Sem Herra Joine Were! GG.548 Univ.- Bibl, Giessen Ah ₂2 55 bleib mit Deiner L. Snada. widmung. Evangelisches Gesang- Buch. Herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Kleve, Berg und von der Grafschaft Mark. Mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten. Elberfeld. Druck und Verlag von Sam. Lucas. km 1882] Gb 548 Vorwort. Nachdem das Bedürfnis eines gemeinsamen, vollständigen und den gegenwärtigen kirchlichen Verhältnissen angemessenen Gesangbuchs fühlbar geworden war und sich von vielen Seiten zu erkennen gegeben hatte, so wurden durch die Gesamtsynode der Grafschaft Mark und bald nachher durch die Provinzialsynode von Jülich, Cleve und Berg Kommissionen zur Redaktion eines zweckmäßigen Gesangbuchs und darnach zur Revision desselben angeordnet, wobei der Grundsaß aufgestellt und festgehalten wurde, daß die beliebtesten Lieder der in diesen Landesteilen gebräuchlichen Gesangbücher beibehalten, die Sammlung derselben mit ausgesuchten Kernliedern aus älterer und neuerer Zeit vermehrt, und der ursprüngliche Text der Lieder, soweit es mit Sprachrichtigkeit, Erbaulichkeit und Verschiedenheit der bisher schon im Gebrauch befindlichen Rezensionen vereinbar sein würde, möglichst unverändert beibehalten werden sollte. Diese Kommissionen beider Synoden haben zuerst abgesondert von einander ihre Arbeit mit Eifer begonnen und fortgesetzt, darnach, da von der märkischen GesangbuchsKommission schon ein Probegesangbuch gedruckt und zur Begutachtung vorgelegt war, sich brüderlich mit einander vereinigt, und unter dem göttlichen Segen 1 2 Vorwort. und Beistand das vorliegende Werk zustande gebracht. Nachdem nun der Entwurf dieses Gesangbuchs durch die Präsides beider Synoden an die hochwürdigen Konsistorien zu Coblenz und Münster, und von denselben an das Königliche hochpreisliche Ministerinm der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten zur Genehmigung eingereicht worden ist, so hat das gedachte hohe Ministerium sich wohlgefällig über die Vereinigung beider Synoden zur Bearbeitung eines gemeinschaftlichen Gesangbuchs geäußert, die verständige Berücksichtigung der noch bestehenden Gesangbücher beifällig anerkannt und den Druck des vorliegenden Gesangbuchs, so wie die Einführung desselben in den evangelischen Gemeinen, bei welchen sie zur Zufriedenheit derselben bewerkstelliget werden könne, hochgeneigt genehmigt. Der gnadenreiche Gott, der dieses Wert bisher augenscheinlich gefördert hat, bahne dem Gesangbuche den Weg in Kirche und Schule, in Haus und Herz, und segne es zur Erhebung des Gemüts und zur Erweckung frommer Andacht, segne es zu gemeinsamer Gottesverehrung im Geist und in der Wahrheit, und zur Vereinigung im Glauben und in der Liebe, segne es zur Erbauung auf den einigen Grund alles Heiles und zur Ausbreitung des Reiches unseres hochgelobten Heilandes, des Sohnes Gottes, welchem samt dem Vater und dem heiligen Geiste sei Ehre und Anbetung in alle Ewigkeit! Amen. Inhalts- Anzeige. Erste Abteilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. I. Lieder für kirchliche Zeiten. 1. Sonntagslieder. 1-21. Adventslieder. 22-35. 2. 3. Chriftfestlieder. 36-56. 4. Neujahrslieder. 57-64. 5. Passionslieder. 65-109. 6. Ofterlieder. 110-135. 7. Himmelfahrtslieder. 136-146. 8. Pfingstlieder. 147-174. 9. Buß- und Bettagslieder. 175-191.( S. auch die Lieder von der Buße. 347-356.) 10. Reformationsfestlieder. 192-194.( S. auch die Lieder von der Kirche. 390-400.) II. ieder für kirchliche Handlungen. 1. Lieder von der heil. Taufe. 195-199. 2. Konfirmationslieder. 200-208. 3. Vorbereitung zum heil. Abendmahl. 209-217. 4. Abendmahlslieder. 218-237. 5. Ordination und Einführung eines Predigers. 238-240. 6. Bei Beerdigungen und zum Gedächtnis der Verstorbenen. 241-260.( Vergleiche Abteilung III. 12.) Bweite Abteilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 261-283. II. Gottes Werke und Wohlthaten. A. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. 284-298. B. Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. 299-306. 2. Die Erlösung im allgemeinen. 307-316. 3. Der Erlöser. a) Jesu Geburt zc. bis zu seiner Himmelfahrt.( S. die Lieder in der ersten Abteilung.) b) Jesu göttliche Würde. 317. c) Jesu Name. 318-320. d) Jesu Wandel. 321-325. e) Jesu prophetisches Amt. f) Jesu hohenpriesterliches Amt. 326-329. 330-332. g) Jesu tönigliches Amt. 333-336. h) Jesu Wiederkunft zum Gerichte. 337-344. 1* 4 Inhalts- Anzeige. C. Heiligung durch den heiligen Geist. 1. Lieder von der Ausgießung des heil. Geistes und seinen Wirkungen.( S. in der ersten Abteilung die Pfingstlieder.) 2. Die Heilsordnung. a) Erweckung und Erleuchtung. 345-346. b) Buße. 347-356.( S. auch die Buß- und Bettagslieder in der ersten Abteilung.) c) Glaube und Rechtfertigung. 357-377. d) Wiedergeburt, Erneuerung und Heiligung. 378-385. e) Versiegelung und Verherrlichung. 386-389. 3. Die Kirche. 390-400,( S. auch die Reformationsfestlieder in der ersten Abteilung.) 4. Die Gemeinschaft der Heiligen. 401-402. 5. Das Wort Gottes. 403-408. Dritte Abteilung. Das christliche Leben. 1. Sorge für die Seele. 409-417. 2. Das Gebet. 418-424. 3. Lob und Dant. 425-437. 4. Liebe zu Gott und Jesu. 438-473. 5. Ehrfurcht und Demut. 474-478. 6. Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 479-520. 7. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 521-531. 8. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 532-540. 9. Nächstenliebe. 541-545. 10. Geistlicher Kampf und Sieg. 546-558. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 559-565. 12. Tod, Gericht u. Ewigkeit. 566-598.( Vgl. auch 1. Abt. II. 6.) Hierte Abteilung. Besondere Zeiten und Verhältniſſe. I. König und Obrigkeit. 599-600. II. Allgemeine Landes- Angelegenheiten. 1. Saat und Ernte. 601-605. 2. Öffentliche Not im allgemeinen. 606-611. 3. Krieg und Friede. 612-621. 4. Dürre. Nässe. Teuerung. 622-626. 5. Feuersnot. 627-629. 6. Seuchen. 630-631. III. Lieder zunächst für häusliche Erbauung. 1. Morgenlieder. 2. Mittagslieder. 3. Abendlieder. 632-643. 644-646. 647-655. 4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Lesen der heiligen Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. 656-662. 5. Für Jünglinge, Greise, Eheleute, Eltern, Witwen. 663-670. 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 671-681. Erste Abteilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. I. Fieder für kirchliche Beiten. 1. Sonntagslieder. 1. Ale Eigene Melodie. llein Gott in der Höh' fei Ehr' Und Dank für seine Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß, All' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich Für deine Ehr', wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, Fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht, Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt' von unsrer Not, Erbarm' dich unser aller. 4. O heil'ger Geist, du höchstes Eigene Melodie. Gut, Du all rheilfamster Tröster, 3. Jehovah! Jehovah! JehoVor's G'walt behüt' Die Jesus Christ erlöste Turch große Mart'r und bittern Tod; Abwend' all' unsern Jamm'r und Not, Dazu wir uns verlassen. Nikolaus Decius, lebte 1524. deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt Auf dein Wort in Staub zerfällt, Soll in unsern Hallen Das Heilig, Heilig, Heilig! er= schallen. Halleluja, Halleluja! Gottl. Konr. Pfeffel, 1736,+1809. Eigene Melodie. Eigene Melodie. ts wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen Werk' Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk' Bekannt den Heiden werde, Und sie zu Gott sich kehren. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Heiden alle; Und alle Welt, die freue sich, Und fing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läß'st die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bring' Frucht und beff're sich, Dein Wort laß wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil'ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. Martin Luther, 1483,+1546. 2. Es geben: Sein Untlits uns mit hel- 4. Piebster Jefu, wir And hier, zum ew'gen Dich und dein Wort anLeben, Daß wir erfennen seine zuhören. Lente Sinnen und Bes Sonntagslieder. 6 gier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns Wel, Wunderbarer König. mit hellem Licht erfüllet. Gutes 7. Gott ist gegenwärtig! Saffet und selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Mach' uns allesamt bereit, Öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Fleh'n und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. uns anbeten, in Ehrfurcht vor ihn treter. Gott ist in der Mitte! Alles in uns schweige, Demutsvoll vor ihm sich beuge. Wer ihn nennt, Wer ihn kennt: Fallt in Demut nieder, Gebt das Herz ihm wieder. Tobias Clausniger,* 1618, † 1684. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Seraphinen Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig, heilig! Singen Engelchöre: Jhm, dem Herrn, sei Preis und Ehre! Herr, vernimm Unsre Stimm', Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. Eigene Melodie. 5. H err Jesu Chrift, dich zu uns wend', Den heil'gen Geist du zu uns send'; Mit Hülf' und Gnad' er uns regier' Und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, Bereit' das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, Daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer Das: Heilig, heilig ist der Herr! Und schau'n dich dort von Angesicht In ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist, in einem Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilh. II., Herzog von Sachs.- W. * 1598,+1662. erheben. Gib, daß wir Hörer nicht allein, Vielmehr auch wahre Thäter sei'n Und nach dem Worte leben. Nicht ermittelt. 4. Majestätisch Wesen, Möchten wir dich preisen, Und im Geist dir Dienst erweisen! Möchten wir wie Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir Für und für Einzig dir vor allen Trachten zu gefallen. 5. Du durchdringest alles; Herr, ach zieh' und richte Doch auch mich zu deinem Lichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine 6. Ah, Herr Gott, gib uns Strahlen fassen Und dich wirken deinen Geist der uns Beistand leist' Jm Beten und im Lehren. Die Sünd' vergib, Andacht verleih', Das Herz bereite, daß es sei Geschickt, dich zu verehren. 2. Den Glauben mehr', die Hoffnung stärk', Laß unsre Seel' bei diesem Werk Zu dir, Gott, sich Mel. Kommt her zu mir, spricht Got'es Sohn. 3. Wir entjagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd' und Welt bereiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigentum zu geben. Du allein Sollst es sein, Unser Herr und Meister, Vater aller Geister. 6. Mach' uns nur einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach' uns reinen Herzens, Daß wir deine Klarheit Völlig schau'n in Geist und Wahrheit. Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. Sonntagslieder. 7 ren so zu Herzen dring', Daß es auch reiche Früchte bring'. 7. Komm, in uns zu wohnen,| uns dein göttlich Wort Von OhUnd laß schon auf Erden uns zum Heiligtum dir werden. Woll'st, o nahes Wesen, Dich in uns verklären, Alles Nichtige verzehren. Wo wir gehn, Wo wir stehn, Laß uns dich erblicken, Ganz zu dir uns schicken. 2. Der wahre Glaube ist die Kraft, Die Heil durch Jesum Christum schafft; Die Menschenlieb' ist dessen Frucht, Die man an Christi Jüngern sucht. Gerhard Tersteegen, 1697,+1769. 3. Verschaffe bei uns, lieber Herr, Daß wir durch deinen Geist noch mehr In Heilserkenntnis Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 8. Picht vom eicht, erleuchte nehmen zu, und endlich bei dir dem Tageslichte, Gnadensonne, zeige dich meinem frohen Angesichte. Deiner Weisheit Himmelsglanz Konrad Hubert, lebte um 1542. Mel. Christus, ber ist mein Leben. Schmücke meinen Sabbath ganz 10. Der Herr, in deffen Gülte Himmel freu'n, Der segne, der behüte Dich, seines Volts Verein! Laß mir deine Ströme fließen, Mache Sinn und Herz bereit, Ihre Fülle zu genießen; Streu' das Wort mit Segen ein, Laß es reich an Früchten sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Und erhelle mir die Bahn, Wo kein Irrtum mich betrüget, Und fein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut' und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen; Selig schmeck' ich dann schon hier, Wie's im bei dir. 5. Dieſer Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruh'n. 6. Du bist mehr als Salomo, Laß mich deine Weisheit hören. Ich will dich vor deinem Thron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis das Licht der Ewigkeit Mich mit vollem Glanz erfreut. Benjamin Schmolde,* 1672, † 1737. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 9. Gott, du höchster Gnadenhort, Verleih', daß 2. Der Herr, reich ohne Grenzen An Gnad' und an Geduld, Laß hell und mild dir glänzen Das Antlitz seiner Huld! 3. Der Herr, dein Gott, erhebe Den Blick voll Freundlichkeit, Daß er dir Frieden gebe, Wie teine Welt ihn beut! 4. Gesegnet bleib' im Namen Des dreimal heil'gen Herrn! Sein ganzes Volt sprech': Amen! Er fegnet ja so gern. Karl Bernhard Garve,* 1763, † 1841. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ehr und die 11. tätte, Wo die Frommen zu dir fleh'n; Laß, so oft ich sie betrete, Mich, o Herr, dein Antlitz seh'n. überall, wohin ich seh', Fühl' ich deines Geistes Näh', Doch die Welt und ihr Getümmel Trübt mir meinen Blick zum Himmel. 2. Von dem Irdischen geschieden, Von dem Ewigen erfüllt, Find' ich hier den hohen Frieden, Der des Geistes Sehnsucht stillt. An dem Strom der Erdenlust Darbet doch zuletzt die Brust, Und es wird dem Herzen bange Bei des Lebens wildem Drange. Sonntagslieder. 8 3. Hör' ich hier der Andacht Lieder, Dünkt es mich ein Engelchor; Sink' ich bang' und zweifelnd nieder, Hebt der Glaube mich empor. Bruderlieb' erfüllt mein Herz, Es vergißt der Kränkung Schmerz, Seh' zu den geweihten Hallen Ich die Mitanbeter wallen. 4. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, Das dem Irrtum uns entreißt, Du erhellst die Nacht zur Klarheit, Du durchstrahlst mit Licht den Geist. Nichts verhehlet sich vor dir, Fehl und Schuld enthüllst du mir. Wo du, heil'ges Wort, erklungen, Hast du Mark und Bein durchdrungen. 5. Weinend und mit bangem Zagen Trat ich oft in's Heiligtum; Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in Gottes Hand Und, zum Mittler hingewandt, Hab' ich, ganz in ihn versunken, Gern den Leidenstelch getrunken. 6. Sink' ich an des Altars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör' ich heil'ge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist verzieh'n! Dann steh' ich begnadigt auf, Förd're fröhlich meinen Lauf, Und das Herz hofft voll Vertrauen, Was es glaubt, dereinst zu schauen. 7. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Geliebten Stellen leer: Hier stillt sich mein banges Sehnen Bei dem Zuruf: weint nicht mehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit Zu des Himmels Herrlichkeit, Zur Gemeine sel'ger Frommen Hat der Herr sie aufgenommen. 8. Teuer bleibst du meiner Seele, Haus des Herrn, so lang' ich bin. Nimmt des Grabes dunkle Höhle Einst den Staub des Pilgers hin, Dann schweb' ich mit Preis tum, Daß ich ewig mich vereine und Ruhm In das höh're HeiligMit der himmlischen Gemeine. Aug. Herm. Niemeyer,* 1754,+1828. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 12. Gott, du bist mein Preis und Ruhm, Mein Herz sei ganz dein Eigentum; Laß mir den Sabbath heilig sein, Laß mich ihn deinem Dienste weih'n. 2. Gib, daß ich mein Gemüt bewahr', Wenn ich mit deiner Christenschar zu deines Hauses Stätte geh', Daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh'. 3. Erinn're selber meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig sei'st, Damit ich deines Wortes Lehr' Mit Andacht und mit Nutzen hör'. 4. Drick' alles tief ins Herz hinein, Und laß mich nicht bloß Hörer sein; Steh mir mit deiner Gnade bei, Daß ich des Wortes Thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, Dich nur am Sabbath zu erhöh'n: Herr, meine ganze Lebenszeit Sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Nicht ermittelt. Eigene Melodie. 13. Gott, du unser Vater bist Durch Jesum Christ, Gib deinen Geist uns allgemein, Der uns zur Wahrheit leite. Erhör' uns doch zu dieser Stund', Öffne den Mund Dein's Dieners, daß er dein Wort rein Und freimitig ausbreite. Dazu, o Herr, genädiglich Öffne uns Herz und Ohren, Daß wir das hören fleißiglich, und stets getreu bewahren, Auf daß wir mögen fruchtbarlich Dein Lob all'zeit verklären. Joh. Uttenhoven, lebte um 1550. 14. Weebaoth, Ift deine Mel. O Gott, der du ein heerfürst biſt. reizend schön, Wohnung, o mein Gott! Wie sehnet sich mein Herz, zu gehen, Wo Sonntagslieder. du dich haft geoffenbart, Und bald in deiner Gegenwart, Jm Vorhof, nah' am Thron zu stehen! Dort jauchzet Fleisch und Geist in mir, Gott des Lebens, auf zu dir. 2. Die Schwalb', der Sperling find't ein Haus, Sie briten ihre Jungen aus; Du gibst Befriedigung und Leben. Herr Zebaoth, du wirst auch mir, Mein Herr, mein Gott, ich traue dir, Bei deinem Altar Freude geben. D selig, wer dort allezeit In deinem Lobe sich erfreut! 3. Wohl, wohl dem Mann, der in der Welt Dich, Herr, für seine Stärke hält, Von Herzen deinen Weg erwählet. Geht hier sein Pfad durchs Thränenthal: Er findet auch in Not und Qual, Daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet. Von dir herab fließt mild und hell Auf ihn der reiche Segensquell. 9 5. Du, unser Schild, Gott, schau' uns an, Schau' uns in dem Gefalbten an. Ein Tag in deinem Haus ist besser, Denn tausend ohn' dich nah' zu seh'n. Ja, auf der Schwelle nur zu stehn An meines Gottes Haus ist größer, Als lang' in stolzer Ruh' der Welt Zu wohnen in der Bösen Zelt. 6. Denn Gott der Herr ist Sonn' und Schild, Er deckt uns, er ist gut und mild, Er wird uns Gnad' und Ehre geben. Nichts mangelt dem, der in der Not Auf Gott vertraut; er hilft im Tod, Er selber ist der Frommen leben. Heil dem, der stets in dieser Welt, Herr Zebaoth, an dich sich hält. Matthias Jorissen. Eigene Melodie. 15. Dies ist der Tag zum Segen eingeweihet, Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, Dich anzubeten. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere; Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre, Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden, Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden; Sein heil'ges Wort, das seine Boten lehren, Das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten; 4. Wir wallen in der Pilger- Der Thoren Glück, die sich der schaft und gehen fort von Kraft| Sünde freuen, Wirst du zerstreuen. zu Kraft, Vor Gott in Zion zu erscheinen. Hör' mein Gebet, Herr Zebaoth, Vernimm's, bernimm's, o Jakob's Gott, Erquicke mich auch mit den Deinen, Bis wir vor deinem Throne stehn Und dort anbetend dich erhöh'n. 6. laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele Zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag fei mir ein Denkmal deiner Güte, Er bring' mir Heil und lente mein Gemüte Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder, Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die fern von Gott im Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen. 9. Dein Sieg'stag ist ein Tag des Heils der Erde; Gib, daß er mir zum wahren Sabbath werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig, Amen Christoph Chr. Sturm,* 1740, † 1786. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eige dich uns ohne Hülle, 16. uns den Fülle, Daß, o Herr, an deinem Gna Sonntagslieder. 10 Tage Unser Herz der Welt entsage. Komm, Herr, der dit starbst, vom Bösen Uns Gefall'ne zu erlösen, Daß die glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. 2. O daß unsre Seele würde Frei vom Druck der Erdenbürde, Frei von Sünde unser Wille, Unser Herz voll Sabbathsstille! Daß von fern aus deinen Höhen Wir des Lichtes Aufgang sähen, Das uns alle dann verkläret, Wenn der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen feh' am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich über'm Grab dort höre, Sind's nicht überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Jhr Triumph erschallt in Psalmen. Herr, du wollest selbst mich weihen Diesem Sabbath dei ner Treuen. 4. Möge dein Verdienst bedecken Meiner Seele Schuld und Flecken, Daß ich dort kann mit den Deinen Herrlich und geschmückt er= scheinen, Dort, wo du voll Huld und Gnaden Uns zu deinem Mahl geladen, Wo die Streiter nicht mehr ringen, Wo sie Siegeslieder fingen. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724, † 1803 Mel. Die Tugend wird durch's. 17. Beschwertes Herz leg' ab die Sorgen, Erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe hat er vorgeschrieben und selbst den Ruhetag geweiht. Auf, auf, des Herrn Gebot zu üben, 3u seinem Dienst sei gern bereit. 2. Auf! laß die Welt aus dei nem Sinne, Dein irdisch Werk muß ferne- stehn. Du sollst zu höherem Gewinne In deines Gottes Tempel gehn, Jhm zu erfüllen deine Pflichten, Froh zu vermehren seinen Ruhm, In tiefster Demut zu verrichten Dein geistlich Werk und Priestertum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen Und fleh, um deines Geistes Kraft. Wie kann ich dir wohl würdig dienen, Wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, Wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, Wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 4. Kann meines Herzens Harfe flingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich zu dir empor mich schwingen, Wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, Wenn nicht dein Feuer auf mich fällt, Jn mir verzehrt die Lust der Erden Und mich belebt für jene Welt? 5. Erkauft hat Jesus mich so teuer, 3u seinem Tempel mich geweiht. Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefangen, Neig' auch zu mir dein Angesicht; Dann ist der Seele aufgegangen Des Sabbaths rechtes Freudenlicht. Wegleiter, 1659, † 1796. Vict. Ach, was soll ich Sünder. err, es ist der er18. Hichienen, der mich dein gedenken heißt und mich zu dem Himmel weist. Sieh', ich komme, dir zu dienen; Richte du mich selber zu, Daß ich deinen Willen thu'. 2. Halte fern an diesem Morgen Von mir das Geräusch der Welt, Die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, Daß ich heut', von allem frei, Dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen Gaben, Stärke mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd' ich haben, Wenn in heiliger Begier ch mich freue, Herr, in dir! 4. Gib, daß mich dein Wort durchdringe, Steh mit deinem Sonntagslieder. 11 und Sinn zu dir. Geist mir bei, Daß es in mir| Gnade mir geschehen, Wend' Herz träftig sei. Wenn ich bete, wenn ich finge, Siehe du mich gnädig und laß mich dein Heil empfah'n. an 5. Laß mich nicht in Sünde fallen, Laß mich fest im Glaube stehn, Voll Vertrauen auf dich feh'n. Lieber Vater, hilf uns allen, Daß der Ruhe heil'ger Tag Uns ein Segen werden mag. C. Neumann,* 1648. Mel. Wie schön leucht't uns. 19. Bei uns geſegnet, Tag des Herrn! Zu Gottes Preise, nah' und fern, Erwacht der Christen Menge. Jhr Lobgesang tönt spät und früh', Zum Heiligtume wallen sie m festlichen Gedränge. Froher Schallen Hier die lieder, wo die Brüder anzubeten Sind vereint vor Gott getreten. 2. Komm, Geift der Andacht und der Ruh', Auch unsern Tempel weihe du zu feierlicher Stille. Mach' unser Herz vom Irrtum los, Uns werde Gottes Name groß, Sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue mög' aufs neue uns beleben, Jesu Vorbild nachzustreben. Aug. Herm. Niemeyer, 1754, † 1828. Mel. Aus meines Herzens. 20. hlauf, Herz und Gemülte, Der Tag des Herrn bricht an, Gott zeiget feine Güte, Die er an uns gethan. Weg, weg, was irdisch heißt! Weich, fleischliches Beginnen, Weich, Welt und fündlich Sinnen, komm an, du Himmelsgeift! 2. Mein Gott, hilf mir bedenken, Wie heilig dieser Tag; Was sündlich, hilf versenken, Damit ich ruhen mag. Erwecke Lust in mir, Ihn christlich zu begehen, Laß 3. Mein Gott, hilf mir anheben Der Seelen Ruhetag. Laß mich dir sein ergeben, Wend' ab all' Angst und Plag'. Erfrisch' Herz, Sinn und Mut, Dir heut' fest anzuhangen. Ach stille mein Verlangen, Schent' mir der Seelen Gut. 4. Hilf, daß ich freudig höre Der Kirchen Ton und Klang. Ach Gott, zu mir dich kehre, Führ' du selbst meinen Gang; Führ' mich zur Wohnung hin, Da schön und lieblich Wesen, Da kann und muß genesen Mein Wille, Herz und Sinn. 5. Hilf Gott, daß ich anhöre Mit Andacht deine Lehr', Hilf, daß ich mich bekehre, Und sich mein Glaube mehr'. Laß mich in Hoffnung treu Nach dir allein mich richten, Hilf, daß mein Sinn und Dichten In dir recht heilig ſei. 6. Hilf, daß ich meine Liebe Dem Nächsten willig zeig', Im Wohlthun mich so übe, Daß ich sein Herze beug'. Laß mich den Nächsten nicht Ohn' Wohlthun lassen stehen, Laß mir's zu Herzen gehen, Wenn's ihm an Hülf' gebricht. 7. Hilf mir den Tag vollbringen Zu deines Namens Ehr'; Mein Beten, Lesen, Singen Zur Seligkeit erhör'. Laß dieses Tages Ruh' Mich führen zu den Tagen, Die ohne Weh' und Klagen Der Himmel bringet zu. Michael Schernad, † 1675. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 21. Infern Ausgang fegne, Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täg= | lich Brot, Segne unser Thun und lassen. Segne uns mit fel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben. Hartmann Schent, 1634,+1681. 12 Adventslieder. Adventslieder. 2. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Sanftmütig fommt er in sein 22. ihm, alle freuet euch. Hosianna in der Höhe! 3. Der Herr ist da, Halleluja! Preiset seinen Namen! Hosianna, Amen, Amen. Nicht ermittelt. Felsen stehen, Du Gott der Gnade, Gott der Treu'. Jahr' und Jahrhunderte vergehen, Doch deine Huld ist täglich neu. Auch heute noch erheben wir mit Freuden unsern Geist zu dir. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 2. Mein Feind zerſtörte ore 24. Richt der Heiden? Ja, du, Altäre, Kein Feind zertrat dein Heiligtum. Noch singen wir zu deiner Ehre, Noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tauf, und Abendmahl und Wort Pflanzt sich auch hier die Kirche fort. du kommst, und säumeft nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. du starker Trost im Leiden! Jesu, meines Herzens Thür Steht dir offen, komm zu mir. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans ht, um nach den Werte uns zu richten, Rich ter, so bestehn wir nicht. Du trugst uns immer mit Geduld, Wir aber häuften Schuld auf Schuld. 2. Ja, du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Gottessohn! Meine Seel' empfindet schon Deinen gnadenvollen Segen, Deines Geistes Wunderkraft, Welche neueHerzen schafft. 4. Verwirf uns nicht, o Herr, verschone, Und gib uns nicht der Sünder Lohn. Wir schau'n empor zu deinem Sohne, Und fleh'n gebeugt vor deinem Thron: Vergib dem fündigen Geschlecht! Vor dir ist keiner ja gerecht. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 5. O laß es, Vater, uns gelingen, In diesem neuen Kirchenjahr Die Macht der Sünde zu bezwingen, Reich' uns von oben Kräfte dar. Mach' uns durch deinen Geist geschickt, zu thun, was ewig uns beglückt. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß ich dich von Herzensgrund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld, Mich mit dir Gemeinschaft haben. dann will ich für und für Hosianna singen dir. 6. Laß ferner hier dein Wort erschallen, Daß es zum Heil den Sünder schreckt, und alle, die dir wohlgefallen, zu freudenreicher Hoffnung weckt. So oft wir hier E. C. Homburg,* 1605,+1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde. verſammelt fleh'n, laß, Herr, uns 25. Auf, auf, ihr Reichsdeine Gnade Nicht ermittelt. Mel. Heilig ist Gott der Vater. genossen, Der König kommt heran. Empfangt ihn unperdrossen, Den großen Wundermann. ihn Geo 23. Dion, Er fehret bei dir bithr, Laßt us vor allen Dingen ein, Auf, lasset uns ihm Palmen Shm Hosianna singen Mit Heiftreu'n! liger Begier. Adventslieder. 13 2. Auf, ihr betrübten Herzen,| seh'n; Er steht in eurer Mitte Der König ist euch nah'; Hinweg all' Angst und Schmerzen, Dei Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf' erweisen Und retten von dem Tod. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht; Laßt uns den Weg ihm bahnen, Wir sind ja sein Geschlecht. Fürwahr, er meint es gut, D'rum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut. 5. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns alles rauben hin, Stürzt auch die Welt zusammen: Uns ist es doch Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod Die wir geliebt, genommen: Getrost! sie sind gekommen Ins Leben aus der Not. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch; Sein gnädiges Erbarmen Macht auch die Ärmsten reich. Der selbst des Tiers gedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 7. Hat endlich uns betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, welche auf ihn hoffen Mit rechter Zuversicht. Von ihm kommt alles her, Er läsfet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Kein Kreuz kann sein zu schwer. 8. D'rum auf, ihrHochbetrübten, Der König kommt mit Macht. An uns, dieHerzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst noch Pein, Noch Tod hinfort uns schaden, Weil Gott nun läßt aus Gnaden Uns seine Kinder sein. 9. Auf, eilt mit schnellem Schritte, Den König selbst zu Start, herrlich, sanft und schön. O tretet all' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles leid verfüßen Und uns erlösen kann. 10. Der König will bedenken, Die er so herzlich liebt, mit föftlichen Geschenken, Er, der sich selbst uns gibt Fn seinem Gnadenwort. König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 11. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach. Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. D'rum wollen alle wir Die Stimmen hoch erschwingen, Das Hofianna singen Und ewig danken dir. Johann Nist,* 1607. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 26. it Ernst, o Menschenin euch bestellt; Es kommt das Heil der Sünder, Der große Wunderheld. Er, den aus Gnad' allein, Der Welt zum Licht und Leben Der Vater hat gegeben, Will bei uns kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Ten Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Räumt fort, was ihm verhaßt. Die Thäler füllet aus, Erniedriget die Höhen, Und laßt ihm offen stehen Ein jedes Herz und Haus. 3. Ein Herz, das Demut übet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut liebet, Mit Angst zu grunde geht. Ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach' es zu deiner Krippe, So werden Herz und Lippe Dir all'zeit dankbar sein. Valentin Thilo jr., 1607,+1662. 14 Adventslieder. Mel. Nun tomm, der Heiden Heiland. Und es bringt mich zum Verzagen 27. Gott ſei Dank in aller beständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat. Auch des Teufels Lug und Trug, Welt, Der Der mir Gnad' absagt, Mich bei Tag' und Nacht ver= flagt Und also mein Herz zerschläget, Daß sich all' mein Blut beweget. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilfe, Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Der erhab'ne Wunderheld Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hofianna, du mein Teil! Richte du dir eine Bahn Auch in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Dir gehört das Herz allein; Mach' es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanftmut famst, Meine Lasten auf dich nahmst: Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans Macht und ist Wider mich geschäftig ist. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, Daß ich aller Ängste frei, Dir in meiner Glaubensbahn Selig bleibe zugethan. 9. Laß mich, wenn du, Lebensfirst, Herrlich wiederkommen wirst, Freudig dir entgegengehn, Und gerecht vor dir bestehn. Heinrich Held, lebte um 1643. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 28. Wan Jarum willst du draußen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, zu mir einzugehen, Wohlgefallen, du, mein Stern. Du, mein Jesu, meine Freud', Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Jesu, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden hat geschlagen Das Gesetz mit seinem Fluch. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Not Bei der Welt und ihren Kindern, Fall' ich nur in neue Not. Da ist Freude, die betrübt, Troft, der nicht Erquicung gibt, Helfer, die mir Herzleid machen, Falsche Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär'. Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig, Hab' ich Reichtum, was ist's mehr als ein Stücklein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut' erfreuet, Das mich morgen nicht gereuet? 5. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ! Dein Erfreuen ist die Weide, Wo man immer fröhlich ist. Leuchte du, o Freudenlicht, Eh' mein armes Herz mir bricht, Laß an dir es sich erquicken! Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu' dich, Herz, du bist erhöret, Denn er ziehet bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein Und bereite dich ihm zu, Gib dich ganz zu seiner Ruh', Öffne ihm Gemüit und Seele, Klag' ihm, was dich drück' und quäle. 7. Nun hast du ein süßes Leben: Alles, was du willst, iſt dein; Christus, der sich dir gegeben, läßt dich reich durch Gnade sein. Seine Gnad' ist deine Kron', Und dein Heil sein schönster Lohn. Innig hält er dich umschlossen, Nennt dich seinen Reichsgenossen. 8. Seines Himmels gold'ne Decke Spannt der Heiland um dich her, Daß dich fort nicht mehr erschrecke Deiner Feinde großes Adventslieder. Heer. Seine Engel stellen sich Dir zur Seite, wenn du dich Hier willst oder dort hin wenden, Tragen dich auf ihren Händen. 9. Was du Böses haft begangen, Das ist alles abgeschafft; Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 10. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös' und schädlich scheint, Weil dich Christus ange= nommen, Und es treulich mit dir meint. Bleibst du ihm nur wieder treu, Ist's gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, † 1676. Eigene Melodie. Jie soll ich dich empfan29. ich dir? O aller Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, zünde mir selbst die Fackel an, Auf daß mein Herz ergründe, Was dich ergößen kann. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermunterr meinen Sinn. Es soll mein Herz dir grünen Jn stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen, Zu bringen Trost und Freud'? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Wo Fried' und Freude lacht: Bist du, mein Heil, gekommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, 15 5. Nichts, nichts hat dich ge= trieben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Womit du alle Welt In ihren tausend Plagen und ihrer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreibt in eure Herzen, Drückt euch die Last so schwer, Ihr, denen Gram und Schmerzen Šich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür: Der eure Herzen labet Und tröstet, steht schon hier. Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreichtum thut. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; Er kommt, er kommt mit Willen, Jst voller Lieb' und Lust, All' Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt, den Šindern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei. Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind' und ihrer Tüld'? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und leit' uns allzumal Zum Licht der ew'gen Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt,+1676. Mel. Vater unser im Himmelreich. uf, 30. Afreut, Das Kirchenjahr wird heut' erneut, Da dir aufs neu' das Heilwort klingt, Das dich erfreut, das dich verjüngt, Adventslieder. 16 Ja, das aus Gott dich neu gebiert Und selbst zu Gott ins Leben führt. 2. Der Geist aus Gott erfülle mich, Damit mein Geist erneu're sich, Und ich vom alten Menschen frei, Ganz rein, ganz neu und christlich sei, Damit mein Mund ermunt're fich Und Gott lobsinge ewiglich. 3. So findet auch, mehr als zuvor, Dein teures Wort ein off'nes Ohr, Das Wort, das dem das Leben gibt, Der darnach thut und Mel. Ich dank' dir schon durch. Glauben übt. Ach Jeſu, gib, daß 32. Gedanke, der uns Leben Frucht für und für. Philipp von Zefen,* 1619,+1689. Eigene Melodie. gibt, kann dich ganz durchdenken? ,, Also hat Gott die Welt geliebt, Uns seinen Sohn zu schenken!" 2. Hoch über die Vernunft er31. mit Füllst du mein Herz mit Majestät Und stillest mein Gewissen. Der in seines Vaters Namen Sicherhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, Welchem Gott ein Reich bestimmt, Dem die Reiche dieser Erden Endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich Wird in euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huld'gungseid, Kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand draußen bliebe! Hier, o hier ist Seligkeit. Benjamin Schmolde,* 1672,+1737. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, Und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden: 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat Von Jesu Tod ergründen, Allein das Göttliche der That, Das fann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Nicht meine Schuld getragen, Nicht Gott und mein Erlöser ist, So werd' ich angstvoll zagen. 6. Jst Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd' ich irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spötter rauben, Ich fühle seine Göttlichteit Und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigen4. Schreibe, Herr, mich auchtum, Durch ihn des Himmels mit an unter deine Unterthanen: Ich will dir, so gut ich kann, In mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist, Herr, zu jenen frohen Chören, Die mit lautem Dank dich ehren. Sohn des Höchsten, sei gepreist! Erbe: Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, Fm Glauben mich zu stärken, Und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 2. Sei gesegnet, teures Reich, Das ein solcher Herr besitzet, Dem tein Herr auf Erden gleich, Der das Recht mit Nachdruck schützet! Schwinge dich in stetem Flor, Groß durch Frieden, reich an Freuden, Unter Juden, unter Heiden, Mit vermehrtem Glanz empor. 3. Deines Königs Majestät Müsse jedes Volk verehren, Und so weit die Sonne geht, Müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund Mache zum Verdruß der Feinde, Und zur Freude seiner Freunde, Seinen großen Namen fund. Adventslieder. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit reinem Herzen thue, So fühl ich eine Kraft des Herrn Und schmecke Fried'n und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, Und ich zum Kreuze trete, So weiß ich, daß er mein gedenkt Und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Der mich einst aus der Erde Erweckt und zu dem Reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. 13. Kann uns're Lieb' im Glauben hier Für ihn jemals erfalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir: Dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dantbarkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch wirdig sein, Für dich hier Schmach zu leiden, So laß mich keine Schmach noch Pein Von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für Des Glaubens Freud' empfinden: So wirk' er doch sein Werk in mir Und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt:( Laß mich noch sterbend denken), Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? Chr. Fürchteg. Gellert, 1715,+ 1769. • 17 Welt zu gut', Du kleidest dich in Fleisch und Blut, Willst unser Bruder werden. Ja, du Jesu, Kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, Wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit, Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, zu arm und schwach sind wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an uns erwiesen. Da wir Ganz hier Im Verderben milßten sterben, bringst du Leben; O was fannst du Größ'res geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, Und wollen fromm in Freud' und Schmerz Nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht, und gib uns deines Geistes Licht, Wie dir's gefällt, zu handeln. Zeig' dich Freundlich, Hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, Und zu deinem Reiche dringen. Nicht ermittelt. Eigene Melodie, Jacht hoch die Thür, 34. kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Deshalben jauchzt und fröhlich fingt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Gnad'. 2. Er ist gerecht, ein Helfer Mel. Wie schön leucht't uns der. wert, Sanftmütigkeit ist sein 33. D er Heiland kommt, lob-| Gefährt', Sein' Königskron' ist finget ihm, Dem Herrn, Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmdem alle Seraphim Das Heilig, herzigkeit, All' unsre Not zu End' Heilig fingen. Er kommt, der er bringt. Deshalben jauchzt, mit eingebor'ne Sohn, Verläßt des Freuden singt: Gelobet sei mein Himmels hohen Thron, Um Heil Gott, Mein Heiland groß von That. der Welt zu bringen. Preis dir, Daß wir von den Sünden Rettung finden, Gnad' empfangen, Und zum Himmelreich gelangen. 2. Willkommen, Friedensfürst und Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, Willkommen hier auf Erden! Du kommst der sünd'gen 3. Owohl dem Land, o wohl der Stadt, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 2 18 Christfestlieder. 4. Macht hoch die Thür, die| sprich: gepriesen sei Der Heiland Thore weit! Eu'r Herz zum Jesus Christ, Der aus des Vaters Tempel zubereit't! Die Zweiglein Schoß Auf Erden kommen ist. der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud'; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad'. 3. Wir danken dir, o Herr, Daß du zu uns gekommen, Daß du haft Wie Kinder Fleisch und Blut angenommen. Sanftmütig famſt du, arm, Ein König ohne Pracht, Und doch der ew'ge Sohn, Voll Herrlichkeit und Macht. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ'und leit' Den Weg zur ew'gen Seligkeit, und deinem Namen, Herr, Sei ewig Preis und Ehr'. Georg Weissel,* 1590, † 1635. Mel. Nun dantet alle Gott. 35. Komm, Tochter Zion, fomm, Den König zu empfangen, Der unser Heiland ist Und aller Welt Verlangen. Erhebe seinen Ruhm, Stimm' Hofianna an, Bring', was zu seinem Dienst Die Liebe bringen kann. 2. Statt ihm den Weg zu streu'n Mit grünem Laub der Palmen, Empfang' ihn hocherfreut mit deines Dankes Psalmen, Und 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, Als Mensch auf dieser Erden, Muß dann nicht unser Herz Voll Trost und Frieden werden? D'rum hast du deinen Glanz Jn Niedrigfeit gehüllt, Daß unsre Angst und Furcht Auf ewig sei gestillt. 5. Erscheinen wirst du einst Zum großen Weltgerichte. O laß uns wandeln stets In deiner Wahrheit Lichte, Daß wir dann auch getrost Dir, unserm Richter, nah'n, Und unsern Gnadenlohn Aus deiner Hand empfah'n. 6. Das Hosianna wird Alsdann von neuem tlingen; Dann werden. wir vereint Mit Engelscharen singen: Gelobt sei Gottes Sohn, Der ewig war und ist! Gelobet sei der Herr, DerHeiland Jesus Christ! Ehrenfried Türr,* 1650, † 1715. 3. Christfestlieder. 2. Diese Sonn' erlischt nicht wieder, Sie strahlt stets neu auf Mel. Wachet auf, ruft uns die. Menschen nieder, Die sonst in öde Nacht gebannt. Wahrheit geht von 36. volk Vertreibt des Erde, Da sprach noch einmal Gott: es werde! Und Licht entströmte seinem Thron. Christus fam, das Licht der Heiden, Der Hirt will selbst die Herde weiden, Seht, Gottes Sohn wird Menschensohn. Er hat in unsre Nacht Der 3. Hör' im Geist der Engel Wahrheit Licht gebracht. Jauch- Chöre, Auf, bring' auch du ihm zet alle! Aus ihm nur quillt, Was Herzen stillt, Und sie mit Zuversicht erfüllt. tums dist're Wolke, Denn Jesus Christus wird erkannt. Ihr Völker, nehmt ihn auf, und richtet euren Lauf Froh zum Himmel. Er geht voran, Und macht euch Bahn, Am Ziel die Krone zu empfah'n. Preis und Ehre, Bring' ihm dich selbst zum Opfer dar! Du auch bist zum Fest geladen, Nimm aus der Fülle seiner Gnaden! Ein jedes Herz sei ein Altar; Da brenne Christfestlieder. 19 Licht und Glut, Da flamme Glau-| wünschter Gast, Dich nunmehr bensmut, Hoffnung, Liebe. Em- eingestellet hast. por, empor Schallt unser Chor Zu Gott, der uns zum Licht erkor. Karl Aug. Döring,* 1783, † 1844. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat manches Herz nach dir gewacht, Dich hat gehofft fo lange Jahr Der Väter und Propheten Schar: Mel. Wir Christenleut'. 37. A feierlich des Heilands käm' Und unsre Bande von uns 4. daß der aus Zion nähm'! Ach, daß die Hülfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein! Fest mit Danfen zu begehen! Lieb' ist der Dant, Der Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 5. Nun bist du hier, mein Heiland du, Hältst in der Krippe deine Ruh', Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 2. Sprich dankbar froh: Gott hat also Die Welt in seinem ein' gen Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, Er wird uns gleich, Um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. Aus Dank will ich In Brudern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, Der Frommen Herz Jn ihrem Schmerz Mit Trost erfreu'n und dein dabei " gedenken. 5. Rat, Kraft und Held, Durch den die Welt Und alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 6. Erhebt den Herrn! Er hilft 39, G uns gern, wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt fei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn, und lobt ihn, ihr Erlösten! Chr. Fürchteg. Gellert, 1715,+1769. 6. Bin ich gleich Sünd' und Schwachheit voll, Hab' ich gelebt nicht wie ich soll, So kommst du ja deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. 7. So fass' ich dich mun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud' all' Angst und Not. 8. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm, Ich bin dein Glied, dein Eigentum Und will, so viel dein Geist mir gibt, Dir dienen stets wie dir's beliebt. Paul Gerhardt, † 1676. Eigene Melodie. Zelobet seist du, Jesus Christ, Daß duMensch geboren bist Von einer Jungfrau wunderbar, Des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Dort man in der Krippe find't; Mit unserm armen Fleisch und Blut Bekleidet sich das ew'ge Mel. Vom Himmel hoch, da komm'. 38. Wir fingen dir, Imma- Gut. Halleluja! nuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell! Dir, Himmelslicht und Morgenstern, Dir, Gottes Sohn, Herr aller Herrn! 2. Wir singen dir in deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', Daß du, o lang ge3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Schoß; Er ist ein Kindlein wor= den flein, Der alle Ding' erhält allein. Halleluja! 4. Das ew'ge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein'n neuen 2* 20 Christfestlieder. Schein, Es leuchtet mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern Halleluja! 5. Des Vaters Sohn geoffenbart, Gast in dieser Welt er ward Und führt uns aus dem Jammerthal Zum Erbteil in den Himmelssaal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm', Uns in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, Seine Lieb' zu zeigen an. Des freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm das in Ewigkeit. Halleluja! Martin Luther,* 1483,+1546. Mel. Wir Christenleut'. 40. Lobgesang DemHerrn, der uns zum Heile ward geboren! Sein Licht erhellt Die dunkle Welt; Des Lichtes Kinder gehen nicht verloren. 2. Welch eine Nacht! Der Sterne Pracht Wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang Vom Lobgefang, Der jauchzend rief: Gott in der Höh' ſei Ehre! 3. So tönt es laut; Der Vater schaut Versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust Nicht jetzt voll Lust, Voll Seligkeit bei diesem Segensliede? 4. So singt auch ihr Und danket hier Dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen; Und lebt hinfort Nach seinem Wort, Dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant, Denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht Erschreckt mich nicht, Der Zukunft Nacht geh' ich getroft entgegen. F. Fugger,+1617. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 41. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen, erfreut Paßt uns heut' Tank und Ruhm ihm bringen. Euch ist heut' der Herr geboren! Hört, wie's schallt, Wiederhallt: Christus ift geboren! 2. Heute geht aus seiner Rammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute.. Es vereint Unser Freund Sich mit unserm Blute. 3. Wer kann Gottes Ratschluß faffen? Aber dies st gewiß: Er fann uns nicht lassen. Gott gibt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Von dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollt' er von uns sein ge= Selbst sich uns gewähret? Sollt' uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt, Mächtig hemmt, Was uns will betrüben? 5. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Hätt' er Luft an unserm Schaden, Gnadenreich Würd' er euch Dann nicht zu sich laden. 6. Was ihm Schweres wird auf Erden Angethan, Er nimmt's an, Unser Schutz zu werden; Unser Lamm, das für uns stirbet, Und bei Gott Durch den Tod Fried' n und Heil erwirbet. 7. Šeht, er liegt in seiner Krippe, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßer Lippe: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält! Was euch fehlt, Bring' ich alles wieder. 8. O so laßt uns zu ihm eilen, Stellt euch ein, groß und klein, Laßt von ihm euch heilen! Liebt ihn, der vor Liebe brennet. Schaut den Stern, Unsern Herrn, Der uns Leben gönnet. 9. Die ihr steht in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Christfestlieder. Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Wo hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer noch ist beschwert im Herzen, Eil' herzu, Suche Ruh' Für Gewissensschmerzen. Sei getroft, er ist gefunden, Jst dein Teil, Machet heil Deine tiefsten Wunden. 11. Die ihr angstvoll schaut auf's Ende, Kommt herbei, Füllet frei, Glaubensvoll die Hände! Hier sind alle guten Gaben, Reines Gold, Und ihr sollt Euer Herz nun laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß an dir, Meine Zier, Unverrückt mich hangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 4. große That, o Wundernacht, Bon Engeln selbst besungen! Du hast den Helfer uns gebracht, Der Sünd' und Tod bezwungen Und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, Herrscht auf dem Thron der Majestät, Um Heil und ew'ges Leben Den Gläubigen zu geben. 5. O du, des Vaters ein'ges 14. Rein bin ich um deinet- Kind. Du Hoffnung aller Fromwillen, Du gibst Mut, Ehr' und men! Durch den nun Gottes KinGut, Kannst mein Sehnen stillen. der sind, Die dich, Herr, aufgeIn mein Herz will ich dich schlie- nommen, Romm, Jesu, in mein fen, Dich, mein Heil Und mein Teil, Selig zu genießen. Herz hinein, Und laß es deine Wohnung sein. Dahin geht mein Verlangen, Dich würdig zu empfangen. 15. Treu soll dich mein Herz bewahren, Ich will dir Leben hier, Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben, Ganz erneut, Hoch erfreut, Dort im sel gen Leben. Paul Gerhard, † 1676. 13. Forthin soll ich nicht verzagen, Denn du hast Meine Last Selbst für mich getragen. Du willst keine Schuld mehr finden; Frei werd' ich, Herr, durch dich, Frei von meinen Sünden. 21 2. Willkommen, Held aus Da= vids Stamm, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes lamm, Ich will deir Lob vermehren. Ich will dir all mein Leben lang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O wie ist deine Huld so groß, Ich kann sie nimmer fassen! Du hast dich aus des Vaters Schoß zu uns herabgelassen. Hier wartete dein nichts als Not, Verachtung, Rummer, Schmerz und Tod, Und doch kamst du auf Erden, Der Menschen Heil zu werden. Eigene Melodie. 42. Ermunt're dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Den Heiland, den der Himmel preist, Mit Freuden zu empfangen! Dies ist die Nacht, in der er fam, Und menschlich Wesen an sich nahm. Er will durch sein Erscheinen Uns ganz mit Gott vereinen. 6. Du, des sich meine Seele freut, Mein höchstes Gut, mein Leben, Was soll ich dir aus Dankbarkeit Für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zu eigen hin, Mich soll kein Glückt, fein Leiden Von deiner Liebe scheiden. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, Doch du wirst wiedertommen; Dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Dich seh'n so herrlich, wie du bist. Und ewig dich dort oben mit allen Sel'gen loben. Johann Rist,* 1607. Christfestlieder. 22 Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 43. Ehre seiGott in der Höhe! der Herr ist geboren! Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen! Lasset uns sein, Seiner Erbarmung uns freu'n! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdfreis, in Finsternis irrten Völker umher, wie die Herden verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen sich unter einander zu lieben, Folgten der 3wietracht und Bitterfeit schändlichen Trieben. Jesus erschien, Lehrte den Menschenhaß flieh'n, Lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wahrheit und Tugend entfeimten des Göttlichen Schritten, Trost und Erquicung trug er in der Weinenden Hütten! Selbst er, ihr Freund, Hatte vielfältig geweint, Tasten getragen, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Einst uns zum Himmel zu heben. 6. Seliger Glaube, daß einst meinen Retter ich sehe, Jhn mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe. Völlig beglückt Sing' ich dann, himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! Aug. Herm. Niemeyer, 1754,+ 1828. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 44. Ewig sei dir Lob gefungen Hier und einst vor deinem Thron, Daß du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottessohn. Uns zu gut' ins Fleisch gekommen Bist du voller Freundlichkeit; Ja, du hast vor alter Zeit Dich schon unser angenommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du unser Bruder bist. 2. Sei gelobt, Herr, dir gebühret Unser Dank in Wort und That; Herrlich hast du ausgeführet Deines Vaters Gnadenrat. Huldreich hast du dich vermählet Unsrer menschlichen Natur, Und vor aller Kreatur Sie allein dir ausgewählet. Du erhobst sie, Gottessohn, Mit dir auf der Gottheit Thron. 3. Du erschienest hier auf Erden, Mittler zwischen uns und Gott, Unser Friedensfürst zu werden, Retter aus der Sündennot. Herr, du hast das Kreuz erduldet, Haft mit Gott uns ausgeföhnt Und mit seiner Huld gekrönt Uns, die wir so viel verschuldet. Dies ist unsre Zuversicht Einst im Tod und im Gericht. 4. Nein, Gott kann mich nimmer hassen, Ob ich gleich ein Sünder bin: Nimmer kann mein Gott mich lassen, Denn er heget Vatersinn. Gnade schenkt er ſeinen Knechten In dem Sohne, der mich fennt und mich seinen Bruder nennt. Christus sitzt zu Gottes Rechten; Durch ihn bin ich Gott vereint, Gott mein Vater, Gott mein Freund. 5. Wird das Leben doch mein Leben, Leuchtet mir doch selbst das Licht. Alles Heil ist mir gegeben, Was ist, das mir noch gebricht? Seht, es fleußt der Quell der Freuden Aus dem hohen Himmelssaal Jn das nied're Erdenthal Und erquickt mich unter Leiden. Meine Lieb' und Seligkeit, Christus, ist geboren heut'. 6. Du, o Gottes höchste Gabe, Du, des Vaters ein'ger Sohn, Du, der Seelen reichste Habe, Du, des Glaubens größter Lohn! Laß mich neu geboren werden, Bilde mich nach deinem Sinn, Nimm mich ganz zu eigen hin, Daß ich dein schon sei auf Erden; Dann lobsingt mein Leben dir, Treuer Heiland, für und für. E. Finx( gen. Francisci), 1627, † 1694. Christfestlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Botte ottes und Mariens 45. 