbet. 3. Ich ließ durch gut und Mit scham muß ich bekennen, geld, Durch lüste dieser welt Dein darf ich mich nicht nennen. Und ihre eitelkeiten Mich ganz dahin verleiten, Nach ihnen nur zu trachten, Den himmel zu verachten. 11. Sa, Herr, ich schäme mich; Erbarm', erbarme dich! Ich falle dir zu fuße; Gieb mir doch wahre buße; Laß allen fluch verschwinden, Laß mich versöhnung finden. 12. Mein vater, nimm mich an! Dein sohn hat g'nug gethan; Denn seine schmach und bande, Sem leiden, seine schande, Die werden meine flecken mit reiner unschuld decken. 13. Ich will mich fernerhin, So lang' ich hier noch bin, Der sünde ernstlich schämen 4. Wie sanft ist, Herr, dein joch! Und ich verscherzte doch Der tugend hohe würde; Es schien mir schwere bürde, Die leichte last zu tragen, Den sünden zu entsagen. 5. Ein erb' der seligkeit Pflegt auch bei böser zeit Und trübsalvollem leben Dich findlich zu erheben; Sch pflegt' zu solchen zeiten Dich feindlich zu bestreiten. Von der Buße. 239 Und meine lüfte zähmen; Nur| seufzet, als nur du? Mein ganz laß dich gnädig finden und hilf stets überwinden. vertrau'n setz' ich auf dich; Du freund des Lebens, rette mich! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. ein Gott, zu dem 323. Mei ich weinend flehe, Erbarme dich, erbarme dich! Noch einmal sieh' von deiner höhe Mit gnadenvollem blick auf mich! Erbarme dich, und geh' noch nicht mit mir, du richter, in's gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, Wenn um begnadigung ich bat; Wie oft versprach ich dir ein leben, Gereiniget von missethat; Wie feierlich war dann mein eid Des glaubens und der frömmigkeit! 7. Für meine wiederholten fünden Floß auch des weltverföhners blut; Noch einmal laß mich gnade finden Durch meinen glauben an sein blut! Noch einmal, richter, sage mir: Auch diese schuld erlaß ich dir! 8. Gott, sei mein zeuge, da ich schwöre: Mein herz soll dir gehorsam sein; Dir, deinem willen, deiner ehre, Will ich mein ganzes leben weihn; Der fünde will ich widerstehn Und standhaft deine wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine seele, Wie oft du schon gefallen bist! Merk' auf die heiligen befehle Des Gottes, der dein retter ist! Ruf' ihn im glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf eb'ner bahn! 3. Ach aber bald ergriff mich wieder Die sünd' und ihre lust mit ihr, Riß meinen ganzen vorsag nieder Und herrschte wie vorhin in mir; Zum widerstande viel zu schwach, Floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle tage Durchlebt' ich, vater, wie im traum Und sammelte mir schmach und plage Und fühlte dies mein elend kaum; Verwundet blutete mein herz; Betäubt empfand ich keinen schmerz. 5. Nun bin ich nah' dem untergange, Den dein gerechter zorn mir droht; Um trost wird meiner feele bange, Um einen retter aus der noth; Mein richtendes gewissen wacht, Und alles um mich her ist nacht. 6. Zu wem, o vater, soll ich fliehen? Wo findet meine seele ruh'? Wer kann sie aus dem abgrund ziehen, In dem sie Und darf freudig bitten; Denn 10. Ja, ich bin schwach; du woll'st mich stärken, Mein Helfer in versuchung sein, Zum glauben und zu guten werken Mir kraft und freudigkeit verleihn: So steh' ich fest und wanke nicht, Und du bleibst meine zuversicht.( 100) Mel. Sorge, vater, sorge du. 324. Liebster vater! ich, dein find, Darf ich zu dir eilen? Ach, ich fühle meine sünd', Niernand kann sie heilen. Meine wunden sind sehr groß, Groß sind meine fünden, Mach' mich von denselben los, Laß mich gnade finden. 2. Niemand ist vor dir zu schlecht, Weil dein sohn gelitten; Durch ihn hab' ich findesrecht 240 Von der Buße. den findern stehet frei, Väter den; Denn es hat mein heiland anzuflehen; Diese können ohne mich Längst davon entbunden. scheu Frei zu ihnen gehen. 3. Liebster vater, darf ich dich Meinen bater nennen, so laß im glauben mich Vaterhuld erkennen; Denn dir ist es viel zu schlecht, Bloßen namen führen; Nein, du wirst nach vaterrecht Väterlich regieren. 9. Klagt mich mein gewissen an Und will mich verdammen; Schreckt mich satan, wie er fann, Mit der hölle flammen: Ei so deckt mich Jesu huld, Der für mich gestorben Und mir freiheit von der schuld Durch sein blut erworben. ( 154) 4. Nun so nimm dich meiner an, Wie die väter pflegen, Denn der finder elend kann Diese bald Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. bewegen. Ach, die fünden bringen 325.Jth erhebe mein ge Die ich hab' begangen; Darum sucht das bange herz Gnade zu erlangen. müthe Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, Denn ich kenne deine güte; Owie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 5. Gnade hast du, treuer hort, Mir ja selbst versprochen; Und wenn ich auch auf dies wort Nicht darf fühnlich pochen, Weiß ich doch, mein flehen muß Durch die wolken dringen Und den wirklichen genuß Meiner wünsche bringen. 2. Lehre mich, Herr, deine wege, Zeige deinen willen mir, Daß ich nicht verirren möge; Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 6. Herr, ich lasse nun nicht ab, Bis du mich erhörest, Da ich das gebeten hab', Was du felbst begehrest. Segne mich, ich laß dich nicht, Bis ich gnad' erlange, Bis ich heil und trost und licht, Herr, von dir empfange. 7. Du bist Gott und heißest gut, Weil du gutthat übest, Und, gleichwie ein vater thut, Deine finder liebest; Nun so laß von deinem thron Gnade auf mich fließen, Laß sie mich durch deinen sohn Würdiglich genießen. 8. Dann verzeih' auch und vergieb, Wenn ich unrecht handle, Und noch nach der sünden trieb Ohne vorsatz wandle: Diese sünden senke ich Stets in Jesu wun3. Ach gedenke an die jünden Meiner jugendjahre nicht; Laß mich armen gnade finden, Gott, vor deinem angesicht. Alle sünden, die uns reuen, Willst du, vater, ja verzeihen; so höre denn auch mich; Meine seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des sünders leben, Seine seele ist dir werth; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt; Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! ihn verwirfst du nicht. Von der Buße. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenfet deine güte Dem geängsteten gemüthe, Welchem du die sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du in jener bessern welt Jeden frommen noch willst lei ten, Der dir treu' und glauben hält, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem heil dich wählen; Deinen ganzen gnadenbund Machst du deinen findern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem angesicht! Keine schnöde lust der sünden Müsse mich mehr überwinden! Ach bewahr', ich bitte dich, Meinen geist und stärke mich. Mel. Herr Christ, du bist das wahre licht. 326. Nach Lach dir verlanget mich, nach dir; Gott, meine hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnadenreich, Wer dir an macht und weisheit gleich? 241 4. Und doch verletzt' ich diese pflicht Und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meiner wohlfahrt vor. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Du siehest es, mein herz entbrennt, zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneu't, Der vaterhuld, die immerdar Gefall'ner seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch Jesum Christ, Daß sie auch mir verliehen ist; 8. Doch nie entfall' es meinem sinn, Daß ich als Christ berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner hand: Dies wird die große frage sein, Bricht dein entscheidungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und Gott geweiht: Dies soll ich dort nicht erst empfahn, Mein richter fordert's schon alsdann. 2. Ach, mein erbarmer! rechne du Mir meine missethat nicht zu: Sie reuet, Gott, fie reuet mich, Und meine seele hofft auf dich. 11. Schaff' dieses herz in mir, 3. Wie gut, wie leicht ist denn, ach, Du weißt es, vater, dein gebot! Du willst, ich soll ich bin schwach. Mein trost dich lieben, Gott, Willst, daß sei mein vertrau'n auf dich Und ich edel handeln soll Zu mei- redlichkeit behüte mich. nem und des nächsten wohl. ( 101) 16 242 13. Vom Glauben. a. Von der gläubigen Ergreifung des Verdienstes Jesu Christi. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 7. Mir mangelt zwar sehr 327.Wo mir zu o soll ich fliehen viel, Doch, was ich haben will, beschweret bin Mit vielen mit deinem blute, Womit ich großen sünden? Wo soll ich überwinde Tod, teufel, höll' rettung finden? Wenn alle und fünde. welt herkäme, Mein' angst sie nicht wegnähme. 8. Und wenn des satans heer Mir ganz zuwider wär', Darf 2. O Jesu, voller gnad'! ich doch nicht verzagen, Mit Auf dein gebot und rath Komm' ich zu deiner güte, Bekümmert im gemüthe; Laß du auf mein gewissen Ein gnadentröpflein fließen. dir kann ich sie schlagen; Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr trotz bald schweigen. 9. Dein blut, der edle saft, Hat göttlich große kraft, Des vaters zorn zu stillen, Mein herz mit troft zu füllen, Ja, aus des teufels rachen Mich frei und los zu machen: 3. Ich, dein betrübtes find, Mit aller meiner sünd', Die mich bisher erfreuet, Jetzt aber herzlich reuet, Flieh' ich zu deinen wunden, Da ich stets heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig blut, Die schöne rothe fluth, Wasch' ab all' meine sünde, Mit trost mein herz verbinde, Der fünde nicht gedenke, In's tiefe meer sie senke. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben, Denn du hast mir's erworben, Da du für mich gestorben. 11. Führ' auch mein herz und finn Durch deinen geist dahin, Mit allem fleiß zu meiden, Was dich und mich kann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein glied auf ewig bleibe. ( 63) 5. Du bist es, der mich tröst't, Weil du mich hast er löst, Was ich gesündigt habe, Hast du bedeckt im grabe, Da wird's auch bleiben müssen, Mel. Aus tiefer roth schrei' ich zu dir. hin? Durch dein vollkomm'nes büßen. 328. Wo soll ich haft 6. Ist meine sünde groß, wer, wer Werd' ich doch ihrer los, Wenn mir, Wer führet mich zum ich dich gläubig fasse, Mich leben? Zu niemand, Herr, als auf dein blut verlasse; Ich will mich darauf gründen, So wird die angst verschwinden. nur zu dir, Will ich mich hinbegeben; Du bist's, der das verlor'ne sucht, Du segnest das, Vom Glauben. 243 so war verflucht, Hilf, Jesu, gewissen, ohne ziel, Mich ardem elenden! men sünder quälen! 2. Erbarm' dich mein, nimm diese last, Mein heil, von meinem herzen, Dieweil du sie gebüßet haft Am freuz mit todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem weh' In meinen sünden untergeh', Und ewiglich verzage. 3. Ach Gott! fällt mir das alles ein, Was ich bisher begangen, So drückt die schuld mich wie ein stein, Mit furcht bin ich umfangen; Ja, ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein wort nicht hätte. 2. Herr, meine fünden ängsten mich, Mich naget mein gewissen; O lebensgut, erbarme dich, Ich fall' zu deinen füßen. Du weißt es wol, was mir gebracht; Ich bin entfernt von deinem licht; Hilf, Jesu, dem betrübten. 3. Du sprichst selbst: fürchte dich nur nicht! Du rufft: ich bin das leben! Drum sei, Herr, meine zuversicht; Du kannst mir gnade geben; Im tode kannst du bei mir stehn, In noth als retter vor mir gehn; Hilf, Jesu, dem zerknirschten! 4. Bist du der hirt, der 4. Doch nein! dein tröstlich schwache trägt? Auf dich will wort mir sagt: Ich fünder, ich ich mich legen; Bist du der soll leben; Was hier mit thräarzt, der franke pflegt? Er- nen wird beklagt, Das willst quicke mich mit segen. Ich bin du gern vergeben. Ich weiß, gefährlich frank und schwach; Herr, daß du gnad' verheißt Heil und verbind', hör' an uns, wenn wir mit zerknirschmein ach! Hilf, Jesu, dem zer- tem geist Im glauben zu dir schlag'nen! fommen. 5. Und weil ich denn in meinem sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter fünder bin, Den sein gewissen 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; Wie kann ich doch bestehen? Es drücket mich, das weißt du wol; Wie wird es endlich gehen? Ich armer naget, Und möchte gern von mensch, wer wird mich doch sünden rein Und durch dein Erlösen von des todes joch? blut gewaschen sein, Wie David Gott, hilf mir, mein erlöser. und Manasse: ( 102) 6. So fomme ich und will allhie Vor dir mein herz ausschütten. Sieh', Herr, ich beuge meine knie', Um gnade zu erbitten. Vergieb die fündu höchstes gut, den gnädiglich, Die ich unzähl329. err Jesu Christ, Du quelle aller gnaden, Ich bar wider dich Oft ungescheut Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. fomme mit gebeugtem muth, Mühselig und beladen. Wie sind begangen. 7. Ach, Herr mein Gott! der pfeile doch so viel, Die im vergieb mir's doch Um deines 16* 244 Vom Glauben. namens willen; Nimm von treu' Durch satans list nicht mir dieses schwere joch, Um wankend sei. meine angst zu stillen, Daß sich mein herz zufrieden geb' Und dir hinfort zur ehre leb' In findlichem gehorsam. 4. Chr' sei Gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte, Und Jesu Christo, seinem sohn, Der uns all'zeit behüte! 8. Stärk' mich mit deinem Ehr' sei auch seinem werthen freudengeist, Heil' mich durch geist, Der uns erwünschten beideine wunden, Wasch' mich stand leist'! So sind wir ihm mit deinem todesschweiß In zum dienst bereit hier in der meinen letzten stunden Und nimm zeit Und künftig in der ewigmich dann, wenn dir's gefällt, keit. Im wahren glauben von der welt Zu deinen auserwählten. ( 135) ( 116) 331.ele past burch Vesu, der du meine 330. Allein zu dir, Herr deinen bittern tod Aus des teuChrist, fels höhle Und der mein vertrau'n auf erden. Ich schweren sündennoth Siegesvoll weiß, daß du mein tröster bist; herausgerissen Und mich solches Kein trost kann mir sonst wer- lassen wissen Durch dein gnaden. In sünden bin ich ganz denreiches wort, Sei auch jetzt, verlor'n, Auf erden ist kein o Gott, mein hort! mensch gebor'n, Der mir aus nöthen helfen kann; Dich ruf' ich an; Herr, sieh' mich mit erbarmen an! 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlor'nen schäfelein, Als sie Gottes grimm verfluchet Und verdammt zur höllenpein; Ja, du satansüberwinder, Hast die tief gefall'nen fünder So gerufen zu der buß', Daß ich billig kommen muß. 2. Herr, meine sünden sind zwar groß, Doch fühl' ich reu' im herzen; Mach' mich derselben gänzlich los Durch deine todesschmerzen, Und zeige deinem vater an, Daß du für mich genug gethan, Du, den mein starker glaube faßt; Nimm weg die last, Wie du es mir versprochen hast. 3. Ach, ich bin ein find der sünden, Ach, ich fehle allezeit! Es ist nichts an mir zu finden, Als nur ungerechtigkeit; All' mein tichten, all' mein trachten Treibet mich, dich zu verachten; Sündig bin ich ganz und gar, Träg' zum guten immerdar. 3. Hilf mir nach deiner freundlichkeit Und stärke meinen glauben, So wird durch deine 4. Ja, ich muß es, Herr, gegütigkeit mir nichts den frieden stehen, Daß ich ganz verdorben rauben; Von herzen werd' ich bin. Zwar ich kann das gute lieben dich Und meinen nächsten sehen, Und du lenkst mich auch gleich als mich. Am letzten dahin; Aber wenn ich mich soll ende steh' mir bei, Daß meine zwingen Und das gute run Vom Glauben. 245 vollbringen, So, erfolgt's nicht,| hören: Ihr zu meiner linken wie es soll, Was ich nicht will, hand Seid von mir noch nie thu' ich wol. erkannt! 5. Herr, mein Gott, ich kann nicht wissen, Wie viel meiner fehler sei'n. Reuig fall' ich dir zu füßen, Fühle meiner sünden pein, Und mein herz ist matt von sorgen. Ach vergieb mir, was verborgen! Räche nicht die missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. 10. Du ergründest meine schmerzen, Du erkenneſt meine pein. Es ist nichts in meinem herzen, Als dein blut'ger tod allein. Dies mein herz, von angst gedränget, Aber durch dein blut besprenget, Das am freuz vergossen ist, Geb' ich dir, Herr Jesu Christ. 6. Jesu, du hast weggenommen Meine schulden durch dein blut: Dieses laß, o heiland! kommen Jetzt und ewig mir zu gut; Und weil du mit tausend plagen Hast die sünd' am freuz getragen, Ei, so sprich mich gnädig frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 11. Nun, ich weiß schon, du wirst stillen Mein gewissen, das mich plagt; Deine treue wird erfüllen, Was du selber zugesagt, Daß von allen auf der erden Keiner je verloren werden, Sondern ewig leben soll, Wenn er nur ist glaubensvoll. 12. Herr, ich glaube, hilf 7. Und wenn auch der hölle mir schwachen, Deine fraft entschrecken Und des satans grim- zieh' mir nicht! Du, du kannst migkeit Sollten angst in mir mich stärker machen, Wenn mich crwecken Und mich führen in sünd' und tod anficht. Deiner den streit, Da ich müßte unter- güte will ich trauen, Bis ich liegen: Ach, dann hilf, Herr fröhlich werde schauen Dich, Jesu, siegen! du, meine zu- Herr Jesu, nach dem streit In versicht, Laß mich ja verzagen der frohen ewigkeit. nicht! ( 118) 8. Deine marter, deine wun- Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, den, bis in's grab, D Herr! Trösten mich in trüben ſtunden, 332. fürst, zu bir. ErfriedeWenden alle plagen ab; Deine schmach und dornenkrone, Dein barmend, Jesu, riefst du mir, gebet: ach, vater, schone! Und Den frieden zu empfangen. dein angstgeschrei und tod Trö- Mir ist sie unerträglich schwer, sten mich in aller noth. Der sünden last, barmherziger! 9. Wenn ich vor's gericht könnt' ich ruh' erlangen! soll treten, Da man nicht ent- Die last drückt mich zur erde fliehen kann, Und mich niemand hin. Ich fünder, wohin soll ich kann erretten, Dann, Herr, fliehn? Wird er wol mein ernimm dich meiner an. Du barmer sein, Vor dem die himallein, Herr, fannst es wehren, mel selbst nicht rein? Ach, Jesu Daß ich nicht den fluch darf Christ, Mein Herr und Gott, 246 Vom Glauben. mein Herr und Gott! Sei meine zuflucht in der noth! 4. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir; Dein antlik neige du 2. Herr, nach erquickung zu mir, Gott, sei mir fünder seufz' ich noch; Zerbrich des gnädig! Wenn mein vergeh'n um fluches schweres joch, Das rache schreit, So ruf' dein blut tödtend auf mir lieget. Du selbst, barmherzigkeit; Dann sei mir der du geblutet hast, Am freuze sünder gnädig! Herr, meiner trugst du meine last, Für mich fünden zahl ist groß; Das blut, hast du gesieget; Der rache das stromweis' von dir floß, feuer fühltest du; Du wandtest Sei meines Herzens reinimir den segen zu, Da du den gung Und meines Lebens heilitod der fünder starbst Und sün- gung. Ach, Jesu Christ, Sch dern Gottes huld erwarbst. danke dir, ich danke dir! Ach, Jesu Christ, Mein Herr Gott, deinen frieden schenke und Gott, mein Herr und Gott! mir! Erlöse mich durch deinen tod! 5. Mein leben, mittler, preise 3. Du, du bist meine zuber- dich! Erkauft, erlöset hast du sicht; Durch dich entflieh' ich mich, Dein eigenthum zu werdem gericht, Dem schweren den. Wenn ich dich hab', ſo lohn der sünden; Durch dich fehlt mir nichts, Nichts einst kann ich dem fluch entgehn, am tage des gerichts, Und Des vaters antlitz gnädig sehn nichts schon hier auf erden. Und, wie du, überwinden; Dein Auf dieser bahn zum vaterreuz ist der verlor'nen heil, land Entzieh' mir niemals Dein himmel der entwich'nen deine hand; Stärk' mich im theil; Du, des allmächt'gen guten, stärke mich! Einst laß ew'ger sohn, Bist aller sünder mich siegen, Gott, durch dich! gnadenthron. Ach, Jesu Christ, Ach, Jesu Christ, Mein Herr Ich hoff' auf dich, ich hoff' auf und Gott, mein Herr und Gott! dich, Im glauben, Jesu, stärke Führ' mich zum himmel durch mich! den tod! ( 149) b. Von der Gewißheit und Freudigkeit des Glaubens. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Gott es vor der welt, Ein grund, der unbeweglich steht, Wenn erd' und himmel untergeht. 333.3% ch habe nun den grund gefunden, Woran sich meine hoffnung 2. Es ist das ewige erbarhält; Ich finde ihn in men, Das alles denken überJesu wunden: So wählte steigt, Da Gott mit off'nen Vom Glauben. 247 liebesarmen Sich gnädig zu beschäftigt bin, Viel unvollden fündern neigt Und selbst: kommenheit bemerken: So fällt so wahr ich lebe," spricht, zwar alles rühmen hin; Doch „ Ich will den tod des sünders ist mir dieser trost bereit: Mein nicht!" glaube hofft barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren 9. Es gehe nur nach dessen werden; Gott will, uns soll ge- willen, Bei dem so viel erbarholfen sein; Deswegen kam men ist; Er wird gewiß sein sein sohn auf erden Und nahm wort erfüllen, Er, der die seinen den himmel wieder ein: Nun ruft sein wort und geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist ruh'!" F1 nie vergißt; So währet ja in ewigkeit Die göttliche barmherzigkeit: 10. Auf diesen grund will 4. O liebe, welche unsre ich stets bauen, So lang' ich sünden Durch Christum weg- hier auf erden bin; Der gnade genommen hat! Das heißt, die Gottes will ich trauen. Fällt wunden recht verbinden, Da alles and're gleich dahin, So findet kein verdammen statt; preis' ich einst nach dieser zeit Wo Christi geist das herz er- Doch Gottes allbarmherzigkeit. füllt, Da ist der fündenschmerz geſtillt: ( 121) 5. Dies will ich gläubig ſtets bedenken, Darauf will 334. Ach, Jeſu, meiner ich wenn seelen mich meine sünden fränken, Mein reichthum, wenn ich manNur bald nach Gottes liebe gel leide, Mein heil in meiner schau'n: Da findet sich zu aller sünden last, Mein anfer, wenn zeit Unendliche barmherzigkeit. mein schiff will wanken, Mein 6. Wird alles and're mir ent- hort, wie kann ich dir verdanrissen, Was seel' und leib er- fen, Daß du mich so geliebet quicken kann; Soll ich des le- haft? bens freuden missen, Und nimmt sich niemand meiner an; Scheint die errettung noch so weit, Mir bleibet doch barmherzigkeit. 2. Ich armer mensch war ganz verloren, Und du, mein Herr, wirst mensch geboren Und giebst dich für mich in gefahr; 7. Will mich die last der Du kommst, den ganzen jündersorgen drücken, Und häuft sich haufen Durch blut und sterben fummer und verdruß, Daß ich zu erkaufen, Da anders keine mich noch in vielen stücken hülfe war: Mit eitlen dingen plagen muß; 3. O treue, die nicht auszuStehn and're freuden mir auch sinnen! Was soll ich armer fern: So hoff' ich auf die huld des Herrn. doch beginnen, Der dies nicht recht begreifen kann? Jedoch 8. Muß ich an meinen ich habe festen glauben, Den besten werken, Mit welchen ich soll mir auch der feind nicht 248 Vom Glauben. rauben, Und lief' er noch so heftig an. 2. Gott sei lob! für unsre sünden, Die wir oft genug be4. Ich weiß, daß Gott mich gehn, Ist vergebung noch zu hat erforen, Daß mich sein finden, Wenn wir um erbargeist hat neu geboren, Daß mir mung flehn, Und in dieser gnasein sohn gestorben ist. Ich denzeit Gläubig, doch voll trauweiß, du, Jesu, bist mein leben, rigkeit, Uns zu Gottes füßen Du hast dich auch für mich ge- legen: So empfangen wir den geben; Ich weiß, daß du mein segen; helfer bist. 3. Denn der mittler ist ge5. Schreckt Gottes zorn mit storben, Uns zum heil, am straf' und flammen; Ja will kreuzesstamm. Nun ist gnade mein herz mich selbst verdam- uns erworben; Siehe, das ist men; In dir, mein Jesu, find' Gottes lamm, Dieses trug der ich ruh'. Muß ich mit sünd' sünden schuld; Drum hat Gott und hölle streiten, So steh', mit uns geduld. Wer an JeHerr Jesu, mir zu seiten Und sum gläubt, soll leben, Und wende deine kraft mir zu. Gott wird ihm frieden geben. 6. Und kommt der tod gleich angedrungen; Hat Jesus doch für mich gerungen, Durch seinen tod den tod verjagt. Darf mir noch vor dem tode grauen, Wenn ich durch ihn soll ewig schauen, Was mir mein Jesus zugesagt? 7. Nun, Jesu, dir allein zu leben, Mich dir zu eigen hinzugeben, Das ist mein heil, wie meine pflicht; Denn wer sich hier mit dir verbindet, Der lebt, obgleich sein leben schwindet, Und stirbt auch in dem tode nicht. ( 120) 4. Adam mußte sehr erschrecken, Als Gott ihm im zorn erschien; Kein baum fonnte ihn verstecken, Und wie fonnt' er Gott entfliehn? Uns schreckt Gottes stimme nicht, Denn wir treten vor's gericht Voll vertrauen, nicht als fünder, Sondern als versöhnte finder. 5. Aller fluch ist weggenommen, Weg ist aller fünden macht, Und der segen wiederkommen; Jesus hat ihn uns gebracht, und an dem erworb'nen heil Nehmen wir im glauben theil; Drum muß christen hier auf erden Jedes leiden heilsam werden. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele! 335.W enn das nagende gewissen Uns der 6. Wer wird uns verdammen wollen? Wenn uns nur nicht sünden handschrift zeigt, So fehlt der ruhm, Den vor Gott wird man gestehen müssen, Was wir haben sollen: Wir sind der mensch sonst gern verschweigt: Gottes eigenthum. Haffet uns Wer kann da wol ruhig sein? dann gleich die welt, Die Gott Gottes zorn bricht schnell herein selber nicht gefällt; Stehn wir Und straft unsre missethaten: doch bei ihm in gnaden, Und Wie ist dieser noth zu rathen? die welt kann uns nicht schaden. Vom Glauben. 249 7. Unser ruhm sind gar die kann! Mein Jesus nimmt die leiden, Denn sie bringen uns fünder an. geduld Und verdoppeln unsre 2. Ich habe mich zwar sehr freuden Ueber Gottes vater- verfündigt Und bin gar keiner huld. Wer sein freuz in demuth gnade werth. Wer Gott die trägt, Das ihm Gottes hand treue aufgekündigt Und seinen auflegt, Kann mit Jesu sich gnadenbund entehrt, Verdienet verbinden Und durch ihn erret- des gesetzes fluch Und Gottes tung finden. strengsten richterspruch; 8. Trübsal fann uns nicht 3. Doch Jesus eilt, mich zu betrüben, Weil der christen umfangen, Er greift und nimmt namen schon In dem himmel mich bei der hand. Wie sehnangeschrieben, Da ist der verlich ist nicht sein verlangen, heiß'ne lohn, Und Gott prüft Wie wünscht er meinen gnadenuns nur zuvor. Sind wir stand! Drum hilft er mir gedann kein wankend rohr, Son- fall'nen auf, Bewahrt und fördern lassen ihn nur walten, dert meinen lauf. So wird er uns schon erhalten. 9. Unser ruhm wird nicht vergehen. Wenn dereinst die böse welt Muß vor ihrem richter stehen, Der sie sich zur linken stellt, Und ein strenges urtheil spricht: So trifft dies uns fromme nicht, Denn da wir im glauben sterben, Sollen wir den himmel erben. 4. Er überläßt sich mir zu eigen, Weil er für mich genug gethan. Will mir der feind die rechnung zeigen, Und flagt mein eigen herz mich an, So hab' ich Jesum, dessen ruf Mir frieden und versöhnung schuf. 5. Wie sollt' ich mir nun grauen lassen? Ich hab' und 10. Diese hoffnung muß auf halte Jesum fest. Mein glaube erden Unser fester anker sein; soll ihn recht umfassen, Bis er Sie läßt nicht zu schanden mir seinen segen läßt. Wenn werden Mitten in der todes pein. Groß ist jene herrlichkeit, Da wir nach vollbrachtem streit Mit den auserwählten droben Gott und Jesum ewig loben. erd' und himmel weicht und bricht, Was acht' ich's! Jesum laß ich nicht. 6. Ich will ihn immer fester halten, Wenn er sich zu entfernen scheint; Ich weiß, wenn herz und blut erkalten, So bleibet er der beste freund. Ich 336. Gottlob! ich darf traue ſeiner gnad' allein; Wie tönnt' er mir entgegen sein? noch nicht verzagen, Wenngleich der satan 7. Er ruft ja selber voll niemals ruht, Vor Gott mich erbarmen: Kommt her, die ihr feindlich zu verklagen; Hier mühselig seid, Genießet hier in hab' ich meines Jesu blut. meinen armen Erquickung, ruh' Troß allem, was mir schaden und seligkeit, Laßt euer herz Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 250 Vom Glauben. mein eigen sein, So kehr' ich gewissen schrecklich sind; Der wieder bei euch ein! 8. Mein Jesu, du hast mich geliebet, Durch diese liebe bist du mein. Mein herz, das sich dir ganz ergiebet, Soll wieder deine wohnung sein. Wie 5. O, Herr, wie selig sind gnadenreich erscheinst du mir, Denn tod und fünde flieht vor dir! die seelen, Die sich in deiner gnade freu'n! Laß ihnen zeitlich glück nur fehlen, Sie können 9. Zwar furchtsam und mit doch zufrieden sein; Ist, Gott, vielen kämpfen Bring' ich mein dein frieden doch mehr werth, herz; doch nimm es an Und Als alles, was die welt begehrt. hilf mir alle feinde dämpfen, 6. Dein friede stärkt zum Die ich nicht überwinden kann. frohen muthe Das herz auch Mein glaube hängt und bleibt in der größten noth, Giebt an dir: Bleib', Jesu, bleib' hoffnung zu dem ew'gen gute doch stets bei mir! Und macht getrost in noth und tod: Wer diesen frieden hat, genießt Lust, die des himmels Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. fann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein kind, Hier ist der, welcher für mich litt Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 337. Gott! deine gnad borſchmack iſt. ist unser leben, Sie schafft uns heil und seelen ruh'. Dein ist's, die fünden zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu; Du willst den tod des sünders nicht, Sucht er voll reu' dein angesicht. 2. Uns, uns verlor'ne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn. Er litt, damit wir frieden hätten, Für uns den tod, der sünde lohn. Gott, wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sei deiner treue, Die niemand ganz 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn; Auch mir hast du dies heil beschieden, Denn auch für mich genug zu thun, Ward Jesus dort am freuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. 8. O laß mich dies im glauben fassen Und mich mit starker zuversicht Auf deine bundestreu' verlassen; Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben kann! Nun nimmst erheben, Mich ewig deiner du jede wahre reue Mit vater- gnade freu'n Und deinem dienst huld noch gnädig an. Wohl mein ganzes leben Im finddem, der sich zu dir bekehrt lichen gehorsam weihn. Das Und gläubig seinen mittler ehrt! mach' in deiner furcht mich treu, 4. Den, Herr, befrei'st du Daß, Herr, bei dir vergebung von den plagen, Die dem sei. ( 32) Vom Glauben. 251 Mel. Gott vater, sende deinen 2c. 338. denken, So ist nichts, das mich chhoff', mein Gott, betrübt; Denn ich weiß, ich mit festem muth bin getauft Und durch Christi Auf deine gnad' und Christi blut erkauft; Christus ist für blut; Ich hoff' ein ewig leben. mich gestorben, Er hat mir das Du bist ein vater, der verzeiht, heil erworben. Hast mir das recht zur seligkeit In deinem sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im Herzen, durch den glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines geistes gaben. 3. Dein wort, das wort der feligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren; Es spricht uns trost im elend zu, Vermehret unsre seelenruh' Und stärkt uns in gefahren. 3. Wenn ich aller reiche schäße, Beifall, ruhm und glück der welt Gegen diese ehre sebze, Gegen dieses lösegeld; Dränge auch in meine brust Jede wonne, jede lust; Dennoch würde nichts mich laben, Sollt' ich Jesu huld nicht haben. 4. Erhalte nur, o Herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort Um deines namens willen! Laß ihn mein licht auf erden sein, Ihn täglich mehr mein herz erneu'n Und mich mit trost erfüllen. ( 49) 4. Jesus ist mir ja gegeben, Daß ich sein mich freuen kann; Leiden, tod, verdienst und leben, Alles, was er hat gethan, Er und was er hat, ist mein Und ich bin auch wieder sein; Teufel, hölle, tod und fünden Kann ich durch ihn überwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein sünder, Aber meines Jesu kraft Zählt mich unter Gottes finder, Hat mich ganz gerecht gemacht. Das gerechte Gotteslamm Mußte mich am kreuzesstamm Durch sein heiliges verdienen Mit dem höchsten Gott verfühnen. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 6. Es ist wahr, ich muß im 339. Geht, ihr traurigen sterben Durch das that des gedanken, Die ihr mir das Herz beschwert! Gottes güte will ich danken, Der mir reichen trost gewährt. Bleib' ich meinen pflichten treu, Kann ich leben froh und frei. Jesus fann durch seinen willen Mein betrübtes herz schon stillen. todes gehn, Aber ich soll nicht verderben, Ich soll wieder auferstehn; Jesus hat durch seine macht Uns das leben wiederbracht, Daß der tod ein durchgang worden Zu der engel höherm orden. 7. Es ist wahr, der satan schrecket Und ist voller grimm 2. Warum sollte ich mich bemüht, Daß er angst und tränken, Da mich mein erlöser furcht erwecket, Doch der bange liebt! Seiner darf ich nur ge- fummer flieht; Denn mein 252 Vom Glauben. Jesus ist der held, Der den und noth, Alle furcht, ja selbst satan hat gefällt, Der ihn auf den tod Durch dich fröhlich das haupt geschlagen Und den überwinden Und des glaubens sieg davon getragen. ende finden. ( 107) 8. Jesus hat mit macht bestürmet Jenes reich der finsterMel. Jesu, der du meine seele. niß, Und noch schützt er und 340. Schweiget, bange gläubigen gewiß. Fürchte dich nur nicht, get! Mein erbarmer ist getreu, mein sinn, Wirf die last der Und sein geist in mir bezeuget, sorgen hin! Jesus wird dich Daß ich ihm versöhnet sei. Mir wol erhalten, Laß nur seine drohn keiner rache flammen; treue walten. Und will mich mein herz verdammen, Dennoch faß ich muth im schmerz; Gott ist größer, als mein herz. 9. Jeju, meiner seelen freude, Gieb mir deinen freudengeist! Stärke mich, Herr, wenn ich leide, Wie dein theures wort verheißt; Ach, mein helfer, hilf mir doch, Wenn mich drückt der schwermuth joch, Laß mich sein in dir zufrieden, Nimmermehr von dir geschieden. 2. Er, der das verborg'ne kennet, Kennt auch mich und weiß allein, Wie dies herz von sehnsucht brennet, Ganz sich seinem dienst zu weihn, Sieht den kummer meiner seele, Der mich beugt, so oft ich fehle; Und nicht meiner zweifel wahn, Meinen glauben sieht er an. 3. Und wie nie sein wesen wanket, Wankt auch nie sein ew'ger rath. Rühmet, christen, danket, Gott! Groß ist, was er an uns that: Uns, den fündern, den verlor'nen, Gab er seinen eingebor'nen. Wahrlich alles, alles giebt Der, der seinen sohn uns giebt! 11. Laß mich ungeduld vermeiden, Die nur gar zu oft sich regt; Laß mich dir zur ehre leiden, Was du mir hast auf- 4. Mir auch ist sein sohn gelegt; Hilf mir zwingen fleisch gegeben; Durch den glauben und blut, Zeigen wahren hel- ist er mein. Ja, ich weiß, ich denmuth; Laß mich dein stets werde leben Und in ihm einst sein und bleiben und an dich von Herzen gläuben. 10. Hoch, mein heil, in dir erfreuet, Werf' ich alle sorgen hin; Wenn dein trost mein herz erneuet, Dann erholet sich mein sinn. Sei du meiner seelen hort Und laß durch dein heilig wort Deinen geist mich wohl erquicken und dich selbst darin erblicken. 12. Sesu, laß mich ja nicht fallen, Halte mich bei deiner hand, Gieb beständigkeit in allen; Ich bin schwach, dir ist's bekannt; Laß mich alle angst selig sein. Mich sah Gott von seinem throne; Mich erwählt' er in dem sohne, Eh' noch seiner allmacht ruf Mich und alle wesen schuf. 5. Wer will nun noch den verklagen, Den Gott selber aus Vom Glauben. erwählt, Den noch zu verdammen wagen, Den er zu den seinen zählt? Hier ist Gott, mich kann nichts schrecken! Gottes huld will mich bedecken! War ich gleich ein sünden Inecht; Er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Theuer bin ich ihm er worben; Heil mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist, Nun zur rechten Gottes fizet, Auf mich sieht, mich mächtig schützet, Mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller noth erlöst. 7. Trotz der welt und ihres spottes! Trotz der höll' und ihrer wuth! Mir bleibt doch die liebe Gottes Und hält mich in treuer hut. Was will je von 253 10. Zwar ich weiß auch, es bethöre Reichthum leicht das herz zum geiz; Blendend ist der glanz der ehre, Süß der wollust falscher reiz; Schlüpfrig sind des glückes pfade; Schmeichelnd ist der hohen gnade; Stolzes lob führt leicht von Gott, Und noch leichter bitt'rer spott. 11. Dennoch weiß ich, schmerz und freuden, Tod und leben, lob und schmach Werden mich von Gott nicht scheiden; Gott ist stark, bin ich gleich schwach. Gunst der großen, haß der feinde, Ueberredungen der freunde, Nichts erschüttert meine treu'; Gottes liebe steht mir bei. 12. Lauern gleich auf allen seiten Stets versuchungen auf mich; Wechselt auch der lauf der zeiten; Aengstet selbst die der mich scheiden? Nein, ich seele sich: Nicht des herzens werd' in allen leiden Mehr, als blos geduldig sein, Mich vor Gott auch ihrer freu'n. bange zweifel, Nicht verläumdung, höll' und teufel, Nicht der frevler roher scherz Wenden von mir Gottes herz. 8. Laßt denn rauhe wetter stürmen! Alles um mich her 13. Ich beharr' in meinem sei nacht! Gott, mein Gott glauben: Nichts, wenn man auch wird mich beschirmen, Der für alles raubt, kann mir Gottes meine wohlfahrt wacht. Wenn liebe rauben; Drum erheb' ich ich lang' auch hülflos bliebe, froh mein haupt. G'nug, daß Leitet mich doch seine liebe In meiner der gedenket, Der mir die wohnungen des lichts Durch seinen sohn geschenket Und mich die nacht; drum fürcht' ich nimmermehr verläßt: Dieser nichts. fels bleibt ewig fest.( 131) 9. Würd' ich auch bedroht, geschrecket, Unterdrücket und gequält, Auf das frankenbett geſtrecket, Biel gemartert und 341. ft Gott für uns in entseelt: aller pein, Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. mich dünfen, Doch den muth allem kreuz und leiden, Wer ließ ich nicht sinken; Der, der mag uns dann zuwider sein, jeinen sohn mir gab, Zieht die Wer dann uns von ihm scheihand nicht von mir ab. den? Ist Gott für uns in angst Vom Glauben. 254 und noth, So kann nicht teufel, höll' und tod, So kann kein feind uns schaden. reich Beschützen und begleiten; Durch sie wird, wann es Gott gefällt, Wie vormals der Assyrer zelt, Ein ganzes heer geschlagen. 2. Ist Gott für uns, so üben wir, Wie David, große thaten. Entfliehet zweifel! Gott ist hier; 8. Ist Gott für uns, se Der schwachheit ist gerathen. müssen welt Und lüfte unterUns christen macht kein feind liegen. Mit Gott der geist das zu spott, Wir siegen überall mit Gott Und werden nicht zu schanden. feld behält, Des Herren waffen siegen. Der teufel selbst kann nicht bestehn, Er muß beschämt zur hölle gehn, Kein haar darf er uns frümmen. 3. Ist Gott für uns, so kann die macht Der stolzen nicht bestehen; Sie werden alle um- 9. Ist Gott für uns, so kann gebracht und müssen schnell der grimm Des todes uns nicht vergehen. Er ist der starke Gott schrecken; Es wird ja Christi allein, Er wird auch unser helfer sein, Und dann ist uns geholfen. lebensstimm' Uns wieder auferwecken Zur himmelsfreud' und feligkeit: Da follen wir in ewigfeit Bei Gott und Jesu bleiben. 4. Ist Gott für uns, so dürfen sich Die feind' an uns nicht 10. Wohlan! so soll uns wagen; Er kann sie alle mäch- feine zeit Von Gottes liebe tiglich Zum spott mit blind- scheiden; Nicht sünde, lust, nicht heit schlagen. Gott kennet seine finder wohl, Er weiß schon, wann er helfen soll Den schafen seiner weide. glück, nicht streit, Nicht kummer, schmerz und leiden, Nicht ehr' und ruhm, nicht hohn und spott Soll uns und unsern lieben Gott Je von einander trennen. 5. Ist Gott für uns, wie er denn ist Bei uns aus lauter gnaden, Was kann uns denn betrug neid und feindſchaft schaden? Des höch- 342. Deiligkeit; Was er sohn meine sten arm und stärke fann Mit einem worte roß und mann bebt denn mein gewissen! Was Gar leicht zu boden schlagen. zagt's, daß das gesek mir 6. Ist Gott für uns, so wird dräut! Er litt, für mich zu er wol Für seine lehre kämpfen, büßen. Der sohn ist hier, was Er wird wol wissen, wie er schreckst du doch Mich, fluch foll, Die uns verfolgen, dämpfen. des Herrn, des richters, noch? Er schickt es oft so wunderbar, Der sohn ist mein vertreter. Daß sich verfolger auch sogar Zu ihm bekehren müssen. 7. Ist Gott für uns, so sind zugleich Die engel uns zur seiten, Die uns in seinem gnadenMel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 2. Und häufen meine fünden sich Zu meiner qual zusammen, Der Herr verzeiht und liebet mich; Wer darf denn mich verdammen? Sie fordern tod, sie Vom Glauben. 255 dräuen mir Verderben; Gottes übertretung, und mein dank sohn ist hier, Der ist für mich gestorben. Wird ewig ihn erheben. 6. Erhöre mich; du hast gesagt: Ihr sollt mein antlitz suchen! Ich, wenn mein schwaches herz verzagt, Ich will dein antlitz suchen. Ich bitte stärke, Gott, von dir, Verbirg' dein antlitz nicht vor mir; Denn du nur bist mein helfer. 4. Eins bitt' ich, Gott, das hätt' ich gern: Kraft, was er 7. Ich hab' es dir gelobet, ich Will, was du hasfest, hassen; Hilf nur, wenn meine fräfte mich Auf deiner bahn verlassen. haßt, zu hassen Und meinen Ach, wank' ich, nimm dich meiheiland, meinen Herrn, Nie ner an, Erhalte mich auf deiner treulos zu verlassen, um seiner bahn Um deines sohnes willen. liebe willen sei Mein ihm geheiligt herz getreu: Was hab' ich dann zu fürchten? 8. Ich werde nach der prüfungszeit, O Gott, dein antlitz sehen; Ich werd' in deiner herr5. Er leite mich durch seine lichkeit Vollkomm'ner dich erfraft Auf meines Jesu pfade; höhen. Ich bin getroft und Er mache mich gewissenhaft unverzagt, Du hast's, mein heiUnd würdig seiner gnade; Er land, hast's gesagt: Wer glaubt, überwinde meinen hang Zur soll ewig leben. 3. Für mich! für mich! ich habe zwar Den zorn des Herrn verdienet; Allein, das ist auch ewig wahr, Der sohn hat mich verfühnet. Ich glaub' an ihn, er macht gerecht; Der Herr kann nicht für seinen knecht Umsonst gelitten haben. c. Von der Schwachheit des Glaubens. Mel. O Gott, du frommer Gott.| auf dich allein Vertraue, wol343. Herr, allerhöchſter leſt du Mein treuer helfer ſein. Gott, Von dem 3. Ach, reiche du mein wir alle gaben Im glauben zu Mir deine gnadenhände! Hilf erflehen Und zu erwarten haben! meiner schwachheit auf, Errette Ich fünder klage dir, Daß, mich und sende Mir deines leider! ich nicht kann Dich, wie sohnes geist, Und ist mein glaube ich gerne wollt', Im glauben, klein, So laß durch deine kraft Ihn stets im wachsthum sein. beten an. 2. Ich bete zwar zu dir, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will die zweifelsucht Mir alle hoffnung rauben: In 4. O schaffe, daß in mir Der glaube sei geschäftig, Und deine starke kraft Sei in dem schwasolcher noth, o Gott, Weil ich chen kräftig; Ach zieh' mich hin Vom Glauben. 2. Ach, flehe doch, mein herz, voll angst und schmerzen, Das so viel seufzer aus mir zwingt; 5. Du hast ja selbst in mir Ach, steu're du selbst diesem Den glauben angezündet; So meinem herzen, Aus dem mein mache du ihn stark, Daß, wenn elend selbst entspringt. Es will die noth sich findet, Ich durch mir dein wort vernichten; Ach des glaubens kraft Recht männ- Herr, laß es ihm nicht zu, lich, dir getreu, In guter ritter- Meine seel' laß nie vergiften; schaft Zum kämpfen freudig sei. Meinen glauben stärke du. 3. Ich kämpfe, ängste mich, 6. Du, meines glaubens ich ruf und bete Und falle vor grund, Mein Jesu, hort der dein angesicht; Doch wenn ich gnaden! Du siehest, wie mein gleich mit weinen vor dich trete, Herz Von kummer ganz beladen, So trau' ich mir doch selber Den meine schwachheit wirkt; nicht, Zweifle selbst, ob meine Vertritt du mich bei Gott Und flage Auch aus wahrem herzen zieh' durch deine kraft Mich aus geht, Weil des bösen zweifels der seelennoth. plage Allemal bei mir entſteht. 4. Mein beten ist voll zweifelnder gedanken. Wenn gleich dein tröstlich wort erschallt, So ist und bleibt mein glaube doch im wanken; Mein ganzes herz scheint todt und falt; Es ist voller angst und zagen, Und ganz in sich selbst verwirrt; Kaum kann ich mich selbst vertragen, Ja, mein sinn ist ganz verwirrt. 5. Die wunder, die ich vormals selbst gepriesen, Die du von anfang hast gethan, Und die du mir insonderheit erwiesen, Seh' ich jetzt wie ein blinder an: Ob ihr glanz mich gleich beweget, Wankt mein herz denDaß bald ein zweifel reget, Ob sie auch geschehen sind. 6. Wenn ich mein herz mit deinem wort will stillen Und schwinge mich zu Gott empor Und halte meinem geist des vaters willen Und meines Jesu leiden vor: Wenn ich's auch 256 zu dir, Herr, meine zuversicht, Vermehre du in mir Das schwache glaubenslicht. 7. Mein heiland, wie du dort Für Petrum haft gebeten, Daß er nicht ganz und gar Vom glauben möchte treten: So bitte auch für mich, Der du mein mittler bist; Du siehst, daß deine fraft Mir unentbehrlich iſt. 8. Erhöre mich, mein Gott, Und laß mein flehn und singen Durch Christum hin vor dich, Zu deiner höhe dringen, Daß ich des glaubens ziel, Der seelen seligkeit, Erlange nach dem kampf Bei dir in ewigkeit. ( 139) Ummanuel, deß güte Der kranken arzt, der sünder heil, Verborg'ner Gott, du trost betrübter seelen, Der geistlich armen bestes theil, Der du selbst bei jedem wohnest, Der zerbroch'nen herzens ist, Und der schwachen gnädig schonest, Höre mich, Herr Jesu Christ! Vom Glauben. mit lust gehöret, Fühl' ich dennoch keine fraft; Mein verborg'ner irrthum störet, Daß es teine früchte schafft. 7. Wie kann ich doch dem bösen herzen trauen, Daß deine Lehren niederreißt, Den grund, darauf ich soll die hoffnung bauen, und mich an allem zweifeln heißt, Das ich muß zum beten zwingen, Und doch mitten im geschrei, Leider! nicht dahin kann bringen, Daß es frei von zweifel sei. 257 11. Du kannst ja, Herr, die todten auferwecken; Wie sollt' dir denn unmöglich sein, Des glaubens licht auch wieder anzustecken, Und solch ein herz mir zu verleihn, Das sich wieder zu dir kehret, Treulich ohne heuchelei, Ohne zweifelmuth dich ehret Und dir ewig ist getreu! 12. Du kannst, mein heil, du mußt mein zagen enden, Ja deine liebe will's von dir, Ich bin ja dein und steh' in deinen händen; Was hülfe auch dein 8. Erforsche doch, erfahre, sterben mir, Wenn du mich wie ich's meine, Durchsuche willst fallen lassen, Weil mein doch mein böses herz Und prüfe schwacher glaube nicht Dich mich, mein Gott, warum ich mit freudigkeit kann fassen, Da weine, Ob dies wahrhaftig sei mein schmerz, Daß mein glaube schwankt und wanket, Daß mein herz so laulich ist Und dir nicht mit andacht danket, Der du doch mein alles bist. es ihm an kraft gebricht? 13. Zwar hab' ich wol mit trägheit und mit fünden Schon längst, o Gott, verdient, daß ich Jetzt weder trost noch glauben kann empfinden; Ach aber, 9. Und findest du bei mir ach erbarme dich! Jesu, hilf noch rechten willen, Siehst, dem unvermögen! Herr, ich daß mein herz um glauben will; doch aber ach, Dir mein schreit: So laß doch deine herz recht vorzulegen, Ist mein traft die zweifel stillen Und wollen viel zu schwach. stärke mich in meinem streit. 14. Drum stärke, Herr, das Ist mein glaube mir verdäch- wollen und das kennen und gieb tig, Fühl' ich mich ganz blind mir den gewissen geist, Daß ich und bloß: So sei deine gnade mich wieder freudig dein kann mächtig Und in meiner schwach- nennen Und glauben, wie dein heit groß. wort mich's heißt; Kann ich 10. Sollt' aber, ach, mein dich nicht feste halten, Desto glaube sein verschwunden; Hat fester halt' du mich. Laß mein sich vielleicht mein herz der welt, herz nicht ganz erkalten, Bis Die wider mich mit satan sich mein glaub' erholet sich. verbunden, Und ihren thoren zugesellt, Die im Herzen Gott nicht glauben: Ach, so änd're meinen sinn, Laß mich, Jesu, dir nicht rauben, Mich, der ich dein eigen bin. 15. Troß meines herzens zweifelnden gedanken, Troß meinem bösen fleisch und blut, Das mich so quält und macht mich immer wanken, Daß mein gemüth fast gar nicht ruht; 17 258 Vom Glauben. Du sollst doch mein Jesus blei-| allen glauben Will aus meinem ben, Ich will beten und an herzen rauben. dich, Herr, wie schwach es ist, doch gläuben, ist mein herz gleich wider mich. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab'; Ganz vergeblich ist mein sorgen, Alles ist, Herr, deine gab', Was ich gutes find' an mir, Das hab' ich allein von dir; Du giebst glauben mir und allen, Herr, nach deinem wohlgefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete Jetzt in meiner großen noth, Höre, wie ich sehnlich bete: Laß mich werden nicht zum spott; Ach, zerstöre satans werk; Meinen schwachen glauben stärk', Daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 16. Kann ich gleich nicht mit lust und freude siegen, Zieht meine schwachheit mich zurück; So will ich doch mit Gott nicht unterliegen. Ach, Sesu, gieb mir einen blick, Wie du dort dem Petro gabest, Der schon ganz gefallen war, Daß du meine seele labest Und entreißest der gefahr. 17. Nur zürne nicht mit deinem schwachen finde, Und habe, Herr, mit mir geduld; Auch rechne nicht, was ich in mir befinde, Mir zur verdammniß und zur schuld; Laß die schwach- 4. Jesu, ursprung aller gnaheit mir nicht schaden, Weil den, Du bleibst doch mein treuer du fein verdienst begehrst, Son- hort, Wenn ich gleich mit angst dern uns aus lauter gnaden beladen; Du versprichst den Alle seligkeit gewährst. 18. Ach aber, ach, ist's möglich, ist's dein wille, So laß die noth doch von mir gehn Und führe mich zur sanften glaubensstille, Laß mich erquickt bei Jesu stehn; Laß durch ängstliche gedanken Meinen glauben, den mein mund Frei bekennet, nicht mehr wanken, Mach', o arzt, mein herz gesund!( 52) Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. jüngern dort, Wenn ihr glaube gleich so klein, Wie ein senfforn sollte sein, Woll'st du sie doch würdig schätzen, Große berge zu verseßen. 5. Laß mich gnade vor dir finden, Der ich bin voll traurigkeit; Hilf du nur selbst überwinden, Hilf, so oft ich bin im streit; Gieb mir, was den glauben mehrt, Gieb mir deines geistes schwert: So kann ich den satan schlagen, Alle 345. T muß dir flagen reuer Gott! ich feinde von mir jagen. 6. Heil'ger geist im himmelsMeines herzens jammerstand; throne, Gott von gleicher ewigOb dir gleich sind meine pla- feit Mit dem vater und dem gen Besser, als mir selbst, be- sohne, Der betrübten troft und fannt; Herr, du weißt, daß ich freud'! Du hast in mir angebei mir Große schwachheit oft- zünd't, So viel glauben sich mals spür', Wenn der satan noch find't, Laß ihn durch dein Vom Glauben. 259 10. Reiche deinem schwachen finde, Das auf matten füßen steht, Deine gnadenhand geschwinde, Bis die angst vorüber geht; Wie die jugend leite mich, Daß der feind nicht rühme sich, Solch ein herz hab' er gefället, Das auf dich die hoffnung stellet. 11. Du bist meine hülf', 8. Gott, groß über alle göt- mein leben, Mein fels, meine ter, Heiligste dreieinigkeit, Außer zuversicht, Dem ich leib und dir ist kein erretter; Sei zu seel' ergeben; Gott, mein Gott, helfen mir bereit, Wenn der verziehe nicht, Eile doch und feind die pfeil' abdrückt, Meine steh' mir bei, Brich des satans schwachheit mir aufrückt, Ja, pfeil entzwei, Stürze ihn mit wenn er mich will verschlingen schimpf zur höllen, Da er denket, Und mich in verzweiflung brin- mich zu fällen. gent. gnadenwalten Kraft und freudigkeit erhalten. 7. Deine hülfe zu mir sende, Leicht're mir die schwere last, Und das gute werk vollende, Das du angefangen hast; Blas' in mir das fünklein auf, Bis ich nach vollbrachtem lauf Meines glaubens ziel erreiche Und den auserwählten gleiche. 9. Herr, zerreiße seine stricke, Die er mir geleget hat; Mach' 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand, Daß du meine noth und plage zu schanden seine tücke, Drauf Hast so gnädig abgewandt; er sinnet früh und spat; Gieb Ich will in der sterblichkeit, mir deine starke kraft, Die mir Dich zu rühmen, sein bereit; muth und sieg verschafft, Und Künftig will ich's mehr beso oft ich hie muß kämpfen, weisen und dort ewiglich dich Hilf du mir die feinde dämpfen.| preisen. ( 63) d. Von den Beweisen und Früchten des Glaubens. Mel. Schau, liebster Gott, wie meine feind'. erkennen; Dein geist nur giebt die wissenschaft, Dich meinen 346. Mein ein Jesu! du Herrn zu nennen; Dein wort willst jeder- legt meines glaubens grund, mann Durch buße zu dir wen- Dein sacrament bestärkt den den, Du fängst den glauben in bund. Herr, gründe meinen uns an, Du willst ihn auch glauben! vollenden; Mein Herr und Gott, drum bitt' ich dich, Hilf du mir und befehre mich, Ach, hilf mir, Herr, zum glauben! 3. Wenn du die menschen neu gebierst In deinem wasserbade, Und sie mit deinen gaben zierst Nach deiner großen gnade: So zündest du den glauben an, Daß er dein licht erkennen fann; 17* 2. Es kann vernunft und eigne kraft Dich, Jesu, nicht 260 Vom Glauben. Herr, schaff' in mir den glau-| Ich tröste mich im glauben, Daß ben! Gottes sohn an meiner statt 4. Da wird erst mein ver- Die strafe schon erduldet hat: stand verklärt, Dich, heil der Herr, stärke diesen glauben! welt, zu kennen. Das leben, 10. Doch leb' ich darauf nicht welches ewig währt, Ist, Gott allein, Ich will auch darauf und dich erkennen; Drum mach- sterben, Ich soll dein find im test du, gerechter knecht, Durch glauben sein Und dort das reich dein erfenntniß uns gerecht: ererben. Auf jenes leben hoffe Herr, lehre mich den glauben! ich, Dazu erhebst du sicher mich: 5. Der glaube hält auch alles Herr, fröne diesen glauben! dies, Was wir hier noch nicht 11. Was ich nicht sehe in sehen, Für unbetrüglich und der zeit, Will ich dir doch gewiß. Es ist und muß ge- zutrauen; Dort werd' ich meine schehen, Was Gottes wahrheit seligkeit Nicht glauben, sondern uns verspricht; Sein wort und schauen. Ich kämpf' und endige bund gereu't ihn nicht, Herr, den lauf, Und hört einst glaub' darauf bau' den glauben! und hoffnung auf, So hilf mir, Herr, zum schauen. 6. Dann bringt die feste zuversicht Den glauben recht zum leben, Die freudig voll ver- Mel. Vater unser, im himmelreich. glaub' Gottrauen ſpricht: Die schuld iſt 347. Deswert und gab', mir vergeben; Mein Gott und Jesus liebet mich; Für mich gab mein erlöser sich: Herr, wecke diesen glauben! Die ich von ihm allein nur hab'. Der glaub', den fleisch und blut beschafft, Und nicht das wort 7. Ach ja, mein Gott, ich und dessen fraft, Ist heuchelei sünder bin Mühselig und be- und selbstbetrug, Und bringt laden; Ich bin voll reu'! wo nicht segen, sondern fluch. flieh' ich hin? Zur fülle deiner gnaden. Erquicke mich, die last ist groß; Doch mach' mich von derselben los. Herr, halte mich im glauben; 2. Der wahre glaub' ist Gottes licht, Das, wie der tag, in uns anbricht. Wenn uns das wort des höchsten lehrt, Uns ruft, erleuchtet und befehrt, Und unser Herz zur buße lenft, Wird uns dies licht von Gott geschenkt. 8. Laß ihn, o Herr, lebendig sein In Jesu, dem ich lebe, Und hilf doch, daß er licht und schein Der tugend von sich gebe, Daß er durch liebe thätig sei; Behüte mich vor heuchelei. Herr, mehre meinen glauben! 9. So kann kein leid und trübsal mir Den trost der hoffnung rauben; Mich scheide nichts, mein Gott, von dir; Herrn verläßt. 3. Wenn furcht und eitle luſt der welt Das Herz bestürmt und überfällt, Wird oft der glaube schwach und klein Und scheint ganz unterdrückt zu sein; Doch steigt er wieder, wenn er fest Sich auf das wort des Vom Glauben. 261 4. Er, als des guten geistes| Mel. O Gott, du frommer Gott. 348. hr christen, prüft neue stärk', Daß er bei trübsal, euch wohl, Ob ihr schmach und spott Sich nicht im glauben stehet, Ob Christus berlier' von seinem Gott, Viel- in euch ist, Ob ihr ihm auch mehr des glaubens feinde dämpf' nachgehet In demuth und geUnd jene lebensfron' erkämpf'. duld, In sanftmuth, freundlich5. Der glaube wird durch keit, Ob ihr dem nächsten seid freuz gemehrt Und wie das 3u lieb' und dienst bereit. reinste gold bewährt, Wenn er nur ringt, wie Jacob that, Als Den 2. Der wahre glaube muß heiland recht erkennen, er um Gottes segen bat, Und Shn seinen Herrn und Gott hält nur an, bis Gottes geist Von ganzem Herzen nennen, Ihm beistand, heil und trost Auf ihn und sein verdienst Voll erweist. zuversicht vertrau'n, Auf ihn 6. Beklemmt gleich erst die sein ganzes heil Und alle hofftraurigkeit Das schwache herz nung bau'n. in solchem streit; Wird doch die freude hergestellt, Sobald der glaube sieg erhält; Er findet dann in Christo lust, Wie finder an der mutter brust. 7. Ein christ, der solchen glauben hat, Bezeuget ihn durch wort und that; Er zeigt durch hoffnung, lieb' und treu', Daß er in ihm lebendig sei; Er macht ihn stündlich offenbar Und reicht im glauben tugend dar. 3. Wer diesen glauben hat, Dem wird die schuld vergeben, Er schöpft aus Jesu heil, Gerechtigkeit und leben, Erlangt der findschaft recht Und Gott vereinigt ihn mit sich und will ihn stets Mit liebe zu sich ziehn. 4. Gott füllet ihn mit trost, Mit vollem gnadensegen, Schafft, daß sein friede ihn Umgiebt auf allen wegen, Führt in der heiligung Ihn stets auf eb'ner bahn, 8. Doch, was nicht aus dem Daß er mit freudigkeit zum glauben geht, Und nur aus leben dringen kann. heuchelei entsteht, Ist sünde, hat 5. Dann bleibt des glaubens auch nicht bestand Und wird licht Und kraft nicht mehr vervon frommen bald erkannt; Ja, borgen, Onein, er bricht herwollust, eigennuß und ehr' Ver- vor, Glänzt wie ein heller morräth die gleißner gar zu sehr. gen. Der christ ist Gott getreu 9. Mein Gott, verleih' mir, Und Christo gleich gesinnt, Gott daß ich treu Im glauben bis liebt und ehret er Als christ, an's ende sei; Blas' auf den als Gottes find. docht, da er noch glimmt, Be6. Er schöpft stets neues heil, vor er gar ein ende nimmt; Gott füllet ihn mit gaben, Im freuzeskampf und letzten Drum ist er auch bereit, Den streit Gieb fraft, muth und be- nächsten lieb zu haben; Er liebt ständigkeit. ihn, wie sich selbst, Mit treuer ( 112) 262 Vom Glauben. redlichkeit und ist auch seinen| mir wol geben: Hilf, daß ich feind zu lieben stets bereit. nimmer werd' zu spott In mei7. Prüft ihn der Herr durch nem ganzen leben; Vornämlich, kreuz, So wird er's freudig wenn ich muß davon, So laß tragen, Denn glaube und ge- mich dir vertrauen Und nicht duld Wird köstlich unter pla- bauen Auf eig'ner werke lohn, gen; Ja, Gottes geist wird dann Das abba in ihm schrei'n; Vertrauen im gebet Wird feurig in ihm sein: Allein auf gnade schauen. 8. So wird durch Christi fraft Der christ bewährt befunden, Und Christus lebt in ihm, Der sich mit ihm verbunden. Kein freier fündentrieb Befleckt des christen sinn; Er sieht allein auf Gott Und Jefu beispiel hin. 3. Verleih', daß ich aus herzensgrund Den feinden mög' bergeben, Verzeih' mir auch zu dieser stund', Schaff' mir ein neues leben. Dein wort laß meine speise sein, Die seele zu ernähren, Zu verwehren, Daß unglück oder pein Nicht meinen glauben stören. 9. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi leben ist's, Wonach der glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann heilig und giebt lust Zu allem guten werk: Sieh', ob du so auch thust. 4. Laß keine lust noch furcht von dir Mich, treuer Jesu, wenden; Beständigkeit verleihe mir, Du hast es ja in händen, Du giebst es gern nach deinem rath; Es mag niemand ererben, Noch erwerben, Durch werke deine gnad', Die frucht von deinem sterben. 10. Herr Jesu, mehre doch In mir den wahren glauben, 5. Ich lieg' im streit, so lang' Daß ihn und seine frucht Rein ich leb', Hilf, o Herr Christ, feind mir tönne rauben, Daß mir schwachen. Du weißt, daß ich im glauben stets Zur tugend ich mich dir ergeb', Du kannst sei bereit; Dann sei des glau- mich stärker machen, Wie mir bens ziel Der seelen seligkeit. von dir verheißen ist, Daß ich nicht soll erliegen, Sondern fiegen: So hilf, Herr Jesu Christ! Dein wort fann ja nicht trügen. ( 146) ( 20) ch ruf' zu dir, Herr Jesu Christ! Ich bitt', erhör' mein klagen; Du hilfft, wenn hülfe nöthig ist Mel. O Gott, du frommer Gott. Und läßt mich nie verzagen; 350. So komm' ich denn, Drum mein Ein freu'n Und rechten glauben frommer christ zu werden, Zu geben, Dir zu leben, Dem ändern herz und sinn, Wort, nächsten nütz zu sein, Mich sitten und geberden; Die fünde, ernstlich zu bestreben. 2. Sch bitt' noch mehr, mein Herr und Gott! Du kannst es die ich sonst In meinem fleisch gehegt, Die sei durch deine kraft Von nun an abgelegt. Vom Glauben. 263 2. Ich will hinfort nicht es soll, in mir, So werd' ich nehr Nach meinem willen himmlisch sein, So leb' und leben; Ich will mich ganz und sterb' ich dir. gar Dir, meinem Gott, ergeben. Ach, mache du mich selbst Von welt und fünde rein, Und laß, was dir gefällt, Auch stets mein streben sein. 3. Mein geist soll nun nicht mehr An dieser erde hangen; Dich, Gott, dich soll er nur Am eifrigsten verlangen. Ich will dein tempel sein, Der dir geheiligt ist, In welchem Jesus wohnt, So leb' ich als ein christ. 4. Ich will mein leben nun Nicht mehr in sünden führen; Ich will's mit gottesfurcht Und frommem wandel zieren. Ach, Gott, regiere mich, Ach, lebe du in mir, Und richte mund und herz Und that allein zu dir! 8. Als christ will ich hinfort Auch christlich vor dir wandeln, Nicht wider meinen Gott Und mein gewissen handeln; Mein ächtes christenthum Zeig' sich nun jederzeit In glauben, gottesfurcht Und wahrer heiligfeit. 9. Ich will mich auch hinfort Nicht mehr der welt gleich stellen, Noch in gesellschaft mich Den bösen zugesellen. Nur weg, o welt, nur weg! Ich änd're meinen sinn, Ich will nicht länger sein, Der ich gewesen bin. 10. Das, was ich sonst geliebt, Das böse will ich hassen; Gott, den ich sonst gehaßt, will ich in lieb' umfassen; Und will die böse welt In sünden fröhlich sein, So will ich mich an dir, Mein frommer Gott, erfreu'n. 5. Laß mich nun fernerhin Mit rechter andacht beten, Nicht mehr im eiteln sinn Bor dich, mein vater, treten; Ein lauliches gebet, Wobei der mund nur spricht, Und nicht dienst Nicht aus gewohnheit zugleich das herz, Gefällt dir, gehen; Es soll hinfort aus höchster, nicht. Iust Zu deinem wort geschehen. 11. Ich will zum Gottes6. Was ich im beichtstuhl Ich will nicht hörer blos, Sch dir Hinfüro werd' versprechen, will auch thäter sein; Denn Will ich nicht, wie bisher, Mit hören und nicht thun, Vervorsatz wieder brechen; Sch will, größert straf' und pein. gehorsamsvoll, Durch dich in wort und that Bezeugen, was dir herz Und mund versprochen hat. 12. Ach, Jesu, gieb mir kraft, Damit ich treu verrichte, Wozu ich mich dir jetzt Aus herzensgrund verpflichte. Ach, ich bin ganz verderbt Und sündlicher natur; Drum mache du mich selbst zur neuen treatur. 13. So kann ich auch ge7. Dein abendmahl soll mich Im wahren glauben stärken, Daß man die besserung Im leben könne merken. Ja, Herr, dein leib und blut Wirk', wie trost In dir einst selig sterben, 264 Von der Rechtfertigung oder der Vergebung 2c. Und als ein kind dereinst Das| und erneut, Von sünd' und himmelreich ererben; Da werd' leiden los, In ewigkeit erich ganz und gar Vollkommen freut. 14. Von der Rechtfertigung, oder der Vergebung der Sünden. Mel. Wenn meine stunde tommen ist.| 5. Nichts hilft hier die ge351. Wenn dein gelieb- rechtigkeit, Die ſtolz auf werke ter sohn, o bauet; Der ist von seinem heil Gott! Nicht wär' auf erden noch weit, Der eig'ner fraft kommen, Und hätte meine nur trauet. Herr Jesu, dein sündennoth Im fleisch nicht an- verdienst allein Macht mich von genommen: So müßt' ich ewig allen sünden rein, Weil ich an elend sein, Gemartert in der dich fest glaube. höllenpein, Um meiner bosheit willen! 6. Gott, vater, der du alle schuld Auf deinen sohn geleget, 2. Doch, Jesu, meine fünden- Herr Jesu, dessen lieb und last Hast du am freuz getragen; Huld All' meine sünden träget, Und weil du sie gebüßet hast, heil'ger geist, deß gnad' und Darf ich nicht mehr verzagen. fraft Allein das gute in mir Du hast mit Gott mich aus- schafft, Laß mich bei dir begeföhnt Und mit barmherzig- harren. feit gekrönt; Nun kann ich selig werden. ( 63) 352. De kommt gänz er seelen heil 3. Dies gläubt mein herz reicher mit frohem muth Und find- lich her Aus Gottes lichem vertrauen; Auf deinen tod gnade; Durch unser werk wird und auf dein blut Will ich die nimmermehr Getilgt der seelen hoffnung bauen. Das blut, das schade. Der glaub' sieht Jesum du vergossen hast, Befreit mich Christum an; Er hat für uns von der sündenlast; Wer will genug gethan, Er ist der mittler mich nun verdammen? worden. 4. Mit diesem trost erquicke 2. Der mensch kann, ganz in mich! Ich komm' zu dir mit fünden todt, Des höchsten zorn freuden. Du nimmst mich an nicht stillen: So kann auch so väterlich; Nichts soll von bir mich scheiden. Was, vater, mir dein sohn erwarb, Als er in schmach und martern starb, Kann satan mir nicht rauben. niemand sein gebot, Wie er gebeut, erfüllen, Denn Gott erfordert allermeist, Was nicht im fleische wohnt, den geist. Weh' uns, wir sind verloren! Von der Rechtfertigung oder der Vergebung 2c. 265 3. Es bildet sich der mensch christ die tugendbahn, Weil er auch ein, Weil ein geseß gege aus Gott geboren. ben, So müßten kräfte in uns 9. Gott schläget durch's gesein, Nach dem gesetz zu leben; setz das Herz In angst und Da des gesetzes heiligkeit Doch reue nieder, Dann heilt durch's nur die ungerechtigkeit Ent- evangelium Er unsre seele wiedeckt, die in uns wohnet. der, Ruft uns in Christo gnade zu; Denn im gesetz ist keine ruh', Auch nicht in unsern werfen. 4. Der mensch kann von der fünden art Aus eigner kraft nicht lassen; Der sinn des herzens ist zu hart, Will Gottes wort nicht fassen, Und heuchelwerk verdammt uns doch; Auch bleibt uns ja die erblust noch Von Adam angeboren. 5. Doch mußten die gebote ganz Von uns erfüllet werden, Drum kam der sohn, des vaters glanz Und ebenbild, auf erden. Durch ihn ist das geset erfüllt, Auch Gottes zorn für uns gestillt; Wir sind vom zorn erlöset. 6. Er, der den tod gelitten hat, Trug auch der sünden strafen: So hat er unsre missethat Getilgt, uns heil zu schaffen. Der glaube ruft: du, Herr, bist mein; Dein tod muß mir das leben sein; Du hast für mich bezahlet. 7. So ist der glaube unverzagt, Muß welt und tod befiegen; Denn Jesus selbst hat zugesagt, Und das kann nimmer trügen: ,, Wer gläubt an mich und wird getauft, Der ist zum himmelreich erkauft, Wird nimmermehr verloren." 10. Wer nur in Christo gnade sucht Im rechten wahren glauben, Der läßt sich dann des glaubens frucht Nicht durch die fünde rauben. Der glaube macht allein gerecht, Dann zeigt der christ, als Gottes fnecht, Gerechtigkeit in werken. 11. Die hoffnung wächst zur freudigkeit Durch das, was Gott verheißen; Er weiß, Gott wird zu seiner zeit Ihn aller noth entreißen. Gott weiß wol, wann's am besten iſt; Drum hofft und wartet er, der christ, Geduldig, voll vertrauen. 12. Und kommt die hülfe nicht sofort, Läßt er sich doch nicht schrecken; Gott wird ihn schon nach seinem wort, In aller noth bedecken. Sein wort wird ihm ein siegel sein, Und ob sein herz spricht lauter nein, So wird er doch nicht zweifeln. 13. Gott sei lob, ehr' mit hohem preis Um dieser wohlthat willen! Gott, vater, sohn und heil'ger geist, Du woll'st mit gnad' erfüllen, Was du in Christo uns gewährt, Auf daß dein nam' geheiligt werd', Und dein reich zu uns komme. 8. Der ist gerecht vor Gott allein Der diesen glauben fasset; Sein glaub' ist fret vom Heuchelschein, Wenn er die fünde haffet. Der glaube nimmt die 34. Dein will' geschehe auf der erd', Wie bei der engel gnade an, Dann geht der thronen; Das täglich brod auch 266 Von der Rechtfertigung oder der Vergebung 2c. heut' uns werd'; Wollst unsrer| zum leben dir, Dich soll mein schuld verschonen, Als wir thun auge leiten; Darum mein herz, unsern schuldigern; Versuchung verachte nicht Des ew'gen vableibe von uns fern; Lös' uns ters unterricht; Er führt zu vom übel! amen. seligkeiten. ( 146) Mel. Gott vater, sende deinen geist. 353. Wi ie selig, Gott, wie selig ist Der sünder, dem du gnädig bist, Den dein gericht nicht schrecket! Dem, weil ihn seine schuld betrübt, Dein herz die missethat vergiebt und seine schuld bedecket. 7. Wer nicht von Gott die weisheit lernt, Der ist verblendet und entfernt von allen wahren freuden; Wer aber sich auf Gott verläßt, Den hält die gnade ewig fest, Auch in den schwersten leiden. 8. Stimmt Gottes lob ihr frommen an, Euch wird des höchsten güt' umfahn; Der 2. Wer seine sünden dir ver- Herr ist seiner fnechte Trost, gehlt, Deß seele wird mit angst hülfe, heil und zuversicht, Er gequält Vom strafenden ge- strafet ihre sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr gerechte. wissen. Die angst verzehret seine kraft; Der trost, den deine gnade schafft, Wird ihm dadurch entrissen. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 3. Darum bekenn' ich dir, 354. Ni Zichts verdammlich's ist an deo Gott, In meiner großen seelennoth Die menge meiner fünden: Dann, dann mein Gott, verzeihest du Und läßt die müde seele ruh' In deinem frieden finden. nen, Die in Christo Jesu sind; Darum still' die fluth der thränen, Die aus deinen augen rinnt. Weintest du gleich manches jahr, Ei, so würdest du 4. Die frommen werden fürwahr Für die kleinste deiner deine huld Und deine schonende sünden Dadurch doch kein mittel geduld, vater, ewig loben; finder Du bleibest ihre zuversicht, Die fluth, die aus den ufern bricht, Mag noch so mächtig toben. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, Den rechten weg 2. Tröste dich mit Christi blute, Dieses macht von sünden rein, Das soll bei zerknirschtem muthe Dein erquickend labsal sein. Er ruft selber: fomm 5. Mein schirm bist du, zu dir fleh' ich, Wenn drohende herzu, Ich schaff' deiner seele gefahren mich Mit schrecken ruh', Bei mir kannst du gnade überfallen. Du machst dich mir finden, Ich, ich tilge deine in der gefahr Als meinen retter jünden." offenbar und läßt mich sicher wallen. 3. Was wird dich verdammen können? Gott ist hie und macht gerecht. Ist wol eine schuld zu nennen, Welche der Von der Rechtfertigung oder der Vergebung 2c. 267 gerechte tnecht, Jesus Christus,| sorg' und qual Wegen meiner nicht gebüßt? Er, der aller gnadenwahl, Weil an mir bei heiland ist, Hat die sünden, die meinen sünden Nichts verdich nagen, Wahrlich alle auch dammlich's ist zu finden. getragen. 4. Sein verdienst ist dir geMel. O heil'ger geist, tehr' bei uns ein. geben In dem evangelio, Das 355 Wie groß ist unfre Und Gott, dies macht die seele froh. Hier schon in der prüfungszeit schließt Jesu herz sich auf, Selbst unter viel beschwerden, Drum vertraue fest darauf, Wenn unser herz sich dir erDaß an dir, bei allen sünden, giebt Und treu in Jesu dienst Nichts verdammliches zu finden. sich übt! Wie groß wird sie 5. Schon im heil'gen wasser- einst werden, Wenn sich Herrbade Hat dich sein verdienst lich Jenes leben wird anheben, geschmückt Und das zeichen wo man freuden Erntet von seiner gnade, Gottes bild, dir der saat der leiden. eingedrückt. Nunmehr bist du Gottes find; Gott ist väter lich gesinnt; Er wird nun bei deinen sünden Nichts verdammlich's an dir finden. 6. Christus selbst wird dir geschenfet, Wenn sein wahrer leib dich speist Und sein wahres blut dich tränket: Diese huld, die Gott beweist, Spricht sogar kein engel aus; Aber schließe du hieraus, Daß an dir, hast du gleich sünden, Nichts verdammliches zu finden. 7. Nun getrost! auf solchen glauben Leb' und sterb' ich als ein christ; Ihn soll mir kein teufel rauben, Ob er noch so listig ist. Nichts verdammlich's ist an mir, Denn mein heiland ist allhier, Spricht mich frei von jenen flammen; Wer wird mich denn nun verdammen? 2. O, wie erhaben ist das recht, Das du uns giebest, dein geschlecht Und bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser vaterland, Und wer will deiner starken hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Müssen streiten und zu zeiten schwach uns finden; Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre schulden zu, Schenkst unsern seelen wahre ruh' Und stärkest uns mit freude. Dein sohn ist unser haupt und ruhm, Wir sein erkauftes eigenthum Und schafe seiner weide. Gutes Muthes Sind auf erden in beschwerden unsre seelen; Herr, was fann bei dir uns fehlen. 8. O, mein liebster Jesu, leiste, Leiste kraft nach deiner treu', Daß mein wandel nach dem geiste Und nicht nach dem fleische sei: Dann weicht alle Sieht man Ihn mit kronen 4. Es bleibet zwar der hohe werth Der gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf erden; Doch wenn dereinst vor aller welt Er, unser Herr, gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden; Alsdann 268 Von der Rechtfertigung oder der Vergebung 2c. uns belohnen und die seinen Ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie selig, Gott, sind wir alsdann; Wie viel hast du an uns gethan! O, laß uns unsre würde Vor augen haben jeder5. Der heiland bot sich dar, Vollkommen zu erfüllen, Was uns unmöglich war Bei dem verderbten willen, Der, etwas gut's zu thun, Nicht lust noch kräfte hat; Er trug der sünden zeit, So tragen wir mit willig- fluch An unser aller statt. feit Der kurzen leiden bürde. 6. Wir sind durch sein verHerr, gieb Den trieb In die dienst Und nur durch seine seelen, dich zu wählen und das leben Ganz zu Jesu dienst zu geben. ( 133) gnade Ohn' unser werk gerecht, So daß der sündenschade, Der allen angeerbt, Uns nun nicht tödtlich ist, Weil Jesus unfre schuld Durch seinen tod gebüßt. Mel. Nun danket alle Gott. as darfst du, blö7. Wohlan, ich troße nun des herz, Dich Der höll' und ihren flammen. ängsten und so zagen, Daß Will gleich mein herz sich selbst deine sünden dich Vor Gott so Aus zweifelmuth verdammen, hart verklagen Und über's haupt So ist Gott, dessen wort Mir dir gehn Gleich centnerschwerer solchen trost verspricht, Viel last, So daß du keine ruh' größer, als mein herz, Er Vor ihrer menge hast. täuscht und läßt mich nicht. 2. Zwar billig mußt du dir 8. Laß mich nur deinen geist, Ja selbst das urtheil sprechen, O mein erlöser, stärken, Daß Du hast den zorn verdient; ich dir dankbar sei; Und da Vor Gott ist dein verbrechen von todten werken Du mein Und böser herzensgrund Ent- gewissen hast Gereinigt durch deckt und offenbar; Du hast dein blut: So sei doch auch den tod verdient, Das ist ge- hinfort Mein wandel rein und wißlich wahr. gut! 3. Doch, flucht dir das gesetz, 9. Laß mich in deiner kraft So hat Gott gleichermaßen Getrost und siegreich kämpfen, Ein theures, werthes wort Den satan, welt und fleisch Dir offenbaren lassen, Daß so Und alles das zu dämpfen, gewiß und wahr, Als du ein Was mich zum bösen reizt, sünder bist, Auch Jesus dir zu Daß nimmermehr forthin Die gut Auf erden kommen ist. sünde herrsch' in mir, Der ich gestorben bin. ( 52) 4. In ihm steht unser heil, Denn darum hat Gott eben welt aus lieb' gegeben, Der 357. ber an: Sagt boch Den eingebor'nen sohn Der Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. nimmt die fünalle fünden trägt, Daß der, so an ihn gläubt, nun nicht ge- dieses trostwort allen, Welche richtet wird, Und ewig selig von der rechten bahn Auf verbleibt. fehrten weg verfallen! Hier ist, Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 269 was sie retten fann: Sesus bei dir Gnade und vergebung nimmt die fünder an. finden, Daß dies wort mich trösten kann: Jesus nimmt die fünder an. 2. Wir sind keiner gnade werth, Doch hat er in seinem worte Sich so gnadenreich erflärt. Sehet doch, die gnadenpforte Ist uns menschen auf gethan, Jesus nimmt die sünder an! 3. Wenn ein schaf verloren ist, Suchet es ein treuer hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Beiget ihm die rechte bahn. Jesus nimmt die fünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten fünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus fündern Gottes finder. Gläubet es und denkt daran: Jesus nimmt die fünder an! 6. Ganz getroft ist herz und muth. Laß die fünde mächtig werden, Weiß ich doch, daß mich dein blut Auch erlöset hat auf erden, Daß ich freudig sprechen kann: Jesus nimmt die fünder an. 7. Mein gewissen zaget nicht, Will mich das gesetz vertlagen; Der mich frei von sünden spricht, hat die schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die fünder an. 8. Jesus nimmt die fünder an; Mir, den er auch angenommen, Ist der himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm 5. Ich betrübter komme fommen, Und nun freudig hier Und bekenne meine sün- sterben kann. Jesus nimmt die den. Laß, mein heiland, mich sünder an. ( 105) 15. Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. Mel. Abermal ist eins dahin. 358.3 ch bin Gottes bild mir ein lieblich's loos. mehr mit mir; Ich bin selig für und für. Gott hält mich und ehr', Bin auf seinem schooß, Ich bin sein kind, was will ich mehr? Gottes hausgenoff', Dort fällt Christus ist mit mir verwandt; Herrlich ist mein gnadenstand; 3. Gott verläßt mich nimmerChristus ist mein schmuck und mehr, Er giebt, was ich nur fleid; Durch ihn werd' ich begehr'; Alles, was Gott hat, hocherfreut Hier und dort in ist mein. Christi taufe wäscht ewigkeit. 2. Gott hat mich gerecht gemacht; Christus hat mir heil gebracht. Gott zürnt nun nicht mich rein; Ich bin Gottes heiligthum. Christus zieret mich mit ruhm, Schenkt sich mir zum eigenthum. 270 Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 4. Gottes liebe wohnt in mir, herzen ein, Welch heil es ist, Gottes gnad' ist mein panier. ein christ zu sein! Christus hat mich auserwählt, 2. Du hast dem sterblichen Er hat sich mit mir vermählt, geschlecht, Herr Jesu, wiederum Er hat sich mit mir vertraut; das recht Zur seligkeit erwor Ich bin Christi schatz und braut, Der auf mich in gnaden schaut. ben: Nun bleib' ich nicht mehr asch' und staub, Nicht mehr des 5. Meine ruh' bleibt unge- todes ew'ger raub, Da du für stört, Weil Gott mein gebet er- mich gestorben; Mir, der ich hört; Meine lust vergehet nicht; Ich komm' nimmer in's gericht; Christus selber ist der mann, Der für mich hat g'nug gethan; Keine plage rührt mich an. dein erlöster bin, Ist, dank sei dir! der tod gewinn. 6. Darum hab' ich guten muth, Weil ich bin in Christi hut, Und sein herz mich ewig liebt, Ja, weil er sich ganz mir giebt. Auf, mein geist, und säume nicht, Gott ist deine zuversicht, Liebe ihn nach treuer pflicht! 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein herz ist ruhig und vergißt Die schmerzen dieses lebens; Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens; Gott selber mißt mein theil mir zit, Hier kurzen schmerz, dort ew'ge ruh'. 4. Was seid ihr leiden dieser zeit Mir, der ich meiner ewigfeit Mit ruh' entgegen schaue! Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfreuden schmeckt mein herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der sünde schimpflich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht, Doch fühl' ich es, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein trost ist dies: Gott hat geduld Und Mel. O ewigkeit, du donnerwort! 359. Me ein glaub' ist mei- straft mich nicht nach meiner nes lebens ruh' schuld. Und führt mich deinem himmel 6. Der du den tod für mich zu, D du, an den ich glaube! bezwangst, Du hast mich, mittAch, gieb mir, Herr, beständig- ler, aus der angst, In der ich leit, Daß diesen trost der sterb- lag, gerissen. Dir, dir verdant' fichkeit Nichts meiner seele ich meine ruh'; Du heiltest meine raube; Tief präg' es meinem wunden zu, Du stilltest meis 7. Nun, ich küsse deine hand, Gott, für meinen gnadenstand; Ewig preis sei dir gebracht, Der du so an mich gedacht. Vater, fieh', mein herz ist hier; Jesu, nimm mein lob von mir; Geist der gnaden, dank sei dir! 8. Laß der seelen adel mich Stets betrachten würdiglich, Daß bei deiner gnad' ich treu, Freudig und behutsam sei: Bleib' ich darin unverrückt, Werd' ich hie und dort erquickt Und bin ewiglich beglückt. Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 271 gewissen, Und fall' ich noch in gen hast. Nur ich verdiente strafe, meinem lauf, So richtest du tod und hölle, Und du, mein mich wieder auf. Gott, du stirbst an meiner stelle. 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens; Ich wachs' in meiner heiligung, Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens; Ich fühle, daß des geistes fraft Den neuen men- ich auf ewig heil gefunden. schen in mir schafft. 4. Wenn dort der zorn vom hohen himmel blißte, Gott, als ein richter, auf mich sah, Stieg dein erbarmen, das den erdkreis schützte, Von Horeb bis auf Golgatha. Du fühltest höllenangst bei tiefen wunden, In welchen 5. Sft mir das Herz mühselig 8. Dank dir, o vater, dank und beladen, Voll fehler meiund ruhm! Du lehrtest mich ner eitelkeit; Sst mein gemüth das christenthum, Feft gläuben, unruhig bei dem schaden Der liebe üben; Dir, Gott, mein ohne dich verlor'nen zeit: So lehrer, Lob und preis! Ich lieb' führt der geist der findschaft es immer noch und weiß. Ich meine reue Aus ihrer angst zu werd' es ewig lieben, und bringe deiner vatertreue; dir mein lebenlang Dafür, mein bater, preis und dank.( 100) 6. Die leitet mich zur feierlichsten stille, Zu meines glaubens freudigkeit, Wenn ihre hand aus einer heil'gen fülle Dem fünder gnad' um gnade beut; Sie offenbart ein liebendes verlangen, Den fünder bald verzeihend zu empfangen: 7. Da flieh' ich hin, ich suche schutz und frieden; Mein Jesus öffnet mir die bahn Und träget mich beim täglichen ermüden Auf treuen armen himmelan. Schon ahne ich das selige vergnügen, Zeit, leiden, tod und hölle zu besiegen. 8. Verwirf ihn nicht von deinem angesichte, Den erstling meiner zärtlichkeit; Ein findlich herz, der ursprung guter früchte, Sei dir, Herr, ganz allein ge= weiht. Ich lebe, doch nicht ich, du bist mein leben, Das selbst für mich am kreuz sich hingegeben. 9. Du wirst es thun; umsonst mag satan schnauben, 360.Wi ie wohl ist mir, Immanuel, mein leben! In deiner hand entflieht mein schmerz. O hätt' ich dir, was dein ist, längst gegeben, Längst das so schwer belad'ne herz: Ich wäre schon in Zion aufgenommen Und mancher noth in deiner hand entkommen! 2. Von ewigkeit hast du mich ja geliebet; Du starbst, als ich noch fünder war hat dich mein leichtsinn oft und stark betrübet, Sah deine liebe die gefahr, Die mich umgab, so strebte dein bemühen, Mich ihr mit lieb' und arbeit zu entziehen. 3. Du nahmst den kelch, den zornkelch meiner schulden, Und trugest wie ein lamm die last. Kein sterblicher kann deine noth erdulden, Die du für mich getra 272 Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. Und eine ganze welt voll wuth; 4. Ich finde nutzen, lust und Mir soll kein feind das, was ehr' Bei unserm bund im höchich habe, rauben; Ich liege sten grade; Er heischet von mir unter Jefu hut, Und findlich darf ich seinem worte trauen, Gott läßt auch mich das land des friedens schauen. gar nichts mehr, Als glauben, und ich seine gnade. Preis ihm, der es also gefügt! Weg, lust der welt! ich bin vergnügt In ihm, er ist mit mir zufrieden; 361.Beschränkt, ihr weisen Drum bleibt bei beiden unge dieser welt, Die schieden Ein herz und mund, freundschaft nur auf eures glei- ein ja und nein. Mein freund chen Und leugnet, daß sich Gott ist mein, und ich bin sein. gesellt Zu denen, die ihn nicht 5. Er kann ja unter seiner erreichen. Ist Gott gleich alles, hut Die ganze heerde sattſam und ich nichts, Ich schatten, er weiden. Wir dürfen um dies der quell des lichts; Er noch höchste gut Nicht eifern oder uns so stark und unergründlich, Er beneiden. Durch unsern eifrignoch so rein, ich noch so sündlich, sten genuß Erschöpft sich nie sein Er noch so groß, ich noch so überfluß; Drum will ich ihn flein: Mein freund ist mein, den meinen nennen Und mir als und ich bin sein. eigen zuerkennen. Welt, streite um das mein und dein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 2. Mein tröster, mein Immanuel, Mein mittler konnte mittel finden, Sich meiner ganz verlornen seel', Die er erwählte, zu verbinden. Mein Salomo, mein Jonathan, Mein bräutigam, mein Gott, mein mann, Erschien in knechtsgestalt auf erden, Mein bruder und mein freund zu werden; Er ward ein mensch, mein fleisch und bein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 6. Mein freund belebet meinen geist, Mein freund ist meines leibes leben. Nach ihm, der mich den seinen heißt, Und sonst nach keinem soll ich streben, Dem ich mich geb', der mir sich giebt, Den ich lieb', der mich wieder liebt, Von dem ich nicht kann mehr begehren, Der mir nichts bessers kann gewähren. Sein licht verdunkelt allen schein. Mein freund ist mein, und ich bin ſein. 3. Gott, welcher seinen sohn mir gab, Gewährt mir alles mit dem sohne, Nicht nur sein 7. Ohn' ihn ist mir der himfreuz, nicht nur sein grab, Auch mel trüb', Die erd' ein off'ner seinen thron und seine frone; höllenrachen; Hingegen kann mir Ja, was er redet, hat und thut, seine lieb' Die wüste selbst zum Sein wort, sein geist, sein fleisch Eden machen. Ohn' ihn ist mir, und blut, Was er gewonnen bei aller meng', Die zeit zu und erstritten, Was er geleistet lang, die welt zu eng'. Ich bin, und gelitten, Das räumet er wenn feind' und freunde fliehen, mir alles ein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. Wenn alle menschen sich entziehen, Zwar einsam, aber nicht Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 273 allein; Mein freund ist mein, zu; Sein sind auch alle meine und ich bin sein. schmerzen, Die er recht zärtlich nimmt zu herzen; Er fühlt und lindert meine pein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 8. Man raube mir das, was ich hab', Entziehe mir, was ich begehre, Man drohe mir mit tod und grab, Entreiße mir 12. Es stürme gar der letzte freund, gut und ehre, Auch speis' feind, Er macht nicht, daß ich und tranf, und was man will; sehr erstaune; Der richter ist In ihm bleibt meine seele still. mein bester freund, Drum schreckt Die welt mag mir gleich alles mich nicht die weckposaune. Ob rauben, Sie lasse mir nur meinen glauben, So bleibt das beste dennoch mein; Mein freund ist mein, und ich bin sein. erd' und himmel bricht und kracht, Ob leib und seele mir verschmacht't, Wenn mein gebein schon muß verwesen, So werd' ich doch durch ihn genesen; Drum soll dies stets mein wahlspruch sein: Mein freund ist mein, und ich bin sein.( 155) 9. Sein ist mein leib und meine seel', Die er erschuf und auch erlöste. Er salbt sie mit dem freudenöl, Bis er dort ewig beide tröste. Sein ist mein muth, ſein iſt mein ſinn, Sa ſein iſt 362. Verborg'ner Gott! alles, was ich ich um und an mir habe, Ist im lichte, Bist viel zu hoch, als alles sein und seine gabe; Ich daß ein mensch dich richte. Wie bin in ihm gerecht und rein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. groß ist unsre finsterniß und noth, Wenn du geheimnißvoll in's dunkle fehrest! Doch, wenn du auch die welt sehr deutlich lehrest, Bist du dennoch der thoren spott, Verborg'ner Gott! 2. Verborg'ner rath, nach welchem Gott uns leitet Und wege führt, von ewigkeit bereitet, Den jederzeit begleitet macht und that, Nach welchem sich sein sohn für uns gegeben, Dem feinde stets umsonst nur widerstreben, Den niemand je ergründet hat, Verborg'ner rath! 10. Sein ist mein werk, sein ist mein ruhm; Er ist's, in dem ich segen finde; Er macht mich ihm zum eigenthum, Mich, der ich ohne ihn voll sünde; Er nahm sich meiner seele an, Er hat die fünde weggethan; Er trug die schuld und alle strafen, Mir ruhe, troft und heil zu schaffen; Durch ihn geh' ich in's leben ein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 11. Sein ist mein glück und 3. Verborg'ner trost, wenn meine zeit; Ihm ist mein sterben die verborg'ne wahrheit und der und mein leben zu treuem dienste geheimen weisheit große klarheit ganz geweiht, Ihm ganz be- Nur dem zerknirschten herzen stimmt und ihm ergeben. Von bringt die post: Dir ist auch die ihm kommt alles, was ich thu', verborg'ne schuld vergeben, Du Und ihm, ihm fließt es wieder hast in Christo gnade, friede, 18 274 Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. leben, Verborg'nes manna, him-| Die freudig trotzt der thoren melskost, Verborg'ner trost! gunst, Verborg'ne kunst! 4. Verborg'ne art der kraft, 9. Verborg'ner schatz, ein herz die neu gebieret, Des lebens, mit licht erfüllet, Das aus demdas man hier in Christo führet, selben alt und neues quillet, In Des christen, der ein christ dem nach Jesu festgeſtellten satz inwendig ward, Des menschen, Das himmelreich anstatt der den man Gottes tempel nennet, Der finder Gottes, die die welt nicht kennet, Der frommen seelen himmelfahrt, Verborg'ne art! mammonssorgen Mit allem, was in Christo liegt verborgen, Inwendig hat gefunden platz, Verborg'ner schat! 10. Verborg'ner schmuck, der nicht von außen pranget, Doch gunst vor Gott durch Christi blut erlanget. Ein mensch, der unter vielem leidesdruck, Im herzen unverrückt verborgen lieget Und nur mit sanft' und stillem geiste sieget, Der ist vor Gott selbst köstlich g'nug, Verborg'ner 5. Verborg'ner grund, ein fels, auf den man bauet, Ein anter, dem man sich in noth vertrauet, Ein ewig fest' und treuer gnadenbund, Ein sinn, der weiter als natürlich denket, Ein erbe, das Gott kindern schenket, Das nun doch völlig nicht wird fund, Verborg'ner grund! 6. Verborg'ne kraft des glau- schmuck! bens, der nicht siehet, Der liebe, die der brüder noth nicht fliehet, Des seufzens, das so manche hülfe schafft, Des duldens, welches alles überwindet, Der hoffnung, die im tod das leben findet, Die da aus schwachen starke schafft, Verborg'ne kraft! 11. Verborg'ner schuß, den Gott selbst denen seinen, Die er viel besser kennt, als sie es meinen, Oft leistet gegen aller feinde truß, Indem er heimlich sie bei sich verbirget Und mächtig schützt, daß sie kein feind erwürget, Und göttlich fördert ihren muß, Verborg'ner schutz! 7. Verborg'ner weg, auf dem ein thor nicht irret, Da oft ein fluger fällt und sich verwirret, 12. Verborg'ne zeit, wann wirst du einmal kommen, Daß Den auch ein lahmer läuft und ich mit allen auserwählten fühlet fraft, Den nur ein blinder geht und wer nicht fliehet, Auf dem, wohin man kommt, man nicht absiehet, Des finstern thales schmaler steg, Verborg'ner weg! 8. Verborg'ne funst, die frei von vorwig bleibet, Nicht eitles wort- noch schulgezänke treibet, Die nicht beſteht in einem leeren 363. Seſu Chriſt, mein mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ! macht, frommen Den heiland seh'? ich mache mich bereit, Weil ich nicht weiß, ob's heute möcht' geschehen, Daß ich dem bräut'gam müßt' entgegen gehen; Wann bringst du mir die ewigfeit? Verborg'ne zeit!( 133) ob's gleich so heißet, Die alles du in deiner seele Mich liebst, weiß und sich doch stets befleißet, ob mir gleich ruhm gebricht Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 275 Ob ich gleich täglich fehle! Gieb,| Mein hartes herz bezwingen, daß mein herz dich wiederum Ganz durchdringen; Du bist, Mit liebe und verlangen Mög' der in uns schafft Das wollen umfangen Und, als dein eigen- und vollbringen. thum, Dir nur allein anhangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner feel' Als deine liebe wohne, Gieb, daß ich diese mir erwähl' Als meinen schaß und krone; Laß mich, daß ich so glücklich bin, Mich kann den deinen nennen, Wohl erkennen; Regiere herz und sinn, Laß nichts von dir mich trennen! 7. O daß mein Herz stets offen stünd', Im glauben aufzufangen Die tropfen bluts, die meine sünd' Im garten dir abdrangen. Gieb doch, daß ich den eiteln geist, Sich mehr nach dir zu sehnen, Mag gewöhnen. Gieb, wie du es verheißt, Ich bitte dich mit thränen. 3. Wie tröstlich, wie erwünscht und schön Ist es, wenn Jesus liebet, Dann kann man aller noth entgehn, Die sonst den geist betrübet; Drum laß mich, Jesus, dich allein, Nach deines wortes lehren, Lieben, ehren, Nur hierin sorgsam sein; Laß mich sonst nichts begehren. 4. daß ich dieses hohe gut Möcht' ewiglich besitzen! Doch, Jesu, deine starke hut Wird ja auch mich beschützen. Wer nur nach deiner vorschrift wacht, Den wirst du schon bewahren In gefahren, Und müßt' er gleich die macht Des satans selbst erfahren. 5. O welch ein starker liebestrieb! Du bist für mich gegangen In noth und tod, bist mir zu lieb' Sogar am freuz gehangen, Verhöhnt, gekränkt bis in den tod; Du hast durch deine wunden Mich entbunden, Herr, aller meiner noth; Ich habe heil gefunden. 6. Dein blut, Herr, das vergoffen ward, Ist köstlich gut und reine, Mein herz hingegen böser art Und hart, gleich einem steine. O laß doch deines blutes kraft 8. Hilf, daß ich, wie ein treues find, An deinem Herzen hänge, Durch prüfung immer mehr entzünd't, Mich betend zu dir dränge! daß doch das gefränkte herz Zu dir mit wahrer liebe Sich erhübe, Und auch in kreuz und schmerz Dir ganz ergeben bliebe. 9. Ach, zieh', Herr Jesu, mich nach dir, Ich will dir nicht verschließen Mein herz; denn alles will ich hier, Doch nimmer Jesum missen. Ich schätze, Herr, fein glück so sehr, Als was bei dir zu finden. Alle sünden Und ander unglück mehr Kann ich dann überwinden. 10. Mein trost, mein schat, mein licht, mein heil, Mein höchstes gut und leben, Ach, nimm mich auf zu deinem theil! Dir will ich mich ergeben, Denn sonst kann mir nichts tröstlich sein, Die freude wird zur galle; Ja ich walle In steter furcht und pein, Wenn ich dir nicht gefalle. 11. Du aber bist die rechte ruh', In dir ist fried' und freude: Gieb, Jesu, gieb doch kraft dazu, Daß ich an dir mich 18* 276 Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. weide; Verkläre du dich recht| laß mich sehen, Beten, flehen, in mir; Du helfer, wollest eilen, Getrost, ja recht erfreut, Zur Nicht verweilen, Den schmerz, herrlichkeit eingehen. der mich allhier Noch seufzen macht, zu heilen. ( 51) 12. Was ist, o schönster, das 364. Leben, Meines Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. Vefu, ich nicht In deiner liebe habe? Sie ist in finsterniß mein licht, herzens höchste freud'! Dir will Die allerreichste gabe, stärkste trost in angst und noth, Mein schmuck vor Gottes throne, Meine frone, Versüßet selbst den tod, Macht, daß ich sicher wohne. Der ich mich ganz ergeben, Jezzo und in ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen Und vor aller welt bekennen: Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 13. Herr Jesu, wenn du von mir weichst, Was hilft, daß ich geboren? Wenn du mir deine lieb' entzeuchst, So bin ich ganz verloren. Erhalte mich auf eb'ner bahn; Lehr' mich, dich gläubig fassen, Alles hassen, Was mich verleiten kann, Dich wieder zu verlassen. 14. Du hast mich je und je geliebt, Und auch nach dir gezogen; Eh' ich noch etwas gut's geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler hort, Mich deine liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh' auf allen seiten. 15. Laß meinen stand, darin ich steh', Herr, deine liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh', Mich bald zurechte führen; Laß sie mich allzeit guten rath Und gute werke lehren, Steuern, wehren Der sünd', und nach der that Bald wieder mich bekehren. 16. Laß sie sein meine freud' im leid, In schwachheit mein vermögen, Und wenn ich nach vollbrachter zeit Mich soll zur ruhe legen, So mache mich hiezu bereit. Auf dich, Herr, 2. Deine hand hat mich bereitet, Dein mund blies mir odem ein, Dein aug' hat mich schon geleitet, Als vor allem licht und schein Noch mein auge war verschlossen; Darum sag' ich unverdrossen: Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 3. Deine güt' hat mich umfangen, Ehe mich die welt empfing; Dir bin ich schon angehangen, Als ich an den brüsten hing; Dein schooß hat mich aufgenommen, Als ich zu der tauf' gekommen. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 4. Auf der findheit wilden woegen Folgte mir stets deine güt'; Deines geistes trieb und regen Rührte oftmals mein gemüth, Wenn ich aus der bahn getreten, Daß ich wiedertäm' mit beten. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 5. Ach, wie oft hat meine jugend Deine gnadenhand gefaßt, Wenn die frömmigkeit und tugend Mir aus leichtsinn Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 277 war verhaßt. Ach, ich wäre| fund, Komme mir aus deinem längst gestorben Ohne dich und blute, Das allein kommt mir längst verdorben. Liebster Jesu, zu gute. Liebster Jesu, du du bist mein, Und ich bin und bist mein, Und ich bin und bleibe dein. bleibe dein. 6. Irr' ich, sucht mich deine liebe; Fall' ich, diese hilft mir auf; Wenn ich mich in noth betrübe, Stillt sie meiner thränen lauf; Bin ich arm, giebt sie mir güter; Haßt man mich, ist sie mein hüter. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 7. Schmäht man mich, sie 12. Höre, Jesu, noch ein giebt mir ehre; Trotzt man mir, flehen; Nein, du schlägst es mir sie ist mein trut; Zweifle ich, nicht ab; Wenn die augen nicht ist sie die lehre; Jagt man mehr sehen, Wenn ich keine kraft mich, ist sie mein schußz. Nie- mehr hab', mit dem mund mals hab' ich was begehret, was vorzutragen, Laß mich doch War es gut, ist mir's gewähret. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. im herzen sagen: Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. ( 142) 11 Mag ich sterben oder leben, Bleib' ich doch dein eigenthum; Dir will ich mich ganz ergeben; Du bist meiner seele ruhm, Meine zuversicht und freude, Bist mein hirt und meine weide. Liebster Jesu, du bist mein Und ich bin und bleibe dein. 8. Deiner liebe füßigkeiten Sind mir tief in's herz geflößt; Mel. Wach' auf, mein herz und singe. Durch den blick der herrlich 365. Der herr, der allere enden Regiert getröst't Mein gemüth in seinem zagen; Alles freuz hilfst du mir tragen. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 9. Dein geist zeiget mir das erbe, Das du mir einst dort beilegst. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo du meine seel' hinträgst: Zu dir, Jesu, in die freuden, Wo mich nichts von dir kann scheiden. Liebster Jesu, du bist mein, Und ich bin und bleibe dein: mit seinen händen, Der ursprung aller güter, Ist auch mein hirt und hüter. 2. So lange ich ihn habe, Fehlt mir's an feiner gabe; Der reichthum seiner fülle Macht meine seele stille. 3. Er läsfet mich mit freuden Auf grünen auen weiden, Führt mich zu frischen quellen, Schafft rath in schweren fällen. 4. Wenn meine seele zaget Und sich mit sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller noth zu rücken. 10. Dieses alles ist gegründet Nicht auf meiner werke grund, Sondern, was mein herz em5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter pfindet, Thu' ich allen menschen straßen, Läßt furcht und angst 278 Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. sich stillen Und ruh' mein herz und fetten, uns zu retten, erfüllen. schwer empfinden, Uns getrennte zu verbinden. 6. Und muß ich gleich vor andern Durch finstre thale wandern, Fürcht' ich doch feine tücke, Noch widrige geschicke. 2. Dein gnadenwort, dein sacrament, Vereinigt nun, was sich getrennt, Mit dir und Gott 7. Du stehest mir zur seiten auf's neue. Wenn mich dein Bei widerwärtigkeiten; Dein geist zur buße weckt, Wenn des stab, Herr, und dein stecken gesetzes fluch mich schreckt, So Benimmt mir furcht und muß mein geist in reue Herzschrecken. lich, Schmerzlich Und zerschlagen 8. Du sehest mich zu tische, zwar beklagen, voller sorgen, Machst, daß ich mich erfrische, Daß dein licht vor mir verWenn mir mein feind viel' borgen. schmerzen Erweckt in meinem herzen. 9. Du salbst mein haupt mit öle Und stärkest meine seele mit vollgeschenktem maße, Daß sie die tröstung faffe. 3. Wenn aber dein getreuer geist Mich los von diesen banden reißt Im sacrament und worte, So rufst du mich: komm her zu mir! Und ich eil' freudenvoll zu dir, Zu dir, der gnadenpforte. Lehre, Mehre, Bester lehrer und bekehrer, meinen glauben, Daß ihn niemand könne rauben. 10. Barmherzigkeit und gutes Wird mein Herz gutes muthes, Voll luft, voll freud' und lachen, So lang' ich lebe, machen. 4. Der glaube machet mich gerecht Und bringt mir vormals bösem knecht Für fluch und straf' den segen. Im glauben werd' ich Jesu braut, Dadurch 12. Ich will dich hier auf werd' ich ihm anvertraut; Geh' crden Und dort, da wir dich ich auf seinen wegen, Kann werden Selbst schau'n, im ich Wahrlich Seiner leiden himmel oben, Hoch rühmen, kraft und freuden für mich preisen, loben. hoffen, Und den himmel seh' ich offen. ( 51) 11. Ich will dein diener bleiben Und dein lob herrlich treiben Im hause, da du wohnest, Und frommsein wohl belohnest. Mel. O heil'ger geist! tehr' bei uns ein. 5. Sa, Gott, du allerhöchstes gut, Du hast mich dir durch 366. Getreuer hirt und Sefu blut Zur wohnung ausGottes lamm! erlesen. Drei, die ein ein'ger Mein freund, mein seelenbräuti- Gott nur sind, Verbinden mich gam! Du strittest, uns zum gerechtes tind Mit ihrem höchfrieden; Du mußtest, da du dir sten wesen Geben Leben Und zur braut Die seele wiederum der liebe reine triebe uns auf vertraut, Die sich von dir ge- erden, Daß wir eins in ihnen schieden, Schande, Bande, Strick werden. Von dem Gnadenstande und dessen Herrlichkeiten. 279 6. Nun kann ich mich in Gott mit freudigkeit, Weil Gott erfreu'n, Ich soll des höch- Gottes geist im Herzen schreit sten tempel sein, Wir bleiben Das: abba, lieber vater! ungetrennet; Die glieder finden nun den ruhm, Daß Gott sie selbst sein eigenthum Und Christi glieder nennet. Gutes Muthes Kann mein leben Gott erheben, und mit singen Herz und mund ihm ehre bringen. 7. Mein bräutigam, du lebst in mir; Mein Herr und Gott, ich leb' in dir: Dies band laß ewig bleiben! Ach, lebe du in mir, daß ich Die schweren sünden, welche dich Aus meinem herzen treiben, Hasse, Lasse Und die brüder, deine glieder, herzlich liebe Nach des reinen geistes triebe. 3. Ein wohlgeartet Gottesfind Wird seinen vater lieben Und weil es Christo gleich gesinnt, Sich im gehorsam üben; Es hält Gott für sein höchstes gut Und lebt in ihm durch Christi blut In einem stillen frieden. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 367. Biſt ist du wahrhaftig Gottes find, So 4. Ein wohlgeartet gottesfind Liebt herzlich seine brüder, Die auch von Gott geboren sind, Die mit ihm Christi glieder. Ja seine lieb' ist allgemein, Er ist von neid und feindschaft rein, Sein herz ist ganz voll liebe. 5. Ein fromm und wohlgeartet find Spricht gern mit seinem vater, Bekennet ihm auch seine sünd'. Kein besserer berather Ist außer diesem ihm bewußt, Und darum ist es seine lust, Sein herz ihm auszu8. Du wohnst bei mir in dieser zeit, Bei dir wohn' ich in ewigkeit: Dies, Herr, ist mein vertrauen. Ich habe g'nug versicherung, In völliger vereini- schütten. gung Dein antlig dort zu schauen. Wende, Ende Alles leiden und mit freuden laß mich sterben Und das ew'ge leben erben. 6. Ein frommes wohlgeartet find Nimmt an die theuren lehren, Die ihm geoffenbaret sind, um seinen geist zu nähren: Durch dieses süße Lebenswort Wächst es im guten immerfort Und zeigt des glaubens leben. 7. Ein frommes wohlgeartet find Ehrt Gottes vaterruthe, zeige solche triebe, Wie man Erkennt, was es dadurch gebei guten findern find't, So winnt, Mit ganz gelaff'nem zeige furcht und liebe. Vertrau' und glaube dessen mund, Der dich in seinen gnadenbund Voll liebe aufgenommen. muthe; Es unterwirft sich seiner zucht Und läßt dadurch des geistes frucht Zu größ'rer reife kommen. 2. Ein fromm und wohljeartet find Darf sich nicht nechtisch scheuen, Wie die, die ( ündenknechte sind; Es kann 8. Hier prüfe, meine seele, dich, Ob du aus Gott geboren; Sonst rühmt dein herz vergebens sich, Du sei'st zum find' sich findlich freuen, E3 ruft zu erforen, Und daß du könnest 280 Vom Worte Gottes überhaupt. ganz allein, Weil du getauft Sie wird mein vertrau'n auf bist, selig sein Und daher alles dich mir doch gönnen müssen hoffen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie 9. Hast du der taufe gna- du? Bringt sie kraft den müdenbund Mit sünden über den? Den bedrängten troft und treten; Komm wieder, ruft dich ruh'? Sündern Gottes frieden? Gottes bund, Komm nur mit Giebt sie mir die zuversicht, flehn und beten, Und ruhe nicht, Daß ich, trotz dem grabe, Deibist Gottes geist Durch's inn're ner ewigkeiten licht Zu erwarzeugniß dir beweist, Du sei'st ten habe? sein kind und erbe. 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott Einst die völker stehen, Ind das leben und den tod Shm zur seite sehen? Wenn der Mel. Sorge, vater, sorge du. 368.⁰ ollt' ich jetzt noch, da mir schon sich're nun zu spät Aus dem Deine güt' erschienen, Dich ver- schlaf erwachet Und der spötter, lassen, Gottes sohn, Und der sünde dienen, mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die süßigkeit Deiner liebe schmecken? der hier schmäht, Zittert, nicht mehr lachet? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine ruh' gefunden; Mittler, heilest du doch mir Alle meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die fünder, hassen, Und mein recht an deinen tod Wieder fahren lassen? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße, Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, noch freu3. Nein, ich bin und bleib' den, Mein erlöser und mein ein christ, Halt' auf deine lehren, Gott, Soll von dir mich scheiLasse mir nicht macht noch den. Welt und sünd' und eitellist Meinen glauben wehren; feit Und des fleisches triebe, Fielen tausend ab, nicht ich, Alles überwind' ich weit, Herr, Mag's die welt verdrießen! durch deine liebe. 16. Vom Worte Gottes überhaupt. 369. Herre Gott! dein| schrieben und andere apostel göttlich wort Ist mehr, Aus dein'm göttlichen lang' verdunkelt blieben, Bis munde: Deß dank'n wir dir durch dein' gnad' uns ist ge- mit fleiß, daß wir Erlebet sagt, Was Paulus hat ge- hab'n die stunde; Vom Worte Gottes überhaupt. 281 2. Daß es mit macht an Viel hart verstockten herzen: tag ist bracht, Wie klärlich ist Kehr'n sie nicht um, werd'n vor augen. Ach, Gott, mein sie darum Leiden gar große Herr! erbarm' dich der, Die schmerzen. dich noch jetzt verleugnen Und 7. Gott ist mein Herr, so achten sehr auf menschen lehr', bin ich der, Dem sterben kommt Darin sie doch verderben. Dein's worts verstand mach' ihn'n bekannt, Daß sie nicht ewig sterben. zu gute, Da du uns haft aus aller last Erlöst mit deinem blute. Das dank' ich dir, drum wirst du mir Nach dein'r verheißung geben, Was ich dich bitt'; versag's mir nicht! Im tod und auch im leben. 8. Herr, ich hoff' je, du werdest die In keiner noth verlassen, Die dein wort recht als treue knecht' Mit Herz und glauben fassen, Giebst ihn'n bereit die seligkeit und läßt sie nicht verderben. Herr! durch 4. Allein, Herr, du mußt dich bitt' ich, laß mich Fröhlich solches thun, Doch nur aus und willig sterben.( 146) lauter gnaden: Wer sich des tröst't, der ist erlöst, Und niemand kann ihm schaden; Und 3. Willst du ein guter christ nun sein, So mußt du erstlich glauben: Seß' dein vertrau'n darauf, fest bau' Hoffnung und lieb' im glauben Allein in Christ zu aller frist, Dein'n nächsten lieb' daneben, Das g'wissen frei, rein herz dabei, Das kein geschöpf kann geben. wollten gleich papst und ſein reich ihr wort Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 370. Menſch! nie die treiben; Nichts ist ihr' macht geg'n dich geacht't, Sie werden's wol lass'n bleiben. zu gemüthe, Gott so gnädig ist, Aus dessen reicher güte Dir diese wohlthat fließt, Daß er sein wort und 5. Hilf, Herre Gott, in dieser licht Dir unverdient gegeben; noth, Daß sich auch die be- Dies bringet dich zum leben; tehren, Die nichts betracht'n, Drum lerne deine pflicht. dein wort veracht'n Und wolelend anzusehn; Sollt' er nun unterricht, Nebst den erleuchtungsgaben, Zurückgehalten haben? nein, das konnt' er nicht. 3. Vielmehr erwählt' er thut schreiben: Eh' muß ge- fnechte, Gab ihnen wahrheit schehn, daß all's vergeh', Dein göttlich wort soll bleiben In ewigkeit, wär' es auch leid 2. Gott, der erbarmer, sahe len's auch nicht lehren. Sie Uns in der blindheit gehn, Es sprechen schlecht, es sei nicht ging ihm herzlich nahe, Solch recht, Und haben's nie gelesen, Auch nie gehört das edle wort: Ist's nicht ein teuflisch wesen? 6. Ich glaube fest, daß es sei wahr, Was Paulus uns ein, Daß seine heil'gen rechte Bekannt uns möchten sein; Er lenkte hand und mund, Daß 282 Vom Worte Gottes überhaupt. alles, was sie dachten Und ausgang tritt in allen Der aus der feder brachten, Bon prophezeiung bei. Kann nun und aus ihm entſtund. der Herr allein In alle zukunft sehen, Wer muß denn nicht gestehen, Sie müsse göttlich sein? 4. Ein heide schreibt und gläubet, Daß Gott und tugend sei; Doch, was er sagt und 10. Nimm also ihre lehren, schreibet, Kommt Gottes schrift Mein herz, als göttlich an; nicht bei; Ihr bleibt an alter- Sie ist's, die dich bekehren Und thum, An richtigkeit und wahr- selig machen kann. Gott ist es, heit, An weisheit, kraft und der nicht leugt, Drum muß ihr flarheit, Allein der preis und wort bestehen; Nur den weg ruhm. mußt du gehen, Den sie zum himmel zeigt. 5. Was man sonst nirgend findet, Ohn' Gott auch feiner weiß, Was fein verstand erMel. O Gott, du frommer Gott. gründet, Das lehret sie mit 371. Du willst, Gott, daß fleiß, Weil mein herz geist, Gott, dessen wesen, werke heiligung genese, Drum gieb, Und willen, fraft und stärke daß ich dein wort Oft und Ja, jenes leben weist. mit andacht lese, Das wort, 6. Geheimnißvolle sachen das deinen rath Von unserm Trägt sie in einfalt vor, Drum heil enthält: Dank sei dir für fann sie weise machen; Sie dies wort, Den größten schatz führt zu Gott empor; Sie lehret, der welt! daß uns Gott Von ewigkeit geliebet, Und, wenn er uns betrübet, Doch hilft aus aller noth; 2. Erfülle mein gemüth Mit ehrfurcht und vertrauen, Mit lust und frommem ernst, Da7. Sie reißt durch eig'ne durch mich zu erbauen. Du stärke Das reich der sünden bist's, der in der schrift zu um Und schafft des glaubens meiner scele spricht: segne werke Durch's evangelium. doch an mir, Herr, deinen Schlägt sie ein sündlich herz unterricht! Durch ihre drohung nieder, So tröstet sie es wieder Und lindert allen schmerz: 8. So giebt sie uns beweise, Daß sie vom himmel sei. Dem stimmt auch, ihr zum preise, Des geistes zeugniß bei. Es haben hier und dort Blutzeugen sie gepriesen Und durch den tod bewiesen, Sie sei das lebenswort. 9. Kein wort ist weggefallen, Das nicht erfüllet sei; Der 3. Mein Gott, vor welchem ich Jetzt meine hände falte, Gieb, daß ich allezeit Dein wort für wahrheit halte. Und laß mich deinen rath Recht lernen und verstehn, Die wunder am gesetz, An deinem wort zu sehn! 4. Du, Gott, der wahrheit Gott, Kannst mich nicht irren lassen; Untrüglich ist dein wort: O laß mich daraus fassen Das, was mich selig macht. Du bist's, der weisheit giebt Dem, Vom Worte Gottes überhaupt. 283 der sie ernstlich sucht, Weil er schrift geweiht, Ein wohl gefie redlich liebt. prüftes herz Hebt manche dunkelheit. 5. Gott, schaffe, daß dein wort Mich immer kräftig rühre, Daß mir's dein guter geist Oft in's gedächtniß führe; Erwecke du dadurch Mein herz, gemüth und sinn, Mit großer freudigkeit Das gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu sein, Dazu sind wir auf erden. Wer deinen willen thut, Der wird bald inne werden, Die lehre sei Mel. O vater der barmherzigkeit. von dir, Die uns die bibel 372. Wir menſchen find giebt; sie recht verzu dem, o Gott, stehn, Wenn man sie treulich übt. Was geistlich ist, untüchtig; 7. Spricht sie geheimnißvoll, Dein wesen, wille und gebot So laß mich dies nicht schrecken; Ist viel zu hoch und wichtig; Ein endlicher verstand Kann Wir wissen's und verstehen's dich nie ganz entdecken. Du nicht, Wenn uns dein göttlich bleibst unendlich hoch. Was wort und licht Den weg zu mir dein wort erklärt, Nicht, dir nicht weiset. was mein wit verlangt, Ist meines glaubens werth. 8. Sich seiner einfalt nicht Bei Gottes weisheit schämen, Ist ruhm, und die vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wem Gott sich offenbart, Ist der geschöpfe pflicht, Und weise demuth ist's, Das glauben, was Gott spricht. 11. Stets sei dein wort mir werth, Es sei mein trost auf erden; Nur durch dein lebenswort, Herr, kann ich selig werden. Nie irre mein gemüth Des bibelfeindes spott; Die lehre, die er schmäht, Bleibt doch dein wort, o Gott!( 49) 2. Drum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine fnechte; Dein wille ward durch sie bekannt Im hellen licht und rechte; Zuletzt hast du von deinem thron, O, vater, deinen lieben sohn Gesandt, uns selbst zu lehren. 3. Für solches heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dem worte gläuben, Und gieb uns deinen 9. Erinn're mich hieran, heil'gen geist, Ihm immer treu Herr, wenn mich zweifel trän- zu bleiben, Daß wir es hören fen. Hier bin ich find, doch jederzeit Mit sanftmuth, ehrdort Wirst du mehr licht mir furcht, lieb' und freud', Als schenken; Dort mehret sich vor dein wort, nicht der menschen. dir Mein licht in ewigkeit; 4. Gieb, daß der frechen Dort ist kein stückwerk mehr, spötter heer Uns nicht vom wort Dort ist vollkommenheit. abwende, Denn ihr gespött und 10. Find' ich in deinem wort falsche lehr' Nimmt einst ein Noch manche dunkelheiten, So schrecklich ende. Gieb, daß dein laß mich einen freund Von wort durch deine fraft, Herr, größ'rer einsicht leiten. Ein for- deinen willen in uns schafft, schender verstand, Der sich der Auch reichlich bei uns wohne. 284 Vom Worte Gottes überhaupt. ( 29) 5. Die ohren öffne und das göttlich wort Laß in uns wirken herz, Daß wir dein wort recht fort und fort Glaub', lieb', ge= fassen, In lieb' und leid, in duld und hoffnung. freud' und schmerz, Nicht aus dem sinne lassen, Daß wir nicht hörer nur allein Des wortes, ondern thäter ſei'n Und viele 373. Hein wort veracherr! mich nie früchte bringen. mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 6. Dein wort, der same, wird ten, Dein wort, das mich fest sofort Am wege weggenommen, glauben lehrt; Laß mich es tag Und keine wurzel kann das und nacht betrachten, Daß nie wort In stein und fels bekom- ein zweifel mich beschwert Und men; Was aber unter dornen nie in meine seele dringt Und mich fällt, Ersticken sorgen dieser um trost und hoffnung bringt. welt Und wollust dieses lebens. 2. Herr, stärke mich, wenn 7. Laß nicht, wie dornen, die empörer In deinem reiche fels und fand, Gleich unfrucht gift ausstreu'n; Laß mich ein barer erden, Nein, laß du wie thäter, wie ein hörer Der ein fruchtbar land, Gott, unire wahrheit und der tugend sein: herzen werden, Daß wir frucht Dann wird durch deines wortes bringen in geduld; Bewahre fraft Ein reines herz in mir du durch deine huld Dein wort geschafft. in unsern herzen. 3. Ein reines herz! welch gut auf erden, Wo uns so und satan mächtig werden, Wo manche noth umgiebt, Wo welt man so leicht die fünde liebt, Und wo bei meinem eiteln sinn Sch gar zu leicht verführet bin. 4. Ein reines herz! o welche freuden, Vor dir, Gott, hier schon rein zu sein, Und wenn 9. Dein wort laß unsre es einst auch geht zum scheileuchte sein, Ein licht auf un- den, Sich eines reinen herzens fern wegen, Erhalt' es unver- freun, Mit hoffnung und mit fälscht und rein Bei uns zu zuversicht Zum tode gehn und unserm segen; Kraft, rath und zum gericht. trost in aller noth Laß uns im leben und im tod Daraus mit freniden schöpfen. 5. Und dieses gut und diese freuden Erzeugt das wort des Herrn in mir. Wohlan! so soll denn nichts mich scheiden, 8. Durch deine gnade wollen wir Den weg der fünder meiden, Und nichts, nichts soll uns, Herr, von dir Und deiner liebe scheiden. Reiß' nur die wilden dornen fort, Die nahrungssorgen, die dein wort Ersticken und verderben. 10. Gott vater, laß zu deiner chr' Dein wort sich weit Nichts rauben mich, mein verbreiten; Hilf, Jesu, daß uns debie lehr' Erleuchten mög' und leiten; heil'ger geist, dein keit betrifft. Jesu, dir; So will ich suchen in der schrift, Was meine selig Vom Worte Gottes überhaupt. 285 6. Sie soll mich trösten, das süße nahrung schafft, Sein wenn ich leide, Mich leiten, wort, das lauter geist und kraft wo ich straucheln kann, Mich Und leben mit sich führet: warnen, daß ich böses meide, Mich führen stets auf eb'ner bahn; Sie soll, Herr, laß du es gedeihn, In allem meine zuflucht sein. 2. So folgt ein hirt den schafen nach Auf blumenreicher weide Und leitet sie zum klaren bach Und freut sich ihrer freude, Wie du, Herr, mir zu aller zeit Heil, leben und zufriedenheit In deinem worte giebest. 3. Denn, was ich suche, find' 7. Betrüben mich der jugend sünden, Und seufz' ich unter ihrem fluch, So laß in ihr den trost mich finden: Ein hei- ich dort, Und was mir noth, land that für mich genug; Ver- zu haben, Zeigt mir dein seliggeh' ich fast vor reu' und schmerz, So tröste Jesu wort mein herz. machend wort, Es kann mich kräftig laben, Faßt Gottes. starke kraft in sich, Es tröstet und erfreuet mich Im leben und im sterben. 8. Will mich das leiden die ser zeiten, Worin die tugend weint und flagt, 3um murren wider dich verleiten, So laß mich lesen, was sie sagt: Durch leid und trübsal dieser zeit Gelangen wir zur herrlichkeit. 4. Bei diesem licht, bei die sem wort Kann ich Gott recht erkennen, Auch Jesum meinen treuen hort, Mein licht und leben nennen: Ja, dieses wort zeigt mir den geist, Des erbes pfand, den Gott verheißt, Den gläubigen zu geben. 9. Hier, christ, hast du noch prüfungsstunden, Wo fleisch und geist noch immer kämpft; Dort aber hast du überwunden, Dort hat der geist das fleisch 5. Wenn sünde, teufel, höll' gedämpft; Hier säest du, dort und tod Mich suchen zu ererntest du; Hier hast du mühe, schrecken, So kann dein wort dort einst ruh'. in solcher noth Gewissen trost erwecken; Denn Christus ist, so lehrt die schrift, Der hölle pest, des todes gift Und satans überwinder. 10. Kränkt mich's, daß ich mich einst entkleiden, Und daß mein leib verwesen soll, So lehre mich die schrift, dies scheiden Geschehe zu des Leibes wohl, Er müsse erst wie staub vergehn, Um herrlich wieder aufzustehn. 6. Wird mir viel trübsal hier gemacht, Muß ich in fummer leben, Trifft mich verfolgung tag und nacht, hat mich gefahr umgeben, Kommt frankheit oder gar der tod: So find' Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 374. feele, welche felig- ich immer trost, o Gott, In deinem theuern worte. feit hier für dich auf erden Durch deines schöpfers huld bereit! Er läßt 7. Dein wort ist meiner seele licht, Es lehrt mich richtig geverkündigt werden Sein wort, hen, und in der zahl der fünder Vom Worte Gottes überhaupt. 286 unterweiset, Wie man ihn finden kann. nicht Auf ihrem wege stehen; Dein wort erleuchtet herz und finn, Hemmt die gefahr, worin ich bin, Zu straucheln und zu fallen: 3. Bist du vielleicht betrübet, Ja, wirst du immerfort In kreuz und noth geübet, Komm, 8. Wie sollte nun nicht hier ist Gottes wort! Dies immerfort Dies meine freude wird dich schon erquicken, Und heißen? Ach, Herr, erhalte mir wenn gleich höll' und welt Dich dein wort, Laß nichts es mir wollten unterdrücken, Behältst entreißen. Dein wort allein du doch das feld. macht tugendhaft, und ohne deines wortes fraft Ist alles thun vergebens. 9. Von deinem wort sei tag und nacht Mein reden und mein sinnen, Laß mich es hören mit bedacht Und nichts so lieb gewinnen, Als diese Als diese deine füßigkeit. Es soll dein wort in freuz und leid Mein trost beständig bleiben. 10. Kommt endlich gar der tod herbei, Laß Jesu wort mich hören, Daß er die auferstehung fei, Dadurch kann ich verweh ren Die todesfurcht, dieweil er spricht: ,, Die sterben nun und nimmer nicht, Die bis an's ende glauben!" 4. Hat satan dich verblendet Und dich bald hie, bald dort Vom guten abgewendet, Komm, hier ist Gottes wort! Hier werden auch den blinden Die augen aufgethan, Und frei von irrthum finden Sie dann die rechte bahn. 5. Wirst du auch gleich ge führet Hin, wo im finstern ort Des todes nacht regieret, Komm, hier ist Gottes wort! Dies ist dein stab und stecken, Mit diesem kannst du dich Bewahren vor dem schrecken, Es tröstet kräftiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe Dein seligmachend wort Und stets darin mich übe; Hilf, liebster seelenhort, Daß ich's in meinem herzen Bewahr' durch bei Mel. Befiehl du deine wege. der 375. W jum liebet Und kreuz und schmerzen Es frucht dessen theures wort! Wird er trag' in geduld. gleich oft betrübet, Bleibt dies ( 7) ſein zufluchtsort. Wo Jeſus 376. Es wolle uns Gott gnädig sein wohl; Wer sich auf Jesum seinen segen geben; Sein antlig gründet, Der lebet segensvoll. uns mit hellem schein Erleucht' 2. Bist du vielleicht verirret zum ew'gen leben, Daß wir erVon deinem lebenshort, In kennen seine werk' Und was er eitelfeit verwirret, Komm, hier liebt auf erden, Und Jesu Christi ist Gottes wort! Dies wort heil und stärk' Bekannt den des Herren preiset Dir einen heiden werden Und sie zu Gott himmel an, E3 lehrt und bekehren. Vom Gesetz und Evangelio. 287 2. So danken dir und lo= 3. Es preise, Gott, und ben dich, Gott, die völfer lobe dich Das volk in guten alle, Und alle welt erfreue sich thaten; Es bringe frucht und Und sing' mit großem schalle, lasse sich Durch deine wahrheit Daß du auf erden richter bist rathen. Uns segne vater, sohn Und läßt die sünd' nicht wal- und geist, Daß unser heil sich ten. Dein wort die hut und mehre. Er, unser Gott, sei weide ist, Dadurch wir kraft hoch gepreist, Ihn Lobe, ihn erhalten, Auf rechter bahn zu verehre Der ganze weltkreis! wallen. amen. ( 92) 17. Vom Gesetz und Evangelio. 377 Dies sind die heilgen zehn gebot', Die uns gab unser Herre Gott Durch Mosen, seinen diener treu, Hoch auf dem berg Sinai. Kyrie- cleiß! 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, Nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften muth, Und auch dem feind thun das gut'. Kyrie- eleiß! 7. Dein eh' sollst du bewahren rein, Daß auch dein herz fein' ander' mein, Und halten feusch das leben dein Mit zucht und mäßigkeit fein. Kyrie- eleiß! 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr, Kein' Götter sollst du haben mehr; Du sollst mir ganz vertrauen dich, Von herzensgrund lieben mich. Kyrie eleiß! 8. Du sollst nicht stehlen 3. Du sollst nicht führen zu geld noch gut, Nicht wuchern unehr'n Den namen Gottes, jemands schweiß noch blut, Du deines Herrn; Du sollst nicht sollst aufthun dein' milde hand preisen recht noch gut, Ohn' Den armen in deinem land. was Gott selbst red't und thut. Kyrie- eleiß! Kyrie- eleiß! 9. Du sollst fein falscher zeuge 4. Du sollst heil'gen den sein, Nicht lügen auf den nächsiebten tag, Daß du und dein sten dein, Sein' unschuld sollst haus ruhen mag; Du sollst auch retten du und seine von dein'm thun lassen ab, Daß Gott sein werk in dir hab'. Kyrie- eleiß! schand' decken zu. Kyrie- eleiß! 10. Du sollst dein's nächsten weib und haus Begehren nicht, 5. Du sollst ehr'n und ge- noch etwas draus; Du sollst horsam sein Dem vater und ihm wünschen alles gut, Wie der mutter dein; Und wo dein' dir dein Herz selber thut. Kyriehand ihn'n dienen kann, So eleiß! wirst du lang's leben hab'n. Kyrie- eleiß! 11. Die gebot' all' gegeben sind, Daß du dein sünd', o Vom Gesetz und Evangelio. menschenkind, Erkennen sollst 5. Die eltern, lehrer, obrigund lernen wohl, Wie man vor Gott leben soll. Kyrie- eleiß! feit, Die mir gesetzet werden, Laß mich ja ehren allezeit, So 12. Das helf' uns der Herr geht mir's wohl auf erden; Jesus Christ, Der unser mittler worden ist: Es ist mit unserm thun verlor'n, Verdienen doch nur eitel zorn. Kyrie- eleiß! ( 92) Für ihre redlichkeit laß mich, Und würden sie gleich wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. 288 6. Hilf, daß ich niemals eig'ne rach' Aus zorn und feindschaft übe, Dem, der mich fränkt mit truß und schmach, Verzeihe und ihn liebe, Auch jedem 378.5 err, deine rechte seine wohlfahrt gönn', Seh', und gebot, Wo- ob ich jemand dienen könn', nach wir sollen leben, Woll'st Und thu' es dann mit freuden. du, o gnadenreicher Gott, In's herz mir selber geben, Daß ich zum guten willig sei, Mit sorgfalt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 7. Laß mich die bahn der finsterniß Und ihre lüfte meiden; Wer sie erwählt, wird einst gewiß Der hölle strafen leiden. Schaff' in mir, Gott, ein reines herz, Daß ich im wort, im werk, im scherz, Nur das, was teusch ist, wähle. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Allein dich fürcht' und liebe, Auf menschen trost und hülf' nicht bau', Und dich dadurch betrübe. Laß großer leute gnad' und gunst, Gewalt, pracht, reichthum, witz und kunst, mir nicht zum abgott werden. 8. Verleih', daß ich mich redlich nähr' Und böser ränte schäme, Mein herz vom geiz und unrecht fehr', Was mein nicht ist, nie nehme. Erwerb' ich was mit meiner hand, Sei 3. Hilf, daß ich, was dein es auf arme mit verwandt, Und name sei, Aus deinem wort nicht auf pracht und hoffahrt. erfenne Und diesen namen 9. Hilf, daß ich meines findlich scheu', Ihn nie aus nächsten ehr' Zu retten mich leichtsinn nenne. Du nahmst befleiße, Schmach und verachmich in der taufe an, Drum tung von ihm fehr', Doch will ich stets, so gut ich kann, Herr, deinen namen ehren. böses nicht gut heiße. Herr, schmücke mich mit redlichkeit, Mit wahrheit und aufrichtigkeit, Daß ich die falschheit Haffe. 10. Des nächsten haus und weib und gut Laß nie mein herz begehren; Das aber, was mir nöthig thut, Woll'st du mir, Herr, bescheren; Gieb, daß es feinem schädlich sei, Und ich Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. 4. Laß mich am tage deiner ruh' Früh vor dein antlitz treten, Laß mich ihn heilig bringen zu Mit danken und mit beten. Herr, gieb mir rechte luft an dir, Dein wort zu hören und dafür Von Herzen dich zu preisen. Vom Gesetz und Evangelio. 289 ein ruhig herz dabei Und deine 2. Mit äußerlicher ehrbargnad' behalte. feit Läßt es sich nicht begnü11. Ach, Herr, ich wollte gen; Obgleich die hand nicht deine recht' Und deinen heil'gen schlägt noch dräut, Die lippen willen, Wie mir gebühret, dei- nicht betrügen; Das aug' auf nem tnecht, Ohn' mangel gern nichts verbot'nes sieht, Und man erfüllen; Doch fühl' ich wohl, sonst andre laster flieht; So was mir gebricht, Und wie ich ist doch das nicht alles. das geringste nicht Vermag aus eig'nen fräften; 12. Drum gieb du mir von deinem thron, Gott vater, gnad' und stärke; Laß mich, o Jesu, Gottes sohn, Stets wirken gute werfe; heil'ger geist, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen und, wie mich, Auch meinen nächsten liebe. 3. Daß man fein grober flucher ist, Rein dieb, kein sabbathschänder, Kein hurer, der der zucht vergißt, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von üppigem geschwäh; Damit bist du und dein geset Noch lange nicht zufrieden. 13. Was aber böses ist ge schehn, Laß mir doch ja nicht schaden. Mich reuet, was ich je versehn; Verzeih' es mir aus gnaden. Auf Jesu leiden gründ' ich mich, Und seufze dabei flehentlich: Gott sei mir fünder gnädig! 4. Weiß einer gleich die böse Lust Des herzens zu bezwingen Und die begierden seiner brust Also zur ruh' zu bringen, Daß ihre heftigkeit sich legt: So ist doch dein gesetz und recht Auch damit nicht zufrieden; 5. Es fordert, daß wir dich, o Gott, Aus allen fräften lieben, Und uns, ein jegliches 14. Du hast ja das gesetz gebot Treu zu erfüllen, üben; für mich, Mein Jesu, ganz er- Es will, daß, wie du heilig füllet, Und dein verdienst, das heißt, Auch unser Herz und glaube ich, Hat Gottes zorn unser geist Dir ganz geheiligt gestillet; Dein blut macht mich werde; von sünden rein, Und dein geist wird mein führer sein; Drum kann ich frömmer werden.( 29) 6. Es soll durch deines wortes licht Der liebe feuer brennen; Kein mangel soll an unsrer pflicht Bemerket werden können; Es soll gar keine böse lust, Kein arger trieb in unsrer err, dein geset, brust Sich auch nur heimlich Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 379. Pas du der welt regen. Zur richtschnur haft gegeben, 7. Kannst du, o mensch, auf Das du zur regel vorgestellt, solche art Wol das gesetz erWonach wir sollen leben, Das füllen? Du siehst darinnen offendeinen willen offenbart, Ist bar Des allerhöchsten willen; geistlich und ganz andrer art, Allein du fühlst auch leicht daAls menschliche gefetze. bei, Wie sehr verderbt dein 19 290 Vom Gesetz und Evangelio. wille sei, Wie träg' dein herz 3. Wenn aber, Herr, dein zum guten. guter geist Sich in der scele 8. So lerne: weil der fall reget, So thut sie, was dein geschehn, Kann niemand auf wort uns heißt, Das du ihr der erden Vor Gott durch das vorgeleget. Wer dich von reigeseß bestehn, Gerecht und nem herzen liebt und sich in selig werden; Es ist zu hoch, deiner liebe übt, Der wird dein du bist zu schwach, Es dräuet wort auch halten; denen fluch und rach', Die es nicht völlig halten; 9. Drum eile, wenn dein herz und sinn In reu' und leid zerschlagen, zu deinem treuen mittler hin, Er hat den fluch getragen; Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den gehorsam gläubig an Zur tilgung deiner schulden. 4. Er wird an deinem theuren sohn Im wahren glauben hangen Und bis vor deinem ew'gen thron Ihm treu zu sein verlangen; Es wird sein neugebor'ner sinn Zu dir und zu dem nächsten hin Sich voller liebe neigen. 5. Die fraft, die er hier nöthig hat, Kann er von Christo erben, Denn Christus starb an unsrer statt, Uns fräfte zu erwerben; Was die natur sonst nicht erreicht, Das wird alsdann uns süß und leicht, Wenn Christus in uns lebet. 6. Fehlt dem gehorsam gleich noch viel, Und sind wir schwach auf erden, Da, wo der tugend höchstes ziel Nicht kann erreichet werden: So sieht Gott Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. 380.D" u hast, o aller- herz und willen an, Weil das, höchster Gott, was Christus hat gethan, Die Herr über tod und leben, Dein mängel ganz ersetet. heilig recht und dein gebot Uns 7. Nimmt unser glaube nicht umsonst gegeben; Du Jesum an, So wird uns alles willst, daß wir aus aller fraft, eigen, Was er gelitten und Die deine gnade in uns schafft, gethan, Dann muß der kläger Dasselbe treulich halten. schweigen. Den liebt Gott als sein werthes find, Den er in wahrem glauben find't, Er ist mit ihm zufrieden. 8. Die fünde, die noch in uns wohnt, Muß kraftlos unterliegen; Ein christ, der seiner selbst nicht schont, Kann sie gar leicht besiegen; Er lebt 10. Laß aber doch auch seinen geist Dich stets zum glauben treiben; Thu' alles willig, was Gott heißt, Und, wenn dann fehler bleiben, So nimm im glauben freudig an, Was Christus dir zu gut gethan, So kann dich nichts verdam( 113) men. 2. 3war, wer noch todt in sünden ist, Der wird sich nicht bequemen, Dein joch als ein getreuer christ Mit freuden aufzunehmen; Es scheint ihm eine schwere last, zu thun, was du geboten hast, Er scheuet solche bande. Vom Gesetz und Evangelio. 291 sodann nicht nach dem fleisch, 5. Wo das gesetz nun eingang Er lebt vielmehr gerecht und feusch Und thut des vaters willen. 9. Mein heiland! laß mich dein gebot Stets williger er füllen, So bleib' ich treu bis in den tod Und ehre deinen willen. Schreib' dein gesetz in meinen sinn; Fall' ich, so wirf mich ja nicht hin, Hilf mir durch deine gnade. find't, Schlägt es die herzen nieder; Das evangelium verbind't Und heilt die wunden wieder: Dort lehrt dich des gesetzes buch Der sünden wohlverdienten fluch; Hier predigt Sesus gnade. 6. Wenn jenes dir dein elend zeigt, So sagt dies von erbarmen; Wenn jenes dich zur erde beugt, So tröstet dies dich Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. armen; Wenn jenes dir ver381. Gefes und evange- dammniß droht, So hilft dir dies aus und tod Und bringt dir geist und leben. lium Sind beide Gottes gaben, Die wir zu unserm christenthum Beständig nöthig haben; Doch bleibe ihre eigenschaft, Ihr inhalt, ihre wirkungskraft Auch merklich unterschieden. 7. Wenn das gesetz dein herz erweicht Und schreckt dich durch sein fluchen, So wird der große zweck erreicht: Du sollst nun gnade suchen. Drum eil' zu deinem mittler hin, Der tröstet den zerschlag'nen sinn Und schenket heil und lebent. 2. Was Gott uns im gesetz gebeut, Ist uns in's herz geschrieben; Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den nächsten lieben. Daß aber Gott die welt geliebt und seinen sohn für sünder giebt, Lehrt uns das wort des lebens. 8. Mein Gott, laß diesen unterschied Mich doch mit ernst erwägen; Nach jündenangst laß trost und fried' Sich in der seele regen, Und schreckt mich des gesetzes fluch, So hilf mir, daß ich gläubig such' Durch Jesum deine gnade. 9. Gieb aus dem evangelio Mir kräfte, dich zu lieben Und als dein find mich frei und froh In dem gesetz zu üben; Gieb gnade, daß ich meine pflicht In heiligkeit, aus zuversicht Des glaubens, mög' erfüllen. ( 113) 3. In dem gesetz wird unsre pflicht Uns drohend aufgegeben; Des gnadenworts erhab'nes licht Erleuchtet uns zum leben. Was du sollst thun, zeigt jenes an; Dies lehrt, was Gott an uns gethan, Und wirkt in uns den glauben. 4. Was das geset uns gut's verspricht, Wird uns nicht zu gewendet, Es sei denn, daß wir unsre pflicht Ganz ohne fehl vollendet; Was Christi gnade Mel. Jesu, meine freude. uns verheißt, wird dem, der 382. Wort aus Gottes Frei Gottes und umsonst gegeben. munde, Wort vom neuen bunde, Evangelium! 19* 292 Vom Gesetz und Evangelio. Bald, da wir gefallen, Ließ der kraft, die mir gegeben, dich Gott erschallen; Du bist Evangelisch leben. unser ruhm, Eine fraft, die glauben schafft, Eine botschaft, die zum leben Uns der Herr gegeben. 7. Jesu, deine stärke Schaffet gute werke; Stehe du mir bei, So soll nichts uns scheiden, So bleib' ich im Leiden Und ( 65) 2. Was sein wohlgefallen im tode treu, So werd' ich Vor der zeit uns allen Fest dereinst auf dich Auch im bestimmet hat; Was der opfer glauben selig sterben Und den schatten Längst verkündigt hat- himmel erben. ten, Das vollführt sein rath;| Was die schrift versprach, das trifft Alles ein in Jesu namen Und ist ja und amen. Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. er du das leben mir gegeben, Wie 3. Alles ist vollendet; Nun ist abgewendet Zorn und straf' preis' ich dich, o Gott, dafür! und schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Alle gnad' und huld, Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in preis und ehre: Ach erwünschte lehre! Wie kann mein dank dich g'nug erheben! Durch Christum schenktest du es mir; Kein licht, fein trost erfreute mich, Wenn ich nicht, Jesu, kennte dich. 4. Uns in fünden todten Machen Jesu boten Dieses alles fund; Gott läßt uns aus gnaden Dadurch alle laden Zu dem gnadenbund, Und es kann nun jedermann Sich durch Gottes wort und lehren Recht zu Gott bekehren. 383. Det 2. Auf ungewissen finstern pfaden Würd' ich ein raub des irrthums sein; Mit sündenschuld und fluch beladen, Müßt' ich des richters strafe scheu'n; Ich fände feinen trost in noth, Mich schreckte stündlich grab und tod. 3. Wozu hat mich mein Gott 5. Kommt, zerknirschte her- erschaffen? Was ist auf erden zen, Die in bittern schmerzen meine pflicht? Wird auch mein Das gesetz zerschlug! Kommt geist im tod entschlafen, Und zu dessen gnaden, Der, für hält Gott künftig ein gericht? euch beladen, Alle schmerzen Wie werd' ich vor gericht betrug! Jesu blut stärft euren stehn Und der verdienten straf muth. Gott ist hier, der euch entgehn? geliebet Und die schuld vergiebet. 4. Entscheidet die vernunft die fragen Durch ihrer einsicht 6. Dieser grund bestehet, schwaches licht? Hebt sie die Wenn die welt vergehet, Fällt zweifel, die mich plagen, Und er doch nicht ein; Darauf will bleibt der trost, den sie verich bauen, Nun soll mein ver- spricht? Ach, ohne Christi licht trauen Evangelisch sein; Auch und heil Ist finsterniß und tod will ich nun würdiglich In mein theil. Von der heiligen Taufe. 293 5. Nur du hast mich den Wer an dich gläubt, wird im finsternissen Des irrthums und gericht Durch dich, o heiland, der fünde macht Durch deine wohl bestehn Und dann verlehre, Herr, entrissen, Ihr licht klärt dich selber sehn. zerstreut des zweifels nacht; Du zeigest mir des höchsten rath Und führst mich auf der weisheit pfad. 7. Stets laß mich, Jesu, deiner lehre Gehorsam sein mit größter lust, Und feines spötters wahn zerstöre Dein heilig6. Ich weiß, wozu mich thum in meiner brust; Mein Gott erschaffen, Ich kenne ganzes Leben preise dich, Dein meine ganze pflicht; Mein geist heil erfreu' im tode mich. wird nicht im tod entschlafen; ( 170) 18. Von der heiligen Taufe.. 384. Christ, unser Herr, befohlen hab'n, Daß ihr ihn zum alle Und Nach seines vaters willen, Von sanct Johann's die taufe nahm, Sein werk treu zu erfüllen. Da wollt' er stiften uns ein bad, Zu waschen uns von sünden, Ersäufen auch den bittern tod Durch eig'nes blut und wunden; Es galt ein neues leben. 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott selbst heißt die taufe, Und was ein christ fest glauben soll, Zu meiden tegerhaufen: Gott spricht und will, daß wasser sei Doch nicht allein schlecht wasser, Sein heilig's wort ist auch dabei Mit reichem geist ohn' maßen, Der ist allhie der täufer. lehre. 4. Auch Gottes sohn hier selber steht In seiner zarten menschheit; Der heil'ge geist hernieder fährt, In tauben bild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln d'ran, Wenn wir getaufet werden, All' drei person getaufet hab'n, Damit bei uns auferden Zuwohnen, sich ergeben. 5. Sein' jüngern heißt der Serre Christ: Geht hin, all' welt zu lehren, Daß fie verlor'n in sünden ist, Sich soll zur buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugebor'ner mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das himmelreich soll erben. 3. Solch's hat er uns bewiesen klar Mit bildern und 6. Wer nicht gläubt dieſer mit worten; Des vaters stimm' großen gnad', Der bleibt in man offenbar Daselbst am Jor- seinen fünden Und ist verdammt dan hörte. Er sprach: das ist zum ew'gen tod, Tief in der mein lieber sohn, An dem ich höllen grunde. Nichts hilft hab' gefallen, Den will ich euch sein' eig'ne heiligkeit, All' sein 294 Von der heiligen Taufe. thun ist verloren; Die erbsünd' natur ich wol verschuld't; Nun macht's zur nichtigkeit, Darin setzt sie mich in Gottes huld, er ist geboren, Er kann sich selbst nicht helfen. Die Adam hat verscherzet. 7. Das aug' allein das was ser sieht, Wie menschen wasser 5. O heil'ger geist! ich danke dir Für diese edle gabe, Daß ich dein zeugniß nun in mir Von gießen; Der glaub' im geist meiner kindschaft habe. Mit die fraft versteht Des blutes Jesu Christi; Es ist für ihn ein' rothe fluth, Von Christi blut gefärbet, Die allen schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. fraft hast du mich angethan, Daß ich nun freudig beten fann Das abba, lieber vater! ( 92) Mel. Schan', liebster Gott, wie meine feind'. 385. ott vater, sohn und heil'ger geist, Du Gott von großer güte! Sei jetzt und immerdar gepreist Mit freudigem gemüthe, Daß du aus unverdienter gnad' Mich durch das heil'ge wasserbad Von sünden abgewaschen. 2. Herr, ich bekenne, daß ich bin Gezeugt aus sündensamen, Ein kind des zorns, das immerhin Entheiligt deinen namen. Ich weiß, daß von natur ich leb' Ohn' deine furcht und widerstreb', Herr, deinem wort und willen. 6. Weil in der tauf' auch Jesus Christ Von mir ist angezogen, So hilf, daß durch des teufels list Ich werde nicht betrogen; Denn die mit dir so fest vereint, Die bleiben vor dem bösen feind In deiner gnade sicher. 7. Wie groß ist, Herr, die würdigkeit, Die du mir wolltest schenken! O, laß daran mich allezeit Auch in der noth gedenken, Daß ich ein herz, Gott, zu dir fass' Und mich voll muths getrost verlaß Auf deine gnad' und hülfe. 8. Ich hab' auch durch das wasserbad Mich dir, o Herr, verbunden; Drum gieb, daß keine böse that Werd' in mir herrschend funden; Gieb, daß für deine güt' und treu' Ich dankbar und gehorsam sei, Wie ich dir angelobet. 9. Und was ich dann aus schwachheit thu', Das wirst du 3. Du aber hast, o vater, mich, mir verzeihen Und mir es nieDa ich war ganz verloren, Zu dir mals rechnen zu; Du wirst mir gezogen gnädiglich Und wieder kraft verleihen, Daß ich meid' neu geboren Durch's wasserbad alle heuchelei, Bis ich, von aller der heil'gen tauf', Auf daß in sünde frei, Zum himmel werde meinem lebenslauf Ich könne kommen. trost empfinden. ( 53) Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan tam. 4. Herr Jesu Christ! dein theures blut Wäscht mich von meinen fünden: Nun muß durch diese wasserfluth Der zorn und fluch verschwinden, Den von 386. Gott, ott, da ich konnte feinen rath Für meine seele finden, Da hast du durch das wasserbad Mich rein Von der heiligen Taufe. 295 gemacht von sünden, Da zeigst du leben; Ich will den lüsten, die sei dafür gepreist- Selbst ich hab', Im geist entgegen stredurch ein sichtbar zeichen, Gott ben; Ich hänge mun dem guten vater, sohn und heil'ger geist, an, Berrichte deinen willen; Es sei nichts zu vergleichen Mit sorgfalt denke ich daran, Mit deiner gnad' und liebe. 2. Denn dies bekennt mein froher mund: Sobald ich zu dir tommen, Hast du mich willig in den bund Zum finde angenommen. Du hattest ursach, mich vielmehr Zu strafen und zu hafsen, Doch hast du dich, o Gott, so sehr Zu mir herabgelassen, Den bund mit mir zu stiften. - 3. Dadurch bin ich nun, als dein find, Versichert deiner gnaden; Wenn sich gleich schwachheit an mir find't, kann sie mir doch nicht schaden. Den geist der findschaft giebst du mir, Und wenn ich vor dich trete, Mein Herz ausschütte und zu dir In Christi namen bete, Werd' ich all'zeit erhöret. Daß ich ihn mög' erfüllen Durch deine kraft und stärke. 4. Dagegen hab' ich mich verpflicht't, Ich wollt' ein gut gewissen Bei meines glaubens zuversicht zu halten sein beflissen; Dich vater, sohn und geist all'zeit Für meinen Gott erkennen und ſammt der ganzen christenheit Mit ehrerbietung nennen Den lieben Herrn und vater. 7. Gott vater, sohn und geist, verleih' Um Jesu Christi willen, Daß ich mich meiner taufe freu' Und dein wort mög' erfüllen; Gieb, daß ich fatans werke haff' Und böse lüste dämpfe, Im guten nimmer werde laß, Bis an das ende kämpfe Und dort dein reich ererbe. ( 18) Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. welch ein under387. gleichlich gut Giebst du, Herr, deinen findern! Das wasser und zugleich dein blut Schenkst du gefall'nen jündern. Drei dinge sind, die allermeist Auf erden zeugniß geben: Das blut, das wasser und der geist, Sie können uns erheben Zu deinem freudenleben. 2. Dies sacrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen, Daß, wie du, Herr, bist sichtbarlich mit wasser dort begossen, Am Jordan, da Johannes tauft': So soll zum heil uns schwachen Dein theures blut, das uns erkauft, Uns frei von sünden machen Und von des todes rachen. 5. Dem bösen feind hab' ich entsagt, Auch allen seinen werken; Der bund mit dir macht ihn verzagt, Mich aber muß er stärken. Ich bin, o Gott, dein 3. Du willst uns durch dies tempel nun Und wieder neu sacrament Der firche einverleiben geboren; Jetzt kann ich rechte Und den, der dich im glauben werke thun, Dazu bin ich er- fennt, In's buch des Lebens schreikoren, Und du hast sie befohlen. ben. Uns hat dies wasserbad 6. Dem alten menschen sterb' im wort Auch rein gemacht von ich ab Und will dem neuen sünden; Laß deinen guten geist 296 Von der heiligen Taufe. hinfort Die herzen recht entzün-| frecher mund Sei wider ihn den Und lieb' in ihnen gründen. vermessen. Die taufe soll in 4. Wir sind, Herr, in dein gnadenreich Durch diesen bund verseket Und so an leib und feel' zugleich Gesegnet und ergözet. Du hast uns durch dies zu gewinnen. reine bad Mit gnad' und heil bekleidet, Daß auch hinfort von deiner angst, Mel. Wenn meine stunde kommen ist. man hier leidet, Sa selbst der 388. Du volt, das du tod nicht scheidet. getaufest bist Und deinen Gott erkennest, Auch 5. Aus höllenkindern sind nach dem namen Jesu Christ wir schon Zu gnadenkindern Dich und die deinen nennest! worden: Dies ist der christen Nimm's wohl in acht und denk' schönste kron', Der schmuck in daran, Was Gott, der Herr, ihrem orden. Ja, Christus, der an dir gethan Am tage deiner sich und sein blut Für uns dahin gegeben, Ist nunmehr unser höchstes gut. Ihm ganz allein zu leben, Ist unser ganz bestreben. taufe. 2. In Adam gab Gott dir sein bild Und fraft, es zu besißen; Er war dein Gott, dein schirm, dein schild, Bereit, dich zu beschüßen; Doch satans neid zog Adams sinn Zum fündendienst, zur knechtschaft hin: So fielst du mit den fündern. 3. Schon von natur ist dir die sünd' Von Adam angeerbet; Du bist nun nicht mehr Gottes find, An leib und geist verderbet, Und ohne Gottes bild ist nun Dein tichten, trachten, wort und thun Ganz dem gesetz zuwider; 7. Herr, laß uns doch, den reben gleich, Auch gute früchte bringen, Und immerdar nach 4. Drum drücken zorn, fluch, deinem reich In festem glauben angst und noth Dich schon allringen; Laß uns durch wahre hier auf erden, Und endlich reu' und buß' Nun täglich mit muß der ew'ge tod Der lohn dir sterben; Denn unser alter des sünders werden: So hat, Adam muß Durch deine fraft was Gottes milde hand Dir verderben, Soll man dein reich in der schöpfung zugewandt, ererben. Die fünde dir entriſsen. 6. Er hat uns auch der finder recht, Das erbtheil, schon geschenket; Er hat der sünden macht geschwächt, Sie selbst in's meer gesenket. Was kann nun teufel, höll' und tod, Die uns sonst widerstunden? Gar nichts! denn sie und alle noth Hat Jesus überwunden; Nun ist das heil gefunden. angst und pein, Auch wenn wir gehn von hinnen, Der seele trost und freude sein, Daß wir der welt entrinnen, Den himmel ( 118) 8. Hilf, Herr, daß wir den gnadenbund Der taufe nie vergessen; Rein freches herz, kein 5. Das wasserbad der heil'gen tauf' Ersetzet alles wieder; Da hebt Gott dein verderben Von der heiligen Taufe. auf. Komm, sing' ihm freudenlieder! Die schuld, die Adam hat gemacht Und auch auf dich und uns gebracht, Wird hier von Gott vergeben. 6. Dies bad macht uns von sünden los, Macht uns zu Got tes söhnen, Es giebt den geist und macht uns groß und läßt mit heil uns frönen. Ja, Gott von seinem stuhl und thron Schafft, daß wir, was sein ein' ger sohn Erworben hat, ererben. 7. Was von natur untüchtig ist, Den segen zu erlangen, Erhält hier mit dem namen christ Das recht, ihn zu empfangen; Hier weicht der tod, er herrscht nicht mehr; Ja endlich muß der höllen heer Zu unsern füßen liegen; 8. Hier ziehn wir Jesum Christum an Und decken unsre schanden Mit dem, was er für uns gethan Und willig ausgestanden; Hier macht uns Jesu theures blut Gerecht und heilig, fromm und gut In seines baters augen: 9. O großes werk, o heil'ges bad, wasser, dessen gleichen Man in der ganzen welt nicht hat! Kein sinn fann dies erreichen; Du hast recht eine wunderkraft, Die Gottes geist, der alles schafft, Durch's wort in dich geleget. 10. Das bloße wasser bringt uns nicht Gerechtigkeit und leben; Doch will Gott, wie sein wort verspricht, Sie uns durch's wasser geben. Sein wort, das bei dem wasser ist, Und sein geist bringet dir, mein christ, So große gnadengüter. 297 11. O mensch, halt' deine taufe werth, Sei dankbar für die gaben, Die dein Gott dir darin beschert, Die deine seele laben! Wenn dich in noth nichts laben kann, So denke, dir zum trost, daran, Was Gott dir hie geschenket. 12. Und weil du hier von sünden bist Durch Christum rein geworden, So wandle freudig als ein christ, Behalte Christi orden, Bis dort auch in der ew'gen freud' Er dir das schönste ehrenkleid Mit eig'ner hand anleget. ( 51) Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 389.3% ch bin getauft, o große gnad'! Gott hat mich durch dies wasserbad Ihm wieder neu geboren. Ich war durch angeerbte sünd' Ein strafbar und verdammtes find, War ganz und gar verloren; Ich war selbst unter satans macht Durch Adams fündenfall gebracht; Doch dieses bad befreiet mich Und schenket mir von neuem dich, Herr Jesu Christ. Ich bin getauft, ich bin getauft und durch dein theures blut erkauft! 2. Ich bin getauft, ich hab' der welt, Und was dem satan wohlgefällt, Entsagt, sammt ihrem wesen. Durch dich, Herr Jesu, ist's geschehn, Sonst müßte ich zur hölle gehn, Und könnte nicht genesen; Ich wäre noch des höchsten feind, Nun aber heiß ich Gottes freund. Wohl mir, ich bin nun ausgeföhnt Mit Gott und dir zur braut gekrönt, Herr Jesu 298 Von der heiligen Taufe. Christ! Ich bin getauft, ich Und durch dein theures blut bin getauft und durch dein erfauft! theures blut erkauft! 3. Ich bin getauft, des satans reich Ist nun zerstöret und zugleich Die macht, mich zu besiegen! Die höll und ihre finsterniß Erschreckt mich nicht, ich bin gewiß, Ich werde nicht erliegen. Ich bin bei Jesu wohl daran, Ich siege unter seiner fahn', Bin unter seinem schatten still, Weil Gott selbst für mich streiten will. Herr Jesu Christ, Ich bin getauft, ich bin getauft und durch dein theures blut erfauft! 6. Ich bin getauft, das schüßet mich, Wenn auch die schnöde sünde sich Empört mit ihren flüchen; Sind ihrer pfeile noch so viel, So tröst' ich mich, wenn ich sie fühl, Daß ich mit Gott verglichen. Was zagest du, mein blödes herz! Ich weiß den mann, den dieser schmerz An meiner statt unschuldig traf, Du nimmst mir ab der fünden straf', Herr Jesu Christ; Ich bin getauft, ich bin getauft Und durch dein theures blut erkauft! 4. Ich bin getauft, dies ist mein schild, Daß mich des todes schreckensbild Nicht zum verzagen bringe; Und träfe mich nun gleich sein pfeil, So fliehe ich zu dir, mein heil, Daß es ihm nicht gelinge. Nun ist der tod mir keine straf', In dir wird er ein sanfter schlaf; Er drückt mir nun die augen zu Und bringet mich zur süßen ruh'. Herr Jesu Christ, Ich bin getauft, ich bin getauft Und durch dein theures blut erkauft! 7. Ich bin getauft, es schreckt mich nicht, Will gleich ein centnerschwer gewicht Von kreuz sich auf mich legen; Es kommt von Gottes vaterhand Und ist mein sich'res unterpfand, Daß er auch giebt den segen. Er war ja seinem sohn nicht feind: So ist auch mein freuz gut gemeint, Weil ich von allen zweifeln frei, Daß ich ein kind des höchsten sei. Herr Jesu Christ, Ich bin getauft, ich bin getauft Und durch dein theures blut erfauft! 5. Ich bin getauft; was will die welt? Stellt sie gleich alle macht in's feld, Sie kann doch nichts beschaffen; Sie unter nehme, was sie tann, Sie ficht mich nur vergebens an Mit allen ihren waffen; Sie locke, 8. Ich bin getauft, ich danke dir, Daß du, mein liebster vater, mir So liebreich dich verbunden. Ich gebe mich hinwiederum Auch gänzlich dir zum eigenthum, Da ich dein heil gefunden. Was dir, mein da sie viel verspricht, Sie hasse: Gott, zuwider ist, Das flieh' beides acht' ich nicht, Sie ich als ein rechter christ Und krümmt mir doch kein einzig haar; bleib' im gnadenbunde treu. Du hilfft mir auch in der ge- Ach, schaffe, daß ich standhaft fahr, Herr Jesu Christ. Ich sei, Herr Jesu Christ! Ich bin getauft, ich bin getauft bin getauft, ich bin getauft Von der heiligen Taufe. 299 Und durch dein theures blut erfauft! 4. Ach Gott! ich habe deinen bund Bisher sehr oft gebrochen 9. Ich bin getauft, Herr, dein Und übertreten, was mein zu sein; So lehre du mich thun mund Dir fest und theu'r verallein Nach deinem wohlgesprochen. Mich schrecket die fallen. Dein guter geist regiere gerechtigkeit, Die jedem zorn mich, Nach deinem worte wür- und strafe dräut, Der sich von diglich Auf rechter bahn zu dir abwendet. wallen. Ach, mehr' den glauben stets in mir, Daß ich in zuversicht zu dir Bis an mein end' beharren kann: Da nimm mich dann zu gnaden an, Herr Jefu Chrift! Ich bin getauft, ich bin getauft und durch dein theures blut erkauft! 5. Mein Gott, es ist mir herzlich leid, Mich ängstigt mein gewissen; Mein herz ist ganz voll traurigkeit, Zerschlagen und zerrissen. Und ach, zerknirsche nur mein herz Mit wahrer ren' und bitterm schmerz, Und mach' es göttlich traurig. ( 94) 6. Doch, vater, deine güt' und treu', Die du mir zugejaget, Ist dem noch alle morgen 390. Wach auf, mein neu, Der ernſtlich nach dir fraget. Du, treuer Gott, verwirfst mich nicht, Da ich mich zu dir kehre. christ, erwäge doch! Du hast durch Gottes gnade Den großen segen immer 7. Drum nimm mich wieder noch Von jenem wasserbade; in den bund, Vergieb mir meine Drum denke, wie du deinen sünden; mach' diesen trost der bund Gehalten hast bis diese feele fund Und laß mich gnade stund', Ob du auch treu ge finden; Sprich du mich ganz blieben. von schulden frei Und steh' mir fünstig treulich bei, Daß ich mich ernstlich bess're. 8. Ich will von nun an meinen bund Zum öftern wiederholen Und thun, was mir dein theurer mund In deinem wort befohlen; Ich sage nun den sünden ab Und will durch dich bis in mein grab Mit ernst dawider streiten. 9. Dir aber sag' ich ernstlich zu, Getreu an dich zu glauben. In dir allein ist meine ruh', In dir will ich auch bleiben; Von dir soll mich nicht freuz und noth, Ja selbst nicht leben Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 2. Dein Gott ist vater, sohn und geist, Auf den du bist ge taufet. Der, welchen erd' und himmel preist, Der, der hat dich erkaufet, Als sein geschöpf. durch Jesu blut Und in der taufe herz und muth Zum leben neu geboren. 3. Voll huld hat er an dich gedacht Und dich mit allen frommen, Da er den bund mit dir gemacht, Zur findschaft aufgenommen; Doch gläubst du auch und legest klar In worten und in werken dar, Was du so theu'r versprochen. 300 Vom heiligen Abendmahl. oder tod, Noch irgend etwas| scheiden. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein Gott, mir 10. Gieb mir, mein Gott, zugewandt. O, laß mich nie nur deinen geist, Der mich er- die pflicht vergessen, Dazu ich neu't und leitet, Mir deine selbst mich dir verband, Als du wege richtig weist, Mich grün- in deinen bund mich nahmst Und det, vollbereitet, Damit ich hier mir mit heil entgegen famst. vor dir besteh' Und dort zu deinen freuden geh', Wo die erlösten wohnen. 4. Du bist getreu, auf deiner feite Bleibt dieser bund beständig stehn; Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, Läßt du mich nicht verloren gehn; Du flopfst an mein gewissen an Und lockst mich auf die rechte Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 391.h ch bin getauft auf Gott vater, sohn und heil'ger geist! Ich bin gezählt zu deinem samen, 3um volk, das dir geheiligt heißt: O welch ein heil ward dadurch mein! Laß, Herr, mich deß auf ewig freu'n. 2. Du hast mich für dein find erkläret, Mein vater, und ein selig theil Hast du, sohn Gottes, mir gewähret An dem von dir erworb'nen heil. Du willst, mein leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein bei stand sein. 19. Vom heiligen 392.Je esus Christus, unser heiland, Der von uns den zorn Gottes wand't, Durch das bitter leiden sein Half er uns aus der Höllenpein. 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's neue Mich ganz zu deinem opfer hin; Erwecke mich zu neuer treue Und bilde mich nach deinem sinn. Weich', eitle welt, o sünde, weich'! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch! 6. Befestige dies, mein versprechen, Mein vater, und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich! Gott meines heils, sei ewig mein Und laß mich stets den deinen sein!( 113) 2. Daß wir nimmer deß vergessen, Gab er uns sein'n leib zu essen, Verborgen im brod so klein, Und zu trinken sein blut im wein. Abendmahl. 3. Wer sich zu dem tisch will machen, Der hab' wohl acht auf sein' sachen; Wer unwürdig hinzugeht, Für das leben den tod empfäht. 4. Du sollst Gott, den vater, preisen, Daß er dich so wohl thut speisen Und für deine missethat In den tod sein'n sohn geben hat. 5. Du sollst gläuben und Vom heiligen Abendmahl. 301 Erinnert uns dies hohe gut. nicht wanken, Daß es ein' speise deinen tod und an dein blut sei der franken, Den'n ihr herz von sünden schwer Und vor angst ist betrübet sehr: 3. Es wird dem ängstlichen gewissen Ein neues siegel aufgedrückt, Daß unser schuldbrief uns zerrissen Und wir, durch in großer arbeit; Ist dir wohl, dein verdienst geschmückt, Von so bleib' davon, Daß du nicht triegest bösen lohn. 6. Solch' groß' gnad' und barmherzigkeit Sucht ein herz allen unsern sünden rein, Gewiß bei Gott in gnaden sei'n. 7. Er spricht selber: fommt ihr armen! Laßt mich über euch erbarmen; Kein arzt ist dem starken noth, Sein' funst wird an ihm gar ein spott. 4. Das band wird fester zugezogen, Das dich und uns zusammenfügt; Du wirst uns immer mehr gewogen. Nun stärkt sich unsre zuversicht; Ja, Herr, durch dies mahl werden wir zu einem geist vereint mit dir. 9. Gläubst du das von herzensgrunde Und bekennest mit 5. Dies brod kann wahre nahrung geben, Dies blut erquicket unsern geist. Es mehrt sich unser inn'res leben, Wenn dem munde, So bist du recht unser glaube dich geneußt; wohl geschickt, und die speise Wir fühlen neue stärk' und kraft dein' seel' erquickt. Zur übung guter ritterschaft. 6. Wir treten in genau're bande Mit deines Leibes gliedern ein Und sollen nun in diesem stande Zur liebespflicht verbunden sein; Dies mahl macht uns dazu geschickt, Da uns dein leib und blut erquickt. 8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben, Was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt. 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen nächsten sollst du lieben, Daß er dein'r genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan.( 92) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 393. Meir lein Jesu! der du vor dem scheiden In deiner letzten trauernacht Uns alle früchte deiner leiden In einem testament vermacht, Dich preiset jeder gläub'ge christ, Daß du so reich an gnade bist. 7. Dein fleisch muß uns zum pfande dienen, Daß unser fleisch, das schwachheitsvoll, Einst herrlich aus dem staube grünen Und unverweßlich werden soll. Gewiß giebst du nach dieser zeit Uns auch der seele seligkeit. 8. D theures lamm! so edle gaben Hast du in dieses mahl 2. So oft wir dieses mahl gelegt. Da wir dich selbst zur genießen, Wird dein gedächtniß speise haben, Wie wohl ist bei uns neu. Man kann aus unser geist verpflegt! Dies mahl diesem wunder schließen, Wie ist unter freuz und leid Ein brünstig deine liebe sei. An vorschmack jener herrlichkeit. 302 Vom heiligen Abendmahl. 9. Dir sei lob, ehr' und ich ewig sein. Du starbst für preis gesungen! Das, was ich mich, drum bin ich dein. hier zu rühmen find', Ver- 6. Nie will ich mich vor dient, daß aller engel zungen spöttern schämen Des dienstes, Dazu mit mir vereinigt sind, den man dir erweist, Mich nie Und fünftig, Herr, nach dieser zu einem schritt bequemen, Den zeit Preist dich mein geist in mein gewissen fünölich heißt. ewigkeit. D flöße mir den eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu sein. ( 113) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 394. ier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Was 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben Und, wenn er irgend was versieht, Versöhnlichkeit und sanftmuth üben. du in deiner leidensnacht Nach Nie komm' es mir aus dem deinem gnadenvollen willen gemüth, Welch eine schwere Zur pflicht und wohlthat mir fündenlast Du mir aus huld gemacht. Verleih' zur übung erlassen hast. dieser pflicht Mir deines geistes fraft und licht. 8. G3 stärke sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebensfürst, Als richter sichtbar zeigen wirst. 2. Es werde, Herr, für mein gewissen Dein abendmahl ein unterpfand; Mir sei an dein versöhnend büßen Ein selig antheil zuerkannt: So freuet meine seele sich In deinem heil und lobet dich. 9. Hier liege ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebet 3. Bewundernd denk' ich an und flehn; Laß neue gnade die liebe, Damit du unser heil auf mich fließen, Mein heiland, bedacht; Ja, göttlich stark sind laß es doch geschehn, Daß mir ihre triebe, Die dich bis an zur stärkung meiner treu' Dein das freuz gebracht. O gieb von abendmahl gesegnet sei. deinem todesschmerz Heut' neuen eindruck in mein herz! ( 21) 4. Laß mich mit ernst die 395. Schmücke dich, liebe feele! Laß sünden scheuen, Für welche du die dunkle sündenhöhle, Komm als mittler starbst, Durch schnö- mit gläubigem verlangen, Jesum den mißbrauch nie entweihen, würdig zu umfangen. Er, der Was du so theuer mir erwarbst; Herr voll heil und gnaden, Nie führe mich zur sicherheit Der Kommt, dich heut' zu gast zu trost, den mir dein tod verleiht. laden; Er, den alle himmel 5. Ich übergebe mich auf's ehren, Kommt, bei dir jetzt einneue, du mein Herr und zukehren. Gott! an dich; Heut' schwöre 2. Eile, wie verlobte pfleger, ich dir stete treue Vor deinem Deinem bräutigam entgegen; tische feierlich; Dein eigen will Er will dich mit gnade Vom heiligen Abendmahl. 303 füllen Und des glaubens sehn-| Jesu, meiner seele weide, Meisucht stillen. Eile gläubig mit nes geistes licht und freude! verlangen, Sprich, ihn würdig Hier fall' ich zu deinen füßen: zu empfangen: Komm, mein Laß mich würdiglich genießen freund, dein zu genießen, Laß Dieser deiner himmelsspeise, mich deiner nie vermiſsen. Mir zum heil und dir zum preise. 8. Herr, dich hat dein göttlich lieben, Mich zu retten, angetrieben; Willig hast du leib und leben In den tod für mich gegeben, Und das blut, das du vergossen, Ist zum heil für mich geflossen: Beides muß auch jetzt auf erden Mir zur glaubensstärkung werden. 9. Jesu, wahres brod des lebens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens Und zu meiner seele schaden Komm', zu deinem tisch geladen. Schaffe, daß an deinem tische Sich mein geist und herz erfrische. Laß mich einst, wie jetzt auf erden, Deinen gast im himmel werden.( 42) 3. Ja, du pflegst, wie ich's erfahren, Deine Liebe nicht zu sparen, Und dein tisch voll gnadengaben Läßt mich lauter fülle haben; Da werd' ich entzückt empfinden, Daß kein reichthum zu ergründen, Die mit blut er füllten schalen Und dies manna zu bezahlen. 4. Herr, voll hunger im gemüthe Und voll durst nach deiner güte Pflege ich mich oft mit thränen Nach dem lebensbrod zu sehnen; Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem trank des lebensfürsten; Wünsche stets, daß mit dem sohne Gott und sein geist in mir wohne. 5. Jetzt fann ich recht merklich spüren, Daß mich furcht und freude rühren. heimniß dieſer ſpeiſe Und bie 396. und voll freudent Das ge- Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. err, ehrfurcht Ist unerforschte weise Macht, daß sich mein glaube stärke Durch die größe deiner werke. auch wol ein mensch zu finden, Der dein' allmacht sollt' er gründen? Komme ich auf dein gebot Und gedenk' an deine leiden Und an deinen martertod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig heil erwarbst, Laß mich würdig zu dir nahen Und das leben hier empfahen. 6. Nein, hie muß vernunft dir weichen, Kann dies wunder nicht erreichen, Daß im brod dein leib uns nähret Und dem seelenhunger wehret, Und daß uns im saft der reben Wird 2. Weil du, heiligster, aus gnaden Aller meiner fünden last, Mir zum heil, auf dich geladen Und am freuz gebüßet dein blut zum heil gegeben: hast, Darum stellet mich nun der großen heimlichkeiten, Die nur Gottes geist kann deuten! nicht Gott, als richter, in's gericht; Nein, nun will er mein verbrechen mir verzeihn und nimmer rächen. 7. Jesu, meines Lebens jonne! Jesu, meines Herzens wonne! 304 Vom heiligen Abendmahl. 3. Herr, dies glaub' ich und 8. Wenn ich in der irre empfinde Freudigkeit und zu- wandle, Geh' du mir, erbarmer, versicht. Ich gedent' an meine nach; Lehre, wo ich unrecht sünde, Aber ich verzage nicht, handle, Stärke mich, denn ich Denn ich bin durch deinen tod bin schwach, Und ertrage mit Völlig ausgeföhnt mit Gott, geduld Meine schwachheit, meine Und wenn ich im glauben sterbe, schuld, Sprich: ich tilge deine Bin ich auch des himmels erbe. sünden, Bei mir sollst du gnade 4. Laß mich vor dein antlik finden! kommen, Dein gedächtniß zu 9. Dir will ich es ewig danerneu'n; Laß mich heut' mit ten, Daß du so barmherzig bist. deinen frommen Deines todes Laß mich nun nicht wieder zeuge fein. Herr, ich schau' wanken, Mein erretter, Jesu nach Golgatha, Wo dein Gott Christ! Hilf mir, daß ich dir dich opfern sah, Und wo du getreu, Und mein vorsatz standdein blut und leben Haft für haft sei, Jede sünd' und ihre freuden Bis an meinen tod zu mich dahin gegeben. meiden. 5. Möcht' ich, Jeſu, nicht vergebens Mich zu deinem ich dieses Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. komme, Herr, mahl des lebens Nicht mir zum 397. und suche ich gericht empfahn! Ach, es gründ' und stärke mich, Mittler, im vertrau'n auf dich! Ach, es lenke meinen willen, Dein gesetz, Herr, zu erfüllen! Mühselig und beladen. Gott, mein erbarmer, würd'ge mich Des siegels deiner gnaden! Ich liege hier vor deinem thron, Sohn Gottes und des menschen 6. Diesen vorsatz, den ich sohn, Mich deiner zu getrösten. habe, Mich nicht wieder zu Ich fühle meiner fünden müh', entweihn, Laß, o Jesu, bis Sch suche ruh' und finde sie zum grabe Stark in meiner Sm glauben der erlösten. seele sein; Vor der drohenden gefahr, Der zu werden, der ich war, Gieb mir fraft aus deinem leiden, Alle fünde zu vermeiden. 7. Wenn sie mich von deinen wegen Schmeichelnd abzuführen droht, Laß mich ernstvoll überlegen, Welch ein tod war Jesu tod: Gott, vor dem er im gericht Stand verlassen, laß mich nicht Dies mit leichtsinn übersehen Und ihn noch durch sünden schmähen! 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das heil der fünder; Du hast die handschrift abgethan, Und wir sind Gottes finder. Ich denk' an deiner leiden nacht Und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mein heil verdienet; Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die welt In dir mit sich verfühnet: 3. So freue dich, mein herz, in mir! Es tilget deine sünden Und läßt an seiner tafel hier Vom heiligen Abendmahl. 305 Dich gnad' um gnade finden. Kommt, bereuet eure sünden! Du rufft, und er erhört dich Hier, hier könnt ihr gnade schon, Spricht liebreich: sei ge- finden. trost, mein sohn, Die schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem herzen leben! 3. Wäret ihr auch gleich beladen Mit gehäufter großer schuld, Der erwerber aller gnaden Nimmt euch auf mit großer huld; Auch für euch hat er sein leben In den schwersten tod gegeben. 4. Dein ist das glück der seligkeit, Bewahr' es hier im glauben Und laß durch keine ficherheit Dir deine frone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir; Ich bin der weinstock, bleib' 4. Sanft und freundlich von gemüthe, Sorgt er selbst für eure ruh', Und voll brüderlicher güte Ruft er euch den frieden an mir, So wirst du früchte zu. Kommt! er wird als hirt bringen; Sch helfe dir, ich stärke dich, Und durch die liebe gegen mich Wird dir der sieg gelingen. 5. Er fennt eures hungers größe; Seht hier seinen tisch bereit; Er weiß eure sündenblöße; Nehmt von ihm gerechtigkeit, Die von seinem blut herrühret Und euch schmückt und herrlich zieret. 5. Ja, Herr, mein glück ist dein gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen tod Um kraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein 6. Laßt uns doch mit ernst ganzes herz dir, Herr, zu betrachten Jesu großes wunderweihn Und deinen tod zu mahl! Er läßt sich zum opfer preisen. Laß mich den ernst der schlachten Für verdammter fünheiligung Durch eine wahre der zahl, Läßt für sie sein blut besserung Mir und der welt vergießen, Läßt sie seinen leib beweisen. ( 49) genießen. 7. Gott wird seiner armen heerde Sich'rer schutz und treuer Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. hirt; Daß sie recht geweidet 398. Dommt, verlor'ne werde, Wird er selber gast und adamskinder! wirth; Ja, er giebt zu ihrer Komm, abtrünniges geschlecht! freude Leib und blut zu ihrer Kommt, ihr tief gefall'nen weide. fünder, Die ihr euer bürgerrecht, Da ihr fündhaft seid geboren, Durch die fünde habt verloren! 8. Liebster hirt, mein trost und leben, Meiner seele bestes theil, Dir will ich mich ganz ergeben! Laß mich dich, mein einzig heil, Immer würdiglich betrachten Und dich über alles ( 49) mit freuden Euch auf grüner aue weiden. 2. Eilet doch zu Jesu wunden, Geht zu dem, durch dessen blut Die erlösung ist gefunden Aller welt und euch zu gut; achten. 20 306 Vom heiligen Abendmahl. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch mir werd' abgeschafft, Erlassen alle sündenschuld, Erlangt des vaters lieb' und huld. und Gott. Jesu, du mein bräutigam, Der 399. Den guten vorsatz, den ich führ', Befestige dein geist in mir. 10. Vertreibe alle meine feind', du aus lieb' am kreuzesstamm Du meiner seele bester freund; Den tod für mich gelitten hast, Getragen meiner fünden last, 2. Ich komm' zu deinem abendmahl, Verderbt durch manchen fündenfall, Bin von natur arm, nackt und bloß, Blind, unrein; ach, mich nicht verstoß'! 11. Mein leben, sitten, finn, und pflicht Nach deinem heil'gen willen richt'; Ach, laß mich meine tag' in ruh' Und friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du lebensfürst! Einst in den himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dem nichts gebricht, Du bist dort ewiglich An deiner tafel der brunn der heiligkeit, Du freue mich. 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der Herr, ( 63) bist das rechte hochzeitskleid; 4. Drum, o Herr Jeju, bitt 400. Auf Sesum will ist mein hirt, ich dich: In meiner schwachheit heile mich, Was unrein ist, das mache rein, Laß mich durch dich geheiligt sein; 5. Erleuchte mein verfinstert herz, Zieh' meine seele himmelwärts, In reichthum meine armuth kehr', Und deine gnad' in mir vermehr', ich bauen. Jesus, Jesus wird Mich gnädiglich anschauen; Er führet mich auf grüner au' Und tränket mich mit himmelsthau. Jesus hat sich mir ergeben; Jesus ist mein trost allein; Ich mag sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein. 6. Daß ich das rechte him- 2. Was kann süßer sein, Als melsbrod, Dich, Jesu, wahrer meines Jesu gaben? Ich bin mensch und Gott, Mit höchster sein, er mein, Ich krank, er chrerbietung eff' Und deiner will mich laben; Drum, was Liebe nie vergeff'. ich rede, denk' und mein', Soll mein herzliebster Jesus sein. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein troft allein; Ich mag sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein. 7. Lösch alle laster aus in mir, Mein Herz mit lieb' und glauben zier', Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz' in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb, was mir nützt an 3. Jesus, Jesus ist Mein ſeel' und leib, Was schädlich trost in meinen nöthen: Nun ist, fern von mir treib'; Komm kann keine list Mich ängstigen, in mein herz, laß mich mit dir noch tödten; Nun bin ich nicht Vereinigt bleiben für und für. ein höllenbrand, Ich leb' in 9. Hilf, daß durch dieser meines Jesu hand. Jesus hat mahlzeit kraft Das bös' in sich mir ergeben, Jesus ist Vom heiligen Abendmahl. 30/ mein troft allein; Ich mag| Ich kann mich nunmehr An sterben oder leben, Jesus ist Jesu stets ergötzen; Er soll und bleibet mein. mun mein sein ewiglich, Und ich auch sein, deß freu' ich mich. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein trost allein; Sch alles geben. Einst macht er mag sterben oder leben, Jesus mich in seinem reich Den aus- ist und bleibet mein. 4. Jesus ist mein licht, Mein aufenthalt und leben. Was mir sonst gebricht, Will er mir erwählten engeln gleich. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein mag sterben oder leben, Seſus ist 401.Defu Chrift! Mag lebensbrod und bleibet mein. dich ein sünder haben, Der nach dem himmel hungrig ist Und sich mit dir will laben, So bitt' ich dich demüthiglich, Komm' selber und bereite mich, Daß ich recht würdig. werde. 2. Auf grüner aue wollest du Mich diesen tag, Herr, leiten, Dem frischen wasser führen zu, Den tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, Doch laß mich deinen gnadentrank Aus deinem becher schmecken. 3. Von Gott gegeb'nes himmelsbrod, Du wollest kraft verleihen, Die mir in meiner seelennoth Zur stärkung mag gedeihen. Das kleid des heils bedecke mich, Auf daß ich möge wür7. Drum, welt, bleibe welt, diglich An deiner tafel sitzen. Du willst mich nur verführen. 4. Tilg' allen haß und bitterJesus ist der held, Er läßt feit, Herr, aus meinem herzen: mich hülfe spüren; Er führt Laß mich die sünd' in dieser mich aus dem jammerthal Zu zeit Bereuen voller schmerzen. sich in seinen freudensaal. Je- An deinem tisch, o Gotteslamm sus hat sich mir ergeben, Jesus Und meiner seelen bräutigam, ist mein trost allein; Ich mag Laß mich dein recht genießen. sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein. 5. Zwar bin ich deiner gunst nicht werth, So wie ich jetzt erscheine, Mit mancher fündenlast beschwert, Die ich vor dir 20* 5. Jesus ruft mir zu: Mein kind, nun kannst du leben Freudig und in ruh', Die sünd' ist dir vergeben, Nun wirst du fühlen keine qual, Komm' nur, und schmeck' mein abendmahl! Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein troft allein; Ich mag sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein. 6. Ach, ich sündenkind Bekomm' für fluch den segen; Ja ich weiß, mir sind Von meines Jesu wegen Erlassen sündenstraf' und schuld, Ich bin versichert Gottes huld. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein trost allein; Ich mag sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein: 8. Nun weg, gut und ehr', Weg, welt, mit deinen schätzen! Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 308 Vom heiligen Abendmahl. beweine; Doch tröstet in der 4. D liebe, welcher keine trübsal mich, Herr Jesu, daß gleicht! O wunder, das kein du gnädiglich Der fünder dich wiß erreicht, Mir unbegreiflich erbarmest. und doch wahr! Du sagst es, und dein wort ist klar. 6. Ich bin ein mensch, krank von der fünd'; Laß deine hand 5. O gottmensch, hilf mir, mich heilen, Erleuchte mich, daß ich ja Mit tiefster ehrdenn ich bin blind, Du kannst furcht dir mich nah'! O Herr, mir licht ertheilen; Ich bin mein mund empfahe nicht Des verdammt, erbarme dich; Ich lebens speise zum gericht! bin verloren, suche mich Und hilf aus lauter gnade. 7. Mein bräutigam, komm' her zu mir Und wohn' in meinem herzen, Vereinige mich ganz mit dir Und tilge meine schmerzen, Ach, laß doch deine füßigkeit Für meine seele sein bereit Und stille ihren jammer. 8. Du lebensbrod, Herr Jesu Christ, Komm' selbst, dich mir zu schenken; O blut, das du vergoffen bist, Komm' eiligst, mich zu tränken. Ich bleib' in dir, du bleibst in mir; Einst öffnest du des grabes thür Und wirst mich auferwecken. ( 118) Mel. Herr Jesu, wahrer mensch zc. err, der du, wie 402.5in stilles Tamm, Am martervollen treuzesstamm 3ur tilgung meiner fündenlast Dich auch für mich geopfert haft! 6. Hilf, daß mühselig und beschwert Mein gläubig herz darnach begehrt, Der wohlthat ganze größ' ermißt, Auch deiner liebe nie vergißt. 2. Hier feir' ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschätzbare gut, Das du mir giebst, dein leib und blut; 3. Hier labet mich, als deinen gast, Der leib, den du geopfert hast, Dein blut, das dir vergossen ward, Mit göttlicher allgegenwart. 7. Hier deinen liebevollen tod Verkündigen, ist dein gebot. Hilf, daß ich ihn, als vor mir, seh', Auch sein geheimniß wohl versteh'. 8. Den fluch, den da mein bürge trug, Die wunden, die auch ich dir schlug, Den segen, den du, als du starbst, Durch deinen tod auch mir erwarbst. 9. Mein Herr und Gott, ich glaub' an dich Und weiß ge wiß, du segnest mich; Wenn wir mit glauben dir uns nahn, Nimmst du dich unser gnädig an. 10. Ich, erd' und asche, bin's nicht werth, Daß so viel heil mir widerfährt; Du willst, erhab'ner, nicht verschmähn, Zu meinem herzen einzugehn. 11. Mein herz steht offen, richte du Es selbst zu deiner wohnung zu, Wirf alle laster ganz hinaus, Schmück' es mit jeder fugend aus. 12. Du kommst; gesegnet sei'st du mir! Du bleibst in mir und ich in dir; Ich end' in dir einst meinen lauf, Und du weckst mich vom tode auf. Vom heiligen Abendmahl. 309 ( 131) 13. D, wie so großen segen ohne zahl Mich dort dein ewig giebt Dein leib und blut dem, abendmahl. der dich liebt! Ihm ist's ein pfand der seligkeit, Ein siegel der gerechtigkeit. Es in muth Von der erlösung durch 403. Jer, mein heit, ch preise dein blut, Auch von erlassung unsrer schuld und Gottes uns geschenkter huld. 15. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines Gottes lieb' in mich! Hier schau' ich seine mildigkeit, Hier schmeck' ich feine freundlichkeit. Für deine todesleiden. Hab' ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich; O gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge! 16. Wie brünstig du, mein Jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich; Mich liebest du, ich liebe dich. 17. Dich, Herr, dich lieb' ich unverrückt, Wenn weltlust lockt, wenn drangsal drückt; Verschmachtet leib und seele mir, Doch lieb' ich dich und bleib' an dir. 18. Auch stärkt mich dieses mahles kraft Auf meiner gan zen pilgerschaft, Den feinden stark zu widerstehn, Die mir nach meiner seele stehn; Mel. Allein Gott in der höh' fei ehr'. 19. Es steuert allem stolz und neid, Verknüpft zu lieb und einigkeit, Giebt trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten vorsatz fest. 2. Was kann mein geist durch deinen tod Nicht noch für segen finden! Erlösung aus der todesnoth, Vergebung aller sünden, Gewissensruh', zur beff'rung kraft: Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Da du am treuze starbest. 3. Dein mahl ist mir ein unterpfand Von dieser großen güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein gemüthe Zum gläubigen vertrau'n auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deine gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll reu' und schmerz Die last von meinen sünden; Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost empfinden, Daß du aus Gotgebung meiner schuld Auf buße tes vaterhuld Auch mir verhast erworben. 20. Nun, Jesu, führ' ihn selbst zur that Und leite mich 5. Der trost, den mir dein tod verschafft, Werd' ewig mir nach deinem rath, So bring' zum segen; Er stärke mich mit ich in gelaff'ner ruh' Die tage meiner wallfahrt zu. neuer fraft, Auf allen meinen wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt Standhaft zu 21. Und wenn du mich, du lebensfürst, Zur seligkeit vollenden wirst, Ergötzt mit freuden überwinden. 310 Vom heiligen Abendmahl. mer, sieh' mein herz auch an, Mein reutiges gemüthe! 6. Die liebe, die du mir erzeigt, Ist gar nicht zu ermessen. mache selbst mein herz ge- 3. Nach deinem troste sehn' neigt, Sie nimmer zu vergessen, ich mich, Gebückt vor dir im Daß ich aus echter gegentreu' staube. Auf mein verdienst nicht, Dir bis zum tod ergeben sei, nur auf dich, Erlöser, hofft Und dir zur ehre lebe. mein glaube. Gebeugte willst 7. Laß deines leidens großen du nicht verschmähn, Versprichst zweck Mir stets vor augen ste- den schwachen beizustehn, Die hen; Nimm alle hindernisse weg, nach errettung schmachten. Die eb'ne bahn zu gehen, Die Stets bleibst du deinem worte mir dein heilig vorbild weist, treu Und wirst ein gläubig Und die einst den erlösten geist herz voll reu', Auch meines, Zu deiner freude führet. nicht verachten. 8. Zum ew'gen leben hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein abendmahl erwecke mich. Mit ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So sei dein tod mein leben. ( 32) Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 404. D 4. Mein Gott, regiere fünftig mich, Damit ich weise handle Und heilig, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem willen wandle; Gieb, daß aus dank für deine huld, In lieb', im glauben, in geduld Ich dir auf erden lebe, Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig froh erhebe. ( 84) barmherzigkeit Mel. O Gott, du frommer Gott. Zum denkmal deiner gnaden 405. So willſt du, Sefu, Das ganze volk noch gnaden Wohlthätig eingeladen; Du an mich denken Und meiner rufft: mühsel'ge, kommt zu mir! seele dich Im abendmahle schenDu weltversöhner, ja zu dir ken? Laß dein gedächtniß dann Kommt hier ein großer fünder. In mir lebendig sein, Wenn Verstoß' von deinem angesicht, ich dein fleisch und blut EmVerstoß' mich, o mein heiland, pfang' im brod und wein. nicht Vom erbtheil deiner kinder! 2. Ich fünder war von Gott, 2. 3war meiner missethat ist Und Gott von mir geschieden: mehr, Mehr, als ich könnte So drückte mich der fluch, So zählen; Sie drückt mich, Herr, hatt' ich keinen frieden. Weil ich zitt're sehr Vor unruh' mei- dein gesetz den fluch Den übelner seelen. Weltrichter, ach, thätern spricht, So seh' ich im zorne nicht, Im zorne geh' nichts vor mir, Als schreckliches nicht in's gericht Mit mir, Gott, gericht; reich an güte! Du kennst, was ich nicht recht gethan; Erbar3. Doch du, mein heiland, bist An meiner statt gekommen Vom heiligen Abendmahl. 311 Und haft der fünden schuld men, Oft, würdig allemal, Zu Und straf auf dich genommen; deinem tische kommen; Und Du trugest Gottes zorn, Du wenn es dir gefällt, So gieb, littest höllenpein, Und so kann daß mir dabei Des glaubens ich durch dich Gerecht und selig freudigkeit Des himmels vorsein. schmack sei. 4. Gottlob! es ist geschehn, Ich habe nun das leben; Du hast dich selbst für mich Zum opfer hingegeben, und ich bin 406. Seſu, meine ganz Jesu, du, Als mittler hast gethan, Das rechnet Gott mir zu. wonne, meiner seele sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden! 5. Mein glaube hält dich fest, Und, dich nicht zu vergeſsen, Giebst du mir mit dem brod, Herr, deinen leib zu essen, Den leib, den wahren leib, Doch herz gestärket haben. nicht den leib allein, blut, dein wahres blut, ich auch mit dem wein. 6. Geschah dein opfer gleich Bereits vor vielen jahren, So kann ich dessen kraft Doch heute noch erfahren; Denn dein verdienst ist mir So kräftig und so neu, Als ob's erst diesen tag Von dir vollendet sei. Dein 3. Wie soll ich dir recht danken, Trink'O Herr, daß du mich franken Gespeiset und getränket, Sa selbst dich mir geschenket? 4. Ich preise dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schläg' und wunden, Die du für mich empfunden. 5. Ja für dein ganzes leiden Dank' ich dir, Herr, mit freuden; Ich fühle im gemüthe Die größe deiner güte. 7. Deshalb ich danke dir, Ich danke dir von herzen Für deine huld und treu', Für deine 6. Dir dank' ich für dein pein und schmerzen, Für deinen lieben, Das standhaft ist gebittern tod Und für dies hohe blieben; Dir dank' ich für dein gut, Daß mich im abendmahl sterben, Das mich dein reich Erquickt dein leib und blut. läßt erben. 8. Laß deine liebe doch Mir seel' und herz durchdringen; Hilf mir, mein fündlich fleisch Mit allen lüften zwingen; Regiere du mein herz, Halt es von sünden rein Und laß den eiteln sinn Nie wieder herrschend sein. Mel. Wach' auf, mein herz, und singe. 9. Laß mich, du heil'ges haupt Der kirche deiner from 2. Hilf, daß ich's würdig schäße Und mich daran ergöße, Wie deine theuren gaben Mein 7. Ich preise deine gabe, Die ich empfangen habe: Dies theure pfand der gnaden Tilgt allen meinen schaden. 8. Herr, laß mich nie vergessen, Vielmehr mit dank ermessen, Daß diese himmelsspeise So große fraft beweise. 9. Du wollest auch die fünde, Die ich noch in mir finde, Aus 312 Vom heiligen Abendmahl. meinem fleische treiben Und und soll ewig leben; Er wird träftig in mir bleiben. den tod nicht ewig sehn; Wird 10. Nun bin ich los gezählet fröhlich wieder auferstehn: Mit Von sünden und vermählet dem vertrauen kommen wir Mit dir, mein höchstes leben: Und nahen ehrfurchtsvoll zu Was kannst du größer's geben? dir. Hilf du uns, Herr, Nach 11. Gieb doch, daß meine deiner tren' und steh' uns bei, feele Sich dies vornämlich Daß uns dies mahl zum segen wähle, Daß sie nur dich ver- sei. lange, An deiner liebe hange. 13. Sm handeln, wandeln 3. Das zwar bekümmert mei12. Laß mich die fünde mei- nen sinn, Daß ich sogar nicht den, Laß mich geduldig leiden, würdig bin, Dies theure pfand Laß mich mit andacht beten zu nehmen. Nah' ich mich hin Und gläubig vor dich treten. zu dir, o licht, So seh' ich erst, was mir gebricht, Und muß effen Laß nimmer mich vergessen, mich innig schämen; Doch, bin Wie herrlich ich beglücket, Wie ich gleich gering und schlecht, himmlisch ich erquicket. So macht mich doch dein sohn gerecht; Er ist mir ja von dir gemacht- Dein rath hat es In dieser zeit also bedacht 3ur weisheit, zur gerechtigkeit, Ja mir zum heil in ewigkeit. 14. Nun kann ich nicht verderben, D'rauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen.( 118) 4. Dich ruf' ich an aus herzensgrund: Erfülle mich zu dieser stund' Mit andacht im gemüthe. Mich dürftet wie ein dürres land; O laß durch dieses gnadenpfand Mich schmecken Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr! - 407. Glob elobet sei'st du, großer Gott, Du Gott und herrscher Zebaoth, Daß du nicht hast verschonet Des ein'gen sohns, den du der deine güte. O brod, damit welt Aus großer liebe dargestellt, uns Gott begabt! O manna, Der unter uns gewohnet In das die seele labt! O lebenstrübsal, armuth, angst und noth, trant, der mich erquickt Und Ja, der zuletzt den bittern tod segensvoll mein herz entzückt! Nach deinem selbst beliebten Mein Jesu, hilf, Daß ich rath Für uns am freuz ge- mit dir, und du mit mir, litten hat, Auch eingesetzt Zu Dies mahl genieße für und dieser zeit zur seligkeit Ein für. denkmal der barmherzigkeit! 5. O höchste kraft, o guter geist, Der mich zum leben unterweist, Nach deinem wort und willen Laß meines Jesu abendmahl Bestärken meine gnadenwahl Und durst und hunger vergoff'ne blut geneußt, Kann stillen. Herr, laß dies wahre 2. Herr, welch ein unvergleichlich's gut! Sie ist sein leib, hie ist sein blut, Die er für uns gegeben. Wer sich mit diesem fleische speist Und das Vom heiligen Abendmahl. 313 himmelsbrod Vertilgen alle von oben; Dein abendmahl meine noth; Durch diesen felch vermehr' in mir Des glaubens erfülle mich mit deiner gnade kraft, auf daß ich dir Mit ewiglich. Durch dich gestärkt, steter treue diene! Durch dich erneut, durch dich befreit, Singt dir mein herz in ewigkeit. ( 59) 4 Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 408.5 alt' im gedächtniß Jesum Christ, seele, der auf erden Vom himmelsthron gekommen ist, Ein heiland dir zu werden! Vergiß sein nicht, denn dir zu gut Verband er sich mit fleisch und blut. Dank ihm für seine liebe! 2. Halt'im gedächtniß Jesum Christ! Er hat für dich gelitten Und dir, da er gestorben ist, Am kreuz das heil erstritten; Errettung von der fündennoth Erwarb er dir durch seinen tod. Lob ihm für seine Liebe! Mel. Jesu, meine freude. 409. Vefu, meine freude! Ich und du, wir 3. Halt'im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden Und jetzt zur rechten Gottes ist! Er hat von todesbanden Auch dir befreiung ausgemacht und ew'ges leben wiederbracht. Dank ihm für seine liebe! beide, Sind nunmehr vereint. Weg ist alle sünde; Mir, als seinem finde, Ist Gott nicht mehr feind; Denn dein blut macht alles gut; Leib und blut hast du zum leben Mir, mein heil, gegeben. 2. Jesu, meine wonne! Gottes gnadensonne Leuchtet nun um mich; Nun ist mein gewissen Aus der angst gerissen Und erquicket sich. Ach, laß mich, ich bitte dich, Herr, durch diese theuren gaben Glaubensstärkung haben! 3. Jesu, du mein leben! Du bleibst mir ergeben, Wie dein wort verspricht. Wenn ich dich nur habe, Dich, du theure gabe, Hab' ich troft und licht. Du bist mein und ich bin dein, Ach, ich kann den trost der seelen Nicht genug erzählen! 4. Jesu, meine liebe! mich nichts betrübe, Nichts 4. Halt'im gedächtniß Jesum mir angst erweck', Machet deine Christ! Er wird einst wieder- güte, Die ich im gemüthe Sezo kommen, zu richten, was auf freudig schmeck'. Es soll, Jesu, erden ist, Die fünder und die dich und mich Nie das allerfrommen; Er schafft, daß du größte leiden Von einander vor ihm bestehst Und mit ihm scheiden. in den himmel gehst. Preis ihm für feine Liebe! Daß 5. Jesu, mein vergnügen! Du magst es nur fügen, Wie 5. Mein heiland, den der du willst, mit mir. Wie du himmel preist, Dich will ich mich regierest, Und wie du mich ewig loben: O stärke dazu führest, Folg' ich willig dir. meinen geist Mit neuer kraft Leid' ich noth, ja gar den tod, 314 Vom heiligen Abendmahl. Will ich dennoch an dir halten| heil'ge frucht, Die unsre ganze Und dich lassen walten. seele sucht, Daß alle sünde 6. Jesu, du mein segen! weiche. Willig, Freudig Dich zu Nichts soll mich bewegen, Von loben, gieb von oben uns die dir abzugehn. Zeigt die welt gnade, Stets zu gehn auf deimir schätze, Leget sie mir nebe, nem pfade. Läßt sie tücke sehn; Dennoch soll kein weh' noch wohl, Auch kein teufel mir den glauben Aus dem herzen rauben. 4. So laß uns auf die seligkeit Geduldig warten in der zeit, In hoffnung und vertrauen, Bis auch durch uns der from7. Jesu, meine krone! Ach, men zahl Vermehret wird, die, vor deinem throne Werd' ich frei von qual, Dich schon im ewig stehn Und in tausend freu- licht recht schauen, Tröstlich, den, Frei von allen leiden, Köstlich Und aufs beste sich als Stets dein antlik sehn: Ach, gäste bei dir laben Und ganz mein sinn steht ganz dahin; volle g'nüge haben: Freudig wünsch' ich, diesem leben Gute nacht zu geben.( 42) 5. Das gieb du uns von deinem thron, O Jesu Christe, Gottes sohn! Gieb durch dein bitter leiden, Daß wir betrachten für und für, Wie selig die sind dort und hier, Die alles 410.Sep err Jesu, dir sei preis und dank böse meiden. Amen! Amen! Für diese seelenspeis' und trank, Hilf uns kämpfen, hilf uns Mit welchen du uns labest. dämpfen alle sünden, Hilf uns Uns wird gereicht dein leib und fröhlich überwinden. blut Im brod und wein; o welch ( 30) Mel. O heil'ger geist, kehr' bei uns ein. ein du gabeſt! Daß wir, Nur dir Stets 411.ott sei gelobet und vor allen zu gefallen, heilig leben, Ja, das wollest du uns geben! 2. Du fehrest, o Immanuel, Mit freuden ein in unsrer seel', Dir wohnung da zu machen. So mach' nun auch die herzen rein, So rein, Herr, wie sie müssen sein, Von allen eiteln fachen. Bleibe, Treibe Unser finnen und beginnen, daß wir trachten, Alle weltlust zu verachten. gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem fleische und mit seinem blute! Das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison! Herr, durch deinen heiligen leichnam, Der von deiner mutter Maria kam, Und das heilige blut Hilf uns, Herr, aus aller noth! Kyrie eleison! 2. Der heilig' leichnam ist für uns gegeben Zum tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer 3. Erleuchte uns, o göttlich güte konnte er uns schenken, licht, Daß uns dies mahl nicht Dabei wir sein soll'n gedenken. zum gericht Und schweren fluch Kyrie eleison! Herr, dein' lieb', gereiche; Dies sei vielmehr die so groß, dich gezwungen hat, Von der christlichen Kirche. 315 Daß dein blut an uns groß| Stets über uns zu wachen; wunder that Und bezahlt unsre Schenke, Lenke Heil'ge triebe, schuld, Daß uns Gott ist wor- heiße liebe, glaubensstärke, Bust den hold. Kyrie eleison! zu jedem guten werfe. 3. Gott geb' uns allen seiner 3. Laß auch, so oft wir zu gnade segen, Daß wir gehn auf dir nahn, Uns nie für segen seinen wegen In rechter lieb' fluch empfahn; Laß stets uns und brüderlicher treue, Daß wohl bedenken, Daß selber du, uns die speis' nicht gereue. du lebensfürst, Der du dereinst Kyrie eleison! Herr, dein heil'- uns richten wirst, Dich hier ger geist uns nimmer lass', Der uns wollest schenken, Wecke, uns geb' zu halten rechtes Wecke, Bald mit schlägen, bald maß, Daß dein' arm' christen- mit segen, sich're herzen, Daß heit Leb' in fried' und einigkeit. sie nicht ihr heil verscherzen. Kyrie eleison! ( 92) 4. Herr, groß ist unsre seligkeit; In allen leiden dieser zeit Sind wir nun voll vertrauen. 412. ein zum großen Der weg aus diesem finstern himmelsspeis', o ewig preist dich unser dank; abendmahl, Wo wir dein antlitz Du hast uns hochbegabet. Du, schauen, Wo wir Bei dir du bist unser höchstes gut; Nach dem leiden uns mit freuAuch jezo hat dein leib und blut Den matten geist gelabet. Herr, dir Sind wir Fest verbunden, heil von wunden, reich an gnaden, Aller furcht und angst entladen. den herrlich laben, Ewig volle g'nüge haben. 5. Wir haben jetzt ja, Gottes sohn, Daß pfand des ew'g ' gent lebens schon, Die hoffnung kann nicht trügen; Uns scheidet, hei2. Wir, erd' und asche, wer land, nichts von dir. Wenn sind wir, Daß du, du Herr des wir nur fämpfen, werden wir himmels, dir Bei uns willst In jedem tampfe siegen. Amen! wohnung machen? Ach, mach' Amen! Furcht in freuden, trost uns selbst von weltlust frei, in leiden, muth im sterben, Schenk Vorsichtig, eifrig und getreu, uns; hilf dein reich ererben! Mel. O heil'ger geist, kehr' bei uns ein. 20. Von der christlichen Kirche. Mel. Gott vater, sende deinen geist. 413. menschen hort, Se err Jesu, aller Durch dessen theures werthes wort Wir in dein reich gelangen! Wie groß ist deine gütigkeit, Daß du schon in der gnadenzeit Dein reich hast angefangen! 2. Du selbst hast längst vor unsrer zeit Sm stande deiner niedrigkeit Dein lebenswort ge 316 Von der christlichen Kirche. lehret. Drauf sehtest du apostel| 9. Das evangelium, das du ein, Die mußten unsre lehrer Uns diese zeit in stiller ruh' sein, Als du zu Gott gefehret. So reichlich läsfest hören, Laß 3. Sie haben treulich weit stets erkenntniß, glauben, licht, und breit Den heil'gen samen Vertrauen, liebe, zuversicht In ausgestreut und keine schmach unsern herzen mehren. gescheuet, Gezeigt des glaubens Heldenmuth, Wenn auch der feind in größter wuth Mit qual und schwert gedränet. 10. Und sollte sich in unsrer zeit Verfolgung, marter, traurigkeit, Angst, noth und trübfal finden: So mach' uns, Herr, an glauben reich, Damit wir, jenen zeugen gleich, Durch dich überwinden. 4. Sie wurden oft geschimpft, gestäupt; Sie sind gesteiniget, enthäupt't, Und litten es mit stets freuden. Und was ertrug die christenheit nicht von den feinden nach der zeit Für jammer, schmach und leiden! 5. Und dennoch hat dein theures wort Durch solche marter fort und fort Recht sichtbar zugenommen; Dein reich ist unter spott und noth Und durch so mancher christen tod größerm glanz gekommen. 3u 6. So daß ein wahrer christ erkennt, Es sei der firchen regiment In deinen allmachtshänden, Daß weder feuer noch das schwert Die rechten schafe deiner heerd' Von dir, dem hirten, wenden. 11. Sa, gieb uns einen heldenmuth, Damit wir gleichfalls gut und blut Für deine Lehre wagen, Daß unsre treu' in noth und pein Auch andre reize, treu zu sein, Und wir die krone tragen. mein' Laß dir, o Herr, befohlen 12. Die ganze christliche gesein, Erhalte sie auf erden In freud' und leid zu aller zeit, Bis ihr die himmelsherrlichkeit Wird offenbaret werden.( 9) Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. err, deine treue 414. iſt so groß, Daß wir uns wundern müssen; Wir 7. Auch wird die ganze sünder liegen arm und bloß Zu christenheit, Herr, diese gnade deinen gnadenfüßen. Die bosjederzeit Erheben, rühmen, prei- heit währet immerfort, Und sen, Daß du, troß aller feinde doch bleibst du der treue hort macht Dein theures wort empor Und läßt uns nicht verderben. gebracht, Um uns dein heil zu weisen. 2. Die fünden nehmen überhand In den verkehrten herzen; 8. Wir seufzen, flehen, bitten Sa, dir, Herr, sind sie wohl dich, Du wollest ferner gnädig- bekannt, Die frech ihr heil verlich Zu deiner ehre walten, Die scherzen, Die täglich häufen christenheit durch deinen schuß, ihre schuld, Die stets verachten Und gegen aller feinde truß, deine huld Und dir den rücken Bei deinem wort erhalten. fehren. Von der christlichen Kirche. 3. Dein auge stehet wider die, Die deinen weg verfehlen Und in dem ganzen leben hie Nur frumme wege wählen Und suchen nur die fündenlust, Die sich ergießt in ihre brust Nach ihrem bösen willen. 4. Die treatur entfeßet sich, Und seufzet, frei zu werden, Sie wartet und thut ängstiglich: Der himmel sammt der erden, Die deiner finger werke sind, Und was sich in den felben find't, Beweinen solch verderben! 317 9. Ein treuer hirt' und vater meint Es redlich mit den seinen. Du bist ja vater, hirt' und freund, Du fannst's nicht böse meinen, Drum trauen wir allein auf dich, Ach, leite du uns väterlich Nach deinem rath und willen. 10. Du giebst uns schon den gnadenlohn In diesem armen leben; Einst wirst du uns von deinem thron Das volle erbe geben. Wir hoffen, bald dein angesicht Zu sehen dort in deinem licht, Da uns das lamm wird weiden. ( 162) 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, Du werdest uns erhören. O Gott, wir flehen für und für, Du wollest doch bekehren Die fündenvolle blinde welt, 415. Ach, bleib' bei uns, für glücklich hält, Da sie zur Hölle eilet. Herr Jesu Christ, Weil es nun abend worden ist, Dein göttlich wort, das helle licht, Laß ja bei uns verlöschen nicht. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, Der du die welt geliebet, Die welt, die, ganz in sünden todt, Durch laster dich betrübet! 2. In dieser letzten schweren Gieb deinem werthen worte zeit Verleih' uns, Herr, bekraft, Daß es an denen nußen ständigkeit, Daß bei uns wort schafft, Die hart sind wie die und sacrament Rein bleibe bis felfen. an unser end'. 7. Laß doch die welt erkennen noch mit ihren blinden kindern, Wie sanft und angenehm dein joch Sei den bekehrten sündern Daß im gefühl der sündenschuld Sie fliehen hin zu deiner huld, Zu deines sohnes wunden. Mel. Herr Christ du bist das wahre Licht. 3. Herr Jesu, hilf, dein' firch' erhalt'; Ach, wir sind sicher träg' und kalt. Gieb glück und heil zu deinem wort, Sein schall durchdringe jeden ort. 4. Erhalt' uns doch bei deinem wort Und wehre fatans lift und mord; Gieb deiner firche gnad' und huld, Fried', einigkeit, muth und geduld. 8. Die heerde, welche du erwählt, Erfreue auch mit segen, Und schenke, was ihr oft noch 5. Ach, Gott, es geht gar fehlt, Zu gehn auf rechten wegen. übel zu; Die firche hat hie Herr, deine treue gnadenhand keine ruh'; Der feinde trotz und Sei deinen findern wohl be- feßzerei Dringt wider sie mit fannt, Die deiner güte trauen. macht herbei. 318 Von der christlichen Kirche. 6. Den stolzen geistern wehre| ihr widerstehn, Wir halten feſt doch, Die mit gewalt sich schwin- am glauben. Gelobt sei Jesus gen hoch und bringen stets was Christ! Wer hier sein jünger neues her, Zu fälschen deine ist, Sein wort von herzen hält, rechte lehr'. Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. 7. Die sach' und ehr', Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Drum stehe denen mächtig bei, Die dir im glauben bleiben treu. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns 8. Dein wort ist unsers gewiß bedecken; Der Herr, herzens truk Und deiner kirche Herr unser Gott, Hält über sich'rer schuß; Dabei erhalt' sein gebot, Giebt uns das uns, lieber Herr, Und rette höchste gut, Im tode kraft und deines namens ehr'. muth; Was will uns denn 9. Herr, leite uns nach dei- erschrecken? nem wort, Daß wir's bewahren immerfort, Bis du uns aus dem jammerthal Wirst nehmen in den freudensaal. ( 49) ( 143) Mel. Ein' feste burg ist unser Gott. Lenn Christus seine 417.& in' feste burg ist unser Gott, Ein' gute wehr und waffen; Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse feind, Mit ernst er's und mag die hölle wüthen! Er, viel' list Sein grausam' rüstung der zur rechten Gottes sißt, ist; Auf erd' ist nicht sein's Hat macht, ihr zu gebieten, gleichen. Er ist mit hülfe nah'; Wenn er gebeut, steht's da. Er schützt zu seinem ruhm Mit macht das christenthum; Mag doch die hölle wüthen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verLoren; Es streit't für uns der rechte mann, Den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das feld muß er behalten. 2. Gott sieht wol fürsten auf dem thron Sich wider ihn empören, Und den gesalbten, seinen sohn, Den Herrn der welt, nicht ehren. Sie schämen sich des worts Des heilands, unsers horts; Sein freuz ist selbst ihr spott: Nur staub sind fie vor Gott, Wie sehr sie sich empören. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben; Der unchrist mag 3. Und wenn die welt voll teufel wär' Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürst dieser welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein wörtlein kann ihn fällen. Von der christlichen Kirche. 319 4. Das wort sie sollen lassen| den, Daß wir für unsre seelen stahn Und kein'n dank dazu ruh' In deiner gnade finden! haben; Er ist bei uns wol Mach' unsers glaubens uns auf dem plan mit seinem geist gewiß, Vor irrthum und vor und gaben. Nehmen sie den finsterniß Bewahr' uns, weil leib, But, ehr', find und weib: wir leben. Laß fahren dahin! Sie haben's fein'n gewinn, Gott's reich muß uns doch bleiben. ( 92) 6. Ein reines herz schaff' in uns, Herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich fertiger Uns dein gesetz erfüllen; Gehorsam deiner vorschrift sein Und uns dann deiner gnade freu'n, Sei unser heil auf erden: Dein reich, Herr, zu verwüsten; 7. So wird dein volk dir Du aber, mittler, Gottes sohn, unterthan Und lernt die fünde Beschüßzest deine christen; Dein meiden, Und du führst es auf thron bestehet ewiglich; Ver- eb'ner bahn Zu deines reiches geblich wird sich wider dich freuden, Und herrlich wird in Die ganze hölle waffnen. dieser zeit, Noch herrlicher in ewig2. Dein reich ist nicht von keit, Dein großer name werden. dieser welt, ein werk von 8. Voll zuversicht erwarten menschenkindern; Drum konnt' dich, Beherrscher, deine fromauch keine macht der welt, Herr, men; Der tag ist nah', deß seinen fortgang hindern. Dir freu'n sie sich, Wo du wirst können deine hasser nie Dein wiederkommen. Den fündern erbe rauben; selbst durch sie kommst du zum gericht, Uns Wird es vergrößert werden. segnet dann dein angesicht Mit wonne der gerechten. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In deiner welt ver- 9. Ja komm, o Jesu, komme breiten und unter deinem sanf- bald Zu deinem volte wieder, ten joch Die völker alle leiten! Befrei' durch deines arms geVom aufgang bis zum nieder- walt Uns, deines reiches glieder! gang Bring' alle welt dir Dein himmelreich ist uns bereit; preis und dank Und glaub' an Von ewigkeit zu ewigkeit Wird's deinen namen! unser erbtheil werden.( 100) Mel. Der feelen heil kommt gänzlich her. 418. ie feinde deines freuzes drohn, 4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n, Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch befehren! Lehr' sie mit uns gen O vater der barmherzigkeit, himmel schau'n Und unerschüt- Der du uns dir hast auserlesen tert im vertrau'n Auf deine zukunft warten. Und von des irrthums joch befreit, Wir preisen deines wortes licht, Das uns in Jesu heil verspricht. 5. Uns, deine christen, wollest du, Fest in der wahrheit grünMel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. 419. Du heiligstes und höchstes wesen, 320 Von der christlichen Kirche. 2. Du wirkest durch dies wort| 8. Wenn du den leuchter des lebens Schon unter uns von uns stießest, Wenn du so manches jahr. Noch immer das evangelium Bei uns ganz droht der feind vergebens Mit untergehen ließest; Ja, schlügst list, mit lügen und gefahr; Die du uns, dein eigenthum, Mit feste burg bleibt doch beschirmt, falscher lehre finsterniß, Ach, So sehr die hölle auf sie stürmt. so verdienten wir's gewiß; 3. Du willst, o vater, daß 9. Jedoch wir fallen dir zu wir gläuben, Daß unser heil fuße Und suchen in der gnanur Jesus sei; Doch muß des denzeit, mit wahrer reu' und glaubens fraft uns treiben Zur herzensbuße, Bei dir, o Gott, tugend ohne heuchelei; Herz, barmherzigkeit. Vergieb durch mund und werke müssen rein Jesum unsre schuld, Erhalt' Vor dir bei deinem dienste sein. uns deine gnad' und huld. 4. Ach, aber ach, wir müssen 10. Wir wollen stets in deiflagen, Daß wir gar sehr ver- nem lichte Als finder in der derbet sind! Wie mancher ist wahrheit gehn Und durch rechtin unsern tagen Bei hellem schaff'ne glaubensfrüchte Zu deilicht mit vorsak blind! Wie falt und lau wirst du geehrt! Wie ungern wird dein wort gehört! Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. 420.5 err, eifre doch um 5. Wie mancher heget einen glauben, Der das gehirn allein erfüllt; Der weinstock träget deinen ruhm, Um feine trauben, Ihm fehlt die deines sohnes lehre! Dein ist frucht, die vor dir gilt; Man das evangelium, Dein ruhm, hält die wahre frömmigkeit der wahrheit ehre. Der falsche Der christen für unmöglichkeit. weise nennt's betrug, Ihm seinen 6. Ja, leider! ein recht werth zu rauben, Hält uns für großer haufe Mißbraucht die thoren, sich für flug, Nennt gnadenmittel sehr; Man trotzt glauben aberglauben, Ein joch auf nachtmahl, beicht' und taufe, bethörter völker. Ist gleich das herz vom glauben leer; Bei heuchelei und sicherheit Hofft man doch auf die feligkeit. 2. Von diesem joche, rühmt er sich, Die klügern zu befreien; Er will, so heuchelt er, nicht dich, Noch dein geseß entweihen; 7. Der möchte bitt're thränen Er spricht, der irrthum sei es weinen, Der den verfall der nur, Den er aus mitleid störe, firche sieht. Ach, Gott, wie Und daß die stimme der natur trennen sich die deinen! Es Allein, was recht sei, lehre, zankt und streitet glied mit glied; Das ärgerniß nimmt überhand, Verbreitet sich durch stadt und land. nem preise fertig stehn; Entzieh' uns nur dein heitres licht, Dein wort und deine gnade nicht. Und nicht die stimme Jesu. 3. Den Gott und bater unsers Herrn Bezeugt ihm sein gewissen, Und nur aus wollust Von der christlichen Kirche. 321 säh' er gern Sich Gottes macht 8. Bekenner Gottes, faffet entrissen; Blos seines herzens muth! Getrost, ihr dürft nicht eitelkeit und seine lust zum zittern! Es wird der hölle list bösen Bewegt ihn zur ver- und wuth Nie Jesu thron ermessenheit, Die Lehre vom er- schüttern. Preist Jesu Christi lösen Der sünder zu ver- vater! preist Den retter eurer spotten. seelen! Preist freudig Gott, 4. Nun richte zwischen dei- den heil'gen geist! Den spöttern nem sohn, Gott, und seinen wird es fehlen, Und euch muß spöttern, Daß sie nicht durch es gelingen. der wahrheit hohn Den falund Gott. schen wit vergöttern! Wir Mel. Herr Jesu, wahrer mensch bitten nicht, im zorne, Gott, Den spötter zu verderben, Nur mach' zu schanden seinen spott, Ihn aber laß nicht sterben, Laß ihn errettet werden! 421. er spötter strom reißt viele fort: Erhalt' uns, Herr, bei deinem wort, Daß wir uns, treuer vater, dein Im leben und im tode freu'n. 5. Laß deines wortes edle fraft An allen sich verklären, Die gläubig und gewissenhaft 2. Ein haufe lästerer, o Gott, Nur dein zu sein begehren. Wagt's wider dich, mit wildem Erhebe dich und heb' empor, Die Jesus dir erlöste; Den sündern öffne Herz und ohr; Die nach dir seufzen, tröste Mit deinem süßen worte. spott Den sohn, den mittler, den zu schmähn, Durch den die himmel einst vergehn. 3. Wer seid ihr spötter? nichts als staub. Wie bald seid ihr des todes raub, Die ihr euch wider Gott empört und gar nach eurem frebel lehrt! 6. Im glanze deines lichtes laß Die falschen weisen sehen, • Wie frevelhaft es sei, voll haß Dich und den sohn zu schmähen. Wer bringt den menschen heil, als du Und deines sohnes lehre? Wie liebreich rufft du sündern zu, Daß jeder sich befehre! Wie gerne machst du felig! 7. Zwar dein gespannter bogen zielt Mit tödtlich scharfen pfeilen, Doch jeden, der sein elend fühlt, Kann deine gnade heilen. Der fünder, seiner lüfte knecht, Hat böses nur im finne; Gott aber, heilig und gerecht, Sucht, wie er ihn gewinne, Gerecht und heilig mache. 4. Fühlt ihr die kraft des wortes nicht? Uns ist es ein erfreulich licht; Euch wird es schrecklich, wenn das grab Euch stürzt in jenen pfuhl hinab. 5. Denn wisset, fühne sünder! wißt, Daß euer geist une sterblich ist. Der, den ihr höhnt, verzeihet nicht, Wenn er das letzte urtheil spricht. 6. Ach, ihrer lehre pest, o Herr, Schleicht jeho nicht im finstern mehr; Ganz unverschämt bricht sie hervor Und hebet frech ihr haupt empor. 21 322 Von der christlichen Kirche. 7. Sie herrscht durch große| Als Gott mit vater und dem dieser welt. Herr, zeige, daß geist, Noch glauben, daß du dein arm uns hält, Sonst reißet wirklich sei'st Mit beiden gleisie uns leicht mit fort. Gieb chen wesens. sieg und leben durch dein wort. 3. Herr, mache ihnen doch 8. Du wirst es thun, denn bekannt, Daß kein geschöpf zu Jesus Christ, Der ewig lebt, finden, Das blos durch endallmächtig ist, Bleibt unser lichen verstand Den schöpfer schutz und fels und wehr; Staub fann ergründen. Er wohnet in ist vor ihm der spötter heer. dem höchsten licht, Doch giebt sein wort uns unterricht, Wie wir ihn sollen ehren. 9. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie lange noch ihr reich bestehn Und wider dich sich rüsten soll. Vielleicht ist, Herr, ihr maß bald voll. 10. Vielleicht, weltrichter! haben sie Bald über sich in stolzer müh' Zorn und verdammniß g'nug gehäuft, Daß bald dein arm zum schwerte greift. 11. O fenntet ihr ihn, den ihr höhnt! Auch euch, auch euch hat er versöhnt. Ach, wüßtet ihr's, die ihr ihn haßt, Sanft ist sein joch, leicht seine last. 12. Ihr zieht am schweren jündenjoch. Bekehret euch zu Jesu noch! Noch wird euch gnade eingeräumt, Wohl dem, der sie nicht mehr versäumt!( 82) Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. 422. treuer heiland, Der du am kreuz gestorben Und von dem tod erstanden bist! Du haft uns ja erworben, Daß alle menschen insgemein Durch dein blut können selig sein, Wenn sie nur an dich glauben. 2. Erbarme dich der blinden leut', Die sich selbst so bethören Durch ihrer sinnen eitelfeit, Daß sie dich nicht verehren 4. Du kamst einst von des himmels thron Zu uns herab auf erden, Daß Gottes wille durch den sohn Uns möcht' gelehret werden. Wir danken dir und bitten dich, Laß deine lehre mächtiglich In aller welt erschallen. 5. Die aber in der christenheit Gott also recht bekennen, Daß er ist drei in einigkeit, Und dich den heiland nennen, Verfnüpfe durch der liebe band, Daß man in jedem reich und land Nur fried' und wahrheit finde. 6. Vor denen, die durch macht und list Uns zu vertilgen suchen, Und, was die wahre kirche ist, Verlästern und verfluchen, Nimm uns in deinen starken schuß; Laß aller feinde list und truß An uns zu ſchanden werden. 7. Verleih', daß deine reine lehr' Dämpf' allen aberglauben, Und laß dir dadurch deine ehr', O Gott, von feinem rauben. Hilf, daß wir in der letzten noth Nur dich allein, den wahren Gott, Ulm hülf' und rettung bitten. 8. Weil viele an so manchem ort Aus unverstand noch fehlen, So hilf, daß sie nach deinemwort Den rechten weg erwählen; Hilf, Von den drei Hauptständen in der Christenheit. 323 daß wir sie von ihrem wahn Abziehen, und auf rechte bahn Mit aller sanftmuth führen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläubig Herr und heiland nennen, Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. 9. Dein wort erhalte ferner rein Bei uns und unsern findern, So wird es auch wol träftig sein Und kräftig stets verhindern, Was aberglaube je erdacht Und menschenwiß hervorgebracht, Dir, großer Gott, zuwider. 3. Mit heil'ger andacht laß die schrift sie ehren, Denn sie verkündet deines mundes lehren, Und außer ihr sucht jedermann vergebens Den weg des Lebens. 10. Gieb auch uns allen deine gnad', Daß wir das böse lassen, 4. Dein arm zerbreche, Herr, die macht der feinde, Und deine güte warne deine freunde, Daß Und alle schand' und missethat sie den irrthum und der sünde Von herzen immer hafsen; Erlös' uns aus dem jammerthal Und laß uns endlich allzumal Des glaubens ende finden. freuden Mit klugheit meiden. 5. Sei du ihr licht in ihren finsternissen; Herr, heile ihr verwundetes gewissen; Schlägt off ein fummer ihre herzen nieder, So stärk' sie wieder. Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden. 423. Laß, o Herr Sesu! 6. Beschüß' uns mächtig laß dein reich auf mitten unter bösen, Bis du von erden Doch bei den menschen ihnen ganz uns wirst erlösen, ausgebreitet werden Und schenke Bis wir zum umgang der ihnen deiner leiden wegen Doch verklärten frommen Frohlockend heil und segen. kommen. 21. Von den drei Hauptständen in der Christenheit. a. Vom obrigkeitlichen Stande. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. aller feinde toben, Dem engel sich mit ehrfurcht nahn, Den 424. Gott, der du feteft alle himmel droben Und alle zungen loben. ab und ein Die könige der erden, Du, aller 2. Mit dieser starken geiſterderer Herr allein, Die hier ge- schaar Will ich nun vor dich fürchtet werden, Der thronen treten; Ich stelle mich dir, herrselbst beschränken kann Sammt scher, dar Mit seufzen und mit 21* 324 Von den drei Hauptständen in der Christenheit. beten. Du wollest unsrer obrig- eitelkeit Für ihre freude schätzen, feit Des geistes gnade geben; Daß sie dafür die ewigkeit Gar Beschüße sie vor allem leid, an die feite sehen und ihre Daß keiner möge streben, 3u pflicht verlegen. schaden ihrem leben. 8. Laß sie den geiz und über3. Herr, stehe allen fürsten muth Und alle bosheit fliehen, bei, Die Christi namen führen; Daß stand und ansehn, macht Gieb, daß ihr stand gesichert und gut Nie mißbrauch nach sei, Laß sie den reichthum spü- sich ziehen; Gieb ihnen kraft in ren Von deiner großen gütig- dieser zeit, Ihr amt also zu feit, Beschüße sie aus gnaden, führen, Daß sie in jener herrDaß mit gefahr und herzeleid lichkeit Mit Christo einst regieZu ihrer wohlfahrt schaden Sie ren, In fronen triumphiren. nimmer sei'n beladen. 9. Laß keinen jemals tyrannei 4. Laß deiner wahren weis- An deinem volke üben Und manheit licht In ihren herzen bren- ches fromme herz dabei Bedrännen, Daß sie ihr amt und ihre gen und betrüben. Du forderst pflicht Nach deinem wort erkennen, Daß sie dir, herrscher aller herr'n, Zu dienen sich bestreben, Und dann bereit sei'n, stets und gern von ihrem amt und leben Dir rechenschaft zu geben. fünftig rechenschaft Von allen obrigkeiten, Drum laß sie hier gewissenhaft In deiner furcht bei zeiten Sich dazu vorbereiten. 10. Herr, segne unsern landesherrn Und die ihm angehören; Laß keinen unfall nah und fern Sich wider ihn empören; Schenk' ihm gesundheit, guten rath, Glück, friede, langes leben: Das woll'st du auch dem magistrat An unserm ort daneben Zu unserm besten geben. unsre 5. Ach, laß sie friedsam sein, weil sie, O friedensfürst, dir dienen, Und in gerechtigkeit sei hie Dein segen stets bei ihnen; Erinn're sie zu aller zeit, Du selbst sei'st im gerichte, Und forderst von der obrigkeit Genaues gleichgewichte Vor deinem angesichte. 6. Hilf, daß sie über dein gesetz Nach beiden tafeln halten, Und wider Chrifti feinde stets Mit ernst und strafe walten; Ihr geistlich säug- und pflegeamt Sei wachen, retten, nähren Und in der noth uns allesammt Beschützen und es wehren, Wenn satan will verheeren. 12. Gieb, daß wir mit ge7. Laß sie ein rechtes vater- lassenheit, Mit demuth, furcht herz Zu ihren bürgern tragen, und schweigen, Der vorgesetzten Den armen im bedruck und obrigkeit Der ehrfurcht pflicht erschmerz Das recht auch nie zeigen, Daß wir, was sie geordnet versagen; Nie müssen sie die hat, Und was wir angenommen. 11. Uns, die wir obrigkeit Für deine ordnung halten, Als die zu unsrer sicherheit Ihr amt soll recht verwalten, Uns gieb den geist der folgsamkeit, Damit wir unter ihnen In ruhe und in einigkeit Dir gern und heilig dienen Und so im segen grünen. Von den drei Hauptständen in der Christenheit. 325 Vollbringen willig in der that, Und so mit allen frommen Zur rechten freiheit kommen. regieren; Ja, kröne sie mit glück und heil, Sei selbst ihr lohn, ihr schmuck und theil, Und fülle sie mit gnade. 13. Laß unser herz, vom murren frei, Stets ohne widerwillen, Der obrigkeit in allem treu, Was fie gebeut, erfüllen; Laß uns, was fie von zeit zu zeit An gelde muß erheben, Damit wir hier in sicherheit Und guter ordnung leben, Ihr gern und willig geben. 4. Laß unter deiner hut und macht Uns steten frieden spüren Und, durch die obrigkeit bemacht, Ein stilles leben führen In gottesfurcht und ehrbarkeit, Die tugend üben jederzeit Zu deines namens ehre. 14. Herr, führe du auf ebne bahn Dein volk im ganzen lande, Dem obern und dem unterthan Gieb heil zu allem stande. Laß feuer, wasser, hunger, pest Und ihrem amt entgegen ist, Der frieg uns nicht verderben. Beim feinde bosheit, tück' und lift wort und glauben halt' uns fest, Laß, Herr, zu schanden werden. Bis wir hier selig sterben Und dort dein reich ererben. 6. Gieb denen ehrfurcht, lieb' und treu', Die unter ihnen leben; Gieb, daß ein jeder willig sei, Was ihm gebührt zu geben; Laß, höchster, so wie du es willt, An ihr dein göttlich ebenbild All'zeit geehret werden. 7. Erhör', o Gott! auch dieses flehn, Daß, die das volk regieren, Nach ihrer pflicht auch dahin sehn, Daß sie die herrschaft zieren Mit sanftmuth, liebe und geduld Und zwar durch ernst, doch mehr durch huld, Heil, fried' und ruh' befördern. 8. Laß uns dein volk und erbe sein Und hilf vor allen dingen, Daß haupt und glieder allgemein Dir lob und ehre bringen; Führ' beide, Herr, nach dieser zeit In jenes reich der herrlichkeit, Wo wir dich 5. Schütz' aber auch die obrigkeit, Daß, die ihr übels gönnen, Den frevelmuth zu keiner zeit An ihr verüben können. Was Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. Gott voll macht 425. und wunderthat! Es ist der stand und orden Der obrigkeit durch weisen rath Von dir geordnet worden; Von dir, Herr, selbst ist er gestift't, Und auch in deiner heil'gen schrift Aus gnaden festgesetzet. 2. Erhalte doch die obrigkeit, Damit wir sicher leben In segen und zufriedenheit; Laß deinen geist ihr geben Verstand und weisheit, trost und kraft, Damit sie allen nußen schafft, Wozu du sie geordnet. 3. Gieb ihr gesundheit, stärk' und muth Und laß sie reichlich spüren, Was uns ersprießlich ist und gut, Laß sie gerecht ewig preisen. 326 Von den drei Hauptständen in der Christenheit. b. Vom Lehrstande. Mel. Schmücke dich, o liebe feele.| dabei verzagen, Schüße, tröste 426. Gott, es ist ein ſie im leiden, Daß sie warten gnadenzeichen; jener Laß doch niemals von uns weichen Deine lehrer, unsre hirten, Die da rufen den verirrten, Die dein wort noch rein behalten, Tauf' und nachtmahl recht verwalten, Uns im beichtstuhl kräftig trösten Und so helfen den erlösten. 2. Wär' kein predigtamt auf erden, Herr, wer würde selig werden? Würde man dein wort betrachten, Deine gnadenmittel achten? Wer kann sich doch selbst recht lehren, Warnen, strafen und bekehren? Würde man vom bösen lassen, Rechten troft im tode fassen? 6. Uns laß aber ihre lehren Gern als Gottes worte hören; Mach' uns willig, wenn sie wollen, Daß wir uns verhalten sollen, Herr, nach deinem theuren worte, Wenn sie Christum als die pforte Zu dem himmel uns anpreisen Und zum rechten leben weisen. 7. Wer nicht sicher ist, hat gerne, Daß sie strafen, und sei ferne, Es mit denen, die da wachen Für die seelen, so zu machen, Daß mit bittern thränengüssen Sie ihr amt beseufzen müssen; Drum laß uns sie ja nicht fränten, Ihre rechenschaft bedenken. 3. Dich soll unser dankerheben, Herr, du hast bisher gegeben, Daß wir deine theuren lehren In sehr reichem maße hören. Laß es nie an lehrern fehlen, Laß auch die, so lehrer wählen Und den firchendienst beseßen, Die gewissen nie verlegen. 8. Laß uns ihre müh' erfennen, Für sie beten, ihnen gönnen, Daß sie sich vom altar nähren, Ihrem schaden laß uns wehren Und, wenn sie zuletzt erblassen, Ihre wittwen nicht verlassen, Auch aus dank für ihren segen Ihre waisen noch verpflegen. 4. Wende von uns blinde 9. Gieb, o Gott, daß, die leiter, Stärke die getreuen weiter, uns lehren, Sich und alle, die Fülle sie mit geistesgaben, Laß sie hören, Aus dem reich des fie Jesu liebe haben, Laß sie satans reißen, Daß dein sohn, es mit allen deinen Recht von wie er verheißen, Seinen geist herzen redlich meinen, Laß sie zu ihnen sende Und sich nie beten, laß sie machen, Und sie von ihnen wende. Bleib' bei ja nichts müde' machen. uns und deinen knechten, Bis wir stehn zu deiner rechten. 5. Segne gnädig ihr studiren, Laß sie stets die herzen rühren, Und beim warnen, auch im dräuen, Doch den haß der welt nicht scheuen. Hilf die schwere 427 Der Herr iſt mein Daß nicht getreuer hirt, Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. Von den drei Hauptständen in der Christenheit. 327 Der mich im worte weidet; Erpflicht, Die menschen recht zu ruft das schaf, das sich verirrt lehren Und sie durch straf' und Und von der heerde scheidet; unterricht Von sünden zu beEr führet mich mit seiner hand kehren, Die sacramente mit Und heiligt selbst dazu den stand dem wort Zum heil und trost Der hirten und der lehrer. an allem ort Den menschen mitzutheilen. 2. Der Herr berief unmittelbar Im alten testamente Der heil'gen männer große schaar, Die man propheten nennte. Durch dieser männer schrift und mund Entdeckte Gott den gnadenbund Und ließ von Christo zeugen. 3. Als Jesus sich nun eingestellt, Berief er and're tnechte Und schickte sie in alle welt, zu lehren seine rechte, Zu predigen an allem ort Dies theure, werthe gnadenwort: Laßt euch mit Gott versöhnen! 4. Noch ruft der Herr, doch mittelbar, Nach seinem herzen hirten Und sendet sie noch immerdar Den frommen und verirrten, Die lehren uns noch immerfort Des allerhöchsten theures wort, Das in der schrift verfasset. 6. Erhalt' uns, Herr, dein theures wort In unverfälschter lehre Urd rüste selbst noch immerfort Zu deines namens ehre Getreue streiter Christi aus, Die deiner firche heil'ges haus Erbauen und bewahren. 7. Laß deine tnechte deinen ruhm In lehr' und leben preisen, Daß sie das wahre chriſtenthum Auch mit der that beweisen, Damit des wortes theure fraft, Die nur allein das leben schafft, Ja nicht verlästert werde. 5. Dies ist vornämlich ihre Dort ewig selig machen. Mel. Herr Christ, du bist das wahre licht. 8. Laß alle, von der sicherheit Und von dem schlaf der fünden Durch sie erweckt, hie in der zeit Noch gnade vor dir finden, Daß alle treuen lehrer sich, Und die sie hören, Herr, durch dich c. Vom Hausstande. 428. ohl dem, der in gottes furcht steht Und auch auf seinem wege geht! Dein' eigen' hand dich nähren soll, So lebst du recht und geht's dir wohl. 2. Dein weib wird in dein'm hause sein, Wie ein reben voll traubenwein, Und deine find'r um deinen tisch Wie ölpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh', so reich segen hanget an, Wo in gottesfurcht lebt ein mann; Von ihm läßt der alt' fluch und zorn, Den menschenkindern angebor'n. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das glück der stadt Jerusalem, Vor Gott in gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das leben dein Und stets mit güte bei dir sein, Daß du wirst sehen findes 328 Von den drei Hauptständen in der Christenheit. find, Und daß Israel friede mütter! Sorg' und müh' iſt find'. ( 92) hier nicht bitter. 429. 5. Dein rath hat alles wohl bedacht. Nun hab' auf sich auch jeder acht, Daß ihm kein er eh'stand soll segen fehle. Laß gatten nicht uns heilig sein; den bund entweihn, Keusch laß Du, schöpfer, setztest selbst ihn sie, friedſam, zärtlich ſein, Ein ein, Als du an Adam dachtest, herz und eine seele. Heil'ge, Und eine tugendvolle braut, Heil'ge, Geiſt der liebe, ihre Die du aus seiner ripp' erbaut, triebe, trotz des spottes Ueber Ihm zur gehülfin brachtest. diese ordnung Gottes! Stifter! Stifter! Dich erhöhen, die in ehen dein sich freuen, Durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer mann, Wenn die sein 6. Lent' ab ihr herz von eitelkeit Auf freuden, die man nie bereut, Auf freuden echter tugend; Und selbst ihr hohes alter sei Von drückenden beherz ihm abgewann, Die Gott schwerden frei, Noch munter, ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner hand Die fromme, die ihm Gott verband, Ihm hülfreich beizustehen! Heil euch! Heil euch! Fromme gatten, in dem schatten seiner güte Jauchzt mit fröhlichem gemüthe! gleich der jugend. Segne, Segne, Herr, Gott, vater, nährer, rather, schuß der chen, Gatten, die auf dich nur sehen. ( 131) 3. Shr ſeid geſegnete des 430. lest glück und heil Mel. Allein Gott in der höh' sei chr'. err Gott! du wolHerrn; Von euch fliehn haß und argwohn fern, Um euch zu meiner nahrung geben; Beglänzt holder friede. Häuft schere gnädig mir mein theil schon die last des freuzes sich, In meinem ganzen leben. Du Shr tragt die last gemeinschaft- wirst schon wissen maß und lich, Daß sie euch nicht ermüde. ziel, Mir nicht zu wenig, nicht Flehet, Flehet! Gott wird hö- zu viel, Nach deiner weisheit ren, stürmen wehren, schmerzen schenken. lindern Und des freuzes bürde mindern. 2. Denn, würde mir zu wenig brod Zur nahrung zu4. Oft streckt sich weit um gemessen, So möchte ich aus unser haus Ein rebenreicher großer noth Dich und dein wort weinstock aus: So blühn auch vergessen; Ich suchte etwa uneh'genossen. Ringsum umpflan- recht gut, Und könnte gar durch zen ihren tisch Die kinder fröh- zweifelmuth Mich in's verder lich, munter, frisch, Wie junge ben stürzen. frühlingssprossen. Sorgt nicht, 3. Gieb mir auch solchen Sorgt nicht! Wie viel beter reichthum nicht, Der meiner zählt ihr, väter, zählt ihr seele schade. Wie mancher, Mel. O heil'ger geist, kehr' bei uns ein. Von den drei Hauptständen in der Christenheit. 329 weil ihm nichts gebricht, Ver5. Wie pfeile in des starken achtet deine gnade Und treibt hand, So ist's mit kindern auch mit deiner furcht nur spott, bewandt, Die man in gottesVerläßt auch sonst wol dein furcht erzieht, Wenn man das gebot Und wird ein müssig- ziel erreichet sieht. gänger. 4. Drum gieb, so viel mir nöthig ist, Mehr will ich nicht begehren. Hilf, daß ich ohne trug und list Mich ehrlich mag ernähren. Verleihe, liebster vater, auch, Daß ich die gaben recht gebrauch', So wie du mir befohlen. 6. Wohl dem alsdann, dem Gottes rath Der finder viel gegeben hat! Der hat vielfache ehr' und freud' Und führet viel zur seligkeit. 5. Vor allen gieb die selig feit, Das ist das allerbeste. Hie sind wir eine kurze zeit Als fremdlinge und gäste; Eh' man es denft, sind wir dahin. Wohl dem, der stets in seinem sinn Nur nach dem himmel trachtet! Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 7. Hilf, Gott, daß ja die finderzucht Geschehe stets mit muß und frucht, Daß aus der finder mund dir werd' Ein lob bereitet auf der erd'. 8. Gieb auch, daß jedes kind getreu Und folgsam seinen eltern sei; Laß sie vermeiden lebenslang Den eigensinn und müssiggang. 431. Wo Gott nicht sel- ihrer freu’n. ber haus, Da richtet unsre müh' nichts aus; Wo Gott die stadt nicht selbst bewacht, Da schüßt fie feine stärk' und macht. 9. Hilf auch, daß guter unterricht Den jungen findern nie gebricht, Damit sie dir gefällig sei'n, Und menschen sich auch 10. Mach' sie in deiner furcht gewiß, Bewahre sie vor ärgerniß, Und hilf, daß man sie nie da find', Wo spott und laster herrschend sind. 11. Durch deinen geist regiere sie, Dein beistand, Herr, verlass' sie nie; Führ' du sie selbst auf rechter bahn, Weil dann ihr fuß nicht gleiten kann. 3. Ruft Gott bei eurer arbeit an, Weil ohn' ihn nichts gelingen kann, Und er den seinen, die er liebt, Den segen ohne sorgen giebt. 12. Hilf, daß sie dich an allem ort Vor augen haben und dein wort, Und sich befleißen jederzeit Der tugend zucht und ehrbarkeit. 4. Sieh', finder sind des höch- 13. Sie mögen ausgehn oder ften gab', Weit besser als viel ein, So laß du sie gesegnet gut und hab'. Gott ist's, der sein; Es gehe ihre ganze zeit leibesfrucht beschert, Und from- Dahin in wahrer frömmigmer eltern bitt' erhört. feit. 2. Umsonst ist's, daß ihr früh aufsteht Und spät mit sorgen schlafen geht, Daß ihr das brod eßt ohne ruh' Und bringt die zeit mit grämen zu. Vom Christenthum. 330 14. Und endet sich dereinst ihr lauf, So nimm sie, Herr, zu dir hinauf, Auf daß sammt ihnen wir zugleich Dich preisen dort in deinem reich. 15. Gott vater, sohn und heil'ger geist! Von dem uns alles heil zufleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern kindern für und für.( 126) 22. Vom Christenthum. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.| freuz und leiden, Daß sie mich 432.11nverfälschtes chri- nie von dir ſcheiden. stenthum, Du 6. Offenbare, Jesu, dich Gnawirst selten jetzt gefunden. Wo denvoll in meiner seele, Daß ist dein gepries'ner ruhm? ich ohne irrthum mich zu den Ach, er ist fast ganz ver- wahren christen zähle, Die dich schwunden, Ob der christen freudig hier bekennen Und in gleich auf erden Noch genug deiner liebe brennen. gezählet werden! 7. Gieb mir kraft, in dieser 2. Viele in der christenheit welt Als ein wahrer christ zu Unterscheidet blos der name. leben; Laß mich dann, wenn Sparsam sind die ausgestreut, dir's gefällt, Christlich meinen Die als Gottes reiner same geist aufgeben, Auch im himChristum ehren, Christum lie- mel zu den frommen Und verben, Sich in seinem willen üben. flärten christen fommen. 3. Liebster Jesu, der du mich 8. Freudig laß ich lust und Selber durch dein blut erkau- pracht, Ehre, ruhm und glück fet, Und auf dessen namen ich der erde, Wenn ich nur durch Längstens als ein christ getau- deine macht Einst dahin verfet, Laß mich deinen geist setzet werde, Wo die theuren regieren, Solchen namen recht lebenskronen Wahrer christen zu führen. fleiß belohnen. ( 160) 4. Laß mich meiner taufe bund Immerdar mit ernst betrachten, mich von Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein. herzensgrund Satan, welt und 433. Bewahre mich, Herr, fleisch verachten Und mich immer treulich üben, Gott und menschen recht zu lieben. daß der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äuß're ehre Der 5. Laß mich, Herr, nach dei- mensch, dein unterthan, erweiſt. nem wort Durch die enge pforte Erinn're mein gewissen, Wie dringen Und nach jenem freu- in der wahrheit und im geist denort, Nach dem himmel, ernst- Die dich verehren müssen, Die lich ringen; Gieb geduld im dir gefallen wollen. Vom Christenthum. 331 2. Die kommen nicht in's besser's ist, Als was du sagst, himmelreich, Die Herr zu Jesu zu sein, Ein wahrer, guter sagen, Und nicht mit ernst dabei christ. zugleich Der heiligung nachjagen. 2. Du sagst: ich bin ein Nur die, die deinen willen christ! Der ist's, der Jesum thun, Läßt du als deine finder, kennet, Ihn seinen Gott und Gott, im ew'gen frieden Herrn Im wahren glauben ruhn, Wenn heuchlerische sünder nennet, Und auch an frömmigkeit Von dir verstoßen werden. Sein wahrer jünger ist; Denn wer nicht christlich lebt, Entehrt den namen christ. 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen, Mich nicht für Jesu 3. Du sagst: ich bin ein jünger hie Blos äußerlich be- christ! Sich christen nennen kennen; Gieb, daß mein glaube lassen, Heißt lieben, was Gott thätig sei Und tugendfrüchte liebt, Und, was er hafset, hassen. bringe, Daß ich, vom sünden- Der liebet Christum nicht, Der dienste frei, Mit eifer danach noch die sünden liebt, Und ist ringe, Sm guten zuzunehmen. kein christ, ob er Sich gleich 4. Du kennst, o Gott, der den namen giebt. menschen herz Und liebst, die 4. Du sagst: ich bin ein redlich handeln; O laß in freude christ, Ich bin zur gnade kommen und in schmerz Mich richtig Und in der taufe schon Zum vor dir wandeln! Dein wille christen aufgenommen! Wie sei mein augenmerk, Hilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute werk Dem endlich noch gelingen, Der deine hülfe suchet. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle, So thu' an mir barmherzigkeit Und richte meine seele Durch deine gnade auf vom fall. Er halt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. 434. Mel. O Gott, du frommer Goit. u sagst: ich bin ein christ! Wohlan! wenn werk' und leben Dir dessen, was du sagst, Beweis und zeugniß geben, So steht es wohl um dich, Weil gar nichts aber, hast du auch Gehalten deinen bund, Den du mit Gott gemacht In jener gnadenſtund'? 5. Hast du ihn nicht schon längst Durch fünden oft gebrochen? Hast du als Gottes find Dich, wie du hast versprochen, In allem thun erzeigt, Dem. guten nachgestrebt, Hat nicht der alte mensch Bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein christ, Weil ich der christen lehre, Wie andre christen thun, Befenne, lese, höre! Ja, lieber, thust du auch, Was Gottes wort dich lehrt? Nicht hören, sondern thun, Das ist bei Gott geehrt. 7. Du sagst: ich bin ein christ, Ich beichte meine fünden Und laß im beichtstuhl mich 332 Vom Christenthum. Vor Gott in demuth finden! 13. So lang' man aber noch Doch findest du, mein christ, Aus deinem wandel spüret, Was sagt dein wandel hier? Daß stolz und übermuth Dein Nach abgelegter eitles herz regieret; Wenn an besserung bei dir? der sanftmuth stell' Sich zeiget haß und neid, So bist du ganz gewiß Vom christenthum sehr weit. beicht' Die 8. Du bleibst ja wie zuvor; Dein wort, dein werk, dein sinnen Verschlimmert sich sehr oft; Dein vorsatz und beginnen Folgt 14. Sagst du: ich bin ein dem gewohnten trieb, Und, christ! Und rühmst dich deß was noch gut soll sein, Ist, mit freuden, Thust aber doch wenn man's ernstlich prüft, Oft nichts mehr, Als manche fluge bloßer heuchelschein. heiden, Oft nicht einmal so viel, Als jene gut's gethan, So flagen sie dich dort Vor jenem richter an. 9. Du sagst: ich bin ein christ, Mich speiset und mich tränket Der schaß, den Christus uns Im abendmahl geschenket! Wohl! aber zeige mir, Ob Christi leib und blut In dir zur heiligung Auch seine wirfung thut. 15. Sag' nicht: ich bin ein christ: Bis daß dein werk und leben Dir dessen, was du sagst, Mit grunde zeugniß geben. Die worte sind nicht g'nug, Ein christ muß ohne schein Das, was er wird genannt, Im wesen selber sein. 16. Mein Gott! gieb gnad' und kraft, Mich ernstlich zu befleißen, Zu sein ein wahrer christ, Und nicht nur so zu heißen; Denn welcher nam' und that Nicht hat und zeigt zugleich, Der hat den glauben nicht Und kommt nicht in dein reich. 11. Du sagst: ich bin ein christ! Ich kann dir's nicht gestehen, Es sei denn, daß ich's werd' Aus deinem wandel 17. Ich will durch deinen sehen; Denn wer sich dessen geist Nun fest an Jesum gläurühmt, Daß Christus sei sein ben Und im gehorsam treu Bis Herr, Muß auch sein jünger an mein ende bleiben. Hang' sein Und wandeln gleich wie er. ich dir, Jesu, an Und bin im 12. Bist du ein solcher christ, leben dein, So werd' ich als So sei auch so gesinnet, Wie ein christ Auch sterbend selig Jesus Christus war. Wenn sein. reine Liebe rinnet Aus deiner glaubensquell', Wenn du demüthig bist Von Herzen, wie ( 61) der Herr, So sag', du ſei'st ein 435. Was hilft es mir, ein christ zu sein, 10. Du sagst: ich bin ein christ, Ich bete, les' und singe, Ich geh' in's gotteshaus! Sind das nicht gute dinge? Sie sind es, aber dann, Wenn sie also geschehn, Daß wahre gottesfurcht Und liebe d'raus entstehn. Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. Vom Christenthum. 333 Wenn ich nicht christlich lebe meinem grabe, Daß ich an Und heilig, fromm, gerecht und Christum und sein wort Zum rein Zu wandeln mich bestrebe? schein geglaubet habe, Wenn Wenn ich dem seligen beruf, keine fromme, gute that Mein Zu welchem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig mich beweise Und den, der mich erlöset hat, In worten blos, nicht durch die that Und gute werke preise? leben hier bezeichnet hat, Den glauben zu bestärken? Denn seligkeit erlangt fein christ, Wo nicht sein glaube wirksam ist Durch fleiß in guten werfen. 6. Gott, jener freuden werth 2. Was hilft der glaub' an zu sein, Hilf, daß ich christlich Jesum Christ, Den ich im lebe Und vor dir heilig, fromm munde führe, Wenn er an mir und rein Zu wandeln mich benicht wirksam ist, Ich seine strebe! Gieb mir erkenntniß, kraft nicht spüre? Wenn mich kraft und muth, Damit ich die eitelfeit der welt Mit ihrer fünde, fleisch und blut Im glauLust gefangen hält, Ich ihre ben überwinde, Daß ich nach feffeln liebe, Geblendet von der wohl durchlebter zeit Den lohn sünde reiz, Zorn, hoffahrt, in jener ewigkeit Durch deine fleischeslüste, geiz, In werk gnade finde. und thaten übe? ( 158) ich dann, Ich, der ich Chriſtum 436. Gieb, vater, ba was er 3. Weit strafenswürd'ger bin Mel. O Gott, du frommer Gott. daß mein Sich deiner liebe weihe, Und daß in allem ich Dein auge findlich scheue. Wer als ein christ dich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was wider seine pflicht Und deine ehre ist. 2. Kein schnöder eigennuß Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg' und mittel wähle, Laß, Gott, mich stets dabei Auf recht und wahrheit schau'n, Auch nie mein wohlergehn Auf and'rer elend bau'n. 3. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, der es sucht, Gott, deine wege meidet. Wer unrecht liebt und thut, Erbt deinen himmel nicht: Nie treffe mich, o Gott, Dies schreckliche gericht! mich gethan, Ihn Herrn und meister nenne, Als der, der in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle; Denn dazu ließ sein vorbild hier Der Herr in seinem wandel mir, Damit ich darnach handle. 4. Und ach! wo find' ich trost und ruh', Wenn mich die leiden drücken, Und mein gewissen tritt herzu, Die schuld mir vorzurücken? Wo find' ich trost in jener noth, Kommt hier der schaudervolle tod, Mein grab mir aufzudecken, Und meine sünden lagern sich Umher, gewaffnet wider mich Mit einer hölle schrecken? 5. Weh' mir! was hilft es mir einst dort, Erweckt aus 334 Vom Christenthum. 4. Nie blende mein gemüth 3. Wenn deine furcht mich Der eitelkeiten schimmer; Die überall begleitet Und meinen welt mit ihrer lust Vergeht gang, wenn mich kein mensch doch einst auf immer. Was sieht, leitet: Wie sicher werd' hilft uns kurze lust? Was hilft uns citle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ist, was uns glücklich macht. 4. Laß auch im dunkeln mich dein auge scheuen; Verschließ' 5. Ein gottergeb'nes herz, mein ohr der sünde schmeicheEin unverletzt gewissen, Nur leien; Stets werde mir das das kann uns allein Des le- gleißende der laster Nur mehr bens schmerz versüßen; Das verhaßter. bleibt uns auch im tod Und 5. Gieb eifer, kraft und muth folgt uns aus der zeit Zum zu meinen pflichten, So mag großen segen nach Bis in die die welt, wie ihr's gefällt, mich ewigkeit: richten. Gefall' ich dir, mein Gott, will ich mit freuden Verachtung leiden. 6. O felig, wer danach Mit heil'gem eifer trachtet Und für sein größtes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der findet in der zeit Die wahre ruh' und einst Vollkomm'ne seligkeit: 6. Du achtest nicht das ansehn der personen, Wirst billig alles richten und belohnen Mit herrlichkeit und ehre deine kinder, Mit schmach die fünder. 7. Das sei mein zweck und 7. Bald, bald vollend' ich fleiß! O segne mein bemühen, meiner prüfung stunden. Werd' So wird das wahre wohl nicht ich im tode nur bewährt erfunmeinem wunsch entfliehen; Be- den, Wie schön verwandeln wahre mich dabei, Herr, vor dann sich meine leiden Und dem lauf der welt, Daß ich werden freuden! mein bestes wirk', Wie dir es wohlgefällt. Mel. Nun danket alle Gott. 438. Serr, höre mein gebet laß es dir gefallen! Es ist mein gan deiner bahn zu 437.3 mir ernstlich vor- wallen. Ergreife, leite, Herr, genommen, Nie auf der über- Den schwachen, der dir fleht, treter pfad zu kommen, Vor Weil seine bitte nicht Aus faldir zu wandeln, dir mich und schem munde geht. mein leben zu übergeben. Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden. ich deine wege wandeln, Wie richtig handeln! 2. Erforsche mich, sieh', ob ich's redlich meine; Gieb, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen fräften strebe, deinen willen Ganz zu erfüllen. 2. Gieb, daß ich redlich mich In jeder tugend übe; Der glaube, den du willst, Soll fruchtbar durch die liebe In wahrer heiligkeit Und guten werken sein; Drum will ich dir, Vom Christenthum. o Gort, Mein ganzes leben weihn. 3. Dies will ich, und doch macht Die schwäche meiner seele Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Das wollen hab' ich wol, Zum thun auch licht und kraft; Wie unvollkommen bleibt's Dennoch, wie mangelhaft. 