6⁰ Sohn, Den, um unser Leid zu wenden, Gott von seinem Himmelsthron In die Welt hat wollen senden, Sei willkommen, großer Held, Du gepries'nes Licht der Welt! 23 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir, Er spricht, im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, Auf den die Väter hoffend sah'n, Dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 2. Deine Freudenankunft macht, Daß wir alle fröhlich singen, Da die Engel in der Nacht Die gewünschte Botschaft bringen: Kommt, nun ist der Heiland da! Gott sei Dank, Halleluja! 3. Uns zu Liebe kommst du hier In das dunkle Thal der Erde; Ach, daß Herz und Zunge dir Ewig, ewig dankbar werde! Jauchzt, ihr Völker, rühmt und preist Den, der euch nun leben heißt. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinigst dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du 4. Jetzt ist alles wieder da, bist es, der das Herz erhöht! GeWas uns Adam einst verloren. danke voller Seligkeit, Du bist Menschen, singt: Halleluja! Got- es, der das Herz erfreut! 9. Durch eines Sünde fiel die Welt; Ei Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schützt, Der in des Vates Sohn ist Mensch geboren! Stimmet mit den Engeln an, Rühmt, was er an euch gethan. 5. Ehre sei Gott in der Höh', Und auf Erden lauter Friede. Fer- ters Schoße sitzt? ner mache Leid und Weh' Nimmermehr die Christen müde, Bis du uns, o Lebensfürst, zu dem Vater führen wirst. Christoph Pfeiffer, lebte um 1719. Mel. Vom Himme hoch, da komm'. 46. Dies ist der Tag, den werd' in aller Welt gedacht, Jhn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Väter haben dein ge= harrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still, Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, Der uns so großes Heil gebracht, Dich preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel, Wer nur ben lieben Gott läßt. ist da 47. Demir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gna Christfestlieder. denschein. Der Glanz in dieser| umhüllt, und macht uns seiner kleinen Höhle Dringt bald in alle Hoheit gleich Auf Erden und im Welt hinein; Er treibet weg der Himmelreich. Hölle Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Selig teit. Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, Vielleicht gar bald in letzter Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Taß nur indessen helle schei= nen Dein Glaubens- und dein Lebenslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du ge= nießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 24 5. D'rum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne, Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. C. F. Nachtenhöfer,* 1624,+1685. Chor. Mel. Vom Himmel hoch, da komm'. 48. Empor zu Gott, mein Lobgefang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der Tag, der Freudentag ist da. Ihr Chriften, singt Halleluja! Alle. Mel. Nun lob', mein' Seel', den. 2. Vom Staub, in dem wir wallen, Soll, Jesu Christ, dein Lobgesang Empor zum Himmel schallen, Dir opf're jede Seele Dank! Und jeder der Gebor'nen Sei froh, ein Mensch zu sein, Und jeder der Verlor'nen Rühm' fich, erlöst zu sein. Uns ist das Kind gegeben, Geboren uns der Sohn, Mit ihm erscheint das Leben, Mit ihm des Himmels Lohn. Chor. 3. Er kommt, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid Alle. 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Verklärten fingt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volk im Staube bringt. Du kamst, so geht die Sonne, Die Welt zu segnen, auf, Verbreitet Licht und Wonne Jn ihrem hohen Lauf. Du brachtest Heil und Gnade Auf unsre Welt herab, Ein Licht dem dunklen Pfade, Ein Licht dem finstern Grab. Chor. 5. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenrot im dunkeln Thal. Alle. 6. Frohlockt! ihr war't Genoffen Der Sünde wie der Sterb= lichkeit; Nun ist euch aufgeschlossen Der Eingang in die Herrlichteit. Zu unsrer Welt hernieder Kam Gottes ew'ger Sohn, Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder, und bleibt es fort und fort, Hier sind sie Gottes Kinder, Und Gottes Erben dort. Chor. 7. Er führet uns auf ebner Bahn, 3um Himmel führt er uns hinan, Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. Alle. 8. Und sind wir einst zum Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht, Dann stehen wir am Throne Und schau'n, Herr, deine Majestät. Nicht mehr aus tiefer Ferne Dringt unfer Dank zu dir, Denn über Sonn' und Sterne Erhoben, jauchzen wir. Und in des Himmels Chöre Schallt unser Lobgefang: Dem Ewigen sei Ehre, Dem Welterlöser Dank! Christfestlieder. Chor. 9. Rein, wie der Engel Harfentlang, Steig' auf, du hoher Lobgesang! Der Tag, der Freudentag ist da; Ihr Christen, singt Halleluja! Fr. Ad. Krummacher,* 1767, † 1845. Eigene Melodie, Tom Himmel hoch da 49. bring' euch gute neue Mär, Der guten Mär bring' ich so viel, Davon ich fing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut' gebor'n Von einer Jungfrau auserfor'n, Ein Kindelein, so zart und fein, Soll eure Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Not, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch all' n die Seligteit, Die Gott der Vater hat bereit't, Daß ihr mit uns im Himmel25 aufschleußt sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn, Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Va= ters Schoß, Ein Heiland uns zu sein, Er liegt dort elend, arm und bloß, Uns ewig zu erfreu'n.:: 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein, Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehen, was Gott hat beschert Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Willkommen, Jesu, edlerGast! Den Sünder nicht verschmähet hast, Und kommst ins Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? 3. Er äußert sich der Allgewalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich die Knechtsgestalt, Der 8. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron! Er schenkt uns seinen ein'gen Sohn; Deß freuet sich der Engel Schar Und singet uns ein neues Jahr. Martin Luther,* 1483,+1546. Eigene Melodie. 50. allzugleich, Vor seinem höchsten Thron, Der heut' 4. Er wechselt mit uns wunderbar, Nimmt unsre Armut an, Uns aber beut er Güter dar, Die niemand schätzen kann.:,: 5. Er wird ein Knecht, und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er doch freundlicher, Der theure Jesus sein?:,: 6. Heut' schleußt er wieder auf das Thor Zum schönen Paradeis, Der Cherub steht nicht mehr davor, Gott sei Lob, Chr' und Preis.:,: Nikolaus Hermann,+1561. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. 51. Ein Kindelein höchst lobenswert Erden ist erschienen; Des Höchsten Sohn ist uns beschert, Dem Himmelsgeister dienen. Wär' uns das Kindlein nicht gebor'n, So wär'n wir allzumal verlor'n, Tas Heil ist unser Aller. O du süßer Jesus Christ, Der du Mensch geboren bist, Behüt' uns vor der Hölle. 2. Die Zeit ist nun ganz freudenreich, zu loben Gottes Namen, Daß Christus ist vom Himmelreich Auf Erden zu uns kommen. Es ist ein groß' Barmherzigkeit, Die Gott vom Himmel uns verleiht. Ein Knecht ist Christus worden, Uns, doch ohne Sünde, gleich, Daß wir werden ewig reich; unsrer Sünden Bürde. Tr 3. Wohl dem, der dieses Glaubens ist, Mit ganzem Herzen trautet, Dem wird die Seligkeit gewiß; Daß Christus hat genug gethan Für uns, damit wir Heil empfah'n Bon 26 Gott, dem ew'gen Vater. O wie große Wunderthat, Er trägt unsre Misfethat Und stillet unsern Hader! 4. Des dank' ihm alle Christenheit Für solche große Güte Und bitte sein' Barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Vor falscher Lehr' und bösem Wahn, Der unsern Seelen schaden kann; Er woll' all' Schuld vergeben. Vater, Sohn und heil'ger Geist, Gib uns, was dein Wort verheißt: Laß uns in Frieden leben. Martin Luther,* 1483,+1546. Christfestlieder. ein tiefes Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint Und keinen Trost fann finden, Dann rufst du mir: ,, ich bin dein Freund, Ich tilge deine Sünden! Was trauerst du in deinem Sinn, Da ich dein Bruder worden bin, Die Kindschaft dir zu geben?" 7. So hoff' ich denn, du werdest mir Dies Eine nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. In mir soll deine Wohnung sein, Komm, komm und fehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt, 1607,+1676. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 52. hsteh' an deiner Krippe hier, Jesu, du mein Leben! Zu dir komm' ich und schenke dir, Was du mir hast gees ist mein Mel. Jeju, meine Freude. esus ist Seift und Sinn, sperz, Seet" und 53. Jantet om, men gekommen! Mut, nimm alles hin, Und laß dir's wohlgefallen. 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt mit deiner Lieb' und Güte, Dein hoher Glanz, dein göttlich Bild Liegt stets mir im Gemüte; Und wie könnt' es auch anders sein? Wie könnt' ich deinen Gnadenschein Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, Bist du mir schon geboren und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich kannt', erkören. Noch war ich nicht an's Licht gebracht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie mein du wolltest werden. 4. Jch lag in tiefer Todesnacht, Du wurdest meine Sonne, Die mir im Herzen angefacht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die des Glaubens Licht In meinem Herzen aufgericht't, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Mit Freuden blick' ich auf dich hin, und kann nicht satt mich sehen, Doch nimmer wird mein blöder Sinn Dein Wesen ganz verstehen. daß mein Geist ein Abgrund wär', Und meine Seel' Frommen, Dankt ihm, daß er kam, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnäd'gen Willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danfen, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo teil, Teil an feines Geistes Gaben, An Gott selbst zu haben! 3. Reine Macht der Sünden Wird uns überwinden, Er bleibt ewig treut. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, Wird uns immer Hülfe senden, Daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern Retter schau'n. Heil und ewig Leben Wird er allen geben, Die ihm fest vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir, D'rum wird er der Schwachheit schonen, Und aus Gnaden lohnen. Balthasar Münter, 1735, † 1793. Univ.- Bibl. Giessen Christfestlieder. 27 Mel. Pobt Gott, ihr Christen, allzugleich.| Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr'? und nach solcher Thorheit mehr. as in der heil'genNacht 54. Wasi erklang Aus fel'ger Geister Heer, Das sei auch unser Lobgefang: Gott in der Höh' sei Ehr! Gott in der Höh' sei Ehr'! 6. Ja, unselig sind die Herzen, Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie die sen Schatz verscherzen, Wählen, was die Erde bot, Das nichts hilft in Not und Tod. 2. Von aller Welt erschalle dir, O Jesu, Dank und Lob! Dich, unsern Retter, preifen wir, Der uns vom Staub erhob.:,: 3. Du sprachst zur Finsternis: entweich'! Da floh des Irrtums Nacht. Du hast das lichte Gottesreich In Herz und Welt gebracht.:,: 4. Nun bürgen Sorge selbst und Schmerz Für unsrer Kindschaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz, Wir sind ja sein Geschlecht.:,: 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst! Darauf ruht unser Heil. Wen du als Bruder anerfennst, Hat ewig an dir teil.:: Nicht ermittelt. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 55. Wer im Herzen will er fahren bemülhet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög' offenbaren, Der muß suchen in der Schrift, Bis er diesen Schatz antrifft. 2. Er muß gehen mit den Weisen, Bis der Morgenstern aufgeht Und im Herzen stille steht. Dann kann man sich selig preisen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist geboren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im Herzen war verloren. Seine Klarheit spiegelt sich in der Seele träftiglich. 4. Alles Fragen, alles Sagen Jst von Jesu nur allein Und von dessen Gnadenschein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That Diesen Schatz ge= funden hat. 7. Auch heißt nicht nach Jesu fragen, Wenn man nur zur Kirche geht und in der Versammlung steht, Eine Beichte herzusagen, Um zum Nachtmahl dann zu gehn, Meinend, dann sei g'nug gescheh'n. 8. Nein, wenn dies in deinem Leben Nach Gewohnheit nur ge= schicht, So ist noch nichts ausgericht't. Du mußt dich Gott ganz ergeben und im Glauben Nacht und Tag Deinem Jesu folgen nach. 9. Dann läßt er sich auch bald finden In dem Tempel, bei der Beicht', In dem Nachtmahl, und bezeugt, Daß die vorbegang' nen Sünden Sind vergeben, und sein Blut Reinigt Seele, Geist und Mut. 10. Dann fann man recht freudig treten Zu dem Gnadenstuhl und Thron Und den König mit der Kron' Als ein treuer Knecht anbeten, Der nichts suchet auf der Welt, Als was seinem Herrn gefällt. 11. Jesu, laß mich auf der Erden Doch nichts suchen, als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög' ähnlich werden In dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 12. So will ich mit allen Weisen, Die die Welt für Thoren acht't, Dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. Laurentius Laurenti,* 1660, † 1722. Mel. Wie schön leucht't uns der. 5. Uch, wie weit sind die zu 56. erzage, Bolt der ChriDie nur Wo ist Reichtum, Gut und Geld, Wo ist Anseh'n bei dem Glücke, nicht! Die den sehen auch sein Licht und finden den Erretter. Des wahren 28 Neujahrslieder. Gottes Sohn und Ruhm Stürzt| dem Sünder; deine Kinder sind aller Gößen Säulen um, Die die Frommen, Welche gläubig zu Bilder falscher Götter. Gott wird dir kommen. Selbst Hirt Seiner Herde, und die Erde sieht voll Freuden Gott selbst seine Herde weiden. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir, Durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir Und schenkt mir seine Liebe. Wie dank' ich dir, wie preis' ich dich? Du wirst mir gleich, ein Mensch, wie ich, Daß ich nicht hilflos bliebe. Tantvoll, Herr, soll Mein Gemüte deine Güte hoch erheben; Du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsternis die Welt, Du hast die finstre Welt erhellt, Des freuen sich die Frommen. Vom Aufgang bis zum Niedergang Erschallt der Völker Lobgesang, Die anzubeten kommen. Wie blind, Herr, sind, Die dich hassen, sich nicht lassen Gott belehren, Sich zum Vater zu bekehren. 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt und sich dir willig übergibt, Das kannst du nicht verschmähen. Wer seine Hoffnung auf dich setzt, Und sich in deinem Wort ergößt, Der foll dich selbst einst sehen. Dein Licht Jst nicht Bei 5. Mein Glaube sei mein Dankaltar, Hier bring' ich mich zum Opfer dar, Dir der Verlaff' nen Tröster. Jch bete dich in Demut an; Wer ist, der mich verdammen fann? Ich bin ja dein Erlöster. Von dir Strömt mir Gnadenfülle; Ruh' und Stille, Licht und Segen Find'ich, Herr, auf deinen Wegen. 6. Dir will ich ewig dankbar sein, Mich gläubig deiner Liebe freu'n Und immer dein gedenken. Mein Weihrauch sei Gebet und Fleh'n; Hin auf dein Beispiel will ich seh'n, Wenn hier mich Leiden fränken. Hab' ich Wenig Gold im Leben hinzugeben: voll Erbarmen Dien' ich, wie ich kann, den Armen. Mel. Jesu, meiner Seelen Rub. 57. eilt, Immer eilt es unverweilt, Als im Flug eilt es davon, Und bald ist es ganz entfloh'n. 2. Unachtsam auf seine Pflicht Mertet dies der Jüngling nicht, Sieht vor sich ein fernes Ziel, Rechnet noch der Jahre viel'. 3. Ihm dehnt sich die kurze Zeit Aus zur langen Ewigkeit; Aber schaut der Greis zurück, Dünkt sie ihn ein Augenblick. 7. Versich're mich durch deinen Geist, Daß du für mich erhöhet seist, Den Himmel mir zu geben. Bin ich nur meines Heils gewiß, Soll keine Macht der Finsterniß Mich hindern, dir zu leben. Für mich Kann ich nichts vollbringen; hilf mir ringen, Freund der Seelen; Ich will deinen Ruhm erzählen. Nicht ermittelt. 4. Neujahrslieder. 4. Leicht entflieht ein MorgensersSchaum, Steigend noch zergeht der Rauch: So ist unser Leben auch. 5. Selbst an Glück und Freuden reich, Ist es doch nur Blumen gleich; Die man früh noch prangen sieht, Sind am Abend schon verblüht. 6. Wellenreich und ohne Ruh' Stürzt ein Strom dem Meere zu; Wenn dich stolzer Wahn erfüllt, Schau' in ihm, o Mensch, dein Bild. Neujahrslieder. 29 Angesicht. 7. Schau', wie keine Welle| deinem Licht Ewig dort dein bleibt, Eine stets die andre treibt; Sie verschlingt das volle Meer, Hier ist keine Wiederkehr: Nicht ermittelt. 8. So vertreibet immerdar Dieses Jahr das nächste Jahr, Und 58. Dist, Wir danken dir, Mel. Vom Himmel hoch, da komm'. as das letzte rauscht vorbei, Eh' man's merkt, wie nah' es sei. 9. Auch auf Stunden habet acht! Wirket Gutes, denn die Nacht Kommt und rücket schon heran, Wo man nicht mehr wirken fann. Herr Jesu Christ, Daß du in mancherlei Gefahr Behütet uns auch dieses Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn Des Vaters auf dem höchsten Thron, Du woll'st dein' arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Es ist der Seelen Heil und Hort. Vor falscher Lehr', Abgötterei, Behüt' uns, Herr, und steh' uns bei. 4. Hilf, daß wir meiden Sünd' und Bahn Und fromm zu werden fangen an. Der alten Schuld nicht mehr gedent', Ein gnadenreiches Jahr uns schent'. 5. Hilf christlich leben, seliglich Einst sterben, und dann froh durch dich Am jüngsten Tage auferstehn. Und mit dir in den Himmel gehn, 6. 3u loben und zu preisen dich mit allen Egeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr' Zu deines Namens Lob und Ehr'. 10. Jetzt noch währt der Tag des Heils, Trefft die Wahl des besten Teils, Stellt euch dieser Welt nicht gleich, Seid an guten Werken reich. 11. Wenn ihr eure Zeit verträumt, Sie in träger Ruh' versäumt, Sie in eitlem Tand verderbt: Weh' alsdann euch, wann ihr sterbt! 12. Der Versäumnis eurer Pflicht Folgt im göttlichen Gericht, Wann der Tod euch hingerafft, Eine strenge Rechenschaft. 13. Aber so ist nicht der Christ, Der es in der Wahrheit ist: Eingedent der Ewigkeit Kauft er sorgsam seine Zeit. 14. Jede Stunde, da sein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Bleibet, flieht sie schon dahin, Jhm ein ewiger Gewinn. 15. Jede Stunde, wo er nützt, Waisen beisteht, Witwen schützt, Arme speist: die dauert dort Stets in ihrem Lohne fort. 16. Wohl dem, der an Jesum gläubt, Männlich kämpft, sein Fleisch betäubt, Seine Zeit zu nüßen strebt, Gott und seinem Nächsten lebt. 17. Wenn nun seine Stunde kömmt, Wird er nicht vor Angst beklemmt, Daß er nicht sein Heil bedacht, und sein Lauf ist wohl vollbracht. 18. Wohl ihm! er entschläft im Herrn, Stirbt getroft, gelassen, gern, Und schaut, Gott, in 2. 1. 2. Steuerlein,* 1546, † 1613. V. 3-6. Tappius, lebte um 1620. Mel Freu' dich sehr, o meine Seele. ilf, ge59. Hringen, Silf, das neue Jahr geht an; Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu' ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, Auch daneben all' das mein'. Neues Heil und neues Leben Woll'st du mir aus Gnaden geben. 2. Laß es sein ein Jahr der Gnade, Laß mich hassen meine Sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find'; Auch durch deine Gnad' verleih', Daß ich herzlich sie be Neujahrslieder. 30 reu'. Hilf mir, Herr, denn du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich schlafe oder wach', Sieh' du, Herr, auf meine Sach', Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd' und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich möge leben, Ohne Trug und Heuchelei, Dich und meinen Nächsten lieb', Und denselben nicht betrüb', Auf daß ich noch hier auf Erden Fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefang'ne Jahr. Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr; Steh' mir bei in aller Not, Auch verlaß mich nicht im Tod. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rift,* 1607. Mel. Nun laßt uns Gott, dem. 60. treten Mit Singen und un la't uns gehn und mit Beten Zum Herrn, der unferm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan= dern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen; 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Rob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib' mitten In unserm Kreuz und Leide Ein Brunnen unsrer Freude. 9. Gib mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Treue, Ein Herz, das dein sich freue. 10. Schleuß zu die Jammerpforten, Und laß an allen Orten Nach so viel Blutvergießen Die Freudenströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, Laf Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlass'nen Vater, Der Frrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken; Gib fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der hier uns herrlich ziere, Und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles woll'st du geben, Omeines Lebens Leben! So segne, so bewahre Uns in dem neuen Jahre. Paul Gerhardt,* 1606,+1676, Mel. Es ist das Heil uns kommen. 4. Denn wie von treuen Müt- 61.0 Gott, du bist der Herr tern Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also und auch nicht minder Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, Jn seinem Schoße sitzen. der Zeit Und auch Ewigkeiten. Laß mich mit froher Dankbarkeit A ch jezi dein Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin; Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Macht und Güte! Neujahrslieder. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen, Dich, den kein Wechsel treffen fann! Wir werden, sind gewesen; Wir blühen und verblüh'n durch dich, Nur du bist unveränderlich: Du warst, du bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begeg= nen. Mit jedem Morgen wird fie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Ich weiß von feinem Augenblick, Da nicht von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im vergang' nen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich, Aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verfloss'nen Tagen; Du wollest mich mit Baterhuld In Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß, Herr, mich stets gewissenhaft Vor deinen Augen handeln. Dein Geist belebe Herz und Mut, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht, dies reize mich, Die Lust der Welt zu fliehen; Um bess're Freuden müsse fich Mein Geist schon jetzt bemühen. Der Ewigkeit bin ich verwandt, Fm Himmel ist mein Vaterland: Dahin laß, Herr, mich trachten. 31 Mel. Valet will ich dir geben. 62. Bis hieher ist's gelungen, Vorüber ist das Jahr. Ich bin hindurch gedrungen Durch Sorgen und Gefahr. Nun schweige jede Klage, Mein ganz Gefühl sei Dant. Dir, Hüter meiner Tage, Erschalle Lobgefang! 2. Der du mich haft erhalten, Mein Schöpfer und mein Hort, Dich laß ich ferner walten Und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben, Er ist nicht weiter mein. Mein Herz, mein ganzes Leben Soll dir geheiligt sein. 3. In deinen Rat sich schicken, Ist Weisheit und gibt Ruh'. Soll mich die Armut drücken: Mein höchstes Gut bist du. Soll mich Verfolgung plagen: So schützest du mich doch. Soll ich Verachtung tragen: Ich trage, Herr, dein Joch. 4. Soll ich verlassen leben: Verlaß nur du mich nicht. Soll ich in Ängsten schweben: Sei meine Zuversicht. Und soll ich Krankheit leiden: Woll'st du Geduld verleih'n. Soll ich von hinnen scheiden: Führ' mich zum Leben ein. G. W. Sacer, 1635, † 1699. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. err, den die Sonnen 63. ihren Bau voll Pracht erhöh'n, Durch dessen Machtwort Welten werden Und Welten wieder untergehn; Herr, den durch laute Lobgesänge Der Kreaturen ganze Menge In aller Zeiten Lauf erhob! Der Engel Chöre nachzuahmen, Preist unsre Seele deinen Namen, Und unsern Mund erfüllt dein Lob. 8. Olehre selbst mich meine Zeit Mit Weisheit, Herr, verwenden, Und laß den Lauf zur 2. Wie, Gott, dein Arm die Ewigkeit Mit Treue mich voll- Welt bewahre, Verkündigt jeder enden. Der Tage Last erleicht're Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt mir, Bis meine Seligkeit bei dir dem nächsten Jahre Die großen Dein. Kein Wechsel weiter störet. Wunder deiner Macht. Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, Nicht ermittelt. Neujahrslieder. 32 Du bist und bleibest, wir vergehen, Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben. Das uns dein Gnadenrat gegeben, Im Abgrund der Vergangenheit. 3. Kommt, heut' sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsres Mundes Stimm' ohne Falsch das Herz auch bei. Land, gelobe, Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst ge= pflanzet hat. Eaß wandeln uns seinen mit ihrem vollen Segen Uns seine Vatergüte satt. 7. Dies Fleh'n sei vor dir Ja und Amen, Du kannst mehr thun, als wir verstehn; Erhör' uns, Gott, in Jesu Namen, Und laß uns deine Hülfe seh'n. Wir trauen deiner Macht und Gnade, Erhalt' uns auf dem eb'nen Pfade, Den unser Herr uns wandeln lehrt. segne, Vater, dir zum Preise Auch dieses Jahr, und so beweise, Du sei'st es, der Gebet erhört. Joh. Adolf Schlegel,* 1721, † 1793. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 64. Gott ruft der Sonn' und Das Jahr darnach zu teilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 4. Gott, schau' herab aus deinen Höhen Mit Huld auf unser Volt und Land. Gib uns, was wir in Chrifto flehen, Aus deiner milden Vaterhand. Gott, sättige 2. Herr, der da ist und der da mit langem Leben Den König, war, Von dankerfüllten Zungen den du uns gegeben, Durch Fröm- Sei dir für das verfloss'ne Jahr migkeit besteh' sein Thron. Lehr' Ein heilig lied gesungen! Für du ihn selbst das Land beglücken, Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Daß wir in ihm dein Bild er- Für Fried' und Ruh', für jede blicken, und sei sein Schild und That, Die uns durch dich ge= großer Lohn. 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, Die um den Thron des Königs stehn, Daß ihren Rat die Weisheit leite, Und sie des Voltes Wohl erhöh'n; Sei mit den Obern unsers Landes, Auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes Jhr Amt und Wirken wohl gedeih'. Du wollest deiner Gülte Segen Auf alle treuen Bürger legen, Daß jeder dir gehorsam sei. lungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, Jn deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Not und Schmerz Die Glücklichern beneiden. Und der 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlass'nen dich bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf 6. Des Heiligtumes Diener stärke Der Geist des Lichtes und der Kraft, Er, der zu ihrem Segenswerke Das Wollen und Vollbringen schafft. Der Lehrer Arbeit laß geraten, wenn sie mit treuer Hand die Saaten Der Weisheit und der Wohlfahrt streu'n. Bild' auch das zarte Herz der Jugend, Laß wahre Weisheit, fromme Tugend Die Zierde unsrer Jugend sein. I unsern König nieder. Passionslieder. 33 6. Daß Weisheit und Gerech-| Treu' und Liebe bei uns sei: tigkeit Auf seinem Stuhle throne, Dies, lieber Vater, dies verleih' Daß Tugend und Zufriedenheit In Chrifto, deinem Sohne. In unserm Lande wohne, Daß Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. 5. Passions lieder. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe 65. Senke bich auf uns hers 66. seiden zu bedenken, Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. err, stärke mich, dein nieder, der uns mit Feuer tauft! Alle sind wir Christi Glieder, Alle durch sein Blut erkauft. Füll' mit Andacht unsern Geist, Daß er sich der Welt entreißt, Und in Christo Ruhe finde Für die schwere Last der Sünde. Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer statt gemartert und zerschlagen Die Sünde tragen: 3. Welch' wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich em-= pfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es beugt mich tief, und es erhebt mich wieder, Entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebildt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemülte In deine Güte. 2. Lehre selbst uns witrdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; Laß uns jenen Tag erneuern, Wo er sich dem Tod geweiht. Fülle mit der Wehmut Schmerz Das zu ihm gewandte Herz, Und von deinem Strahl getroffen Steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Laß den Mittler unfres Bundes Uns in seiner Schönheit seh'n. Laß die Reden seines Mundes Nicht vor uns vorübergehn. Führ' uns nach Gethsemane, Diesen Ort voll Angst und Weh', Wo die Todesnacht ihn schrecket Und mit blut'gem Schweiß bedecket. 4. Zeig' uns ihn, den Weltversöhner, Unter seiner Mörder Schar, Wie auf Erden keiner schöner, Keiner so verachtet war; Wie er unter Spott und Hohn, Unter seiner Dornenfron', Geißelschläg'n und Todeswunden, So geduldig ward erfunden. 5. Ja, du heilige Gemeinde, Blick zu deinem Haupt empor, Zum Erlöser, deinem Freunde, Den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetimmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. Nicht ermittelt. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken! Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kommt es zu, fie demutsvoll zu preisen, Zu seh'n, wie hoch, wenn Gott 3 34 Passionslieder. uns Gnad' erzeiget, Die Gnade| mein Heil, da du für mich ge= fteiget. storben, Am Kreuz erworben. 9. Mein Herz ergreift, Herr, dein Verdienst im Glauben, Nichts soll den Trost, den du erwarbst, mir rauben. Du starbst für mich, nun bin ich, wenn ich sterbe, Des Himmels Erbe. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben, So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, Jm Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete: So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. 11. Cockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd'Ich matt im Laufe guter Werke, So sei's mir Stärke. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715, † 1769. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du. deinen Geist mich 67. Pa stets, mein Heiland, lehren, Dein Kreuz im Glauben dankbar zu verehren, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe Mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Könnt' ich zugleich as Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben: Wie dürft' ich noch nach meinem Willen leben! Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Wie sollt' ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen Mit stiller Demut und Geduld ertragen, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Wie sollt' ich meine Miterlösten hassen, Für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für alle, die mich untertreten, Gleich dir noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, Schalt'st auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem reinen Herzen, Dies ist der Dank für deine Todesschmerzen, Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, Dir nachzuahmen. 8. Welch' großes Heil! du littest uns zu gute, Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute; Du hast 12. Seh' ich dein Kreuz.. den Klugen dieser Erden Ein Ärgerniß und eine Thorheit werden: So sei's doch mir, trotz alles frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenten. Dein Kreuz, das sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude. Emanuel Christian Gottl. Langb der, 1792. Mel. O du Liebe meiner Liebe 68. eu, meines Lebens Leben, Du, mein Heiland, schlummerst ein, Mir den größten Trost zu geben, Der die Seele kann erfreu'n. Du, Verföhner, neigeft müde Auf die Brust dein Haupt herab; Du, du stirbst! dein Tod ist Friede, Ruh' und Ehre ist dein Grab. 2. Ruhe sanft im Schoß der Erde, Weihe du mein Grab mir ein, Daß auch mir die Hoffnung werde, Meiner Ruhe mich zu freu'n. Ach, du hast nun ausgelitten, Wie noch nie ein Dulder litt, Hast den größten Sieg erstritten, Wie fein Sieger ihn erftritt. 3. Alle Früchte deiner Leiden, Deiner Siege sind auch mein, Passionslieder. 35 Daß ich durch dich erlöset bin. Ich soll aller deiner Freuden| schlägt dir voll Dant entgegen, Froher Mitgenoffe sein. Welche Wonne, welcher Segen Fließt aus deinem Tod mir zu! Führe du auf meinen Wegen Mich auch dieser Wonne zu. 4. So sei denn dein bitt'res Leiden Ewig unvergeßlich mir. Dankbar schlag' im letzten Scheiden Noch der letzte Pulsschlag dir. Dann soll mich die Hoffnung trösten, Dich, der für mich starb, zu seh'n, Und im Kreise der Erlösten Dir zur Rechten einst zu stehn. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Gethsemane und Golgatha, Jhr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe fah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb. Heil uns, wenn wir auf dich vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb. Nicht ermitt t. Mel. Die Tugend wird durch's. 69. paß mir die Feier Pner Leiden, mir die Feier ner Mittler, heilig sein, Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weih'n. Ich seh' auf Dich, der so entschlossen Für mich die Last des Kreuzes trug, Der mir zum Heil sein Blut vergoffen, Des Herz noch sterbend für mich schlug. 2. Wie seid ihr mir so lieb und teuer, Gethsemane und Gol gatha, Jhr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe fah! Hier lern' ich jede Tugend üben, In Not und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben, Und selbst dem Todfeind zu verzeih'n. dei Erhabbei 3. D'rum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze seh'n, Und dich, o Herr, für deine Wunden Mit tiefgerührtem Dank erhöh'n. laß mich deine Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undant es vergessen, Was du für mich erduldet haft. 4. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein; Still soll dein Kreuz mich stets begleiten, und jede meiner Stunden weih'n. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein feligster Gewinn; Mein Herz Christoph Georg Ludwig Meister, * 1738,+1811. 70. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. eg, Welt, mit deinen Freuden Und dem, was dir gefällt! Schau' meines Jesu Leiden, Der sich zum Opfer stellt! Entsagt den Fleischeslüften, Der Herr trägt Qual und Pein: Wie können wahre Christen Sich eitler Weltluft freu'n? 2. Ach, seht sein Seelenschrecken! Er zagt, er wird betrübt, Er muß den Zornkelch schmecken, Den ihm sein Vater gibt. Seht, wie er uns zu gute Selbst mit dem Tode ringt, Und wie sein Schweiß mit Blute Jhm aus den Adern dringt! 3. Wie frech wird er verraten! Man legt ihm Fesseln an! Ach, unsre Missethaten, Die haben dies gethan. Er lässet sich verklagen, Er wird verhöhnt, verspeit, Verspottet und geschlagen, Der Herr der Herrlichkeit. 4. Man schlägt im wilden Hohne Mit Geißeln auf dich zu; Du trägst die Dornenkrone, Du Himmelskönig, du! Du wirst ans Kreuz geheftet, Das du getragen hast; Doch, was dich mehr entträftet, Jst unsre Sündenlast. 5. Wer hätte bei d Mördern Den Heiligsten gesucht? Den Segen zu befördern, Wirst du filr uns verflucht. Die dich zu Boden treten, Dich schmäh'n in's Angesicht, Für die selbst willst du beten, Denn Rache kennst du nicht. 3* 36 Passionslieder. 6. Dein Durst, o lebensquelle,| geliebt. Weihe, Herr, auch unsre Geht auf mein Seelenheil; Du ringst mit Tod und Hölle, Das Leben ist mein Teil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bei mir sei, Und weil du mußt er blassen, Bin ich vom Tode frei. Herzen Durch dein Licht, das Freud' in Schmerzen, Himmelsruh' im Sterben gibt. 7. Deine Jünger, die mit Freuden Thränen trocknen, und im Leiden Den Bedrängten gern erfreu'n, Die, gleich dir, in eig'ner Plage Tröstend stillen fremde Klage, Können nie verlassen sein. 7. Die Welt mag voller Freuden Den Weg zur Hölle gehn: Ich will bei Jesu Leiden Und seinem Kreuze stehn. Jesu, deine Liebe Trieb dich in Tod und Grab; Ich sterb' aus gleichem Triebe Nun meinen Lüsten ab. Nicht ermittelt. 8. Wenn ich recht die Meinen liebe, Redlich sorge, Sanftmut übe, Treu das Herz dem Freunde schlägt: Hab' ich schon die Hand gefunden, Die auf meine letzten Wunden Sanft der Liebe Balsam legt. 9. Treu der Heil'gung nachzujagen, Treu das Kreuz dir nachzutragen, Treu zu wirken vor der Nacht: Leuchtet dazu mir dein Leben, Wird dein Tod mir Mut einst geben, Wenn mein Lauf nun ist vollbracht. 10. Ach, wie du zurück dann schauen kann ich nicht, doch mit Vertrauen, Wenn das Herz nur treu mich heißt. Treue rithmet sich der Gnade, Spricht mit dir am letzten Pfade: Gott, empfange meinen Geist. Eigene Melodie. 71. Seht die Mutter dort voll Schmerzen, Weinend mit zerriff'nem Herzen, Zu des ohnes Kreuze geh'n! Seht, in tiefen Gram verloren, Den vor Allen er erforen, Seinen Jünger bei ihr stehn! 2. Was ist ohne ihn ihr Leben? Nein, sie können nicht erbeben, Dem Getreuen treu zu sein. Seiner Liebe Segen erben, Mit ihm leiden, mit ihm sterben, Ist für sie noch Trost allein. 3. Er erkennet bald die Seinen, Hört ihr Klagen, sieht ihr Weinen, Sieht durchbohrt der Mutter Herz. In den letzten Kreuzesstunden Fühlt er nicht mehr eig'ne Wunden, Fühlt nur der Verlass'nen Schmerz. 4. Tröstend blicket er hernieder, Legt sein teures Erbe nieder, Gibt der Treue ew'gen Lohn. Weib, so Eigene Melodie. ſpricht er, nicht mehr Mutter, Du 72. Meine Liebe hängt am bist dieses mein Jünger, bist ihr Sohn. Kreuz; will ihn daselbst umfassen und nicht lassen, Daß er durch sein teures Blut Mache mich gerecht und gut. 5. Aller Erdensorg' enthoben Wendet sich sein Geist nach oben, Sieht erhellt die dunkle Nacht, Sieht am Ziel sein Werk verkiäret, Sieht den letzten Kelch geleeret, Jesus ruft: es ist vollbracht! 2. Meine Liebe hängt am Kreuz; Was hang' ich noch an der Erde Mit Beschwerde? Wäre nur die Welt doch mir Und auch ich ge= freuzigt ihr! 3. Meine Liebe hängt am Kreuz; Ich will seiner stets gedenken, 6. Nein, nicht trostlos, nicht verlassen, Sah'n, Vollender, dich erblassen Sie, die du so treu 11. O du, der die Deinen kennest, Mutter, Bruder, Freund sie nennest, Du bist selbst ihr Trost und Teil, Bist ihr Freudenquell im Leiden, Bist ihr Schirm und Fels im Scheiden, Ewig, ewig dort ihr Teil. Nicht ermittelt. Passionslieder. 37 Wenn mich kränken Sünde, Teufel,| Dieses weiß mein Herz zu finden, Höll' und Tod, Er erlöst aus aller Not. Und die Welt zu überwinden. 4. Meine Liebe hängt am Kreuz; Darauf will ich fröhlich sterben Und ererben, Was mein Gott mir hält bereit In der ew'gen Seligkeit. 2. Triebbechow, lebte um 1678. Mel. Christus, der uns selig macht. 73. hilf, Chrifte, Gottes Sohn, Durch dein bitt'res Leiden, Daß wir, dir stets Interthan, All' Untugend meiden, Deinen Tod und sein' Ursach' Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. M. Weiß,+1534. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. 74. D range, Welt, mit deinem Wissen, Das du jetzt so hoch gebracht, Ich kann deine Weisheit missen, Die mich doch nicht selig macht. Meines Jesu Kreuz und Pein Soll mein liebstes Wissen sein; Weiß ich das im wahren Glauben, Wer will mir den Himmel rauben? 2. Andre mögen Weisheit nennen, Was hier in die Augen fällt, Ob sie gleich den nicht erkennen, Deffen Weisheit alle hält: Mir soll meines Jesu Pein Meine Kunst und Weisheit sein; Das Geheimniß seiner Liebe Ist die Schul', da ich mich übe. 3. Andre mögen ihre Ginnen Schärfen durch Verschlagenheit, Daß sie Lob und Ruhm gewinnen Bei den Großen dieser Zeit. Ich will meines HeilandsSchmach Ganz alleine denken nach; Christen will es nicht geziemen, Daß sie sich des Eitlen rühmen. 4. Andern mag es wohl behagen, Wenn sie hurtig und geschickt Große Schätze sich erjagen, Und wenn ihnen Alles glüdt. O mein Reichtum, Glück und Teil Ist der armen Sünder Heil; 5. Ei, so fomm, mein wahres Leben, Komm und unterweise mich; Dir will ich mein Herz ergeben, Daß es wisse nichts als dich. Teure, liebste Wissenschaft, Ach, beweise deine Kraft, Daß ich einzig an dir hange, Und nichts außer dir verlange. 6. Weiß ich keinen Trost auf Erden, Klagt mich mein Gewissen an, Will mir angst und bange werden, Ist nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des Gesetzes Joch: So laß mich bedenken doch, Daß du hast mit deinem Blute Gnad' erlanget mir zu gute. 7. Ach, mein Jesu, pflanze weiter Dieses Wissen in mein Herz; Sei mein treuer Freund und Leiter, Und laß deines Todes Schmerz, Deine schwere Kreuzes= pein Mir stets in Gedanken sein. Du hast sie mir wollen schenken, Daran laß mich ewig denken. 8. Endlich, wann des Todes Grauen Alles Wissen von mir treibt, So laß meine Augen schauen Diesen Trost, der ewig bleibt. Jesu Leiden, Kreuz und Pein Soll mein letztes Wissen sein. Jesu, hilf mir dies vollbringen, So will ich dir ewig singen. Johannes Job,* 1664, † 1736. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 75. o dein Leben, Von Liebe zeugte jede That. Zum Opfer dich für uns zu geben, War deines Vaters heil'ger Rat; Ihn zu vollzieh'n mit will'gem Herzen, Betratest du den Weg der Schmerzen, Und gingst in tausendfache Not; Warst voll Erbarmen gegen Feinde, Du liebtest deine schwachen Freunde, Und liebtest sie bis in den Tod. 2. O Liebe, Liebe sonder gleichen, Wie göttlich groß, wie wunderbar! Kein Sterblicher fann 38 Passionslieder. dich erreichen, und keiner aus der| großer Lohn. O welcher Trost im Engelschar! Des ew'gen Vaters Leide! Gedenke, Herr, der MeiThron verlassen, Um hier am nen auch, Wenn ich von hinnen Kreuze zu erblassen, und uns vom scheide. Tode zu befrei'n, Des Himmels unnennbare Freuden Vertauschen mit der Erde Leiden: Kann eine Liebe größer sein? 5. Wie flehtest du für meine Ruh': Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich, deinen Sohn, verlassen? In Todesqualen liebst du treu, D'rum will ich dich umfassen. 3. Wer diese Liebe kennt, der bete Sie mit der tiefsten Ehrfurcht an. Wir wollen deiner Todesstätte, Herr, uns gläubig dankbar nah'n. Hier steh'n wir unter deinem Kreuze, Daß uns dein hohes Vorbild reize, 3u thun, was Liebe uns gebeut. Du lehrst uns, ohne Droh'n und Klagen Die Lasten unsrer Brüder tragen, Wir sind zu folgen dir bereit. 4. Das Herz zur Liebe zu entzünden, Blick' ich hinauf nach Golgatha; Der Kränkung Schmerz zu überwinden, Erwäg' ich fromm, was dort geschah. Auch meine Feinde will ich lieben, Der Brüder keinen je betrilben, Für welche du gestorben bist. Auch unter Opfern und Beschwerden Will ich des Nächsten Helfer werden. Hilf mir dazu, Herr Jesu Christ. Chr. Sturm,* 1740,+1786. Mel. Da Jesus an dem Kreuze stand. it tiefer Ehrfurcht bete 76. stamme seh' ich dich Für meine Schuld erblaffen. Laß deiner Worte Gotteskraft Mich tief zu Herzen fassen. 2. Dich traf der Feinde Hohn und Spott, Da flehtest du: ver= gib, o Gott! Du willst der Sünrege Liebe Macht, Dem Feinde zu vergeben. 3. Noch heute sollst du dich erfreu'n, Mit mir im Paradiese sein, Sprachst du zum Sünderherzen. Sprich auch zu mir dies sel'ge Wort In meinen Todesschmerzen. 4. Sieh', Mutter, sieh', da ist dein Sohn! Ich bin des Jüngers 6. Mich dürftet! rufft du in dem Schmerz; Nach mir verlangt dein brechend Herz, Ich falle dir zu Füßen. Laß, Herr, wenn meine Zunge lechzt, Mir deinen Trostquell fließen. 7. Es ist vollbracht! so sprach dein Mund; Versiegelt ist der neue Bund, Errungen ist mein Erbe. Jch singe froh: es ist vollbracht! Wenn ich mit dir einst sterbe. 8. Ruf' mich zu deinen Siegeshöh'n, Daß ich mit dir kann freudig fleh'n An meinem letzten Ende: O Bater, dir befehl' ich nun Die Seel' in deine Hände! 9. Wo flieh' ich hin, wenn alles weicht, Wenn sich mein Tag des Lebens neigt? Zu dir, zur Gnadenpforte! Zum Himmel führest du mich ein Durch deine letzten Worte. 10. Wenn sich mein Pfad in Nacht verliert, Mich deine Hand zu bewähren, Dann laß der letzten Worte Licht Mir meine Nacht verklären. Wilhelm Hülsemann,* 1781,+1865. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 77. in Lamm geht hin und die Welt und ihrer Kinder; Es geht und büßet in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, und gibt sich auf die Marterbank, Entsaget allen Freuden; Es duldet willig Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: ich will's gern leiden. Passionslieder. 2. Dies Lamm ist Jesus, unser Freund, Der Heiland unsrer Seelen, Den wollte Gott, der Sünde Feind, Zum Sündentilger wählen. Sohn, sprach er, nimm dich derer an, Die über sich im blinden Wahn Selbst Schuld und Strafe brachten. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß, Doch du vermagst es, mache los, Die tief im Elend schmachten. 3. Ja, sprichst du, und von Herzensgrund, Leg' auf, ich will es tragen, Mein Wille hängt an deinem Mund, Mich magst du für sie schlagen! unerhörteliebesmacht, Daß Gott, was nie ein Mensch gedacht, uns seinen Sohn gegeben! Oliebe, Liebe, du bist groß! Du senfest den in's Grabes Schoß, Vor dem die Felsen beben. 4. Du führest ihn zum Kreuzesstamm, Damit wir Gnade finden, Du lässt ihn schlachten, wie ein Lamm, Zum Opfer für die Sünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein teures Leben sich In milden Strömen Blutes. Lamm Gottes, o wie soll ich dir Genug es danken, daß du mir Erzeigest so viel Gutes? 5. Mein ganzes Leben will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich wie du mich, mit treuer Lieb' umfassen. Du bist mein Trost, du bleibst mein Licht, Selbst wenn mein Herz im Tode bricht, Sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Auf ewig nun verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichteit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. Mein Lebensquell sich Und deinem Namen für und für Jn Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut' gethan, Das will ich stets, so gut ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 39 7. Wohlan, mein Herz, so öffne dich, Dir soll ein Kleinod werden; Kein Schatz wie dieser findet sich Im weiten Schoß der Erden. Weg Ehr' und Lust der eitlen Welt! Was mich erfreut, was mir gefällt, hat nun mein Herz gefunden. Dies ist mein Schatz und höchstes Gut: Versöhnung, Jesu, durch dein Blut, Und Heil aus deinen Wunden. 8. Dies Heil will ich mir alle= zeit Im Herzen tief erwägen. Es sei mein Schild in allem Streit, Jm Mangel reicher Segen, Es leuchte in der Nacht mir hell, In Wüsten sei's mein Lebensquell, Beim Hunger Seelenspeise; In Freuden sei's mein höchstes Glück, Zum Himmel leit' es meinen Blick Auf meiner Pilgerreise. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Du, Heiland, bist mein Leben. Ob auch die Trübfalsglut mich trifft, Dein Kreuz muß Schatten geben. Zieht auch das Wetter um mich her, Mag auf dem tiefbewegten Meer Mein Lebensschiff oft schwanken: Du bist mein Anter in der Flut, Du stärkst mich durch dein teures Blut, D'rum kann ich nimmer wanten. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, Werd' ich durch dich, Herr, selig sein, Durch deine Todesleiden. Dann reichst du mir die Ehrenfron', mit welcher ich will zu dem Thron Des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, Auf den im Leben ich gebaut, Geschmückt zur Seite stehen. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Mel. Herr Gott, nach deiner großen. 78. Mein Lebensfileft, wen auserfor'nes Teil, Wie kann ich g'nug in Ewigkeit erkennen Die Liebesglut, darin du wolltest brennen, Und öffnen mir den Weg zum wahren Heil? Odaß mein Herz so schmelzen 40 Passionslieder. möcht', wie du, Und dir in voller| Judaskuß beflecken, Um meines Dankbarkeit zufließen, Dir dann Herzens Falschheit zu bedecken, die Früchte wieder bringen zu, und deine Felsentreu' zu machen Die mir aus deiner Todesangst tund. Die Jünger flohen, denn entsprießen! du wollt'st allein, Ohn' allen Trost, des Zornes Kelter treten Für die, die sonst in steter Höllenpein Von dir verbannt zu sein verdienet hätten. 2. Du hobst dein Leiden an in dunkler Nacht, um mir die Nacht der Sünden zu zerteilen. Ich sehe dich aus Salems Pforten eilen, Und mir des Himmels Pforten aufgemacht. Du schwebst dahin durch Kidrons schwarzes Thal, Um aus dem Schlamm der Sünden mich zu heben. Am Ölberg wartet auf dich Angst und Qual, Um deines Friedens Ölzweig mir zu geben. 3. Im Garten ward die Todesfrucht gepflückt, Fm Garten ward das höchste Gut verloren; Und du haft einen Garten dir erkoren, Wo du der Strafe Gottes mich entrückt. Hier wurdest du in Traurigteit versenkt, Mit Furcht und Schrecken um und um befangen, Daß ich von Allem, was mich nagt und kränkt, In deiner Angst Befreiung möcht' erlangen. 7. Man stellte dich vor's scharfe Blutgericht, Die falschen Zeugen brachten ihre Klagen, Und du haft nicht ein Wort d'rauf wollen sagen, Weil ich auf tausend konnt' antworten nicht. Ich hatte deines Namens Heiligkeit Mit Mund und That verlästernd Hohn gesprochen: D'rum wurde dir in Ungerechtigkeit Als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Die Backenstreiche, die die böse Rott' Mit Speichel mischte, die hatt' ich verschuldet; Du hast die allerherbste Schmach erduldet, Sonst wär' ich worden aller Teufel Spott. Vornehmlich hat man deines Lehramts Ehr', O mein Prophet, recht freventlich verhöhnet, Daß die Verachtung deiner Gnadenlehr', Die ich begangen, möchte sein versöhnet. 4. Der Lebenshaft zerbrach der Adern Band, Und drang mit Macht durch alle deine Glieder. Du sankest in den Staub der Erde nieder, Wardst als ein Wurm bedeckt mit Blut und Sand; Sonst müßt' ich vor der Hölle Qual und macht In Todesangst und rettungslos erbeben; Jch läge in des Abgrunds tiefster Nacht, Dem ewigen Gerichte übergeben. 5. Der Übelthäter Schar dringt auf dich ein In großem Grimm, mit Fackeln, Schwert und Stangen, Ein einzeln unbe- bewahren. wehrtes Lamm zu fangen. Ach, ohne dich würd' ich gefangen sein; Es würde ja der Hölle finst're Schar Als ein verlor'nes Schäflein mich verschlingen, Hätt'st du dich nicht dem Wolf gestellet dar, Als Hirte seinen Raub ihm abzuzwingen. 6. Du ließest deinen anmutsvollen Mund mit einem schnöden 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit Verleugnet und damit dein Herz durchstochen: Ach, wie viel öfter hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro leid; Und darum hast du den treulosen Knecht Beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, Laß deinen Geist dies schwache Rohr 10. Man schleppt dich frühe vor Pilatus Haus; Weil du auch willst für Unbeschnitt'ne leiden, So gibt man dich an Sünder aus den Heiden. Man schreit als einen Aufruhrstifter aus Dich, Friedensfürst, den König aller Welt! Herr, ich bekenn' die Schuld, ich war verloren, Weil ich mich deinen Passionslieder. 41 Feinden zugesellt, Und meine Lust| aller Opfer Gegenbild; Der Bürge zum König hatt' erforen. zahlet hier den letzten Scherfen, Hier wird durchbohrt mein ein'ger Glaubensschild Vom Pfeil, den Gottes Zorn auf mich wollt' werfen. 11. O Ünrecht, daß man dich mit Barrabas, Dem Mörder, auf die Wagschal' durfte setzen! Greuel, daß man dich durft' schlimmer schätzen! Raserei! o mehr als Rains Haß! Doch warum zürn' ich mit der Juden Wut? Bin ich nicht selbst so arg und blind gewesen, Da ich elenden Dampf fürs höchste Gut, Da ich den Tod fürs Leben auserlesen? 16. Der zwischen Erd' und Himmel Frieden schafft, Hängt als ein Scheusal zwischen Luft und Erden. Sollt' ich der Engel Mitgenosse werden: Er mußte zwischen Mördern sein verhaft't. Sein ganzer Rock und sein gevierZur Beute ward teilt Kleid den Knechten überlassen: So sollt' das Kleid der Blutgerechtigkeit Die Welt in allen Teilen ganz umfassen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, War nicht so schwer, als meine Sünden riefen. Die Ströme Blut's, die dir vom Leibe triefen, Da dich Pilatus scheußlich geißeln ließ, Sind mir zum Spiegel der blutroten Schuld, Der Höllenstreiche, die du haft empfunden, Da du für mich gelitten in Geduld, Daß ich genesen möcht' durch deine Wunden. 13. Der Ehrenkönig trägt ein Purpurkleid, Damit ich möcht' in reiner Seide glänzen. Den blut'gen Scheitel müssen Dornen tränzen, zu schenken mir den Kranz der Herrlichkeit. Man tritt den Glanz der höchsten Majestät Durch spöttisch Krönen freventlich mit Füßen, Weil ich sonst ewiglich verdienet hätt', Als Frevler wider Gottes Kron' zu bilßen. 14. Gottes Lamm, wie willig trägest du Das Fluchholz, um den Fluch von mir zu heben, Das Holz, das mir sollt' Lebensfrüchte geben, und unter seinem Schatten schaffen Ruh'! Du Himmelszierde, du hängst nackt und bloß, Um meiner Nacktheit Schande zu bedecken; Du wirst zum Scheusal für mich Erdenkloß, Um von dem Sündendienst mich abzuschrecken. 15. Du bist, du schauervolles Golgatha, Das Trau'rgerüste, d'rauf der Schöpfer litte, Der Kampfplatz, da der Weibessame stritte, Der Schauplatz, da man's höchste Wunder sah. Hier hänget 17. Des Bundes Blut erwies die erste Kraft Am Schächer, der noch in den letzten Stunden Durch wahre Buß' und Glauben Gnad' gefunden. Für alle Sünden war nun Rat geschafft. Doch ist aus tausend einem dies gescheh'n, So ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; Der andre Schächer muß zu gründe gehn, Weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Tag ging Jesu unter, und mir auf. Dem Sonnenschöpfer will kein Licht mehr scheinen, Der Helfer muß als ein Verlaff'ner weinen, Sein Angstgeschrei hemmt der Geschöpfe Lauf. Wer zittert nicht? der Löw' aus Juda brüllt! Den Sohn der Liebe trifft des Vaters Rute! Was Wunder, daß sich die Natur verhüllt? Seelenlicht, was trägst du mir zu gute! 19. Nun weiß ich, daß die Macht der Finsternis Zerstöret ist; muß ich schon ratlos gehen Durch dunkle Thäler, und verLassen stehen Von allem Troft, so bin ich doch gewiß: Die Sonne muß vorher von Glut und Schein Beraubet, in des Abgrunds Kluft sich senken, Eh' ich von Jesu werd' geschieden sein, Und eh' er nicht wird meiner mehr gedenken. Passionslieder. 20. Du wirst, o lebensborn,| stärkt, das labt, das macht allein vor Durst verzehrt, Raum ist ein Mein Herz von allen Sünden rein. Tröpflein Essig, dich zu laben; Und alle Ströme deiner Himmelsgaben Sind meinem Durst im überfl ß beschert. Du gibst dein Leben endlich in den Tod, Dringst durch den Tod in's Paradies zum Leben, um mir in meiner letzten Todesnot Aus freier Gnad' die Lebensfron' zu geben. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich fann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud' eingehn. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil und Gnadenthron, Dein Blut, das mir Vergebung schafft, Gibt mir auch neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll' und Tod, So laß dein Blut mein Labsal sein und mache mich von Sünden rein. Jch. Olearius,* 1611, † 1684. 42 21. D'rum soll, so lang' ein' Ader in mir schlägt, Mein Herz dein Kreuzesbildnis in sich schlieBen, Mein Mund in Lobgesängen sich ergießen, Mein Alles sein zum Opfer dargelegt. Die Sünde, die dir solche Centnerlast Hat aufgebürdet, will ich stets verfluchen, Und was du für mich abgetragen haft, Mit treuer Liebe 22. Die Seite, die dir ist mit einem Speer Durchstochen, soll mir sein zur Zufluchtskammer, Darin ich mich fest at dein Herze klammer', Wenn Belial mich jagt mit seinem Heer. Dein Blut mir stets ein off'ner Brunnen sei, In dessen Abgrund sich die Schuld verliere; Schenk' deines Geistes Wasser mir dabei, Der mit dem Schmuck der Heiligkeit mich ziere, 23. Kommst du mit Blut und Wasser dann zu mir, Ich will dir Blut und Wasser wieder bringen. Ich will nun durch den off'nen Vorhang dringen, Mich nahen in Freimültigkeit zu dir. Ich will in meiner letzten Todesnot Des Blutes Kraft, des Geistes Pfand, anrühren, Dein Blut wird mich befrei'n vom ew'gen Tod, Wird mich verklärt in's Himmelserbteil führen. Friedr. Adolf Lampe,* 1383,+1729. Mel. Herr Jesu Christ, mein Lebens. Christ, dein 79. Hreures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut, Das M- 1. Wer nur den lieben Gott. 80. Du gehst zum Garten, um zu Jesu, nimm mich mit. Laß mich an deine Seite treten, Ich weiche von dir keinen Schritt; Und sehen will ich's andachtsvoll, Wie man im Glauben beten soll. 2. Du gehest zitternd und mit 3agen, Und bist bis in den Tod betrübt; Ach, dieses soll an's Herz mir schlagen, Mir, der viel Sinden ausgeübt. Du willst es, daß ein Herz voll Reu' Mein Anfang zum Gebete sei. 3. Die Jünger müssen ferne bleiben, Du suchst die stille Einsamkeit; hilf mir, Alles zu vertreiben, Was im Gebet mein Herz zerstreut; Fern sei die Welt, nimm mich allein, Und laß nur uns beisammen sein. 