335 verkehrt, In trauern seine lust, Wenn er sich nicht bekehrt; 9. Ich aber werde, Gott, Dir nicht umsonst vertrauen, Einst, wenn ich treu dir bin, Dein antlitz selig schauen und, wenn mein staub erwacht, Von deiner wonne satt, Frohlocken, daß mein herz Sich dir geheiligt hat. ( 24) 4. Du kennst mich ganz, du kannst Mich reinigen und läutern, Den geist, wenn licht ihm fehlt, mit deinem licht 439. Oft denkt mein herz, Wenn wie schwer Mel. Ich armer fünder komm' zu dir. schaft erwachen will, kannst du sei, Herr, deinen weg zu wantDurch mein gewissen ihr Ge- deln Und täglich deinem worte bieten, daß sie ruh': treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die tugend kostet müh', Denn sie besiegt die liste; Jedoch, mein Gott, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 5. Ach, darum wollest du Mich läutern, mich belehren, Der trägheit des gemüths, Der Luft zur sünde wehren, Mich, wo gefahren sind, Erschrecken, mich zum streit Ermuntern, wo dein wort zu streiten mir gebeut. 2. Die, die sich ihrer laster freu'n, Trifft ja auch schmerz hienieden; Sie sind die sclaven eigner pein Und haben keinen 6. Erhalte meinen gang Auf frieden. Der fromme, der die deinem fußsteig, leite Mit dei- lüfte dämpft, Hat oft auch ner rechten mich, Damit mein seine leiden; Allein, der schmerz, fuß nicht gleite; Mein auge mit dem er kämpft, Verwandelt laß allein Auf deine wege sich in freuden. schau'n. O hilf du mir, du bist 3. Des lasters bahn ist anMein heiland, mein vertrau'n. fangs zwar Ein breiter weg 7. Ich bin ein pilger hier, durch auen; Allein sein fort Umringt von vielen sündern; gang wird gefahr, Sein ende Ihr beispiel könnte leicht Der nacht und grauen. Der tugend tugend eifer mindern. Bewahre pfad ist anfangs steil, Läßt deinen fnecht Vor ihnen, ihre nichts als mühe blicken; Doch Lust Vergift', entweihe nie weiter fort führt er zum heil Die dir geweihte brust. Und endlich zum entzücken. 8. Bewahre mich, wenn sie, Verstrickt von eitlen lüsten, Sich ihrer fünden freu'n, Mit ihren Lastern brüsten. Des sünders zorn entbrennt, Die lüfte frei lachen wird In weinen einst zu stillen; Gott, ließest du den 4. Gott, hättest du es uns vergönnt Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und 336 Vom Christenthum. undank zu, Den frevel, dich| spott Auf diesem pfade hindern. zu fränken, Den menschenhaß, Mein wahrer ruhm ist ruhm was wärest du? Was müßt' bei Gott, Und nicht bei menich von dir denken? schenkindern. 5. Du willst, wir sollen glück- 10. Gieb, daß ich männlich lich sein, Drum gabst du uns jei im streit, Die krone wohl gefeße; Sie sind es, die das bewahre, Vergleiche mit der herz erfreu'n, Sie sind des ewigkeit Den kampf so kurzer lebens schätze. Du sprichst in jahre. Das kleinod, das der uns durch den verstand Und glaube hält, Laß neuen muth redest durch's gewissen, Was mir geben, Und zu den freuden wir geschöpfe deiner hand Flieh'n jener welt Mich oft im geist oder wählen müssen. erheben. 6. Dich fürchten, das ist 11. Erhalte mich stets unweisheit nur, Und freiheit ist's, verzagt, Wenn mir's nicht sie wählen. Ein thier folgt immer glücket, Wenn mich, so trieben der natur, Ein mensch viel mein herz auch wagt, Stets dem licht der seelen. Was ist, neue schwachheit drücket; Du da er dein eigenthum, Doch sein beruf auf erden? Die tugend üben; was sein ruhm? Dir ewig ähnlich werden. siehst nicht auf die that allein, Du siehst auf meinen willen. Was mir dein sohn verdient, ist mein: Dies kann mein herze stillen. ( 49) 7. Laß mich geschmack an deinem wort Und deiner gnade finden, So kann und werd' ich Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. laube, lieb' und auch hinfort Mich selbſt schon 440. hoffnung ist Ein überwinden. ich nur meine fraft gebrauch', So soll recht großer schmuck der seelen, ich mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das was er hat genommen. Und es darf, mein frommer christ, Dir nichts von dem allen fehlen; Wo man Gott will würdig ehren, Da muß dieser schmuck sich mehren. 2. Glaube, der auf Jesum sieht, Seine lehre frei bekennet, Dabei allen irrthum flieht, Und ihn seinen heiland nennet, Giebt der seele heil und stärke, Stets zu üben gute werke. 8. Ich streite nicht durch eig'ne fraft, Drum muß es mir gelingen; Du bist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann giebt ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehret? Und, Gott, du sollt'st ein vater sein, Der sein find nicht erhöret? 9. Mich stärke auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister; Ihn zeigte mir und ihn betrat Ja selbst mein Herr und meister. Mich müsse nie des frechen 3. Liebe muß des glaubens frucht Gott und auch dem nächsten zeigen; Liebe duldet Gottes zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet sich in allem leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. Vom Christenthum. 337 4. Hoffnung macht der liebe Und bemühen sich daneben, muth, Alle noth zu überwinden; Sie kann in des trübsals fluth Ihren anker sicher gründen; Sie kann alles uns verfüßen, Was wir hier erdulden müffen. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr' in mir den glauben! mache du den feind zu spott, Der dies kleinod denkt zu rauben, Laß das schwache rohr nicht brechen, Nichts den docht, der glimmet, schwächen. 6. Mache meine liebe rein, Laß sie ohne falsch bestehen, Flöß' mir fraft des geistes ein, Redlich stets zu werk zu gehen, Laß mich aus rechtschaff'nen trieben Dich und auch den nächsten lieben. Fromm zu sein, so lang' sie lebent. 2. Selig sind, die demuth haben und sind immer arm am geist, Rühmen nie sich eig'ner gaben, Daß Gott werd' allein gepreist, Danken ihm auch für und für; Denn das himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig sind, die leide tragen, Wenn sie göttlich traurig sind, Die beseufzen und beklagen Ihr' und andrer leute sünd', Die zum thron der gnade gehn Und vor Gott mit thränen stehn: Diese sollen hier auf erden Und auch dort getröſtet werden. 4. Selig sind die frommen herzen, Da man sanftmuth 7. Laß mich, Herr, in aller spüren kann, Welche hohn und noth Solche Hoffnung zu dir trok verschmerzen, Weichen fassen, Daß nicht leiden oder gerne jedermann, Die nicht tod Meinen geist verzagen suchen eig'ne rach', Und befehlen lassen; Laß mich nach dem Gott die sach'; Gott wird himmel schauen Und auf das selber sie so schützen, Daß sie zukünft'ge bauen. Gottes reich besigen. 8. Glaub' und hoffnung 5. Selig sind, die sehnlich hören auf, Wenn wir einst zum streben Nach gerechtigkeit und schauen kommen; Doch die liebe treu', Daß in ihrem thun und dringt hinauf Als ein ew'ger leben Nicht gewalt noch unschmuck der frommen: Dort recht sei, Die da handeln gut werd' ich vollkommen lieben, und recht, Sind aufrichtig, Mich im lieben ewig üben.( 134) fromm, gerecht, Geiz, betrug und unrecht hassen, Die wird Gott satt werden lasſen. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. Jesu lehren, 6. Selig sind, die aus erbarmen Und gefühl der fremKommt und Lernet allzumal, den noth Helfen mitleidsvoll Welche die sind, die gehören dem armen Und ihm hülfe Zu der rechten christen zah.; flehn von Gott, Dienen gern Sie bekennen mit dem mund, mit trost und rath, Und, wo Gläuben fest von herzensgrund möglich mit der that: Dieſe 22 338 Vom Christenthum. werden hülf' empfangen und deines geistes stärke Mich bebarmherzigkeit erlangen. fleiße guter werfe. ( 63) 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jeder Mel. O Herre Gott, dein göttlich wort. zeit, Die im wort und in ge- 442. Ach, höchſter Gott, zucht und heiligverleihe mir, teit: Diese, welchen nicht ge- Daß ich nur dich begehre, Und fällt Die unreine lust der welt, daß mich dein geist für und Sondern sie mit ernst vermei- für Durch dein wort neu geden, Schauen künftig Gott mit bäre, Daß ich, dein kind, Dich freuden. such' und find' In allem freuz 8. Selig sind, die friede und leiden, und keine noth, machen, Sich bemühn ohn' selbst nicht der tod, Mich möge unterlaß, Wenn in andern oft von dir scheiden. erwachen Feindschaft, hader, 2. Gieb meinem Herzen wahre streit und haß, Daß sie stiften reu', Gieb glauben, hoffnung, fried' und ruh', Helfen ihnen liebe, Daß ich das böse haff' auch dazu: Die des friedens sich befleißen, Werden Gottes finder heißen. und scheu' Und gute werke übe; Laß deinen knecht Stets schlicht und recht Nach deinem worte wandeln Und jederzeit voll freundlichkeit mit allen menschen handeln. 3. Lösch' aus in mir des fleisches lust Und pflanze Christi liebe Und heiligkeit in meine brust, Daß ich mich täglich übe, Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn Und gutes zu vollbringen, Mich von der welt, die dir mißfällt, Zu dir, mein Gott, zu schwingen. 4. Veränd're meinen stolzen sinn, Laß mich in demuth leben; Rach', neid und zorn nimm von mir hin Und Lehre mich vergeben, Wenn gleich durch list Mein nebenchrist 11. Daß ich armen helf' und Mich suchet zu betrüben: Ich diene, Immer hab' ein reines weiß ja wohl, daß man auch herz, Die in feindschaft stehn, soll Die größten feinde lieben. verfühne, Dir anhang' in freud' 5. Mein Gott, ich bitte dich, und schmerz. Vater! hilf von verleih' mir einen festen glaudeinem thron, Daß ich glaub' ben, Der standhaft, treu und an deinen sohn, Und durch thätig sei; Nichts müsse ihr 9. Selig sind, die hier erdulden Schmach, verfolgung, angst und pein, Wenn sie es nur nicht verschulden, Nur sich Gottes lieb' erfreu'n. Ist des freuzes noch so viel, Endlich sett Gott maß und ziel, Und mit nimmer welken kronen Wird er ihre treue lohnen. 10. Leite mich zu allen zeiten, Vater, hier auf dieser erd', Daß ich solcher seligkeiten Auch aus gnaden fähig werd'; Gieb, daß ich mich acht' gering', Ein zerschlag'nes herz dir bring', Sanftmuth auch an feinden übe, Die gerechtigkeit stets liebe. Vom Christenthum. 339 mir rauben! Gieb, daß in lieb'| In freud' und schmerz Dir zu Ich stets mich üb' Und hoff' gefallen streben: Dann wirst du auf deine güte, Die mich, o mir, Gott, einst bei dir Den Gott, vor schand' und spott lohn der treue geben.( 118) Auch bis in's grab behüte. 6. Nach vielem reichthum, Mel. Ich armer fünder komm' zu dir. gut und geld, Herr, laß mich ja la nicht trachten, Laß mich die 443. Silf, mir, mein Gott, hilf, daß ehren dieser welt Für leeren nach dir Von herzen mich verschatten achten, Und nie nach lange, Daß ich dich suche mit pracht, Nach großer macht Und begier, Wenn mir wird angſt großem namen streben; Laß und bange; Verleih', daß ich mich vielmehr nach Christi lehr' In wahrer demuth leben. mit freuden dich In meiner angst bald finde, Und wenn mein sinn weiß nirgends hin, So hilf du deinem finde. 7. Laß schmeicheln, list und heuchelei Mich stets mit abscheu fliehen, Und niemals mich 2. Gieb, daß ich stets mit durch gleißnerei Um menschen reu' und schmerz Mich deiner gunst bemühen; Laß ja und anad' ergebe, Hab' immer ein nein Die antwort sein, Das zerknirschtes herz, Ju wahrer kann es schon ausrichten. Recht buße Lebe, Vor dir erschein', schaffenheit mit freundlichkeit herzlich bewein' All' meine misse Kann manche sachen schlichten. thaten, Daß ich so weit durch 8. Herr, lehre mich enthalt- eitelkeit In's elend hingerathen. samkeit Vornehmlich im ge3. Die lust des fleisches Auf mich jeder zeit Vor eitlen lüsten hüte. dämpf' in mir, Daß sie nicht jeder zeit Vor eitlen lüſten hüte. überwinde, Rechtschaff'ne lieb' Des herzens grund Sei wie der und luft zu dir In meiner mund, Dem nächſten nicht zu seel' entzünde, Daß ich in noth schaden, So werd' ich nicht, bis in den tod Dich und dein wie sonst geschicht, mit schmach wort bekenne, Und mich fein und schimpf beladen. 9. Gieb, daß ich ja den truß noch eigennut Von deiner müssiggang Und alle trägheit wahrheit trenne. hasse, Dagegen mich mein lebeLang So fleißig finden lasse, Daß ich zur noth Mein täglich brod Mit ehren mög' erwerben, und wenn ich soll, fein sanft und wohl In dir, Herr Jesu, sterben. 4. Behüte mich vor zorn und grimm, Mein Herz mit sanftmuth ziere, Auch alle hoffahrt von mir nimm, Bur demuth mich anführe. Was sich noch find't von alter fünd', 10. Ach, gieb mir deinen Laß mich hinfort ablegen, Und guten geist, Daß ich die laster deinen geist, wie du verheißt, fliche Und nur um das, was Mein herz hiezu bewegen. christlich heißt, Voll eifer mich 5. Den glauben stärk', die bemühe. Laß stets mein herz lieb' erhalt, Die hoffnung 22* 340 Vom Christenthum. mache feste, Daß ich im guten munde gehen; Und fordert mein nie erfalt'; Beständigkeit ist's beruf, Herr, daß ich reden soll, beste. Den mund bewahr', daß So gieh dem worte fraft Und nicht gefahr Durch ihn mir mach' es nachdrucksvoll. werd' erwecket; Ernähr' den leib, doch daß er bleib' Von wollust unbeflecket. 4. Entsteht gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen heldenmuth, Das schwerste freuz zu tragen; Hilf, daß ich meinen feind Mit sanftmuth überwind', Und wenn ich rath bedarf, Auch rath und hülfe find'. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch schmeichelei Und ehrgeiz werd' verführet; Lieblosigkeit, haß, zank und neid Laß nie in mir regieren; Nur Christi finn sei mein gewinn, Den laß mein leben zieren. 5. Laß mich mit jedermann n fried' und freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An reichthum, gut und geld, So gieb auch, daß dabei Kein ungerechtes gut In meinen händen sei. 7. Hilf, daß ich folge deinem rath, Nie von der wahrheit trete, Den armen helfe mit der that, Für freund' und feinde 6. Soll ich auf dieser welt bete, Dien' jedermann, so viel Mein leben höher bringen, ich kann, Das böse haff' und Durch manchen sauern tritt, meide, Nach deinem wort an In's hohe alter dringen: So allem ort, Bis ich von hinnen gieb geduld, vor sünd' Und scheide. schande mich bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit ehren ( 63) graues haar. 7. Laß mich auf Christi tod Einst froh von hinnen scheiden, Die seele nimm zu dir In deine himmelsfreuden. Gieb mir für meinen leib Ein ungestörtes grab, Und daß er seine ruh' Bei frommen christen hab'. 444. Gott, du from mer geber aller gaben, Durch welchen alles ist, Von dem wir alles haben! Gesunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein unbefleckt gemüth Und rein gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit 8. Wenn du die todten wirst fleiß, Was mir zu thun ge- An jenem tag' erwecken, Wo bühret, Wozu mich dein befehl der posaunen schall Den fünder In meinem stande führet; Gieb, wird erschrecken, Dann führe daß ich's thue bald, Zu der meinen leib, Dem leibe Christi zeit, da ich soll, Und, wenn gleich, Verklärt und neu beseelt, ich's thu', so gieb, Daß es ge- Hinauf in Jesu reich.( 63) rathe wohl. Womit ich kann beſtehen, Laß 445. Gott, der du mir 3. Hilf, daß ich rede stets, Mel. O Gott, du frommer Gott. erzallerliebster fein unnützes wort Aus meinem Vom Christenthum. 341 dieses leben, Leib, seele und ver- Laß meinen fuß nie gleiten; nunft Aus gnaden hast gegeben, Du wollest meine burg Und Regiere du mich selbst Durch schutz in nöthen sein Und mir deinen guten geist, Daß er in in meinem amt Stets reiche meinem thun Mir hülf' und kraft verleihn. beistand leist'. 8. Bulegt erlöse mich Von 2. Hilf, daß ich allezeit Des allem freuz und leiden, Und fleisches lüste meide, Hingegen wenn ich soll einmal Aus dierecht mit ernst Des geistes sem leben scheiden, So halte werke treibe Und gute ritter- du mich selbst Bei deiner rechschaft Ausübe, dir getreu, In ten hand Und führe mich hinHoffnung immer start Und fest auf In's wahre vaterland. gegründet sei. 3. Gieb, daß ich als ein chrift, Wie christus, mich be- 446. Shun Nach deiMel. Nun dantet alle Gott. err, lehre du mich zeige, Und stets mein ganzes herz Zu seiner lehre neige. Im nem wohlgefallen; Laß mich im glauben stärke mich, Daß ich geiste schon Bei dir im himmel der argen welt Nicht folge, wallen; Dein heil'ger, guter wenn sie mich Von deinem geist Führ' mich auf eb'ner wort abhält. bahn Und gebe, daß mein lauf Dir wohlgefallen kann. 4. Entzünde du mein herz Mit deiner wahren liebe Und 2. Gieb, daß ich stets durch gieb, daß ich zugleich Am näch- ihn Im glauben stärker werde sten liebe übe; Verleihe mir| Und jederzeit mich selbst, Die geduld, Wenn trübsal bricht lust und pracht der erde Durch herein, Und laß mich ja im glück Nicht übermüthig sein. ihn verleugnen mag; Laß mich von heuchelschein, Verstellung, laulichkeit Und list entfernet sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Damit ich über mich, Herr, deinen segen bringe. Wer nach dem ewigen Vor allen dingen tracht't, Der wird auch wol mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 3. Laß mich, Herr, meinen gang, Mein denken, reden, tichten Und alle handlungen Nach deinem worte richten; Gieb, daß ich jederzeit Voll reiner lieb' und treu', Mein vater, gegen dich Und meinen nächsten sei. 6. Haß, falschheit, lügen, neid Und heuchelei im leben Laß ja an mir nicht sein; Nach demuth laß mich streben. List, unrecht, frevel, geiz Und unbarmherzigkeit Entferne du von mir, O Gott, zu aller zeit. 4. Gieb, Herr, daß ich zuerst Bei jeder that bedenke, Ob's recht sei, so zu thun, Und ob ich dich auch kränke; Ob mein verderbtes herz Von böser ab7. Mit deiner rechten hand, sicht frei, Und deines namens Herr, wollest du mich leiten ruhm Mein höchster endzweck Und schützen tag und nacht; sei. 342 Vom Christenthum. 5. Ob ich mich täglich mehr| Mel. O Gott, du frommer Gott. Bon dir erneuern lasſe, b447. Gieb mir ein from= auch mein herz dich stets mes herz, Du glauben fester faffe, Ob es die geber aller gaben! Das soll feligkeit Mit furcht und zittern mein reichthum sein, Den wünsch' schafft Und denkt, wie leicht ich mir zu haben; Das soll der tod Uns von der erde rafft. sein meine lust, Mein schmuck, 6. Hilf, was dahinten ist, mein eigenthum; Denn fromm Von herzen zu verachten, Und sein bringt vor dir Und allen laß mich stets mit fleiß Nach engeln ruhm. jenem kleinod trachten, Das 2. Gieb mir ein frommes du mir vorgesteckt; Laß deine herz In allem meinem denken. gnad' allein Mein allerhöch- Will sich mein eitler sinn Zu ftes gut Und größte freude manchem bösen lenken, So fein. schrecke du mich ab Durch deines geistes zucht, Daß er das böse flieht Und nur das gute sucht. 3. Gieb mir ein frommes herz, Das sich nicht läßt verführen; Laß deinen guten geiſt Dasselbe kräftig rühren. Herr, laß mich nimmermehr Auf böjes beispiel sehn, Vielmehr mit aller treu' Auf deinen 7. Was du mir auferlegt, Laß mich geduldig leiden, Laß mich die missethat Mit größtem ernste meiden Und denken, daß, o Herr, Dir nichts verborgen ist, Und daß du überall Selbst gegenwärtig bist. 8. Laß keine fünde je, Herr, deinen zorn entzünden, und mich bei dir stets heil, Trost, wegen gehn. schutz und segen finden; Laß mich mit freuden thun, Was mir dein wort gebeut, Und bei dem haß der welt Schenk' mir beſtändigkeit. 4. Gieb mir ein frommes herz! Wenn ich viel böses höre, Daß die gewohnheit nicht Mich auch zuletzt bethöre, Schließ' meine ohren zu; Gieb deinem worte kraft, Das sagt: Gott fordert auch Von worten rechen9. Hilf, daß ich stets auf dich, Als meinen felsen, baue Dir jederzeit allein In noth schaft. und tod vertraue. Du kennest 5. Gieb mir ein frommes mehr, als ich, Die sorge, die herz, Wenn ich die welt bemich plagt, Sorgst aber auch trachte, Daß ich die fündenlust für mich, Wie du mir zugesagt. 10. Dein wort und sacrament Laß hier die seele speisen, Bis ich dich einstens dort Mit allen engeln preisen Und völUnd eitelkeit verachte. Es muß die schnöde welt Mit ihrer luft vergehn, Den frommen aber bleibt Der himmel ewig stehn. 6. Gieb mir ein frommes lig rühmen kann Für deine herz, Daß ich fromm sei und gütigkeit, Wenn mich vor deinem thron Dein ewig licht erfreut. bleibe Und nur, was dir gefällt, Tief in die seele schreibe. Heut' fromm sein, morgen Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 343 nicht, Ist unbeständigkeit; Bald| reue, qual und straf' Mit recht gut's, bald böses thun, Führt den fünder plagt. nicht zur seligkeit. 7 Gieb mir ein frommes herz, Daß ich nicht von dir weiche, Noch der verderbten welt In ihren sünden gleiche; Laß mich in meinem thun Von allen sünden rein Und dir, mein Gott, getreu Bis an mein ende sein. 9. Gieb mir ein frommes herz, So kann ich selig sterben, So kann ich als dein find Das himmelreich ererben; Im himmel wird ja einst Die frömmigkeit gefrönt; Was schadet's, wenn man sie Gleich hier auf erden höhnt? 10. Gieb mir ein frommes herz! Wenn du mir das wirst 8. Gieb mir ein frommes geben, So will ich dankbar herz, So wird mir's wohl er- sein In meinem ganzen leben, gehen, Du wirst mein beistand So wird mein herz und sinn ſein, Wenn unglückswinde Sich schwingen hin zu dir; wehen; Den frommen ist ja Drum bet' ich noch einmal: Ein schutz Und hülfe zugesagt, Benn frommes herz gieb mir!( 105) 23. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. a. Von der Ergebung und Aufopferung an Gott. immer wohnt nicht in der brust Die wahre frömmigkeit. 5. Nun aber fühlt es angst und reu', hat seine schuld erkannt Und träget jetzt bor allem scheu, Woran es lust empfand. 2. Gieb mir, mein sohn, 6. Hier fällt und liegt es dein herz, sprichst du, Das ist dir zu fuß Und flehet: schlage mir lieb und werth: Das ist zu! Zerfnirsch' es, vater, daß der tempel und die ruh', Die ich buß' Rechtschaffen vor dir Gott mit recht begehrt. thu. Mel. Nun sich der tag geendet hat. 448. Meir ein Gott! das herz ich bringe dir Zur gabe und geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 3. Nun ja, mein bater, 7. Zermalme meine härtignimm es an, Dies herz, ver- feit, Erweiche meinen sinn, Daß acht' es nicht; Ich bringe es, so gut ich kann, Hin vor dein angesicht. ich in seufzer, reu' und leid Und thränen fast zerrinn'. 4. Zwar ist es voller sündenlust Und voller eitelkeit; Noch 8. Dann wasche mich, Herr Jesu Christ, Mit deinem theuren blut. Ich gläub', daß du 344 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. gekreuzigt bist Der welt und mir zu gut. 18. Hilf, daß ich sei von herzen klein, Auf Christi sanftmuth 9. Stärk' meine schwache seh', Nach seinem bilde nur glaubenshand, Daß ich ergreif' allein Mich selbst erniedrige. dein blut, Als der vergebung unterpfand: Dies macht ja alles gut. 19. Hilf, daß ich sei von herzen gut, Doch buße thu' dabei, Und so in meines Jesu 10. Schent' mir nach deiner blut Dir wohlgefällig sei. Sefushuld Gerechtigkeit und 20. Nimm ganz, o Gott, heil; Nimm von mir meiner zum tempel ein Mein herz hier sünden schuld Und meiner stra- in der zeit; Ja laß es auch fen theil. dein wohnhaus sein In jener ewigkeit. 21. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin; Brauch's, wozu dir's gefällt. Ich weiß, daß ich der deine bin, Der deine, nicht der welt. 11. Laß mich durch dich verföhnet sein, Zieh' deinen schmuck mir an, Daß ich von allen jünden rein, Vor Gott bestehen fann. 12. Gott! heil'ger geist! nimm du auch mich In die gemeinschaft auf; Ach leite du mich gnädiglich Im ganzen lebenslauf. 13. Erleuchte, bess're deinen knecht, Schenk' mir des glaubens kraft, Und so mach' mich vor Gott gerecht Zur guten ritterschaft. 14. Hilf, daß ich sei von herzen treu Im glauben meinem Gott; Nie mache mich im guten scheu Der welt list, macht und spott. 15. Hilf, daß ich sei von herzen fest In hoffnung und geduld, Daß, da du, Herr, mich nicht verläßt, Mich tröste deine huld. Mel. O Herre Gott, dein göttlich wort. 16. Spilf, daß ich ſei im her- 449. Hier ist mein herz, es Gott, hin, Dir hab' ich mich ergeben! Was welt heißt, schlag' ich aus dem sinn Und alles eitle leben. Ihr thun und tand Hat nicht bestand, Das werd' ich täglich innen; Drum schwingt und reißt mein freier geist Sich ganz zu Gott von hinnen. zen rein Und lebe deinem ruhm; Die ganze seele dir zu weihn, Das sei mein chriſtenthum. 22. Die welt soll nun und nimmermehr Gewinnen dies bei mir; Sie droh' und lock' auch noch so sehr, Daß ich soll dienen ihr: 23. In ewigkeit geschieht es nicht, Du böse falsche welt! Gottlob! bei mir hat fein gewicht, Was dir so wohl gefällt. 24. Weg sünd' und welt! euch geb' ich nicht mein herz nur, Jesu, dir Ist dies geschenke zugericht't, Behalt' es für und für. ( 127) 17. Hilf, daß ich lebe schlicht und recht, Aufrichtig, wie ein find, Daß meine wort' und werke recht In einfalt redlich sind. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 345 2. Gott ist mein allerbestes 7. Nur weg, was schnöd' und gut, Nach ihm steht mein ver- flüchtig ist! Ich laß es alles Langen. Ach, könnt' ich nur fahren. Weil du mir, Gott, mit frohem muth Beständig ihm anhangen! Ach, wär' mir doch Das sündenjoch Nur völlig abgenommen! Könnt' ich einmal in jene zahl Der auserwählten kommen! im herzen bist, Wirst du mein herz bewahren, Daß es die pracht Der welt veracht't. Laß mich nur dich verlangen; Laß meinen muth, o höchstes gut! Nur einzig dir anhangen.( 44) 3. Vergebens sucht man in der welt, Ein dauernd gut zu finden, Da und was sie in sich hält, wie rauch und 450.De vir will ich mich ein bin wind verschwinden. Wer Gott erwählt, An ihm sich hält, Nur Zum opfer ganz ergeben; Rechtder weiß, wem er trauet; Denn schaffen, fromm und rein will ewig steht und nie vergeht Der ich Vor deinen augen leben. fels, auf den er bauet. Wie könnt' ich eines andern sein? Ich bin ja durch die schöpfung dein, Und dein durch die erlösung. 4. Wie thöricht hab' ich doch gethan! Den dingen dieser erden Hing ich mit großem eifer an, Die doch zu nichte werden. Jetzt sieht mein blick, Daß all ihr glück, So schön es scheint, nur fränket, In seelennoth, und nach dem tod In höllenpein, versenket. 2. Ich fiel und wandte mich von dir Zur finsterniß vom lichte, Doch wandtest du dich, Gott, zu mir Mit deinem angesichte; Erbarmen war dein angesicht, Mich von der finster5. Mein Gott, die sünde niß zum licht, zu dir zurück hat allein Mein herz so sehr zu rufen. bethöret; Die fünde nahm die 3. Dein, Herr, dein ist barmsinne ein Und hat sie ganz ver- herzigkeit, Du liebest selbst die tehret; Drum ließ ich mich So williglich Von dir, mein schöpfer, trennen: Ich bitte dich, ach, laß es mich mit wahrer reu' erkennen. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. sünder. Seid, rufst du, gänzlich mir geweiht Und meiner gnade finder! Bekehret euch und fasset muth! Dort fließet das versöhnungsblut, Von sünden euch zu waschen. 6. Gieb, vater, daß mein herz und sinn Nur nach dem 4. Dein sohn erniedrigt sich himmel trachte. Wenn ich mit und stirbt, Damit wir gnade dir vereinigt bin Und keine finden, Trägt unsre strafen und weltlust achte, Kannst du allein erwirbt Vergebung unsrer sünMein herz erfreu'n; Denn du, den. Mein Gott, nun bin ich mein heil und leben, Rannst jederzeit, was mich erfreut, Hier und dort ewig geben. wieder dein; O laß mich keines andern sein! Dein sohn ist auch mein heiland. 346 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, Herr, als ich soll: Mein herz, mein mund, mein wandel sei Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot, Ihm ist's nicht last, nicht pein; Drum gieb auch mir die fraft, o Gott, Gehor6. Dies wirke, Gott, dein geist in mir; Ich habe kein sam dir zu sein. vermögen, Die sünd' und alles, 7. Was du gebeutst, ist für Gott, was dir Verhaßt ist, uns gut; Du willst nur unser abzulegen. Hier ist mein herz, heil. Wohl dem, der deinen nimm ganz mich hin, Und gieb mir einen neuen sinn, Damit ich dir gefalle. 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum ruhm Erfauft mit seinem leiden, Will ich mich, Gott, dein eigenthum, Von dir nie wieder scheiden; Gekreuzigt werde mir die welt, Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte, Besteh' einst mit der kleinen schaar Der frommen im gerichte, Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine gnad' und treue mich Gerecht und selig machte. ( 24) willen thut! Du bist sein trost und theil. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn, Und selbst in traurigkeit Schmeckt er, dir, höchster, zugethan, Trost und zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmt er den himmel ein: Herr, laß nach dieser seligkeit Mein ganz be= streben sein. Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. 451. b, 452. Gott der treue! ch nahe mich, du ch o Gott! dein eigenthum. Du schufft mich, dein zu sein, Mein ganzes leben dir zum ruhm Und deinem dienst zuweihn. Zu deinem thron voll andacht hin; Dir übergeb' ich mich auf's neue Mit allem, was ich durch 2. Du gabst mir den ver- dich bin. Mein größtes glück, nünft'gen geist, Bewundernd mein größter ruhm Ist dies: einzusehn, Wie dich, Herr, ich bin dein eigenthum. deine schöpfung preist, Mit ihr dich zu erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Mein schöpfer dir, nur dir zu leben, Fern von den 3. Was um mich ist, ver- lüsten dieser zeit, Sei stets mein tündigt mir, Gott, deine herr- eifrigstes bestreben In dieser lichkeit; Zu ihrem preise reizt furzen prüfungszeit; Der fünde mich hier Selbst jede jahreszeit. todt und todt der welt, Thu' 4. Und ich, ich sollte fühllos ich nur das, was dir gefällt. sein? Ich rühmte, Herr, dich 3. Dich, Gott, dich will ich nicht? Ein herold deines ruhms findlich lieben, Nie knechtisch zu sein, Bleibt meine größte pflicht: nur das böse scheu'n; Von deinem guten geist getrieben, Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 347 Soll deine furcht mir heilig sein;| mich das leiden dieser zeit, So In sorgenvoller traurigkeit Sei bist du doch, o Gott, mein mein vertrauen dir geweiht. heil Und meines herzens trost und theil. 4. Dein wort, mir mehr, denn honig, süße, Das mir ein 10. Will mein gewissen mich ewig heil verspricht, Sei mir verklagen, Und drückt mich die leuchte meiner füße, Sei meine sündenlast, So denk' ich, aller meiner wege licht. Dein Jesu, deiner plagen, Die du für ruhm und deine ehr' allein Soll meiner thaten endzweck sein. mich erduldet hast. Mit glaubensvoller zuversicht Flieh' ich zu dir, du läßt mich nicht. 5. Mein leib, von dir erbaut, sei wieder, Mein Gott, 11. Du hast, Herr Jesu, zur wohnung dir geweiht; Dir durch dein leben, Ein tugendübergeb' ich meine glieder zu lehrer uns zu sein, Das beſte waffen der gerechtigkeit; Ge- beispiel uns gegeben; Auf dich, sicht, gehör und jeden sinn Geb' auf dich seh' ich allein. Du ich dir, Gott, zum opfer hin. rufest uns: ,, kommt, lernt von mir!" Auch mich rufst du, ich folge dir. 6. Erhab'ner schöpfer, jenes wesen, Das mich belebt und in mir denkt, Von dir zu ewigkeit erlesen, Sei wiederum dir ganz geschenkt. Gestärkt von dir mit muth und kraft Befieg' ich jede leidenschaft. 12. Gott, heil'ger geist, du geist der stärke, Der in uns alles gute schafft! Gieb zur vollbringung guter werke Das wollen selbst durch deine kraft. 7. Fern von der ehrsucht Mein ganzes herz sei dir ge eitelm triebe, Ohn' eigennuß weiht, Schmück' es mit glauund falschen schein, Will ich, bensheiligkeit. gereizt durch pflicht und liebe, In guten werken fleißig sein; Und träfe mich auch haß und spott, So bleib' ich doch an dir, mein Gott! 13. Werd' ich nach deinem wohlgefallen, Durch meine ganze lebenszeit, Als christ rechtschaffen vor dir wallen In glauben und gerechtigkeit, Dann bist du, Gott, mein freund, mein schutz, Mit dir biet' ich der hölle truß; 8. Das böse muthig zu betämpfen, Das in mir ist und außer mir, Der Leidenschaften macht zu dämpfen, Dies, heiligster, versprech' ich dir; Und zeigt sich mir gelegenheit Zur sünde, so entflieh' ich weit. 9. Soll ehr' und reichthum mir zufließen, So will ich sie mit dankbarkeit Und mäßig ohne stolz genießen; Drückt herrlichkeit. 14. Schon selig bin ich dann im hoffen, Und wenn sich einst mein auge schließt, Seh' ich auch mir den himmel offen, Der mir den bittern tod versüßt: Dann führet mich nach kampf und streit Mein heiland in die 348 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. b. Von der nöthigen Wahrnehmung der Gnade und der Gnadenzeit. 6. Soll diese gnade dazu dienen, Daß man bei sünden sicher 453. ie theuer, Gott, sei? Macht Jesu blutiges verist deine güte, sfühnen Auch rohe, sich're sünder Die alle missethat vergiebt, So- frei? Dann müßt' er ja durch bald mit reuigem gemüthe Ein kreuz und pein Ein sündensünder, was er sonst geliebt, diener worden sein. Erkennt, verdammt und ernstlich haßt Und zuversicht zu Jefu faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, Daß ich sie meiner beff'rung weih'. 7. Soll uns die gnade schlimmer machen, Die doch auf unsre beff'rung zielt? Nein, laßt uns beten, flehen, wachen Und eifrig thun, was Gott befiehlt. Gott, der die sünden uns vergiebt, Verdient, daß man ihn ehrt und liebt. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 3. 3war, deine gnade zu verdienen, Sind reu' und bess'rung viel zu klein, Doch darf sich auch ein mensch erkühnen, 3u glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er das, was dir mißfällt, liebt und sich der sünde noch ergiebt? 4. Nie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd fort in fünden lebt; Der kann tein herz zu Jesu fassen, Der sein verdienst zwar hoch erhebt, Doch in der sünde noch beharrt, Dafür der Herr ein opfer ward. 5. Kann man sich wol mit dir versöhnen, Und doch mit dir in feindschaft stehn? Das heißt dich spotten, dich verhöhnen. Wie wird es nun dem sünder gehn, Der gern im dienst der fünde steht, Und doch zu dir um gnade fleht? 8. Dem, der die fünden uns vergeben, Und dem, der selbst für uns gebüßt, Dem müssen wir zur ehre leben, Bis unser leben selbst sich schließt. Gott macht durch Christum mich gerecht, Drum bin ich sein und Christi knecht. 9. Wohl mir! nun bin ich erst im stande, 3u leben, wie es Gott gefällt, Nun sind der sünde schwere bande, Die andre noch gefangen hält, Mir abgenommen, ich bin frei, Vor Gott gerecht und ihm getreu. 10. Im glauben thu' ich gute werke; Im Herrn hab' ich gerechtigkeit; In ihm hab' ich auch kraft und stärke, Zu thun, was mir sein wort gebeut. Die liebe Christi dringet mich, Drum leb' ich ihm, ihm sterbe ich. 11. Herr, dir will ich von nun an leben, Dir, der du missethat vergiebst, Das hassen, was du mir vergeben, Das Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 349 lieben, was du selber liebst. 6. Willst du mich länger Laß mich von allen sünden leben lassen, So laß es mir rein Und durch dich fromm zum heil geschehn; Doch soll und heilig sein. ich heute noch erblaffen, So höre, bater, auf mein flehn: Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. Sei, wenn mein herz im tode 454. Duerr und vater bricht, Mein trost und meine meiner tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches find, Den tod in meinen gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sei bereit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborg'nes ziel bestimmt, Und daß die zeit, die mir gegeben, Vielleicht gar 455. Menschen, unser bald eilt, flöße mir die weisheit ein, Stets auf mein heil bedacht zu sein. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin. Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; Sei nur mein trost, so g'nüget mir.( 144) mer eilt es underweilt; Wie im flug eilt es davon, Und bald ist es ganz entflohn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von fünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen Und Rechnet noch der jahre viel; um den himmel zu bemühn: 2. Unachtsam auf seine pflicht Merket dies der jüngling nicht, Sieht vor sich ein fernes ziel, 3. Ihm dehnt sich die kurze mache mich dazu geschickt, zeit Aus zur langen ewigkeit; Eh' mich der tod der welt Aber schaut der greis zurück, entrückt. Dünkt sie ihm ein augenblick. 4. Nicht auf der erde, nein, nur droben Bei dir, Gott, meiner seele theil! Ist mir das beste aufgehoben, Dort ist für mich vollkomm'nes heil: Da, wo mein schaß ist, sei mein herz, Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen sünden abzusterben, zu leben der gerechtigfeit, Um einst dein himmelreich zu erben, Dazu laß meine sterblichkeit Mir stets, mein Gott, vor augen sein Und deiner hülfe mich erfreu'n. Mel. Nun kommt der heiden heiland. 4. Leicht entflieht ein dunkler traum, Leicht zerschmilzt des wassers schaum, Steigend noch zergeht der rauch: So ist unser leben auch. 5. Selbst von glück und freuden reich Ist es doch nur blumen gleich; Die man früh noch prangen sieht, Sind am abend schon verblüht. 6. Ungestüm und ohne ruh' Stürzt ein strom dem meere zu: Wenn dich stolzer wahn erfüllt, Schau' in ihm, o mensch! dein bild. 350 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 7. Schau', wie feine welle 17. Wenn nun seine stunde bleibt, Eine stets die andre kömmt, Wird er nicht von treibt, Sie verschlingt das volle angst beklemmt, Daß er nicht meer: Hier ist keine wiederkehr. sein heil bedacht, Und sein lauf 8. So vertreibet immerdar ist wohl vollbracht. Dieses jahr das nächste jahr, Und das letzte eilt herbei, Eh' 18. Wohl ihm! er entschläft int Herrn, Stirbt getrost, geman merkt, wie nah' es sei. lassen gern, Und schaut, Gott, 9. Auch auf stunden habet in deinem licht Ewig dort dein acht. Wirket gutes, denn die angesicht. ( 49) nacht Kommt und rücket schon heran, Wo man nichts mehr Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. wirken kann. 456. err, ich hab' durch deine treu' Mir zum heil noch zeit in händen; Gieb, daß ich sorgfältig sei, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur 11. Die ihr eure zeit ver- gruft Deiner vorsicht wink mich träumt, Sie in träger ruh' ver- ruft? säumt, Sie im eiteln tand verderbt, Weh' alsdann euch, wenn ihr sterbt! 10. Jetzt noch währt der tag des heils; Trefft die wahl des besten theils, Stellt euch dieser welt nicht gleich, Seid an guten werken reich! 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die uns zugezählten stunden; Eh' man's denkt, sind 12. Der versäumniß eurer sie dahin Und auf ewig uns pflicht Folgt im göttlichen ge- verschwunden. Niemals fehrt richt, Wenn der tod euch hin- ein augenblick Uns zum heil gerafft, Eine strenge rechenschaft. davon zurück. 13. Aber wachsam ist der christ, Dem sein heil recht wichtig ist; Eingedenk der ewigkeit Kauft er sorgsam seine zeit. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein Gott, doch nie vergessen, Wie unschätzbar sei die zeit, Die du hier uns zugemessen, Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 14. Jede stunde, da sein geist Sich der erde mehr entreißt, Bleibet, flieht sie schon dahin, Ihm ein ewiger gewinn. 15. Jede stunde, wo er nüßt, Waisen beispringt, witt wen schützt, Arme speist, die dauert dort Stets in ihrem lohne fort. 16. Wohl dem, der an Jesum gläubt, Männlich kämpft, sein fleisch betäubt, Seine zeit zu müßen strebt, Gott und seinem nächsten lebt! 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh' die zeit des heils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis, Noch die stunden auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld Trage mich, Gott, nicht vergebens. Ach, vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 351 wohl nicht gebraucht so, wie| ende wär' auch fern, Sei fromm ich soll. und wandle vor dem Herrn. 6. Laß mich meine besserung 5. Mit jedem neugeschenkten Für mein hauptgeschäfte achten, morgen Erwecke dich zu dieser Und nach meiner heiligung Mit pflicht, Sprich: dir, o Gott, so treuem eifer trachten, Als ist nichts verborgen; Ich bin erwartete noch heut' Mich ge- vor deinem angesicht Und will, richt und ewigkeit. mich deiner huld zu freu'n, Mein leben gern der tugend weihn. 7. Deine gnade steh' mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an guten früchten sei Und dem nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein ende da, so sei mit trost mir nah'.( 32) 6. Erleucht' und stärke meine seele, Weil ohne dich sie nichts vermag! Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt! 7. Wohl wenn ich aus 457.en tagen, Die du allen kräften Nach Gottes reiche hier lebst, v mensch, herbei. Er- hier gestrebt, In gottgefälligen tauf' die zeit und, statt zu kla- geschäften Hier meine tage gen, Sie sei zu kurz, gebrauch' durchgelebt, Und einst im glaufie treu! Nimm mit erkennt- ben sagen kann: Du nimmst lichem gemüth Der nahen stunde mich, Herr, zu ehren an! wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eitlen fleinigkeiten, Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten Und wirfst so sicher jahre weg. Bist du, zu fühner sterblicher, Des nächsten augenblickes herr? 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du, herzenskündiger. In deine treuen vaterhände Befehl' ich meinen geist, o Herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt.( 101) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 3. Ein ewig glück einst zu Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. beſitzen, Sollst du die kurze 458. Großer schöpfer, zeit, Gieb doch, daß ich bis an's ende Von der kurzen sterblichkeit Reinen augenblick verschwende, Gieb, daß jeder glockenschlag Mich daran erinnern mag. weislich nüßen Und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh', eins ist noth! was säumest du?" 4. Drum eile, rette deine seele, Und denke nicht: ein andermal! Sei wachsam, bet' und überzähle Der menschen tage kleine zahl. Gesetzt, dein blitz, der schnell verschwunden. 2. Ach, wie flügelschnell verstreicht Jahr und tag und zeit und stunden! Wie ein rauch, der bald entweicht, Wie ein 352 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. Manche zeit ist so vollbracht,| Ach, so mache mich beceit, Daß Daß sie mich jetzt traurig macht. ich kann vor dir bestehen, Mach' 3. Gnade, Herr, ich fleh' zu durch deines sohnes blut, Grodir, Denn von den vergang'nen ßer Gott, mein ende gut. stunden, Ich gesteh' es, ist auch 10. Nun so sei kein augenmir Manche ungemußt ver- blick Von der edeln zeit verschwunden, Ja, entheiligt manche schwendet, Wie im unglück, so zeit, Die noch jetzt mein herz im glück Sei sie nüßlich anbereut. gewendet. Gieb, Herr, daß mich meine zeit, Wenn ich sterbe, nicht gereut. ( 107) 4. Dir sei preis, du schenfest mir Seßt noch zeit und raum zur buße, Nun ich komm' und falle dir Mit gebet und flehn zu fuße. Mach' doch alles 459. Wie ein abler fliegt wieder gut, versöhnungsblut. zur entschwindet unsre zeit. Eh' 5. Laß mich die verlor'ne wir's merken, sind wir greife zeit Oft mit wahrer reu' be- Und sind nah' der ewigkeit. trachten, Laß mich mit behut- Ach, mit ernst im angesichte samkeit Die vorhand'ne höher Ruft der tod uns zum gerichte, achten, Besser, als bisher ge- Und verwerfung oder heil Wird schehn, Und vergieb mir, was dort ewig unser theil. versehn. 2. Seele, wiss' es nicht vergebens: Klein ist meiner jahre zahl. That'st du jeden schrift des lebens Mit bedachtsamkeit und wahl? Säume nicht, dich selbst zu richten, Forsche nach des glaubens früchten, Frage: bin ich auch bereit, Wenn Gott ruft zur ewigkeit? 3. Nah' bin ich vielleicht dem ziele Meiner kurz gemess'nen bahn, Willst auch du dich, wie so viele, Diesem ziel mit leichtsinn nahn? Sieh', es ist von 8. Bleibt mir nur die ewig- meinen jahren Wieder eins dafeit Stets im herzen und ge- hin gefahren. Sind noch viele danken, Werd' ich im gebrauch jahre mein? Oder wird's das der zeit Nie von meinen pflichten wanken, Und ich wend', so gut ich kann, Jeden tag mit nußen an. legte sein? 4. Wie ein schiff von starken winden Fortgerissen, ist's entflohn; Mit ihm stehn mun meine fünden Alle vor des richters thron, Auch, was ich gethan, 9. Muß ich endlich aus der zeit In die ewigkeit hingehen, 6. Wozu künftig mir die frist, Die du mir noch zu gemessen, Von dir eingeräumet ist, Herr, das laß mich nie vergessen. Künftig einst ist keine zeit, Sondern es ist ewigkeit. 7. Viele gehn den lastersteg, Weil sie nicht die stunden zählen; Wer sie zählt, wird nicht den weg, Der zum himmel führt, verfehlen: Und nach dem gebrauch der zeit Richtet dort die ewigkeit. Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 353 den willen Meines Gottes zu verhieß, Mir, so wie ich bin, erfüllen; Selbst, was ich bisher gedacht, Alles ist vor Gott gebracht. gewiß? 6. beginn' ein neues leben, Fang' es diesen tag noch 5. Wäg' ich selbst von jedem an, Ernstlicher sei dein bestretage Meine sünd' und tugend ben, Richtiger sei deine bahn! ab, D, wie steigt dann hier Laß dies jahr nicht auch, mit die waage, O, wie sinkt sie dort sünden Schwer belastet, dir hinab! Kann ich so vor Gottes verschwinden, Nußze redlich throne Freudig stehen? ist die deine zeit, Seele, für die ewigfrone, Die den frommen Gott feit. C. Von der Nachfolge Gottes und Chrifti. Mel. Wer nur den lieben Gottschaft wieder bringt, Wenn, läßt walten. da dies recht von uns verloren, Man hiernach nicht im glauben ringt, Wenn nicht sein geist uns neu gebiert, Und man kein heil'ges leben führt? 5. Was hilft doch dem wol Christi lehre, Der lehren der vernunft nur hört, Die schrift verwirft aus eitler ehre, Durch 2. Wohl dem, der ihn zum eigendünkel sich bethört? Ein licht und wege Erwählet und christ, der die verleugnung ehrt, ihm folget nach Auf der ver- Folgt dem nur, was ihn Chrileugnung schmalem stege, Da- stus lehrt. bei nicht scheuet Christi schmach, Nie von der bahn der tugend weicht Und so des glaubens ziel erreicht. 6. Was hilft uns Christi thun und leben, Was demuth, lieb' und freundlichkeit, Wenn wir dem stolz und haß ergeben Und schmähen seine heiligkeit? Was hilft's, nur mit dem mund allein Und nicht im werf ein christ zu sein? 460.2 Lohl dem, der sich mit ernst bemühet, Daß er ein jünger Christi sei, Der Christum als sein kleid anziehet Im glauben, und durch ihn wird frei, Der Christum stets zum zweck sich setzt, Ihn über welt und himmel schätzt. 3. Was hilft es sonst, daß er empfangen Und fleisch und blut theilhaftig ward, Wenn er sich auch nicht auf verlangen Durch's wort dem glauben offenbart? Dein Jesus kehrt nicht bei dir ein, Dein herz muß erst geändert sein. 4. Was hilft's, daß Christus uns geboren Und uns die kind7. Was hilft uns Christi angst und leiden, Wenn man nicht will an's leiden gehn? Nur nach der pein sind süß die freuden, Auf regen scheint die sonne schön. Wer nicht den 23 354 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. alten menschen kränkt, Dem held, Folgt mir, ihr christen wird die trone nicht geschenkt. alle! Entfesselt euch von sünd' 8. Was hilft uns Christi tod und sterben, Stirbt man nicht auch sich selber ab? Man liebt sein leben zum verderben, Führt man die sünd' nicht in ihr grab. Es sei dir Christi tod ein bild, Wenn du dir selbst nur leben willt. und welt, Sorgt nur, was mir gefalle! Ich litt für euch, und ihr seid mein, Drum sollt ihr mir auch ähnlich sein. 2. Kommt, meine sanftmuth zeigt sich euch In allen meinen lehren! Kommt, meine liebe reize euch, Vertrauend mich zu hören. Wißt, wenn ihr buße thut und glaubt, Daß euern trost kein tod euch raubt. 9. Was hilft sein lösen und befreien, Wo man nicht bleibt im bunde stehn? Was hilft, Herr, Herr und meister schreien, 3. Ich bin ja das wahrhafte Wenn man will stets zurücke licht, Bei mir ist heil und sehn? Was hilft's doch, daß man sich verfühnt, Wenn man noch welt und sünden dient? leben; Wer mir nur folget, der darf nicht Bei jedem schritte beben; Er wandelt nicht in finsterniß, Kennt seinen weg und geht gewiß. 4. Der glaub' ist euch ein sich'rer pfad zu himmlischen gefilden; Doch wer den wahren glauben hat, Muß auch nach mir sich bilden, In liebe wandeln, gern verzeihn, Mitleidig, mild und friedlich sein. 11. Wohlan, so lebe denn und leide, Wie Christus dir 5. Von eigennuß und ehrgeiz ein vorbild war, Schaff', daß fern, Entsagt' ich allen freuden, dich seine unschuld kleide, Er Begab mich meiner hoheit gern reicht sie deinem glauben dar. Und scheute keine Leiden; Nie Weil Christus dein versöhner seht' ich bei der herbsten schmach ist, So glaub' und leb' auch Des vaters ehre meiner nach. als ein christ. 6. Gleich mir verleugne 12. Mein Gott! laß durch jeder sich Und folge meinen ein christlich leben Auch mich schritten; Sollt ihr auch leiden, bekennen jederzeit, Daß Jesus schaut auf mich, Der ich für Christus mir gegeben Zur weis- euch gelitten, Nehmt willig heit und gerechtigkeit Und auch euer kreuz auf euch Und werdet zur heiligung hinfort, Wie zur an geduld mir gleich. erlösung, hier und dort.( 164) 7. Ob der verfolgung schwert schon blißt, Das laßt euch doch nicht rühren; Denn, wer sein leben ängstlich schützt, Wird 461. ewig es Wer glück 10. Was hilft dir Christi auferstehen, Bleibst du doch in den fünden todt? Was hilft dir sein gen himmel gehen, Wenn du die welt mehr liebst als Gott? Was hilft dir sein triumph und sieg, Führst du mit dir nicht selber trieg? Mel. Herr, deine allmacht reicht 2c. olgt mir! spricht Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 355 der erde mehr begehrt, Als mich,| sah er immerdar Mit eifer, nie ist meiner auch nicht werth. zum scheine, Auf das, was 8. Auf, christen, auf! ihm, unserm Herrn, Mit eifer nach zueilen; Laßt uns mit ihm getroft und gern Auch schmach und leiden theilen, Und ob uns auch die welt verhöhnt; Wer treu nicht kämpft, wird nicht gefrönt. ( 6) Mel. Was mein Gott will, gescheh' all'zeit. 462. ommt, die ihr nicht gewöhnet seid, Daß ihr euch was verfaget, Die ihr nur stets nach eitelkeit, Ruhm, vortheil, wollust fraget, Kommt, schauet Jesu vorbild an! Dies, dies müss' euch beschämen! Kommt, lernt, befreit von euerm wahn, Hinfort euch selbst bezähmen. 2. Gott war sein alles, nur an dem Hing seine ganze liebe; Dem dienen, war ihm angenehm, Dem weiht' er seine triebe, Wozu er stets sich willig fand; Er freute sich, den willen Des vaters, welcher ihn gesandt, Vollkommen zu erfüllen. and'rer menschen war, Nicht aber auf das seine. 5. Stets floh er das geräusch des ruhms, Blieb niedrig und geringe, Entschlug sich alles eigenthums, Der schöpfer aller dinge; Arm ward er selber, daß wir reich Aus seiner armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das reich; Doch trug er fremde bürden. 6. Lag Gottes hand auf ihm gleich schwer, Er fand's doch gut und billig; Denn jeden tropfen bluts war er Ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine noth Auch nur zur klage reize; Er war gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am freuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein herz An ihm, trotz alles spottes; Sein sehnen war im bängsten schmerz Nichts, als das antlik Gottes. Folgt, menschen, seinem vorbild nach; Er hat für euch gelitten; Er selbst hat euch, seid ihr gleich schwach, Die kraft dazu erstritten. 3. Hoch über welt und eitel- 8. Hilf meinem glauben, daß keit, Ganz heilig, ganz Gott ich dir, Mein heiland, ähnlich eigen, Vermied er nie aus werde; Bezähm' das fleisch, schüchternheit, Sich, wie er vertilg' in mir Die liebe dieser war, zu zeigen, Und wenn er erde, Daß ich dein großes beibosheit herrschen sah, War er spiel mir Vor augen immer voll edler schmerzen; Wenn aber sebe, Des vaters willen thun, Gottes wort geschah, Quoll gleich dir, Für freud' und leben freud' aus seinem Herzen. schätze. ( 113 u. 131) 4. Die freude, die die welt verheißt, Verlangt er nicht zu schmecken; Rein war und blieb Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. auch ſtets fein geiſt, Ganz 463. Mein Gottes von allen flecken; allem hat dein lieber 23* 356 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. john Ein vorbild uns ge- unsre schulden Als bürge mußte lassen; Gieb gnad' und licht dulden. von deinem thron, Dies muster recht zu fassen! Er geht voran, Er zeigt die bahn; Er will durch sein bemühen Uns alle nach sich ziehen. 7. Schreib' auch den frommen sinn in's herz, Womit er es ertragen, Und gieb bei allem kreuzesschmerz, Haß, schmach und andern plagen, Geduld 2. Mein Jesus rufet: folge und muth, Durch Christi blut, mir! Ich folge ihm im glau Bis die versuchungsstunden ben, und dieser fommt allein von dir; Ihn soll mir nie- 8. Mein Jesus rufet: folge mand rauben, Wenn nur dein mir! Ich folg' ihm auch im wort Mich immerfort In alle sterben. Sein freuz erquicke Sind völlig überwunden. wahrheit leitet Und göttlich vollbereitet. mich auch hier Und lasse mich dort erben In ewigkeit, Was 3. Gieb, daß ich folge seiner mir bereit't: So folg' ich nach lehr', Und allen irrthum meide, dem leiden Ihm zu des himDaß noth und tod mich nim- mels freuden. mermehr Von seiner wahrheit scheide. Ich weiß, es ist Mein Jesus Christ Weg, wahrheit und das leben; Er kann mir alles geben. Mel. Hier lieg' ich nun, mein Gott, zu deinen füßen. 464. Gottes lamm, o laß mich mit 4. Mein Jesus rufet: folge dir gehen Den schmalen weg, mir! Ich folg' ihm nach im stets auf dein vorbild sehen, leben; Doch, ich erwarte es Nimm mich auch mit in deiner von dir, Du wirst mir kräfte finder zahl, Und führe mich zu geben. Gieb, daß ich bin Nach deinem hochzeitmahl. Christi sinn, Laß mich ihm auch auf erden Im wandel ähnlich werden. 2. Ach, bilde du mich ganz nach deinem sinne; Gieb, daß ich dich recht herzlich lieb gewinne; Wohin du gehst, da leite mich auch hin, Damit ich hier und ewig bei dir bin. 3. Willst du mich auch auf Golgatha mitnehmen, So laß mich nicht mich deines freuzes und feinde liebe Und selbst schämen; Wie könnte ich mit verleugnung übe. dir vereinigt sein, Wenn ich 6. Mein Jesus rufet: folge das freuz unchristlich wollte mir! Ich folg' ihm auch im scheu'n? leiden, Durch ihn gestärkt; doch laß mich hier Voll demuth unterscheiden, Wie wunderbar Sein leiden war, Daß er für 4. Laß du mich, Herr, die ehre nur erreichen; Schreib' Gottes bild und namen als ein zeichen An meine stirn, daß 5. Laß mich in reiner heiligfeit Mein ganzes leben führen, Und es mit demuth, freundlichkeit, Geduld und sanftmuth zieren, Gieb, daß, wie er, Mein Gott und Herr, Ich freund' Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 357 ich der deine sei, Und mache Und deinen schmalen freuzesmich von schnöder weltlust frei. steg, Dein ringen, wachen, 5. Du hast mich schon von beten, Mir täglich mehr und dieser welt erkaufet Durch's mehr bekannt: So eil' ich, Herr, bundesblut, ich bin auf dich an deiner hand Voll sehnsucht getaufet. Du zogst auch, als nach dem himmel. die welt mich von dir nahm, Mich wiederum zu dir, o Gottes Lamm. 2. Gieb, daß ich als ein kind des lichts Die finsterniß besiege. Die ganze welt hat 6. Laß mich nun stets auch wahrlich nichts, Das völlig bleiben bei den deinen, Und un- mich vergnüge; Drum gieb mir befleckt vor deinem thron er kraft, dir nachzugehn, Und nie scheinen; Laß bosheit, list und von dir zurück zu sehn, Bis allen heuchelschein Nur fünftig ich mein ziel errungen. stets von mir entfernet sein: 7. So werd' ich hier in deiner gnade stehen und dort mit dir zum himmelstempel gehen, Wo Gottes majestät zu sehen ist, Und wo du selbst in allem alles biſt. 3. Laß in mir deines lichtes strahl Die dunkelheit vertreiben, Und mich bei der so kleinen zahl Rechtschaff'ner christen bleiben, Die folgen dir, o Gottes lamm, Weil du für uns am kreuzesstamm Dein theures blut vergossen. 8. Laß mich es stets mit dir, o Jesu, halten Und glaubensvoll mit deinem thun und walten Zufrieden sein, weil du, o lebensfürst, Mich wunderbar, doch selig führen wirst. 9. So will ich hier schon dank und ehre bringen, Und künftig deinen ruhm noch mehr gegangen. besingen, Wenn ich den sieg, Herr, durch dein blut erlangt, Und nach dem streit mein haupt mit fronen prangt. 5. Dir sei es, Jesu, zuge sagt: Nichts soll von dir mich scheiden, Stärk' mich, sonst ist dies viel gewagt, Auch nicht das größte leiden. Was ist doch trübsal, spott und hohn, Herr, gegen jenen gnaden465. Mach' doch den lohn, Den du mir dort wirſt ( Wernigeroder Gesangbuch.) Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 4. Wie groß wird meine freude sein, Wenn ich dir treu geblieben, Wenn weder schmach noch freuzespein Mich je zurück getrieben, Wenn ich nur deinen ruf gehört, Dir treu gefolgt, und ungestört In liebe nachengen weg, Den du, mein heil, betreten, - 358 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. d. Von der geistlichen Wachsamkeit. Mel. Straf' mich nicht in deinem zorn.| 7. Bete aber auch dabei 466. Mache dich, mein mitten in dem wachen; Denn geist, bereit! der höchste muß dich frei Von Wache, flehe, bete, Daß nicht dem allen machen, Was dich einst die böse zeit Unverhofft drückt Und bestrickt, Wenn du eintrete; Denn es ist Satans schläfrig bleibest Und sein werk list Ueber viele frommen Zur nicht treibest. versuchung kommen. 8. Ja, Gott will gebeten 2. Aber wache erst recht auf sein, Soll er etwas geben; Von dem sündenschlafe, Denn Laßt uns denn zu ihm allein es folget sonst darauf Eine Unser herz erheben, und durch lange strafe, Und die noth, ihn Unsern sinn, Satan, welt Ja der tod, Möchte dich in und sünden Kräftig überwinsünden Unvermuthet finden. den. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Christus recht erleuchten, Wache, sieh' sein gnadenlicht, Komm' mit buß' und beichten; Denn Gott will Für die füll' Seiner gnadengaben Off'ne augen haben. 4. Wache, daß nicht satans list Dich im schlaf umringe, Weil er sonst geschäftig ist, Daß er dich verschlinge. verhofft Läßt Gott oft Dies zu, die zu strafen, Welche sorglos schlafen. Un5. Wache, daß dich nich 11. Treuer wächter Israel! die welt Durch gewalt be- Mach' uns alle munter; Deine zwinge, Oder, wenn sie sich gnade, die noch hell, Geh' verstellt, Listig an sich bringe, uns ja nicht unter. Gottes Wach' und sieh', Daß dich nie lamm! Bräutigam! Laß uns Falsche freunde fällen, Die dir fertig stehen, Dir entgegen netze stellen. gehen. ( 46) 6. Wache, wache auch für dich, Wehre deinem herzen; Mel. Freu' dich sehr, o meine seele! Laß es ja nicht freventlich 467. Machet, wachet Gottes ihr jungfrauen! 9. Nun wohlan! da muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen sohn Im gebet anflehen. Sucht den Herrn, Der uns gern Will mit heil beschütten, Wenn wir gläubig bitten. 10. Ach, so laßt uns immerdar Wachen, flehn und beten, Weil die noth und die gefahr Smmer näher treten; Denn die zeit Ist nicht weit, Daß uns Gott wird richten Und die welt vernichten. es ist Voller list, kann sich Wacht, der bräut'gam bricht selbst leicht heucheln Und durch herein; Laßt euch doch nicht hoffahrt schmeicheln. schläfrig schauen, Gebt den Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 359 lampen licht und schein; Wecke du mich stündlich auf Schmückt euch, schickt euch, Und beförd're meinen lauf, Daß macht geschwind', Daß er euch ich werde alle stunden Klugen bereitet find'. Wollt ihr erst jungfrau'n gleich gefunden. zur welt hingehen, Ei so bleibt ihr draußen stehen. 7. Weck' die augen des verständniß, Zieh' mir an das hoch2. O, wie selig ist die seele, zeitkleid, Gieb zum brustbild Die die lampe zugericht't, Der dein erfenntniß, Schmück mich es nicht am glaubensöle, Wenn mit gerechtigkeit, Schenke hoffder bräut'gam kommt, gebricht! nung und geduld, Kröne mich Das ist eine kluge braut, Die mit deiner huld: So wird dort, bei zeiten danach schaut; Die Herr, dir zu ehren Deine braut wird bei dem bräut'gam stehen, dein lob vermehren. Und mit ihm zur hochzeit gehen. 3. D, wie thöricht sind hingegen, Die der feind also berückt, Daß fie schläfrig und 468. Nicht, daß ich's verwegen lampen nicht geschmückt! Wehe, wenn der bräut'gam spricht: Gehet hin, ich kenn' euch nicht! Wenn die gnadenzeit verflossen, Und die himmelsthür verschlossen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. hätte,- Die beste tugend bleibt noch schwach, Doch, daß ich meine seele rette, So gieb, Herr, daß ich bet' und wach', Denn tugend ohne wachsamkeit Verliert sich bald in sicherheit. - 4. Gieb, mein bräut'gam, meinem herzen Glauben, liebe, zuversicht, Laß mich nicht mein heil verscherzen; Denn du hältst ja erst gericht, Eh' der frohe tag fängt an, Und die thür wird aufgethan Denen, die nach vielen leiden Eingehn zu den hochzeitfreuden. 5. Laß ich beten, laß mich 3. Nicht jede besserung ist wachen, Bis mein letzter tag tugend, Oft ist sie nur das anbricht, Laß mich nichts hie werk der zeit. Die wilde hitze schläfrig machen, Gieb mir dei- roher jugend Wird mit den nes geistes licht, Laß durch sei- jahren sittsamkeit, Und was nen gnadenschein Stets mein natur und zeit gethan, Sieht herz erleuchtet sein, Hilf mir unser stolz für tugend an. ringen, hilf mir kämpfen, Satan, welt und fünde dämpfen; 4. Oft ist die änd'rung unsrer seelen Ein tausch der 6. Wehre selber ihren tücken, triebe der natur. Du fühlst, Daß sie nicht durch sicherheit wie stolz und ruhmsucht quälen, Mich mit ihrem netz berücken, Und dämpfst sie, doch du wechNoch durch falsche freundlichkeit; selst nur; Dein herz fühlt einen 2. So lang' ich hier im leibe walle, Bin ich ein kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse luſt Stirbt niemals ganz in unsrer bruſt. 360 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. andern reiz; Dein stolz wird herz haßt habsucht, neid und wollust oder geiz. zank; Flieht's unmuth auch und müssiggang? 5. Oft ist es funst und eigenliebe, Was andern strenge tu- 11. Du bist gerecht; denn gend scheint. Der trieb des auch bescheiden? Liebst mäßigneids, der schmähsucht triebe, keit; denn auch geduld? Du Erwecken dir so manchen feind. dienest gern, wenn andre leiDu wirst behutsam, schränkst den; Vergiebst du feinden auch dich ein, Fliehst nicht die schmäh- die schuld? Von allen lastern sucht, nur den schein. sollst du rein, Zu aller tugend willig sein. 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die 12. Sei nicht vermessen! der andern tugend fällt, So wach' und streite, Dent' nie, werde nichts dein herz verfüh- daß du schon g'nug gethan. ren; Doch jedes herz hat seine Dein herz hat seine schwache welt. Den, welchen stand und seite, Die greift der feind der gold nicht rührt, Hat oft ein wohlfahrt an. Die sicherheit blick, ein wort verführt. droht dir den fall, Drum wache stets, wach' überall.( 49) 7. Oft schläft der trieb in deinem herzen; Du scheinst von rachſucht dir befreit; Zeßt ſollſt 469. Wachet auf! ruft eine uns die stimme Und sieh', dein herz wallt auf Der wächter sehr hoch an der und dräut Und schilt so lieb- zinne, Wach' auf, du stadt Jelos und so hart, Als es zuerst rusalem! Mitternacht heißt dieſe gescholten ward. stunde! Sie rufen uns mit hellem munde: Wo seid ihr klugen jungfrauen? Wohlauf! der bräut'gam kömmt, Steht auf! die lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der hochzeit! Ihr müsset ihm entgegengehn! 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das herz im stillen tugendhaft; Kaum lachet uns die welt entgegen, So regt sich unsre leidenschaft; Wir werden im geräusche schwach Und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern triebe Durch einen strengen lebenslauf; Doch opferst du, will's seine liebe, Ihm auch die liebste neigung auf? Dies ist das auge, dies der fuß, Die sich der christ entreißen muß. 2. Zion hört die wächter singen; Das herz muß ihr vor freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr freund kommt vom himmel prächtig, Von gnade stark, von wahrheit mächtig; Ihr licht wird hell', ihr stern geht auf. Nun komm, du werthe fron'! Herr Jesu, liebst die einsamkeit; Doch bist Gottes sohn! Hosianna! Wir du, fordert's Gottes wille, Auch dieser zu entfliehn, bereit? Dein 10. Du fliehst, geneigt zur ruh' und stille, Die welt und folgen all' Zum freudensaal Und halten mit das abendmahl. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 361 3. Gloria sei dir gesungen schreibst du deinen hohen thron. Mit menschen und mit engel- Kein aug' hat je geſpürt, Kein zungen, Mit harfen und mit ohr hat je gehört Solche zimbeln schon. Von zwölf per- freude, Die uns bereit't Nach len sind die pforten An deiner dieser zeit, Vor Gottes thron stadt; mit solchen worten Be- in ewigkeit. ( 106) e. Von dem Kampf wider die geistlichen Feinde. 470. chau, liebsterGott,| Daß sie mich nicht von deinem wie meine feind', wort Und von dir selbst ableiten. Womit ich stets muß kämpfen, Wie setzt mir oft der satan zu! So viele list und macht ver- Wie stört die welt doch meine eint, Dein werk in mir zu ruh'! Wie reizt mein fleisch zur dämpfen. Herr, wenn mich deine hand nicht hält, So kann der teufel, fleisch und welt Mich leicht in fünden stürzen. fünde! 6. Zu dir flieh' ich, o treuer Gott, Mein Herz vor dir zu stillen. Hilf, vater, hilf in 2. Der satan suchet erst mit dieser noth Um Jesu Christi list Zur sünde uns zu locken willen! Verleih' mir deines Und, wenn die that begangen geistes stärk', Daß meiner feinde ist, Die herzen zu verstocken; list und werk Dadurch zerstöret Stets braucht er größere ge- werde. walt, Und oft ist dann sein sclave bald Im völligen verderben. 7. Laß diesen deinen guten geist Mich immerdar regieren, Daß ich nur thu', was du 3. Auch ist dir von der welt mich heißt, Und mich nicht bewußt, Wie die kann anlaß lass' verführen, Daß ich dem geben Zu augenlust, zu fleisches- argen wiedersteh' Und nie von lust Und einem stolzen leben, und deinen wegen geh' Zur rechten wie, Herr, wenn dein zorn er- noch zur linken. geht, Sie ungetreu zurücke steht, Und sich die freundschaft endet. 8. Der Lüste schädliche ge walt Reizt mich, so lang' ich 4. Und dennoch will mein lebe; Doch hilf, daß ich ihr fleisch und blut Von dem nicht gerne laffen, Was ihm so großen schaden thut, Es will die welt nicht hassen. Die kurze luft gefällt ihm wohl, Drum will's nicht, daß ich meiden soll Der welt und satans nete. 5. So muß ich armer immerfort Mit diesen feinden streiten, alsobald Im anfang widerstrebe, Und daß ich ja vergeffe nicht Die todesstunde, das gericht, Den himmel und die hölle. 9. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle sündenfreud' Aus meinem herzen bringe, Auf daß 362 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. ich all mein lebelang Dir diene| stets zu ringen? Muß ich denn ohne furcht und zwang Im mit furcht und streit Schaffen willigen gehorsam. meine seligkeit? 10. Gott vater, deine kraft 6. Doch, Herr, was ist sonst und treu' Laß reichlich mich mein ruhm? Will ich deinen empfinden. Jesu Christe! namen tragen, Muß ich für steh' mir bei, So werd' ich mein christenthum Standhaft überwinden. Hilf, heil'ger geist, kämpfen, alles wagen; Will ich in solchem krieg, Daß ich da dort dein antlik sehn, Muß ich immer einen sieg Erhalte nach fest im glauben stehn. dem andern. ( 64) 7. Nun so stärke meinen muth, Hilf mir, deinem treuen Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Enechte, Daß ich, Jesu, durch 471. Welt elt und satan dein blut Einen guten sieg erwollen mich, fechte, Selbst dem fürsten dieser welt Widerstehe, bis er fällt. Jesu, täglich von dir scheiden; Fleisch und blut empören sich, Will ich ihre Lüfte meiden; Auch in meiner einsamkeit Leb' ich niemals ohne streit. 2. Hab' ich eine lust gedämpft, Hab' ich ihren reiz bestritten, Kommt ein feind, der stärker kämpft, Wider mich mit schnellen schritten, Und ein störer meiner ruh' Seßet mir von neuem zu. 3. Fesselt mich der reichthum nicht, Bin ich frei vom niedern geize. Seh' ich wohlthun an als pflicht; So sind's oft der wollust reize, Welche meinen geist zerstreu'n, Will ich fromm und heilig sein. 4. Hör' ich ohne rachsucht an, Fälschlich meinen namen schmähen, So kann oft ein eitler wahn Gleich mein herz mit stolz aufblähen; Lieb' ich billigfeit und recht, So bin ich der ruhmsucht knecht. 5. Ach, wann werd' ich meinen lauf, Jesu, siegreich einst voll bringen? Hört denn fleisch und geist nicht auf, Mit einander 8. Regt sich fleischeslust in mir, So betäube meine sinnen, Daß ich bleibe start in dir, Daß ich kann den sieg gewinnen, Daß ich bis an's ende treu Dir und deinem bunde sei. 9. Endlich, nach so vielem streit, Nach so vielem überwinden, Laß mich in der ewigkeit Wahre seelenruhe finden Und gieb mir die ehrenfron', Deiner streiter größten lohn. Mel. Vater unser im himmelreich. ier ist noch unsre prüfungszeit; Hier sind wir immerdar im streit, Hier, wo uns satan leicht berückt, Das schwache fleisch sich selbst verstrickt, Die sinne jedes blendwerk rührt, Auch böses beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen laster überhand Und strömen über's ganze land: Drum hüte dich! das weltgericht Bringt alle fünden an das licht. Christ, sei im glauben stets bereit Und flieh' den schlaf der sicherheit. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 363 3. Mein vorsatz ist, ich will 9. Wenn schon die trübsal Doch wie gelingt auf mich dringt, Und angst bemühn? Gefahr und noth mich fast umringt, nehm' ich hier bei gefahr Und Bleib' ich doch stets in deiner ein net bei dem andern wahr: hand. Ich halt' in jeder prüWie viele feinde drohen mir! fung stand, Denn du bist durch Ach, wie entrinn' ich schwacher den glauben mein: Nun muß hier? mir alles heilsam sein. 4. Die welt hüllt in der 10. Mit dir, o Herr, fann tugend schein Oft ihre laster ich bestehn, Sollt' auch der künstlich ein, Preist den genuß weltfreis untergehn. Es fürchte der wollust an, Schilt fröm- sich der heuchelchrist, Und wer migkeit für finstern wahn; Ihr ein sclav' der laster ist! Ich weg ist lustig, breit und voll; will nicht zagen, in's gericht Sie winkt mir, daß ich folgen Kommt ja, wer an dich glausoll. bet, nicht: ihn fliehn; mir mein 5. Auch satan reizt das herz und sagt: O, eine sünd' ist 11. So redet dein wahrhafter mund, Und dies ist leicht gewagt! Die ewigkeit meiner hoffnung grund, Bis ist ja noch fern!" Und ach, dort, wohin mein Herz sich mein fleisch gehorchet gern; sehnt, Die sieger preis und ehre Denn wie so leicht ist es be- frönt. Herr, steh' in jedem thört, Da es verführt zu sein streit mir bei, Daß ich durch begehrt! dich ein sieger sei. 6. Hilf, treuer heiland, hilf du mir, Die hoffnung steht 473. S hoffet, Serr; Uch dich hab' geallein zu dir; Du hast mich, Jesu, dir zum ruhm Erkauft rette deines namens ehr', Daß zu deinem eigenthum, Drum nicht der frevler rotte, Die dich ist dies meine zuversicht: Ich entehrt, dein wort verkehrt, weiß es, du verläßt mich nicht. Mit frechheit deiner spotte. 7. Der sündendienst nimmt anfangs ein Und endigt sich in höllenpein; Drum steh' dein guter geist mir bei, Daß ich kein knecht der fünde sei; Gestatte dem versucher nie, Daß er mich deiner hand entzieh'. 2. Dein gnädig ohr neig', Herr, zu mir; Im glauben flehe ich zu dir: Komm, eile mich zu retten! Ich geh' und steh' in angst und weh; Hilf mir aus meinen nöthen. 8. 3war ist mein glaube klein, doch du, Du starker held, sagst hülfe zu. Mein ganzes herz ergiebt sich dir; Ich weiß, durch dich gelingt es mir; Auf dich verläßt in aller noth Mein 4. Du bist mein fels, mein herz sich fest bis in den tod. schuß, mein hort, Mein schild 3. Mein Gott und helfer, steh' mir bei, Sei meine burg, darin ich frei Und ritterlich kann streiten. Der feinde macht mich recht bewacht; Laß meinen fuß nicht gleiten. 364 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. und kraft, dies sagt dein wort,| Dir raubt die sünd' in kurzer Du bist mein heil und leben, zeit Hier ruhe, dort die seligMein starker Gott in aller noth. feit! Wer mag dir widerstreben? 4. Wie oft hab' ich mir vor5. Ich achte zwar das ur- genommen: Nun will ich meine theil nicht, Das mir die welt sünden fliehn; Rein und unaus falschheit spricht, Doch kann sträflich und vollkommen zu es mich verstricken: Ach, Herr, wandeln, will ich mich bemühn. bewahr' mich vor gefahr, Mein Wie oft, o Gott, hat mein gebet herz vor solchen tücken. Um kraft dazu dich angefleht. 5. Bald reizt' auf's neue 6. Herr, meinen geist befehl' ich dir, Mein Gott! mein Gott! mich die sünde; Wie schwach weich' nicht von mir, Nimm war gleich mein widerstand! mich in deine hände! O wahrer Gott, aus aller noth Hilf mir bis an mein ende. Ach, sie gefiel mir, und geschwinde Ergriff sie mich und überwand; Die lust verschwand mir im genuß, Nun folgten efel und verdruß. 7. Lob, ehre, preis und herrlichkeit Sei dir, dreiein'ger Gott, bereit't. Ich sprech' in Jesu namen, Der alle traft zum siege schafft, Getrost und fröhlich amen! ( 115) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 474. Ach, abermal bin ich fündigt' ich! überlegung und mit wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen! Vielleicht noch nicht zum letzten mal, Treuloses herz, verkehrter sinn! In welchen abgrund eil' ich hin! 6. Auch diesmal bin ich überwunden. Ach, niemals sonst fiel ich so tief! Mein vorsatz war noch nicht verschwunden, Mein herz schlug, mein gewissen rief. Gott, richter, ich gedacht' an dich, Und dennoch, dennoch 2. O die verhaßte lieblingsfünde! die gewohnheit ihrer luft! Der hang, den ich zu ihr empfinde, Wie wüthet er in meiner brust! Wie unumschränkt, wie fürchterlich Ist ihre herrschaft über mich! 7. Ich sagte mir: Gott wird es rächen! Und dennoch, dennoch fündigt' ich: Ist ein vergehn, wie mein verbrechen? wie erschreck' ich über mich! Vom drohen deines weltgerichts Erbebt' ich; doch es wirkte nichts. 8.D unbegrenzte fündenliebe! Wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine triebe Und dämpfe dich und sie in mir? Gott, mein erbarmer, hör' mein flehn Und lehre mich, ihr widerstehn. 3. Längst warnte schon mich mein gewissen: Mensch, du 9. Liebt' ich dich nur so, wie empörst dich wider Gott! Von ich sollte, So flöh' die lust der böser Lust dahingerissen, Be- sünde mich; Wenn sie mich trog'ner, eilst du in den tod! auch versuchen wollte, Geläng" Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 365 es ihr nicht wider dich, Und geboren werden, So mußt du deiner wahren liebe glanz Be- mit vaterhuld Mich durch deitäubt' und tödtete sie ganz. nen geist beleben und mir neue 10. pflanze du in meine fräfte geben. feele Rechtschaff'ne lieb' und luft 5. Mache du mich rein im zu dir. Gott, was ich denke, herzen, Gieb mir einen neuen was ich wähle, Das zeuge geist, Laß mich nicht mit fünde durch die that von ihr; Dich scherzen, Die mir deine huld lieben als dein eigenthum, Das entreißt, Laß mich schnell ihr sei mein werk, mein heil, mein gift bemerken, Mich im geist ruhm! dagegen stärken. 11. Dann werd' ich endlich überwinden Und herrscher meiner lüste sein; Dann wirst du alle meine sünden, Wie viel, 6. Lehr' mich machen, beten, ringen Und mein böses fleisch und blut Durch des geistes kraft bezwingen, Weil die fünde wie groß sie sind, verzeihn. nimmer ruht; Was nicht kann Mein leben hier, mein lob- dein reich ererben, Laß durch gesang Im himmel, vater, sei deinen tod ersterben. dein dank! ( 100) 7. Reize mich durch jene frone, Die mir droben bei gelegt, Daß ich meiner niemals Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 475.A[ ch, mein Sesu! schone, Wenn und wo ein feind welch' verderben sich regt, Sondern hilf mir Wohnet nicht in meiner brust! tapfer kämpfen, Teufel, fleisch Denn mit allen adams- erben und welt zu dämpfen. Bin ich voll von sündenlust. Ach, ich muß dir nun bekennen: Ich bin fleisch von fleisch zu 8. Sollt' ich etwa unterliegen, O so hilf mir schwachen auf Und in deiner fraft obsiegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter deinen gnadenhänden Möge ritterlich vollenden.( 55) nennen. 2. Wie verderbt sind meine wege, Wie verkehrt mein alter sinn, Der ich zu dem guten träge Und zum bösen hurtig bin! Ach, wer wird mich von den fetten Dieſes sündentodes 476.Vrach ich ringe, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. woom ziele retten? 3. Hilf mir durch den geist Ruf' ich: erleicht're mir die last, der gnaden Aus der angeerbten Daß ich das gute werk vollnoth, Heile meinen seelenschaden bringe, Das du selbst angefanDurch den blut'gen freuzestod, gen hast! Empfind' ich deine Schlage du die fündenglieder kraft nicht mehr, So wird das Meines alten adams nieder. joch des Herrn mir schwer. 4. Ich bin noch ein sclav' 2. Ich irr' in dunklen finsterder erden, Häufe gern noch nissen, geist der wahrheit! sünd' und schuld. Soll ich neu ohne dich, Ünd, von begierden 366 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. hingerissen, Täuscht oft die 8. Hilf du mir, geist der trunk'ne seele sich; Doch leuch- stärke, siegen, Gieb du mir weistet ihr dein göttlich licht, Verfehlet sie die wahrheit nicht. heit und verstand, Laß nicht den schwachen unterliegen, Der 3. Gern liebt' ich Gott von oft mit dir schon überwand. ganzer seele; Daß ich dies Der kampf des glaubens ist wünsche, kommt von dir; sehr leicht, Wenn nur dein arm Allein zum guten, das ich mir waffen reicht. wähle, Ist noch das fleisch zu schwach in mir. Gern trüg' ich Christi sanftes joch, Ich rühm' es, und vermeid' es doch. 9. Die lust der welt fann ich verschmähen, Wenn deine gnade mich regiert, Kann durch die enge pforte gehen, Die zu schau' ich einst dich, göttlich licht, dem throne Gottes führt: Da von angesicht zu angesicht. - — 4. 3war reißt, die fünde zu bestreiten, Ist gleich ihr reiz auch noch so groß, Mein Herz von allen eitelkeiten Sich oft deine wenn die hölle mich befriegt, 477. Gelingt mir's, daß mein glaube fiegt. mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ich ringen, h err, wie muß ich auf der steilen bahn Deines 5. Will dann ein übel mir und vom fampfe ruhen kann? rechts zum himmel dringen begegnen, Kann ich, Gott, dei- Werd' ich meinen hang zu fünnes heils mich freu'n, Kann den Endlich völlig überwinden? feinde, die mir fluchen, segnen, Beleidigungen gern verzeihn, der erde, Oder fühner fünder 2. Ach, wenn mich die lust Und wenn hoffährtige mich spott Reizet, daß ich träge schmähn, Den weg der un werde, Wirst du mein verschuld freudig gehn: gessen, Gott? Wirst du dann mich unterstüßen? Wirst du mich auch mächtig schützen? 6. Dann fühl' ich mir das reich beschieden, Um welches oft mein glaube bat; Ich schlafe 3. Ach, ich zittre! Gott, wie dann in süßem frieden, We.in lange Soll ich kämpfen? dieſer eine plage sich mir naht, Und streit meiner schwachheit macht glaube, daß, von lastern frei, mich bange Und der welt ge Mein wandel schon im himmel fährlichkeit, Daß ich doch noch ſei; unterliege, Und mein Fleinod nicht ersiege. 7. Doch, wenn ich nah' am himmel schwebe Und selig in 4. Schaue her zu deinem der hoffnung bin, So reißt die kinde, Höre mich und steh' mir welt, in der ich lebe, Mich bei! Herr, bewahre mich vor plößlich wieder zu sich hin, sünde, Mache mich getrost und Und oft zerstört ein augenblick treu, Daß ich standhaft deine Den sieg der tugend und mein wege Wandeln und nicht strauglück. cheln möge. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 367 5. Daß die welt mich nicht 6. Der du kraft und muth verführe, Nicht erschütt're meine gewährest, Hilf des schwachen treu', Und dann spottend schwachheit auf! Ja, ich hoffe, triumphire, Daß ich auch ge- daß du hörest, Und ich freue fallen sei, Daß sie, weil ich mich darauf. Rühmen will unterliege, Sich nicht rühme ich's und dir singen, Daß du ihrer siege. stärke giebst zu ringen. f. Von der Verleugnung der Welt und des Irdischen. Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. übertrifft das gut, Worauf der fluch des höchsten ruht, Das 478. Ach, treuer Gott! and're mühsam ſammeln. Die welt kann mich verführen; Die lust zum eiteln wohnt in mir Und will in mir regieren. Gieb, daß dein wort mir fraft verleih', Daß ich ein guter streiter sei, Das böse zu besiegen. 5. Wie oft wird nicht durch macht und list Ein großes gut erworben! Ein mann, der reich und vornehm ist, Hat and're oft verdorben, Und selten bleibt man auch dabei Von geiz, betrug und unrecht frei und andern bösen lüften. 2. Wie sollte der, der alles nährt Und selbst die raben speiset, Der jedem wurm sein theil beschert, Dem vieh sein futter weiset, Wie sollte der, der so viel thut, Und dessen herz so treu und gut, Mich auch nicht nähren können? 3. Von vielen gütern lebt man nicht; Der hat schon Gott 6. Ja, wenn es einst zum sterben geht, Was muß man dann empfinden? Man sieht da Gottes majestät, Und sieht auch seine sünden: Ach, Gott! was hilft dann gut und geld? Man fährt nun trostlos aus der welt, Und muß auch ewig darben. 7. Wohl aber dem, der als ein christ Sein herz zu Gott zu preisen, Der täglich hat, erhebet, Der reich an guten was ihm gebricht An kleidung, trant und speisen. Ob uns ein mehrer's werden soll, Das weiß der liebe vater wol, Er weiß es, was uns nüßet. werken ist, Nur Gott zur ehre lebet, Und der von seinem großen gut Auch gern den armen gutes thut, Weil Gott es ihm bescheret. 4. Wer wenig hat, und das mit recht, Kann Gottes huld behalten; Er bleibet redlich, Gottes fnecht, Läßt stets den 8. Der ist gewiß ein rechter christ, Und hat den wahren glauben; Er sucht schon hier, was ewig ist, Das kann ihm niehöchsten walten; Sein wenig's mand rauben: Ein solcher schatz 368 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. bleibt unversehrt Und wird von stärke; Zerstör', o Jesu, Gottes feiner zeit verzehrt, Auch nicht sohn! Des satans reich und von rost und motten. werke; O heil'ger geist! steh' du 9. Es ist ein herrlicher ge- mir bei, Daß mein begehren winn, Der auch gewiß nicht dies nur sei: Gott über alles trüget, Wenn man sich mit lieben! ( 29) gelass'nem sinn An seinem theil begnüget. Bloß kommen wir Mel. O vater der barmherzigkeit. in dieſe welt, Bloß müſſen wir, 479. Ach Gott! ist noch wann's gefällt, Hinaus und alles laffen. dein bei mir, Der mir kann zeugniß geben, 10. Dies eine bitt' ich, Herr, Ich sei dein kind? ich zweifle von dir, Und hoff', erhört zu schier, Wenn ich beschau' mein werden: Das nöthige beschere leben; Ich bin ja noch nicht mir, So lang' ich leb' auf treu gesinnt, So wie ein fromerden; Denn beides, reich und mes, liebes find, Und wie du arm zu sein, Bringt viel ge- es begehrest. fahr und kann allein Schon meiner seele schaden. 2. Dein geist, wie du verheißen haft, Soll mich zum guten führen; Mir aber ist es eine last, Wenn er mich will regieren; Ich eile doch zum bösen hin Und habe einen eiteln sinn, Weil mich mein fleisch noch leitet. 3. Du bist ein hoch erhab'ner Gott, Der recht und richtig handelt; Du drohest dem den ew'gen tod, Der dir entgegen wandelt: Das alles, leider! acht' ich nicht; Den richter weiß ich, das gericht Will ich doch nicht erwägen. 4. Ich lieb' die güter dieser welt Mehr, als es sich gebühret; Pracht, hoheit, ehre, gut und 13. Hilf, daß ich meinen geld hat mich schon oft verwandel führ' Bei dir im him- führet; Es glänzet wie ein mel oben, Da werd' ich ewig großes glück, Und zieht mich sein bei dir, Dich schauen und darum ganz zurück Von dir, dich loben: So fann mein herz dem wahren gute. zufrieden sein, Es findet, Gott, in dir allein Die wahre ruh' und freude. 11. Und ach, was für zufriedenheit Kann mir die welt wol geben? Es ist ja alles eitelkeit In diesem kurzen leben; Drum soll mein eifriges bemühn Dies sein, die lust der welt zu fliehn, Und Gottes huld zu haben. 12. O höchstes gut, sei hier und dort Mein reichthum, lust und ehre, Gieb, daß in mir fich fort und fort Nach dir die sehnsucht mehre, Daß ich dich fürchte bis in's grab, Mir selbst und allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen; 5. Ich meine zwar, ich liebe dich, Wünsch' auch dein gegenlieben; Und ach, wie oft erfühn' 14. Hiezu gieb mir von dei- ich mich, Dich dennoch zu benem thron, vater! gnad' und trüben! Ich halte dich für Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 369 meinen Gott, Und halte doch lieb; Es will mich nur vernicht dein gebot, Entzieh' mich führen; Es zielet nur auf meinen deinem joche. tod, Erwecket schrecken, angst und noth, Und stürzt mich in's verderben. 6. Du gabst aus liebe deinen sohn, Mich armen zu erlösen; Was geb' ich dir für einen lohn? Ich laufe nach dem bösen; Die sünden, die dein wort verflucht, Hab' ich zu weilen so gesucht, Daß ich dich ganz vergessen. 12. Laß mich in meiner fündennoth Nicht gar zu ängstlich werden; Du willst ja keines fünders tod, Der buße thut auf erden. Dein guter geist sei für und für Ein zeugniß meinem geist in mir, Ich sei dein find und erbe. 7. Ja, großer Gott, es saget mir Der zeuge, mein gewissen: Ich geb' dir nichts; ich raube dir Die seel', die du gerissen Mel. Ach Jesu, meiner ſeelen freude. ill Mit ſolcher lieb' aus ihrer noth; 480. Win ich die mit ihren schäzIch stürz' sie willig in den tod, Verrath' sie deinen feinden. zen In mancherlei versuchung 8. Die gaben, die von deiner sehen; Lockt sie, an dir mich hand Ich dankbar sollt' em- zu vergehn: So laß mich allem pfangen, Sie sind's, die mich hang zu geizen, Und seinen von dir gewandt, Sie sind nur angenehmen reizen, Herr, fest mein verlangen; Mein geist im glauben widerstehn. hängt dieser erde an, Daß er sich nicht erheben kann Zu Gott, der ihn gegeben. 2. Bin ich selbst reich nach deinem willen, So laß mich dein gebot erfüllen, Das uns den armen helfen heißt, Und laß den durstigen mich tränken Und dem, der nichts hat, so viel schenken, Daß er sich auch zur nothdurft speist; 9. Ach, daß mein herz so irdisch ist, Durch eitelfeit verdorben, Ja auch voll ärger, tück' und list, Zum guten ganz erstorben, Herr, mein, nicht dein ist diese schuld; Doch laß nach deiner vaterhuld Mich gnad' und rettung finden. 10. Zerknirsch', zermalme meinen sinn, Wie du schon angefangen. Hier ist mein herz, ach, nimm es hin, Und laß mich heil erlangen, Das heil, das mir vergebung bringt, Und mich zur heiligung durchdringt, Aus Christi tod und wunden. 11. Laß mich des guten geistes trieb Recht kräftig wieder spüren, Nimm alles weg, was dir nicht 3. Denn gabst du mir gleich gold und schätze, So gabst du mir doch auch geseße, Wie ich sie nüßlich brauchen soll, Gebotest, sie mit milden händen, Voll von erbarmung, anzuwenden Zu meines armen nächsten wohl; 4. Doch bin ich arm, so gieb mir stärke, Herr, daß ich deiner vorsicht werke Mich nie zu tadeln untersteh', Und laß mich dennoch nicht verzagen, Noch über meinen zustand flagen, Wenn ich im stillen zu dir flet'; 24 370 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 5. Denn, bist du nicht auch noth gedenken, Ihn unverdroffen Gott der armen, Der du voll oft beschenken, Das bringt mir mitleid und erbarmen Auch ihre mehr als fargheit ein. noth zu herzen nimmst? Wirst du auch wol auf reichthum sehen, Wenn wir einst alle vor dir stehen, Und du der menschen lohn beſtimmst? 11. Hier sollt' ich güter mir erwerben, Wo rost und motten sie verderben, Wo oft ein fremder sie verzehrt? Nein! dort nur will ich schätze haben, Wo keine diebe danach graben, Dort, wo mein reichthum ewig währt. 6. Vor allem aber laß mein leben Niemals der lust, nach geld zu streben, Die fündlich ist, gewidmet sein; Laß mich nach fremdem gut nie schmachten, Wol aber nach dem himmel trachten, Nur dir mein herz, sonst feinem weihn. 12. Ein Gott ist nur, den will ich ehren: Kein reichthum soll mein herz beschweren. Ist auch ein Gott, Herr, ohne dich? Nein! selbst die erste meiner pflichten So schlecht und gottlos zu verrichten, Mein Gott, davor behüte mich! 7. Laß mich aus deines wortes lehren Den ausspruch deines johnes hören, Daß man nicht Mel. O Gott, du frommer Gott. und auch den mammon lieben, 481. Raß mich doch nicht, schätzen dieser erden So meine neigung weihn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim 8. Laß Jesu geist mich voll überfluß Doch die zufriedenheit, bereiten, und mich den weg Und was ist ohne sie Des zur tugend leiten, Den Jesus lebens herrlichkeit? Nichts anders ist, als Gott betrüben, Der unverdient uns gut's gethan. selbst auf erden pries. Wie 2. Stann ein vergänglich gut schwerlich, sprach er, wird's Auch unsre wünsche stillen? geschehen, Daß reiche das reich Es steht ja sein besitz Nicht Gottes sehen, Ihr reichthum ist blos in unserm willen; Nicht ihr hinderniß! stets wird's dem zu theil, Der 9. Laß doch das beispiel ängstlich danach ringt, Und jenes reichen, Den Lazarus nicht schnell verliert's oft der, Dem fonnt' erweichen, Mir durch sein bemühn gelingt. sein schicksal lehrreich sein: 3. Ein gut, das unsern geist Was wünschte dieser stolze Wahrhaftig soll beglücken, Muß prasser? Nicht reichthum, einen nicht vergänglich sein, Muß tropfen wasser Verlangt' er für den geist sich schicken. Der in der höllenpein. -thor hat geld und gut, Er 10. Wie? sollt' ich denn hat's und wünscht noch mehr, nach reichthum ringen? Nein! Noch immer bleibt sein herz deinen willen zu vollbringen, Von wahrer ruhe leer. Dies soll mein glück und reich4. Gott! so wehre doch thum sein. Des armen in der Den ungerechten trieben, Und Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 371 heilige mein herz, Die güter und lust gewinn', Und doch nicht zu lieben, Die man mit dabei nicht tüchtig bin, Dein müh' gewinnt, Bald prassend himmelreich zu erben? sie verzehrt, Bald geizig sie bewacht, Und bald mit fluch vermehrt. 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier: Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen; Schnell wie ein traum sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben, Laß mich in meiner prüfungszeit Um jene bessern gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 6. Ein herz, daß dich, o vater, liebt Und deines sohns sich freuet, Das in dem glau( 49) ben tugend übt, Und sich vor sünden scheuet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freu'n, Und einst dein antlik schauen; 7. Und solch ein herz woll'st du auch mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich könne auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind, Bis ich, als dein bewährtes find, zu deiner freud' eingehe. ( 54) 5. Ein weises, frommes herz, Das sei mein schatz auf erden: Sonst alles, nur nicht dies Kann mir entrissen werden; Dies bleibt im tod auch mein; Dies folgt mir aus der zeit Bum feligsten gewinn Bis in die ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, Die herrlichsten vergnügen? Nur süße träume sind's, Die unsern geist betrügen; Drum lenke, Gott, den wunsch Vom irdischen gewinn Durch deines geistes fraft Zu ew'gen gütern hin. Mel. Der seelen heil tommt gänzlich her. 482. Wi ie wichtig ist doch der beruf, Den du uns, Gott, gegeben! Als einst uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben; Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland, Allein bei dir, Gott, droben; Da ist der ort, wo deine Hand Das glück uns Mel. Nun ruhen alle wälder. aufgehoben, Das nie ein trau- 483. Die herrlichkeit der nur von dir bestimmt, dessen werth zu machen. wir Muß staub Uns und asche werden; Nichts bleibt hier ewig stehn. Das, was 3. O laß mir doch dies große uns hier ergößet, Was man ziel Durch nichts verrücket wer- für wichtig schäßzet, Kann leichden! Was hilft's, wenn ich ter als ein traum vergehn. auch noch so viel Von gütern 2. Was sind doch alle sachen, dieser erden, Von ehre, geld Die uns oft trobig machen. 24* 372 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. Als tand und eitelfeit? Was| jahre; Inzwischen wird die ist der menschen leben? Stets bahre Vor unser haus gebracht; mit gefahr umgeben, Währt es Man scheidet von den seinen, nur eine kurze zeit. Die hülflos uns beweinen, Und uns bedeckt des grabes nacht: 10. Dies laßt uns wol bedenken, Und uns zum himmel lenken, Weil er noch offen steht! Wer dahin will gelangen, Darf an der welt nicht hangen, Da sie mit ihrer lust vergeht.( 58) 3. Was hilft uns unser wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, Ein großer vorzug sein? Was hilft uns macht und ehre, So glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wol alsdann erfreu'n? 4. Der ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. achten, Ist nur ein eitler wahn. 484. Gins ist noth! ach, der geist gewichen, Und Herr, dies eine unser leib verblichen, Fragt Lehre meine seele doch! Auch feiner, was wir hier gethan. beim schimmerreichsten scheine Ist sonst alles nur ein joch, Unter dem das herz sich quälet, Und der ruhe doch verfehlet: Alles aber wird erseßt, Wenn dies eine mich ergötzt. 5. Wie bald wird das zerrinnen, Was wir mit müh' gewinnen, Was unser fleiß erwirbt! Kann wol, was wir besigen, Uns vor dem tode schüßen, Und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 6. Was sind des lebens freuden? Oft folgen angst und leiden Und reue dem genuß. Was ist's, womit wir prangen? Kannst du hier lust erlangen, Die nicht zulegt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle thronen? Giebt es wol ird'sche fronen, Die unverweltlich blühn? Kann vor des grabes schrecken Der purpur dich bedecken, Die frone dich dem tod entziehn? 2. Seele, willst du dieses finden? Such' es ja nicht bei der welt; Laß nichts irdisches dich binden; Suche das, was Gott gefällt. Nur im himmel, wo Gott wohnet, Und die frommen wohl belohnet, Da, da ist das beste theil, Da dein alles, da dein heil. 3. Seele, dir ist auch beschieden, Was Maria sich erlas, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu Jesu füßen saß. Ach, wie brannt' ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören; Sie vergaß die welt und sich, Hört' und sah nur, Jesu, dich. 8. Froh wachsen wir auf erden, und hoffen groß zu werden, Von schmerz und sorgen 4. So steht, Jesu, mein verfrei. Doch in den schönsten langen Ganz und einzig nur tagen, Noch eh' wir früchte nach dir. Mein wunsch ist, dir tragen, Bricht uns des todes anzuhangen; Neige du dein fturm entzwei. 9. Wir rechnen jahr auf herz zu mir. Wenn auch viele träg' verweilen, Will ich eifrig Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 373 dir nacheilen. Jesu geist und einst haben. Wo ist, was mich leben ist, Was von deinen mehr erquickt, Als wenn dich lippen fließt. mein glaub' erblickt? 5. Dein wort hat der weiß- 10. Drum sollst du mir nur heit fülle, Dadurch wird mein das eine, Du nur sollst mein herz entzückt: Wenn ich meinen alles sein. Prüf' und forsche, durst hier stille, O wie wird wie ich's meine, Und tilg' allen mein geist erquickt! Was kein heuchelschein. Wenn die welt auge sah, zu sehen, Was kein bald lockt, bald höhnet, Sich mensch faßt, zu verstehen, Und das fleisch nach eitelm sehnet, zu finden wahre ruh': Solche Auch die hölle stürmt und weisheit schenkst mur du. droht, Halt' mich fest, denn eins ist noth. ( 138) 6. Herr, ich find' in meinen sünden Nur gerechtigkeit bei dir. Wohl mir! zorn und fluch verschwinden; Durch dein blut Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. gelingt es mir. Du erwarbft 485. Dugabſt mit am daß ew'ger Gott, Gott mich nicht verdamme, dies leben, Nicht für den augenMeinen schmuck, das reine kleid, Unschuld und gerechtigkeit. blick der zeit, Nein! was du mir davon gegeben, Gabst du mir 7. Mir bist du, den ich er- für die ewigkeit. Hier ist allein wähle, Auch zur heiligung ge- der prüfungsort, Bestrafung macht: Hilf denn, hilf, daß und belohnung dort. meine seele Ganz zu deinem bild' erwacht. Was nur dient zum wahren leben, Das ist mir in dir gegeben. Ach, entreiß mich ganz der welt, Daß ich thu', was dir gefällt. 8. In dir, der einst auf erwecket, Ist erlösung mir ge- 3. Du schmücktest durch dein schenkt. Nun wird hoffnung, mächtig werde!" Mit reiz und was sonst schrecket; Nun wird pracht mein irdisch haus, Und freude, was sonst kränkt, Sa gossest über diese erde Die wunerlösung, wenn ich leide, Noch der aller schönheit aus, Und erlösung, wenn ich scheide, Einst schufft mir feine sinne an, Daß erlösung aus dem grab, Ist's, ich sie auch empfinden kann. was Gott in dir mir gab. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen, licht, Kraft, deine vorschrift zu erfüllen, Und eine richtschnur meiner pflicht, Der tugend inneres gefühl, Und freiheit, wie ich wählen will. 4. Und dennoch läsfest du 9. Schreckt mur plagen, tod, mich wissen, Daß dies mein verwesung! Weisheit und ge- irdisch haus zerbricht. Ich soll rechtigkeit, Heiligung und einst zwar diese welt genießen, Doch erlösung Stillen schrecken, angst als genöss' ich ihrer nicht; Ich und leid: Und so theure, hohe soll der sinne lüste fliehn, Wenn gaben Soll ich, Herr, in dir sie mich zu der erde ziehn; 374 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 5. Der freude soll ich oft 11. Laß mich oft in gesunden nicht achten, Die mein herz tagen Mein grab mir in gefür so schmeichelnd hält, Nach danken bau'n, Und bei des wollust, ehr' und geld nicht lebens freud' und plagen Auf trachten, Das meinem wahn dich und auf das fünft'ge so wohl gefällt; Was fleisch schau'n, Damit ich, meiner und blut oft wehe thut, Das pflicht getreu, Des höhern soll ich wählen als ein gut. lebens fähig sei. 6. Die prüfung, Gott, war nicht vergebens; Ich sollte zeiMel. O Gott, du frommer Gott. gen, ob ich treu, In der ge: 486. Mas frag' ich nach dir zu wohnen würdig sei, Ob ich, vom tand des eiteln leer, Einst höh'rer freuden fähig wär'. 7. Denn du willst eine neue erde und einen neuen himmel bau'n; Und daß ich hier geheiligt werde, Soll ich auf's unsichtbare schau'n, Dem reiz der lüste widerstehn, Und stets auf deinen wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, Der großen hoffnung werth zu sein, Und diese furzen prüfungstage Gott und der tugend blos zu weihn, Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zum bessern leben führt; 3. Die welt sucht ehr' und ruhm Bei hocherhab'nen leuten, Und denket nicht daran, Wie bald doch diese gleiten; Das 9. Wohl mir, wenn ich den aber, was mein herz Vor antrieb zur fünde, Die lust des dern rühmlich hält, Ist Jesus fleisches und der welt Und jede nur allein; Was frag' ich nach Lockung überwinde, Die noch der welt! mein herz gefesselt hält, Und, 4. Die welt sucht geld und o welch glänzender gewinn! gut, Ist niemals recht zufrieHier sieger, dort gekrönet bin! den Mit dem, was ihr der Herr 10. Gott! gieb deines gei- Zu ihrem theil beschieden. Ich stes stärke, Der du in schwachen weiß ein besser gut, Das meimächtig bist, Dem, der zu die- nem geist gefällt: Ist Jesus sem großen werke 3u flein, zu nur mein schatz, Was frag' schwach, zu sinnlich ist; Lehr' ich nach der welt! mich das irdische verschmähn, Und stets nach meinem ziele ſehn; allen ihren schäßen, Kann ich mich nur an dir, Mein Jesu, stets ergößen! Dich hab' ich mir zum ziel Beständig vorgestellt; Du, du bist meine ruh'; Was frag' ich nach der welt! 2. Die welt ist wie ein rauch, Der in der luft vergehet, Und einem schatten gleich, Der turze zeit bestehet; Mein Jesus aber bleibt, Wenn alles bricht und fällt; Er ist ein starker fels; Was frag' ich nach der welt! 5. Die welt ereifert sich, Sobald man sie verachtet, Und fürchtet, daß man ihr Nach ihrer Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 375 ehre trachtet; Sch trage Christi| für und für Nach solchem leben schmach, So lang' es ihm ge- trachten: Es ist mir leid, daß fällt. Wenn mich mein heiland in der zeit Ich dieses nicht kann ehrt, Was frag' ich nach der achten. welt! 3. Laß fleisches, welt- und 6. Die welt kann ihre lust augenlust In mir nicht länger Nicht hoch genug erheben; Sie walten; Ein bessers ist mir ja dürfte wol dafür Sogar den bewußt, Daran ich mich soll himmel geben. Nur eitle ruhm- halten. Gieb, daß mein sinn sucht macht, Daß man zu ihr sich schwinge hin zu dir mit sich hält. Ich liebe meinen freud' und wonne. Du bist Gott; Was frag' ich nach der mein licht und zuversicht Und welt! meines geistes sonne. 7. Was frag' ich nach der 4. O vater, laß dein schwawelt, Die plößlich einst ver- ches kind Nach deiner liebe schwindet, Vor deren untergang trachten! Die welt vergeht, wie Sich gar fein mittel findet! dampf und wind; Die welt Was irdisch ist, vergeht, Und will ich verachten. Ein unteralle lust verfällt. Bleibt Jesus than läuft stets die bahn Im nur mein theil, Was frag' ich dienste seines fürsten; O Herr, nach der welt! laß mich auch ewiglich Nach deiner gnade dürsten. 8. Was frag' ich nach der welt! Mein Jesus ist mein 5. Kommt trübsal oder freuz leben, Mein schat, mein eigen- heran, So laß mich nicht verthum; Ihm hab' ich mich er- zagen, Da mir dein wort schon geben; Er ist mein himmelreich, helfen kann, Mein elend leicht Der mir allein gefällt; Drum ertragen. Ich weiß ja wohl, sag' ich noch einmal: Was daß ich einst soll Mit dir, Herr, frag' ich nach der welt!( 110) Mel. Was mein Gott will, gescheh' ewig leben; Sollt' ich denn nicht, o du mein licht! Nach solcher wohlfahrt streben? all'zeit. 487. blindheit! bin 6. Was ist doch freuz und ich denn, der alle noth? Was ist doch alles welt Zu dienen, nur erschaffen? leiden? Was herzensangst? Und hat mein schöpfer mich be- was gar der tod? Es dient zu stellt, Daß ich soll emsig gaffen meinen freuden, So bald ich, Nach eitelm gut, und meinen Herr, nur jene ehr' Und herrmuth Auf solche thorheit setzen, lichkeit bedenke, Und in der zeit Die leichtlich kann den klügsten zur ewigkeit Den müden geist mann Anseel' und leib verlegen? nur lente. 2. Mein Gott, erschaffen hast 7. O Gottes haus, o schönste du mich Zu deinem freuden-| stadt, O stadt voll freud' und leben: Das weiß und gläub' ich wonne! Ich bin des lebens völfestiglich, Kann doch nicht recht lig satt, Daß ich die freudenerheben Mein herz zu dir, und sonne, Das klare licht und an 376 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. gesicht Des allerhöchsten schaue, Zur herrlichkeit bald scheiden; Wie ich, mein hort, nach dei- Denn ich bin dein, und du bist nem wort Hierauf voll hoff- mein: Drauf fahr' ich hin mit nung baue. freuden. ( 118) 8. Ach, ach, wann wird mein bräutigam Mich einmal tom- Mel. Gott des himmels und der erden. men heißen? Wann wird mich 488.3 Un dem leben hier lamm, Der auf erden Ist doch lichkeit entreißen? Wann werd' nichts als eitelkeit, Böses beiich doch dies schwere joch Von spiel, viel beschwerden, Plage, meinen schultern legen? Wann flage, müh' und streit, Kumzeiget sich doch auch für mich mer, sorge, angst und noth, Des himmels freud' und segen? Krankheit und zuletzt der tod. 9. Wann soll ich doch dein angesicht, liebster Jesu, sehen? Wann werd' ich einst in deinem licht, O licht der seelen, stehen? Mein Gott und Herr, barmherziger! Wann werd' ich aufgenommen, Daß aus der zeit zur ewigkeit Ich schleunig möge kommen? 2. Nimm dies, frommer christ, zu herzen, Sinne nach mit allem fleiß, Wie du solche noth und schmerzen Tragen willst zu Gottes preis; Merke dir zum unterricht, Was Gott selbst im worte spricht. 3. Gott sei deine größte freude, Er sei nur dein höchstes gut, Dann behältst du auch im leide Hoffnung, glauben, trost und muth. Gott ist mächtig und voll huld, Hilft uns gern und hat geduld. 10. Noch irr' ich hier im jammerthal, In diesem fremden lande; Ich leide hier so manche qual, Oft spott und viele schande. Hilf mir heraus; des vaters haus Laß mich zur wohnung haben, Laß jenen ort auch mich hinfort Mit höchster wollust laben. 4. Fliehe alle schnöden fünden, Sonst vergrößert sich die noth, Und du wirst mit schrecken finden, Daß dein ende sei der tod. Gott der Herr hat ihn gedroht, Darum halte sein gebot. 5. Fürchte Gott von ganzer seelen, Sei der tugend stets getreu: Es wird freilich viel dran fehlen, Daß sie ganz vollkommen sei; Doch du mußt auf Jesum sehn, Dann wirst du gerecht bestehn. 12. O schönste stadt, o Ela- 6. Rühmst du dich, vor Gott res licht, Oseligkeit ohn' ende! zu wandeln Und ein rechter Mit froher glaubenszuversicht christ zu sein, Mußt du immer Erheb' ich meine hände. Laß redlich handeln. Wahre tugend, mich von hier, o Gott zu dir, nicht der schein, Ist es, was 11. O möcht' ich armer doch, befreit Von angst und allem schrecken, Des ew'gen lebens herrlichkeit Bei dir im himmel schmecken! O süße kraft! o lebensjaft! Wann werd' ich dich empfinden? Laß mich die welt doch als ein held Recht siegreich überwinden. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 377 Gott bei dir sucht, Dies ist feines geistes frucht. 7. Sei nicht stolz in deinem leben, Sei vielmehr der demuth freund; Bist du eitler ehr' ergeben, So bleibt Gott dein größter feind. Schickt auch Gott dir treuz und leid, Trag' es mit gelassenheit. 5. Gieb, daß ich meinen lüften Absterb', wie einem christen Nach Christi tod gebührt, Daß ich mich dir ergebe, Nach deinem willen lebe, Wie mich dein geist regiert und führt. 6. Mein will' ist unbeständig, Wird bald von dir abwendig; Gieb, daß ich dir anhang' Und dir, dem wahren gute, Nur dir mit herz und muthe Geheiligt sei mein lebenlang: 8. Kurz sind dieses Lebens schranken, Schnell bricht oft der tod herein: Hierauf richte die gedanken; Uebe dich, stets fromm zu sein, So nimmt Gott dich aus der zeit Zur gewünschten seligkeit. ( 14) 7. Herr, das ist dein geschäfte, Du schaffst, daß uns die träfte 3ur sündenlust vergehn, Daß wir den eigenwillen In Gottes willen stillen, Und unsre werk' in Gott geschehn. " 1 8. Des alten Adams triebe, Gewinn- und eigenliebe, Die fagst mit flaren worten: Wer schnöde eigenehr', Die müssen mir recht folgen will, Der muß sich mein nicht schämen, Sein freuz gern auf sich nehmen, Und sich verleugnen fromm und still." erst verschwinden, Daß die beliebten fünden Nun nicht mehr herrschen, wie bisher. 2. Ich bitte dich von herzen, Kraft deiner todesschmerzen Vollbringe du an mir Durch deines geistes gaben, Was du von mir willst haben, Daß ich dir folge für und für. 3. Wie schwer ist doch zu fassen, Was wir natürlich hassen, Das wort: ,, verleugne dich!" Drum, was aus eig'nem willen Ich selbst nicht kann erfüllen, Das wirke du, Gott, gnädiglich. 489. Mel. Nun ruhen alle wälder. Jesu, der du dorten Selbst 9. Ist was an uns zu loben, Das Gott uns schenkt von oben, Von seinem heiligthum, Das muß man gnade nennen, Und frei dabei bekennen: Nicht uns, Herr, sondern dir sei ruhm! 10. Will uns das herz verleiten Zu manchen eitelkeiten, Sieht man die freche welt, Was sträflich ist, beginnen: Da muß man sich besinnen, Ob das dem höchsten wohlgefällt. 11: Wenn zorn und zank und rache, Oft bei geringer sache, Den muth entzünden sehr, Dann soll man sich bezähmen, und seinen sinn beschämen 4. Hilf meinen willen brechen, Hilf seine träfte schwächen, Den eigensinn zerschlag', Reut' Durch Christi sanftmnth, lieb' aus die eigenliebe, Daß deine und lehr'. lieb' ich übe, Und diese bei mir früchte trag'. 12. Gehn sonst auch die gedanken Aus des gehorsams 378 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. schranken, Fällt böse lust uns die welt Und ihre Lust zu ein: Muß gleich bei solchen hassen; Drum wirk' in mir, dingen Der geist das fleisch| was ich nicht kann, Führ' mich bezwingen, Und Gottes wort zu deiner liebe an, Und dämpf die regel sein. die eigenliebe. 3. Gieb, daß ich aller bösen lust Absterb', und dir nur lebe; 13. Will die verwöhnte seele Aus ihrer sündenhöhle Nie ernstlich an die buß'; Sei nur im eifer fräftig Und im gebet geschäftig; Gott ist es, der befehren muß. ein unbestand sei mir bewußt, Wenn ich mich dir ergebe. Gieb, Jesu, daß ich niemals mir Noch meinem willen, sondern dir Und deinem willen folge. 4. Wird fleisch und blut erst mit beiden, Des vaters will' unterdrückt; Wird schnöder ist hier. Bist du sein kind, ent- eigenwille In meiner eiteln schließe Dich zu dem joch, das brust erstickt; Sind die begiersüße, Und sprich: ,, mein Gott, den stille, Alsdann fängt Gott ich folge dir!" sein werk recht an, Daß ich durch seine gnade fann Mir selber ganz absterben. 15. Mach', Jesu, mich im herzen Durch deine todes schmerzen Von eigenliebe frei; Hilf, daß ich mich beschränke, An meinen taufbund denke, Und deinem bilde ähnlich sei. 5. Mein herz ist eitler lüſte voll, Blind, finster, ohne leben. Was Gott in mir gefallen soll, Muß er mir selber geben. Er16. Gieb mir den geist der leuchtet mich sein gnadenschein, stärke Zum selbstverleugnungs- So kann ich ihm gefällig sein werke; Ich hab' es nicht von Und ihm zu ehren leben. mir. Werd' ich mir nichts zuschreiben, Wirst du mir alles bleiben, So sterb' ich mir, so leb' ich dir. ( 37) 14. Nimm an so tod als leiden; Und prüft auch Gott Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 490.W Lill jemand Christi jünger sein, Der muß sich sein nicht schämen, Sich selbst verleugnen, Christi pein Und freuz gern auf sich nehmen; Drum, Jesu, gieb mir deine fraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 2. Du weißt ja, daß es schwerer fällt, Den eigensinn zu lassen und sich verleugnen, als 6. Gieb, Jesu, mir den gnadenschein, Daß ich dich recht erkenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer liebe brenne; Entreiß' mich mir, und gieb mich dir, Laß meine seele für und für Mit dir verbunden bleiben. 7. Ich schmachte, Herr, nach deiner fraft; Stärk' mich mit deiner güte: Dein geist, der alles gute schafft, Erfülle mein gemüthe: So werd' ich eitle ehre fliehn, Dir ähnlich sein, und mich bemühn, Dein jünger stets zu bleiben. 8. Herr, deine liebe giebt allein Heil, seligkeit und leben; Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 379 Die eigenliebe fann nur pein gebührt nur dir; Der stolz will Und lauter unheil geben. Du dir sie stehlen, Darum zerstöre giebst uns segen, heil und ruh'; selbst in mir Den hochmuth Der eig'ne ruhm schreibt sich eitler seelen, Nimm eigenliebe es zu, Drum muß es dir miß- völlig hin Und gieb mir Christi fallen. herz und sinn, Der dich stets liebt und ehret. 9. Preis, ehr' und ruhm g. Von der Bewahrung des Gewissens. Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 491. Wen enn ich ein gut gewissen habe, So hab' ich große seligkeit! Es ist des himmels beste gabe, Das höchste glück in dieser zeit; In freud' und leiden giebt es hier Die wahre seelenruhe mir. 2. Ich bebe nicht, wenn sünder beben, Daß Gott gerecht und heilig ist; Mein herz giebt zeugniß meinem leben, Daß ich gewandelt als ein christ, Des göttlichen berufes werth, Der mich im himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, Und ihn voll glaubensfreudigkeit Als meinen vater anzubeten, Der, was ich habe, mir verleiht, Und jedem heil und segen giebt, Der ihn von grund des herzens liebt. 4. Mit muth trag' ich des lebens leiden, Verfolgung, läst'rung, schmach und hohn, Denn des gewissens im're freuden Sind süßer, als der erde lohn; Und was fann höhern trost verleihn, Als ohne schuld im Leiden sein? gesicht; Sie ist mein labsal in den schmerzen und in der finsterniß mein licht; Sie macht getrost, wenn auch die welt Erzittert und in trümmer fällt. 6. Ich eile mit gesetztem schritte Des lebens letzter stunde zu; Denn der verfall'nen leibesHütte Zeigt sich im grabe sanfte ruh', Indem mein geist, der Gott gelebt, Zu seinem ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge fünde, Mein heiland giebt mir trost und muth; Ich weiß, daß ich stets ruhe finde In der versöhnung durch sein blut; Er, der für mich gebüßet hat, Tilgt alle meine miſsethat. 8. Djeele! darum sei beflissen, Daß frömmigkeit und heiligkeit Dir immerdar ein gut gewissen Und glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich, Denn 0, könnt' ich ohne dich? was ( 158) Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 492. welch' ein unschäßbares gut 5. Die fröhlichkeit in meinem Sit, Herr, ein rein gewissen! Ber herzen Verbreitet sich auf mein dieses hat, der hat auch muth, 380 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. Wenn andre zagen müssen;| Daß sie vor sünden hüte sich Sein ruhig herz erzittert nicht, Und nie aus vorsatz fehle; Ihn schreckt fein tod und kein Denn nur wer reines herzens gericht, Denn er hat dich zum ist, Hat immer dich durch freunde. Jesum Christ, Allwissender, zum ( 118) 2. Sich deines beifalls, Gott, troste. bewußt, Traut er auf deine gnade; An dieser hat er seine Mel. Gott des himmels und der erden. rommer Gott! ein int; Wer ist's, der dann ihm 493.gut gewissen 3ft schade? Auf dich sieht er bei aller noth, Womit die zukunft der christen schatz und ruhm; ihn bedroht; Ihn tröstet deine Wenn sie hab' und güter miſsen, vorsicht. Bleibt doch dies ihr eigenthum; 3. Trifft ihn auch hier zu- Nimmt der feind, beraubt die weilen noch Die geißel böser gluth, Giebt doch dieses trost zungen; Wird seines herzens ruhe doch Dadurch nicht ganz bezwungen; Er hütet sich vor übelthat Und denkt, der lügen wird wol rath, Gott wird die unschuld retten. und muth; 2. Es steht fester als die mauern, Wenn sich sturm und wetter regt, Giebt uns fräfte auszudauern, Wenn schon alles auf uns schlägt; Man verachtet list und wuth, Ist nur das gewissen gut. 4. Sein geist sieht mit zu friedenheit Der fünft'gen welt entgegen; Sie giebt ihm muth und freudigkeit Auf allen seinen wegen; Denn dort macht selbst, o Herr, dein mund Den wahren werth der menschen hund; Da wird der fromme siegen. 3. Aber ach, ein bös' gewissen Klagt den frechen fünder an! Wenn er sich von Gott gerissen Und das böse oft gethan, Tritt es doch zuletzt empor Und hält ihm die bosheit vor. 5. So hilf denn, daß ich, 4. Sünder, die sich sicher mir zum heil, Ein unverletzt machen, Werden freilich bald gewissen, Des lebens allerbestes hierbei Uleber das gewissen theil, Zu haben, sei beflissen! Mit lachen, Doch sie sind davon dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, nicht frei; Es erwachet schon Dein heilig recht nicht zu ent- einmal Und bringt große angst weihn, Das sei mein größter eifer. und qual. 6. Gieb, daß ich des gewissens 5. Herr, von dir kommt alles spruch, Als deine stimme, ehre, gute; Mache mein gewissen Und immer aufmerksam genug rein. Ich will dir mit frohem Auf seine warnung höre. Er- muthe Unterthan und eigen innert's mich an meine schuld, sein. Beff're meinen geist und So laß mich, vater, deine huld sinn, Bis ich dir gefällig bin. Voll reu' und glauben suchen. 6. Halte mich dabei im glau7. Mit deiner gnade stärke ben, Mach' mich Christo gleichmich Und waffne meine seele, gesinnt, Laß mir nichts den Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 381 vorzug rauben, Ich sei dein ge- bekämpfte ich Die aufgestieg'ne liebtes find. Schmähet mich luft. ein falscher mund; Du kennst meines herzens grund. 8. Und o welch' schreckliches gericht, Muß ich mir selbst gestehn. Dem fall, der sünd' entging ich nicht, und konnt' ihr doch entgehn. 7. Zieh' mich ab von deren handel, Wo man falsche ränke schließt, Weil dergleichen lebenswandel Wider das gewissen ist; Laß mich fest darauf beruhn, Nichts zu scheuen, recht zu thun. 9. Nur ruh' und freudigkeit erhöhn Den werth von unserm glück, Versüßen uns im wohlergehn Den frohsten augenblick. 10. Ist's nicht ein gottgelaff'nes herz, Das deinen kummer stillt, Und dich, befreit von deinem schmerz, Mit freude noch erfüllt? 11. Ein ruhig herz nur giebt dir muth, Die güter zu verschmähn, Worauf mehr, als auf's höchste gut, Die niedern seelen sehn. Mel. Nun sich der tag geendet hat. 494.$ ab ab' ich ein gut gewissen nur, wie getroft bin ich! Nichts ist für mich in der natur Alsdann noch fürchterlich. 2. Ein reines herz, das thätig glaubt, Nur dies sei stets mein theil: Trotz dem, der mir dies kleinod raubt! Nur Gottes fried' ist heil. 3. Wenn Gottes geist selbst in mir zeugt, Daß ich sein erbe bin; Wenn meine fünde in mir schweigt, Welch' herrlicher gewinn! 4. Und diesen seligen gewinn, Dies glück und diese ruh' Gäb' ich für lust der sinne hin? Das lasse Gott nicht zu. 5. Ich stürze mich in jene pein, Stets von mir selbst verflagt, Den fluch zu fühlen und das dräu'n, Womit die fünde plagt. 6. Laß es der pflichten schwerste sein, Daß du dich selbst bekriegst. Wie wird dich's nach dem kampf erfreu'n, Wenn du dich selbst besiegst! 7. Welch' hoher freude ist man sich mit wahrheit selbst bewußt: Durch Gottes fraft 12. Erduldet hier der fromme spott; er ist ruhm für ihn. Das gute thun, schafft ruhm bei Gott Und ruhm, das böse fliehn. 13. Zu Gott hinauf gen himmel schau'n, In seinem herzen rein, Und sagen: du bist mein vertrau'n! Welch' glück kann größer sein? 14. Wie bald kommt nicht die letzte nacht, Da alles von dir weicht! Und nur ein gut gewissen macht Den tod selbſt süß und leicht. 15. Wohl dem, der diese ruh' genießt, Dem sein gewissen sagt, Daß nichts verdammlich's an ihm ist, Was ihn bei Gott verklagt! 16. Der fromme sagt: ,, und wenn die welt, Wenn erd' und himmel bricht; Gott ist es, der mich schützt und hält, Darum verzag' ich nicht."( 49) 382 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. Mel. Mein Gott, du wohnst in freu'n, So wird ihn bald sein einem lichte. 3orn gereu'n. vor 6. Soll ich auch und 495. Wallent, mich ertrübsal leiden. Es iſt ja meiner as götzen? Sollt's nicht ein gut ge- sünden schuld; Ach, laß mich wissen sein? Drum will ich's nur dabei vermeiden, Daß ich nimmermehr verlegen, Im glau- mich je aus ungeduld An dir, ben treu, im leben rein, Im mein Gott, verfündige Und deiwandel fromm sein ohne schuld, nem willen widersteh'; Im freuz gelassen mit geduld. 7. Und also soll mein ganzes 2. Ich bin ein fremdling auf leben Zu Gottes preis gerichtet der erden; Was gehn mich ihre sein; Ich bleibe meinem Gott Lüfte an! Mein fleisch soll ergeben; Ich gehe aus, ich gehe nie so mächtig werden, Daß es ein, In handel, wandel, amt den geist besiegen kann. Die und pflicht Vergeff' ich mein welt vergeht mit ihrer Lust, gewissen nicht. Mir ist ein beff'res theil bewußt. 3. Mein Gott soll mir an allen orten Im Herzen und vor augen stehn; Ich will mich üben, seinen worten, So viel mir möglich, nachzugehn, Und seine furcht lent' meinen sinn Nur stets zu seiner ehre hin. 8. Doch, Herr, was ich mir vorgenommen, Steht nicht in meiner eig'nen kraft; Es muß von deiner gnade kommen, Die alles gute in mir schafft. Hab' ich den vorsatz, Herr, von dir, So schaff' auch selbst das werk in mir. 9. Zuvörderst heil'ge mein 4. Den obern will ich gerne gewissen, Und mach' es rein weichen Und ehren, die Gott durch Christi blut, Dann laß selber ehrt, Will friedlich sein mich emsig sein beflissen, Daß mit meines gleichen; Ich will, es nicht anders denkt noch thut, was mir mein Gott beschert, Alls was dir, vater, wohlWohl anzuwenden mich bemühn, gefällt, So fahr' ich fröhlich Und mich dem nächsten nicht aus der welt. entziehn. 10. Nun, Herr, du kannst das alles geben, So gieb mir, gieb uns insgesammt Ein gut gewissen in dem leben, Ein gut gewissen in dem amt, Ein gut gewissen in der noth, Ein gut 5. Mit freunden will ich freundlich leben Im herzen, worten, werk und that; Dem feinde will ich gern vergeben, Womit er mich betrübet hat; Mit wohlthun will ich ihn er- gewissen auch im tod. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 383 h. Von der täglichen Bußze. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen sind. gericht, Herr, mit mir gehn, So kann ich nicht vor dir bestehn. 496. Mein Rein Gott, du allerreinstes licht! 9. Ach, vater, habe doch geDu weißt gar wol, was mir duld! Vergieb so manche, manche gebricht; Es ist dir mein be- schuld! Sieh', was ich selbst trübter stand Weit besser, als mir selbst, bekannt. nicht merken kann, Um Christi willen ja nicht an! 2. Das fleisch ist schwach, obgleich der geist Durch deine fraft sich willig weist; Die fünde flebt mir immer an, Und zieht mich von der rechten bahn: 3. So thu' ich denn, was ich nicht will, Und steh' im laufen oftmals still; Es lenkt mich der verderbte sinn Stets zum verbot'nen baume hin. 4. Die böse lust regt sich in mir, Und zieht mein herz gar oft von dir; Die liebe zu der eiteln welt Macht, daß mein thun dir oft mißfällt. 5. Ich nehme mir das gute vor; Doch, steigt der böse trieb empor, Dann flieh' ich, leider! deine zucht, Und höre dein wort ohne frucht. 10. Dein blut und tod, mein Jesu, schafft, Daß, was von schulden an mir haft't, Vor Gott mich nicht verdammen fann; Ich ziehe deine unschuld an. 11. Bespreng' mich täglich durch dein blut, Und mache meine fehler gut, Erneu' in mir herz, muth und sinn, Damit ich täglich frömmer bin. 12. Fest, Herr, laß meinen vorsatz stehn, Und mich auf guten wegen gehn, Steh' mir mit deinem geiste bei, Daß ich ein kind des lichtes sei. 7. Ich weiß, ich soll rechtschaffen sein, Doch zeigt sich oft nur bloßer schein; Mein christenthum und glaube hat Nur oft den namen ohne that: 13. Geist Gottes, lente meinen geist, Daß er der welt sich ganz entreißt, Mit eifer nach dem himmel strebt, Und dir allein zur ehre lebt. 6. Wie laulich ist nicht mein 14. Führt fleisch und blut gebet; Wenn ich, Herr, vor mich in den streit, So rüste dein antlig tret', Mich mit mich mit tapferkeit, Und treibe dem munde zu dir nah', Ist mich stets träftig an, Daß ich meine seele selten da. mich selbst verleugnen kann. 15. Den alten menschen dämpf' in mir, Mit neuer traft den neuen zier', Laß Adam täglich untergehn, Und mich mit Christo auferstehn. 16. Und endlich führe mich dahin, Wo ich erst recht vollkommen 8. Siehst du dies als ein richter an, Der herz und nieren prüfen kann, Willst in's bin: O Gott, da will ich vor dir 384 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. stehn, Und ewig deinen ruhm| borg'nen stolzes triebe, Ch' erhöhn. ich's merke, ziehen sie mich zur fünde, die ich flich'. Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. 497. A ch, wann werd' ich 6. Weh' mir, daß ich wider willen, Ja mit tödtendem vervon der fünde, druß, Das gesetz der sünd' erGott, mein vater, völlig frei, füllen, Und dir widerstreben Daß ich sie ganz überwinde, muß! Ach, wer wird mich ganz Ganz dir wohlgefällig sei? vom bösen, Von des todes Noch nicht, ich gesteh's mit leib erlösen? Ich elender! wer thränen, Kann ich mich von ihr befreit Ganz mich von der entwöhnen; Immer noch ereilt sündlichkeit? sie mich, Und versucht mich wider dich. 2. Längst hab' ich mir's vorgenommen, Dir mein leben ganz zu weihn; Redlich, schwur ich, und vollkommen Soll vor Gott mein wandel sein, Allen vortheil, alle freuden, Die mich drohn, von ihm zu scheiden, Will ich mit verachtung fliehn, Denn von Herzen lieb' ich ihn. 7. Du verzeihst mir die gebrechen Meiner fündigen natur; Nicht die schwachheit wirst du rächen, Bösen vorsatz strafft du nur. Hätt' ich nicht den trost, ich würde Unter meiner mängel bürde Ganz erliegen und mich dein, Höchstes gut, nie wieder freu'n. 8. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die fünde 3. Gott, du sahest, wie ich's nach; Kann ich nicht vollkommen meinte, Wie ich alle missethat, werden, Bin und bleib' ich hier Der ich schuldig war, beweinte, noch schwach: Ach, so segne Und dich um vergebung bat, mein bestreben, So gerecht ich Welch' ein ernstliches bestreben, kann, zu leben, Daß ich doch Meinem vorsat treu zu leben, Von dem tag an immerdar Meiner buße wirkung war. von heuchelei Und von bosheit ferne sei. 9. Wenn ich falle, laß mich's 4. Auch hat keine Lust zur merken, Laß mich streben, auf fünde Wiederum mein herz be- zustehn, Eile, mich, dein kind, thört. Ernstlich haff' ich sie, und zu stärken, Lehre selbst mich finde Täglich diesen haß ver- fester gehn, Warne mich, sei mehrt; Nicht vom leichtsinn hingerissen That ich wider mein gewissen, Hab' auch nicht, so viel ich weiß, Mich versündiget mit fleiß; mein begleiter, Täglich führe, Gott, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit. ( 100) 5. Aber ach, wie oft empöret Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. Sich die leidenſchaft in mir, 498 Mein liebſter heiUnd verführet darf Meine freudigkeit zu dir: Ueber- dich Wol meinen freund noch eilung, eigenliebe, Des ver- nennen? Beleidigt hab' ich Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 385 freilich dich, Dies muß ich frei| ich dich Als meinen Gott umbekennen; Doch zeig' jetzt deine fassen; Ich will dich nicht, freundestreu', Sprich mich von bevor du mich Erhörst und meinen sünden frei Und tilg' segnest, lassen: Dies wirst du mein übertreten! thun, dies stehet fest; Unmög2. Ich fühle, wie mein herzlich, daß mein freund mich läßt, jetzt zagt, Und was es muß Er wird sich mein erbarmen. empfinden, Wie mein gewissen mich verklagt Beim blick auf viele sünden, Womit ich meine pflicht verlegt, Oft aus den augen dich gesetzt, Oft meinen bund gebrochen. 8. Dies kann hievon ein pfand mir sein, Was uns von dir gegeben: Dein leib im brod, dein blut im wein, Zur stärkung und zum leben. Denk' ich daran, so freu' ich mich, Ach liebster freund! ich wünschte dich Bald würdig zu genießen. 3. Oft hab' ich wieder meine pflicht Das böse ausgeübet, Oft aber auch das gute nicht 9. Ich will denn auch die Mit rechtem ernst geliebet; Ich lust der welt Von nun an nicht hab' nicht deine gütigkeit, Sch mehr lieben, Will nur in dem, habe nicht die gnadenzeit Mit was dir gefällt, Mich unaufforgfalt stets gebrauchet. hörlich üben; Der bund, der 4. Die schuld, o Jesu, ist in der tauf' gemacht und deine nur mein Von allen diesen freundschaft mir gebracht, Sei sünden; Doch, um davon be- wieder aufgerichtet. freit zu sein, Weiß ich nicht rath zu finden; In meinen kräften steht es nicht, Und wenn mein freund nicht für mich spricht, kann ich mir selbst nicht helfen. 5. Ich leugne gar nicht meine schuld, Ich will sie frei gestehen. Laß du nach deiner freundeshuld Für recht nur gnad' ergehen! Nur gnade! gnade! rufe 10. Sieh', Herr, mein herz! mit mund und hand Hab' ich dir treu' versprochen; Allein mir ist nicht unbekannt, Wie bald der bund gebrochen; Drum ſteh' mir in der schwachheit bei, Und hilf, daß ich beständig sei In dem, was du befohlen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ich, Ach, nur um gnade bitt' ich 499. Schön iſt die tuDie laß gend, mein ver6. Du willst ja feines sün- langen, Und meiner ganzen liebe ders tod, Du willst nicht sein werth! Mit aller fraft ihr anverderben; Du haft für aller zuhangen, Hat meine seele oft sünder noth Am freuz selbst begehrt: Ach, könnt' ich's, wie wollen sterben; Drum laß, würd' ich mich freu'n! Wer Herr Jesu, doch dein blut, Das heilig ist, wird selig sein. auch vergossen mir zu gut, Für mich die schuld bezahlen. 2. Gott ist der seligkeiten fülle Von ewigkeit zu ewigkeit, Denn sein verstand ist licht, sein 7. Im wahren glauben will 25 386 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. wille Ist ordnung und voll- doch: Du siehst, Herr, dem kommenheit; Von ewigkeit her ich's flage, Wie ungern ich es war er gut, Und bleibt's, und trage. recht ist, was er thut. 2. Weit mehr, mein Gott, 3. Wie schnell umhüllen betrübt mich dies, Als alle noth finsternisse Mich, wenn ich auch der erde, Daß ich noch immer erleuchtet bin, Dann fliehn die nicht gewiß Und fest im guten heiligsten entschlüsse, Den mor- werde. Wie fürcht' ich mich, gennebeln gleich, dahin; Bald Ich werde dich, Durch fleisch wähl' ich, was dem Herrn ge- und blut getrieben, Nicht treu, fällt, Bald wieder deinen dienst, nicht ewig lieben! o welt. 3. Doch ich will ruhig sein 4. Ich armer! darum fehrt in dir, Der du die herzen prüfein friede In meinem bangen fest. Du kennest uns, nur staub herzen ein: Wie bin ich dieses sind wir, Den du in's leben wechsels müde! Wann werd' ich fest im guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit Nur deinem dienste, Gott, geweiht? riefest. Gott, dein gericht Verdammt uns nicht, Wenn wir nicht schon auf erden Wie engel heilig werden. 5. Unwandelbar ist deine wahrheit, Herr, aller guten gaben quell; Sie leuchte mir in voller flarheit Beständig, unbefleckt und hell, Damit der sünde täuscherei Nie für mein herz gefährlich sei. 4. Wir gehn in unvollkommenheit Auf dieses Lebens pfade, Doch unsre schwache frömmigkeit Belohnst du auch mit gnade. Das herz soll rein Von bosheit sein, Dann willst du die gebrechen Der menschlichkeit nicht rächen. 6. Nimm hin, o bater, meine seele, In deiner liebe mache mich, Daß ich kein andres gut mir wähle, Gewiß und unveränderlich; Denn, bin ich erst dein eigenthum, So bin ich ewig auch dein ruhm.( 24) 5. Ich weiß, mein mittler Jesus Christ Hat meine schuld getragen, Weil er für mich gestorben ist; Wie könnt' ich denn verzagen? Verdammte mich Dein zorn, der ich Zwar schwach bin, aber glaube, Was nügte mir mein glaube? 6. Hilf du mir fämpfen, daß ich, Herr, Mich selber überwinde, So werd' ich täglich 500. freier von der vom gesetz der fünden? Ich fünde; Dort, dort wird sie kämpfe täglich wider sie, Und Mich ewig nie Von deiner liebe fann nicht überwinden: Ich trennen, Mich nie verführen haff' ihr joch, Und trag' es können. ( 100) Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. ch, wird denn dein Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 387 i. Vom Wachsthum im Guten. Mel. O Gott, du frommer Gott.| du zurücke bleibest, Stets lieb, schwach im glauben Und 501.J und bleibe an ihm immer klagen treibeſt? An Jeſu hangen; Nur er ist meine lust, fehlt es nicht, Er ist voll lieb' Nur er ist mein verlangen. Fehl' und treu', Und steht dem, der ich gleich hie und da In des ihn sucht, Und wirken lässet, gehorsams pflicht, So trennt bei. mich solches doch Von seiner liebe nicht. 2. Gott, der die menschen schuf, Und den ihm theuern 2. Denn hätt' ich nur die seelen Die seligkeit versprach, traft, Die ich mir wünschen Läßt seine fraft nie fehlen. wollte; Wenn meines herzens Aus liebe gab er ja Den sohn wunsch Erfüllet werden sollte, in höllenpein, Um dich herausGewiß, ich bliebe treu Und diente zuziehn: Kann etwas größer ihm allein; Er sollte selbst er sein? freut Durch meine liebe sein. Mein 3. Nichts gutes war in dir, 3. Das wollen und der muth Nur eine quell' von sünden, Sind da, obgleich zu zeiten Es Ein herz voll böser lust War, am vollbringen fehlt. was in dir zu finden; Du geist muß täglich streiten Mit lagst in deinem blut, Trugst meinem fleisch und blut. Adams sündenbild, Du warst, Schwach bleib' ich immerhin, So lange ich ein kind In Christi liebe bin; 4. Doch, werd' ich dermaleinst Zu mehrer stärke kommen, Wie treu will ich ihm sein, Dem gütigen, dem frommen, Dem allerbesten freund! Ihm nur, ihm ganz allein Soll seele, herz und geist Zum dienst ge- höllennoth. heiligt sein. 5. Und was hat Gottes Herz 5. Herr Jesu, stärke du So gnadenreich bewogen, Daß Mein Herz in den gedanken, er so vielmal dich Durch seinen So werd' ich nimmermehr In geist gezogen? O sieh', ob Gott deiner liebe wanken; Ach, gieb es nicht Recht treulich mit dir mir deine kraft, Entzünde nur meint! Bist du nicht selber für dich Mein herz, so bleib' schuld Und deiner wohlfahrt ich treu Dir, Jesu, ewiglich. feind? 6. Ach ja, mein treuer Gott, Du bleibest der gerechte, Wenn wer ist schuld, man dich richten will, Nur mein herz, Daß wir sind böse tnechte. Du hast 25* Mel. O Gott, du frommer Gott. 502.A o jammerstand! Mit zorn und fluch erfüllt. 4. Da kam dein seelenfreund, Und heilte diesen schaden Durch sein vergoff'nes blut, Und setzte dich in gnaden; Da er dein fleisch annahm, Verband er dich mit Gott, Durch seinen tod entriß Er dich der 388 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. mich jederzeit Gesucht zu dir| heit bei, Daß dies mein wahzu ziehn, Ich aber suchte nur, res leben sei, Wenn ich dich Dein gnadenwerk zu fliehn. recht erkenne, Dich lebenslang 7. Vollbringe doch dein werk, mit wahrer treu' Im Herzen Das du selbst angefangen, habe und dabei In deiner liebe Laß mich durch deinen geist brenne; Gewiß dazu gelangen, Wohin 5. Doch weil du meine dein wort mich führt, Zur schwachheit weißt, So bitt' ich, wahren heiligkeit, Und mache du mich selbst zu deinem dienst bereit. daß dein guter geist Mich unterweis' und stärke, Daß man an mir zu deinem ruhm Aus dem rechtschaff'nen christenthum Den wahren glauben merke. 8. So wird mein leib und geist Sich recht in dir erfreuen, Und täglich deinen ruhm Durch 6. Laß mich, wie eine rebe dieses lob erneuen. Was ist, pflegt, Die nur durch kraft des das Gottes treu', Die mich weinstocks trägt, An dir, mein umfasset, gleicht? Sein ruhm erstrecket sich, So weit der himmel reicht. Jesu, hangen; Mein bräutigam! laß deine braut, Mit der du ewig dich vertraut, Trost, heil und gnad' erlangen. Mel. Gott vater, sende deinen geift. 503.D u, Gott der weis7. Du bist mein Herr, was hilft's dem knecht, Der gottlos, heit, zeigest mir, sicher, ungerecht, Wenn er Wie ich soll, als ein werk von Herr! Herr! nur saget? Gieb, dir, Der heiligung nachjagen, wenn mein mund dich Herr! Und als ein baum von guter Herr! nennt, Daß dich mein art, Der selbst von dir gepflan- herz dafür erkennt, Dich ehrt zet ward, Soll gute früchte und nach dir fraget. tragen. 2. Regiere du mir herz und finn, Damit ich möge immer hin In deiner wahrheit wandeln; Dein wort sei meiner füße licht; Entzieh' mir deine gnade nicht, Um gut und recht zu handeln. 8. Ich bin, mein Gott, auf dich getauft, Und dir zum eigenthum erkauft, Drum laß mich dir auch leben, und wieder alles, was du mir Aus vaterhuld geschenket, dir Zum pfand und opfer geben. 9. Gleichwie der baum dem 3. Die bosheit steigt und früchte trägt, Der ihn verpflanz wächst gar sehr, Sie zeigt sich zet und verpflegt: So schaff leider! mehr und mehr Im durch deine pflege, Daß auch argen wort und leben; Drum dein herz die glaubensfrucht sei mein führer, trost und licht, Die es an deinen kindern sucht, Und laß mein schwaches herz An mir stets finden möge. sich nicht Dem falschen schein ergeben. 10. Es wird der eingepfropfte zweig Dem baum an saft und wachsthum gleich, In welchem 4. Ach bringe mir die klug Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 389 er bekleidet: So laß mich, sterben freude schafft, Bis ich Herr, in dir allein Auch leben, das ziel erreiche. wachsen, fruchtbar sein, Weil ich dir einverleibet. 12. Nun seelenfreund! ich weiß gewiß, Du wirst mich 11. Wenn sturm und wetter einst in's paradies Der ewigmir zuseßt, So halte du mich keit verseßen; So komm' und unverletzt, Daß ich nicht von bring' mich aus der zeit In dir weiche; In aller angst gieb deines reiches herrlichkeit zum trost und kraft, Die auch im ewigen ergößen. k. Von der Beharrung im Guten. 5. So sucht die böse welt auch dies, Wie sie mir durch sagst mir zu, Den 504. Du fait ott, zubereiten. Pracht, ehre, wollust, Bleib' ich dir treu bis in gut und geld Sst, was sie mir den tod, So wollest du mir vor augen stellt, Mich dadurch geben Nach der verfloss'nen zu verleiten. jammerzeit Die frone der gerechtigkeit Dort in dem ew'gen leben. Mel. Gott vater, sende deinen geist. 6. 3war oftmals ist mein geist bereit, zu thun, was meine pflicht gebeut; Doch 2. Von herzen gerne wollt' kann ich's nicht vollenden, Weil ich nun, Mein Gott, nach dei mir darin des satans list Und nem willen thun, Und dir ge- welt und fleisch zuwider ist, treu verbleiben; Pflegst du mich Die mich vom guten wenden. doch zu meiner pflicht Durch 7. Ach Gott! wie schlecht deines wortes unterricht Zum bin ich daran, Daß ich das öftern anzutreiben; 3. Ach, aber, weil mein fleisch und blut Mir widerstand hierinnen thut, So trag' ich lust zur fünde, So gar, daß ich zu allem dem, Was gut ist, leider! unbequem Und träge mich befinde. 4. Der teufel trachtet auch dahin, Wie er mir böses in den sinn Und mich in sünden bringe; Er schafft dazu gelegenheit, Braucht große list und wachsamkeit, Damit es ihm gelinge. gute so nicht kann Verrichten, wie ich wollte; Da ich hingegen wider dich Das böse thue, welches ich nicht will, und nicht thun sollte." 8. Ach, Herr, erbarme dich doch mein, Und laß mich nicht verworfen sein, Veränd're mich im herzen; Laß mich nur thun, was dir gefällt, Und ja nicht mit der bösen welt Dein himmelreich verscherzen. 9. Verleihe, daß dein guter geist Mir hülfe, rath und beistand leist' In meinem ganzen 390 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. leben; Von ihm rührt's her, Mel. Nun danket alle Gott. von ihm allein, Daß man dir 505. Was kann ich doch wollest für fann du mir geben. o Herr! dir sagen, Daß du 10. Ach, hilf, daß er mich mich mit geduld So lange zeit leit' und treib', Daß ich ja getragen, Da ich in schwerer fest und standhaft bleib' In sünd' Und übertretung lag, Und deiner reinen lehre, Schlechthin dich, o frommer Gott, Erzürnet mur gläube deiner schrift, Auf manchen tag? daß vernunft und irrthumsgift Mich nimmermehr verfehre. 11. Gieb, treuer vater, daß ich nicht Vergesse meiner christenpflicht; Laß mich nur dahin streben, Daß ich nach deinem heil'gen wort Mög' früchte bringen fort und fort Durch ein gottselig leben. 2. Unendlich große gnad' Beweisest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber im erbarmen; Ich schob die buße auf, Und widerstrebte dir; Du schobst die strafe auf Aus lieb' und huld zu mir. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet; Du 12. Gieb, daß in schwerer haft des satans reich Und werk leidenszeit Ich mich mit glau in mir vernichtet. Herr! deine bensfreudigkeit Geduldig mög' güt' und treu', Die an die verhalten, Und weil doch alle wolken reicht, hat auch mein freuzespein Muß meiner seele steinern herz Gewonnen und heilsam sein, Dich laß in allem erweicht. walten. 4. Selbst fonnte ich dich wol Beleidigen mit fünden; Ich konnte aber nicht Selbst gnade wiederfinden. Selbst fallen fonnte ich, Und in's verderben gehn; Nur selber fonnt' ich nicht Vom falle auferſtehn. 5. Du hast mich aufgericht't, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll: Dafür sei, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich Die alte sünde hass' Und willig, ohne furcht, Die todten werfe laff'. 6. Damit ich aber nicht Auf's 15. So halte nun mich fest an neue wieder falle, So gieb mir dir; Bis an mein ende hilf du deinen geist, Dieweil ich hier mir, Dir treue zu beweisen: Ach, noch walle, Der meine schwachtreuer Gott, ich flehe noch, Um heit stärk', Und in mir mächtig Christi willen gieb mir's doch! sei, Und meine seele stets zu Ich will dich ewig preisen.( 19) deinem dienst erneu'. 13. Laß endlich in der letzten noth Von sünden, teufel, höll' und tod Mich keinen anstoß leiden, Daß ich fann mit getrostem muth Auf deines sohnes tod und blut Aus diesem leben scheiden. 14. Wenn ich dir so getreu hier leb', Auch so getreu den geist dir geb', Dann werd' ich ewig leben, Weil du aus gnade mir wirst dort, Wie mir verspricht dein heilig wort, Des lebens frone geben. Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 391 7. Ach, leit' und führe mich, noch im streit; O gieb auch So lang' ich leb' auf erden, mir beständigkeit! Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet werden. Führt' ich mich ohne dich, So würd' ich leicht verführt; Wenn du mich aber führst, Thu' ich, was mir gebührt. 4. Schmal ist der weg zu Gottes höh'n, Und wenige sind, die ihn gehn; Die pfort' ist eng, und der nur dringt Durch sie zu Gott, der standhaft ringt. Ich lieg' auf meinem angesicht, 8. Gott, du großer Gott, Und fleh' und weine: laß dein O vater, hör' mein flehen! O licht Mir leuchten, vater, laß Jesu, Gottes sohn, Laß deine mich dein Im leben und im fraft mich sehen! O werther tode sein! heil'ger geist, Sei bei mir allezeit, Daß ich dir diene hier Und dort in ewigkeit!( 29) 506.J ch armer fünder, 5. Der mir in Christo alles gab, Gott, schaue doch auf mich herab, Auf mich, der sünde schnellen raub, Des himmels erben und den staub! Erbarm' wer bin ich, Daß dich mein und steh' mie bei, du, o Gott, stets meiner dich Daß ich des kleinods würdig Erbarmst, daß du noch meiner sei, Das Christus mir so theu'r schonst, Und mir nicht nach erwarb, Als er für mich am verdiensten Lohnst? Zum glau- freuze starb. ben und zum thun zu schwach, 6. Ja, du erbarmest über Giebt oft mein herz der sünde mich, Huldvoller Gott und nach; Ich kämpf', o Gott, nicht allezeit Den kampf der wahren heiligkeit. vater! dich; Vom leibe dieſes tod's befreit, Führst du mich einst zur herrlichkeit, Wo meine 2. Wie schnell ist von der tugend nicht mehr wankt, Und rechten bahn Zum irrweg oft dir, Gott, ewig dafür dankt, der schritt gethan! Wie schnell! Daß sie dein gnadenlohn bemein ganzes herz erschrickt, glückt, Und deiner sieger frone Wenn es in diesen abgrund schmückt. blickt. Wie nahe grenzt die missethat An unsers herzens Mel. Auf meinen lieben Gott zc. böſen rath: Wie bald wird 507 Mir, ruft der Herr frevel man erst schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib', o Gott, des irrthums nacht. Entreiße mich der jünden macht. Wie glänzet deiner streiter schaar, Die einst, wie ich, auf erden war, nicht: Und die nun, weil sie überwand, pflicht. jei Bis in den tod getreu! Zu meiner treue lohne Soll ich des lebens frone, In der die seinen prangen, Aus seiner hand empfangen. 2. Doch weichen muß ich Dies fordert meine Mich hat er sich erDen lohn empfängt aus deiner worben, Für mich ist er gehand! Sie sind gekrönt, ich storben; Würd' ich ihn nun 392 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 3. Wohin, wohin von dir, verlassen, So würd' ich selbst Vernimm mein seufzen, eile, mich haffen. mir, Mein helfer, beizustehen. Des wahren glaubens fraft Jesu, gingen wir? Nein, und licht, Das selige bestreben, geber ew'gen lebens! Die welt Dir zu leben, Und much zu lockt uns vergebens, Sie kann dieser pflicht, Das wollest du mit allen schätzen, Was du mir geben. giebst, nicht ersetzen. 4. Wie manche zwar sind bot Mir tief ins herz geschrie2. Du hast ein königlich geschon Von dir hinweg geflohn; ben: Von ganzer seele soll ich Sie glaubten erst mit freuden, Gott, Wie mich, den nächſten Und ach, kaum schreckten leiden, lieben. Wenn ich nach deinem Da sie an dir verzagten, Und worte thu', So hab' ich schon deinem dienſt entsagten. welches heil hast du Dem hienieden Großen frieden; Und frommen dort beschieden! 5. Ach, jeder hüte sich! Herr, wir verließen dich? Wir dürf ten so dich fränfen? Nicht deiner liebe denken, Mit der du selbst dein leben Für uns dahin gegeben? 6. Herr, stärke meine treu', Daß ich nie menschen scheu, Mich keiner last und mühe In deinem dienst entziehe, Und auch in feiner plage An deinem schutz verzage. 7. Wißt, daß ihr selbst euch haßt, Die ihr durch trübsal 4. Freund meiner seele, du bist ihr Ein weinstock, sie dein laßt Euch bald von Jeju rebe; Zeuch sie dir nach, daß scheiden; Ihr raubt euch ew'ge freuden, Durch die er nach der bürde Euch dort erquicken sie zu dir Sich von der welt erhebe. Ja, laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine gnade bauen, Dir vertrauen, Und dann dort wonnevoll Dein antlig ewig schauen. würde. 8. Die aber, die mit ihm Im sturm und ungefstüm Gern seine leiden theilen, Wird er zu retten eilen, Und dort ruhn sie im frieden, Von ihm stets ungeschieden. ( 131) 3. Laß mich kein leiden dieser zeit, Kein weltglück dir entreißen; Denn du hast seine jeligkeit Den treuen nur verheißen; Doch können wol durch ihre müh' Sie, solche zu verdienen, Sich erfühnen? Aus gnaden schenkst du sie, Und du erwarbst sie ihnen. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 5. Ich kämpf', ermüd' und strauchle oft; Hilf, Herr, mein hort, dem schwachen, Der nur auf dich in demuth hofft, Du fannst mich mächtig machen; In jeder seelennoth laß mich, Selbst wider meine sünden, err, mein erlöser, Hülfe finden, Und endlich, Herr, nur von dir durch dich In allem überKann ich mir hülf' erflehen; winden. 508. Herr, Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 393 Mel. Gott vater, sende deinen geist. 509. ch weiß und bin's würd' ich nicht, Mit freud' und trost im angesicht, Mit seelenwonne sehen; Ich würde gewiß, daß ich den gedanken fliehn, Daß ich Erlöst bin, Gottes sohn, durch einst auch gehofft, für ihn Vom dich von aller meiner fünde: tod hervor zu gehen; Gelobt sei Gott! ich bin's gewiß. Hilf, o erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 8. Der hölle schrecken würden mich, Der ich von meinem glauben wich, Gott, fürchterlich ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Du weltenrichter, sich in mir Mit jedem tage häufe 2. In dieser lasterhaften zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben, Du menschenhüter, wache du, Daß keine zweifel meine ruh' Und meinen trost mir rauben. 9. Der du für meine fünden starbst Und hoffnung mir und trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt' mir meines glaubens ruh', Und meinen wandel lenke du Nach deinem wohlgefallen. ( 100) 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am kreuz laß mich, Wie er's verdient, verachten; Um desto freudiger laß mich mit meinem glauben stets durch dich Nach deinem himmel trachten. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit Und zu verbot'ner freude, So dämpfe du in meiner brust Die angebor'ne böse lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen laffen, Mich dann aus fündenLust bemühn, Vom glauben abzugehn und ihn, So wie die welt, zu hassen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine hoffnung mir, O Gott, entrissen würde: So würde nichts mich mehr erfreu'n, Verhaßt mir selbst dein wohlthun sein, Mein leben eine bürde; 7. Nach deinem himmel Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 510. Wen Lenn ich betracht' mein sündlich wesen, Und daß ich doch in gnaden bin Und wiederum in Gott genesen, So freuet sich herz, muth und sinn, Und spricht: mein Jesus hat's verricht't, Sch lasse meinen Sesum nicht. 2. Von Jesu will ich nimmer wanken, Der mich geliebet hat vorhin; Ihm hab' ich es allein zu danken, Daß ich bei Gott in gnaden bin: Daher ihm mund und herz verspricht: Sch laffe meinen Sesum nicht. 3. Ich lass' ihn nicht, ich will ihn halten, Es gehe mir auch wie es geh'; Ich laffe meinen Jesum walten, Bei dem ich nun in gnaden steh'; Was mir auch immerhin geschicht, Ich lasse meinen Jesum nicht. 394 Von den allgemeinen Pflichten der Christen. 4. Er läßt mich nicht, sollt' 10. Die fünde schlägt mich ich ihn lassen? O nein! mein häufig nieder, Daß mein ge Jesus bleibet mein, Ich will wissen fast verzagt; Mein Jesus ihn immer stärker fassen, Ihm hilft und stärkt mich wieder; treu bis an mein ende sein; Er hält, was er mir zugesagt; Er bleibet meine zuversicht, Sein wort hat göttlich groß Im glauben laß ich Jesum nicht. gewicht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 5. Der satan sucht die zu 11. Der jüngste tag fann erreichen, Die Christus seine mich nicht schrecken, Ich gehe freunde nennt; Doch dieses ist dann zum leben ein. Mein ein rechtes zeichen, Dabei man Jesus will mich auferwecken, einen christen kennt. Ich kämpfe Daß ich bei ihm soll ewig sein; stets nach meiner pflicht Und An jenem großen weltgericht laffe meinen Jeſum nicht. Laß ich auch meinen Jesum nicht. 6. Man mag mich hie und da vertreiben; Ich weiß schon einen sichern ort, Da kann ich ganz geruhig bleiben Bei Jesu, der nach seinem wort Mir alle sicherheit verspricht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 7. Verlör' ich auch sogar mein leben, Weil ja die welt mur bosheit übt; Mein Jesus 13. Da will ich halleluja kann mir's wiedergeben, Den singen Und amen vor des meine ganze seele liebt. Ich höchsten thron, Will ruhm, sterbe voller zuversicht. Ich dank, preis und ehre bringen lasse meinen Jesum nicht. Dem hochgelobten Gottessohn, 8. Der tod reißt mich bei Will wandeln dort in seinem meinem sterben Auch nicht aus licht; Drum laß ich meinen Jesu starter hand, Onein! Jesum nicht. ( 39) 12. Einst werd' ich ewig bei ihm leben, Da will ich ihm zur seite stehn; Ihm hab' ich mich schon hier ergeben Und werde nie zurücke gehn; Dort werd' ich sehn sein angesicht, Drum laß ich meinen Jejum nicht. er läßt mich nicht verderben. Ich habe ein gewiffes pfand, 511. Meinen Jeſum laß Das heilsam wort Weil verspricht. Ich lasse meinen er sich für mich gegeben, So Jesum nicht. erfordert meine pflicht, Ihm, und nicht mir selbst, zu leben. Er ist meines Lebens licht; Meinen Jesum laß ich nicht. 9. Die welt muß endlich auch vergehen, Es währet alles turze zeit; Nichts ist, das ewig fann bestehen, Als was uns Jesus hat bereit't: Wenn himmel, erd' und alles bricht, Laß ich doch meinen Jesum nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben. Ihm hab' ich voll zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben, Alles ist auf ihn ge Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 395 5. Nicht nach welt, nach himmel nicht Meine seele ächzt und stöhnet, Jesum wünscht sie und sein licht, Der mich hat das letzte tageslicht Mich auf mit Gott verföhnet, Und bedieser welt erreichen: Selbst, wenn einst mein herz mir bricht, Laß ich meinen Jesum nicht. richt't; Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das gesicht, Ja, laß alle sinne weichen, Laß freiet vom gericht; Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem angesicht Meiner eltern glaube pran6. Jesum laß ich nicht von mir, Steh' ihm ewig an der seiten; Denn er wird mich für und für Zu des lebens strömen leiten. Selig, wer mit mir so get. Mich erfreut sein angesicht, spricht: Meinen Sesum laß ich Meinen Jesum laß ich nicht. nicht. ( 81) 24. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. a. Vom Gebet überhaupt. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 512. Dein heil, mein geist, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum gebet. Ein findlich flehn aus reinem Herzen Hat Gott, dein vater, nie verschmäht; Erschein' in demuth oft und gern Mit dank und flchen vor dem Herrn. 2. Welch' glück, so hoch geehrt zu werden, Und im gebet vor Gott zu stehn! Du, Herr des himmels und der erden, Bedarfst zwar keines menschen flehn. Du weißt die sorge, die uns plagt, Auch eh' noch unser herz dir's flagt; 3. Doch sprichst du: ,, bittet, daß ihr nehmet!" Der bitten frucht ist also mein. Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, Gott, dein freund zu sein, Und stößt das angebot'ne glück Muthwillig selbst von sich zurück. 4. Sein heil von dir, o Gott, begehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht; Des herzens wünsche dir erklären, Wie stärkt das unsre seele nicht In dem vertrau'n, daß du uns liebst Und gern uns, was uns nüßet, giebst! 5. Was kann zum fleiß in guten werken Uns kräftiger den muth erhöhn? Was mehr in leidensstunden stärken, Als 396 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. wenn wir flehend auf dich sehn?| derwelt befreit. Nie wirst du Ja, vater, unsre seelenruh' sie ergründen, Denn es ist Nimmt durchs gebet beständig zu. Gottes that; Durch sie nun 6. Dein wort ist immer ja rein von sünden, Ehr' in ihr und amen; Wer gläubig bit- Gottes rath. tet, der empfäht; Drum laß 4. Dent' nicht: im tempel auch mich in Jesu namen Oft beten, Das bringet nur bei vor dich kommen mit gebet: Gott gehör; Gott wohnt an Nie sei mir diese pflicht zur allen stätten, In keiner minlast, Die du zum heil geboten der oder mehr. Bet' oft, such' hast. auch im stillen Den segen des gebets, Gott hört um Jesu Mel. Auf! stimme meine seele. willen Dich überall und stets; ( 49) 513.3 u seinem schöpfer Drum bet' oft mit den deinen, Vom irdischen ganz los, Nicht vor der welt zu scheinen, Nein, zur erbauung blos. beten, christ, ist eine sel'ge pflicht! Oft sollst du vor ihn treten: Versäume, was dein glück ist, nicht. In einfalt deiner seelen Bet' oft mit freudigkeit; Du darfst nicht worte wählen, Wie sie die funst gebeut; Er hat nicht wohlgefallen An lieblichem getön, Nein, schon ein gläubig lallen Klingt seinen ohren schön. 2. Bet' oft und schmeck' in freuden, Wie freundlich Gott, dein vater, ist, Bet' oft und fühl' in leiden, Wie göttlich er das leid versüßt, Bet' oft, wenn angst dich quälet, Gott iſt's, der hülfe ſchafft, Bet' oft, 514. omm' betend oft wenn dir fehlet, giebt und mit 5. Doch auch in den gemeinen Versäume nicht, Gott anzuflehn, Sein lob da mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn, Damit du den erweckest, Der deine seel' erweckt, Dein inn'res ihm entdeckest, Wie er es dir entdeckt; Denn sie sind deine brüder, Hier sollst du sie erbau'n, Sie, deines heilands glieder, Dort Gott mit ihnen schau'n. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. den müden kraft; Er stüßte gen, O christ, vor Gottes andeine jugend, Zog dich mit gesicht; Nie müsse trägheit dich vaterhuld Durch glück und freuz besiegen Bei übung dieser sel'zur tugend Und trug dich mit gen pflicht! Erfülle sie zu geduld. Gottes preis Und deinem heil mit treuem fleiß. 3. Bet' oft, mit jel'gen blicken Schau' in des ewigen gezelt, 2. Bet' oft, doch mit aufUnd schmecke mit entzücken Den richt'ger seelen; Gott sieht auf's frieden der zukünft'gen welt, herz, Gott ist ein geist. Wie Durchschau' mit sel'gem muthe fönnen dir die worte fehlen, Froh die barmherzigkeit Deß, Wenn nur das Herz dich beten der mit seinem blute Die fün- heißt? Der glaub' an Gott Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 397 und seinen sohn Rührt ihn, war dein heiland nicht In nicht leerer worte ton. übung dieser sel'gen pflicht. 3. Wer das, was uns zum 9. Bet' oft zu Gott für frieden dienet, Von herzen sucht, deine brüder, Für alle menschen, der ehret Gott; Wer das zu als ihr freund; Denn wir sind bitten sich erfühnet, Was sünd- eines leibes glieder; Drum bete lich ist, entehret Gott. Wer auch für deinen feind: Solch' schnell die treu', die er Gott bitten, das aus liebe fließt, schwur, Vergißt, der spottet Ehrt Gott, der selbst die feiner nur. liebe ist. 4. Bet' oft zu Gott und schmeck' in freuden, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet' oft zu Gott, und fühl' im leiden, Wie göttlich er das leid verfüßt. Gott hört's, Gott ist's, der hülfe schafft; Er giebt den müden trost und fraft. 10. Bet' oft, so wirst du glauben halten, Dich prüfen, und das böse scheu'n, An lieb' und eifer nicht erkalten, Und reich an guten werken sein; Denn muth und kraft und seelenruh' Sagt Gott dem, der da bittet, zu. 5. Bet' oft und heiter im 11. Drum, Gott, will ich gemüthe, Schau' dich an seinen oft vor dich treten Mit lob wunden satt, Schau' auf den und dank, mit wunsch und ernst, schau' auf die güte, Wo- flehn; Doch meine fehler bei mit er dich geleitet hat: Er dem beten Woll'st du, mein trägt dich liebreich mit geduld, Erkenn' und preise seine huld. vater, übersehn, Weil mich, der dir zur rechten sitzt, Durch seine fürsprach' unterstützt. 6. Bet' oft, durchschau' mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren blute Die fünderwelt vom fluch befreit, Und 515. Von dir kommt jede n eigne dir zu heiligung sein opfer zu. gute gabe; Nur du, mein Gott, fannst mich 7. Bet oft! Gott wohnt allein Mit allem, was ich nöthig an jeder stätte, In keiner min- habe, Zu meinem wahren wohl der oder mehr. Denk' nicht: erfreu'n; Mein leben und mein wenn ich mit vielen bete, So glück beruht Allein auf dir, find' ich eher noch gehör. Ist, du höchstes gut. was du wünschest, recht und gut, So sei gewiß, daß Gott es thut. Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 2. Umsonst ist alle meine mühe, Wenn sie dein segen, Herr, nicht frönt; Was ich auch noch so ängstlich fliehe, Wird doch von mir nicht abgelehnt, Wenn vor dem übel, das mich schreckt, Dein starker arm mich 8. Doch säume nicht, in den gemeinen Auch öffentlich Gott anzuflehn, Und seinen namen mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig nicht bedeckt. 1 398 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 3. Wie sollt' ich denn nicht| treten. Ach, möchtest du doch von dir bitten, Was meiner nicht verschmähn Mein demuthseele wunsch begehrt? Vor dir, volles kindlich flehn, Dies opfer o Gott, sein herz ausschütten, meiner lippen! Wenn noth und fummer uns beschwert, Besänftigt unsrer seele schmerz Und tröstet das gebeugte herz. 2. Allein mein herz, ach Gott, mein Herr, Kann sich nicht recht erheben; Es ist im beten kalt und schwer und bleibt 4. Sollt' ich nicht dank und am eiteln fleben. Wie träg' ruhm dir bringen, Wenn mich ist leider! sinn und muth, Wie ein wahres glück erfreut? Dir, oft muß ich mein fleisch und allerhöchster, dir lobsingen, Ist blut Mit müh' zur andacht gut, ist für uns seligkeit, Und zwingen! flößt uns neuen eifer ein, In deinem dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit wohlgefallen, Wenn deine kinder zu dir flehn, Verschmähest nicht ihr schwaches lallen, Wenn sie lobsingend dich erhöhn; Du ehrst den wieder, der dich ehrt, Und hörest den, der dich, Gott, hört. 3. Du weißt, daß satan und die welt Sich auch dahin bemühen, Zu hindern, was dir wohlgefällt, Mich von dir abzuziehen. Oft fleht mein seufzend herz zu dir, Sie stören es und bringen mir Viel eitles in's gemüthe. 4. Dies nun, o Gott, dies fränkt mich sehr, Und ich denk' 6. Mit segen uns zu über- oft mit schmerzen, Es wohne schütten, Bist du, o vater, stets wol dein geist nicht mehr In bereit. Was wir nach deinem meinem trägen herzen, Das willen bitten, Giebst du uns dich so oft beleidigt hat, Weil aus barmherzigkeit, Und wer lust und andacht keine statt dir dankt, dem sendest du Be- In meiner seele finden. ständig neuen segen zu. 5. Ach, freilich, vater, hab' 7. So will ich denn auch ich dich Und dein wort nicht deinem throne Oft im gebet mich gehöret, Wenn es mich rief, findlich nahn. Nimm, vater, und wenn es mich Erweckt, nimm in deinem sohne Der gerührt, gelehret; Doch schone andacht opfer gnädig an. Dein jetzt, ich fleh' zu dir, Vergieb, geist regiere meinen geist, Daß er und handle nicht mit mir Nach dich betend würdig preist.( 32) meinen missethaten. 6. Ich will hinfort, nachlässigkeit Zu meiden, mich bemühen; Ach, mache mich nur 516. Mit wehmuth flag' stets bereit, Was eitel iſt, zu ich dir, mein fliehen; Herr, laß die seele Gott, Gern wollt' ich eifrig nur allein Auf's himmlische beten, Vorzüglich in der zeit gerichtet sein: Dazu gieb gnad' der noth Voll glauben vor dich und stärke. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 399 7. Den hindernissen des ge- aller welt, Vor dem der chor bets Woll'st du, Herr, gnädig der seraphimen Verhüllt in dewehren; Voll wahrer andacht muth niederfällt, Jehovah, er, laß mich stets Dich findlich der ewig war Und ist und sein betend ehren; Gieb mir der wird immerdar. reinsten inbrunst gluth, Damit mein sinn und ganzer muth Zu dir gen himmel gehen. 8. Laß trägheit, wie auch heuchelei, Mich stets von herzen haffen; Gieb fraft, in wahrer buß' und reu' Als vater dich zu fassen. Nie wird von dir ein reuig herz, Ein herz, erfüllt mit scham und schmerz, Verstoßen noch verachtet. 4. Ein zuversichtlich findlich lallen, Ein wahrer glaub' an Jefum Christ, Der eifrig sucht, 9. Du wirst, weil du mein Gott zu gefallen, Und der durch vater bist, Mich, dein kind, liebe thätig ist: Dies ist's, was nicht verschmähen, Daß ohne durch die wolken dringt, Und falschheit, trug und List Mit dir gewiß erhörung bringt. seufzen und mit flehen Jetzt tritt vor deinen gnadenthron. Ach, vater, schau' auf deinen sohn, Der mein fürsprecher worden. 5. welch' ein glück, schon hier auf erden Im glauben mit Gott umzugehn, Schon hier den engeln gleich zu werden, 10. Sein leiden und ver- Die stets anbetend vor ihm dienst ist mein, Drum will er stehn! Mensch, nimm zu deimich vertreten; Laß seine fürbitt' gültig sein, Hör', denn er heißt mich beten. In Christi namen bitt' ich dich, Und glaube fest, du hörest mich. Ach, sprich selbst ja und amen! nem eig'nen heil An diesem hohen gute theil. 6. Mußt du in angst und fummer schmachten, So klage deine noth dem Herrn; Er wird dein flehen nicht verachten, Er ist allmächtig und hilft gern. Verbirgt er auch sein 517 Magst du, mein angesicht, Er hilft gewiß, vergeist, vor Gott zage zu treten, So mache dich bereit, 7. Wenn gute thaten dir als christ In geist und wahr- gelingen, Preis' ihn, der dich heit anzubeten Den Gott, der als vater liebt, Ihn, welcher geist der wahrheit ist; Ent- wollen und vollbringen Durch ferne, was die andacht stört seinen geist zum guten giebt, Und denke, Gott ist's, der dich und zuversichtlich rufe dann hört. Um diesen geist ihn ferner an. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 3. Durch ein verstelltes händefalten, Durch prächt'ger worte leeren laut Ist bei dem Herrn nichts zu erhalten, Der nur auf's herz der menschen schaut; Vor ihm gilt nicht der äuß're schein, Man muß nicht scheinen, sondern sein. 2. Er ist's, dem alle himmel dienen, Der Herr und schöpfer 8. In bösen und in guten tagen Laß das gebet dein labsal 400 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. sein, So wirst du nie voll 2. Du bist alles guten fülle, fleinmuth zagen, Und nie dich Unser flehn verschmähst du übermüthig freu'n; In deinem nicht. Daß wir beten, ist dein herzen und mit dir Bleibt Got- wille; Du stärkst unsre zuvertes friede für und für. sicht, Und du hast so vielen legen, Weit mehr, als wir bitten mögen; Reich und kraft und herrlichkeit, Gott, ist dein Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 518. Sende, bater, bei vor dein antlitz trete, Daß, wie du mir selber heißt, Ich in erden Vießest du den überfluß 3. Herr, im himmel und auf geist und wahrheit bete. Lehre Unschätzbarer güter werden Deimich, dich recht erkennen, Und dich abba, vater, nennen. nen findern zum genuß; Alle ten reichthum haben; Ewig sollten deiner gaben Unerschöpfsollten alle dein, Und auch hier sich schon erfreu'n. 2. Liebster Jesu, hilf du mir, Daß ich bet' in deinem namen, Daß, was Gott verheißt in dir, Mir auch werde ja und amen. Jesu, durch dein flehn und be ten Woll'st du mich bei Gott vertreten. frommen, Da du aller vater bijt, 4. Sollten denn nicht deine Alle betend vor dich kommen, Allen hast du ja ihr leben, Herr, dem nichts unmöglich ist? Und was sie erfreut, gegeben und versprichst, unendlicher, Allen noch unendlich mehr. 3. Heil'ger geist, erleuchte mich, Ünd entzünde mein ver langen, Daß ich Gottes huld durch dich Voller inbrunst mög' empfangen; Brich die trägheit und erhöhe Meine andacht, nahen, Zuversichtlich zu dir 5. Ja, wir wollen uns dir wenn ich flehe. flehn, Und für das, was wir erhöhn. Heil uns christen! du empfahen, Ewig deinen ruhm beschüßzest Deine finder, du besiest Herrlichkeit und kraft und reich: Wo ist dir ein vater gleich? ( 100) 4. Heilige dreieinigkeit, Ursprung aller guten gaben, Laß mich wahre freudigkeit Und im herzen zeugniß haben, Daß du stets nach deinem willen Wer dest meine bitt' erfüllen.( 137) Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. ir versöhnt in dei519. Dnem johne, Nahn 520. Jocht, Ber Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. komme vor dein flehn; wir uns mit unserm angesicht, Keiner soll von deinem throne wirf, o Gott, mein flehen Ungehört und trostlos gehn. nicht, Vergieb mir alle meine Alles fleisch von allen enden schuld, Du Gott der gnade und Kommt mit aufgehob'nen hän- geduld! den Freudig in der gnadenzeit 2. Schaff' du ein reines herz Zu dir, Gott der freundlichkeit. in mir, Ein herz voll lieb' und Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 401 furcht vor dir, Ein herz voll wohlfahrt meint, Mit mir in demuth, preis und dank, Ein deiner furcht sich übt, Mir ruhig herz mein lebenlang. rath und trost und beispiel giebt. 3. Sei mein beschützer in gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wol ein übel, das mich schreckt, Wenn deine rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner hand; Von dir empfing ich den verstand: Erhalt' ihn mir, o Herr, mein hort, Und stärk' ihn durch dein göttlich wort. 5. Laß, deines namens mich zu freu'n, Ihn stets vor meinen augen sein; Laß, meines glaubens mich zu freu'n, Ihn Mel. Wer nur den lieben Gott stets läßt walten. durch sein. 6. Das ist mein glück, was 521. M deiner gnadenein Gott, an du mich lehrst; Das sei mein glück, daß ich zuerst Nach dei- pforte Sieh' mich und meine nem reiche tracht' und treu seufzer an. Ich halte mich an In allen meinen pflichten sei. deine worte: Klopft an, so wird 12. Bestimmst du mir ein läng'res ziel, Und werden meiner tage viel: So bleib', Gott, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wird sich einst mein ende nahn, So nimm dich meiner seele an, Und sei durch Christum, deinen sohn, Mein schirm, mein schild, mein großer lohn. ( 49) 7. Ich bin zu schwach, aus euch aufgethan. Ach, öffne mir eig'ner fraft Besieg' ich keine die gnadenthür! Mein Jesus leidenschaft; Du aber ziehst mit betet selbst mit mir. fraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt Mir, Herr, so viel, als dir gefällt; Gieb deinem knecht ein mäßig theil, seinem fleiße glück und heil. Zu 9. Schenkt deine hand mir überfluß, So laß mich mäßig im genuß Und, dürft'ge brüder zu erfreu'n, Mich einen frohen geber sein. 10. Gieb mir gesundheit und verleih'. Daß ich sie nük' und dankbar sei, Und nie aus liebe gegen sie mich zaghaft einer pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner 2. Was kann ich von mir selber haben, Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben; Bei dir ist immer rath und that; Du bist der brunn, der immer quillt, Du bist das gut, das immer gilt. 3. Drum fomm' ich auch mit meinem beten, Das voller geist und glauben ist. Der mir's erwarb, vor dich zu treten, Sst mein versöhner Jesus Christ, Und der in mir das abba schreit, Ist ja dein geist der freudigkeit. 4. Gieb, vater, gieb nach deinem willen, Was deinem finde nöthig ist; Nur du kannst 26 402 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. mein verlangen stillen, Weil| Der du die liebe selber bist. du des segens quelle bist; Doch Was wir in Christi geiſt er gieb, du geber, allermeist, Was flehn, Läßt deine vaterhuld meiner seele selig heißt. geschehn. 5. Verleih' beständigkeit im glauben, Laß meine liebe heilig ein. Will satan mir dies 522. M vor deinen thron Mel. Vater unser im himmelreich. ein kommt kleinod rauben, So halte der versuchung ein, Daß ich durch Zu dir, o vater, durch den glauben allezeit Den sieg er sohn, Der in den mund das lange in dem streit. wort mir legt Und mein gebet auch zu dir trägt. Ich ruf' in Jeju namen an, Durch den ich alles hoffen kann. 2. In Jesu namen steh' ich hier Und bete ganz getrost zu dir; So lautet Jesu unterricht, Der zweimal wahrlich, wahrlich" spricht, Daß mein gebet erhöret sei, Wenn ich in seinem namen schrei'. 3. In Jesu namen fang' ich an, Weil es nichts besser's geben kann, Was dir, mein vatcr, wohlgefällt, Als wenn mein herz an Jesum hält; Durch Jesum bist du allezeit Zum trost, zur hülfe mir bereit. 4. In Jesu namen, treuer hort, Fahr' ich im beten eifrig fort, Weil ja dein wort es oft bezeugt, Daß, wenn vor angst mein mund gleich schweigt, Des herzens seufzen schon allein Ein wahres beten könne sein. 5. In Jesu namen schließ' 6. Gieb mir ein freudiges gewissen, Das weder welt noch teufel scheut, Denn meines Jesu theures büßen Hat von der strafe mich befreit, Drum tilge alle meine schuld Durch Jesu blut nach deiner huld. 7. Ich will dich, vater, zwar nicht bitten, Daß gar fein freuz mich treffen soll; Hat doch mein Jesus selbst gelitten, Und oft befördert es mein wohl; Doch woll'st du mir geduld verleihn, Mein trost und meine stärke sein. 8. Das andre wird sich alles fügen, Ich sei nun hier arm oder reich. An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die macht mir glück und unglück gleich. Und ist auch gleich mein vorrath klein, So lehre mich zufrieden sein. 9. Ich bitte nicht um langes leben, Nur, daß ich christlich leben mag; Hat sich mein herz ich ein, Was mir kann gut an dich ergeben, So schreckt und selig sein; Er giebt zum mich nicht mein todestag, Denn beten rechte traft. So wie er mir ist nach vollbrachtem streit auch erhörung schafft; Wern Bei dir die frone schon bereit. ich in Christo Jesu bin, So nehm' ich gnad' um gnade hin. 6. In Jesu namen dringet" 10. Was kann ich mehr von dir begehren? Du weißt schon, was mir heilsam ist, Und wirst sich Mein herz voll zuversicht es mir auch gern gewähren, an dich. Ich bete dich als Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 403 vater an, Nicht blos als Gott, wir unser amt und werk Wohl der helfen kann, Der mich selbst anfangen und vollbringen, Gieb vater sagen lehrt, Zum zeichen, uns weisheit, fraft und stärk'; daß er mich erhört. Ohne deine hülf' und gunst Sst vergeblich fleiß und kunst. Hilf uns, Herr, in allen dingen Und laß alles wohl gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an jedem orte, Wo uns hülfe nöthig ist, Gieb uns fraft aus deinem worte Wider satans macht und 8. In Jesu namen stelle ich list, Schenke deiner christenheit Des sohnes tod und blut vor Liebe, fried' und einigkeit; dich, Das besser schreit, als Hilf uns, Herr, in allen Abels blut: Herr, dies erhöhet dingen Und laß alles wohl meinen muth, Und gäbest du gelingen. nun nicht gehör, So wäre Jesu nam' nichts mehr. 3. Hilf uns, Herr, in allen nöthen, Aller trübsal und gefahr, Laß uns teine drangsal tödten, Nimm doch unser also wahr, Daß freuz, elend und verdruß Uns zum besten dienen muß; Hilf uns, Herr, in allen dingen Und laß alles wohl gelingen. 7. In Jesu namen ruf' ich hier: Herr, sieh' mich an, und hilf du mir; Du bist mein vater, ich dein find, Du bleibst auch väterlich gesinnt. Sobald dein geist im herzen schreit, Schenkst du mir auch barmherzigkeit. 9. In Jesu namen trag' ich schon Den vorschmack deiner gunst davon. Wenn ich auch oft nicht beten kann, Siehst du mich doch in gnaden an. Eh' ich noch rufe, Herr, zu dir, Kommt deine antwort schon zu mir. 4. Hilf uns, Herr, in allem 10. In Jesu namen halt' ich leiden, In der letzten todesnoth an, Bis ich erhörung finden Stärke uns mit seelenfreuden, kann. Herr, prüfe mich nur, Und durch deinen bittern tod wie du willt; So lange Jesu Bringe uns nach dieser zeit wort noch gilt, So lange bleibst Zu der ew'gen seligkeit, Hilf du auch mein freund, Obgleich uns, Herr, in allen dingen dein ohr verschlossen scheint. Und laß alles wohl gelingen. 11. In Jesu namen schließe 5. Hilf uns, Herr, in letzten ich nun endlich mein gebet zügen, Hilf nach unsrer zuveran dich. Kein seufzer wird sicht, Daß wir ritterlich obverloren sein, Was ich be- siegen, Auch im tod verlaß uns gehrt, ist alles mein, Denn nicht, Führe uns durch deine Jesu wort betrügt mich nicht, hand Hin in's rechte vaterland, Er ist's, der amen mit mir Daß wir nach vollbrachtem spricht. ringen Ewig deinen ruhm befingen. ( 117) ( 134) 523. Si bien, 524. V melreich, der du Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. ilf uns, Herr, in allen dingen, Daß ater unser im him26* 404 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. uns alle heißest gleich Brüder böse geist anficht Zur linken sein und dich rufen an, Und und zur rechten hand, Hilf willst das beten von uns ha'n, uns thun starken widerstand, Gieb, daß nicht bet' allein der Sm glauben fest und wohlmund, Hilf, daß es geh' von gerüst't Und durch des heil'gen herzensgrund. geistes trost. 8. Von allem übel uns erLöf'; Es sind die zeit und tage halten rein, Daß wir auch bös'; Erlös' uns von dem ew'gen leben heiliglich Nach deinem namen würdiglich. Behüt' uns, Herr, vor falscher lehr', Das arm' verführte volk befehr'. tod Und tröst' uns in der letzten noth, Bescher' uns auch ein selig end', Nimm unsre seel' in deine händ'. 3. Es fomm' dein reich zu dieser zeit Und dort hernach in ewigkeit; Der heil'ge geist uns wohne bei Mit seinen gaben mancherlei; Des satans zorn und groß gewalt Zerbrich, vor ihm dein' firch' erhalt'. 2. Geheiligt werd' der name dein, Dein wort bei uns hilf 4. Dein will' gescheh', Herr Gott, zugleich Auf erden, wie im himmelreich, Gieb uns geduld in leidenszeit, Gehorsam sein und steu'r allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut. 9. Amen, das ist, es werde wahr. Stärk' unsern glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Daß wir hiemit gebeten ha'n Auf dein wort in dem namen dein, So sprechen wir das amen fein.( 92) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 525. Vater, einen gesicht Nah' ich mich mit meinem flehen; Gläubig hoff' ich, du wirst nicht Mich und mein gebet ver5. Gieb uns heut' unser schmähen; Was dein sohn mich täglich brod, Was man bedarf bitten lehrt, Wird gewiß von zur leibesnoth, Behüt' uns, dir erhört. Herr, vor unfried', streit, Vor seuchen und vor theurer zeit, Daß wir in gutem frieden stehn, Der sorg' und geizes müßig gehn. 6. All' unsre schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrüben mehr, Wie wir auch unsern schuldigern Ihr' schuld und fehl' vergeben gern. Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter lieb' und einigkeit. 7. Führ' uns, Herr, in versuchung nicht; Wenn uns der deine herrlichkeit. 2. Gieb, daß ich die heiligfeit Deines namens recht er= fenne, Daß ich dich, Gott, allezeit Mit der tiefsten ehrfurcht nenne, Daß ich freudig dein gebot Halte bis an meinen tod. 3. Du, mein könig, Jesu Christ, Laß dein gnadenreich auf erden, Das von dir gegründet ist, Immer mehr ver größert werden, Führe mich nach kampf und streit Ein in Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 405 4. Gott, dein will' ist heilig,| Kyrie! gut; Freudig laß ihn so auf Christe! Eleison. Erhör' uns! erden, Wie dein engel vor dir Herr Gott vater im himmel, thut, Auch von mir erfüllet Erbarm' dich über uns! werden. Du liebst mich; mein Herr Gott sohn, der welt ganzes herz Weih' ich dir in heiland, freud' und schmerz. 5. Gieb mir speise, trant und kleid, Glück und ehre, fried' und freunde, Schüße mich vor dürftigkeit, Vor der bosheit meiner feinde, Mäßigkeit in dem genuß Gieb mir, selbst beim überfluß. 6. Richter, vater voller huld, Christus starb, mich zu versöhnen; Ach, vergieb mir meine schuld; Herzlich gern will ich auch denen, Die mir böses thun, verzeihn, Nie mein eig'ner rächer sein. 7. Fleisch und satan und die welt Locken mich sehr oft zur sünde, Gieb mir kraft, daß ich als held Muthig kämpf und überwinde; Hoffnung nicht, nicht furcht noch spott Trenne mich von dir, mein Gott. 8. Viele übel drücken hier Mich am leib und an der seele; Ach, erlöse mich, hilf mir, Daß ich nicht mein heil verfehle. Und führ' endlich mich dahin, Wo ich ewig glücklich bin. 9. Dein, o Gott, der alles Wir arme sünder bitten: schafft In dem himmel und auf Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! erden, Ist das reich, die ehr' und fraft; Laß mich nicht zu schanden werden! Auf dich, vater, hoffe ich, Gott, erhör' mich gnädiglich. Litaney. Eleison. Christe! Eleison. 526. prie! Erbarm' dich über uns! Herr Gott heiliger geiſt, Erbarm' dich über uns, Sei uns gnädig, Verschon' uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen sünden Vor allem irrjal Vor allem übel Vor des teufels trug und lift Ver bösem, schnellem tod Vor pestilenz und theurer zeit Vor frieg und blutvergießen Vor aufruhr und zwietracht Vor hagel und ungewitter Vor feuers- und wassersnoth Vor dem ewigen tod Durch deine heilige geburt Durch deinen todeskampf Durch dein freuz und tod und blutigen schweiß Durch dein heiliges auferstehn und himmelfahrt In unserer letzten noth Am jüngsten gerichte Behüt'uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Und deine heilige christ-) liche Kirche regieren und führen, Alle bischöfe, pfarrherren und kirchendiener im heilsamen wort und heiligen leben erhalten. Herre Gott! Erhör' uns, lieber 406 Von den besonderen Allen rotten und ärgernissen) wehren, Alle irrige und verführte wiederbringen, Den satan unter unsere füße treten, Treue arbeiter in deine ernte senden, Deinen geist und kraft zum worte geben, Allen betrübten und blöden helfen und trösten, Unsern faiser erleuchten, und steten sieg wider die feinde Chrifti gönnen, Allen königen und fürsten fried' und eintracht geben, Dem grausamen feind der christen, dem türfen, steuern und wehren, Unsern landesherrn mit allen seinen gewaltigen leiten und schützen, Unsern rath, schule und gemeine segnen und behüten, Allen, so in noth und gefahr sind, mit hülfe erscheinen, Allen schwangern und säugern fröhliche frucht und gedeihen geben, Alle finder und franken pflegen und warten, Alle unschuldig gefangenen los und ledig lassen, Alle wittwen und waisen vertheidigen und versorgen, Erhör' uns, lieber Herre Gott! Pflichten gegen Gott. Den seefahrenden und rei-) senden mann vor allem unglück bewahren, Aller menschen dich erbarmen, Unsern feinden, verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren Und uns ein gewitter und einen beständigen trocknes fruchtbares) regen sonnenschein Die früchte und vieh auf dem lande und fische im wasser geben und bewahren Und uns gnädiglich erhören,) Erhör' uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes sohn, Erbarm' dich über uns! O du Gottes lamm, das der welt sünde trägt, Erbarm' dich über uns! O du Gottes lamm, das der welt sünde trägt, Erbarm' dich über uns! O du Gottes lamm, das der welt sünde trägt, Verleih' uns steten fried'! Christe! Erhör' uns. Kyrie! Eleison. Christe! Eleison. Kyrie! Eleison. Amen. ( 92) Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 407 b. Vom Gebet in besonderen Fällen. aa. Bei Gefahr und zu besorgender Bedrückung der Kirche. 527. Erhalt uns, Herr, regiment, Daß wir unter ihnen bei deinem wort Ein geruhsames und stilles ( Und steur' des papst's und leben führen mögen In aller türken)( Wehr' deiner feinde gottseligkeit und ehrbarkeit, list und) mord, Die Jesum amen. Christum, deinen sohn, Stürzen wollen von seinem thron. 2. Beweis' dein' macht, Mel. Kommst du, tommst du, licht der heiden. Herr Jesu Christ! Der du 528. Gott, du weißt, in aller Herren Beschirm' dein' arme christen- Deine liebe firche schwebt, Die heit, Daß sie dich lob' in nach deinem willen lebt; Ach, ewigkeit. an allen ort und seiten, Ueberall an jedem stand Nimmt das unfraut überhand. 3. Gott heil'ger geist, du tröster werth, Gieb dein'm volt ein'rlei sinn auf erd', Steh' uns bei in der letzten noth, Leit' uns in's leben aus dem tod. ( 92) 4. Ihr' anschläg', Herr, zu nichte mach'; Laß sie treffen die böse sach' Und stürz' sie in die grub' hinein, Die sie machen den christen dein. 3. Hilf, daß deine diener wachen, Daß nicht unkraut, 5. So werden sie erkennen sünd' und schand' Plötzlich doch, Daß du, unser Gott, nehmen überhand; Hilf du selbst lebest noch Und hilfft gewaltig in allen sachen, Gieb den regen deiner schaar, Die sich auf dich früh und spat, Gieb trost, verlassen gar. ( 80) hülfe, rath und that. Zusaß. 4. Laß uns deines wortes 6. Verleih' uns frieden gnä- samen, Lehr' und leben, halten diglich. Herr Gott, zu unsern rein Und ein reiner weizen zeiten; Es ist ja doch kein sein, Daß wir deinen werthen andrer nicht, Der für uns namen Rühmen hier in dieser könnte streiten, Denn du, unser zeit Und in alle ewigkeit. Gott, alleine. 5. Wirst du endlich selber 7. Gieb unserm fürsten und kommen, Bricht die ernte einst aller obrigkeit Fried' und gut herein, Sammle uns mit freu2. Weil bei hütern und bei schafen Oft zu große sicherheit Herrscht bei ruh' und froher zeit, Sä't der feind, indem sie schlafen, Auf den acker, da dein wort Wachsen soll, list, trug und mord. 408 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. den ein Und laß uns mit al- bündelein Ewig eingebunden len frommen In das lebens- sein. bb. Bei mancherlei Strafen Gottes. Mel. Vater unser im himmelreich. Uns zu verführen, niemals ruht: Dies elend kennst du, 529. Nimm von uns, Herr, allein; Ach, laß uns dir Herr, du Gott, Die schwere straf' und 6. Gedenk' an deines Sohnes große noth, Die wir mit fün- tod, An seine wunden, angst den ohne zahl Verdienet haben und noth: Dies ist ja für die allzumal; Behüt' vor frieg ganze welt Die zahlung und und theurer zeit, Vor seuchen, das lösegeld, Deß trösten wir feu'r und großem leid. uns allezeit und hoffen auf barmherzigkeit. 2. Erbarm' dich deiner bösen fnecht'; Wir bitten gnad' und nicht das recht; Denn so du, Herr, den rechten lohn Uns geben willst nach deinem drohn, So muß die ganze welt vergehn, Und kann kein mensch vor dir bestehn. 7. Leit' uns mit deiner rechten hand Und segne ferner stadt und land, Gieb uns all'zeit dein heilig wort, Behüt' vor teufels list und mord, Bescher' ein selig stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. ( 99) 3. Ach, Herr und Gott! durch deine treu' Steh' uns mit troſt und rettung bei, Be 530. Wenn wir in höchweise große Und sten nöthen sind, straf' uns nicht nach unsrer Und sich gar keine hülfe find't, that, Wohn' uns mit deiner Wenn wir nicht sehen trost güte bei, Dein zorn und grimm noch rath Bei dem, was uns fern von uns sei. betroffen hat: 4. Warum willst du so 2. So kann uns dies mur zornig sein Auf uns, die wir tröstlich sein Und unser banges gering und klein? Kennst du herz erfreu'n, Daß wir zu dir, uns doch, o großer Gott! o treuer Gott! Um rettung Kennst unser elend, unsre schreien in der noth, noth, Es ist ja unsre schwachheit nicht Verborgen deinem angesicht. 3. Und heben unser aug' und herz Zu dir in wahrer reu' und schmerz, Daß du der sünden straf und schuld Erlassen woll'st nach deiner huld, 5. Die fünd' hat uns verderbet sehr; Der teufel plagt uns noch viel mehr; Die welt, auch unser fleisch und blut, 4. Wie du selbst allen gnädiglich Versprichst, die darum Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 409 bitten dich In deinem sohne 5. Sieh' deines sohnes kreuz Jesu Christ, Der unser heil und bitt'res leiden, Der uns und mittler ist: erlöset hat mit seinem blute: 5. Drum kommen wir, o Er that es ja ganz willig und Herr und Gott! Und klagen mit freuden Der welt zu gute. dir jetzt unsre noth, Daß wir 6. Darum, ach vater, laß von menschen ganz und gar uns nicht verderben; Du wolVerlassen stehen in gefahr. left deinen geist und gnade 6. Ist freilich unsre sünde geben, Mach' uns sammt ihm groß, So sprich uns doch aus des himmelreiches erben, Mit gnaden los, Steh' uns in un- dir zu leben. ferm elend bei, Mach' uns von allen plagen frei. ( 116) 7. Dann wollen, großer retter, wir Dir ehre bringen für und für, Gehorsam sein nach deinem wort, Dich all'zeit preisen hier und dort. ( 34) 532. großer Gott von macht! Straft deine starke hand Mit eifer, zorn und grimm Der sünder ganzes land? Es möchten noch gerechte sein, Die vor dir heilig, fromm und rein; Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 531. Wend end' ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden, Laß uns nicht treffen deine schwere ruthe, Richt' uns nicht streng' nach unsern missethaten, Sondern nach güte; 2. Denn so du wolltest nach berdienst uns strafen, Wer fönnte deinen zorn und grimm ertragen? Die welt berginge, die du hast erschaffen, Vor deinen plagen. 3. D großer Gott von rath, Groß von barmherzigkeit! Laß gnade gehn für recht Nach deiner gütigkeit; Es 3. Vergieb, Herr, gnädig möchten fünf und vierzig sein, unsre großen schulden, Für Die vor dir heilig, fromm und recht laß deine große gnade rein; Drum wollest du verwalten; Aus langmuth pflegst schonen, Nicht nach den werken du sünder oft zu dulden Und zu erhalten. lohnen. 4. großer Gott von O 4. Ach, willst du, daß der stärk'! Schau' an das arme mensch, der staub und erde, land Und schlage es nicht gar Mit erbsünd', schwachheit, noth Mit ausgereckter hand; Es und tod beladen, In deinem möchten etwa vierzig sein, Die großen zorn verderbet werde? vor dir heilig, fromm und Ach, schon' in gnaden! rein; Drum wollest du ver2. O großer Gott von ehr'! Sehr ferne sei von dir, Daß den gerechten auch Dein rächend schwert berühr'; Es möchten etwa funfzig sein, Die vor dir heilig, fromm und rein; Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 410 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. schonen, Nicht nach den werken| heit, güt' und stärke! Erhöre lohnen. unser flehn, Erhöre, Herr, und 5. D großer Gott von fraft! merke, Sieh' an all' unsre O Gott! erbarme dich, Erhöre noth, Erbarm' dich gnädiglich, mein gebet, Ach Gott, erhöre Erbarme dich, o Herr! O mich! Es möchten etwa dreißig Herr, erbarme dich! sein, Die vor dir heilig, fromm und rein; Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wollest unser schonen, Uns nicht nach unserm thun, Nicht nach verdienste lohnen; Gieb, 6.D großer Gott von gnad'! daß durch deine hülf Uns In deinem thron vernimm immer seel' und leib, Auch Mein brünstiges gebet, Erhör' ehre, hab' und gut Ohn' allen auch diese stimm': Es möchten schaden bleib'. etwa zwanzig sein, Die vor 3. D vater! hilf uns doch, dir heilig, fromm und rein; Wir bitten dich von herzen Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 7. O großer Gott von Schau', wie die arme erd' Schau', wie die arme erd' Durch deines sohns verdienst, Durch seinen tod und schmerthat! Bon zen, Auch durch sein auferstehn Von und seinen himmelgang, Hilf deiner mildigkeit Noch einen uns, Herr, unser Gott, Au' wunsch begehrt: Und sollten unser lebenlang! denn auch zehn nur sein, Die vor dir heilig, fromm und rein, und weil sie stets muß käm4. Beschüße deine kirch', So wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. pfen, So hilf der feinde list 8. großer Gott von lob! Und ihre macht bald dämpfen; Wenn ja das maß erfüllt Der Erhalte bis an's end' Auch, sünden, und aus zorn Du uns Herr, an unserm ort Den reiverderben willt: So möchten nen gottesdienst, Dein seligdoch die kinder rein, Gerecht machend wort. und heilig vor dir sein; Drum wollest du verschonen, Uns nicht nach sünden lohnen. 9.D großer Gott von treu'! Weil vor dir niemand gilt, Als dein sohn Jesus Christ, Der deinen zorn gestillt: So sieh' auf seine angst und pein, Laß uns durch ihn versöhnet sein, Um seinet willen schone, Uns nicht nach werken lohne.( 136) Mel. O Gott, du frommer Gott. 5. Gieb allgemeinen fried', Daß deine kirch' auf erden Und unser vaterland Erquicket möge werden, Behüt' Behüt' vor theu'rung, pest, Vor wassersnoth und brand, Gieb heilsam regiment, Gieb glück zu allem stand. 6. Errett' uns aus der noth, Darin wir jetzo stecken, Und wende gnädig ab Furcht, elend, angst und schrecken, Sei unser 533. Gott pater, sohn und schutz und rath; Gott, brich geist, Voll weis- das joch entzwei Und mach' Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 411 uns überall Von plag' und uns allein der glaube, Daß drangfal frei. du reich an erbarmen sei'st; 7. Jesu, Gottes sohn, Du hast ja noch ein vaterherz, In gnaden uns erhöre; Drum sieh' auch jetzt auf Jesu Christe, hilf Zu deines unsern schmerz. namens ehre; O Jesu, Gottes lamm, Du heil der christenheit, Erbarm' dich über uns, Sieb friede, trost und freud'! 5. Der mittler steht ja in der mitten; Ach, schaue seine wunden an, Die er für unsre schuld erlitten, Wodurch er dir genug gethan; Ach, laß sein blut und seine pein An uns, Herr, nicht vergeblich sein. 6. Das theure blut von deinem sohne Schrei' für uns um barmherzigkeit. Schau', höchster, von dem gnadenthrone Und denke noch der alten zeit, Da du auch gnade hast erzeigt, Dein herz dem fünder zugeneigt. 7. Herr, laß die wohlverdiente strafe Nicht über deine heerde gehn, Daß wir nicht, als verlorne schafe, Von deiner hut verlassen stehn, Ach, jammle uns in deinen schooß Und mach' uns aller plagen los. 8. Steck' ein das schwert, das uns sollt' fressen, Den würger laß vorüber gehn; Laß uns das brod in frieden essen, Laß keine solche zeit entstehn, Die uns dein wort so theuer macht, Daß unser herz dabei verschmacht'. 8. Gott vater, john und geist Voll weisheit, güt' und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre, Herr, und merke, Sieh' an all' unsre noth, Erbarm' dich gnädiglich, Erbarme dich, o Herr, Herr, erbarme dich! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 534. Wir liegen hier zu Ach, Herr von großer güt' und treu'! Und fühlen leider! im gewissen, Daß uns dein zorn erschrecklich sei; Das maß der sünden ist erfüllt, Ach weh' uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir alle fünder; Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die unge rath'nen kinder, Die wege des verderbens gehn, Die würdig, daß sie pest und schwert Und hunger hätte längst verzehrt; 3. Doch, vater, denk' an deinen namen, Gedenk' an deinen 9. Gieb fried' im land und lieben sohn; Dein gnädig wort im gewissen, Gesunde luft, wohlist ja und amen, Dein eid- feile zeit, Laß deines schutzes schwur zeuget selbst davon, Du uns genießen, Beförd're die woll'st den tod des sünders gerechtigkeit, Krön' unser feld nicht; Drum geh' mit uns nicht mit deinem gut, Nimm kirch' in's gericht. und haus in deine hut: 4. Wir liegen, Herr, vor dir 10. Dann wollen wir dir im staube, Zerknirscht und mit opfer bringen und stets auf zerschlag'nem geist; Nur tröstet deinen willen sehn, Mit freuden 412 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. halleluja singen Und würdig und aller sünd'; Ich trau' auf deinen ruhm erhöhn; Denn dich, o Gott, mein Herr! Wenn du hast alles wohl gemacht, ich dich hab', was will ich Dir sei Lob, preis und ehr' mehr. gebracht. ( 134) 2. Ich hab' ja dich, Herr Jesu Christ, Der du mein Gott und mittler bist; In dir Mel. Vater unser im himmelreich. 535. Hilf, helfer, hilf in will ich ſtets fröhlich ſein, Voll und noth; ich Erbarm' dich mein, o treuer dein; Auf deinen namen traue Gott; Ich bin ja doch dein ich, Ach helfer, nie verläßt du liebes find Trot teufel, welt mich. ( 99) cc. Bei Kriegsgefahr und Kriegsnoth. Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. 4. Doch, Herr, verzeih' die missethat Um Jesu Christi willen, Der für uns deinen cifer 536. Ach ch Gott! wir treten jetzt vor dich hat Am freuze wollen stillen: Mit traurigem gemüthe, Wir Da ist die schuld auf ihn bitten dich demüthiglich: Rett' gelegt; Er ist das lamm, das uns durch deine güte! Schau', wie die große kriegsgefahr Sich zu uns naht und ganz und gar Uns zu verderben drohet. für uns trägt Die fünd' und jündenstrafe. 5. Um dessen willen hilf uns mun Und höre unsre klagen, 2. Gedenke, vater, jetzt nicht Laß uns in frieden wieder mehr, Daß wir's verdienet ruhn, Statt wohlverdienter haben, Gedenke nicht, daß wir plagen; Erbarm', o Herr, erso sehr Gemißbraucht deine barme dich Und rett' uns alle gaben: Wir haben sie viel' jahr' gnädiglich Von krieg und friegsund zeit Zur pracht, zur wol- beschwerden. lust, üppigkeit Und schwelgerei verwendet. 6. Der fürsten herzen rath und sinn Hast du ja, Herr, 3. Wie oft ist nicht der in händen, Du kannst sie auch nebenchrist Gedrückt, wol gar allein dahin, Wo dir's beliebet, betrogen, Durch schein des wenden: Ach, neig' fie träftigrechts, gewalt und list, Das lich dazu, Daß sie doch halten seine ihm entzogen; Was wun- fried' und ruh' Und allem der, wenn nun deine hand Die jammer steuern. sünden, die wir nicht erkannt, Mit ernst an uns bestrafet? 7. D, Herr, wir fallen dir zu fuß, Du mollest gnade geben, Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 413 Daß wir hinfort durch wahre macht Ein großes heer zur buß' Auch bessern unser leben, flucht gebracht. Daß wir nicht selbst an unserm theil Verhindern dieses große heil, In fried' und ruh' zu leben. 5. Was hilft dem feinde seine menge? Was hilft dem riesen große macht? Der roff' und wagen stark gedränge Ist's 8. Breit' über unser ganzes nicht, was sieg und heil verland Die flügel deiner gnaden, schafft: Der mensch vertraut Beschütz' im segen jeden stand darauf zwar gern, Jedoch der Vor drangsal, noth und schaden: Wir wollen solche gütigfeit Und vatertreu' zu jederzeit Mit dankbarkeit erheben. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 537& zieht, o Gott! ein friegeswetter Jetzt über unser haupt einher: Bist du, Herr, hier nicht unser retter, So ist's für unser land zu schwer. Sieh', wie die fürsten sich entzwei'n Und sich zu unterdrücken dräu'n. sieg kommt nur vom Herrn. 6. Drum werfen wir in deine arme Uns, vater der barmherzigkeit! Und flehen voll vertrau'n: erbarme Dich über uns zur schweren zeit, Laß gnade doch für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn! 7. Doch findet, Herr, dein weiser wille Noch ferner züchtigungen gut, So schweigen wir und bleiben stille Bei dem, was deine vorsicht thut: Der, den fie treffen als dein kind, Weiß, daß es vaterschläge sind. 8. Die kleine einsicht unsrer seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor; So grob laß du uns nimmer fehlen, So weit vergeht sich nur ein thor. Ist gleich, was deine weisheit thut, Uns oft verborgen, ist's doch gut. 2. D, laß uns hier allein, o vater! Auf dich und deine vorsicht schau'n, Auf dich, den mächtigsten berather, Und nicht auf menschenhülfe bau'n, Die ohne dich uns gar nichts nüßt, Die nur durch dich uns kräftig schüßt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden, Du bist es, der die welt regiert. Laß uns der 9. Nicht grausam, sondern feinde spott nicht werden, Die nur mit maßen Schlägt uns dieser frieg jetzt zu uns führt. dein strafendes gericht; Du Seid böse, völker! rüstet euch! wirst uns nicht verderben Sei du für uns, so fehlt der lassen, Nein, vater, nein, das streich. thust du nicht; Wir sollen nur durch angst und pein Geprüfet und gereinigt sein. 10. Zuletzt wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott, gethan; Gerecht ist er in seinen schlüssen; Ihn betet 4. Die allerfeinsten kriegeslisten Vereitelt leicht dein weiser rath; Nie wird der feind das land verwüsten, Das dich, Gott, zum beschüßer hat. Durch dich hat oft die fleinste 414 Von den besonderen dankbar alle an! Er hilft, und er errettet gern, Lobsinget ihm und preist den Herrn!( 17) Pflichten gegen Gott. 3. Erhalte deine kirch' In diesen bösen zeiten, Da teufel, höll' und welt Sie überall bestreiten. Dein ist die sach', o Gott! Drum wach' und mach' dich auf, Schlag' eine wagenMel. O Gott, du frommer Gott. 538. Groß ist, o treuer burg Ulm deinen kleinen hauf. Gott! Die noth, Laß alle menschen die uns betroffen. Der sünden Laß jedermann erfahren, Du menge läßt Üns zwar kaum sei'st allein der Gott, Der sein gnade hoffen, Doch dies ist volk wol bewahren Und hülfe unser trost: Du bist voll gütig- senden kann, Wenn niemand keit, Du nimmst die strafe weg, hülfe weiß; Dafür sag' alles Wenn uns die fünde reu't. volt Dir dank und Lob und preis. 2. Wir liegen hier vor dir, Bereuen unsre sünden; Ach, 5. Wir sprechen nun getrost laß uns gnad' und huld Um In Jesu Christi namen, Auf Christi willen finden, Treib' sein untrüglich wort, Im glauben friegesnoth zurück Durch deine freudig amen! Jesu Christ, starke hand, Verleih' uns durch dich Und dein verdienst fried' und ruh', Schüß' unser allein Wird alles ganz gewiß vaterland. Und ja und amen sein. dd. Bei Mißwachs, Theuerung und Hungersnoth. Mel. Auf meinen lieben Gott. sind; Doch schaue auf den 539. V on dir, liebreicher bürgen, Der sich für uns ließ Gott! Kommt würgen, Und wehre doch der unser täglich brod. Was hat plage, Daß feiner gar verdich doch bewogen, Daß du zage. es uns entzogen? Nur unsre schweren sünden, Die deinen zorn entzünden. 4. Vergiß der alten schuld, Erzeig' uns deine huld In diesen schweren zeiten; Vorzüglich armen leuten Schenk' deine milden gaben, Den matten leib zu laben. 2. Dein zorn, Herr, ist entbrannt, Dein segen weggewandt: Willst du so vieler armen Dich, vater, nicht er- 5. Du nährst der vögel heer, barmen? Laß uns nicht gar Drum wirst du um so mehr verderben, Und nicht durch Auf uns, die deinen, sehen. hunger sterben. Hör' unser kläglich flehen, Sei 3. Wir haben's zwar ver- gnädig deinen findern, Laf dient, Dieweil wir sünder unsre noth sich mindern. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 415 6. Die vatertreu' steht fest, Du wollest es vergeben Nach Die uns nicht darben läßt: treuer väter art. Die fünde Der wollest du gedenken Und trägt zwar frucht, Doch diese uns die nahrung schenken, Den frucht bringt schaden. Ach, Herr, jungen nebst den alten Das vergieb aus gnaden Dem, der feben zu erhalten. dein antlig sucht. 7. Herr, unsre zuversicht! Laß unsern glauben nicht In theu'rung untergehen; Du wirst ja bei uns stehen, Du kannst, was unser leben Erfordert, reichlich geben; 8. Jedoch, gefällt es dir, Uns unser leben hier Durch hungersnoth zu rauben, Dann stärke unsern glauben, Dort sei ein besser leben, Das wollest du uns geben. 9. Wir haben's wol verschuld't, Drum gieb uns mur geduld, So lang' dies elend währet. Wird uns dein trost bescheret, So wollen wir dich loben Hier und einst ewig oben. 4. Ertrag' uns mit erbarmen, Wir fühlen wahre reu'; Hilf doch, o Gott, uns armen Nach deiner vatertreu'. Du bist die zuversicht, Zu der wir alle flehen, Auf die wir alle sehen, Darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser heil! ach, wende Der zeiten schweren lauf, Thu' deine milden hände, Den schatz der allmacht, auf. Was nur ein leben hat, Nährst du mit wohlgefallen, Drum, vater, gieb uns allen Die nahrung, mach' uns satt. 6. Du rufft dem nichts, o vater, Damit es etwas sei; Sei jetzt auch Gott und rather Bei derer angstgeschrei, Die sonst der hunger frißt, Ja, hilf uns und erhöre Zu deines namens ehre, Weil du so Mel. Von Gott will ich nicht Laffen. 540. Dder armen, Du gnädig biſt. u reicher Gott schöpfer aller welt, Du vater voll 7. Herr, deine brünnlein erbarmen, Der ewig glauben bleiben An mildem segen reich: hält! Weil du gebet erhörst, Laß uns dies standhaft gläuSo kommt zu dir mit beten ben. Drückt uns die theurung Auch alles fleisch getreten, gleich, Sorgt deine gütigkeit Weil du es alles nährst. Dennoch für unser leben Und kann bald reichlich geben, Was unser herz erfreut. 8. Laß alle frucht gerathen, Und baue du das land, Erquicke unsre saaten Mit deiner ner bürger willen Nichts tra- gnadenhand, Mach' fruchtbar, gen, sie nicht füllen. Ach, was man pflügt, Gieb sonnenunser maß ist voll! schein und regen, Daß dein 3. Ach, unser boshaft leben gewächs und segen Uns wieDrückt nach verdienst uns hart: derum vergnügt. 2. Herr, unsre großen sünden Verdienen diese noth Der theurung; wir empfinden, Was uns dein wort gedroht: Ein fruchtbar erdreich soll Um sei11 416 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 9. Dein gutes überschütte durft haben muß An essen und Und fröne jahr und zeit; Es an trinken. triefen deine tritte Von fetter 3. Laß uns in gutem fried' fruchtbarkeit; Laß, vater, un- und ruh', Was du uns giebst fern fleiß Bei deiner furcht genießen; Gedeihn und segen gedeihen, Daß wir uns deiner schenke du Zum pflanzen und freuen, zu deines namens begießen, Ernähr' uns, segne preis. dieses land, Die obrigkeit und jeden stand, Laß heil und wohlfahrt blühen. ( 72) 4. Was wir bedürfen, alles das Wirst du uns, Herr, be541. du und rung jedermann ohn' unterlaß Sich unter uns Aus deiner hände werken; Wir vermehren; Gieb fromme tinjehn es mit erstaunen an, Wir der und gemahl und gut gefönnen's täglich merken; Doch sinde überall, Auch nachbarwillst du, daß insonderheit Wir liche treue. christen deine gütigkeit Gebührend darum bitten; 5. Mach' unser aller herzen rein Von geiz und nahrungs2. Deshalb flehn wir auch sorgen Und laß uns gern zujetzt zu dir Um deine milden frieden sein Ohn' ängsten um gaben, Die wir, o höchster den morgen. Ein jeder tag hat Gott, allhier Am meisten nöthig seine last; Ich nehme an, was haben. Wir bitten nicht um du mir hast Für jeden tag überfluß, Nur, was die noth- gegeben. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. ee. Bei Feuer- und Wassernoth. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. regnen Und willst dem noch, der wild und frech, Mit flamm' 542.& hat dein zorn, und gluth begegnen: Soll dieder stark ent- ses auch an uns geschehn, Wie brannt, Ein feuer angestecket, elend wird es uns ergehn! Ohöchster Gott, das deine O vater, sei uns gnädig! hand, Die alles fügt, erwecket: 3. Ein heftig feuer brennet So strafft du unsre missethat, sehr, Wirft funken, gluth und Die mehr als dies verdienet flammen: Allein dein eifer hat.vater, sei uns gnädig! brennt viel mehr Und schlägt 2. Du ließest dort auf So- mit macht zusammen, Und dom pech, Blitz, feuer, schwefel geht dies feuer völlig an, Wer Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 417 ist denn, der es löschen kann? Mel. Nun ruhen alle wälder. vater, sei uns gnädig! 543. jammervolle tage Da 4. Vergieb die schuld, heil' unsre seel', So wird die glut und plage Uns hart betroffen sich stillen. Die fünden sind ihr hat! Ein großes maß voll thränahrungsöl, Und blos um deren nen Ist unter ach und sehwillen, Herr, zündest du dies nen Jetzt unsre speise früh und spat. feuer an, Das niemand von uns löschen kann. vater, sei uns gnädig! 2. Gott, unsre herzen bluten Von deinen schweren ruthen; Es ist um uns geschehn! Dein 5. Herr, stille deines zornes feuer schlug die flammen lauf, Gieb, daß wir uns be- Schnell über uns zusamfehren; Denn hört dein zorn men, Daß niemand konnte nur ernstlich auf, Wird auch widerstehn! der brand aufhören. Bewahr' 3. Wo sind doch unsre häuuns, Herr, wir bitten dich, ser? Sie wurden wie die reiUnd die da löschen, gnädig ser Verzehret durch die glut. lich. vater, sei uns gnä- Wir alle überlegen, Wo wir doch bleiben mögen, Gleichwie dig! 6. Dahin, wo noch kein ein armer fremdling thut. feuer ist, Laß doch die glut 4. Man höret auf den gassen nicht gehen, Und wo der brand Von denen, die verlassen, Ein noch um sich frißt, Da heiß' kläglich angstgeschrei. Web' ihn stille stehen Und sprich: uns! wer wird der armen Sich bis hierher komm allein, Hier fernerhin erbarmen? Wer steht sollst du ruhn und stille sein. uns in dem jammer bei? Obater, sei uns gnädig! 5. Herr, dessen strenge rechte schnöden sündenknechte, billig, nicht verschont, mußten unsre sünden, Doch laß Herr, deinen zorn entzünden, Drum hast du nach verdienst gelohnt; 8. Hilf gnädig und ersetze auch Durch deinen reichen segen, Was wind und feuer, dampf und rauch In staub uns wieder gnad' und huld. 6. Doch fallen wir in buße Dir, höchster Gott, zu fuße, Erkennen unsre schuld. Ach, schlage doch gelinder Auf uns erschrock'ne sünder Und zeig' 7. Wir fünder, wir verdie- Uns nen zwar Den schweren feuer- Wie regen; Wie klein ist nicht der Es frommen schaar! dich, Herr, bewegen, Gedenk', was Christus hat gethan, Sieh' unsre zarten finder an. O vater, sei uns gnädig! und asche legen. Behüt' uns, schone diesen ort Vor glut und brand und sei hinfort Uns, treuer vater, gnädig. 7. Gedenk', o Herr! auf's neue An deine gnad' und treue, Die nimmer untergeht; Du bist ja unser vater, Erhalter 27 418 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. acht, Wehr' ihrer macht, Du kannst sie leichtlich hemmen. 2. Verbirg jetzt nicht Dein angesicht, Gedenk' an uns in gnaden. Die tiefe dräut Mit heftigkeit Dem lande großen und berather, Wenn auch die größte noth entſteht. 8. Ist groß der findenschade, So ist doch deine gnade Noch größer als die schuld. Du fannst uns nicht verderben, Denn Christi blut und sterben schaden. Erwarb uns deine gnad' und huld. 3. Zwar machen wir Durch unrecht hier Das land dem wasser offen; Drum rauscht dein grimm Mit ungestüm, Und angst hat uns betroffen. 9. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden; Ach, gieb uns trost und heil; Laß sich um deren willen 4. Der sünden meng' Strafst Zorn, grimm und eifer stillen du sehr streng' Durch fluth Und bleibe unser bestes theil. von wasserwogen; Allein ver10. Es soll dir leib und zeih' Aus vatertreu', Die sich leben Zu deinem dienst ergeben uns nie entzogen. Und aufgeopfert sein; Dein geist, Herr, soll uns führen 5. Sei unser hort Nach deinem wort Um Jesu Christi Und jederzeit regieren, Dein willen; Wenn der uns ist wort allein soll uns erfreu'n. 11. Indessen gönn' uns armen, vater, dein erbarmen Und steh' uns mächtig bei, Daß fernerhin dein segen Auf allen unsern wegen Im zeitlichen auch mit uns sei. Nicht selbst beschützt, Wird nichts die wellen stillen. 6. Du mußt allein Die schußwehr sein Um unser gut und leben: Wir wollen dir, Herr, dafür Dank, preis und ehre geben. 12. Gieb wieder, was verloren, Und wir in unsern thoMel. Auf meinen lieben Gott. ren So ſchleunig eingebüßt: 545. Die waſſernoth ift Ach, Gott! Erfülle dies begehren, Wenn solches deinen ehren Und unsrer wohlfahrt dienlich ist. wir flehen blos zu dir und deiner güte, Daß sie uns jetzt behüte, Weil alles sich ergießet Und schrecklich auf uns fließet. 2. Das waffer steiget sehr, Rauscht schreckenvoll daher, Will alles überschwemmen: Wer will die fluthen hemmen? Was kann davor bestehen? Ach, alles muß vergehen. 3. Es raubt die wilde fluth 544.Wir uns unser hab' und gut. Dein Gott, Die fluth nicht über- zorn läßt ströme fließen, Die schwemmen. Nimm uns in sich mit macht ergießen, Daß 13. Erbaue, was zerstöret, Und was die glut verzehret, Erseke diesen brand: So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, So freuet sich das ganze land. Mel. Ach Gott und Herr! stehn in noth; Laß uns, o Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 419 länder, städt' und flecken Voll| Die wir vor augen sehen, Laß angst davor erschrecken. dir's zu herzen gehen. Wie nah' sind wir dem sterben; Ach, hilf, eh' wir verderben! 4. Vergieb uns unsre schuld Und hab', o Herr, geduld! Sieh', Jesus hat verfühnet, 7. Erbarme dich, o Gott, Was unsre schuld verdienet; Sieh' deines sohnes tod, Den Wir sind ja deine kinder, Dar- er für uns gelitten; Drum um verfahr' gelinder. höre unser bitten, Um seinet5. Herr, deine starke hand willen schone, Und nach ver= Drückt unser vaterland; Es dienst nicht lohne. rauschen deine fluthen Als deines zornes ruthen; Sie müssen deinen willen, Wie du befiehlst, erfüllen. 8. Ach, Gott, hör' unser flehn, Laß uns bald rettung sehn. Um trost ist uns jetzt bange. Ach Herr, ach Herr, wie lange? 6. Ach, Gott, sieh' an die Und sollen wir verderben, So noth, Das elend und den tod, laß uns selig sterben. f. Bei Dürre und Nässe und heftigem Ungewitter. starken hand, Daß du, zu unserm heil, das land Mit deinem segen frönest. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 546. Frommen schaar err! der du deiner 4. Herr, straf uns nicht in Selbst zugesagt auf erden, Sie deinem zorn, Gedent' an deine sollen von dir immerdar Im güte, Daß sie die früchte und freuz getröstet werden, Dabei das korn Uns gnädiglich behüte denn auch ihr täglich brod Vor frost und hagel, fluth und Sammt schuß und rettung aus sturm, Vor großer dürre, näss' der noth Von deiner gnade und wurm Und andern ungehaben. wittern. 2. Gieb reine Luft und son- 5. Laß uns dereinst auch nenschein, Gieb guten thau und unversehrt In unsre scheuern regen, Damit die äcker frucht- bringen, Was du aus gnaden bar sei'n Durch deinen milden uns beschert: So wollen wir segen, Und eine jede art der dir singen Ein freudig lob mit saat, Die unsre hand gestreuet herz und mund, So wird auch hat, Gerathe und gedeihe. andern menschen kund, Was du an uns bewiesen. 3. Des menschen fleiß ist ohne dich Ohnfehlbar ganz 6. Wir trauen deiner vatervergebens, Doch sorgst du für treu', Du werdest so viel geben, uns väterlich, Du quelle unsers Als nöthig und uns dienlich lebens. Wir trauen deiner sei In unserm ganzen leben. 27* 420 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Gieb nur, daß wir mit mäßig-| erquicket, Mache unsre felder feit Die gaben deiner freund- naß, Wäss're gnädig laub und lichkeit Nach unsrer pflicht ge- gras. brauchen. 4. Herr und Gott! du fannſt das leben Ihnen gar bald Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. wieder geben, Alles steht in err der schönen deiner hand, Dies ist uns gar 547.himmelslichter! wohl bekannt: Kläre deinen himmel auf, Sei 5. O, so hör' doch unser nicht ein zu scharfer richter flehen, Laß uns deine gnade Ueber unsern lebenslauf, Laß sehen, Send' uns regen früh die wolken sich zerstreuen Und und spat, Mache feucht die uns sonnenschein erfreuen. matte faat: 2. Zwar du hast ihn weg- 6. Dann, Gott, wollen wir genommen, Weil wir finsterniß dir singen, Lob und preis und geliebt. Sollten nicht die fluthen ehre bringen, Daß du unser fommen Ueber die, die Gott leid gewandt Und uns rettung betrübt? Sollt' er die mit licht zugesandt. erfreuen, Die den Herrn des lichts nicht scheuen? Mel. Ich dant' dir, Gott, durch deinen sohn. 3. Zwar läßt Gott die sonn' aufgehen Beides über bös und 549. Der Herr ist ning menschen! seht Mit freuden, doch gebeuget, Wie auch von seiner majeſtät Die fraft des donners zeuget. 2. Ihr finder Gottes! jeder blizz Soll alle welt erwecken; Doch ist dies donnernde geschütz Des vaters euch kein schrecken. 3. Auf dunklen wolken fährt der Herr, Der allerhöchst' und größte; Gerechtigkeit, gericht und ehr' Ist seines stuhles 548. Pater, weil an bei- veſte. nem segen Alles 4. Im donner schallet seine ist allein gelegen, Ach, so kom- stimm', Wer hat ihn nun zum men wir allhier Jetzt in dieser freunde? Denn feuer gehet her noth zu dir. vor ihm Zum schrecken einer feinde. 5. Der blik schießt aus der dunkeln höh' Mit lichten strahlen nieder; Schnell ist es lauter feuersee, Schnell schwarzes Wie er als ein vater thut, Der oft mit dem bösen finde Langmuth trägt bei dessen fünde. 4. Frommer vater! laß uns blicken Deine vaterlieb' und treu', Laß das land die sonn' erquicken, Deine gnade werd' uns neu; Ja, zu unsrer seelen wonne Leucht' uns selbst, o gnadensonne! 2. Sieh', wir flehn, du wollest schauen Auf die ganz verdorrten auen, Auf das arme dürre land, Das die hiße ausgebrannt. 3. Alle frucht ist fast ersticket, Weil sie gar kein thau dunkel wieder. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 421 6. Die berge schmelzen vor| mand gleichet, Allmächtig, herrdem Herrn, Dem herrscher auf lich, hoch erhöht, Dem alle der erden; Die himmel rufen hoheit weichet. nah und fern: Er muß gefürchtet werden! 8. Darum seid fröhlich allezeit, Ihr, fromme und gerechte, Und preiset seine heiligkeit, Und 7. Sein ist die höchste majestät, Des Herrn, dem nie- bleibet seine knechte. gg. Bei Seuchen unter Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. Menschen und Vieh. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, Ach, handle nicht, Herr Zebaoth, Mit uns nach unsern sünden, Laß, Herr, für recht uns, dein geschlecht, Durch Christum gnade finden. 550. ch, Gott, du unfers lebens licht, Herr, unsre burg und zuversicht, Du trost und heil der armen! Wir bitten dich demüthiglich, Erzeig' uns doch erbarmen. 7. Vergieb uns, Herr, aus gütigkeit Die schuld, die uns von herzen leid, Und laß uns 2. Wir fürchten, Herr, die nicht verderben, Ach, sprich große noth Der seuche, die uns uns frei und steh' uns bei, nahe droht, Sie fänget an zu( Daß wir nicht plötzlich wüthen; Drum flehen wir, du Laß unser vieh woll'st uns hier Aus gnaden sterben. doch behüten. 8. Nimm unsre bitte gnädig 3. Ach, strafe, Herr, uns arme nicht Nach deinem stren- auf Und hemme dieser plagen gen zorngericht Mit dieser bösen lauf, Laß sie nicht ferner seuche; Hilf uns, o Gott, daß wüthen, Laß deine hand das nicht die noth In unsre häuser ganze land Vor aller noth behüten. schleiche. 9. Gott von großer gnad' und treu'! Gieb, daß vor dir erhöret sei, Was wir erflehet haben, Verlaß uns nie, erfüll' uns früh Mit deiner gnade gaben. 4. Zwar tönntest du nach deinem wort Auch unser land und diesen ort Durch seuch' und pest verheeren Und ganz und gar der fünder schaar Vertilgen und verzehren. 5. Wir haben dir oft wider- 10. So wollen wir voll strebt Und oftmals bös' vor dankbarkeit Dir, höchster vater, dir gelebt, Viel missethat ver- jederzeit Hier ruhm und ehre übet; Wir haben dich oft bringen und ewig dort, freventlich Mit übelthun be- treuer hort, Von deiner gnade trübet; ( 2) fingen. 422 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. fällt, aus dieser welt Vor deinen thron zu gehen. 551. ir werfen, Gott 8. Beut' denen deine hände voll majestät! dar, Die jetzt in tödtlicher geUns jetzt mit brünstigem gebet fahr, Umringt von bangen Vor dir voll demuth nieder. schrecken, Und laß ihr herz im Dein zorn erwacht, der seuche herben schmerz Den felch des macht Erwürgt schon unsre trostes schmecken. brüder. 9. Sieh', wie ein jeder zu dir 2. Gott, wie groß ist fleht: Laß, treuer vater, dies diese noth! Sie kommt, sie gebet Zu dir erhörlich dringen, wächst, und fall und tod Be- So soll den dank dir lebensdeckt das land mit leichen; lang, Gott, unsre seele bringen. Rein widerstand von menschenhand Macht den verderber weichen. ichie braut auch unsrer 552. gerichte! Vor dir 3. dräut err, erschrecklich im missethat, Wenn nicht dein liebevoller rath Uns noch mit bebt der freis der welt, Wenn langmuth träget. Sind wir von deinem angesichte Zorn mehr werth, als die dein auf übertreter fällt. Gott, schwert Jeht häufig nieder auch reich an gütigkeit! Merke schläget? jetzt auf unser leid, Da wir deine ruthe tüssen, Die wir schmerzlich fühlen müſsen. 4. Ach, vater, gehe mit uns nicht Nach unsern sünden in's gericht, Erbarmer, ach verschone! Erlaß die schuld nach deiner huld In deinem liebsten sohne. 5. Erbarme dich, erbarme dich Und blicke jetzt auch väterlich Auf tiefgebeugte fünder! Du kannst allein mit hülf' erfreu'n; Errette deine finder. Mel. Freu' dich sehr, o meine feele. 2. Ach, wir sehen zum verderben Deine hand schon ausgerect, Da uns unsers viehes sterben, Das sich sehr verbreitet, schreckt. Was du uns zur arbeit gabst, Und womit du uns auch labst, Das erwürgt durch schnelle streiche Die verborg'ne macht der seuche. 3. Gott, wir müssen es be6. Erfülle dein verheiß'nes fennen: Unsre große miſsethat wort, Errette unser land und Heißt den feuereifer brennen, ort, Entferne furcht und pla- Der uns jetzt getroffen hat; gen, Gieb, was uns gut, gieb Unser, unser ist die schuld, frohen muth, Gieb heil in Weil wir deine große huld unsern tagen. Und den reichthum deiner 7. Doch, sollen wir gezüch- gaben Oftmals sehr gemißtigt sein, So flöß' uns muth braucht haben. und treue ein Und laß uns 4. Aber handle mit uns fertig stehen, Wann dir's ge- armen Nicht nach sündlichem Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 423 vergehn, Laß uns für das kräftig sein, Die du für des recht erbarmen, Gnade statt viehes leben Menschen zum der rache sehn. Unser sehr ge- gebrauch gegeben. beugtes herz Ist voll reue, 7. Gieb geduld in trübsals scham und schmerz Ueber unsre vielen sünden; Herr, laß uns zeiten, Wenn wir noch nicht hülfe sehn, Hilf uns in ververgebung finden. 5. Schau' auf den, der durchsuchung streiten, Wachen, beten sein sterben Deinen schweren und bestehn, Daß, wenn deine zorn gestillt Und, uns gnade vaterzucht Uns durch kreuz zu zu erwerben, Folgsam dein ge bessern sucht, Wir auch deinen fet erfüllt: Seine zahlung für zweck und willen Uns zur die welt Sei auch unser löse- heiligung erfüllen. geld; Laß uns auch für unsre sünden Trost in seinem blute finden. 8. Höchster, wir, wir sind in allen Deiner leitung unterthan. Blicke doch mit wohl6. Steure der gewalt der gefallen Uns bedrängte wieder plage, Sprich, so zieht der an; So wird unser mund und würger fort, Ach verkürze diese herz Freudig nach geſtilltem tage Und erquicke land und schmerz Deines namens ruhm ort; Laß, o Gott, durch dein vermehren, Dich mit lob und gedeihn Müh' und mittel dank verehren. c. Vom Lobe Gottes überhaupt. err Gott, dich 553. He Loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, vater in ewigkeit, Ehrt die welt weit und breit. All' engel und himmelsheer, Und was dienet deiner ehr', Auch cherubim und seraphim Singen immer mit hoher stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth. Dein' göttlich' macht und herrlichkeit Geht über himmel und erden weit. Der heiligen zwölf boten zahl Und die lieben propheten all', Die theuren märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem schall. Die ganze werthe christenheit Rühmt dich auf erden allezeit, Dich, Gott vater, im höchsten thron, Deinen rechten und einigen sohn, Den heil'gen geist und tröster werth Mit gleichem dienst sie lobt und ehrt. Pflichten gegen Gott. Wie unsre hoffnung zu dir steht. Herr, Gott vaters ew'ger sohn Auf dich hoffen wir, lieber du bist; Der jungfrau leib nicht hast verschmäht, In schanden laß uns nimmermehr. Amen! Zu erlösen das menschen( 92) g'schlecht. Du hast dem tod zerstört sein' Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 424 Von den besonderen Du könig der ehr'n, Jesu Christ, Und all' christen zum himmel 554. A, it mit den uf, christen, preist bracht. Du sitz'st zur rechten Gottes, gleich Mit aller ehr' in's vaters reich. Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch' ein glanz, der Gott verklärt! Wer ist, wie er, des lobes werth? Ein richter du zukünftig bist All's des, was todt und lebend iſt, Nun hilf uns, Herr, den die nern dein, 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist ruhm, Unendlichkeit sein eigenthum: Dies grenzenlose meer von licht Durchschauet selbst der engel nicht. Die mit dein'm blut erlöset sein. 3. Ja, eure lust sei, ihn erhöhn: Solch' lob ist herrlich, gut und schön, Schärft den verstand, erhebt das Herz Und stillt im leiden allen schmerz. Und segne, was dein erbtheil ift. Wart' und pfleg' ihr'r zu aller zeit Und heb' sie hoch in ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich 4. Wie wird der geist dadurch entzückt, Hinauf gen himmel selbst entrückt, Mit seinem hocherhab'nen freund, Mit Gott stets inniger vereint! 5. welch' ein seliger beruf, Wozu Gott selbst die engel schuf! O eine angenehme pflicht, Sie, die so reichen lohn verspricht. Und ehr'n dein' namen stetiglich. Behüt' uns heut', o treuer Gott, 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er Vor aller sünd' und missethat. verstand geschenkt. Die ehre Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller noth. Beig' uns deine barmherzigkeit, des verstandes ist, Daß ihr den ew'gen fennt und wißt. Laß uns im himmel haben theil Mit den heil'gen im ew'gen heil. Hilf deinem volt, Herr Jesu Christ! 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 425 Gott mit inbrunst nahn Und feine größe fühlen kann. 7. O vater! deine reden sind beständig, Gerichte, wahrheit, werke deiner hände. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an 8. Du sendest die erlösung eure pflicht. Die sprache dankt den gefangenen Und trägest ihr ihm allein, Und wolltet weg den raub mit hohem nicht voll rühmens sein? prangen. 9. Wer ist gutthätiger als er? Denn welche gabe sollt' uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 9. Theu'r, schrecklich, unvergänglich ist dein name: Wer den fürchtet, der wird zur weisheit kommen. 10. Was ist's, daß ihr ihm dafür gebt? Ist nicht ein herz, das ihm nur lebt, Das ganz 10. Lob, ehr' und dank muß dir, o vater! werden In ewigfeit, auch hier auf dieser erden. in seiner liebe brennt, Das 556. Afeele, Dem heili[ uf, stimme, meine eing'ge, was ihr geben könnt? 11. Auf, christen, preist mit mir den Herrn! Wer preiset seinen Gott nicht gern? denkt, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des ruhmes werth? gen ein danklied an! Mein innerstes erzähle, Was er, der Ge- Herr, an mir gethan! Die sünd' hat er vergeben, Mich franken heilet er. Wohl mir! noch soll ich leben, Mein helfer ist der Herr. Mit adlerstärke dringet Mein geist zum heiligsten. O Gott! dein trost verjünget Das herz der leidenden. ( 89) 2. Uns hat er wissen lassen, Wie er von anfang an regiert; Mit lieb' ohn' alle maßen Hat unser Gott sein volk geführt. Schnell eilt sein zorn vorüber, Straft nicht nach unsrer schuld; Ach, er begnadigt lieber, Trägt sünder mit geduld. So hoch die himmel reichen, Herrscht seine vaterhuld; Wie nacht und nebel weichen, So schwindet unsre schuld. 3. Wie väter mit erbarmen Auf's leiden ihrer finder schau'n, So thut der Herr uns armen, Die wir in einfalt ihm vertrau'n; Er kennt die zarten finder, Er weiß es, wir sind staub. as lobes soll'n wir dir, o vater, fingen? Dein' that kann keines menschen zung' ausbringen. 2. Du hast uns wahre siegel ausgedrücket, Dabei wir deine gunst und güte schmecken. 3. Den bösen Pharao im meer erwürget, Israel in der wüsten mit brod versorget. 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, Daß du willst unsern leib und seel' versorgen. 5. Zu beweisen deine hohen wunderwerke, Hast du zerknirschet deiner feinde stärke, 6. Dazu einen ew'gen bund mit uns gemachet: Wohl dem, der mit dem herzen darauf achtet! 426 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Wir todeswürd'ge fünder, Hin-| helfen kann, Sich selbſt zum fällig wie das laub; Kaum, Helfer stellt.:: daß die winde wehen, So ist 4. Der, ob wir böses auch es nicht mehr da: Was blüht, verübt, Doch bleibet fromm muß bald vergehen, Bald ist und treu, Die straf' erläßt, die das ende nah'. schuld vergiebt, Macht uns in Christo frei.:,: 4. Nur Gottes gnad' alleine Steht fest und bleibt in ewig- 5. Er gebe uns ein fröhlich feit. Er hat sich die gemeine herz, Erfrische geist und sinn Zu seinem dienste selbst geweiht. Und werf' all' angst, furcht, Ihr, seine bund'sverwandten, sorg' und schmerz In meeresErweitert ihm sein reich; Selbst tiefe hin.:: himmlische gesandten Verein'gen sich mit euch. Die starken Helden droben Befördern gern sein wort; Sein scepter herrscht dort oben, Sein reich an jedem 6. Er laffe seinen frieden ruhn In unserm vaterland; Er gebe glück zu unserm thun Und heil zu allem stand.:: ort. 7. Er laffe seine lieb' und güt' Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet das gemüth, Gar ferne von uns stehn.:;: 8. So lange dieses leben währt, Sei er stets unser heil, Und wenn wir scheiden von der erd', Verbleib' er unser theil.:: 9. Wenn unser herz im tode bricht, Drück' er die augen zu Und zeig' uns drauf sein angeficht Dort in der ew'gen ruh'!:: ( 51) 5. Anbetung, dank und ehre Sei dir, Gott vater, sohn und geist! So singen dir die chöre Der schaar, die dich vollkomm'ner preist. Hier stammeln menschenzungen Unwürdig, schwach und matt; Dort wirst du erst befungen, Wo alles klarheit hat; Dort leuchtet deine stärke, heiligster, wie hell! Jauchzt, alle seine werke! Lob' ihn auch, meine seel'! Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. un danket all' und 557. Nt bringet ehr, Shr 558. Solle ich meinem Gott menschen in der Dem Gott, der himmel, erd' und meer zu seinem ruhm bestellt.:: Mel. Lasset uns den Herren preisen. gen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Ihm nicht preis und 2. Singt ihm mit frohem ehre bringen? Mich nicht seiner jubelschall, Gott, unserm höchsten liebe freu'n? O es ist ja nichts gut, Der seine wunder überall als liebe, Was sein vaterherz Und große dinge thut.:: bewegt, Was mich mit erbarmen 3. Der uns von mutterleibe trägt, Wenn ich seinen willen an Frisch und gesund erhält, übe. Alles währet seine zeit, Und wenn kein mensch mehr Gottes lieb' in ewigkeit. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 427 2. Wie ein adler sein ge- bestellt; Ja, wohin ich mich fieder Ueber seine jungen streckt, nur kehre, Find' ich, was mich So hat mich und meine brü- unterhält, Thier' und kräuter der Stets des höchsten hand und getreide; In den grünbedeckt. Er ist's, der von mut- den, in der höh', In den wälterleibe Bis auf diesen augen- dern, in der see Find' ich nah blick Schafft, daß leben, heil rung, lust und freude. Alles und glück, Daß sein segen bei währet seine zeit, Gottes lieb' mir bleibe. Alles währet seine in ewigkeit. zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht 3. Sein sohn ist ihm nicht sein sorgen Und beruhigt mein zu theuer, Nein, er giebt ihn gemüth; Ich erwach' und jefür mich hin, Daß er mich vom den morgen Seh' ich neue lieb' ew'gen feuer Durch sein theu- und güt'. Wär' er nicht, mein res blut gewinn', Und mich Gott, gewesen, Hätte mich mache frei von sünden: Nie sein angesicht Nicht geleitet, vermag mein schwacher geist, wär' ich nicht Aus so manNie vermag, was endlich heißt, cher angst genesen. Alles wäh Diese liebe zu ergründen. Al ret seine zeit, Gottes lieb' in les währet seine zeit, Gottes ewigkeit. lieb' in ewigkeit. 8. Wie so manche schwere 4. Seinen geist, den edeln plage Hast du mir vorbeigeführer, Giebt er mir nach sei- führt, Daß an keinem lebensnem wort, Daß er werde mein tage Meine hütte sie berührt; regierer, Der mich leite im- Engel hast du mir gesendet, merfort, Er beruhigt meine Hast das böse, das der feind seele, Schenkt mir glaubens Anzurichten war gemeint, Ferne zuversicht, Licht und stärke, von mir abgewendet. Alles daß ich nicht meines daseins ziel verfehle. Alles währet seine zeit, Gottes lieb' in ewigfeit. währet seine zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. 9. Wie ein vater seinem finde Nie sein vaterherz entzieht, Wenn es gleich, berführt zur sünde, Von der bahn der tugend flieht: Also hält 5. Hat er nun das wohl ergehen Meiner seele wohl bedacht, so nimmt nach meinem flehen Er auch meinen auch mein verbrechen Mir leib in acht. Wenn mein muth mein frommer Gott zu gut, und mein vermögen Mich verläßt in höchster noth, Dann schenkt mir mein treuer Gott Seine fraft und seinen segen. Alles währet seine zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. Will mein fehlen mit der ruth' Und nicht mit dem schwerte rächen. Alles währet seine zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. 10. Sa, Gott fegnet auch durch leiden; Auch auf rau6. Himmel, erd' und ihre hen wegen führt Seine hand heere Hat er mir zum dienst zu höhern freuden, Und wer 428 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. treu war, triumphirt. Die, so send proben Hat verherrlicht hier bei tugend weinen, Ern- tag und nacht; Denn so leib ten jenseits hoch erfreut Him- als seele zeugen, Ich sei ganz melalust und seligkeit, Wenn und gar dein eigen: Tausend, fie vor dem thron erscheinen. tausend mal sei dir, Mein erAlles währet seine zeit, Gottes barmer, dank dafür! lieb' in ewigkeit. 3. Dent' ich an die sünden11. Das weiß ich fürwahr, wege, Da ich häufte schuld auf und lasse Mir's nicht aus dem schuld, Wird mir mein gewissen herzen gehn: Christenkreuz hat rege Bei der langmuth und seine maaße Und muß endlich geduld, Die mir nicht im zorn stille stehn. Wenn der winter gelohnet, Nein, mich väterlich ausgeschneiet, Tritt der schöne verschonet: Tausend, tausend sommer ein: Also wird auch mal sei dir, Mein erbarmer, nach der pein, Wer nur stand- dank dafür! haft bleibt, erfreuet. Alles währet seine zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. 4. Wenn ich ferner überlege, Mit wie vieler freundlichkeit Du bei treuer vaterpflege Mich 12. Weil denn weder ziel geführt die Lebenszeit: So noch ende Sich in Gottes liebe find't, Ei so heb' ich meine hände Zu dir, vater, als ein find, Bitte, woll'st mir gnade geben, Dich aus aller meiner macht zu umfangen tag und 5. Du, Herr, bist mir nachnacht, hier in meinem ganzen gelaufen, Mich zu reißen aus leben, Bis ich dich nach dieser der glut; Denn, als mit der zeit Lob' und lieb' in ewigkeit. sünder haufen Ich nur suchte ( 51) irdisch gut, Lehrtest du mich dies verachten Und nach deinem reiche trachten: Tausend, tausend mal sei dir, Mein erMel. Schöpfer, der du selbst das leben. weiß ich kein ziel zu finden, Noch den grund hie zu er gründen: Tausend, tausend mal sei dir, Mein erbarmer, dank dafür! 559. Wie soll ich dich barmer, dank dafür! würdig 6. O, wie hast du meine Mächtiger Herr Zebaoth? seele Stets gesucht, zu dir zu Sende mir dazu von oben ziehn, Daß ich möcht', so oft Deines geistes fraft, mein ich fehle, Hin zu Jesu wunden Gott. Groß sind deine liebes- fliehn, Die mich ausgeföhnet zeichen, Mein sinn kann sie haben Und mit kraft zum nicht erreichen: Tausend, tau- leben laben: Tausend, tausend send mal sei dir, Mein erbar- mal sei dir, Mein erbarmer, mer, dank dafür! dank dafür! 2. Stärke mich, mein Gott, 7. Herrscher, lauter gnad' von oben, Daß ich rühme deine und wahrheit Sind vor deinem macht, Welche sich durch tau- angesicht. Du, du gehst hervor Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 429 in klarheit, Bist gerecht auch mal mehr, Ließest du mich doch im gericht, Daß man soll aus begleiten Durch der engel starkes deinen werken Dich als Gott heer, Daß den nöthen, die mich und helfer merken: Tausend, drangen, Ich doch freudig bin tausend mal sei dir, Mein er- entgangen: Tausend, tausend barmer, dank dafür! mal sei dir, Mein erbarmer, dank dafür! 8. Herr, der du bei jedem dinge Ordnung, zeit und maße 13. Und wie hat in seinem liebst, Nie zu viel, nie zu ge- sohne Gott mich je und je geringe, Sondern nur, was nütz liebt, Daß er auch von seinem lich, giebst, Auch ich seh' auf throne Mir mit ihm mun alles manche weise Deine weisheit, giebt! Jesus, meine gnadendir zum preise: Tausend, tau- fonne, Sein verdienst ist meine send mal sei dir, Mein erbar- wonne: Tausend, tausend mal mer, dank dafür! sei dir, Mein erbarmer, dank 9. Bald mit freuden, bald dafür! mit leiden Kamst du, Herr, 14. Trost, vergebung, fried' mein Gott, zu mir, Und sound freude Schenkt mir mein zogst du mich in beiden, Wie Herr Jesus Christ, Geist und im liebesfeil, zu dir, Daß hoffnung, kraft im leide, Sieg mein gänzliches verlangen und leben; denn er ist Mir Möcht' an deinem willen han geboren, mir gestorben, Hat gen: Tausend, tausend mal sei durch's blut mir heil erworben: dir, Mein erbarmer, dank Tausend, tausend mal sei dir, dafür! Mein erbarmer, dank dafür! 10. Wie ein vater nimmt und giebet, Als es findern 15. Nun, so hast du mir müßlich ist, So hast du auch erzeiget, Vater, deine gütigkeit, mich geliebet Und dich, weil Und du hast zu mir geneiget, du vater bist, Treulich meiner Jesu, deine freundlichkeit, und angenommen, Wenn's auf's durch dich, o geist der gnaden! höchste gleich gekommen: Tau- Werd' ich dazu eingeladen: send, tausend mal sei dir, Mein Tausend, tausend mal sei dir, erbarmer, dank dafür! Mein erbarmer, dank dafür! 11. So bin ich auf adlers 16. Auf, ihr lippen, herz flügeln Oft getragen väterlich; und zungen, Sagt dem höchIn den thälern, auf den hügeln sten preis und dank! Dir, o Sah dein auge stets auf mich; Gott, sei lob gesungen Nun Schien gleich alles zu zerrinnen, und all' mein lebenlang! Laß Ronnt' ich fraft durch dich uns deine treu' erfennen Und gewinnen: Tausend, tausend voll gegenliebe brennen, Dir mal sei dir, Mein erbarmer, nur leben und dafür, Mein dank dafür! erbarmer, danken dir! ( 55) 12. Fielen tausend mir zur seiten, Und zur rechten zehn 430 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch dankes an: Mein leben müsse zeuge sein, Ich sei erkenntlich, und Gott. 560. Dich, Herr und ich sei dein! vater aller welt! Preist mein gesang, und dir mißfällt Des menschen stammelnd danklied nicht, Wein Gott 561. Bringt her bem und meine bringt 2. Von mutterleib' an warst lob und ehr' Aus freudigem du es: Wie freut sich meine gemüthe, Daß jeder Gottes seele deß, Daß du auch mir ruhm vermehr' Und preise seine ein vater bist, Der seines findes güte! Er macht uns frei von nie vergißt. aller noth, Drum lobet ihn, drum lobet Gott Und danket 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und seinem namen! deinem sohn. Durch dein unschäßbar wort allein Weiß ich, die ewigkeit sei mein. 4. Wer hatte langmuthsvoll geduld, Wenn ich schon häufte schuld auf schuld? Und stürmte trübsal auf mich zu, Wer half mir siegen? Herr, nur du. 5. Herr, dessen augen mich stets sah'n, Du ließ'st auf meiner pilgerbahn Für mich so viele freuden blühn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und warst auch immerdar Mein schuß, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergehns Und der erhörer meines flehns. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Der seele, leib und leben Aus lauter väterlicher gnad' Uns allen hat gegeben, Der uns durch seine engel schüßt, Der täglich giebet, was uns nüßt: Drum dantet seinem namen! 4. Lobt Gott, er schenkt uns seinen sohn, Der selbst für uns gestorben, Der uns die ew'ge freudenkron' Durch seinen tod erworben, Der worden ist der höllen gift, Den friedensbund mit Gott gestift't; Drum danket seinem namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den geist Den glauben angezündet Und alles gute noch verheißt Und stärket, kräftigt, 9. Nimm, da ich's nicht ver- gründet. Er giebt den geist, gelten kann, Das opfer meines der in uns bleibt, Uns leitet 7. Wie oft entfernt' ich mich von dir; Doch du, du bliebest vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Mich väterlich entgegen nahm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu'. Dich preis' ich, Gott, der gern erfreut, Mit zähren froher dankbarkeit. 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit Die großen wunderwerke, Die majestät und herrlichkeit, Die weisheit, fraft und stärke, Die er beweist in aller welt, Dadurch er alle ding' erhält: Drum danket seinem namen! Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 431 thum zu sein, Schriebst mich, als deinen heil'gen samen, In's buch des ew'gen lebens ein, Daß ich dereinst, den engeln gleich, Soll herrschen in des vaters reich. und zum guten treibt: Drum danket seinem namen! Lobt Gott! er hat dies gute werk Selbst in uns angefangen, Vollführt es auch, giebt traft und stärk', Das kleinod zu erlangen, Das er uns allen dargestellt, Doch nur den gläub'gen vorbehält: Drum danket seinem namen! 7. Lobt Gott, ihr starken seraphim, Sammt fürstenthum und thronen! Es loben Gott mit heller stimm', Die hier auf erden wohnen, Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur odem hat, Das danke seinem namen! ( 59) Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. 5. Von daher hast du alle stunden Mit deiner güte mich ergößt; Ich habe deinen schutz empfunden; Kein feind hat mich bisher verletzt, Denn deine hand, dein arm hat mir Stets ausgeholfen; dank sei dir! 6. 3war ohne freuz bin ich nicht blieben; Es war zu meiner prüfung gut. Gott fennet dennoch, die ihn lieben, Und recht ist alles, was er thut. Belegt er uns mit last, die drückt, So hilft er tragen und erquickt. 562. ein Gott, ich muß 7. Und also rühm' ich deine es freudig fagen, gaben, Mein Gott, es sei freud' Daß du mir so viel gut's ge- oder leid. Was du uns giebst, than In allen meinen lebens- das muß uns laben; Du meinst tagen, Daß ich nicht alles es gut zu aller zeit, Und deine zählen kann; Ja, eh' ich noch huld und vatertreu' Ist mir die welt gesehn, Ist mir viel noch alle morgen neu. gut's von dir geschehn. 2. Von ewigkeit und vor der erden Hast du in Christo mich geliebt. Was mir zum segen follte werden, Hast du, mein Gott, der alles giebt, Schon eh' ich war, mir zugedacht Und väterlich für mich gewacht. 8. Ja, heut' an diesem lieben tage Erfreuet mich dein gnadenlicht. Ich bin befreit von harter plage, Und fehlt mir's gleich an kreuz auch nicht, So ruf' ich dich nur kindlich an, Du bist es ja, der helfen kann. 3. Und da ich kaum die welt erblicket, Hat deine güte mich umarmt und in der taufe schön geschmücket: So hast du meiner dich erbarmt, Du wuschest mich von meiner fünd', Und also ward ich Gottes find. 4. Du riefest mir bei meinem namen, Dein treues eigen- wandel immer gehn Zum himmel 9. Daher bin ich auch wohl zufrieden Und danke dir und preise dich Für das, was du mir hast beschieden. Ich nehm' es an und freue mich und sehe meine hoffnung fest Auf dich, Gott, der mich nie verläßt. 10. Eins laß mich stets von dir verlangen: Laß meinen 432 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. wo die frommen prangen, Wo den weihn, Die mir noch übrig sie in weißen fleidern stehn, Und sind: Viel höhern frieden hab' bringe mich auch einst dahin, ich dann, Als diese welt mir Wo ich ohn' ende fröhlich bin. geben kann. Mel. Warum betrübst du dich, mein herz. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 563. Voll freud' und dant 564. daß ich tausend Herr, mein ganzes herz zu dir, Mein vater und mein Gott! zungen hätte erhebt in mir Sich, Und einen tausendfachen mund, So stimmt' ich damit in die wette Vom allertiefsten herzensNie ohn' entzücken denke ich, grund Ein loblied nach dem Dschöpfer aller welt, an dich. 2. Mein auge sieht die große pracht Der werke deiner weisen macht Du riefft, da wurden fie, Und erd' und himmel sind steht! noch heut' Ein spiegel deiner herrlichkeit! andern an Von dem, was Gott an mir gethan! 2. daß doch meine stimme schallte Bis dahin, wo die sonne O daß mein blut mit jauchzen wallte, So lang' es noch im laufe geht! Ach, wäre jeder puls ein dank Und jeder odem ein gesang! 3. Da rühmet himmel, erd' und meer Und all' ihr zahllos großes heer, Gott, deine vaterhuld, Die neu an jedem morgen ist Und auch des kleinsten nicht vergißt; 4. Da stellest du, durch den ich bin, Mich unter deine wunder hin zum fröhlichen genuß. Was ist der mensch, Herr, daß du dich Sein gnädig annimmst? was bin ich? 5. Den menschen frönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bildete sein herz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein Gott an ihm gethan. 6. Und welche große hoff nung giebst Du, der du uns in Christo liebst, Uns, stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh'. 7. Vor dir in Christo werth zu sein, Will ich ihr alle stun3. Was schweigt ihr denn, ihr meine fräfte? Auf, auf! braucht allen euren fleiß Und stehet munter im geschäfte zu Gottes, meines Herren, preis! Mein leib und seele schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen blätter in den wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir; Ihr schwanken gräschen in den feldern, Ihr blumen laßt doch eure zier Zu Gottes ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein leben und einen odem in sich hat, Soll sich mir zum gehülfen geben, Denn mein vermögen ist zu matt, Die großen wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster vater! Unendlich lob für leib und seel'; Lob sei dir. mildester Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 433 berather! Für jeden reichen So will ich doch nicht traurig freudenquell, Den du mir in der sein. ganzen welt Zu meinem nutzen haft bestellt. 13. Drum reiß' ich mich jetzt aus der höhle Der 7. Mein treuster Jesu! sei schnöden eitelkeiten Los Und gepriesen, Daß dein erbarmungsvolles herz Sich mir so hülfreich hat erwiesen, Und mich durch blut und todesschmerz Bon aller teufel grausamkeit Zu deinem eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig ruhm und ehre, heilig- werther Gottes geist, Für deines trostes füße lehre, Die mich ein find des lebens heißt; Ach, wo was gut's von mir geschicht, Da wirket es dein göttlich's licht. 9. Wer überströmet mich mit segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen wegen? Nur du, o Herr, Gott Zebaoth; Du trägst mit meiner fündenschuld Unsäglich gnädige geduld. rufe mit erhöhter seele:„ Mein Gott, du bist so gut und groß, Kraft, ruhm, preis, dank und herrlichkeit Gehört dir jetzt und allezeit!" 14. Ich will von deiner güte singen, So lange sich die zunge regt; Ich will dir freudenopfer bringen, So lange sich mein herz bewegt, Ja, wenn der mund wird fraftlos sein, So stimm' ich doch mit seufzen ein. 15. Ach, nimm das arme lob auf erden, Mein Gott, mit vaternachsicht hin: Im himmel soll es besser werden, Wenn ich den engeln ähnlich bin; Dann sing' ich dir im höhern chor Viel tausend halleluja vor.( 96) 10. Vor andern füff' ich deine ruthe, Die du mir oft gesendet haft: Wie viel thut ſie mir 565 Nun danfet alle zu gute; mir eine sanfte last; Sie macht mich fromm und zeugt dabei, Daß ich von deinen liebsten sei. Gott Mit herzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns und allen enden, Der uns von mutterleib' Und findesbeinen an Bis diesen augenblick Unzählig gut's gethan. 11. Ich hab' es ja mein lebetage Zu deinem ruhm so oft gespürt, Daß du mich unter vieler plage Nach deinem rath recht wohl geführt; Denn in der größesten gefahr Ward ich dein trostlicht bald gewahr. 