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht; So soll die Demut fich geberden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug' ich vor ihm meinen Sinn, Ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Man sah dich in den tiefsten deinem Bater fleh'n; Ach, laß auch mich mit Kindesherzen Zum lieben Passionslieder. Vater aufwärts seh'n. Ich halte mich getroft an' dich, Und rufe: Vater, höre mich! 6. Lamm Gottes, o wie bist du stille, Hältst in der Bitte dreimal an: Ich soll, das ist dein Liebeswille, Stets also thun, wie du gethan. Hilft Gott nicht gleich, wenn ich gefleht, Will ich doch halten am Gebet. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen Des allerbesten Vaters ein. So soll auch mein Gemült sich stillen, Dann wird mein Fleh'n erhöret sein. D'rum bet' ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. 8. Obgleich die Jünger dein vergessen, Du denkst an sie mit treuem Sinn, Und ob dich alle Martern pressen, Voll Sorge gehst du dreimal hin. Mein Beten bleibet ohne Frucht, Wenn es des Nächsten Heil nicht sucht. 9. Den frommen Betern wird's gelingen; Es hörte Gott dein heißes Fleh'n, Und fandte, Stärfung dir zu bringen, Den Engel von des Himmels Höh'n. Auf gleiches Beten folgt auch mir Der gleiche Segen, Herr, wie dir. 10. D'rum hilf mir, Jesu, so zu beten, Wie mich dein heilig Vorbild lehrt; So kann ich frei zum Vater treten, So werd' ich stets von ihm erhört, So geh' ich betend himmelein Und will dir ewig dankbar sein. Joh. Mentzer,* 1658, † 1734. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 81. So gehst du, Jeſu, williglich, Dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. 43 2. Du Held, der Andern Stärke gibt, Was fann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, Des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie', Arbeitet er in schwerer Müh' Und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schandervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar In allen deinen Werken! Einknecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt, von seinem Angesicht Träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden! Der du in reinster Unschuld prangst, Wie konntest du von solcher Angst, Herr, bestürmet werden? 4. Ach Herr, der Sündenknecht war ich, Ich sollte Blutschweiß schwitzen! Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blitzen. Ich Armer, wie entränn' ich da? Vor Gottes Zorne müßt' ich ja Ohn' allen Trost versinken. Und da kommst du, daß du ihn stillst, Sohn Gottes, du, du selber willst Den ganzen Zornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, welch' ein wundervoller Rat! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Strafe droh'n, Da richtet Gott für uns den Sohn, Den er uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele, Du kommst nicht In Gottes schreckliches Gericht, Du dringst hindurch ins Leben. 6. Doch denk', um welchen teuren Preis Dein Heiland dich erkaufet: Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet! Ach, Seele, sorge, daß dich nie Die Sünd' in ihre Netze zieh', Nichts deine Tren'erschütt're. Reizt dich das Fleisch: ach, höre nicht! Schau' hin ins furchtbare Gericht, Das Jesum traf, und zitt're. Chr. Kortholt,* 1633, † 1694. 44 Passionslieder. Mel. Wenn meine Günd' mich. Todes Nacht, Erbarm', o Gott, 82. in an dein Kreuz zu dich unser! Er stirbt: es ist vollG. B. Funt,* 1734,+ 1814. treten, Versöhner, stärke mich! Dich gläubig anzubeten, Sehnt meine Seele sich. Laß mich mit Zittern und Vertrau'n, Was du filr uns erlitten, In heil'ger Andacht schau'n. 2. Des großen Mittlers Seele Ist bis zum Tod betrübt. So innig, meine Seele, Hat Jesus dich geliebt! In heißen Ängsten schwebt er da, Mit unsrer Schuld beladen, Dem Opfertode nah'. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sülnder, Berhüllt das Angesicht! Jetzt ist für Adams Kinder Der Mittler im Gericht. Wer nun der Sünden Gren'l nicht haßt, Häuft auf den Tag des Zornes Sich selbst des Zornes Last. 4. Es präge eurem Herzen Sich tief und träftig ein: Der Preis so vieler Schmerzen Soll eure Rettung sein. O nehmt an seiner Gnade teil, Erkennet seine Liebe, Verwerft nicht euer Heil. Mel. Lamm Gottes, unschuldig. 83. Erlöser, der im Staube Mit Angstschweiß lag bedecket, Dein tröste sich mein Glaube, Wenn Tod und Sünd' mich schrecket. Dein tieferSchmerz, dein Klagen, Dein Todestampf, dein Zagen Sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig Von Frevlern Schmach und Schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem stillem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zit vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu. 3. Am Kreuze hingst du kläglich Gemartert und verschmachtet. Dein Tod belehr' uns täglich, Wie hoch du uns geachtet. Er schreck' uns ab von Sünden, Er müss' uns dirverbinden Zu stetem Danke, Herr Jesu. 5. Vernehmt es auch, ihr Spötter, Die ihr den Mittler schmäht; Kommt her zu eurem Retter, Ach, höret sein Gebet: Sie wissen nicht, Mel. Christus, der uns selig macht. was sie begeh'n, Bergib, o Bater, 84. Mein Erlöfer, Gottes ihnen! War auch für euch sein Fleh'n. 6. Jhr, eurer Brüder Feinde, Oschlagt an eure Brust, Und werdet Menschenfreunde, Verdammt der Rache Lust. Vergeltet euren Hassern nie, Selbst denen, die euch fluchen, Vergebt, und fegnet fie. Sohn, du für mich littest, Und auch auf der Himmel Thron Jetzt noch für mich bittest: Welche Wohlthat ist für mich Dein versöhnend Leiden! O wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 7. Noch währen seine Qualen, Noch trägt er unsre Schuid; Er trinkt die vollen Schalen Des Leidens mit Geduld. So hoch hat Gott die Welt geliebt, Daß in den Tod am Kreuze Er seinen Sohn uns gibt. 8. Vor seines Todes Schrecken Erblaßt der Sonne Ficht, Und Finsternisse decken Des Himmels Angesicht. Nun sinkt er in des Tode. 2. Unermess'ne Herrlichkeit War dir, Herr, gegeben, und du konntest jederzeit Voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in Geduld Schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden, Denn du starbst nach Gottes Rath Auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, Uns vom Fluch zu retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Mit Gott Frieden hätten. Passionslieder. 45 4. Was ein neues Leben schafft| seinem Falle nah'n, Wo ist das Und zur Bess'rung leitet, Hat Thal, die Höhle, Die, Jesu, dich uns deines Leidens Kraft und verbirgt? Verfolger seiner Seele, dein Kreuz bereitet. Nicht ver- Habt ihr ihn schon erwürgt? gebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 2. Welch' ängstlich banges Klagen Hörst du, Gethsemane? Wer ist der Mann der Plagen, Der Langsam Sterbende? Es ist das Heil der Sünder, Der Mittler für die Welt, Der, statt der Menschenkinder, Hier ins Gericht sich stellt. 5. Nun kann ich aufs Todes thal Noch mit Freuden sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Not Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod Meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein So dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein Nun auch auf mich kommen. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, Du haft sie in Händen, Was du mir zum Heil verschafft, Gläubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz Mich mit Mut beleben, Standhaft jedem Sündenreiz Hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen, Was ich Unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennot, Straft mich mein Gewissen, O dann laß aus deinem Tod Mich den Trost genießen, Daß du auch für meine Schuld Büßend bist gestorben, Daß du Gnade haft und Huld Mir bei Gott er worben. 9. Stärke mich durch deinen Tod Auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnot Siegreich überwunden: O, so hilf dazu auch mir, Laß mich fröhlich scheiden, Herr, so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res Leiden. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. 3. Seht, wie er tief im Staube Bedeckt mit Angstschweiß liegt, Und doch sein starker Glaube Im heißen Kampfe siegt! Schon naht die freche Rotte, Die kein Erbarmen rithrt, Die unter Hohn und Spotte Jhn zu dem Nichtstuhl führt. 4. Sein Volt im wilden Grimme Erweicht sein Anblick nicht, Und nicht des Mitleids Stimme, Die aus dem Heiden spricht. Mit frechem Hohngelächter Ruft ihre blinde Wut: Auf unsre Söhn' und Töchter Komm', wie auf uns, sein Blut! 5. Sie häufen seine Plagen Noch auf der Todesbahn. Er wird ans Kreuz geschlagen, Seele, bet' ihn an. Ihn höhnt in Wort und Mienen Sein Volt bei seinem Schmerz.Er ruft: vergieb es ihnen! In Liebe bricht sein Herz. 6. Bald nahet sich sein Scheiden, Des Todes stille Nacht; Nun enden seine Leiden, Er stirbt, es ist vollbracht. Es hat nun überwunden Aus Judas Stamm der Held, Versöhnung ist gefun= den Für die gefall'ne Welt. 7. Der du zum Heil der Sütnder Dein Haupt am Kreuz geneigt, Du Freund der Menschenkinder, Hier liegen wir gebeugt. Dir danken wir im Staube, Dir, der uns Heil gewann, Dich preis't der Deinen Glaube, Nimm unser Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 85. Du, deffen Augen floffen, Opfer an. it, Sobald sie sah'n Zur Frevelthat entschlossen Sich Karl Wilh. Ramler, † 1798. 46 Passionslieder. Mel. Wenn meine Sünd' mich). Eigene Melodie. 86. Von Furcht dahin gerif 87. Herzliebster Jefu, was en Verleugnet Petrus verbrochen, dich; Bald straft ihn sein Gewissen, Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, Er fleht zu dir um Gnade, Und du stillst seinen Schmerz. 2. Betrübt ist meine Seele, Mit Reu' und Schmerz erfüllt; Wenn ich es auch verhehle, Dir ist es doch enthüllt, Bekennen will ich es vor dir: Oft hab' ich dich verleugnet, Vergib, vergib es mir! 3. Du haft sogar dein Leben, Zum Segnen stets bereit, So willig hingegeben Für meine Seligkeit. Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den Haß der Sünder Mehr fürchtete als dich! 4. Ich seh' jetzt, ich empfinde Die Größe meiner Schuld; Vergib mir meine Sünde Nach deiner großen Huld. Voll Mitleid sah'st du Petrum an, Der reuig vor dir weinte: Auch mich sieh' gnädig an! 5. Laß dieses Herz voll Reue Den Bund mit dir erneu'n, Dir Folgsamkeit und Treue Und festen Glauben weih'n. Dich zu verleugnen, Gottes Sohn, Das fürchte meine Seele Weit mehr, als Qual und Hohn. 6. Bewahr' ich deine Gnade, Folg' ich dir standhaft nach: Wer ist, der dann mir schade? Was filrcht' ich Hohn und Schmach? Der Spötter mag mich hier verschmäh'n, Einst wird er mich mit Ehren Vor dir verherrlicht seh'n. 7. Von dir soll nichts mich trennen, Dich will ich frei und gern Vor aller Welt bekennen, Dich, meinen Gott und Herrn. Dann tret' ich freudig vor Gericht, Und du, o Herr, verleugnest Mich vor dem Vater nicht. B. Münter,* 1735, † 1793. dir das Todesurteil ward gesprochen? Was ist die Schuld? in was für Missethaten Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und zum Spott gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Mit Essig tränkt man dich, du wirst entkräftet Ans Kreuz geheftet. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen, Ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, Für seine Knechte! 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der Böje lebt, der wider Gott mißhandelt, Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Der Herr gefangen. 6. große Lieb'! o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du sollst leiden! 7. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam solche Treu' ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 8. Ich kann's mit allen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Wert erstatten? 9. Doch eines weiß ich, das wirst du annehmen: Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 10. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Dem Kreuze die Begierden anzuheften, So gib Passionslieder. mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 11. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe gegen dich die Welt nicht achten, Ich werde mich bemüthen, deinen Willen Stets zu erfüllen. 12. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 13. Dies Alles, ob's gering zwar ist zu achten, Wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten, Du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, Mich nicht beschämen. 14. Wenn dort, Herr Jesus, einst vor deinem Throne Auf meinem Haupte glänzt die Ehrenkrone, Dann will ich dir, wenn Alles wohl wird klingen, Mein Loblied singen. Johann Heermann, 1585, † 1647. Mel. Ach, Herr, mich armen Sünder. 88. Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! Haupt, zum Spott umwunden Mit einer Dor nenkron'! Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr' und Zier, Jetzt aber gar berhöhnet, Gegrülhet feist du mir! 2. Du edles Angesichte Voll Huld und Freundlichkeit, Und dennoch im Gerichte Geschlagen und verspeit, Wie bist du nun erbleichet, Wie ist dein Augenlicht, Dem sonst tein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't! 47 es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat, Gib mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'. 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht ft hin, ist ganz vergangen; Des blaffen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab' 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an; Du hast, Herr aller Güter, Viel Gutes mir gethan; Oft hast du mich gelabet, Mit Himmelsbrot gespeist, mit Trost mich reich begabet Durch deinen freud'gen Geist. 6. Jch will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht. Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; Wenn dein Haupt wird erblassen 3m letzten Todesstoß, Dann will ich dich noch fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und thut mir herzlich wohl, Daß ich mich in dein Leiden, Mein Heil, versenken soll. Ach, könnt' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', Und wenn ich einst erfalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfülr. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß' mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich seh'n im Bilde, Herr, deine Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl! Paul Gerhardt, 1606, † 1676. 48 Passionslieder. Mel. Christus, der uns selig macht. Den Dienst der Sünde meiden, 89. Jefu, deine Baffion Will Und dir mich jetzt und ewig weih'n. 2. deinem ich jetzt bedenken; left mir vom Himmelsthron Dazu Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein', Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deiner Leiden tiefe Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenfron', Speer- und Nägelwunden, Dadurch du, o Gottes Sohn, Dir mich haft verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein Deine Marter sehen, Laß mich auch die Ursach' fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach' war auch ich, Ich und meine Sünde, Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Lehre dies bedenken mich, Herr, mit Buß' und Reue. Hilf, daß ich mit Sünde dich Mart're nicht aufs neue. Weg mit aller Sündenlust, Alles will ich meiden, Was du selber büßen mußt mit so großem Leiden. 5. Wenn der Sünde tiefe Not Hat mein Herz zerriffen, Stille du durch deinen Tod, Herr, mir mein Gewissen. Dich und deine Passion Laß mich gläubig faffen; Liebst du mich, du Gottes Sohn, Wie kann Gott mich haffen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demut von dir lern' Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb' Lieb' um lieb'. Ach, laß doch dies Lallen, Bis es fommt aus reiner'm Trieb, Jesu, dir gefallen. Siegm. v. Birken,* 1626,+1681. Mel. O Welt, sieh' hier dein Leben. deine letzten Stun90. Lak den, Da du so viel empfunden, O Herr, mir heilig sein. Es lehre mich dein Leiden deiner letzten Klage Gelob' ich treu zu sein. Du warst's, der ängstlich klagte, Und zitterte und zagte Jn namenloser Todespein. 3. Und ich, für den du litteft, Im Todeskampfe strittest, Für den dein Herz dir brach, Ich folgte ohne Sorgen, Am Abend wie am Morgen, Der Welt und ihren Lüften nach. 4. Nein, nein, ich will sie lassen, Sie ernstlich flieh'n und hassen, Weil sie dich tief gebeugt. Du hast, von allem Bösen Mich ewig zu erlösen, Am Kreuz dein sterbend Haupt geneigt. 5. Du starbst mit einem Herzen, Das selbst in Todesschmerzen Für seine Feinde bat. Wie dut, will ich mich üben, Auch meinen Feind zu lieben, Und beten, wie mein Heiland that. 6. Du tröstetest den Armen Am Kreuz, den dein Erbarmen Vor Himmel nicht verstieß. O sprich auch, wenn ich sterbe, Zu mir: du bist mein Erbe, Und folgest mir in's Paradies. 7. Du sahest auf die Deinen, Sahst sie am Kreuze weinen, Und ach, wie schlug dein Herz! Du lindertest voll Liebe, Und aus dem wärmsten Triebe, Der Mutter und des Jüngers Schmerz. 8. Bei deiner Leiden Dauer, Im bängsten Todesschauer, Warst du voll Zuversicht. Du tlagteft, ach, verlassen, Doch hingst du stets gelassen An deinem Gott und wanktest nicht. 9. Du mußtest, matt von Plagen, Auch über Durst noch klagen, Und wer, wer labte dich? Wie sollt' ich denn nun beben, Wenn Leiden mich umgeben? Du babst durch deine Freunde mich. 10. Es naht das Ziel der Leiden, Wir seh'n dich betend scheiden, Du rufft: es ist vollbracht! O Passionslieder. 49 hilf auch mir's vollbringen, Hilf| Sterblicher empfunden, und bracht' lieben, dulden, ringen, Zum Ziele gehn durch finst're Nacht. uns wieder Gottes Huld. 11. Du sprichst, o sel'ges Ende! Ich geb' in deine Hände Den Geist, mein Vater, hin! Mir, der ich meine Seele Jhm einst, wie du, befehle, Auch mir ist Sterben nur Gewinn. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an: Vergib! fleht er mit heil'gem Herzen, Sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter Fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, Laß dich durch dieses Vorbild rühren Und bete dem Versöhner nach. 12. Für mich und meine Brüder Senft, Herr, dein Haupt sich nieder, Im Frieden schläfst du ein. In meinen letzten Stunden, Da sollen deine Wunden Mir Labsal und Erquickung sein. 13. Wird mir nach kurzen Tagen Die Scheidestunde schlagen, und öffnet sich mein Grab, Wird meiner Seele bange, Fließt über meine Wange Der falte Todesschweiß herab: 14. Dann sei mir diese Feier, Dein Sterbetag noch teuer, Mit ihm begann mein Glück. Daß ich alsdann nicht zage, Dies. dank' ich diesem Tage und deinem letzten Augenblick. Chr. G. Ludw. Meister, 1738,+1811. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 91. Begleite mich, o Chrift, wir gehen Zum schmerzensvollen Golgatha, Auf dessen schauerlichen Höhen, Was nie ein Engel faßt, geschah. Erwäg' an diesem heil'gen Orte Des sterbenden Erlösers Worte Und rufe Gott um Glauben an; Sie können reichen Trost im Leben, Und einst im Tode Trost dir geben, Wenn hier dich nichts mehr trösten fann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem; Erschrick und zitt're, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, Und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, Am Holze Gottes Sohn, dein Leben, Hier trug er unsrer Sünde Schuld, Empfand in jenen bangen Stunden, Was nie ein 4. Welch' Beispiel kindlich frommer Triebe, Als unter Leiden ohne Zahl Der Herr dem Jünger seiner Liebe Die Mutter sterbend anbefahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen In meiner letzten Stunde weinen, So foll dies Wort mir Trost verleih'n: Der, als der Tod ihn schon umschwebte, Die Seinen noch zu schützen strebte, Wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht; Hört, was zu dem gebeugten Schächer Der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, Noch heute, deines Glaubens wegen, Mit mir im Paradieſe sein. O Herr, laß an der Todespforte Einst diese gnadenvollen Worte Auch meiner Seele Trost verleih'n! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, Als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, Die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, Wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, Ich will dich glaubensvoll umfangen, Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde Rief schmerzlich aus: 50 Passionslieder. es dürftet mich! So trug er jeg-| zu Herzen, wie dich da Christi liche Beschwerde, So nahm er Tod zur Buße reize. Härter wär'ſt jede Qual auf sich. Mich dürftet! du noch als Stein, Könnteſt du ruft er noch zur Stunde, Ruft hier fühllos sein. es aus jedes Armen Munde, Den Not und Mangel niederdrückt. Ofelig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des Armen stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd' und Himmel hangen, Wie sein Blut in Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen. Schau', ach schau', erschrickst du nicht? Wie sein sterbend Herz ihm bricht! 8. Nun enden sich die schweren Leiden, Der Heiland spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden, Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun noch wagen, Uns, die Erlösten, zu verklagen, Da er für uns genug ge= than? Gib, daß am Ende meiner Tage Auch ich, o Herr, mit Freuden fage: Vollbracht ist nun des Leidens Bahn! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein, Laß es in meiner Todesstunde Mir Mut und Zuversicht verleih'n. Du rufest: Vater, ich befehle Jn deine Hände meine Seele, Die armen Sündern Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, Zu dem der Vater ihn gesendet: Da neigt' er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, O Christ, du hast ihn sterben seh'n. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, Und jauchzend seinen Ruhm erhöh'n. Den deine Thränen jetzt beklagen, Der wird als Held nach dreien Tagen Vom Grabe siegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, Den wirst du dort bei den Verklärten Zur Rechten seines Vaters seh'n. F. H. Bacchof von Echt, lebte um 1792. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 92. Schwing dich auf gen Golgatha, Christ, an deines Heilands Kreuze, Nimm's 3. Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab' ich verschuldet, Und du hast aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus der ew'gen Feuersglut Mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Tamm, Groß, ach groß ist deine Liebe! Schau von deines Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig, aller Schmerz, Der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr, was kann ich dir dafür, Daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir, Dir, nur dir gehört mein Leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülfe in den bängsten Stunden. Schmachtend, lechzend sehn' ich mich Nach dem Trost aus deinen Wunden, Wie ein Hirsch nach Wasser schreit, Bis er meine Seel' erfreut. 7. Preuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen, Laß auf dich, du höchstes Gut, Immer unverwandt mich sehen; Und im Kreuze führe mich Selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Not Freudig sterbend überwinden. Nirgend müsse mich der Tod, Als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht. Benjamin Schmolde,* 1672,+1737. Passionslieder. 51 Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen.| Kreuz und Schmach? Wir sollten 93. brach? Der die nicht herzlich lieben, Für die Sommt, die ihr Jesu Rachsucht sollten wir nicht wehren, Nicht auch dem Feinde gern verzeih'n? Versöhner, oder ist nicht dein, Den nicht dein Tod fann Liebe lehren. 7. Wir sollten je in Trübfal tlagen, Da wir dich schweigend dulden seh'n? Wenn uns Verfolgung droht, verzagen, Da Leiden deinen Sieg erhöh'n? Befiehlst, in dunkler Nächte Grauen, Von Gott verlassen, du dich Gott: So wollen wir in Schmach und Spott, Wie du, dem Vater uns vertrauen. ist des Heilands Todestag! Schaut ihn, durch dessen Tod ihr lebet, Auf dem auch eure Sünde lag. Ihr Christen, laßt der Erde Freuden Und ihre Kümmernis zurück und richtet eures Geistes Blick Auf eures Heilands Todesleiden. 2. Wir bringen Dank aus from men Herzen, In Lieb' entbrannt, erfüllt von Scham, Dir, der die Last der bittern Schmerzen Als unser Mittler auf sich nahm. Heil dir, der uns das Heil errungen Im bangen, schweren Todesstreit! Tamm Gottes, bis in Ewigkeit Sei auch von uns dein Ruhm gesungen. 3. Wenn uns die Schuldgefühle drücken, Ist's Golgatha, wohin wir flieh'n, Wo wir des Blutes Ström' erblicken, Die auch für uns um Gnade schrie'n. Wir wollen, wo für unsre Sünden Du dich am Kreuz geopfert haft, Die Freiheit von der Sünde Last Und von der Sünde Herrschaft finden. 8. Auch in den bängsten Todesstunden Bleibst du, Herr, unfre Zuversicht. Im Glaubensblick auf deine Wunden Erschreckt des Grabes Nacht uns nicht. Wenn sich das Auge schon verdunkelt, So fei des Geistes Aug' erfüllt Von deines Heldentodes Bild, Das wie der Morgenstern uns funkelt. Karl Bernh. Garve, 1763, † 1841. Eigene Melodie. 4. Dahin, wo dein Blut Heil 94. Welt, fieh hier dein Leben Am Gehn unser Blut zu weih'n. Wo du für uns den Tod gelitten, Werd' unser Leben gänzlich dein. Wie du, o Herr, um unsertwillen Gehorsam wurdest bis zum Tod, So wollen freudig dein Gebot Auch wir treu bis zum Tod erfüllen. 5. Dein Leidenskampf, o Heiland, stärke, Dein Sieg befeu're Mut und Kraft Zum Glaubenskampf, zu jedem Werke, Das Ehre dir und Freude schafft. Wie uns durch Lust die Sünd' auch reize, Sie hat an uns nicht weiter teil. Wir fleh'n zu dir, zu deinem Heil, Und holen Kraft von deinem Kreuze. 6. Wir sollten Stolz und Unrecht üben, und du trägst Elend, des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße: Mit Blut und Todesschweiße 3st ganz sein Leib bedeckt; und namenlose Schmerzen Fühlt er in seinem Herzen, Da er den Kelch des Todes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, Und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Missett, aten weißt du nicht! 4. Ach, ich und meine Sünden, Der fich so viele finden, Wie 4* Passionslieder. 52 Körnlein Sand am Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen In ew'gen Finsternissen, Was nun dein Tod verfühnt; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken, Du duldest meine Pein. Du wirst ein Fluch, dagegen Schenkst du mir allen Segen; Dein Schmerz muß mir ein Labsal sein. 7. Du gibst dich hin zum Bürgen, Du läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Für mich läff'st du dich krönen Mit Dornen, dich verhöhnen, Und leideft alles mit Geduld. 8. Du gehst ins Todes Rachen, Mich frei und los zu machen, Mit frohem Heldenmut. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Nicht ewiglich verderbe; unerhörte Liebesglut! 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein Heil, zu allen Stunden, Ich bin dein Eigentum. Was Seel' und Leib vermögen, Das will ich dankbar legen Allein zu deinem Dienst und Ruhm. 10. Ich kann zwar nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun; Es soll dein Tod und Leiden, Bis Seel' und Leib sich scheiden, Mir tief in meinem Herzen ruh'n. 11. Ich will's vor Augen setzen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld, und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. 12. Wie furchtbar unsre Sünden Des Richters Blick entzünden, Wie seine Strafen gehn, Wie schrecklich seine Ruten, Wie voll des Bornes Fluten, Will ich aus deinen Leiden seh'n. 13. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Mit stillem, sanftem Mut, Und wie ich mich soll üben, Aus Herzensgrund zu lieben, Wenn mich verfolgt der Feinde Wut. 14. Wenn gift'ge Zungen stechen, Wenn Spötter Hohn mir sprechen und meines Falls sich freu'n, Will ich das Unrecht dulden, Und alle ihre Schulden, Wie du, mein Heiland, gern verzeih'n. 15. Ich will an's Kreuz mich schlagen, All' dem mit Ernst entfagen, Was dir, o Herr, mißfällt; Was deine Augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, Gefiel' es auch der ganzen Welt. 16. Es ström' aus deinen Wunen In meinen letzten Stunden Mir Trost und Friede zu. Nimm mich an meinem Ende, O Herr, in deine Hände, Und führe mich zur ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt, 1606,+1676. Eigene Melodie. 95. Der am Kreuz ist meine et Meine ist Jesus Christ. Weicht, ihr schnöden Fleischestriebe, Deren Frucht Verderben ist! Eure Lieb' ist nicht von Gott, Eure Lieb' bringt gar den Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frebler, was befremdet's dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ist er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht; Weh' mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn, Spräch' ich seinem Passionslieder. Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, D'rum, mein Herz, verzage nicht! Gott zeigt seine Liebestriebe, Wenn dich Sünd' und Tod anficht. Schau', es floß auch dir zu gut' Seines Sohnes teures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe; Keine Trübsal schwer und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Geld, nicht Ruhm, Engel nicht, tein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Mel. O Traurigkeit. 6. Der am Kreuz ist meine 97. Jhr Augen, weint! Der Menschenfreund, Der Heil'ge, der Gerechte Wird verachtet, wird verschmäht, Stirbt den Tod der Knechte. Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, Werd' mit Jesu ich vereint; Dann steh' ich vor seinem Thron Und empfang' der Treue Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Johann Menger,* 1658,+1734. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. 96. Sei mir tausendmal gez grißet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du felbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt! Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knie'n und liegen soll An dem Kreuze, wo du starbest, Und um meine Seele warbest! 53 3. Schreibe deine blut'gen Wunden, Jesu, in mein Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei Du bist mir unvergessen sein. doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herz mir ruht. Laß mich stets zu deinen Füßen Deiner Lieb' und Huld genießen. 4. Dich will ich umfangen halten, Herr, so fest ich immer fann. Schau', o schau' mein Händefalten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum, Und gib meiner Bitte Raum; Sprich: laß all' dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg' all' deine Sünden! Paul Gerhardt, 1606,+1676. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Der ich krank und traurig 2. Jhr Augen, weint! Der Menschenfreund Trägt unerhörte Plagen. Ach, für unsre Missethat Wird er so geschlagen. 3. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund Beschließt sein teures Leben. Wer wird nun den Leidenden Trost und Hülfe geben? 4. Jhr Augen, weint! Der Menschenfreund Sinkt in des Grabes Höhle. Finsternis und Gram bedeckt Seiner Jünger Seele. 5. O weint nicht mehr! Kann wohl der Herr Je die Verwesung sehen? Nein, er wird nach kurzer Ruh' Siegreich auferstehen. Karl Wilh. Ramler,* 1725, † 1798. Mel. Wer nur den lieben Gott. bin; Nimm die Schmerzen, die 98. Es ist vollbracht! ſo ruft am Kreuze Des stermich quälen, ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht, Und ich selber mir gemacht. Ganz wird unter deinen Händen, Treuer Gott, mein Jammer enden. benden Erlösers Mund. Wort voll Troft und Leben, reize Bur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist gescheh'n, Das Gott auch mir zum Heil erseh'n. 54 2. Mein Jesus die Felsen beben, Der Sonne Schein 99. Meranten, mein mich die Sünden verlieret sich, In Tote dringt ein neues Leben, Der Heil'gen Gräber öffnen sich, Der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Versöhnung ist vollbracht. Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlaft Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen haft. 3. Wie viel, mein Heil, haft du vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns haft du genug gethan, Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 2. Wunder ohne Maßen! Betracht' es, Seele, recht, Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht. Es hat sich selbst mein Herr und Gott Für mich verlor'nen Menschen Gegeben in den Tod. Passionslieder. 4. Dankvolle Thränen, netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar Die Handschrift dort am Kreuze hangen, Die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. Herr, laß mich nun auch vollbringen, Was wahre Dankbarkeit begehri. Laß nach der Heiligung mich ringen, Wozu dein Tod mir Kraft gewährt. Ostärke mich dazu mit Macht, Bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem Leben, D'rum laß auch mich voll Eifer sein, Mich deinem Dienste hinzugeben, und keine Schmach darin zu scheu'n. Dein Dienst, o Heiland, sei mein Ruhm, Denn ich bin ganz dein Eigentum. 7. Soll ich mit dir ergeb'nem Herzen Auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung auserseh'n, So laß auch mich den Trost erfreu'n: Es kommt das Ende meiner Pein. 8. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, Dann, Herr, erleicht're mir die Last, Laß mich den Trost noch sterbend schmecken, Daß du ihn überwunden hast; So tret' ich in die Todesnacht Mit dem Triumph: es ist voll bracht! Joh. Sam. Dicterich,* 1721, 1797. Eigene Melodie. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Jch bin bei Gott in Gnaden, Und frei von aller Qual, Versöhnt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Angst und Glut. 4. D'rum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, Jesu, Lob und Dank, Für deine Not, dein Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß dein bitt'res Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die fündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Pla= gen, Sollt's auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt, Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn' Eigennutz und Heuchelschein, Und, wie du mir's erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden, Und des ver Passionslieder. fichern mich, Weil nur auf dein Verdienst ich trau', Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'. Justus Gesenius,* 1604,+1671. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 100. Inter tausend frohen Unter Stunden, Die im im Leben ich gefunden, Blieb nur eine mir getreu, Eine, wo in tausend Schmerzen Ich erfuhr in meinem Herzen, Wer für mich gestorben sei. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüßten, Alle Menschen würden Christen, Ließen alles Andre stehn, Liebten alle nur den Einen, Würden ewig ihn nur meinen, Ewig ihm zur Seite stehn. das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen, Mich verklagen fort und fort. Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammnis dräutet, Dann laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 5. Laß mich Freudenrosen. brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir. Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. 6. Heile des Gewissens Plagen, Nimm von mir der Schmerzen last, Durch die Geißeln, die dich schlagen, Die du schwer empfunden haft, Daß ich böser Knecht der Sünde Satans Stricke nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 7. Ach, laß deine tiefen Wunden Frische Lebensbrunnen sein, 101. alle Kraft den, Wenn ich schmacht' in Seelenpein. In den Abgrund deiner Gnaden Sent' die Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verLoren sein. 8. Ach, zerbrich des Eifers Rute, Ach, erzeige Gnad' und Huld, Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst von Sünden Ruh' bei deinem Kreuze finden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. F. L. v. Hardenberg, genannt Novalis, * 1772,+1801. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. esu, der du wolltest 55 den aller Welt Durch dein teures Blutvergießen, Der du dich haft dargestellt Als ein Opfer für die Sünder, Die verlor'nen Adamsfinder, Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. 2. Rette mich durch deine Plagen, Wenn mich meine Sünde plagt. Laß, ach laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, Wenn ich Drangfalshitze fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verLoren sein. 9. Hilf, daß mich dein Dür3. Mache mich durch deine sten labe, Das am Kreuze dich Bande Von des Satans Banden geplagt, Wenn ich nirgend Trost frei. Hilf, o Herr, daß deine mehr habe, Und mein fündig Schande Meine Kron' und Ehre Herz verzagt: Daß ich dann dich sei. Troft der Seele, Heil der Lebensfürsten Seh' nach meiner Erden, Laß mich nicht zu Schan- Seele dürsten. Ach, laß deine den werden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verTodespein nicht an mir ver- loren sein. loren sein. 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir 10. Jesu, komm, mich zu befreien Durch dein lautes Angstgeschrei. Wenn viel tausend Sün 56 Passionslieder. den schreien, Stehe dann mir| Tod Laß mir geben alle Stunden Armen bei. Wenn Gedank' und Wort entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen; Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein. Joh. Georg Franke. Trost in Leib's- und Seelennot. Sonderlich am letzten End' Hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinen Wunden finde, Und dann fröhlich überwinde. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. Eigene Melodie. 103. Jesu, meines Lebens meines Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. 102. Jefu, deine heil gen Wunden, Deine Qual und bittern Tod Laß mir geben alle Stunden Trost in Leib's und Seelennot. Wenn mir fällt was Arges ein, Laß mich denken deiner Pein, Daß ich deine Angst und Schmerzen Wohl erwäg' in meinem Herzen. 2. Will sich gern in Wollust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, Laß mich denken, daß dein Leiden Löschen muß der Hölle Glut. Dringt der Satan ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deine Wundenmal' und Zeichen, Daß er von mir müsse weichen. 3. Wenn die Welt mich will verführen Auf die breite Sündenbahn, Wollest du mich so regieren, Daß alsdann ich schaue an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast, Daß ich mög' in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Gib für alles, was mich kränket, mir aus deinen Wunden Kraft: Wenn mein Herz hinein sich senket, Gib ihm neuen Lebenssaft, Daß mich stärk' in allem Leid Deines Trostes Süßigkeit, Weil du mir dein Heil er worben, Da du bist für mich gestorben. 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, mein Gott, mit Zuversicht; Laß mich standhaft darauf bauen, Daß den Tod ich schmecke nicht. Deine Todesangst laß mich Stets erquicken mächtiglich. Herr, Laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 6. Jesu, deine heil'gen Wunden, Deine Qual und bittern Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 2. Dit, ach, du hast ausge= standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick' und Banden, Du gerechter Gottessohn! Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schlagen, Schwere Wunden trugest du, Um zu heilen meine Plagen, Und zu bringen mich zur Ruh'. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 4. Bitter hat man dich verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen dich gekrönet, Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenfron' auf setzen. Tausend, tausend mal ſei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge= schlagen, zu befreien mich von Pein; Ließest fälschlich dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du ohne Trost gehangen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du bist tief in Not ge= sunken, Hast gelitten mit Geduld, Haft den Todeskelch getrunken, Passionslieder. Um zu bitßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es fommt alles mir zu gut'; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Für dein' Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg,* 1605,+1681. Eigene Melodie. Lamm Gottes, Der 104.0 du trugest der Welt Sünden, Erbarm' dich unser Aller. 2. Lamm Gottes, Der du trugest der Welt Sünden, Erbarm' dich unser Aller! 3. Lamm Gottes, Der du trugest der Welt Sünden, Verleih uns deinen Frieden! 57 3. Es ist vollbracht! Des Vaters Rat erfüllt zu seinem Preis und Ruhm! Der Vorhang riß, Auf ewig ward enthüllt Der Liebe Heiligtum. Der seinen Mördern hat vergeben. Bringt allen Heil und neues Leben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sah nicht Gottes Spur, Als er am Kreuz entschlief? Die Sonn' erLosch, Verhüllt war die Natur, Die Erd' erbebte tief. Zerrissen wurden Felsenwände Bei des erhab'nen Mittlers Ende. Es ist vollbracht! Mel. Gott ist getreu. 105. Es ist vollbracht Das Opfer für die Welt; Das Licht der Wahrheit siegt. Nun endlich wird Des Frrtums Nacht erhellt, Die auf der Menschheit liegt. Der Welterlöser hat vollendet, Wozn der Vater ihn gesendet. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Durch Lei den ohne Zahl That er für uns genug, Er ruhet nun Von aller bittern Qual, Die er aus Liebe trug. Sein Geist, entnommen dem Getümmel, Steigt triumphirend auf gen Himmel. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Wie blieb' ein menschlich Herz Wohl kalt und ohne Dank An dessen Kreuz, Der unter'm tiefsten Schmerz Für uns zum Tode sant? Wer follte nicht mit heißen Zähren Ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig feierlich Sei mir dein Todestag; Dich preif' ich jetzt, und einst noch preise dich Mein letzter Herzensschlag; Hinauf zu dir blick' ich am Ziele, Und ruf' in freud'gem Dankgefühle: Es ist vollbracht! 3. G. Sinz. Nicht ermittelt. 106. A Der Marterlaft Mel. O Traurigkeit. m erblaßt, Nach schwerem Kampf entnommen, Ist im Grabe Jesus nun Erst zur Ruh' gekommen. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchdringt mein Herz, Oherr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich Voller Wehmut schlagen. 3. Du schirmest mich, Und über dich Gehn aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Göttlicher Erretter! 4. Du hast's gethan, Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich mich im Tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit Macht, Du zeigst, daß du Passionslieder. 58 dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Für uns hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rat Faff' ich hier nicht im Staube; Dort schau' ich in hellem Licht, was ich findlich glaube. 7. Als er gebot, Gab einst der Tod Zurück, was er bezwungen. Leicht hat sich der Lebensfürst Selbst dem Grab entschwungen. 8. Des Todes That Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen, Denn es wird durch deinen Tod Mir ein Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Herr, ich bin dein, Du wollest mein In Ewigkeit gedenfen. Ganz will ich aus Herzensgrund mich in dich versenken. 11. Vergess' ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine Lieb' ermessen. Chr. Friedr. Neander,* 1723. Eigene Melodie. 107. Traurigkeit! O Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. Ogroße Not! Der Herr ist tot, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb' erworben. der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenfet. ihn dein Mund, Für dich ward er zerschlagen. Alles, was er trug, hat er Auch für dich getragen. 6. felig ist Zu jeder Frist, Wer dieses recht bedenket, Wie 7. Jesu, du, Mein' Hülf' und Ruh', Ich bitte dich mit Thränen, Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen. Joh. Rist,* 1607. 2. Ich bin erlöst! Der Held zerriß das Band Der Feinde meiner Ruh'. Zur Hölle hat Die Schlüssel seine Hand, Er schloß die Pforte zu. Nun können Feinde frommer Seelen Mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, Aus der mich bald Der Herr des Lebens weckt Zu neuer Schöpfungspracht. Ich ruh', werd' ich ins Grab getragen, Nur von den trüben Prüfungstagen. Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst! In Frieden fahr' ich hin, Ist meine Stunde da. Der Tod wird mir Zum feligsten Gewinn; Mein Retter 3. Menschenkind, Nur deine ist mir nah', Den Geist beim Abschied von dem Leben Ins Sünd' Hat dieses angerichtet, Da Land der Engel zu erheben. Ich du durch die Missethat Warest bin erlöst! ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. Mel. Gott ist getreu. ch 108. floß des Mittlers Blut, Er starb den Kreuzestod. Mit Gott versöhnt Empfind' ich Glaubensmut, Jch fürchte feine Not. Die Weisheit hat mein Heil gefunden, Die Lieb' hat glorreich überwunden. Ich bin erlöst! Nicht ermittelt. Mel. O Traurigkeit. un schlummerst du 109. Der du für uns gestorben, Uns am Kreuz in bitt'rer Not Ew'ges Heil erworben. Herr, 2. Du bist erblaßt, und hast Doch in dir selbst das Ofterlieder. Leben; Wie die Sterblichen hält dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Du, Herr, wirst hier Nicht die Verwesung sehen, Bald vielmehr durch eigne Kraft Aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, Auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Vis du erscheinst, In sanftem Frieden liegen; Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. Eigene Melodie. 110. Chriftus ift erstanden Von den 6. Osterlieder. allen, Des soll'n wir Alle fröhlich sein, Denn Christus unser Trost will sein. Halleluja! 2. Wär' er nicht erstanden, Wär' die Welt vergangen; Seit er vom Tod erstanden ist, So loben wir den Herren Christ. Halleluja! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des soll'n wir Ale fröhlich sein, Denn Christus unser Trost will sein. Halleluja! Martin Luther,* 1483,+1546. Eigene Melodie. 111. Jesus Chriftus, unfer Heiland, Derden Tod überwand, Ist auferstanden, Die Sünd' hat er gefangen. Halleluja! 2. Der ohne Sünde war gebor'n, Trug für uns Gottes Zorn, Hat uns versöhnet, Daß Gott sein' Huld uns gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd', Teufel, Leb'n, Heil und Gnad' In seiner Hand er hat; Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther,* 1483,+1546. 59 6. Jhr, die die Welt Gefesselt hält, Ihr zagt vor der Verwesung; Ich, ich hoff' in Christo einst Meines Leib's Erlösung. 7. Nein, nichts vergeht, Was hier gefä't; Der Leib wird auferstehen, und, vom Himmelsglanz verklärt, Aus dem Grabe gehen. 8. So sint' ins Grab Mein Leib hinab, Mein Herz soll nicht erschrecken. Du, o Heiland, wirst mich einst Herrlich auferwecken. Johann Frand,* 1618,+1677. Mel. Valet will ich dir geben. 112. Ich geh zu deinem Grabe, Du Siegesfürst und Held; Die Hoffnung, die ich habe, Ist nur auf dich gestellt. Du lehrst mich fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Und mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du hast geweiht die Erde, In die man dich gelegt, Daß mir nicht bange werde, Wenn meine Stunde schlägt. Was an mir ist von Staube, Geb' ich dem Staube gern, Weil ich nun freudig glaube: Die Erde ist des Herrn! 3. Du schlummerst in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' Im Schoß der Erde habe, Schließt sich das Aug' einst zu. Nun soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, Und du bist dennoch frei; Auch meines Grabes Riegel Bricht deine Macht entzwei; Du wirst den Stein schon rücken, Der mich im Tode deckt, Dann werd' ich dich erblicken, Der mich vom Tode weckt. 60 Osterlieder. 5. Du fährst zu Himmelshöhen, 4. Unser Herz darf nun nicht Und reichst mir deine Hand, Daß wanken; Die bangen, zweifelnden ich dir nach kann gehen Ins Gedanken Besiegt des Glaubens rechte Vaterland. Da ist es sicher Zuversicht. Wie ein Fels des wohnen Im Glanz der Herrlich- Herrn im Meere, Steht unerteit, Da warten mein die Kronen, schüttert Jesu Lehre, Umglänzt Die deine Hand mir beut. 6. meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben Auch in der letzten Not. Dann schlaf' ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Und wach' ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. Benjamin Schmolce,* 1672, † 1737. von ewig hellem Licht. Die Herrlichkeit der Welt, Des Himmels Bau zerfällt, Alles schwindet: Doch fort und fort Steht Jesu Wort, Uns Heil und Leben hier und dort. Chr. Sturm,* 1740, † 1786. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 114. önet, Harfen! jauchzt, ihr Psalmen! Jesus Christus hat gesiegt. Streut dem und Stärke Palmen, Die ihr bang' und weinend schwiegt. Freut euch, er hat überwunden, Euer Heil ist nun erfunden. Zu der fel'gen Geister Chor Steig, o Siegeslied, empor. 2. Da in Morgendämmerungen Noch gehüllt die Erde schwieg, Da von Andacht tief durchdrungen Gottes Engel niederstieg: Da haft du den Sieg errungen, Dankend ward ein Lied gesungen Von den Himmelsscharen dir, Todesüberwinder, dir. 3. Bei den Toten ihn zu finden, Ging sie hin, wo Christus schlief; Ach, was mußte sie empfinden, Als er sanft: Maria! rief! Sel'ge, nie erlebte Stunden, Als den Meister sie gefunden! Auch ich seh' dich, wie du bist, Wenn mein Staub verkläret ist. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 113. Ehre, Lob und Preis Vollender seiner Werke, Dem Todesüberwinder Dank! Singet ihm mit frohem Schalle, Ihr, seine Himmel, singt ihm alle, Der ganze Weltkreis sei Gesang! Jhm, der vom Tod erstand, Der Herrlich überwand, Preis und Ehre! Dank' ihm erfreut, Christenheit! Sein Leben ist dir Seligkeit. 2. Aus dem Staub empor, o Erde! Du dunkles Land der Gräber werde Ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, Befreit dich von des Todes Banden Und von den Schrecken des Gerichts. Heil dir! das Grab ist leer, Der Hölle drohend Heer Jft bezwungen. Des Todes Nacht, Der Hölle Macht Ist hin, uns strahlt des Himmels Pracht. 3. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Einst auch durch unsre Gräber bricht! O wie wird das Herz erglühen, Wenn hin die Erdennächte fliehen, Wenn uns umfließt des Himmels Licht! Preis dir, o Jesut, dir, Anbetung dort und hier Dir, dem Sieger! Wo ist noch Not? Wo ist noch Tod? Uns strahlt ein ew'ges Morgenrot. 4. Hier, so lang' ich wall' im Staube, Schau' ich dunkel nur und fern Dich, an welchem hängt mein Glaube, Dich, die Herrlichkeit des Herrn. Meine Seele darf nicht beben, Du hast dich für mich gegeben, und es strömet Trost und Ruh' Mir dein Tod und Leben zu. 5. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst. Knieen will ich, niederfallen, Osterlieder. Fleh'n, bis du dich mir enthüllst. Stärke nur mein Herz, vor allen Dein hochheilig Lob zu lallen. Stets war selig, wen dein Lob, Herrlicher, zu dir erhob. 6. Als hinauf die Engel wallten, Und vom mächtigen Gesang Lauter ihre Harfen schallten, Als ihr Lob zum Throne drang, Als es durch die Himmel tönet': Christus hat die Welt versöhnet! Da, da war der Sieg vollbracht, Leben aus dem Tod erwacht. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724,+1803. Mel. Erschienen ist ber herrlich' Tag. 115. Erinne dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit, Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien', Als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. Halleluja! 3. Schau' über dich und bet' ihn an, Er mißt den Sternen ihre Bahn, Er lebt und herrscht mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. Halleluja! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht! Halleluja! 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlich feit ist mein! Halleluja! 7. Mein Herz erfreut sich des schon hier, Lieb' und Verwund'rung kämpft in mir; Voll Ehrfurcht, die im Herzen spricht, Fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. Halleluja! 61 8. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Vertrau'n, Dich in der Herrlichkeit zu schau'n. Halleluja! 9. Ich soll, wann du, o Lebensfürst, In Wolken herrlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn, Und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeif Soll ich mich freu'n in Ewigkeit. Halleluja! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebet uns das Christentum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Halleluja! 12. Nie fomm' es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich, in Liebe treu, Zu deinem Bilde stets erneu'. Halleluja! 13. Du bist's, der alles in uns schafft, Dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Ich hoff' auf dich, Herr Jesu Christ, Der du vom Lod erstanden bist. Halleluja! Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 116. Jefus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo find nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den Todten auferwecken. Er verz klärt mich in sein Licht, Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun ver= zagt, Schmähet ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre; Gott verstößt in Christo nicht, Dies ist meine Zuversicht. Ofterlieder. 62 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben! Reinen Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Reine Macht der Finsternis, Reine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu jeder Pflicht, Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn fie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel. Herr Christ, der ein'ge. 117. Men den Der Hölle Fels hat ganzes Heer, Der Satan liegt gebunden, Die Sünde kann nicht mehr; Nicht durchs Gesetz verdammen, Denn alle Zornesflammen Hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe Des Dankes Opfer dar! Vertreib die Furcht und finge Mit der Erlösten Schar. Wirf des Gewissens Nagen, Dein Sorgen und dein Zagen Jn Christi leeres Grab. 3. Jst Jesus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, So bist du ja den Banden Des Todes mit entrückt; Kein Fluch drückt das Gewissen, Der Schuldbrief ist zer rissen, Denn alles ist bezahlt. 4. Ach, willst du noch nicht glauben, Du ungewisser Geist? Kein Teufel kann dir rauben, Was Jesus dir verheißt, Der Licht, Kraft, Fried'n und Leben Geneigt ist dir zu geben, Als seines Sieges Frucht. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, Ich bring' dir, was ich hab'; Ich matte mich vergebens Bei meinen Wunden ab. Ich kann sie nicht verbinden, Soll ich Genesung finden, Du mußt sie rühren an. 6. Gib meinem Glauben Klarheit, Zu seh'n, Herr Jesu Christ, Daß du Weg, Leben, Wahrheit, Die Daß du mir- Alles bist. finstern Wolken teile Der bangen 3weifel, heile Des Glaubens dürre Hand. 7. Laß mich nicht länger wanken Gleich einem Rohr im Wind; Besänft'ge die Gedanken, Die voller Unruh' sind. Du bist der Stuhl der Gnaden, Wer mühsam und beladen, Den rufst du ja zu dir. 8. Ich will nicht mehr vergeblich Bei mir mich halten auf; Ich finde nichts erheblich, Zu hemmen meinen Lauf 3u deinen offnen Armen, Die mir dein frei Erbarmen So huldreich aufgethan. Bezwing ihn auch in mir; Wo du bist durchgedrungen, Da laß mich folgen dir. Erfülle mein Verlangen Und laß den Kopf der Schlangen In mir zertreten ſein. 10. Den Götzen Eigenliebe, Das Gift in meiner Brust, Zerstör' durch deine Liebe, Daß alle Fleischeslust, Die dich ans Kreuz geheftet, Ganz möge sein entträftet Durch deine Kreuzes Kraft. 11. Lebst du, laß mich auch leben Als Glied an deinem Leib, Daß ich gleich einem Reben An dir, dem Weinstock, bleib'. Gib Geisteskraft zur Nahrung, Gib Stärke zur Bewahrung Der Pflanzung deiner Hand. 12. Leb' in mir als Prophete, und leit' mich in dein Licht; Als Priester mich vertrete, Mein Thun und lassen richt'; Um deinen ganzen Willen Als König zu er= füllen, Seb', Christe, leb' in mir. Friedr. Adolf Lampe,* 1683, † 1729. Mel. Christ, der in Todesbanden. 118. Den em Herrn sei Ehre, Preis und Dank, Der Herr ist auferstanden! Jhn preiset Osterlieder. 63 Laut mit Lobgefang Sein Volk in| muntre deinen Geist und Sinn, allen Landen. Wo ihn eine Zunge nennt, Wo ihm ein Herz in Lieb' entbrennt, Ertöne seinem Namen: Halleluja! 2. Der Heiland lebt, des Grabes Nacht Zerfloß in Morgenröte. Der an dem Kreuz sein Werk vollbracht, Ist der von Gott Erhöhte. Friede, spricht er, sei mit euch! Wie machet seine Huld so reich! Er lebt, uns zu beleben. Halleluja! 3. Ins Leben fehrt er sieg= reich ein. Erhebt euch aus dem Staube, Kommt, ewig seiner euch zu freu'n, Es siegt der Christen Glaube. Unser Herr, der auferstand, Hat Leben nun in seiner Hand. Wer kann das Heil uns rauben? Halleluja! 4. Sei hier die Liebe gleich verkannt und mag sie einsam weinen: Durch ihn, der siegreich auferstand, Wird einst ihr Lohn erscheinen. Liebe wird durch Kreuz bewährt, Mit Mut durch seinen Sieg verklärt, Die Welt foll uns nicht trüben. Halleluja! 5. Verlassen uns die Teuren auch, Die wir auf Erden fanden: Uns schrecket nicht des Todes Hauch, Denn Jesus ist erstanden. Jesus führt durchs Grabesthor, Schenkt wieder, was das Herz verlor, Sein Grab ist vor uns offen. Halleluja! 6. Sieger, reich' uns deine Hand, Du einz'ger Trost auf Erden; Dein Sieg soll unfres Sieges Pfand Bei jedem Kampfe werden. Herr, dem Tod und Hölle weicht, Bleib bei uns, bis der Tag sich neigt, Dann gehn wir ein ins Leben. Halleluja! Wilh. Hülsemann, 1781,+1865. Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thor Gebrochen aus dem Grab hervor, Der ganzen Weit zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf, Und such' ein neues Leben. Vollführe deinen Glaubenslauf, Und laß Dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such', was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, Und tracht' nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach des Himmels Zelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein: Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud' und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, Und forge nicht, er ist nicht fern, Denn er ist auferstanden. 5. Mit Magdalena sollst du gehn, Mit Salome zum Grabe, Sollst hier den Dank der Liebe seh'n und ihre fromme Gabe: So wirst du seh'n, daß Jesus Christ Vom Tod heut' auferstanden ist, Und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw' aus Judas Stamm Heut' siegreich überwunden Und das erwürgte Gottes= lamm hat uns zum Heil gefunden Das Leben, die Gerechtigkeit, Weil er nach treu durchkämpftem Streit Den Feind zur Schau getragen. 7. D'rum auf, mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus überwunden; Auch du wirst überwinden weit, Weil er den Feind gebunden. Nun rüste dich, daß bu aufstehſt, und in ein neues die hin, Leben Gott im GlauMel. Es ist das Heil uns kommen her. 119. Mach' auf, mein Herz, Die Sonn' ist aufgegangen. Er- ben dienest. 64 Ofterlieder. 8. Scheu' weder Teufel, Welt| unvergänglich Leben Und Herrnoch Tod, Selbst nicht der Hölle lichkeit den Seinen geben, Die Wüten, Dein Jesus lebt, er wird ihren Lauf in ihm vollbracht. in Not Und Ängsten dich behüten. Wir werden auferstehn, zu seiEr hilft den Schwachen in der ner Freud' eingehn. Halleluja! Welt, Als ein gekrönter Sieges- Siegesheld, In jene Welt Zeuch held, D'rum wirst du überwinden. uns dir nach, wann dir's gefällt. 9. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auferstanden, Rett' uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir im seligen Verein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns haft erworben. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, uns, die Deinen; Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in Deine Ruh'. G. B. Funt,* 1734, † 1814. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit Von allen überwindern, Die überwanden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden. Laurentius Laurentii,* 1660, † 1722. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. alleluja! jauchzt, 120. Jesu Christo Lob und Ehre! Sein herrlich großer Tag ist da. Er zerriß des Todes Banden, Der Held ist aus dem Grab erstanden, Der nimmer die Verwesung sah. Sein ist Gewalt und Macht, Er hat sein Werk vollbracht. Halleluja! Des Menschen Sohn Trägt nun davon Des herben Kampfes reichen Lohn. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Der Hölle finst're Macht bezwungen, Und uns von Straf' und Schuld befreit. Wir, die tiefgefall'nen Sünder, Sind nun durch Christum Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, Den Gott mit Preis gekrönt. Halleluja! Wir sind nun sein, Und ihm allein Soll unser ganzes Herz sich weih'n. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken; Einst wird der Herr uns auferwecken Durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird Mel. Christ, der in Todesbanden lag. Pringt Preis und Ruhm 121. dar, der für uns getötet war, Iſt dem Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und siegreich auferstanden. Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Uns nun den Trostgrund rauben: Daß du für uns g'nug gethan, Uns Sündern eine neue Bahn Zum ew'gen Heil eröffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Wert Hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ew'ge Leben gebeft, Daß du mein Erretter seist, und neue Kräfte mir verleihst, Mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! Ofterlieder. 65 fich erhebt. Halleluja, Jesus lebt! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf| Pforten beben, Da ihr Sieger mir dazu, Befreie mich von Sünden; Laß mich für meine Seele Ruh' In deinem Frieden finden. Pflanze deinen Sinn in mir, Damit ich Gott ergeben hier Als dein Erlöfter wandle. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Die Toten zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht Wird Tote nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, Durch dich einst auferstehen. Halleluja! 3. Úns vom Tode zu befreien, Sant er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben einzuweihen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken find gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt: Halleluja, Jesus lebt! 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Daß ich, wenn ich aufersteh', Und dich, des Todes Sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 4. Aus dem Grab uns zu er= heben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden Im Gedächtnis Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist. Droben harren sel'ge Freuden, Wenn der Geist zum Himmel schwebt. Halleluja, Jesus lebt! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben; Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbteil sein, So werd' ich ewig des mich freu'n, Daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 5. Freut euch sein, ihr Gottesfinder, Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt's in der Versuchung Stunden, Wenn euch Sünd' und Elend droht, Rühmt's in eurer Todesnot: Unser Herr hat überwunden! Jauchzet, wenn der Sülnder bebt: Halleluja, Jesus lebt! Joh. Caspar Lavater, 1741,+1801. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. Mel. Sollt' ich meinem Gott. uferstanden, auferMel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 122. A ſtanden Ist der Herr, 123. Filthy morgens, da die der uns versöhnt. Seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort, zu seines Vaters Rechten, über Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja, Jesus lebt! Mein Heiland Chriftus aufersteht; Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Not, Verschlossen, gleich als wär' ich tot, läff'st du die Gnadensonn' aufgehn, Nach Traurigfeit mich Freude seh'n. Halleluja! 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, Der da starb auf Golgatha. Rühmt es laut in allen Landen, Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor. Seht, des Abgrunds 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt im Todeszwang; Durchs Grab am dritten Tag er dringt, Mit Ruhm die Siegesfahne schwingt. Halleluja! 5 66 Osterlieder. 4. Jetzt ist der Tag, da mich| tan ist gefangen, Und der Kopf die Welt Mit Schmach am Kreuz der Schlangen Nun im Staube gefangen hält; O'rauf folgt der liegt. Jesus Christ hat ihre List Sabbath in dem Grab, Wo Ruhe Durch sein göttlich Wort geich und Frieden hab'. Halleluja! dämpfet Und für mich gekämpfet. 2. Was kann mich anfechten, Weil mir steht zur Rechten Ein so großer Gott? Laß sich schrecklich rüsten, Wider mich sich britsten Kummer, Not und Tod: Einst zerfällt die ganze Welt; Ehre, Reichtum, Lust der Sün den müssen dann verschwinden. 3. Mag der Satan stürmen, Mich wird wohl beschirmen Mein Immanuel. Mag es finster werden hier auf dieser Erden, Er macht's sonnenhell. Er wird mir wohl für und fülr, Trotz der Welt und ihren Tücken, Großen Schutz zuschicken. 4. Und wenn meine Glieder Sich nun senken nieder Jn die Todesnacht, Wird mich Gott behütten; Dann wird er gebieten Seiner Engel Wacht; Das Geleit zur Ewigkeit Und zum rechten Freudenleben Wird mein Herr mir geben. Gustav von Mengede, † 1688. 5. In kurzem wach' ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf, Ich wach' auf durch des Herrn Gebot, D'rum geh' ich freudig in den Tod. Halleluja! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich Vor allem Volke töten fich; Daß er durch Todes Kerker bricht, Läßt er die Menschen sehen nicht. Halleluja! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Rein groß Gepräng' ihm hier gefällt; Was arm und niedrig geht herein, Soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja! 8. Wie wundergroß ist er, der Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 9. Lebt Christus: was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Halleluja! 10. Er nährt, er schützt, er tröſtet mich, Sterb' ich, ſo nimmt er zu er jetzt da komm' ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 11. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm' ich zur Engelbritderschaft, Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Durch ihn mit Gottes Huld gekrönt. Halleluja! 12. Für solchen Trost, du groBer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir auf beffre Weis' Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann,* 1585,+1647. Mel, Jesu, meine Freude. 124. Kinder, Unser überwinder, Jesus hat gesiegt! SaMel. Nun freut euch, liebe Christeng'. 125. Tod, wo ist dein Stachel nun? ist dein Sieg, o Hölle? Was fann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', Da Christus mit ihr kämpfte, Und, als ergrimmt fie auf ihn drang, Er ihren Grimm bald dämpfte! Ob sie ihn in die Fersen sticht, So sieget fie darum Doch nicht, Der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr her= nimmt Feind fangen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Trägt weg den Raub Ofterlieder. mit Prangen. Nichts kann in seinem Siegeslauf Den starken Helden halten auf, Der Feind liegt überwunden. 4. Der Heiland ist der Hölle Pest, Des Todes Gift geworden. Ob Satan auch noch ungern läßt Vom Witten und vom Morden, Und, da er sonst nichts schaffen kann, Nur Tag und Nacht uns tlaget an: So ist er doch verworfen. 5. Des Herren Rechte, sie behält Den Sieg und ist erhöhet; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, Höll' und aller Feinde list Durch Christi Sieg gedämpfet ist, Ihr 3orn ist kraftlos worden. 6. Es war getötet Jesus Christ, Doch seht, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre Reu' Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei, Der ihn nicht mehr angehet; Genommen ist ihm seine Macht, Das Leben an das Licht gebracht, und unvergänglich Wesen. 8. Das ist die rechte Osterbeut, Der wir teilhaftig werden: Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit, m Himmel und auf Erden. Hier find wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach' mit seiner Rott' Hingegen wird zu schanden; Erlegt ist er mit Schimpf und Spott, Da Christus ist erstanden. Die Glieder siegen mit dem Haupt, Dem Satan ist die Macht geraubt, Er kann uns nicht mehr schaden. 10. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was fann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg 67 So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius,* 1601. † 1671. Mel. Wie schön leucht't uns der. 126. Triumph! Triumph! Dank Dem, der des Todes Nacht bringt Lob und bezwang, Den herrlich Gott erhöhte. Der hohe Sieger überwand, Nacht war um ihn und fie verschwand In heller Morgenröte. Bebet, Gebet, Stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, Glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Feft stehet, wie ein Fels im Meer, Das Wort, das er gesprochen. selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel aufgebaut, Den blinde Wut gebrochen. Keine Macht hält Diesen Sieger, Gottes Krieger ist erstanden, Macht der Hölle Wut zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein fünftig Grab, Du Wohnung ernster Stille! Nach wen'ger Tage schnellem Lauf Nimmst das Verwesliche du auf, Des Geistes morsche Hülle. Herrlich Werd' ich Auferstehen, einzugehen zu dem Leben, Das mein Heiland mir wird geben. Daniel Schiebeler, lebte zwischen 1725 und 1770. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 127. Wie jauchzt mein Geist schon hier im Staube, Wenn er an dich, Erstand'ner, innig denkt! Wie triumphiert mein Christenglaube, Wenn er sich in dein off'nes Grab versenkt! Ich schaue nun getroft ins eigne Grab, Aus deiner Gruft erblüht der Hoffnung Stab. 2. Jch seh' den Frühling jetzt erwachen, Ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Droh'n verlachen, Er5* Osterlieder. 68 stand'ner, neues Leben strahlt von dir. In jenes ew'gen Lebens Herrlichkeit Bin ich von aller Todesqual befreit. 3. Hier ist noch Dunkel, dort ist Helle, Hier wein' ich manche bittre Thräne noch, Dort aber strömt die Freudenquelle, Denn dort bin ich erlöst vom Sündenjoch. Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, Mein Geist wird dort verklärt und selig sein. 4. Dir dank' ich dieser Hoff= nung Freude; Erstand'ner, weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Vertlärter, dann verklärt sie sich durch dich. Die Hoffnung seliger Unsterblichkeit Wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. Jarl Aug. Döring,* 1783,+1844. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 128.[ eberwinder, nimm die Palmen, Die dir Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Deinen gro= Ben Sieg befingt. Du hast dich empor geschwungen Aus der dunkeln Grabesnacht, Hast dein hohes Werk vollbracht und der Feinde Wut bezwungen. An dem Tag, wo dies geschah, Singen wir Halleluja! 2. Pflanze deine Sieg'spaniere Auf das Grab zu deinem Ruhm; Großer König, fomm, regiere Nun die Welt, dein Eigentum. Du, den alle Himmel loben, Unterwirf der Erde Kreis, Und es diene dir zum Preis Auch der Höllenmächte Toben. Uns sei ftets als Helfer nah', Dann ertönt's: Halleluja! nichts erschreckt dann fern und nah' Und man fingt: Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herz uns gehn; Gib Erleuchtung deinen nechten, Daß sie geistig auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O, so förd're unsern Lauf, Rufe kräftig: wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da. Gott sei Dank, Halleluja! 5. Zeige, wenn der blöde Kum= mer über Gruft und Bahre weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint. Deines geist'gen Leibes Glieder Bleiben nicht des Todes Raub; Selbst des Erdenleibes Staub Wird verklärt und grünet wieder, Denn dein Aug' bewacht ihn ja. Gott ſei Dank, Halleluja! 6. Tilge das verzagte Grauen, Wenn die letzte Stunde schlägt; Laß den Geist die Krone schauen, Die uns schon ist beigelegt. Laß in unsern höchsten Nöten, Laß in unsrer Todespein Felsenfest den Glauben sein, Daß der Tod uns nicht kann töten, Denn du, Herr, bezwangst ihn ja; Gott sei Dank, Halleluja! 7. Neige deines Scepters Spike Uns voll Gnad' und voller Huld Einst von deinem Richtersitze, Und sich nicht auf unsre Schuld. Gib uns dann das ew'ge Leben, Und das ganz erlöste Herz Wird dann frei von Sünd' und Schmerz Ewig deinen Ruhm crheben; Denn wir singen einst auch da: Gott sei Dank, Halleluja! R. L. Taddel,* 1700, † 1775. 3. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnſucht heute 129. Der erstört, Der Tod Mel. Nun freut euch, liebe Christen. Hölle find Vor den Thron der Gnade tritt. Gib uns Allen deinen Frieden, Gib uns Kraft und frohen Muth: Dann ist uns ein herrlich Gut Und ein lieblich Los beschieden; ist nun verschlungen, Des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünden Macht ist abgetlan, Durch Ofterlieder. Christum ist die Himmelsbahn Uns wieder aufgeschlossen. 2. Was durch des ersten Adams Schu'd Im Paradies verdorben, Das, und noch mehr hat Christi Huld Uns wiederum erworben. Der starke Held aus Davids Stamm Hat sterbend an dem Kreuzesstamm Die Welt mit Gott verföhnet. 3. Heut' ist er aus dem Grab hervor Mit großer Macht gebrochen; Er hebt sein Sieg'3panier empor, Wie er es hat versprochen. Er bringt nach wohl= geführtem Streit uns wieder Fried'n und Freudigkeit und alle Himmelsschätze. 4. D'rum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, Weil uns ist diese Gnadenzeit Vom Himmel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und Macht; Er ist besiegt, der Tag und Nacht Vor Gott uns hart verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden. Der vormals starke SeeLentod Hat müssen fraftlos werden. Des lammes Blut hat ihn bekriegt, Sein wahres Zeugnis obgesiegt Und uns das Heil errungen. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, Wie Christus, auferstehen, Und mit ihm in die Herrlichkeit Zur Himmelsfreud' eingehen; Denn wo das Haupt geblieben ist, Da müssen auch nach kurzer Frist Die Glieder alle wohnen. M. Schirmer,* 1606,+1673. 69 2. Mein Jesus lebt! er hat bezwungen, Was mir das Leben rauben fann; Er hat mir Heil und Sieg errungen, Und alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, Denn überall schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen, So geh' ich freudig in die Gr ft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, Daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, Mein Herz wallt nur für ihn allein. Soll ich ihm nun mein Leben geben, So wird kein Tod mir schrecklich sein, Weil er mich in den Himmel hebt, So wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolde,* 1672, † 1737. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Auf, ihr 131. Halleluja! Jefus lebet! und erhebet Des großen Mittlers Majestät. Hört's, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Sta b erhöht. Ihm jauchze Preis und Dank, O Seele, dein Gesang. Halleluja! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jefu Jünger, wehrt demn Leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude Am Siege teil, den er erftritt. Seht, der Tod ist überwunden, Die ganze Hölle ist gebunden, Er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt seine Feinde dräu'n, Ihr könnt getrost euch freu'n: Jesus lebet Von Ewigfeit Zu Ewigkeit, Derselbe gestern Mel. O daß ich tausend Zungen. ein Jesus lebt! ich 130. Me nicht sterben, und auch heut'. Hier steht mein Haupt und trium= phiert; Nun muß auch ich das Leben erben, Weil Höll' und Tod die Macht verliert! Mich schreckt nun feine Zukunft mehr, Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 3. Ihr auch dürft nicht trostlos beben, Ihr Sünder, Gott will euch vergeben, Wenn ihr die Schld mit Ernst bereut. Durch des Todes überwinder Ist er berföhnt und gegen Sünder Ein 70 Osterlieder. Vater der Barmherzigkeit. Der| allein, In den trüben UnglücksHeiland steigt empor, Nun ist stunden Stellt er unverhofft sich des Himmels Thor Allen offen. ein. Wenn ich traurig mich beGott ist versöhnt, Vom Himmel schwere, Als ob er zu ferne wäre, tönt Der Freudenruf: Gott ist versöhnt! so ist er mir schon nah' Und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner nah' bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübfalswetter schrecken, Woll'st du mächtig mich bedecken; Hab' ich zum Gefährten dich, Ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig, tief betrübet, Dann ruf' du mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich der Deine bin. Laß in dir mich Ruhe finden, Auf dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thränenfaat gestreut, Erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch and're, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tief bekümmert zu dir fleh'n. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, So sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwes't der Leib gleich in der Gruft; Einst wird er zum bessern leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlaf'nen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut Zur Frühlingszeit Sich alles regt, und alles freut. 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, Auferstand'ner, welch' ein Segen Erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden Erhebst du uns zu ew'gen Freuden, Die uns dein Kampf und Sieg gewann. Bald sind sie unser Teil, Bald frönet uns das Heil Deines Lebens. Halleluja! Der Herr ist nah', Bald ist der Tag des Sie ges da. Nicht ermittelt. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 7. Wenn es einst will bend 132. Trauernd und mit ban werden, und der Lebenstag fich gem Sehnen dem auf dort ein Jünger- Par; Jesu Erden Nirgend sich ein Helfer fließen ihre Thränen, Der ihr zeigt: Bleibe dann an meiner Freund und Lehrer war. Doch eh' Seite, Gib mir Sieg im letzten sie's zu hoffen wagen, Nahet er, Streite, Daß ich bis ans Ende um den sie klagen, Jhr Begleiter treu, Jener Krone würdig sei. ist er schon, Schnell ist nun ihr Gram entfloh'n. J. Neunherz,* 1655,+1757, 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern, voll von Schmerzen, Ihre Not, ihr Ungemach. Manches wandelt ganz alleine, Daß es in der Stille weine, Aber Jesu tröstend Wort Scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie Mel. Was Gott thut, das ist. 133.0 auferstar d'ner Siegesfürst, Du leben aller Leben, Heut' bringst du Frieden, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Zuvor bracht' Not Dich in den Tod; Jetzt bist du auf= erstanden Und frei von Todesbanden. Osterlieder. 2. Die fast von unsrer Sün= denschuld ließ dich in Fesseln fallen; Du gabest dich aus großer Huld Am Kreuz zum Heil uns Allen. Nun sind wir frei Von Sclaverei, Wir sind nicht mehr gefangen, Weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne, Die, einst verhüllt in ihrem Lauf, Gibt Strahlen neuer Wonne. Jetzt ist die Seel' Mit Freudenöl Von dir gefalbt zum Leben, Sich ganz dir hinzugeben. 4. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Steine; Dein Sieg ist's, der uns 134. Er lebt, o Freudener lebt, scheine. Des Todes Wut, Der Höllen Glut Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 5. O, daß wir diesen teuern Sieg Genugsam möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg Jm Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Wenn wir nicht Glauben spüren. 6. So komm denn selbst in unser Herz, O Jesu, Fürst der Ehren! Laß du in Freuden und im Schmerz Den Glauben sich vermehren, Daß wir in dir Die off'ne Thür Zur ew'gen Ruhe finden, Und aufersteh'n von Sünden. 71 9. Erscheine uns mit Freundlichkeit, Wenn wir in Buße weis nen; Gib uns den Frieden in dem Streit, Den du versprichst den Deinen; So können wir, O Held, mit dir Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 10. Ach, laß das wahre Auferstehn Im Herzen uns erfahren, Laß aus dem Sündengrab uns gehn, Daß wir den Schaß bewahren, Das teure Pfand, Das deine Hand Zum Siege uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. 3. H. Böhmer,* 1674,+1749. 7. Laß, Herr, mit dir uns auferstehn Aus unserm Sündengrabe. Wir können noch das licht nicht seh'n, Die Kraft von deiner Gabe, Die deine Macht Zu uns gebracht; Führ' uns hinaus zum Leben, und mach' uns dir ergeben. 8. Es liegen tausend Hüter hier, Die unser Herz berennen, Daß wir aus dieser Grabesthür Zu dir nicht kommen können; Der Sünden Macht Hält selbst die Wacht; Die Welt mit ihren Schätzen Fängt an, es zu besetzen. Heiland aller Sünder! Der Feinde Heer erschrickt und bebt Vor seinem überwinder. Er stritt mit Heldenmut, Vergoß für uns sein Blut; Durch seinen Kreuzestod Erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, Erhöht zu seiner Rechten; Er herrscht und hilft von seinem Thron Auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schützt er mich, Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Gott wird auch mich erwecken; Der Tod, der Aller Herzen schreckt, Kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, feine Kraft, Die Sünd' ist weggeschafft; Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht! Des tröst' ich mich von Herzen. 4. Er lebt, der unbezwung'ne Held; Befingt, ihr Engelchöre, Befingt, ihr Völker aller Welt, Des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns das Leben bringt; Und mächtig für uns streitet. 72 Himmelfahrtslieder. 5. Er lebt, o Chriften, laßt| Amen, Fürst der Auferstehung, uns heut' Frohlockend ihn erheben; Laßt uns von nun an federzeit Jhm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigentum, Erkauft zu seinem Ruhm; Sein wollen wir allein Tot und lebendig sein, Und sein auch ewig bleiben. Ehrenfried Liebich,* 1713. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 135. Amen, deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchweh'n, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruh'n, um froher zu erstehn. 7. Himmelfahrtslieder. Eigene Melodie. 136. Christus fuhr gen Himmel Und sandte uns hernieder Den Tröster, seinen heil'gen Geist, Zum Trost der armen Christenheit. Halleluja! Wär' er nicht hingangen, Der Tröster wär' nicht kommen; Seitdem er hingegangen ist, Ward uns der Geist durch Jesum Christ. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des soll'n wir Alle froh sein, Christ will unser Troft sein. Halleluja! Martin Luther,* 1183, † 1546. Der des Grabes Siegel brach, Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu des Wonnereichs Erhöhung, Wo dem Tod, der uns verföhnt, Aller Himmel Loblied tönt. 2. Großer Erstling deiner Britder, Ja, du zieheft uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder, Und wie du, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Chrift, Einst in voller Klarheit sehen. Jetzt, o Herr, und ewiglich, Leben wir allein durch dich. Karl Bernh. Garbe,* 1763, † 1841. Mel. Wie schön leucht't uns. 137.0 wundergroßer Sie gesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut' haft du dich gesetzet Zur Rechten Gottes in der Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verleget. Mächtig, Prächtig Triumphierst du und regierst du; Tod und Leben Sind dir, Jesu, übergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben. Du hast das Heil zurückgebracht, mit Majestät und großer Pracht Gen Himmel dich erhoben. Singet, Bringet Dank ihm; ehret den, der fähret auf gen Himmel Aus dem niedern Erdgetümmel. 3. Du bist das Haupt, hinge= gen wir Sind Glieder, ja es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, Und Alles, was Erquickung schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, 3winge, Ew'ge Gülte, mein Gemülte dich zu preisen, Lob und Ehr' dir zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir tilnftia für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Sinn und Wandel rein, Uns demutsvoll von Herzen sein, All' üppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, chriftlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schat, Sei unser Ruhm und fester Plaz, Auf den wir uns verlassen. Laß suchen uns, was Himmelfahrtslieder. 73 droben ist; Auf Erden wohnt| tes Sohn, Soll sich der Geist er= viel Trug und List, Es ist auf heben; Du bist uns licht und allen Straßen Lügen, Trügen, Leben, und unser großer Lohn. Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, Du falsche, arge Welt! Sollt' uns dein Nichts ergötzen? Dort ist, was uns gefällt. Er, unser Fleisch und Blut, Prangt auf der Gottheit Throne, Gibt uns sich selbst zum Lohne, Jst unser höchstes Gut. 6. Herr Jesu, fomm vom Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille mein Verlangen. Du, du allein bist uns zu gut', O Jesu, durch dein teures Blut Jns Heiligthum gegangen; Dafür Sol dir von uns Allen Dank erschallen. Herr, ohn' Ende Heben wir zu dir die Hände. 7. Wann wird es doch ge= schehen, Wann kommt die frohe Zeit, Daß wir ihn werden sehen Jn seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Da wir ihn mit Entzücken Zum erstenmal erblicken? Tag, brich bald herein! Ernst Chr. Homburg,* 1605,+ 1681 G. W. Sacer,* 1635, † 1699. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 138. Der Herr fährt auf gen lem Jubelschall, Mit jauchzendem Getümmel und mit Posaunen hall. Lobfingt, lobsinget Gott! Lobfingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herrn Gott Zebaoth. 2. Der Herr wird aufgenommen In königlicher Pracht; Des freu'n sich alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Des Himmels Engelheere, Die seiner Pracht und Ehre Sich, gleichwie wir, erfreu'n. 3. Mit freudigem Gebete Werd' er von uns erhöht; Wir wissen nun die Stätte, Die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von sich trennen; Daß wir ihm folgen können, Macht er uns freie Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, Die hier das Elend bau'n, Wir sollen himmlisch werden, Und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin steh' das Verlangen, Dahin kehrt euren Lauf. 5. Gen Himmel laßt uns dringen Mit herzlicher Begier; Mit Inbrunst laßt uns singen: Dich, Jesu, suchen wir. Zu dir, o GotEigene Melodie. immelan, nur him139. Wandel gehn! Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz gescheh'n; Auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Nicht' hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht! Dein Angesicht! 2. Himmelan schwing' deinen Sinn Jeden Morgen auf. Schnell eilt er durchs Leben hin, Unser Pilgerlauf. Fleh' täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg' ins Herz mir den Beruf: Mach' mich getreu.:,: 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt. Sorg' nicht mutlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt; Flieh diesen Sinn! Nur, was du dem Himmel lebst, Dir von Schätzen dort erstrebst, Das ist Gewinn.:,: 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater, treu und reich, Stünd lich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, Weiß man von den Sorgen nichts, Sei himmlisch froh.:,: 74 Himmelfahrtslieder. zerrinnen. 5. Himmelan wallt neben dir| länger hier Vor Kummer fast Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. schließ dich an! Kämpfe d'rauf, wie sich's gebührt; Denke: auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn.:,: 3. Zeuch uns nach dir, O Jesu, führ' Uns deine Himmelsstege; Wir irren leicht, Sind abgeneigt Dem. rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr So oft beschwer' Das böse Weltgetimmel. 6. Himmelan ging Jesus Christ, Mitten durch die Schmach; Eil', weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach; Er litt und schwieg; Halt' dich fest an Gott, wie er, Statt zu flagen, bete mehr; Erkämpf' den Sieg!:,: 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich, Im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter, geht's Zum Himmel hin. Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. ein Haupt 8. Himmelan führt dich zuletzt 141. M port in der HerrSelbst die Todesnacht; Sei's, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrecken macht: Harr' aus, harr' aus! Auf die Nacht wird's ewig hell, Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus.:,: lichkeit, Du lebst, beglückst, regierst! Ich bin dein Glied, Doch lieg ich noch im Streit, Bis du zum Frieden führst. Noch kämpf' ich viel hienieden Mit Sünd' und Leidenschaft; Doch du gibst deinen Frieden Und Mut und Siegerfraft. 5. 3euch uns nach dir Nun für und für, Und gib, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, und mach' uns gleich Den auserwählten Scharen. Ludemilia Elisabeth Gräfin zu Schwarzb. Rudolstadt,* 1640,+ † 1672. 9. Halleluja! himmelan Steigt dein Dank schon hier. Einst wirst du zum Schauen nah'n, Und Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, Alles preist verklärt und neu In Ewigkeit.:: 10. Halleluja fingst auch du, Wenn du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh' In den Himmel ziehst. Cob sei dem Herrn! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilft dir aus zu diesem Sieg, Lob sei dem Herrn!:,: Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. err, mit 3. H. Schöner,* 1749,+1818. Mel. Ach Gott und Herr. 142. Glanz und Freuder; Auf zu deiner Herrlichkeit; Doch 140. Beuch uns nach dir, mich britcken noch die Leiden Dieſes So kommen wir mit Zeit. herzlichem Verlangen Hin, da du bist, Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Lieb'sbegier, Ach, reiß uns doch von hinnen: So dürfen wir nicht 2. Zieh mich hinauf, Der du die Stätte dort Auch mir bereitet hast. Ich schau' empor Zu jenem sel'gen Ort, und leicht wird jede Last. Ich werde nie verderben, Bin ich doch Gottes Kind, Mit allen Himmelserben, Die ewig bei dir sind. Karl Aug. Döring,* 1783,+1844. Jesu, Mut und Kraft, Daß ich meine Pilgerschaft So in dir zu ricke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zuriidke, Aber zeuch mein Herz nach dir; Himmelfahrtslieder. Wenn ich nach dem Himmel blicke, Öffne ihn dann gnädig mir. Neige meinem Fleh'n dein Ohr, Trag es deinem Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 3. Tehre mich die Welt verachten Und was in mir Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo di, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn Soll mich nie zur Erde zieh'n, Da ich jenseits überm Grabe Eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben, Du erwarbst sie teuer mir; ben, Jetzt noch feh' ich fie im Glau: bei dir; Dort belohnst du das Vertrau'n Deiner Gläubigen durch Schau'n, Und verwandelst ihre Leiden Jn unendlich große Freuden. uns 5. Dort bereit' auch mir die Stätte Jn des Vaters Hause zu, Rufst du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh'; Leucht' a ch mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes Macht bezwungen Und für en Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem Ende dieser Zeit, Oso fammle meine Glieder, Die Verwesung hier zerstreut; Heil'ge und verklär' sie ganz, Daß der Leib im Himmelsglanz, Tann nicht mehr von Staub und Erde, Deinem Leibe ähnlich werde. C. Neumann, 1648. 75 Mel. Nun freut euch, li.be Christen. 143. Auf Chrifti Himmelmeine Nachfahrt gründe, Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiemit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan, Und große Gab' empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel fann, Sonst nirgends, Ruh' erlangen. Tenn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn, Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß deine Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mög' meine Nachfahrt zieren, Und dann einmal, wann dir's gefällt, Mit Freuden scheide aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. J. Wegelin, lebte um 1640. Mel. O daß ich tausend Sungen. 144. Bum Himmel bist d eingegangen, Preis gekrönt, Herr Jesu Christ. Wie sollte mich nun nicht ver= langen, Auch dort zu sein, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier, Nimm in die Heimat mich zu dir. 2. Vom Tode stand'st du auf zum Leben, Du gingst verklärt zum Himmel ein; So muß sich auch mein Geist erheben, Ich darf nicht tot in Sünden sein. Ein neues Leben wirk' in mir, So komm' ich einst gewiß zu dir. 3. Am Ölberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an, Am Ölberg gingst in hohen Freuden Du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du bist von uns zwar aufgefahren, Doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses Kleinod mich bewahren; Im Worte redeſt allein du meines Lebens Lauf Und schließt mir deinen Himmel auf. 5. Du hobest fegnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf; hilf, daß einst auch ich vollende, Von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, Tann fahr' in Frieden ich dahin. Himmelfahrtslieder. 76 6. Ich sehe dir mit Glaubensblicken In deinen Freudenhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir erquiden, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Bleibst du doch meine Zuversicht. 7. Einst wirst du herrlich wieder kommen, Gleichwie du aufgefahren bist, Tann werd' ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbteil ist. So leb' ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. Nicht ermittelt. Mel Erschienen ist der herrlich' Tag. 145. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, Taß du im zur Rechten Gottes bift. Du starter Glauben unsre Seel'. Halleluja! 2. Du sitzest auf der Himmel Thron, Als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht, D'rum bleibst du unsre Zuversicht. Halleluja! 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur Ist dein, du Herrscher der Natur. Halleluja! 4. Umsonst, umsonst empöret sich Der Fürst der Hölle wider dich; Dein Thron steht fest, cer seine liegt, Durch deine Macht ist er besiegt. Halleluja! 5. Du, unser triumphierend Haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Teil, Sein starker Schuß, sein ew'gesHeil. Halleluja! 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich, Tein freuet unsre Seele sich; Du Held in unserm Fleisch und Blut Bist unser Trost und höchstes Gut. Halleluja! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt, Der Segen ist in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilfft ihm gern. Halleluja! 8. Sieh gnädig auf uns allezeit Vom Throne deiner Herrlichkeit; Hilf unserm schwachen Glauben auf, Und heil'ge unsern Lebenslauf. Halleluja! 9. Gen Himmel führst du als ein Held; Als Herrn und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis seh'n, laß uns dann freudig vor dir stehn. Halleluja! 10. Tann triumphiert der Glaub' an dich, Tann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, Der du zur Rechien Gottes bist. Halleluja! Nicht ermittelt. Mel. Was Gott thut, das ist. 146. Triumph 1 ihr Hingel, freuet euch, Lobsinget Gottes Sohne! Er ziehet ein zu seinem Reich, Empfängt des Siegers Krone. Mit Majestät Wird er erhöht Und herrscht, nach Kampf und Leiden, Umstrahlt von Himmelsfreuden. 2. Doch schließet ihn kein Himmel ein, Er wirkt noch fort auf Erden; Noch sollen, die ihr Herz ihm weih'n, Durch ihn beseligt werden. Mit Mut hinan Die steile Bahn! Uns lohnt nach Kampf und Leiden Der Herr mit ew'gen Freuden. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: Ich leb' und ihr sollt leben! Erhebt sich einst zum ew'gen licht Der Geist von Gott gegeben. Still sinkt ins Grab Der Leib hinab, Ta ruht er aus von Leiden; Einst teilt er Him-. melsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch, Der Tod ist nun bezwungen; Wir haben teil an Jesu Reich, Er hat es uns errungen. Auf, bringt ihn Dank Und Lobge= sang! Wir gehn durch Kampf und Leiden Mit ihm zu seinen Freuden. Nicht ermittelt. Pfingstlieder. 8. Pfingstlieder. 3. Du Quell, d'raus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch and're in der Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, Lehre, Herz und Sinnen zu gewinnen, dich 2. Du wertes Licht, gib dei- zu preisen, Gut's dem Nächsten nen- Schein, Lehr' uns Christum zu erweisen. tennen ganz allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns gebracht zum rechten Vaterlande. Erbarm' dich, Herr! 3. Du süße Lieb', schent' deine Gunst, Laß empfinden uns der Lieb' Jnbrunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben, Jn Frieden stets auf einem Sinne bleiben. Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, Daß in uns die Sinne Nicht einst verzagen, Wenn dort der Feind das eben will verklagen. Erbarm' dich, Herr! Martin Luther,* 1483,+1546. Eigene Melodie. 147. un bitten wir den heil'gen Geift Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahren einst aus dem Elende. Erbarm' dich, Herr! 77 4. Steh uns stets bei mit der= nem Rat, Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Weil wir den Weg nicht wissen; Gib uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baute, Was zerrissen und beslissen, dir zu trauen, und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns empfinden deine Kraft, Und dann zur guten Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz, So lang' wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück über= winden. Mel. Wie schön leucht't uns der. 148.heil ger Geiſt, kehr' bei uns ein, Und laß uns deine Wohnung sein, Olich, fomm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns träftig sein 3u steter Freud' und Wonne; Daß wir In dir Recht zu leben uns ergeben, und mit Beten Oft in Andacht vor dich treten. 6. Du Himmelstau, ergieße dich In unsre Herzen träftigUnd schenk' uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden fei Tem Nächsten stets mit Liebestreu' Und sich darinnen übe. Kein Neid, Rein Streit Dich betrülbe; reine Liebe woll'st du geben, Demutsvoll vor dir zu leben. 2. Gib Kraft und Nachdruck 7. Hilf, daß in wahrer Heiligdeinem Wort, laß es wie Feuerkeit Wir führen unsre Lebensimmerfort In unsern Herzen brennen, Taß wir den Vater un den Sohn, Dich, Beider Geist auf einem Thron, Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe Und behüte das Gemüte, daß wir glauben Und im Glauben standhaft bleiben. zeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei wohl bewußt Die Eitelkeit der Fleischesluft und ihrer Sündenwerke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Bis wir Himmelserben werden. • M. Schirmer, 1606, † 1673. Pfingstlieder. 78 Mel. Aus meines Herzens Grunde. euch ein zu deinen 149. nes Herzens Gaft, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren haft; hochgelobter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entfünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht, Des vechten Weinstocks Leben Hast du in mich gebracht, Hast in der Taufe Kraft, Durch Christi blut'ges Sterben, In mir, dem Himmelserben, Den Tod hinweggeschafft. 4. Du salbst mit heil'gem Öle, Wodurch geweihet ist Mein Leib und meine Seele Dem Heiland Jesu Christ; Machst mich zum Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Es steiget himmelan, Fleht um die rechten Gaben, Bis wir von dem sie haben, Der allen helfen kann. Feindschaft bist du feind, Du neu Das, willst durch Liebesflammen Stets was getrennt erscheint. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt. Zeit' uns den Friedenspfad, Verknüpf' in allen anden mit fanften Liebesbanden, Was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steu're Dem Herzleid auf der Erd', Bring' wieder und erneu're Die Wohlfahrt deiner Herd'. Zieh du in deine Hut Die Länder, die verheeret, Die Kirchen, die zerstöret Durch Krieg und Feuerswut. 10. Beschirm' die Obrigkeiten, Bau' unsers Königs Thron. Laß Segen uns begleiten, Schmück' als mit einer Kron', Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, Der sich dir widersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unsern Herzen reißt. 12. Richt' unser ganzes Leben All'zeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben Ins Todes Rachen hin, Wenn's hier mit uns ist aus: So hilf uns fröhlich sterben, und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach Paul Gerhardt,* 1606,+1676. ja, wie manches mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan 150. 3das Lied des Tankes Mel. Gott woll'n wir loben. u Gottes Tön' die Pforten Zum gold'nen Himmelssaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Haß und Neid und Streit. Der Ihm, der nun in Ewigkeit Der Wahrheit Sieg verleiht. Gebaut ist herrlich Seines Sohnes Kirche; Groß und fest in Gottes Hut, Der Völker Heil, sie ruht. Zions Pfingstlieder. Tempel ist nun aufgethan, Und es fliehen Sünde, Trug und Wahn. Preis dem Herrn! Nah' und fern Strahlet Trost und ew'ges Licht Von Gottes Angesicht. A. W. Möller. Mel. Werde munter, mein( Semüte. 151. Gott, bu gibst uns milden Regen, Und befeuchtest trock'nes Land; Gib auch mir vom Himmel Segen, 152. Kften, fomm herab! Mel. Komm, heil'ger Geist. omm, Kraft Denn mein Herz ist dürr wie Sand. Laß des heil'gen Geistes Gab' Auf uns von der Höh' herab, Wie die starken Ströme fließen und sich in mein Herz ergießen. Pfand, das uns Gottes Gnade gab; Du Segensquell, Born aller Gaben, Nichts kann, wie du, die Seele laben. Komm, Gottes Geist, in unsern Geist, Wie Himmelstau hernieder fleußt; Komm mit der Friedenstaube Schweben, Und ruh auf uns, so lang' wir leben. Halleluja, Halleluja! 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht, Wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Wahrheit zu erfüllen Und unsers Geistes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein Bis in des Herzens Grund hinein. O warn' und strafe, wenn wir fehlen, und läut're aller Christen Seelen. Halleluja, Halleluja! 3. Komm, milder Tröster; wer als du Bringt bangen Herzen Trost und Ruh' Und Balsam für die innern Wunden, Und Himmelstau in heißen Stunden? Komm, gib zu unsrer Ritterschaft Uns Heldenmut und Glaubenskraft, Und rüste selbst zum Gotteswerke Geist, Seel' und Leib mit deiner Stärke. Halleluja, Halleluja! 2. Kann ein Vater hier im Leben, Der doch bös' ist von Natur, Seinen Kindern Gaben geben, und zwar gute Gaben nur: Solltest du denn, der du heiß'st Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben, mich nicht laben Mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein, Sei mir tausendmal willtommen, Laß mein Herz dein Tempel sein. Säub're dir hier selbst ein Haus, Aus dem Herzen wirf hinaus Alles, was mich je kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. 79 6. So will ich mich dir ergeben, Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Wo ich einst vor deinem Thron Dich samt Vater und dem Sohn Werde rühmen, loben, preisen Mit den süßen Engelweisen. Moritz Cramer. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Mut, zu besiegen Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten Und im Geist und Wahrheit beten. 4. Komm, Quell der Liebe, geuß sie aus Ins Herz und über Gottes Haus; Gib, daß wir Gott mit reinen Trieben, Und Christum in den Brüdern lieben. Entflamm' in Leid und Freude stets Die Glut des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Ge 80 Pfingstlieder. wühl der Erde, Daß unser Wan-| Jünger schreckt nicht Pein noch del himmlisch werde. Halleluja, Halleluja! Müh', Der Geist der Stärke stärkte sie In Martern und im Tode; Sie blieben ihrem König treu, Bekannten seinen Namen frei, Und lobten ihn im Tode. 5. Weih' uns zu deinem Tempel ein, Was unrein ist, das mache rein, Was nah'am Staube friecht, erhebe, Was schon gestorben ist, belebe. Erwärme jedes falte Herz, Tent' alle Seelen himmelwärts, Vereine die zerstreuten Glieder Und bringe das Verlor'ne wieder. Halleluja, Halleluja! 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, So strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf uns deine Gnade regnen, Komm, uns mit deiner Kraft zu segnen; Dann sind der guten Saat wir gleich, Und bringen Frucht zum Himmelreich, Dann führt zum Leben uns das Sterben, und ewig sind wir Gottes Erben. Halleluja, Halleluja! Karl Bernh. Garve,* 1763,+1841. 4. Noch jetzt bist du der Geift der Kraft, Noch jetzt der Menschen Lehrer, Der Jesu neue Jünger schafft, Des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Buß' und Leid, In frommen Seelen Trost und Freud' Und Mut im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, So wie im Tode, Seelenruh', Und hilfft uns überwinden. 2. Erfüllt von seiner Wundertraft Gehn sie die Welt zu lehren; Der Geist, der neue Herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Der ganze Erdkreis hört erfreut Er steht die Wahrheit siegen. Der Sünde finst're Nacht entflieht; Wo man den Finger Gottes sieht, Muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen: Der Name Jesu wird gelobt, Sein Wort ist Kraft und Segen. Die 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, Du Quell des Lichts, der liebe, Den Gott den Betenden verheißt, Ach, heil'ge meine Triebe. Schaff' du in mir ein neues Herz, Gib wahre Buß' und Sündenschmerz, Hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, Und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöten. Joh. Caspar Lavater,* 1741,+1801. Mel. Der Lag, der ist so freudenreich. ir, Vater, dankt mein Herz und singt, Daß du den Sohn gegeben, Den Sohn, 153. D der Heil den Sündern bringt, Und unvergänglich Leben. Ich 154. K Erfüll' die Herzen Eigene Melodie. Somm, danke dir, daß du den Geist, Der deinen Sohn durch Wunder preist, Zur Erde haft gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, Der deinen Knechten Stärke gab, Daß fie dein Werk vollendet. deiner Gläubigen, Und entzünd' in ihnen Das Feuer Deiner göttlichen Liebe, Derdu durch Mannigfaltigkeit Der Zungen Die Völter Der ganzen Welt versammelt haft In Einigkeit Des Glaubens. Halleluja! Halleluja! $. Contractus. Eigene Melodie. 155.0 heil'ger Geift, Gott! Du Tröster wert in aller Not, Dich hat gesandt vom Himmelsthron Der Vater und sein ein'ger Sohn, Oheil'ger Geist, o heil ger Gott! 2. Oheil'ger Geist, o heil'ger Gott, Wirt' in uns allen fort und fort, Entzünd' in uns der Liebe Kraft, Die Eintracht, Heil Pfingstlieder. 81 heil'ger| getroft In deinem Dienst beständig bleiben, Laß Trübsal uns von dir nicht treiben. Durch deine Kraft, Herr, uns bereit, und stärk' des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich stets rin= gen, Durch Tod und Leben zu dir bringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther,* 1483,+1546. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. Zeist Gottes, aus des Bater recht bekannt Und Jeſum, 157. Gei'gen Fülle In den er uns gesandt, heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 5. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Du zeigest uns die Him melspfort', Auf daß wir kämpfen ritterlich, Zum Himmel dringen, stark durch dich, heil'ger Geist, o heil'ger Gott! unsern Geist herabgesenkt, Der auch in unbemerkter Stille Des Herzens Trieb gen Himmel lenkt, Du, der einst Davids Psalm beflügelt, Den Sehern Aug' und Mund entfiegelt, Und auch noch jetzt mit Glut durchdringt, Auch jetzt uns Gottes Weisheit lehret Und Christi Wahrheit uns verkläret, Ohöre den, der dir lobfingt. 2. Du Quell der reinsten Himmelsliebe, Die in das Herz lebendig quillt, Und so des neuen Menschen Triebe mit heil'ger Gottestraft erfüllt! Du bist es, der die Schwachheit stilget, m 156. Seel' im SchlumPilgerlauf sie stärkt und schützet, und Frieden schafft, Geist, o heil'ger Gott! 3. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Mehr' unfern Glauben immerfort. Wer sich will Jesu Chrifto nah'n, Der muß von dir die Hülf' empfah'n, heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 4. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Erleucht' uns durch dein uns den 6. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir weih'n uns dir zum Eigenthum, Und bringen dir Lob, Ehr' und Ruhm, Oheil'ger Geist, o heil'ger Gott! B. Helder, lebte um 1614. Eigene Melodie. Somm, heil'ger Geist, Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Der Gläubigen Herz, Mut und Sinnen, Entzünde deine Lieb' in ihnen. Herr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauber du versammelt haft Das Volk aus aller Länder Zungen; Das sei dir, Herr, zulob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heil'ges Licht, du edler Hort, Laß leuchten uns des Lebens Wort, Und lehre uns Gott recht erkennen, Von ganzem Herzen Vater nennen. Herr, behüit' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Chrift mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heil'ge Jnbrunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und mer neigt; Der, o geschäh' es nicht vergebens! Als Unterpfand des ew'gen Lebens Uns hier des Himmels Krone zeigt. 3. Du bauteft aus lebend'gen Steinen Der Kirche reines Heiligtum, Erhöheft durch des Herrn Gemeinen Des Kreuzes unbestegten Ruhm. Und wo du sprichst mit Feuerzungen, Weckst du zu sel'gen Huldigungen Der Heiden großes Totenfeld. Der Hölle Reich muß dir mit Beben Die Schar Gefang'ner wiedergeben, Die es in seinen Fesseln hält. 4. Wer kann, wie du, mit Don= nern reden, Wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer tröstet so, wie du, die Blöden, Wenn du die neue Sehnsucht weckst? Wenn sie in ihr Verderben schauen, 6 Pfingstlieder. 82 So lehrst du sie dem Ruf ver= trauen, Der sie mit Gottes Frieden grüßt; Wenn sich der Geist zwar millig zeiget, Doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, Bist du es, der das Leid versüßt. 5. Du drückest der Bewährung Siegel Den wohlgeprüften Seelen auf, Du gibst den Zeugen Glaubensflülgel, Und führst fie im Triumph hinauf. In aller Tribsal lehrst du beten, Du selbst willst unsre Not vertreten, Auch ohne Wort, mit starkem Fleh'n. Die Liebe füthrest du zum Throne, Und ihren Werken wird zum Lohne Die Kraft, in Demut fest zu stehn. 3. Zu uns auch send' ihn, deinen Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weist; Sind dunkel unsres Lebens Pfade, Erleucht' er sie durch deine Gnade. Er lehr' uns Gottes Heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gehn; und sind wir in Gefahr zu fallen, Lehr' er uns festen Schrittes wallen. Halleluja, Halleluja! 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geist Gottes, sei von uns nicht fern. Auf uns, die wir sind Christi Glieder, komm' deine Segensfüll' hernieder. Gib dem Verstande helles Licht, Dem Herzen feste Zuversicht, Daß uns von dem, den wir bekennen, Nie weder Glück noch Leiden trennen. Halleluja, Halleluja! 5. Geöffnet ist dir unser Herz, 3euch ein und leit' es himmelwärts; Wir wollen nimmer widerstreben, Regiere unser ganzes Leben; Und endet sich einst unsre Bahn, Dann nimm dich unsrer Schwachheit an, Daß wir in Christo freudig sterben, mit ihm das Himmelreich ererben. Halleluja, Halleluja! Chr. Sturm,* 1740,+1786. Eigene Melodie. 158. preift, Du fandtest 159. Du Geift des Herrn, geder du von ausgehst, In frommen Seelen kindlich: Vater! flehr, O lehre mich doch Christum recht erkennen, Jhn meinen Herrn und meinen Gott zu nennen. uns den heil'gen Geist, Der uns in alle Wahrheit leite, Und uns zum Himmel zubereite. Er schenfet uns zum Guten Kraft, Stärkt uns in unsrer Pilgerschaft, Hilft uns den Lauf zum Ziel vollbringen Und einst des Lebens Kron' erringen. Halleluja, Halleluja! 2. Die Schar der Boten wagt den Streit, Durch deines Geistes Kraft erneut, Kämpft gegen falscher Götter Heere, Siegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Ge waltig geht des Lebens Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Erleuchtet alle Nationen, Dringt von den Hütten zu den Thronen. Halleluja, Halleluja! 2. Das Herz erquick', entzünde mein Gemült, Auf daß es schmecke neue Lieb' und Güt'. Du Balsamskraft, ich will dich froh erwarten, Komm, sanfter Hauch, durchwehe meinen Garten. 6. Wenn Christus einst herniederschwebet Auf das geschloff'ne Totenfeld, Mit mächt'gem Wort es neu belebet Zum Erbteil in der bessern Welt: Dann trägt in deiner Kraft die eine Bewährte heilige Gemeine Zum Throne Herz und Psalm empor. Dann ströme du durch alle Glieder Die höh're Glut der Himmelslieder, Zum Preise dem, der uns erfor. Karl Bernh. Garve, 1763,+1841. Mel. Komm, heil'ger Geist. → 3. Du reines Licht, brich an in deinem Glanz, Verklär' in mir das Wort der Wahrheit ganz. Gotteskraft, schließ auf, was noch verborgen, und zeige mir den hellen, lichten Morgen. Pfingstlieder. 4. Du göttlich Feu'r, entzünde mein Gebet, Daß deine recht hell in mir entsteht. Andacht laß mein ganzes Herz durchdringen, Daß es sich möge in den Himmel schwingen. 5. Zieh ein in mich, wie in dein Gotteshaus, Und schmücke mich inwendig herrlich aus. Ach, heil'ge mich, der du der Heil'ge heißest, Und unsern Sinn der Sünd' und Welt entreißest. 6. Wirst du, o Lebensgeift, mein einzig licht, So irre ich vom Lebenspfade nicht; Und wenn du mich inwendig wirft erneuern, So werd' ich jeden Tag ein Pfangstfeft feiern. Samuel König, tum 1700. Mel. Komm, heil'ger Geist. teurer Tröster, heil' 160.0 teurer Tröster, heil ger Geist, Der du dich in die Herzen geuß'st, Die fich zu dir in Demut kehren, JIch bitte dich, mich zu erhören: Woll'st mein ertaltetes Gemüt Durchs süße Feuer deiner Güt' Erwärmen, um es zu erneuern, So kann ich recht die Pfingsten feiern. Halleluja, Halleluja! Glut Die 2. Durchdringe du mit deiner Kraft Des Herzens harte Eigenschaft, Zermalme diesen Fels der Sünden, Auf daß du dein Haus mögeft finden; Ach, es ist leider angefüllt mit allem, was die Weltluft stillt, Es hängt noch fest am Tand der Erden: Wie kann's dann deine Wohnung werden? Halleluja, Halleluja! 