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns in unserm leben Ein immer fröhlich herz Und edeln frieden geben Und uns in seiner gnad' Erhalten fort und fort Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. 12. Wie sollt' ich nun nicht voller freuden In deinem steten lobe stehn? Wie wollt' ich auch im tiefsten leiden Vor Gott 3. Lob, ehr' und preis sei nicht triumphirend gehn? Und Gott, Dem vater und dem sohne fiel' auch gleich der himmel ein, Und auch dem heil'gen geiſt, 28 434 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Im höchsten himmelsthrone bleiben wird Jetzt und auch Dem dreieinigen Gott, Wie er immerdar. ursprünglich war Und ist und ( 117) d. Vom Lobe Gottes in besonderen Fällen. aa. Bei Errettung aus mancherlei Nöthen. 5. Noch war ich im glauMel. Jesu, meine freude. 566.J Vefu, meine liebe, ben, Den mir doch zu rauben Die ich oft be- Satan war bemüht, Der die trübe Hier in dieser welt, armen seelen Auch durch banges Dankbar im gemüthe Preis' quälen Oft zur hölle zieht; Sch ich deine güte, Die mich noch sprach doch: ,, ich gläube noch, erhält, Die mir oft ganz un- Ja, ich gläub', ich kann ja verhofft hat geholfen, wenn beten Und vor Gott hintreten. ich flagte Und fast gar verzagte: 46 2. Daran will ich denken, Wenn mich sorgen fränken, Wenn ich leiden muß; Ich will's auch erwägen, Wenn ich leb' im segen Und im überfluß. Ja, mein hort, ich will hinfort Für die überstand'nen schmerzen Dankbar sein von herzen. 6. Herr, wer zu dir schreiet, Seine schuld bereuet Und im glauben fleht, Den wirst du erhören Und dich zu ihm kehren, Du erhörst gebet; Ja, dein herz wird seinen schmerz, Ms den deinen, selbst empfinden, Lindern und verbinden: 7. Drum, o meine Liebe! Die ich oft betrübe Hier in dieser welt, Dankbar im ge3. Ich bat dich mit thränen, müthe Preis' ich deine gute, Und mit heißem sehnen Hob Die mich noch erhält, Die mir ich mein gesicht Zu dir auf oft ganz unverhofft hat geund schrie, Beugte meine knie, holfen, wenn ich flagte Und faſt Und du halfst mir nicht; Ich gar verzagte. ging hin, mein herz und sinn War die ganze nacht voll sorgen Bis zum ( 122) Sch, als ich nicht sahe, 567.Du bistum gebist's, dem ehr' Daß du mir so nahe, Sprach mit bangem sinn: Herr, ich bührt, Und das, Herr, bring' fann nicht beten, Komm, mir ich dir; Du hast mich väterlich geführt, Und stets warst du mit mir.:,: beizutreten, Sonst sink' ich dahin!" Da riefst du mir tröstlich zu: ,, Weißt du nicht, daß ich noch lebe Und dir stärkung gebe?" 2. Wenn angst und noth mich überfiel, So hörtest du mein flehn; Du setztest meinem Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 435 fummer ziel, Drum konnt' ich| güte voll; Er hilft und rettet nie vergehn. gern. 3. Ich sant in frankheit und in schmerz Und rief:" Herr, rette mich!" Da halfst du mir, Gott, und mein herz Ward froh und stärkte fich.:: 12. Er hilft und läßt die traurigkeit Sehr bald vorüber gehn Und will uns nach der prüfungszeit Vor seinem stuhl erhöhn.:: 13. Vergiß, o meine seele, nicht, Was Gott an dir geVergiß Vergiß nicht deiner großen pflicht, Dien' ihm und bet' ihn an!:: Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. lein geist er 568. Me staunt, allhuld mächtiger! Wenn er die bedenkt, Womit du mich, mein Gott und Herr! So unverdient beschenkt.:: 2. Dann ist mein herz so hoch erfreut, Ganz deiner güte voll, Und weiß vor heißer dankbarkeit nicht, wie es danfen soll.:,: 4. Mich fränkte oft des feindes haß: Ich klagte dir den schmerz; Du halfft mir, daß than! ich ihn vergaß, Und stilletest mein herz.:: 5. Wenn ich, verirrt vom rechten pfad, Mich in gefahren sah, Rief ich zu dir, mein 568. M Gott, um rath, Und hülfe war mir nah.:,: 6. Oft war um trost die feele bang'; Ich kam und suchte dich, Ich rief voll sehnsucht: " Herr, wie lang'?" Und du erhörtest mich.:: 7. Du halfft und hältst mit vatertreu' Mich noch in deiner hut; Du stehst mir in versuchung bei, Giebst mir zur tugend muth.: 3. Als ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief, Bestimmteſt du für mich das loos, Das mich zum leben rief.:: 4. Du wählst des sterblichen geschick, Eh' er geboren ist: Und so ward ich, o welch' ein glück! Geboren als ein christ.:: 5. Du ließest schon ein flehen sein, Was kaum ein lallen war, Und neigtest zu des säuglings schrei'n Dein ohr erbarmend dar.:: 6. Wenn ich als jüngling von dem pfad Der tugend mich 11. Gott liebt uns, fördert verirrt, Hat mich höchst liebunser wohl. Erheb' ihn, volk reich, Herr, dein rath Darauf des Herrn. Die erd' ist seiner zurückgeführt.:;: 8. Herr, für die leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, Auch für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt.:,: 9. Dir dank' ich's, daß die freatur Mich nährt und mich erfreut; Ich schmeck' im segen der natur, Herr, deine freundlichkeit.:,: 10. Selbst deinen sohn gabst du für mich: Welch' wunder deiner huld! Durch ihn, o Gott, wie preis' ich dich? Vertilgst du meine schuld.:: 28* 436 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 7. Du warst mein schuß 3. Erhebt Gott immerdar, und meine wehr Vor unglück Ihr, welche die gefahr Des und gefahr Und vor dem krieges hart geplaget, Von laster, das noch mehr, Als sie, haus und hof gejaget. Gott zu fürchten war.:: selbst zerbrach die waffen, Um frieden uns zu schaffen. 8. In mancher frankheit ward durch dich Mein leben mir geschenkt, Und deine gnad' erquickte mich, Wenn sünden das mich gefränft.:: 9. Und welche wohlthat, Herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann, Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan!:: 4. Sagt euer lebenlang Ihm ehre, preis und dant; Er legt rachschwert nieder Und giebt den frieden wieder, Daß, die der frieg gedrücket, Der friede nun erquicket. 5. Des treuen vaters hand Hat es also gewandt, Daß wir nun alle gaben Im frie10. Kein tag soll froher mir den ruhig haben, Wodurch wir vergehn, Als, höchster, dir hier auf erden Beglückt und zum preis; Ich will dein ho- fröhlich werden. hes lob erhöhn, So gut ich 6. Nun, Gott, wir loben fann und weiß.:: dich Und danken ewiglich, 11. In schrecken, angst, ge- Daß du auf unser flehen Uns fahr und noth Trau' ich allein hülfreich angesehen Und noch auf dich. Durch dich gestärft, bei unserm leben Den frieden ist selbst der tod Mir nicht uns gegeben. mehr fürchterlich. 7. Hilf doch durch deine 12. Wenn trachend einst die treu', Daß er beständig sei; ganze welt Vergeht nach dei Laß uns in unsern jahren Den nem wort, Will ich den prei- frieg nicht mehr erfahren, sen, der mich hält, Dich, mei- Hilf auch, daß unser Leben nen Gott und hort.:( 165) Wir dir zum opfer geben. Mel. Auf meinen lieben Gott. 569. 8. Laß in gerechtigkeit, Herr, unfre lebenszeit Nach deinem agt Gott, dem sinn zu führen, Uns deinen höchsten, dank, geist regieren, Daß wir durch Erhebt den Lobgesang, Ihr neue sünden Kein kriegesfeu'r alten nebst den jungen! Er- entzünden. hebet mund und zungen, Daß ihr den helfer preiset, Der uns den frieden weiset. 9. Laß uns, Herr, deine fraft, Die allen segen schafft, In steten friedenszeiten Zur ewigkeit bereiten, Daß wir in frieden sterben Und deine ruhe 2. O wie so manches land Ist leider! uns bekannt, Das durch den frieg verheeret Und erben: gänzlich ausgezehret: Dies unglück wird geendet, Weil Gott den frieden sendet. 10. Dies alles woll'st du nun, Herr Gott, aus gnaden thun; Sprich selbst das ja Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 437 und amen, Daß wir, Gott, Gott! gesungen, Daß du durch deinen namen Hier und im him- deine macht Die wilde fluth mel oben Ohn' alles ende loben. bezwungen. Es tobte wild der sturm, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 570. Gott, der des feuters schon Fast über uns daher. schnelle kraft 2. Doch mitten in dem Bum segen und verderben zorn Bewiesest du erbarmen; schafft, Ach, schrecklich hat es Es brach dein vaterherz; Du deine macht Zur strafe über zeigtest an uns armen, Daß uns gebracht! 2. Da liegt der häuser bau zerstört, Durch fürchterliche glut verheert! Dies hat, Herr, deine hand gethan, Wir sehen Auf den sich unser hoffen 3. Dein sohn war unser fels, es mit schrecken an; du die menschen doch Von herzen nicht betrübst, und im betrüben auch Sie als ein vater liebſt. 3. Doch blicktest du nach Ganz sicher gründete; Drum deiner huld Noch väterlich auf ist's auch eingetroffen: Der unsre schuld Und hieltest dieser sturm erschütterte Die mauern flammen lauf, Der übrigen zu um uns her, Doch Jesus stand uns bei, Wie dort im wind schonen, auf. und meer. 4. Herr, deine gnade, güt 4. Nun ist der sturm vorund treu' Ist dadurch wieder in uns neu. Erquicke nun mit bei, Die fluth hört auf zu trost und rath Auch die dein zorn betrübet hat. toben: Gott, du hast sie bedroht Mit starker hand von oben; Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, 5. Gieb, daß ihr leid, wie fich's gebührt, Das herz verschonter brüder rührt, Damit Der, voll von furcht und angst, fie nicht im wohlergehn Ver- Sich zu erretten floh.. 5. So sei denn nun gegeffen, armen beizustehn. befferung geneigt. Wir wollen dir, dich zu erfreu'n, Durch deinen geist gehorsam sein. 6. Dein ernst, Gott, den du preist, vater voller güte! uns Dir bringet unser geist Mit dankendem gemüthe Für deine große treu' Ein heilig opfer dar, Und unser herz ist selbst 7. Erbarmer! ach, vor glut Der lob- und dankaltar. und brand 6. Wir rühmen deine macht, schüßz' unser land, Daß unser Denn sie gebot den wellen, mund, von flagen frei, Dir heilig, fröhlich, dankbar sei. Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen. Du sprachst ein mächtig wort: Bis hieher follt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und erMel. Nun dantet alle Gott. 571. Lub, ehr' und dank sei dir, großer rettet 438 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 7. Dies hast du, Herr, ge- dir gemacht, Gleich auf dein than, Der fluthen auch gebieten geheiß vollbringen; Ja, ich Und sie bezwingen kann, Wenn spür' in allen dingen Wunder, sie auf's stärkste wüthen. Nun deren hohen preis Ich nicht wissen wir gewiß, Du bist der auszusprechen weiß. Herr und Gott, Der wind und meer beherrscht, Der Herr Gott Zebaoth. 3. Du, Herr, bringst des windes brausen Aus verborg'nen orten her, Und sein ungeſtüm, 8. Es soll, Herr, deine hülf', sein sausen Ist kein bloßes Die du an uns bewiesen, Von ohngefähr. Wenn die wolken uns mit freuden jetzt Und sich ergießen, Wenn die blize tünftig sein gepriesen; Dein strahlen schießen, Wenn der ruhm erschalle weit, So lange donner schrecklich kracht, Zeigst wir hier sind, Er daure immer- du deine große macht; fort Bei find und findeskind. 4. Doch vergisfest du der 9. Wir wollen dir hinfort liebe Gegen deine kinder nicht; Allein zur ehre leben Und nicht Ist auch gleich der himmel mehr, wie bisher, Mit sünden trübe, Bist du sonne, schild widerstreben; Dann, vater, und licht; Du bist unter sturm hältst du auch mit deinen und wetter Deiner frommen strafen ein Und läsfest deiner schutz und retter; Wenn ihr hand Uns eingezeichnet sein. herz in ängsten schreit, Hebst du ihre traurigkeit. 10. Erfreue nun das land, Das deine hand betrübet; Er- 5. Wenn du sprichst, so muß quicke, Herr, dein volk, Das sich stillen Regen, donner, sturm sich dir ganz ergiebet Zu ewig und wind, Als die alle deinen treuem dienst; Gieb neue willen Auszurichten, fertig sind. fruchtbarkeit Und schenk' auf Sommer, winter, frost und diese fluth Uns segensvolle hiße Ordnest du, so wie es nüße zeit. Zu der erde fruchtbarkeit, Alles zu bestimmter zeit. ( 24) Mel. Jesu, der du meine seele. 572. Gott, ott, durch dessen 6. Eines ganzen volks der fünder Schont aus gnaden deine macht und stärke hand, Weil darunter deine Erd' und himmel sich bewegt, finder Wohnen, die dir wohl Wenn mein Herz die großen bekannt, Und du läsfest, sie zu werke Deiner allmacht über- segnen, Auch auf ungerechte legt, kann ich dich zwar darin regnen; Ja, es muß dein finden, Aber doch nicht ganz sonnenschein Auch für fünder ergründen; Deine wege bleiben fruchtbar sein. mir Unbegreiflich für und für. 2. Geb' ich auf des him mels träfte Und auf erd' und wasser acht, Find' ich, wie sie die geschäfte, Wozu sie von 7. Wer ist, der die liebesthaten Deiner hand nicht rühmen muß, Wenn du alles wohl berathen Und von deinem überfluß Uns die fülle läsfest nehmen? Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 439 Ja, man muß sich billig schä- und treue, Wenn es nüß ist, men, Daß dich unser träger rettung giebt; Deine hülfe hat geist Nicht nach würden lobt gezeiget, Daß dein thron noch und preiſt. dem gebet In bedrängniß offen 8. Ach, daß wir doch, wie steht, Und dein herz zu dem wir sollten, Dir, Gott, lebten sich neiget, Der, von leiden ganz allein, Was du willst, be- hart gedrückt, Seufzer gläubig ständig wollten, Dir gehorsam zu dir schickt. möchten sein Und von erde, luft und sternen, Mond und sonne möchten lernen, Daß, wie sie, wir jederzeit Dir zu dienen sei'n bereit! 4. Dank sei dir auch für das gute, Das du durch des freuzes last Und durch schläge deiner ruthe Väterlich geſuchet hast. Gieb dazu nun deinen Auch zur wahren besserung segen, Laß uns deine züchtigung und zum Mel. Lasset uns den Herren preisen. an voll 573. Gott fommenheiten Daß der trübjal bitterkeit Uns 3ur feelenruh' gedeiht. Kein erschaff'nes wesen gleicht, Und der uns, sie auszubreiten, Einsicht, finn und zunge reicht! Unser herz, von dank gerühret, Rühmt die treue, huld und macht, Die bisher für uns gewacht Und mit wohlthun uns regieret. Freudig machet unser mund Deines namens ehre fund. 5. Sei gelobt, daß du der plage und dem würgen hast gewehrt, Und nach manchem trüben tage Dich voll huld zu uns gekehrt! Laß uns das nun dankbar haben, Was du väterlich beschüßt, Und uns zur er= haltung nützt. Segne den gebrauch der gaben, Daß er, wie du forderst, treu, Und das herz genügsam sei. 2. Groß sind deiner vorsicht thaten. Beiden, menschen und dem vieh, Hilfft du; ihnen, Herr, zu rathen, Weißt du, 6. Vater, nimm dich deiner ja du sorgst für sie. Auch wir finder, Nimm dich ihrer ferner haben's jetzt erfahren, Da du an, Dulde, schone, wenn wir mit versöhnter hand Schwere sünder Oft vor dir nicht recht plagen abgewandt, Die dem gethan, Laß dir unser glück vieh verderblich waren, Und und leben Künftig auch emdurch diese gütigkeit Uns aus pfohlen sein. Herz und güter großer noth befreit. dir zu weihn, Wirst du selbst 3. So beweisest du auf's uns träfte geben, Bis vor dir neue, Daß dein rath uns zwar dich unser geist, Frei von sorbetrübt, Aber doch nach wort gen, ewig preist. 440 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. bb. Bei Schenkung der Gesundheit und guter Tage. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, meinen leib erhält: Mach' ihn o Herr! dabei Zum opfer, das lebendig 574. Grbarmer, desſen sei Und heilig und von fünden huld und macht frei. Mich an das licht der welt 4. Ich sehe, wie der sonne gebracht Und täglich noch er- licht Mit macht durch dichte gözet! Ich schreibe deiner wolken bricht, Wie mond und güte zu, Daß meinen stand sterne prangen. Es zeigt mir und meine ruh' Kein großes erde, luft und meer, Herr, deileid verletzet. Dich ehret ner werke großes heer, Was mein erfreuter mund, Daß herz und geist verlangen. Ja, ich noch fröhlich und gesund, deiner weisheit helle spur Zeigt Ja, ganz vergnügt und ohne mir die ordnung der natur, weh Den reichthum deiner Die, Herr und schöpfer aller gnade seh'. Ach, habe dank! welt, Du mir zum wunder vorDir singt bei frohem jubel- gestellt. O treuer rath, Der, tlang Mein freudig herz den eh' ich dies verstand und bat, Lobgesang. Das auge mir geschenket hat! 2. Die seele kommt, o Gott, 5. Ich höre, wie das saitenvon dir und lebt durch deine spiel Der schwermuth ein gekraft in mir, Ist deine beste wünschtes ziel Durch holde gabe. Von deiner gnade rührt rührung leget, Und wenn die es auch, Daß ich zum nöthigen kirche fröhlich singt, Dir, Herrgebrauch Verstand und willen scher, dank und ehre bringt, habe. Durch dich, so viel es So wird mein geist beweget. sein kann, sieht Mein geist der Ich habe reichen trost und licht dinge unterschied Und wählet Durch deiner boten unterricht mit vernunft dabei, Was gut, Und höre mir zur freude dann was recht und nüßlich sei. Die großen thaten Gottes an. Ach aber, ach, Gieb, daß ich O theures pfand, Das, Herr, dich der würde nach Von ganzer seele lieben mag! mir deine wunderhand Aus lauter güte zugewandt! 3. Den gliederbau hat deine 6. Ich fühle, wie zur somgunst Mit unbegreiflich weiser merzeit Die luft sich voller liebkunst Ganz herrlich aufgeführet, lichkeit Mit sanfter kühlung Daß man die größe deiner reget, Und wie, wenn uns der macht, Die dieses werk hervor- winter falt, Mit wärme, dach gebracht, Recht augenscheinlich und unterhalt Mich deine liebe spüret. Des Lebens ursprung pfleget. Die träfte sind erschafftest du, Ja, ich erkenne, wünscht und gut, Ich spüre daß dazu Auch deine vorsicht, mit vergnügtem muth, Wie Herr der welt, Noch täglich freudig sich mein herz bewegt, Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 441 Wie richtig puls und ader deiner güte sei. Herr, deine schlägt. Dein vatersinn Zeucht macht st voll von güte, tag mich, mein Gott, und was und nacht Mir treulich wohl ich bin, Mit dank zu deinen zu thun bedacht. füßen hin. 10. Ich danke dir, daß deine 7. Ich schmecke mit zufrieden- kraft Der zunge wundereigenheit Die gaben deiner freundschaft, Die sprache, mir gelichkeit, Wenn mir der tisch schenket, Daß ich mit dir und gedecket, Weil mir für durst jedermann Nach wunsch des und hungersnoth Dein segen herzens reden kann, Was meine in dem trank und brod Recht seele denket. Laß, höchster, süße lust erwecket. Ich treffe so meine worte rein, Die lippen viel speisen an, Daß mich kein immer heilig sein; Denn was efel quälen kann, Weil deine der mensch hier böses spricht, hand noch mehr beschert, Als Muß dort zur rechnung vor's mein verwöhnter wunsch be- gericht: So gieb demnach, Daß gehrt. Mein Gott und Herr, ich bei jedem glockenschlag So wie ein unerschöpflich meer, Dich, meinen schöpfer, preisen So wird dein segen nimmer mag. leer! 11. Wie kann ein mensch8. Ich rieche auch der blumen licher verstand Die große güte fraft, Der bäume frucht, der deiner hand Begreifen und fräuter saft, Der stauden edle erzählen? Was hier ein findblüthe, Und wenn des künstlers lich lallen spricht, Ergründet rege hand Geschickten fleiß doch den abgrund nicht, Weil darauf verwandt, Empfind' ich kraft und worte fehlen. Sch noch mehr güte. Mein halb denke zwar der tiefe nach, entzückter sinn bemerkt, Wie Doch auch dies denken ist zu mich der süße balsam stärkt, schwach, Denn du bist Gott! Und was ein räuchwerk auf der hier schweigt mein sinn, Weil glut Für angenehme wirkung ich nur staub und asche bin; thut: Ach, überfluß, Der mit Doch bleibt es wahr Und mir so töstlichem genuß Des lebens durch überzeugung flar, Dein last erleichtern muß! name heißet Wunderbar. 9. Herr, deine hand, die 12. Ach, könnt' ich doch von mich erschuf, Giebt auch die herzensgrund Dein lob mit kräfte zum beruf, Den du mir engelgleichem mund Durch aufgetragen. Wenn meiner steten ruhm erheben! Doch arbeit werk gelingt, So bin bleibet meine lebenszeit Dir.. ich dir, der es vollbringt, Ver- o du Gott der freundlichkeit! pflichtet, dank zu sagen: Bricht Zum dank und dienst ergeben. dann die dunkle nacht herzu, Sst jetzt mein lob für dich zu So lehret mich die sanfte ruh', klein, Im himmel soll es besser Daß auch mein schlaf, von sein; Wenn deine treue mich sorgen frei, Ein merkmal zuletzt Dort in die herrlichkeit 442 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. verseßt, So stimm' ich's dann, Wie die verklärte zunge kann, Im chor der seraphimen an. Mel. Auf! stimme, meine seele. 575.Wie ie soll ich dich er4. Jauchzt fröhlich, ihr gesunden! Der Herr ist eure lebenskraft: Durchlebt die frischen stunden Nicht ungeGott, laß alle franken, Die braucht, lebt tugendhaft! Mein winselnd zu dir schrei'n, Mir einen trieb zum danken Für die gesundheit sein. Herr, der du auf der erde Für mich geschlagen wardst, Sprich, wenn ich frank heben, Daß ich dir würdig dankbar bin? Gott, du beglückst mein leben, Gesundheit hast du mir verliehn; Ich hab' aus meinen träften, sein werde: Ich bin der Herr, Herr, deine fraft gemerkt; Zu dein arzt. den berufsgeschäften Hat mich dein arm gestärkt; Gesund Mel. Nun danket alle Gott. erſchaff'nen gliedern Haſt du 576. Meine ich soll ich dies erwidern? Nimm mich sendest deinen segen Voll treuer zum opfer an! huld auf mich Auf allen meinen wegen. Viel gnade hast du mir, Mein vater, zugedacht, Und deine segensthür Auch für mich aufgemacht: 2. Der größte von den schäßen, Den sich ein mensch zum trost erwählt, Giebt dem doch kein ergößen, Dem ein schatz, die gesundheit, fehlt. 2. Mein herz soll dir dafür Kann den sein glück erfreuen, Mit dank verbunden bleiben; Hilft dem sein überfluß, Der, Dein geist soll mich zu dir, müde von dem schreien, Vor Und dich zu loben, treiben; Sch schmerzen winseln muß? Wird will mit lobgesang Dir stets nicht der held selbst beben Bei entgegen gehn Und all' mein langer leidensnoth? Ist nicht lebenlang Zu deinem dienste ein sieches leben Viel härter stehn. als der tod? 3. Auf denn, mein herz und 3. Uns menschen unaus- sinn! Auf, seele, geist und gliesprechlich Ist, schöpfer, deine der! Schwingt euch zu ihm gnad' und huld. Wie schwach nun hin, Bringt dank- und und wie zerbrechlich Ist unser freudenlieder Dem Gott, der leib durch Adams schuld! Der seine treu', Die er an mir betod wohnt in der hütte, In weist, Die alle morgen neu, . der die seele wohnt; Jedoch mir selbst zu preisen heißt; der Gott der güte Sieht uns, 4. Denn alles, was ich bin, den staub, und schont; Er wacht, Bin ich durch Gottes güte, daß keine plage Und krankheit Durch sie steht mein gewinn, uns erreicht; Durch viel ge- Mein glück in voller blüthe. funde tage Macht er viel' lasten Was andern menschen hier An leicht. freud' und ehre fehlt, Hat Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 443 Gottes güte mir Gar reichlich armen gnädig an; Gieb, daß zugezählt. darin auch ich Dir ähnlich werden kann. 10. Dann wirst du, Gott, glücket, Der mich befreit von mein theil! Auch gnädig an noth Und mich mit segen mich denken, Mir gnade, glück schmücket; Du hast mir wohl- und heil Aus deiner höhe gethan; Von dir fommt glück schenken; Dann wird mein und ruh': Ich nehm' es dankbar ganzer stand Von dir gesegnet an, Dir schreib' ich alles zu. sein, Bis deine treue hand Mich führt in's leben ein. 6. Ich will mich dir allein Zum eigenthum verschreiben; Du sollst mein vater sein, Dein find will ich stets bleiben. Sei du auch ferner mir Mit liebe 577 Bis hieher hafſt du ich mit gebracht, dir, Mein vater, danken kann. Mein Gott, durch deine gnade; 7. Laß deinen guten geist Bis hieher hast du mich beMich lehren, leiten, führen, wacht; Mich traf bisher fein Und, was dein wort verheißt, schade; Bisher hast du mich Mich auch an mir verspüren; allezeit Geleitet und so oft erDein wort erquicke mich Und freut, Bis hieher mir geholfen. stärke meinen muth, Daß ich allein nur dich Halt' für mein höchstes gut. 8. Hilf, daß ich mich im glück Nicht fühn und frech erhebe, Daß ich in keinem stück Dem guten widerstrebe, Daß ich vor allen dir, Mein vater, bleibe treu, Und dann auch neben mir Dem nächsten nützlich sei. 2. Ich bringe dir nach pflicht den dank Für alle große treue, Die du, o Gott! mir lebenslang Bewiesen; ach, verleihe, Daß ich es in's gedächtniß faſs' Und nimmer aus dem Herzen laß, Wie du mir hast geholfen. 3. Hilf ferner auch, mein treu'ster hort, Hilf mir zu allen stunden, Hilf mir, mein Gott, an allem ort, Hilf mir 9. Nie laß mich, Herr, durch Jesu wunden! Ja, Herr, allein Hin auf die reichen sehen; ich weiß, in meinem tod Wirst Stets laß mich freudig sein, du mir auch aus aller noth Den armen beizustehen. Du Zum reich der freuden helfen. Der ( 1) nimmst, erbarmer, dich 5. Ach ja, du bist mein Gott, Der mich so hoch beMel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 444 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. sc. Bei Erweisung der Wohlthaten in der Natur. Mel. Nun danket alle Gott. Im sommer über hiße; Es schrecken deinen muth Des donners schnelle blize; Und doch 578. Menſch! alles, was du siehst dient deinem großen weltgebäude Und jeder wahren wohl Und lehrt dich, theil davon Reizt dich zur lust daß dein herz Gott kindlich und freude. Dein Gott, zu fürchten soll. dessen licht Kein irdisch auge steigt, Läßt feinem sterblichen Sein wesen unbezeugt. dich Die segenshände offen; 7. Noch hat der Herr für Er schickt den herbst, und du, 2. Sieh' auf, so siehst du Was hast du da zu hoffen? ihn, Hör' nur, du wirst ihn Wie manches köstlich obst zu hören; Im donner redet er deiner seelenlust, Wie manche Und in der vögel chören. Du erdenfrucht Erquicket deine magst sein, wo du willst, Du brust! wirst den schöpfer sehn; Wo du bist, ist auch Gott, Dein Gott wird vor dir stehn. 3. Sein odem schafft, entseelt Und schaffet dann auf's neue; Er trägt der welten bau Voll vorsicht, voller treue; Er schickt den frühling her, Der alles fröhlich macht, Der alles land belebt und schmückt mit neuer pracht. 8. Durch Gottes wort muß auch Der weinstock dir gedeihen, Und sein gewächs, der wein, Dein herz, o mensch! erfreuen: So muß durch Gottes hand Das jahr gesegnet fein, Und täglich sammelst du Der fülle reichthum ein. 9. Der winter folgt, Gott giebt, Den segen zu genießen, Dir eine zeit der ruh'; Auf 4. Mensch! es ist Gottes seen und auf flüssen Schafft arm; Dir schmückt er wald er sein eis, sein schnee Bedecket und weide; Dir ist durch seine feld und saat; Sein odem fraft Die ganze schöpfung wirkt den frost, Wie er's gefreude; Und sinkt sie bald ordnet hat. bahin, Die anmuthsvolle zeit, So steht durch seine hand Schon neues wohl bereit. 5. Der sommer bricht herein, Tann breitet Gottes segen Sich über feld und flur, Und alles muß sich regen Und eilet hoffmungsvoll Zur frohen erntezeit: So macht der Herr den tisch Für dich, o mensch! bereit. 6. Zwar du beklagest dich 10. Du siehest dann, o mensch! Daß, der durch weise güte Saat, feld und frucht be deckt, Auch dich im frost be hüte; Er fleidet, wärmet dich Und zeigt im ganzen jahr, Wie er voll güte sei Heut' und auch immerdar. 11. Wohlan, verehre ihn Mit dankendem gemüthe! Erkenne Gottes macht, Bewund're Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 445 seine güte! Er ist dein Gott, empfindet dich Und hofft ein dein Herr, Er frönt das ganze ewig leben. jahr, Er frönt's mit seinem gut, Sst groß, ist wunderbar; 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah', Singt, alle seine heere! 12. Shn bete freudig an, Der Herr ist allenthalben da Ihm bringe preis und ehre In himmel, erd' und meere. Und sorge, daß sein ruhm Sich täglich in dir mehre; Denn jede jahreszeit macht seine ehre fund: Ihm opf're lob und dank, Ihm singe herz und mund! Ich preise dich, ich finge dir; Denn du bist, wo ich bin, bei mir Mit allmacht, lieb' und gnade. 6. Du rufft die wolken her in's land Und stillst den durst der Mcl. Allein Gott in der höh' sei ehr'. Daß mit den gaben deiner hand Der mensch gesegnet werde; Du machest hagel, thau und 579, ob sei Gott, der den wind, Die deiner allmacht boten Zu quellen schafft, Gott, der den erdkreis schmücket! 7. Selbst wenn, vom donnerPreis ihm und ehre, stärk' und sturm bedräut, Erschrock'ne länfraft, Der, was er schuf, be- der zittern, Strömt stärkung, glücket! Der Herr erschafft, der segen, fruchtbarkeit Aus nacht Herr erhält, Er liebt und und ungewittern: Dann bricht segnet seine welt. Lobsinget die sonne neu hervor, Und alles ihm, geschöpfe! jauchzt zu dir empor, Vor dem die wetter schweigen. 8. Von dir fommt, was uns hier erfreut, Du brunnquell aller gaben. Dort wirst du uns mit seligkeit In reichen strömen laben. Wohl, wohl den menschen, die schon hier Sich dir ergeben und einst dir In Christo freudig sterben!( 47) 2. Das land, das erst er storben lag, Erwacht und lebt nun wieder; Es strömet jeden neuen tag Der segen neu hernieder. Der wurm, der in dem staube webt, Der vogel, der in lüften schwebt, Erfreut sich seines Lebens. 3. Der erde antlig ist verjüngt, Und heiter glänzt der himmel; Gebirg' und thal und wald erklingt Von freudigem getümmel, und voll erbarmen 580. Dir, milder geber gaben, Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. ihr dasein gab, Auf seiner Herr, dir gebühret ruhm und schöpfung werke; dank. Du hörst das schrei'n der jungen raben, Du liebst der lerche lobgesang; neige jetzt dein ohr zu mir! Du forderst dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner freaturen Macht deine weisheit offenbar; 4. Doch fühllos nur und unbeseelt Sind auen und gefilde. Allein der mensch, den du erwählt zu deinem ebenbilde, Freut mit vernunft, Gott, deiner sich, Kennt, fühlet und 446 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Man siehet deiner güte spuren Und deine macht von jahr zu jahr; Ein jedes gräschen lehret mich: Wie groß ist Gott, wie flein bin ich! 8. Du hebest durch der winde flügel Die vollen ähren in die höh'; Du schmückst das haupt der dürren hügel Mit trauben und das thal mit klee; Beim brunnen, der in gründen quillt, Erquickest du das matte wild. 9. Kommt, preist des schöpfers huld und stärke, Bringt seinem namen ehre dar! Groß ist der Herr, und seine werke Sind heilig, groß und wunderbar, Rommt, laßt uns seine macht erhöhn! Der Herr ist gut, ſein lob ist schön. 3. Du sorgst nach trener väter wehe Für menschen und selbst für das vieh; Du schenkest allem fleische speise; Du giebst und segneft spät und früh; Auch bösen wirfst du gutes zu. Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Er ist von deiner weisheit voll. Herr, lehre mich, wie im gemüthe Ich würdig erheben Gieb, daß Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. umwölfmein Herz dich freudig liebt, 581. Ftem angesicht Geht Dich, der mir so viel gutes schon die sonne nieder, Und giebt. 5. Das saatkorn wird in deinem namen Auf hoffnung in das feld gestreut. Du, großer schöpfer, gabst dem samen, Da du ihn schufft, die fruchtbar feit. Der acker, den du einst verflucht, Bringt nun durch deinen segen frucht. licht Am trüben himmel wiespät erscheint ihr schwächer der. Das schöne jahr ist nun entflohn, Die rauhen stürme rauschen schon Durch die entfärbten felder; Die letzte blume neigt ihr haupt, Des herbstes kalter hauch entlaubt Die schattenreichen wälder. 6. Du machst den schooß der 2. Verlassen steht die öde erde schwanger; Du machst des flur, Entblößt von ihrem segen; ackers furchen naß; Duschmückest Entkräftet siehet die natur Der wiesen, flur und anger Mit winterruh' entgegen; In schaablumen, sträuchen, laub und ren abgetheilt, entfliehn Die gras; Du träufelst mit dem vögel vor der fält' und ziehn fühlen thau Die fruchtbarkeit Weit über land und meere. auf feld und au'. Gott nimmt der wandernden sich an, Bezeichnet ihnen ihre bahn Und sättigt ihre heere. 7. Was dürr ist, feuchtest du mit regen, Was kalt ist, wärmt dein sonnenschein; Du 3. Uns, seine menschen, will er theilst die zeiten, wie den segen hier Im winter auch versorgen; Zu unserm besten weislich ein. Und seiner güte trauen wir, Bei wärme, hitze, fält' und Die neu wird jeden morgen; frost Grünt, wächst und reifet Er schafft, daß wir in sicherunsre kost. heit Die ungestüme jahreszeit Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 447 Anfangen und vollenden. Nichts auf uns sieht, Ein mächtiger trägt die erde, doch der Herr erhalter; Er trägt die müden, Gab, was uns nähret, schon er beschüßt Die schwachen; vorher Mit väterlichen händen. seine rechte stüßt, Die nah' ami 4. Durch ihn sind unsre grabe wanken. Gebeugt vom fammern voll Von seiner güte alter, werden wir Dennoch von gaben, Vom segen, der uns ganzem Herzen dir, Gott unsrer nähren soll, Vom vorrath, uns jugend, danken. zu laben. Vorsehend ließ uns 6. Wohl allen, die dein unser Gott Das land schon angesicht Im lenz des lebens für den menschen brod, Für's suchen! Sie werden ihrer jugend vieh sein futter geben, Und nicht Im herbst des alters wein, der unser Herz erfreut fluchen. Wohl dem, der redlich Und unsers lebens kraft er sich bemüht, Weil seiner jahre neut, Trieft aus der frucht der kraft noch blüht, Der tugend reben. frucht zu tragen! Ihm wird 5. Wenn unser Leben auch das alter jugend sein, Und verblüht, Wie jetzt das feld, im göttlich wird er sich noch freu'n alter, Auch dann ist Gott, der In seinen letzten tagen.( 100) e. Von der Furcht Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott gegenwärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme, läßt walten. 582. Vor dir, o Gott, Was dir, mein Gott, zuwider sich findlich ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem nichts, der dir nicht gefällt. scheuen, Ist billig unsre größte pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht; Drum wirk' in mir durch deinen geist Die furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, Laß meines glaubens weisheit sein, Daß ich mein herz zur sorgfalt lenke, Vor jeder sünde mich zu scheu'n; Denn wer noch luft zur sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der that. 4. Laß immer dein gericht mich scheuen Und wirke steten ernst in mir, Mein leben deinem dienst zu weihen, Daß ich die gnade nicht verlier', Die mich von dem verdienten fluch Befrei'te und stets liebreich trug. 5. Ja, vater, laß mit furcht und zittern Mich schaffen meine seligkeit, Laß meine hoffnung nichts erschüttern, Und laß mich in der gnadenzeit Mit vorsicht 3. Gieb, daß ich stets zu alles unrecht fliehn, Mich nur herzen nehme, Daß du all- um deine gunst bemühn. 448 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 6. Gieb, daß ich stets ein wirst du vor ihm bereuen, Daß gut gewissen Vor dir zu haben, du sie oft versäumet hast. Wer forgsam sei, Und mache von Gott als zeugen vor sich hat, den hindernissen Der wahren Der freut sich jeder guten that. tugend selbst mich frei. Nie 4. Wenn nacht und dunkelheit störe furcht und lust der welt dich decken, Die dem verbrecher Mich, das zu thun, was dir muth verleihn, Wird dich die gefällt. furcht des Herrn erwecken, 7. In deiner furcht laß stets Auch dann, was unrecht ist, mich wandeln Und überall auch, zu scheu'n. Denk' nur: vor wo ich sei, Nach deiner vorschrift seinem angesicht Ist finsterniß redlich handeln; Du hassest alle selbst helles licht. heuchelei. Wer dich von herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 5. Den Herrn stets öffentlich verehren Sowol, als in der einsamkeit, Auf des gewissens stimme hören Und willig thun, was er gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des Herrn; ich jenes leben erben, Dazu Auch das thut, wer ihn fürchtet, dein sohn sich für mich gab. Gott, deine furcht bringt segen ein; Ihr lohn wird groß im himmel sein. ( 134) 8. In deiner furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder tod noch grab, So werd' gern. 6. Läßt dich die welt verachtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst: So wird die gottesfurcht dich stärken, Daß du die welt verachten lernst. Wer Gott, dem höchsten, 583. Millst du der weis wohlgefällt, Ist freudig, selbst spott der welt. heit quelle fennen? Es ist die furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, Der alle seine pflichten gern Durch Christi geist und kraft vollbringt Und um die tugend kämpft und ringt. 2. Groß ist der Herr! lern' es empfinden Und fühle deine nicht. nichtigkeit, So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. beim 7. Sich stets vor Gott, dem höchsten, scheuen, Giebt heldenmuth und tapferkeit, Wenn auch der menschen stolzes dräuen Das, was Gott haßt, zu thun gebeut. Ist Gott mein schuß, mein heil und licht. So fürcht' ich mich vor menschen 8. Laß deine furcht mich, Herr, regieren, Mich stets auf dich, den höchsten, sehn; Laß sie mich zu der weisheit führen, So werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, ( 134) 3. Wirst du den höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last; Nur das Gott, ist seligkeit. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 449 Mel. Mein Gott, du wohnst in| 6. Erhalt' in mir ein gut einem lichte. gewissen, Das weder welt noch 584. Mein ein Gott! weil teufel scheut, Und bei der tuich in meinem gend hindernissen Nimm weg leben Dich stets vor augen des fleisches blödigkeit, Daß haben soll, Wirst du ein herz keine menschenfurcht mich schreckt, mir gnädig geben, Das deiner Zum unrecht keine macht erfurcht und liebe voll; Denn bei- weckt. des muß vereinigt sein, Sonst ist das christenthum nicht rein. 2. Laß deine furcht beim thun und denken In mir der weisheit anfang sein Und mich auf solche wege lenken, Die heilig sind und dich erfreu'n; Denn, fürchtet man dich in der that, So meidet man der thorheit pfad. 3. Der geist, den du mir, Herr, gegeben, Ist ja ein geist der furcht des Herrn: Laß mich nach seinem triebe leben, Daß ich allein dir dienen lern'; Doch laß die furcht auch kindlich sein, Und ihn in mir das abba! schrei'n. 7. Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine furcht mein leitstern sei, Damit ich all'zeit redlich handle, Nichts thu' zum schein, aus heuchelei. weiß, du siehst in's herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen sein. Ich 8. Doch laß mich keine trübfal scheuen. Durch freuz und widerwärtigkeit Muß wahre gottesfurcht gedeihen, Dann frönst du sie zu seiner zeit; Drum gieb mir muth und tapfern sinn, Wenn ich in furcht und hoffnung bin. 9. Laß mich, mein Gott, mit furcht und zittern Stets schaffen meine seligkeit Und nie den heil'gen geist erbittern Durch eigensinn und sicherheit; Vereinige mich fest mit dir, Und Christus lebe stets in mir. 10. In deiner furcht laß mich auch sterben, So fürcht 5. Laß mich vor deinem zorn ich weder tod noch grab Und erbeben, Regt sich die böse luft werde die verheißung erben, in mir; Laß mich in steter Die mir dein wort aus gnaforgfalt leben, Daß ich die den gab; Denn gottesfurcht gnade nicht verlier', Die mich, hat großen lohn Hier und noch der ich voll missethat, Mit mehr vor Gottes thron. langmuth stets getragen hat. ( 134) 4. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich immer schäme, Was, Herr, vor dir ein gräuel ist. Ja, deine furcht bewahre mich Vor allen sünden wider dich. 29 450 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. f. Von der Liebe zu Gott und Jesu. Mel. Run dantet alle Gott. ott die Liebe 585. Gjelbst Bon 586. oh will ich lie Gott ben, meine stärke, welchem alle gaben, Als aus der reinsten quell', Den ersten Sch will dich lieben, Gott, ursprung haben. Der bleibet mein hort! Ich will dich liefest in Gott, Der in der ben auch im werke, Wie du liebe bleibt, Und welchen befiehlst in deinem wort; Ich feine macht Aus Jesu liebe will dich lieben, schönstes licht, treibt. Bis daß mein herz im tode bricht. 2. Der vater liebt die 2. Ich will dich lieben, o welt; Sein väterlich erbarmen mein leben! Als meinen allerSchickt den geliebten sohn Zu besten freund; Ich will dich uns verlaff'nen armen, Und lieben und erheben, So lange dieser liebet uns, Drum scheu't mich dein glanz bescheint; Sch er keine noth, Er leidet herz- will dich lieben, Gottes lamm! lich gern Sogar den kreuzes- Als meiner seele bräutigam. tod. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Nicht früh geeilt zu dir hinzu, Nicht zeitiger dich mein genennet, Du höchstes gut, du wahre ruh'! Das macht mich traurig und betrübt, Daß ich dich nur so spät geliebt. 4. Denn wer den heiland liebt, Der hält sein wort in ehren, Und Und da verspricht der Herr, Bei diesem einzu tehren. Was muß für freud' und lust, Die göttlich ist, entstehn, Wenn vater, sohn 4. Ich lief verirrt und war verblendet; Ich achtete dein vorbild nicht; Ich hatte mich von dir gewendet und haßte deines wortes licht. Du hast geändert meinen sinn, Daß ich zur gnade kommen bin. 5. Dir dank' ich, meines und geist In eine seele lebens sonne, Daß mir dein gehn. glanz hat licht gebracht. Ich 5. Gott heil'ger geist! lehr' dante dir, o meine wonne! uns Die liebe Jesu kennen; Daß du mich sünder frei geLaß unsre herzen auch In rei- macht. Du machtest meinen ner liebe brennen Und endlich geist gesund, Drum danket dir führe uns In jenes leben ein, mein froher mund. Wo unsre liebe wird In dir vollkommen sein. 6. Erhalte mich auf deinen stegen Und laß mich nicht mehr 3. Wie reiche ströme sind Von dieser huld geflossen! Die liebe Gottes ist In unser herz gegossen. Der werthe heil'ge geist Nimmt selbst die ſeele ein, So daß durch seine traft Wir seine tempel jei'n. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 451 irre gehn; Laß meinen fuß gewinne. Was acht' ich wollust, auf deinen wegen Nicht strau- ehr' und geld; Was sind die cheln oder stille stehn, Erleuchte güter dieser welt, Wenn ich leib und seele mir, So wandle mich recht besinne? Nichtig, ich im licht vor dir. Flüchtig. Es beglücket, es erquicket hier mich armen Nur dein zug und dein erbarmen. 7. Gieb meinen augen liebesthränen, Dein heilig feuer meiner brust; Laß meine seele sich gewöhnen, An dir zu haben ihre luft; Es sei mein sinn und mein verstand Im glauben stets zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Freude, Dich, meinen guten Herrn und Gott; Ich will dich lieben in dem leide, Ja in der allergrößten noth; Ich will dich lieben, schönstes licht! Bis einst mein herz im tode bricht.( 6) 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffft seinem herzen fried' und ruh', Läßt furcht und angst sich stillen. Wenn er gleich manches freuz erfährt, Und sich bei ihm der fummer mehrt Nach deinem rath und willen, Giebst du, Jesu, Nach dem leide doch die freude und dein lieben Läßt ihn nichts zu sehr betrüben. 5. Gewiß, es hat kein ohr gehört, Rein aug' gesehn, kein mund gelehrt, und läßt sich nicht beschreiben, Was denen 587 Jeſu, Jeſu, Got- dort für herrlichkeit Bei dir, tes sohn, Mein Herr Jesu, ist bereit, Die in heiland und mein gnadenthron, der liebe bleiben. Gründlich Mein trost und meine wonne! Läßt sich nicht erreichen, noch Du weißt, Herr, alles, ja für- vergleichen eitlen schätzen, Was wahr! Vor dir ist alles offen- uns fünftig wird ergößen. bar Und heller, als die sonne. Herzlich Lieb' ich Mit gefallen dich vor allen; nichts auf erden Soll mir jemals lieber werden. 6. Drum laß ich billig dies allein, Jesu! meine sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir ge2. Dies ist mein schmerz, fällt, Und mir dein wort vor dies fränket mich, Daß ich, augen stellt, Aus liebe mich mein Jesu, niemals dich So stets übe, Bis ich Endlich liebe, wie ich wollte: Dies ist Werd' abscheiden und mit freues, was mich täglich quält, den zu dir kommen, Aller trübDaß noch an dem so sehr viel sal ganz entnommen. fehlt, Wie ich dich lieben sollte. 7. Dann werd' ich deine Von dir Laß mir Deine güte füßigkeit, Des himmels manna, in's gemüthe sich ergießen; Laß mich, Jesu, dein genießen. allezeit In deiner liebe schmecken; Dann werd' im vollen glanz 3. Mein seelenfreund, du und licht Ich ewig sehn dein liebest mich; Gieb mir nur wieder angesicht Voll freuden, ohne kraft, daß ich Dich herzlich lieb schrecken; Herrlich Werd' ich Mel. O heil'ger geist, tehr' bei uns ein. 29* 452 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Dann erquicket und geschmücket behutsam sein, Die kleinste sünde mit der frone, Als die braut, selbst zu scheu'n. vor deinem throne. ( 63) 6. Aus liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Auch trübsal führt zu ew'gen freuden. Wer ihre last gern übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterſtüßt. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 588. D u vater deiner 7. In deiner liebe laß mich menschentinder, Der du die liebe selber bist, Und dessen herz auch gegen fünder Noch gütig und voll mitleid ist, Laß mich von gan- sterben, Dann wird der tod selbst mitleid ist, Laß mich von gan mein gewinn, Dann werd' ich zem herzen dein, Laß mich's mit allen fräften sein. deinen himmel erben, Wo ich bei dir verherrlicht bin; Da lieb' ich in vollkommenheit Dich, vater der barmherzigkeit.( 134) 2. Gieb, daß ich als dein Find dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu vorschrift giebst; Was mir; Nichts scheibe mich, mein Gott, von dir. Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. sollt' mei589. Wie fotoch nicht nen Gott lieben, Der mich in Christo 3. Bertilg' in mir durch ewig liebt, Der mich in's lebensdeine liebe Den hang zur buch geschrieben, Der mir sich liebe dieser welt Und gieb, selbst zu eigen giebt? daß Wenn mir noch eitles wohl gefällt; Wie sollte ich die freatur Dir vorziehn, schöpfer der Durch ich verleugnung übe, so viel gnade zeigt er an, Wie herzlich er mir zugethan. natur! 2. Er hat von ewigkeit beschlossen, Ich soll sein find und erbe sein. Bisher ist keine zeit 4. Laß mich um deines na- verflossen, Da seiner liebe heller mens willen Gern thun, was schein Mich nicht stets feſter mir dein wort gebeut: Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh' auf meine willigkeit Und rechne mir nach deiner huld Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. überzeugt, Er sei mir väterlich geneigt: 3. So liebreich ist er mir gewogen, So liebt er mich von anbeginn, Und weil er mich zu sich gezogen, Daß ich nicht 5. Der liebt dich nicht, der mehr mein eigen bin, So noch mit freuden Das thut, mach' ich billig diesen schluß, was dir, o Gott, mißfällt; Daß ich ihn wieder lieben muß. Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel' es auch der 4. Wer wollte sich nicht ziehen lassen, Wenn man in ganzen welt. Laß, vater, mich liebesseilen geht? Gewiß, der Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 453 5. Doch weil ich nicht von folchen träften Bei meines fleisches schwachheit bin, Mich an dein treues herz zu heften, So zieh', mein Gott, den trägen sinn Durch deine fraft so fest zu dir, Daß ich in dir sei, du in mir. muß sich selber hassen, Der ich nicht, Wenn ich nur dich Gottes liebe widersteht, Und kann haben. Und wenn mir der im herzen nicht gerührt gleich mein herz zerbricht, Bist Getreue gegenliebe spürt. du doch meine zuversicht, Mein einzig heil, mein höchstes gut; Ich bin erlöset durch dein blut. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr! mein Gott und Herr! In schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist, Herr, dein geschenk und gab' Leib, seel' 6. Gieb, daß ich mich der und alles, was ich hab', In welt entziehe, Die nur in fün- meinem ganzen Leben. Laß denstricken führt, Gieb, daß ich mich es deiner ehre weihn ihre neße fliehe, Darin der Und andern damit nützlich sünder sich verliert, Wenn er sein, Weil du es mir ge bei wollust, gut und geld In geben. Behüte mich vor falscher seelennoth und tod verfällt. lehr'; Des satans macht und 7. Führst du mich gleich auf tücken wehr'; In allem freuz rauhen wegen, Ist doch dein erhalte mich, Auf daß ich's freuz ein liebesfeil. Die dessen trag' geduldiglich. Herr Jesu vortheil recht erwägen, Die Christ, Mein Herr und Gott, finden hier auch wahres heil. mein Herr und Gott! Sei Du führst durch leiden dieser du mein trost in todeszeit Uns zu des himmels herr- noth. lichkeit. 3. Gieb, daß dein' engel mei8. Und endlich reiche mir nen geist, Wenn du mich fünftig im sterben Auch deine liebes- sterben heißt, 3um himmelsarme zu Und ziehe mich aus frieden trage. Den leib, den dem verderben Durch Jesu tod deine hand mir gab, Laß in's land der ruh': Dort ist ruhen in dem stillen grab Bis die größte herrlichkeit Und freude zu dem jüngsten tage; Dann, und vollkommenheit.( 134) Herr, vom tod erwecke mich, Daß meine augen sehen dich erzlich lieb hab' aller o Gottes 590. Hech bich, o Herr! ſohn, Mein heiland und mein Ich bitte sehnlich, ach, vermehr' gnadenthron; Herr Jesu Christ, In mir des geistes gaben! Die Erhöre mich, erhöre mich! Ich ganze welt erfreut mich nicht, will dich preisen ewiglich. Nach erd' und himmel frag' ( 128) 454 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. g. Vom Vertrauen auf Gott. Mel. Nun danket alle Gott. 591. Wo 6. In ihm ist meine seel' Lohl dem, der In höchster ruh' und stille; Jacobs Gott Sein arm ist unverkürzt; Sein Bum helfer sich erwählet Und gnadenvoller wille Ist underwas die seele fränkt, Voll hoff- ändert gut, Unendlich seine mung ihm erzählet; Der seine traft, Die stets von alters her zuversicht Auf den erretter at hülf' und rath geschafft. stellt, Der alle hülfe bringt Und ewig glauben hält. 7. Drum halt' ich mich zu Gott, Und das ist meine freude, 2. Unmöglich kann doch den Wenn mein erquicktes herz Die Hoffnung je betrügen, Der Nach überstand'nem leide Sich Gottes wahrheit traut, Die seiner wohlthat rühmt Und nimmermehr fann lügen. Der ihm mit ganzen fleiß Ein Herr ist gut und fromm, Und danklied singen kann zu seines was sein wort verspricht, Das namens preis. folget in der that; Gewiß, es fehlet nicht. 8. Laß du, mein treuer Gott, Mich nur dein lob er3. Gut ist es, auf den Herrn hort, Rann nur mein heil höhen. Auf dir, mein fels und Und nicht auf menschen bauen. bestehen, Da mich erfahrung Wie eitel, schwach und falsch, lehrt Von meiner findheit an, Wie schnöd' ist das vertrauen, Wie überschwänglich viel Du Das sich auf fleisch verläßt, mir schon gut's gethan. Dabei es nichts gewinnt, Da auch die götter selbst Auf erden sterblich sind. dir mit aller treue bleibe, 9. Gieb, daß ich fest an Daß weder noth noch glück 4. Die sich mit ihrer noth Mich von der bahn abtreibe, Zu deren füßen legen, Die Die dein gebot mir weist. müssen zeugen sein, Wie nichtig Herr, gieb mir geist und kraft, ihr vermögen, Wie wandel zu üben immerdar Hier gute bar sie sind Sammt ihrer ritterschaft. hoheit pracht, Wie mancher unglücksfall Ihr wollen kraftlos macht. 10. Laß mich, was eitel ist, Nicht für mein wohlsein achten, Noch fleisch für meinen arm, 5. Viel sich'rer ist mein trost; Nach feinem dinge trachten, Ich weiß, an wen ich glaube, Was dir zuwider ist. Entreiße Troß, daß die größte noth mich von mir Und von der Mir mein vertrauen raube argen welt Und zeuch mich Zu dem, der ewig bleibt, Dem ganz nach dir. rechten wundermann, Dem feine noth zu groß, Der helfen will und kann. 11. Laß mich in allem freuz Und auch im tode schmecken, Wie freundlich du mir bist; Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 455 Laß mich die schuld nicht schrecken,| sei ihm gut, Und ist doch weit Die Jesus durch sein blut gefehlet; Oft sieht er auch für Schon längst an meiner statt schädlich an, Was doch Gott Gebüßt und dir, mein Gott, selbst erwählet. Durch sich bezahlet hat. 4. So fängt auch oft ein 12. Laß deine wunden mir, weiser mann Ein gutes werk Herr Jesu, auch am ende Die zwar freudig an, Und bringt's sich're zuflucht sein, Dahin doch nicht zu stande; Er baut mein geist sich wende, Wenn ein schloß und großes haus, mich mein herz verdammt, Doch nur auf dürrem sande. Wenn satan noch zuletzt Mich 5. Wie mancher ist in seinem wegen meiner schuld In furcht finn Schon über berg und und unruh' setzt, 13. Daß, wie ich, Jesu, dir Mich ganz zu eigen gebe, Ich dort in deinem reich Auch ewig bemühet. spißen hin, Und eh' er's sich hat sein fuß Vergeblich sich versiehet, So liegt er da, es mit dir lebe Als dein erkauftes gut, Als deine treue braut, Die in der schwachheit hier Du dir hast längst vertraut. 6. Drum, lieber vater, der du fron' Und scepter trägst auf deinem thron Und aus den 14. Ich weiß und bin ge- wolken blitest, Vernimm mein wiß, Daß mich fein tod noch wort und höre mich Vom leiden Von Gottes liebe fannstuhl, da du, Gott, sigest. In Christo Jesu scheiden: Ein 7. Verleihe mir das edle solch' vertrauen hat Zu Gott licht, Das sich von deinem andurch Christum hier Mein gesicht In fromme seelen senket glaubensvolles herz, Und jeder Und ihnen deiner weisheit christ mit mir. ( 52) fraft Und licht und leben schenket. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 8. Gieb mir verstand aus 592. Ich weiß, mein Gott, deiner höh', Auf daß ich nicht daß all' mein thun Und werk in deinem eigenwillen; Sei du mein willen ruhn; Von dir kommt freund und treuer rath, Was recht ist, zu erfüllen; glück und segen. segen. Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten wegen. 9. Prüf' alles wohl, und was mir gut, Das gieb mir ein; 2. Es steht in feines men- was fleisch und blut Erwählet, schen macht, Daß, wenn sein rath ins werk gebracht, Er sich des fortgangs freue; Des höchsten rath macht es allein, Daß menschenrath gedeihe. das verwehre. Mein höchster zweck, mein bestes theil Sei deine lieb' und ehre. 3. Oft denkt der mensch in seinem muth, Dies oder jenes 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, Weil du es willst, und weil's von dir. Erwählet ist, belieben; Was dir 456 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. zuwider, laß mich nie Beschließen noch verüben. 18. Dein sei, o Herr, lob, preis und ehr'! Ich will dein thun stets mehr und mehr Aus hocherfreuter seelen Vor deinem thun, so treib's zurück Und volk und aller welt, So lang' änd're meine sinnen. Was du ich leb', erzählen. ( 51) 11. Ist's werk von dir, so hilf zu glück, Ist's menschennicht wirkst, pflegt in sich selbst In kurzem zu zerrinnen. 12. Will aber meiner wohl- 593. Beficht du deine wege Und alles, fahrt feind An dem, was dein was dich fränft, Der allerherz gut gemeint, Sich voller treusten pflege Deß, der den frevel rächen: So kannst du, himmel lenkt; Der wolfen, herrscher, seinen zorn Und Und fluth und winden Giebt wege, bösen willen brechen. lauf und bahn, Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. fluth 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's foll wohlergehn; Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll bestehn. Gott läßt durch sorg' und grämen, Durch selbst gemachte pein Sich keine wohlthat nehmen; Sie muß erbeten sein. 3. Dein' ewig treue gnade, 15. Wer fleißig betet und Was gut sei oder schade Dem Mein vater, weiß es recht, dir traut, Wird alles das, menschlichen geschlecht, Und wovor ihm graut, Mit tapferm was du dann erlesen, Das muth bezwingen und bald für treibst du, starker held, Und deine hülf' und treu' Dir frohe bringst zum stand und wesen, lieder singen. Was deinem rath gefällt. 13. Gott, steh' mir bei und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, Und bring' zum guten ende, Was du selbst angefangen hast, Durch weisheit deiner hände. 14. Ist auch der anfang etwas schwer, Muß ich an deiner hand, o Herr, Ein finst'res thal betreten: So treib' mich nur ohn' unterlaß Zum glaubensvollen beten. 16. Der weg zum guten iſt 4. Weg' hast du allerwegen, zwar wild, Mit dorn und An mitteln fehlt dir's nicht; hecken angefüllt; Doch, wer Dein thun ist lauter segen, Dein ihn freudig gehet, Kommt gang ist recht und licht; Dein einst zu solcher seligkeit, Die werk kann niemand hindern; cwiglich bestehet. Dein' arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen findern Ersprießlich ist, willst thun. 17. Du bist mein vater, ich dein find; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du zu aller g'nüge: So hilf mir, daß ich meinen stand Wohl halt' und herrlich siege. 5. Und ob gleich alle teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn; Was er Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 457 sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 11. D, wohl dir, dem getreuen, Du trägst den sieg davon! Laß dich den kampf nicht reuen; Dir winkt des himmels 6. Hoff', o du arme seele! lohn, Gott giebt dir selbst die Hoff' und sei unverzagt. Gott palmen In deine rechte hand, wird dich aus der höhle, Da Und du singst freudenpsalmen dich der kummer plagt, Mit großer liebe rücken; Erwarte nur die zeit, So wirst du schon erblicken Die sonn' der fröhlichkeit. Dem, der dein leid gewandt. 12. Mach' end', o Herr, mach' ende Mit aller unsrer noth! Stärk' unser herz und sende Uns trost bis in den tod, Laß 7. Auf! auf! gieb deinen uns stets deiner pflege Und schmerzen und sorgen gute treu' empfohlen sein, So nacht, Laß fahren, was dem gehen unsre wege Gewiß zum herzen Angst, furcht und trauer himmel ein. macht; Bist du doch nicht re( 51) gente, Der alles führen soll, 594. Von Gott will ich nicht Gott fißt im regimente Und führet alles wohl. Denn er verläßt mich nicht. Im fummer mich zu fassen, Giebt er mir trost and licht; Er reicht mir seine hand; Durch ihn und sein versorgen wird mir mit jedem morgen Sein segen zugewandt. 9. Er mag zwar eine weile Mit seinem trost verziehn Und 2. Wenn sich der menschen güte Und wohlthat von mir fehrt, Dann fühl' ich im gemüthe, Daß Gottes trost sich mehrt; Er hilft aus aller noth, thun an seinem theile, Als Macht frei von sünd' und hätt' in seinem sinn Er deiner sich begeben, Als sollt'st du für und für In angst und nöthen schweben, Als fragt' er nichts nach dir; 8. Ihn, ihn laß thun und walten; Er wird als weiser fürst Dein schicksal so gestalten, Daß du ihn preisen wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, Mit wunderbarem rath, Sein großes werk vollführet, Das dich bekümmert hat. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Wenn du es kaum mehr gläubst; Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu feinem bösen Bisher getragen hast. schande, Zerbricht der feinde bande Und rettet auch vom tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen, Auch in der schwersten zeit Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid, Ihm sei es heimgestellt; Leib, seele, gut und leben Sei Gott, dem Herrn ergeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Und ihm kann nichts gefallen, Als was uns heilsam ist, Er schenkte ja uns allen 458 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Den heiland, Jesum Christ, Hat er nun seinen sohn Für uns dahin gegeben, Vielmehr 595. Der Herr iſt meine er von wird seinem thron. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Der uns so viel geschenkt. Wie selig ist die stunde, Darin man sein gedenkt! Wer in der prüfungszeit Ihm gläubig dient auf erden, Wird endlich felig werden In froher ewigkeit. zuversicht, einz'ger trost im leben. Den frommen fehlt's am guten nicht, Die sich an ihn ergeben. Gott ist mein Gott, Auf sein gebot Wird meine seele stille, Mich frönt des segens fülle. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist der 6. Die welt muß einst ver- schwachen stärke; Die augen, gehen Mit ihrer stolzen pracht; welche auf dich schau'n, Sehn Das heil bleibt ewig stehen, wunder deiner werke; Mein Das Gott mir zugedacht. ew'ges heil Und zeitlich's theil Zwar schließ' ich hier den lauf, Steht ja in deinen händen, Du Doch wach' ich, wenn im wirst es mir zuwenden. grabe Ich ausgeschlummert habe, Zum höhern leben auf. 7. Die feel' ist unverloren In Gottes vaterhand, Der leib wird neu geboren Zum 3. Noch nie hat den, der dich gesucht, Die zuversicht bedu verflucht, Der dir sein trogen; Des stolzen weg hast Herz entzogen. Der frommen herz Wird frei vom schmerz; Wird deine hand zernichten. beffern vaterland, Wo rein und Der fünder freches dichten unschuldsvoll Er wird zu Jesu kommen und zu der schaar der frommen, Wo ihm ist ewig wohl. 8. Darum, ob ich gleich dulde Hier widerwärtigkeit, Wie ich auch wol verschulde, Kommt doch die ewigkeit, Die, aller freuden voll, Im thränenfreien leben, Weil ich mich Gott ergeben, Mich einst er quicken soll: auf Gott! Des thoren trojt 4. Drum hoff', o feele, hoff' verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Hülf' und errettung findet; Er steht als helt Wenn jener fällt; Ja, selbst in ungewittern Darf fein gerechter zittern. 5. O christ! wirf nicht die hoffnung hin, Die dir der glaube reichet. Weh' denen, die zu menschen fliehn, Weh' dem, der von Gott weichet! Der gottmensch starb, Er, er erwarb Auf seinem sterbehügel Dir deiner hoffnung siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um Gott! sei dich her Gleich ungewitter ( 67) stehen; Gott hilft, wenn wir, 9. Das ist des vaters wille, Der mich erschaffen hat, Drum geh' ich fromm und stille Des lebens dunkeln pfad. Auch ist es Gottes geist, Der mich mit glauben zieret Und selbst zum himmel führet. hoch gepreist. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 459 von beistand leer, Zu ihm um nicht, daß mir's nüßlich ist, gnade flehen. Des Herzens Und Gott doch meiner nicht qual, Der thränen zahl Zählt vergißt? er, er wägt die schmerzen Und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine zuversicht, Auf dich hofft meine seele; Du weißt, was meinem glück gebricht, Wenn ich mich forgend quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmäch tiger, verlassen Und sich im fummer fassen? 6. Was sorg' ich für die fünft'ge zeit? Hat Gott nicht schon von ewigkeit Bestimmt, wie alles werden soll, Und also auch mein glück und wohl? 8. Herr, deiner hand befehle 7. Was tracht' ich doch nach ich Mein glück, mein wohl, eitlem ruhm? Gesetzt, er wird mein leben; Es preiset meine mein eigenthum, Wie groß seele dich; Dir bin ich ganz ist dann wol mein gewinn, ergeben. Sei du mein Gott Wenn ich schon morgen nicht Und einst im tod Der fels, mehr bin? auf den ich traue, Bis ich dein antlitz schaue. ( 149) 8. Was zag' ich endlich vor dem tod? Weiß ich nicht, daß derselbe Gott, Der mich im leben hat geführt, Mich auch im tode stärken wird? Mel. Wenn wir in höchsten nöthen sind. 596. as zag' ich? lebt nicht Gott, mein hort? Was flag' ich? hab' ich nicht sein wort, Das mir die seligkeit verspricht? Und unerfüllt läßt Gott es nicht. 2. Was fürcht' ich doch des satans wuth? Hab' ich nicht Jesu Christi blut? Was fürchte ich der hölle macht? Ist's Jesus nicht, der mich bewacht? 5. Was sorg' ich für mein täglich brod? Weiß Gott nicht alle meine noth? Sorgt er nicht für die ganze welt? Und weiß er nicht auch, was mir fehlt? 3. Was fürcht' ich meines nächsten neid? Was fürcht' ich unglück, freuz und leid? Ist's Gott nicht, der die welt regiert, Mein schuß, mein trost, mein freund, mein hirt? 9. Darum, mein herz, sei unverzagt, Wenn dich gleich schmerz und kummer nagt; Gott, der dich führt auf rauhe bahn, Ist auch ein Gott, der helfen kann. 10. Ein Gott, der macht und weisheit hat, Und der unendlich ist von rath, Der wird auf dein gebet und flehn Dir in der noth zur seite stehn. 11. Nur table seine weisheit nicht Und sei getreu in deiner pflicht Und scheue dich in glück und noth, zu übertreten sein gebot. 12. Insonderheit erinn're dich, Du lebest hier nicht ewig4. Und wenn auch wider- lich; Denk' oft an jene herrwärtigkeit Mein schicksal ist lichkeit, Die den gerechten dort hier in der zeit; Weiß ich erfreut. 460 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 597. W arum betrübst du dich, mein herz, Und quälest dich mit bangem schmerz Blos um ein zeitlich gut? Gott, der die welt er- 9. Mit starker hand beschaffen hat, Weiß auch zu schützte Gott Drei männer in allen sachen rath. der größten noth, Im ofen Joseph, wohl geübt In seiner frömmigkeit; Errettet und erhöht ward er Zu Jacobs heil Egyptens Herr. 2. Der Herr verläßt die voller glut; Der macht des jeinen nicht, Er weiß gar wohl, feuers ward gewehrt, Und was dir gebricht, Und alle welt selbst ihr haar blieb unversehrt. ist sein. Im glauben traue nur auf Gott, Er hilft dir gern aus aller noth. 10. Erkenne, feele, deinen Gott. Dein treuer helfer in der noth Ist. unveränderlich. 3. Er, der dein Gott und Ganz so wie gestern, ist er vater ist, mit dem du längst heut', Bleibt gut und fromm verföhnet bist, Ist väterlich in ewigkeit. gesinnt; Voll liebender barmherzigkeit Ist er zur hülfe stets bereit. 11. Drum traue immer auf den Herrn, Was irdisch ist, verachte gern, Zum himmelreich bestimmt; Denn das erwarb durch freuz und tod Der mittler zwischen dir und Gott. 4. Der reiche troßt auf ehr' und gut; Es sinkt, dann fällt sein stolzer muth; Wer aber Gott vertraut, Der stehet fest und sinket nicht, Wenn gleich die ganze welt zerbricht. 5. Der Gott, auf den der väter schaar Sich fest verließ, der in gefahr Ihr schuß und beistand blieb, Ist der nicht 13. Ich dank' dir, Christus, auch dein Herr und Gott, Dein Gottes sohn, Der du auf deisichrer schuß in noth und tod? nes vaters thron Zur rechten 12. Wie nichtig sind doch gut und geld Und andre güter dieser welt, Die mit der zeit vergehn! Sie dienen nur in dieser zeit Und helfen nichts zur seligkeit. 6. War nicht durch ihn zur dich gesetzt. Verleihe mir betheurungszeit Eliä tisch und ständigkeit Zu meiner seele haus bereit't, Indem er ja ein seligkeit. gast Bei einer armen wittwe war? So fügte Gott es wunderbar. 14. Für jede wohlthat preis' ich dich, Mein Jesu, und bereite mich, In dein reich ein7. Er, Gott mit uns, Im- zugehn: Dort wandle ich in manuel, Beschützte einen Da- deinem licht Und schaue, Gott, niel Vor wilder löwen wuth; dein angesicht. ( 126) Er brach der feinde macht und ſinn Und warf ſie in die grube 598.orge, vater, forge du, für mein sorgen, Sorge, Jesu, sonst geliebt, Das lehrt uns meine ruh', Sorge heut' und 8. Nie hat man Gott um Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 461 morgen, Sorge für mich allezeit, Sorge für die deinen, du Gott der freundlichkeit, Wenn sie vor dir weinen. 7. Sorge, wenn mein leib zerbricht und zerfällt, wie erde, Sorge, wenn vor dein gericht Ich gefordert werde, Sorge für mich immerfort, Mir mein heil zu geben, Sorge, daß ich hier und dort Vor dir möge leben. ( 91) 2. Sorge, wenn der tag anbricht, Gott, für leib und seele, Sorge, daß in deinem licht Ich das beste wähle, Sorge du auch väterlich, Herr, für meine ſinnen, Daß auch dieſe wider 599. Auf meinen lieben dich Böses nie beginnen. Gott Trau' ich 3. Sorge doch und laß mir auch Dein wort bis an's ende; Laß mir, Herr, den rechten brauch Deiner sacramente; Sorge für die obrigkeit, Diener seinen Händen. deines wortes, Und dabei für alle leut' und ortes. 4. Sorge, großer menschen freund, Für uns, deine finder, Sorge, Herr, für freund' und feind', Sorge für die fünder, Sorge für mein täglich brod, Sorge doch für alle, Die dich suchen in der noth, Sorge, wenn ich falle. in angst und noth; Er wird mich schon erretten Aus trübsal, angst und nöthen; Mein unglück wird er wenden, Es steht in 5. Sorge, wenn sich schließen zu Meine augenlider, Sorge, wenn ich bin zur ruh' Und erwache wieder, Sorge für mein amt und stand, Wort, vernunft und tichten, Alle arbeit meiner Hand Freudig auszurichten. ficht, Berzage ich doch nicht; 2. Ob mich die fünd' anAuf Christum will ich bauen. Ihm will ich fest vertrauen, Ihm hab' ich mich ergeben, Im tode, wie im leben. 3. Nimmt mich der tod gleich hin, st sterben mein gewinn; Sch weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag mein leib erkalten, Den geist wird Gott erhalten. 4. O mein Herr Jesu Christ, Du, mein erlöser, bist Für mich am freuz gestorben, Haft mir das heil erworben; Drum hilf mir, wenn ich sterbe, Daß ich dein reich ererbe. 6. Sorge für mein hab' und gut, Ehr' und guten namen, Nimm mich vor der welt in hut Und vor ihrem samen; Sorge, wenn zu sünd' und spott Mich mein fleisch 6. Sprich amen, Herr, dazu, will leiten, Sorge, wenn ich Zu meiner seelenruh'; Ja du, mit dem tod Ringen soll und Herr, woll'st mich leiten Jetzt streiten. und zu allen zeiten, Daß deinen 5. Mein trost, erhöre mich, Hilf mir, ich bitte dich, Schließ mich am letzten ende In deine treuen hände Und führe nach dem leiden Mich zu des himmel3 freuden. 462 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. großen namen Ich ewig preise. Für mich bestimmet hat: Es Amen. gehe, wie es gehe, Mein vater in der höhe Weiß stets zu allen sachen rath.( 40) ( 156) Mel. Nun ruhen alle wälder. Un meinen 600. I haten Laß ich Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. den höchsten rathen, Der alles kann und hat; Er muß in allen dingen, Soll unser thun gelingen, Selbst helfer sein durch rath und that. 601. ein hort ist Gott, ihn ten; Ich hoff' auf ihn, er fennet mich. Ihm fehlt's, die seinen zu erhalten, An mitteln nie, und sein bin ich: Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. 2. Nichts ist es spät und frühe Mit aller meiner mühe, Wenn er nicht sorgt und wacht; Er mag's mit meinen sachen Nach seinem willen machen; Er hat noch alles wohlgemacht. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was Gott ausersehen und für mich nüßlich hält. Ich nehm' es, wie er's giebet; Was meinem Gott beliebet, Das ist's allein, was mir gefällt. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein heide, Der ohne Gott und hoffnung ist? Herr, das ist meines herzens freude, Daß du mein Gott und helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich, Es ist kein helfer ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine finder Zur ewigkeit mit 4. Ihm trau' ich in gefahren, weiser huld; Er schont, er Er wird mich wohl bewahren, züchtigt viel gelinder, Als wir Er ist's, der mich beschützt. verdient, und hat geduld; Er Leb' ich nach seinen säßen, hat nicht lust an unserm So wird mich nichts verlegen, schmerz; Wir flehn, so bricht Nichts fehlen, was mir ewig sein vaterherz. nützt. 4. Gott ist die liebe, darf 5. Hat er es denn beschlossen, ich zagen? Gab er für mich So will ich unverdrossen An nicht Jesum Christ? Was mein verhängniß gehn; Kein könnte mir ein Gott versagen, unfall unter allen Soll je zu Der so unendlich gütig iſt? schwer mir fallen, Mit Gott Erhab'ner trost, der nimmer will ich ihn überstehn. trügt Und jeden zweifel überwiegt! 6. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut: Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß die allerbeste zeit: 5. Ich harre seiner und bin stille; Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann nehm' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich 7. So wähl' ich in der nach seinem rath, Wie er mir stille, Was meines vaters wille zugesaget hat. ( 101) Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Gott. 463 Mel. Auf! stimme, meine seele.| freude ein, Daß ich dich höher 602. Mein ein Gott! sei schätze, Als alles in der welt, 5. Zwar fühl' ich mich beladen Mit einer schweren sündenlast, Doch, weil du mir aus gnaden Vergebung zugesaget hast, So hörst du, Herr, mein schreien Nach deiner gnadenhoch gepriesen, und mich an dem ergöße, Was Daß du mir aus barmherzigkeit dir, mein Gott, gefällt. So reiche gnad' erwiesen In dieser trübsalvollen zeit. Ich schmecke deine güte Und deine große gunst Und fühle im gemüthe Der treuen liebe brunst. Wohin ich mich nur wende, Da find' ich gnad' und treu'; quell' Und wirst mich schon Dein lieben hat kein ende, Und erfreuen Und trösten meine täglich ist es neu. feel'. Ich ruf' in meinem za2. Wer ist je ausgeschlossen gen: Mein helfer sei nicht Von deiner güte? groß und fern! Und du erhörst mein flein Hat deiner huld genossen, flagen Und hilfst mir herzlich Weil deine gnade allgemein. gern. Du willst uns finder nennen, Wenn wir als vater dich In Christo anerkennen: O dies erhebet mich! Mit freudigkeit im beten, Gott, tret' ich zu dir hin, Und deines sohns vertreten Stärkt meinen blöden sinn. 6. Du giebst mir ew'ges leben, Weil du mein Gott und vater bist, Und solltest mir nicht geben, Was in der zeit mir nöthig ist? Von dir, Herr, muß mir werden, Was meine wohlfahrt stüßt; Du bist es, 3. Hinfort soll mich nicht der auf erden Die kinder Gotschrecken Der Leidenschaften tes schützt; Ja, du giebst deine große macht; Dein arm wird güter, Die frommen zu erfreu'n; mich bedecken, Durch dich wird Du sorgst, o menschenhüter! auch der sieg vollbracht. Die Für uns, du sorgst allein. größte macht zu üben, Fällt 7. Wenn menschen sich emdir, mein Gott, nicht schwer, pören Und sprühen feu'r und Drum soll mich nicht betrüben flammen aus, Du, Gott, Das ganze höllenheer; Du kannst ihnen wehren, Kannst wirst es, Herr, zerstreuen, Dein mich beschüßen und mein haus; ist der sieg im streit, Und mich Drum will ich nicht erschrecken, wird hoch erfreuen, Gott, deine Du bist mein fels und hort, freundlichkeit. Du kannst mich mächtig decken: So tröstet mich dein wort. Auf dich, Herr, will ich bauen, Du hilfft zur rechten zeit; Auf dich will ich vertrauen, Durch 4. Drum soll sich dir ergeben Mein herz, sammt seele, geist end sinn; All' meine fraft, mein eben Bring' ich dir, Herr, sam opfer hin. In irdisch dich werd' ich befreit. großen dingen Soll nie mein 8. Nun, Herr, was du verwandel sein; Das kann mir sprochen, Das alles kann und fegen bringen, Das flößt mir muß geschehn; Dein wort wird 464 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. nie gebrochen, Ich will auf uns offenbart. Was deinem deine wahrheit sehn; Dein heil'gen samen Von dir vermund kann ja nicht lügen Nach heißen ist, Das wird auch ja eitler menschen art; Das kann und amen In dir, Herr Jesu uns nimmer trügen, Was du Chrift. ( 118) h. Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. und blut zu rathe ziehn, Die mein gehorsam soll vollbringen, Ich werde das gute fliehn, ein Gott! 603. Moll stets den Denn unser fleiſch empört ſich Min stets Gern wider dich und dein gesek. befehlen, Die du mir giebst, gehorsam sein. Laß mich das beste theil erwählen, Mein leben deinem dienst zu weihn. Du bist der Herr, ich bin dein Enecht, Und dein gebot ist gut und recht. 6. Schreib' deine rechte und gesetze Mir tief in meine seele ein, Daß deinen bund ich nie verleße; Laß mich dir gern gehorsam sein. Dein joch ist sanft, die last ist leicht, So schwer sie auch dem fleische däucht. 7. Sobald ich deine stimme höre, So mache ohr und herz bereit, Daß ich sie mit gehorsam ehre, Und thue, was sie 3. Herr, wind und meer mir gebeut. Ich soll nicht sind deinem willen Gehorsam, hörer nur allein, Ich soll zuwenn dein wink gebeut, Und gleich ein thäter sein. deine absicht zu erfüllen, Ist jede kreatur bereit; Vielmehr fommt mir, dem menschen, zu, Daß ich nach deinem willen thu. 8. Will mich die arge welt versuchen, Daß ich dir ungehorsam sei, So laß mich ihren reiz verfluchen Als gößendienst und zauberei. Wer menschen folgt, bedenkt nicht wohl, Daß er dir mehr gehorchen soll. 4. Dein sohn that deinen willen gerne und stellte sich zum muster dar, Daß ich ge- 9. Gieb endlich, daß ich auch horsam von ihm lerne, Wie er im leiden Dir folgsam und gedir selbst gehorsam war; Er duldig sei, Und lehre mich, die war gehorsam bis zum tod, sünde meiden, Daß ich, in trübUnd sterbend that er dein gebot. 5. Laß mich nicht erst in folchen dingen Mein fleisch sal dir getreu, Voll trost und ruh' an deiner brust, Sm kreuz an dir empfinde lust. 2. Gehorsam soll vor allen dingen Das opfer und die gabe sein, Die wir zu deinem throne bringen, Ich soll mich deiner rechte freu'n, Und christen sollen dein gebot Aus liebe thun und nicht aus noth. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 465 Mel. Nun sich der tag geendet hat. 7. Nur das, was bös' und 604. Dir, Gott voll ma- ſchädlich iſt, Verbeut uns unſer jestät und macht, Gott. dem, der Weh' seine Ist alles unterthan, Dir werde pflicht vergißt! Er stürzt sich dank und ruhm gebracht! Auf, selbst in noth. menschen, betet an! 2. Dich preiset jede kreatur, Der engel wie der wurm; Dich ehrt gehorsam die natur, Du schaffst und stillst den sturm. 3. Wohin mein auge, Gott, nur blickt, Stimmt alles über ein, Und ich, mit deinem bild geschmückt, Sollt' dir zuwider sein? 4. Du schufst das menschliche geschlecht, Von dir kommt was wir sind; Du bist mein Herr, ich bin dein knecht, Du vater, ich dein kind. 5. Wie darf der mensch, der dich nicht ehrt, Sich deiner findschaft freu'n? Nur die sind deiner ehre werth, Die deinem dienst sich weihn. 8. Gott ist, wenn er gesehe giebt, Kein feindlicher tyrann, Er treibet blos, weil er uns liebt, Uns zum gehorsam an. sanft sein joch. Der christ ſetzt 9. Leicht ist die last, und einen lauf Stets freudig fort, und fällt er noch, So hilft Gott selbst ihm auf. 10. Bald fordert seine lieb' und huld Uns auf zur dankbarkeit, Bald warnt er uns vor neuer schuld Und übt durch freuz und leid. 11. Sein wort ermahnt, droht und verheißt, Hält tod und leben vor; Und ich, erweckt durch seinen geist, Verschlöss' ihm herz und ohr? 6. Wie billig, wie gerecht 12. Nein, Gott, dir sei mein und gut Ist das, was Gott herz geweiht, Gehorsam sei gebeut! Wohl dem, der seinen mein ruhm. Verleihe mir bewillen thut! Ihn thun ist selig- ständigkeit Im wahren christenfeit, thum. i. Von der Demuth. Mel. Nun ruhen alle wälder. willen So eifrig zu erfüllen, Als 605. Gieb, Gott, wenn 213 es dein wort gebeut? ich dir diene, Trag' ich der tugend bürde Daß ich mich nie erkühne, Dar- Aus fenntniß ihrer würde Auch über stolz zu sein. Wer kann immer mit zufriedenheit? bei seinen werken, Wie oft er 3. Entzieh' ich mich den fehlet, merken? Wer ist von sünden Auch stets aus rechten mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen gründen, Aus wahrer frömmigkeit? Oft sind die guten 30 466 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. triebe Nicht früchte deiner liebe,| gieb, daß ich von hoffahrt frei, Nur früchte der natur und zeit. Der demuth stets ergeben sei. 2. Was bin ich doch, als 4. Der sünden meiner jugend, staub und erde, Ein fünder Der mängel meiner tugend, und des todes raub! Wenn Herr, gedenke nicht. Willst ich nun einmal sterben werde, du mit deinen fnechten, Wie So wird mein leib zu erd' und sie's verdienen, rechten, So staub: Das präge mir doch trifft sie alle dein gericht; fleißig ein, So werd' ich gerne niedrig sein. 5. Doch wenn auch, dir zur ehre, Rein meine tugend wäre, 3. Der hochmuth ist ein Weß ist dies eigenthum? Wer schlüpfrig pflaster, Das vielen ließ mich unterrichten? Wer schon den fall gebracht: So ließ in meinen pflichten Mich weiß ich auch, daß dieses laster fehn muß, ehre, preis und Aus engeln teufel hat gemacht. ruhm? Behüte mich vor dieser bahn, Die leicht zur hölle führen fann. 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein gebot zu üben, Gehorsam in den sinn? Wer 4. Die hoffahrt hat dir nie stärkte meine fräfte Im heili- gefallen, Du bist und bleibst gungs- geschäfte? Wer lenkte den stolzen feind. Die herzen mich zum guten hin? liebest du vor allen, Aus welchen wahre demuth scheint; Der ist dein freund, der in der welt Sich selber nicht, nur dir gefällt. 7. Du schafftest, daß ich's wählte, Du riefft mich, wenn ich fehlte, Auf rechten weg zurück; Du zogst mich ab von fünden Und ließ'st mich gnade finden Und gabst zu meiner beff'rung glück. 5. Laß mich der demuth bahn betreten, Wo Christus mir ein vorbild war, Ich kann 8. Sollt' ich mich deß er sonst nicht erhörlich beten Und heben, Was du mir, Herr, ge- stürze mich in die gefahr, Daß geben? Hab' ich zum stolz ein mein gebet dir zum verdruß recht? Könnt' ich auch alles Und mir zur fünde werden üben, Was du mir vorgeschrieben, Wer bin ich? ein unnüßer fnecht. ( 49) muß. 6. Nicht meiner, sondern deiner ehre Laß all' mein thun gewidmet sein, Und daß dein ruhm sich stets vermehre, So präge mir mit nachdruck ein, ein Gott, du Daß ich der gnadenkraft nicht wohnest in der werth, Die dein geist in mir schafft und mehrt. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 606. Mein Gott höhe Und siehst auf das, was niedrig ist. Weil ich nun auf 7. Wär' ich gleich voll von der erde gehe, Und du ein tugendgaben Und hätte doch Herr des himmels bist, So die demuth nicht, So würd' Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 467 ich nur ein blendwerk haben, lichts; Mein dasein und mein Nur dampf und schatten und leben Ward mir von dir ge kein licht: Drum laß der tugend geben, und ohne dich vermag ich hellen schein Mit demuth stets nichts. verbunden sein. 2. Sowohl verstand als träfte 8. Hilf, daß ich mich in Zum nüßlichen geschäfte Hab' demuth tleide, Daß ich, von ich aus deiner huld: Dein ist's, stolz und hoffahrt frei, Die wenn gute thaten Dem vorsatz eitle pracht von außen meide wohl gerathen, An fehlern bin Und niedrig, Herr, im herzen ich selber schuld. sei; Du siehst nicht auf ein töstlich kleid, Du liebst des herzens niedrigkeit. 3. Das glück, deß ich mich freue, Wer schafft mir's? deine treue, Du Herr der ganzen 9. Gieb, daß ich mich nicht welt; Du ordnest unsre tage, überhebe, Da wir doch alle Ihr glück und ihre plage Nur brüder sind, Daß ich dem klein- so, wie dir es wohlgefällt. sten ehre gebe, Weil er sowohl, als ich, dein find, Der mensch sei arm, schlecht, hoch und reich, Der tod macht alle menschen gleich. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, die ich befinge, Und werd' es ewig sein; O laß mich's nie vergessen, So werd ich nicht vermessen Der eigenliebe weihrauch streu'n. 10. Herr, laß mich dir in allem leiden Voll demuth unterworfen sein. Dort wirst du mich mit ehren Kleiden, Nach ausgestand'ner schmach und pein; Denn wer sich selbst erniedrigt hier, Steht dort gewiß erhöht bei dir. ( 134) 6. Das nüßlich anzuwenden. Was du mit vaterhänden Mir gütig zugewandt, Dein treuer knecht zu werden, Das sei mein fleiß auf erden, Dazu gieb milde gabe, Du vater alles demuth und verstand.( 49) 607. Mel. Nun ruhen alle wälder. as ich nur gutes habe, Sst deine k. Von der Ergebung in den Willen Gottes. 608. Was Las mein Gott Gott, Und züchtiget mit maßen; all'zeit! Sein wille ist der beste. Er ist zur hülfe dem bereit, Der an ihn gläubet feste; Er will, gescheh' Wer ihm vertraut und auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mir troft und hilft aus noth, der fromme zuversicht, Giebt hoffnung, 30* 468 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. freud' und leben; Dem, was nach seinem rath geschicht, Will ich nie widerstreben; Sein 3. Mein Jesu, wie du willst! Soll ich in armuth leben, So laß mich nur dabei Nach wahMit wort ist wahr, daß er mein rem reichthum streben. haar Auf meinem haupt ge- weisheit und verstand, Mit zählet; Er sorgt für mich recht väterlich, Er schenkt mir, was mir fehlet. reiner lieb' erfüllt, Bin ich beglückt und reich, Mein Jesu, wie du willst. 3. Ruft er mich einst aus dieser welt Nach seinem weisen willen, So will ich dann, was 4. Mein Jesu, wie du willst! Soll ich auf dornen gehen, So laß mir hie und da Auch eine ihm gefällt, Auch freudenvoll rose stehen. War doch dein erfüllen, Ja, ich befehl' ihm weg auch hier Mit dornen anmeine seel' In meinen lezten gefüllt; Ich folge dir mit luſt, stunden; Denn Jesu tod hat Mein Jesu, wie du willst. alle noth Schon gänzlich überwunden. 5. Mein Jesu, wie du willst! Soll ich in trübsal weinen, So laß mir doch dabei Auch deinen trost erscheinen. Haft du doch selbst geweint; Drum, wenn's nicht anders gilt, So wein' ich auch mit dir, Mein Jesu, wie du willst. 4. Eins nur, mein Gott, drum bitt' ich dich, Du wirst mir's nicht versagen, Wenn fatans bosheit gegen mich Sich regt, mich zu verklagen, Dann hilf und wehr', mein Gott und Herr, Durch Jesu großen namen. Was ich begehr', ist deine ehr', Drum sprech' ich fröhlich: amen. ( 5) 6. Mein Jesu, wie du willst! Soll ich verspottet werden; Es geht den frommen oft Nicht anders auf der erden: Drum, wenn mich auch die welt Für einen thoren schilt, So hör Mel. O Gott, du frommer Gott. 609. Mein Seju, wie du ich's schweigend an, Mein Jeſu, wie So laß mich all'zeit wollen. Wenn trübfal, angst und leid Mich hier betreffen sollen, So gieb, daß, Herr, an mir Dein wille werd' erfüllt. Ich leb' und sterbe dein, Mein Jesu, wie du willst. 2. Mein Jesu, wie du willst! Soll mich verfolgung plagen, So fann mein gläubig herz Doch nimmermehr verzagen. Dein beistand ist gewiß, Weil dein wort ewig gilt; Drum leide ich getrost, Mein Jesu, wie du willst. 7. Mein Jesu, wie du willst! Wenn andre mich beneiden, So soll dein find auch dies Nach deinem bilde leiden; Hast du doch manche noth Bei mir bisher gestillt, Drum lege ferner auf, Mein Jesu, wie du willst. 8. Mein Jesu, wie du willst! Nimmt mir der tod die meinen, So laß mich als ein christ Mit maßen sie Leweinen; Sie sind ja, Herr, bei dir Mit freuden angefüllt, Drum hole Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 469 mich nur nach, Mein Jesu, fest zu stehen. Halt' ich nur wie du willst. stand, weiß seine hand Mich wieder zu erhöhen. 9. Mein Jesu, wie du willst! Willst du mir trankheit schla- 3. Ich bin ja von mir selgen; Hie bin ich, laß dies freuz ber nicht Gebildet und gezieret; Mich auch geduldig tragen. Gott ist es, der mich an das Du bist mein bester arzt, Der licht Durch seine kraft geführet, alle schmerzen stillt; Dein bin ich frisch und krank, Mein Jesut, wie du willst. Und seine hand gab mir verstand, Schuf mich mit fleisch und beinen. Wer so viel thut, deß herz und muth Kann's nimmer böse meinen. 4. Wie wollt' ich meinen aufenthalt Auf dieser welt erlangen? Ich wäre längst erblaßt und falt, Wenn mich nicht Gott umfangen Nach seiner treu', die alles neu, Gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das sinkt und Hast du mir lieb' und fällt; Das bleibt, was er be10. Mein Jefu, wie du willst! Soll ich auch endlich sterben, Ich weiß, du läßt mich auch Im sterben nicht verderben: Auch dann wird noch an mir Dein theures wort er füllt, Drum sterbe ich getrost, Mein Jesu, wie du willst. 11. Mein Jesu, wie du willst! So bin ich auch zufrieden. leid, Auch noth und tod be- wachet. schieden, So nehm' ich's auf 5. Bei ihm ist weisheit und dein wort, Dein wille werd' verstand Mehr, als ein mensch erfüllt! Ich leb' und sterbe dir, Mein Jesu, wie du willst.( 134) kann fassen; Zeit, ort und stund' ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen; Er weiß, wann freud', er weiß, wann leid Uns, seinen kindern, diene, Und was er thut, ist alles gut, 610. Ob's noch so schiene. Mein Herz und sinn ergeben. 6. Du denkest zwar, wenn Was böse scheint, ist mir ge- du nicht hast, Was fleisch und winn, Der tod selbst ist mein blut begehret, Als wärest du leben. Ich bin ein sohn deß, mit großer last Von deinem der mich schon Als vater hat Gott beschweret, Hast spät und erzogen. Ob er gleich schlägt früh viel sorg' und müh', Zu und freuz auflegt, Bleibt doch deinem zweck zu kommen, Und sein herz gewogen. denkest nicht, das, was geschicht, Gescheh' zum heil der frommen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein vater muß mich lieben; Betrübt er mich 7. Fürwahr, der dich ergleich noch so sehr, So will er schaffen hat Und ihm zur ehr' mich nur üben Und mein ge- erbauet, Hat längst in seinem müth in seiner güt' Gewöhnen, weisen rath Auf dich herab Mel. Was mein Gott will, gescheh' all'zeit. ych hab' in Gottes 470 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. geschauet; Er sieht voll treu', gen, So tret' ich gern auf pfad was dienlich sei Dir und den und steg, Die mir den himmel deinen allen. Laß ihm doch bringen. Du bist mein hirt, zu, daß er nur thu' Nach sei- der alles wird zu solchem ende nem wohlgefallen. kehren, Daß ich einmal nach aller qual Dich ewig möge ( 51) 8. Was Gott gefällt, laß immer sein, Zuletzt wird's dich ehren. erfreuen; Was du jezt nennest mel. Wer nur den lieben Gott freuz und pein, Muß dir zum heil gedeihen. Wart'in gebu 611.3,, en läßt walten. bin mit dir, mein huld Wird Gott, zufrieden sich doch endlich finden, Und Und halte deinem willen still, angst und qual wird auf ein- Vergnügt mit dem, was du mal Wie flücht'ger dampf ver- beschieden Und deine huld mir schwinden. geben will; Dein wille, Herr, ist gänzlich mein Und soll's, 9. Das feld kann ohne ungestüm Gar feine früchte tra- so lang' ich lebe, sein. gen: So fällt auch menschen- 2. Willst du mich auf das wohlfahrt um Bei lauter guten siechbett legen? Ich will; soll tagen. Kein christ ist je ohn' alles weh Aus dieser welt gegangen; Drum fann dein herz durch angst und schmerz Des glaubens ziel erlangen. ich in mängeln sein? Ich will; soll sich ein unfall regen? Ich will, und willst du, daß ich wein'? Ich will, und giebſt du mich dem tod, Ich will, dein will' gescheh', o Gott! 10. Nun denn, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich und mache es mit mir Bis an mein selig ende, Wie du wol weißt, daß meinem geist Dadurch sein muß entstehe, Und deine ehr' je mehr und mehr Sich durch dein werk erhöhe. 3. Willst du mich in den himmel haben? Herr, dies ist meiner wünsche ziel; Soll mich fein trost im tode laben? Unmöglich, Herr, ist dies dein will'; Gedenk' an deines sohnes tod Und hilf mir in der letzten noth. 11. Willst du mir geben 4. Sein tod erklärt mir sonnenschein, So nehm' ich's deinen willen: Dein will' ist, an mit freuden; Soll's aber daß ich heilig sei; Ich will es, freuz und unglück sein, Will doch, es zu erfüllen, Verhinich's geduldig leiden; Soll dert leider! mancherlei. Bald mir allhier des Lebens thür mischt sich meine schwachheit Noch ferner offen stehen; Wie ein, Bald will die sünde herrdu mich führst und führen scher sein. wirst, So will ich gern mitgehen. 5. Doch nein, nur das, was Gott mir giebet, Nehm' ich 12. Und soll ich auf dem von herzen willig an. Weg todesweg Im todeskampfe rin- eigenwill! was Gott beliebet, Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 471 Das sei mit lust von mir ge- noth vertrauen, Bis er mich than. Mein herz ist im ge- retten will. horsam still, Es wählt und will, was mein Gott will.( 79) 6. Ich weiß doch, daß mein leiden Mir nüß und selig ist, Denn also lern' ich meiden Der sünden trug und list. Mein sündenleib verdirbt; Des neuen 612.Soll ich nach deinem menschen leben Wird sich nur Je mehr der Mel. Von Gott will ich nicht Laffen. bater, sein gefränkt, Soll ich den becher trinken, Den du mir eingeschenkt, Soll ich des freuzes weh', So lang' ich lebe, dulden, So ist es mein verschulden, Dein wille, Herr, gescheh'. 2. Du fennest meine sorgen, Du weißt, sie drücken mich; uns ab. Dir ist ja unverborgen, Was in- und äußerlich Die matte 8. Drum, seele, sei zufrieden Und dulde deine pein; Es wechseele quält, Dir ist es unver- selt stets hienieden Bald sturm, hohlen; Drum sei es dir befoh- bald sonnenschein. Schau' an len, Du weißt ja, was mir fehlt. die große zahl, Die mit dir 3. Willst du es von mir auf dem wege, Und werde ja nehmen, Wohlan! so dank' ich nicht träge, Ist gleich der weg dir; Soll es mein fleisch noch sehr schmal. zähmen, So fahre fort mit mir Und schlag', o reiner geist! In meinem herzen nieder, Was dir an mir zuwider, Was bös' und sündlich heißt. alte stirbt. 7. Da liegt mein heil verborgen, Wo sich mein leiden zeigt. Wo kreuz und laſt der sorgen Die seele niederbeugt, Da ist Gott unser stab; Mit liebe und mit segen Im herzen selbst zugegen, Hebt er die last 9. Meinst du, daß deine plagen Zu überhäuft und groß, So denk', was andre tragen, Die elend, nackt und bloß, Ja gar gefangen sind, Die jedermann verachtet Und oft zu fränken trachtet, Denk', was ihr herz empfind't. 4. Und fann ich nicht verstehen, Warum bald dies, bald das Bisher an mir geschehen, Wenn auch ohn' unterlaß Mich 10. Ach, das ist Gottes finfreuz und leid gedrückt; Einst ger! So tröste dich dabei; Des werd' ich's schon erfahren, Du heilands rechte jünger Trifft wirst mir offenbaren, Warum mir's zugeschickt; viel und mancherlei, Trifft manche leidensart Und manche noth und schmerzen, Wenn Gott an ihren herzen Das gute offenbart; 5. Drum bleibe ich gelassen In einfalt, wie ein tind, Und gehe deine straßen, Bis ich den ausgang find'. Ich will 11. Drum sprich: mein Gott in hoffnung still Auf meinen ich leide, Was meine schult Jesum schauen Und ihm die verdient, Weil ich in luft unt 472 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. freude Mich sonst zu viel er- ihm gänzlich heimgeſtellt, Es tühnt. Ich lebte nach der welt; gehe, wie es ihm gefällt, Zum Du lehrst mich, sie zu fliehen, leben oder sterben. Der lust mich zu entziehen, Zu thun, was dir gefällt. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich In seinen vater12. Ich küsse deine ruthe willen; Scheint's der berUnd beuge mich vor dir, Bis, nunft gleich wunderlich, Sein was im fleisch und blute Noch rath wird doch erfüllen, Was sündlich ist in mir Und mich er voll lieb' und treu' bedacht, zum bösen treibt, Durch trüb- Eh' er mich an das licht gesal ganz gedämpfet Und, wenn bracht; Ich bin ja nicht mein es wohl bekämpfet, Mir sieg eigen. und wonne bleibt. 5. Wie Gott mich führt, so 13. Darnach will ich nur bleib' ich treu Im glauben, streben In allem freuz und hoffen, leiden. Steht er mir leid Und dir zur ehre leben nur in gnaden bei, Was will Sn zeit und ewigkeit: Wenn dies das freuz gebiert, So hab' ich g'nug erhalten Und laß dich ferner walten, Wie deine hand mich führt. von ihm mich scheiden? Ich fasse dies im glauben fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Kein leid soll mich erschrecken. Läßt Gott sich nicht von anfang sehn, Der ausgang Wie er nach Er kann nichts böses wählen. väterlichem rath Mich treu und Geschieht, was er mir auser- wohl geführet hat: Dies sei sehn, Wird mir's an heil nie mein glaubensanter.( 48) fehlen. Wie er mich führt, so Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. ie Gott mich führt, Und ihm willig schritt für schritt In 614. Gergeben Sn meiMel. Nun ruhen alle wälder. ott hab' ich mich findlichem vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so nem ganzen leben, Im unglück bin ich still Und følge seinem und im glück, In traurigkeit, leiten, Will gleich des fleisches in freuden Und bei dem ziel eigenwill' Ihm öfters wider- der leiden, In meinem letzten streiten; Wie Gott mich führt, augenblick. bin ich bereit, In zeit und auch in ewigkeit Stets seinen schluß zu ehren. 2. Gott war's, der für mich wachte, Noch eh' ich war und dachte. Des ew'gen treue hand 3. Wie Gott mich führt, Hat gnädig mich geleitet, Mir bin ich vergnügt, Sch ruh' in jedes glück bereitet, Das ich seinen händen; Wie er es schickt sehr oft durch's unglück fand. und mit mir fügt, Wie er 3. Was helfen meine sorgen? es selbst will wenden, Das sei Mein glück ist mir verborgen, Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 473 Mein unglück kenn' ich nicht. verlassen, Vertrauen zu ihm Dem hüter meiner seelen Will fassen, Die hat er allezeit geich mich ganz befehlen; Er liebt. weiß allein, was mir gebricht. 6. Wenn ich verlassen scheine 4. Warum ich heute flehe, Und trostlos bin und weine, Kann, wenn es gleich geschehe, Was will mein banges herz? Schon morgen mich gereu'n. Es sucht nur sein vergnügen Nur einen wunsch von allen In dingen, die betrügen Und Laß, Herr, dir wohlgefallen, bald erwecken bittern schmerz. Den wunsch, zufrieden stets zu sein. 7. Drum nicht das, was ich flehe, Dein wille nur geschehe! 5. Sich groß und christlich Gieb, was mir selig ist! Herr, zeigen, Heißt, vor dem höchsten deine bahn ist eben, Drum leite schweigen Und nehmen, was mich im leben, Und wenn der Gott giebt. Die sich auf ihn tod mein auge schließt.( 74) 1. Von der Zufriedenheit mit Gott. as Gott thut, will ich auf ihn bauen Und 615. Was ist wohl ſeiner güte trauen. gethan, Es bleibt gerecht sein wille.. Wie er fängt meine sachen an, So hält mein herz 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er ist mein licht und leben, Der mir nichts ihm stille. Er ist mein Gott, böses gönnen kann; Ihm will Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. ich mich ergeben In freud' und leid. Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 2. Was Gott thut, das ist 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Sein wort fann wohl gethan. Muß ich den felch nimmer trügen. Er führet mich gleich schmecken, Der bitter ist auf rechter bahn, Drum laß nach meinem wahn, Laß ich ich mir genügen An seiner huld mich doch nicht schrecken, Weil Und hab geduld; Er wird ich zuletzt Doch werd' ergößt mein unglück wenden, Es steht mit süßem trost im Herzen; in seinen Händen. Drum weichen alle schmerzen. 3. Was Gott thut, das ist 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er wird mich wohl gethan, Dabei will ich wohl bedenken; Er, als mein verbleiben; Es mag mich auf arzt, der helfen kann, Wird die rauhe bahn Gleich noth mir fein gift einschenken Für und elend arzenei. Gott ist getreu, Drum Gott mich treiben, So wird Doch väterlich In 474 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. jeinem arm erhalten, Drum der in ehren: So ist's bestellt, laß ich ihn nur walten.( 119) Mel. Was mein Gott will, gescheh so wird die welt Durch ordnung Gott waltet wohl erhalten. doch, das glaub' ich noch, Ihn all'zeit. 616. Du feiges herz, was laß ich immer walten. du Und 6. Jedoch will er die arbeit raubst dir alle freuden! Gott auch Frisch angegriffen haben, jelber gönnet dir die ruh', Und Und fordert christlichen gebrauch du vermehrst dein leiden. Ist Der leibs- und seelengaben; mancher tag voll ungemach, Drum säume nicht in deiner Darfst du dich darum grämen? pflicht, Sei nie zur arbeit träge. Gott lebet doch, das glaub' Gott nährt mich doch, das ich noch, Der wird es auf sich glaub' ich noch, Wenn ich nur nehmen. hand anlege. 2. Wir beten ja ein wesen 7. Man sieht, wie manchem an, Daß diese welt regieret, es gelingt, Mit Gott das zu Ihn, dessen allmacht alles fann erlangen, Wonach er selbst nur Und wunderthätig führet. Mit ernstlich ringt, Und dem er vorbedacht lenkt Gottes macht nachgegangen; Auf sein geheiß Und leitet alle sachen; Gott wirst du durch fleiß Des segens herrschet doch, das glaub' ich dich erfreuen. Gott segnet doch, noch, Er hört nicht auf zu das glaub' ich noch, Er läßt wachen. es wohl gedeihen. 8. Wenn Gott mir denn von oben giebt, Was zeitlich mich erfreuet; Wenn er, der mich als vater liebt, Mir irdisch gut verleihet, Dann weg, geschick, weg, blindes glück! Der Herr allein kann segnen. Gott fügt es doch, das glaub' ich noch, Was mir auch mag begegnen. 9. Auf deine vorsicht traue ich, Dich, vater, laß ich walten; Auf deine liebe gründ' ich mich, Denn sie kann nie erkalten; Dich ruf' ich an und treibe dann Froh mein berufsgeschäfte. Gott forget doch, das glaub' ich noch, Er schenkt mir täglich kräfte. 5. Dem giebt er, daß ihm nichts gebricht, Der kann sich kaum ernähren; Der ist gelehrt, 10. Ich sei in armuth oder reich, Tief unten oder oben, und jener nicht, Der niedrig, Es gilt, mein Gott, mir alles 3. Was unsers Gottes wille ist, Muß jederzeit geschehen; Was er von dir und mir be schließt, Wird ganz gewiß be stehen. Wie wenig müz' ist funst und wiß, Läßt Gott es nicht gerathen. Gott führt mich doch, das glaub' ich noch, In allen meinen thaten. 4. Was seine güte ausersieht, Vertheilt er nach gefallen Und mit gemess'nem unterschied; Er schenkt nicht alles allen; Dort giebt er viel, hier sebt er ziel Und will nur wenig geben. Gott giebt mir doch, das glaub' ich noch, Die nothdurft für mein leben. Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 475 gleich, Ich will dein' aufsicht gar in's unglück stürzest Und loben. Mein wille wählt, was selbst das leben kürzeſt. dir gefällt; Was du willst, magst du schicken, Gott schickt es doch, das glaub' ich noch, Mit ihm muß alles glücken. 3. Willst du das thun, was Gott gefällt Und dir zum wohl gereichet, So wirf die sorgen auf den held, Dem erd' und himmel weichet, Und gieb dein leben, thun und stand Nur freudig hin in Gottes hand, So wird er deinen sachen Ein gutes ende machen. 11. Geht mir's beim from men leben schlecht, Und wohl den schlimmsten leuten, Gilt unrecht oftmals mehr als recht, Laß mich es nur recht deuten; Du ordnest schon den gnadenlohn, Damit du mich willst zieren. Gott liebt mich doch, das glaub' ich noch, Er wird mich selig führen. 12. Dir, treuer Gott, befehle ich Mein ganzes thun und leben, und keine sorgen quälen mich; Dir bleibt es heimgegeben. So wie es soll, ist alles wohl, So muß es immer gehen. Gott hilft mir doch, das glaub' ich noch, Es muß wohl um mich stehen. ( 12) Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geiſt. 4. Wer sorgte wol zu jener zeit, Als du, dir selbst verborgen, In deiner mutter schoo bereit't Lagst ohne alle sorgen? Wer hat schon da dein heil bedacht? Was that da aller menschen macht, Äls geist und sinn und leben Dir ward von Gott gegeben? 5. Durch wessen kunst ward dein gebein, Dein herz, die lebensquelle? Wer gab dem auge licht und schein Und jedem finn die stelle? Wer zog die adern hier und dort, Gab jeder ihren eignen ort Und setzte hin und wieder Dir alle deine 617. Du bist ein mensch, glieder? wie dir bekannt, 6. Wo warest du, als Gott Was strebst du denn nach die erd' Erschuf zu seiner ehre? dingen, Die Gott durch seine Als Gott zur sonne sprach: starke hand Nur kann zu stande sie werd'! Und schuf die himbringen? Du fährst mit deinem melsheere? Als Gott dem meer wiß und sinn Oft über deine sein ziel gesteckt, Und als er schranken hin Und denkst: wie diese erd' bedeckt Mit früchten soll's auf erden Wol endlich und mit thieren, Mit blumen, mit mir werden? die sie zieren? 7. Heb' deine augen auf und sieh', Auf bergen und in gründen Wirst du ohn' alle deine müh' Für dich geforget finden; Dein brod, dein wasser und dein fleid War eher noch, als 2. Du legst auf dich die schwere last Der sorgen dieses lebens, Erlaubst dir weder ruh' noch rast Und plagest dich vergebens. Was hilft's? dein gram dient nur dazu, Daß du dich störst in deiner ruh', Wol du, bereit; Die milch, die du 476 Von den besonderen erst nahmest, War auch schon, eh' du famest. Pflichten gegen Gott. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still; Sein rath ist 8. Als deine mutter dich uns verborgen. Wir quälen gebar, Und warst dem tode uns und sorgen viel Vom nahe, Da riß dich gnädig aus abend bis zum morgen; Wir gefahr Dein schöpfer, und er suchen viel und finden nichts, sahe Die nothdurft und bequem- Das aug' entbehret oft des lichkeit; Du fandest alles schon lichts, Will aus der angst sich bereit, Die windeln und dein winden, Und kann den weg bette Sammt deiner ruhestätte: nicht finden. 9. Nun soll dein endlicher 14. Gott aber gehet grade verstand Dein ganzes thun fort Auf seinen weisen wegen; regieren? Dein kurzes aug' und Er führt und bringt uns an deine hand Dein ganzes Leben den ort, Da sorg' und angst führen? Was du beginnst, da sich legen, Und dann, wenn joll allein Der kopf dein licht nun das werk geschehn, Da und meister sein? Was du nicht wirst du mit vergnügen sehn, außerkoren, Das hältst du für Was der, der dich regieret, In verloren? seinem rath geführet. 15. Drum habe, feele, guten muth Und laß von sorg' und grämen; Gott hat ein herz, das nimmer ruht, Dein bestes vorzunehmen; Er kann's nicht lassen; trau' auf ihn! Es ist für dich sein vaterfinn Voll heißer liebestriebe; Er ist ja selbst die liebe. 10. Bedenke nur, wie viel und oft Ist plötzlich umgeschlagen, Was du gewiß und fest gehofft, Ohnfehlbar zu erjagen; Hingegen, wie so manchesmal Ist das geschehn, was überall Dein sinnen und dein rennen Nicht hat bewirken können; 11. Wie oft bist du in große noth Durch eig'ne wahl gekommen, Wenn dein verderbtes herz den tod Statt leben an genommen! Ja, hätte Gott 16. Gott ist ja voller gnad' und treu', Und also kannst du denken, Wie sehr es ihm zuwider sei, Wenn wir uns oftstets deine that Ergehen lassen mals fränken Mit so vergeb'ner nach dem rath, Wie du es angefangen, Du wärst zu grund' sorg' und bürd', Als ob er uns nun gänzlich würd' Aus lauter zorn und hassen Ganz hülf- und trostlos lassen: gegangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir 17. Das schlag' hinweg und verwirren, Erfreut uns, wo laß dir nicht So sehr dein wir uns betrübt, Und führt herz bethören; Obgleich nicht uns, wo wir irren; Und dazu allezeit geschicht, Was freude treibt sein vaterfinn Und seine fann gewähren, So wird doch treue liebe ihn, Nach welcher endlich das geschehn, Was er uns fünder Doch trägt als Gott, dein vater, außersehn; seine finder. Was er dir will bescheren, Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 477 Das kann kein mensch verwehren. 18. Thu' als ein kind, und lege dich In deines vaters arme; Bitt' ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen geist Auf wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohl vollbrachtem ringen Aus allen sorgen bringen.( 51) 5. Denk' nur, wenn in den trübsalstagen Die freudensonne wird verdeckt, Wie du bald anhebst zu verzagen, Da doch, wenn sie sich kaum versteckt, Sie desto heller bricht hervor Und steigt mit größerm glanz empor. 6. Wenn aber dich mit seinem segen Dein treuer Gott erfreuen will, So pflegt dein eifer sich zu legen, Du stehst in deinem Laufe still, Und so 618.Du böses her, wen dient seine gütigkeit Dir nur zur größern sicherheit. willst du richten? Wie, flagst du deinen Gott selbst an? Willst du des höchsten treu' zernichten Durch so ver zweifelt bösen wahn? Halt ein! wer seinem Gott nicht glaubt, hat sich den eig'nen stab geraubt. 2. Sollt' er was sagen und nicht halten? Sollt' er was reden und nicht thun? Kann auch der wahrheit fraft veralten? Kann auch sein wallend herz je ruhn? Ach nein! dein Gott steht felsenfest; Weh' aber dem, der ihn verläßt! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 7. Dein Gott ist dir getreu geblieben In deinem ganzen lebenslauf, Und du, von untreu' angetrieben, Sagst ihm doch den gehorsam auf; Dein freund ist unveränderlich, wanfest und veränderst dich. Du 8. Bedenke, ob du das gehalten, Wozu du ihm verbunden bist, Ob nicht die liebe will erkalten, Wenn fleischeslust vorhanden ist, Ob, wenn die welt sich schmückt und ziert, Dein glaube sich nicht bald verliert: 3. Ach du, mein herz, bist 9. Vom beten wirst du abanzuflagen, Du sig der un- geschrecket, Wenn Gott dein beständigkeit, Weil du in deinen flehn nicht gleich erhört, Da lebenstagen Durch ungeduld seine huld sich gleich erstrecket und sicherheit Statt treue, die Auf jeden, der ihn betend ehrt. du zugesagt, So manchen abfall Er hilft ja gern, er kann auch haft gewagt. wohl, Doch weiß er, wann er helfen soll. 4. Gott meint's mit dir auf's allerbeste, Du aber selten 10. Du sprichst: ach, möcht' mit ihm gut. Der bund an ich länger leben, Ach, wären seinem theil steht feste, Bei dir meiner tage mehr! Und hast ist lauter wantelmuth; Er die zeit, die dir gegeben, Wohl bleibt beständig fort und fort; zu gebrauchen, allzusehr In Du sagst viel zu und hältst eitelm wesen hingebracht, Noch türzer, was schon kurz, gemacht. fein wort. 478 Von den besonderen 11. Ach, großer Gott! du bist erfunden In allen dingen weis und recht; Wie hab' ich 619. Komm, feele, geh' in mich denn unterwunden Gott ruh', ford're gleichsam dich vor's Entsage deinem willen; Verrecht, Dich, Herr, dem auch nunft, schließ hier die augen zu, der hellste schein Nicht ganz Laß dich den glauben stillen, fann ohne flecken sein? Ergreife die zufriedenheit, Es stehet alle deine zeit In Gottes vaterhänden. 12. Dieweil du denn in dei nen wegen Ganz heilig und unsträflich bist, So muß sich hier 2. Wo Jesus geht, da folge der frebel legen Des herzens, nach, Wie und wohin er das vergiftet ist. Erzürnter führet, Weil dich gewiß kein Gott! ich such' in eil' Bei ungemach, Wenn er nicht will, deinem gnadenthron mein heil. berühret; Ohn' ihn geschiehet 13. Hier fall' ich billig vor dir fein leid, Es stehet deine dir nieder Mit thränen und leidenszeit Allein in seinen zertnirschtem geist; Doch da- händen. mit tröste ich mich wieder, Daß du mein treuer vater heißt. Ob dein geseß mich gleich verflucht, So hat mich doch dein john gesucht. 3. Gesetzt, er stellet dich einmal Auf ziemlich hohe stufen, Es trifft dich leiden ohne zahl, Er läßt vergebens rufen, Es scheint, die hülfe sei sehr weit; 14. Du hast, mein Jesu, Nur unverzagt! die rettungsmich geliebet, Mich, deinen zeit Steht auch in seinen feind, bis in den tod. Ob ich dich gleich sehr oft betrübet Durch sünden wider dein gebot, So macht doch dein vergoff'nes blut Den schaden meiner seele gut: Pflichten gegen Gott. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. Händen. 4. Du bleibest doch sein liebes kind, Wenn augen gleich und wangen Nicht immer ohne thränen sind, Weil alle luft vergangen, Und dich gar selten 15. Drum fliehe ich zu dei- was erfreut; Sieh', eben auch nen wunden, Mein höchster die thränenzeit Steht blos in trost, und bitte dich: Laß mich seinen händen. in gut' und bösen stunden Bei 5. Die zeiten werden öfters dir beharren festiglich; Gieb schwer, Das fleisch fängt an nach den mängeln dieser zeit Vollkommen reine heiligkeit. zu fragen: Wo nehm' ich meine nothdurft her, Weil alle leute 16. Ich leb' indeß und bin zu- klagen? Ach, bleib' bei der zufrieden, Wie Gott es mit mir friedenheit, Es steht ja die verfügen will. Bei wahren christen forgungszeit In deines Gottes find hienieden Die trübsalswellen nimmer still; Doch bleib' ich treu; für mich ist dort Ein ganz vollkommen sich'rer ort. händen. 6. Du siehest auf dein christenthum Und bist noch sehr zurücke; Du liebest heimlich lust Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 479 höchsten traut, Hat auf den rechten fels gebaut. und ruhm Und merkst viel andre tücke; Dein herz ist noch gar schlecht erneut: Sei nur getreu! die wachsthumszeit Steht auch in Gottes händen. 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was 7. Du mußt gar oft mit hilft es, daß wir alle morgen fleisch und blut, Mit welt und Beseufzen unser ungemach? teufel kämpfen; Es fällt dir Wir machen unser freuz und schwer, den frechen muth, Die leid Nur größer durch die böse luft zu dämpfen: Ach, traurigkeit. geh' nur freudig an den streit, Du siegest, denn die siegeszeit Steht ja in Gottes händen. 3. Dem höchsten halte man nur stille Und sei doch nur mit dem vergnügt, Was über uns 8. Verzagest du auf deiner sein gnadenwille Und weiser hut, Und wird dir manchmal rath beschließt und fügt. Gott, bange; Es sinkt und fällt dir der sich uns hat auserwählt, wol der muth, Währt dir der Weiß auch am besten, was streit zu lange: Getrost! die uns fehlt. trone liegt bereit, Es steht auch deine trönungszeit In Gottes vaterhänden. 4. Er kennt die rechten freudenstunden, Er weiß wohl, was uns nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine heuchelei, So kommt Gott, eh' wir's uns versehn, Und lässet uns viel 9. Verbleibet dir dein todes tag Und sterbensort verborgen; Bringt oft das grab auch weh und ach: Nur weg mit allen jorgen! G'nug, daß dir Gott gut's geschehn. die hände beut; Wahrhaftig, 5. Dent' nicht in deiner deine sterbenszeit Steht auch drangsalshize, Daß du von in seinen händen. Gott verlassen sei'st, Und daß 10. Nun, du regierer mei ihm der im schooße size, Den ner zeit, Gieb mir geduld und man hier groß und glücklich stärke Bei meiner unvollkom- preist; Gott ändert alles, wie menheit, Bis daß ich dort er will, Und seget jeglichem recht merke, Wenn mich dein sein ziel. angesicht erfreut, Wie sicher alle meine zeit In deiner hand gestanden. ( 121) 6. Es sind für Gott nur leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich: Gott ist der rechte wundermann, Der bald erhöhn, walten Und hoffet auf ihn alle- bald stürzen kann. zeit, Den wird er wunderbar er620. W er nur den lieben Gott läßt 7. Sing', bet' und geh' auf halten In kreuz und aller trau- Gottes wegen, Verrichte deine rigkeit. Wer Gott, dem aller- pflicht getreu, Und trau' auf 480 Von den besonderen Pflichten gegen Gott. Gottes reichen segen, So wird auf erden. Eins nur, so ist er bei dir werden neu; Denn mein wunsch erfüllt, Eins laß wer nur seine zuversicht Auf mir immer werden: Hilf mir, Gott setzt, den verläßt er nicht. daß ich stets fürchte dich, Und hierin treu verharre, Bis daß man mich einst seliglich In's tühle grab verscharre. ( 104) Mel. Ich armer sünder komm' zu dir. 621.J ch komm', o gu6. Hab' ich nur dich und ter Gott, zu dir, deine huld, So bin ich wohl Dem geber aller gaben. Sehr zufrieden, Und trage dann auch viele dinge wünsch' ich mir, mit geduld, Was du mir hie Will dies und jenes haben; beschieden; Denn, vater, du Ich strebe nach so mancher sach' wirst wägen zu So viel stets Und kann sie nicht erwerben, deinem finde, Daß es zur noth Denn du, Herr, bist allweis' ein stücklein brod Und noch und siehst, Es wäre mein ver- was übrig's finde. derben. 7. Was soll mir großes gut und geld, Glück, ehr' und langes leben? Es bleibet alles in der welt, Mein glück soll erst anheben Sm himmel dort; drum will ich fort, Nichts hält mich auf der erden. Ach, rufe mir, nimm mich zu dir, So werd' ich selig werden.( 13) 2. Ich weiß nicht, was ich wünschen soll, Bin blind, mein heil zu sehen; Doch ist mein herz verlangensvoll, Es heißt mich mehrmals gehen Auf einen pfad, der deinem rath Und willen steht entgegen, Daher mein werk, fleiß, witz und stärk' Auch nichts verrichten mögen. 3. Du willst, weil du so gütig bist, Du kannst auch alles geben, Du weißt, was noth 622. Du fannſt's nicht und selig ist dem beruf und leben; Du sagst es zu, drum, Mein Jesu, mit den deinen, Herr, wirst du Für dein ge- Du brunnquell aller güte, Du schöpf auch sorgen. Was du treuestes gemüthe! thust heut' aus gütigkeit, Das thust du, Gott, auch morgen. 2. Du kannst's nicht böse meinen; Dein trost verlässet feinen, Dein wort läßt alles hoffen, Dein herz steht allen offen. 4. So sei dein wille denn mein will', Es sei dir heimgegeben; Was dir gefällt, an mir erfüll', Ich will nicht widerstreben. Allein von dir muß alles hier Aus lauter gnade kommen; Auch allezeit bist du bereit Zu segnen deine frommen. 3. Du fannst's nicht böse meinen; Wenn du das glück läßt scheinen, Du willst alsdann durch segen Zur buße uns bewegen. 5. Herr, wie, wo, wann und was du willt, Geschehe mir Mel. Wach' auf, mein herz, und singe. 4. Du kannst's nicht böse meinen; Wenn du uns läsfest Von den besonderen Pflichten gegen Gott. 481 weinen. Was ist's, das uns betrübe Bei deiner vaterliebe? 5. Du kannst's nicht böse meinen; Du züchtigest die deinen, Sie werden unversehret, Wie reines gold, bewähret. 3. Sollt' er es anders meinen, Als gut mit uns, den seinen? Das glaub' ich nimmermehr! In trübsal uns verlassen Und unbarmherzig hassen, Wie könnt' das unser Gott und Herr? 6. Du fannst's nicht böse meinen; Du denkst auch an die kleinen; Wenn sie verlassen sitzen, So willst du sie beschützen. 7. Wohlan, so will ich's wagen, Mich aller sorg' entschlagen; Ich hab' g'nug an dem einen: Gott fann's nicht böse meinen. 8. Das will ich stets bedenfen, Es soll mein leben lenken: Gott forget für die seinen, Er kann's nicht böse meinen. 9. Dies ist mein licht im leide, Mein wahlspruch, meine freude: Gott kann's nicht böse meinen, Denn er sorgt für die seinen. 6. Auf unbekannten wegen Führt er dem heil entgegen, Führt auch im dunkel wohl, Mag räthselhaft er handeln, Still und verborgen wandeln, Es bleibt sein werk doch liebevoll. 7. Er pflegt zwar seinen frommen Oft grausam vorzukommen, Doch höre, was er sucht: Er leitet uns zum guten Und hält durch scharfe ruthen Uns, wie die kinder, in der zucht. 8. Drum, o betrübte seele! An's leiden trostlos denken, Schau aus der trauerhöhle Nicht auf den Herren sehn, Auf seines trostes licht. Dein Gott von dem kreuz ausschließen, Gott, der dich betrübet Und Da ohne Gottes wissen Kein dich doch zärtlich liebet, Verunglück jemals kann geschehn? sagt dir seine hülfe nicht. 2. Ohn' ihn kann doch uns 9. Gedenk', was dort geallen Kein haar vom haupte schrieben: Uns, die wir Gott fallen, Kein finger wehe thun. recht lieben, Nützt fummer, Des höchsten treues wachen freuz und pein; Das leid muß Für seiner heerde sachen Be- unsre wonne, Das dunkel unsre schützte vormals, schüßt auch sonne, Ja gar der tod das leben sein. ( 27) nun. 10. Herr, laß dein treues meinen Mir stets im herzen scheinen; Erhalt' mich bei dem einen: Du kannst's nicht böse meinen. ( 89) 4. Denk' nicht in schweren fällen, Als stürz' dich Gott zur höllen Und sei dir gram und feind. Er bleibt in allen nöthen, Und wollt' er dich auch tödten, Der allerliebste beste freund. 5. Er prüfet dich durch leiden, Drum nimmt er dir die freuden Und setzet dich in schmerz. Ergieb dich seinem willen; Dein fummer wird sich stillen, Gott hat ein treues vaterherz. Mel. Nun ruhen alle wälder. 623. Was as soll ein christ sich fränken, 31 482 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. Mel. Nun ruhen alle wälder. lebe hier, im segen Den grund zum glück zu legen, Das ewig, wie mein geist, besteht. 624.Wa as ist's, daß ich mich quäle? Hoff' auf den Herrn, o seele, 5. Was dieses glück ver Hoff' und sei unverzagt! Du mehret, Sei mir von dir ge weißt nicht, was dir nüßet, währet! Gott, du gewährst es Gott weiß es, und Gott gern. und Gott gern. Was dieses glück verschüßet, Er schüßet den, der lehet, Wenn's alle welt auch nach ihm fragt. schäßet, Sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh' ich die welt noch sah; Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah'. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich und bin stille Zu Gott, denn nicht mein wille, Dein wille nur gescheh', o Gott. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält, Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott 4. Ich lebe nicht auf erden, mich will bewahren? Und du, Ganz glücklich hier zu werden; mein Gott, bewahrest mich. Die lust der welt vergeht. Ich ( 49) 25. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. a. Von der rechten Selbsterkenntniß. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. heißet wol: ein christ; Doch dieser ruhm ist leicht zu rau625. Gieb, daß ich mich ben, Wo man nicht immer christlich ist. Drum gieb mir einen wahren ruhm Auch durch ein thätig christenthum. und dich erkenne, Mein Jesu, der du alles weißt, Und mich nicht eher werthvoll nenne, Bis mich die that im 3. Wer bin ich denn in meiwerke preist. Laß mich selbst nem stande? Ein knecht, den fragen, wer ich sei, Mich prü- du erkaufet hast; Und doch fen ohne heuchelei. sind deine liebesbande Mii 2. Wer bin ich denn in noch zuweilen eine laſt. Ach, meinem glauben? Die antwort gieb mir einen treuern finn Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 483 Daß ich dir stets gehorsam dieser zeit, Ist übergang zur ewigkeit. bin. 10. Wer bin ich denn bei dir im himmel? Ein lamm, das ewig weide find't; Da störet mich fein weltgetümmel, Da raset kein verfolgungswind, Und wie ich hier bekannte dich, Herr, so bekennst du dorten mich. 4. Wer bin ich denn in meinen sünden? Mein herz sagt: ein verlor'nes find. Laß dies zur buße mich entzünden, Daß ich die gnade such' und find', Weil du allein der mittler bist, Der unter uns getreten iſt. 5. Wer bin ich denn in 11. Nun weiß ich, wie ich meinem glücke? Ein ball, der mich soll nennen; Ach, schreib' da und dorthin fleugt; Drum es fest in meinen sinn Und warne mich vor seiner tücke. laß mich dich im glauben fenWie mancher fällt, indem er nen, Bis ich bei dir im schauen steigt! Das beste glück ist in bin, Wo alle frommen sich erder welt, Wenn man zum freu'n, Da du wirst allen alles freunde dich behält. sein. ( 134) 6. Wer bin ich denn in meinen ehren? Viel schlechter, Mel. Wer nur den lieben Gott als mein heiland war; Der läßt walten. wollte nichts von rühmen hören, 626 Mer bin ich? welche Und in Ach, laß mein herz auch niedrig sein, Gebückt geht man zum himmel ein. 7. Wer bin ich denn in meinem leben? Nur eine stimme, die vergeht. Ich will mich nie der welt ergeben, Weil mir die schrift vor augen steht: ,, Gedent' an's ende, was du thust, Gedenke, daß du sterben mußt." 8. Wer bin ich denn in meinem leiden? Die rose, die 2. Wer alles weiß, und doch verborgen Und unbekannt sich selbst noch bleibt, Wie will der für sein bestes sorgen? Was ist, das den zur beff'rung treibt? in dornen blüht; Doch oftmals Sich selbst recht kennen, ist verfliehen den die freuden, Der um den himmel sich bemüht, Und was sind leiden dieser zeit Wohl gegen jene herrlichkeit? stand, Drum mache mich mit mir bekannt. 