83 4. So elend ist des Herzens Haus, Ach, kehre ein und treibe aus Die böse Luft, die mich betritget, Bau' wieder auf, was nieder lieget, Zerstöre du der Sünden Macht Und führe du mich aus der Nacht. O laß mich aus der Knechtschaft gehen Und in der süßen Freiheit ftehen. Halleluja, Halleluja! 3. Der Wille liebt die Zeitlichkeit und hält die Nacht für füße Freud', Verläßt die Ruh', das wahre Wesen, Und will durch Todesgift genesen; Dein teu'res Wort erkennt er nicht, Ja, schmecket nicht im Glaubenslicht Die Himmelsspeisen unsrer Seelen: Wie fann ich dann dich, Gast, erwählen? Halleluja, Halleluja! 5. Du edler Pfingstgaft, bring' herzu Und gib der Seele ihre Ruh'; Arbeite selbst an meinem Herzen, Gib du ihm Balsam in den Schmerzen; Schlag deine Werkstätt' in mir auf Und führe meinen Lebenslauf, So kann ich durch die werten Gaben Den innern Sabbath in mir haben. Halleluja, Halleluja! 6. Du Geist der Kindschaft zeige mir, Wie ich in Andacht komm' zu dir. Ach, lehre mich von Herzen beten, In wahrer Kraft vor dich zu treten. Ich bin ganz lau, ach, stärke mich, Daß Herz und Seel' entzünden sich, und bloß in dir das Wesen setzen; Das ist der Schatz von allen Schätzen. Halleluja, Halleluja! 7. Leg' du mir dieses Zeugnis bei, Daß ich ein Kind des Vaters sei. Treib selber mich zu deinen Wegen, Taß sich in mir die Lüfte legen Und ich in wahrem Glauben kann Das: Abba, Vater! stimmen an; Geuß aus durch deine starken Triebe Die Ströme Gottes reicher Liebe. Halleluja, Halleluja! 8. Umgürte mich in allem Streit Mit wahrer Glaubensfreudigkeit, Daß ich in deiner Kraft bestehe Und nicht auf fremde Wege gehe. Du Geist der Wahrheit, lehre mich, Daß Herz und Geist und Seele fich Nach deiner hohen Weisheit sehnen und von dir alle Macht entlehnen. Halleluja, Halleluja! 9. Geift, regiere meinen Geist, Daß er dir folge aller6* 84 Pfingstlieder. meist, Daß er die Sündenmauer| den, mache mich durch Not und breche Und: Abba, Vater! freudig Schmerz Würdig deiner Himmels= spreche. Laß Ruh' und Fried'n im freuden. Hilf mir, Vater! beten, Herzen sein Und flöße deinen Trost ringen und hindurch zum Ziele mir ein, Daß keine Sünd' dich von dringen. mir treibe, Und ich in deinem Bunde bleibe. Halleluja, Halleluja! 3. H. Böhmer,* 1674,+1749. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 161. Gei Zeist der Wahrheit, lehre mich Aller Weisheit Quelle kennen; Jesum kann ich nur durch dich Meinen Herrn und Heiland nennen; Du nur fannst ihn mir verklären, Und mein Herz zu Gott bekehren. 2. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest meine Seele, Daß ich in der Finsternis Nicht den Weg des Heils verfehle. Du führst mich auf Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Unser Tröfter heißest du, überschwenglich kannst du trösten; Du erfüllst mit Himmelsruh' Die Gemüter der Erlös'ten, Daß fie nach der Angst der Sünden Gottes Baterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, Wedst in uns inbrünft'ges Sehnen, Das mit stillen Seufzern fleht, Und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden Ist dein Werk, du Geist der Freuden. 6. Was mir fehlt, find' ich bei dir, Nur durch dich kann ich genesen. Komm, und wohne selbst in mir, Schaffe neu mein ganzes Wesen; Dann wird meine Schwachheit Stärke, Und ich wirke Gottes Werke. S. G. Bürde,* 1753. Mel. Komm, Gott, Schöpfer, heil'ger. 162. Budir, Geift, Schöpfer, 7. Sieh', ich öffne dir mein Herz, Läut're du es auch durch LeiHerzen in uns schafft; Des Segens Fülle kommt von dir, Durchbring uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam' und Ruhm, Der Tröster, uns von Gott gesandt, Salbst uns zu seinem Eigentum, Wirft unsers Erbes Unterpfand. 3. Erleucht' uns mit der Wahrheit Licht, Entzünd' in uns der Liebe Glut; Schenk' uns in Schwachheit Zuversicht, Und stärk' im Kampfe unsern Mut. 4. Gib uns des Glaubens Freudigkeit, Den Frieden, den die Welt nicht fennt; Verbanne von uns Haß und Streit Und was uns von den Brüdern trennt. Mel. Wie schön leucht't uns der. 5. Heiligung und Reinigkeit 163. ir jauchzet froh die Und ein gottgefällig Leben, Selige Zufriedenheit, Wahre Weisheit fannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Teil durch Lieb' und Glauben haben. 5. Ja, wohn' in uns, du Geist des Herrn, Weih' uns zu deinem Tempel ein; Wir folgen deinem Zuge gern, Und wollen dir ge= horsam sein. Joh. Adolf Schlegel,* 1721, † 1793. Geist der Kraft und Herrlichkeit, Du, aller Geister Leben. Als unsers Erbes Unterpfand Bist du vom Vater ausgesandt, Zum Tröster uns gegeben. Jesu Glieder wirst du führen und regieren; deine Gnade Leit' auch uns auf unserm Pfade. 2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen sah erglüh'n Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund, Dein Zeugnis heiligte den Bund Der Schar, die freudig Pfingstlieder. glaubte. Mächtig Kamst du, Um die Schwachen stark zu machen. und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. 3. Dank für so viel göttlich Licht, Das jede Finsternis durch bricht Zur himmlischen Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Zu stiller Gottergebung. Preis dir, Dank dir, Daß du träftig und geschäftig uns belehrest, Jesum Christum uns verkläreft. 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk' in uns Allen Lieb' und Zucht, Und laß in uns des Glautbens Frucht Sich hundertfältig finden, Gnädig Hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß fie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, Alle flehen wir: Du wollest bei uns bleiben. Geh ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. Führe Gnädig Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde. Karl Aug. Döring,* 1783,+1844. 85 3. Wie Gottes Blitze ging ihr Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Die Nacht wich vor dem Lichte. Den beteten die Heiden an, Von dem wir einst die Kron' empfah'n, Wenn er kommt zum Gerichte. Das Kreuz des Mittlers überwand Und ward des Heiles Unterpfand. 4. Die Kirche, die ihm angehört, Und die du, Geist des Herrn, gemehrt, Wird ewiglich bestehen; Aus ihrer Mitte weichst du nie, mit neuer Kraft belebst du sie, Sie kann nicht untergehen. O mach' uns nur in deinem Reich Den ersten Boten Christi gleich. Joh. Rist, 1607. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. ies ist der Tag, da 2.Ohn' ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch feine Kraft Die Gesinnung in mir 164. Daß dir ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. fandte von des Vaters Thron, Geist der Kraft und Stärke! Du goffest aus der Liebe Glut, Gabst Jesu Jüngern Heldenmut Zu ihrem heil'gen Werke. Groß war die Ernte, schwer die Müh'; Doch, Geist des Herrn, du stärktest fie. 2. Da machte seiner Zeugen Mund Die großen Thaten Gottes fund, Die Heiden zu bekehren. Die Götzentempel wurden leer, Es schwand der falschen Götter Heer, Samt Opfern und Altären. So siegreich war der Zeugen Mut, Und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. er du uns als Vater 165. D liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, gibest, Ja, uns um ihn bitten heiß'st: Demutsvoll fleh' ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 3. Dich auch kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. D'rum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre, Und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemülter Besserst und mit Troft erfreust: Herr, nach dir verlangt auch mich, Ich er= gebe mich an dich; Mache mich 86 Pfingstlieder. zu Gottes Preise Heilig und zum| Deinen Rat Seinem Volk ver= Himmel weise. sprochen. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Ueber Alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Mut Seiner Baterhuld mich freu' Und mit wahrer Kindestreu' Stets vor seinen Augen wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich lieb' und Sanftmut übe, Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen fann mit treuer Hand Und zur Lind'rung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich mich selber fennen, Auch verborg'ne Fehler seh'n, Sie dem Herrn voll Demut nennen und ihn um Vergebung fleh'n. Mache täglich Ernst und Treu', Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug' in Nöten weint, Gott mich nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Troft und Stärfung fehlen. 2. Geist der Wahrheit, gib uns Allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah', Sprich dein Ja! Wenn wir gläubig beten. fern, Geift des Herrn, Stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Christus hat 3. Hilf den Kampf des Glaubens fämpfen, Gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns selbst das herbste Leiden, Angst und Not, Schmach und Tod Nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben, und verleih, Daß wir treu Unserm Heiland leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib uns an, Seine Bahn Festen Muts zu gehen. 5. Jeden, der noch ohne Kummer Seine Zeit Sünden weiht, Weck' aus seinem Schlummer; zeig' ihm den Betrug der Sünde, Daß sein Herz Tief den Schmerz Wahrer Reu' empfinde. 6. Sei in Schwachheit unsre Stütze, Mach' uns treu, Steh' uns bei Jn der Trübsalshike. Führ', wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geift hin zur ew'gen Freude. Ehrenfried Liebih,* 1713. 9. Was sich Gutes in mir findet, I dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. D. Bruhn,* 1727, † 1782. Mel. Warum sollt' ich mich denn. öchsterTröster, 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine mit mir 166. hernieder! Sei nicht Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreu'n. Lente kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin; Lehrst 167. Geif Mel. Freu' dich sehr, o meine. Zeist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Und von unsers Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache fiehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott ergeben sei: O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. Pfingstlieder. 87 du mich das Rechte wählen, Werd'| und zerrissen. Gib Zeugnis unserm ich nie mein Heil verfehlen. Geist, daß wir Des Vaters Kinder sind schon hier, Von Gott durch Schuld nicht mehr geschieden. Geist Gottes, gib uns deinen Frieden. Halleluja, Halleluja. 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wiegtig sei, Als in seiner Huld zu stehn, Seinen Namen zu erhöh'n. Seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüt versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott in Demut beuge, Und mein Herz zur Bess'rung neige. 5. Reize mich, mit Fleh'n und Beten, Wenn mir Hülfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; Gib, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau', Und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 3. Komm, fonim, Erneu'rer, Gottesgeist, Der uns dem Sülndendienst entreißt. Wie hat die. Sünde uns gebunden, Wie böſe Lust oft überwunden! Brich alle Fesseln nun entzwei, O mache von uns selbst uns frei, Ganz umgestaltet, neu geboren. Du bist zum Helfer auserkoren. Halleluja, Halleluja. 4. Komm, tomm, o Tröster, Gottesgeist, Der uns der Erdennot entreißt. Du bist ein Geist der reinen Freude, Mach' uns getrost in jedem Leide. O du, der alles in uns schafft, Gib Glaubensmut, gib Heldenkraft, Daß wir von Weltangst uns erheben Jns friedensreiche Himmelsleben. Halleluja, Halleluja. 5. Komm, fomm nun, ew'ger Gottesgeift, Der uns der Erdenlaft entreißt, Daß wir zur Himmelsfreiheit dringen Auf deiner ew'gen Gnade Schwingen. In Todesnacht sei unser Licht Und Beistand droben im Gericht, Daß vor dem Richter wir bestehen Und selig ein zum Himmel gehen. Halleluja, Halleluja. Karl Aug. Döring,* 1783,+1844. 6. Stehe mir in allen Leiben Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelaff'nes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen überwinden Deines Geistes Trost empfinden. Gottfr. Hoffmann, 1658,+1712. Mel. Komm, teil'ger Geist. 168. Gottesgeift, Der uns der Sünde Nacht entreift; Dein 169. 169. Gut der Zeit, dh Ich Mel. Nun sich der Tag geendet hat. icht um ein Licht verklär' auch unsre Seelen, fleh' um deinen Geist, O Gott, den Daß sie von deiner Hülf' erzählen: mir zur Seligkeit Dein teures Wie du auch uns so wohlgethan, Wort verheißt. Erhellend unsre Lebensbahn. O fomm, du reines Licht von oben, Verklär' uns, würdig dich zu loben. Halleluja, Halleluja. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr' er mich, Die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 2. Komm, du ersehnter Gottes= geist, Der uns der Sündenangst entreißt. Ach, hart verklagt uns das Gewissen, Verwundet, blutend 3. Dich lieben, Gott, ist Selig= feit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 88 Pfingstlieder. 4. Dann, dann hab' ich Ver-| hier mit sanfter Klarheit, Sie trau'n zu dir, Dann schenket selbst schrecke dort mit deines Donners dein Geist Das freudige Bewußt- Macht, Daß die verstockten Sünsein mir, Daß du mir gnädig seist. der in sich gehn, Und wahrer Reue voll um Gnade fleh'n. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk' er mich, Erweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Mut und mit Geduld. 6. Und merk' ich selbst mit bangem Herzen, Daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, Dann stille meine bittern Schmerzen Das teure Wort: der Mittler starb für dich! Daß ich Vergebung find' in Jesu Blut; Du aber gib zur Bess'rung Kraft und Mut. Chr. Friedr. Neander,* 1723. Nicht ermittelt. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 170. on dir, mein Gott, kommt Leben, Der du das Licht und bist; bin mit Dunkel noch umgeben, Und weiß nicht, was dir wohlgefällig ist. O sende mir der Wahrheit hellen Schein, Belebe mich, daß ich dir leb' allein. 2. Du sprachst, und aus den Finsterniffen Ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor; Nun ward die Welt der Nacht entriffen, Die Sonne stieg in vollem Glanz empor. So sei durch deines Schöpferwortes Macht Der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. 3. Dich hat noch niemand je geſehen, Dein ew'ger Sohn nur hat dich uns verklärt; Doch, wie kann ich sein Wort verstehen, Wenn nicht dein Geist den rechten Sinn mich lehrt? D'rum gib mir, Gott, von oben deinen Geist, Der mich in aller Wahrheit unterweist. 4. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, Dich, der in Chrifto uns so hoch geliebt, Und froh dich meinen Vater nennen, Weil mir dein Geist der Kindschaft Zeugnis gibt. Dann wird mir erst das Heil in Christo klar, Das deiner Gnade ew'ger Ratschluß war. 5. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit Die, so noch wandeln hin der Sünde Nacht; Sie leuchte Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 171.0du a Terhöchste Freude! du Licht! Der du uns in Lieb' und Leide Unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn' Aufhören alle Dinge: Hör', o höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch' und habe, Geb' ich alles Wünschen d'ran. Ach, ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich ward aufs neu' geboren, Selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst aus des Himmels Throne Wie ein Regen ausgeschütt't, Bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verteilft nach deinem Willen, mich an Leib und Seel' erfüllen. 4. Weise bist du, voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir fund, Zählst den Staub des kleinen Sandes, Schau'st des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei; D'rum gib Weisheit, und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. Pfingstlieder. 89 5. Du bist heilig, läff'st dich Mel. Errett' mich, o mein lieber. finden, wo man rein und lauter 172. daß doch bald dein und Sünden, Wie die Taube rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell, Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne fieheft. Feuer brenn'te, Es unaussprechlich liebender! bald die ganze Welt erkenn'te, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Wohl brennt es schon in heller Flamme, Jetzt hier, jetzt dort, in Oft und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freudenfeft. 6. Dut bist, wie ein Schäflein pfleget, Frommen Herzens, sanften Muts, Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles. Gut's. Geist des Vaters, gib mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Reinen, den du liebst, betrübe. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken So manches falte, tote Herz, Daß es, in Liebe hingesunken, Nicht ewig fühlt den Höllenschmerz. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstöß'st; Bleib' von dir ich ungeschieden, Ei so bin ich ganz getröst't. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech' auch wiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zur Ehre anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Ruhm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht, Jhm auf seinen schnöden Wegen Treten ftets mit Ernst entgegen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, Und mir treulich steheft bei! Hilf, mein Helfer, wo du merfest, Daß mir Hülfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Hilf mir, daß er sich erneue, Daß mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt' mich eben; Wenn ich finte sei mein Stab, Wenn ich sterbe sei mein Leben, Wenn ich liege sei mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh', Oso hilf mir, daß ich geh' Hin, da du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. 4. Verzehre Stolz und Eigenliebe, Und sond're ab, was unrein ist, und mehre jener Inbrunst Triebe, Die aus dem Quell des Lichtes fließt. 5. Erwecke, läut're und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar, Und mach' in deinem Gnadenscheine Dein Heil einst jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström' Ozünd' in nicht vergebens, unfern Herzen auch! 7. Bring' alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heil'gen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Ja wed', erleucht', erwärm', entflamme Doch bald die ganze weite Welt, und zeig' dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedensfürst und Held. 3. L. Frickert,* 1729,+1766. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeju. 173. hochgelobter Gottesgeist, Komm mir mit Gnad' entgegen; Sei du, den Jesus uns verheißt, Mit mir auf allen Wegen. Mit meiner Kraft ist nichts gethan, Du mußt mir Gnade geben, Fromm zu leben, Und wenn ich selbst nicht kann, Mein Herz zu dir erheben. 90 Pfingstlieder. 2. Geist Gottes, ach, was wäre| dein Wort verheißt, Und unfre ich, Der Gottes Bild verloren, Wenn du nicht durch die Taufe Und ergründet, Daß nun mein Herz in dir Trost, Fried'n und Freude findet. mich Von neuem hätt'st geboren? Du hast durch deine Gnad' in mir Den Glauben angezündet 174. K Geift des Lebens, o du Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll' uns jederzeit, So wird Licht und heller Schein In dem dunklen Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur, was dein Wille sucht. Dein' Erkenntnis werde groß, Und mach' uns vom Frrtum los. 3. Herr, meine Kraft fommt nur von dir: Hilf mir im Kampfe ringen, zu allem Guten schenke mir Das Wollen und Vollbringen. Wenn ich aus Schwachheit irre geh', Gib, daß ich's bald empfinde, Und der Sünde Mit Eifer widersteh', Das Böse überwinde. 4. Du weißt es ja, wie schwach ich bin, Du kannst, du wirst mich stärken; Erneu're täglich meinen Sinn Zum Fleiß in guten Werken. Laß deines Wortes Kraft und licht Zur Zeitung im Gewissen Mich genießen, So werd' ich sicher nicht zum Falle fortgerissen. 5. Und fühl' ich, was mir noch gebricht, Drängt mich mein Herz zu beten: So laß mit Kindeszuversicht Mich zu dem Vater treten. Ach laß, du werter Geist von Gott, Mich deinen Troft erblicken Und erquicken, So wird die größte Not Mich nie zu Boden drücken. 6. Jch achte nicht den Trost der Welt, Der mir zu bald verschwindet, Dein Trost ist's, der mich aufrecht hält, Der meine Hoff nung gründet. Du bist mir Siegel, bist mir Pfand, Daß ich als Kind und Erbe Selig sterbe, Hingeh' ins Vaterland, Und nimmermehr verderbe. Sehnsucht stillen. 7. Nun, die Verheißung ist gescheh'n: Wenn wir in Chrifti Namen Um Gottes Geist zum Vater fleh'n, Ist alles Ja und Amen. Wir flehen, Herr, um deinen Geist, Du wirst um Christi willen Das erfüllen, Was uns 3. Neunherz, 1655,+1757. Eigene Melodie. 3. Zeige, Herr, die Wahrheitsstege, Halt' uns auf der rechten Bahn; Räume alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern fann. Wirke Reu' an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein nur zielen, Wenn sich Not und Drangsal find't, Denn des Vaters Liebesrut' Ist uns allewege gut. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit. Seufz' auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, So wird unser Fleh'n erhört, Und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird um Troft dem Herzen bange, Daß es oftmals rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? Mach' doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tröstlich zu, Und gib Mut, Geduld und Ruh'. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Förd're in uns deine Werke, Wenn zum Kampf uns Satan reißt; Schenk' uns Waffen in dem Krieg, Und erhalt in uns den Sieg. Buß- und Bettagslieder. 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben: Du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch auch immer: nein! Laß dein Wort gewisser sein. 91 9. Wenn wir endlich sollen sterben. So versich're mehr und mehr Uns, als deines Reiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott gibt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. Joachim Neander, 1650, † 1680. Bettagslieder. ringe, überwinder sei. Laß zum Heil mich's schreden, Daß ſo oft 9. Buß- und Eigene Melodie. 175. Shaffe in mir, Gott, Ein reines ich vom Und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht Von deinem Angesicht, Und nimm denen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, Und dein freudiger Geift erhalte mich dir. Palm 51, V. 12-14. wecken, Herr, die Kron' am Ziel', Vater und Vergelter, Sohn, für mich gestorben, Geist des Sohns unt Baters! Friebr. Gottl. Klopstod,* 1724, † 1803 Mel. perzlich lieb hab' ich dich. Mel. O wir armen Sünder. 177. ott, der bu unfre Buflucht bist, Herr, 176. Paffet uns beweinen Das, was wir gethan. Gott nahm stets die Seinen, Die ihn suchten, an. Die nicht reuig kamen, Diese traf sein Fluch, Gott tilgt ihre Namen Aus des Lebens Buch. Schöpfer, Richter, Vater, Mittler, Jesus Christus, Geift, erbarm' dich unser. unser Mittler, Jesus Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! O Heiliger, wir fleh'n zu dir, Dein Gnadenantlitz suchen wir, Mühselig und beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, Du Gott der Langmut und Geduld! Erhöre gnädig unser Fleh'n, Daß der Versöhnung Heil wir seh'n. Herr, unser Gott, Verbirg uns nicht dein Angesicht, Und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Laßt uns innig flagen über unsre Schuld, Aber nicht verzagen An des Höchsten Huld. Sieh', ich komm' und suche, Gott, dein Angeficht, Tilg' aus deinem Buche Mich, Erbarmer, nicht! Gott, der mich erschaffen, Gott, der mich verföhnet, Gott, der mich geheiligt! 2. Wir haben unsern Bund ent= weiht, und oft in Ungerechtigkeit, Herr, deinen Weg verlassen. Doch reuig kehren wir zurück; O richt' auf uns der Gnade Blick, Zu der wir Hoffnung fassen. Sie leit' auf den eb'nen Pfad, Den dein Wort bezeichnet hat, kend Herz. Herr, du bleibst Erbar- Daß nie Versuchung oder Wahn mer, Führest meinen Lauf: Sieh, hier fleh' ich Armer, Nimm mich wieder auf! Gott, der mich erschaffen, Gott, der mich versöhnet, Gott, der mich geheiligt! 3. Von der ersten Liebe- Ach, das ist mein Schmerz! Von uns der ersten Liebe Wich mein wan- uns Der Sünd' uns mache unterthan. Herr, unser Gott, Groß von Geduld, vor aller Schuld Behüt' uns deine Vaterhuld. 4. Christi Liebe dringe mich, damit ich treu, Standhaft kämpfe, 3. Schütz' uns vor Irrtum und Gefahr, Erhalte deiner frommen Schar Der Glaubensein 92 Buß- und Bettagslieder. tracht Segen. Uns leite, Gott,| und umarmen. Romm weinend, dein guter Geist, Wie uns dein komm in wahrer Buß' Und fall teures Wort verheißt, Auf allen im Glauben ihm zu Fuß, Er wird unsern Wegen. Laß auch in Lehr' sich dein erbarmen. und Wandel rein Die Diener deines Wortes sein, Und gib an deiner Wahrheit Heil Auch Frrenden und Zweiflern teil. Herr, unser Got Breit' aus dein Wort an jedem Ort, Und laß es wachsen fort und fort. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dem's in der Frr' an Hülf' gebricht, Er sucht es mit Verlangen. Er lässet neun und neunzig stehn, Und sie gar in der Wüste gehn, Das eine zu umfangen. 4. Dein Segen komm' auf unser Land, Daß wir, beschirmt von deiner Hand, Des Friedens Glück genießen. Wend' ab von uns durch deine Hut Der Fluten und der Flammen Wut, Des Krieges Blutvergießen. Noch lange sei der Vaterblick Des Königs seiner Völker Glück; O schütt' auf ihn und auf sein Haus Die Fülle deines Segens aus. Herr, unser Gott, Schütz' unser Land mit starker Hand, Beglück' und segne jeden Stand. 5. Vernimm der Leidenden Gebet, Und wer zu dir im Glauben fleht, Dem hilf aus seinen Nöten. Gib Kranken Linderung und Ruh', Die Sterbenden erlöse du, Erhör' ihr letztes Beten. Mach' alle Unterdrückten frei, Steh' Wittwen, Herr, und Waisen bei; Vernichte der Verfolger Rath. Und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott, Durch Freud' und Leid der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 3. J. Eschenburg,* 1743,+1820. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 178. armen Sünder, Kommt eilig, kommt und macht euch auf, Mühselig und beladen. Hier öffnet sich des Heilands Herz Für alle, die in Reu' und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Silnder an! D'rum komm, dein Jesus will und kann Dich retten 4. Šo sucht der teure Jesus Christ Das Schäflein, das verloren ist, Bis daß er's hat gefunden. Ach, laß dich finden von dem Herrn, komm zu ihm, er hilft dir gern, Noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb' ist gros; Ich komm' mühselig, arm und bloß; Ach, laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt, Ach, nimm mich auf, weil ich verwirrt Jm Strick und Net der Sinden. 6. Ach, weh' mir, daß zum Abgrund hin Von dir ich abgewichen bin, Ach, laß mich wiederfehren! Nimm, guter Hirt, mich gnädig an, und mach' mich frei von Fluch und Bann, Das, Herr, ist mein Begehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, Sei du mein treuer Hirt allein, Im Leben und im Sterben. Laß du mich von der Welt ausgehn, Als Gottes Kind zum Leben gehn Urd deinen Himmel erben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenluft bis in mein Grab, Und in dem neuen Leben Durch Glauben und Gerechtigkeit Die mir zum Heil gegeben. 9. Ach, nimm dein armes Täublein ein, Und laß es sicher bei dir sein, Wie in der Felsenhöhle. Bewahre mich vor Sündenwerk Und schenke deines Geistes Stärk' Dem Leibe und der Seele. Laurentius Laurentii,* 1660, † 1722. Buß- und Bettagslieder. M.1. Aus tiefer Noth schrei' ich. 179. Wie ist mein Herz so fern von dir, dir, du Quell des Lebens! Mein Geist bekümmert sich in mir, Sucht Ruh' und sucht vergebens. Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht, Verbirg mir nicht dein Angesicht, Du aller Geister Wonne! 2. Umhüllt von Dunkelheit bin ich, Mich faffet Angst und Beben; Mein Herz sucht licht und ängstet sich, Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, Die Bürde meiner Sterblichkeit Beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach aus eig'ner Macht zu dir mich aufzu= schwingen, zu schwach, durch diese dunkle Nacht Zum Licht empor zu dringen. Wirst du nicht meine Stärke sein, Wo find' ich Trost? zu dir allein, Gott, steht mein Vertrauen. 4. Mit festem Glauben an dein Wort Will ich dich mächtig faffen; Ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Sünden sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du, mein versöhnter Vater. 93 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, Berzweifle nicht in deiTrost, Heil und Gnad', Die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuern Eid. O felig, dem die Sünd' ist leid! 4. Wahr ist's, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade fündigt hin, Und bleibt bei seinem bösen Sinn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird einst nach Verdienst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott Durch Jesu Christi Blut und Tod, Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob di bis morgen leben sollt. Taß du mußt sterben, ist dir fund, Verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut' lebst du, heut' befehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich; Wer heut' ist frisch, gesund und rot, st morgen frank, vielleicht gar tot. Stirbst dit nun ohne Ren' und Leid, So büßest du in Ewigkeit. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm' zu dir, Und Buße thu' den Augenblick, Eh' mich der schnelle Tod hinrück'; Auf daß ich heut' und allezeit zu meiner Heimfahrt ſei bereit. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. 5. Wohl mir, so fürcht' ich keinen Streit, Du kannst mich sieghaft machen; Du gibst dem Bangen Freudigkeit, Und Kraft und Muth dem Schwachen. Du, Gott, bift meiner Seele licht, Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. G. B. Funt,* 1734,+1814. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Dent' nicht: zur Buße ift noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd', Bis ich des Lebens müde werd'; Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. Mel. Vater unser im Himmelreich. o wahr ich lebe, spricht nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', Daß in der Sünd' er stehe still, Von seiner Bosheit fehre fich Und lebe mit mir ewiglich. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ch Sünder armer 181. komm' zu dir Mit tiefbetrübtem Herzen. Dir, Gott, und ich meine Schmerzen. Ich hab' ohn' Scheu, ohn' Leid und Reu' Jn Sünden lang' verweilet, Und doch gabst du mir Raum und Ruh', Hast mich nicht übereilet. 94 Buß- und Bettagslieder. 2. Vater der Barmherzigkeit uns, dein Geschlecht, Und willst Ich falle dir zu Fuße: Berwirf zugleich uns stärken, Daß wir in nicht den, der zu dir schreit Und dir des Glaubens Zier, Die thut aufrichtig Buße. Dein An- Macht der Gnade merken. gesicht mit Gnaden richt' Auf mich betrübten Sünder; Dein Gnadenblick auch mich erquick', So wird die Angst bald minder. 3. Eröffne mir dein freundlich Herz, Dein Herz voll Lieb' und Güte. Vergib die Sünd', heil' meinen Schmerz, Erquice mein Gemülte. Vollend', was dir gefällt an mir, Lehr' mich das Böse meiden, Bis ich hinfahr' zur Engelschar, Da nichts als lauter Freuden. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, Damit auch wir durchbrechen. Laß uns in dir, o Gnadenthron, Nicht mehr von Schwachheit sprechen, Weil deine Hand das teure Pfand Des Geistes uns gegeben, Dadurch wir frei von Heuchelei Jm Streit stets siegreich leben. 6. Gib Kraft, wo feine Kraft mehr ist, Gib Kraft, das Fleisch zu dämpfen; Gib Kraft, wenn Satans Macht und List Uns schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Nege stellt, Gib Kraft, sie zu vernichten: So wird in Not, im Tod, 182, chwachheit steu'rt, uns deine Kraft aufrichten. B. W. Marberger,* 1681, † 1746. Der bleibt in Sünden liegen; Wer nicht Herz, Sinn und Mut erneu'rt, Wird sich gewiß betrügen; Den Himmelsweg, den schmalen Steg Hat nie sein Fuß betreten; Auch weiß er nicht in Gottes Licht, Was Kämpfen sei und Beten. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. er auf 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Jst ihrer Bosheit Stärke; Dadurch vermehrt der böse Geist Gar mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf! richt' deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet. Des Heilands Blick zerreißt den Strick, Womit du angefettet. 3. Der erste Schritt im Christentum Macht von der Sünde scheiden. Strebst du nach wahrem Glaubensruhm, So mußt du Wollust meiden. Wenn Christi Geist die Seele reißt Aus ihren Todesbanden, So spürt sie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, förd're selbst dein Wert, Laß mich gekräftigt werden; Ist doch Gerechtigkeit und Stärk' Mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht Mel. Alle Menschen müssen sterben. 183. Mater, heilig möcht ich leben, thun wäre meine Lust; Doch Begierden widerstreben Dem Gesetz in meiner Brust. Ach, der Sündentrieb im Herzen Ist die Quelle meiner Schmerzen; Mich beschwert der Sünden Joch, Was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten, Meinem Vorsatz trau' ich nicht. Tockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, Wo, der niedern Welt entschwunden, Ich zu dir von Treue sprach, Folgten Sündentage nach. 3. wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, Aber bald vergaß ich wieder Meine Pflicht und, Bater, dich, Und die Welt besiegte mich. Buß- und Bettagslieder. 95 4. Vater, du nur fannst mich| nennen, Mit nichten Chrifti Glieretten, Wenn mich niemand retten der sei'n. Ach, wirk' in mir zu kann. Ach, zerschlage meine Ketten, deinem Ruhm, Mein Gott, das Nimm dich des Gefang'nen an! wahre Christentum. Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, Reiß die Sünd aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: Leite selbst zur Tugend mich! 2. Hilf, daß ich dir allein er= geben, Der Sünde abgestorben sei. Laß dir mich sterben, dir mich leben, und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten, Früh und spät ruf' ich zu dir; laß mein Herz nicht länger bluten, Deinen Geist verleihe mir. Hilf die böse Luft bezwingen. und nach deinem Beifall ringen; Stärke mich mit hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. 3. Reiß los das Herz mir von der Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, Nach deinem Bild erneuert werden, Und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen, Du erquickst mein Herz mit Ruh'. Leben werd' ich, nicht vergehen, Meine Stärke, Gott, bist du. Ueberwinden, überwinden Werd' in dir ich alle Sünden. Meine Seele, fasse Mut, Endlich, endlich wird es gut. Joh. Caspar Larater,* 1741,+1801. 4. Regiere du selbst meine Seele, Damit ich Christo folge nach Und stets den schmalen Weg erwähle, Ja, Ehre such' in Chrifti Schmach. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 184. wie unermeßlich ist Deine Vaterlieb' und Größe, Die des Kindes nicht vergißt, Ob die Mutter sein vergäße! Ja, du siehst mit Vatertreu' Selbst die Thränen später Reu'. 5. Gib mir zum Streite Mut und Kräfte, Hilf, daß ich dir verbleibe treu, Daß ich an Christi Kreuz mich hefte, Und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirt' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wuhre Christentum. 6. Laß in mir Glauben, Hoff2. Wie verirrten Wandrernung, Liebe Lebendig, fest und Leicht Uns ein Strahl durch finst're thätig sein, Daß ich bis an mein Nächte. Mehr erfreu'n int Himmel Sterben übe Das Christentum nicht Viel' vollendete Gerechte, ohn' Heuchelschein. Ach, wirk' in Als wenn einer, lang' bethört, mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. Wieder heim zum Vater kehrt. 3. Dies entflamm' auch usern Mut, Aus den schweren Sündenketten Unser Heil und ew'ges Gut Nur bei dir, dem Herrn, zu retten. Sünde lohnt mit Reu' und Leid, Deine Gnad' ist Seligkeit. Joh. Joachim Spalding,* 1714, † 1804. 7. Wird dies mein Fleh'n er= höret werden, Was frag' ich nach der armen Welt? Ich schmecke dann schon hier auf Erden, Was mir der Himmel aufbehält. Ach, wirt' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christentum. Nicht ermittelt, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 185. Mein Gott, ach lehre mich erkennen Den 186. Hie oft hab' ich Mel. O Traurigkeit. err, an Daß Tausend', die sich Christen Jch Sünder, dich verachtet! Sieh Selbstbetrug und Heuchelschein, 96 Buß- und Bettagslieder. die Seele gnädig an, Die nach| ben. Bitt du den Vater, daß er Hülfe schmachtet. mir Jm Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' ver= schuldet. 2. Herr, denk' an mich! Es jamm're dich Mein Elend, o Erbarmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, Ach, was bin ich Armer? 3. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich In Wahn und Sünde fallen! Laß mich stets an deiner Hand Deine Wege wallen! 4. Herr, dent' an mich! Dann nahe sich Die Stunde schwerer Leiden. Bin ich dein, o was vermag Mich von dir zu scheiden? 5. Herr, denk' an mich! Gestärkt durch dich Geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab, o Jesu, wird mir durch dich zum Segen. 6. Herr, denk' an mich! Froh will ich dich Für deine Huld er= heben, Wenn du mir das Paradies Wirst aus Gnaden geben. Chr. Sturm,* 1740, † 1786. Mel. Aus tiefer Not schre' ich. 187. herzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß' den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich, Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rat, Worin es sonst mir fehlet. Gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk', Daß ich mit dir all' meine Wert' Anfange und vollende. 5. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich der Sünden Lust ansicht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begier rach Wollust, Geld und Ehr' In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trug und List Durch Christi Sieg mög' dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. D. Denicke,* 1603, † 1680. Mel. Wer nur den lieben Gott. 188. 188. ir liegen hier zu Herr von großer Güt' und Treu', Barm- im Gewissen, Wie elend unser Zuſtand ſei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, Ach, weh' uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir aber Sünder, Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir, wir sind abgewich'ne Kinder, Die Wege des Verderbens gehn, Sind wert, daß deiner Rache Schwert, Gerechter Gott, uns längst verzehrt. 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, Gedent' an deinen lieben Sohn; Dein Gnadenwort bleibt Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon: Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum geh' mit uns nicht ins Gericht. 4. Wir liegen hier vor dir im Staube, O Vater, mit zerknirschtem Geist; Uns hält und stärkt allein der Glaube, Daß du noch der Erbarmer seist, Der gern sein Herz zum Sünder neigt, Und statt 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Woll'st meiner dich erbarmen. wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm' dich mein und mein verschon', Sieh' an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, Dein' Todespein und Sterben, Mir kommen kräftiglich zu gut', Daß ich nicht muß verder= des Zornes Huld erzeigt. Buß- und Bettagslieder. 97 es Unrecht nennen? Wer bist du, wer sind wir? 5. Dein Sohn tritt selber in| euch nicht erkennen! Wer wollt' die Mitte; Ach, schaue seine Wunden an, Die er für unsre Schuld erlitte; Wie viel hat er für uns gethan! Er ist das Lamm, das für uns litt, Und uns noch jetzt bei Gott vertritt. 6. Ach Blut, ach Blut von Gottes Sohne, Schrei für uns um Barmherzigkeit! Sprich für uns vor dem Gnadenthrone, Des Vaters Herz ist ja bereit Auf Jesu Opfer hinzuseh'n; Wir werden nicht verloren gehn. 7. Herr, laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Laß uns nicht als verlor'ne Schafe Von deiner Hand verlassen stehn. Verbreit die Gnade deiner Hand Auf das geliebte Vaterland. 8. Gib Fried' im Land und im Gewissen, Gesunde Luft und gute Zeit. Laß uns stets deinen Schutz genießen; Beförd're die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut: 9. So wollen wir dir Opfer bringen, Dir eigen sein mit Leib und Seel': Es soll dein Lob zum Himmel dringen, und dein erlöstes Israel Wird mit vereinten Stimmen schrei'n: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolce, 1672, † 1737. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 189. ie treu, mein guter Sünder nach, Der sich von dir verirrte, Der elend, frank und schwach In sein Verderben läuft, Wenn deine Hand den Armen Nicht selber aus Erbarmen, Eh' er versinkt, ergreift! 2. Wie tröstlich ist die Stimme, Die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: Weicht, die ihr euch verstockt, Weicht, Sünder, weicht von mir, Ich will 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; Und merken wir nicht d'rauf, Ob wir ihn schon vernommen, So suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, Daß doch das Schaf zur Herde Zurückgeführet werde, Davon es fich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder Den Gnadenruf nicht an, So bist du viel gelinder, Als man es denten kann. Sein Ziel ver= längerst du, Er kann noch Gnade hoffen, Der Zugang steht ihm offen, Er eile nur herzu. 5. Erretter unsrer Seelen, Mein Hirt, mein treu'ster Freund, Wie fönnt' ich's doch verhehlen, Wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht Ein Raub der schnöden Lüfte, Doch du hast in der Wüste Mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, Das mich zur Buße rief, Als ich zu deinen Schmerzen Den Weg zur Hölle lief; Du aber brachtest mich Von diesem breiten Wege Durch Kreuz zum schmalen Stege; Mein Hirt, ich preise dich. 7. Ach, daß ich deiner Liebe Nur immer folgsam wär', Nicht oft zurücke bliebe, An Lieb' und Eifer leer; Nicht, wie viel du getlan, Mir oft entfallen ließe, Da ich ja mehr genieße, Als ich verbanten fann! 8. Nun, Jesu, ich beklage Den blöden Unverstand, Und daß ich meine Tage So übel angewandt. Verstoß' den Sünder nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, Verwandle deine Gnade Nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche Gabst du dein Leben dar, Daß so dein Eifer suche, Was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweist, Daß du, Herr, nicht verge= 7 98 Buß- und Bettagslieder. bens Das rechte Brot des Lebens,| durch ihn der Sünden Rach' entDer Sünder Heiland seift. raubt; Es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 10. Das laß mich herzlich gläuben; Doch gib mir selber Kraft, Dem Heile treu zu bleiben, Das mir dein Tod verschafft, Und wie ich glaubensvoll Aus deinem überflusse Zum wirklichen Genusse Stets Gnade schöpfen soll. 4. Zu dir allein, o Heilbrunn, ich nun komm', Ich dürfte sehr nach frischen Wasserquellen. An deiner Tafel will ich mich einstellen, Verstoß' mich nicht, du bist geneigt und fromm. Verborg'nes Manna, speise meine Seel', Du off'ner Strom fannst meinen Durst bald stillen; Du treuer Hirt, dir ich mich ganz befehl', Laß Herz und Zung' stets sein nach deinem Willen. 11. Doch sollt' ich mich aufs neue, Ich schwach Geschöpf, vergehn, So laß mir deine Treue, Mein Heiland, nicht entstehn. Erwed und führe mich, Daß nichts von dir mich wende, So preis' ich ohne Ende Als meinen Hirten dich. Joachim Neander,* 1650, † 1680. Eigene Melodie. G. Adolph,* 1685,+1745. Mel. Pf. 51. Herr Gott, nach deiner. 191. dir, Herr us tiefer Not schrei' 190.0 Menschenfreund, o Jesu, Lebensquell, O Brunnen voller Gnad', o mein Erretter, Erbarme dich, o kräftiger Vertreter! Gedenk' an mich, o mein Immanuel! Ich stehe hier mit Angst und Furcht belegt, Jch flag es dir, du Prüfer meiner Nieren; Du bist ein Arzt, der frante Seelen trägt, Du bist ein Hirt, der selbst sein Schaf will führen. Gott, erhör' mein Flehen; Wend' gnädiglich dein Ohr zu mir, kas Gnad' für Recht ergehen. Denn so du, Herr, willst sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist ge= than, Wer kann dann vor dir bleiben? 2. Ich bin betrübt, ich fühle, was mich plagt, Mein Auge darf ich kaum zu dir erheben; Von ferne steh' und seh' ich nach dem Leben, Nach dir, o Seligmacher, ich nur tracht'. In Demut schlag' ich an die harte Brust; Hier liegt die Sünd', die mich, Herr, von dir trennet, Ich schäme mich auch der verborg'nen Lust, In welcher oft das Herz so heimlich brennet. 3. Wo soll ich hin? ich will zum Lebensgott, Kein Feind soll mich von meinem Fels abtreiben. Ich will mich meinem Jesu ganz verschreiben, Tod, Höll', dein Sieg und Stachel ist nur Spott. Ich bin ein Glied an dem sieghaften Haupt, Das Teufel, Tod und Hölle hat bezwungen, Ich bin 2. Vor dir gilt nichts denn Gnad' allein, Die Sünde zu vergeben; Es ist ja unser Thun nicht rein Auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rühmen kann, Es muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. 3. D'rum will ich, Gott, allein auf dich, Auf mein Verdienst nicht bauen. Auf dich will ich verlassen mich, und deiner Güte trauen, Die mir zusagt dein wertes Wort, Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich all'zeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht, Und wieder an den Morgen, Soll doch mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thut ja stets ein rechter Christ, Der durch den Geist gezeuget ist, Er harret seines Gottes. 5. Ob bei uns sind der Sünden viel', Bei Gott ist viel mehr Reformationsfestlieder. 99 Gnade; Sein' Hand zu helfen hat| Hirt, Der Israel erlösen wird aus tein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute allen seinen Sünden. 10. Reformationsfestlieder. Eigene Melodie. 192 feste Burg ist unEi fer Gott, Ein' gute Wehr' und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind Mit Ernst er es jetzt meint. Groß Macht und viele List Sein' graufam' Rüstung ist, Auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erforen. Und fragst du, wer er ist: Er heißet Jesus Christ, Der Herre Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst von dieser Welt, Wie sauer er sich stellt, So thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib, Laf fahren nur dahin; Sie haben's tein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther,* 1483,+1546. Martin Luther,* 1483,+1546. Mel. Was Gott thut, das ist. du? Gott eilt herzu, Mit tausend Engelscharen Die Seinen zu bez wahren. 2. Auf hoher Felsenspitze hat Der Herr mit starken Thürmen Erbauet eine feste Stadt, Die widersteht den Stürmen. Ob auch der Feind Vor ihr erscheint Mit seiner Waffen Blizzen, Der Herr weiß sie zu schützen. 3. Du wählest tapfre Streiter dir, Die Feinde sehn's und weichen; Am Thore weht dein Feldpanier Als hohes Siegeszeichen. Gelobt sei d. Du kannst im Nu, Umringt von deinen Treuen, Die Himmelsstadt befreien. 4. Du riefest einen frommen Mann Zum Kampf in dunklen Tagen, Dulegtest ihm die Rüstung an, Da sprach er sonder Zagen: Ich stehe hier, Gott helfe mir, In Jesu Christi Namen, Ich kann nicht anders! Amen. 5. O gib uns, Herr, doch gleichen Sinn, Durch deinen Geist uns leite, Und führst du uns zum Kampfe hin, So stärk' uns auch im Streite, Daß wir mit dir Recht kämpfen hier, Und einst vor deinem Throne Empfah'n die Siegestrone. Christian Nonne, Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 194, ach auf, du Geift der ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag und Fels im nimmer Und 193. Feft, wie eier, Go unverzagt dem Feind entgegen stehn Jehovahs Worte. Kommt auch die Hölle selbst einher Und öffnet ihre Pforte: Was zitterst gehn, Ja, deren Ruf die ganze Welt durchdringt, Und, Herr, der Völker Scharen zu dir bringt. 7* Lieder von der heiligen Taufe. 100 2. Wer sendet uns so trene Knechte, Von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt? Noch sind dein Licht und deine Rechte, Noch ist dein Heil nicht überall bekannt. Das Feld ist weit, die Ernte groß und reich, Arbeiter sende du, den ersten gleich. 3. Breit' aus dein Wort durch große Scharen, Laß fie in Kraft Evangelisten sein. Laß alles Volk dein Heil erfahren, Füll' jedes Land mit deiner Wahrheit Schein. Wed' Israel aus seinem Schlaf mit Macht, Die Heiden reiß' aus ihrer Blindheit Nacht. II. Lieder für kirchliche Handlungen. 1. Lieder von der heiligen Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 195. find hier, Deinem Worte nachzuleben; Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man Kindlein zu dir führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 4. Herr, beffr' auch deines Zions Stege, Und eb'ne deinem Worte Lanfund Bahn; Was hindern kann, räum' aus dem Wege, Dämpf' und zerstör' den falschen Glaubenswahn. Von Mietlingen mach' deine Herde frei' Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei. 5. Nun, wir legen an dein gangen. Führ' die Seufzer himmelwärts, Und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, Schreib' ins Lebensbuch zum Leben. 2. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Tobias Clausniger,* 1618,+1684. Mel. Christus, der ist mein Leben. Vater, nimm Armen; Sei mit deinem Glanze 196.0 Bunde Dies Kindhier, Und erzeige dein Erbarmen, Daß es mög' dein Kind auf Erden Und ein Himmelserbe werden. lein gnädig auf, Ihm leuchte diese Stunde 3m ganzen Lebenslauf. 2. Sohn Gottes, sich', wir legen Dies Kindlein an dein Herz; Du wirst es liebend pflegen In Freuden und im Schmerz. 3. Geist der Wahrheit, bilde Sein Herz für Heiligkeit; Durch Wahrheit, Reinheit, Milde Leit' es zur Seligkeit. 3. Wasch' es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerbten Flecken, Und zugleich mit dieser Flut Laß es dein Verdienst bedecken. Schent ihm deiner Unschuld Seide, Mit dir selber es bekleide. 5. Du selber hast in deinem Worte Uns diese Bitte in den Mund gelegt; Du siehst, wie sie an jedem Orte Die Herzen deiner Gläubigen bewegt; D'rum neige dich zu unserm heißen Fleh'n, Erhör' uns, Herr, und sprich: es soll gescheh'n. Karl Heinr. v. Bogatty, 1690, † 1774. • 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedensfiirft, fei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Rebe An dir bleibe, in dir lebe. 4. Dreieiniger, erhöre, Um was wir innig fleh'n. Herr, in der Engel Chöre Laß dieses Kind eingehn. Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. Lieder von der heiligen Taufe. Mel. Wer nur den lieben Gott. ch bin getauft auf 197. deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Und so ist alles Ja und Amen, Was mir dein teures Wort verheißt. Ich bin in Christum eingesenkt, Der mich mit seinem Geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in Not und Seelenpein, O guter Geist, mein Tröster sein. 101 Du uns zum Heil erkoren. Heil uns! dein Wille ward uns fund, Wir sind nun neu geboren. Ins Buch des Lebens schriebest du, O Vater, unsre Namen, Du gabst uns fegnend Licht und Und sprachest gnädig: Ruh' Amen. Dein Pfad ist Licht und Friede. 3. Ich habe, Herr, mich dir verschrieben und angelobt, mich dir zu weih'n, Dich als mein höchstes Gut zu lieben, Treu und gehorsam dir zu sein. Dem Dienst der Sünde sagt' ich ab, Da ich mich dir zu eigen gab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn, Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Wo ich verließ die rechte Bahn, Nimm wieder mich zu Gnaden an. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Geist zum Opfer hin. Erwecke mich zu Dein Geist regiere meinen Sinn. Weich', eitle Lust, du Sünde, weich', Gott hört es, jetzt entfag' ich euch. 6. Befestige dies mein Verprechen, Mein Vater, und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen, Mein ganzes Leben preise dich. Gott meines Heils, sei ewig mein, Und laß mich stets dein eigen sein. 3. 3. Rambach, 1693, † 1735. 2. Ob Berge sinken in den Grund, Ob Hügel auch hinfallen, Doch stehet fest dein heil'ger Bund, Bist gnädig, Herr, uns Allen. Wir brachen oft das Wort der Treu', Verirrt vom rechten Pfade, Doch deine Huld war täglich neu, In Christo schenkst du Gnade. Nimm hin das Herz auf ewig. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 198. Peer Laufe Bund pr reis dir, daß durch 3. Herr, den der Chor der Engel preist, Dir sei dies Kind geweihet; Gib du ihm deinen heil'gen Gei Der ihm das Herz erneutet. 1. es stets mit dir vereint Jn dir das Leben finden Und, bis sein Ende ihm erscheint, Im Glauben überwinden. Laß uns den Himmel erben. Wilh. Hülsemann, 1781, † 1865. Mel. Errett' mich, o mein lieber. 199.0 Bater, fieh mit Wohlgefallen Kindlein an, das wir dir weih'n, Und laß des Säuglings schwaches Lallen Dir Lobgesang und Psalter sein. 2. Hirt voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein ein, Und laß in deiner Liebe Armen Es immer wohl. verwahret sein. 3. Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Das zarte Herz, laß deine Klarheit Im Pilgerthal sein Leitstern sein. Fr. No. Krummacher, 1767, † 1845. 102 Konfirmationslieder. 2. Konfirmationslieder. Mel. Christus, der ist mein Leben. 200. Gnade, Nichts ir fleh'n um deine 202. sind wir ohne dich; Führ' uns auf deinem Pfade und hilf uns mächtiglich. 2. Wir fleh'n um deine Wahrheit In unsers Lebens Nacht, Durch dich nur wird uns Klarheit In unsern Geist gebracht. 3. Wir fleh'n um deinen Frieden In dieser Welt voll Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. 4. Wir fleh'n um deine Stärke, Du weißt, wie schwach wir sind; Zu jedem guten Werke Stärk' jedes schwache Kind. 5. Wir fleh'n um deinen Segen Zum großen Bundestag, Daß wir auf allen Wegen Dir treulich folgen nach. Karl Aug. Döring,* 1783, † 1844. Vater, Sohn und heil'ger Geist, Geloben dir auf ewig Treue, Und glauben, was dein Wort verheißt. So schließen wir mit Herz und Mund Mit dir, o Gott, den heil'gen Bund. 2. Gedente nicht der Jugendfünden, O Vater, nimm uns gnädig an; Hilf, Jesu, daß wir Gnade finden, Und führ' uns stets auf deiner Bahn. Geist Gottes, der das Wollen schafft, Gib uns auch z m Vollbringen Kraft. 3. Dreiein'ger, nimm uns an aufs neue, Wir stehn gerührten Herzens hier. O stärke du selbst unsre Treue, Daß wir stets wandeln, Herr, vor dir. Dir weih'n Mel. Seelenbräutigam. 5. Gib auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der Me'. Wer nur den lieben Gott. 201. Wir übergeben uns gläubigen Gemeine, Bis wir dort Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gib uns Kraft zum heil'gen Werke, Dir uns ganz zu weih'n, Ewig dein zu sein. 2. Mach' uns selbst bereit, Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen, Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut'. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmäh'n. 4. Wenn wir betend nah'n, Segen zu empfah'n, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' Ströme dann uns zu. Nicht ermittelt. Marot,* 1495, † 1544. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. titr diese Kinder be203. mit heißer Inbrunst, Gott, zu dir. Nimm du dich ihrer gnädig an, Und leite sie auf eb'ner Bahn. 2. Erhalte sie vom Irrtum frei, Und mache sie im Glauben treu; Und wenn Versuchung ihnen naht, Sei du ihr Helfer, Sch und Rat. 3. Jn Schmerz und Kummer tröfte sie, Ud in der Not verlaß sie nie; Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort des Himmels Geligkeit. Nicht ermittelt. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wir uns mit Herz und Mund, 204. Geht im Glauben ewig, der eure Gott fei eure Zuversicht. Seid befohlen Konfirmationslieder. 103 feiner Pflege, Scheut auch seine| wolleft sie mit Kraft Aus der Höhe Prüfung nicht. Treffen Schmerzen euch und Leiden, Trübt euch schwerer Kampf die Freuden: Seid voll Glaubens! Kampf und Leid Führen euch zur Seligkeit. rüsten. Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbot'ner Lust Dämpfe früh in ihrer Brust. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott, laß sie ihren Feinden, Allen Haffern ihres Heils Kräftig widerstehn. 2. Geht in Liebe eure Wege, Lieb' ist Christi neu Gebot; Daß fie stets in euch sich rege, Schaut auf seinen heil'gen Tod. Schaut der Liebe Sieg im Sohne, Denkt der euch verheiß'nen Krone, Die aus lichter Ferne schon Beut der treuen Liebe Lohn. 4. Laß dein Heil im Tode fie, Deine teu'r Erlösten, Weil ihr Glaube standhaft blieb, Unaussprechlich trösten. Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe fie mit uns zugleich In dein unverObgänglich Reich, Heiliger Schöpfer, Treu Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Sieh mit Huld hernieder, Hör' auf unser heißes Fleh'n Und erhör' uns! Amen. B. Münter, 1735,+1793. 3. Geht in Hoffnung eure Wege In des Geistes Freudigkeit, und daß niemand Zweifel hege, sein Wirken wohl gedeiht. nur müßt ihr sein und beten, Und der Geist wird euch vertreten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, Bis euch Gott zu sich erhebt. Nicht ermittelt. Mel. Mitten wir im Leben sind. 205. Stärke, Mittler, stärke Mel. Zeuch meinen Geist. fie, Deine teu'r 206. Wie heilig ist mir Stunde! Erlösten, Laß sie ihr Vertrau'n auf dich Unaussprechlich trösten. Wach' über ihre Seelen; Sie steh'n und schwören alle dir: Herr, dein Eigentum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Tehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Laß sie nie vergessen, Ihrem Bunde treu zu sein Bis ihren Tod. an 2. Ach, wie Viele schwuren auch, Fest an dir zu halten! Aber treulos ließen sie Ihre Lieb' erfalten. Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, Die dir schwören, die sich weih'n. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Stärke du die Deinen, Daß sie niemals irre gehn Von dem Weg des Heils. 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten. Ach, du führt mich, Gott, zu deinem Bunde, Und dir gelob' ich, treu zu sein, Mein ganzes Leben dir zu weih'n. 2. Dich will ich über alles lieben, Mit Eifer deinen Willen üben, Doch ach, du weißt, wie schwach ich bin, D'rum stärk' in mir den frommen Sinn. 3. Und dir, mein Heiland, der sein Leben Für mich am Kreuz dahin gegeben, Verpflicht' ich mich, mein Herr und Gott, Getreu zu sein bis in den Tod. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, So suche mich, mein guter Hirte, Mit deinem treuen Liebesblick, und bring' zur Herde mich zurück. 5. Geist Gottes, Geist der Kraft Dir weih' ich alle und Liebe meine Triebe, Erleuchte mich in Finsternis, Und mach' im Glanz ben mich gewiß. 104 Konfirmationslieder. 6. Erinn're du mich, wenn ich| Und verließe deine Bahn, Ach, fehle, Und stärk' im Kampfe meine dann nimm dich, guter Hirte, Seele, Damit, von allem Bösen Des verirrten Kindes an. frei, Mein Herz dein heil'ger Tempel sei. 7. So sei denn Treue dir geschworen, Dreieiniger, der mich erforen; Und bis zum letzten Herzensschlag Sei heilig mir mein Bundestag. Nicht ermittelt. Die Gemeine. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 207. Mittler, schau' auf fie hernieder, Die sich deiner Gnade freu'n, Und als deiner Kirche Glieder Dir geloben, dein zu sein; Dein, der mit der größten Treue Auch für sie sein Leben gab. Sie sind dein, Erbarmer, weihe Sie dir ganz bis in das Grab. 2. Sie bekennen deine Lehre, Sind auf deinen Tod getauft. Laß sie leben dir zur Ehre, Denn sie sind durch dich erkauft. Leite sie mit deinen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf durch dich vollenden, Immer wallen himmelan. 3. Laß die Blütte ihrer Jugend Dir, nur dir geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In die Frre fich zerstreu'n. Schütze fie vor allen Sünden, Vor den Lockungen der Welt, Laß fie deine Näh' empfinden, Wenn sie ihnen Netze stellt. 4. Laß fie treu in deiner Liebe, Fest im. wahren Glauben sein, Und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheu'n. Stärke sie durch deine Gnade, Wenn sie kindlich zu dir fleh'n, Daß sie auf dem schmalen Pfade Stets den Weg zum Leben gehn. 5. Halte sie mit starken Armen, Wenn sie straucheln möchten, feſt; Laß fie fühlen dein Erbarmen, Das sie nimmermehr verläßt. Und wenn eines sich verirrte, 6. Reines, feines, ach, von allen, Die mit dir den Bund erneu'n, Laß aus deiner Gnade fallen, Und von dir geschieden sein. Herr, versiegle ihren Glauben, Der sie ewig selig macht; Keinem laß die Krone rauben, Die du allen zugedacht. 7. Sieh' hernieder auf die Deinen, Die sich jetzt zu dir gewandt; Ach, die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle Nie erkalten, nie vergehn, Bis zu ihrem Lebensziele Laß fie fest im Glauben stehn. Die Konfirmanden. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 8. O, teure Eltern, helft und fleht, Daß Gott uns Kraft verleihe, Und wer hier um und bei uns steht, Der bitte Gott um Treue. Ja, tretet mit uns in den Bund, Bekennt und schwört mit Herz und Mund, Nur Jesu anzuhangen. Denn, wahrlich, anders kann man nicht, Durch Not und Tod und durchs Gericht, Zu seiner Ruh' gelangen. S. von Lehr. Chor. Mel. Jetzt komm' ich als ein armer. 208. Erhör uns, Bater, sieh, wir fleh'n In Jesu Christi Namen: Laß uns dein Gnadenantlitz seh'n, Romm, sprich in uns dein Amen; Nimm, Bater, uns in Christo an, Daß wir das Kleinod einst empfah'n, Das uns dein Sohn erworben. Die Gemeine. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 2. Kommt zu Jesu, dringt ins Leben, Er will euch gern die Schuld vergeben, Der Heilano nimmt die Sünder an. Das Ver Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 105 lor'ne sucht er wieder, Blickt| Erlöser, nach, Dem Treuen glänzt gnädig auf den Schwachen nieder, die Krone. Und führt ihn auf der schmalen Bahn. O tommt und zögert nicht, In ihm allein ist Licht, Gottes Friede. O bleibet sein, Euch einst zu freu'n In seiner Sieger langen Reih'n. Chor. 3. Gib du uns Kraft, daß wir bestehn Jm Kampfe mit den Sünden, Daß keiner möge von dir gehn, Und Alle überwinden. Stehst du uns bei, dann siegen wir, D'rum halten wir uns, Herr, zu dir, Nur du bist unser Leben. Die Gemeine. 4. Wachet über euern Glauben, Laßt nie die Welt ihn wieder rauben, Das Wort von Gott sei euer licht. Schaut, wie viele irre gehen, nicht mehr mit. ihm im Bunde stehen, Sie beteten und wachten nicht. O betet, kämpft und wacht, Bis zu der Todesnacht. Er wird kommen, Mit ihm sein Lohn; Zum Gnadenthron' Führt uns der eingebor'ne Sohn. Chor. 5. Gib, Herr, uns Kraft durch deinen Tod, Daß wir dir treu anhangen, und ob uns auch die Welt bedroht, Doch nie vor ihr erbangen. Uns bleibe Ruhm die Kreuzesschmach; Wir folgen dir, Die Gemeine. 6. Wachet über eure Liebe, O daß sie stets ein Feuer bliebe, Das läuternd flammt in eurer Brust. Nie vermag die Welt zu geben, Was Christus gibt, das ew'ge Leben; Die Welt vergeht mit ihrer Zuft. O werdet nimmer lau! Er führt zur grünen Au', Zu der Quelle, Die ewig fließt, Sich voll ergießt, Wo ihr vom Lebensbaum genießt. Chor. 7. Durchs Dunkel führst du uns zum Licht, Wie fönnten wir berzagen? Wir bau'n auf dich mit Zuversicht; Uns wird der Morgen tagen. Und geht es auch durch Todespein: Wir zieh'n mit dir zur Heimat ein, Uns tann der Tod nicht scheiden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wann werd' ich 209. Ah, mam w Günde, Gott, mein Vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Zähren, Kann ich ihrer mich erwehren; Sie verDie Gemeine. 8. über eure Hoffnung wachet, Ob auch der Spötter euch verlachet, Gott winket, und er fintt in Nacht. Wie ein Fels in Ungewittern Steht fest der Chrift, wenn Spötter zittern. Denn er, der treue Hülter, wacht. Ist doch das leid der Zeit nicht wert der Herrlichkeit, Die dort glänzet. Wir fiegen weit, Jn Ewigkeit, Du hältst die Stätte uns bereit. Wilh. Hüls mann, 1781,+1865. 3. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. sucht mich wider dich, Und noch oft befiegt sie mich. Stunden, Wenn ich, Herr, dein Wort gehört, Hab' ich oft das Glück empfunden, Das die Frömmigfeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden mir so sehr als innern Frieden, Als ein Leben, Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 106 dir geweiht, In des Glaubens Seligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen Der Erlösung mich zu freu'n, Treu den heiligsten Entschlüssen, Folgsam deinem Wort zu sein, Meines Glaubens Frucht zu zeigen, In der Heiligung zu steigen, Treu zu leben, Herr, vor dir, War der heiße Wunsch in mir. 4. Toch die Sehnsucht wird zerstöret, Und der heiße Eifer falt, Wenn sich Leidenschaft empöret, Und die Lust im Herzen wallt. Leichtlich bin ich zu verleiten Durch den Reiz der Eitelkeiten, Der mich überall umringt, Und mein schwaches Herz bezwingt. 5. Weh' mir, daß ich deinen Willen, Den ich doch so lieb gewann, nicht mit Freudigkeit erfüllen, nicht beständig halten fann! Ach, wer wird mich von dem Bösen, Von der Sünde ganz erlösen? ich Armer, wer be= freit Mich vom Dienst der Sinn-.nicht, Mich reuen meine Sünden. lichkeit? Laß mich, verdien' ich gleich den Tod, Den Gottes Fluch den Sündern droht, Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlor'nen Heil, Gib mir an seinem Segen Teil; Er sei auch mir Beruhigung, Und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich, In dieser Hoffnung stärke mich. nicht leer, Ach, laß es Ruh' erlangen, Die Ruhe, welche selbst dein Geist mir durch dein troft= voll Wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und licht, mein Trost und Licht, Verwirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir, Dein Antlitz neige du zu mir, Und sei mir Sünder gnädig. Weil ich mich selbst nicht trösten fann, Wenn meine Sünd' mich klaget an, So sei mir Sünder gnädig. Der du am Kreuz ge litten hast, Du, Heiland, trugft auch meine Laft, Als du zum Heil der Sünder starbst, Und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Befreie mich durch deinen Tod. 3. Nur du bist meine Zuver= sicht, Entzeuch mir deine Gnade 6. Gott, du läsfest Heil versprechen Unsrer fündigen Natur, Tilgst durch Christum ihr Gebrechen, Zeigt sich wabre Reue nur. Ohne diese Hoffnung würde Allzuschwer mir meine Bitrde, Und ich könnte niemals dein, höchstes Gut, mich freu'n. dit 7. Laß mich merken wo ich wante, Daß ich strebe fest zu stehn, Und mich stärke der Gedanke, Meinem Heiland nachzugehn. Führe, Gott, mich täglich weiter, Und dein Geist sei mein Begleiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. 4. Mein ganzes Leben preise dich; Erlöst, mein Mittler, bin auch ich, Dein Eigentum zu werden. O bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts, o mein Heil, auf Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzieh' mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste B. Münter, 1735, † 1793. Diel. Herzlich lieb hab' ich dich. 210. Jhomme, Heil der stärke mich, Damit ich ſiege, Herr, Welt, zu dir, Herr barmend rufft d ja auch mir, Mein Herr und Gott, mein Herr Den Frieden zu empfangen. Der und Gott, Zum Leben führ' uns Sünden fast ist mir zu schwer, durch den Tod. Laß doch mein Herz von Trost S. G. Bürde,* 1753. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 107 Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu tir.| ziehest mich, ich folge dir, Be= err Jesu Christ, du trete freudig deine Bahn, Ach, 211. Du mich gnädig an. Brunnquell aller Gnaden, Ich tomme mit gebeugtem Mut, Mühselig und beladen; Denn meiner Slinden großes Heer Belastet mein Gewissen schwer, Und beugt mich tief darnieder. 2. Ich fühl' es tief, ich komme spät, Lang' hab' ich deinen Ruf verschmäht, Und doch trugst du mich mit Geduld und gingst mir nach mit Gnad' and Huld. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu', Hilf, daß ich auch beständig sei. 2. Erbarm' dich mein in solcher Last, Nimm sie von meinem Herzen, Weil du sie selbst gebüßet hast Am Holz mit Todesschmerzen. Hilf, daß ich nicht vor Angst und Weh' In meinen Sünden unter geh', Noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, gleich einem schweren Stein Drückt mich die Laft der Sünden. Wer rettet mich aus dieser Pein, Wo soll ich Ruhe finden? Ja, ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Doch durch dies teure Wort erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquicung hat es mir gebracht. Ich darf nicht trostlos beben, Denn Gnad' und Seligfeit verheißt Dein Wort, wenn mit zerknirschtem Geist Jch, Herr, zu dir mich wende. 5. So fleh' ich denn zu deiner Huld: Laß mich Vergebung finden; Du wollest von der Sünden Schuld Aus Gnaden mich entbinden, Daß sich mein Herz zufrieden geb' Und dir hinfort zu Ehren leb' In kindlichem Gehorsam. 6. Stärk' mich mit deinem Freudengeist, Heil' mich durch deine Wunden, Der du allein zu helfen weißt, In meinen letzten Stunden; Und nimm mich dann, wenn dir's gefällt Im wahren Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Josua Stegmann,* 1583,+1632. 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm daher; Leicht stürzt mich schnöder Lüfte Macht Tief in des Abgrunds finst're Nacht. 5. O reiche deine Hand mir dar, Daß ich entrinne der Gefahr. Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin, Hältst du mich nicht, so fint' ich hin. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht, Wie selig hast du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand Mich auch in meinem Gnadenstand. 3. 3. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Zion tlagt mit Angst. 213. du Schöpfer aller Dinge, Höre, höre mein Gebet, Welches ich jetzt vor dich bringe, Weil mein Herz in Ängsten steht. Meine Sünden ängsten mich, Darum komm' ich auch vor dich und bekenne meine Sünden. Ach, Herr, laß mich Gnade finden. 2. Weil du heißest alle kommen, Die beladen sind, zu dir, Bin auch ich nicht ausgenommen, Offen steht auch mir die Thür; Ja, du ew'ge Liebe, du, Willst, zu gründen meine Ruh', Von den Sünden, die mich drücken, Mich entbinden und erquicken. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. ier bin 3. Herr, dein Wort bleibt ungebrochen, Was du einmal sagſt, o Gott, 212. u rufest mir, Du gesprochen: Such mein Antlitz 108 Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. im Gebet! Darum komm' ich| für mich dich dargestellt, mit sich auch vor dich, Such' dein Antlit, versöhnte Gott die Welt, Da du ach, laß mich Bei dir Trost und für sie gestorben. Gnade finden, Sprich mich los von meinen Sünden. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden, Und läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Vergiß nicht, dem, der dich erfauft, zu Ehren stets zu leben. 4. Nimm die Handschrift, sieh' ich gebe Sie in deine Hand, mein Gott, Denn du sprichst: so wahr ich lebe, Ich will nicht des Siinders Tod. Wenn ein Sünder sich bekehrt, Reuig Gnade nur begehrt, Sich entschließt, nur dir zu leben, Willst du alles ihm vergeben. 5. Nun wohlan, du fannst nicht trügen, Darum bau' ich auf dein Wort, Will auf meinen Knieen liegen Demutsvoll am heil'gen Ort. Ich betenne meine Sind', Ich bin das verlor'ne Kind, Das, vom Teufel oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. 4. Dein, spricht er, ist die Seligfeit, Bewahr' sie hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 6. Mehr vermag ich nicht zu sagen, Ich fann nur an meine Brust Mit dem armen Sünder schlagen. Gott, es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab' gesündigt dir, Aber sei doch gnädig mir. Sieh', ich fall' in deine Arme: Ach, Herr, meiner dich erbarme. Joh. Heinr. Calisius,* 1633, † 1703. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen; Verleihe mir durch deinen Tod Nur Kraft für diesen Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weih'n Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir 214. tomme, Herr, und und der Welt beweisen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. ch Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Siegels deiner Gnaden. liege hier Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. esus nimmt die Sünvor deinem Thron, Sohn Gottes 215. Jher an! Gagt doch und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil erworben. Du hast dieses Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf ver= fehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Reiner Gnade sind wir wert, Dennoch hat in seinem Worte Er sich gnadenreich erklärt; Offen steht die Gnadenpforte, Allen ist fie aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 109 der uns nie vergißt, Suchet treu-| Gnad' ergehen, Würd' es übel lich das Verirrte, Zeiget ihm die rechte Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommt herzu, Kommet, ihr betrübten Sünder! Er verheißt der Seele Ruh', Macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nah'n: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier, Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden. Eins ist, was mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Mits; Wie viel auch der Sünden wären, Soll mich doch, kraft deines Bluts, Ihre Menge nicht beschweren, Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht. Wer will mich vor Gott verflagen? Der mir einst das Urteil spricht, hat auch meine Schuld getragen, Daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich sollte zu ihm kommen, Und auf den Troft sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister, 1671,+1756. Mel. Zion klagt mit Angst. Tater, laß mich Gnade 216. te finden, Gib mir Trost in Herz und Sinn, Der ich wegen meiner Sünden So gebeugt und traurig bin. Sieh', o Vater, wie ich hier Jetzt vor deiner Gnadenthür Mit dem Zöllner schamrot stehe Und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin voll Ungerechtigkeit, Kann mich bloß aufs Bitten legen, Trauen deiner Gütigkeit; Die nur gibt mir Zuversicht, Denn, wenn du, Herr, dein Gericht Ließest ohne um mich stehen. 3. Aber ach, nach deiner Lehre Willst du keines Sünders Tod, Sondern, daß er sich bekehre, Werde frei von seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, Daß ich reu'voll suche dich, Wenn ich Angst und Leid empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden D'rum vergossen hat sein Blut, Daß der könne selig werden, Wer im Glauben Buße thut. Ach, sein Kreuz, die Dornenfron' Bring' ich hier vor deinen Thron, Laß von seinem Blutvergießen Auch mich Armen Heil genießen. 5. Längst schon hätt' ich sollen kommen In der langen Gnadenzeit, Doch ist dadurch nichts benommen Deiner großen Gütigkeit. Reine Buße ist zu spät, Benn sie nur von Herzen geht, Darum wird dir auch mein Flehen Heute noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, boll Lieb' und Treue, Laß durch. Jesu Wunden doch meine späte Buß' und Reue Vor dir etwas gelten noch. Dente, Herr, nicht mehr daran, Was ich Böses hab' gethan, Laß mein arges Sündenleben mir aus Gnaden sein vergeben. 7. Wirst du nun mir armen Sünder, O mein Gott, barmherzig sein, In die Zahl der lieben Kinder Nun mich wieder nehmen ein: Dann will ich von Herzen dich Dafür preisen ewiglich. D'rum in Jesu Christi Namen Woll' st du mich erhören. Amen. Christoph Gensch, von Brei enau, * 1638,+1732. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich. 217. Wo soll ich hin, wer To führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir Will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Verlor'ne sucht, Du seg Abendmahlslieder. 110 nest, was sonst war verflucht, Hilf, Jesu, dem Elenden. 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, Der Todesleib mich plaget. Lebensgott, erbarme dich, Vergib mir, was mich naget. Du weißt es wohl, was mir gebricht, Ich fühl's, doch sagen kann ich's nicht, Hilf, Jesu, dem Betrübten. 3. Du sprichst: ich soll mich fürchten nicht, Du rufft: ich bin das Leben! D'rum ist mein Trost auf dich gericht't, Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, In Not als Herzog vor mir gehn; Hilf, Jesu, dem Zerknirschten. 4. Abendmahlslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Jch übergebe mich aufs neue, ich, Jesu, mein und an 218. Hierfüllen, was du in dich, Gelobe dir beſtänd'ge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbft für mich, d'rum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen Des Dienstes, den man dir erweist, Mich nie zu einem Schritt bequemen, Den mein Gewissen findlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu ſein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmut üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüt, Welch' eine schwere Schuldenlast Du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. 4. Du bist der Arzt, der Kranke pflegt, Auf dich will ich mich legen. Du bist der Hirt, der Schwache trägt, Erquide mich mit Segen. Ich bin gefährlich frant und schwach, Heil' und verbind', hör' an die Klag, Hilf, Jesu, dem Zerschlag'nen. 5. Jch thue nicht, Herr, was ich soll, Wie kann ich doch bestehen? Es drücket mich, das weißt du wohl, Wie wird es endlich gehen? Elender, ich, wer wird mich doch Erlösen von des Todes Joch? Ich danke Gott durch Christum! Joachim Neander,* 1650, † 1680. deiner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur übung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen Dein Abendmahl ein Unterpfand, Auch mir sei dein versöhnend Büßen Von Gott aus Gnaden zuerkannt; So freuet meine Seele fich In deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Mit der du unser Heil bedacht. Wie stark find deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! gib von deinem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Paß mich mit Ernst die Silnden scheuen, Für welche du, dich opfernd, starbst, Durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, Was du so teuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost, den mir dein Tod verleiht. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet Abendmahlslieder. und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen, Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Dein Abendmahl gesegnet sei. D. Bruhn,* 1727, † 1782. Mel. Wachet auf, ruft uns die. err, du woll'ft 219. Hubereiten zudei nes Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter ihnen, Gott. Laß fie, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich sie los von Sünd' und Tod. Sie sind, o Jesu, dein, Dein laß fie ewig sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. 2. Est das Brod, das euch ge= geben, und trinkt den Kelch zum ew'gen Leben, Der Friede Christi ſei mit euch. Einigt euch mit ihm im Glauben, und laßt sein Heil euch nimmer ra ben, Dann führt er euch zu seinem Reich. Wacht, eure Seele sei Bis in den Tod getreu. Amen, Amen! Der Weg ist schmal, Bleibt in der Zahl, Die dort empfängt sein Abendmahl. Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724,+1803. 111 Christe, du famm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt, Gib uns deinen Frieden! Amen. Martin Luther,* 1483,+1546. Eigene Melodie. 220.0mm Gottes, un schuldig, Am zesstamm geschlachtet, Erfunden ftets geduldig, Wiewohl du warst verachtet! Au Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! Nikolaus Decius, lebte 1524. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. err, der du als ein 222. He stilles Lamm Am marterbollen Tilgung meiner Sündenlast, Für mich auch dich geopfert haft! 2. Hier fei'r ich deinen Mittlertod, Hier nährst du mich mit Himmelsbrot, Hier ist das unschätzbare Gut, Das du mir gibst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gast Der Leib, den du geopfert hast, Dein Blut, das dir, Herr Jesu Christ, Am Kreuzesstamm vergoffen ist. -Eigene Melodie. 221. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt, Erbarm' dich unser! 4. Heiland, hilf mir, daß ich ja Mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah'! Herr, mein Mund empfahe nicht Des Lebens Speise zum Gericht. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert Mein gläubig Herz darnach begehrt, Der Wohlfahrt ganze Größ' ermißt, Auch deiner Liebe nie vergißt. 6. Hier deinen liebevollen Tod Verkündigen, ist dein Gebot. Hilf, daß ich ihn als vor mir seh', Auch fein Geheimniß wohl versteh'. 7. Laß hier mich schau'n den Sündenfluch, Die Wunden, die auch ich dir schlug, Den Segen, den du, als du starbst, Durch deinen Tod auch mir erwarbst. 8. Mein Herr und Gott, ich glaub' an dich, Und weiß gewiß, du fegnest mich. Wenn wir mit Glauben dir uns nah'n, Willst du dich uns mit Gnade nah'n. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt, Erbarm' dich unser! 9. Jch Erd' und Asche bin's nicht werth, Daß so viel Heil mir widerfährt. Du willst, Erhab'ner, nicht verschmäh'n, Zu meinem Herzen einzugehn. 10. Mein Herz steht offen, Heideiner land du, Richt' es zu 112 Abendmahlslieder. Wohnung zu; Wirf alle Silnden| Grund, Und mein Gelübd' verganz hinaus, Schmück' es mit jeder Tugend aus. 11. Du kommst, gesegnet seist du mir, Du bleibst in mir, ich bleib' in dir; Ich end' in dir einst meinen Lauf, Und du weckst mich vom Tode auf. lassen; Die Schuld ist groß, der Glaube klein, Doch willst du mir versöhnet sein, Und nimmermehr mich hassen. Dein Wort, Mein Hort, Bleibt beständig, wie abwendig ich gewesen; Neu soll ich durch dich geneſen. Joh. Adolf Schlegel,* 1721, † 1793. 6. D'rum sinkt vor dir ein ledig Herz, Das nichts dir bringt als Sündenschmerz, In SelbstFels des Heils, overleugnung nieder. Ich bin mir Gotteslamm, Für selber gram, daß ich, Mein Herr, meine Sind' am Kreuzesstamm so oft verlassen dich, In Demut Gemartert und geschlachtet! Dein komm' ich wieder. Willig Bin Leiden ist ein Garten mir, Der ich, Dir aufs neue Huld und Früchte träget für und für, Wo- Treue zu verschreiben, Benn dein nach die Seele schmachtet, Wo Geist mich nur wird treiben. ich Stets mich Wohl erquicke und erblicke Seelenweide, Ja die Wurzel aller Freude. 2. Dein Fleisch soll Zebensbrot mir sein, Dein Blut macht mich von Sünden rein, Dein Kreuzholz ist mein Stecken, Der mir in Schwachheit Stütze ist, Ein Born, aus dem das Leben fließt, Ein Schild, der mich kann decken Mächtig, Wenn ich übertreter Sina's Wetter seh' mit 3agen, Wenn mich Satan will verklagen. 3. Wie lieblich ist dein Liebesmahl! Da seh' ich, mit welch' großer Qual Die Liebe dich umhüllet. Da werd' ich, als aus deiner Hand, mit deinem heil'gen Gnadenpfand Erquickt, mit Luft erfüllet, Wenn du, Jesu, Jn Erbarmen dich der armen Seele schenteft Und an deinen Eid gedenkest. 4. Wer bin ich, o du Gotteslamm, Daß du starbst an dem Kreuzesstamm, Zum Heil mich einzuladen? Ein Sünder, der verdienet Pein! Mich armen Sünder führst du ein Zur Tafel deiner Gnaden, Deiner Reinen Himmelsgaben, welche laben das Verlangen, Das auf Hoffnung war gefangen. 5. Ich habe den beschwor'nen Bund So oft gerissen in den Mel. Wie schön Leucht't uns der. 223. 7. Ach, komm in deinen Garten dann, Ich will dir bringen, was ich kann, Was du mir erst gegeben. Willst du noch mehr, so gib es mir, Ich will es wieder bringen dir; Der Weinstock gibt den Reben Kräfte, Säfte, Die von innen Raum gewinnen, aufwärts dringen, Daß sie reife Früchte bringen. 8. Stärt' meinen Glauben, um das Kleid Der ewigen Gerechtigteit Freimütig anzuziehen. Ich fomm' in fester Zuversicht, Dein Bundessiegel fehlt ja nicht, Du haft es mir verliehen, Daß ich Fröhlich Darf erscheinen, denn in deinen off'nen Wunden Hab' ich Zutritt nun gefunden. 9. Von dir hab' ich das Priestertum, Daß ich in's inn're Heiligtum Darf unverhüllet gehen. Den Vorhang riß dein Tod entzwei, Ich darf als Bund'sgenoffe frei Vor deinem Antlitz stehen. Grämen, Schämen Hat ein Ende, weil die Hände sind durchgraben, Die für mich bezahlet haben. 10. Hier ist die Liebe mein Panier, Dein Labesaltar brennt in mir, Du hast mein Herz genommen. Du hast mir Lebensbrot geschenkt, Ich werd' aus Edens Strom getränkt; Du wirst Abendmahlslieder. 113 bald selber kommen, Und mich| Zum Trost in allem Leide. Es Ewig Dir vereinen in dem reinen Paradeise, Wo du Manna gibst zur Speise. tränke mich dein teures Blut, Auf daß mich ja tein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 11. Gib nur, daß so, wie sich für jetzt mein Herz in deiner Füll' ergötzt, Es in dir möge bleiben; Vom Bund, den ich erneuert hab', Wird dann mich weder Furcht noch Grab, Die Hölle selbst nicht treiben. Ich will Nun still An dir kleben, in dir leben. Tausend Welten Können gegen dich nichts gelten. 12. Laß mich, durch dieser Speise Kraft Gestärket, meine Wanderschaft Fortsetzen durch die Wüste. Gib, daß Egyptens Fleischtopf nie Von dir, o Himmelsbrot, mich zieh' Zur Dienstbarkeit der Küste. Komm bald, Herr, halt' Deiner Tauben Treu' und Glauben unzerbrochen, Wie dein Wort und Pfand versprochen. Friedr. Adolf Lampe, 1683, † 1729. 7. Entzünd' in Andacht mein Gemült, Daß von der Welt ich lasse und deine Bruderlieb' und Güt' In dieser Speise fasse; Daß durch dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachs' herfülr, Ich auch den Feind nicht haffe. 8. Ach, führe mich doch selbst von mir, Bei mir ist nichts als 224. Nimm aber o Eigene Melodie. ett fomm' ich als ein zu deinem Tische, Den du für mich bereitet haft, Daß er mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt, Wenn mich der Durft des Geiftes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. 5. So wie des Hirsches mattes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach, laß mich fein befreiet! Du linderst meine Sündenpein, Du flößeft deinen Trost mir ein, So bin ich ganz erneuet. 6. Vor allem aber wirk' in mir Ein' ungefärbte Reue, Auf daß mein Herz sich für und für Vor aller Sünde scheue. Fach' in mir, Herr, den Glauben an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Damit mein Herz fich freue. Herr, zu dir, Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, Jn dir ist nichts als felig sein mit allen Himmelserben. 9. Erneu're mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gnaden. Laß mich der Sünde sterben ab, Mit der ich bin beladen. Beherrsche meinen bösen Sinn, Daß er die Lüste werfe hin, Die mir gebracht den Schaden. 10. So fomm nun, treuer Seelenfreund, daß in mein Herz dich schließen. Mit dir bin ich nun ganz vereint, Ich will von Als nur von feinem wiffen, dir, o Gotteslamm, Der du auch mich am Kreuzesstamm Aus Not und Tod gerissen. 4. Jch armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide; Dein Lebensmanna speise mich| In welchen du, o Lebensfürst, Mich 11. liebster Heiland, habe Dank Für deine Süßigkeiten; Der Liebe Sehnsucht macht mich trant, D'rum wart' ich auf die Zeiten, 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben; Dies Brot treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, Den wird nicht dürsten ewiglich, Ich will ihm labsal geben. 3. D'rum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du dich läsfest schauen. Laß strömen deine Gültigkeit, Die du für alle hält bereit, So deiner Hut vertrauen. 8 Abendmahlslieder. 114 samt den Auserwählten wirst Zur Himmelstafel leiten. Justus Sieber,* 1628, † 1695. 2. Es überzeugt in Zweifelmut Von der Erlösung durch dein Blut, Auch von Erlassung unsrer Schuld Und Gottes uns geschenkter Huld. 3. Ach, wie so reich ergießet Mel. Unser Herrscher, unser König. 225. Wohl mir! Jesus, sich hier meines Gottes Lieb' in mich! Hier schau' ich seine Mildigkeit, Hier schmeck ich seine Freundlichkeit. meine Freude, Ladet mich zu seinem Mahl. Auf, mein Herz, und dich bereite, Eile mit der Frommen Zahl; Laß den Eifer nicht erkalten, Jesus will das Nachtmahl halten. 4. Wie himmlisch du, mein Jesu, liebst, Bezeugt das Pfand, das du mir gibst. Nichts scheidet ferner dich und mich, Mich liebest du, ich liebe dich. 2. Auf, o Christ, auf Glaubensschwingen Eile deinem Jesu zu; Auf, dir soll es jetzt gelingen, Hier ist wahre Seelenruh'. Ruhe sollst du, frei von Sünden, Nun bei Jesu Nachtmahl finden. 3. Ach, indem dein Herz bestreitet Not und Tod mit gleicher Macht, Hat er dir den Tisch bereitet und aus reiner Lieb' bedacht, Wie er sich mit dir verbinde, Dich erheb' zu Gottes Kinde. 4. Hungrig komm' auch ich nach Gnaden, Durstig nach Barmherzigkeit; Bin auch ich doch eingelaben Zu des Cammes Hochzeitsfreud'. Himmlisch Manna mich ergötet, Jesu Blut die Seele netzet, 5. Gott, gib, daß ich dieses Schenken Christi Leibs und Blutes hier nehm' zu seinem Angebenten und betrachte für und file, Wie sein Leib am Kreuz ge= storben, und sein Blut mir heil erworben. Paul Weber. 5. Dich, Herr, dich lieb' ich unverrückt, Wenn Wollust lockt, wenn Drangsal drückt; Verschmachtet Leib und Seele mir, Doch lieb' ich dich und bleib' an dir. 6. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft Auf meiner ganzen Pilgerschaft, Den Feinden stark zu widerstehn, Die mir nach meiner Seele stehn. 6. Nun will ich mit Dank und Ehren Meines Jesu, weil ich bin, Lieb' und Lob mit Lob vermehren. Mein durch ihn erneuter Sinn Mel Freu' dich sehr, o meine Seele, Soll in Jesu fich erfreuen, Gott 227. der wundergroßen Gnaden! wird dazu Gnad' verleihen. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens. err, wie so großen 7. Es steuert allem Stolz und Neid, Verknüpft zu lieb und Einigkeit, Gibt Troft, der nie das Herz verläßt und macht den guten Vorsatz fest. 8. Sun, Jesu, führ' ihn selbst zur That, und leite mich nach deinem Rat, So bringe ich in stiller Ruh' Die Tage meiner Wallfahrt zu. das nicht Gütigkeit, Daß uns Jesus hat geladen Zu dem Tisch, den er bereit't? Jesus ladet uns zu Gast, Daß wir aller Sorgenlast, Aller Sünd' und Not entnommen, 226. kommen. Bundesmahl dem, der dich liebt! Jhm ist's ein Pfand der Seligteit, Ein Siegel der Gerechtigkeit. 9. Und wenn du mich, 0 Lebensfürst, Zur Seligkeit vollenden wirst, Erquickt mit Freuden ohne Zahl Mich dort dein ewig Abendmahl. Nicht ermittelt. 2. Er, der Heiland, will uns speisen Und auch selbst die Speiſe sein; Heißet das nicht Gnad' er Abendmahlslieder. 115 weisen? Ist er nun nicht dein und| vergeben, Laß mich mit ihm friedmein? Er gibt sich uns selbst zu teil, Daß wir möchten werden heil Von den tiefen Seelenwunden, Die sonst blieben unverbunden. 3. Herr, du hast dich hingegeben Für uns Arme in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, Frei von Sündenstraf' und Rot; Aber deiner Liebe Macht Hat dich auch dahin gebracht. Daß du selbst wirst Seelenspeise; Oder nie erhörten Weise! 4. Nun, zu dir komm' ich geschritten, mein Heiland, Jesu Chrift, Eaß dich jetzt von mir erbitten, Weil für mich bereitet ist Dein so teurer Gnadentisch, Daß sich meine Seel' erfrisch'; Du woll'st ihren Hunger stillen, Und in ihrem Durst sie füllen. 5. Ach, du wollest, Herr, mich laben Mit dem rechten Himmelsbrot, Und mit reichem Trost begaben Wider alle Sündennot. Ach, laß deinen Lebensquell Mich auch machen rein und hell; Tränke mich mit Gnadenströmen, So will ich dich ewig rühmen. 6. Räume, bitt' ich, Leib und Seele Rein von allem Bösen aus, Daß auch meines Herzens Höhle Werde deines Geistes Haus. Ach, verleihe, daß ich nicht Eff' und trinke zum Gericht, Da du dich zum Heil und Leben, Und Erlösung mir gegeben. 7. Leite mich durch deine Güte Stets mit deinem guten Geift, Daß ich mich vor Sünden hüte Und das suche allermeist, Was du willst und dir gefällt, Daß ich mich der bösen Welt mög' in Gottesfurcht entziehen, Ihre bösen lich leben. 9. Dir, Herr Jesu, will ich schicken Mein ganz mild' und mattes Herz; Ach, das wollest du erquicken Und wegnehmen meinen Schmerz. Nimm's zu deiner Wohnung ein, Laß es dir zum Tempel sein, Du woll'st selbst darinnen leben: Herr, dir sei es ganz ergeben. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen, * 1638,+1683. Mel. I sus Christus, unser Heiland. 228, Tief gerithrt, dein Bild im Herzen, Denken wir der Todesschmerzen, Die du trugest, Gotteslamm, Blutend an dem Kreuzesstamm. 2. Uns, o Herr, zum Heil und Leben Hast du dich dahin gegeben, ' Hast, im Todestampf erbleicht, Auch für uns dein Haupt geneigt. 3. Habe Dank für deine Treue, Habe Dank, du willst aufs neue Deinem Bund, oherr, uns weih'n: Lebend, sterbend sind wir dein. 4. Held und Friedensfürst, du lebest, Herrlich kommst du einst und hebest Nach vollbrachtem Kampf und Lauf Uns verklärt zu dir hinauf. 5. Heil! auch uns im Pilgerthale Ladest du zu deinem Mahle, zu dem Mahl des Segens ein, Willst uns stärken, uns erfreu'n. 6. Sei uns nah', aus deinem Munde Töne: Friede! unserm Bunde. Wir empfah'n aus deiner Hand, Jesu, deiner Liebe Pfand. Nicht ermittelt. 35 Eigene Melodie. 229. Deele, laß die dunkle liebe Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen, Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden. Der den Himmel fann verwalten, Will jetzt WohLüste fliehen. 8. Gib mir auch Geduld im Leiden, und des wahren Glaubens Licht; Laß mich Geiz und Hoffart meiden, Hilf, daß ich ja zirne nicht, Wenn mein Nächster mich betrübt, Sondern, wie du mich geliebt und mir meine Schuld| nung in dir halten. 8* 116 Abendmahlslieder. Bund sollst du erneuen Und dich seines Todes freuen. 2. Eil', 2. Ach, wie hungert mein Ge-| Hat zu sich dich eingeladen. Deinen mülte, Menschenfreund, nach deiner Gülte! Ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Quell des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir bereine. wie wahre Christen pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen. Komm, den gnadenvollen Willen Deines Heilands zu erfüllen. Komm, mit brünstigem Verlangen Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, Gibt er heute Gnad' um Gnade. 3. Herr, ich freue mich mit Beben, Laß mich Gnad' empfah'n und Leben. Du willst hier dich mit den Deinen Durch des Glaubens Band vereinen, Willst sie reich mit Segen tränken Und dich ihnen selber schenken; O, wer darf sich unterwinden, Deine Liebe zu ergründen? 4. Herr, o laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach, wie pflegt' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Tilgung aller meiner Sünden Wünscht' ich, Herr, bei dir zu finden. Laß, Erlöser, Laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. König, Hoherpriester, Lehrer, Du, mein göttlicher Bekehrer, Du, der selbst sein eignes Leben Für mich in den Tod gegeben, Hier, hier sink' ich dir zu Füßen: Ach laß würdig mich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise; 6. Zum Gedächtnis deiner Leiden, Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, Als dich Todesschweiße deckten, Dich die Schrecken Gottes schreckten, Als du selbst für mich gestorben, Mir die Vater3. Beides, Wonne und auch Beben, Fühl' ich jetzt im tiefften Leben. Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weiſe Machet, daß ich froh bemerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der sie jemals könnt' ergründen? 4. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig haft dein Leben In den Tod für uns gegeben, Daß du hast ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergoffen, Üns am Lebensquell zu tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Mahl geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich einst, wie jetzt auf Erden, Mög' ein Gast im Himmel werden. Johann Franck,* 1618,+1677. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 230. Seele, willst du Ruhe huld erworben. finden, die fast der Sünden: Komm, Vergebung zu empfangen, Denn dein Licht ist aufgegangen, Und der Herr voll Heil und Gnaden 7. Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte; Einst werd' ich dich ganz Abendmahlslieder. 117 erkennen, Ganz in deiner Liebe| der Schwachheit voll, Einst herrbrennen; Laß fie mich auch hier empfinden, Hilf mir, hilf mir überwinden. lich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll; Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724, † 1803. Mel. Erquiche mich, du heil. 231. Mein ein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns haft die Früchte deiner Leiden Jn einem Testament vermacht, Es preifen gläubige Gemüter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtnis in uns neu; Man kann aus neuen Proben schließen, Wie innig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. Mel. Nun laßt uns Gott, dem. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neues Siegel aufge= drückt, Daß unser Schuldbrief fei 232.0 Jefu, meine Wonne, zerrissen, Und unsre Handschrift fei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blut'gen Wunden finden. Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 4. Und fester als es je gewesen, Wird nun das Band, das uns vereint. Durch dich vom Seelenschmerz genesen, Schau'n wir in dir den höchsten Freund. Das Herz fühlt sich in solchen Stunden Mit dir in einem Geist verbunden. 5, Dies Brot fann wahre Nahrung geben, Dein Blut erquicket unsern Geist; Es mehrt sich unser inn'res Leben, Wenn du dem Glauben Kraft verleihst. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten nun in engre Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Wir wollen All' in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein. Die liebe muß uns fester schließen, Da wir von einem Brot genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, 8. O teures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unſer Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. D'rum sei dir Lob und Dank gesungen, und deinem Namen Ruhm gebracht, Und mit uns preisen Engelzungen, Herr, deine große Gottesmacht. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. 3. J. Rambach,* 1693,+1735. 19 2. Wie kann ich g'nugsam schätzen Dies himmlische Ergößen Und diese teuren Gaben, Die mich gestärfet haben? 3. Wie soll ich dir es danken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbſt dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Fir deine Schläg' unt Wunden, Der du so viel' empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank' ich für dein Sehnen, Für heißvergoff'ne Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben, Dir dank' ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemülte Den Reichtum deiner Güte; Dies teure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 118 Abendmahlslieder. 8. Herr, laß mich nicht ver-| mahl zum Gericht. Ein jeder geffen, Daß du mir zugemessen recht bedenke, Daß wir mit diesem Die kräft'ge Himmelsspeise, Für Lebensbrot Fm Gla ben stillen die mein Herz dich preise. unsre Not; Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig, Dich dort oben stets zu loben, wann wir werden Zu dir kommen von der Erden. 9. Du wollest doch die Sünde, Die ich noch jetzt empfinde, Aus meinem Fleische treiben Und träftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden, und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben, Was kannst du Werth'res geben? 11. Gib, Heiland, daß die Seele Nur dich zum Freunde wähle; Laß stets sie mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 12. Taß mich die Sünde meiden, Taß mich geduldig leiden, Laß mich andächtig beten Und von der Welt abtreten. 13. Laß stets es mich ermessen, Laß nimmer mich vergessen, Daß du mich hoch beglücket, Mich himmlisch haft erquicket. 14. Nun kann ich nicht verder ben, D'rauf will ich selig sterben, Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen. 4. daß wir solcher Seligkeit Nur harren möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen, Und endlich aus dem Jammerthal Eingehen in den Himmelssaal, Wo wir den Vater schauen, Ewig Selig Uns als Gäste dann aufs beste bei ihm laben, und dann volle G'nüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gib's durch dein bittres Leiden. O laß, so lang' wir leben hier, Es uns betrachten für und für, Das Böse darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. B. v. Dirschau,* 1591,+1639. Joh. Rist, 1607. Mel. Wie schön leucht't uns der. Jesu, dir sei 233. Hreis und Dant Für diese heil'ge Speis' und Trank, Womit du uns begabet. Dein Brot und Wein, dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut', An ihm das Herz sich labet. Daß wir, Herr, dir, Dir vor allen wohlgefallen, heilig leben, Solches wollest du uns geben. 2. Du fehrest, o Immanuel. Ja selber ein in unsre Seel', Dir Wohnung da zu machen. Drum 235. deine Liebe, Du Mel. Wer nur den lieben Gott. un habe für uns ein solches Herz verleih', Das von der Weltlieb' ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Eitle zu verachten. großer Mittler, Jesu Christ; Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Bein Mir immerdar vor Augen sein. 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes NachtMel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 234. un fei, o Herr, dir geweihet, Preis und Dank aus Herzensgrunde; Der du mit uns den Friedensbund erneuet, Heil'ge uns in deinem Bunde. Jesus Christus, Der du dich für uns gegeben, Lebensfürst, o laß in dir uns Leben, Bis wir droben im Licht Ewig schau'n dein Angesicht. Halleluja! Nicht ermittelt. 2. Wie kann ich dich genug er= heben, Jch, der ich Fluch und Tod Abendmahlslieder. verdient? Ich soll nicht sterben, sondern leben, Weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach du, sein Sohn, du starbst für mich, Wie preif' ich, Herr, wie preif' ich dich? 3. Heil mir! mir ward dein Brot gebrochen, Ich trank, Herr, deines Bundes Wein; Voll Freude hab' ich dir versprochen, Dir, treu'ster Jesu, treu zu sein. Ich schwör' es nun noch einmal dir, Schent' du nur deine Gnade mir. 4. Ja, Hülfe willst du gnädig geben, Du liebtest mich bis in den Tod. O sei mir Stärke, Freude, Leben, und bleib' mein süßes Himmelsbrot. nimm dich meiner Ohnmacht an, Du weißt, wie leicht ich fallen kann. Eigene Melodie. erhebe dich zum 5. O laß mich dankbar stets 236. Auf, auf, mein Geiſt, ermessen, Was du für mich ge= litten hast, Und deine Liebe nie vergessen, Die so viel Segen in fich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein und mir zum Guten Kraft verleih'n. 6. Jm Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht; Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoss'nes Blut Schent' mir im Todestampfe Mut. 7. Mit dir mich näher zu verbinden, Wie sehnet sich mein dürstend Herz! In dir Gerechtigkeit zu finden, Mit dir zu teilen Freud' und Schmerz, Durch dich, was du gethan, zu thun, In deiner Ruh' mit dir zu ruh'n. 8. Und ihr auch, seines Leibes Glieder, Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb' ich stets als seine Brilder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, Uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 9. Wie jetzt in unsers Heilands Namen Sein Volk vor ihm versammelt war, So stehn wir, die wir zu ihm kamen, Vor ihm mit seiner Engel Schar Und preisen 17 119 als sein Eigentum Dann ewig seines Namens Ruhm. 10. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht, Und wenn wir einst vor ihm erscheinen Fm Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in fein Reich. 11. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, O laß mich deiner würdig sein. Joh. Caspar Lavater, 1741,+ 1801. Himmel, Weich von dem unbeständigen Getümmel, Wodurch die Welt ihr blindes Volk betrügt. Ich habe nun vom Himmelsbrot gegessen, Hab' an des guten Hirten Tisch gesessen; Der alte Feind zu meinen Füßen liegt. 2. Was frag' ich nun nach Ehre, Lust und Schätzen? Der Lebensstrom fann mich genug ergötzen; Der Durst ist hin, wie bin ich so erquickt! Nun werd' ich dort vollkommen selig werden, Den Vorschmack hab' ich schon davon auf Erden, Doch mache mich, o Jesu, mehr geschickt. 3. O bleibe du doch nahe deinem Kinde, Gib, daß ich Kraft in dir, als König, finde, Gib Mut und Kraft, du, meine Zuversicht! Sei mein Prophet, und leite mich zur Wahrheit, Und raubt die Sünde mir des Glaubens Klarheit, Dann, Hoherpriester, sei dein Kreuz mein Licht. 4. Was will ich mehr, als diesen Himmelsfürsten? Mich wird hinfort in Ewigkeit nicht dürsten, Weil er mich tränkt, der selbst das Leben ist. Kein Hunger wird die Seele jemals drücken Des, 120 Ordination und Einführung Himmels Manna wird mich stets erquicken, und das bist du allein, Herr Jesu Christ. 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben, Jedoch nicht ich, nein, Christus ist mein Leben; So lebe denn in mir, o Gottessohn! Ich bin gewiß, daß droben und auf Erden Barmherzigfeit und Güte folgen werden Als ein durchs Blut des Lamms erworb'ner Lohn. Joachim Neander, 1650, † 1680. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 237. Die Frucht vom heil' Dem höchsten Gut im Thränenthal, Soll uns der herzlichste Verein Der brüderlichen Liebe sein. 2. Uns eint die Lieb', die er anpries, Eh' er die Seinigen verließ, Um die er sie so dringend bat, Eh' er sein Haupt geneiget hat. Mel. Wie schön leucht't uns. 238. reis dir, o Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, DuHirte deiner Herde! Preis dir, der du dein Volt noch liebst, Noch Lehrer ihm und Führer gibst, Damit es felig werde. Dankvoll Rühmen Wir aufs neue deine Treue; unserm Pfade Strahlt die Sonne deiner Gnade. eines Predigers. 3. daß er dies sein Testament Noch ganz an uns erfüllen könnt'! Erlöste, reicht euch Herz und Hand, Viel' Müh' hat er an euch gewandt. 4. Hier ist das Herz, hier ist die Hand Zur Wallfahrt bis ins Vaterland; Seht, daß sich jeder, Tag und Nacht, Auf seine Zukunft fertig macht. 5. Oblieben wir doch bei dem Herrn Und folgten wir auch dann ihm gern, Wenn schwer das Leiden auf uns liegt, Nur kämpfend unser Glaube siegt! 5. Ordination und Einführung eines Predigers. die er lehrt, Ein Herz uns, das sie willig hört, Sich froh im Guten übet. Stärke Lehrer Und Gemeine; laß sie deine Treue sehen Und auf deinen Wegen gehen. 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegen führen. Die Seelen sind ihm zugezählt, Heil ihm, wenn dort ihm feine fehlt! Taß feine fich verlieren. Vor dir, Richter, Wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen Und dir Jubellieder weihen. Nicht ermittelt, 2. Froh nehmen wir von deiner Hand Den Hirten, den du uns gefandt; O segne sein Bemühen, Die Seelen, die sich ihm vertrau'n, Durch Wort und Wandel zu erbau'n, zu dir sie hinzuziehen. Seite, daß er streite, bet' undwache, Sich und and're selig mache. 3. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruh'n, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun, Wend' ab, was ihn betrübet. Gib für die Wahrheit, 6. O möchten wir, wie er's gebot, Vereint verkünden seinen daß er wir zu ihm gehn, Wir in des Vaters Reich ihn seh'n! 7. Nun, Unsichtbarer, leite du Dein Volk zur ew'gen Sabbathruh'. Komm bald, du, dem auch alle Welt Dereinst mit uns zu Fuße fällt. Nicht ermittelt. 239. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. as Herr, ist dein, Dein soll auch Dank und Ehre sein, Daß du der Kirche, die du liebst, Noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand; Sie sind, o Herr, von Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis 2c. 121 dir gesandt, Und pflanzen durch| ihn reiche Früchte schauen Zu dein heilig Wort Auf Erden licht unserm Heil und deines Namens Ehr'. Was er verkündiget aus und Wahrheit fort. deinem Wort, Das bleib' und wirke bei uns immerfort. 3. Bewahre ihm die ganze Herde, Die seiner Hirtentreu' du willst vertrau'n, Daß keiner je verloren werde, Daß alle dort dein Antlitz mögen schau'n. Laß deine Weisheit reichlich auf ihm ruh'n, So wird ein leuchtend Vorbild uns sein Thun. 3. Wir wollen ihres Amts uns freu'n, Das Herz soll ihnen offen sein, Dann wird, was ihre Rede lehrt, In uns durch deinen Geist verklärt. 4. Ermahnen, warnen, strafen fie, So fehle der Gehorsam nie; Was uns dein Mund durch sie gebeut, Das bringt uns Heil und Seligkeit. 5. Des treuen Lehrers schwere Pflicht Erschwere Hohn und Undant nicht, Denn das ist wahrlich uns nicht gut, Wenn er sein Amt mit Seufzen thut. 6. Nein, fromme Lehrer zu erfreu'n, Soll unsres Herzens Freude sein. O führe du, Herr, uns zugleich mit ihnen in dein Himmelreich. 3. A. Cramer,* 1723,+1788. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 240. Erhöre gnädig unfer Flehen Für deinen Knecht, den du uns zugesandt; Stärk' ihn mit Kraft aus deinen Höhen und rüst' ihn aus zu seinem Amt und Stand. Durch deinen Geist nur wird er recht belehrt, Und seines Glaubens Zuversicht gemehrt. 2. Zu seinem Säen, Pflanzen, Bauen Gib dein Gedeih'n, o Herr, von oben her, Und laß 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche Dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; Vor seiner ernsten Rede weiche, Was gegen Gottes Wahrheit sich empört. Sie sei ein Schwert, das in die Herzen dringt, und die Verstockten auch zur Buße zwingt. 5. Berleih' ihm deines Geistes Waffen, Dem Spott und Droh'n der Welt zu widerstehn, Und wenn er unser Heil soll schaffen, Laß ihn auf Lohn und Menschengunst nicht seh'n. Gib, wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, Und wenn er tröstet, feſte Zuversicht. 6. Wohlan, wir bau'n auf deine Gnade, Laß seinen Eingang hier gesegnet sein. Leit' ferner ihn auf ebnem Pfade, Und laß sein Werk zu deinem Ruhm gedeih'n. Sei mit uns, Herr, wir sind auf dich getauft, Mit deinem Blut hast du uns All' Nicht ermittelt. erkauft. 6. Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis der Verstorbenen. that, Die dich, Herr, erzürnet hat. Eigene Melodie. ritten wir und Gott, 241. Miben sind mit dem starker Gott, Heiliger barmherziTod umfangen; Wer ist's, der ger Heiland, Du ewiger Gott, uns Hilfe thut, Daß wir Gnad' Laß uns nicht versinken In der Herr, ererlangen? Das bist du, Herr, bittern Todesnot. alleine! Uns reuet unsre Misse-| barme dich! 122 Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis ic. 6. Freue dich, mein Glaube, Mit des Leibes Staube Thut der Gott der Stärke Neue Wunderwerke; Er gibt alle Glieder Mir aus Staube wieder. 2. Mitten in dem Tod ansicht Uns der Hölle Rachen; Wer will uns von solcher Not Frei und Ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein'r Barmherzigkeit Unsre Sind' und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starter Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllenglut. Herr, erbarme dich! 3. Mitten in die Höllenangst Uns die Sünden treiben; Wohin fliehen dann, wohin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herr und Gott, Heiliger starter Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost. Herr, erbarme dich! Martin Luther,* 1483,+1546. Mel. Gottes Sohn ist tommen. Ruhestätte, 242, el gedich betrete, Sprech' ich: Herr, mach' Ende! Treuer Bater, sende Deinen Frie: densboten! Selig sind die Toten. 2. Hier, wo meine Brüder, Hier, wo Chrifti Glieder Nach ertämpften Siegen Als ein Saatforn liegen, Hier bei Jesu Schafen Wünsch' ich auszuschlafen. 3. Hier ruht der Verjagte, Hier hat der Geplagte Nach den bittern Stunden Seinen Hafen funden; Auf den Thränenregen Wird das Grab setn Segen. 4. Tod, dich nah zu schauen, Bringet mir kein Grauen. Wenn die Kräfte schwinden, Sterben Sorg' und Sünden; Meines Leibs Ver wesung Ist dem Geist Genesung. 5. Wenn ich in der Erde, Vater, schlafen werde, So sprich zu den Scharen, Die dein Volk bewahren: Hültet die Gebeine, Denn hier schläft der Meine! 7. Himmlische Posaunen Schallen zum Erstaunen, Eine Welt der Toten Wird dann aufgebo= ten, Vor dem Herrn der Erden Dargestellt zu werden. 8. Freudiges Getümmel! Gräber werden Himmel; Was einst starb, erwachet, Was einst weinte, lachet; Fromme, gleich der Sonne, Jauchzen voller Wonne. Jahren 9. Die vor tausend Längst verweset waren, Fangen an zu leben und sich zu erheben. Eltern, Kinder, Brüder Seh' ich alle wieder. 10. Mache, Gottesacker, Meine Seele wacker, Daß ich mein Geschicke Nach dem Tod erblicke, Und mein Nichts im Grabe Stets vor Augen habe. Ehrenfrieb Liebich,* 1713. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 243. Wenn junge Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, Verlieret man sie nicht; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Und schauen Jesu Angesicht. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Dem Mittler eingeweiht, Und noch bei Gott in Gnaden, Was kann es ihnen schaden, Wenn er sie ruft zur Ewigkeit? 3. Ruft er sie doch aus Liebe, Daß nicht der Sünden Triebe, Nicht Bosheit sie entweih'n. Eh' sie die Welt verführet, Da sie noch Unschuld zieret, Führt er sie in den Himmel ein. 4. Bald schleicht von ältern Sündern Das Böse sich bei Kindern Jns unverwahrte Herz. . die ihr euch betrübet, Seht, wie euch Gott geliebet, Der euch ersparte manchen Schmerz! Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis c. 123 5. Dies los ist dir gefallen,| Er will dich selbst erzieh'n. Er Gott heißt dich von uns wallen; gibt und nimmt; sein ist dein Der Tod ist dein Gewinn. Die Leben, Was sein ist, wollen wir Erde läsf'st du liegen, Zum himm- ihm geben: Du bist sein Kind. lischen Vergnügen Jns Land der Freuden ziehst du hin. 6. Befreit von Schmerz und Mithe Gehst du von uns so frühe, Zieh hin, geliebtes Kind! Schöpfer heißt dich schlafen Und wohnen bei den Schafen, Die ewig wohl versorget sind. 3. In jener Welt, Jm Himmel, findest du, Was diese Welt nicht gibt, Denn nur bei Gott Ist wahre Seelenruh', Von keinem Schmerz getrübt. Hier muß man oft in Unruh' schweben, Dort ist ein ungestörtes Leben. Wohl dir, mein Kind! Dein 7. Du warst uns nur geliehen, Wir sollten uns bemühen, Dich christlich zu erzieh'n. Gott nimmt uns diese Sorgen; Sein Rat ist uns verborgen, Einst sehen wir im Himmel ihn. 8. Dein Leib gehört der Erde, Daß er verwahret werde, Bis Gottes Stimme ruft. Sie weckt ihn, du wirst hören Und eilen mit den Chören Dem Herrn entgegen in der Luft. 9. Auch unsre Tage fliehen; Wer weiß, wie bald wir ziehen In unser Vaterland. Thun wir, was Gott befohlen, Wird er uns zu dir holen Und enden unsern Prüfungsstand. 10. Dort werden wir dich sehen Bei Himmelsbürgern stehen und unsern Gott erhöh'n. Nimm unfern letzten Segen Und komm uns einst entgegen, Wenn wir auch in den Himmel geh'n. 3. A. Rothe,* 1688,+1758. 4. Du gehst voran, Einst folgen wir dir nach, Wenn es dem Herrn gefällt. Du eilst nun fort, Entgehst dem Ungemach, Den leiden dieser Welt. Wer lange lebt, hat viel zu leiden, Wer frithe stirbt, sieht bald die Freuden Der bessern Welt. 5. So zieh' denn hin! Dort, wo die Unschuld wohnt, Wo man den Vater preist, Wo Jesus Christ, Der Freund der Kinder, thront, Dort, dort lebt nun dein Geist. Geendigt sind die Leidensstunden. Wohl dir, du hast nun überwunden, Wohl ewig dir! Gottfr. Hoffmann, 1658,+1712. 2. Dich, liebes Kind, Dich hatte Gottes Hand Für diese Welt gelieh'n. Er ist der Herr, Er nimmt zurück sein Pfand, Mel. Gott ist mein Lied. ur 245 wirst du von uns begleitet. Dies, junger Christ, Will Gott, der dich bereitet, Und dich nun wieder zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf Zum Kinde seiner Gnade, Er reinigte Dich in dem heil'gen Bade, Und sein Mel. Ich hab' genug. 244. Bich, liebes Kind, Geist lenkte deinen Lauf. Zieh hin! dich fordert Gott So früh von dieser Welt. Wohl schmerzet uns Dein ach so früher Tod, Doch weil es Gott gefällt, So wollen wir nicht trostlos flagen, Nein, mit gelaff'ner Seele sagen: Zieh' hin, mein Kind! 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, So führt dich Gott Vom Schauplatz deiner Leiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, Trifft dich nun nicht, Was in den ernsten Jahren Dem Christen oft das Ziel ver= rückt. 5. In ew'ger Ruh', In ungestörtem Frieden Wohnt nun dein 124 Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis c. Geist; Erbarmend sieht hienieden| ins öde Grab? ft auf ewig Gott deiner Eltern Thränen zu. nun verloren, Was sich unser Herz erforen? 6. Klagt nicht zu sehr Bei eures Kindes Bahre, Gott führt es schon Im Frühling seiner Jahre Zum Himmel; er ist unser Herr. 2. Nein, du bist uns nicht verloren, Ob dein Leib auch bald zerfällt, Denn dein Geist weilt neugeboren Schon in einer besfren Welt. Was du Wahres hier ge= dacht, Was du Gutes treu vollbracht, Reift zu ew'gem Heil und Segen Dort vergeltend dir entgegen. 3. Auch bei uns, die dich beweinen, Wirkest du in Segen fort, Unvergessen von den Deinen Bleibt dein Beispiel und dein Wort. Uns, die deinen Wert geseh'n, Kann 246. noch Lieb' dein Bild nie untergehn, Und 7. Es war sein Pfand, Er hatt' es euch geliehen; O gebt's ihm gern, Heißt euren Liebling ziehen, Er zieht ja in sein Vaterland. 8. Zieh in die Gruft, Verbirg dich eine Weile; Mit dir stehn wir Einst auf zu Jesu Heile, Wenn er in unsre Gräber ruft. Nicht ermittelt. Mel. Hört auf mit Trauern und. hr Trauernden, stillet hemmet das Jammern und Sehnen. Wer wollte verzagend erbeben? Das Grab ist das Thor zu dem Leben. 2. Mag irdische Hütte zerfallen, Mag irdische Freude verhallen, Mag Staub sich gesellen zum Staube, Hoch über ihm jauchzet der Glaube. 3. Hoch über den Gräbern da thronet Das Licht und das feben; da wohnet, Vom Leibe des Todes und Dank als fromme Gabe. 4. Gott, der du ihn uns ge= schenket, Dir sei Preis und Dank dafür. Der du ihn zum Heil gelenket, Dant, o Jesu, Dank sei dir. Lenke stets auch unsern Sinn Auf das ew'ge Erbteil hin. Gib uns Allen, was wir flehen, Dort ein sel'ges Wiedersehen. Nicht ermittelt. Mel. Vater unser im Himmelreich. geschieden, Vollendet der Pilger 248. Ach was find alle Gitter wert, Die schnell des Todes Macht verzehrt? Im Sterben schwindet Erdenmacht, Gold glänzt nicht mehr in Grabesnacht. Denk' an dein Grab, wenn irdisch Gut Dich reizen will zum Uebermut. 4. Da scheiden nicht bittere Schmerzen Die heilig verbundenen Herzen. Was hier noch die Liebe beweinet, Jhr droben verkläret erscheinet. 5. O laßt uns die Häupter erheben! Dem Tode entquillet das Leben. Erst endet der Schlummer die Sorgen, Dann folget der ewige Morgen. Nach Prudentius, tum 405. 2. Einst bringt der Herr vor sein Gericht, Was hier verborgen war, ons licht. Jenseits des Grabes reift die Saat, Die hier der Mensch gefäet hat. Denk' an den Tod, bestell' dein Haus, Streu' weislich guten Samen aus. Mel. Zion klagt mit Angst und. 247. Soll denn alles, alles 3. Der Strom des Lebens rinenden In Verwe- net schnell, Bald ist er trüb', ung und in Staub? läßt der bald ist er hell. Dent' an die Tod aus seinen Händen Nimmer- Flucht der Zeit, wenn licht In mehr den teuren Raub? Blicket Kummernächten dir gebricht. Im hoffnungslos hinab Unser Aug'| Grab' ist Ruh'; Genesung, Heil Lieder bei Beerdigungen Wird frommen Duldern dort zu teil. Nicht ermittelt. Mel. Der lieben Sonne Licht und. 249. Die in dieser Welt ie Christen gehn Durch mannigfachen Jammer, Bis nach dem Weg zum Himmelszelt Sie ruh'n in stiller Kammer. Nach wohlvollbrachtem Lauf Nimmt Gott die Seele auf; Das Weizenkorn streut Gottes Hand Auf Hoffnung in sein heil' ges Land. 2. Die ihr schon aufgebrochen seid Aus eurer Brüder Mitten, Wir freu'n uns eurer Seligkeit, Und folgen euren Schritten. Der nun befreite Geist Ist himmelwärts gereift, Die Hülle findet ihre Ruh' Jm Grab', und Liebe deckt sie zu. und zum Gedächtnis c. 125 einst ich sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken, Und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Ende gut. Blut, Mach's nur mit meinem 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und flir, Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Herr, mach' mir doch süß den Himmel, Und bitter sei mir diese Welt. Gib, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigfeit sei vorgestellt. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, D'rein ich mich fest und gläubig winde, Das gibt mir Mein recht erwünschte Ruh'. Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Da sind' ich meine Ruhestatt, Da find' ich Trost in To= desstunden, Den mir dein Tod erworben hat. Mein Gott,:,: Eigene Melodie. 250. Wer weiß, wie nahe Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. mit mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Lod. Ach, wie geschwinde und meine behende Kann kommen Sterbensnot! Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war, Denn weil ich leb' auf dieser Erden, Leb' ich in fteter Todsgefahr. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, Und, wenn der 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde schlägt, In heiliger Verwahrung, Bis sich das neue Leben regt Am Tag der Offenbarung. Und dann, welch' selig Loos, In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn So tief hinab, so hoch hinan. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorr, 1700, † 1760. 8. Nichts ist, das mich von Jesu leite, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg' die Hand in seine Seite Und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott,:,: Jch bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heil'gen Tauf'; Du bist mir auch daher gewogen, Haft mich zum Kind genommen auf. Mein Gott,:,: Jch bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm' mein End' heut' oder morgen: Ich weiß, daß 126 Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis ic. mir's mit Jesu glückt, Jch bin| der Hinweg gestorben sein, D'rum und bleib' in allen Sorgen Mit Jesu Blute schön geschmückt. Mein Gott,:,: Ich bitt', durch Christi Blut, Mach's nur mit meinen Ende aut. bilde dir, o Sünder, Dein Sterben täglich ein. 11. Ich leb' indessen ganz vergnüget, Und sterb' ohn' alle Kümmernis, Denn mir gefällt, wie Gott es füget, Jch glaube fest und bin gewiß: Mein Gott, :: In Gnad', durch Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut. Emilie Julie, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt 1637,+1706. nen, Wir schauen in die Gruft mit bangem Sehnen, Da du, o Vater, einen deiner Frommen Von uns genommen. 2. Er liebte dich, und strebte deinen Willen, Als Jesu Jünger, treulich zu erfüllen, Gottselig war und deinem Rat ergeben Durch ihn sein Leben. 3. Mit ihm ist uns ein Freund ins Grab getragen, Sein treues Herz wird nicht mehr für uns schlagen; Nun fann sein Rat, deß wir uns sonst erfreuten, Uns nicht mehr leiten. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du m wir 251. A und opfern Thrä- Bedente doch die Zeit, Daß ja 4. Nimm Preis und Dank, daß du in diesem Leben Zum Segen den Entschlaf'nen uns gegeben. Du nahmst ihn uns, wir trauern und find stille; Gut ist dein Wille. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. kein Mensch ist ausgenommen, Ein jeder muß heran, Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 5. Er gab den Geist in seines Mittlers Hände; Jm Glauben 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein furzes Freuen, Dort aber ewiglich nur Schmerz und Klag' und Schreien. Ach Sünder, hüte dich. Ende, dich nichts abwende Von jener Herrlichkeit. Dort wird vor Gottes Throne Die Seele wohl gepflegt, Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, sich nach dir zu lenken, Mein Herz sei stets bereit. Laß mich den Tod betrachten Und deinen Richterstuhl, Laß mich auch nicht verachten Der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh' mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig ſei. Benjamin Schmolcke,* 1672,+1737. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. ſelig ſei auch unser Ende. Du 253. Wir feucht dahin wollest, mit ihm mit den Deinen Uns dort vereinen. Nicht ermittelt. der Menschen Zeit! Wie eilen wir zur Ewigkeit! Wie mancher finkt in Todesnacht, Eh' er's gedacht und sich dazu bereit gemacht! Mel. Befiehl du deine Wege. 2. Leben 252. Bedente, Menich, das nen Tod! Der Tod kommt oft behende; Der heute frisch und rot, kann morgen und geschwin-| Sobald der Wind darüber weht. Traum, Gleich einem leichten Wasserschaum, Dem Grafe gleich, das heute steht, Und schnell vergeht, Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis ic. 127 3. Nur du, mein Gott, du| mel In des großen Gottes Himbleibest mir Das, was du bist; mel, Da ich werde allezeit Preiich traue dir. Laß Berg' und sen die Dreieinigkeit. Hügel fallen hin, Mir ist's Gewinn, Wenn ich bei meinem Jefu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', Erwede mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag' Und immer wach', Daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr' und Reichtum einst im Tod? Bedent's, o Mensch, was eilest du Dem Schatten zu? Du kommst ja nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Luft! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such' ich eifrig für und für, Das bleibet mir; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. 7. Was wird da sein, wenn ich dich seh' Und dort vor deinem Throne steh'! Herr, unterdeffen lehre mich, Daß stündlich ich Mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neander,* 1650, † 1680. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor sei= nem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzet der Apostel Zahl; Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen heimge= fahren, Da man Gott die Ehre bringt, Ewig Halleluja fingt. 6. Jerusalem, du schöne, Wie so helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man dort in stiller Ruh'! der großen Freud' und Wonne! Ja, nun geht sie auf, die Sonne, Und der helle Tag bricht an, Der kein Ende nehmen kann. 7. Ach, ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Seh' im Geist mich schon geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid. Mit der ich dort vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. 8. Dort will ich nun ewig wohnen, Meine Lieben, gute Nacht! Eure Treu' wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, Lebet wohl! zu guter Nacht! Gott sei Lob', es ist vollbracht! J. G. Albinus,* 1624,+1679. Eigene Melodie, Le 254. sterben, AllesFleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden nen. Dieser Leib auch muß verwesen, Wenn er anders joll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. D'rum so will ich dieses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab' ich nun Erlösung funden, und mein Troft in ToMel. Nun laffet uns den Leib. desnot Ist des Herren Jesu Tod. 255. Begrabt den Leib in feine Gruft, Bis 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; ihn des Richters Stimme ruft. Er hat mir das Heil erworben, Wir säen ihn, einst blüht er auf, D'rum fahr' ich mit Freuden Und steigt verklärt zu Gott hin Hier aus diesem Weltgetüm-| hinauf. 128 Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis sc. 2. Aus Staube schuf ihn einst| Todes Raub, Und Aller Leib der Herr, Er war schon Staub, zerfällt in Staub. und wird's nun mehr; Er liegt, er schläft, verwes't, erwacht Dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Wer weiß, wie bald auch dich zur Gruft Der Herr des Tods und Lebens ruft! D'rum halte dich zu jeder Zeit Auf Tod und Ewigkeit bereit. 3. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! Wir geh'n jetzt unsern Hütten zu, Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud' und Zittern uns bereit. 4. Ach, Jesu Christ, dein Kreuz, dein Tod Stärk' uns in unsrer letzten Mot. Laß unsre ganze Seele dein, Und selig unser Ende sein. Eigene Melodie. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724,+1808. 258. Jeſus, meine ZuverEigene Melodie. sicht Und Heiland, ist im Leben! Dieses weiß 256. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, Jst's Gottes Wille. Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille. Wie Gott es mir verheißen hat: Der Tod zum Schlaf ist worden. ich, sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Das schaffet Christus, Gottes Sohn, Der treue Heiland, Der reich an Gnad' ist und an Lohn, Wie's ist bekannt. Er ist unser Leben und Heil Jn Noth und auch im Sterben. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Den hat Gott allen vorgestellt mit großen Gnaden, Zu feinem Reich die ganze Welt Heißen laden, Durch sein teuer und heilsam Wort, Gepredigt aller Orten. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht Für alle Heiden, Erleuchtet, die ihn fennen nicht, Will sie weiden. Er ist des Volkes Israel Preis, Ehre, Freud' und Wonne. Martin Luther,* 1483,+1546. 4. Herr, sei barmherzig, wann du einst Als Richter aller Welt erscheinst. Dein wollen wir, auf ewig dein, Jm Leben und im Tode sein. Nicht ermittelt. Mel. Nun lasset uns den Leib begrab'n. 257. A m Grabe lerne, was du bist! Lern' hier, was unser Leben ist! Ein Carg nur und ein Leichenkleid Wird dir nach aller Herrlichkeit. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in seiner Hand gefunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch, und muß daher Auch einmal zu Staube werden; Ich bin sterblich, dech wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichfeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Einen Bau von Gott erbaut Werd' ich haben, wie ich gläube. Gott wird werden angeschaut In dem neu verklärten Leibe, Und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, Werd' ich doch, o Herr, dich kennen; Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in deiner Liebe brennen, Und die Schwachheit um und an Wird von mir 2. War dieser arm, ein and' rer reich, Im Grabe sind wir Alle gleich; Wir Alle find des fein abgethan. Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtnis c. 129 7. Was hier kraftlos seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Frdisch werd' ich ausgefä't, Himmlisch werd' ich auferstehen. Senket hier den Leib nur ein, Herrlich wird er dort einst sein. 4. Wie den Träumenden wird's dann mir sein, mit Jesu geh' ich ein Zu seinen Freuden, Des müden Pilgers Leiden Sind dann nicht mehr. 8. Seid getroft und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder; Gebt nicht Raum der Traurig feit, Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaune 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler, dann leb' ich Im Heiligtume, 3u seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724, † 1803. klingt, Die durch alle Gräber dringt. 9. Zacht der finstern Grabeskluft, Lacht des Todes und der Höllen! Siegreich sollt ihr aus der Gruft Euch dem Heiland zugesellen. Dann liegt Schwachheit und Verdruß Ewig unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr wollt vereinigt werden. Schickt das Herz schon da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg,* 1627,+1667. Eigene Melodie. 259. Auferstehn, ja aufMein Staub, nach kurzer Ruh'; Unsterblich's Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesä't; Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. 260. Einst reift die Saat, mein ersteht zum neuen ew'gen Leben; Er, der da kommt voll Majestät, Wird mir's aus Gnaden geben. Im Schoße Gottes ruht mein Geist Von allen Mühen aus und fleußt Von Wonn' anbetend über. Ach, mein Auge schaute nie, meinem Ohr ertönte nie Solch' Heil auf dieser Erde. 2. Das kommt in feines Menschen Herz, Was Gott uns dort bereitet, Uns Pilgern, die Gott durch den Schmerz Zum ew'gen Leben leitet. Wir blicken in das tiefe Meer; Den Grund zu schauten ist zu schwer, Es sind die Tiefen Gottes. Mehr, weit mehr, als wir verstehn, Mehr, als unfre Thränen fleh'n, Gibt uns, ewig liebet. 3. Sei, Seele, stark und zage nicht, Durch's finst're Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht, und laute Jubel schallen. Dem letzten Seufzer, der entflieht, Mischt sich der Engel heilig Lied, Zu des Erlösers Preise. Er erfüllt des Bundes Eid, Er ist ganz Barmherzigkeit. Dank sei ihm, Preis und Ehre! Friedr. Gottl. Klopstod, 1724,+1803. 9 Zweite Abteilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Eigene Melodie. 261. ch glaub' an Gott, fahren. Er forget für uns, schützt und wacht, und alles steht in seiner Macht. Vater, Den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde; Und an Jesum Christum, Seinen einigen Sohn, Unsern Herren, Der empfangen ist von dem heil'gen Geist, Geboren von Maria, der Jungfraun, Gelitten unter Pontio Pilato, Gekreuziget, gestorben und begraben, Niedergefahren zu der Hölle, Am dritten Tag erstanden ist von den Toten, Aufgefahren zu dem Himmel, Sitzet zu der rechten Hand Gottes, des Vaters, des Allmächtigen, Von dannen er kommen wird, zu richten Die Lebendigen Und die Toten. Ich glaub' an den heiligen Geist, Eine heilige Christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Der apostolische Glaube. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, st er wahrer Mensch geboren, Durch den heil'gen Geift im Glauben; Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz ge= storben, und vom Tod Auch auf= erstanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt, Uns mit Gaben zieret schöne, Alle Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd' ver= geben werden; Unser Fleisch soll wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit't Ein Leben uns in Ewigkeit. Martin Luther,* 1483, † 1546. Figene Melodie. Mel. O Herre Gott, begnade mich. 262. Wir glauben All'an 263. Ich glaub' an einen einen Gott, SchöDer pfer Himmels und der Erden, alle Dinge groß und klein, Den Der sich zum Vater geben hat, Himmel und die Erden Aus nichts Daß wir seine Kinder werden. Hat lassen werden; Der mich auch Er will uns all'zeit ernähren, selbst aus lauter Gnad' Zu seinem Leib und Seel' auch wohl be- Dienst erschaffen hat, Mir Leib wahren; Allem Unfall will er und Seel' gegeben, Sinn und wehren, Kein Leid soll uns wider-| Vernunft daneben. Durch seine Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 131 Weisheit, Macht und Güt' All'| schafft. Gott, für Zeit und Ewigsein' Geschöpfe er behüt't. Er ist teit Segne deine Christenheit. mein Vater und mein Gott, Der mir zu Hülfe kommt in Not, Mich schützet und ernähret. Nicht ermittelt. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, Der Gott vom Vater ewig ist, und auch ein Mensch geboren, Taß ich nicht werd' verloren; Der mir sein's Vaters Huld erwarb, Am Stamm des Kreuzes für mich starb, Fuhr zu der Hölle nieder, Stund auf vom Tode wieder, Und, zu vollenden seinen Lauf, Fuhr er zum Himmelsthron hinauf; Bon da er kommen wird einmal, 3u richten die sehr große Zahl Der Lebenden und Toten. 3. Ich glaub' auch an den heil' gen Geist, Der gleich ist wahrer Gott, und heißt Ein Lehrer unsrer Sinnen, Der ewig, ohn' Beginnen, Vom Vater und dem Sohn ausgeht, Der den Betrübten hier beisteht, Daß fie Vergebung finden Al' ihrer Schuld und Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd' Ein' allgemeine Kirch' auf Erd', Bei der stets bleibt des Geistes dieses Fleisch vom Grab Werd auf- 266. Gott und allgeMel. O Gott, du frommer Gott. ch glaub' an einen erstehn zum Leben. meinen Vater, Des Volts der weiten Welt Allg'nugsamen Be= rater, Der, was er immer will, Eigene Melodie. 264. Wir glauben All' an Mit unumschränkter Kraft Nach seinem weisen Rat Hier wie auch droben schafft. einen Gott, Herrn und Vater aller Welt, Der durch sein mächtiges Gebot Uns erschuf und uns erhält, Der voll Weisheit, Güt' und Macht Stets für Alles sorgt und wacht. 2. Ich glaub' an Gott den Sohn Der unerschaff'nen Liebe, In dessen reinem Dienst Und Beispiel ich mich übe; Der, seinem Vater gleich, Vom höchsten Thron regiert, und welchem Ehr' und Preis In Ewigkeit gebührt. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes eingebor'nen Sohn, Der Mensch für uns geworden ist, Und nun herrscht auf Gottes Thron, Der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Ich glaub' an Gott, den Geist Der Heiligkeit und Stärke, Des fel'gen Erbes Pfand, Den Schöpfer guter Werke; Der uns ein neues Herz Und Licht und Trost ver= leiht, und aus den Gläubigen Das Abba Vater! schreit. 265. Mel. Jesaia, dem Propheten. nbetend stand der Seher Gottes da, Als er im Geist Jehovah sitzen sah Auf seinem hohen Thron, in hellem Glanz; Es füllt der Saum des göttlichen Gewands Das Haus, es schweben Seraphim von fern und beten zu der Herrlichkeit des Herrn. Erstaunend über Gott verhüllen sie Ihr Antlitz mit zween Flügeln, decken sie Den Fuß mit zween, und mit zween fliegen sie; Der sein wird, der er sein wird, fingen sie, Heilig ist Gott, Jehovah Zebaoth! Heilig ist Jehovah Zebaoth! Heilig ist Gott, Jehovah Zebaoth! Der Welten Kreis ist seiner Ehre voll! Von ihrer Anbetung Gesang erscholl Das Haus, und ward von Opferwolten voll. Gott, Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724,+1803. Justus Gesenius,* 1601,+1671. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Dessen gnadenvolle Kraft An unfern Herzen sich erweist, Rat und Trost und Hülf' uns P 9* Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 132 4. Es sammelt und erhält Sein Ruf und Zug alleine Aus aller Erden Volk Die heilige Gemeine, Die Jesu eigen ist, und ewiglich besteht, Wenn schon die Hölle tobt, und alle Welt vergeht. 5. In dieser Kirche nur Wird Heil und Ruh' gefunden. Was in dem Himmel lebt, Das ist mit ihr verbunden; Und wenn sie gleich auch hier noch so zertrennet scheint, Sind ihre Glieder doch Durch einen Geist vereint. 6. Wer darin lebt und stirbt, Genießet aller Gnaden, Er ist von seinem Gott Der Sündenschuld entladen, Und, wenn der letzte Tag Verruchte Seelen schreckt, Wird er zur Seligkeit Aus seinem Staub erweckt. 7. Dies glaub' ich festiglich Mit allen Himmelserben, Und darauf will ich auch Mit Gottes Hülfe sterben. OHöchster, stehe mir Bis an mein Ende bei, Daß ja mein Wandel stets Des Glaubens Zeuge sei. Nicht ermittelt. Mel. Gott, du frommer Gott. 267. Anbetungswürd'ger Gott, Voll Ehrfurcht stets zu nennen, Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können. flöß' auch meinem Geist Die tiefste Demut ein, Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein. 2. Du bist das höchste Gut, Du weißt von keinem Leide; Stets ruhig in dir selbst, Thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herrlichkeit; Auch ohne Kreatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rat find dein, Und du gebrauchst fie gern, 3u segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Entstand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem träft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind, Höchster, vor dir Staub; Dein Wort erschafft, fann töten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, Des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, Der Leben gibt und nimmt, Der unsern Odem schüßet. Den Geist, der in uns lebt, Jhn haben wir von dir, Jhn forderst du zurück, Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je geseh'n? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu des Lichtes Höhen, Wo du voll Majeſtät Auf deinem Stuhle thronst Und unter frohem Tob Der Himmelsheere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher, Von deinem Wesen wissen, Das haft du selbst zuvor Uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, Und deines Sohnes Mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Willen fund. 9. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch unserm Blick verschließt, Dann seh'n wir klarer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. 10. In Ehrfurcht sei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen; Verschmähe nicht ein Lob Von lallend schwachen Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöh'n. 3. J. Rambach), ● 1693,+ 1735. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 133 Mel. Es ist das Heil uns kommen. Kommt, bringt ihm euern Lob268. Der Herr ift Gott und lockt ihm, alle Frommen. Wer ist gesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr Gott, und Wer ist ihm gleich? wer ist, wie ihm gleich? wer ist, wie er, So herrer, So herrlich, so vollkommen? 3. A. Cramer,* 1723,+1788. lich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 2. Jhn trifft kein Wechsel flücht' ger Zeit In seines Himmels Höhen, und seine Größ' und Herrlichkeit Wird ewiglich bestehen. Wir Menschen sind von gestern her, Eh' noch die Erde ward, war er, War, eh' die Himmel waren. 3. Des Ew'gen Thron umgibt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft Das, was wir sind und werden: Er fennet alles, was er schafft, Im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umfaßt mit seiner Hand Die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah'? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Hütur feine Schatten um euch her! Gedanken selbst ertennet er, Gh' wir noch Worte finden. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Walten über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, anädia. voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. Mel. Nun lob', mein' Seel', den. 269. Der Herr ist in den Höhen, Auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm flehen, Wo ihn die Engel schau'n, ist er. Selbst Wünschen und Gedanken, Und Sorgen ist er nah', Für ihn sind keine Schranken Im ganzen Weltall da. Er fast in seinen Händen Die Welten und umspannt an allen ihren Enden Sie mit allmächt'ger Hand. 2. Er zündet dort der Sonne Und aller Sterne Fackel an, Geußt Leben. Zuft und Wonne Durch alles, was empfinden kann, Auf aller Vögel Heere, Und was auf Erden lebt, Was in dem tiefen Meere Und hoch im Himmel schwebt. Ihr alle seine Werke, Empfindet Tag und Nacht Die Nähe seiner Stärke, Die Güte seiner Macht. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, Denn du belohnst mit Wonne. Du gibst Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Du aller Freuden Fülle. 3. Von seinem hohen Throne Verteilt er weislich Lust und Schmerz, Gibt Fürsten ihre Krone, Lenkt, Wasserbächen gleich, ihr Herz. Es müssen seinen Willen Selbst fühne Frevier toun, Was er te= schließt, erfüllen, Sie wüten over ruh'n; Ob sie die Welt erschüttern, Sie müssen doch durch ihn Wie Laub im Walde zittern, Ind, will er, mutlos flieh'n. 4. Allaegenwärtig schauet Sein allumfassend Aug' umher, Und wer nur ihm vertrauet, Den schützet, den versorget er; Hört das Geschrei der Raben, hat für die ganze Welt, Hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal rnd Feld. Gebricht's, für uns zu sorgen, Jhm je an Rat und 8. Nur dir gebühret Lob und Macht? Ist er's nicht, der verVank, Dir Majestät und Ehre.| borgen Uns hütet Tag und Nacht? 134 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. der 5. Wie könnt ihr Sünden-| unserm Blick entfliehet, Es kann knechte Dem, der so nah' euch ist, vor deinem hellen Licht Sich kein entgehn? Könnt wähnen, Geschöpf verstecken; Was in der Gerechte Werd' ener finst'res Werk Finsternis geschicht, Das weißt nicht seh'n? Eh' noch Gedanken du aufzudecken, und an den Tag werden, Von ferne sieht er sie, zu bringen. Und alle Nächt' auf Erden Verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse, mit seinen Schrecken füllt Er selbst die Finsternisse, In die ihr euch verhüllt. 6. Er wird, er wird euch finden, Denn in den Höhen herrscht der Herr, Herrscht in den tiefsten Schlünden, An allen Enden herrschet er; Hat überall auch Schätze Von Kräften mancher Art, Zur Rache der Gesetze, Für sein Gericht verwahrt. Und plötzlich stürzen Flammen, Wenn ihr Betrog'ne glaubt, Er schlumm're tief, zusammen Herab auf euer Haupt. 7. Wie schnell die Luft sich rötet, Wenn sie des Blizzes Flug durchfleugt, Trifft seine Strafe, tötet, Wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, Zur Linken hier ist Gott; Am Tag, in allen Nächten, Und wo ich bin, ist Gott! Sagt: wo ich sitze, gehe Und Liege, hier ist Gott! Jm Thal und in der Höhe, Und überall ist Gott! 2. Selbst die Gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, red' und thu', Das kann dein Auge sehen. Vor dir ist alles offenbar, Du prüfest Herz und Nieren und alle Gründe siehst du klar, Die unser Thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 270. Allwissender, vollAlwissender, voll komm'ner Geist Des Auge alles siehet, Was Nacht und Abgrund in sich schleußt, Und 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, Das weißt du, eh' fie beten; Jhr Seufzen wird von dir erhört, Eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Rat beschließt, Ist auch dir unverborgen, Dir, der du ihren Anschlag siehst, Gleichwie den lichten Mor= gen, Den teine Schatten decken. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein Auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, Es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren treuen Mund Die größten Heimlichkeiten Der ganzen Welt entdecken. 8. Er ist auch nahe denen, Die 5. Bleibt gleich vor Menschen willig thun, was er gebo Hört manches noch In dieser Welt versie, zählt ihre Thränen, Sieht schwiegen: So wird vor ihrem und verscheucht, was ihnen droht. Auge doch Einst alles offen liegen. Sagt, Fromme: mir zur Rechten, Herr, dein Gericht, dem nichts Zur Tinten hier ist Gott. In entflieht, Wird alles offenbaren; meines Kummers Nächten, Und Was noch so heimlich jetzt geschieht. wo ich seufz', ist Gott; Wo kei- Wird alle Welt erfahren, Und laut nen Freund ich habe, Wo nie- alsdann erzählen. mand hilft, ist Gott; Jm Sturm, im Tod und Grabe Und überall ist Gott! J. A. Cramer,* 1723,+1788. 6. Laß mich, o höchste Majestät, Dein helles Auge scheuen, Das nie ein Heuchler hintergeht Mit falschen Schmeicheleien. Laß mich auch in der Einsamkeit Dich gegenwärtig denken; Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit Bei allem Herz behüten. lenken, stets mein 3. J. Rambach), 1693,+1736. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 135 Nimm, Vater, nimm denn hin mein ganzes Herz; O laß es ruh'n in deiner Liebe Schoß, Und mach' es ganz von aller Weltlust los. 8. Jch nahe dir mit tiefem Sehnen, mit Kindeslieb' und freudigem Vertrau'n; Ich will auf dich, mein Stab, mich lehnen, Laß bald dein Vaterangesicht mich schau'n. Ja, wohn' in mir! ein Freudenhimmel ist, Wo du, mein Gott, der Seele nahe bist. Karl Aug. Döring,* 1783,+ 1844. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 271. D u bist mir nah' mit deiner Gnade, Vergibst in deinem Sohn mir alle Schuld, Du leitest mich des Lebens Pfade, Gibst tausend Proben deiner Vaterhuld. Ich schmeck' und sehe deine Freundlichkeit, Du trugst, du trägst mich mit Barmherzigkeit. 2. Du bist mir nah' mit Vatertreue, Du läßt mich nicht, der Vater nicht sein Kind; Du hältst den Bund, wie oft aufs neue Des Kindes Schwüre schon ge= brochen sind. Gib du mir, Vater, treuen Kindessinn, Nimm Wantel- 272. Non uns fern, Du Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. ie du, mut und Leichtsinn von mir wirkst an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und atme ich, Denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedente, siehest du, Du prilfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entflieh'n, Und nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in stiller Einsamteit mein Herz an dich ergebe, Und, über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe: So hörst du es, und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. hin. 3. Du bist mir nah' mit deinem Lichte, Erleuchtest mir die dunkle Pilgerbahn; Vor deinem Strahlenangesichte Verschwinden Irrtum, Finsternis und Wahn. So lang' ich leb', erleuchte mich dein Licht, Von ihm geleitet, irr' ich ewig nicht. 4. Du bist mir nah' mit Kraft und Stärke, So oft ich bete, bilfft du mir im Streit; Durch dich nur üb' ich gute Werke, Von Ohnmacht und Verzagtheit ganz befreit. Du wohnst, du wirkst in mir, Allmächtiger, Du gibst mir Mut in's Herz, Allliebender. 5. Du bist mit deinem Troft mir nahe, Denn meine Thränen hast du, Gott, gezählt; Dein liebend Vaterauge sahe Mich gnädig an, so oft dein Kind gefehlt; Wie oft auch Not und Kummer mich gedrückt, Du hast mich stets mit reichem Trost erquickt. 6. Du bist mir nah' mit deinem Frieden, In mir und außer mir ist so viel Krieg; Ach, wär' ich nie von dir geschieden, So hätt' ich Längst errungen jeden Sieg. Doch bin ich auch von meinem Ziel noch fern, Stets kost' ich mehr den Frieden meines Herrn. 7. Du bist mir nah' mit deinem Segen, Ich fühl's, du ziehst mit Macht mich himmelwärts; D'rum eil' ich findlich dir entgegen, 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rat Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böje That Vor aller Welt verhehlet: So weißt du sie, und strafest mich Zu meiner Beff'rung väterlich. 5. Du hörest meinem Seufzen zu, Daß Hülfe mir erscheine; Voll Mitleid, Bater, zähleftdu Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. Odrück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheut', Und dir zu dienen eifrig sei. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 136 7. Laß überall gewissenhaft mit Nach deinem Wort mich handeln, Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich ſeist, Das tröst und beff're meinen Geist. Chr. Sturm, 1740,+1786. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 273. Gott, Alweiser, wer bin ich, Deine Weisheit zu ergründen? Alle Himmel rühmen dich, Jeder Burm kann dich verkünden. Doch welch' Auge fann erspähen Gottes Tiefen, Gottes Höhen? 2. Deiner Welten weites All Rithmt im ungemess'nen Kreise, Aller Himmel Wiederhall Jauchzt zurück: der Herr ist weise, Und in seiner Weisheit Händen Ruh'n getroft der Himmel Enden. 3. Und der Mensch, der Erden staub, Will den Ratschluß Gottes sichten? Er, des fleinsten Lüftchens Raub, Wagt des Ew'gen Weg zu richten? Ach, wie dürft' er sich vergessen, Gott nach seinem Maß zu messen? 4. Was dein Rat, o Herr, beschleußt, Wohl mir! kann kein Thor verhindern. Walte fort und jei gepreist Demutsvoll von deinen Kindern. Ob ste's oft nicht fassen mögen, Dennoch all dein Thun ist Segen. 5. Du führst mich dem Himmel zu, Deinem Arm darf ich vertrauen: Ew'ge Weisheit, rede du, Auf dein Beugnis kann ich bauen. Bleibst du heute mir verborgen, Dich verklärt der nächste Morgen. 6. Einft erscheint mir sonnenhell, Was hier Dunkel noch umhüllet, Und aus deinem ew'gen Quell Wird des Geistes Durst gestillet. Jetzt verleihe mir, auf Erden, Weise durch dein Wort zu werden. Karl Bernh. Garbe,* 1763,+ 1841. Mel. Jauchzet dem Herren, All' auf. 274. Wie groß ist des unmächt'gen Güte! Der ist kein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt. Ja, seine Liebe recht ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht; Der Herr hat meiner nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er= schaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Stets Gott wirst sehen, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Gitte sind sie dein; Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du fönntest selig sein. 4. Sollt' ich nun diesen Gott nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Sollt' er mir rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten so wie mich. 5. Das ist mein Dank, das ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er; So lang' i dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine ieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 137 sein; Sie stärk' in mir die guten| thun, das du übest, Sind unfre Triebe, Mein ganzes Leben dir Tage voll, Auch wenn du uns zu weih'n; Sie tröste mich zur betrübest, Geschieht's zu unserm Zeit der Schmerzen, Sie leite Wohl. mich zur Zeit des Glücks, Und fie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel. Nun lob', mein' Seel', den. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, Ist ewig deine Lust; Mit Dank dir zu O treu zu 275. Gott, du bist die begegnen, Sei, Herr, auch unfre zuthun ist deine Lust; D'rum preist mit frohem Triebe Dich unsre danferfüllte Brust. Groß, herrlich, ohne Grenzen Jst deine Gültigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, hast Wohlgefallen An dem, was du gemacht, Und haft uns Sündern allen Das Leben zugedacht. Was du befiehlst, nie ruh'n. Wer sollte deinen Willen Nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen Sich willig deinem Dienste weiht, Dem schenkst du Heil und Segen Schon hier, noch mehr in Ewigfeit. Du fröneft seine Leiden mit herrlichem Gewinn, Und führeft ihn zu Freuden, Zu ew'= gen Freuden hin. Wie groß ist deine Güte! Laß deiner Huld mich freu'n, Und stets mein ganz Gemitte Voll ihres Ruhmes sein. Joh. Sam. Dieterich, 1721, † 1797. 2. Als du uns hießeft werden, Da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden Ist alles deiner Güte voll, Auch in dem Himmel droben Hat deine Baterhand Uns Güter aufgehoben, Die noch kein Aug' Mel, An Wasserflüssen Babylon. erkannt. Dorthin uns zu erhe- 276. Beviel Geduld Erwie ben, Ist stets dein Wille, Gott, D'rum gab für uns sein Leben Dein Sohn selbst in den Tod. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade Siehst du uns voller Langmut zu, Und lockest uns zur Buße; und fällt', voll Reu' und Leid', Der Sünder dir zu Fuße, So ist ihm Trost bereit. Du siehest auf den Armen Mit väterlicher Huld, Vergibst ihm aus Erbarmen Die ganze Sündenschuld. zeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, Du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen; Und doch, o Boter, fuchst bu ihn Von seinem Frrtum abzuzieh'n, Zur Reue zu bewegen. 4. Mit jedem neuen Morgen Wird über uns dein Wohlthun neu; Du kommst selbst unsern Sorgen Zuvor mit deiner Vatertreu'. Du Ursprung aller Gaben, Du weißt, was uns gebricht, und was wir nötig haben, Versagſt du, Gott, uns nicht. Vom Wohl2. Der Menschen Elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, Willst du sie dennoch väterlich Durch Güte zu dir locken. Wie trugest du so lange Zeit Die erste Welt mit Gültigkeit, Eh' sie die Flut verheerte! Wie lange sah'st und riefest du So gnädig deinem Volke zu, Daß sich ihr Herz bekehrte! 3. So gibst du Sündern Zeit und Raum, Der Strafe zu ents Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 138 gehen; Du lässt den unfruchtbaren Baum Nicht ohne Pflege wartest sucheft Frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Erbarmend hoffst du immerdar Noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Langmütiger, so große Huld Bezeugst du frechen Sün- 2. Heilig ist dein ganzes Wedern, Und wie viel Nachsicht und sen, und kein Böses ist an dir, Geduld Hast du mit deinen Rin- Ewig bist du so gewesen, Und so dern! Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt Und Satan ihnen Netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln oft, vergehen sich, Sie fallen schwer, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 5. Verdienen die nicht Fluch und Tod, Die dich, o Bater, fliehen? Du könntest wohl mit Recht, o Gott, Dich ihnen ganz entziehen. Doch nein, dein Herz bermag dies nicht, Dein Herz, das von Erbarmen bricht, Wenn deine Kinder fehlen; Es hat bei ihrer Sündenschuld Mit ihrer Schwachheit gern Geduld, Und wacht für ihre Seelen. 6. Du warneft sie vor der Gefahr, So oft fie irre gehen, Reichst ihnen Kraft und Stärke dar, Von Sünden aufzustehen. Du lockest fie voll Lieb' und Huld, Versprichst durch Christum ihre Schuld Und Fehler zu vergeben, Schenkst ihnen deines Geistes Kraft, Und nach vollbrachter Pilgerschaft Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. 7. Laß deine Langmut und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren; Nie müsse deine Vaterhuld Zur Sicherheit uns führen. Trag' uns erbarmend fernerhin, Doch gib uns auch dabei den Sinn, Daß wir die Sünde hassen Und uns, noch in der Gnadenzeit, Durch deine große Gültigkeit Zur Buße leiten lassen. 3. C. Zimmermann, 1702, † 1783. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 277. Gott, vor deffen Angefichte Nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen lichte Stets die reinste Wahrheit quillt! Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut. Laß sie uns doch träftig dringen, Nach der Heiligkeit zu ringen. * bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkomm'ne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. 4. Oso laß uns nicht ver= scherzen, Was du uns haft zugedacht, Schaff in uns stets reine Herzen, Töt' in uns der Sünde Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du selbst verheiß'st, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere, Und zu allem Guten führe. 6. Reiner fündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht, Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaff'ne Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich, Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. 3. C. Zimmermann,* 1702, † 1783. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 139 dich als Gottes Kind, Dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 3. 3. Nambach,* 1693,+ 1735. Mel. Wer nur den lieben Gott. 278. noch nie haft du dein H Wort gebrochen, Nie deinen Bund, o Gott, verletzt; Du hältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, Wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, Was uns dein Mund verheißen hat; Nach deiner Macht, nach deiner Treue Bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, Was deine Lieb' uns zugedacht, So wird, wenn du Vergeltung übest, Dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner Strafe schwere last. 4. O drücke tief es in mein Herze, Daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, Was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß uns auch mit festem Glauben Dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, Den wir auf dein Versprechen bau'n? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 6. Wie stark sind unsers Glau- Gott ist und bleibt getreu. bens Gründe! Hier ist dein Wort, 3. C. Wilhelmi. das niemals trügt; Und daß es allen Beifall finde, Hast du den 279. Mel. O Gott, du frommer Gott. ott ist und bleibt getreu! Es bricht sein Herz von Lieben, Pflegt er auch oft und tief Die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die Laft der schweren Plagen. Er braucht die Rute oft, Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen, Und nie wird er zuviel DenSchwachen auferlegen. Er macht sein gläubig Volk Von allen Banden frei, Wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, Und läst in trüber Nacht Die Freudensterne scheinen. Der Trübfal stärkster Sturm Geht auf sein Wort vorbei. Sei, Seele, nur getrost, Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgold In Trübfalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu, Der Lebensbecher folgt; Eigene Melodie. Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, 280. Gott ist getren, Sein was beschwört, völlig unsers Glaubens wert. 7. Laß dies, o Seele, dich beschämen, Vertraue Gott, der treu es meint. Sei, ihn zum Vorbild anzunehmen, Der Wahrheit Freund, der Lüge Feind. Beweise herz Vergißt die Seinen nie. Gott ist getreu, Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel, Und stürzen Berge, fallen Hügel, Gott ist getreu. 140 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 2. Gott ist getreu, Er ist mein| Gott, sei stark im Glauben, Laß treuster Freund, Dies glaub' ich nichts den hohen Trost dir raufroh und fest. Ich bin gewiß, ben: Gott ist getreu. Daß er durch keinen Feind Mich gänzlich stürzen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreut. Ehrenfried Liebich,* 1713. 3. Gott ist getreu, Er hält, was er verheißt, Und sendet mir sein Licht. Wem dieses Licht Den Weg zum Leben weist, Der irrt und gleitet nicht. Das Wort der Wahrheit kann nicht lügen, Die Sünde nur sucht zu betrügen. Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu, Er, dessen Kind ich bin, Führt mich auf rechter Bahn, Führt mich durch Glück Und Unglück zum Gewinn Des ew'gen Heils hinan. Er reinigt mich von meinen Sünden, Und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu. 5. Gott ist getren, Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sünde Not Durch seinen Sohn, Durch seine Heiligkeit, Durch seinen Opfertod. Damit wir möchten nicht verderben, ließ er den Eingebor'nen sterben. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu, Stets hat sein Vatersinn Auf seine Kinder acht; Und führt sie auch Ihr Weg durch Wüsten hin, Sein treues Auge wacht; Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott iſt getren. 7. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, um seiner dich zu freu'n? Sei Gott getreu Und fürchte nichts; mag doch Die Welt voll Falschheit sein: Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht, wie Joseph, dir zum Glücke. Gott ist getreu. Gott ist getreu, Vergiß, o Seele, nicht, Wie treu, wie gut er ist. Ihm treu zu sein, ei stets dir heil'ge Pflicht, Weil du so wert ihm bist. Halt fest an Mel. Gott des Himmels und der. 281. Meicht, ihr Verge, fallt, ihr Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! Gottes Treu' hat dieses Siegel: Sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn, Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort gesprochen, Seinen Bund mit mir gemacht. Dieser Bund ist nie gebrochen, Er hat alles wohl vollbracht. Er, die Wahrheit, lüget nicht; Was er faget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht vnd fällt, Sie soll ihren Zweck erreichen, Den fie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen, Jhin vertrau'n, ist stets Gewinn, Denn er bleiker immerdar, Was er ist und was er war. 5. Paß sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt, Und bezeugt in allen Fällen: Ich sei sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, Wenn sich auch die Welt empört; Ihre Liebe mag erkalten, Ich bin seinem Herzen wert; Und wenn Höll' und Abgrund brüllt, Bleibt er doch mir Šonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst genennt. Welch ein Trost! nun werd' ich Armer Nimmermehr von ihm getrennt; Sein Erbarmen lässet ihn Sich mir nimmer ganz entzieh'n. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 141 Wie du den Sündern lohnest. 8. Nun, so soll mein ganz Ver-| Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, trauen Unbeweglich auf ihm ruh'n, Felsen will ich auf ihn bauen, Was er fagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. Ph. Fr. Hiller,* 1699,+1769. 7. Bleibt hier viel Böses ungestraft, Viel Gutes unbelohnet, So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sünders schonet. Da stellst du, Herr, ins helle Licht, Wie recht und billig dein Gericht; Dann triumphiert Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 282. Gerechter Gott, vor der Fromme. dein Muß alle Welt sich stellen. Du wirst vor ihrem Angesicht Auch mir mein Urteil fällen. O laß mich dein Gericht stets scheu'n, Und hier mit Ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Menschenkinder, Bestimmest jedem seinen Lohn, Dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, Siehst nur auf das, was sie gethan, Du höchst gerechter Richter. 3. Viel Gutes, biel Barmherzigkeit Gibst du schon hier den Frommen; Du schützest sie vor manchem Leid, In das die Sünder tom men. So zeigest du vor aller Welt, Daß dir der Eifer wohlgefällt, Den man der Tugend weihet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, Ist gleich er nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frebelnden Verbrecher, Der dein Gesetz und Recht entweiht, Bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn Und Tod seiner Bosheit Lohn Oft schon in diesem Leben. ist 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschlagen, Das Feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange Plagen, Und andre Wunder deiner Macht Sind 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das Gute eifrig lieben, Gib selber mir die Kraft dazu; Wirk' inniges Betrüben, Wenn Sünde noch in mir sich regt. Dein Herz, das nichts als Gutes hegt, Sei Vorbild meinem Herzen. 9. Und weil vor dir, gerechter Gott, Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des Mittlers Tod Bet ihrer Reue sehen; laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von Straf' und Schuld befreit, Im Glauben eifrig suchen. So 3. 3. Rambach,* 1693, † 1735. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt. us deiner Quelle, 283. Aus Schöpfer, nimmt Der Mensch, zur Seligkeit bestimmt, Zahllose Freuden: täglich fließt Ihr Strom, der unerschöpflich ist. 2. Er fließt durch deine Schöpfung hin, Und hat für einen jeden Sinn, Für jeden heiligen Genuß, Befriedigung und Überfluß. 3. Vom Himmel strömt sein Segen her, Strömt durch Gebirg' und Thal' und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schäßen gleich? 4. Noch größre Freuden sendest du uns, wenn wir dich nur lieben, zu; Du beutst uns Seligfeiten an, Womit kein Sinn erfreuen kann. 5. Wenn wir dich kennen, wie entzückt 3ft, ihrer Finsternis entrückt, Die Seele, die sich deiner freut! Was fühlt sie dann für Seligkeit! 142 Gottes Werke und Wohlthaten. 6. Welch eine Wonne, wenn| dich schon, Wird immer weiser fie nun Beginnt, was du befiehlst, stets, o Herr, Von deinem Anzu thun, Selbst fühlet, wie der schau'n seliger. Tugend Wert Erhebt, beglücket und verklärt! 11. Und doch, wie hoch er strebt, umfaßt Er nimmer, was du bist und hast, Nur du durchschauft dich ganz allein, Wie selig, selig mußt du sein! 7. Fließt so viel hohe Lust von dir Schon hier auf uns, kannst du schon hier Mit solchen Gültern uns erfreu'n: Wie selig mußt du ſelbst nicht sein! 8. Unendlich selig! denn du bist Unendlich, und unendlich ist, Fülle der Vollkommenheit, Der Reichtum deiner Herrlichkeit! 9. In allen Welten gleichet nichts Dem Anschau'n deines Angesichts; Auch nur ein Strahl davon zerstreut Die größten leiden dieser Zeit. 10. Der Engel dort an deinem Thron Sieht durch Jahrtausende 12. Und ewig! ewig! feine Zeit Umgrenzet deine Seligkeit, Aus dir, o aller Wonne Meer, Strömt ewig Heil und Freude her. 13. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks! Frohlockt ihm, Jubel des Gesangs! Der Herr ist selig, nicht allein, Auch wir, wir sollen's ewig sein. 3. A. Cramer, 1723,+1788. II. Gottes Werke und Wohlthaten. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 3. Er, der auf den Winden schwebet, Er schaut die Erde an: 284. Unser Gott ist groß und mächtig, an Berg, Schöpfung schön und prächtig, und sieh', er raucht! Vögel nährt Voll Weisheit und Vollkommen- er, speist die Herde, Erneuert heit. ihr, seiner Allmacht die Gestalt der Erde, Erfreut, Heere, Verkündigt eures Schö- was auf ihr lebt und haucht. pfers Ehre Und preiset seine Mit milder Freundlichkeit Gibt Herrlichkeit. Sein Kleid ist rei- er zu seiner Zeit Allen Speise, nes Licht, Er hält im Gleichge- Liebt und erhält Die ganze Welt, wicht Alle Welten. Der Wesen Sein Segen kleidet Wald und Heer, Das weite Meer, Den Feld. Engel und den Wurm schuf er. 2. Gottes Allmacht sprach: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde Vor ihren Herrn, und ehrte ihn. Wenn er spricht, so stürzen Welten, Die Berge flieh'n vor Gottes Schelten Und sinken schwer getroffen hin. Er hat wie ein Gewand Die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, Schön wie ein Held Aus seinem Zelt, Die Sonne, und erfreut die Welt. 4. Gott, voll Weisheit, Gott voll Stärke, Wie viel und groß find deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Hoch am Himmel geht die Sonne, Sie strahlet Licht herab und Wonne, Du hältst sie, Herr, in deiner Hand. welche Herrlichkeit! Welch Leben weit und breit, Hier auf Erden! Wohin entzückt Mein Auge blickt, Da ist die Welt mit Reiz geschmückt. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 5. Der vergänglich Gras befleidet, Die Vögel nährt und Lämmer weidet, Der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen Schon heute bang' und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich. Vertraue Gott, auf ihn Wirf alle Sorgen fühn: Er wird sorgen, Er, der uns hört Und gern gewährt, Was unser wahres Wohl vermehrt. 6. Dank dem guten Gott zu fingen, Und stets mein Herz ihm darzubringen, Soll meine höchste Freude sein; Laut soll ihm mein Lob erschallen, Mein Opfer wird ihm wohlgefallen, Gerührt will ich mich seiner freu'n. Sein Lob ist Seligkeit, Er macht schon hier bereit Für den Himmel. Dort werd' ich stehn, Entzückt ihn seh'n Und ewig seinen Ruhm erhöh'n. F. W. Loder,* 1757,+1823. 