3. Ich bin ein werk von deinen händen, Du schufft den 9. Wer bin ich denn in menschen dir zum preis, Ihm meinem sterben? Ein mensch, großen segen zuzuwenden, In der durch die wüste geht. Der weisheit, recht und kraft und kann im tode nicht verderben, fleiß. Dein ebenbild, sein eigenDer nur in deinem bunde thum, War, Gott, vor dir sein steht; Mein grab, das ende höchster ruhm. Gott, lehre sie mich recht verstehn, Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 31* 484 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 4. Bald ging durch Adams 10. Was mir zu meinem heil fall verloren Die ihm geschenkte noch fehlet, Mein vater, das eigenschaft; In sünden wurden entdecke mir; Hab' ich der wahrwir geboren, Zum guten ohne heit weg erwählet, So gieb, alle kraft, So daß mein tichten daß ich ihn nicht verlier'. Ach, böse war Von jugend auf und leite mich mit deinem licht, So immerdar. täuschen mich verführer nicht. 5. Weil nun im fleisch die sünde wohnet, Und all' mein thun voll sünde ist, Die nur mit fluch und tode lohnet, Und du ein feind der fünde bist: So fann tein mensch vor dir bestehn, Wenn du, Herr, in's gericht willst gehn; 11. Erhalte mich auf diesem wege, Der mich zum ew'gen leben führt, Stets laß mich fliehen von dem stege, Der im verderben sich verliert; Schent' mir zum guten luft und fraft Durch deinen geist, der alles schafft. 6. Doch du, unendlich groß 12. Der mensch muß einmal von gnaden, Du Gott, groß von doch erfahren, Was er hier barmherzigkeit, Warst ohn' mein war und hier gethan. O laß wissen schon, den schaden Zu mich's nicht bis dahin sparen, heilen, voller huld bereit Und Wo reue nichts mehr helfen gabst von deiner gottheit thron kann! Herr, mache mich schon Mir deinen eingebor'nen sohn. hier recht flug Und frei vom schnöden selbstbetrug.( 32) 7. Dein ew'ger sohn ward mensch geboren und unter das gesetz gethan, Nahm sich der menschen, die verloren, Als Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. mittler und als bürge an. Ich 627 Versäume nie, dich mit seinem bin in seinen tod getauft. selbst Dies ist des christen stete pflicht. 8. Ich bin ein christ nach Erforsche deines herzens tiefen dem bekenntniß, Doch bin ich Und traue diesem Herzen nicht; das auch in der that? Döffne Sei wachsam, weil nur allzudu mir mein verständniß, Recht leicht Die lust zum bösen es einzusehn, ob ich den pfad, Den beschleicht. Jesus mir gezeigt, auch geh' Und fest in meinem glauben steh'. 2. Du sprichst: ich hasse falsche tücke, Zorn, hoffahrt, eitelkeit und geiz; Besiegst du auch mit 9. Du kennest unsers herzens gleichem glücke Die mißgunst tiefen, Die noch mir selbst ver- und der wollust reiz? Wer borgen sind, Drum laß mich oft nicht die laster alle dämpft, und ernstlich prüfen, Wie ich, hat noch nicht, wie er soll, mein Gott, vor dir gesinnt; Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den flügsten täuschen kann. gekämpft. 3. Oft ruhen manche heft'ge triebe Aus mangel der gelegenheit, Dann schmeichelt dir die Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 485 eigenliebe, Du sei'st von ihrer 3. Die um deiner liebe willen wuth befreit, Da sie vielleicht Wandeln, wie dein wort gesich schlau bemühn, Dich sich'- beut, Diese, diese nur erfüllen rer in ihr net zu ziehn. Das gesetz der frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, Auch die quelle siehst du an. Deine liebe soll uns dringen, Gute werke zu vollbringen. 4. Bald überrascht mit stolzen freuden Uns ein verblendend, schimmernd glück; Bald stürzet uns in gram und leiden Ein unerwartet mißgeschick; Bald ist es lust, bald traurigkeit, Die auf der welt den geist zerstreut. 4. Wie ein leichter nebel schwinden Meine tugenden vor dir; Ach, noch trennen lieblingssünden Dich, o heiligster, 5. Wie schwer ist's nicht, von mir; Deine liebe trieb mich dem fall entgehen In der ver- nicht Zur erfüllung meiner führungsvollen welt! O wer pflicht; Ohne je an dich zu sich dünket fest zu stehen, Der denken, Ließ ich mich von selbſtfehe zu, daß er nicht fällt; Der sucht lenken. beste vorsatz ist doch schwach, Und die versuchung tausendfach. 6. Wie selig werden wir einst leben, Wenn, von des törpers fesseln frei, Wir dorten, Herr, dein lob erheben, Unwandelbar der tugend treu, Wenn deine große herrlichkeit ohne ziel und maß erfreut. Uns Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. 628. Gott, ott, ich will mich ernstlich prüfen, Ob ich redlich bin vor dir Du fennst meines herzens tiefen, Ach, entdecke sie auch mir, Laß mich sehen, ob ich treu Dir in meinem wandel sei, Ob ich recht zu thun mich übe, Weil ich dich von herzen liebe. 2. Eitelkeit und eigenliebe Sind die gözen dieser welt, Aber nie sind sie die triebe, Deren wirkung dir gefällt. Wer das gute, das er übt, Nicht mit reiner seele liebt, Richter, dem giebst du die frone Der gerechten nicht zum lohne. rechte, Daß mir diese folgsam5. Ich gehorchte deinem feit Huld und gunst bei mender frömmigkeit. Wenn ihr beischen brächte Und den ruhm mir dies Lob! Dies allein ließ fall mich erhob, O wie süß war ich mich treiben, Meiner tugend treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen, Dir, mein Gott, nicht dankbar sein, Deine liebe nicht ermessen, Mich nicht deines beifalls freu'n! Meinen lohn hab' ich dahin; Eitler ruhm ward mein gewinn; Und zu dir konnt' ich mich schwingen Und ein ewig lob erringen. 7. Gott, der du in deinem sohne Reich bist an barmherzigkeit, Gott, mein bater, ach, verschone Meiner falschen frömmigkeit. Ich bekenne meine schuld, Ach, bedecke sie mit huld, Laß mich deine liebe rühren Und mein ganzes herz regieren. 486 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 8. Gieb, daß alle meine werke| dein eigenthum, Dies sei mir Früchte deiner liebe sind; Sie er- der höchste ruhm. Was ist mir fülle mich mit stärke, Mache mich das lob der erde, Wenn ich dir gleich gesinnt. Ich bin, Gott, seiner würdig werde?( 100) b. Von der erlaubten und unerlaubten Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. doch einst auf immer, Was wille ist's, uns Was 629. Dein Gott!" Sch hilft uns eitle pracht? Nicht soll mich selber lieben; O laß ein vergänglich gut Ist's, was mich diese pflicht Nach deiner uns glücklich macht. vorschrift üben Und schränke 6. Ein Gott ergebnes herz, selbst den trieb, Froh und be- Ein unverletzt gewissen, Nur das glückt zu sein, Den du mir kann uns allein Des lebens eingepflanzt, In heil'ge gren- last versüßen, Das bleibt uns zen ein. auch im tod Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 7. O selig, wer darnach Mit heil'gem eifer trachtet und für sein größtes wohl, Gott, deine gnade achtet! Der nur, der liebt sich recht, Der find't schon in der zeit Die wahre ruh' und einst Vollkomm'ne seligkeit. 8. Das sei mein zweck, mein fleiß; O segne mein bemühen! So wird das wahre wohl Nicht meinem wunsch entfliehen; Bewahre mich dabei, Herr, vor dem lauf der welt, Daß ich mich liebe so, Wie dir es wohlgefällt. 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe, Und daß in allem ich Dein auge findlich scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was wider deine furcht Und menschenliebe ist. 3. Kein schnöder eigennuß Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Sch weg' und mittel wähle, So laß mich stets dabei Auf recht und wahrheit schau'n, Auch nie mein wohlergehn Auf andrer elend bau'n. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, der es fucht, Gott, deine wege meidet. Wer un- Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. recht liebt und ſucht, Erbt dei- 630. Gott, daß man fich nen himmel nicht: treffe selber liebe, mich, o Gott, Dies schreckliche dir nicht zuwider sein, Denr gericht! 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer; Die welt mit ihrer Lust Bergeht eigen wohlsein hin. Niemand, du pflanztest diese triebe Der natur des menschen ein. Jeder lenket herz und sinn Auf sein Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 487 en der erdkreis fasset, Hat zierde, Meine lust und freude fein eigen fleisch gehaffet. sein. Ruhmsucht ist ja dir ver2. Wenn nur dies den vor- haßt Und den menschen eine theil brächte, Daß man recht last. Nur verbleibe mir die ehre, sein wahres wohl Und die selig- Daß ich dir, Herr, angehöre. teit bedächte, Die uns glücklich machen soll! Wer sich seinem Gott ergiebt, Neben sich den nächsten liebt Und der seele hohen adel Kennet, liebt sich ohne tadel. 6. Wer nur geiz und wollust heget, Liebt sich selbst zu seiner schmach; Wer nach Gott verlangen träget, Dem geht Gottes liebe nach. Welt und wollust macht nicht satt; Wer nicht Gottes gnade hat, nicht den heiland liebt von herzen, Wird sein eigen heil verscherzent. 3. Aber weil der mensch gefallen, Und die fünd' auf uns geerbt, Ist der menschen herz bei allen Auch in diesem stück 7. Mache denn, mein Gott, verderbt, Daß es unter falschem in gnaden Meine eigenliebe schein Will sein eigner abgott sein, Will sich nicht zum höchsten kehren, Will sich über alles ehren. rein; Laß mich nicht zu meinem schaden In mich selbst verliebet sein; Sei du einzig meine lust Und gewöhn' auch meine brust, Nach des nächsten wohl zu trachten Und ihn als mich selbſt 4. Mein Gott, diesen schnöden gözzen Will mein fleisch auch mit gewalt Ueber dich zu achten. und menschen setzen: Dämpfe doch dies übel bald, Kämpfe mit mir wider mich; Ich verlasse mich auf dich, Wenn mich jatan mit den stricken Eigner liebe will berücken. 8. Nun, ich will vor allen dingen Mich mit ganzem ernst bemühn, Deinen willen zu vollbringen, Was dir mißfällt, stets zu fliehn, Dann dem nächsten beizustehn, Auf ihn, als auf 5. Statt der eiteln ehr- mich, zu sehn: Diese liebe will begierde Flöße mir die demuth ich üben, Dich, mich und den ein. Du sollst meine ehr' und bruder lieben. c. Von der Sorge für die Seele. 631. Schöpfer, der du kein königreich, Dieſer theuern selbst leben perle Und ein großes gnadenpfand, 2. Gieb, daß ich begreifen Meine seele, mir gegeben, könne, Wie der mensch unglückUnd bestimmt für's bess're lich sei, Der die ganze welt land, Laß mich ihren werth gewönne Und ein spätes ziel betrachten Und sie mehr als dabei, Aber, wenn sein ende fronen achten, Weil kein schatz, käme, Schaden an der seele 488 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. nähme, Oder müßte dort mit 8. Laß mich nicht gesellschaft pein Ewig in der flamme sein. suchen, Die sich zu den spöt3. Einst in edens pracht- tern schreibt, Und durchaus die gefilde War der mensch sehr lust verfluchen, Welche deinen Hochbeglückt; Mit dem glanz geist vertreibt; Gieb mir, Herr, von deinem bilde War sein es ist dein wille, Eine dir ge= geist so wohl geschmückt, Da lass'ne stille Und gewöhne mich er lauter unschuld spürte Und dabei, Daß mein tichten heilig der gottheit bildniß führte, Daß sei. dein herz in solchem stand Lust an seiner schönheit fand. 9. Gieb doch, daß ich alle morgen Und bei jedem glocken4. Aber ach, betrübtes fallen, schlag, Höchster, dir zu treuen Ach, betrübte missethat, Die so sorgen, Meinen geist ergeben plößlich mir und allen Diesen mag, Und wenn ich mit andacht schmuck geraubet hat! Ja, der bete, Kindlich vor dein antlig mensch, den du erforen, Wird trete, O so nimm dich, Jesu, so sündlich nun geboren, Daß dann Herzlich meiner seele an. er nur von jugend an Zorn und tod verdienen kann. 10. Hilf mir, wenn die augen brechen, Und das meer der angst so tief, Dir im glauben nachzusprechen, Was dein mund am freuze rief: ,, Vater, ich befehl' am ende Meinen geist in deine hände; Nimm ihn nach vollbrachtem lauf Selbst, Herr Jesu, gnädig auf." 5. Doch, was meine schuld zernichtet Durch verdammten unbedacht, Das hat Jesus aufgerichtet Und von neuem wiederbracht: Wenn ich mich an den ergebe, Ihm im wahren glauben lebe, So trag' ich schon in der zeit Gottes bild und ähnlichkeit. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 6. Schreibe selbſt mir in 632. Was willst du, stoladamskind, Doch noch in hoffahrt prangen? Du bist ja elend, arm und blind, In sünden schon empfangen. Gefündigt hast du auf der welt, Die fünde dich gefangen hält, Als sünder mußt du sterben. diese wunderthat, Daß ich nimmermehr verscherze, Was dir blut gekostet hat; Laß dein bild an mir auf erden Täglich noch verklärter werden, Bis ich mehr des eiteln frei, Und die welt mir bitter sei. 7. Will mein auge sich ver- 2. Was zierest du den leib, gaffen, Laß mich denken: sollt' das haus, Das schon zum fall ich nun, Wider den, der mich sich senket! Mit dem schmückst erschaffen, Ein so großes übel du ihn köstlich aus, Was thun, Mich mit fünde zu be- pracht und wollust schenket. flecken und mich dann vor Weißt du denn nicht, nach Gott verstecken? Nein, ach kurzer frist Muß er in's grab, nein, so lebt gewiß Nur ein sein urtheil ist: Zur erden soll find der finsterniß! er werden. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 489 3. Die edle seele, schmücke er, der heiland aller welt, Für die, mensch, mit glaubens- sie am freuz bezahlte. werfen, Mit himmelslehren speise sie, Dadurch sie sich kann stärken; Sie ist es, die da, frei 9. Dent' an dies opfer allezeit, So lang' du lebst auf erden, und laß der seelen seligkeit Sa vom tod, Im himmel leben soll nicht verscherzet werden: Sie vor Gott Und allen heil'gen war in sünden so versenkt, engeln. Daß gar nichts ihr befreiung schenkt, Als Christi blut und sterben. 4. Du wartest deines fleisches wohl; Die seele muß verschmachten. Ist's recht, daß man des leibes soll Mehr, als 10. Durch satans list und gleißnerei Ist Adam schon geder seele achten? Dem geist fallen; Doch wir sind von der das regiment gehört; Bei dir schuld nicht frei, Gefündigt ist ist solches umgekehrt, Es herr von allen: Deswegen mußte schen die begierden. Gottes sohn So große marter, spott und hohn, Den tod am kreuz erdulden. 5. Schau, wie der schöpfer aller welt, Gott selbst, die seele schäßet, Die er für seine woh- 11. Darum, o mensch! vernung hält Und hoch zu ehren achte nicht Sein bittres, schwesebet, Für wen hat er den res leiden.seele! merke ein'gen sohn, Sein' höchste deine pflicht, Du mußt das zierde, freud' und kron', In böse meiden. Schau an, wie freuzespein gegeben? er so treulich hat Für alle deine missethat Gebüßet und bezahlet. 12. Ich danke dir, so viel ich kann. Herr, nimm dich doch in gnaden Noch ferner meiner seele an Und wehre ihrem schaden; Ermuntre mich, daß jederzeit Ich schaff' der seelen 7. Ach, nicht dem himmel, seligkeit Mit sorgen, furcht und nicht der erd' Ist dies zu gut zittern. ( 63) ergangen; Des menschen seele, die so werth, Hat diese gnad' Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. 6. Sft sie so theuer nun vor Gott, Ist sie so hoch geachtet; Ist's möglich, daß sie, ihm zum spott, Von dir selbst wird verachtet? Gedenke, daß des höchsten sohn Gekommen von des himmels thron, Die seele zu erretten. empfangen; Sie ist das hohe 633. Schaffet doch, ihr gut, seines sohnes blut Nicht konnt' erlöset werden. Schaffet eure seligkeit, Bauct nicht, wie freche sünder, Nur 8. Aus großer liebe ließ er auf diese furze zeit, Sondern sich um ihretwillen tödten; schauet über euch, Ringet nach Sein eifer riß sie mächtiglich dem himmelreich Und bemühet Aus allen ihren nöthen; Sein euch auf erden, Wie ihr möget blut war dieses Lösegeld, Das selig werden. 490 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 7. Uebt euch, furcht vor Gott zu tragen, Denn er kann mit leib und geist Euch zur Er ist, 2. Dies kann nimmermehr| geschehen, Wollt ihr nur nach fleisch und blut Und nach dessen neigung gehen; Nein, was Je- hölle niederschlagen; sus will und thut, Das muß der auch gnad' erweist Und dem, einzig und allein Eures lebens der sich zu ihm lenkt, Wollen richtschnur sein, Es mag fleisch und vollbringen schenkt: O, so und blut in allen Uebel oder laßt uns zu ihm gehen, Ihn wohl gefallen. um gnade anzuflehen. 3. Billig müßt ihr wol er- 8. Dann begebet eure glieder kennen, Daß in euch noch Nicht zur ungerechtigkeit, Kämsünde steckt, Daß ihr fleisch pfet stets mit ernst dawider, vom fleisch zu nennen, Daß euch Jaget nach der heiligkeit, Schont lauter elend deckt, Und daß der liebsten neigung nicht, lebt Gottes gnadenkraft Nur allein euch in der schwersten pflicht das gute schafft, Ja, daß ohne Und denkt oft an Christi worte: seine gnade In euch bleibt der Dringet durch die enge pforte! seelen schade. 4. Selig, wer im glauben tämpfet, Selig, wer im kampf besteht Und die fünde in sich dämpfet, Selig, wer die welt verschmäht! Unter Christi freuzes schmach Jaget man dem frieden nach. Will ein christ den himmel erben, Muß er hier imt Christo sterben. 9. Ich will zittern vor der sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen beistand finde, In der gnade zu bestehn. Ach, mein heiland, geh' doch nicht mit mir armen in's gericht, Laß mich deinen geist regieren, Meinen vorsatz zu vollführen. 10. Amen, es geschehe, amen! 5. Werdet ihr nicht treulich Gott, versiegle dies in mir, ringen, Habt ihr einen trägen Daß ich so in Jesu namen sinn, Wollt ihr nicht euch selbst meinen glaubenskampf vollbezwingen, So fällt eure hoff- führ'. Jesus gebe fraft und mung hin; Ohne tapfern streit stärk, Er beförd're selbst das und krieg Folget niemals wahrer werk, Daß ich wache, bete, sieg; Wahren siegern wird die ringe Und also zum himmel krone Nur allein zum gnaden- dringe. lohne. ( 55) 6. Sündenfreuden sich zu Mel. Schöpfer, der du selbst das machen, hat bei christen niemals reden, leben. thun und lachen Schwächt den 634. Schaffet, daß ihr selig werdet, geist und macht ihn matt. Auf Shr, die ihr wollt selig sein, der schmalen himmelsbahn Geht Und euch christlich g'nug gees nun und nimmer an, Mit berdet, Aber, leider! nur zum verweg'nem, rohem herzen Sicher schein, Denket, daß der Herr leben, sicher scherzen. einst komme, Um zu richten bös' Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 491 und fromme: Darum schafft weg zum Leben nicht, Den uns, nur dies allein, Daß ihr möget selig sein. o Gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 2. Schaffet doch mit furcht 3. Du rufft uns hier zur und zittern, ihr fünder! es heiligung, Drum laß auch hier ist noth, Daß ihr jenen unge auf erden Des geistes wahre wittern, Die der jüngste tag besserung Mein Hauptgeschäfte euch droht, Mit erfreuter seel werden; Herr, stärke mir dazu entgehet, Nicht zur linken Jesu den trieb! Nichts sei so groß, stehet, Sondern, frei von höl- nichts mir so lieb, Das ich lenpein, Möget ewig selig sein. ihm nicht aufopfre. 3. Schaffet, daß ihr selig 4. Gewönn' ich auch die werdet, Traut nicht eurem fleisch und blut, Das sich hei- freuden Und sollte das, was ganze welt mit allen ihren lig zwar geberdet, Und doch dir gefällt, Gott, darüber haßt das wahre gut, Flieht meiden, Was hülfe mir's? kann das falsche christenleben, Bleibet auch die welt Mit allem, was Christo stets ergeben, Ihm zu fie in sich hält, Mir deine gnad' folgen, seid bereit, Dann sagt, ersetzen? daß ihr selig seid. 4. Jesu, du hast durch dein leiden Weggenommen unsre schuld; Laß uns nichts, nichts von dir scheiden, Habe du mit uns geduld. Wir sind stets zwar voller sünden, Aber laß uns gnade finden; Deine lieb o Herr, allein Schaffe, daß wir selig sei'n. ( 114) 5. Was führt mich zur zufriedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit Auch selbst im tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur Gottes gnade und der blick Auf jenes lebens freuden: 6. Nach diesem kleinod, Herr, laß mich Vor allen dingen Mel. Aus tiefer noth schrei' ich trachten Und, was mir daran zu dir.. hinderlich, Mit edelm muth 635. Nach meiner feele verachten; Daß ich auf deinen seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die furze gnadenzeit In sicherheit verbringen? Wie würd' wegen geh' Und im gericht dereinst besteh', Sei meine größte sorge! 7. Doch, was vermag ich, ich einst vor dir bestehn? Wer wenn du nicht Vor trägheit in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. mich beschüßest Und mich zur treu' in dieser pflicht Mit kräf2. Erst an dem schluß der ten unterstüßest? O stärke mich, lebensbahn Auf seine sünden mein Gott, dazu, So find' ich sehen Und, wenn man nicht hier schon wahre ruh' Und dort mehr fünd'gen kann, Gott um das ew'ge leben. erbarmung flehen: Das ist der ( 32) 492 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. Mel. Gott vater, sende deinen geist.| zu wählen: Das sei mein fleiß 636. Herr, err, meiner seele und höchster zweck; Laß mich großen werth, dazu den rechten weg Aus Den mir dein theures wort leichtsinn nie verfehlen. erklärt, Laß mich mit ernst bedenken Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, Drum schaffe selbst, o Gott, in mir Ein herz, das sünden hasset, Das seine schuld deiner gütigkeit Durch Christum hoffnung faffet. 2. Wie hochgeachtet ist sie vor dir bereut, Und das zu dir! Und welch ein glück bestimmst du ihr, Was ist an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein bild zu sein, Und hast, vom fluch sie zu befrei'n, Selbst deinen sohn gesendet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; So lang' ich hier im fleisch noch leb', Laß mich im glauben leben An dich, sohn Gottes, der du mich So hoch geliebet hast, und dich Für 3. Zu groß für diese furze zeit, Beſtimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf mich dahin gegeben. erden, Durch glauben und gottseligkeit zu größerer vollkommenheit Im himmel reif zu werden. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, geſtärkt durch deine kraft, Nach jenem kleinod trachten, Das mir dein ruf vor augen stellt, Und alle leiden dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier wird dann mein herz sich freu'n, In dir, Gott, ruhig leben, und du 5. Mit dir, o Gott, vereint wirst nach vollbrachter zeit Auch zu sein, Mich ewig deiner huld mich gewiß zur herrlichkeit In zu freu'n Und dich zum trost deinem reich erheben.( 32) 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des Lebens furze müh' Zu diesem ziele führen; laß mich nicht durch eig'ne schuld Das heil, das deine vaterhuld Ihr zugedacht, verlieren! d. Von der Sorge für Leib und Leben und den äußerlichen Wohlstand. Mel. Nun ruhen alle wälder.| himmel reif zu werden, Wor637. W fich leben, das ruht. as ist mein zeit- auf mein wahres wohl bedu mir, Gott, gegeben? Ein 2. Hier wird die saat geunschäßbares gut. Du gabst streuet, Dort erntet man ermir's, hier auf erden Zum freuet Der tugend früchte ein. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 493 Je länger ich hier wandle, Vor| 2. Sollt' ich mit vorsatz das dir rechtschaffen handle, Je verleßen, Was zur erhaltung schöner wird mein erbe sein. mir vertraut? Sollt' ich das werk geringe schäßen, Daß du als schöpfer selbst gebaut? Weß ist mein leib? er ist ja dein, Sollt' ich denn sein zerstörer sein? 3. Das will ich mir nicht rauben, Nein, es soll mir im glauben Der fünft'gen erntezeit Mein leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir, Herr, dein wort gebeut. 4. Mein leben zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Nein, dankbar im gemüthe Für Gottes große güte, Versäum' ich meine pflichten nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, Was nach verlor'ner mühe Mir gar mein leben nimmt; Doch will ich auch nicht zagen, Ich will es muthig wagen, Wenn mich dein wort dazu bestimmt. 6. Was nüßt ein langes leben Dem, der nicht Gott ergeben Nach wahrer tugend strebt? Wer Gott und menschen liebet Und sich im glauben übet, Nur der hat lang' und wohl gelebt. 7. In deine vaterhände Befehl' ich, Herr, mein ende Und meiner tage lauf; Es sei mein ganzes leben Dir, Herr, zum dienst ergeben, Dann nimm, Herr, meine seele auf.( 32) 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die uns dazu nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein, Wie sollte sie es mir denn sein! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 4. Gesunde glieder, muntre kräfte, O Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn frankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heit'rer muth? 5. So laß mich denn mit sorgfalt meiden, Was meines förpers wohlsein stört, Daß nicht, wenn meine fräfte leiden, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh', Du zogst dir selbst dein übel zu. 6. Laß jeden sinn und alle glieder, Mich, zu bewahren, achtsam sein. Drückt mich die last der frankheit nieder, So flöße selbst geduld mir ein; Gewähr' auch dann mir guten muth Und segne, was der arzt dann thut. 638.D und ihn nähren, es Leibes warten 7. Doch gieb, daß ich nicht Das ist, o schöpfer! meine übertreibe, Was auf des leibes pflicht; Muthwillig seinen bau pflege zielt, Nein, stets in jenen versehren, Verbietet mir dein schranken bleibe, Die dein gesetz unterricht. O, stehe mir mit mir anbefiehlt; Des förpers weisheit bei, Daß diese pflicht wohl laß nie allein Den endmir heilig sei! zweck meiner sorge sein. 494 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 8. Der jeele wohl sei auf Leibes hütte bricht: Dazu, der erde Stets meiner sorgen Herr, segne meinen fleiß, So erste pflicht, Daß sie zum him- leb' ich hier zu deinem preis. mel tüchtig werde, Eh' dieses ( 32) e. Von dem rechten Gebrauche des Leibes und seiner Gliedmaßen. 639. Mel. Es wolle uns Gott gnädig sein.| Daß ich mich hüte für und für, er du verstand Die unschuld zu verstricken, Laß und tugend sie den schmuck der sittsamkeit schenkst, Gott, vater meines Weit über alles schäßen; Was lebens, Wo du nicht thun reiner engel aug' erfreut, Das und lassen lenkst, So leb' ich sei auch ihr ergößen, Was du hier vergebens; Denn, wen liebst, ihr bestreben. Dein geist nicht neu gebiert, 5. Behüte mich vor schwelDer bleibt der fünd' ergeben, gerei, Die leicht das Herz beUnd wen die sünde noch regiert, Der ist zum rechten leben Noch nicht hindurch gedrungen. schweret, Vor trunkenheit, die ohne scheu Schandthaten üben lehret. Die lust, die blos den leib ergößt, Verderbt auch fromme herzen, Und, was die welt für freude schäßt, Bringt nachreu', elend, schmerzen Und stürzt zuletzt zur hölle. 6. Hilf, daß mein geist nichts lieber's hört, Nichts lieber's spricht und denket, Als was den glauben stärkt und nährt Und luft zum guten schenket, Was mich zu jenem leben bringt, Wo man bei dir stets lebet, Dein lob mit allen engeln singt, Den 3. Bewahre, Gott, mein ohr, daß ich nicht gern die spötter höre, Damit in meinem glauben heiland sieht, erhebet Und ihm mich Rein frecher thor bethöre, sich ähnlich schauet. Hilf, daß kein freund der lästersucht mir ohr und herz vergifte, 2. Drum, vater, neig' dich väterlich zu deinem schwachen finde, Gieb mir ein frommes herz, daß ich mich scheu' vor jeder fünde, Bewahre meinen mund, daß mir ein schlüpfrig wort entfalle, Vielmehr von meinen lippen dir Manch' freudig lob erschalle, Den nächsten zu erbauen. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. wie er Durch mich dann zwietracht 640. hat dein rath Se err, zunge stifte, Nie mich zur schmähsucht reize. Aus gnade mir gegeben, Gieb, 4. Die augen, Gott, bewahre daß mein herz wohl acht drauf mir Vor unverschämten blicken, hat, Sie bringet tod und leben; Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 495 Denn ach, sie flucht, sie lobet dich;| unnütz geschwäße dich Aus Drum gieb mir, vater, gnädiglich, meinem Herzen treibe. Daß ich sie recht gebrauche. 5. Was züchtig, keusch und 2. Bewahre mir doch zung' ehrbar ist, Sammt allem, was und mund, Daß sie dich nicht wohl flinget, Das redet billig betrüben, Nichts reden, als was mir dein bund zu reden vorgeschrieben. Gieb, daß mein mund die wahrheit spricht, Und also mein gewissen nicht Ge- worte schaden. fahr und schiffbruch leide. jeder christ, Dieweil es mußzen bringet; Und damit kann man wohl bestehn, Wenn lästerer mit schrecken sehn, Was böse 3. Laß es mit flugheit, ohn' verdruß, Mit vorbedacht geschehen, So oft ich reden soll und muß; Gieb, daß nur beten, flehen, Und was dem nächsten dient und nützt, Was deine ehre mehrt und schüßt, Aus meinem munde gehe. 6. Zähm' meinen mund, daß er nicht flucht, Vielmehr nur deine ehre Und andrer menschen bess'rung sucht, Daß ich mich nicht bethöre; Denn flucher bringet fluch und noth, Und wenn nicht buße folgt, den tod, Davor bewahr' mich gnädig. 7. Laß lügen ferne von mir sein! Der teufel ist ihr vater; Denn dieser bläset selbst sie ein, Und ist der lügen rather. Die wahrheit bringet lob und ruhm Und ziert das ganze christenthum, Drum laß mich darnach streben. 4. Schandbare worte, narrentand Laß nimmer mir belieben: Dies schändet meinen christenstand Und muß dich, Gott, betrüben; O heil'ger geist, drum leite mich, Daß kein f. Vom rechten Gebrauch der zeitlichen Güter. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. gabst du mir Mein zeitliches vermögen, Du gabst es mir 641. err, laß mich zum wahren wohl: Drum Herr doch gewissen- gieb, Herr, daß ich's, wie haft Mein zeitlich gut ver- ich soll, Nach deiner vorschrift walten; Gieb selbst mir weis- brauche. heit, gieb mir fraft, So damit 3. Was ist das mir geschenkte haus zu halten, Wie es mir gut? Vergänglich und von nützt und dir gefällt, Damit ich nicht in jener welt An ew'gen gütern darbe. erde. Hilf, daß ich nie aus übermuth Dadurch verblendet werde. Nie reiße irdischer gewinn Mein herz zu üppigkeiten hin, Die höh're sorgen 2. Mein hab' und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht mir zum fallstrick hindern. 496 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 4. Was hülfe mir die ganze| An tugend reich zu werden, Und welt Mit allen ihren schätzen, in dem glauben, daß er lebt, Verführte mich mein gut und Sich über diese welt erhebt! geld, Das hinten an zu setzen, Was meiner seele heil begehrt Und mir ein ewig glück ge währt? Wie strafbar würd' ich handeln! 2. Gott, du verwehrst es uns zwar nicht, Hier güter zu besitzen; Du gabst sie uns, doch auch die pflicht, Mit weisheit sie zu müßen; Sie sollen 5. Mein größtes trachten sei unser herz erfreu'n Und unsers allhier Nach deines geistes ga- fleißes antrieb sein. ben. Wie reich bin ich, o 3. Doch nach den gütern Gott, in dir, Kann ich nur dieser zeit Mit ganzer seele diese haben! Hab' ich nur, Höch- schmachten, Nicht erst nach der ster, deine huld, Bin ich voll gerechtigkeit und deinem reiche glauben und geduld, Was fehlt trachten: Das ist, o Herr, dann meiner seele? nicht der beruf, Dazu uns deine liebe schuf. 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe Und machet, der vernunft zum spott, Ein todtes gold zu unferm Gott. 6. Den geiz laß ferne von mir sein, Die wurzel alles bösen. Von unruh' und gewis senspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts Und nichts am tage des gerichts, Da schüßt er feinen fünder. 7. Laß mich in weiser spar- 5. Der geiz, so viel er an samkeit Die güter nie ver- sich reißt, Läßt uns fein gut schwenden, Die du mir gabst genießen; Er quält durch habin dieser zeit, Sie nüßlich an- sucht unsern geist Und tödtet zuwenden. Gieb mir die klug- das gewissen; Er reißt durch heit, daß ich hier Dadurch schmeichelnden gewinn Uns blind dem nächsten so wie mir Des zu jedem frevel hin. lebens müh' erleicht're. 6. Er lehrt bei kleinem vortheil schon Uns, falsche eide sprechen Und treuer arbeit ihren lohn Unmenschlich abzubrechen; Er achtet nicht der wittwen flehn Und läßt die waisen trostlos gehn. 7. Nie tann ein herz, vom geize hart, Des wohlthuns freuden schmecken Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf' entdecken, Und wo ist liebt, Als schätze dieser erden! eines standes pflicht, Die nicht Wohl dem, der sich mit eifer übt, der geiz entehrt und bricht? dem, der beff're schäße 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken Und mein gemüth gewissenhaft Zur heil'gen sorgfalt lenken, Also die güter dieser zeit Zu nüßen, daß ich einst erfreut Noch segen davon ernte.( 62) Mel. Herr, deine allmacht reicht so weit. 642. W ohl Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 497 8. Du bist ein vater, und hat beschert, Drum sei du auch aus geiz Entziehst du dich den allein geehrt Dafür durch's findern Und läsfest dich des ganze leben. goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hindern Und glaubst, du habst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches amt, Und du wirst dich erfrechen, Der sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen, Und selbst der tugend größter feind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit 4. Was hülf's, hätt' ich die ganze welt Mit allen ihren schätzen, Mit allem reichthum, gut und geld, Und müßte drüber setzen Die arme seel' in noth frei zu lehren; Du schweigst, und tod? O, lieber hab' ich wenn pflicht dich reden heißt, Ehrst, was du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler und die peſt der welt. trocknes brod Und dort der freuden fülle. 5. Ach, mache mich recht reich in dir Mit deines geistes gaben, Vermehre dieses stets 11. Erhalte mich, o Gott, in mir; Laß mich nur immer dabei, Daß ich mir g'nügen haben Viel glauben, hoffnung, laffe, Geiz ewig, als abgötterei, lieb', geduld, Sammt deiner Von mir entfern' und hasse. Ein weises herz und froher muth Sei meines Lebens größtes gut. ( 49) theuren vaterhuld: Das sei mein bester reichthum. Mel. Schau', liebster Gott, wie meine feind'. 643. ott, der du über alles reich, Dein 6. Spricht mich der arme flehend an, So gieb, daß ich ihm diene, Wie und womit ich immer fann, Ob's fleisch und blut gleich schiene Ganz widerlich, du hast es mir Gegeben, sind die hab' und güter; Die darum geb' ich's dir In deinen giebest du nicht allen gleich, gliedern wieder. Du frommer menschenhüter. Du bist ein herr der ganzen welt, Du theilest aus, wie dir's gefällt. Wohl dem, der sich läßt g'nügen. 3. Ach, wende von mir stolzen muth, Daß ich nicht sicher werde Durch das mir zugetheilte gut; Es ist doch nichts als erde. Drum soll auch dieser eitle schatz In meinem herzen keinen platz Zum schnöden mißbrauch finden. 7. Den geiz laß ferne von mir sein, Die wurzel alles bösen, Er bringet lauter angst und pein. Geld kann doch nicht erlösen Von sünden und aus seelennoth, Und wenn dann endlich kommt der tod, Bleibt alles doch zurücke. 2. Weil ich nun auch von deiner hand Viel gut's erlanget habe, So gieb, daß es auch werd' erkannt Als deine freie 8. So laß mich denn mit gabe. Du bist es, der's mir fluger hand Von deinem milden 32 498 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. fegen, Den du mir, vater, zu jener welt, Wenn aller reichgewandt, Den grund zum him- thum hier zerfällt, Den wahmel legen; Dann finde ich in ren reichthum wieder. g. Von der Keuschheit und Mäßigkeit. gemacht, Weil dein sohn sein blut so milde, Sie zu retten, 644. Heil'ger Gott, der dargebracht. Bater, dir that' ich du begehrest, zu Daß man keusch und züchtig ich ja, Wenn ich unkeusch leben sei Und mit hohem ernst ver- wollte Und dein bild so schänwehrest Böse luft und hurerei, den sollte. Höre mich durch Jesum Christ, Der ein freund der reinen ist, Der mich dir zum find' erwählet, Heilig sich mit mir vermählet. 2. Gieb, daß ich ihm treu verbleibe Innerlich und äußerlich, Sein an seele, sein am leibe. Deine hülfe stärke mich, Daß ich gänzlich möge rein, 7. Gott, dich kann dort nieEin gefäß der ehren sein, Feind mand sehen, Als das hellste, den schnöden sündenlüften, Die reine licht; Niemand kann dort mir seel' und leib verwüsten. 3. Deine furcht in meinem vor dir stehen, Dem ein reines Herzen und dein heiliges gebot der helle schein Deines angeherz gebricht: Soll mich nun Warne mich vor schand' und schmerzen, Die die kurze freude lichts erfreu'n, So sei das mir stets zur undroht; Deine fromme liebe führ stets zuwider, Was zur unsie nicht am eiteln klebe, Nicht betrübet Durch ein einzig sündMeine seele hin zu dir, Daß zucht reizt die glieder. 8. Gottes geist wird hoch der wollust sich ergebe. 4. Laß mich deiner huld ge- lich wort, Und wer böse luſt nießen, Lust an deiner gnade verübet, Treibet ihn unfehlbar fehn, Reinige selbst mein ge- fort. Böse lust häuft gram auf wissen: Herr, dies ist mein gram, Im gewissen schand' und findlich flehn, Tilge alle böse scham, Krankheit, schmach und lust, Daß die glut in meiner hohn und schmerzen, Bitt're brust Nur für deine liebe lodre, reue in dem herzen. Keine andre nahrung fodre. 9. Für den himmel ist die 5. Meine seel' ist deinem seele, Die die unzucht liebet, bilde, Schöpfer, wieder gleich nicht, Nein, verworfen zu der Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. 6. Christus selbst wohnt durch den glauben In dem herzen, und sein geist Lässet sich mein herz nicht rauben, Das er seinen tempel heißt: Drum, Herr, gieb mir fraft und stärk und vollführ' dein gnadenwerk, Daß mit frommem, reinem geiſte Sch dir stets gehorsam leiſte. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 499 Hölle Fern von Gottes ange- tage, Sie raubt dem körper ficht. Sollt' ich denn in mei seine fraft, Und armuth, feuner brust Doch noch hegen böse lust? Sollt' ich mein gewissen fränken Und mein Herz dem satan schenken? chen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie liebt Und sich in ihre fesseln giebt. 10. Starter Gott der großen schaaren, Gieb mir deines geistes fraft, Laß mir hülfe wider fahren, Daß die lust werd' weggeschafft. Vater, theurer vater, ach, Stärke mich, denn ich bin schwach, Alles laß in mir ersterben, Was nicht kann dein reich ererben. 3. Sie raubt dem herzen muth und stärke, Schwächt den verstand, der seele licht; Sie raubt den eifer edler werke Und ernst und lust zu jeder pflicht; Sie führt reu' und gewissensschmerz In das ihr übergeb'ne herz. 4. Der mensch sinkt unter 11. Laß, mein Gott, mich ihrer bürde Zur niedrigkeit des nicht nur lieben Neußerliche thiers herab; Er schändet und reinigkeit, Sondern auch mit entehrt die würde, Die ihm reinen trieben Sei mein herz sein weiser schöpfer gab, Vernur dir geweiht; Denn du gißt den zweck, dazu er lebt, willst ja nicht allein, Daß der Weil er nach fleisches lüften leib sich halte rein, Auch der geist soll dahin streben, Ünbefleckt vor dir zu leben. strebt. 12. Kreuzige des fleisches lüste, Dämpfe böse lust in mir. O mein heiland, Jesu Christe! Alle fraft nehm' ich von dir. Führ' mich oft auf deine noth, Auf dein zittern, blut und tod, Kampf und angst und schmach und leiden, Dann werd' ich die lüfte meiden. ( 37) 5. So schimpflich sind der wollust bande; Schon vor der welt sind sie ein spott; Sie sind vor dem gewissen schande Und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre knechtschaft giebt, Wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, Der deinen tempel hier verdirbt; Dein himmelreich wird niemand erben, In dem Mel. Wer nur den lieben Gott die böse lust nicht stirbt; Drum läßt walten. laß mich ihre reizung fliehn 645. Der wollust reiz Und keuſch zu ſein, mich ſtets bemühn. Laß, höchster, meine weisheit sein! Sie ist ein gift für unser leben, und ihre freuden werden pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: O schaff' ein reines herz in mir. 2. Die wollust fürzet unfre 7. Gieb, daß ich allen bösen lüsten Mit muth und nachdruck widersteh' Und, stets dawider mich zu rüsten, Auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'. Wer dich, o Gott, vor augen hat, Flieht auch verborg'ne missethat.( 49) 32* 500 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. Mel. Mein Gott, du wohnst in einem lichte. wird das, was uns ernähren Und unsern geist erquicken kann, 646. Wie mannigfaltig Ein gift, das in den adern sind die gaben, schleicht Und frankheit, schmerz Wodurch uns, Herr, dein wohl- und tod erzeugt. thun nährt, Und die, so geist 5. Die schwelgerei raubt uns als leib zu laben, Uns täglich die kräfte Zu dem, was amt deine hand beschert! Auch das, und pflicht gebeut, Macht träge was unser mund genießt, Zeigt zum berufsgeschäfte Und ununs, wie freundlich, Gott, du geschickt zur frömmigkeit, Er bift. wecket häufig streit und zank Und hindert den Gott schuld gen dank. 6. Wer sich den bauch zum so manches noch gegeben, Auch Gott erforen, Unmäßig deine unsre herzen zu erfreu'n; Wie gabe braucht, Der geht des angenehm ist der genuß Von himmelreichs verloren, Zu dem dem, was uns ernähren muß! fein knecht der lüfte taugt: 2. Du giebst uns brod für unser leben; Doch giebst du nicht das brod allein, Du hast 3. Doch laß die fraft, uns Gott, laß mich ja dies laster zu vergnügen, Die du in speis' scheu'n Und mäßig stets und und trant gelegt, Mich nie, o nüchtern sein. höchster, so besiegen, Daß sie zum mißbrauch mich bewegt. Du gabst es zwar, mich zu erfreu'n, Doch soll die freude christlich sein. 7. So oft ich speis' und trank genieße, So laß es mit vernunft geschehn Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn, 4. Mit speis' und trank sein Auf dich, der du uns zärtlich herz beschweren, Steht niemals liebst, Üns nahrung und erwahren christen an: Dadurch quickung giebst. ( 32) h. Von rechter Wahrnehmung des Berufs. Mel. Nun freut euch, lieben christen| haft Mein amt hier zu verg'mein. walten. ur arbeit, nicht 2. du ein amt, so warte 647. 3um müssiggang, sein! Das iſt, o Gott, dein Sind wir, o Herr, auf erden; wille. O flöße selbst den trieb Drum laß mich doch mein mir ein, Daß ich ihn treu lebenlang Kein tnecht der träg- erfülle, Hilf mir, daß ich von heit werden, Gieb mir ber- zeit zu zeit An einsicht und stand und lust und fraft, Ge- an tüchtigkeit zu meinem amte schickt, treu und gewissen wachse. Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. 501 3. D Herr, vor träger enthält, Zu höhern würden weichlichkeit Woll'st du mein steige. ( 17) herz bewahren, So werd' ich mel. Wer nur den lieben Gott aus gemächlichkeit Nie meine läßt walten. kräfte sparen; Erholen werd 648. Mein Gott, es iſt ich mich nur guter wille, von fraft erschöpft, mich kann Bu neuer arbeit stärken. Daß ich was gutes schaffen soll. Du giebst uns gern des 4. Ich bitt' noch mehr, laß guten fülle Und machst uns mich auch nicht Die zeit mit deines segens voll; Doch willst nebendingen, Die weit entfernt von meiner pflicht, Verschwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen sein, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. du angerufen sein, Wenn uns dein segen soll erfreu'n. 2. Gebet und arbeit bringen segen Und müssen stets beisammen stehn: So laß mich nun auf allen wegen In meines Jesu namen gehn. Mein auge heb' ich auf zu dir, Wirf einen blick herab zu mir. 5. Ein heil'ger trieb belebe mich, höchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterfeit, Versüßt uns ihre lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein Leben deinem dienst zu weihn, So nüßlich, als ich kann, zu sein, Das sei mir ehr' und reichthum. 7. Dir zu gefallen, sei mein zweck Bei allem, was ich thue, So wandle ich den rechten weg Zu der gewissensruhe; Denn wer dir, höchster, nicht gefällt, Was nüßet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen! 8. Laß mir den zeitlichen beruf, Dazu mich, Herr, auf erden Dein weises allmachtswort erschuf, Die erste stufe werden, Wovon ich einst in jener welt, Die höheren beruf 3. Gieb mir gemüths- und leibeskräfte Und stärke mich auf diesen tag, Damit ich die berufsgeschäfte Mit freudigkeit verrichten mag; Was mir zu schwer und mühsam deucht, Das mache mir dein beistand leicht. 4. Laß mich in allen meinen werken Auf deines namens ehre sehn, Und das vor allen dingen merken, Daß ohne dich nichts fann geschehn, Und so gebühr' auch dir der preis, Nicht aber mir und meinem fleiß. 5. Bewahre mich vor hindernissen, Die welt und teufel öfters macht, Und gieb mir stets ein gut gewissen, Das auch bei saurer arbeit lacht; Bezähme du mein fleisch und blut, Wenn es bei arbeit bange thut. 6. D, wenn ich mit vergnügtem herzen Mit dir, mem Gott, zufrieden bin, Werd' ich 502 Von den besonderen Pflichten gegen uns selbst. den segen nicht verscherzen Durch| Hab' ich mit dir doch stets ungeduld und eigensinn. Der genug. ist gesegnet in der that, Der Diel. O Gott, du frommer Gott. beine gnad' und nahrung hat. 649.Die pflicht zur 7. Bermehren sich gleich die beschwerden, Stellt sich dein arbeit auferleget Und fleiß in fegen nicht bald ein, So laß dem beruf Uns ernstlich einmich doch nicht müde werden; gepräget. Der träge müssiggang Die stunde will erwartet sein, Ist dir, o Gott, verhaßt, Für In welcher du nach hitz' und uns der laster neh, Und unserm last Den gnadenlohn bestimmet nächsten last. hast. 2. In deine ordnung, Herr, 8. Und wenn du mir nun Laß mich mich gern bequemen, das gegeben, Was mir hie nüß Die bürden des berufs Getrost und selig ist, Dann laß mich, auf mich zu nehmen. Wird Herr, dein lob erheben, Weil gleich mein angesicht Mit saudu die segensquelle bist: So rem schweiß beneßt, Genug, nimmt mein herz mit danken daß du mich selbst In den an, Was deine hand an mir beruf gesetzt. gethan. sim 0 3. Bewahre nur mein herz 9. Die arbeit kann nicht Vor eiteln nahrungssorgen, ewig währen, Es kommt ein- Gieb mir mein täglich brod mal der ruhetag, Der wird in Und sorge selbst für morgen, Lust die last verkehren, Die Laß mich an meinem theil Das hier auf unsern schultern lag; meine fleißig thun Und dann Einst rufst du uns von tod mit zuversicht In deiner fügung und grab Und wischest unsre ruhn. thränen ab. 4. Ach, förd're, großer Gott, 10. So werf ich nun in Die werfe meiner hände, Hilf deinem namen Mein neß, wie mir bei meinem thun Sm andu befohlen, aus. Sprich du fang und am ende, Laß mich zu allem thun dein amen Und bei meiner last Auf jenen sabmache lauter segen d'raus; Thu' bath sehn, Da wir nach treuem ich gleich keinen reichen zug, fleiß In deine ruhe gehn. i. Von der Genügsamkeit. Und kann die Herzen laben. Wer ihn nur hat, Hat rath und that, Und wer ihn hält habe g'nung; auf erden, Kann nicht gefährdet Was will ich bessers haben? werden. Er giebt allein befriedigung 2. Ich habe Gott und habe Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. 650.J ch habe Gott und 3. Von den besonoeren Pflichten gegen uns selbst. 503 g'nung; Was will ich mehr stickt. Allzuarm und allzureich begehren? Er kann ja einen Ist nicht gut, stürzt beides wassertrunk In süßen wein gleich Unsre seel' in's jündenreich. verkehren. Wenn er nur giebt, Laß mich aber, o mein Was ihm beliebt, So muß heil, Nehmen mein bescheiden mir's auch gedeihen; Er kann theil, Und beschere mir zur allein erfreuen. noth Väterlich mein täglich brod. Wenig bei getrostem muth Wo ein gut gewissen ruht, Ist fürwahr ein großes gut. 3. Ich habe Gott und habe g'nung, Will andern alles lassen. Hab' ich nur die versicherung, Daß er mich nicht kann hassen, So bin ich reich; Und ob ich gleich Der ärmste wär' auf erden, Gott muß mir alles werden. 4. Sonst würd' ich im überfluß Leicht empfinden überdruß, Dich verleugnen, dir zum spott Fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist dünkelvoll, Weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Aber wenn, von hülfe bloß, Seine armuth wird zu groß, Wird es ungetreu und stellt Nach des nächsten gut und geld, Braucht gewalt, betrug und list, Ist voll unrecht und 4. Ich habe Gott und habe g'nung, Was sollt' ich mich denn fränken! Wollt' er mir gleich den wermuthstrunk In seiner liebe schenken, So weiß ich doch, Daß dieses joch, Nur seine finder drücket, Die er auch wohl erquicket. christlich ist. 5. Ich habe Gott und habe vergißt, Was gerecht und g'nung, Auch wenn ich jetzt gleich sterbe. Mein tod ist die beförderung Zum reichsten himmelserbe; Denn gut und geld Bleibt in der welt. Wer selig ist gestorben, Hat ewig g'nug erworben. 6. Ach, mein Gott, mein schah, mein licht! Alles dies geziemt mir nicht; Beides, vater, hassest du, Beides raubt mir seelenruh'. Mach' du mein verlangen still, Gieb mir, wie dein herz es will, Nicht zu wenig, nicht zu viel. ( 51) ( 134) Mel. Abermal ist eins dahin. weierlei bitt' ich 651.3 von dir, Zweierlei Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. vergnügt gieb, vater, mir, Du, der alles 652. Ich bin e fanget uns in meinem und dir beliebt; Thu' es, wie Und führe den nach meiner dein wort verheißt, Eh' ich sterb', und sich mein geist Aus des leibes banden reißt. pflicht. Bin ich der reichste nicht im lande, So bin ich auch der ärmste nicht. Und wär' ich auch dem ärmsten gleich, So bin ich doch in Jesu reich. 2. Gieb, daß ferne von mir sei Lüge und abgötterei, Armuth, die mich heftig drückt, 2. Gewiß an meinem chriReichthum, der dein wort erstenthume Hab' ich den aller 504 Von den besonderen Pflichten gegen den nächsten. höchsten stand; Mir dient zu um mich bestellt; Ich nehme meinem größten ruhme, Daß dies zur losung an: Was Gott ich nach Christo bin genannt, thut, das ist wohlgethan. Der mich, wenn diese zeit vollbracht, Im himmel groß und herrlich macht. 5. Obgleich des tages last und hiße Bei manchen sauern stunden drückt, So ist mir 3. Sm zeitlichen bin ich zu- dennoch alles nüße. Ich werde frieden, Was mir mein lieber desto mehr erquickt, Wenn Gott vater giebt; Er hat mir doch zuletzt für leib und geist Den mein theil beschieden, Das geb' feierabend machen heißt. er nur wie's ihm beliebt. Wohl 6. So bleib' ich meinem dem, der sich daran begnügt, Gott ergeben: Wie könnte mir Wer auch nur einen groschen wol besser sein? Ich mag friegt! nun sterben oder leben, So 4. Ich bin bemühet, haus bin ich sein und er ist mein; zu halten, Wie's ihm in gna- Drum sag' ich noch: wie Gott den wohlgefällt; Ich lasse seine es fügt, So ist mir's lieb, ich güte walten, So ist's sehr gut bin vergnügt. 26. Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. a. Von der Liebe des Nächsten. Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. freundlichkeit Auf allen deinen wegen; Wohin dut gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk und jeden schritt Begleigern uns menschen segnest, tete erbarmen; Du übernahmst Sa selbst dem, der dein feind die schwerste pein, Uns vom noch ist, mit wohlthun doch verderben zu befrei'n, Und starbst begegnest, bilde meinen sinn zum heil uns armen. nach dir Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln. Die können feine christen sein, Die sich nicht andrer wohlfahrt freu'n, Und menschenfeindlich handeln. 653. Der er du die liebe selber bist Und 3. Auch jetzt noch auf des himmels thron Bist du das heil der fünder; Auch da bleibst du, o Gottes sohn, Ein freund der menschenkinder; Du schaffst den deinen wahre ruh', Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen fegen; Dir folgten lieb' und seufzenden gebet Und brauchest Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 505 deine majestät Nur, segen auszubreiten. und hülfe dienen! Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an, Nein, was ich brüdern thu', Das sei dir, Gott, gethan! 4. O, laß in meiner pilgrimschaft Mich auf dein vorbild sehen; Erfülle mich mit lust und fraft, Dem nächsten beizu- 4. Ein trunt, mit dem mein stehen, Betrübter herzen trost zu dienst Dem durstigen begegnet, sein, mich mit den fröhlichen Ein blick voll trost, mit dem zu freu'n, Mit weinenden zu Mein Herz bedrängte segnet, flagen; Laß mich dem, der Ein rath, mit dem mein mund sein herz mir weiht, Ein herz Im fummer andre stärkt: voll frommer redlichkeit Und Nichts bleibt, so klein es ist, treue nicht versagen. Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Laß mich mit brüderlicher 5. Sucht wo ein boshaft huld Den strauchelnden er- herz Unfrieden anzurichten, So wecken, Durch sanftmuth, mitleid laß mich sorgsam sein, Der und geduld Des nächsten fehler brüder zwist zu schlichten; Aus decken; Mein antlig sei nie schmähsucht störe nie Mein fürchterlich, Und meine seele mund des nächsten ruh'; Er neige sich Zu des bedrängten rühme sein verdienst, Deck' flehen: So wird mich in der seine fehler zu. bessern welt, Die nur beglückte in sich hält, Der liebe lohn erhöhen. ( 72) 6. Die rach' ist dein, o Gott! Du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille sein, Wenn menschen auf mich schelten; Gieb, daß ich dem verzeih', Mel. O Gott, du frommer Gott. 654. Gieb mir, o Gott! Der mir zu schaden sucht, Den ein herz, Das liebe, der mich haßt, Den jeden menschen liebet, Bei seinem segne, der min flucht. wohl sich freut, Bei seiner 7. Doch laß mich nicht allein noth betrübet, Ein herz, das Auf zeitlich wohlergehen Mit eigennuß Und neid und härte eingeschränktem blick Bei meiflieht Und sich um andrer glück, Wie um sein glück, bemüht. 2. Seh' ich den dürftigen, nem nächsten sehen; Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreu'n, Und ihm zum So laß mich gütig eilen, Von seelenheil Mein herz behülflich dem, was du mir giebst, Ihm sein. hülfreich mitzutheilen: Doch sei 8. Den, der im glauben die absicht nicht, Groß vor der wankt, Im glauben zu bewelt zu sein und mich verehrt zu sehn, Nein, menschen zu erfreu'n: 3. Dies sei mein gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, Müss' andern stets mein herz Mit rath stärken, Den, der noch sicher ist Bei seinen fleischeswerken, Von der verkehrten bahn Auf rechten weg zu ziehn: Dazu verleih' mir kraft Und segne mein bemühn. 506 Von den besonderen Pflichten gegen den nächsten. 9. O heilige du selbst, Herr, 6. Selbst der gaben untermeiner seele triebe Durch deine schied Knüpft das große band lieb' und furcht zu wahrer auf erden. Jeder, der dazu menschenliebe. Wer nicht den bereit, Kann dem andern nüßnächsten liebt, Geht nicht zum lich werden; Den, der dir hie himmel ein: Laß diese wahr- dienen muß, Nährt mit recht heit, Gott, Mir stets vor dein überfluß. augen sein. ( 49) 7. Dein dir anvertrautes pfand Ist das maß für deine pflichten. Gab Gott viel in Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 655, Allen christen und beine hand, So hast du viel auch mir hat zu entrichten: Dies bestimmt der Herr dies vorgeschrieben: den lohn; dein knecht Hat mit Euren nächsten sollet ihr, Als dir dort gleiches recht. euch selbst, von herzen lieben; 8. Dein erlöser sagt es dir: Gott verdammt nach seinem Wer hier der geringsten einen wort Menschenhaß gleich wie Speist und tränkt, der thut es den mord. mir; Auch die ärmsten sind die meinen. Mancher, den die welt verschmäht, Wird dereinst vor Gott erhöht. 3. Eine tauf, ein glaube nur, Ein Gott, der zum ew'gen leben Trotz der sterblichen natur Eine hoffnung uns gegeben, Und ein fried- und liebesband Uns in seinem geist gefandt: 9. Drum, mein Gott, gieb mir ein herz, Das von menschenlieb' entbrennet, Auch in niedrigkeit und schmerz Seinen nächsten nicht verkennet, Nie voll eiteln wahns vergißt, Daß der mensch mein nächster ist. 10. Sa, gieb, großer menschenfreund, Jesu, daß ich auf der erde Niemals sei ein menschen4. Dieses alles dringt uns feind, Dir an liebe ähnlich werde, nun, Daß wir auch hier auf Mich der hoffnung zu erder erden, Wie des heilands freu'n, Stets von dir geliebt jünger thun, Einig in der liebe zu sein. werden, Gleich wie unser Herr und Christ Eins mit seinem vater iſt. ( 158) Mel. Herr, deine allmacht reicht so weit. ( o 5. Ehre, reichthum, würde, 656. jemand spricht: 11 ich liebe Gott", stand, Kraft der seele, leibes- Und haßt doch seine brüder, gaben, Und was wir aus Gottes Der treibt mit Gottes wahrHand Sonst für einen vorzug heit spott Und handelt ganz haben: Alles dies befreit uns dawider. Gott ist die lieb' nicht Von der menschenliebe und will, daß ich Den nächsten pflicht. liebe, gleich wie mich. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder. Unser ist ein Herr, ein held, Christus; wir sind seine glieder, Wir sein leib, und der uns schuf, Gab uns einen gnadenruf. Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 507 2. Wir haben einen Gott und amt Schon in sich selber und Herrn, Sind eines leibes find't? glieder, Drum diene deinem 2. Dir, höchster, ahmt er nächsten gern, Denn wir sind nach Und suchet zu erreichen, alle brüder. Gott schuf die Durch dienstbeflissenheit Dir, welt nicht blos für mich, Mein nächster ist sein kind, wie ich. als dein bild, zu gleichen; Er hält für eig'nes wohl Sich nicht allein gemacht, Nein, für des nächsten wohl Von dir hervorgebracht; 3. Er kennt des nächsten recht Auf seine hülf' und kräfte; Ihm nüßen ist für ihn Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns Gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand Die hand des andern hält: 3. Sein heil ist unser aller gut; Ich sollte menschen hassen, Die Gott durch seines Sohnes blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, Herr von meinen tagen; Ich aber sollte nicht geduld Mit meinem näch- 4. So denkt der menschensten tragen, Dem nicht ver- freund, Und das ist sein bezeihn, dem du vergiebst, Und streben, So treu, wie er sich den nicht lieben, den du liebst? lebt, Dem nächsten auch zu 5. Was ich den frommen leben. Wirkt er des nächsten hier gethan, Den kleinsten heil, Dann preist er freudig auch von diesen, Das siehst du, Gott, Und fremdes ungemach mein erlöser, an, Als hätt' Fühlt er als eig'ne noth. ich's dir erwiesen; Und ich, ich sollt' ein mensch noch sein Und dich in andern nicht erfreu'n? 5. Er eilt, dem, der's bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein ansehn und sein freund, Sein stand, sein wohlergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich ihm zu sein Und einen leidenden Mit hülfe zu erfreu'n. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zu wahrer menschenliebe; Kein stolz, kein eigennut Treibt ihn Mel. O Gott, du frommer Gott. 657. Wie selig lebt ein zur gütigkeit; Er sieht auf mensch, Der seinen Gott, Der liebe ihm gebeut: dienstbegierde kennet Und seine pflicht zu thun, Aus menschen- 7. So laß mich auch gesinnt, liebe brennet, Der, wenn ihn Mein Gott, durch Christum auch kein eid Zum dienst der werden! Voll regen eifers sei welt verbind't, Beruf und eid Mein leben hier auf erden 6. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist und nicht Die rettet, die ihn flehen; Drum gieb mir, Gott, durch deinen geist Ein herz, das dich durch liebe preist. ( 49) 508 Von den besonderen Pflichten gegen den nächsten. So müßlich, als ich kann, Dem| geh' ich einst, o Gott! Ins nächsten stets zu sein, Dann reich der liebe ein. ( 49) b. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Gott vater, sende deinen geist.| damit ich hier Dem nächsten 658.D ¹ u liebst, o Gott, messe, wirst du mir Dereinst gerechtigkeit Und auch wieder messen: Dies reize hasfest den, der sie entweiht, mich zur billigkeit und lasse Am nächsten unrecht übet; mich zu keiner zeit Der liebe Du bist's, der jedem seinen pflicht vergessen.( 32 u. 72) lohn, Ohn' alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2. Gerechter Gott, laß dei- 659, Gerechter, heil ger Gott, Du willst, nen geist Zu dem, was recht daß wir von Herzen Gerecht und billig heißt, Stets meine und billig sei'n. Ich klage dir seele lenken; Nie komm' es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu fränken. mit schmerzen: Ach, die gerechtigkeit Wird oft von mir verletzt Und eigennuß dem nuh Des nächsten vorgesest. 2. Du siehst, daß ich mich 3. Pflanz' redlichkeit in meine oft Mehr, als den nächsten, brust Und laß mich stets mit liebe, Durch unrecht richten, wahrer lust Der liebe pflichten thun Und handeln ihn betrübe; üben. Ein herz, das nur auf Sein schade freut mich wol, unrecht denkt, Nur schaden sucht Ich hind're solchen nicht, Da und andre fränkt, Wie kann sich mein herz doch dies Von das brüder lieben? andern selbst verspricht. 4. Nie feufze jemand über 3. Ach, du gerechter Gott, mich; Mein ganzes herz be- Feind aller ungerechten! Du strebe sich, Dem nächsten gern selber willst das recht Nothzu geben, Was er mit recht leidender verfechten, Du richtest verlangen kann, Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. recht und gut; Ach, geh' mit deinem fnecht, Mein Gott, nicht ins gericht! Wer ist vor dir gerecht? 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich von ihm begehre, Damit ich keines menschen herz Durch meine härte je mit schmerz Und fränkungen beschwere. 4. Für recht laß gnad' ergehn, Vergieb mir alle fünde, Vergieb, damit ich nicht Verdienten lohn empfinde; Denn ungerechtigkeit Schlägt seel' 6. Herr, mit dem maß, und leib zugleich, Und du ver Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 509 schließest dem, Der ungerecht,| Mein denken, meine werfe, Und dein reich. nicht durch menschenrath, Noch eitle prahlerei, Daß ich nicht wider recht Der welt gefällig sei. 5. Miß mir nicht mit dem maß, mit dem ich oft gemessen, Laß meine fünde doch Auf ewig sein vergessen, Gieb mir den neuen geist, Der mich so wandeln lehr', Wie du geboten hast, Zu deines namens ehr'. 11. Herr, hilf mir doch, mein herz Zu deinen rechten neigen Und gegen jeden mich Gerecht und billig zeigen, Und endlich schenke mir Durch 6. Entferne meinen geist Christum, deinen sohn, Wie Von ungerechten werken, Ge- du verheißen hast, Auch der walt, unbilligkeit; Stets laß gerechten lohn. mich darauf merken, Was recht und billig ist, Was meinem nächsten nützt, Und was sein Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden. daß wahres wohl Befördert und 660. Hilf Sefu, nachten meinen 7. Laß mich nicht furcht noch liebe, Durch lieblos richten niegunst Vom rechten wege fehren, mals ihn betrübe, Ihn nicht Laß mich der heuchler list Und verläumde, noch durch falsche schmeicheln nicht bethören, Gieb, ränke Sein wohlsein fränke. daß aufrichtigkeit Und treue mich regier', Daß man stets redlichkeit In wort und werken spür'. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, So viel ich redlich kann, der welt verhehle, Und wenn er fällt, auf 8. Laß mich, so viel ich mich, der ich noch stehe, Mit kann, Die trösten, schüßen, vorsicht sehe. decken, Die unter der gewalt 3. Hilf, daß ich flüglich ihn Der ungerechten stecken, Laß zu bessern trachte Und seiner mich auch bei dem schein Des seele wohl recht theuer achte; rechten selber nicht Gewalt und unrecht thun, Wenn mir es gleich geschicht, Du hast für sie bis zu des todes banden Viel ausgestanden. 4. Laß mich aufrichtig schäzzen deine gaben, Die andre, Herr, von deiner güte haben; Es müsse nie mein Herz des nächsten freuden Boshaft beneiden. 9. Daß treu' auf erden wachs', Das recht vom himmel schaue, Und jeder land und feld In fried' und segen baue, Daß Gott uns gutes thu', Das land im segen steh', Und daß gerechtigfeit Bei uns im schwange geh'. 10. Gieb, Gott, den geist des raths, Der weisheit und der stärke, Durch den regiere stets 5. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden An lieb' und gütigkeit dir ähnlich werden: Gieb dazu träfte, Herr, so will ich droben Dich ewig loben.( 76) 510 Von den besonderen Pflichten gegen den Nächſten. c. Von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. wahrheit scherzen, Stimmt schon gefu, wahrheit, licht herz und zunge ein, Ach, so und leben, Du halte mich zurücke Und zerreiß' bist allen lügen feind. Ach, du des lügners stricke; Wehre, daß wirst mir gnade geben, Daß der mund ja nicht, Was der ich sei ein wahrheitsfreund. argwohn denket, spricht. Reizt mich fleisch und blut zum lügen, Laß die wahrheit in mir siegen; Irr' ich, hilf mir bald zurecht, Denn wer lügt, ist satans knecht. 6. Andern zu gefallen lügen Und aus list und eitelm ruhm Mit geschmückten worten trügen, Streitet mit dem christenthum. Laß mich dir an allen orten Aehnlich sein in that und worten, Daß betrug und heuchelei Nie 2. Ach, dein geist, der wahrheit liebet, Kehr' in meine seele ein; Weil die lüge ihn in meinem munde sei. betrübet, so laß sie ferne fein! Falsche zunge sei verfluchet, Die nur schand' und schaden fuchet! Falsche reden ohne grund Treibe ganz aus herz und mund. 3. Gott der wahrheit, ach, regiere Mich, daß ich dir ähnlich bin; Was ich, Herr, im herzen führe, Lenke du nach deinem sinn, Daß ich bei der wahrheit bleibe, Alle falschheit von mir treibe; Wort und werk sei wahr und treu, Daß ich dir gefällig sei. 7. Drückt mich ohne mein verschulden Andrer falscher lügenmund, Hilf es mir getrost erdulden, Gieb nur, daß es ohne grund; Doch, soll ich mein schweigen brechen Und den lügen widersprechen, Gieb, daß ich, wie du gethan, Sie voll sanftmuth strafen kann: 8. So bleibst du mein licht und leben, Meine wahrheit und mein schild, Und ich bleibe dir ergeben, Treu und wahrhaft, wie du willt. Laß mich falsch4. Soll ich schweigen, Herr, heit, lügen, trügen, Herr, durch so lege Selbst ein schloß an deine traft besiegen. Daß ich, meinen mund; Macht mein vater, als dein kind Auch stets wort nicht deine wege Und sei wie du gesinnt. ( 72) was wahr und nüßlich, fund: So verhind're es und zeige, Mel. Befiehl du deine wege. Daß ich flug sei, wenn ich 662. Wohl dem, der und rechter zeit, Uebertrifft beredfamkeit. richtig wandelt, Der als ein wahrheitsfreund In wort und werfen handelt Und 5. Laß die falschheit, die das ist, was er scheint, Der dem herzen Eigen ist, nicht recht und treue liebet Und von meister sein; Will ich mit der dem sinn der welt, Die trug Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 511 und falschheit übet, Sich un-| fehle Durch den die unschuld befleckt erhält. fiegt. 2. Wohl dem, der lügen hasset, 8. Ein herz voll treu' und Und der, so oft er spricht, So glauben, Das, Gott, zu dir seine rede fasset, Daß er die sich hält, Das soll mir niemand wahrheit nicht mit vorbedacht rauben: So kann ich aus der verlebet, Und der an allem ort Sich dies vor augen seßet: Gott merkt auf jedes wort. welt Einst mit der Hoffnung gehen, Ich werde, als dein kind, Dich mit den frommen sehen, Die reines herzens sind.( 21) 3. Wohl dem, der dir ergeben, Herr, deine rechte übt! Denn du beglückst sein leben, Mel. Jesu, der du meine seele. Er wird von dir geliebt; Du 663. Laß mich, höchſter, wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt Stets der wahrheit freund zu die falschen stehen, Geschreckt sein, Denn in jenes freudenleben durch dein gericht. Gehen keine lügner ein. Dort 4. Herr, drücke diese sache vor deinem angesichte Werden Tief meinem herzen ein, Daß sie beschämt zunichte, So wie ich's zur pflicht mir mache, Den satans trug und list, Der der lügen feind zu sein; Erinn're lügen vater ist. mein gewissen, Du hafsest heuchelei, Damit ich stets beflissen Der treu' und wahrheit sei. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwäßzern gleich zu sein, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen orten Mich in werken und in worten; Redlich sei des herzens grund, Redlich spreche auch mein mund. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o Gott, ein gräu'l, Und ein unglückselig leben Bleibt gewiß ihr künft'ges theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen 5. Nie laß mich was versprechen, Das ich nicht halten fann, Verheißungen nie brechen, Die ich mit recht gethan; Nichts laß mich, Herr, verleiten, Nicht ansehn oder macht, Als wahrheit auszubreiten, Was andre nur erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner weisheit licht, Herr, meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit tlugheit üb', im lande, Denn ein jeder menund wisse, Wann ich für and'rer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. schenfreund Ist der falschheit ränke feind. 4. Schmäht mich ohne mein 7. Wenn je, um mich zu verschulden Der verläumder drücken, Des feindes anschlag lästermund, Herr, so laß mich's gilt, Der sich bei bösen tücken still erdulden! Einst wird doch In guten schein verhüllt: So die wahrheit kund. Darf ich stärke meine seele, Daß sie nicht ja nicht länger schweigen, unterliegt, Und alles dir be- Meine unschuld zu bezeugen, 512 Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. O, so gieb, daß stets dabei| Deinem ohr verborgen ist: Das Herz und mund voll sanftmuth sei stets mir im gemüthe, Daß fei. ich mich vor lügen hüte; Denn du liebst den wahrheitsfreund Und bist falschen Herzen 5. Daß du, Herr, an jedem orte Zeuge meines wandels bist, Daß kein einz'ges meiner worte| feind. d. Von der Barmherzigkeit und der Mildthätigkeit. Mel. Herr, deine allmacht reicht klagen hört, Wie könnt ihr so weit. christen heißen, Die, ihren Jesum 664. Barmherzigkeit iſt anzuziehn, Durch wahren glaupflicht, Wenn ihr bedrängte sehet; 6. Seid ihr bei and'rer noth Denn, helft ihr dem, ihr zu weich, Und scheut ihr sie im christen, nicht, Der hülflos leiden, So seid ihr jenem priezu euch flehet, So seid ihr ster gleich, Der den geschlag'nen nicht von sünden rein Und meiden, Ihn blutend konnte könnt nicht Jesu jünger sein. 2. Kränkt euch nicht eines andern schmerz, Fühlt ihr nicht seine leiden, So habt ihr noch 7. Ach, christen, soll ein samarit Im guten euch beein felsenherz, Das vor den schämen, Nur er, wenn ihr euch eiteln freuden, In welche es verwickelt ist, Des Herrn und seiner pflicht vergißt. so entzieht, Die noth zu herzen nehmen, Und ihr entsaget dieser pflicht, So ist er christ, ihr seid es nicht! 3. Bewegt euch nicht der waisen noth Und nicht der wittwen zähre, So seid ihr noch entfernt von Gott Und fern von seiner lehre, So seid ihr, wie der böse knecht, Vor ihm noch strafbar, nicht gerecht. 4. Seid ihr nur darum nicht bereit, Weil's euren reichthum mindert, Daß ihr der armen last und leid Durch milde gaben lindert: So ist der mammon euer ruhm, Und nicht ein wahres christenthum. liegen sehn Und fühllos doch vorüber gehn. 8. Ihr seid es nicht! wer Jesum liebt Und folget seinen lehren, Ist mit den traurigen betrübt, Gerührt durch ihre zähren, Sieht nicht gefahr noch mühe an, Wenn er bedrängten helfen kann. 9. Wohlan ihr, die ihr christen heißt, Führt nicht allein den namen, Bemüht euch, habt ihr Jesu geist, In lieb' ihm nachzuahmen! Kommt, tragt sein joch, es ist nicht schwer Und seid barmherzig, gleich wie er! 10. Wißt, wer, wie er, 5. Ist's trägheit, die es euch verwehrt, Die aus der noth zu reißen, Die ihr doch hülfloś barmherzig ist, Trägt einst vor Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 513 seinem throne, Aus dem ein brüder weinen, Nie die herzen strom von wonne fließt, Die ungerührt. Laß uns selbst dein ew'ge ehrenkrone. Uebt ihr nicht gut verwalten, Um hier flüglich diese christenpflicht, So seht ihr haus zu halten. ( 73) nicht sein angesicht. 11. Von Jesu angesicht getrennt, Gemartert vom gewissen, wird der, wo ew'ges 666. W terhat Und sieht Mel. Herr, deine allmacht reicht so weit. dieser erde feuter brennt, Einst seine härte büßen, Der unbarmherzig sich den nächsten leiden Und macht bezeigt, Und den kein ach noch den hungrigen nicht satt, Läßt weh erweicht. nackende nicht kleiden, Der ist ein feind der ersten pflicht Und Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. liebt dich, Gott der liebe, nicht. 665. Seid barmherzig, 2. Wer seines nächsten ehre menschen! höret, schmäht Und gern sie schmähen Hört das heilige gebot, Das höret, Sich freut, wenn sich uns Jesus Christus lehret; Seid sein feind vergeht, Und nichts barmherzig, so wie Gott, Gebt, zum besten kehret, Nicht dem so wird euch einst gegeben, verläumder widerspricht, Der Leben hier und dort das leben. liebet seinen nächsten nicht. 2. So viel menschen, so viel brüder! Es ist ein Gott, der uns schuf. Wir sind alle Christi glieder; Allgemein ist Gottes ruf. So den bösen, wie den seinen, Läßt der Herr die sonne jcheinen. 3. Wer zwar mit rath, mit trost, mit schuß Den nächsten unterstüßet, Doch nur aus stolz, aus eigennutz, Aus weichlichkeit ihm nüßet, Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht, Auch der liebt seinen nächsten nicht. 3. Gottes bild in euch zu 4. Wer wartet, bis, ihn ansehen, Seid barmherzig, so wie zuflehn, Ein armer erst erscheier! Eilt, dem armen beizu- net, Nicht eilt, dem frommen stehen; Was ihr gebt, empfängt beizustehn, Der im verborg'nen der Herr, Weiß es Gott und weinet, Nicht liebreich forscht, dein gewissen, Darf's die linke was ihm gebricht, Der liebt hand nicht wissen. auch seinen nächsten nicht. 4. Was ihr habt, mit jenem theilen, Welcher weniger besitzt, Des verlass'nen wunden heilen, Schüßzen den, den niemand schützt, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind eines christen pflichten. 5. Wer den verlassenen beschirmt Und ihn hernach doch quälet Und ohne nachsicht straft und zürnt, Sobald er irgend fehlet; Wie bleibt bei seinem ungestüm, Gott, deine liebe wol bei ihm? 5. Herr, wir geben von dem 6. Wer für der armen heil deinen, Dem's so gut als uns und zucht Mit rath und that gebührt. Laß, wenn unsre nicht wachet, Dem übel nicht 33 514 Von den besonderen Pflichten gegen den nächsten. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Mein herz nach deinem sinn, Daß ich der noth der armen Mich willig mög' erbarmen; Nimm alle härte von mir hin. zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen gaben giebt, Der hat sie noch nicht recht geliebt. 7. Zwar du, mein geist, vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohl zu thun bestrebe, So wie mein heiland that, Der göttliche erbarmer, Den fein Und sorgst dafür, so liebest du. bedrängter armer Vergebens je um hülfe bat. 8. Ermattet dieser trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Dent' oft: Gott ist die lieb', und mir hat er sein bild gegeben. Ja, höchster, was ich hab', ist dein; Sollt' ich, wie du, nicht gütig sein?( 49) 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe. Wie du mir gut's gethan, So laß um deinetwillen Mich andrer nothdurft stillen, So oft ich sie nur stillen kann. Mel. Nun ruhen alle wälder. 6. 3um fleiß in guten werken 667. Du, aller menschen Laß mich die Hoffnung stärken, vater, Du gütig- Vor dir, dem Herrn der welt, ster berather In allem, was Der frohe geber liebet, Sei, uns drückt, Was wir hier gutes was man willig giebet, Ein haben, Sind deiner Liebe gaben, opfer, das dir wohl gefällt. Du bist's, der unser herz erquickt. 7. Laß mich hier reichlich 2. Du läßt dich bei uns säen, Denn, Herr, was hier sündern Durch undank nicht geschehen, Folgt uns in jene verhindern, Uns segnend zu zeit. Wer hier gern hilft und erfreu'n. Zu ew'gen seligkeiten giebet Und sich im wohlthun Uns sterbliche zu leiten, Wird übet, Der erntet dort die herrewig deine freude sein. lichkeit. ( 72) e. Von der Friedfertigkeit, Sanftmuth, Geduld und Mel. Gott des himmels und der erden. erscheint, Gieb auch mir nach deiner huld Langmuth, sanftVersöhnlichkeit. 668. Gott, der du biſt muth und geduld. so geartet, 2. Macht der nächste mit dein herz, o menschenfreund! viel schmerzen, Oft nur ein ge Voll geduld und langmuth ringes leid, Regt sich rachgier wartet, Bis der mensch in buß' in dem herzen Und auch unver Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 515 föhnlichkeit: Heile du, mein die huld, So willst du auch Gott, in mir Diese sünde für nicht erlassen Meine schwere und für. sündenschuld: Das ist selbst dein eigen wort, Dabei bleibt es immerfort. 3. Wenn ich bei mir über lege, Wie dein allerliebster sohn Harte bande, schwere schläge, Angst und noth, ja spott und hohn Für mich ausgestanden hat, Fühl' ich meine missethat. 4. Jesu unschuld ward gescholten, Doch hat er die missethat Selbst mit bösem nie vergolten, Nein, ich sehe, daß er's hat Ganz und gar dem heimgestellt, Der ein richter aller welt. 10. Drum, du Gott von großer güte, Gieb mir deines geistes gab', Daß ich mich vor zwietracht hüte, Meine Lust am frieden hab'; Ist doch gleich wie feu'r und dorn Hader, feindschaft, haß und zorn. 11. Laß mein herz sich nicht entrüsten, Wenn mein nächster was versieht; Mache mich, wie wahre christen, Um versöhnung recht bemüht, Laß mich fliehen haß und neid, Eingedenk der 5. Sollte mich denn rache treiben, Der ich staub und asche bin? Sollte ich nicht ruhig ewigkeit. bleiben und mit sanftem geiſt 12. Laß, wenn ja ein zorn und sinn Meines nächsten kleine sich reget, Nie die sonne unterschuld Uebersehen mit geduld? gehn, Eh' er sich durch sanft6. ,, Lernt von mir, ich bin sanftmüthig", Jesu, spricht dein treuer mund. Gieb, daß ich gelind' und gütig Sei, wie du, von herzensgrund, Daß ich dir in lieb' und treu' Und in sanft muth ähnlich sei. muth leget, Laß mich betend vor dir stehn. Wird mein geist versöhnlich sein, O dann schlaf' ich ruhig ein. 13. Such' ich mich an dem zu rächen, Der es böse mit mir meint; Warum will ich denn 7. Täglich machen meine nicht schwächen Meinen zorn, sünden, Frommer vater, dir den ärgsten feind, Der das verdruß; Dennoch kann ich leben mir verkürzt Und mich gnade finden, Und du giebst in verdammniß stürzt? mir wahre buß': Drum so laß mein herz auch rein Von verhaßter feindschaft sein. 14. Gieb, daß ich den mund bewahre Und in allem, was ich thu', Mit behutsamkeit verfahre Und ja immer sehe zu, Daß der nächste nimmer mert' Haß und zorn in wort und 8. Stell' ich gegen meines gleichen Sanftmuth und erbarmen ein, Und ich wollte dich erweichen, Daß du mir sollst werk. gnädig sein: Wäre das nicht 15. Da man Salems tempel heuchelei, Thorheit und betrü- bauet, Hört man feinen hamgerei? merschlag; Wo man fromme 9. Wenn ich will den näch- christen schauet, Herrscht kein sten hassen Und versagen ihm zank und eig'ne rach'. Die im 33* 516 Von den besonderen Pflichten gegen den nächsten. lande stille sein, Gehen dort glieder doch An einem leibe zur ruhe ein. trennen! An sanftmuth, lieb' 16. Nun so komm, du geist und freundlichkeit Kann man der liebe, Gieb mir meines den christen allezeit Als Gottes lehrers sinn, Daß ich stille sanft- find erkennen. muth übe, Weil ich Jesu jün- 6. Wir sollen alle Gottes ger bin: So wird seine güte gnad' Durch einen mittler finmich Führen hier und ewiglich. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. den; Auch wäscht ein heilig wasserbad Uns alle rein von sünden. Da auch ein nacht669.Ah Seju! gieb mir mahl alle speiſt, So muß mit recht ein herz und geist Uns allejammt verbinden. sanften muth, Nach deinem wort zu leben. Wie dürft' ich schwaches fleisch und 7. Und haben wir denn einen blut So trokig mich erheben? geist, So darf kein christ sich Ich übte rach', und hielte zorn? rächen. Den leib, der Gottes Kann wol zugleich ein süßer tempel heißt, Darf kein geschöpf born Auch bitt'res wasser geben? zerbrechen. Wir kommen alle 2. Ein vater hat uns ja vor's gericht; Herr, laß uns gemacht zu seines hauses tin- diese christenpflicht, Die eindern; Das leben hat ein Herr tracht, dir versprechen. gebracht Uns ganz erstorb'nen ( 95) sündern. So wie uns auch ein geift regiert und in ein himm- 670. ich bich: Du, du Gott! täglich bitt lisch erbe führt, Wenn wir ihn nur nicht hindern. 3. Mein Gott, wie darf doch ich, dein kind, Den schwachen nächsten hassen! Ach, wie so große schulden sind Mir selbst von dir erlassen! Wer wär' lebe. ich, wenn nicht allezeit Sch 2. Laß das wort von Jesu willig blieb, in einigkeit Den sein Tief in's herz gegraben: nächsten zu umfassen? woll'st mir schenten Meine schuld, und zwar, wie ich Denen, die mich fränken. Herr, verzeih' Und verleih', Daß auch ich vergebe, Nie in feindschaft Wer dem nächsten wird ver4. Laß mich in dieser gna- zeihn, Soll vergebung haben; denzeit Bereit sein zum versöh- Doch der nicht, Der nach pflicht nen, Zugleich von eitelm stolz Seinen feind nicht liebet, Sonund neid, Wie billig, mich ent- dern rache übet. wöhnen. Verzeihn hält zwar 3. Dem wird auch der richdie welt für schmach, Doch ich, ter nicht, Der's im himmel ich folge Jesu nach; Die welt siehet, Dessen schrecklichem gemag mich verhöhnen! richt Reiner einst entfliehet, 5. Wir tragen allesammt Ewig nicht Im gericht, Auch ein joch, Die wir uns christen nach diesem leben, Seine schuld nennen; Wie dürften sich die vergeben. Mel. Straf' mich nicht in deinem zorn. Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 517 4. Drum, o Gott! laß mich mir deines geistes triebe, Daß, berzeihn, Wie dein sohn ver- wenn ich beleidigt bin, Ich den ziehen, Allezeit versöhnlich sein, feind doch herzlich liebe, Wenn Alle rache fliehen Und wie er, er mich gleich boshaft kränkt Der vielmehr Hohn und schmach Und auf mein verderben denkt. gelitten, Für die feinde bitten. 2. Dit, der liebe wahres bild, Lehre, Herr, alsdann mich seg5. Welche angst durchdrang sein herz, Welche todesqualen! nen, Wenn des feindes mund Welchen großen seelenschmerz mich schilt, Laß mich ihm mit Litt er, zu bezahlen Auch für huld begegnen, Wenn er mein mich! Und ich, ich Sollt' mich verderben sucht, Mich verläumnicht gewöhnen, Stets mich det, mich verflucht. auszusöhnen? 3. Lehre mich, wie du ge6. Vater, vater! war sein than, Meinem feinde gern verschrei'n, Als ihn Gott verlassen, zeihen, Daß auch Gott, mein Vater, du, du wollst verzeihn vater, fann Gnade mir und Denen, die mich hassen; Sch, huld verleihen, Wenn ich mich dein sohn, Leide hohn, Doch der liebe flehen Wirst du nicht verschmähen! an ihm vergeh' Und ihn um vergebung fleh'. 4. Laß mich, wie du, Gottes sohn, Auch für meine feinde beten. Du hast unter schmach und hohn Betend sie bei Gott vertreten. Lehre mich, wie du, verzeihn, Jesu, wie du, liebreich sein. 5. Denn, wenn ich, wie du, verzeih', So wie du, Herr, 8. Laß mich hin zum freuze sanftmuth übe, Und von aller gehn Und die größte liebe Dei- rachsucht frei, Meine feinde herznes sohns bewundernd sehn, lich liebe, Und mir jedermann Daß ich auch mich übe, Dem, ist feind, Ist und bleibt doch der flucht Und nur sucht, Daß Gott mein freund. ich schmach soll leiden, Zu verzeihn mit freuden. 7. O wie traurig ist mein geist Wegen dieser sünde, Daß ich, wie du, Herr, es weißt, Mich selbst schuldig finde; Drum verleih', Daß ich sei Willig stets zu segnen, Die mir hart begegnen. auch den ärgſten feind Niemals wieder krän- 672. Hener, der bu für Mel. Wend' ab deinen zorn, lieber Gott, in gnaden. versöhten, hat er's noch so arg gemeint, Sondern stets bedenken, Daß du mich, Der ich dich Noch viel mehr betrübet, Dennoch, Herr, geliebet. mich littest Und noch zur rechten Gottes für mich bittest, Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals haß Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. mit haß vergolten? Du schaltst 671. Gie ieb mir, Jesu, dei- nicht wieder, als man dich genen sinn, Gieb scholten; Du segnetest mit wohl 518 Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt Und überall nach deinem vorbild Handelt; Drum laß, o Jesu, schon mich hier auf erden Dir ähn( 32) thun nicht blos freunde, Nein, felbst auch feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte jemals haß mit haß lich werden. vergelten Und wieder schelten? 4. Wie kann ich: vater! zu im herzen gegen brüder tragen? 673. A vergebent, wirst dem höchsten sagen, Und groll Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. welche nicht Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und rache schreien? du, richter, nicht verzeihn; 5. Wer nicht vergiebt, der Trostlos werden sie im leben, wird für seine sünden Auch Trostlos einst im tode sein, nicht bei dir, o Herr, vergebung Nimmer frei von ihren sünden, finden. Dein jünger ist nur, Nimmer vor dir gnade finden. der, wie du, vergiebet Und feinde liebet. 2. Ob sie reuig zu dir fleh'ten, Hörst du doch ihr flehen nicht und verbirgst, wie oft sie beten, Dein erbarmend angesicht. Sündern, welche brüder hassen, Kannst du keine schuld erlassen. 7. Wenn andre sich an mir worin vergehen, So lehre mich, ihr unrecht übersehen; Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, An dich gedenken. 3. Wie dein herz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat; Wie der todesüberwinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der christ verzeihen, Und sich nicht auf rache freuen. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem herzen Auf's neue das 4. Ach, wir alle sind vergedächtniß jener schmerzen, Die brecher, Häufen alle schuld auf du in deinen schweren leidens- schuld; Du, der sünden ernster stunden Für mich empfunden. rächer, Habe noch mit uns geduld! Sei uns gnädig, daß wir leben, und vergieb, wie wir vergeben. 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Den, der mir flucht, voll großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen. 5. Wir geloben's dir mit freuden, Willig wollen wir verzeihn, Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrei'n, Täglich vor dein antlig treten Und auch für die feinde beten. 6. So heilige denn meiner feele triebe, Mein heiland, durch den geist der wahren liebe, Daß nie die unglücksel'ge lust der rache Mich strafbar mache. 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren: Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, Auf dich dann sehen. 6. Stärke, vater, alle frommen, Treu zu bleiben dieser Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. 519 pflicht! Wenn wir in ver- volks verbrechen Dann dein suchung kommen, So besiege sie blut versöhnend sprechen! ums nicht, Laß sie uns gewaffnet finden, Daß wir schnell sie überwinden. 8. Heil uns! Gott verzeiht uns fündern, Geht nicht mit uns in's gericht, Nimmt uns 7. Mach' in unserm ganzen auf zu seinen findern, Zürnet leben Deinem sohn uns gleich mit uns ewig nicht. Laßt uns gefinnt! Dann vergieb, wie beten, laßt uns kämpfen, Alle wir vergeben Allen, die uns rach' in uns zu dämpfen! schuldig sind! Laß für deines ( 100) f. Von der Liebe der Feinde. Mel. Ach Jefu, meiner seelen freude.| gehen, Ihr unrecht wiederum 674. Wenn dich christ! dein nächster fränket Und tag und nacht d'rauf sinnt und denket, Wie er dir könnte schädlich sein: So überlaß dich nicht der rache, Befiehl dem höchsten deine sache Und lerne, christlich ihm verzeihn. 5. Des Jesu, der befiehlt zu segnen, Wenn andre übel mir begegnen, Und mir ein frecher lästrer flucht, Des Jesu, der befiehlt zu lieben, Wenn mich mein nächster zu betrüben Muthwillig und mit vorsatz sucht; 2. Sprich: wär' ich noch so groß auf erden, Könnt' ich doch nicht entledigt werden Von dieser großen christenpflicht. 6. Des Jesu, der schmach, freuz und plagen Mit sanftmuth und geduld getragen, Nicht, die ihn schalten, wieder schalt, Der selbst in bittern Der stand verändert nicht die todesnöthen Für seine mörder triebe, Verbietet allgemeine liebe Auch gegen den geringsten nicht. noch gebeten, Mit bösem böses nie vergalt: 3. Sprich: wär' ich, meinen 7. Sollt' ich nun als sein feind zu schwächen Und, meine jünger hassen, Mir zorn und schmach an ihm zu rächen, Auch wuth gefallen lassen, Unedler mächtig g'mug; wär's darum rachsucht sclave sein, So müßt recht? Nein, mein beruf in diesem leben Ist, meinen feinden zu vergeben, Denn ich bin meines Jesu knecht, ich Jesu wort verachten Und nicht, ihm gleich zu werden, trachten, Denn wer ihm folgt, der muß verzeihn; 4. Des Jesu, dessen wort mich lehret: Mensch, dein gebet 8. So müßt' ich seines jochs mich schämen, Das er mich wird nur erhöret, Die schuld heißet anzunehmen, Das sanft dir nur erlassen sein, Wenn du ist, wie er selbst es nennt; So enn dich, o verzeihn; wirst denen, die dich schmähen, würde ich, gedrückt von fünden, Und fehler wider dich be- nie die gewünschte ruhe finden, 520 Von den besonderen Pflichten gegen den Nächsten. Darnach sich meine seele sanftmuth sehn Und auch in sehnt. meinem letzten leiden Für meinen feind um segen flehn; Denn den zu segnen, der mir flucht, Das ist des glaubens beste frucht. 9. Drum will ich segnen den, der fluchet, Den lieben, der mein unglück suchet, Und all'zeit wohl thun meinem feind; Kann ich ihn gleich dann nicht erweichen, Den zweck der liebe nicht erreichen: So bleibet dennoch Gott mein freund. Mel. Gott vater, sende deinen geist. hr, die ihr mich verfolgt und schmäht, Hört mein inbrünstiges gebet: Herr, segne, die mir 676. Shr, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 675. Vou on Gott und menschen ganz ver- fluchen; Laß, wenn man meine Laffen, Rief Jesus noch am seele haßt, Mich dieses joch freuz zu ihm: ,, Vergieb, Gott, und diese last Froh zu ertragen denen, die mich hassen, Und suchen! straf' sie nicht in deinem grimm, Denn was sie thun, verstehn sie nicht, Drum halte, Herr, noch nicht gericht": 2. Du hilfft uns, Herr, aus aller noth. Wenn der verfolger macht mir droht, Lehr' mich, die feinde segnen Und wenn mit überlegter list Ein Judas mich verräth und küßt, Ihm freundlich doch begegnen. 3. Die unschuld spricht uns trost in's herz, Sie weiß den unverdienten schmerz zu lindern, zu versüßen. Das ist mein trost bei hohn und spott: Im himmel du, mein gnäd'ger Gott, In mir ein froh gewissen. 2. So rief mein Jesus beim verscheiden, So seufzte er in seiner noth, So bat er in den größten leiden Für die, die sich nach seinem tod Mit frecher ungeduld gesehnt, Die ihn verflucht, verschmäht, verhöhnt. 3. Litt er, der richter selbst, gleich schmerzen, Und jauchzten seine feinde sehr, So fand in seinem sanften herzen Doch keiner rachsucht trieb gehör; Die ihn mit freuden sterben sahn, Die sah er mit erbarmung an: 4. Mein Jesu, so laß mich auch lieben, Die mir nach meinem frieden stehn, Laß denen, die mich oft betrüben, Von Gott vergebung mich erflehn; Denn selig ist, wer wie du liebt, Weil Gott ihm seine schuld vergiebt. 5. Sein heilig beispiel lehre mich, Geduldig sein und brüderlich Mit feinden umzugehen. Wenn fleisch und blut sich in mir regt, Der stolz zur rache 5. Soll ich dereinst von hin- mich bewegt, Laß, Herr, auf nen scheiden, Laß mich auf deine dich mich sehen. 4. Trug nicht der heiland fremde schuld Mit überschwänglicher geduld? Er schalt nicht, da er litte; Im todeskampf, am freuzesstamm War er geduldig, wie ein lamm; Vergieb! war seine bitte. Vom Kreuz der Christen. 521 6. Nicht haß und feind- Ein gut gewissen sei mein schaft, rache nicht, Nein, seg- ruhm, Und ein rechtschaff'nes nen, das ist meine pflicht. christenthum Mein eifrigstes Herr, laß mich gern vergeben! beſtreben. ( 74) 27. Vom Kreuz der Christen. Mel. Ach Jesu, meiner seelen freude.| dich zu leiden an. Der neid s lebt 677.& ficher auf erden, Die bosheit deiner tugend Vollkommen glücklich hier zu fluchen, Dir schaden, wann und werden; Denn alle lust der wo sie kann. welt vergeht, Und tausend un6. So lebe denn nicht für verhoffte leiden Verscheuchen die erde; Ertrage jegliche beplöglich seine freuden, So wie schwerde Mit muth, weil sie der wind die spreu verweht. vergänglich ist, Denn nach dem herbesten geschicke Kommt der zum ewig bessern glücke, Der hier den reiz der welt vergißt. 2. Es ist kein glück, kein stand zu finden, In welchem nicht die macht der fünden Verwirrung und verdruß erzeugt. Der thron selbst bleibt nicht unerschüttert, Und mancher große könig zittert, Wenn sich der arm des höchsten zeigt. 7. Sieh', aller werth der ird'schen dinge Und alles leiden ist geringe: So lebe denn nicht für die welt, Und laß dein herz danach nicht schmachten, Vielmehr nach Gottes reiche trachten, Darin nichts deiner wohlfahrt fehlt. 3. Mit allen kräften, allen gaben, mit allen schätzen, die wir haben, Wird kein vollkomm- 8. Wahr ist es, sich unschulnes glück gemacht. Heut' steht dig wissen, Und dennoch immer man, morgen kann man fallen. leiden müssen, Kränkt ein emSo lange wir auf erden pfindungsvolles herz; Allein, wallen, Folgt jedem tage eine auch wissen, daß die plagen nacht. Sich endigen nach wenig tagen, 4. Mit unverwundetem ge- Dies heilt und lindert deinen wissen Leb', sterblicher, der welt schmerz. entrissen, Der welt und ihrer 9. So leide denn und laß eitelkeit; Leb' ruhig und mit hienieden Nie durch ein unglück dem zufrieden, Was dir die dich ermüden, Mensch, fromm vorsicht hat beschieden, Leb' und tugendhaft zu sein; Denn glücklich eine lange zeit. einst, einst muß der tag er5. Nur denk' nicht, daß es scheinen, Wo keine tugend mehr immer glücke, Erwarte trübsal, wird weinen, Sich keine bosmensch, und schicke Bei zeiten heit mehr wird freu'n. 522 Vom Kreuz der Christen. 10. So leide denn mit dem| seele trost und rath Bei dir gedanken, Nicht auf der tugend all'zeit gefunden hat, Und feibahn zu wanken; Sei stets be- ner je verlassen ist, Der auf reit zu größerm leid, Denn dich hofft, Herr Jesu Christ. hier ist keine zeit der freuden; 3. Du bist der große wunErst dann, wenn wir von dermann, Das zeigt mir schon hinnen scheiden, Lohnt Gott uns nach gerechtigkeit. dein name an. Herr, unbegreiflich ist die huld, Die auf sich nahm der fünder schuld, Die dich bewog, durch deinen tod Uns zu erlösen aus der noth. 11. Hier ist der ort, dein herz zu prüfen, Und groß sind seiner gottheit tiefen; Was er thut, das ist wohlgethan; Er führet dich auf rauhen wegen, Den grund zu deinem heil zu legen, Drum bete seine vorsicht an. 12. Salt' an mit beten und mit flehen und laß dein herz sich nicht vergehen, Der vorsicht rathschluß zu verschmähn. Wer weiß, ob du bei guten tagen Nach Gott und tugend würdest fragen, Nicht oft aus Gottes wegen gehn. 13. Nun, so mag alles unglück toben; Ich will des herren namen loben, Auch leidend bleibe ich sein knecht. Ich will auch in den größten plagen, Mein Gott, nicht über unrecht flagen, Denn du, Herr, bist und bleibst gerecht. 4. Ich trau', mein hort, auf dich allein; Dein name soll mir tröstlich sein: Kein leiden wird mir dann zu schwer, Denn du erfreuest mich einst mehr; Kein elend, keine noth noch pein Wird mir alsdann zu heftig sein. 5. Verschmachtet mir gleich seel' und leib, Ich weiß die stätte, wo ich bleib'. Mein glaube hält sich, Herr, an dir; Kommt gleich der tod, was schadet's mir? Ich bin mit leib und seele dein, Drum kann kein tod mir schrecklich sein. 6. Die welt ist voll betrug und list; Du bist getreu, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; Dein gnadenbund steht ewig fest; Du bist mein frommer, treuer hirt, Der ewig mich behüten wird. Mel. Vater unser im himmelreich. 7. Du, Jesu, bist mein ehr' 678. Ach Gott! wie man- und ruhm, Du meine luſt, mein ches herzeleid Begegnet mir in dieser zeit! Der schmale weg ist trübsalsvoll, Den ich zum himmel wandeln soll. Wie oft verscherzt mein fleisch und blut Mein wahres heil, mein höchstes gut. eigenthum. Wer zeigt es je nach würden an, Wie hoch dein nam' erfreuen kann? Ein christ, der wahren glauben hat, Der wird's erfahren in der that. 8. Drum hab' ich oft bei mir gedacht, Wenn du mich nicht 2. Wo wende ich mich denn zu dir gebracht, So wollt' ich, mun hin? Zu dir, Herr Jesu, daß ich nimmermehr An's tagessteht mein sinn, Weil meine licht gekommen wär'; Denn Vom Kreuz der Christen. 523 wer hier lebet ohne Gott, Der| für die freuden, Führst uns zur ist gewiß lebendig todt. trübsal, thust uns weh' Und führst uns wieder in die höh': So wechselt es im leben. 9. Du bist mir über alles werth, Mein höchster trost auf dieser erd'. Was sind die schätze dieser welt, Wenn man sie dir zur seite stellt? So oft ich nur gedent' an dich, So oft ergößt die seele sich. 3. Du kannst gewiß recht wunderbar Die liebsten finder führen. Wer leben soll, kommt in gefahr, Das leben zu verlieren. Du hilfft ja manchem sehr empor, Und ließest eben den zuvor Spott und verachtung dulden. 10. Wenn meine hoffnung steht zu dir, So fühl' ich freud' und trost in mir; Wenn ich in nöthen bet' und sing', So wird mein herz recht guter ding'; Mein geist empfindet, daß dabei Des ew'gen lebens vorschmack sei. 4. Das hat selbst dein geliebter sohn Erfahren hier auf erden; Er mußte ja durch spott und hohn Zuvor erniedrigt werden; Er ging durch trübsal, angst und noth, Ertrug den schweren kreuzestod; Da ward er erst erhöhet. 11. Drum trag' ich gleich des freuzes joch, So folg' ich dir, Herr Jesu, doch. Mach' mich nur selbst dazu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf, daß ich diese pilgrimsbahn Zur seligkeit vollenden kann. 12. Behüte mich vor schwerer sünd' Und laß mich wandeln als dein find; Erhalte mich im glauben rein, So leb' und sterb' ich dir allein. Ach, nimm mich bald aus dieser zeit zu die in deine herrlichkeit.( 77) 6. Ach, vater, gar zu felten pflegt Es die vernunft zu gläuben, Daß wir, wenn deine hand gleich schlägt, In deiner gnade bleiben. Uns dünket in der leidenszeit, Es könne liebe und 679. Ach treuer Gott, all- auch leid Zugleich ja nie beſtehen. güt'ges herz, Deß güte sich nicht endet, Ich weiß, daß diesen herben schmerz Mir deine hand zusendet; Ich weiß, Herr, daß du diese last Aus liebe mir beschieden hast, Und nicht aus zorn und rache; 7. Herr, dieser zweifel müsse mir Im leiden nie den glauben, Nie meine zuversicht zu dir, Als meinem bater, rauben! Erhalte mich, o starker hort! Und gieb mir kraft aus deinem wort, 3u leiden ohne murren. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. 5. Hat nun dein sohn, der doch gerecht, So willig sich ergeben, Wie sollt' ich armer fündenknecht Unwillig widerstreben? Er ist der spiegel der geduld, Und wer sich sehnt nach seiner huld, Der muß ihm ähnlich werden. 2. Denn das ist weislich dein gebrauch, Wer kind ist, muß auch leiden, Und wenn du liebst, so stäupst du auch, Schickst trauern 8. Bin ich ja schwach, laß deine treu' Mir an die feite treten; Hilf, daß ich unverdrossen sei Zum seufzen, flehn und beten. 524 Vom Kreuz der Christen. So lang' ein herz noch hofft| freudenöl, Das Gott vom himund gläubt Und im gebet be- mel schicket, Erfreue mich, denn ständig bleibt, So wird es meine seel' Wird nur durch dich nicht bezwungen. erquicket! Gieb mir, o geist der herrlichkeit, Den vorschmack von der seligkeit, Worauf ich gläubig warte. 15. Ach, laß mich schauen, wie beglückt Und herrlich sei das leben, Das du, wenn trübsal nicht mehr drückt, Den deinen dort wirst geben, Das leben, gegen welches man Die welt gar nicht vergleichen kann Mit allen ihren schätzen. 9. Greif' mich auch nicht zu heftig an, Damit ich nicht vergehe. Du weißt wol, was ich tragen kann, Und wie es um mich stehe; Du weißt, Herr, meine fraft ist flein. Soll noth und schmerz noch größer sein, So fall' ich hin und sterbe. 10. Ach, Herr, der du gestorben bist Der welt und mir zu gute, Du weißt es selbst, was trübsal ist, Und wie dem sei zu muthe, Den freuz und großes unglück plagt; Drum wirst du, was mein herz dir flagt, Gewiß zu herzen nehmen. 11. Ich weiß, du wirst in deinem sinn Selbst mitleid mit mir tragen, Und mir, der ich sonst hülflos bin, Nicht hülf' 16. Daselbst wirst du in ew'ger lust Auf's beste mit mir handeln, Mein freuz, das mit und dir bewußt, In herrlichkeit verwandeln; Da werde ich nach langer pein Vor deinem antlig fröhlich sein: Das glaub' ich, hilf mir! Amen!( 51) und fraft versagen. Ach, reiche Mel. Jch armer fünder komm' zu dir. deine starke hand, Auf daß ich 680. Bar meinen gnadenstand Bewahre und nicht falle. armherziger, getreuer Gott, Gedent' an deine worte! Du sprichst: 12. Sei du mein trost! wer ,, ruf' mich an in der noth Und kann, wie du, Der seele neues flopf' an meine pforte, So will leben, Dem bangen geist er ich dir errettung hier Nach deiwünschte ruh', Dem schwachen nem wunsch erweisen, Daß mich fräfte geben? Dein beistand dein mund aus herzensgrund Mit freudigkeit soll preisen." macht uns unverzagt, Selbst wenn uns großer fummer plagt, 2. Befiehl dem Herrn stets Macht er getrost und freudig. früh und spat Getrost nur deine 13. Darum will ich nach sachen; Bei ihm ist beides, rath deinem rath Und wohlgefallen und that; Er weiß es wohl leiden; Nur laß mich, Herr, zu machen; Wirf auf ihn hin, an deiner gnad' Auch als ein was deinen sinn, Und was dein schäflein weiden, Daß ich im herz betrübet. Er weiß gar glauben die geduld Und durch wohl, wie er die soll Beschützen, geduld, Gott, deine huld, Durch's die er liebet. freuz bewährt, behalte. 14. O heil'ger geist, du 3. Der fromme vater wird sein find In seine arme faffen, Vom Kreuz der Christen. 525 Und die gerecht und gläubig soll es lachen. Es muß ein sind, Nicht stets in unglück lassen; Er ist bereit zu jeder zeit Zu helfen, wenn wir beten Und in der noth zu unserm Gott Mit zuversicht hintreten. christ, weil er hier ist, Den weg durch dornen wallen; Doch steht ihm bei des höchsten treu' Und hilft ihm aus dem allen. 9. Ich habe einen augenblick 4. Ach, treuer hort, wie tröst- Dich, liebes find, verlassen; lich klingt, Was du versprichst Sieh' aber, welch ein großes den frommen:„ Ich will bei glück! Wie kann dein Herz es dem, was fummer bringt, Ihm fassen! Ich will dir schon die selbst zu hülfe kommen; Er freudenkron' Aus gnaden einst liebet mich, drum will auch ich verehren; Dein freuz und leid Ihn lieben und beschützen; Er soll sich in freud' Und ew'ges soll allhier, geschützt von mir, heil verkehren. Getrost und ruhig sizen." 10. Ach, Herr, du bist und 5. Der Herr ist allen from- bleibest wol Getreu in deinem men nah' Und läßt sich gnädig sinne; Darum, wenn ich ja finden; Wenn sie ihn rufen, ist kämpfen soll, So gieb, daß ich er da, Hilft fröhlich überwinden; gewinne. Leg' auf die laft, die In aller noth ist er ihr Gott, du mir haft Beschlossen aufzuLäßt sie nicht unterliegen; Er legen; Doch gieb dabei, daß hilft und schafft durch seine sie nicht sei Gar über mein fraft, Daß sie beständig siegen. vermögen. 6. Fürwahr," spricht Chri- 11. Herr, deine hand ist groß stus, wer mich ehrt Und mei- von kraft; Sie ist es zwar, die nem worte gläubet, Der wird stürzet, Doch aber auch, die von seinem Gott erhört, Der hülfe schafft, Und ist noch unstets wahrhaftig bleibet." So verkürzet. Herr Zebaoth wirst eilet dann und ruft ihn an! du, mein Gott, Genannt zu Wer bittet, wird empfangen, deinen ehren, Bist groß von Und wer da sucht, wird viele rath, stark in der that Und frucht zu seinem heil erlangen. niemand kann dir wehren. " 7. Was saget jener richter 12. Du bist der trost in Israel, dort? Ich muß die wittwe Und gern hilfft du, Gott, allen: hören, Weil sie mich dränget So gieb denn auch, daß meine immerfort!" Wird Gott sich seel' Nicht sinken mög' und denn nicht fehren Zur frommen schaar, die in gefahr Bei nacht und tage schreiet? Sein treuer sinn beweget ihn, Daß rettung er verleihet. fallen. Ach, stelle dich nicht gegen mich, Als wie ein gast im lande. Bist du ein held, dem muth entfällt, Der weicht mit spott und schande? 8. Fühlt der gerechte schmerz 13. Nein, Herr, ein solcher und pein, Will Gott ihn fröh- bist du nicht. Mein glaub' ist lich machen, Er will dem her- fest gegründet, Daß, wer dir zen tröstlich sein, Nach weinen traut voll zuversicht, Auch hülfe 526 Vom Kreuz der Christen. bei dir findet; Stets schaffest 5. Ist jemand heute guten du den deinen ruh' Und rath, muths Und freut sich seines wie du verheißen; Du bist be- großen guts, Wie plöglich ist reit zu rechter zeit, Sie aus der noth zu reißen. oft sein gewinn, Wie schnell sein ganzes glück dahin! In cinem augenblick fällt oft Des men14. Nun, Gott, ich rufe flehentlich Und flopf' an deine schen wohlstand unverhofft. pforte. Ach, höre doch und 6. Ist jemand fromm und rette mich! Ich traue deinem flieht die welt, Liebt er Gott worte. Hilf, Herr, hilf mir, so mehr als gut und geld, So will ich dir Hier freudenopfer wird verachtung, spott und hohn bringen Und dann auch dort Ihm oftmals von der welt zum dir immerfort Dank, Lob und ehre bringen. ( 51) lohn. Wer mit der welt nicht heucheln kann, Den sieht man nicht für weise an. Mel. Vater unser im himmelreich. 681.3 ch hab' oft bei mir selbst gedacht, Wenn ich den lauf der welt betracht': Ist auch das leben auf der erd' Wol gut und unsers wunsches werth? Und ist nicht der sehr wohl daran, Der früh die welt verlassen kann? 7. Sa, es ist wahr, wir leben nie Ganz frei von aller sorg' und müh'; Auf jeden christen leget Gott Sein theil von fummer und von noth; Doch ist's unleugbar, daß ein christ Troy aller leiden glücklich ist. 2. Denn ist wol ein beruf und stand Uns in der ganzen welt bekannt, In dem der mensch nicht früh und spat Viel mühe, noth und plage hat? Ist auch ein ort, der fummerfrei Und ohne last und sorgen sei? 8. Wer nur an seinen heiland gläubt Und nur im guten treu verbleibt, Dem kann fein unglück, keine pein Im ganzen leben schädlich sein. Geht's ihm nicht all'zeit, wie es soll: Wie Gott es fügt, ist alles wohl. 3. Ist wol in unserm lebenslauf Auch nur ein tag von jugend auf Ganz frei von allem ungemach? Hat nicht ein jeder seine plag'? Die freude, die das Herz erfüllt, Ist sie nicht oft von angst umhüllt? 9. Hat er nicht gold, so hat er Gott, Frägt nicht nach böser leute spott, Verwirft mit freuden und verlacht Der welt verkehrten stolz und pracht; Sein ruhm ist tugend und geduld, Und seine ehre Gottes huld. 10. Er weiß, daß ihm sein Gott getreu, Daß er ihm freund und bater sei, Und daß sein 4. Hat jemand glück und gute zeit, Ach Gott, wie eifert gnadenbund besteh', Wie übel dann der neid! Hat jemand es ihm auch ergeh', Daß er ihn ehr' und große würd', Ach, mit nie im zorn betrübt Und bei wie großer last und bürd' Ist dem härtsten freuze liebt. der, den man vor andern ehrt, 11. Laß alles fallen, wie es Vor andern auch dabei beschwert! fällt; Wer Gott zu seinem Vom Kreuz der Christen. 527 freund behält, Der bleibet als Wenn schwermuth an dein herz ein held bestehn, Wenn erd' und sich wagt, Erheit're dein gehimmel untergehn; Wenn ihn müthe. Du weißt, auch dich liebt gleich alle welt verläßt, Steht väterlich Der vater aller güte. ihm doch Gottes wahrheit fest. 2. Kein Leiden fommt von ohngefähr; Dein Gott schickt dir es zu, und er Zeigt sich in seinen wegen So groß von rath, als groß von that Und reich an gnad' und segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, Sucht, wenn er dich durch freuz betrübt, Das wahre heil der seele. Weckt dich, daß nicht zu deiner pflicht Dir lust und eifer fehle. 4. Das freuz beugt stolz und übermuth, Erstickt der wollust wilde glut, Bricht die gewalt der sinne, Erweicht das Herz, daß fremder schmerz Dein mitleid nicht gewinne. 5. Auch übt das kreuz dich zur geduld, Erhöht den werth von Gottes huld, Stärkt mächtig dein vertrauen, Lehrt bei verlust dich nun mit lust Auf's unsichtbare schauen. 6. Des leidens hig' entflammt dich stets zu größ'rer inbrunst des gebets Und läutert deinen glauben, Und nicht leicht kann verführung dann Dir deine krone rauben. 7. Zwar stört das leiden deine ruh', Mit bangen thränen säest du Und unter viel beschwerden: Christ, hoffe doch! es wird dir noch Zur reichen ernte werden. 8. Verschmerzt ist leicht ein irdisch leid; Kurz ist der augenblick der zeit, Doch ewig, ewig währet Dort ein genuß ohn' überdruß, Wie ihn der geist 12. Des höchsten wort dämpft alles leid Und kehrt's in lauter luft und freud', Benimmt dem freuz die bitterfeit, Wirkt ruhe und gelassenheit Und wehret, daß die trübsal nie zu großes trauern nach sich zieh'. 13. Drum weiß ich, wenn auch gleich fein christ Ganz frei von allen sorgen ist, So bleibt doch Gottes gnad' und heil In aller noth sein trost und theil, und keine trübsal, keine pein Kann seiner seele schrecklich sein. 14. Gleichwie das gold durch's feuer geht Und auch in großer hig' besteht: So bleibt, wer Gott im glauben ehrt, In allem leiden unversehrt. Ein find bleibt jeines vaters find, Ob's gleich des vaters zucht empfind't. 15. Drum hoff' ich freudig voll geduld Auf meines Gottes vaterhuld. Ich weiß es, seine züchtigung Dient stets zu meiner heiligung, Und was von Gott kommt, endigt sich Gewiß zum wahren heil für mich. 16. So lange Gott will, lebe ich, In seinen rath ergeb' ich mich. Ich weiß, nach dieser prüfungszeit Komm' ich zu jener herrlichkeit, Wo Christus dem, der ihn hier liebt, Ein ewig selig leben giebt.( 51) Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. Un 682. Jei unverzagt! begehret. trübsal, christ, 528 Vom Kreuz der Christen. 9. Auch bleibet stets dein die last zu schwer, Stürzt mit Gott getreu, Steht dir als jedem tage Eine neue plage Ueber vater liebreich bei, Sorgt, daß dich daher, Weicht das glück er dich erquicke; Er schafft dir stets mehr zurück, Scheint's rast, daß deine last Dich nie ganz niederdrücke. dich nicht mehr anzulachen, Wohl wird's Gott doch machen. 4. Bürden abzunehmen, Hilft nicht angst noch grämen, Schafft auch keine rast. Ungeduld macht bürden, Die dir leicht sein würden, Erst zur felsenlast. Bagend herz, zähm' deinen schmerz! 11. Durch trübsal sind zu Drückt die bürde schon die aller zeit Die frommen in die schwachen, Wohl wird's Gott herrlichkeit, Gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger ruh' Die frone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich wie sie, Gleich ihnen bet', und zage nie, Denn Gott erhört dein flehen. Bald weicht dein leid; zu seiner zeit Wird dich dein Gott erhöhen. Mel. Jesu, meine freude. 6. Herrlich ist die frone, Die 683.Chrift, aus deinem der christ zum lohne Seiner herzen Banne gram treu' empfängt. nichts und schmerzen! Schöpfe neuen selbst verschuldet, Und dann muth! Wenn schon kreuz dich froh erduldet, Was dein Gott drücket: Gott ist's, der es schicket; verhängt! Sieg' als held! mag Was er schickt, ist gut. Wenn doch die welt Deiner hoffnung dich noth ringsum bedroht, Sor- spöttisch lachen, Wohl wird's gen stets mit dir erwachen, Gott doch machen. Wohl wird's Gott doch machen. 2. Soll die wahrheit schweigen, Drohet ihren zeugen Der verfolgung schwert; Will man deinen glauben Dir vom herzen rauben: Fleh' zu Gott, er hört. Schäumt voll wuth schon fluth mein ziel. Wunderbar mag auf fluth Wider dich der hölle rachen, Wohl wird's Gott doch machen. 7. Nun so soll es bleiben: Ich will nie mich sträuben, Stets Gott folgsam sein; Stets, im tod und leben, Bleib' ich Gott ergeben; Ich bin sein, er mein; Was er will, sei stets Gott es machen, Wohl wird er's doch machen.( 134) 3. Sft der himmel trübe, 684. Dem en mil Mel. Befiehl du deine wege. Herrn will ich vertrauen, Wankt der Wird 10. Verbirgt er auch sein angesicht, Dies raube deinen muth dir nicht; Gott kann sein find nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. doch machen. 5. Du führst Christi namen; Christum nachzuahmen, Das ist deine pflicht. Werde nicht erschüttert, Wenn die erd' erzittert Und der himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Laß rings um dich wetter frachen, Wohl wird's Gott doch machen. Vom Kreuz der Christen. 529 Verlassen mich auf Gott, Auf und ihre plage, Ihr ganzer sand nicht schlösser bauen, Nicht lebenslauf Löst sich am letzten zagen in der noth. Gott ist's, tage Zu himmelsfreuden auf. der mich geführet, So lang' ich denken kann: Er, der die welt regieret, Nahm sich auch meiner an. 2. Bei ihm ist himmel, erde Und mensch und engel gleich; Er spricht: ,, vergeh' und werde!" Zum wurm und königreich; Er straft und kann behüten, Denn sein ist rach' und lohn; Hier läßt er donner wüthen, Dort läßt er sie nur drohn. 7. Hinweg mit bangen pla gen, Mit gram und ungeduld! Durch zweifelmuth und zagen Häuft sich die fündenschuld. Wir mehren unsre schmerzen, Bergrößern unsre pein Und flößen unserm herzen Geheimes gift nur ein. 3. Ihr thränen, die ich weine, Seid bloßer understand; Wenn ich verlassen scheine, Hält mich des höchsten hand. Was heut' ich unglück nenne, 8. Wie tröstlich sind die lehren, Die Gottes wort mir giebt! Mein flehn will Gott erhören! Gott züchtigt, den er liebt. Nach trüben augenblicken Geh' ich zur frohen ruh'; Dem geist winkt mit entzücken Die schaar der sel'gen zu. 9. Kurz sind der christen Ist morgen schon mein glück. leiden, Kurz ist die prüfungsIch, der ich mich nicht kenne, zeit, Nicht werth der ew'g gen Kenn' ich wol mein geschick? freuden Und der unsterblichkeit. trost, wie kannst du trösten, Wie sehr das Herz erfreu'n! 4. Wenn aber trübe stunden, Wenn mancher schwüle tag, Wenn hier geheime wunden, Ich Und wenn dort schlag auf schlag Und schrecken schnell auf schrecken Den untergang mir drohn, Ist Gott mir stab und geh' mit den erlösten Zur ew'gen freude ein.( 74) Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. ſtecken Und schild und großer 685. Fest glaub' ich, daß, mir ge 5. Mit Gott tret' ich auf drachen, Auf ottern kann ich gehn, Ich kann voll muth den rachen Der Löwen offen sehn. Schlagt wellen nur zusammen, Es blitz' auf mich daher; Der Herr bedroht die flam- seine pfade. men, Sein wint regiert das meer. schieht, Zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein Gott beschied, Wenn's noch so traurig schiene. Allweisheit ist, Was Gott beschließt; Allweisheit so wie gnade, Sind alle 2. Schon hat, seit erd' und himmel stehn, Sein regiment 6. Den frommen, die Gott gewähret, Und niemals hat lieben, Ist alles seligkeit; Jhr noch ein versehn Sein regiment jauchzen und betrüben, Ihr entehret: Nein, was er thut, siegen und ihr streit, Ihr glück Ist alles gut, Ist seines 34 Vom Kreuz der Christen. 530 namens ehre, Wenn's noch so dunkel wäre. 3. Wie war die kleine zahl betrübt, Als Jesus scheiden wollte, Weil den, den sie so hoch geliebt, Ihr herz nun missen sollte! Was weinen sie? Sie hätten nie, Wär' er nicht hingegangen, Des geistes gab' empfangen. Gott; Er kann ja ohne maž uns nicht versuchen; Er bleibet doch dein vater in der noth. Da er dich segnet, kann er dir nicht fluchen, Denn höre nur, wie er so freundlich spricht: Verzage nicht!" 2. Bedente wohl, daß du berufen bist, In Gottes reich durch trübsal einzugehen. Du glaubest ja, du sei'st ein wahrer christ; Drum muß man auch von dir die probe sehen, So lang' es geht nach deinem fleisch und blut, Steht es nicht gut. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind Gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist ihm durch die gelungen; Denn selbst der schmerz Heilt oft das herz Von schädlichen gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 5. Ich weiß, was auch für elend dräut, Daß er doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem Sohne. Wie könnte der, Der 3. Du hast vielleicht genug vom freuz gehört, Du hast vielleicht auch viel davon ge lesen, Doch haftet mehr, was die erfahrung lehrt; Denn wer in dieser schule selbst gewesen Und drin bewähret ist, dem mich so sehr In Jesu wollte wird zu theil Kraft, trost und lieben, Von herzen mich betrüben? heil. 6. Gott, führe mich denn, wie du willst; Dir hab' ich mich ergeben. Wenn du dich gleich in dunkel hüllst, Sollt' ich zurücke beben? So wunderbar Der weg auch war, Den mich dein rath geführet, Du hast mich wohl geführet. 7. Zwar schien der weg, den ich erlas, Mir besser, doch ich irrte. Bald preis' ich selbst dich über das, Was erst den geist verwirrte: Drum fass' ich muth! Ja, er ist gut, Der freuzpfad, den ich gehe, Wenn ich's gleich nicht verstehe. 686. 4. Eh' Joseph steigt bis an Egyptens thron, Muß er zuvor den finstern ferker sehen. Eh' David kommt zu der verheiß'nen fron', Muß er mit schmach umher verlassen gehen. Hiskias wird erst nach der sterbensnoth Befreit vom tod. 5. Dein Jesus selbst geht dir zum beispiel vor; Der mußte ja auf erden vieles leiden, Bevor er stieg zur herrlichkeit empor, Wo er nun hat und giebt die ew'gen freuden. Wer treulich kämpft, trägt einen gleichen lohn Zuletzt davon. 6. Drum hoffe nur auf Gott getroft und fest; Er r wird es thun, bleibt dein vater, der es red der fromme, trene lich meinet; Er hat gesagt, Vom Kreuz der Christen. 531 daß er dich nicht verläßt; Und erquickt, Und durch seine starke wenn es gleich zuweilen anders hand Hat der Herr mein leid scheinet, So sieht er doch auf gewandt. Neubelebt und freudich und denket dein, Dich zu dig sieht Mein sonst zagendes erfreu'n. gemüth Jetzt auf Gottes lieb' und güt'. 7. Noch mehr: sein wort verkündet liebe dir, Er spricht: ,, ich muß mich über dich erbarmen; Du hast sonst keinen helfer außer mir, Drum halt' ich dich in meinen gnadenarmen. Sei gutes muths! die hülfe ist dir nah', Dein trost ist da." 3. Hab' ich vormals angst gefühlt, Hat der gram mein herz durchwühlt, Hat der kummer mich beschwert, Hat der satan mich bethört: Ei so bin ich nunmehr frei; Gottes huld und vatertreu' Seh' ich wieder täglich neu. 8. Dir sei gedankt, mein 4. Nun erfahr' ich, schnöder Gott, mein fels, mein hort, feind, Wie du es mit mir geDaß du so gnädig deine kinder meint; Du hast mich mit list schonest Und ihre frömmigkeit und macht In dein neß zu nach deinem wort Mit reichem ziehn gedacht; Feind und störer segen hier und dort belohnest: meiner ruh', Mein verderben Dafür sei dir lob, ruhm suchtest du! Doch der Herr und dank gebracht Aus aller ließ es nicht zu. macht. ins!! 5. Ich erkenne deine list, 9. Gieb, daß auch wir, die Womit du erfüllet bist; Dut du so sehr geliebt, Dich stets belügst mir meinen Gott Und mit hoffnung und vertrauen machst seinen ruhm zu spott; ehren, Und standhaft meiden, Wenn ich seiner huld mich was dein Herz betrübt, Und freu', Bringest du mir zweifel deine gnade muß in zorn ver- bei Gegen seine vatertreu'. kehren; So werden wir im ganzen leben dein Und sterbend sein. ( 69) 6. Hoff' und wart' ich alles guts, Bin ich froh und gutes muths, Nimmst du mir aus meinem sinn Alle ruh' und freude hin. ,, Segne Gott in's angesicht," Sprichst du, er erhört dich nicht, wenn dir rath und trost gebricht." 7. Heb' dich weg, verlog'ner mund! Fest steht meines glaubens grund; Gottes wort be trüget nicht, Nein, das schöne helle licht Seines segens, seiner gnad', Welches er versprochen 2. Er, der leid und freude hat, Das erfahr' ich in der schickt, Hat mir meinen geist that. Mel. Abermal ist eins dahin. 687. Auf den nebel folgt die sonn', Auf das trauern freud' und wonn'; Auf des freuzes bitterkeit Wird das herz von Gott erfreut. Meine seele, die zuvor Muth und freudigkeit verlor, Hebet sich jetzt froh empor. 34* 532 Vom Kreuz der Christen. 8. Gott läßt feinen traurig| mein lebenlang Meinem Gott stehn, Noch ihn trostlos von mit lobgefang Hiefür bringen sich gehn, Der sich ihm zu preis und dank. eigen schenkt Und bei allem, was ihn fränkt, Auf den Herrn die Hoffnung setzt; Denn er findet doch zuletzt, Was ihm leib und feel' ergößt. 14. Allen jammer, alle noth, Die der ewig treue Gott Mir nach seinem weisen rath Auf der welt bestimmet hat, Will ich nun mit freudigkeit Auf mich nehmen allezeit, Wenn Gott über mich gebeut. 9. Wenn Gott das nicht gleich gewährt, Was des menschen wunsch begehrt; Ist viel- 15. Ich will gehn durch leicht die zeit doch nah'. Die angst und noth, Ich will gehen er dazu ausersah, Und gewiß in den tod, Ich will gehn in's zur rechten zeit, Sie sei nahe grab hinein Und in dir doch oder weit, Wird des menschen fröhlich sein. Du, Herr Jesu, herz erfreut. 10. Ach, wie oftmals dacht gingst vor mir Durch das kreuz ich doch, Da der leiden hartes zur himmelsthür; Ich, dein jünger, folge dir. ( 51) joch Schwer auf meinem halse lag, Und mir muth und trost gebrach: Gottes hand drückt Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. mich zu sehr, Meine last ist allzuſchwer; Nur den tod, nichts 688. Gott weiß es alles mehr! wohl zu machen; 11. Aber mein Gott wandt' Er hat nichts böses je gethan. es bald, Heilt und hielt mich| Wohl dem, der ihm in allen dergestalt, Daß ich, was jein sachen Nur glaubensvoll verarm gethan, Nimmer g'nugsam trauen kann und hält im glück preisen kann. Als ich weder und unglück still Und will, was hie noch da Einen weg zur Gottes weisheit will. rettung sah, War mir seine hülfe nah'. 2. Es fann fein unfall mir begegnen, Der ohne Gottes 12. Als ich furchtsam und willen sei; Auch kann mich berzagt, Von so vieler noth sonst nichts anders segnen, Als geplagt, Schon so manche liebe meines schöpfers gnad' und nacht Wachend traurig zuge- treu'; So komme freude oder bracht; Als ich keinen trost leid, Ich nehm' es an mit mehr fand, Half, Gott, deine dankbarkeit. starke hand, So daß aller tummer schwand. 3. Ich zähle täglich tausend proben Von meines schöpfers 13. Nun, so lang' in dieser gütigkeit, Die ich nicht alle welt Gott mein leben mir er- weiß zu loben In meiner unhält, Soll das, was an mir vollkommenheit, Daraus ich geschehn, Stets vor meinen sicher schließen kann: Was Gott augen stehn: Ich will all' thut, das ist wohl gethan. Vom Kreuz der Christen. 533 4. Er gab mir oft zu freu-| Dir stets beizustehen. Ruf' denzeiten Das heil herab in ihn an, Denn er kann Alles meinen schooß. So mag er unglück wenden Und dir hülfe denn auch freuz bereiten; Ich senden. weiß, er macht es nicht zu groß. Oft prüfet Gott durch freuz und pein, Ob wir be währte Christen sei'n. 5. Drum wünsch' ich mir in leid und freude Geduld und demuth jederzeit, Daß mich von meinem Gott nichts scheide, 6. Weine nicht! Gott sorgt Und dien' ihm in gelassenheit: für dich; Was kann dir wol Dann acht' ich weder wohl fehlen? Warum willst du noch weh', Wenn ich bei Gott in gnaden steh'. Mel. Straf' mich nicht in deinem zorn. 5. Weine nicht! Gott liebet dich, Wenn dich menschen hafsen, Dir zu schaden unter sich Manchen anschlag fassen. Gott schützt dich Väterlich; Bei gefahr und schrecken Wird sein schuß dich decken. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich, Wenn dein ganz vergeffen; Glaube, daß er väterlich Deine noth ermessen, Und die welt Eh' zerfällt, Eh' er dich wird hassen Oder gar verlassen. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, Scheint er gleich verborgen. Wirfst du nur geduldiglich Auf ihn deine sorgen, Reichet er Labsal her Und läßt nach dem weinen Seine sonne scheinen. ängstiglich Dich mit sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin; Er wird deine fachen Gut und besser machen. 7. Weine nicht! Gott tröstet dich, Wenn die thränen fließen; Endlich wird der tummer sich Ganz verlieren müssen. Durch den tod Stirbt die noth, Und wenn der erscheinet, Hast du ( 134) 689. W eine nicht! Gott lebet noch, Du betrübte seele! Fühlst du, daß ein hartes joch Dich auf erden quäle, Nur geduld! Got- ausgeweinet. tes huld Giebt uns nach dem leiden Wieder trost und freuden. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 690.W Lenn menschenhülf' nicht mehr erfreut, Ist Gott mit seiner hülf' bereit; Wenn niemand hilft, so hilft doch er; Er macht das leiden nie zu schwer. 2. Laß menschengunst doch nie allein Dein einziges vertrauen sein. Sehr selten ist ein solcher freund, Der es stets treu und redlich meint. 3. Nimm deine zuflucht nur zu Gott, Er rettet dich aus 4. Weine nicht! Gott höret aller noth; Such' ihn zum dich Und dein ängstlich flehen; freund, er fann allein Mit Er verspricht ja väterlich, seiner hülf' dir nüßlich ſein. 534 Vom Trost der Gerechten. 4. Ist er dir hold, so ist 5. Es geht doch, wie es ihm dein feind Sehr schwach, wie gefällt, Was sich ihm auch mächtig er auch scheint; Und entgegen stellt. Laß Gott nur sind der feinde noch so viel, machen, was er will, Und halte Gott setet ihrer bosheit ziel. seinem willen still. ( 8) 28. Vom Trost der Gerechten. 691. Mel. Nun danket alle Gott. sei, Und daß in allen fällen err, wenn ich nur Er mir zur Seite steh' Und dich hab', Was dämpfe fturm und wellen Und alles ach und weh'. frag' ich nach der erden! Mit dir kann ich auch nur 3. Der grund, da ich mich Im himmel fröhlich werden. gründe, Ist Christus und sein Verschmachtet seel' und leib, blut; Durch ihn seh' ich und So bist du doch mein heil; finde Das ew'ge, wahre gut. Du bleibst mein höchstes gut, Mein thun und ganzes leben Mein trost und bestes theil. Verdient nur fluch und tod; Was Christus mir gegeben, macht mich gerecht vor Gott. 2. Weg alle traurigkeit! Gottlob! ich habe funden, Was fräftig heilen kann Der sünden tiefe wunden: Mein Jesus lebt in mir, Weg alle seelennoth! Ich leb' in ewigkeit, Und dies versüßt den tod.( 107) 4. Wenn er nicht meine ehre, Mein glanz und schönstes licht Und meine Hoffnung wäre, So dürft' und könnt' ich nicht Vor Gottes augen stehen, Weil ich ein fünder bin; Ich müßte bald vergehen, Sein zorn riss' mich dahin. Mel. Befiehl du deine wege. 692.¹ ft Gott für mich, 5. Doch er hat ausgelöschet, so trete Gleich Was mit sich führt der tod; alles wider mich! So oft ich Er ist's, der mich rein wäschet, ruf und bete, Stärkt meine Macht schneeweiß, was blutfeele fich. Hab' ich das haupt roth; In ihm kann ich mich zum freunde, Und liebet mich freuen, Hab' einen Heldenmein Gott, Was schadet mir muth, Darf das gericht nicht der feinde Verachtung, neid scheuen, Wie sonst ein fünder und spott. thut. 2. Nun weiß ich, wem ich 6. Nichts, nichts fann mich traue, Und rühm' es ohne verdammen, Nichts nimmt mir scheu, Daß Gott, auf den ich meinen muth; Die höll' und baue, Mein freund und vater ihre flammen Löscht Christi Vom Trost der Gerechten. 535 theures blut. Kein unheil kann 12. Das ist mir nicht vermich schrecken, Nichts macht mich je betrübt, Denn Jesus will mich decken, Der mich als bruder liebt. borgen, Doch ich bin underzagt; Der Gott wird für mich sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es foste leib und leben Und alles, was ich hab', Ihm hab' ich mich ergeben, Von ihm laß ich nicht ab! 7. Sein geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen sinn, Vertreibet sorg' und schmerzen, Nimmt allen fum13. Die ganze welt vergehe! mer hin, Giebt segen und ge- Du stehst mir ewiglich; Nichts, deihen Dem, was er in mir was mir auch geschehe, Trennt schafft, Hilft mir das abba jemals mich und dich, Nicht schreien Durch seine gnaden- hungern oder dürften, Nicht fraft. armuth oder noth, Nicht furcht, selbst nicht vor fürsten, Nicht marter oder tod; 14. Nicht engel oder freuden, Nicht thron noch herrlichkeit, Nicht lieben oder leiden, Nicht angst noch traurigkeit, Nichts, was nur zu erdenken, Es sei flein oder groß: Deß feines soll mich lenken Aus 8. Und läßt sich schwachheit sehen, Vertritt mich dieser geist Mit seufzen, bitten, flehen, Das unaussprechlich heißt. Gott, dem der grund der herzen Und meine noth bewußt, Erhört es, hebt die schmerzen, Giebt trost und seelenlust. 9. Sein geist spricht meinem geiste Das süße trostwort deinem arm und schooß. zu, Daß Gott dem hülfe leiste, 15. Mein herz schlägt hoch Der bei ihm suchet ruh', Und vor freuden Und kann nicht daß er hab' erbauet Dort eine traurig sein, Sieht mitten in neue stadt, Wo herz und auge dem leiden Den nahen sonnenschauet, Was es gegläubet hat: schein. Die sonne, die mir 10. Da ist mein theil und lachet, Ist mein Herr Jesu erbe mir prächtig zugericht't. Christ; Das, was mich singen Wenn ich gleich fall' und sterbe, machet, Ist, was im himmel Fällt doch mein himmel nicht. ist. Verfließen meine stunden Hier gleich in traurigkeit; Ein blick auf Jesu wunden Versüßet alles leid. ( 51) Mel. Fröhlich soll mein herz besingen. ich 693. W mich grämen? 11. Wer sich mit dem verbindet, Den satan flieht und Hab' ich doch Christum noch. haßt, Wird oft verfolgt und Wer will mir den nehmen? findet So manche schwere last Wer will mir den himmel rauZu dulden und zu tragen, Ge- ben, Den mir schon Gottes räth in hohn und spott; Ja, sohn Beigelegt im glauben? oft sind freuz und plagen Sein theil bis an den tod: 2. Ich bin unter angst und nöthen Hülfelos, Arm und bloß 536 Vom Trost der Gerechten. Einst an's licht getreten, Nichts Nach dem schmerz Ewiglich nehm' ich auch von der erde ergößen. Hier ist kein recht Dann mit mir, Wenn ich ihr gut zu finden; Was die welt Einst entrissen werde. In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 3. Gut und blut, leib, seel' und leben Ist nicht mein; Gott allein Ist es, der's gegeben. Soll es denn nicht länger währen: Nehm' er's hin! Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein freuz zu tragen; Dringt herein Angst 11. Jesu, ursprung aller und pein, Sollt' ich drum ver- freuden! Du bist mein, Sch zagen? Der es schickt, der wird bin dein, Niemand soll uns es wenden; Er weiß wohl, scheiden. Ich bin dein, weil Wie er soll All' mein leiden du dein leben Und dein blut enden. Mir zu gut In den tod gegeben. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergößt; Sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit maßen Sein gericht. Er kann nicht mich so ganz verlaffen. 6. Satan, welt, der feinde rotten können mir nichts mehr 10. Was sind dieses lebens güter? Unbestand, Eitler tand, Kummer der gemüther. Dort, dort sind die edlern gaben, Wo mein hirt, Christus, wird Mich ohn' ende laben. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der tod aufreiben, Soll der muth Den noch gut Und voll glauben bleiben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, S mein licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd fangen. um= ( 51) hier Thun, als meiner ſpotten. 694. Seſu! meine freude, spotten, lachen! seelen Gott, mein heil, Kann in eil' weide, Du entziehst dich mir? Sie zu schanden machen. Ach, wie lang'! ach lange Ist dem herzen bange! Es verlangt nach dir. Gottes lamm, mein bräutigam, Außer dir soll mir auf erden Niemand lieber werden. 2. Unter deinen schirmen Bin ich von den stürmen Alles unglücks frei. Laß die feinde toben; Deine macht von oben Steht mir kräftig bei. In der noth bleibst du mein Gott; Ob gleich fünd' und hölle schrecken, Jesus will mich decken. 8. Kann uns doch der tod nicht tödten, Sondern reißt Unsern geist Aus viel tausend nöthen, Endigt dieses lebens leiden Und giebt mir Einst dafür Alle himmelsfreuden. 9. Dann will Gott mit 3. Drum will ich nicht bessern schätzen Unser herz scheuen Weder satans dräuen Vom Trost der Gerechten. 537 Noch den letzten feind. Wer du willst, ist gut. Nichts verbei dir in gnaden, Dem kann mag ich schwacher; Du, mein niemand schaden; Denn du bist seligmacher, Giebst mir kraft sein freund Und sein hort und muth; Wenn die welt ernach deinem wort. Du wirst bebt und fällt, Wenn gericht mich von allem bösen Dermal- und Hölle schrecken, Willst du einst erlösen. mich bedecken. 4. Weg mit allen schätzen! 3. Ich kann ohne grauen Mich soll nur ergößen Jesus Gräber vor mir schauen; Mein und sein blut; Auch die eitlen erlöser lebt! Ich weiß, wem ehren, Die sonst leicht bethören, ich glaube, Weiß, daß aus Sind kein wahres gut. Elend, dem staube Mich sein arm ernoth, kreuz, schmach und tod hebt. Todestag, dein schrecken Soll mich, muß ich gleich mag Eines frevlers Herz erviel leiden, Nicht von Jesu schüttern, Was brauch' ich zu scheiden. zittern? 5. Alles schnöde wesen, Was die welt erlesen, Will ich standhaft fliehn. Keine macht 4. Auch in mir ist sünde, Doch ich überwinde Sie, mein hort, durch dich. Sink' ich oft der fünden Soll mich weiter doch nieder, Du erhebst mich binden Und zur hölle ziehn. Jesu, dein bin ich allein; Ich will dir im glauben leben Und mich dir ergeben. wieder, Du begnadigst mich; Deine huld tilgt meine schuld; Nie entziehst du deinem knechte Der erlösten rechte. 6. Weichet alle schmerzen! 5. Daß ich Gott erkenne, Jesus ist im Herzen Und sein Froh ihn vater nenne, Und gnadenschein. Denen, die Gott mich ewig sein; Daß ich hier lieben, Muß auch ihr betri- am grabe Trost und hoffnung ben Endlich wonne sein. Duld' habe, Dank' ich dir allein; ich schon hier spott und hohn; Daß dein Geist mich unterweist Doch bleibst du im größten Und mich führt auf deinem Leide, Jesu, meine freude.( 42) pfade, Das ist deine gnade. Mel. Jesu, meine freude. 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in 695. Wie getroft und meiner noth Ich nicht hülfheiter, Du ge- los bliebe. Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, ich sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen, Dir mein herz nicht weihen? benedeiter, Machst du meinen geist, Der du, die dir trauen, Führst auf grüne auen Und so gern erfreu'st! Niemals wird bei dir, mein hirt, Mir der rechte trost der seelen Und er= quickung fehlen. 2. Deinem rath ergeben, lust und pflicht. Was die Freu' ich mich zu leben; Was welt vergnüget, O mein heil! 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein bestreben, Meine 538 Vom Trost der Gerechten. das g'nüget Meiner seele nicht. Oder machst mich bange; | Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wonach die eiteln trachten, Reich in dir, verachten. Jesus, der dich längst bekämpft Durch sein bitt'res leiden, Siegend deine macht gedämpft, Füllet mich mit freuden! 8. Macht ein gut der erde, 3. Wirf mir feine fünde vor, Daß ich glücklich werde Durch Denn durch Jesu wunden zufriedenheit? Sind nicht auch Heb' ich froh mein haupt emdie ehren, Die die welt bethö- por, Hab' erlösung funden; ren, Traum und eitelfeit? Du Gott hat mir die schuld geerfreust des menschen geist schenkt, Nichts kann mich verUnd willst denen, die dich ehren, dammen. Satan, du bist tief Bleibend glück gewähren. versenkt In die höllenflammen. 9. Deinen hohen frieden 4. Was ich je nicht recht Schmeck' ich schon hienieden, gethan, Reuet mich von herzen, Und was hoff' ich dort? Un- Und im glauben nehm' ich an begrenzte zeiten Voller selig- Christi tod und schmerzen: Er feiten Hoff' ich auf dein wort. hat durch dies lösegeld Mich Sind sie mein durch dich ihm selbst erworben, Da er allein, Bleib' ich dir getreu für die ganze welt Und für im glauben, Wer kann sie mir mich gestorben. rauben? 5. Christus ist mein höchster ruhm, Mein schmuck, meine frone, Und weil ich, sein eigenthum, Sicher bei ihm wohne, So ist er mein festes schloß, Das kein feind fann fällen, Und so bin ich frei und los Von gefahr der höllen. 6. Stürme, teufel, welt und tod, Was könnt ihr mir schaden! Deckt mich doch in aller noth Gott mit großen gnaden, Gott, der seinen eig'nen sohn Mel. Sorge, vater, sorge du. 696. Schwing' dich auf Mir geschenkt aus liebe, Daß zu deinem mich spott und Ewig nicht betrübe. Du betrübte seele! Merfest du, daß in der noth Dich die 7. Schreit, ihr feinde, nur, schwermuth quäle, So erkenne es sei Mir Gott nicht gewogen; satans list: Er will durch sein Dennoch weiß ich, seine treu' tämpfen Allen troft, den Jesus Wird mir nicht entzogen. Christ Dir erworben, dämpfen. Wäre Gott mir fern und feind, 2. Faffe tapfern muth und Würden dann die gaben, Worin sprich: Fleuch, du alte schlange! seine lieb' erscheint, Mich erNur umsonst versuchst du mich, quicket haben 10. Voll von deiner güte, Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, dir. Dieser Geist der freuden Stärke mich im leiden, Weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh Einst durch's thal des todes dringen, Dort dein lob zu singen. ( 101) Vom Trost der Gerechten. 539 8. Dienet nicht der himmel zu gut Von geliebten händen; mir, Dienen meer und erde Gott wird, wie ein vater thut, Mir nicht dazu, daß ich hier Es zum besten wenden. Froh und glücklich werde? 14. Kinder, die der vater Wem schuf Gott der sterne soll Ziehn zu allem guten, Die licht? Wozu ist gegeben Luft gedeihen selten wohl Ohne zucht und wasser? dient es nicht und ruthen. Bin ich denn Mir und meinem leben? nun Gottes find, Warum will 9. Wem macht Gott das ich fliehen, Wenn er mich von erdreich naß Mit dem thau meiner sünd' Will zum guten und regen? Wem zu gut ziehen? wächst laub und gras? Warum füllt sein segen Berg' und thale, feld und wald? Wahrlich, meinem leben Freude, schutz und unterhalt Väterlich zu geben. 15. Es ist herzlich gut ge meint Mit der christen plagen. Wer als christ in trübsal weint, Darf nicht ewig flagen, Nein, Gott wird, betrübter christ, 10. Meine seele lebt in mir Dir in jenem leben, Wie es Durch die süßen lehren, Die dir verheißen ist, Freude ewig mein Gott mich täglich hier geben. Läßt im worte hören, Gott regieret meinen geist, Deffnet herz und sinnen, Daß sie das, was göttlich heißt, Würdig lieb gewinnen. 16. Gottes finder säen zwar Traurig und mit thränen, Aber endlich kommt ein jahr, Das erfüllt ihr sehnen. Da wird reiche ernte sein, Da sie garben bringen und nach fummer, kreuz und pein Halleluja singen. 11. Ewig wird des höchsten wort Licht und wahrheit bleiben. Als ein licht im dunkeln ort Kann es bald vertreiben Meines herzens finsterniß Und in glaubenssachen Mein gewissen ganz gewiß, Fest und sicher machen. 17. Trage denn, erlöster christ, Muthig deine schmerzen! Wenn dein geist bekümmert ist, Fasse mit dem herzen Gottes tröstung mehr und mehr, Gieb 12. Nun ich bau' auf diesen dem großen namen Deines grund Freudig im gemüthe; Gottes preis und ehr'; Er Seh', daß wider Gottes bund wird helfen. Amen. 3war der satan wüthe, Aber ( 51) unerschüttert steht, Was Gott Mel. Was mein Gott will, gescheh aufgerichtet, Und wie leichte all'zeit. ſpreu vergeht Das, was satan 697. Wer Gott Gott vertraut, hat wohl 13. Ich bin Gottes, Gott gebaut Im himmel und auf ist mein: Wer ist, der uns erden. Wer sich nur fest auf scheide? Dringt das freuz zu Gott verläßt, Kann nicht gemir herein, Stört es meine fährdet werden; Darum will freude, es kommt doch mir ich allein auf dich, Mein 540 Vom Trost der Gerechten. Gott, die hoffnung gründen, verspricht: Gott verläßt die So werd' ich schon durch seinen nicht. deinen sohn Im tode überwinden. 4. Rc.mn ein mütterliches herz Ihres findes wohl vergessen, Fühllos sein bei seinem schmerz? Und vergäße sie gleich dessen, Hält doch Gott, was er verspricht: Gott verläßt die seinen nicht. 2. Und wenn es wär' der höllen heer Und aller welt zu wider, So weiß ich dies, daß du gewiß Sie alle schlägst danieder. Herr, deine huld tilgt meine schuld Und stärket mei5. Könnte uns der heil'ge nen glauben: So soll mir Gott Gleich mit allem recht nicht die zuversicht Der tod zerstören Und durch namenlose noch teufel rauben. noth Unser lebensglück verheeren; Seht, warum es nicht geschicht: Gott verläßt die seinen nicht. 6. Aber, wie die kinderzucht 3. Deß tröste ich mit freuden mich: Du wirst mir alles geben. treuer Gott, hilf aus der noth, Beschüße mir das leben, Gieb wahre reu', mein herz erneu', Erhöre mich nicht gedeihet ohne ruthen, von oben; So bring' ich dir Also, wenn uns Gott versucht, den dank dafür Und will dich Ja, es ist kein zorngericht; Dient es allezeit zum guten, ewig loben. Gott verläßt die seinen nicht. ( 93) Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Denen, welche ihre saat Unter bittern thränen streuen, ott verläßt die Schenkt der höchste seine gnad' seinen nicht, Die Und läßt ihre frucht gedeihen. von herzen ihm vertrauen. Er Er, der Herr, ist trost und ist unsre zuversicht, Und er licht; Gott verläßt die seinen läßt uns gnädig schauen Sein nicht. hülfreiches angesicht; Gott verläßt die seinen nicht. 8. Alles dient zur seligkeit Frommen christen, die Gott lieben: Es sei freude oder leid, Gott will sie durch beides üben In der ihm versproch'nen pflicht. Gott verläßt die seinen 2. Fallen auch die berge hin, Und wird gleich die welt vergehen, So wird Gottes treuer sinn Dennoch immer fest bestehen. Wenn auch alles fällt nicht. und bricht, Gott verläßt die seinen nicht. 9. Nun, o vater in der höh'! Segne gnädig alle from3. Zion hat zwar oft ge- men. Beides, unser wohl und flagt, Daß sie keine rettung weh', Müssen nur von dir, sehe, Weil der herr ihr hülf' Gott, kommen. Das ist unsre versagt, Wenn sie weinend zu zuversicht: Gott verläßt die ihm flehe; Aber Gottes wort seinen nicht. Vom Trost der Gerechten. Mel. Jesu, meine freude. 699. Ju 541 Vesus sucht voll gnabe Auf des 700.h ch weiß, an wen mein glaub' sich irrthums pfade Sein verlornes schaf. Er kam mir entgegen, hält, Den mir kein feind foll Als bürger jener Eh' auf meinen wegen Mich rauben. ein unfall traf. Krant war bessern welt Leb' ich hier noch ich, doch trug er mich zu der im glauben. Ich bin gewiß, heerde voll erbarmen Selbst in Jesu hand Ist meiner hoffauf seinen armen. nung unterpfand; Wer sollte mir es rauben? 2. Jesus ward mein leben, Und nun will er geben, Was das Herz erfreut. Steine wahre freude Mangelt seiner weide, Reine seligkeit. Voll und hell ist auch sein quell, Der mich, wenn ein freuz mich drücket, Stärket und erquicket. 3. Daß auch ich nicht falle, Hält er mich; ich walle Sicher seine bahn. Folg' ich seinen rechten, Stößt in finstern nächten Nie mein fußtritt an; Schreckt und droht mir selbst der tod, O, wenn angst und furcht mich schrecken, Ist er stab und stecken. Mel. Der feelen heil kommt gänzlich her. 2. Mein leben ist ein kurzer streit; Lang ist der tag des fieges. Ich kämpfe für die ewigfeit; Erwünschter lohn des frieges! Der einst für mich den tod geschmeckt, hat mich mit seinem schild bedeckt; Der pfeil muß schadlos fliegen. 3. Herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein trost in diesem leben, In jener welt mein eigenthum; Du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein fleinod zu, Ich sehe es und finde ruh' Für die erschrock'ne seele. 4. Bei ihm, meinem freunde, 4. Herr, lenke meines geistes Fürcht' ich keine feinde, Ich, blick Von dieser welt gevon ihm beschützt. Darb' ich, tümmel Auf dich, auf meiner er hat gaben; Giebt mir, mich seele glück, Lenk' ihn auf deinen zu laben, Was mir ewig nützt. himmel. Die weltluft, die so Trost und lust durchströmt die leicht bethört, Sei meinem brust, Denn ich bete nie ver- geist verachtenswerth; Im gebens Zu dem Herrn des himmel sei mein wandel. lebens. 5. So lang' der sündenleib 5. Seine lieb' und gnade mich drückt, Ist mir noch nicht Folgt mir auf dem pfade Sei- erschienen, Wie herrlich jene nes beispiels hier. Wenn ich welt entzückt, Wo wir Gott ihn vollende, Reichet er am heilig dienen. Wenn hier mein ende Seine frone mir. Ganz aug' genug gethränt, Dann erneut zur seligkeit Bin ich wird, wie ich mich längst ge dann mit allen frommen Herr- sehnt, Mein geist sein glück lich und vollkommen. empfinden. 542 Vom Trost der Gerechten. 6. Im dunkeln seh' ich hier s 3. Vor meinen augen wandies heil Und dort in voller deln sie, Die Jesu namen schmätlarheit; Hier ist die sündlich- hen. Ihr freches herz erzittert teit mein theil, Dort heiligkeit nie, Wenn sie dich strafen sehen; und wahrheit; Hier ist noch Doch einst bringst du die meine pracht verhüllt, Dort spötter um, Und wir in deinem ziert mich meines Gottes bild heiligthum, Wir werden dich Mit herrlichkeit und ehre. erhöhen. 7. Zu diesem glück bin ich 4. Durch lange nächte wein' erkauft, Erkauft durch Jesu ich, Herr, Hinauf zu deiner leiden. Auf seinen tod bin ich höhe; Ich seufze dann, vom getauft; Wer will von ihm mich scheiden? In seine hand grub er mich ein, Ich bin und bleibe ewig sein, Mein sind des himmels freuden. troste leer, Wenn ich den morgen sehe. Ein blick gen himmel tröstet mich, Und meine thränen stillen sich, Wenn ich einst auferstehe. 5. Wenn mich der zukunft 8. Wie hoch ist meine herrlichkeit! Fühl sie, o meine seele! Vom dienst der eitelkeit schicksal schreckt, Die noth der befreit, Dien' Gott, o meine fernen tage, Wenn jene laſt feele! Das wefen dieser welt sich mir entdeckt, Die ich im vergeht, Nur des gerechten die ewigkeit Den wechsel meialter trage: So mildert mir ruhm besteht Durch alle ewig- ner lebenszeit, Daß nicht mein feiten. ( 149) herz verzage. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 701.& in pilgrim bin ich 6. Der tod, der jetzt von ferne dräut, Wird mir einſt Einst am bös' find meine tage, Und hier abend meiner zeit Mein Haupt bin ich dazu erwählt, Daß ich zum schlummer sinken: Dann das freuz ertrage; Doch vater, sterb' ich froh, die ewigkeit jene ewigkeit Verkürzt mir mei- Vertreibt des fleisches schüchner tage leid Und stärkt mich, ternheit, Die bitterfeit des wenn ich flage. todes. 2. Der sünde joch, das auf nir liegt, Drückt meine matte 7. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Nimm nicht von jeele. Wie bald ist nicht mein meinem Herzen! Mich stärke herz besiegt! Wer weiß, wie jene ewigkeit, Sie lind're meine oft ich fehle? Einst wird mein schmerzen, Sie zeig' im tode geist vollkommen rein, Ganz mir das heil Und jenes lang' heilig und ganz selig sein: gewünschte theil Der jauchzenDies tröstet meine seele. den gerechten! ( 149) Von der künftigen Belohnung und Bestrafung. 543 29. Von der künftigen Belohnung und Bestrafung. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ganze menschliche geschlecht, Und dann der richter dieser welt 702. Wenn sich einmal Das urtheil über jenen fällt. 11 fieret, Dir und der tugend treu zu sein, Wie allen christen es gebühret, Die sich, Herr, deiner gnade freu'n: So stärke mich in meiner pflicht Durch das zukünftige gericht. der ver- 6. Von Jesu selbst werd' ich es hören: Der du zu meiner rechten bist, Du hast gethan nach meinen lehren, Sieh', christ, was dir bereitet iſt! Komm' und ererbe jetzt mein reich Und werde meinen engeln gleich!" 2. Muß ich hier über unrecht klagen und oft bei wah7. Du hast oft gegen arme rer frömmigkeit Mit Jesu brüder Als christ barmherzigtrauern, zittern, zagen, Ge- feit geübt, Und sie und du plagt von and'rer menschen sind meine glieder; Drum hast neid: So stärke mich nach dei- du wirklich mich geliebt. Komm' ner huld In diesen leiden mit geduld. nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür. 14 3. Laß mich auch bei mir 8. So groß sind einst die selber sagen: Die welt vergeht seligkeiten, So groß ist die bemit ihrer luft. Bin ich nun lohnung dort, Die Jesus denen gleich nicht frei von plagen will bereiten, Die hier gethan Und nur nichts böses mir be- nach seinem wort, Nach seinem wußt, So leb' ich noch in beispiel stets bereit zu werken ewigkeit Befreit von fummer der barmherzigkeit. und von leid. 9. Ach, aber, wer auch nie 4. Denn einst wird Jesus erbarmen, Nie menschenfreundwiederkommen, Dann werd' lichkeit beweist, Und, fühllos ich, wie ein engel schön, Nach seinem wort mit allen frommen Aus meinem grabe auferstehn, Verklärt selbst, wie mein heiland sein, Mich ewig meines urtheil spricht: glaubens freu'n. bei der noth der armen, Den, welcher hungrig ist, nie speist, Dem dürftigen sein brod nie bricht, Hört einst, wie Gott das 10. Mein angesicht schau'st 5. 3u Jesu rechten werd' du nie wieder, Der du mir ich stehen Als ein getreuer, stehst zur linken hand, Dich nie frommer fnecht, Wenn wir vor erbarmest armer brüder, Sei ihm versammelt sehen Das ewig nun von mir verbannt! 544 Von der künftigen Belohnung und Bestrafung. Denn der ist ewiglich verflucht, 3. Doch, daß die menschen Der nicht des nächsten wohl sterben müssen Und nach dem gesucht." tode vor gericht, Das weiß ich, 11. Ach, sollt' ich meine und das kann ich wissen, Dies schuld vergrößern, Mich so ver- ist kein traum, hier irr' ich fündigen an dir? Nein, Gott, nicht: Bedenk' ich dies zu ich will mich gern noch bessern; rechter zeit, So führt es mich Herr, habe nur geduld mit zur seligkeit. mir! Ich will mich ganz der tugend weihn, Ich will, wie du, barmherzig sein. 4. Daß einst die lasterhaften zagen, Und dann ihr feuer nie verlischt, Daß tugendhafte nicht 12. Doch soll der vorsatz mehr klagen, Wenn Gott die mir gelingen, So kann es nur thränen abgewischt, Die sie, durch dich geschehn; Du schaffst verfolgt, zu ihm geweint: Sch das wollen und vollbringen, weiß, daß dieses einst erDrum höre doch mein findlich scheint. flehn: Herr, heilige und beff're mich, Auf deine kraft vertraue ich! 13. Laß deinen geist mein buße hier gethan, Vor Gottes herz regieren, Er richte glau- thron erbarmung finden, Noch ben in mir an, Laß ihn mein ewig selig werden kann: Dies ganzes Leben führen, Er leite ist's, was Gottes wort mich mich auf ebner bahn: So tret' lehrt. Wohl dem, der sich mit ich freudig vor gericht, Und ernst bekehrt! mich verdammt dein urtheil nicht. 5. Daß ich für feine meiner sünden, Wenn ich nicht 6. Weg also, weg, ihr nahrungssorgen! Weg, triebe, die ihr irdisch seid! Wer weiß, ob nicht vielleicht schon morgen Die grenzenlose ewigkeit Vor 703.Mas qual' ich mich meinen blicken sich enthüllt mit eiteln sor- und rechenschaft zu thun, befiehlt? 7. Hört auf, begierden, mich zu fränken! Mein glück steht nur in Gottes hand. Laß an den himmel mich gedenken, Er ist mein rechtes vaterland. Dent' ich nur fleißig an's gericht, So fesselt mich die fünde nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. gen Und fürchte, was geschehen wird! Was fünftig ist, ist mir verborgen Und wird von Gott hinaus geführt; Unendlich ist ja sein verstand, Allmächtig seine starke hand. 2. Könnt' ich vorher von vielen ländern Ihr fünft'ges herbes schicksal sehn, So könnt' ich's darum doch nicht ändern; wille geschehn. Nie wankt des höchsten 704. I wohnst 3m unMel. Nun danket alle Gott. gehovah, der du weiser rath, Es kommt, was er beschlossen hat. sichtbaren lichte, Aus dem du Von der künftigen Belohnung und Bestrafung. 545 deinen sohn Einst sendest zum| 7. Noch seufzt der fromme gerichte, Belehre meinen geist, christ Und geht gebückt im Was fünftig wird geschehn, staube, Hat keinen trost, als Und laß ihn dann mit ernst den: Ich weiß, an wen ich In jene zukunft sehn. glaube, Ich weiß, daß Gott dereinst Mich auferwecken wird, Drum leid' ich mit geduld Und thu', was mir gebührt. 2. Laß den gedanken nie Aus meiner seele kommen: Den sünder straft der Herr, Und er belohnt den frommen, Wenn 8. Es kann nicht anders einst der tag des heils, Der sein, Ja, Gott, du mußt ertag des zorns erscheint, Dem scheinen; Du kannst nicht ewig feiner je entflieht, Kein freund sehn, Daß tugendhafte weinen, von dir noch feind. Daß feinde deiner macht Sich ihrer bosheit freu'n; Einst muß der langmuth Gott Auch Gott 3. Du hältst die erde noch, Noch funkeln sternenheere, Noch glänzen sonn' und mond, der rache sein. Noch brausen luft und meere, 9. Er sendet engel aus, Sie Und morgen kann es sein, Daß gehn in alle theile Der welt, sie in feuer stehn, Von deinem sie rufen aus: Erwacht zu blitz gerührt, Mit schrecken eurem heile, Ihr frommen in untergehn. 11 der gruft! Erwacht zu eurer pein, Unheilige, ihr sollt Nicht mehr verschonet sein!" 4. Wie kann der dinge kraft Dir, schöpfer, widerstehen, Wenn du sie trennen willst! Dein wille muß geschehen, Denn erd' und himmel sind Allein in deiner hand; Veralten werden sie, Vergehn, wie ein gewand. 10. Die gräber öffnen sich; Mit schrecklichem erstaunen Vernimmt die bange welt Die töne der posaunen; Denn dieser tag kommt schnell, Gleich wie ein dieb bei nacht, Und überrascht 5. Noch währt des satans die welt: Drum, menschen, betet, reich, Doch du wirst es er- wacht! schüttern, So daß der menschen- 11, Bedenkt, daß Jesus feind Und seine engel zittern, Christ Aus aller welt geSo daß er, hart verflucht, Einst von dir gehen wird, Weil er die sterblichen Mit list versucht, verführt. schlechten Die gläubigen allein Einst stellt zu seiner rechten. Nur diesen ruft er zu: ,, Kommt, gehet in mein reich, Das euch bereitet ist, Seid meinen engeln 6. Noch tobt der spötter schaar, Noch wüthen sie und gleich!" lachen; Allein, was wird ge- 12. Ihr seid's, die mich schehn? Sie werden einst er- getränkt, Gekleidet und gewachen Mit schrecken zum ge- nähret, Erbarmungsvoll mein richt, und ewig wird die pein, flehn Im mangel oft erhöret, Womit du sie bestrafft, Für Denn was ihr einem nur Der ihre läst'rung sein. meinigen gethan, Das nehme 35 546 Von der künftigen Belohnung und Bestrafung. ich von euch, Als mir ge- Laß, Herr, kein böses wort Aus schehen, an!" meinem munde gehn, Denn 13. Bedenkt, daß Christus dafür soll dereinst Auch rechenjagt: Die ihr zur linken schaft geschehn. " 1 stehet, Entweicht, ungläubige! 19. Vor allen, großer Gott Verfluchte fünder, gehet Von Und richter dieser erde, Vor meinem antlig weg, Fühlt dessen richterstuhl Ich auch ewig höllenpein, Denn fein erscheinen werde, Erleuchte unheiliger Kann je bei Christo meinen geist, Nimm ihm den fein!" ird'schen sinn, Damit ich stets bereit Zu jenem tage bin. 20. Weltrichter, Jesu Christ! Wenn ich dereinst erwache Am tage des gerichts, Am tage deiner rache, Dann, mittler, dann vertritt Vor deines vaters thron Durch deine leiden mich Und sprich: Dies ist mein 11 14. ,, Shr habt mein wort verschmäht, Verspottet meine lehre, Die meinigen verfolgt, Geschändet Gottes ehre, Nicht armen gut's gethan, Verjäumet eure pflicht; Darum erbarme ich mich jetzt auch eurer nicht!" 15. O Jesu, laß dies bild sohn." Vom letzten weltgerichte, Das du uns offenbart, Auch mir stets von gewichte, Stets gegenwärtig sein! Mach' dessen mich bewußt, So oft sich in mir regt Des fleisches böse luſt. 21. Herr Jesut, der du bist Für mich ein mensch geboren, Für mich gelitten hast, Daß ich nicht sei verloren, Laß nicht dein theures blut Umsonst vergossen sein; Laß meines glaubens mich Dort ewig bei dir freu'n. lieber Gott, in gnaden. richten, Damit mein träger geiſt Aus 705. Wie wote der en wird, Mel. Wend' ab deinen zorn, Gott, seinem schlaf erwacht, An seine pflichten denkt Und alles für fie wagt. erlösten Nach dieses lebens kurzem kampfe trösten? Wen 17. Sucht mich die dunkelheit schmückt im himmel einst vor Zu sünden zu verleiten, Wenn deinem throne Die ehrenfrone? ich im finstern geh', Wenn 2. Wer heilig wird, wer meine füße gleiten, So schrecke abgewandt vom bösen, Sich mich dein wort Vom künftigen von der sünde herrschaft läßt gericht Und mache besserung erlösen; Wer an den sohn Mir ungesäumt zur pflicht. gläubt, seinen herrn ihn nennet, Shn frei bekennet; 18. Benn mir der spötter wit 3u lästern anlaß giebet, 3. Wer deine wahrheit So gieb, daß dich mein herz unter Adams kinder Verbreitet, Mehr, als die menschen, liebet. sie erleuchtet und die fünder 16. Wenn ich verdrossen bin Zu meinem amt und pflichten, So zeige du dich mir, Wie Von den vier letzten Dingen. 547 Durch thaten reizt, mit einem| armen hunger stillt, die nackten bessern leben Dich zu erheben; kleidet, Froh, ohne wucher auch 4. Wer, was er glaubt, ge- mit milden gaben Genüßt zu wissenhaft auch übet, Die men- haben; schen all' als seine brüder Liebet, Nicht läſtert, sie nicht kränkt, nicht stolz sich blähet, Und keinen schmähet; 5. Wer sünden hasset und doch mit den fündern Mit leiden 7. Wer züchtig in gedanken, feusch auch lebet; Wer seiner hoheit sich nie überhebet, glücke mäßig, gütig und bescheiden, Getrost im leiden: m fühlet und an deinen 8. Den, den wird, Gott, die tindern Die gottesfurcht und wonne der erlösten Nach dieses ihre gaben ehret, Hält, was lebens kurzem kampfe trösten; er schwöret; Den schmückt im himmel einst 6. Wer nicht der brüder vor deinem throne Die ehrenruhm und glück beneidet, Der krone. 30. Von den vier letzten Dingen. a. Vom Tode. | pflichten, Laß Gottes wort dich unterrichten, Wie wenig deiner sorgst du du das gute 706. Wängstlich für noch verschieben? Nein, deine Las dein leben? Es Gott gelassen zeit, es auszuüben, Ist kurz. übergeben, Ist wahre ruh' und und sie verfliegt geschwind. deine pflicht; Du sollst es 4. Dent' an den tod, wenn lieben, weislich müßen, Es böse triebe, Wenn luft der dankbar als ein gut besitzen, welt und ihre liebe Dich reizen, Verlieren, als verlörst du's und ersticke sie. Sprich: ,, kann nicht. ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die welt erwerben, Beging' ich doch Mel. Ach Jesu, meiner seelen freude. 2. Du sollst nicht vor dem tod erschrecken; Doch dich zur weisheit zu erwecken, Soll er solch übel nie." dir stets vor augen sein; Er 5. Dent' an den tod, wenn soll den wunsch, zu leben, min- ruhm und ehren, Wenn deine dern, Doch dich in deiner pflicht schätze sich vermehren, Daß du nicht hindern, Vielmehr dir sie nicht zu heftig liebst. Dent' kraft dazu verleihn. an die eitelteit der erden, Daß, wenn sie dir entriffen 3. Ermattest du in deinen 35* 548 Von den vier letzten Dingen. werden, Du über sie dich nicht betrübst. nicht zitternd scheu'n; So wird er dir einst trost im flagen, 6. Denk an den tod bei Ein weiser freund in guten frohen tagen: Kann deine lust tagen, Und in versuchung freude sein bild vertragen, So ist sie sein. ( 49) gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch' glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich ohn' 707 Wie sicher lebt der Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. 7. Denk an den tod, wenn Sein leben ist ein fallend laub; deinem leben Das fehlt, wonach Und dennoch schmeichelt er sich die reichen streben; Sprich: gern, Der tag des todes sei bin ich hier, um reich zu sein? noch fern. Wohl mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein." 11 2. Der jüngling hofft des greises ziel, Der mann noch seiner jahre viel, Der greis zu vielen noch ein jahr, Und feiner nimmt den irrthum wahr. 11 8. Dent' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: ,, alle 3. Sprich nicht: ich denk' trübjal eines frommen Ist in glück und noth Im Herzen zeitlich und im glauben leicht. oft an meinen tod." Der, den Ich leide, doch von allem bösen der tod nicht weiser macht, Wird mich der Herr im tod Hat nie mit ernst an ihn geerlösen; Er ist's, der mir die dacht. frone reicht." 4. Wir leben, für die ewigfeit zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers lebens kleinster theil Ist eine frist zu unserm heil. 5. Der tod bringt seelen vor's gericht; Da bringt Gott alles an das licht und macht, was hier verborgen war, Den rath der herzen offenbar: 9. Dent' an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend spotten, Und laster stolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: ,, Gott trägt die frechen, Doch einst folgt strafe dem verbrechen, Und plötzlich werden sie vergehn." 10. Dent' an den tod zur zeit der schrecken, Wenn finst're wolfen Gott verdecken, Du rufst, und er entdeckt sich nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig hassen? Er wird mich sterbend nicht verlassen, Dann zeigt er mir sein angesicht." 7. Ein seufzer in der letzten noth, Ein wunsch, durch des 11. So suche dir in allen erlösers tod Vor Gottes thron fällen Den tod recht lebhaft gerecht zu sein, Dies macht vorzustellen, So wirst du ihn dich nicht von sünden rein. 6. Drum, da dein tod dir täglich dräut, So sei stets wacker und bereit, Prüf' deinen glauben als ein christ, Ob er durch liebe thätig ist. Von den vier letzten Dingen. 549 nächste sein, Vom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm zeug, Als andre, die an jahren Und munterfeit mir völlig gleich, Des todes beute waren? Wie manchem starrte schnell das herz, Eh' weder krankheit noch ein schmerz Ihm als des todes boten Sein nahes ende drohten! 10. Denn dein beruf, für den du lebst, Dein höchstes ziel, 3. Wenn ich die Gottesnach dem du strebst, Und was äcker seh' Und könnte alles dir ewig glück verschafft, Ist lesen, Was der, auf dessen grab tugend in des glaubens kraft. ich geh', In seinem sinn ge11. Shr alle seine tage wesen, Und was bei ihm die weihn, Heißt eingedent des todesnacht Für hoffnungen zu todes sein, Und wachsen in der nichts gemacht: So würd' ich heiligung Ist wahre tod'serin- oft mit schrecken Mein eig'nes nerung. herz entdecken. 8. Ein herz, das Gottes stimme hört, Shm folgt und sich vom bösen kehrt, Ein gläubig herz, von lieb' erfüllt: Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die heiligung erfordert müh'. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein werk von dir; 12. Wie leicht vergess' ich diese pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's gericht! An meinen tod erinn're mich, Daß ich dir wandle würdiglich, 4. Mein Gott, befreie mich vom dunst Der irdischen beschwerden Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern flug zu werden. Wer weise ist, be13. Daß ich mein herz mit denkt es wohl, Wie viel sein jedem tag Vor dir, mein Gott, tod entscheiden soll, Und wird erforschen mag, Ob glaube, daher bei zeiten Zum tode sich liebe, hoffnung, treu', Die frucht bereiten. des geistes in mir sei, 5. Laß meines daseins großes 14. Daß ich zu dir um ziel Mich oft mit ernst begnade fleh', Stets meinen lüften trachten, Um desto williger das widersteh' Und einstens in des spiel Der weltlust zu verachten; glaubens macht Mit freuden Und sieht dein auge, daß mein ruf':, es ist vollbracht!"( 49) schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So woll'st du, Herr, bei zeiten Auf solchen weg mich leiten. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geiſt. 708. Wie ungewiß ist, 6. Daß ich mich vor der Herr, das ziel falten hand Des todes nicht Der wallfahrt auf der erde! entfärbe, So mache mich mit Ob ich noch wenig oder viel ihm bekannt Vorher noch, eh' An tagen zählen werde, Das ich sterbe; Laß mir sein bild weiß ich nicht, du weißt's vor augen sein, Damit ich lerne allein. Ich kann vielleicht der sünden scheu'n, Die das gewissen 550 Von den vier letzten Dingen. schrecken Und todesfurcht er- in steter tod'sgefahr. Mein wecken. Gott, ich bitt' durch Christi 7. Gieb, daß ich dich mit blut, Mach's nur mit meinem frohem muth Als meinen Gott ende gut. betrachte, Hingegen freunde, 3. Herr, lehr' mich stets glück und gut Nicht als mein mein end' bedenken, Und, wenn eigen achte: So wird, wenn ich einmal sterben muß, Die meine lebensfrist Nach deinem seel' in Jesu wunden senken, rath verflossen ist, Nichts, was Ja nicht verschieben meine mir hier verliehen, Mein Herz buß'. Mein Gott, ich bitt' noch an sich ziehen. durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 4. 8. Dir jei es gänzlich heimgestellt, Wie, wo und wann Laß zeitig mich mein ich scheide; Geh' ich nur selig haus bestellen, Daß ich bereit aus der welt, So bin ich frei sei immerfort Und sage froh vom leide. Drum gieb doch, in allen fällen:" Herr, wie du daß ich wohlgeschickt Von willst, du bist mein hort!" hinnen werde weggerückt; Laß Mein Gott, ich bitt' durch teinen fampf den glauben, Den Christi blut, Mach's nur mit du gewirkt, mir rauben. meinem ende gut. 9. Laß mich auf Jesu herrlichkeit Mit froher hoffnung blicken, und bei des todes bitterkeit Mich sein verdienst erquicken; Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem lauf Den geist aus dieser hütte auf Zu jenem freudenleben, Das du mir dort wirst geben. 5. Mach' mir stets angenehm den himmel, Verhaßt die eitle lust der welt, Daß mir in diesem weltgetümmel Die ewigfeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 6. Ach, vater, deck' all' meine sünde Mit dem verdienste Christi zu, Dadurch ich siegreich überwinde Und finde wahre seelener weiß, wie nahe ruh'. Mein Gott, ich bitt' mir mein ende? durch Christi blut, Mach's Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 709, Hin geht die zeit, her kommt nur mit meinem ende gut. der tod. Wer weiß, wann ich 7. Ich weiß, durch Jesu den lauf vollende? Bald kommt tod und schmerzen Wird mir vielleicht die todesnoth. Mein dereinst mein tod versüßt, Denn Gott, ich bitt' durch Christi mich erquickt der tod im herblut, Mach's nur mit meinem zen, Daß Gott mit mir verende gut. föhnet ist. Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor abend anders werden, Als es am frühen morgen war. So lange ich hier leb' auf erden, Leb' ich 8. Nichts tann mich je von Jesu scheiden, Nichts, es sei Von den vier letzten Dingen. 551 leben oder tod; Voll zuversicht| Man denket gar zu wenig dran, nenn' ich mit freuden Ihn Wie bald, wie leicht man stermeinen Herrn und meinen Gott. ben kann. Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heil'gen tauf'; Du bist mir auch daher gewogen, Nimmst mich zum kind und erben auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 10. Ich habe Jesu leib gegessen, Ich hab' sein blut getrunken hier; Nun kann ich seiner nicht vergessen, Ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 11. So komm' mein end' heut' oder morgen; Ich bin in Jesu hoch beglückt. Weg, bange furcht, weg, bange sorgen! Ich bin mit Jefu heil geschmückt! Mein Gott, ich bitt' durch Christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 12. Ich bin indeß mit dir zufrieden, Es macht mir nie bekümmerniß, Wie du mir mei nen tod beschieden; Denn ich vertrau' und bin gewiß, Durch deine gnad' und Christi blut Machst du's mit meinem ende gut. ( 1) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Das grab ist da, so denk' ich immer, Der tod erscheint, wer weiß, wie bald? Die welt mit ihrem glanz und schimmer Ist nur ein kurzer aufenthalt, Und wer sich gar zu sicher denkt, Wird oft sehr früh in's grab gesenkt. 3. Das grab ist da, oft bei den wiegen. Wie manches find sieht kaum die welt, So muß es schon im farge liegen, Wie der, der hohe jahre zählt, Weil Gott nicht auf den unterschied Des alters und der jahre sieht. 4. Das grab ist da; die besten jahre Sind auch des blassen todes raub; Er wirft den stärksten auf die bahre Und legt den schönsten in den staub. Ein jeder schritt, den man vollbracht, Naht sich mit uns zur grabesnacht. 5. Das grab ist da; wir werden älter Und eilen unserm grabe zu; Die glieder werden immer fälter und sehnen selbst sich nach der ruh'. Denn sterben ist der feste schluß, Dem jeder sich ergeben muß. 6. Das grab ist da; wer heißt mich hoffen, Daß es von mir noch ferne sei? Ich sehe täglich gräber offen, Und feiner bleibt vom tode frei; Ja, manchem kommt sein sterbetag, Dem man ein hohes ziel ver710. Dund meine ſtätte, 7. Das grab ist da, drum Da ich im tode ruhen soll. Ach, will ich buße In meinen besten wer sich wohl bereitet hätte! Dem wäre auch im tode wohl. as grab ist da sprach. jahren thun. Ich falle dir, mein Gott, zu fuße, Ach, laß 552 Von den vier letzten Dingen. mich nicht in fünden ruh'n! Eilt immer fort zum grabe hin. Wie schrecklich machet sicherheit Wer kann mir einen bürgen Dem sterbenden die ewigkeit! 8. Das grab ist da; ich will bei zeiten zu einem sel'gen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die zeit geht hin, der tod kommt her. Ach, wer ende mich Durch wahren glau- stets in bereitschaft wär'! ben vorbereiten. Mein heiland, 2. Ein mensch, der sich mit ich umfasse dich, Du büßtest sünden träget, Ist immer reif ja für mich den tod, Drum zu sarg und grab; Ein apfel, hilf mir in der letzten noth. der den wurm schon heget, Fällt endlich unvermuthet ab. Der tod schließt keinen menschen aus; Mein leib ist schon ein todtenhaus. 9. Das grab ist da; mein turzes leben Soll fünftig desto frömmer sein; Ich will mich nicht der welt ergeben, Ich lebe, Jesu, dir allein. Die grabschrift, die die tugend gräbt, Macht, daß man auch im tode lebt. 3. Es schickt der tod nicht immer boten, Er kommt gar oft unangemeld't Und fordert uns in's land der todten. Wohl dem, der herz und haus bestellt! Denn schnell verstreicht die kurze zeit, So sind wir in der ewig10. Das grab ist da; dies weltgetümmel Stört mich in dem gedanken nicht: Je näher grab, je näher himmel. Wer weiß, wie bald das herz mir feit. bricht? Und doch erschreck' ich nicht davor; Mein grab wird mir zum himmelsthor. 4. Herr aller herren, tod und leben Hast du allein in deiner hand. Wie lange du mir frist willst geben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden glockenschlag An meinen tod gedenken mag. Die 11. Das grab ist da; viel leicht auch stehe Sehr nah' ich seinem rande schon. Wie? wenn ich es noch heute sähe! zeit eilt flügelschnell davon. 5. Es kann vor abend anHerr Jesu, mache mich bereit, ders werden, Als es am frühen Mein ziel steh' nahe oder weit. morgen war. Wie leicht ge12. Das grab ist da; weg rathe ich auf erden In unvereitelkeiten! Bei euch vergißt meidliche gefahr. Ein kleiner man nur das grab. Ich will schritt ist nur dahin, Wo ich mich täglich vorbereiten, Und der würmer speise bin. täglich sterbe ich mir ab; Dann 6. Ein einz'ger schlag kann sei der tod fern oder nah', alles enden, Daß fall und tod Ich denk' getrost: das grab beisammen sei'n; Doch schlage ist da! nur mit vaterhänden Und schließ' in Christi tod mich ein, Daß, wenn der leib zu boden fällt, Mein glaube sich an Jesum hält. 7. Vielleicht kann ich kein ( 134) 711. Jund mein Leben wort mehr jagen, Wenn auge, ch Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Von den vier letzten Dingen. 553 mund und ohr sich schleußt; 5. Es hilft kein reichthum, Drum bet' ich bei gesunden geld noch gut, Nicht kunst, tagen:" Herr, ich befehl' dir noch gunst, noch stolzer muth; meinen geist, Und schließen Vor'm tod kein mensch gesichert meine lippen sich, So spreche ist; Nur Jesus Christ Hilft, Jesu blut für mich!" wenn du ohne hülfe bist. 8. Kann ich die meinen nicht mehr segnen, So segne du sie mehr als ich; Wenn lauter thränen um mich regnen, Ach, tröster, so erbarme dich Und lasse der verlass'nen schrei'n rch deinen troft erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte stoß zum herzen, So schließe mir den himmel auf; Verkürze mir die todesschmerzen Und nimm mich, Herr, zu dir hinauf; So wird mein abschied keine pein, 3war eilig, aber selig sein.( 134) 6. Heut' sind wir jung, gesund und stark, Und morgen liegen wir im sarg; Heut' sind wir munter, frisch und roth, Bald krank und todt, Und überall ist müh' und noth. 7. Man trägt uns nach einander hin; Die welt verliert uns aus dem sinn, Ja, sie vergifset jung und alt Nur gar zu bald Sammt aller ehre und gewalt. 8. Ach, Herr, lehr' mich bedenken wohl, Daß ich gleich andern sterben soll, Und daß des lebens furze frist Sehr bald verfließt, Daß alles hie 712. Jott heimgeſtellt, vergänglich iſt. ch hab' mein sach' Er mach's mit mir, wie's ihm 9. Das macht die fünd', o gefällt; Ich will dem, was er treuer Gott, Denn ihre folge ausersehn, Nicht widerstehn, war der tod; Er trifft nun Sein wille mag an mir geschehn. jedes menschenkind, Wie er es 2. Mein' zeit und stund' ist, find't, Auch die, die groß und wann Gott will, Ich setz' ihm mächtig sind. weder maß noch ziel; Er hat gezählt all' meine haar', Mein todesjahr Bestimmt, eh' eine zeit noch war. 10. Hab' ich hier einen guten tag, So sind doch mehr voll müh' und flag'. Wenn mein Gott will, so fahr' ich hin Mit stillem sinn; Ich weiß, der tod ist mein gewinn. 11. Und ob mich gleich die sünd' ansicht, So zagt doch meine seele nicht, Weil er, mein frommer, treuer Gott, Für diese noth Den eig'nen sohn gub in den tod. 12. Ich bin getrost, weil Jesus Christ Für meine schuld gestorben ist Und auferstanden 3. Hier auf der welt ist überall Viel trübsal, sorge, noth und qual. Was ist des lebens turze zeit? Mühseligkeit, Ein prüfungsstand, ein kurzer streit. 4. Was ist der mensch? was ist er groß? Geboren wird er nackt und bloß; Er bringet nichts auf diese welt, Stein gut noch geld, Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 554 Von den vier leßten Dingen. mir zu gut, Der höllen glut| diesem jammerthal Sich wird Gelöschet hat mit seinem blut. mein geist erheben; Wo, wie 13. Dem leb' und sterb' ich allezeit und bin auf seinen wint bereit. Ich bin der festen zuversicht, Mein heil und licht Vergißt mich auch im grabe nicht. und wann ich sterben soll, Das weißt du, vater, mehr als wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich sünder trösten, mich erfreu'n? Wer giebt mir heil 14. Dies ist mein trost zu und segen? Wer nimmt sich aller zeit In freuz und aller meiner seele an, Wenn ich von traurigkeit. Ich weiß, es folgt dem, was ich gethan, Soll mir keine plag' Am jüngsten rechenschaft ablegen? tag Bei meiner auferstehung nach. Wer ist es, der einst für mich spricht? Thust du es, Gott, mein heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon, ich seh', Daß ich am finstern grabe steh', Mit todesangst umgeben; Der augen licht verdunkelt sich, Was mir bevorsteht, schrecket mich: Ein traum ist nun mein leben. Die fünde störet meine ruh' Und ruft mir meine strafe zu. 4. Ich höre der posaunen ton, Ich höre meinen richter schon Ein strenges urtheil sprechen; Ich steh' vor seinem angesicht, Ich sehe in dem hellsten licht Mein sträfliches verbrechen. Was ich hier böses je gethan, 18. Nun amen, mein lieb- Das klagt mich nun erschreckreicher Gott! Bescher' uns lich an. 15. Mein frommer und getreuer hort Bewahrt den leib an seinem ort. Ein neuer bau ist ihm bereit Voll herrlichkeit, Von dauer für die ewigkeit. 16. Dann schaue ich dein angesicht, Das glaub' ich fest und zweifle nicht, In ew'ger freud' und seligkeit, Die mir bereit. Dir sei lob, preis in ewigkeit. 17. O Jesu Christe, Gottes sohn, Mein heiland und mein gnadenthron, Schließ' mich in deine wunden ein! Du sollst allein Mein bester trost und helfer sein. einen sel'gen tod, Hilf, daß wir 5. Kein geld noch gut eralle nach der zeit In herrlich- rettet mich; Umsonst erbeut ein keit Dich schauen dort in ewig- bruder sich, Den andern zu feit. ( 109) erlösen. Ein jeder trägt dereinst den lohn Von dem, was er gethan, davon. Nichts schützt Mel. O ewigkeit, du donnerwort! 713.3% ch bin ja, Herr, sodann die bösen. Gott ist zur in deiner macht; gnade hier bereit, Dort übet Du hast mich an das licht ge- er gerechtigkeit. bracht, Und du erhältst mein leben; Du kennest meiner mon den zahl, Weißt, wann aus 6. Wie sollt' ich denn, o Gott, bestehn, Wenn du auf meine schuld willst sehn Und Von den vier letzten Dingen. 555 nach verdienst mir Lohnest? Ich Jesu Christ, Halt' mich bei den fann dir nimmermehr entfliehn, gedanken, Und laß, der du Noch deiner strafe mich ent- mein mittler bist, Nie diesen ziehn, Wenn du nicht meiner glauben wanken; Gieb, daß ich schonest; Drum ruf' ich: geh' in der hoffnung bleib', Bis du nicht in's gericht! Verstoß' mich die seele von dem leib Wirst armen fünder nicht! in den himmel führen. 7. Herr Jesu, ich, dein 4. Kann's sein, so gieb durch theures gut, Beweise es mit deine Hand Mir ein vernünftig deinem blut, Daß ich dir an- ende, Daß ich die seele mit gehöre; Und doch schont satan verstand Befehl' in deine meiner nicht, Und schreckt hände, Und so im glauben mich mit dem zorngericht: sanft und froh Auf meinem Komm', rette deine ehre! Komm', bette oder stroh Aus diesem laß mich nicht in fremder hand, elend fahre. Da du so viel auf mich gewandt! 5. Doch, wenn es dir, o Herr, gefällt, Daß sich durch mörderhände, Durch schiffbruch, donner, blitz und kält' Mein leben plötzlich ende, Daß krankheit schnell mich nehme hin: So richt' mich, Herr, nach meinem sinn, Den ich jetzt lebend habe. 6. Sollt' ich, wenn sich die schwachheit mehrt, Nicht alle fehler meiden, Und handelte vielleicht verkehrt Und red'te ich weiß gar unbescheiden: O zürne, Herr, vorsatz nicht geschicht, Und mir besinnung fehlet. wohl, Daß ich einmal muß deswegen nicht, Weil es mit sterben; Wann aber das geschehen soll, Und wie ich werd' verderben Dem leibe nach, das weiß ich nicht; Verborgen ist mir dein gericht, Du siehst mein letztes ende. 7. Bewahr' mich in der letzten noth Vor ängstlichen geberden Und laß mein leben durch den tod Recht sanft geendet werden; Hilf, daß, wenn ich von hinnen geh', Ich ohne angst und großes weh' Auf 2. Und weil ich denn, wie dir bewußt, Durch deines geistes gabe An dir allein die beste lust In meinem herzen dein verdienst entschlafe. habe, Und weiß, daß von der sündenlast Du selber mich errettet hast Und mir dein reich erworben: 3. So bitt' ich dich, Herr 8. Voll reu' und buße such' ich dich. Hilf mir, mein Gott, errette mich Und tilge meine sünden! Dir weih' ich meine lebenszeit Und bin zu deinem dienst bereit; Ach, laß mich gnade finden! Bin ich im ganzen leben dein, So werd' ich's auch im tode sein.( 27) 714. Herr err Jesu Christ, 8. Doch soll es ferne von mir sein, Dir etwas vorzuschreiben; Gelassen will ich nur allein Bei deinem worte bleiben Und glauben, daß du, 556 Von den vier letzten Dingen. 5. Herr, mache du mich stets bereit, Sanft und getroſt zu sterben, Damit ich einst nach kampf und streit Den himmel mög' ererben. Komm', hilf mir doch aus aller noth, Herr 9. Gehorsam und mit stillem sinn Will ich mich dir ergeben. Der tod ist durch dich mein gewinn, Du aber bist mein Sesu, durch dein blut und tod, leben, Und wirst den leib in Sa, komm', Herr Jesu, amen! herrlichkeit Aus seinem grab zur letzten zeit Zum leben auferwecken. ( 116) ( 107) lebensfürst, Die seele schon erretten wirst, Ich sterb' auch, wie ich wolle. 716. W enn meine stunde Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. 715. Gott kommen ist, Daß ich die welt verlasse, So gieb, daß ich, Herr Jesu Christ, ottlob, mein Je- Dich gläubig fest umfasse. sus macht mich Schließ du an meinem letzten rein Von allen meinen sünden; end', Herr, meinen geist in Was er büßt, muß bezahlet deine händ', So ist er wohl sein; Nun kann mich nicht verwahret. mehr binden Der sündenstrick, des teufels macht, Mein Jesus hat mir heil gebracht, Er ist mein trost, mein leben. 2. Fühl' ich sodann auch noch so sehr Der sünden schmerz und nagen; Scheint ihrer 2. Was trau're ich? er lebet mehr, als fand am meer, Laß ja, Der das gesetz erfüllet Und mich doch nicht verzagen; Erdurch den tod auf Golgatha inn're mich an deinen tod, An Des vaters zorn gestillet. Was er hat, das ist alles mein, Und kann ein reichthum größer sein, Als der, den Jesus schenket? dein verdienst und alle noth Die du für mich erduldet. 3. Weil ich denn rein von sünden bin Durch Christi blut und leiden, So fahre ich mit freuden hin, Wenn ich von hier soll scheiden. Mein auge schließ' ich fröhlich zu; Ich weiß, ich werde hin zur ruh' In's paradies gelangen. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tröst ich mich von herzen, So wie ich all'zeit an dir bleib', Auch selbst in todesschmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir; Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erworben. 4. Weil du selbst auferstanden bist, Werd' ich im grab 4. Da wird mir Gott in nicht bleiben. Mein höchster ewigkeit Die ehrenkrone geben, trost dein' auffahrt ist, Sie Und ich, in voller seligkeit, kann die furcht vertreiben, Werd' ewig bei ihm leben; Mit Denn wo du bist, da komm' ich solcher ehre angethan, Die nie hin, Daß ich bei dir stets leb' ein mensch beschreiben kann, und bin; Drum fahr' ich hin Werd' ich sein antlig schauen. mit freuden. Von den vier letzten Dingen. 557 5. So fahre ich zu Jesu was du hast erschaffen: Gott hin, Mich kann der tod nicht sohn, was du erlöst, Das geb' schrecken; Ich weiß, daß ich ich wieder dir; Gott heil ger sein eigen bin; Einst will er geist, was du Geheiligt, nimm mich erwecken Und mir sodann von mir. den gnadenlohn, Wie er gesagt, vor seinem thron In ew'ger freude geben. ( 68) Mel. O Gott, du frommer Gott. 717. du breiein'ger mir außerlesen, Gedent' an deine güt', Die vor der welt gewesen, Und sei mir fünder doch, tod Und vor des satans schrecken 7. Vor fünden, höll' und Gott, stets gnädig hier, Daß ich recht christlich leb', Und sterbe sanft in dir. Sei er mir sonn' und schild; Er laff' sein blut mich decken, Schent' solchen vorschmack mir 2. Ich gebe Leib und seel', Von jener seligkeit, Daß ich Gott, in deine hände. Ach, vor freud' nicht fühl' Des todes lehre du mich stets Gedenken bitterfeit. an mein ende, Auch sterben, eh' ich sterb', Und hören alle stund': Auch du mußt sterben, mensch, Dies macht erfahrung fund! 6. Mein Jesus komme mir Stets vor in seinem leiden Und sage, daß mich nichts, Nichts, nichts von ihm soll scheiden; Er halt' mich mit der hand, Da ich gezeichnet ein, rufe Nicht, nicht verloren sein. 8. Das, was ich hinterlass', Versorg' er, schüß und liebe, Nichts hind're noch betrübe, Und geb', daß mich im tod 3. Weil Jejus mir zu gut Erhalt' mich bei verstand Und Gestorben und geboren, So einem frischen muth, Daß glaub' ich ganz gewiß, Sch mitten im gebet Ich sterb' auf gehe nicht verloren. Wed Christi blut. mich nur stündlich auf, Daß ich bereitet sei, Wie du mich haben willst, Wenn mein end' fommt herbei. 4. Ich traue deiner treu' Durch Jesu blutvergießen, Und will auch weder zeit, Noch ort zum tod ausschließen. Komm, wann, wie, wo du willst, Nur daß ich selig sterb' Und durch sein blut und tod Das himmelreich ererb'. 5. So lange ich noch leb', Und wenn ich werd' entschlafen, Geb' ich, o vater, dir Das, 9. Nun geb' ich meinen geist Nochmal in Gottes hände Und warte, bis er kommt mit einem sel'gen ende: Dann schließe ich getrost Die müden augen zu Bis auf den jüngsten tag zu einer sanften ruh'. 10. Ich weiß, durch's lammes blut Werd' ich schon überwinden Und einen gnäd'gen Gott Im tod und leben finden. Ich halte mich an Gott Und meines Jeju blut; Ich weiß, Gott macht's gewiß Mit meinem ende gut. ( 1) Von den vier letzten Dingen. 718.5m err Jesu, wahrer| 9. ,, Der soll in dem gericht mensch und Gott, bestehn, Den tod soll er nicht Der du ertrugest angst und ewig sehn, Nein, ob er gleich spott, Für mich am freuz auch hie zeitlich stirbt, Fern sei es endlich starbst Und mir des doch, daß er verdirbt. vaters huld erwarbst. 558 10. Ich will vielmehr mit 2. Ich bitte wegen deiner starker hand Ihn reißen aus pein, Du woll'st mir fünder des todes band Und zu mir gnädig sein, Wenn ich einst nehmen in mein reich, Da fomm' in sterbensnoth Und herrscht er dann mit mir zuringen werde mit dem tod; gleich." 3. Wenn mir vergehet mein 11. Hilf uns, Herr Jesu, gesicht und mir auch das ge- ewiglich; Ach, Herr, vergieb gnädiglich, Mit dir zu leben hör gebricht; Wenn meine zunge uns unsre schuld; Gieb, daß nicht mehr spricht, Und mir bor angst mein herz einst wir warten in geduld. bricht; 12. Wenn unser ende kommt 4. Wenn mein verstand sich herbei, Gieb, daß der glaub' nicht besinnt, Und alle men- gestärket sei, Zu trauen deinem schenhülf' zerrinnt: So hilf du festen wort: So sind wir selig mir, o starker Gott, Und rette hie und dort. ( 34) mich aus aller wir 5. Und führ' mich aus dem 719. Miten sind mit thränenthal, Verkürze mir des todes qual; Des satans pfeile von mir treib', mit deinem Geiste in mir bleib'. dem tod umfangen. Wen such'n wir, der hülfe thu', Daß wir gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre 6. Wenn sich die seel' vom missethat, Die dich, Herr, erleibe trennt, So nimm sie, zürnet hat. Heiliger Herre Gott, Herr, in deine händ'. Der Heiliger starker Gott, Heiliger leib hab' in der erde ruh', barmherziger heiland, Du ewiBis dein gerichtstag naht ger Gott, Laß uns nicht verherzu. 7. Ein fröhlich auferstehn noth. verleih'; In dem gericht mir 2. gnädig sei Und meiner sünden ficht nicht gedenk'; Aus gnaden mir den himmel schenk'. sinken In des bittern todes Kyrie eleison. Mitten in dem tod anUns der hölle rachen: Wer will uns aus solcher noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein' barmherzigkeit Unsre sünd' und großes leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger heiland, Du ewiger 8. Hat nicht dein eig'ner mund, mein hort, Gesprochen dieses theure wort: Für wahr! fürwahr! euch sage ich: Wer mein wort hält und glaubt an mich, Von den vier letzten Dingen. 559 Gott, Laß mich nicht verzagen 7. Laß mich nur an dich Vor der tiefen höllenglut. gläuben, So werd' ich nach der Kyrie eleison. zeit Dort ewig bei dir bleiben In froher ewigkeit.( 56) 3. Mitten in der hölle angst Unsre sünd'n uns treiben. Wo soll'n wir dann fliehen hin, Mel. O Gott, du frommer Gott. ch sterb' auf Jesu Da wir mögen bleiben? 3u 721. Slut, Sein tod dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures blut, giebt mir das leben; Sollt' ich Das g'nug für die sünde thut. das meine denn Nicht freudig Heiliger Herre Gott, Heiliger von mir geben? Mein tod starker Gott, Heiliger barm- ist nun kein tod, Er bringet herziger heiland, Du ewiger mich zur zur ruh' Und führt Gott, Laß uns nicht entfallen die seele gleich Den himmelsVon des rechten glaubens trost. freuden zu. Kyrie eleison. ( 92) 2. Fühl' ich der fünden gift, Will mich die Hölle schrecken, 720. Christus ist mir Wird Jeſu blut und tod Vor das leben, Und ihnen mich bedecken. Er war sterben mein gewinn, Dem will es, der den feind Im kampf ich mich ergeben, Mit frieden zu boden schlug, Tod, sünde, fahr' ich hin. teufel, höll' Zur schau als sieger trug. 2. Mit freuden kann ich sterben Und schließe meinen lauf; Ich soll den himmel erben, Mein heiland nimmt mich auf. 3. Wie sollte mir hinfort Denn vor dem tode grauen? Ich will ihn als den weg Zu meinem heil anschauen, Denn dieser führet mich zu jenem leben ein, Da ich vor sünd' und tod Gesichert werde sein. 3. Nun ist bald überwunden Kreuz, leiden, angst und noth; Durch meines Jesu wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Ich fünder weiß gewiß, Daß Jesus mir erworben Ge4. Wenn meine träfte rechtigkeit vor Gott, Da er für brechen, Und wird mein odem mich gestorben. Hier ist das schwer, Kann ich kein wort theure blut, Das mich gerecht mehr sprechen, Dann hilf, gemacht und alle seligkeit Gemein Gott und Herr. doppelt wiederbracht. 5. So komme denn, o tod, Wenn es der Herr befiehlet! Mein glaube, der getrost, Und keine schrecken fühlet, Lehrt mich, 6. Dann laß mich sanft und Gott sei versöhnt; Drum scheu' stille Entschlafen ohne pein. ich mich nun nicht, Ich folge, Es ist, mein Gott, dein wille, wie und wann Mein Gott und Dies kann mir tröstlich sein.vater spricht. 5. Wenn sinne und gedanken Vergehen wie ein licht, Das hin und her muß wanken, Weil nahrung ihm gebricht. 560 Von den vier letzten Dingen. 6. Herr, nimm denn meinen nehmen, würdig ist, Der ergeist, Wenn ich nun werde barmer, Jesus Christ." sterben, In deinen himmel auf; 5. Die hier fromm und recht Laß mich dein reich ererben. gehandelt, Sehn des glaubens Gieb, mein erbarmer, mir dunkelheit Dort in licht und Verstand und frohen muth, schau'n verwandelt, Und in So sterb' ich einst getrost Auf wonne jedes leid, Weihen ihm Jesu tod und blut. die neuen lieder, Werfen ihre fronen nieder Vor dem Herrn der herrlichkeit, Opfern dank in ewigkeit. Mel. Schöpfer, der du selbst das leben. 722. Menschen ist's ge6. Vaterland verklärter fromsegt zu sterben, men! Heil, unsterblichkeit und Ihre herrlichkeit verblüht. ruh', Was kein sterblicher verWelcher von den himmels- nommen, Gottes heil gewährest crben Lebet, den der tod nicht du! Freudenernten schenkt Gott sieht? Staub wird dieser leib denen, Die erst hier gesä't mit von erde; Doch, damit er thränen. Alle thränen trocknet himmlisch werde, Wird er einst er, Sünd' und elend sind nicht von Gott erneut Und zieht an mehr. unsterblichkeit. 7. Ich entbrenne von ver2. Wollt' ich länger hier langen, Dies verheiß'ne land verweilen, Als es Als es meinem zu sehn, Jene frone zu empfanGott gefällt? Seinem reiche gen: Bald erhöret Gott mein zuzueilen, Laß ich gern die flehn. Diese hütte, die zerprüfungswelt. Jesus tilget stäube! Ich, ich weiß, an wen meine sünden, Stärkt mich, ich gläube; Mir ist sterben ein hilft mir überwinden; Auch in gewinn, Denn zum vater geh' meiner letzten noth Rettet mich ich hin. sein blut und tod. 8. Welche tröstung, das zu 3. Und wer kann mich ihm wissen! Dieser großen hoffnung entreißen? Mein ist er, und voll, Zag' ich nicht in fümmerich bin sein; Er erfüllt, was nissen, Die ich hier noch dulden er verheißen; Sein soll ich soll. Leicht und kurz sind diese mich ewig freu'n. Ja, mir leiden, Sie verwandeln sich in soll's durch ihn gelingen, Mich freuden, Wenn ich christlich sie zu ihm empor zu schwingen, ertrug, Bis Gott spricht: es Freudenvoll vor ihm zu stehn, ist genug! Meinen heiland, ihn zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wahres leben; Millionen stehen schon, 723. Mit fried and ich fahr' Ihren retter zu erheben, Selig da vor seinem thron. Hohe dahin, Weil's Gottes wille. Geseraphime ringen, Mitanbetend trost ist mir mein herz und sinn, ihn, zu singen: Preis zu Sanft und stille, Wie Gott 11 Von den vier letzten Dingen. 561 mir verheißen hat, Der tod ist deß bei Gott in freuden: mein schlaf worden. Denn seines Jesu blut und 2. Das macht Christus, tod Entreißet ihn der höllenwahr'r Gottessohn, Der treue noth. heiland, Den du mich, Herr, 4. Seine leiden, noth und hast lassen sehen, und macht plagen Hat er nun ferner nicht befannt, Daß er sei das leb'n zu tragen. Nur hier ertrug er und heil In noth und auch im sterben. freuz und leid, Auf ewig wird er dort erfreut. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen gnaden. 5. Ist nun gleich der leib gestorben, So bleibt der geist Zu seinem reich die ganze welt doch unverdorben; Die feele ist Heißen laden Durch dein theuer heilsam wort, An allem ort erschollen. in Gottes hand, Der leib nur schläft im fühlen sand. 4. Er ist das heil und sel'ge licht Für die heiden, 3u er leuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist dein's volts Israel Preis, ehre, freud und wonne. ( 92) 6. Bis ihn Gott am jüngsten tage, Vollkommen frei von aller plage, Erweckt und jauchzend dahin führt, Wo er dann ewig triumphirt. 7. Hier ist er in angst gewesen; Vollkommen wird er dort genesen, Wo er so, wie 724. Nun laßt uns den die sonne leucht't, Und Chriſti leibe herrlich gleicht. leib begraben, Dieweil wir feinen zweifel haben, Er werde wieder auferstehn, Und schön verklärt zum himmel gehn. 2. Er ist erd' und von der erden, Drum muß er wieder erde werden; Jedoch nach dieser zeiten lauf Steht er von dieser erde auf. 9. Jesu, dessen blut und sterben Von teufel, welt und vom verderben Uns frei gemacht, ach, führ' uns ein, Bo 3. Sein geist, frei von wir auch ewig bei dir sei'n. schmerz und leiden, Lebt unter( 157) 8. Nun schlaft sanft, erblaßte glieder, Wir sehen euch einst Nur bitten herrlich wieder. wir dich, treuer Gott, Bereit' uns auch zu unserm tod. b. Von der Auferstehung. 725.3th ch weiß, daß mein| Das muß sich endlich schämen, erlöser lebt, Das Er lebt fürwahr, der starke held; soll mir niemand nehmen. Er Sein arm, der alle feinde fällt, lebt, und was ihm widerstrebt, Hat auch den tod bezwungen. 36 562 Von den vier letzten Dingen. 2. Durch diesen seinen sieg| schauen. Was hier erblasset erfreut, Darf ich den tod nicht und erstirbt und in der erde scheuen, Der unsers fleisches schooß verdirbt, Darin werd' staub zerstreut, Gleichwie der ich ihn schauen. wind die spreuen. Nimmt er 8. Ich selber werd' in seigleich mich und mein gebein nem licht Ihn sehn und mich Und scharrt uns in die gruft erquicken; Mein auge wird hinein, Was kann er damit sein angesicht Mit großer lust schaden? erblicken; Ich werd' ihn mir Ich selber und kein fremder. 3. Mein heiland lebt, drum sehn, mir zur freud', Und mag der tod Mich nur zu erde werd' ihm dienen ohne zeit, machen; Ich weiß, es läßt mein Herr und Gott Mich wiederum erwachen; Er führet mich aus meinem grab, Worin ich ausgeruhet hab', Zu einem neuen leben. 9. Troß sei nun allem, was mir will Muth, trost und hoffnung rauben! Nichts, es sei noch so groß und viel, Erschüttert meinen glauben. Das tröstet mich in aller noth, Auch gegen hölle, grab und tod, glieder, Die meines schöpfers Daß mein erlöser lebet.( 51) Hand gebaut, Von meinem hei4. Verklärt bekomm' ich meine haut Und meine ird'schen land wieder. Was adern und gelente sind, Was diesen leib 726. Jeicht und mein Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. esus, meine zusammenbind't, Wird himmlisch, unverweslich. heiland, ist mein leben: Dieses weiß ich, sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange todesnacht mir auch für gedanken macht? 5. Zwar wird, woraus der leib besteht, Das fleisch und seine knochen, Wenn es in die verwesung geht, Zerstöret und zerbrochen; Der ganze leib zerfällt in staub Und wird sogar der würmer raub, Doch wahrlich nicht auf ewig. 6. Nein, alles soll einst wieder stehn In seinem ersten wesen; Nur wird der Herr den staub erhöhn, Des todes bande lösen Und das, was tod und grab zerstört, Und die verwesung hier verheert, Zum schönern leben rufen. 7. Das hab' ich je und je gegläubt, Das bleibt auch mein vertrauen: Ich werde den, der ewig bleibt, In meinem fleische 2. Jesus, er mein heiland, lebt! Lebend werd' ich ihn auch schauen, Wenn er meinen staub erhebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein haupt sein glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der hoffnung band Zu genau mit ihm verbunden. Meine starke glaubenshand Faßt ihn in den lehten stunden, Daß mich auch mein todestag Nicht von Jesu trennen mag. 4. Ich bin fleisch, und muß daher Auch einmal zu asche Von den vier letzten Dingen. 563 werden: Das gesteh' ich, aber jetzt da hinein, Wo ihr ewig er Weckt mich wieder aus der wünscht zu sein. erden, Daß ich in der herrlich( 90) feit Bei ihm sein soll allezeit. Mel. Allein Gott in der höh' sei ehr'. b. Dieser leib, aus staub ge- 727. Meer hat die macht ein heiland lebt, 5. baut, Wird verklärt mich einst umgeben; Gott wird von mir Des todes ganz bezwungen angeschaut Dort in einem Und siegreich aus des grabes beffern leben, und in diesem nacht Zu Gott sich aufge fleisch werd' ich Jesum sehen schwungen; Er ist mein haupt, ewiglich. sein sieg ist mein: Sein soll mein ganzes Leben sein Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, v Jesu, schauen; Das ist, was mich zufrieden stellt Selbst bei der gräber grauen. Ich bin den deinen zugesagt: ,, Ich leb', getrost und unverzagt, Weil du und ihr sollt leben." 6. Dieser meiner augen licht Wird ihn, meinen heiland, fennen; Ich, ich selbst, ein fremder nicht, Werd' in seiner liebe brennen. Nur was schwachheit heißen kann, Alebt als dann mir nicht mehr an. 7. Was hier kränkelt, seufzt und fleht, Werd' ich dort ver herrlicht sehen; Irdisch werd' ich ausgefä't, Himmlisch werd' ich auferstehen. nur verweslich ein; Einst werd' ich unsterblich sein! 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch Grabt mich wieder leben und einst aus der verwesung staub Sich neu erbaut erheben, Wenn du, o großer lebensfürst! Nun deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine glieder; Gebt nicht raum der traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die posaune flingt, Die auch durch die gräber dringt. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein heiland, stehen! Dann nimmſt du mich mit ehren an, Läßt in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, An höllen; Denn ihr sollt euch leib und seele ganz verklärt, durch die luft Eurem heiland Leb' ich bei dir dann ewig. zugesellen: Dann wird schwach5. O, welch' ein selig theil heit und verdruß Liegen unter ist mir In jener welt bereitet! eurem fuß. Der freuden fülle ist bei dir. 10. Nur daß ihr den geist Von dir, o Herr, geleitet, erhebt Von den Lüsten dieser Werd' ich in deinem himmelerden Und euch dem schon jetzt reich, Unsterblich, deinen engebt, Dem ihr dort sollt ähn- geln gleich, Vollkomm'ne lust lich werden. Schickt das Herz genießen. 9. Lacht der finstern erdentluft, Lacht des todes und der 36* 564 Von den vier letzten Dingen. 6. Denn wo du bist, da 3. Wie wird mir, dem er sollen die, Die dir hier folgen, wachten, sein! Welch' himmleben Und ewig frei von lisches entzücken, Wenn leib schmerz und müh', Von seli- und seele sich erfreu'n Und gen umgeben, Genießen deiner sich verklärt erblicken! Zwar herrlichkeit: was sind leiden beb' ich, doch zum letzten dieser zeit, Herr, gegen jene mal, Wenn ich das schreckensfreuden! volle thal Des todes übersehe. 7. Laß jene große herrlich feit Mir stets vor augen schwe- 4. Dann find' ich, welche ben Und mich in dieser prü- wonne! den, Der mir dies heil fungszeit Mein Herz dahin er- erworben. Mit diesen augen heben, Wo keine schwachheit werd' ich seh'n Den, der für uns mehr drückt, Wo wir, der mich gestorben, Den, welcher sterblichkeit entrückt, Frohlockend für mich auferstand, Voll herrvor dir wandeln. lichkeit zur rechten hand Des vaters. Halleluja! 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben Und als dein jünger, 5. Ich weiß, daß dein wort wahrheit ist Troß alles frechen dir zum preis, Nach deinem spottes. Vernunft! weit höher, wort zu leben; Und fühl' ich hier noch noth und schmerz, So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein besser leben. ( 32) als du bist, Ist mir der friede Gottes, Und der bewahrt mir glaubenssinn, Ich werd' einst wieder, was ich bin, Ich sterb', und sieh'! ich lebe. 6. Dies leben ist ein langer tod; Ein unbeflecktes erbe Ist dort mein theil nach müh' und 728. Wenn, Herr, einst noth; Ich lebe, wenn ich deine Ich werde sein, wo Jesus Christ, Der tobten erstgeborner, ist, Hinfort auch nimmer sterben. 7. Grabt den entseelten leib nur ein; Staub waren seine glieder; Staub sollen sie im grabe sein; Doch bald erwach' ich wieder. Gesä't werd' ich, um aufzublühn; Das todte feld gen; Dasselbe herz, das in mir wird wieder grün Zu tausend schlug, Wird wieder in mir fält'gen früchten. 2. Den leib, den hier die seele trug, Wird sie dort wieder traschlagen. Seid! schallt die stimme, und wir sind, Der staub bewegt sich und empfind't, Es fennt sich leib und seele. 8. Im himmlisch- seligen vertrau'n, Einst fröhlich aufzustehen, Laß mich, erlöser, ohne grau'n, Den weg des todes gehen. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. ruft: ,, Kommt wieder, menschenfinder!" Und ich erstaunt aus meiner gruft, Ganz heilig, nicht mehr fünder, Zu voller flarheit aufersteh' Und, welch' ein blick! mich selber seh', Dann jauchz' ich, daß ich lebe. Von den vier leßten Dingen. 565 Es zeige mir ein sanfter tod, roth Von fern den schönern So wie ein schönes abend- morgen. ( 74) c. Bom zukünftigen Gericht. 729. Gs ist gewißlich an Mit angezeichnet stehe! Ich | der zeit, Daß hoffe dies mit zuversicht; Dein Gottes Sohn wird kommen In tod befreit ja vom gericht Und seiner großen herrlichkeit, Zu von der hölle schrecken. richten bös' und frommen: Dann ist des bösen lust dahin, Verzagt und muthloß wird sein sinn; Er sieht die welt vergehen. 2. Dann hört man der posaunen schall In jedem theil der erde Und sieht, wie schnell und überall Das fleisch erwecket werde, Was aber noch 7. Jesu Christ, du machst es lang' Mit deinem jüngſten im leibe wallt, Die kraft des tage. Den menschen wird auf höchsten alsobald Verwandle erden bang' Bei so viel noth und plage. Komm doch, komm doch, die noth ist groß, Und mach' uns bald in gnaden los Von allem übel! Amen. und erneu're. 6. Laß, wenn vor deinem ew'gen fluch Die fünder einst erbeben, Dein urtheil aus des lebens buch Mein Herz zur freud' erheben, Und führ' mich dann mit deiner hand In jenes rechte vaterland Mit allen auserwählten. 3. Hierauf, o mensch! wird aufgethan Das buch, worin geschrieben, Was du von findesbeinen an Auf dieser welt getrieben; Ja wahrlich, dann wird jedermann Erfahren, was er Mel. Es ist gewißlich an der zeit. ( 116) je gethan In ſeinem ganzen 730. Schon ist der tag 4. D weh' dem, welcher stimmt, Da, wer auf erden Gottes rath Und Gottes wort wandelt, Sein loos aus Gotverachtet und nur auf erden tes händen nimmt, Nach dem früh und spat Nach geld und er hier gehandelt. Es kommt, gut getrachtet! Er wird für- es kommt des menschen sohn, wahr sehr schlecht bestehn, Ver- Er kommt, und wolken sind flucht mit allen teufeln gehn sein thron, Der erden freis zu Von Christo in die hölle. richten. 5. Jesu! gieb zu jener 2. Hier, an dem rand der zeit, Warum ich brünstig flehe, ewigkeit, Hier stehn die millioDaß ich im buch der seligkeit nen, Die seit dem ersten tag 566 Von den vier letzten Dingen. der zeit Auf dieser erde woh-| kummer, teine traurigkeit Stört nen, Nur dem allwissenden ihre ew'ge freude. bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand, Hier stehn sie vor dem richter. 8. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernſt bedenken! Es stärke meine zu3. Hier muß der falsche versicht, Wenn mich die leiden wahn der welt Der wahrheit fränken; Es reize mich, geunterliegen; Hier, wo das recht wissenhaft Und eingedent der die wage hält, Wird keine sünde rechenschaft, Nach deinem wort siegen; Hier ist zur buße nicht zu wandeln. mehr frist; Hier gilt nicht mehr ( 32) betrug und list; Hier gilt kein Mel. O ewigkeit, du donnerwort. falscher zeuge. 731. Auf, auf, mein geiſt, ermuntre dich! Der tag des richters nahet sich, in tag, der voller schrecken, Voll fummer, angst und jammer reich der ehren!" So spricht ist, Wofern du nicht bereitet er zu der frommen schaar; bist; Drum laß dich doch erZu der, die widerspenstia wecken, Auf daß dich dieser war: ,, Geht von mir, ihr ver- große tag Bereit im glauben fluchte!" finden mag. 4. Der richter spricht, der himmel schweigt, Und alle bölfer hören Erwartungsvoll und tief gebeugt: ,, Rommt, erbt das 5. D. Herr, mit welcher wundermacht Die ganze welt 2. Du weißt, daß Gottes majestät Wirst du dies urtheil hervorgebracht; Doch einst wird fällen! Die fünder, die dich dies gebäude Mit aller seiner hier verschmäht, Gehn dann pracht vergehn, Und das wird gewiß zur höllen; Hier trifft ganz gewiß geschehn; Gott fie fluch und ew'ge pein; Wer schwört mit einem eide, Daß wird dann noch ihr retter sein? erd' und himmel weicht und Ihr warten geht verloren. bricht, Sein wort allein vergehet nicht. 3. Wo nimmst du dann, verblend'ter sinn, Voll schrecken deine zuflucht hin? Zur welt? die doch vergehet, Und zwar in einem furzen nu, Die selbst und ihre lust dazu Alsdann nicht mehr bestehet: Wenn sie nun in einander fällt, Wie ist es dann um dich bestellt? 7. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, 4. Es ist darum mit dir engeln gleich, Ihr wohlsein nicht aus, Muß dies erschaff'ne ausgebreitet; Das stückwerk große haus Gleich wiederum wird vollkommenheit; Kein zerfallen. Ob erd' und himmel 6. Sie, die gerechten, leuch ten dann, Sie glänzen, wie die sonne; Du selbst nimmst sie zu ehren an, zu ew'ger freud' und wonne: Nun sehn sie mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Von deiner gnad' ererben. Von den vier letzten Dingen. 567 gleich verbrennt, Und jedes deinem throne zu:„ Getreuer element sich trennt, So bleibst knecht, du sollst zur ruh' Der du doch vor allen; Denn deine auserwählten gehen"; Dann seele ist ein geist, Der ewig schenke mir in jener zeit Die und unsterblich heißt. trone der gerechtigkeit. 5. Sie wird im tode nicht vergehn Und, wenn der leib Mel. Gott vater, sende deinen geist. wird auferſtehn, Sich mit dem 732. Er kommt, er kommt verbinden, Und von dieser stunde an, Wirst du, nach Von angesicht zu angesicht Seh' dem du hier gethan, Lohn oder straf' empfinden: Die himmels lust, die Höllenpein, Wird beides ohne ende sein. ich den richter kommen. Es zitt're, was den Herrn verschmäht, Wer nicht im buch des Lebens steht; Ihr aber jauchzt, ihr frommen! 6. Ach, was für angenehme Iust Wird dort der auserwähl- 2. Fluch trägt der Herr und ten brust In ewigkeit genießen! ew'gen lohn. Mit blitzen wird Hingegen die verdammte schaar des menschen sohn Zum richWird mit den teufeln immer- terstuhle winken. Sein wink dar Zu neuer qual geriffen, ist kraft und majestät:„ GeDie ohne maß und ende rechte, kommt! verbrecher währt und die verfluchten nie geht! Geht hin zu meiner verzehrt. linken!" 7. O, willst du dieser noth entgehn Und freudig vor dem richter stehn, Mußt du die sünde haffen; Du mußt wahrhafte buße thun, In Jesu wunden gläubig ruhn Und sein verdienst umfassen: Wer dieses sich zu eigen macht, Dem ist der himmel zugedacht. 3. Mein Herr, mein Gott, verlaß mich nicht! Wer steht vor dir, Herr, im gericht? Gedenk' nicht meiner sünden. Im leben, heiland, war ich dein, Herr, laß es mich auch ewig sein Und gnade vor dir finden. 4. Welch' ein wehtlagendes geschrei:„ Ihr berg' und hügel steht uns bei, Fallt über uns zusammen!" Owelch' ein schreckliches gericht! ,, Ihr wurm stirbt ewig, ewig nicht, Stets wüthen ihre flammen." 8. Wohlan, mein geist, auf, säume nicht! Es kann das große weltgericht Eh', als du meinst, erscheinen: Drum wache stets und sei bereit, So darfst du deine sicherheit Nicht ewiglich beweinen, Und du erlangst 5. Bedent', o mensch, die das schöne ziel, Das ende ewigkeit! Nicht morgen, fünfomme, wann es will. der, sondern heut' Fleh' Gott 9. Herr Jesu, gieb, daß an, dich zu hören, Durchdenke solcher tag Mich wohlbereitet deinen lebenslauf, Schließz' jeden finden mag; Laß mich zur gräu'l des herzens auf Und rechten stehen; Ruf mir von such' dich zu bekehren. 568 Von den vier letzten Dingen. 6. Gedanke: Jesus richtet| 8. Des richters gnadenblick, mich Sei mir entfeßlich, geneigt Zum heil und zur verfürchterlich, Wenn fleisch und gebung, zeigt Den guten schafen blut sich regen, Wenn welt, weide. Was wir dem kleinund was darinnen ist, Mit sten hier gethan, Nimmt er boshaft überlegter list Zu sünden mich bewegen. als ihm erwiesen an.„ Geht", spricht er, ,, ein zur freude!" 7. Wenn aber diese arge 9. Heil, heil der stimme, welt Ein falsches urtheil von wenn sie schallt: ,, Ich komme mir fällt, Wenn unverschuld't bald, ich komme bald!" Ja, ich leide: Gedanke von dem komm', Herr Jesu! amen! weltgericht, Du sei mir trost Halleluja! halleluja! Der tag und zuversicht, Beruhigung und des heils kommt, er ist nah'. freude. Ja, komm', Herr Jesu! amen! 111 d. Bon der seligen und unseligen Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 733. ach einer prüfung furzer tage Führst du uns, Gott, zur ewigkeit. Dort fehret sich der deinen flage In himmlische zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, Dort schmückst du sie mit ehr' und preis. 2. Du schenkst dem frommen zwar auf erden Schon manche segensvolle zeit; Doch kann sie nicht verglichen werden Mit jener großen herrlichkeit. bleibt hier schwach, und seine ruh' Nimmt in der seele ab und zu. Er 3. Bald stören ihn des leibes schmerzen, Bald das geräusch der äußern welt; Bald fämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der ihn gefangen hält; Bald wird er durch des nächsten schuld Geprüft in glauben und geduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist, Wo man den glücklichen beneidet Und des bekümmerten vergißt, Hier kann der mensch nicht frei von pein, Nie frei von aller schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; Dich, Gott der liebe, werd' ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt sein, und lieblich wesen, heil die fülle Mich, Herr, vor deinem thron erfreu'n; Dann läßt gewinn mich auf Von den vier letzten Dingen. 569 gewinn Empfinden, daß ich voller müh' Ist nichts, ja gar felig bin. nichts gegen sie. ( 49) 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf Mel. Jesu, der du meine seele. erden dunkel sah, Das wunder- 734. Alle menſchen müß bar und heilig nennen, Was sterben, Alles unerforschlich hier geschah; Da fleisch zerfällt in staub; Was denkt mein geist mit preis und da lebet, muß verderben Und dank Die schickung im zusam- wird der verwesung raub; menhang. Dieser leib muß erst vergehen, Sonst kann er nicht auferstehen Zu der großen herrlichkeit, Die 8. Da werd' ich zu dem thron hindringen, Wo Gott mein heil mir offenbart, Ein den frommen ist bereit. 2. Darum will ich dieses heilig halleluja singen Dem lamme, das erwürget ward, leben, Wann es meinem Gott Und cherubim und seraphim beliebt, Auch ganz willig von Und alle himmel jauchzen ihm. mir geben, Bin darüber nicht 9. Da werd' ich in der engel betrübt; Denn in meines Jesu 9. Da werd' ich in der schaaren Mich ihnen gleich und wunden Hab' ich schon erheilig sehn, Das nie gestörte Lösung funden, Und mein trost wohl erfahren, Stets vor des in todesnoth Ist des Herren lammes stuhl zu stehn; Da Christi tod. wird in alle ewigkeit Mein herz mit himmelslust erfreut. 10. Da werd' ich dem den dank bezahlen, Der Gottes weg 3. Christus ist für mich gestorben, und sein tod ist mein gewinn; Er hat mir das heil erworben, Dies erquicket meinen sinn, Und ich wünsche abmich gehen hieß, Und ihn zu zuscheiden, Wünsche mir die millionen malen Noch segnen, himmelsfreuden, Da ich werde er mir find' ich, Herr, in deiner hand allezeit Schauen die dreieinigDen freund, den ich auf erden fand. 4. Da wird sein das freudenleben, Da viel tausend seelen 11. Da ruft, o möchtest du schon, Mit des himmels glanz es geben! Vielleicht auch mir umgeben, Siegreich stehn vor ein sel'ger zu:„ Heil sei dir! Gottes thron, Da die seradenn du hast mein leben, Die phime prangen Und das hohe feele mir gerettet, du!" Gott, fied anfangen: Heilig, heilig, wie muß dies glück erfreu'n, heilig heißt Gott der vater, Der retter einer seele sein. sohn und geist." 11 12. Was seid ihr leiden dieser 5. Da die patriarchen woherden Doch gegen jene herr- nen, Die propheten allzumal, lichkeit, Die an uns offenbar Wo auf lauter ehrenthronen soll werden Von ewigkeit zu Siget der apostel zahl, Wo in ewigkeit! Ein ganzes Leben so viel tausend jahren Alle 570 Von den vier letzten Dingen. frommen hingefahren, Da man| himmel für die welt ererben? Gottes ruhm besingt Und ihm Wer wollt' hier bleiben, Wo dank und ehre bringt. die viele noth nicht zu be6. Jerusalem dort oben, schreiben? Wie vortrefflich glänzest du! 6. Komm', o heiland, komm', Deinen bürgern, die Gott loben, uns zu erlösen, Rette und beSchenfest du die süß'ste ruh'. freie uns von allem bösen! Bei Oder großen freud' und wonne! dir, o sonne, Ist der frommen Was ist gegen dich die sonne? seelen freud' und wonne.( 27) Du, du übertriffft sie weit, Weit an pracht und herrlichkeit. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 1. ich schon von 7. ferne Sene große seligkeit, Und 736. ewigkeit, du freudenwort! O trost darum verlaß ich gerne Diesen von Jesu, meinem hort! Danort der eitelkeit. Schenke mir fang ohne ende! O krone der die freudenkrone Bald, o Gott, gerechtigkeit, Damit zur frohen vor deinem throne: Dann, dann| ewigteit Mich krönen Jesu fängt die freude an, Die kein hände, Wenn ich werd' ewig ende nehmen kann. Herrlich, schön Vor Gott und meinem Jesu stehn! ( 4) 2. Was ist so herrlich in 735. wie selig seid der welt, das nicht von zeit D ihr doch, ihr zu verfällt frommen, Die ihr durch den tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller noth, die uns noch hält gefangen. ganz vergehet? Allein das gut der ewigkeit Verzehret niemals eine zeit, Bleibt stets im wachsthum stehen: Dies erbe, wie sein wort verspricht, Vergehet 2. Hier muß man in man chem fummer leben; Wir sind und verwelket nicht. hier mit sorg' und furcht um- 3. O ewigkeit, dein tröst geben. Was wir hier kennen, ich mich, Weil dann die trübKann man doch nur müh' und sal, welche sich hier reget, arbeit nennen. ganz aufhöret. Auf kurzes 3. Shr hingegen ruht in leiden dieser zeit Folgt ewig eurer fammer Sicher und be große seligkeit, Die nie ein freit von allem jammer; Kein freuz und leiden Ist euch hinderlich in euren freuden. fummer störet; Drum sind die leiden dieser zeit Nicht werth der ew'gen herrlichkeit. 4. Christus wischet ab all' 4. Was ist doch aller christen eure thränen; Ihr seht das qual, Die pein der märt'rer schon, wonach wir uns sehnen; allzumal, Der jammer aller zeiEuch wird gesungen, Was in ten? Wenn man es gleich zu feines ohr allhier gedrungen.sammenträgt, Und alles auf 5. Ach, wer wollte denn die wage legt Und dann zur nicht gerne sterben Und den andern seiten Des ew'gen lebens Von den vier letzten Dingen. 571 herrlichkeit, So überwiegt dies| friede, Weil er, mein großer see-. jenes weit. lenhirt, Mich ewiglich erquicken wird. 5. Sieht man dann die verdammten an, Wer ist, der hie es fassen kann, Was sie dort ewig plaget? Nur immer sterben ohne tod, Und leben in der höchsten noth, Von glut und wurm genaget! welch' ein heil ist es allein, Von solcher qual befreit zu sein! 6. Doch weiß ich, daß ich nicht nur frei Ünd ewig weit 11. Hinweg, du eitle lust entfernet sei Von jener sünder und pracht, Die nur verdammte schrecken; Ich soll sogar und freude macht! Hinweg, du sündjeder christ, Wie Gott, mein lich wesen! Weg stolz und wolHerr, so freundlich ist, Voll lust, gut und geld! Weg alles freude sehn und schmecken. Er eitle, das die welt Sich je zum giebt mir, wie er mir verheißt, dienst erlesen! Ich wünsche nur Ein manna, das die engel ſpeiſt. die seligkeit In jener frohen ewigkeit. 12. O ewigkeit, du freudenwort! Denn Jesus ist mein heil und hort, O anfang ohne ende! O ewigkeit, freud' ohne leid! Ich weiß von feiner traurigkeit, Wenn ich zu dir mich wende: Herr Jesu, gieb mir solchen sinn, Bis ich dort ewig bei dir bin. ( 71) 10. Im glauben sehnt mein herz in mir Sich voll verlangen schon nach dir, Du höchsterwünschtes Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, Wonach jetzt seele, muth und sinn Mit vollem eifer streben. Wo deine himmelsgüter mich Vor dir ergößen ewiglich. 7. Zwar bin ich hier schon Gottes find, Allein, was Gottes finder sind, Wird dann erst recht erscheinen; Da werd' ich Jesu ähnlich sein, In seinem licht mich ewig freu'n Bei ihm und bei den seinen; Da werd' ich ihn und jeder christ So herrlich schauen, wie er ist. 8. Ja, ihn werd' ich in seinem licht Von angesicht zu angeſicht Boll höchster freude 737. ewighetet! du sehen; und allen donnerwort! engeln gleich Werd' ich in schwert, das mir das Herz meines vaters reich Zu Jesu rechten stehen; Ich werde sein und er wird mein In ungestörter wonne sein. 9. Dann singt mein herz ihm, der mich liebt, Ihm, der mir Gottes harfen giebt, Mit Mosis frommen liede; In himmlischer zufriedenheit Besing' ich seine herrlichkeit Und habe ewig durchbohrt! O anfang ohne ende! O ewigkeit, dir zu entfliehn, Hilft nach dem tode kein bemühn, Wohin man sich auch wende: Bedenkt das, sünder, weil ihr lebt, Damit ihr nicht zu spät erbebt. 2. Kein unglück ist in aller welt, Das mit der zeit nicht endlich fällt, Und das die zeit 572 Von den vier letzten Dingen. nicht lindert; Allein der sün- 7. Ach Gott! du bist und der ewigkeit Ist ohne maße, ziel bleibst gerecht, Drum strafest und zeit, Wird nimmermehr du den bösen knecht Dereinst vermindert; Ihr wurm stirbt mit ew'gen schmerzen. Den sinn, nie, wie Christus spricht, Und dem sünde hier gefällt, Nimmt ihre qual vergehet nicht. er auch mit in jene welt: Mensch, nimm das wohl zu herzen Und denke an die flucht der zeit Und an die nahe ewigfeit. 3. O ewigkeit, du machst mich bang'! O, ewig, ewig ist zu lang'! Unsäglich sind die schmerzen! Oft hat mein geist der langen nacht Und jenen qualen nachgedacht, Und stets 8. Ach, fliehe doch des teufels strick! Die lust kann einen mit furcht im Herzen: Wie augenblick Und länger nicht schrecklich bist du, ewigkeit, ergößen; Und dafür willst du, Dem fünder hier schon in der armer, dich In jenem feuer zeit! ewiglich In große trübsal setzen? O schlechter tausch, bei dem man wagt, Was man dereinst zu spät beklagt! 4. Denn sollte der verdammten qual So manches jahr, als an der zahl Sich vich und menschen nähren, Als manchen stern der himmel hegt, Als manchen staub die erde trägt, Und noch viel länger währen: So würde doch der pein zuletzt Ein ende, maß und ziel gesetzt. 9. Wach' auf, o mensch, vom sündenschlaf, Ermuntre dich, verlornes schaf, Und beff're bald dein leben! Wach' auf! es ist sehr hohe zeit, Es nahet sich die ewigkeit, Dir deinen lohn zu geben. Vielleicht ist dies der letzte tag; Wer weiß, wie schnell man sterben mag. 5. Nun aber, wenn du jenes leid Nach millionen jahre zeit Voll schmerzen ausgestanden, 10. O ewigkeit, du donnerUnd von der pein, die schreck- wort! O schwert, das mir das lich ist, Auf's härteste gemartert herz durchbohrt! O anfang ohne bist, Ist doch kein schluß vor- ende! ewigkeit, vor dir zu handen. Die zeit, die niemand zählen kann, Fängt stets von neuem wieder an. fliehn, Hilft nach dem tode kein bemühn, Wohin man sich auch wende! Herr Jesu, ach, 6. So lange Gott im him- erbarme dich, Bekehre und ermel lebt, Und ihn der fromme rette mich! ( 118) froh erhebt, Wird diese marter währen; Es plagt die Mel. Vater unser im himmelreich. böſen angſt und wuth, Zorn, 738. fich'rer menſch, weh' feuerglut, bekehre Du Und wird sie nicht verzehren, lebest hier nicht ewiglich; Zu Und nimmer endigt sich die deiner zeit mußt du davon, pein, Denn Gott sagt, sie soll Und dann empfängst du deinen ewig sein. lohn So, wie du hier in dieser Von den vier letzten Dingen. 573 welt Dein thun und leben angestellt! Gott, laß solcher reue pein Mir täglich eine warnung sein! 2. Bedenke doch die ewig- 3. Der tod beschließet unsre feit! O was für eine lange jahre; Das ende kommt, wer zeit, Die ohne alles ende ist! weiß wie bald; So manchen Nach dieses lebens furzer frist raubt die leichenbahre Noch in Muß da der fünder in der der blühenden geſtalt. Der pein Gemartert und gequälet baum ist seinem falle nah, sein. Doch wie er fällt, so liegt er da. 4. Mein Gott, die flücht'ge stunde eilet: Bereite mich in Christo wohl! Wenn deine hand den wink ertheilet, Daß ich in frieden fahren soll, So hilf durch Jesu kreuz und tod Mir selig aus der letzten noth. 3. Ertrügst du gleich so viele qual, Daß deine marter an der zahl Dem sande gliche an dem meer Und jenem großen sternenheer; Ja, wäre ihrer noch so viel, So hätte sie doch maß und ziel. 4. Doch in der hölle geht sodann Die marter stets von 5. Das grab giebt unsre neuem an. Nach unaussprechlich asche wieder; Wir treten aus langer zeit Bleibt doch dieselbe der gruft hervor; Der geist beewigkeit, Und jener schweren lebet seine glieder, Die er mit höllenpein Wird nimmermehr schmerzen hier verlor, Da, ein ende sein. was noch schwach und irdisch heißt, Uns die verwandelung entreißt. 6. Wie hart ist dort der bösen schrecken, Wie süß gerechter seelen ruh'! Herr, laß mich deinen geist erwecken; Gieb reichen glaubenstrost dazu, Auf daß ich deinen großen tag Mit freudigkeit erblicken mag. 7. Es ist ein weltgericht Der 739. Hurzen schranken kommt mit glanz und kraft, err, mich die Des lebens recht im geiste sehn Er ruft uns nach des todes Und mit erleuchteten gedanken banden Zur allgemeinen rechenDie letzten dinge wohl verstehn; schaft Und deutet den verfluchEs ist ein augenblick der zeit, ten dann Ein donnervolles So sind wir in der ewigkeit.urtheil an. 5. Drum, sich'rer mensch, nimm die gefahr, Darin du schwebest, ernstlich wahr! Laß ab von deiner missethat! Noch ist es zeit; noch für dich rath; Versäumst du dies in dieser zeit, So büßest du in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Wie groß ist dann der 8. D Herr und richter dieser sünder schade, Der seelen trau- erde! Wenn ich vor deinem riger verlust! Da schreiet man throne bin, So hilf, daß ich zu Gott um gnade, Man schlägt errettet werde, Und stelle mich umsonst an seine brust: Ach, zur rechten hin. Ach, mache, 574 Von den vier letzten Dingen. Jesu, durch dein blut Doch über| das sich fest Auf diesen starken mich den ausspruch gut! grund verläßt. 9. Die welt verbrennt mit 11. Ach, schenke mir durch lichten flammen, Der bau des Christi wunden Den siegeskranz himmels selbst vergeht; Dann der seligkeit; Doch, weil die tritt der frommen schaar zu- zeit noch nicht verschwunden, sammen In's paradies, das So warne mich vor sicherheit, ewig steht, Und endlich stürzt Erinn're mich zu aller zeit An der fünder zahl Hinunter in den hölle und an seligkeit. ort der qual. 12. Erscheine mir, o lebens10. Da dein geschöpf sein sonne! Hilf, Jesu, wenn das ziel erreichet, So weiß ich, herz mir bricht, Erwecke mich Herr, den unterricht: Wenn zu deiner wonne, Sei mein alles fracht, wenn alles wei- erbarmer im gericht Und gieb chet, Sinft Gottes wort und mir ewig nach dem streit Die treue nicht. Sieb ein vertrauen, frone der gerechtigkeit. Erster Anhang. Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 576 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. frucht, Als eine gar zu scharfe zucht. 1. Giner obrigkeitlichen Person. 740.Her err aller herren! 5. Nimm mich, o Gott, in deine hut, Denn, wachst du mit, so wacht sich's gut, So deine hand Hat wach' ich über deine knechte, in der obrigkeiten stand Mich Die du mir anvertrauet hast. andern menschen vorgesehet; Du hebst, ich rühre nur die Du legst ihr wohl in meinen last; Du giebst, ich hege deine schooß; Das amt ist schwer, rechte; Mit dir wird meine die last ist groß; Denn, wird pflicht erfüllt, Und so trag' ich dein zweck dabei verlegzet, So dein ebenbild. bringt mich die versäumte pflicht Vor dir in schwereres gericht. 6. Verleih' mir deinen weisen rath, Auf daß ich eine jede 2. Du bist's, Herr, der auch that Nach wahrem werthe übermir gebeut; Drum lehr' mich lege. Daß nicht der unschuld die gerechtigkeit, Von welcher weh gescheh', Der bosheit ich ich ein diener heiße, Und flöße nichts überseh', So leite mich mir die weisheit ein, Damit die rechten wege. Mein herz, ich, herrscher, dir allein, Nicht mein auge, mund und hend mir zu dienen, mich befleiße; Ja, schreibe fest in meinen sinn, Daß ich dein unterthan selbst bin. Sei den verlass'nen zugewandt. nicht mein, das merk' ich mir, Du bist ihr Herr, ich diene dir. 7. Mich blend' kein ansehn der person; Dem guten werde 3. Entferne mich von eitelm guter lohn, Dem bösen aber ruhm. Der stolz, des satans seine strafe: Das ist, o richter! eigenthum, Kommt oft noch dein gebrauch, Und dieser weise jezo vor dem falle; Die frucht folg' ich auch. Warum? ich des amtes wird verkürzt, Dein weide deine schafe. Sie sind arm erniedriget und stürzt Zulegt der hoffahrt diener alle. Bei wahrer demuth wird allein Mein amt von dir gesegnet sein. 4. Bei solcher demuth gegen dich Laß auch alsdann die hohen thrones stufen. Gieb, sanftmuth mich Den bürgern daß mein beispiel andre lehr', wohlgefällig machen. Nicht Wie dir, o Gott! das Herz stets ist eifer lobenswerth; Ge- gehör': So weiß ich, wenn du rechtigkeit zuckt nur das schwert mich wirst rufen, Ist mir dein Zur strafe frevelhafter sachen. großer rechnungstag Ein ehrenGelindigkeit bringt oft mehr fest, kein donnerschlag. 8. Furcht und gehorsam giebt man mir: Ich nehme sie und leg' sie dir Auf deines Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 577 2. Eines Predigers. Ihn treulich zu erfüllen; Bewahr' vor sünden mich, Ja selbst vor bösem schein; Unsträflich laß mein herz Und meinen wandel sein. Mel. O Gott, du frommer Gott. 741.5 err, gieb mir wahre treu' In dem, was du willst haben; Laß mich 7. Den trieb, zu and'rer heil nicht träge sein Und nicht Dir frucht und ruhm zu brinmein pfund vergraben; Ergen, Laß mich in meinem amt muntre du mich stets, Daß ja Zum guten kräftig dringen; Laß nichts unterbleibt, Wozu mich mich zu aller zeit Dir, vater, meine pflicht In meinem stande wirksam sein, Doch nur aus treibt. deiner kraft, Nach deinem wink allein. 2. Du legest mir mein amt, O Gott, auf mein gewissen; 8. Laß alle zeit mich dir Nun wirst du meine pflicht Nach deinem worte dienen, Mir selbst auch zeigen müssen, Nicht blos, wie mir es gut Damit mich ja mein feind Mit Nach meinem wahn geschienen; keinem schein betrügt, Und nie- Nimm mich an andern selbst mals meine zeit Und fraft um- Zum guten werkzeug an, Daß sonst verfliegt. mich versäumniß nie Vor dir verklagen kann. 3. Regiere du mein herz Und jegliches geschäfte, Ja, führe selbst es aus Und schenk' mir täglich kräfte; Denn ich, o Gott, für mich Verderb' es bald allein; Drum sollst du Herr und Gott, Und ich will knecht nur sein. 9. Wo ich nichts wirken kann, Da laß mich doch noch beten Und oft vor deinen thron mit flehn für and're treten; Stets führe mich dein geist Und mache mich bereit, Zu thun, was mir mein amt Und meine pflicht gebeut. 4. Laß mich mit wahrer treu' Den mir befohl'nen seelen 10. So hilf mir pfund und Zum heil behülflich sein, Sie zeit Auf's flügste anzuwenden; betend dir empfehlen; Laß mich Den lauf zur ewigkeit Hilf mir, im wort und werk Ein vorbild o Gott, vollenden Und gieb, aller sein Und dir und deiner daß mein beruf, Mein fleiß ehr' Mein ganzes Leben weihn. und meine treu' Durch deine 5. Laß mich erbaulich sein gnade einst Im himmel fruchtDa, wo ich umgang habe; Geh' bar sei. ( 15) ich wo aus und ein, So müsse deine gabe Bei jedes menschen seel' In reichem wucher sein. 3. Eines Schullehrers. Mel. O Gott, du frommer Gott. Herr, was ich red' und thu, 742.Mir ir ist ein schweres Laß alles wohl amt Von dir, gedeihn. 6. Stets offenbare mir, Herr, übergeben, Im schulstand Gott, deinen heil'gen willen; auf der welt Zu deinem dienst Doch gieb mir auch die kraft, zu leben; Die zarte jugend dir 37 578 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. Mit eifrigem bemühn In kunst 2. Denn, Herr, du bist der und wissenschaft Und tugend weise Gott, Der unsre wege zu erziehn. fennet; Du bist der helfer in 2. So nimm, mein heiland, der noth, Der uns die seinen denn, Der du einst selbst geleh- nennet; Stand, Leben, wohlret, Selbst lehrer eingesetzt sein kommt von dir; Du ordUnd ihren stand geehret, Der nest alles, was uns hier Bedu den kindern selbst So lieb- gegnen soll auf erden. reich wohlgethan, Nimm denn auch meiner dich Und meiner schüler an. 3. Dein theures wort lehr' allezeit Auch mich in meinem stande Das, was mir meine 3. Regier' zu aller zeit Im pflicht gebeut, Wie ich dem amt und ganzen leben Mein vaterlande Mit meinen waffen herz, damit ich nie Mög' ärger- dienen soll, Dich ehren und nisse geben; Verleih' mir deine recht glaubensvoll Nach jener gnad', Daß ich stets sagen kann: frone ringen. Kommt, finder, seht und hört Die furcht des Herren an! 4. Gieb meinen schülern auch Gehorsam, fleiß und liebe Bei allem unterricht, Darin ich sie hier übe; Erhalte unsre schul' Im segen und im flor; Was sich zum falle neigt, Bring' wiederum empor. 4. Leb' ich gleich oftmals in gefahr Von inn- und äußern feinden, So bleibt doch dieses ewig wahr: Du bist bei deinen freunden Ein starker Gott, ein siegesheld, Der ihre feinde mächtig fällt Und ihnen sieg verleihet. 5. Laß aber auch, was mir 5. Laß mich, wenn gleich gebührt, Mich willig stets volldie welt Oft arbeit und be bringen, Wozu mich mein beschwerden Den lehrern schlecht ruf nur führt, In groß- und belohnt, Doch niemals müde kleinen dingen Gehorsam, treu werden; Bleib' du nur, lieber und redlich sein Und nicht geHerr, Mein schild und großer fahr noch unlust scheu'n, Wenn lohn, So hab' ich hier genug sie mein stand erfordert. Und dort die ehrenfron'. 4. Für den Kriegsstand. Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. 6. Laß mich bedenken meinen eid; Laß mich die obern ehren, Und so nach aller möglichkeit Befördern und vermehren, Was zum gemeinen besten dient, Weil, wenn der thron des fürsten grünt, Es alle mit genießen. 743. VT or dir, Jehovah! fall' ich hier Voll demuth gläubig nieder; Ich bete, fleh' und bringe dir Das 7. Zeig' mir, wie ich die opfer meiner lieder! O, Herr, theure zeit, Die du mir giebst laß deine gnadenhand Mich zu leben, So brauche, daß allezeit in meinem stand Mit mich's nicht gereut, Wenn ich rath und schutz erfreuen. soll rechnung geben. Ein Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 579 friegesmann und guter christ nahrung mehren, Drum, vater, Kann, wenn du selbst sein füh- segne mich. rer bist, Sehr wohl beisammen stehen. 4. Laß mich am ersten trachten, Gott, nach deinem reich, 8. Dies stell' mir vor, so Weil die, die darauf achten, werd' ich dir Als christ zu ehren Im zeitlichen zugleich Den leben. Laß deine gnade über segen hoffen können; Denn mir Auf allen wegen schwe- wer dich liebt und ehrt, Dem ben, Sowohl, wenn fried' und willst du auch das gönnen, ruhe blühn, Als wenn ich muß Was ihn hier zeitlich nährt. zu felde ziehn: So bin ich wohl versorget. 5. Gieb mir zu meinen sachen Verstand und guten rath Und kraft, es so zu machen, Wie man es gerne hat; Regier' auch die gedanken Und laß nie meinen sinn Von recht und tugend wanken, Wenn ich im handel bin. 9. Krön' unsern fürsten und sein haus Mit segen und gedeihen; Geh' selbst mit ihnen ein und aus, Daß sie sich deiner freuen. Gieb, Herr, daß jeder kriegsmann treu Und auch ein streiter Christi sei; O Gott! sprich selber amen! 6. Nun, Herr, mein vater, sende Mir hülf' von oben her; Durch deinen beistand wende, Was mir allein zu schwer; Doch wenn zu guten tagen Du böse legen willt, So hilf sie mir auch tragen, Bis daß dein will' 5. Eines Kaufmannes. Mel. Befiehl du deine wege. 744 Mein vater, du regierest Den ganzen freis der welt, Du leitest, 7. Dies wirst du alles geben, lenkst und führest Uns, wie Du, dessen weiser rath Mir es dir gefällt; Du hast es mir seele, leib und leben Und gut gegeben, Daß ich als handels- verliehen hat; Herr, schütz' es, mann In ehr' und treu' mein Herr, behüte Mich selbst und leben Durch dich erhalten kann. das, was mein; Nimm mich 2. Mir ist ein pfund ver- aus gnad' und güte Zuletzt trauet Von deiner gnadenhand; zum himmel ein. Dein heilig antlitz schauet, Wie es wird angewandt; Drum gieb mir deinen segen, Regiere meinen sinn, Daß ich auf allen wegen, Herr, fromm und weise bin. 6. Eines Handwerksmannes. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. Gott vater und Gott 745. Mit bir, Go 3. Laß, was ich vorgenom men Und dein geheiß, Zum guten ende kommen Und sohn Und heil'ger geist im höchlenke meinen fleiß Zu deinem sten thron, Mit dir fang' ich preis und ehren. Herr, hilf die arbeit an; Hilf, daß ich sie mir gnädiglich, Du kannst die vollenden kann. 37* 580 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 2. Herr, segne mich; durch dich allein Kann meiner hände werk gedeihn; Leit' meinen anschlag, that und rath, Daß es erwünschten fortgang hat. 3. Ach, lente meine müh' und fleiß Zu deines großen namens preis Zu meinem nußen und verleih', Daß es auch andern dienlich sei. 4. Laß mein werk wohl beschaffen sein, Und deinen segen mich erfreu'n. Wenn ich für mich nicht viel vermag, So gieb doch nöthigen verlag. 5. Nimm dich auch meines hauses an, Das ohne dich nichts schaffen kann; Steh' ihnen bei, gieb ihnen ein, Daß sie fromm, treu und fleißig sei'n. 6. Nun, Herr, durch deine milde hand Beglücke mich und meinen stand; Bring' uns auch endlich alle gleich Mit freuden in dein himmelreich. 3. Oft will es sauer werden, Doch weil es Gott gefällt, Und weil er selbst auf erden Zur arbeit uns bestellt: Se mag denn gern der schweiß Vom angesichte fließen, Genug, daß wir dies wissen, Gott segnet müh' und fleiß. 4. Sein fluch macht, daß die erde Zwar dorn und disteln trägt; Doch, wenn man die beschwerde Mit Gott nur überlegt, So kann die gnadenhand Leicht dorn und disteln kehren Und rosen d'rauf gewähren: Das hat man oft erkannt. 5. Drum gehn wir unverdrossen Und froh an unsre pflicht; Gott hat es so beschlossen, Ein fauler erntet nicht. Gebet und arbeit nüßt; Nur frisch daran gegangen; Der wird den schatz erlangen, Der hier geduldig schwitzt. 7. Eines Arbeitsmannes. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 6. Oselig ist zu schätzen, Wer sich mit Gott vergnügt; Kein leid mag ihn verletzen, Weil er den segen kriegt, Den niemand wehren kann; Wohlan, 746. Gewagt in Seju Gott wird ihn geben, Denn ( 134) namen! So ist unsre hände heben In Jesu es wohl gewagt, Denn das ist namen an. ja und amen, Was er uns zugesagt; Sein wort steht ewig 8. Eines Ackersmannes. fest, Drum muß das wohl- Mel. O Gott, du frommer Gott. ergehen Des menſchen feſt be= 747 Mein Gott, du ſelDer verläßt. ber Die erde 2. Es kommt ja aller segen uns gegeben, Daß von derselben Aus seiner treuen hand. Gehn frucht Der mensch beim fleiß wir auf unsern wegen Nach soll leben. Du hast dem Adam pflicht, beruf und stand, So schon Den feldbau auferlegt; giebt der Herr sodann Auch Du bist's, der diesen stand gnade, kraft und stärke, Daß Noch jetzt erhält und trägt. man sich seiner werke Mit luſt erfreuen kann. 2. Gieb, daß ich fleißig sei In meines standes werken; Laß Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 581 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben; Für ihn und mich hat Jesus Christ Sich in den tod gegeben; Vor Gottes richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. 4. Fest präge, Herr, mir dieses ein; Als bruder ihn zu lieben, Laß mich doch stets beflissen sein. Wie sollt' ich den betrüben, Der über meine grausamkeit Um rache still zum himmel schreit. 5. Laß mich ihm seine saure pflicht Durch lindigkeit versüßen. Er müsse, wenn ihm hülf' gebricht, Auch hülfe stets genießen; Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Sein pfleger in der krankheit sein. ( 38) deine kraft mich stets Bei meiner arbeit stärken; Gieb, daß mein herz an dich Bei aller arbeit denk' Und sich von eitel keit Und geiz zum himmel lenk'. 3. Erhalte uns dein wort Und sacramente reine, Gieb, daß ich's treu mit dir Und meinem nächsten meine, Erhalte mich gesund, Bewahre mir mein land, Bewahre haus und hof Vor dieben, mord und brand. 4. Ach, segne mich, mein Gott, Und alles, was ich habe, Denn alles dieses ist Ja deine gute gabe! Gesegnet sei die frucht, Gesegnet sei mein vieh, Gesegnet haus und hof Von dir, Herr, spät und früh! 5. Laß mich zufrieden sein Mit dem, was dein rath giebet. Du kannst leicht mehr verleihn, Wenn dir es nur beliebet. Gieb mir nur lebenslang, 10. Eines Dienstboten. Herr! mein ehrlich brod Und Mel. Ach Jesu, meiner seelen freude. bleib' im sterben auch Mein 749. Dmich den menu und der meinen Gott. schen dienen, Ja dir nur folg' ich, folg' ich ihnen, Dir, unser aller Herr und Gott; Drum hilf mir, meiner herrschaft willen Gewissenhaft und 748.D bin ich, was ich Als deinen willen, dein gebot. 2. Bewahre mich vor bittern flagen; Lehr' mich mein joch geduldig tragen Und stets auf dich, auf dich nur sehn. Herr, lehr' mich reden, lehr' mich schweigen, Mich unbeweglich 9. Für Herrschaften. Mel. Herr, deine allmacht reicht so weit. bin, Und es ist deine gabe, Daß ich als herr so viel gewinn Von meinen brüdern habe; Daß sie mir ihre kräfte leihn, Das tommt von dir, von dir allein. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre kräfte Und treu erzeigen Und nur gerade dulden gern des lebens müh' wege gehn. In meinem hausgeschäfte; Auch 3. Der herrschaft glück soll. dafür laß mich dankbar sein, mich erfreuen; Laß jeden fehler Und nie dies vorrecht stolz mich bereuen, Und frömmer entweihn. werde stets mein herz; Bewahre 582 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. mich vor stolz und neide, Vor Nie völlig ruh' erlangen; Ich ungeduld, Herr, wenn ich leide; bin ein pilgrim, der den fuß Sei du mein trost in jedem Noch immer weiter sehen muß schmerz. Und hier kein bleiben findet. 4. O gieb mir weisheit, mich 3. Doch hilfft du, daß ich zu schmiegen, Gehorsam, Herr, immerzu Die noth auch überfei mein vergnügen, Und freude winde, Bis daß ich dort die sei mir jede pflicht; Mein sitzen, wahre ruh' Und rechte heimath liegen oder stehen, Mein reden, finde; Da ist denn müh' und schweigen, thun und gehen sorge aus, Da bin ich eigentGescheh' vor deinem angesicht. lich zu haus, Die unruh' hat 5. Du bist der treue, der ein ende. gerechte, Der Herr der herren und der knechte, Der armen ich nun Schon jetzt bei meinem 4. An diese ruh'statt denk' wie der reichen heil, Der aller wallen. Herr, hilf und lehre medrigste auf erden kann groß mich hier thun Nach deinem in deinem reiche werden, Hat, wohlgefallen; Leit' mich all'zeit gleich den fürsten, an dir theil. auf rechter bahn, Und fang' ich 6. Sa, du wirst ewig mich etwas gutes an, So führ' es belohnen; In deinem himmel wohl zu ende. werd' ich wohnen Und mich mit deinen engeln freu'n: Ach, Herr! möcht' ich dies stets er messen, Nicht dein und deines reichs vergessen, Wie würd' ich ewig selig sein! 5. Dir ist, o Gott, mein zweck bekannt, Und was der mit sich führet; Du weißt, daß mir in meinem stand Den weg zu thun gebühret; Bring' mich gesund, wohin ich soll, Lent' meine werke segensvoll, Führ' mich gesund zurücke. 11. Reise- Gesänge. a. Beim Antritt einer Reise. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zu dir. 750. T Un deinem namen, o Herr Christ! Will ich zur reise gehen; Du, der du hirt' und hüter bist, wieder finde. Woll'st mir zur Seite stehen! Mein leib und feel' befehl' ich dir, Nebst ehr' und gut, und was du mir Auf dieser welt bescheret. ner treu' Auch meine anver6. Bewahre, Herr, nach deiwandte Und steh' in nöthen ihnen bei; Laß freunde und bekannte Dir gnädiglich befohlen sein, Hilf, daß ich sie, und was nur mein, Im wohlstand 7. Ich bitte dich, mein Gott, verleih', Daß ich behutsam wandle Und immerdar voll vorsicht sei In allem, was ich handle; Gieb, daß ich's thu' 2. Ich weiß, ich bin in dieser zu rechter zeit; Gieb rath, verzeit Mit viel gefahr umfangen; stand, behutsamkeit Bei meinem Ich werd' in dieser sterblichkeit| thun und lassen. Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 583 8. Schick' deinen engel zu ziel nicht übergehn, Dein wort mir her, Mich treulich zu be- hat es versiegelt. gleiten, Befiehl, daß er dem satan wehr' Und allen bösen leuten; Nimm mich, o Herr! in deinen schuß, Daß ihre list, gewalt und truß Mir nimmer schaden könne. 4. Du bist der Herr auf wilder fluth, Da fennt man deine werke Und sieht, was deine allmacht thut, Da merkt man deine stärke: Du sprichst, so fährt mit großem graus Ein ungeheurer sturmwind aus, Wirft hohe wasserberge. 5. Da fliegen wir bald himmelan, Bald in des abgrunds nächte; All' arbeit wird umsonst gethan, Zu schwach sind unsre kräfte, Das segel reißt, der mastbaum bricht, und tau und anker dauert nicht, Wir taumeln wie die trunk'nen. 9. Nun vater, dir ergeb' ich mich, Du kannst mir hülfe senden; Bewahr' und führ' mich gnädiglich Hier und an allen enden Und laß mich dann, wenn dir's gefällt, Nach aller unruh' dieser welt Bei dir dort ruh' erlangen. b. Bei einer Reise zu Wasser. 6. Wir wissen ferner feinen rath, Der fühne schiffer zaget; Der tod, der sich uns grausig naht, Macht, daß man schreit 751. Gott, der du aller und klaget. Von dir, Herr, das schiff regiert und einen sichern weg geführt, Im meer auch giebst du gänge. himmel heer, Wie wird auch den ball der erden und das so groß' und weite meer Mit allen seinen Heerden So wunderbarlich haft gemacht, Was du, Herr, willst, das wird vollbracht Im meer und allen tiefen. 7. Vor dir legt sich das wilde meer; Du gehst auf einem wagen; Und rast das wetter noch so sehr, Du kannst es bald verjagen. Um einen wint ist dir's zu thun, So müssen wind und wellen ruhn; Wer kann sich dir vergleichen? Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. 2. Du hast das meer mit seinem wall, großer Gott, umschlossen. Dein' allmacht schaut man überall; Wenn es wird ausgegossen, Dann bricht es aus, das wilde meer, Doch: weiter nicht, nur bis hieher! Sprichst du, als Herr und schöpfer. 3. Ob sich's nun gleich mit macht ergeußt, Ob seine fluthen wallen, Ob es gleich tobet, braust und reißt, Muß es doch wieder fallen, Es muß in seiven nfern stehn Und darf das 8. Es wird von deiner allmacht hand Nicht nur das land bedecket, Auch auf der see wird sie erkannt, Da ist sie ausgestrecket. Mit dir will ich zu segel gehn; Laß glücklich deine winde wehn, Gieb sich're fahrt und wetter. 9. Bring' uns an den bestimmten ort; Vor räubern uns behüte; Erschein' uns allen fort 584 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. und fort mit deiner huld und dein geleit! Es steigt zu dir güte; Laß, wenn die winde stür- mein lobgesang Mit herzensmisch wehn, Das schiff doch freudigkeit.:: nicht zu grunde gehn, Än felsen nicht zerscheitern. 6. Dein auge hat mich wohl geführt Und hin und her ge10. Wenn sich das wüste bracht; Ich habe deinen schutz meer erhebt Und braust mit verspürt Sowohl bei tag als stolzen wogen, Daß uns vor nacht.:: furcht das Herz erbebt, Sei dann uns nicht entzogen! Wenn wir zu dir in unsrer noth Um hülfe schrei'n, dann hilf vom tod Und führ' uns aus den ängsten: 11. So wollen wir dich immerdar Vor allen völkern preisen, Dir, unserm retter in gefahr, Uns dankbar stets beweifen. O, Herr, sei unsre zuversicht! O, starter Gott, verlaß uns nicht, Um Jesu willen! Amen. ( 125) 7. Ich opf're dir von neuem auf, Mein schöpfer, seel' und leib. Regiere meinen ganzen lauf, Daß er gesegnet bleib'.:,: 8. Ist diese reise gleich vorbei, So mach' mir doch bekannt, Daß ich hier noch ein pilgrim sei, Bring' mich in's vaterland.:,: ( 113) 12. Fürbitte der Eltern für ihre Kinder. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. C. c. Nach geendigter Reise. 753. Dir befehl ich meine Mel. Lobt Gott, ihr christen, alle gleich. 752. Gott ottlob! die reise ist vollbracht, Der weg zurückgelegt, Des höchsten schuß und starke macht Hat mich darauf gehegt.:,: finder, Der mit ew'ger gnade frönt! Zwar auch sie sind vor dir fünder, Doch durch Sesum dir versöhnt Und dir, vater, john und geist, Gott, den unser glaube preist, Dein zu sein und dir zu leben, Durch den taufbund übergeben. 2. Wie viel und mancherlei gefahr Geht uns auf reisen nach; Doch der getreuen engel schaar Bewahrt vor ungemach.:,: 2. Ihr gelall hast du erhöret, Ihre schwachheit unterſtützt, Sie verpfleget, sie ernähret Und durch engel sie beschützt. Engel 3. Durch sie ging meiner schau'n dein angesicht, Und doch reise schritt Sm segen immer schämen sie sich nicht Der befort. Ich bring' gesunde glieder schirmung dieser kleinen, Die mit An meinen vor'gen ort.:: uns oft verachtet scheinen. 4. Die meinen hat Gott auch 3. Sollt' ich für so reiche bewahrt Vor unglück, schmerz güte Dir nicht herzlich dankbar und tod, Sie mir vergnügt und sein? Mit frohlockendem gewohl gespart, Befreit von angst müthe Nicht vor dir mich ihrer und noth.:: freu'n? wie theuer sind sie 5. Nimm hin den wohlver- mir! Und hab' ich sie nicht dienten dank, Mein Gott, für von dir? Ja, mein Gott, wie Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 585 manchen segen Giebst du mir auch ihretwegen. auch erfüllest, Jeden ihrer wünsche stillest. 4. Du, mein schöpfer und 9. Trübsal nüßt oft unsern erhalter, Bist von findheit auf seelen, Wirkt sie gleich den sinnen mein Gott, Bleibst auch einst grau'n; Unglück ist's oft, was mein Gott im alter; Sei auch meiner finder Gott, Segne und behüte sie; Deine furcht erfüll' sie früh, Daß sie, dir zum wohlgefallen, Jung schon deine wege wallen. wir wählen, Wenn wir blos den sinnen trau'n; Oft heilt schäden, was doch schmerzt; Ruh' macht weich, gefahr beherzt; Reichthum lehrt leicht Gott vergessen; Großes glück macht leicht vermessen. 5. Wie viel lockende gefahren Warten ihrer in der welt! 10. Gieb du ihnen, o allIhr verstand ist unerfahren; weiser! Wie es längst dein Welttand schimmert und gefällt; Auch ihr herz ist bald erweicht; Böses beispiel haftet leicht; Groß ist die gewalt des spottes, Tilgt oft furcht und liebe Gottes. rath bedacht, Das nur, was sie frömmer, weiser Und zum himmel reifer macht. Nie kann eine ganze welt, Wenn ihr reiz die seele fällt, Nie mit allen ihren schätzen Den verlust der seel' ersetzen. 6. Ach, daß sie mit furcht dir dienen, Ist nur dein werk; ach, nimm nie Deinen heil'gen Geist von ihnen, Daß ihr fuß verführer flieh', Und ich einst, voll zuversicht, Daß der lüste gift nun nicht Ihr unschuldig Herz verderbe, Froh sie segne, wenn ich sterbe. 7. Steiner unter allen werde, Das, das bitt' ich, Herr, mein Gott, Je den freunden zur beschwerde, Noch den feinden je zum spott; Sei ihr schild und fester stab, Daß sie sich bis in ihr grab Harten mangels stets erwehren Und durch fleiß sich redlich nähren. 11. Doch, was ich zu bitten wage, Find' ein gnädiges gehör: Kann es sein, laß ihre tage Nicht an freuden gänzlich leer; Werden sie geprüft durch dich, Gott, so sei es väterlich, Und dann laß es ihren seelen Nicht an trost und stärke fehlen. 12. Sener siegstag der gerechten Sei auch mir ein freudentag; Hilf, daß zu des richters rechten Auch nicht einer fehlen mag, Dann frohlock' ich; richter sieh'! Hier bin ich, hier sind auch die, Die dein vater mir verliehen, Sie dem himmel zu erziehen. 8. Nicht bitt' ich, daß du 13. Nichts fann unser glück mit leiden Ihre herzen ganz dann mindern, Wenn du stets verschonst, Nicht, daß du mit mit wonn' uns labst, und mit fteten freuden Ihrer tugend hier allen meinen kindern Dank' ich, schon lohnst, Nicht, daß du sie daß du mir sie gabst. Dann hoch erhebst, Ihnen großen drückt ferner keine noth; Dann reichthum gebst, Jeden anschlag trennt ferner uns fein tod; 586 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. Dann sind wir, gleich deinen erfüllen, Denn wie oft hat sorg' engeln, Frei von sorgen, rein und angst Sie beschwert um von mängeln. meinetwillen: Tief verwundete mein schmerz, Wenn ich litt, ihr zitternd herz. ( 131) 13. Fürbitte der Kinder für ihre Eltern. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Hilf, daß gegen sie mein herz Kindlich sei und nicht blos scheine, Und daß ich, trifft sie 754. Dir, Gott, sei mein ein schmerz. Zu dir heiße dank geweiht, Heilig dir mein ganzes leben; Denn aus freier mildigkeit Haft du selbst es mir gegeben, Es durch eltern mir verliehn, Die der tugend mich erziehn. thränen weine, Für ihr glück dir dankbar sei Und mich ihrer freuden freu'. 2. Gott, wie du sie mir ersahst, Hast auch du sie mir 8. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten, Ja selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten, Gern was sie vererhalten; Du läßt, drückt sie gnügt vollziehn, Stets was schon die last, Ihren eifer nicht ihnen gram bringt fliehn. erfalten, Giebst für mich auch ihnen glück, Ordnest mir auch ihr geschick. 9. Jesus stelle mir sich dar, Er, das beispiel aller finder; Der der Herr vom himmel war, Gottes sohn, das heil der fünder, Er war doch von findheit an Seinen eltern unterthan. 3. Sie, sie haben schon, als ich Mich zu fühlen kaum begonnte, Als ich noch nicht selbst für mich Denken, sorgen, wählen fonnte, Stets für mich, von treu' beseelt, Ueberdacht, gesorgt, gewählt. 10. Meine Luft sei denn auch mir, Folgsam sein, denn das ist billig Und gefällig, Gott, vor dir: Mach' du selbst dazu mich willig; Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheiß'ner segen sein. 4. Welche wohlthat ist's, daß fie Ihren besten fleiß mir schenfen, Und mein sündhaft herz schon früh Von der sünd' auf's 11. Fehlten sie als menschen gute lenken, Stets auf meine schon; Mich beglücken, iſt ihr wege schau'n, Stets an meiner wohlfahrt bau'n. wille, Hoffnung ist ihr ganzer lohn: Hilf, daß ich einst die 5. Sollt' ich so viel wohl erfülle, Werde, wie ihr herz that nicht Immerdar zu herzen begehrt, Gott gefällig, menschen nehmen? Doch der oft verletzten pflicht Muß ich, Gott, vor dir mich schämen. O wie so beschämt steh' ich! O wie fränkt mein undant mich! werth. 6. Laß mich nun, wie du verlangst, Jede kindespflicht 12. Gott, mein vater, höre doch, Höre meines herzens flehen: Laß in spätem alter noch Sie an mir nur freude sehen Und erhör' auch ihr gebet, Das für mich um weisheit fleht. Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 587 14. Alter Leute. meiner laufbahn ende Sink' ich Mel. Nun ruhen alle wälder. in Jesu hände, Der mit dem 755. Durch viele große vater mich versöhnt. der Herr getragen Von meiner jugend auf. Ich seh' auf meinen wegen Des höchsten hand 15. Eines Jünglings. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. und fegen. Er lentte meines 756. ch trete vor dein lauf. 1 2. Sein weg war oft verborgen; Doch, wie der helle morgen Aus dunkeln nächten bricht, So hab' ich stets gespüret, Der weg, den Gott mich führet, Bringt mich durch's finst're thal zum licht. Du schöpfer meiner jugend; Verwirf mein findlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Der du den säugling beten lehrst Und gern sein stammelnd flehen hörst, Hör' auch mit wohlgefallen Mein betend lied erschallen. 3. War menschenhülf' vergebens, So kam der Herr des lebens Und half und machte bahn. Wußt' ich mir nicht zu rathen, So that Gott große thaten Und nahm sich meiner mächtig an. 2. Mein weg ist schlüpfrig; wer erhält Mich, daß mein fuß nicht gleite? Wer führt mich sicher durch die welt Und geht mir treu zur seite? Wer warnt mich, wenn gefahren drohn, Und lehrt mich in der ferne schon Die flugheit, auszuweichen. 4. Bis in des alters tagen Will ich dich heben, tragen Und dein erretter sein: Dies hat Daß sie mich nicht erreichen? mir Gott versprochen, Der nie sein wort gebrochen; Ich werde sein mich ewig freu'n. 5. Er wird mir schwachen alten, Was er verheißen, halten, Denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, Er giebt mir trost und friede Und steht mit muth und traft mir bei. 3. Eh' ich dich fannte, hast du mich Im mutterleib bereitet Und durch die kindheit väterlich Mich bis hieher geleitet. Jetzt, Herr, da ich dir danken kann, Nimm dich auch meiner jugend an, Daß ich auf meinem wege Unsträflich wandeln möge. 4. Mein herz, noch underführt und rein, Ist jung und 6. Nach wenig bangen stun- unerfahren; Wie leicht, geblenden Hab' ich ganz überwunden, det durch den schein, Stürzt es Ich bin vom ziel nicht weit. sich in gefahren; Ach, mache Triumph! o welche freuden mich mir selbst bekannt Und gieb Sind nach dem letzten leiden Vor mir weisheit und verstand, Gottes thron für mich bereit. Stets auf dein wort zu schauen Und nie mir selbst zu trauen! 5. Du pflanztest, Herr, in 7. Ich warte froh und stille, Bis meines Gottes wille Mich nach dem kampfe frönt. An meine brust Die triebe zum 588 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. vergnügen; Ach, stärke mich, den| glanz Und einst mein trost im hang zur lust Der sünde zu be- alter; Erhalte mein gewissen siegen! Dein unausbleibliches rein; Laß keinen meiner tage gericht Vergesse meine seele nicht, sein, Der nicht zu deiner ehre Und lerne, fromme freuden Von Geschmückt mit tugend wäre. lüsten unterscheiden! 11. Ach, lehre mich den werth 6. Von dir, o Gott, werd' der zeit, Daß ich sie nie verich bewacht, Bin ganz mit dir schwende, Daß ich mit fluger umgeben; Vor dir bedeckt nicht thätigkeit Auf weisheit sie vermitternacht Noch einsamkeit wende. Gott, meiner jugend fleiß und müh' Laß nicht umsonst sein, segne sie; Laß auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden. 12. Erhöre gnädig mein ge7. Den leichtsinn, der mich bet, Du schöpfer meiner jugend, oft verführt, Das böse zu er- Erhör' es, meine feele fleht wählen, Den ehrgeiz, der den Um weisheit und um tugend! stolz gebiert, Das merkmal Mein ganzes leben dank' ich schwacher seelen, Die trägheit, dir, Beich' nur, erbarmer, die den geist verzehrt Und jeden nicht von mir, Damit ich meine trieb zum laster nährt: Laß nie wege Unsträflich gehen möge. zu ihren sünden, D, Gott, mich willig finden. ( 100) 8. Wenn sich auf meiner jugend bahn, Mich in ihr net zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So laß mich flüglich fliehen! Ihr süßes locken lenke nicht mein herz von dir und meiner pflicht; Ihr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen! mein leben. Die fünde, die im finstern schleicht, Verbirgt vor menschen sich vielleicht; Vor deinem angesichte Steht sie in hellem lichte. 16. Gines jungen Frauenzimmers. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher geist. 757.3% ch will in meiner einsamkeit Zu dir mein herz erheben; Du selber woll'st mir freudigkeit, Dich anzurufen, geben! Vernimm, o vater, mein gebet, Das nicht aus falschem munde geht! Um deiner liebe willen, Eil', Herr, es zu erfüllen. 9. Der glaub' an Jesum bleibe mir, O Gott, unendlich wichtig, Denn er macht mich gerecht vor dir Und meine steige richtig; Nicht zweifel, die ein herz erzeugt, Das sich zur sündenliebe neigt, Noch lust zu widersprechen Laß meinen glauben schwächen. 2. Du bist mein vater, ich dein kind; Mein heil ist, dich zu lieben. Ach, mache mich dir gleich gesinnt In allen meinen trieben; Laß meine seele keusch und rein Und treu in deiner liebe sein Und suchen, dir vor 10. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend allen, O vater, zu gefallen! Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 589 3. Vor stolzer selbstgefällig- 8. Bewaffnet sei mit ernst feit Bewahre meine jugend, Ihr mein blick, Mit ernst der feuvorzug sei bescheidenheit, Und schen tugend! Seht ihn und ihre schönheit tugend! Gieb bebet scheu zurück, Versucher mir den sanften, stillen geist, frommer jugend! Den umgang, Der dich durch seine demuth der verführung droht, Herr, preist, Den nächsten nie ver- lehr' mich fliehen, wie den tod, achtet, Sich selbst zu bessern Und willig alle freuden Der trachtet. wilden weltlust meiden. 4. Die lust der eitelfeit 9. Die frevler, die mit ihrem laß nicht mein junges herz spott Sogar dein wort beentzünden; Sie macht mich flecken, Vertreibe fern von mir, untreu meiner pflicht Und o Gott, Daß sie mich nicht bahnt den weg zu sünden. erschrecken! Dich lästern sie Gesuchte zierd' und pracht der und deinen sohn Und sprechen welt Ist nicht der schmuck, der deiner wahrheit hohn: Unselige dir gefällt, Du willst, ich soll verführer! Erbarm', erbarm' bescheiden Mit zucht und scham dich ihrer! mich kleiden. 10. Laß fromme freundinnen 5. Preis dir und dank, mein in mir Ein herz wie ihres schöpfer, Gott, Du gabst mir finden; Verknüpf' durch unschuld eine seele! Preis dir und dank, uns, daß wir Der freundschaft mein mittler, Gott, Du starbst glück empfinden; Laß unsre für meine seele! Mein Leib ist liebe sanft und rein, Wie deiner doch nur asch' und staub; Nie engel umgang sein, Daß nimwird mein geist des todes raub; mer unsre seelen Neid oder Mein erst geschäft auf erden argwohn quälen. Sei, schön am geist zu werden! 6. Gott, lehre du mich eilen, ihn Mitweisheit auszuschmücken, Denn meine tage fliehn dahin Gleich schnellen augenblicken. Gieb, daß zu träger tändelei Mir meine zeit zu fostbar sei, Und laß es mir gelingen, Sie nüglich zuzubringen. 7. Bewahr' mein auge, daß es nie Unreine glut ernähre, Und meine rede, Gott, daß sie Kein spötter falsch erkläre! Die unschuld sei mein liebster ruhm, Ein guter ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne Und niemand lästern könne! 11. Schickst du einst einen freund für mich, So gieb, daß ich ihn wähle! Er sei ein christ und fürchte dich und lieb' auch meine seele! Laß seines Hauses edle zier Mich werden; Gott laß ihn in mir Die beste deiner gaben Für dies sein leben haben! 12. Der du mich selbst durch dein gebot Den weg zum heile lehrest, Ich will dich preisen, meinen Gott, Daß du mein flehn erhörest. Ich opfre dir mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Dort will ich in den chören Der engel dich verehren. ( 100) 590 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. Das du mir, vater, zugeschickt! Weil leider! mir der tod Die eltern früh entriffen hat; Doch ehre ich auch deinen rath. 17. Einer Wittwe. Mel. Herr Jesu, wahrer mensch und Gott. ich, bester freund, den Gott mir gab, Umschließt so früh das öde grab! Verlassen, einsam steh' ich hier Und blicke sehnsuchtsvoll nach dir. 2. Du warst mein troft, und meine brust Empfand in deinem umgang lust. Wie redlich war dein off'nes herz Und wie gerührt bei meinem schmerz! 758. Dich 5. Vergehn müßt' ich in meiner noth, Hätt' ich nicht deinen trost, mein Gott, Daß du mein freund und helfer sei'st, Dies heilet den zerschlag'nen geist. 6. Mein thränend antlig sieht auf dich, Erhalt' bei meinen kindern mich; Sei uns, was unser freund uns war, Versorg' und schüß' uns in gefahr. 7. Einst, dieses hofft mein herz von dir, Führst du verklärt den mann zu mir, Den jetzt noch oft mein aug' beweint; Mit ihm bin ich dann stets vereint. 2. Drum flieht mein fummervoller sinn Zu dir, dem höchsten helfer, hin. Herr, stehe du mir bei, Zu dir steht meine zuversicht; Sei selbst mein vater, trost und licht. 3. In deiner liebe fand ich schon Der tugend schönen, immer wohlergehn. großen lohn; Ein vorschmack jener seligkeit War hier schon unsre lebenszeit. 4. Wer wird jetzt mich im schmerz erfreu'n, Im alter meine stüße sein? Wer sorgt so treu, so liebevoll Für mich und meiner waisen wohl? 18. Einer Waise. Mel. Warum betrübst du dich, mein herz. 759. 3. Ach, flöß' mir wahre tugend ein, So werd' ich immer glücklich sein; Herr, leit' und führe mich, Laß mich bei dir in gnaden stehn, So wird mir's 4. Von dir fommt alles wahre gut, Drum gieb mir weisheit, fraft und und muth Durch deinen guten geist, Damit mein schwaches herz nicht fehl' Und stets das beste theil erwähl'. 5. Beschütz' mich auch, o treuer Gott, In kreuz, verfolgung, angst und noth, In seel'- und leibsgefahr; Bedeck' mich durch der engel macht, Als Gott und helfer, tag und nacht. 6. O brunnquell aller gütigkeit! Beschere mir von zeit zu zeit Die mittel meines glücks; Du weißt ja leicht für jeden rath, Den deine hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die raben schrei'n, Laß auch dein kind erhöret sein Und nimm mein seufzen auf; Gieb fleider, unterhalt und brod Und was zu diesem leben noth. 8. Ich werf' all' meine sorg' auf dich, Mein Gott und Herr! versorge mich Und mach' es welch' ein leiden, das mich drückt, immer wohl, So lob' ich dich, Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 591 so dank' ich dir Für solche gnade| größt' geschenke; Daß ich durch für und für. ihn dich denke, Ist dein, dein ist's, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben friſteſt Und mich mit kraft ausrüsteſt, Dies, vater, dank' ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest; Dies alles, vater, dank' ich dir. 9. Bricht dann mein lebensziel herein, Laß mich des himmels erben sein! Erlang' ich dieses nur, So acht' ich weder noth noch qual In diesem jammervollen thal. 760. 19. Am Geburtstage. Mel. Nun ruhen alle wälder. eut' war's, da du das leben, vater, mir gegeben, Heut' dank' ich dir dafür. Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen, Durch deine gnade bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet 761. Allmächtiger Herr 8. Du wirst beim längern leben Noch, was mir gut ist, geben; Du giebst, ich hoff' auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich ferner leib und seele; Herr, segne und behüte mich. 4. Du hörtest schon mein sehnen Und zähltest meine thränen, Eh' ich bereitet war; Eh' ich zu sein begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 20. Einer Schwangeren. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr! = Zebaoth, gnadenreicher Wunder- Gott, Du, vater, reich an segen, Der himmel, erd' und menschen schafft, Und alles dies mit gleicher kraft Auch stets weiß mir frohe tage, Und selbst der leiden plage Verwandeltest du in mein glück. 3. Ich bin, Herr aller dinge, Der treue zu geringe, Mit der du mich bewacht; Damit ich, zu verpflegen! Die ordnung staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. heißt in deinem reich: Seid fruchtbar und vermehret euch! Ich bin des wortes eingedenk, Die Leibesfrucht sei dein geschenk. Ach, guter Gott, Sch bitte dich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. 2. Für deinen segen dank' ich dir, Daß du auch diese gabe mir In meiner ehe schenkest. Ach, segne, was du mir beschert, Und halte es so gnadenwerth, Daß du auch sein gedenkest. Was sind die menschen doch vor dir? Und dennoch, Herr, ge6. Für alle deine treue, Für denkst du ihr'r! Besel'ge, wie das, deß ich mich freue, Lob- dein wort verheißt, Was du finget dir mein geist; Er ist dein mir schenkst, mit deinem geist, 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. höchster, welch' erbarmen! Du sorgest für mich armen Und bist ein vater, der verzeiht. 592 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. Du Segens- Gott, Erhöre mich,| bären soll, Dann hilf du mir ich bitte dich; Ich will dich in gnaden; Hilf, daß mein preisen ewiglich! schmerz erträglich sei, Steh' mir 3. Du, Gott, der selbst der mit deiner allmacht bei, Gieb finder denkt, Nimm dieses kind, kraft und wehr' dem schaden. das du geschenkt, Auch unter Es ist ein werk von deiner deine kinder. Der heiligste, der kraft, Die auch befördert, was Jesus heißt, War selber von sie schafft, Ein werk von dem heil'gen geist Empfangen deiner gnadenfüll', Die nur der für die fünder. Da nun mein menschen leben will. Ach, find das böse gift Der ange Wunder- Gott, Erhöre mich, erbten sünd' auch trifft, So ich bitte dich; Ich will dich lasse es durch Jesum rein Und preisen ewiglich! durch den geist geheiligt sein. Erbarmender, Erhöre mich, ich bitte dich, Ich will dich preisen ewiglich! 7. Ach, Jesu, ich befehle sie Und lief're mit gebeugtem knie Sie nun zu deinen armen. Man trug dir eh'mals kinder zu, Die segnetest und herzest du Und sprachest voll erbarmen: Laßt sie und wehret ihnen nicht, Laßt sie nur vor mein angesicht; Ich, als die wahrheit, fage euch: Derselben ist das himmelreich. Du freundlichster, Ich bitte dich, erhöre mich! Ich will dich 4. Stärk' und erhalt' die frucht gesund, Bis sie dereinst zu ihrer stund' Das licht der welt soll schauen: Dir kann sie nicht verborgen sein, Denn deine hand muß sie allein Im mutterleibe bauen; Du bildest selbst dein eigenthum, Bereitest solches um und um; Auch im ver- preisen ewiglich! borg'nen bläsest du Ihr den lebend'gen odem zu. Ogroßer Gott, Erhöre mich, ich bitte dich; Ich will dich preisen ewiglich! 5. Dein auge, das auf alles schaut, Das selbst der ehe garten 21. Nach glücklicher Entbindung. Mel. Wach' auf, mein herz, und singe. baut, Bewahre dieſe blüthe; 762. Wie wohl ist mir bösen feind, geschehen! Du Der dein werk zu verderben hast mich lassen sehen, Du meint, Vor schrecken mein ge- vater deiner werke! Hülf', segen, müthe; Laß ihre zarte seele kraft und stärke. fein Und dir zum preis ver- 2. Dir, Herr, sei lob genünftig sein; Auch gieb, daß sie sungen; Du hast den tod begesund dabei Und von voll- zwungen Und mich zu rechten komm'nen gliedern sei. Allsehen- stunden Sehr gnadenreich entder, Erhöre mich, ich bitte dich; bunden. Ich will dich preisen ewiglich! 3. Es muß in allen din6. Sind endlich meine mon- gen Mit dir uns wohl gelinden voll, Daß ich die frucht ge- gen; Du, von so großen gnaden, Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 593 Schaffst, daß uns nichts kann den, Kein zeitlich weh erdulden, schaden. Das doch zu meinem beſten dient? 4. Nun ist nach schwerem leide Sehr groß, Herr, meine freude, Und von den schmerzensstunden Wird nun nichts mehr empfunden. 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine ruh', mein leben Mehr lieben als den Herrn; Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf menschen bauen, Du hilfft und du errettest gern. 5. Mir ist, was ich begehret, Sehr herrlich jetzt gewähret, Daß ich an meinem kinde Auch feinen fehler finde. 4. Laß du mich gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Sein heil laß mein geschäfte, Dein wort mir trost und leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau' ich deiner gnade; Du, Herr, bist bei mir in der noth. 6. Ach, Gott, wie ist es möglich, Daß ich, geschäh's auch täglich, Dich je nach würden preise Und dir g'nug ehr' erweise? 7. O vater, laß mich dessen Ja nimmermehr vergessen! Hilf allen schwangern frauen, Die dir von herzen trauen. 8. Herr, kann ich gnade finden, So wasche nun von sünden Dies zarte find, die gabe, Die ich von dir, Gott, habe. 9. Laß es vor allen dingen Zur heil'gen taufe bringen, Daß es in reiner seide Des heils sich dir einkleide. 6. Ich will dem fummer wehren, Gott durch geduld verehren, Im glauben zu ihm flehn; Sch will den tod bedenken. Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn.( 49) 23. Gines Sterbenden. 10. D'rauf woll'st du dein gedeihen Zu seiner zucht verleihen, Daß ich mög' mit den jahMel. Christus ist mir das leben. ren Viel' freud' daran erfahren. 764. Mein Jesus ift leben, 22. Eines Kranken. Mel. Nun ruhen alle wälder. Reißt schon der tod mich hin; Was sollt' ich ängstlich beben? 763.ch hab' in guten Der tod iſt mein gewinn. stunden 2. Wer an ihn gläubt, wird lebens glück empfunden Und selig: Dies wort steht ewig freuden ohne zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen, Welch leben hat nicht seine qual? fest; Die freuden sind unzählig, Die es mich hoffen läßt. 2. Ja, Herr, ich bin ein sünder Und stets strafst du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit schul3. Drum fahr' ich hin in frieden Zu dir, o Jesu Christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du fennest meinen glauben, und keine furcht noch pein 38 594 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. Wird mir auch nun ihn rau-| meinem wunsch nach viel zu ben. Ich bin und bleibe dein. früh, Doch, Herr, nach deinem 5. Bald hab' ich überwun- willen. Wie blutet mein verden! Schon weicht die finsterniß, wundet herz! Wie kämpf' ich Denn, Herr, durch deine wun- wider meinen schmerz Und weiß den Ist mir der sieg gewiß. ihn nicht zu stillen! Zwar 6. Durch die bin ich gerei- für den Himmel reiften sie, nigt, Durch sie mit Gott ver- Doch meinem wunsch nach viel söhnt, Durch sie dir fest verei- zu früh. nigt Und bald mit preis gekrönt. 2. Ach, meine kinder sind 7. Wer kann dich g'nug er- nicht mehr! Zerstört ist meine heben? Du hast, sohn Gottes, hoffnung, leer Von freud' ist dich Für uns dahin gegeben, nun mein leben! Ich sah sie Heil mir! du auch für mich. wie den frühling blühn; Dir, 8. Du wolltest strafen dulden, Die ich doch auf mich lud; Du tilgtest meine schulden Ganz durch dein göttlich blut. 9. Geheilt ist nun mein schade; Sm himmel ist mein theil; theure hohe gnade! Dunaussprechlich's heil! 10. Erlöser, sieh, ich sammle Noch meine letzte kraft Und preise dich und stammle, Welch heil du mir geschafft. 11. Zu dir, Herr, will ich flehen, So lang' ich lallen kann; Du kannst mein inn'res sehen Und nimmst auch seufzer an. 12. Du selber hilfst mir ringen, Allmächtig hilfst du mir, In's leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. Owohl mir! ich vollende Nun bald den schweren lauf; Du nimmst in deine hände Den geist, mein heiland, auf.( 56) dir hofft' ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein alter sollten sie erfreu'n, Einst zeugen meines todes sein. 3. Du aber sprachst: sie sind mir schon Erzogen, gieb sie mir, mein sohn, Hoch will ich sie erhöhen! Sie soll'n dein alter nicht erfreu'n, Nicht deines todes zeugen sein; Du sollst sie sterben sehen." Dein will', o Herr, mein Gott, geschah; Ich war es, der sie sterben sah. 4. Ja, ich verehre dein gebot. Laß mich nun meiner finder tod, Barmherziger, beweinen. Du, der du aller vater bist, Und fühlest, was ein vater ist, Laß mich nun gehn und weinen. Verzeih' den trieben der natur; Nicht murren, klagen will ich nur. 5. Auch meine thränen preisen dich, Sie sind die zeugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest Und nun im lichte deines throns Selbst in erTode seiner Kinder. fenntniß deines sohns, In aller Mel. O ewigkeit, du donnerwort. tugend übest. Herr, meine ür deinen himmel seufzer danken dir, Bisher ver24. Eines Baters beint 765. Freiften ſie, Ach, trauteſt du ſie mir. Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. 595 sehnsucht sein Und täglich neuer klage? Sank nicht in meiner finder grab Mit ihnen meine freud' hinab, Die Hoffnung meiner tage? Nimm auch mein leben, Herr, mein Gott! Erwünschter kommt mir nie der tod. 25. Einer Mutter beim 5. O eitler wunsch! durch ungeduld Mach' ich mich unwerth deiner huld, Unfähig, dich zu lieben: Verzeihe meine schwachheit mir, Gott, ich will stille sein vor dir Und in geTode ihrer Kinder. Mel. O ewigkeit, du donnerwort! 766. War's dazu, daß ich duld mich üben; Vielleicht ereuch gebar Mit so viel schmerzen, mit gefahr, Geliebte meines Lebens? Die müh', die ich auf euch gewandt, Die treue wartung meiner hand: Ach, alles ist vergebens! Mir bricht mein mütterliches herz; Gott, unbeschreiblich ist mein schmerz! 2. War's dir nicht möglich, ewiger, Des todes und des mir ewig nicht! lebens Herr, Mein bitten zu erhören? Du sahst die angst, die mich durchdrang, Als mit dem tod' ihr leben rang, Du zähltest meine zähren; Mein 6. Mit thränen preis' ich dich auch einst, Wenn du zum weltgericht erscheinst, Ach, dann mit freudenthränen: Dann werd' ich meine finder sehn, Mit ihnen über'm staube stehn, Mich nicht mehr trostlos sehnen; Ich werd' ihr vater wieder sein Und ewig mich mit ihnen freu'n.( 100) ter, und erfreu'st noch mich. 6. Dann, dann gewiß erbarmst du dich, O vater! und erfreuest mich, Wenn ich einst auferstehe Und in mein ewig vaterland, Mit meinen kindern an der hand, Die froh'ste mutter, gehe; Wenn die entzückte mutter spricht; Nun sterben sie von mir. 26. Eines Miſſethäters, der Blut vergossen hat. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. flehn ſtieg jammerns auf zu 767 Liebster Gott, soll ich Und dennoch sie denn sterben; seh' meinen tod sich nahn Nicht 3. Ich weiß es, was dein wie and're adamserben, Deren wille thut, Ist weisheit, ist ge- feiner wissen kann, Wann und recht und gut; Du kannst nicht unrecht handeln. Ich muß, ich will auch diesen pfad, Den mir dein wink bezeichnet hat, Ich muß, ich will ihn wandeln; 2. Ach, wie tief bin ich geDoch ach, wo führet er mich fallen! Herr, ich fühle seelenhin? Wie unerforschlich find'| pein, Hör' das todesurtheil ich ihn! schallen, Höre laut um rache wie er sterben muß: Aber ich weiß schon den schluß, Daß die wieder sterben müssen, Die unschuldig blut vergießen. 4. Wird nicht mein leben schrei'n Das von mir vergoff'ne voller pein, Voll ungestillter blut. Satan selbst, der niemals 38* 596 Lieder zur besonderen und Haus- Andacht. ruht, Unsern seelen nachzustellen,| ,, Jesus nimmt die fünder an!" Sucht auch jetzt mich noch zu O so kann ich nicht verderben; fällen. Sollt' ich nun nicht selig sterben? 3. Ach, wie nagt der wurm im herzen, Der mir lauter schrecken droht! So erweckt die fünde schmerzen, So gebieret sie den tod. Ewig wär' ich nun verlor'n, Ewig unter Gottes zorn, Wäre Jesus nicht gestorben, hätt' er mir nicht gnad' erworben. 9. Seh' ich Jesum fest ge4. Gottes lamm! zu deinen füßen Fall' ich armer fünder bunden und vor seinem richter hin; Ach, laß durch dein blut- stehn, Seh' ich ihn in blut und vergießen Mich, der ich voll wunden Zu der schädelſtätte sünden bin, Wie dem mörder gehn, Ach, er hatte nichts verist geschehn, Auch das para- schuld't Und trug alles mit dies bald sehn. Jesu blut muß geduld: So soll Jesus mir für mich schreien, Sonst fann seiten Mich in meinen tod beGott mir nicht verzeihen. gleiten. zur 8. 3war die furcht muß mich erschüttern, Weil ich stark an träften bin; Meinen tod seh' ich mit zittern, Doch, nun will ich mich bemühn, Daß mir Jesu tod und pein Immer soll vor augen sein; Jesu leiden wird mir müssen Alle bitterfeit verfüßen. 10. Sollt' ich furcht und 5. Ja, es schreit zu Gottes schwachheit merken, Jesu wort throne Mitleidsvoll um gnad hat fraft genug; Jesu blut und huld. Gott verzeiht in foll mich auch stärken, Als mein seinem sohne Auch die allerletzter labetrunk. Freudig trete größte schuld, Und das herz ich alsdann Meinen weg zum des vaters bricht, Wenn mein tode an; Jesus wird auf dieser Sesus zu ihm spricht: Siehstraßen mich mit hülfe nicht die tiefgebeugte seele, Vater, verlassen. die ich dir befehle." 11. Schwimmt ihr jetzt in 6. Jesus ist auch mir gege- thränenbächen, Die ihr meine ben, Auch mich reiniget sein liebsten seid; Ach, verzeiht mir blut, Denn durch ihn soll jeder mein verbrechen, Alles ist mir leben, Der aufrichtig buße thut; herzlich leid. Habet dank für Der, den seine fünde reu't, Der eure treu'! Jesus steh' euch hinfort das böse scheu't, Darf kräftig bei, Er hilft mir auch vertrau'n zu Jesu fassen, Ihn überwinden; Bald will ich euch will Jesus nicht verlassen. wieder finden. 11 7. Drum weicht von mir, 12. Sünder, seht als einen sünd' und teufel! Denn ihr spiegel Mich in meinem sterhabt kein theil an mir. Weg mit ben an, Denkt: ihr habt nicht furcht und allem zweifel, Denn brief und siegel, Die ihr auch, mein gnadenthron steht hier, was ich, gethan, Oder sonst gar Und die worte les' ich d'ran: viel verschuld't; Noch hat Gott Kurze Verse beim Schluß des Gottesdienstes. 597 mit euch geduld, Doch erwacht wunden, Und mein geist fährt aus eurem schlafe, Spiegelt euch auf zu Gott. Wenn ich niederan meiner strafe. fnien soll, Jesu, mach' mich 13. Nun erwart' ich alle glaubensvoll, Laß durch dich stunden Meine letzte qual, den mich selig sterben, Mache mich tod; Bald, bald hab' ich über- zum himmelserben. Zweiter Anhang. Einige kurze Verse, die beim Beschluß des Gottesdienstes gesungen werden können. Mel. Herr Gott, nun sei gepreiset. Mel. Sorge, vater, sorge du. 768.vater aller from 769. hilf, Chriſte, Gottes werd' dein nam'! Laß dein Durch dein bittres leiden, Daß reich zu uns kommen; Dein wir dir stets unterthan Alle wille mach' uns zahm; Giet fünden meiden, Deine leiden, brod; vergieb die fünde; Rein deinen todFurchtbarlich erwägen, arg's das herz entzünde; Erlös' Treuen dank, o Herr und Gott! aus aller noth!( 134b) Dir zu füßen legen.( 157) 598 Kurze Verse beim Schluß des Gottesdienstes. Mel. Was mein Gott will, gescheh' Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, all'zeit. o Herr. er hofft in Gott und ihm ver770. Wer or dir, Herr Jefu, steh' ich hie Und 772. Vo traut, Wird nie zu schanden beuge meines herzens tnie Mit werden, Denn, wer auf diesen seufzen und mit flagen. Obfelfen baut, Der fühlet zwar gleich mich meine missethat Verauf erden Viel last und müh'; flaget und verdammet hat, Will doch hab' ich nie Den menschen ich doch nicht verzagen. Herr fehen fallen, Der sich nur fest Jesu Christ, dein blut allein auf Gott verläßt, Er hilft den Macht mich von allen sünden feinen allen. rein, Weil ich fest glaube und 2. Ich bitt', o Herr! aus dabei Im herzen habe wahre herzensgrund, Du woll'st nicht reu'! Herr Jesu Christ, Das von mir nehmen Dein heilig dank' ich dir! Ich will mich wort aus herz und mund, So bessern, hilf du mir.( 31) wird mich nicht beschämen Die sündenschuld; auf deine huld Seh' ich mein ganz vertrauen. Wer ſich nur feſt auf Gott verläßt, der wird den tod nicht schauen. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 773 Alle ſorgen will ich treuer Gott, auf dich. Kröne gemich mit reichem segen, Nähre, Mel. O heil'ger geist, kehr' bei stärk', erhalte mich; Deine güte laß mich schwachen Zeiten und zu jeder was mir uns ein. 771. Hemein starker held, err vater, müglich ist, Endlich auch mich Du hast mich vor der zeit der selig machen: Dann geschieht welt In deinem sohn geliebet. mir ewig wohl, Und mein mund Dein sohn hat mich ihm selbst ist rühmensvoll. vertraut, Als seine ihm erkaufte braut, Die nun kein leid betrübet. Heilig, Treulich Wird er geben himmliſch leben mir dort 74. Ach, Gott, men mein herz Mel. Nun freut euch, lieben christen g'mein. ihn loben. bei; Führ' mich durch dieses 2. Wie bin ich doch so herz- leben; Ein selig ende mir verleih'; lich froh, Daß Jesus ist das Ich will mich dir ergeben, Sch a und o, Der anfang und das will dir trau'n, mein Herr und ende! Dereinst nimmt er mich Gott, Denn du verläßt in feiner auch gewiß Zu seinem preis ins noth, Die deiner hülfe warten. paradies. Froh falte ich die 2. Besonders, Herr, befehl' hände. Amen! Amen! Komm, ich dir Die seel' in deine hände; du schöne freudenkrone, bleib' Ach treuer Gott! weich' nicht nicht lange, Deiner wart' ich von mir, Weich' nicht am letzten mit verlangen! ( 106) ende; Und wenn ich nicht mehr Kurze Verse beim Schluß des Gottesdienstes. 599 reden kann, So nimm den letzten seufzer an, Durch Jesum Christum, amen. gemeint! Ach gieb, daß ich mich Halte Zu dir und deiner treu, Und bis ich einst erfalte, Ganz nur der deine sei. Mel. Befichl du deine wege. 775. Hi ilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ; Den schwachen glauben stärke In mir zu aller frist. Hilf mir, Herr, muthig ringen und halte mich in acht, Bis ich kann fröhlich singen: Gottlob! es ist vollbracht! Mel. Ein lamm geht hin und trägt die schuld. 776. Was as 2. Wenn ich dann einst foll scheiden, Ach, dann verlaß mich nicht! Sei du im todešleiden Mein trost, mein heil, mein licht! Wenn mir am allerbängsten Wird um das herze sein, Dann reiß mich aus den ängsten Kraft deiner angst und pein. 3. Erhebe da mein hoffen, Zur besser'n welt zu gehn, Und laß im geist mich offen, Herr, deinen himmel sehn; Dahin laß mit entzücken Alsdann mich glaubensvoll Nach dir, mein heiland, blicken: Wer so stirbt, der stirbt wohl. ( 51) schadet mir des todes macht? Dein blut, Herr, ist mein leben! Das heil, was du mir zugedacht, Wirst du im tod mir geben. Kämpf' ich mit schwermuth, ich bei dem größten ſchmerz 778. Dfreude, du, mei So blick' Mel. Befiehl du deine wege. meine Mit freuden in die höhe; Dann stärket meine seele sich, Wenn ich dich, Gottes sohn, für mich Am freuz erbleichen sehe. nes lebens licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein angesicht, In's haus der ew'gen wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleich wie die helle sonne, Nebst andern leuchten soll. 2. Und fomm' ich, Jesu, einst zu dir, Zu deines himmels freuden; Vollbracht ist dann, vollbracht, was wir Auf dieser 2. Da will ich immer woherdeleiden; Dann giebst du nen, Doch nicht mehr als ein mir von deinem thron Den ewig gast, Bei denen, die mit kronen großen gnadenlohn, Den du Du ausgeschmücket hast; Da mir, Herr, erworben; Dann will ich herrlich singen Von werde dir in Ewigkeit Anbetung, deinem großen thun Und, frei preis und dank geweiht, Daß von schnöden dingen, In meidu für mich gestorben.( 51) nem erbtheil ruhn. Mel. Was lobes soll'n wir dir. ob, ehr' und dank 779. Lob, muß dir, o vater! werden In ewigkeit, auch hier Mel. Befiehl du deine wege. dir von 77. I herzen,& du mein größter freund, Für deine todes schmerzen: Wie gut hast du's auf dieser erden. 600 Kurze Verje beim Schluß des Gottesdienstes. 2. Lob, ehr' und dank muß dir, sohn Gottes, werden In ewigfeit, auch hier auf dieſer erden. Mel. Der seelen heil kommt gänzlich her. 781. Sei Lob und ehr' mit dieser wohlthat willen, Gott vater, sohn und heil'gem geist, Der woll' mit gnad' erfüllen, Was er in uns begonnen Mel. Auf! stimme meine seele. 780. S ei Lob und preis hat Zu ehren seiner majemit ehren Gott fstät, Daß geheiligt werd' sein vater, sohn und heil'gem geist, name. Der woll' in uns vermehren, Was er aus gnaden uns ver- 2. Sein reich zukomm'; sein heißt, Daß wir ihm fest ver- will' auf erd' Gescheh', wie in's trauen, Uns ganz verlass'n auf himmels throne; Das täglich ihn, Von herzen auf ihn bauen; brod auch heut' uns werd'; Daß unser herz und sinn Ihm Woll'st unsrer schuld verallezeit anhangen: D'rauf sin- schonen, Als wir auch unsern gen wir zur stund': Amen, schuld'gern thun! Laß uns nicht wir werd'ns erlangen, Gläub'n in versuchung stehn; Lös' uns wir's von herzensgrund. vom übel! amen.( 146) geist Gottes, werden In ewigfeit, auch hier auf dieser erden. Register. Die vor der Seitenzahl stehenden Ziffern verweisen auf das Verzeichniß der Liederdichter. Seite. 51 364 317 . 421 368 598 124 V. 1-6 u. 57 3. 7-10 233 77. 522 . 176 412 338 183 516 247 13 365 70 523 367 . 384 Abermal ist eins dahin Ach, abermal bin ich gefallen Ach bleib' bei uns, Herr Jesu Christ Ach Gott! du unsers Lebens Licht Ach Gott! ist noch dein Geist bei mir Ach, Gott! mein Vater! steh' mir bei Ach, Gott und Herr! Ach Gott! wie manches Herzeleid. Ach Gott! wie sehr bin ich verderbt Ach Gott! wir treten jetzt vor dich Ach, höchster Gott! verleihe mir Ach, Jesu! dessen Treu' Ach, Jesu! gieb mir sanften Muth Ach, Jesu, meiner Seelen Freude! Ach, mein Jesu! sieh, ich trete Ach, mein Jesu! welch Verderben. Ach, muß Gottes Sohn selbst büßen Ach, treuer Gott, allgüt'ges Herz ● Ach, treuer Gott, ich ruf zu dir. Ach, wann werd' ich von der Sünde • Ach, was erblick' ich? Herr der Gnaden Ach, was hab' ich ausgerichtet. Ach, wer giebt mir Worte her Ach, wer ist Schuld, mein Herz Ach, wie laufen doch die Jahre Ach, wie will es mit mir werden Ach, wird denn dein Erlöster nie Ach, wundergroßer Siegesheld Adam hat im Paradies Alle Menschen müssen sterben Alle Sorgen will ich legen Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Allein zu dir, Herr Jesu Christ • Nr. d. Dichter. 118 100 143 2 8 118 63 95. 120 132 55 51 29 100 134a 125 134 . 6. 100 . 78. . 103. 601 . 28 135. 88 230 196 387 54 211 386 111 35 4.569 598 133 244 602 Allen Christen und auch mir. Allen, welche nicht vergeben Allmächtig großer Gott Allmächtiger Herr Zebaoth Allwissender, vollkomm'ner Geift Also hat Gott die Welt geliebt, daß er Also hat Gott die Welt geliebt, das merke Am Kreuz erblaßt, der Marterlaft Anbetungswürd'ger Gott Auf! auf! ihr Reichsgenossen Auf! auf! mein Geift, ermuntre dich Auf! auf! mein Geist, zu loben Auf! Christen, preist mit mir den Herrn Auf! Christen, reinigt euer Haus. Auf den Nebel folgt die Sonn' Auf, du arme Seele Auf, freuet euch von Herzensgrund Auf, Jesu Jünger, freuet euch Auf, mein Herz, des Herren Tag. Auf, meine Seele, sei erfreut Auf meinen lieben Gott Auf! ftimme meine Seele. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. Barmherziger, getreuer Gott Barmherzigkeit ist eure Pflicht Befiehl du deine Wege Befreit von allem Rummer Befehre du mich, Herr ● Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt Bewahre mich, Herr, daß der Wahn Bis hieher haft du mich gebracht Bist du wahrhaftig Gottes Kind ● Chriftum wir sollen loben schon Christus, der uns selig macht Chriftus fuhr gen Himmel ● Brich, heller Morgenstern! herein. Bringt her dem Herrn, bringt Lob und Ehr' Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar Chrift, aus deinem Herzen Christ lag in Todes Banden Chrift, unser Herr, zum Jordan kam Christe, du Lamm Gottes ● Nr. d. Dichter. . 158. . 100. 32 113 65 . 51 . 118 . 113. 118 ● ● ● 42 89 · 51 ● 123 32 103 166 . 156. 92 ● 11 155 • 59 32 . 51. 51: 134 ● 32. 1 . . 92. 92 92 157. Seite. . 506 . 518 . 173 . 591 147 47 . 194 91 138 34 566 ● . ● . . ● ● ● . . 1 424 106 531 162 41 109 93 36 461 425 228 524 512 456 21 218 272 330 443 279 203 430 103 528 93 293 92 37 ● . 187 . 107 Christus ist erstanden Chriftus ist mir das Leben Das Grab ift da und meine Stätte Das Grab ist leer; des Höchsten Sohn Daß Gottes Sohn, der wahre Chrift Dein bin ich, Gott, dein ist mein Leben Dein bin ich, Herr, dir will ich mich. Dein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen Dein Wille ist's, o Gott!. Deine Leiden, Gottes Sohn Dem Herrn will ich vertrauen Der du bist drei in Einigkeit Der du bist von Ewigkeit Der du das Leben mir gegeben Der du die Liebe selber bift Der du selbst die Wahrheit bist Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der du Verstand und Tugend schenkst Der Eh'stand soll uns heilig sein Der Glaub' ist Gottes Werk und Gab Das alte Jahr vergangen ist 147 V. 1. u. 2. 152 V. 3-6 Das Elend weißt du, Gott, allein 134 Der Heiland lebt, o Christenheit Der Herr, der aller Enden Der Herr ist Gott und feiner mehr Der Herr ist König, Menschen, seht Der Herr ist mein getreuer Hirt Der Herr ist meine Zuversicht. Der Höllen Pforten sind zerstört Der lieben Sonne Licht und Prad): Der Mensch ist Gottes Bild Der mir den Weg zum Heile weift Der Seelen Heil kommt gänzlich her Der Sohn ist meine Heiligkeit Der Spötter Strom reißt viele fort Der Wollust Reiz zu widerstreben Des Leibes warten und ihn nähren Des Morgens erste Stunde Dich, bester Freund, den Gott mir gab Dich bet' ich an, erstand'ner Held ● ● Dich, Herr und Vater aller Welt. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht Nr. b. Dichter. Seite. 148. 98 ● 56.. 559 ● 32 24. 49 ● 74 92 170 72 . 100 21. 39 51 24. 149 130 51 108 146 131 112.. 82 49 32 . 101 ● 551 106 . 185 159 345 395 486 63 . 528 126 . 188 . 292 . 504 . 150 . 116 61 494 328 260 98 . 277 . 139 420 326 458 96 14 172 202 264 . 254 . 321 . 603 ● • 50 177 499 493 9 590 102 430 5 604 Die Feinde deines Kreuzes drohn. Die Herrlichkeit der Erden Die neue Woche geht nun an. Die Wassersnoth ist groß Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies sind die heil'gen zehn Gebot'. Dir befehl' ich meine Kinder. Dir, Gott, fei mein Dank geweiht Dir, Gott, sei Preis und Dank gebracht Dir, Gott, voll Majestät und Macht Dir, milder Geber aller Gaben Dir, Vater, dankt mein Herz und fingt Dir versöhnt in deinem Sohne Du, aller Menschen Vater ● Du bist ein Mensch, wie dir bekannt Du bist's, dem Ehr' und Ruhm gebührt Du böses Herz, wen willst du richten. Du, der fein Böſes thut Du feiges Herz, was zagest du Du gabst mir, ew'ger Gott, dies Leben Du, Gott der Weisheit, zeigest mir Du, Gott, du bist der Herr der Zeit. Du, Gott, heißt mich den Menschen dienen Du Gott von großer Macht Du, Gottes ew'ges Wort. Du hast, o allerhöchster Gott Du hast uns, Herr, die Pflicht Du heiligstes und höchstes Wesen Du Herr der Seraphimen. Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit Du Herr und Vater meiner Tage Du, Jesu, meine Freude ● Du tannft's nicht böse meinen Du Lebensbrod, Herr Jesu Christ Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Du reicher Gott der Armen . Du sagst: ich bin ein Christ Du sagst mir zu, o treuer Gott Du Vater deiner Menschenkinder Du Volf, das du getaufet bist Du weiser Schöpfer aller Dinge Du willst, Gott, daß mein Herz Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin Nr. d. Dichter. 100. 58 49. 92 131. 24 584 . 586 159 465 445 116 400 72. 514 51. 475 49 434 477 . 175 474 . 373 . 388 57 581 87. 100 32 12 86. 134. 84. 144 Seite. . 319 371 28 . 418 . 38 . 287 290 502 319 169 310 349 599 89. 480 . 118.. 307 . 118.. 107 32 u. 72.. 508 72 415 61 3. 331 19. 389 134. . 452 51. 113 49. 38 . 174 48 296 . 147 . 282 581 Durch Trauern und durch Plagen Durch viele große Plagen. Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld Ein Pilgrim bin ich in der Welt. Ein' feste Burg ist unser Gott Eins ist noth, ach Herr! dies eine Endlich muß ich mich entschließen Entflohen sind auch dieses Tages Stunden Er kommt, er kommt zum Weltgericht Er wird es thun, der fromme, treue Gott Erbarm' dich, Herr, mein schwaches Herz Erbarmer, dessen Huld und Macht Erbarmungsvoller Gott Erforsche mich, erfahr' mein Herz Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort Erhebet Gott, und betet an Erinn're dich, mein Geist, erfreut Erleuchte mich, du Heil der Sünder Ermuntert euch, erquickte Glieder Ermuntre, Christ, den trägen Sinn Ermuntre dich, mein schwacher Geift Erwäge ich, Herr, deine Liebe. Erzeig' an mir, Gott, deine große Gnade. Es eilt der letzte von den Tagen Es fällt mir oft ein Zweifel ein Es hat dein Zorn, der stark entbrannt Es ist gewißlich an der Zeit Es ist in feinem andern Heil Es lebt fein Sterblicher auf Erden Es wolle Gott uns gnädig sein Es zieht, o Gott! ein Kriegeswetter Ein Jahr ist wieder hin 49 58 Ein Kind, dem feines jemals glich( Umarbeit. v. Nr. 63) 39 Ein Rindelein so löbelich 39 64 ● Freuet euch, ihr Christen alle. Freut euch, ihr Gottes Kinder Fröhlich soll mein Herz befingen ● Falsche Zeugen, falsche Zungen Fest glaub' ich, daß, was mir geschieht Folgt mir, spricht Christus, unser Held Freiwillig hast du dargebracht Freu' dich sehr, o meine Seele ● Nr. d. Dichter. 125. ● 51 149 92 138 101 69. 26. 49 80 49 105 118 101 116 . 45. 92. 17. 6 49 85. • ● 81. 107. ● ● 542 318 . 372 . 216 20 567 . 530 221 440 199 72 407 152 ● 605 . Seite. 51 587 . 81 529 354 97 7 42 44 ● 51.. 44 ● 104 220 2 105 40 226 224 351 201 416 565 183 521 286 413 606 Frohlockt, ihr Christen, preist und ehrt Frommer Gott, ein gut Gewiffen. Früh mit umwölktem Angesicht Für deinen Himmel reiften sie Gebund'ner Heiland, jene Stricke Gedanke, der uns Leben giebt. Geht, ihr traurigen Gedanken Geist vom Vater und vom Sohne Gelobet sei st du, großer Gott. Gelobet fei'ft du, Jesu Christ ● Gerechter Gott, ich bin in Sünd' Gerechter Gott, vor dein Gericht Gerechter, heil'ger Gott Gesez und Evangelium Getreuer Gott, wie viel Geduld Getreuer Hirt und Gottes Lamm Gewagt in Jesu Namen ● ● ● Sieb, daß ich mich und dich erkenne Gieb, Gott, wenn ich dir diene Sieb mir ein frommes Herz Gieb mir, Jesu, deinen Sinn Gieb mir, o Gott, ein Herz Gieb, Vater, daß mein Herz Glaube, Lieb' und Hoffnung ist Gott, da ich konnte keinen Rath Sott, daß man sich selber liebe Gott, deine Gnad' ist unser Leben Gott, deine Gnade sei gepreist. Gott, deine weise Macht erhält Gott, dem an Vollkommenheiten Gott, der des Feuers schnelle Kraft Gott, der du aller Himmel Heer Gott, der du bist so geartet Gott, der du setzest ab und ein Gott, der du über alles reich Gott der Vater wohn' uns bei Gott des Himmels und der Erden Gott, deß Scepter, Stuhl' und Krone Gott, dessen starke Hand die Welt. Gott, du bist von Ewigkeit . ● Gott, du giebst Nahrung Jedermann Gott, du haft in deinem Sohn Gott, du weißt in was für Zeiten ● ● Nr. b. Dichter. 24. 100. . 100. 49 ● 107. 134. 92 ● 37. 113. 113 168. 134. 134 49 134 49. 105. ● 125 . 92 3 149 ● 18. 32 100: 103 ● ● ● 32. ● Eelte. 95 380 . 446 594 84 182 251 120 312 37 180 . 148 . 508 ● 291 . 155 278 . 580 482 465 342 517 505 333 336 ● • • . 294 486 250 49 166 439 437 583 514 323 497 126 5 196 162 141 416 204 407 Gott, durch dessen Macht und Stärke. Gott, es ist ein Gnadenzeichen Gott fähret auf gen Himmel Sott hab' ich mich ergeben ● Gott, hilf mir, daß ich Buße thue Gott, ich will mich ernstlich prüfen Gott ist die Liebe selbst Gott ist treu, der uns berufen Gott, meines Lebens Meister Gott schafft die Sonne und den Mond Gott sei Dant durch alle Welt Gott sei gelobet und gebenedeiet Gott Vater sende deinen Geist ● ● Großer Gott, wir arme Sünder Großer Mittler, der zur Rechten Großer Richter, ich kann nicht Großer Schöpfer, Herr der Zeit Gute Nacht, ihr eiteln Freuden Gott Vater, Sohn und Geist. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geift, der Güte Gott Vater, Sohn und heil'ger Geift, du Gott Gott verläßt die Seinen nicht. Gott, vor dessen Angesichte Gott weiß es alles wohl zu machen Gottes Sohn ist kommen. • Gottlob! die Reise ist vollbracht Gottlob! ich darf noch nicht verzagen Gottlob! mein Jesus macht mich rein Groß bist du, Jeſu, als Prophet Groß ist, o treuer Gott! . Nr. d. Dichter. Hab' ich ein gut Gewissen nur Halt' im Gedächtniß Jefum Chrift Heil' uns, aus unsrer Sündennoth Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Gott, der du begehrest Herr aller Herren, deine Hand. Herr, allerhöchster Gott Herr, auf Erden muß ich leiden Herr Christ, du bist das wahre Licht Herr Christ, du eingebor'ner Herr, dein Gesetz, das du der Welt Herr, deine Allmacht reicht so weit Herr, deine Rechte und Gebot. 125. 74. 100 ● 49 66 92. 51. ● ● 53 168. 157 113. • 107: ● 113: : 107: 73. . 103 ● 49 381 • 59. 313 32 192 ● 113.. 186 37. 498 ● 139. ● 97. 25 . 113 607 113. 29. Seite. 438 326 . 110 . 472 222 485 . 450 206 . 168 57 34 314 117 410 20 294 540 149 532 32 584 . 249 556 190 414 10 189 234 351 77 . . 576 255 113 13 185 289 145 288 608 Herr, deine Treue ist so groß. Herr, den in lauten Chören Herr, der du wie ein stilles Lamm Herr, der du deiner frommen Schaar Herr der schönen Himmelslichter Herr, du erforschest mich Herr, du hast Heil und Leben. Herr, du haft in deinem Reich Herr, eif're doch um deinen Ruhm Herr, erschrecklich im Gerichte Herr, gieb mir wahre Treu' Herr Gott, dich loben wir. Herr Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten Herr Gott, du bist von Ewigkeit Herr Gott, du wolleft Glück und Heil Herr Gott, nun sei gepreiset Herr Gott Vater, mein starker Held Herr, höre mein Gebet um deiner. Herr, höre mein Gebet und laß Herr, ich hab' durch deine Treu' Herr, ich habe mißgehandelt ● Herr Jesu, aller Menschen Hort Herr Jesu Christ, dein theures Blut Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl Herr Jesu, deine Angst und Pein. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott Herr, laß mich doch gewissenhaft Herr, laß mich nie dein Wort verachten Herr, lehre du mich thun Herr, lehre mich die kurzen Schranken ● ● Herr, meine Zunge hat dein Rath. Herr, meiner Seele großen Werth Herr, mit Ehrfurcht im Gemüthe. . Nr. d. Dichter. 162 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken. Herr, unser Gott, wer ist dir gleich Herr, voll Ehrfurcht und voll Freuden. Herr von unendlichem Erbarmen 131 22. 118. 103 15 92 60 143 u. 116 106. 24 1032 ● Herr, lehre mich, recht feierlich. Herr, mein Erlöser, nur von dir 1. Herr, mein Gott, lehre mich Herr, mein Versöhner, der du für mich littest: 32 32 • 42. 350 228 315 85 26 243 555 75 30 314 34 . 558 62.. 495 284 341 573 50 392 23 . 517 494 492 200 63 131 303 205 49 02 9. . 107. 163. . 116. 116. ● Seite. 316 170 308 419 420 146 16 170 320 422 7. 577 423 144 135 328 12 598 235 334 ● 49 ● 55. : 72: . Herr, wenn ich nur dich hab' Herr, wie lange muß ich ringen Herzallerliebster Gott Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen Heut' ist des Herren Ruhetag Heut' ist uns die Zeit erschienen Heut' triumphiret Gottes Sohn Heut' war's, da du das Leben Heut' will ich, süßer Tröster, dir Hier bin ich, Herr, du rufest mir Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. Hier ist mein Herz, Gott, nimm es hin Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth Hilf, Herr Jesu, laß gelingen . Hilf, Jesu, daß ich meinen Nächsten liebe Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir Hilf uns, Herr, in allen Dingen Höchster, denk' ich an die Güte Höchster Gott, in deinem Lichte Höllenzwinger, nimm die Palmen Höre, Bater, meine Lieder. ● ● ● Hier ist noch unsre Prüfungszeit Hier lieg' ich nun, mein Gott, zu deinen Füßen 142 Hilf, daß ich ja nicht wanke Nr. d. Dichter. 107. Ich armer Sünder komm' zu dir. Ich armer Sünder, wer bin ich Ich bin der guten Zuversicht bin getauft auf deinen Namen Sch bin getauft, o große Gnad' bin Gottes Bild und Ehr' bin ja, Herr, in deiner Macht Ich bin mit dir, mein Gott, zufrieden Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Ich bin vergnügt in meinem Stande dank' dir, Gott, durch deinen Sohn dank' dir, Vater, daß du hast danke dir, liebreicher Gott: Ich danke dir von Herzen. Ich erhebe mein Gemüthe. ● 28 3342 41 63 113 21. 44. . 121 . 208 . 302 344 . 362 235 599 412 55 . 76.. 509 63 . 339 117.. 403 226 209 99 22 99 118 36 59 151. 113 94. Jauchzt, Christen! jauchzt dem Herrn 49. 109 Jauchzt unserm Gott, er ist von großer Güte. 24.. 154 Ich armer Mensch, ich armer Sünder 154.. 230 63.. 223 ./391 . 167 . 300 . 297 269 .554 27 79.-. 470 346 503 3 18 19 599 240 111 50 51: . 39 Seite. 534 . 366 340 453 85 25 60 98. . 591 ● • ● 609 . 610 Ich freue mich in dir Ich hab' in Gottes Herz und Sinn ich hab' in guten Stunden Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt Ich hab' oft bei mir selbst gedacht Ich hab', o Gott, mir ernstlich vorgenommen Ich habe Gott und habe g'nung Ich habe Jesum lieb habe nun den Grund gefunden Ich hoff', mein Gott, mit festem Muth Ich komm', o guter Gott, zu dir Ich komme, Friedefürst, zu dir Ich komme, Herr, und suche dich Ich komme vor dein Angeni. Ich nahe mich, du Gott der Treue Ich preise dich, o Herr, mein Heil. Sch preise dich und finge dir Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich sehe dich, mein Leben. Ich finge dir mit Herz und Mund Ich sterb' auf Jesu Blut. Ich sterbe täglich, und mein Leben Ich trete vor dein Angesicht . Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hält Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ich weiß, mein Gott, daß all' mein Thun Ich weiß und bin's gewiß, daß ich Ich will dich lieben, meine Stärte Ich will in meiner Einsamkeit. Ich will von meiner Missethat Jehovah, dein Regieren macht Jehovah, der du wohnst Jesu, deine heil'gen Wunden Jesu, der du meine Seele. Jesu, Heiland aller Seelen Jesu, meine Freude, ich und du Jesu, meine Freude, meiner Jefu, meine Liebe, die ich oft betrübe Jesu, meine Schuld zu büßen. Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meiner Seelen Licht. Jesu, meines Lebens Leben Jesu, Wahrheit, Licht und Leben Jesus Christus, unser Heiland, der den ● ● Nr. d. Dichter. Seite. 167. 43 51:. 469 593 109.. 553 526 24.. 334 134 502 387 246 251 . 480 245 304 400 346 . 309 193 262 79 164 559 552 : . 49. . . 51. ● 121 49 ● . 13 149 ● 49 49 32 146 51 134. 100 149 587 541 561 455 . 393 450 588 219 163 544 84 244 209 . 313 536 434 73 276 66. 66 . 78.. 70 72. 92. 51. 51. 100. 6 100 90. 94 63. 118 42 42 122 142 ● . • 510 93 Jesus Christus, unser Heiland, der von Jesus ist mein Hirt Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an ● Jesus sucht voll Gnade Ihr Christen, prüft euch wohl. Ihr, die ihr mich verfolgt und schmäht Immanuel, deß Güte nicht zu zählen In allen meinen Thaten In deinem Namen, o Herr Christ In dem Leben hier auf Erden In dich hab' ich gehoffet, Herr In dieser Morgenstund' will ich dich loben In Gottes Reich geht Niemand ein In meiner Sündennoth In Trübsal, Christ, sei unverzagt Ist Ephraim nicht meine Kron' Ist Gott für mich, so trete Ist Gott für uns in aller Pein ● Kaum steigt zu ihrem frohsten Lauf Komm betend oft und mit Vergnügen Komm, Gnadenthau, befeuchte mich Komm, Gottes Geist, komm, höchster Gast Komm, heiliger Geist, Herr und Gott. Komm, Seele, geh' in Gott zur Ruh' Komm, Tochter Zion, fomm Kommt, vernehmet Jesu Lehren König, dem kein König gleichet Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Kommt, die ihr nicht gewöhnet seid Kommt, kommt, den Herrn zu preisen Kommt, verlor'ne Adamsfinder. ● Nr. d. Dichter. Lamm Gottes, das zur Schlachtbank ist geführet Laß mich doch nicht, o Gott Laß mich doch, o mein Gott 9249 90 95 20 74 2 40.④ 15 53 50 Laß mich, Höchster, darnach streben Laß mir alle Wochen sein. Laß, o Helfer unsrer Seelen Laß, o Herr Jesu, laß dein Reich auf Erden. Laffet uns den Herren preisen. Laßt uns mit Ernst betrachten 92. 90. 105. 14 52. 63. 35 159 92 121 33 78 113 u. 131. 24 49 63 113 150. 49 49 51. 51. 98 113 118 oder 83 118 . ● ● ● ● . ● ● 39* . 611 Seite. 300 306 104 562 268 541 261 520 256 462 582 376 363 6 210 234 527 . 154 534 253 96 396 125 121 113 478 32 36 355 145 305 337 191 86 . 370 217 511 .89 78 323 100 59 612 Laßt uns unserm Gott lobsingen Lebt nicht so sicher in der Welt Liebster Gott, soll ich denn sterben Liebster Jesu, wir sind hier Liebster Vater, ich dein Kind Litaney ● Lob sei Gott, der den Frühling schafft Lob und Dank sag' ich dir Lobet den Herren:: denn er ist Lob, Ehr' und Dank muß dir, o Vater, werden Lob, Ehr' und Dank sei dir Lobet Gott von Herzensgrunde Lobsinget Gott und betet an Lobsingt, ihr Völker, preist. ● Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Lobt und erhebt mit freudigem Gemüthe Lobt unsern Gott! lobt ihn erfreut Nr. d. Dichter. . 101. ● Mein Abba kommt vor deinen Thron Mein erst Geschäft sei Preis und Dank Mein Geist erstaunt, Allmächtiger. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh' Mein Gott, an deiner Gnadenpforte Mein Gott, das Herz ich bringe dir Mein Gott, der Sonntag bricht herein Mein Gott, du allerreinstes Licht Mein Gott, du selber haft die Erde Mein Gott, du wohnest in der Höhe Mein Gott, du wohnst in einem Lichte Mein Gott, erwecke Herz und Mund Mein Gott, es hat dein lieber Sohn Mein Gott, es ist dein guter Wille Mein Gott, ich muß es freudig sagen. Mein Gott, ich preise dich, du sendest. Mein Gott, ich schäme mich Mein Gott, ich soll stets den Befehlen Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Gott, sei hoch gepriesen. Mein Gott und König, deine Güt Mein Gott, weil ich in meinem Leben Mein Gott, zu dem ich weinend flehe. Mein Heiland, deine Größe.. 23 154. 92 24 47 140 143 42 24 68 169 134 134 134. ● 103 . 118. 134 100. Seite. 45 214 . 595 27 ● . • ● Mach' doch den engen Lebensweg( Wernigeroder Gesangb.) 357 Mache dich, mein Seift, bereit. 46. 358 134. 402 49 8 165 435 100. 270 401 127: 343 . . . . ● 239 405 599 437 445 ● ● ● 6 10 56 134 191 40 11 160 ● 25 383 580 466 137 4 355 501 431 442 238 464 3 463 142 449 239 184 Mein Heiland lebt, er hat die Macht Mein Hirt, ach, wie so treulich Mein Hort ist Gott, ihn laß ich walten Mein Jesu, der du vor dem Scheiden. Mein Jesu, du willst Jedermann. Mein Jesu, wie du willst. Mein Jesus ist mein Leben Mein lieber Gott, gedenke meiner Mein liebster Heiland, darf ich dich Mein Vater, du regiereft Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin Mit lautem Schall frohlocken wir. Mit Wehmuth klag' ich dir, mein Gott Mitten wir im Leben sind. Nach dir verlanget mich, nach dir. Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte Nichts Verdammlich's ist an denen Nimm von uns, Herr, du treuer Gott Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort gebrochen Nun bitten wir den heil'gen Geist. Nun bricht die finst're Nacht herein Nun danket all' und bringet Ehr' Nun danket alle Gott Nun endlich wachet mein Gewissen. Nun freut euch, lieben Christen g'mein Nun, Gottlob! es ist vollbracht Meine Seele erhebet den Herrn. Luc. 1, 46 p. p.. Meine Seel', ermunt're dich, Jesu Liebe 127. 81. Meinen Jesum laß ich nicht Mensch, alles, was du siehst Mensch, nimm es zu Gemüthe Menschen ist's gesetzt zu sterben Menschen, unser Leben eilt. Mir ist ein schweres Amt. Mir ruft der Herr, mir sei Mit dir, Gott Vater und Gott Sohn Mit Ernst, o Menschenkinder Nun ist auferstanden Nun ist der Tag der Seligkeit Nr. d. Dichter. 32. · 101 113. ● ▸ 49 131 301 259 134.. 468 56. . 593 105. . 28 384 579 143 64 ● ● 153. 92 92 23 145 88 281 560 . 349 . 577 391 579 31 560 . 112 398 92.. 558 Seite. . 563 . 207 . 462 ● 613 . . 101. 113. 92. 103. 51. 117. 394 . 444 101.. 241 49. 568 32 491 49 359 . 266 . 408 . 99. 24.. 161 4 149 . 125 27 426 433 . 229 . 181 . 27 . 101 62 614 Nun ist die Mahlzeit schon vollbracht Nun kommt der Heiden Heiland Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns freudig treten Nun laßt uns Gott dem Herrn Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat. Nun treten wir in's neue Jahr O blinde Wuth! D Durst nach Blut O Blindheit! bin ich denn der Welt ● O daß ich könnte Thränen g'nug vergießen daß ich tausend Zungen hätte du allersüß'ste Freude O du dreiein'ger Gott. ● D Ewigkeit, du Donnerwort D Ewigkeit, du Freudenwort D frommer und getreuer Gott Oft denkt mein Herz, wie schwer es sei D Gott, aus deinen Werken D Gott, den alle Himmel ehren D Gott, der du aus Herzensgrund D Gott, du bist die Liebe D Gott, du frommer Gott D Gott, du höchster Geist D Gott, täglich bitt' ich dich D Gott voll Macht und Wunderthat D Gott, von dem wir alles haben D Gott, wir ehren deine Macht D Gottes Lamm! o laß mich mit dir gehen O großer Gott, du reines Wesen großer Gott in's Himmels Thron großer Gott von Macht großer König Jesu Christ O Haupt voll Blut und Wunden heilige Dreieinigkeit. D heil'ger Geist, fehr' bei uns ein D heiliger und reiner Geist D heiligste Dreifaltigkeit Herre Gott, dein göttlich Wort Dhilf, Christe, Gottes Sohn D Himmelsspeis'! o edler Trank Djammervolle Tage, Da lauter Angst Jefu Chrift! Dein' Krippe ist. ● ● ● ● Nr. d. Dichter. . 118. 92 157 51 67 51 70 161.. • ● ● 667 118 125. 96. 51. 1 118. 71. 116 49 . 32 53 32. 63 103 55 136 86 51 53 130 . 53 146 157. : 51: ● ● ● 124 . 557 . 571 570 . ● ● Seite 12 30 561 53 12 15 18 53 134 156 168 151 340 128 516 325 11 132 . 356 80 375 74 432 ● ● 223 335 409 60 82 7 119 ● . 114 . 127 . 280 . 597 . 315 . 417 47 211 82 Nr. b. Dichter. 51. 37 63 Jesu, Jesu, Gottes Sohn 63 Jesu, meine Wonne! Du meiner Seele Sonne 118 Jesu, meine Zuversicht. DKönig, dessen Majestät Weit über alles D Lamm Gottes unschuldig O meine Seel', erhebe dich D Jesu Chrift! mein schönstes Licht Jesu, der du dorten Selbst sagst mit klaren Jesu, du mein Bräutigam Seele, welche Seligkeit. O fich'rer Mensch, bekehre dich ● ● O süßes Gnadenwort! Wort voller theurer D Tod, wo ist dein Stachel mun. O Traurigkeit! o Herzeleid! Ist das nicht. O treuer Heiland! Jesu Christ • Dunaussprechlicher Verlust, den wir erlitten O Vater aller Frommen! Geheiligt werd' dein 134b O Vater der Barmherzigkeit 29 88 O Vater, Gott von Ewigkeit O wahrer Gott, der du regierst auf einem Thron O wahrer Gott und Menschen Sohn Dwelch' ein Leiden, das mich drückt Dwelch' ein unschäzbares Gut Ist, Herr, ein O welch' ein unvergleichlich Gut Welt, sich hier dein Leben Sich in den Tod Dwie selig seid ihr doch, ihr Frommen O wir armen Sünder! Unsre Miſsethat Preis sei dem Herren Zebaoth Sagt Gott, dem Höchsten, Dank Schaffet, daß ihr selig werdet Schaffet doch, ihr Menschenkinder Schau', liebster Gott, wie meine Feind Schmücke dich, o liebe Seele! ● ● ● 158 28 29 ● 86 53 118 118 118 51 51. 27. 16. 24 · 14 42224 · 1 1 89 34 114 55 64 Schon ist der Tag von Gott bestimmt Schön ist die Tugend, mein Verlangen Schöpfer, der du selbst das Leben. Schweiget, bange Zweifel, schweiget Schwing' dich auf zu deinem Gott Schwinget euch, Herz und Gedanken Seele, geh' auf Golgatha, Sek dich unter Jeju 134a Seht, welch' ein Mensch ist das, Ihr freche Sende, Vater, deinen Geist, Da ich vor dein 137 32 131 Seite. 274 . 377 . 306 • 1 615 . 87 140 285 . 572 207 94 92 322 174 . 597 237 . 132 130 188 . 590 . 379 295 89 570 69 ● 451 311 179 225 158 436 490 489 361 302 565 385 . 487 . 252 51.. 538 89.. 157 87 76 400 616 Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis Sei Lob und Preis mit Ehren, Gott Vater Sei mir tausendmal gegrüßzet So Jemand spricht: Ich liebe Gott So ist die Woche nun geschlossen So ist nun auch dies Jahr verflossen So komm' ich denn, mein Gott So ruhest du, o meine Ruh' So wahr ich lebe, spricht mein Gott So weit, Herr, deine Himmel reichen So willst du, Jesu, noch Soll ich nach deinem Winken Sollt' ich jetzt noch, da mir schon. Sollt' ich meinem Gott nicht singen Sorge, Vater, sorge du Straf' mich nicht in deinem Zorn ● Seid barmherzig, Menschen, höret Siehe, mein getreuer Knecht Wird sehr weislich 51 Singt dem versöhnten Vater Dank Lag der Erleuchtung, Uns gebracht Treuer Gott, ich muß dir klagen Unendlicher, den keine Zeit Unsre müden Augenlider ● • • Vater unser im Himmelreich Vater, deinem Angesicht Vater, weil an deinem Segen. . . Treuer Heiland, dessen Wunden Heil und Leben Triumph! Triumph! und Lob und Dank. Unverfälschtes Christenthum, Du wirst selten Ursprung aller Gnadenwerke Verborgner Gott, du wohnest recht im Lichte Versäume nie, dich selbst zu prüfen ● Nr. d. Dichtez. 141. 146 ● ● ● . ● 1 73 1.49 106 51 Von dir kommt jede gute Gabe Von dir, liebreicher Gott, Kommt unser täglich Von Gott und Menschen ganz verlaffen 43 63 51 91. 4. 100 63 129. 160 . 42. Verstocktes Herz, erweichst du nicht 151 Voll Freud' und Dank erhebt in mir Sich, Herr. Vollkommenstes Licht, höchstes Gut Vom Himmel kam der Engel Schaar Vom Ziele fern, wonach ich ringe. 133 4 92. 113 92 32 ● . Seite. 165 600 . 600 . 85 513 . . 9. 68 46 506 . 29 52 262 92 216 153 310 471 280 426 460 232 403 404 420 273 484 212 432 171 . 38 365 397 414 520 115 258 80 103 143 15 330 119 Von Gott will ich nicht lassen. Vor deinen Thron tret' ich hiemit Vor dir, Herr Jesu, steh' ich hie Vor dir, o Gott, sich findlich scheuen Wach' auf, mein Chrift, erwäge doch Wach' auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ruft uns die Stimme. Wachet, wachet, ihr Jungfrauen Wagst du, mein Geist, vor Gott zu treten War's dazu, daß ich euch gebar Warum betrübst du dich, mein Herz Warum sollte ich mich grämen? Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt Was darfst du, blödes Herz ● ● • ● ● Was frag' ich nach der Welt Was Gott thut, das ist wohl gethan • Was hilft's, Gott, daß ich dir verhehle Was hilft es mir, ein Chrift zu sein. Was ich nur Gutes habe Was ist der Mensch, deß du gedenkſt Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für Dank ● Was kann vor allem mich ergößen Was Lobes foll'n wir dir, o Vater fingen Was mein Gott will, gescheh' all'zeit Was qual' ich mich mit eiteln Sorgen Was schadet mir des Todes Macht Was soll ein Christ sich fränken Was sorgst du ängstlich für dein Leben Was willst du, stolzes Adamskind Was zag' ich? lebt nicht Gott, mein Hort. Weg, mein Herz, mit den Gedanken Weg, Welt, mit deinen Freuden Weh' mir, daß ich so oft und viel Weicht nur, Berge, fallt nur, Hügel Weine nicht, Gott lebet noch Welt und Satan wollen mich Wen wird, o Gott, die Wonne der Erlösten Nr. d. Dichters. 67 75. 31 134 51. 106 126. 51 51. 51. 52. 158 ● 110. 119 32 49 29 49. 74 5 ● 51 27. 49 63 51 Wend' ab deinen Zorn, lieber Gott, in Gnaden 116 Wenn Christus seine Kirche schützt Wenn das nagende Gewissen 49 ● 63. 134. 134 ● 617 Seite. 457 21 598 447 299 1 360 358 399 595 460 535 33 129 268 374 473 227 332 467 67 492 482 390 382 425 467 544 599 481 547 488 459 198 71 232 151 533 362 546 409 318 248 618 Wenn dein geliebter Sohn, o Gott! Wenn dich, o Christ, dein Nächster kränket Wenn, Herr, einst deine Stimme ruft. Wenn ich betracht' mein sündlich Wesen Wenn ich ein gut Gewissen habe Wenn ich, Gott, meinen Geist zu dir erhebe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn meine Stunde kommen ist Wenn mich die Sünden fränken Wenn Menschenhülf' nicht mehr erfreut Wenn sich einmal der Trieb verlieret Wenn wir in höchsten Nöthen sind Wer bin ich? welche große Frage Wer dieser Erde Güter hat ● Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut Wer hofft in Gott und ihm vertraut Wer nur den lieben Gott läßt walten Wer weiß, wie nahe mir mein Ende Werde munter, mein Gemüthe Wir ein Adler fliegt zur Speise Wie getroft und heiter, Du Gebenedeiter Wie Gott mich führt, so will ich gehn Wie groß ist unsre Seligkeit Wie herrlich großer Gott, du bist. Wie kannst du doch, o sündlich Herz ● Wie mannigfaltig find die Gaben. Wie selig, Gott, wie selig ist ● Wie felig lebt ein Mensch, Der Dienstbegierde Wie sicher lebt der Mensch, der Staub Wie soll ich dich empfangen Und wie. Wie soll ich dich erheben, Daß ich dir würdig Wie soll ich dich würdig loben Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben Nr. d. Dichter. 63. . Will Jemand Christi Jünger sein Will mich die Welt mit ihren Schätzen Willst du der Weisheit Quelle fennen Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift Wir gläuben All' an einen Gott Wir liegen hier zu deinen Füßen ● 74 39 158. Wie theuer ist, Gott, deine Güte. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wohl ist mir geschehen! Du hast mich lasjen Wie wohl ist mir, Immanuel, mein Leben 49 68 53 8. 34 32 49 93 104 118 101 48 133 . 1. 32 . ● . 134 143 49 49 51. 55 134. 10. 54* • . 92. 134. Seite. 264 519 . 564 393 379 137 136 556 91 533 543 408 483 513 . 539 . 598 ● ● ● 16 352 537 . 472 267 156 . 215 . 500 479 550 . 266 507 548 30 . ● ♦ 442 428 452 348 549 371 592 271 378 369 . 448 112 129 411 Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wir singen dir, Immanuel! Du Lebensfürst Wir stehn in Noth, Laß uns, o Gott Wir werfen, Gott voll Majestät Wo Gott nicht selber baut das Haus Nr. d. Dichter. 29 51 Wohl dem, der in Gottesfurcht steht Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem, der sich mit Ernst bemühet Wort aus Gottes Munde, Wort vom neuen ● 126. Wo soll ich fliehen hin? Weil ich beschweret bin 63. Wo soll ich hin? wer, wer hilft mir. 102. Wohl dem, der beff're Schätze liebt 49 Wohl dem, der Jacobs Gott Zum Helfer sich. 52 Wohl dem, der Jeſum liebet 7 92 ● ● ♥ 3euch ein zu deinen Thoren Zu seinem Schöpfer beten. Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang. Sind wir. Zweierlei bitt' ich von dir. 21. 164. 64. 51. 17 51. ● ● 418 422 329 242 242 496 454 . 286 327 ● ● . 619 ● Seite. 283 42 510 . 353 . 291 . 123 396 . 500 . 503 620 Verzeichniß der Lieder- Dichter. NB. Die Zahlen unmittelbar hinter den Namen der Dichter bezeichnen das Geburts- und Sterbejahr derfelben, und die Zahlen am Schlusse der Notizen die Nummern der Gesänge, welche von ihnen in unserem Gesangbuche stehen. Die Buchstaben, n. A." bedeuten: Nach der Behauptung Anderer." 1. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt ( 1637-1706), geborene Gräfin v. Barby. Sie war eine höchst gebildete, fromme Frau, die fruchtbarste Liederdichterin ihrer Beit. Nr. 38. 577. 709. 717. 2. Ahl, Joh. Georg, Senator zu Mühlhausen, † 1707. Nr. 550. 3. Alberti, Heinr., geb. 1604 zu Lobenstein, war zuerst Rechtsgelehrter, widmete sich aber später ausschließlich der Dicht= kunst und Musik und starb 1668 als Organist am Dom zu Königsberg. Nr. 8. 4. Albinus, Joh. Georg( 1624-79), Prediger zu Naumburg. Nr. 314. 734. 5. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg- Culmbach( 152257), ein unruhiger, streitlustiger Mann, der vom Kaiser Carl V. geächtet und aus seinem Lande vertrieben wurde. Wie rauh er aber auch war, so soll er doch nie ohne Gebet sein Roß bestiegen haben. Nr. 608. 6. Angelius, Silesius( 1624-77), hieß eigentlich Johann Scheffler. Er war geboren in Breslau, wurde Leibarzt bei Kaiser Ferdinand III., gab aber 1653 diese Stellung auf, trat zur fatholischen Kirche über und wurde Priester, nachdem er von einem spanischen Mystiker Johannis ab angelis den Namen Angelus angenommen hatte. Er starb als bischöflicher Rath im Jefuitenfloster zu Breslau. Die von ihm in die protestantische Kirche aufgenommenen Lieder soll er noch vor seinem Uebertritt gedich tet haben, jedenfalls sind sie frei von den religiösen Ver= irrungen, welche andere seiner Dichtungen verrathen. Angelus war einer der tiefsten und entschieden der lieblichste geistliche Dichter seiner Zeit. Er und Joh. Franck( Nr. 42) beginnen die Periode, in welcher das heilige Lied unserer 621 Kirche freudige, dankbare Liebe zu Jesu und reine Sehnsucht nach innigster Gemeinschaft mit demselben vorzüglich auszeichnete. Nr. 461 ist das sehr veränderte schöne Lied: Mir nach! spricht Christus unser Held. Nr. 290. 461. 586. Sophia, 7. Anna Landgräfin zu Hessen- Darmſtadt ( 1638-83), Aebtissin zu Quedlinburg, eine fromme, gelehrte Fürstin. Nr. 375. 8. Anton Ullrich, Herzog zu Braunschweig( 1633-1714), ein gelehrter Fürst und beliebter Schriftsteller seiner Zeit. Nr. 479. 690. 9. Arnschwanger, Joh. Christoph( 1625-96), Archidiaconus in seiner Vaterstadt Nürnberg. Nr. 413. 10. Bahrdt, Dr. Joh. Fr.( 1713-75), Superintendent und Prof. der Theologie zu Leipzig. Nr. 453. 11. Bezelius, Christoph( 1627-89). Nr. 297. 12. Birken, M. Christoph( 1620-77), Prediger zu Gunderfinken in Schwaben. Nr. 616. 13. Birken, Siegmund v.( auch Betulius gen.)( 1626-81). War früher Informator einer Mecklenburgischen Prinzessin zu Danneberg, wurde vom Kaiser Ferdinand III. in den Adel er= hoben und starb als kaiserl. Hof- und Pfalzgraf und gekrönter Dichter. Nr. 621. 14. Böhm( Behem b), Martin( 1557-1622), Prediger zu Lauban in der Lausig. Seine geistlichen Lieder erschienen 1606. Nr. 488. 15. Bogatky, Carl Heinr. v.( 1690-1774), ein schlesischer Edelmann, der meist in Halle lebte. Er war ein frommer, geistreicher Mann und trefflicher Erbauungsschriftsteller. Früher hatte er die Rechte studirt widmete sich später aber ganz der Theologie. Seine Güter vermachte er dem Halleschen Waisenhauſe und genoß wegen seiner ungeheuchelten Frömmigkeit und sanften Milde allgemeine Achtung und Liebe. Er schrieb 396 geistliche Lieder, das bekannte Schatzkästchen 2c. Nr. 741. 16. Bonn, Hermann( 1504-48). Nr. 104. 17. Borchward, Ernst Samuel Jacob( 1717-1776), Königl. Preuß. Hofrath, Ansbach- Bayreuth. Geh. Legationsrath und Resident zu Berlin, Gellert's edler Freund. Nr. 537. 647. 18. Bornschürer, Joh.( 1625-77), Prediger zu Thann in Meiningen. Seine 5 geistlichen Lieder finden sich in seinem Gesangbuche von 1676. Nr. 386. 19. Breitenau, Christoph Gensch von( 1638-1732). Nr. 504. 20. Breithaupt, Joachim Justus( 1658-1732), Generalsuperintendent in Halle und Abt von Kloster Bergen; ihm verdanken wir das schöne Glaubenslied Nr. 348: Ihr Christen, 622 prüft euch wohl" welches im Mecklenburgischen Gesangbuche anfängt: Versuchet euch doch selbst" 2c. 21. Bruhn, M. Dav.( 1727-82), Prediger in Berlin. Seine Lieder gehörten zu den besseren der Berliner Schule. Nr. 173. 394. 662. - 22. Canik, Friedr. Ludw. Rud., Freiherr v.( 1654-99). Die Zierde des Adels seiner Zeit, war er im Dienste des großen Kurfürsten und seines Nachfolgers Gesandter an mehreren Höfen und starb als wirklicher geh. Staatsrath in Berlin. Seine innigen, echt christlichen Gedichte erschienen sämmtlich 1727 zu Leipzig durch IJ. v. König. Nr. 210. 23. Klausniger, Tob.( 1618-84), Schwedischer Feldprediger im dreißigjährigen Kriege, später Prediger in der Pfalz Nr. 42. 43( n. A. von Hartmann Schenck, 1634-81). 24. Cramer, Dr. Joh. Andr.( 1723-88), Sohn eines armen Landpredigers zu Jöhnstadt im Erzgebirge; Gellert's und Klopstod's vertrauter Freund war nach einander Prediger in Fröllwig bei Magdeburg, Oberhofprediger in Quedlinburg, Hofprediger in Kopenhagen, Superintendent in Lübeck und Professor der Theologie in Kiel. Seine Dichtungen erschienen 1766, 1769 und 1775, theils auch in dem von ihm 1780 veranstalteten schleswig- Holsteinischen Gesangbuche. Er war allgemein bewanderter Kanzelredner. Nr. 141. 195. 201. 209. 221. 227. 228. 231. 437. 438. 450. 499. 571. 25. Creußiger, Elisabeth( um 1545). Nr. 259. 26. Cronegt, Joh. Friedr. Freiherr v. Geb. 1731 zu Ansbach, wo sein Vater als General- Feldmarschall- Lieutenant des Fränkischen Kreises lebte, geft. 1758 als Regierungsrath in Nürnberg. Er war Gellert's Schüler und Freund. Nr. 300. 27. Dach, Simon( 1605-59). Aus Memel, Professor der Poesie in Königsberg, Meister der preußischen Dichterschule, einer der tiefsten innigsten Liederdichter. Aug. Gebauer gab seine Lieder 1828 in Tübingen unter dem Titel: Sim. Dach und seine Freunde" heraus. Nr. 623. 713( auch Gesenius zuge= schrieben). " f 735 ebenso. 28. Decius, Nicol.( etwa 1524). Anfangs katholischer Mönch und nach seinem Uebertritt zur protestantischen Kirche zulett Prediger in Stettin, wo er durch Gift gestorben sein soll. Er war Meister auf der Harfe und setzte seine Lieder selbst in Musif. Nr. 127( eine Bearbeitung des alten, schon vor der Reformation befannten ,, Agnus Dei"). 193. 29. Denice, Dav.( 1603-80). Geb. in Zittau, gest. als Consistorial- und Klosterrath in Hannover. Seine etwa 20 Lieder verrathen findliche Einfalt, lehrenden Ernst und ein zartes dichterisches Gemüth. Nr. 202. 321. 272. 378 bis 623 elften V.( die letzten Verse dieses Liedes sind späterer Zusatz von einem Unbekannten). 478. 505. 30. Dirichau, Dr. Bernh.( 1591-1639), Prediger in Königsberg. Nr. 410. 31. Dillherr, Joh. Michael( 1604-69), Oberprediger in Nürnberg. Nr. 772. 32. Diterich, Joh. Samuel( 1721-97), Ober- Consistorialrath und Prediger in Berlin. Er machte unter Theilnahme seiner Amtsgenossen Bruhn und Kirchhof in seinem Gesangbuchswerke( Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, 1765) den Anfang zur Verdrängung oder gar schonungslosen Umarbeitung der meisten älteren Kirchenlieder, die nun schnell überhand nahm, trop des Widerspruchs, den der edle Gellert und fast alle tieferen Geister jener Zeit erhoben. Nr. 152. 161. 203. 218. 224. 229( sehr verändert). 246. 249. 269. 337. 403. 433. 456. 515. 626. 635. 636. 637. 638. 646. 658.( theils von Hiller) 672. 727. 730. 33. Dürr, Ehrenfried( 1650-1715), Generalsuperintendent zu Eisleben. Nr. 51. 34. Eber, Dr. Paul, auch Eberus gen., geb. 1511 zu Kigingen, geft. 1569 als General- Superintendent und Professor der Theologie in Wittenberg. Er war früher bei Melanchthon Abschreiber, später sein vertrauter Freund. Nr. 530. 718. 35. Elmenhorst, M. Heinr., geb. 1632 zu Parchim, starb 1704 als Prediger in Hamburg. Nr. 182. 36. Fabricius, Dr. Jac.( 1593-1678). Er wurde von geringen Eltern in Cöslin geboren, studirte in Rostock und war einige Zeit Hofprediger des Herzogs von Pommern, dann Doctor der Theologie in Greifswald. Der große König von Schweden Gustav Adolph erhob ihn später zu seinem Feld- Superintendenten und Beichtvater. In dieser Zeit des dreißigjährigen Krieges dictirte der König selbst ihm das Lied Verzage nicht, o Häuflein tlein"( vid. Geistlicher Liederschatz Nr. 1768), welches Fabricius auf dessen Wunsch in Verse brachte. Nach der Lüßener Schlacht wurde F. Prediger, General- Superintendent und Professor der Theologie zu Stettin. Nr. 306. 37. Fabricius, Friedr.( 1642-1703), Prediger in Hamburg, später in Wittenberg. Nr. 253. 489. 644. 38. Feddersen, Jac. Friedr.( 1736-88), Consistorialrath in Altona. Nr. 748. 39. Finr, Erasmus, gen. Francisci( 1627-94), stammt aus einer Lübecker Patricier- Familie und ist als Rath des Grafen Hohenlohe und Gleichen in Nürnberg gestorben. Seine geistlichen Lieder zeichnen sich durch tiefes Gefühl aus. Nr. 95. 510. 624 40. Flemming, Paul( 1609-40), Arzt und einer der begabtesten Dichter seiner Zeit in Hamburg. Nr. 600. 41. Förtsch, Bafilius( gest. 1619), Prediger bei Jena. Seine Lieder erschienen unter dem Titel Geistliche Wafferquele", Halle 1606, 8vo. Nr. 147( von Bartholom. Gesenius geändert). 42. Franck, Joh.( 1618-77), Bürgermeister zu Guben. Nr. 2. 27. 88. 94. 309( von welchem Liede die letzten 3 Verse später hinzugefügt sind). 395( wurde früher Albinus zugeschrieben. 409. 694( Einige schreiben dies Lied Albinus zu). 43. Franck, Salomo( 1659-1725), Oberconfiftorialsecre= tair in Weimar. Seine etwa 300 Lieder gehören zu den besten seiner Zeit und sind denen von Rift ähnlich. Sie erschienen in 2 Theilen unter dem Titel: ,, Geist- und weltliche Poesien", Jena 1711 u. 1716. Nr. 135. 44. Frand, Sebastian( 1606-68), war nach einander Prediger an mehreren Orten, zuletzt in Schweinfurt. Nr. 449. 45. Freilingshausen, Joh. Anastasius( 1670-1739), Director des Waisenhauses in Halle, und Francke's Schwiegersohn. Er ist unsterblich als erster geistlicher Dichter seiner Zeit. Sein herrliches Gesangbuch hat über 50 Auflagen erlebt. Der Grundton in F.'s Liedern ist Sehnsucht des Glaubens in Liebe und Hoffnung, in redlichem Kämpfen und Dulden. Nr. 256. 46. Freystein, Dr. Joh. Burchard, starb als Hof- und Justizrath in Dresden 1720. Nr. 466. 47. Funt, Gottfr. Benedict( 1734-1814), Consistorialrath und Rector der Schule in Magdeburg. Er hatte 13 Jahre vertrauten Umgang mit Klopstock, der wohlthätig auf seine poetischen Anlagen einwirkte. Nr. 579. 48. Gedice, Lampertus( 1683-1735), Inspector aller preußischen Garnison- und Feldprediger in Berlin. Nr. 613. 49. Gellert, M. Christian Fürchtegott( 1715-69), aus Haynichen im Erzgebirge, Professor der Philosophie in Leipzig. Er war sehr fränklich, allein sein reger Geist überwand alle Schwächen des Körpers und wirkte rastlos zur Geschmacksbildung und christlichen Veredelung der Menschheit, wie wenige nur. Durch reine Frömmigkeit, Demuth und Milde erwarb sich G. die allgemeine Verehrung und Liebe seiner Zeitgenossen wie der Nachwelt. Seine 1757 in Leipzig erschienenen geistlichen Lieder ( 54 an der Zahl) waren in dem Jahrhundert die ersten, welche eine vollsthümliche Klarheit und ein ansprechendes Gewand mit einem tiefen, christlichen Sinne glücklich vereinten und größtentheils bis heute zu den schönsten unserer Kirchenlieder gehören. Nr. 14. 62. 79. 89. 91. 98. 108. 144. 154. 155. 162. 197. 255. 296. 338. 371. 397. 398( dieses Lied ist verändert und 625 fängt eigentlich an: ,, Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen 2c."). 416. 439. 455. 468. 481. 494. 512. 520. 567. 605. 607.624. 642. 645. 654. 656. 657. 666( dies ist das Lied:" So Je= mand spricht: Ich liebe Gott", der erste Vers aber weggelassen). 706. 707. 733. 763. 50. Gerhard, Joh.( 1582-1637). Nr. 34. 51. Gerhardt, Paul( 1606-76), geb. aus Sachsen, Prediger in Berlin, später in Lübben. Seine 120 geistlichen Lieder erschienen 1666 zu Berlin. Mit ihm erreichte die ältere Schule des heiligen Gesanges in Deutschland ihre höchste Vollendung. Ihr Grundton ist der reine geschichtliche Bibelglaube, worin bei aller Innigkeit doch der Ausdruck der Empfindung, als das Menschliche, hinter dem Göttlichen zurücktritt. Um Gerhardt's Ernst und Tiefe spielt lieblich eine kindliche Freudigkeit. Wenige geistliche Lieder haben im deutschen Volke so allgemeine Theilnahme erregt, wie die seinigen, und nach ihm ist in seiner Gattung noch keiner ihm gleich gekommen. Die gleich nach, ja schon neben 6. auftretende neuere Schule bewegt sich in Dar= stellung der inneren Erfahrung und der von Christo durchdrungenen Gemüthswelt, gerieth aber oft in leere Empfindelei und geistlose Spielerei. Nr. 1. 25( auch Scriver zugeschrieben). 26. 49. 53. 69. 72. 76. 85. 100. 103. 119, nach Bernhard von Clairvaux: ,, Salve caput cruentatum"- eine der sieben Grüße desselben. 123. 131. 173. 179. 180. 188. 222. 235. 271. 274. 363. 365. 388. 557. 558. 592. 593. 610. 617. 651. 679. 680. 681. 687. 692. 693. 696. 725. 776( dies find die letzten Verse von Nr. 100, etwas verändert). 777 find die 3 letzten bedauerlich sehr verstümmelten Verse von Nr. 119. Das schöne Lied: Befiehl du deine Wege", nicht zu ver= wechseln mit dem ähnlich anfangenden Liede Nr. 414 im Mecklenburgischen Gesang- Buche von der Freiin von Gersdorf, dichtete G. zum Troste seiner weinenden Gattin auf der Reise in einem Wirthshause, als er Amt und Brod unschuldig ver= loren hatte. Gleich darauf traten zwei Abgeordnete des Herzogs von Merseburg ein und brachten ihm den Antrag einer neuen, sichern Versorgung. 11 = 52. v. Gersdorf, Henriette Cathar.( 1648-1726). Die Freifrau v. G. war Zinzendorf's fromme Großmutter. Nr. 344. 356. 591. 53. Gesenius, Justus( 1601-71), Generalfuperintendent in Hannover. Er veranstaltete im Verein mit Denicke ein neues hannoversches Landes= Gesangbuch, worin zuerst die älteren Lieder auf eine zuweilen beklagenswerthe Weise verändert wurden. Nr. 11 nach Ringwald gearbeitet. 12 nach Martin Böhm.- 132. 140. 185. 239. 385. 40 626 54. Gieseke, Nicol. Dieter.( 1724-67), Superintendent zu Sondershausen. Nr. 482. 55. Gotter, Ludw. Andr.( 1661-1735), Hofrath in Gotha, ein frommer, demüthiger Christ, schrieb 231 Lieder. Nr. 190. 192. 475. 559( dies sehr veränderte Lied fing ursprünglich an: Womit soll ich dich wohl loben"). Nr. 633. 56. Graaf, Simon( 1603-59), Prediger in Schandau. Nr. 720. 764. " 57. Groß, Joh., gen. Major( 1564-1654), Superintendent, Professor und Dr. der Theologie in Jena. Er dichtete zu dem Liede Nr. 316 von Rutilius die 4 letzten Verse. 58. Gryphius, Andreas( 1616-64), Land- Syndicus in Glogau. Nr. 483. 59. Günther, Cyriacus( 1650-1704), Gymnasiallehrer in Gotha. Von seinen Liedern sind nur 10 in das Freilingshausen'iche Gesangbuch aufgenommen. Nr. 287. 408. 561. 60. Günther, Magn. Mart.( um 1720 Prediger in der Kurpfalz). Nr. 196. 61. Haßlocher, Joh. Adam( 1645-1726), Hofprediger und Consistorialrath zu Weilburg. Seine 25 geistlichen Lieder gab Schoffer unter dem Titel: Zeugnisse der Liebe zur Gottseligkeit", Wetlar 1727, heraus. Nr. 434. 62. Hävecker, Joh. Heinr.( 1640-1722), Rector, später Prediger zu Calbe a. d. Saale. Nr. 641. 63. Heermann, Joh.( 1585-1647), ein Schlesier, Prediger zu Koban bei Glogau. Seit Luther war kein Dichter aufgestanden, dessen geistliche Lieder so allgemein beliebt, gesucht und gesungen worden, von keinem auch vor ihm haben so viele Lieder sich allgemein und dauernd in der evangelischen Kirche eingebürgert, als von Heermann. Der Mittelpunkt seiner Gefänge ist eine gesunde und echte, also bußfertige und demüthige Liebe zu Jesu und tiefgefühlte Dankbarkeit für seinen Erlösungstod. Nr. 32. 122. 125. 142( eine Umschmelzung seines Liedes: Früh Morgens, da die Sonn' aufgeht"). Nr. 257. 294. 303. 315. 327. 345. 351( die letzte Strophe ist ein späterer Zusatz). 399. 441. 443. 444. 587. 632. " 1 64. Heine, Georg( 1672). Nr. 470. 65. Hecker, Heinr. Cornel.( 1699-1743), Prediger zu Meuselwitz bei Altenburg. Seine 91 Lieder erschienen mit der Seckendorf'schen Hauspoftille 1730. Nr. 75. 382. 66. Held, Heinr.( um 1650), Advocat in Gurau. Nr. 54. 101. 67. Helmbold, Ludw.( 1532-98), Superintendent in Mühlhausen. Nr. 20. 594. 68. Hermann, Nicol.( geft. 1561), Cantor in Joachimsthal im Voigtlande. Nr. 65. 716. 627 69. Herrnschmidt, Dr. Joh. Dan.( 1675-1723), Profeffor der Theologie in Halle. Seine 16 Gesänge stehen im Freilingshausen'schen Gesangbuche. Nr. 686. 70. Herzog, Joh. Friedr.( 1647-99), Rechtsconsulent in Dresden, später in Jena. Das schöne Abendlied Nr. 30 dichtete er schon als Student in Wittenberg. 71. Heunisch, Caspar( 1620-90). Nr. 736. 72. Hiller, Philipp Friedr.( 1699-1769), Prediger zu Mühlhausen, später zu Steinheim. Nr. 281. 540 n. A. von Schlegel. 653. 658( theils von ihm, theils von Diterich). 667. 73. Hippe, Joh. Heinr.( geb. 1656). Nr. 113. 74. Hippel, Theodor Gottlieb v.( 1741-91), Bürgermeister und Geheimer Kriegsrath in Königsberg. Nr. 102. 335. 614. 665. 676. 684. 728. 75. Hodenberg, Bodo( 1604-50), Braunschweig- Lüneburgischer Marschall und Landdrost zu Osterode. Nr. 36. 76. Hoffmann, Gottfr.( 1658-1712), Rector zu Zittau. Nr. 660. 77. Hojer, Conrad( um 1584), Subprior zu Möllenbeck. Der zweite Theil seines Liedes Nr. 678 ist eine Nachbildung des Jubelliedes des heil. Bernhard. 78. Homburg, Ernst Christoph( 1605-81), Rechtsconfulent in Naumburg. Nr. 57. 106. 164. 79. Ingolstetter, Andr.( 1633-1711). Nr. 611. 80. Jonas, Dr. Justus( 1493-1555), war nach einander Professor in Wittenberg, Superintendent in Halle, Hofprediger in Coburg und zuletzt Superintendent in Eisfeld. Jonas begleitete Luther 1521 nach Worms und 1530 auf den Reichstag nach Augsburg. Er unterschrieb die Schmalkaldischen Artikel, reiste mit Luther 1546 nach Eisleben, war bei dem Tode desselben zugegen und hielt ihm die Leichenpredigt. 3u dem Luther'schen Liede Nr. 527: ,, Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort" schrieb er den 4ten und 5ten Vers. 81. Keimann, Christian( 1607-62), Rector in Zittau. Nr. 68. 511. 82. Klopstock, Friedr. Gottlob( 1724-1803), Dänischer Legationsrath in Altona. Nr. 421. 83. Koitsch, Christian Jacob( 1670-1735), Profeffor zu Elbingen. Seine 11 Lieder erschienen im Freilingshausen'schen Gesangbuche. Nr. 149( n. A. von Rift). 84. Köhler, Benjam. Friedr.( 1730-96), Regierungsrath in Dessau. Nr. 404. 85. Lassenius( 1636-92). Nr. 13. 86. Laurenti, Laurentius( 1660-1722), Cantor und Musifdirector in Bremen. Seine 126 geistlichen Lieder erschienen 40* 628 unter dem Titel: ,, Evangelica Melodica", Bremen 1700 in 12mo. Nr. 77. 93. 283. 87. Lavater, Joh. Casp.( 1741-1801), Prediger in Zürich. Nr. 171. 88. Liscow, Salom.( 1640-89), Prediger in Wurzen. Nr. 96. 191. 89. Löscher, Dr. Valentin Ernst( 1673-1749), Obercon= sistorialrath und Superintendent in Dresden. Nr. 226. 554. 622. 90. Louise Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg, Stifterin des Waisenhauses in Oranienburg( geb. Prinzessin von Oranien),( 1627-67). Nr. 298. 726. Das Lied Nr. 726: Jesus, meine Zuversicht" dichtete sie nach einem alten Liede von dem zu Ende des 4. Jahrhunderts lebenden spanischen Dichter Clemens Aurelius Prudentius. 91. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt( 1640-72). Sie starb als Braut. Nr. 598. 11 92. Luther, Dr. Martin. Der große Reformator wurde am 10. Nov. 1483 zu Eisleben geboren, wo sein Vater Bergmann war, und starb am 18. Febr. 1546. Abgesehen von seinen Verdiensten um die Kirchenverbesserung, ist er auch als Schöpfer und Meister der evangelischen Liederkunft und des deutschen Kirchengesanges zu verehren. Noch jetzt behaupten seine 37 Kirchenlieder, welche Wackernagel in der ursprünglichen Form wieder mitgetheilt hat, ihren hohen Werth als begeisterte Ergüffe felfenfesten Christenglaubens und Gottvertrauens. Mehrere seiner geistlichen Dichtungen sind freie Ulebertragung alter lateinischer Kirchenpoesien. Das Lied Nr. 377: Dies sind die heil'gen zehn Gebot ist die Umarbeitung eines alten katholischen Gefanges der Barfüßer- Mönche, und Nr. 553: Herr Gott, dich loben wir" nach dem bekannten Lobgefange des Ambrosius aus dem 4ten Jahrhundert. Nr. 48. 59. 60. 61. 138( dies Lied ist von Joh. Huß durch Luther verändert). 139. 168. 181 ( der erste Vers schon vor der Reformation bekannt). 183. 184. 187. 254. 310. 376. 377. 384. 392. 411. 417( die erste Strophe schon vor der Reformation bekannt). 428. 524. 526. 527 bis 4ten Vers. 553. 719. 723. Luther's Lied Nr. 417 wird sein Heldenlied genannt. Das Lied Nr. 376 wurde von Gustav Adolph und seinem ganzen Heere vor der Lützower Schlacht mit lauter Stimme gesungen. 93. Magdeburg, Joach.( Mühlmann), gest. 1560 als Prediger in Hamburg. Nr. 697. 94. Masius, Heinr., geb. aus Burg auf Fehmarn, war 1708 Rector zu Schwerin und schrieb 50 sehr gelungene geistliche Lieder. Nr. 234. 389. 629 95. Maukisch, Joh.( 1617-69), Prediger in Danzig. Nr. 669. 96. Menter, Joh.( 1658-1734), Prediger in Kemnit bei Bernstadt. Nr. 564. 97. Meußlin, Wolfgang( auch Mösel, Musculus genannt). Von ihm ist das sehr veränderte Lied Nr. 23: ,, Herr Christ, du bift 2c." 98. Molanus, Gerhard Wolter( 1633-1722), Abt zu Lockum und Leibnizen's Freund. Nr. 130. 99. Moller, Martin( 1547-1606), Prediger zu Görlitz. Nr. 529. 535. 100. Münter, Balthasar( 1735-93), geb. aus Lübeck, Hofprediger in Gotha, später Prediger in Kopenhagen. Die geistlichen Lieder desselben athmen einen Gellert verwandten Geist. Nr. 206. 216. 237. 323. 359. 368. 418. 474. 497.500. 509. 519. 581. 628. 673( V. 2 und 4 sind Zusatz). 756. 757. 765. 101. Neander, Christoph Friedr.( 1715-1802), ein Kurländer, Propft zu Gränzhof. Auch er dichtete im Gellert'schen Geiste. Nr. 6. 9. 34. 73. 326. 457. 601. 695. 102. Neander, Joach.( 1610-80), Prediger in seiner Baterstadt Bremen. Er ist der erste namhafte Liederdichter der reformirten Kirche. Tiefe Innigkeit, verbunden mit hohem Ernst, charakterisirt seine schönen Dichtungen, die, 65 an der Zahl, 1679 erschienen. Nr. 328. 103. Neumann, Caspar( 1648-1715), Prediger und Professor in Breslau. Nr. 4. 19. 44. 56. 137. 167. 243. 280. 11 104. Neumart, Georg( 1621-81), Archiv- Secretär in Weimar, Dichter und Musiker. Zu seinem herrlichen Liede Nr. 620: Wer nur den lieben Gott läßt walten" lieferte er selbst auch die Melodie. Dasselbe wurde zuerst ohne des Verfaffers Namen unter dem Volke bekannt. Ein Bäckergesell in Neubrandenburg, wahrscheinlich aus Weimar, sang es täglich bei seiner Arbeit, und bald strömte die Stadt und Gegend zu dem Bäcker, um das erhebende Lied zu hören. 105. Neumeister, Erdmann( 1671-1756), Oberhofprediger und Consistorialrath in Sorau, später Pastor zu St. Jacobi in Hamburg. Nr. 3. 46. 47. 357. 447. 106. Nicolai, Phil.( 1556-1608), Prediger in Hamburg. Er dichtete nur 3 bekannt gewordene geistliche Lieder, von denen aber die beiden: ,, Wachet auf, ruft uns die Stimme", Nr. 469, und: Wie schön leuchtet der Morgenstern" Lieblingsgesänge des deutschen Volkes wurden, weil sie nichts als Jubel und Lobgefang der ihres Erlösers frohen Seele athmen. Von dem letzten Liede stehen in unserm Gesangbuche aber " 1 630 nur die beiden letzten Verse unter Nr. 771 mit auf genommen. 107. Dlearius, Joh. Gottfr., eigentlich Delschläger, ( 1611-54), Oberhofprediger und General- Superintendent in Weißenfels. Er war durch echt- biblische Einfachheit und warmen christlichen Sinn der Gellert seiner Zeit. Nr. 71. 124. 339. 458. 715. Daß Nr. 458 von ihm sei, haben Einige bezweifelt. 108. Dlpius, M. Joh. Christoph( 1549-1610), Prediger und Professor zu Straßburg. Nr. 245. am 109. Pappus, Joh.( 1549-1610), Prediger und Profeffor der Theologie zu Straßburg. Er wurde zu Linda Bodensee geboren und im 15. Lebensjahre schon in Tübingen Magifter. Nr. 712. 110. Pfefferkorn, M. Georg Michael( 1646-1732), aus Eisenach, Paftor und Superintendent zu Tonna. Er war gefrönter Dichter und schrieb in seiner Jugend: ,, Poetische und philologische Fest- und Wochenluft." Altenburg 1667. 8vo. Nr. 486. 11 ( 1 111. Praetorius, Michael( 1571-1621). Nr. 5. Dies Lied fängt ursprünglich an: Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. Es gab noch zwei andere Dichter gleichen Namens mit den Vornamen Christoph und Benjamin; vielleicht ist das angeführte Lied auch von einem dieser Letteren. 112. Pressovius, Christian, um 1691 Prediger in Ger= mendorf bei Zehdenick, gab seine Gesänge heraus Neu- Ruppin 1719. Nr. 347. 113. Rambach, Dr. Joh. Jac.( 1693-1735), ein Tischlersohn aus Halle, Professor daselbst, später Professor und Superintendent in Gießen. Er war Meister in der Gattung betrach= tender geistlicher Lieder, welche die kindliche Einfalt der alten und die tiefgehende Gemüthlichkeit der neueren Schule verbinden. Seine 132 Lieder bilden ein schönes Gleichgewicht gegen den überwiegenden Hang vieler sonst guter geistlicher Sänger zur Ge= fühlsdichtung und Selbstbetrachtung. Nr. 200. 208. 211. 212. 213. 215. 244. 261. 265. 268. 285. 379. 381. 391. 393. 462( theils von ihm, theils von Schlegel). 752. 114. Reiß, Franziska Barbara( 1715-85), Tochter des Predigers R. zu Martbreit in Franken. Nr. 634. 115. Reußner oder Reißner, Adam( 1496-1572), ein Schüler Luther's, Kaiserlicher Geheimschreiber zu Frankfurt a. M. Nr. 473. 116. Ringwald, Bartholomäus( 1531-98), Prediger zu Langfeld in der Mark Brandenburg. Nr. 21( nur der vierte 631 Vers ist von ihm, die drei ersten sind von Selnecker). 302. 329. 531( eine Bearbeitung des lateinischen: ,, aufer immensam“ von Thymus oder Klee). 714. 729( eine Ulebersegung aus dem lateinischen ,, Dies irae, dies illa", von R. verbessert). 117. Rindart, Martin( 1585-1649), Archidiaconus zu Eilenburg im Meißnischen. Nr. 523. 565. 118. Rift, Joh.( 1607-67), aus Ottensen bei Hamburg, Kirchenrath und Prediger zu Wedel in Holstein, einer der einflußreichsten Dichter seiner Zeit. Er drang wie in Predigten, so in Liedern, vorzüglich auf einen christlichen Wandel. Seine Dichtungen sind aber von sehr ungleichem Werthe und wurden deshalb auch später oft bis zur Unkenntlichkeit umgearbeitet. Seine theologische Ausbildung empfing Rift theilweise auch in Rostock und erhielt später den Titel als Mecklenb. Kirchenrath. Nr. 22. 28. 29. 55. 66. 81. 87. 92. 120. 133. 134. 149 ( nach Andern von Koitsch). 160. 331. 387. 401. 406. 442. 487. 492. 602. 737( ein Lied gleichen Anfangs hat man auch von Albert). 119. Rodigast, Samuel( 1649-1708), ein Sachse, Rector in Berlin. Von ihm haben wir nur das schöne Lied Nr. 615, welches er 1675 zum Troste eines kranten Freundes, eines Cantors, dichtete, der es bald darauf selbst in Musil setzte. 120. Rosenroth, Christian Knorr von( 1636-88 oder 89), ein Schlesier, Geheimrath zu Sulzbach in der Pfalz. Nr. 334. 121. Rothe, Joh. Andr.( 1688-1758), Prediger zu Thommendorf in der Lausig, Zinzendorf's Freund. Nr. 333.619. 122. Runge, Christoph( 1619-86), Buchdrucker in Berlin. Nr. 566. 123. Ruopp, Joh. Friedr. Er war aus dem Elsaß, wurde Adjunct der theologischen Facultät in Halle und starb 1708. Seine Lieder stehen im Freilingshausen'schen Gesangbuche von 1704 f. f. Nr. 67. 124. Rutilius, Martin( 1550-1618), aus Düben, Archidiaconus in Weimar. Von ihm haben wir Nr. 316, worin jedoch nur die ersten 6 Verse von ihm, die übrigen 4 Verse wahrscheinlich von Joh. Groß hinzugefügt sind. 125. Sacer, Gottfr. Wilh.( 1635-99), aus Naumburg, Advocat und Kammer- Consulent in Wolfenbüttel. Seine vielen geistlichen Lieder dichtete er großentheils schon als Student in Greifswald. Nr. 82. 110. 163. 313. 751. 126. Sachs, Hans( 1494-1576), der berühmte geistreiche und gemüthliche Meistersänger in Nürnberg. Er war seines Handwerks ein Schuhmacher, zuletzt Schul- und Singmeister in seiner Vaterstadt. Nr. 597 und von Nr. 431, 632 Vers 5 und 12. Die übrigen Verse dieses Liedes sind später hinzugekommen. 127. Schade, M. Joh. Casp.( 1666-98), Diaconus in Berlin. Seine 44 geistlichen Lieder tragen das Gepräge der Spenerschen und Halleschen Schule. Nr. 99. 448. 128. Schälling, auch Schalling( 1532-1608), ein Straßburger, wurde Superintendent zu Amberg, von wo ihn die Eiferer für die unbedingte Annahme der Concordienformel verjagten, weil er dieselbe nicht unterschreiben wollte. Wir haben von ihm nur das Kernlied Nr. 590, welches Spener jeden Sonntag Abend sang, und von dessen zweitem Verse Gellert sagte, es sei mehr werth, als ganze Bände neuer Lieder, die kein Verdienst, als das der reinen Sprache hätten. 129. Schiebeler, Dr. Daniel( 1741-71), Advocat und Canonicus in seiner Vaterstadt Hamburg. Nr. 153. 130. Schirmer, M. Michael( 1606-73), ein Leipziger, Conrector in Berlin. Nr. 143. 175. Für den Verfasser dieses Liedes wird von Einigen Gesenius gehalten. Seine biblischen Lieder" erschienen 1650 in Berlin. 11 131. Schlegel, Dr. Joh. Adolph( 1721-93), aus MeiBen, zulegt Generalsuperintendent in Hannover. Seine Gellert und Klopstock anklingenden Gedichte verrathen ein tiefes, christ= liches Gemüth. Nr. 340. 402. 429. 462( theils von ihm, theils von Rambach). 507. 753. 132. Schlicht, Levin Joh.( 1681-1723), geb. aus Calbe, Prediger in Berlin. Nr. 24. 133. Schmidt, Joh. Eusebius( 1669-1745), Pfarrer in Siebleben bei Gotha. Von ihm stehen 42 Lieder in Freilingshausen's Gesangbuche. Wir haben nur 2 von ihm, das ausgezeichnet schöne Lied Nr. 355 und das an mystischem Halbdunkel und Schwulst leidende, daher aber auch, ungeachtet einiger trefflicher Gedanken sehr wenig erbauliche Lied Nr. 362. 134. Schmold, Benjamin( 1672-1737), Prediger in Schweidnit. Seine mehr als 1000 geistlichen Lieder sind von sehr ungleichem Werthe; viele haben einen hohen dichterischen Geist, während andere kaum die Mittelmäßigkeit erreichen. Schmold hat viel Herzlichkeit und strebt darin Gerhardt nach, doch ohne ihn zu erreichen. Einzelne seiner Gesänge sind in der protestantischen Kirche allgemein verbreitet und beliebt bis auf den heutigen Tag. Nr. 7. 128. 129. 176. 198. 217. 241. 272. 440. 522. 534. 582. 583. 584. 588. 589. 606. 609. 625. 650. 683. 689. 710. 711. 746. 134b. Schmucd, Dr. Vinc. Nr. 768, n. A. von Selnecker. 135. Schnesing, Joh.. gen. Chiomusus( etwa 1520 bis 97), Prediger in Frimar bei Gotha. Nr. 330. Dies echt= 633 christliche Lied schrieb er 1522 in die von ihm entworfene Kirchenordnung. 136. Schnurr, Balthasar( 1572-1644), aus Franken, Prediger in Hengstfeld. Nr. 532. Dies Lied ist n. A. auch Joh. Matthaeus Meyfart( 1590-1642) zugeschrieben. 137. Schrader, Joh. Herm.( 1684-1737), geb. aus Hamburg, Consistorialrath und Propst zu Tondern in Schleswig. Seine 23 Lieder nahm er mit in das von ihm besorgte Tondernsche Gesangbuch auf. Nr. 518. 138. Schröder, Joh. Heinr.( 1666-?), Prediger zu Merseburg im Magdeburgischen. Seine 5 Lieder stehen in Freilingshausen's Gesangbuche. Nr. 488. 139. Schubert, Joh. Georg( 1650-1710). Nr. 343. 140. Schuppius, Joh. Balthas.( 1610-61). Nr. 10. 141. Schüß, Joh. Jac.( 1640-90), geb. in Frankfurt a. M., Spener's Freund. Von ihm kennt man nur das eine Lied Nr. 236( n. A. von A. H. Franke). 142. Scriver, M. Christian( 1629-93), aus Rendsburg, studirte in Rostock, wo er 1649 Magister wurde. Er war nach einander Prediger in Stendal und Magdeburg und zuletzt Hofprediger und Kirchenrath in Quedlinburg. Seine Erbauungsschriften wurden früher sehr geschätzt, und mehrere seiner Lieder sind noch immer von Werth und wirken in Segen, wie namentlich das herrliche Lied: Jesu, meiner Seele Leben." Nr. 320. 364. 143. Selneder, Dr. Nicol.( 1532-92), aus Hersbruck bei Nürnberg, Melanchthon's Schüler und vertrauter Freund. Er war Hofprediger in Dresden, Professor der Theologie in Jena, Professor und Superintendent in Leipzig, Hofprediger und Generalsuperintendent in Wolfenbüttel, Professor in Wittenberg und endlich wieder Professor, Superintendent und Pastor in Leipzig. Der Grundzug seiner Seele war fromme, friedliche Sanftmuth. Nr. 17. 21( in welchem Liede die 4te Strophe von Ringwald ist). 40. 166. 415. 144. v. Senfft zu Pilsach, Ludw. Rud.( 1681-1718), geb. zu Pilsach, Königl. Polnischer und Kursächsischer Hof-, Justizund Legationsrath, auch Dompropit zu Naumburg. Man kennt von ihm nur das eine geistliche Lied Nr. 454, welches aber allein schon den Namen des frommen Dichters in unserer Kirche unauslöschlich gefeiert bewahren wird. 145. Spener, Dr. Philipp Jacob( 1635-1705), aus dem Elsaß, Prediger in Straßburg, dann in Frankfurt a. M., Hof= prediger und Kirchenrath in Dresden und zuletzt Consistorialrath und Pastor in Berlin. Dieser edle Mann wurde von vielen Zeitgenossen und Späteren als Pietist im schlimmen Sinne bezeichnet und verdächtigt, obgleich er doch in Rede und 634 Schrift nur das in falten, äußern Formen erstarrte Christenthum bekämpfte und auf ein wahres Christenthum drang, das sich in Demuth, Liebe und guten Werken offenbart, ein Christenthum, wie man es jedem Bekenner Jesu wünschen muß. Der Buchstabenglaube galt ihm nichts, die innere Frömmigkeit und thätige Menschenfreundlichkeit alles. In diesem Sinne hat Spener ge= wirkt und einen besseren Geist zu wecken gesucht. Seine 11 geistlichen Lieder erschienen 1710. Nr. 150. 146. Speratus, Dr. Paul( 1484-1554), ein Schwabe, lehrte an vielen Orten das reine Christenthum und wurde deshalb in Wien eingeferkert. Nach seiner Befreiung fam er nach Wittenberg, wurde Luther's Freund und durch den Herzog Albrecht in Preußen zum Hofprediger und Bischof erhoben. Nr. 349. 352. 369, welches Lied man früher irrthümlich Luther zuschrieb, ef. Wackernagel. 781. Das bedauerlich verstümmelte Lied Nr. 352 fing ursprünglich an:„ Es ist das Heil uns kommen her" und half in der Reformationszeit kräftig mit zur Erneuerung der Kirche. Nächst Luther's Lied: ,, Nun freut euch, lieben Christen g'mein" wurde wohl fein Lied von unserer evangelischen Kirche mit solchem Jubel aufgenommen, als dieses edle, kräftige Be= fenntnißlied. cf. Wackernagel, pag. 152. 147. Steuerlein, Joh.( 1546-1613), aus Schmalkalden, Regierungssecretair und Stadtschultheiß in Deiningen. Nr. 80, V. 1 u. 2. 148. Stoll, Joh.( um 1590), Kapellmeister in Weimar. Unter seinem Namen haben wir das Lied Nr. 146, doch war dasselbe sicher schon vor der Reformation befannt und ist von ihm wahrscheinlich nur in Musik gesetzt. 149. Sturm, M. Chriftoph Christian( 1740-86), aus Augsburg, Prediger in Halle, zuletzt in Hamburg. Nr. 232. 332. 595. 700. 701. 150. Stübner, Conr. Gebh.( um 1727), Candidat der Theol., gab 1727 in Nürnberg 100 Lieder nach Sprüchen der heil. Schrift heraus. Nr. 288. 151. Zaddel, Christian Ludw.( 1706-75), geb. zu Rostock, war Justizkanzlei- Director in seiner Vaterstadt. Er schrieb 5 recht gute geistliche Lieder, die in dem 1751 herausgegebenen neu vermehrten Rostockschen Haus- und Kirchenbuche" stehen. Nr. 148. 291. 152. Tappius, Jacob( Tapp),( um 1620). Nr. 80. V.3-6. 153. Thilo, Valentin( 1607-62), geb. in Königsberg, Professor der Beredsamkeit daselbst. Nr. 50. 154. Titius, Christoph( 1641-1703), geb. aus Schlesien, Prediger in Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 312. 324. 155. Wegleiter, Christoph( 1659-1709), aus Nürnberg 635 Professor der Theologie in Altorf. Seine 16 geistlichen Lieder find ausgezeichnet durch tiefe Bildlichkeit der Sprache. Nr. 361. 156. Weingärtner, Sigismund, im Anfange des 17ten Jahrhunderts Prediger in oder bei Heilbronn. Nr. 599. 157. Weiß, Michael, Luther's Zeitgenosse, geb. aus Neiße, Prediger der böhmischen Brüdergemeinde zu Landfron, für deren Gebrauch er die schönsten Lieder der böhmischen Brüder aus dem Böhmischen übersetzte und selbst 17 eigene dichtete. Sein Gesangbuch erschien Jungbunzel 1531. W. war einer der größten Liedersänger seiner Zeit, voll tiefer Gotteserkenntniß und ein standhafter Bekenner der evangelischen Wahrheit. Nr. 52. 724( soll n. A. von Gramman, 1530, sein). 769. 158. Weiße, Christian Felix, geb. 1726 zu Annaberg, geft. 1804 als Kreissteuereinnehmer zu Leipzig. Seine Lieder, in welchen er auf reine Sittlichkeit und thätige Liebe dringt, gehören zu den schönsten unseres Gesangbuches. Man hört darin einen lieblichen Nachklang der Gellert'schen Dichtungen. Nr. 305. 435. 491. 655. 159. Wenigt( Wenicke), Joh. Ernst( um 1730), Prediger im Gothaischen. Seine 68 Lieder erschienen 1731 zu Arnstadt. Nr. 177. 160. Werenberg, H. J.( 1651-1713). Nr. 432. Dies Lied ist später fast bis zur Unkenntlichkeit verändert. 161. Werner, Dr. Georg( 1607-61), aus Schwaben, Professor der Rechte in Helmstädt. Nr. 84. 162. Widemann, Mich.( 1659-1719), ein Bauernsohn aus der Laufik, Superintendent, Hofprediger und Schulinspector zu Stolberg. Nr. 414. 163. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar( 1598 bis 1662), war nicht nur ein berühmter Held des 30jährigen Krieges, sondern auch ein hochgebildeter, gerechter Fürst und frommer Sänger. Nr. 41. 164. Wolf, Dr. Jac. Gabriel( 1683-1754), aus Greifs= wald, preußischer Hofrath und Professor des Rechts in Halle. Seine 19 Lieder stehen in Freilingshausen's Gesangbuch. Nr. 460( Rambach hält den Verfasser dieses Liedes für unbekannt). 165. Zachariä, Justus Friedr.( 1726-77), ein Thürin= ger, Professor in Braunschweig. Nr. 568. 166. v. 3esen, Philipp( 1619-89), aus dem Anhaltschen, starb in Hamburg. Nr. 58. 167. 3iegler, Dr. Casper( 1621-90), aus Leipzig, ftu-= dirte anfangs Theologie, später die Rechte. Er war ein ausgezeichneter Dichter und Musiker. Seine 20 Jesus- Lieder" erschienen 1648 zu Leipzig. Ziegler starb als Professor, Appellationsrath und Consistorialdirector in Wittenberg. Nr. 70. # 1 636 168. Zimmermann, Joh. Christian( 1702-83), aus dem Schwarzburg- Rudolstädtischen, Propft und Superintendent in Uelzen. Nr. 214. 223. 169. Zinzendorf, Nicol. Ludw., Graf v.( 1708-60), der berühmte Stifter der Herrnhuter- Gemeinde, ein hochbegabter Liederdichter. Nr. 18. 170. 3ollikofer, Georg Joachim( 1730-88), aus St. Gallen, reformirter Prediger in Leipzig, einer der berühmtesten Kanzelredner seiner Zeit. Er gab 1766 ein Gesangbuch heraus, worin auch 5 Lieder von ihm selbst stehen. Nr. 383. Ueber die nachstehenden Lieder mögen hier noch einige Bemerkungen Plak finden: Nr. 13 n. A. von C. Warrenberg. Nr. 17 von unbekanntem Verfasser, aber schon vor 1586 vorhanden. Nr. 20 n. A. von Selnecker. Nr. 25 n. A. von Scriver. Nr. 28, ein ähnliches Lied, vielleicht nur eine Umarbeitung desselben, von Gellert. Nr. 31 n. A. von Gesenius. Nr. 48 ist das: ,, Veni redemtor gentium" von Ambro= jius, Bischof zu Mailand( im 4. Jahrh.), deutsch von Luther. Nr. 59 ist das: ,, A solis ortus cardine" von Cölius Sedulius im 5. Jahrh., bearbeitet von Luther. Nr. 60. Der erste Vers war schon vor Luther als voltsthümliches Lied vorhanden. Nr. 61. Nur V. 2-7 find von Luther, V. 1 von dem gallischen Mönche Balbulus im 9. Jahrh. Nr. 63 nach dem Lateinischen des Abts Adam v. St. Victor, von Luther übersetzt. Zu Grunde liegt das alte Lied des Bischofs Benno: ,, Dies est laetitiae." Wackernagel ( S. 564) nimmt diesen Ursprung nicht an. Nr. 64 eine spätere Umarbeitung des vorigen Liedes. Nr. 75 nach dem alten Rostockschen Gesangbuche von Gerhard. Nr. 92 nach dem alten Rostockschen Gesangbuche von Lucas Bacmeister( 1578-1638). Nr. 107 nach Rambach von unbekanntem Verfaffer. Dies Lied ist nicht zu verwechseln Nr. 111 desgleichen. mit einem Gesange gleichen Anfangs von Joh. Greding. Nr. 112. Verf. unbekannt. Ein ähnliches Lied ist von B. Schmold. - Nr. 136. Eine Uebersetzung des alten ,, Agnus Dei". Ueberſetzer unbekannt. 637 Nr. 159 ist ein alter Gesang, der schon vor der Reformation bekannt war, der 2. Vers aber ein späterer Zusaz. Nr. 166 scheint eine Umarbeitung des Liedes von C. Fischer ( geft. 1600) zu sein: Wir danken dir, Herr Jesu Christ. 11 Nr. 168. Von dem alten lateinischen Liede von Robert, König von Frankreich im 10. Jahrh.: ,, Veni sancte Spiritus, reple tuorum corda fidelium" übersetzte Luther den ersten Vers und dichtete die beiden andern dazu. Nr. 183. Eine alte deutsche Litanei, von Luther verändert. Nr. 193. Nach einem alten Rostockschen Gesangbuche von Selnecker. Nr. 230. Einige halten Jof. Stegmann für den Verfaffer. Nr. 236. Nach einem alten Rostockschen Gesangbuche von Dr. V. E. Löscher. Nr. 239 n. A. von Bacmeister. Nr. 254. Das erste geistliche Lied Luther's, 1523 gedichtet. Nr. 299 ist das etwas veränderte Lied von unbekanntem Verfasser, welches unter Nr. 363 im Mecklenburgischen Gesangbuche steht. Nr. 303 n. A. von Bogazky. Nr. 305 nach einem alten Rostockschen Gesangbuche von V. E. Löscher. Nr. 310 nach Psalm 130. Nr. 348 fängt im Mecklenburgischen Gesangbuche an: ,, Ver= fuchet euch doch selbst." Nr. 357 n. A. von G. Hoffmann. Nr. 372 n. A. von J. Gesenius. Nr. 376 nach Psalm 67. Nr. 409 nach einem alten Rostockschen Gesangbuche von B. Schmold. Nr. 425. Der Verfasser ist nach Knapp nicht zu ermitteln. Nr. 434 n. A. von Magdalena Sibylla Riegerin ( 1707-1786). Nr. 436 ist fast gleichlautend mit Nr. 629. Nr. 465 ist aus dem Wernigeroder Gesangbuche. Nr. 501 fing ursprünglich an:„ Ich hab' ihn dennoch lieb." Nr. 547. Der Verfasser ist Knapp unbekannt. Nr. 555. Das Lied im Mecklenburgischen Gesangbuche unter Nr. 541 von gleichem Anfange, sonst aber im Rostockschen bis zur Unkenntlichkeit verändert, ist von Dav. Denice. Nr. 629. Fast gleichlautend mit Nr. 436. Nr. 689 soll nach Einigen von Phil. Barth. Sinold, genannt von Schüß, sein. Er führte den angenommenen Namen: Amadeus Kreuzberg und Ernst von Fara= mund( 1657-1742). 638 Nr. 690. Nach einem alten Rostockschen Gesangbuche von 2. v. Seckendorf gedichtet. Nr. 709 nach Angabe desselben alten Rostockschen Gefang= buches nach Notker Balbulus geschrieben. Ein Nr. 720 n. A. von Anna, Gräfin zu Stolberg. Nr. 731. ,, Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich." eben so anfangendes Lied im Mecklenb. Gesangb., Nr. 321, ist von Mayer, außer dem Anfange aber ganz verschieden. Eine größere Ausführlichkeit in den Notizen über die Liederdichter gestatten die engen Grenzen dieses kleinen Anhanges nicht. Ueber die Verfaffer mancher Lieder unsers Gesangbuches ist es mir unmöglich gewesen, Auskunft zu geben, weil die mir als Quellen vorliegenden Werke von Knapp, Rambach, Wackernagel und Lange, die schäßbaren jüngsten Forschungen von unsern Seidel und Gläveke, sowie der reiche Liederschatz( Berlin 1832), Das allgemeine Gesangbuch( Hamburg 1833) und viele der beliebtesten jetzt gebräuchlichen Gesangbücher, doch einzelne der Gesänge unseres Rostockschen Gesangbuches theils gar nicht haben, theils den Ursprung mancher Gesänge zweifelhaft ließzen, manche namhafte Liederdichter früherer Zeit auch in unserer UniversitätsBibliothek nicht vorhanden sind, um in den Originalen selbst nachgesehen zu werden. Von andern Liedern glaubte ich, die Verfaffer nicht angeben zu dürfen, weil ihre Dichtungen nach Geist und Form oft so verändert und entstellt sind, daß man dieselben kaum mehr erkennt, und daher auch eigentlich gar nicht mehr als Eigenthum der ersten Verfasser betrachten kann. Wenn es mir ungeachtet dieser Schwierigkeiten gelungen ist, den Ursprung der Mehrzahl unserer Kirchenlieder zu entdecken und nachzuweisen, so habe ich damit nicht allein meiner eigenen Neigung bei der mir vom geistlichen Ministerium übertragenen Correctur der jetzigen 5ten Gesangbuchs- Auflage genügt, sondern schmeichle mir auch, durch meine, unter Genehmigung R. Ministerii unternommene Arbeit einer großen Zahl unserer Gemeindeglieder eine lange vermißte und daher jetzt aus mehrfachen Gründen willkommene Zugabe zu unserem Gesangbuche geliefert zu haben, für welche überdies die Uneigennützigkeit des Herrn Verlegers keine Preiserhöhung in Anspruch nimmt. 639 Fühlt der denkende Christ sich durch ein geistliches Lied zu pause oder in der Kirche angesprochen und gehoben, so erwacht in ihm der Wunsch, zu wissen, wem er diesen Gewinn für sein inneres Leben verdankt. Ja, manches Lied erregt schon im Voraus eine ernstere Aufmerksamkeit, wenn wir den Verfasser deffelben als ausgezeichnet in seinem Werthe und Wirken schon fennen. Das scheint man auch gefühlt zu haben, als man in früherer Zeit bei Anfertigung unsers Gesangbuches Luther's Namen unter seine Lieder stellte. Was aber bei dem großen Reformator wohlgethan war, fonnte sich in Beziehung auf andere hochverdiente Zeugen und Sänger unserer Kirche auch nur empfehlen. Freilich muß das Werk seinen Werth in sich selber tragen und kann ihn nicht durch den Namen des Urhebers gewinnen; allein wohlthuend ist es uns doch, wenn wir des schönen Werkes uns freuen, auch den Dank an einen Namen zu fnüpfen und einem bestimmten Urheber im Herzen die Ehre zu geben. Von diesem Gefühl geleitet, hat man darum auch in allen bessern Gesangbüchern neuerer Zeit die Liederdichter den Gefängen beigefügt. Ein anderer Gewinn, den uns die Bekanntschaft mit den Verfassern unserer Kirchengesänge bringt, dürfte noch darin liegen, daß durch diese Kenntniß mit geholfen wird, uns aus einer armseligen Vereinzelung zu ziehen und das er= hebende Bewußtsein der Gemeinschaft und des innigen Zusammenhanges mit den Millionen Glaubensbrüdern in unserer evangelischen Kirche nah und fern zu wecken. Tausende sangen wohl schon unsere Lieder aus dem Rostockschen Gesangbuche und meinten, außerhalb der Stadt höre man dieselben nicht. Das Verzeichniß der Dichter aber giebt die Ueberzeugung, daß die Mehrzahl unserer besten Lieder, als schönste Blüthe des dem deutschen Volke eigenthümlichen tiefen, gemüthlichen, religiösen Lebens Gemeingut der ganzen Kirche sind und in tauſend evangelischen Gotteshäusern unseres großen deutschen Vaterlandes noch sonntäglich erschallen, wie bei uns; denn aus den Werken so vieler der edelsten Geister unserer Kirche in den verschiedensten Gauen Deutschlands sind sie ja mit gewissenhafter Sorgfalt entnommen. Mit dieser Ueberzeugung hängt endlich auch die Beruhigung zusammen, daß wir in unserem Gesangbuche noch immer einen heiligen Schatz besigen, den keine deutsche, echt evangelisch- lutherische Gemeinde missen mag, und dann eine ernste Mahnung, die reiche Fundgrube, welche unser altes liebes Gesangbuch für rein evangelische Wahrheit und Erhebung bietet, nur erst recht tennen zu lernen und zu benutzen, ehe wir klagen, daß dies Gesangbuch den Forderungen der Zeit nicht mehr genüge. Mag ein Theil unserer Gesänge, die ohnehin selten mehr gesungen werden, als unpassend wegfallen und anderen besseren Plaß machen, die 638 2. D buch eben ist t 11821831882 AASTIERS 640 Mehrzahl athmet doch durchweg den tiefen Geist des lebendigen Glaubens an die Rechtfertigung allein durch den Glauben an Jefum Chriftum, ohne welchen Niemand zu dem Vater kommt, und ruhet daher auf echt evangelisch- lutherischem Grunde und wird bestehen unter allen Wirren, Stürmen und Wechseln der Zeit, so lange dieser Felsengrund besteht, und eine gläubige Gemeinde noch in deutscher Zunge Gott im Himmel und seinem Sohne Jesu Christo Lieder singt. Roftoc, im Februar 1853. 2. Koch, Pastor an St. Nicolai. Sanitionfür Chronies Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Jos 24, 15. Im Damen Gottes des Paters, des Sohnes und des heiligen Geistes haben wir: geboren am getauft am * Trauung.* zu geboren am gekauft am und Kirche zu von dem Pfarrer Herrn chriftlich eingesegnet worden. 18.. 18. 18. 18. zu den heiligen Ehebund geschlossen und sind in der 18... haben wir durch Gottes Am Gnade unser Hauswesen begonnen. Gott sei uns gnädig und segne uns! Amen. * Kinder.* Lasset die. Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Luc. 18, 16. Geburtstag, Taufe, Confirmation, Verheirathung etc. * Kinder.# Geburtstag, Taufe, Confirmation, Verheirathung etc. Pathenkinder. Ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr. II. Cor. 6, 18. * Voreltern.* Ich der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Gott; denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. II. Mose 20. Todestage. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13. Familien- Gedenktage. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen Röm. 8, 28. joox 96 2 -61 Inches Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan O 444 15 6 2 Farbkarte# 13 Green 17 5 3 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8