143 Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mit dem Winde seinen Lauf? Wer heißt den Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu fegnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Gülte reicht so weit, So weit die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere, Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, st sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreist. Und alle Welt fag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchteg. Gellert, 1715, † 1769. Mel. Wie schön leucht't uns der. mein Psalm, mein Lob286. Teug auf, Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. enn ich, Preis 285. Wepfer, deine Macht, und Dant Vor Gottes Thron zu bringen. Er hört der Menschen Loblied gern, Wenn höh're Geister auch dem Herrn Erhab'ne Psalmen singen. Darum hat er Mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen Seines Throns auch uns gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! Und zu dem Erdfreis: werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht, vor ihm, zum Preise seiner Macht, Die Himmel und die Erde. Wie er's Aussprach, Da begonnen tausend Sonnen, und erhellten Ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, Einträchtig alle Gott erhöh'n, Und seine Größe preisen! Wie singen alle Lob und Dank! Ein hoher jubelnder Gesang, Dem 144 Gottes Werke und Wohlthaten. Gültigen, dem Weisen! Ach, wie Könnt' ich Fühllos schweigen, fol 287. zählt und ehret Des Mel. O daß ich tausend Jungen. er ers cher Zeugen Lob vernehmen, Und doch seines Ruhms mich schämen? Höchsten Weisheit, Lieb' und Kraft. Die ausgespannte Feste lehret: Groß ist der Herr, der Alles schafft! Und alle Welten weit und breit Verkünden seine Herrlichkeit. 4. Er hat der Sonne hoch Gezelt, Die Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nutzt die Erde mehr als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Lächeln Mir nicht Alle Wälder, alle Felder froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? 2. Von einem Tag zum andern flinget Laut ihr gedankenvolles Wort, Von einer Nacht zur andern dringet Jhr Zeugnis unaufhaltsam fort; Das Ohr hört nicht der Stimme Schal, Das Herz versteht sie überall. 3. Das Loblied aller Weltenfreise Geht mächtig aus in jedes 5. Wem blüht das Thal? für wen erhebt Sich das Gebirg'? wem tönt und schwebt Der Sänger in den Lüften? Für wen bebölfert sich das Meer? Wem lebt der Tiere zahllos Heer Auf jährlich grünen Triften? Quellen Rieseln, Winde wehen, Flüss' und Seeen werden Meere, Mir zum Segen, ihm zur Ehre. and Und macht, zu seines Namens Preise, Ihn auch der fernsten Welt bekannt, und der Gestirne hehrer Lauf Zieht unser Herz zu Gott hinauf. 4. Sein Arm bereitete der Sonne Hoch an dem Himmel ihr Gezelt; Sie geht heraus mit Freud' und Wonne, Läuft ihren Weg, gleichwie ein Held. Ihr Glanz zerstreut die finst're Nacht, Und strömt hernieder Licht und Pracht. 5. Wie deiner Sterne Heer dort oben Verkündigt deines Namens Ruhm, So soll auch unser Herz dich loben, Voll Ehrfurcht in dem Heiligtum. Mehr noch, als dich der Himmel preist, Lobt dich durch Christum unser Geist. W. Mosel,* 1497,+1563. 6. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, Noch weigert die Natur sich nicht, Die Welt für mich zu schmücken; Noch hat sie Freuden g'nug für mich, Noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzicken. Eher Werden Auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, Bis er kommt Gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht Zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch DieSeele, seines Odems Hauch, Gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, JauchMel. Ringe recht, wenn Gottes. zend schalle von dem Halle bei 288. Gott der Macht, in ner Lieder und Himmel wieder. 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Die ganze Schöpfung bet' ihn an, Und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, Strömt hin, Empfindungen voll Lust, Jn hohe Dantgefänge. Schöpfer, Bater, Dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, Meine hochbeglückte Seele. J. A. Cramer, 1723,+1788. Keinem, als dir selbst, bekannt, Aus verborg'nem Heiligtume Waltest du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge weh'st du weg wie Spreu, Völker werden und verschwinden, Alles Fleisch vergeht wie Heu. 3. Reiche schmetterst du zur Erde, Königsstühle stürzen ein, Hirten rufft du von der Herde, Herrscher ihres Volts zu sein. 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was kann vor dir beftehn? Alle Berge müssen weichen, Alle Thale sich erhöh'n. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, 3ft auf leichten Sand gestellt; Du gebeutst: es ist zerstoben, Wie das Laub im Herbste fällt. 6. Aber wo auf Felsengründen Deines Tempels Mauer ruht, Droht von Fluten und von Winden Fruchtlos die vereinte Wut. 7. Und ob alles sich empöret, ▸ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Ringsum alles untergeht: Die- 290. Bete Retet an, ihr Menser Bau bleibt unversehret, Und die Stadt des Herrn besteht. 8. Selbst der Feinde Trotz und Müthe Muß dir ebnen deinen Pfad, Darum komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt. schen, bringet Dem Höchsten Ruhm und Preis, lobfinget, Gott, unsern Schöpfer, betet an. Zahllos sind der Geister Scharen, Die, eh' wir noch geschaffen waren, Schon seine Huld und Größe sah'n. Ihr Heer, umftrahlt von Licht, Bedeckt das Angesicht Vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank Tönt ihr Gefang Karl Bernh. Garve, 1763,+1841. Mel. Die Tugend wird durchs. ier steh' ich unter 289. 145 4. Auch mich schuf Gott zu seiner Ehre; In diesem Staube wohnt ein Geist, Der, Engeln gleich, sich in die Heere Des Himmels mischt und dankt und preist. Lobsing ihm, Seele, der zum Leben Jn jenen Höh'n auch dich erkor. Hinauf, hinauf! wann werd' ich schweben Zum lichten Sternenheer empor? F. von Köpten,* 1737,+1811. Seh' tausend Welten über mir, Und fern vom rauschenden Getümmel Fühlt sich mein Herz erquickt in dir. Mein Geist finkt betend vor dir nieder, Vor dir, Herr, dessen Allmachtruf Den Himmel dort und meine Brüder Und mich, wie jenen Himmel, schuf. 2. Dich fing' ich, Gott, der jene Sterne Aus seiner Hand hinwarf wie Caat, Der stets in unermess'ner Ferne Sie leitet ihren lichten Pfad. Dort wandeln fie in fichern Kreisen So friedlich hin, wie Freund an Freund, Ein großes Chor, das, dich zu preifen, In seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, Aus deren Mund dein Coblied steigt, Das mit der Welten Jubelschalle Bis zu dem Psalm des Seraphs fleugt? Das in des Himmels höherm Tone Von Stern zu Stern das All durchdringt Und sich geflügelt zu dem Throne Hinauf von gold' nen Harfen schwingt? 2. Er nur zählt die Geisterheere, Die hoch im Himmel seine Ehre Und seiner Größe Ruhm erhöh'n. Heilig, heilig ist Gott! rufen Sie tief anbetend an den Stufen Des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit Geht seine Herrlichkeit, Jauchzen alle: Wer ist wie er? Frohlockt ihr Heer: Wer ist wie Gott, der uns erschuf? 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, Dem Gott, der sie erschuf, zu dienen, Von allem Eigenwillen ferr. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen! Sie Alle, heilig und vollkommen, Gehorchen won= nevoll dem Herrn. Się thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit 3st Gehorsam. Sie zögern nie, Er sende sie, Wohin sein Wint sie senden mag. 4. Winden gleich und gleich den Blizzen Gehn sie vom Thron aus, fegnen, schützen Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes Kinder und fördern gern 10 146 Gottes Werke und Wohlthaten. das Heil der Sünder, Und freu'n| man Öl und Most Zu seinen sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Zeiten find't? 6. Wer macht, daß Heil und Leben blüht, Wer hält mit seiner Hand Den gold'nen, werten, edlen Fried' In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun, Du hältst die Wach' ar unsrer Thür Und lässt uns sicher ruh'n. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu, Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld, Und schlägst nicht allzusehr, Ja, endlich nimmst du unfre Schuld Und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 11. Du zählst, wie oft dein' Jünger wein', Und was sein Kummer sei; Rein Kindesthränlein ist so klein, Du siehst's mit Vatertreu'. Jesu, dir, Frohlocken laut, wenn wir Uns bekehren, Wenn unser Dant Den Preisgesang Der Himmel hier schon wiederhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren Soll, der hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freu'n; Soll, erlöst durch dein Erbarmen, zu dir gebracht auf ihren Armen, Wie sie, einst ewig felig sein. Vernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am Throne Jn seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Antlitz seines Gottes schau'n. 6. Werdet heilig, seid vollkommen, Wie Engel Gottes! Gott wird kommen Mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir Alle Dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott seh'n und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann Den hohen Schöpfer an Mit den Engeln. Ihr Preisgesang und unser Dank Hallt dann durch alle Himmel hin. J. A. Cramer,* 1723,+1788. 291. Jo Mund, Herr, Mel. Nun banket all' und bringet. ch finge dir mit Herz meines Herzens Lust, Jch sing' und mach' auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Born der Gnad' Und ew'ge Quelle bist, Daraus uns Allen frith und spat Viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit Dem, das ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohl auf, mein Herz, 0 sing und spring Und habe guten Mut, Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb' und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein' Hülf' und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zum Heil gekehrt? Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 17. Er hat noch niemals was verseh'n In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt gescheh'n, Das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruh'n, Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Eigene Melodie. 292. Gott ist mein Lied! Er ist der Herr der Stärke. Herr ist sein Nam', Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 147 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden laffen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft als Herr Was frith' und spät ich thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah', Ich sitze oder gehe, Ob ich ans Meer, Ob ich gen Himmel flöhe, So ist er allenthalben da. 2. Er will und spricht's: So sind und leben Welten; Und er gebeut: So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller gleich? Mel. Alle Menschen müssen sterben. dem weifeften 5. Was ist und war 3m im- 293. Regierer, Lont mel, Erd' und Meere, Das tennet Gott, Und seiner Werte Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 8. Er kennt mein Fleh'n Und allen Rat der Seele, Er weiß, wie oft Jch Gutes thu' und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb in sein Buch, Wie lang' ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 12. Der kleinste Halm Jft deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, Jhr Auen, Thal und Hügel, 3hr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränfft das Land, Führst uns auf grüne Weiden; Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Es soll mein Herz Sich mit dem Trofte stillen, Daß deine Hand mein Leben hält. 15. ft Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden: So frag' ich nichts Nach Himmel und nach Erden, und biete felbft der Hölle Truß. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715, † 1769. der Welten Preisgefang, Dir, du meines Lebens Führer, Singt auch meine Seele Dant. Unter allen Millionen, Die dein weites Reich bewohnen, Siehst du huldreich auch auf mich, Sorgeft für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Daß von deinem Gnadenrufe Ich den tiefsten Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen 3ogst du mich mit Vaterarmen In der Kindheit schon zu dir, Gabst in Christo alles mir. 3. Täglich warest du mir nahe, Deine Weisheit lehrte mich; Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen, Was der Seele heilsam war, Bot dein Geist mir reichlich dar. 10* Gottes Werke und Wohlthaten. 148 4. Darum will ich dir mit Freuden Dankbar und ergeben sein, Will auch unter Kreuz und Leiden Dir ein Herz voll Demut weih'n. Dich, o Herr, dich laß ich walten, Du wirst mich stets aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz: Immer preiset dich mein Herz. 5. Herr, das höchste Gut im Leben Ist und bleibt mir deine Huld; Sie nur kann mir Frieden geben, und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, Als nur tren an dir zu hangen, Feft mit dir vereint zu sein, Um mich deiner ganz zu freu'n. 6. Oder seligen Verbindung, Du in mir und ich in dir! Dei ner Vaterhuld Empfindung Werde täglich neu in mir, Bis ich rein und ganz vollkommen Dich einst schau' mit allen Frommen Dort, wo ich bin allezeit Bei dir in der Ewigkeit. Joh. Caspar Labater, 1741,+1801. Mel. Nun laßt uns Gott, dent. un laßt 294. Güte uns führen zu Gemüte, Kommt, laffet uns erwägeh Des milden Vaters Segen. 2. Eh' wir ans Licht gesetzet, Hat er uns hochgeschätzet, Und hat uns eingeschrieben Zum Leben und zum Lieben. 3. Da wir noch sind gelegen Ohn' Regen und Bewegen, Ohn' Menschenhülf' und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen: 4. Da hat er uns gegeben Die Glieder und das Leben, Da hat er uns erhalten Ohn' unser Thun und Walten. 5. Er hat zur rechten Stunde, Dankt's ihm mit Herz und Munde, Wie auf der Engel Wagen Uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns aufgenommen In die Gemein' der Frommen, Gemacht zu seinen Erben, Die nicht im Tode sterben. 7. Er gibt sich zu erkennen In seinem Wort; wir nennen Ihn Vater und Ernährer Und alles Guts Bescherer. 8. Er gibt für unsre Sünde In seinem ein'gen Kinde, Das er für uns läßt würgen, Den rechten treuen Bürgen. 9. Dies lasset uns bedenken, Wenn uns die Sorgen fränken: Wer seinen Sohn hergibet, Der auch aufs höchste liebet. 10. Sollt' er uns was versagen, Wenn wir ihm gläubig klagen? Sollt' er nicht uns zum Leben Auch Brot und Kleidung geben? 11. Der Vogel in den Lüften, Das Tier in seinen Klüften, Die Blume an den Wegen Muß Sorgen widerlegen. 12. Der sie so treulich heget, So fleißig ihrer pfleget, Sollt' der den Himmelserben Gedenken zu verderben? 13. Vater, ach verleihe, Daß deine Gült' und Treue Wir inniglich betrachten Und so gering nicht achten. 14. Die Bitte uns Daß wir zu deiner Ehre Dir immer recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn wir nur Glauben haben, So werden uns die Gaben, Die wir zu diesem Leben Bedürfen, wohl gegeben. 16. Eh' wird der Kreis der Erden, Die Welt vernichtet werden, Eh' sollten sein verlassen, Die Fleisches Sorge hassen. 3. M. Dill err,* 1604,+1669. Mel. In dich hab' ich geheffet, Herr. 295. h weiß, o Gott, daß Wert auf deinem Willen ruh'n, Von dir kommt Glück und Segen. Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, Daß sein Rat wer ins Wert gebracht, Er feines Gangs Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 149 sich freue. Des Höchsten Rat, pflegt von sich selbst Jn kurzem er macht's allein, Daß Menschen rat gedeihe. zu zerrinnen. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft fieht er auch für schädlich an, Was Gott doch selbst erwählet. 12. Sollt' aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut gemeint, Beginnen sich zu rächen: Ist das mein Trost, daß seinen Zorn Du leichtlich könnest brechen. 4. So fängt auch mancher weise Mann Ein Werk oft stark und eifrig an, Und bringt's doch nicht zu stande; Er baut ein Schloß und festes Haus, Doch nur auf nichts als Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn Fast über Bergesspißen hin, Und eh' er sich's verstehet, So liegt er da, so hat sein Fuß Vergebens sich bemühet. 6. D'rum, lieber Vater, der du Kron' Und Scepter trägst im Himmelsthron Und aus den Wolten blitest, Vernimm mein Wort, und höre mich Vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das reine licht, Das fließt von deinem Angesicht, In frommen Seelen webet Und da der rechten Weisheit Kraft Durch deine Kraft belebet. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh', Auf daß ich ja nicht ruh' und steh' Auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, Was gut ist, zu erfüllen. 9. Prüf' alles wohl und was mir gut, Das gib mir ein, was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil Sei deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das las auch mir, meiner Seelen und Zier, Gefallen und belieben; Was dir zuwider, laß mich nicht In Werk und That verüben. 11. Jst's Wert von dir, so hilf zum Glück, Jst's Menschenwerk, so treib's zurück, Und änd're meine Sinnen. Was du nicht wirkst, 13. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast, Durch Weisheit deiner Hände. 14. Jst gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer Der bittern Sorgen treten. So treib' mich nur ohn' Unterlaß Zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapferm Mut bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil' Jn tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten iſt fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt, Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich, Herr, durch dich dahin, Wo Freud' und Wonne ftehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, Was ich bei mir nicht hab' noch find', Hast du zu aller G'nüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 18. Nur dir sei aller Ruhm und Ehr', Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, So lang' ich leb', erzählen. Paul Gerhardt, 1606,+1676. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher. 296. Du biſt ein Mensch, Was strebst du denn nach Tingen, Die Gott, der Herr, alleine soll Und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn Durch so viel tausend Sorgen hin, Und denkst, wie will's auf Erden Doch endlich mit mir werden? 150 Gottes Werke und Wohlthaten. 2. Es ist umsonst, du wirst für-| und Dach, Und wo du solltest wahr mit allem deinem Dichten Nicht, was so klein ist wie ein Haar, In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh' In Angst und Schmerzen stürzest Und dir das Leben kürzest. 3. Willst du das thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, So wirf dein Sorgen auf den Held, Den Erd' und Himmel scheuet, Und gib dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Hand, So wird er deinen Sachen Ein fröhlich Ende machen. 4. Wer hat so treu gesorgt für dich, Eh' du zur Welt gekommen? Wer hat im Mutterschoße sich Schon deiner angenommen? Wer hat schon da dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, Als Geist und Sinn und Leben Dir ward zuerst gegeben? 5. Durch wessen Kraft steht dein Gebein In ordentlicher Fülle? Wer gab dem Auge Licht und Schein? Dem Leibe Kraft und Hülle? Wer 30g die Adern hier und dort, Und jed' an ihre Stell' und Ort? Wer fegte hin und wieder So viele schöne Glieder? 6. Wo war dein Wille und Verstand, Als Wasser alles deckte, Und über See und über Land Sich Finsterniß erstreckte? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? Wer schuf die Kräuter, Bäum' und Tier', Und hieß sie deinen Willen Nach Herzenslust erfüllen? 7. Heb' auf dein Haupt, schau' überall, Hier unten und dort oben, Wie Gottes Sorg' auf jeden Fall Für dich hat sich erhoben. Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid War eher noch als du bereit't; Die Milch, die du einst nahmest, War auch schon, da du kamest. 8. Die Windeln, die dich allgemach Umfingen in der Wiegen, Dein Bettlein, Kammer, Stub' liegen, Das war schon alles zugericht't, Eh' noch dein Aug' und Angesicht Aufblickte, daß es sehe, Was in der Welt geschehe. 9. Und dennoch soll dein Angesicht Dein ganzes Leben führen, Du trau'st und glaubeft weiter nicht, Als was die Augen spüren; Was du beginnst, das soll allein Dein Kopf, dein Licht und Meister sein; Was du nicht auserkoren, Das hältst du für verloren. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft Ist das ganz umgeschlagen, Was du gewiß und fest gehofft Mit Händen zu erjagen! Hingegen, wie so manches mal Ist das gescheh'n, was überall Kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen Vermochte zu beginnen! 11. Wie oft bist du in große Not Durch eig'ne Schuld gekommen, Da dein verblend'ter Sinn den Tod Für's Leben angenommen! Und hätte Gott sein Werk und That Ergehen lassen nach dem Rat, In dem du's angefangen, Du wär'st zu grund' gegangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir verwirren, Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren; Und dazu treibt ihn sein Gemüt Und die so reine Vatergült', In der uns arme Sünder Er trägt als seine Kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still, Und thut doch, was uns nülget, Da unterdessen unser Will' Und Herz in Ängsten fizet, Sucht hier und da und findet nichts, Will seh'n und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden, Und kann den Weg nicht finden. 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen, Er geht und bringt uns an den Ort, Wo Wind und Sturm fich legen. Hernachmals, wenn das Werk gescheh'n, Dann kann der Mensch erst klarer seh'n, Was Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 151 der, der ihn regieret, Jn seinem| Ursach' auch entdeckt, Warum dein Rat geführet. Den Rat, der niemals fehlt, uns so dunklen Weg erwählt. 3. Nie sind die Tiefen zu er= gründen Von deiner Weisheit, Macht und Güt'; Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Vers nunft nicht einen sieht. Aus Finsternis bringst du das Licht, Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken, Gott fann weit mehr, als ihr versteht; Bleib', Seele, in der Demut Schranken, Die Demut wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und deiner Führung sich ergibt. 5. D'rum will ich dir mich über= laffen Mit allem, was ich hab' und bin; Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein Rat voll Güte war. 15. D'rum, liebes Herz, sei wohlgemut, Und laß von Sorg' und Grämen; Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen. Er kann's nicht laffen, glaube mir, Sein Herz ist ganz gekehrt zu dir Und uns hier allzusammen, In heil'ger Liebe Flammen. 16. Es glüht sein Herz von Gnad' und Treu', Und also kannst du denken, Wie seinem Mut zu Mute sei, Wenn wir uns oftmals fränken Vergeblich mit der Sorgenbürd', Als ob er uns nun gänzlich würd' Aus lauter Zorn und Haffen Ohn' Hülf' und troftlos laffen. 17. Das schlag' hinweg, und laß dich nicht So jämmerlich bethören; Obgleich nicht all'zeit das geschicht, Was Freude kann vermehren, So wird doch wahrlich das gescheh'n, Was Gott, dein Vater, auserseh'n; Was er dir zu will kehren, Das wird kein Mensch verwehren. 18. Thu' als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme; Bitt' ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme, So wird er dich durch seinen Geift Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehalt nem Ringen Aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Mel. Wer nur den lieben Gott. 297. Gott, verborgen, Dein Rat bleibt vor uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen, Du sorgtest, eh' die Welt noch war, Für unser Wohl schon väterlich, Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen Vor unsern Augen oft versteckt: Doch wenn wir erst den Ausgang wissen, Wird uns die 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre In Glück und Unglück, Freud' und leid. Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre, Und meiner Seelen Seligkeit; So preif' ich einst vollkommen dich, und freue dann auf ewig mich. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. Mel. Wie schön leucht't uns der. 298. H Hinauf, mein Geift, zu Gott empor, Zum Schöpfer, den im Jubelchor Die höhern Geister loben! Auch dich hat er hervorgebracht, Auch 3u seinem Reich erhoben. Vater, Vater, So ihn nennen, so ihn kennen und verehren, Was kann höh'res Glück gewähren? 2. Mit welcher stillen Sorgfamteit Verfolgt dein Blick mich jederzeit Auf allen meinen Wegen! Du weißt, wie schwach die Menschen find, Und Leitest mich, dein schwaches Kind, Dem Ziele sanft entgegen. Vater, Vater, Dir vertrau' 152 ich, o wie stärkt mich der Gedanke: Du bist bei mir, wenn ich wante! 3. Mein Leben hier in dieser Zeit Ist nur der Gang zur Ewigkeit, Nur Bildungszeit der Jugend. Gott, wie gut erziehst du mich! Wie führest du so väterlich mich hin zur wahren Tugend! Vater, Vater, Alles leitest und bereitest du mit Liebe, ich dir folgsam bliebe! daß Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Schau' ich in deiner Welt umher, Wie sichtbar wird des Segens Meer, Das hier schon mich umfließet! Da strömen tausend Freuden hin Für meinen Geist, für jeden Sinn, Und selbst der Wurm genießet. Vater, Bater, Deinen Segen zu erwägen, das ist weise, Das versüßt des Lebens Reife. 5. Dem Freudenbecher mischest du Zwar oft auch bitt're Tropfen zu, Doch nur, daß er nicht schade; Und ist die Trauerstunde da. dann ist auch dein Beistand nah', Dann tröstet deine Gnade. Vater, Vater, Wenn auch Leiden mich der Freuden oft berauben: Deiner Liebe will ich glauben. Mel. Auf meinen lieben Gott. D u, der kein Böses thut, Du schufft den Menschen gut, Du gabst ihm Licht und Kräfte 3um seligen Geschäfte, In Heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigentum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein helles Auge sieht. Auf alle Men299. 6. Jch sehe, daß du Bater bist Selbst dann noch, wenn mein Herz vergißt, Dir, Höchster, sich zu weihen. Wie grenzenlos ist deine Huld! Wie gern willst du der Sünden Schuld Bekümmerten verzeihen! Vater, Vater! O wer wollte, wie er sollte, dich nicht ehren, Nicht getrost zu dir sich kehren? 7. Ergeb' ich dir mein ganzes Herz, So wird einst über jeden Schmerz Mich deine Huld erheben. Bald ist das Thal hier durchgereist, Wie herrlich schwingt sich dann mein Geist Empor zum höhern Leben! Vater, Vater! Dann erst seh' ich ganz und ewig deine Treue. Ach, wie ich schon jetzt mich freue! Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. 8. Daß diese Freude mich durch= dringt, Und dir mein frohes Herz lobsingt, Das dank' ich deinem Sohne. Er hat mit dir uns ausgeföhnt, Dein holder Vatername tönt Nun hier wie dort am Throne. Vater, Vater! Nie verhalle, ewig schalle, selbst bei Schmerzen Dieser Ton in Christenherzen. Joh. Wilh. Reche, 1764,+ 1835. schenkinder, Ach, sie sind Alle Sünder, Da ist vor dir, Herr, feiner Unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn, Die Weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein Wille wollte, Mit freudenvollen Trieben zu wollen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur, Uns rithren leider nur Die Gülter dieser Erden, Die uns entrissen werden, Mehr als die höhern Gaben, Die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen dinkt uns Zwang; Des Herzens böser Hang Reißt uns mit starkem Triebe Zu schnö Die Sünde und ihre Folgen. 153 ihre List bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr' mich wachen, beten, ringen, Und mein böses Fleisch und Blut Jn des Geistes Joch zu zwingen, Weil es niemals Gutes thut. Was nicht fann dein Reich ererben, Laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wann und wo ein Feird sich regt; Sodann hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, so hilf mir wieder auf. Laß in deiner Kraft mich siegen, Daß ich meinen Lebenslauf deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden. Unter Ludwig Andreas Gotter,* 1661, † 1735. Eigene Melodie. 300. A Gott Herr, ben Wohnet nicht in meiner Brust! 301. A wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Da ist kein Mann, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Flöh' ich gleich weit Zu aller Zeit Bis an der Erde Enden, Um frei zu sein Der Angst und Pein, Würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich, Verstoß' mich nicht, Wie ich's wohl hab' verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht, Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Pein Auf Sünden folgen müssen: So fahr hier fort, Nur schone dort, Und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld! Vergib die Schuld, Gib ein gehorsam Herze, Daß ich doch nie Durch Sorg' und Mith' Mein ew'ges Heil verscherze. der Sündenliebe; Und können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, was rns gebricht, Laß in der Wahrheit Licht So heilsam uns erkennen, Daß wir von Ernst entbrennen, Der Sünde zu entsagen, Der Bess'rung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen Und Kräfte uns erteilen, Schon wiederum auf Erden Dir gleichgefinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld Laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unfre Herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ch, mein Jesu, Denn mit andern Adamserben Steck' ich voller Sündenlust. Ach, ich muß es dir bekennen, Jch bin Fleisch vom Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, Wie verderbt ist doch mein Sinn! Der ich zu dem Guten träge, Aber schnell zum Bösen bin. Ach, wer wird mich von den Retten und vom Tod der Sünden retten? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Aus der angeerbten Not, Heile meinen Seelenschaden, Herr, durch deinen Kreuzestod; Schlage du die Sündenglieder Meines alten Adams nieder. 4. Ich bin unten von der Erden, Herr, ich bin in Sünden tot; Soll ich wieder lebend werden, So mußt du in dieser Not Mich durch deinen Geist gebären, Und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff' in mir ein reines Herze, Einen neuen Geift gib mir, Daß ich nun nicht länger scherze mit de sündlichen Begier. Laß mich 6. Verfahr' mit mir, Wie's dinfet dir, Ich will es gerne leiden; nur woll'st du mich nicht ewiglich Von deiner Gnade scheiden. 154 Gottes Werke und Wohlthaten. 7. Wie dort im Baum Den| Weg mit allem Weltgewinn! Hierfichern Raum Der bange Vogel auf will ich mich nicht stützen. findet, Wenn schwarz die Nacht, Mein Erlöser ist mein Gold, Das Das Wetter fracht, In Angst sich ich nicht vertauschen wollt'. alles windet: 6. Er wird nicht vorüber gehn, Sollt' ich schon im Blute liegen; Treulich wird er bei mir stehn Und mich nimmermehr betrügen. Ich soll leben, sagt er mir, Was frag' ich, o Welt, nach dir? Joachim Neander,* 1650,+1680. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. dir, mein Hort, Doch sein in 303. Ach, was sind wir ew'gen ohne 10. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigentum Bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. V. 1-6 M. Rutilius,* 1550, † 1618. B. 7-10 Joh. Groß. 8. Also, Herr Christ, Mein' Zuflucht ist In deinen Todeswunden; Wenn Sünd' und Tod Mich stlirzt in Not, Dann werd' ich da gefunden. 9. Darin ich bleib', Und ob mein Leib und Seele sich auch scheiden, So werd' ich dort Bei Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 302. Freilich bin ich arm und großer Menschenhüter! Ach, nimm mich in deinen Schoß, Schenke mir des Himmels Güter. Schau', ich lieg' in meinem Blut, Nimm mich auf, o höchstes Gut. 2. Allerhöchster Gottessohn, Meines Lebens einzig Leben, Komm herab vom Sternenthron, Komm, ich will mich dir ergeben. Geh doch nicht vor mir vorbei, Hör', o Jesu, mein Geschrei. 3. Gold und Silber acht' ich nicht, nicht der Welt vergänglich Prangen; Eines, eines mir gebricht, Dieses such' ich voll Verlangen; Ter Maria bestes Teil Wähl' ich aus, der Seelen Heil. 4. Weil ich bin in Sünden tot, Seufz' ich nach der Seele Le ben. Jesu, hilf aus dieser Not, Hilf dem Teufel widerstreben, Denn er steht nach meiner Kron', Hilf, o starker Davidssohn. 5. Alles will ich geben hin, Wenn ich dich nur kann besigen. tig, jämmerlich und arm. Ach, was sind wir? voller Elend! Ach, Herr Jesu, dich erbarm'! Laß dich unsre Not bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn' dich, Herr Jesu, Ueberall ist Finsternis, Und es quälet uns so heftig Des Gewissens Schlangenbiß. Sündengift steckt in dem Herzen Und verursacht bitt're Schmerzen. 3. Ohne dich, getreuer Jesu, Schrecken Teufel, Welt und Höll', Und erregen Angst und Zittern, Nirgends, nirgends ist es hell. Aufgewacht ist mein Gewissen, Ich bin ganz von Angst zerrissen. 4. Darum stärk' uns, liebster Jesu, Sei in Finsternis uns Licht; Öffne unsres Geistes Augen, Beig' dein freundlich Angesicht. Strahl', oSonn', mitlebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 5. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. Du kennst unser Unvermögen, Schenk' uns deines Heils Genuß, Daß wir deine Kraft verspüren, Nie im Kampf den Mut verlieren. 6. Fass' uns an, o treuer Jesu, Führ' uns durch die Pilgerstraß', Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn' Unterlaß. Laß uns meiden alle Stricke, Und nicht wieder seh'n zurücke. 7. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Die Sünde und ihre Folgen. 155 Daß wir treulich dir nachwandeln dein Recht verlege, Dein Bild Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, noch auf der Erde, Und dort Herr, mach' uns selber tüchtig, vollendet werde. So ist unser Leben richtig. Nicht ermittelt. 8. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des HerMel. Wo Gott zum Haus nicht. zens Grund; Dann wird alles 305. Gott wollte nicht des Sünders dich bekennen Und dir singen Herz und Mund; Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Peter Lackmann, † 1713. 2. Jm Donner bebte Sinai, Als sein Gesetz der Herr verlieh. Er grub's in Felsentafeln ein, Doch Mel. Auf meinen lieben Gott. 304. Jh bin mir, Gott, auch des Volkes Herz blieb Stein. bewußt Der innern bösen Lust, Der Quelle meiner Sünden, Die Menschen nie ergründen. O heile du aus Gnaden Der Seele tiefen Schaden. 3. Da sprach voll Huld des Vaters Mund: Gestiftet werd' ein neuer Bund, Kein toter Buchstab' auf dem Stein, Die Liebe fchreib' ins Herz ihn ein! 4. Dann herrscht mein Scepter väterlich, Sie sind mein Volt, ihr Gott bin ich; Die Liebe Lehr' und treibe nun, Daß gern sie meinen Willen thun. 5. So sandte Gott von seinem Thron Den eig'nen eingebor'nen Sohn. Der Vater thut durch Chrifti Mund Sein Wort und seine Liebe fund. 2. Wie oft gehorch' ich ihr? Wie oft hab' ich vor dir, Herr, dein Geset verleşet Und dir mich widersetzet! Ach, willst du nicht bergeben, Mein Gott, wie kann ich leben? 3. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich, und droht Mit ewigem Verderben. Laß, Vater, mich nicht fterben; Du kannst, du kannst vom Bösen Auch mich, o Herr, erlösen. 4. Verwirf mich nicht vor dir, Beweise Gnad' an mir. Erneu're meine Seele, Daß sie das Gute wähle. Die Tilgung meiner Sünden Laß mich bei Jesu finden. 5. Drückt mich ihr schweres Joch, So sei, o Vater, doch Noch stärker dein Erbarmen, Das heilige mich Armen. Du kannst, mein Gott, vergeben, Bei dir ist Heil und Leben. 6. Hat sonst des Fleisches Macht Ihr Werk in mir vollbracht: So laß 3 guten Werken Nun deinen Geist mich stärken, Daß, folgsam deiner Lehre, Ich nun dich fürcht' und ehre. ihm sein Wort und sein Gebot, That ernstlich seinen Willen kund, Rief Israel in seinen Bund. 7. Hilf, wenn in meiner Brust Sich regt die böse Luft, Daß ich mich widersetze, Und nicht 6. Des Sohnes Ruf ist: Menschen, hört, Was euch der Gott der Liebe lehrt: Liebt den, der euch zuvor geliebt, Und euch den Sohn zum Heiland gibt! 7. Mit meiner Liebe liebet euch, Ihr seid durch mich einander gleich, Und weiht die neuen Kräfte gern Dem Reiche Gottes, eures Herrn! 8. Gott, der du selbst die Liebe bist, Die keines Menschen Sinn ermißt, Gieß' aus den Geist der Liebe nun, Daß alle deinen Willen thun. Karl Bernh. Garve, 1763,+ 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 306. Guter Sirte, willst du nicht Deines Schäfleins dich erbarmen, Und es nach der Hirtenpflicht Tragen heim auf deinen Armen? Willst und Wohlthaten. 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, Weil die Feinde mich umschränkt Und mit List und Macht umgeben, Daß ich armes Schäfelein Reinen Blick kann sicher sein. 5. O Herr Jesu, laß mich nicht In der Wölfe Rachen kommen; Hilf mir nach der Hirtenpflicht, Daß ich ihnen werd' entnommen. Hole mich, dein Schäfelein, In die ew'gen Hütten ein. Joh. Scheffler,* 1624,+1677. 156 Gottes Werke du mich nicht aus der Qual Holen in den Freudensaal? 2. Schau', wie ich verirret bin Auf der Wüste dieser Erde; Komm und bringe mich doch hin Zu den Schafen deiner Herde. Fithr' mich zu den Deinen hin, Wo ich wohl geborgen bin. 3. Mich verlangt, dich mit der Schar, Die dich loben, anzuschauen, Die da weiden ohn' Gefahr Auf den süßen Himmelsauen, Die nicht in der Furcht mehr stehn, Und nicht können irre gehn. 2. Die Erlösung im allgemeinen. Mel. Wie schön leucht't uns der. 307. Bri Prich, heller Morgenstern, herein Und laß uns deinen Freudenschein 3n hellen Strahlen sehen. Ermunt're mich, du Gnadenlicht. Und laß die arme Seele nicht In Satans Stricken gehen. Ruf mich, Daß ich In dem Herzen tiefe Schmerzen um die Sünde, Die sich an mir zeigt, empfinde. 2. Ach, gieße deinen edlen Schein In mein verfinstert Herz hinein Und gib mir reine Triebe. Vertreib die schwarze Sündennacht, Die mir so angst und bange macht, Ozeig' mir deine Liebe. Was mich Ewig Sollte plagen, willst du tragen; zeig' die Wege, Wie ich zu dir kommen möge. 3. Bekehre meinen harten Sinn, Gib, daß ich voller Reue bin Um meine schweren Sünden; 3erschlag', zerknirsche Geist und Herz, Und laß mich wahren Seelenschmerz Im Innersten empfinden. Hierzu Gib du Glaubenstriebe, reine Liebe und Verlangen, Dich, mein Heil, recht zu umfangen. 4. Denn du bist ja mein Gnadenlicht, Dem niemals Glanz und Schein gebricht, Laß nur mit dir mich gehen. Herr, wenn ich dort den Richterschluß Vom ew'gen Throne hören muß, Kann ich mit dir bestehen, Weil ich Durch dich, Gnadensonne, lauter Wonne dort erlange, Und als ein Gerechter prange. 5. So fleide meine Seele ganz In deinen reinen Schmuck und Glanz, Und rein'ge mein Gewiffen. Uns hat ja deines Blutes Kraft, Die alles rein und heilig schafft, Der Sündenlust entrissen. Laß doch Auch noch Selbst in Schmerzen sich die Herzen zu dir neigen Und ihr Licht den Menschen zeigen. 6. Dring in mein Herz, mein Licht, mein Heil, Ich find' an dir mein bestes Teil, D'rum will ich auf dich hoffen. Du hast dich fest mit mir vereint; Gib, daß mein Herz es redlich meint, Da nun der Bund getroffen. Herr, dich Halt' ich, Du der Meine, ich der Deine, ach, uns Beide Trenne weder Leid noch Freude. 7. Befestige mein wankend Herz, Damit es sich durch keinen Schmerz Von dir abwenden lasse. In dir, mein Vater, gründe mich, Gib, daß mein fester Glaube dich Als seinen Schutz umfasse. Halt' mich, Daß ich Ja nicht weiche, komm und reiche mir die Hände, Daß kein Fall mich von dir wende. Die Erlösung im allgemeinen. 157 8. Den Glaubensschmuck trag'| weist! Du nimmst mich auf mit ich an mir, Verleih auch, daß die Tugendzier Dem Glauben niemals fehlet. Du haft mich, Herr, zu deinem Ruhm, Zu deinem ew'gen Eigentum, Zu deinem Kind er= wählet. Selig, Wenn ich Diese Zierde, diese Würde nie verliere, Und sie einst dort ewig führe. Liebesarmen, Und gibst mir deines Sohnes Geist, Daß ich, von Sünden rein und frei, Dein neuer Bund'sgenoffe sei. 2. Jch hielt, o Gott, mich für verloren, Da ich in meinem Blute lag; Doch weil du mich dir auserforen, Erschien mir ein ersehnter Tag, Der that auch mir durch deinen Bund Heil, Segen und Erlösung kund. 9. Verklär' dich täglich mehr in mir, Ein reich' Erkenntnis gib von dir; laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner Gnade steh', Und auf des Himmels Wegen geh', So lang'ich wall' auf Erden. Gänzlich Will ich mich verschreiben, dein zu bleiben, daß ich droben Dich kann ewig seh'n und loben. 10. Erfreue mich, mein Seelenschatz, Du hast in meinem Herzen Plaz, Erfüll' es mit Vergnügen. Gib ihm des Himmels Lebensfaft, Laß mich durch deiner Liebe Kraft Hier alles Reid besiegen. Laß mich Innig Voll Verlangen dich umfangen, dich genießen, Dies kann alle Not versüßen. 11. Erhalte mich in deinem Licht, Laß alle List und macht mich nicht Von deiner Gnade trennen. Vollführ' in mir dein Gnadenwerk, Gib Geistestraft und Glaubensstärk', laß mich dich ewig kennen, Und mich Stetig Hier bestreben, dir zu leben, bis ich sterbe und mit dir das Reich ererbe. 12. Umgib mich endlich überall Mit Gnadenproben ohne Zahl; Dein Auge mich behüte, Daß ich in deiner Gnade steh' Und darin immer weiter geh' Durch deine Wundergülte. Täglich, Stündlich Gib mir Gnade, daß kein Schade, daß kein Leiden Möge je von dir mich scheiden. F. Förster, 1792. Mel. Wer nur den lieben Gott. ein Gott, wie groß 308. Das mir dein Gnadenbund be 3. Aufs neue hast du mich geboren, Mich deinen Kindern zugezählt; Du hast mir Treue zugeschworen, Und mich in Chrifto auserwählt; Er hat mich durch fein Blut erkauft, Auf seinen Tod bin ich getauft. 4. 3war dein Gesetz macht' auch vor Zeiten Den Vätern deinen Bund bekannt; Es zeigte Christum schon von weitem, Den du zum Heil der Welt ernannt, Doch fonnte dieser Gnadenschein Noch nicht ganz hell und heiter sein. 5. Nun, zu dem neuen Bund der Gnaden, Woraus uns Heil und Segen quillt, Hat Christus selber eingeladen, Nachdem er das Gesetz erfüllt. Nun sehen wir der Wahrheit Licht Mit aufgedecktem Angesicht. 6. Dies Gnadenbündnis muß bestehen, Ob Teufel, Höll' und Sünde stürmt. Wird Erd' und Himmel gleich vergehen, Bin ich doch sicher g'nug beschirmt, Denn Christi, meines Bürgen, Blut Macht alle meine Schulden gut. 7. Eh' müßten Berg' und Hügel weichen, Eh' müßt' die ganze Welt vergehn, Als daß sein Bund, sein Gnadenzeichen, Nicht ewig sollte fest beftehn. Sein Friedensbund, den er gemacht, Bleibt, wenn auch Erd' und Himmel kracht. 8. Herr, laß mich bis an mein Ende Getreu in deinem Bunde stehn! Ach, leitet mich, richtig gehn! So hab' ich einst Gottes Werke und Wohlthaten. 158 an dir, mein Heil, Als Bundes find im Himmel teil. J. A. Bonit. Mel. Valet will ich dir geben. 309. Heiden, Der Fromerr der men Schatz und Lieb', Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel, Und suchen mit Begier, Nach Simeons Erempel, Dich, großer Gott, auch hier. 2. Du wirst von uns gefunden, Herr, an jedem Ort, Da du uns fest verbunden Durch dein Verheißungswort; Vergönnst noch alle Tage, Daß man dich, Gott zum Preis, Auf Glaubensarmen trage, Wie dort der fromme Greis. 310. Mel.( Ps. 27.) Der Herr mein. Liebesglut, die 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, Mein Jesus, dich geschaut; Rein Feind kann dich mir rauben, Dich, dem mein Herz vertraut. Ich wohn' in deinem Herzen, und in dem meinen du; Üns scheiden keine Schmerzen, Jn dir ich ewig ruh'. 6. Hier will es oft mir scheinen, Du säh'st mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weinen Dich faum erkennen kann. Dort aber wird 3 geschehen, Daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen Dein immer flares Licht. Johann Franck,* 1618,+1677. mel paaret, O Wunderfee, d'rein sich mein Herz versenkt, Daß Gott noch Huld für seinen Feind beschnödsten Sünder schenkt! Wie wahret, und seine Gnad' dem tief er mich im Fluch und Blute fand, Sein ganzes All dringt in mein Nichts hinein, Er will in einem Wurm verkläret sein, Und ladet mich zu seinem Gnadenstand. 2. Hier staunt der Geister Schar, die Seraphinen Bedecken hier mit Flügeln ihr Gesicht; Der Ewigfeit Geheimnis ist erschienen, Hier kommt der Gottheit ganzer Rat ans Licht. Die Herrlichkeit, die mit dem Werkbund war Geschändet, bricht mit neuem Glanz hervor, Entriegelt steht das gold'ne le= bensthor, Gott selbst stellt sich zum Gut des Sündeis dar. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, Jm Schrecken unsre Sonne, Jm Kreuz ein Gnadenschein. Wenn in der Not wir beben, Sei uns ein Freudenstrahl, In Krankheit unser Leben, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß es uns gelingen, Daß wir, wie Simeon, Auch end- träger Sinn entzildet stehn, lich mögen fingen Im frohen Siegeston: Nun werden mir in Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 3. Dies ist der Mittelpunkt von Gottes Wegen, Der Tiefen Schlüssel und des Wortes Kern. Hier trieft ein angenehmer Gnas denregen, Hier gehet auf ein heller Morgenstern, Hier muß mein Hier findet nichts als Thorheit mein Verstand, Und hab' ich Kraft und Fleiß schon angewandt, Kann ich doch kaum ein wenig schimmern seh'n. 4. Ewigkeit, laß deines Lichtes Strahlen Mich bringen auf die Spur der Weisheit hin, um mir dein Bund'sgeheimnis abzumalen, Wovon kein Fleisch noch Blut versteht den Sinn. Des Geistes Augenfalbe leg' mir bei, Damit, was nie ein Mensch noch Engel denkt, Und wos dein Wort von deinem Bunde schenkt, mir nicht wie ein versiegelt Buch mehr sei. 5. Doch nimm zugleich Verstand und Herz gefangen, Da ich mich jetzt zu deinen Füßen setz', Um dir als Bundesgott stets anzuhangen. Ach spanne mich in deiner Liebe Die Erlösung im allgemeinen. 159 Net; 3wing mich, zeuch mich,| Tragen Sünder, wenn sie sterben, damit ich dir nachlauf'; Und da Jhrer eig'nen Bosheit Laft. Wer du dich willst gänzlich geben mir, nicht glaubt an deinen Sohn, Der So gib auch Kraft, daß ich mich hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein gebe dir. Herr Jesu, zeuch mein mutwillig Widerstreben Schließt ihn aus vom Heil und Leben. ganzes Herz hinauf. Friedr. Adolf Lampe, 1683, † 1729. 7. Ewig sei mit Dank befungen, Was dein Rat beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen Diesen weisen heil'gen Kat, Den müte ehrt, Die Vernunft erstaunend hört, Wo der Engel Tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 8. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht und Kraft, Die dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugnis dienen möge: Jch sei auf dem rechten Wege. 9. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens stehn; Alsdann werd' ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegengehn. Kein Geschöpf, o Gott, wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. 3. J. Rambach,* 1693, † 1735. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 311. Ew'ge Liebe, mein Gefühnen Blick In den Abgrund deiner Güte; Send' ihm einen Blid zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsternis zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o liebe, Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, reinem Triebe Den allweisen Rat gefaßt, Der in Fluch versenkten Welt Durch ein teures Lösegeld, Durch des eig' nen Sohnes Sterben Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. ein Ratschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit! Welcher uns hülflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, Der in ihrem Schoßze wohnt, Um die Sünder zu erretten Aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du haft, o weiſe Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß ein jeder darin bliebe, Der am Segen Anteil nimmt. Nur wer an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diefen Glauben anzuzünden, Gibst du deinen guten Geist, Den der Tilger unsrer Sünden Heilsbegierigen verheißt, Der den Sünder kräftig zieht, Daß er seinen Jammer steht, zu dem Thron der Gnaden gehet Und um diesen Glauben flehet. 6. Da du keinen zum Verder= ben Ohne Grund verbannet hast, Mel. Mein Freund zerschmilzt. Liebe, die den Himmel hat zerrissen, Die sich zu mir ins Elend niederließ, Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, Der dich zu mir in's Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, Sie schaut als Mutter mich In meinem Jammer an. 312. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, Daß du für mich das größte Wunder thust; Die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, Daß mir zu gut' du unter Tornen ruhst. O unerhörter liebesgrad, Der selbst des Vateis Wort Ins Fleisch gesendet hat! 3. Die liebe hat auf ewig mich verbunden, Sie überströmt mich 160 Gottes Werke und Wohlthaten. mit Barmherzigkeit. Ich habe| seiner Liebesmacht; Des Himmels meinen Vater nun gefunden, Die Kraft und Glanz bestrahlt dich Ewigkeit vermählt sich mit der wieder, Und der Verlust ist völlig Zeit; Das Leben ist mit uns wiederbracht. O ewig, ewig wohl vereint, Da der erlosch'ne Glanz ist mir! Seit ich dich, Jesu, lieb', Der Herrlichkeit erscheint. Bin selig ich in dir. C. F. Richter,* 1676, † 1711. Mel. Seelenbräutigam. vom Bater selbst mit Huld ge= 313. Wer ist wohl wie bu Da der selbst ſo angelacht; Die Menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner Thron Der Gottheit eingeweiht. Jesu, süße Ruh'? Von dem Vater auserforen, Leben derer, die verloren, Von dir strömt uns zu licht und süße Ruh'. 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket, und mich aus der Not at geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden, und ein ew'ges Heil erfunden Für die fünd'ge Welt, Durch dein Blut, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sizen dir zu Füßen; Höre mein Gebet, Höchste Majestät. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgefötnet, Die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; Sie wird 5. Die Weisheit wohnt nun wieder auf der Erden, Dadurch das Paradies im Menschen grünt; Nun können wir aus Gott geboren werden, Weil die Geburt des Herrn uns dazu dient; Die neugebor'ne Seele spürt, Daß fie ein andrer Geist Aus ihrem Ursprung rührt. 6. Rein Elend kann nun unser Herz besiegen, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich darf ja nur am Gnadenquelle liegen, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Chrifto doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie nun selbst durch ihn verdammet ist; Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Da nun in fie die Liebe Chrifti fließt? Er stillt der Sehnsucht heil'gen Trieb, Er läßt die Seele nicht, Er hat fie viel zu lieb. 8. Ein ewig Leben hab' ich nun gefunden, Viel Reichtum, Ehr' und Freuden reicht er dar; Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Im Herzen wird sein Leben offenbar. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, Weil mich der laut're Strom Aus seiner Lieb' erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geift, vergiß die Trauerlieder, Erfreue dich in 6. Laß mich deinen Ruhm, AIS dein Eigentum, Durch des Geistes licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen, Als dein Eigentum, Du, mein höchster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, Daß die Liebe mich Ganz durchdringe und erneue, Daß im Leiden ich mich freue, Das noch drücket mich; Zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt, Als dein Ebenbild. 9. Steu're meinen Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben Die Erlösung im allgemeinen. 161 in den Schranken. Sei du mein| trösten, Erfreu'n und segnen, Und Gewinn, Gib mir deinen Sinn. unsern Seelen als der Freund begegnen, Jst deine Lust. 5. Ach, gib an deinem teuren Heil Alle Tage uns vollkommnern Teil. Laß, Herr, unsre Seele Sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir nur zu blicken Ohn' Unterlaß. 10. Wecke recht mich auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsetze, Und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; Förd're meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb Jn die Seele gib, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb' In die Seele gib. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Woll'st du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 14. Soll's zum Sterben gehn, Woll'st du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten. Laß mich dann dich seh'n, Dir zur Rechten stehn. 3. A. Freylinghausen,* 1670, † 1739. 6. Und wenn wir weinen, tröst' uns bald, Herr, mit deiner Leid'nsund Sieg'sgestalt; Laß sie vor den Augen Uns immer schweben, Daß an uns Allen dein göttliches Leben Zu sehen sei. 7. Laß frohes Wesen, Kindlichkeit Immer schmücken uns in Freud' und Leid. Muß auch oft die Thräne Die Wangen netzen, Wenn nur an dir sich unser Herz ergötzen Und stillen fann. 8. Du reichst uns die durchgrab'ne Hand, Hast so viele Treu' an uns gewandt, Daß wir alle Tage Beschämt da stehen, und unser Auge oft muß übergehen Vor Lob und Dank. Chr. Gregor,* 1723, † 1801. Mel. Wer nur den lieben Gott. glaubst du's, oder glaubst du's 315. Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, nicht? Warum fühlst du noch stets Beschwerden? Ist's Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit ſein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt fein Verdienen, Die eig'nen Werke fallen hin. Der Heiland, der aus Lieb' erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk' dies Wort: aus Gnaden, So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satan schaden, So oft 4. Barmherzig, gnädig, g'duldig dich dein Gewissen nagt. Was die fein, Täglich uns reichlich die Vernunft nicht fassen kann, Das Schuld verzeih'n, Heilen, stillen, I beut dir Gott aus Gnaden an. Mel. Nun bitten wir den heil'gen. 314. Afin Großen ch mein Jefu, dein Frieden bringt ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick Macht uns so selig, Daß Leib und Seele stets darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir schau'n dein freundlich Angesicht Voller Huld und Gnad' zwar leiblich nicht, Aber unsre Seele Kann dich gewahren, und du kannst fühlbar dich ihr offenbaren, Auch ungeseh'n. 3. O wer nur immer, Tag und Nacht, Deiner sich zu freu'n recht wär' bedacht! Der hätt' ohne Ende Von Glück zu sagen, Und seine Seele müßt' nur immer fragen: Wer ist wie du? 11 Gottes Werke und Wohlthaten. 162 4. Aus Gnaden kam sein Sohn zur Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt' ihn, dein Freund zu werden? Sag' an, was du zu rühmen haft! War's nicht aus Gnaden, daß er starb? Nicht Gnade, was er dir erwarb? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Wort anpreist, Worauf allein der Glaube ruht, Ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! aber sichrer Sünder, Denk' nicht: wohlan, ich greif' auch zu! Wahr ist's, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheiß'nen Ruh'; Doch den geht seine Gnad' nicht an, Der noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, Tret' ab von aller Heuchelei, Denn wenn der Sünder sich befehret, So lernt er erst, was Gnade sei; Beim Sündigen schätzt man sie nicht, Dem Glauben ist fie Kraft und Licht. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenn's unter den Verzweiflungsschmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm', ach nähm' ich Stärke her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär'? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben, Ich fühle Mut, ja mir ist wohl. Ich kenn' mein fündliches Verderben, Doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geift ift froh, mein Lauf voll bracht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! weiche Sünd und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn' Und geh getroft, trotz allem Zweifel, Durchs rote Meer nach Canaan. Ich glaub' was Jesu Wort verspricht, Jch glaub' es fest und zweifle nicht. Chr. Ludw. Scheidt,* 1709,+1761. Mel. Wer nur den lieben Gott. unser Leben, Sie 316. Gott, deine Gnad' ist schafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu ver= geben, Und willig ist dein Herz dazu. Du willst den Tod des Sünders nicht, Sucht er voll Reu' dein Angesicht. 2. Uns, uns Verlor'ne zu erretten, Gabst du für uns selbft deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. Gott, wie hast du uns geliebt, Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dant, ewig Dank sei deiner Trene, Die niemand g'nug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig sei= nen Mittler ehrt. 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, Die dem Gewissen furchtbar sind: Der kann getroft und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. Herr, wie selig ist die Seele, Die sich in deiner Gnade freut! Ob auch ein irdisch Glück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Denn Gottes Fried' ist weit mehr wert, Als alle Schätze dieser Erd'. 6. Dein Friede stärkt mit frohem Mute Das Herz auch in der größten Not, Gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, Und macht getroft selbst in dem Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden Auch meine Seele freudig ruh'n. Auch mir hast du das Glück beschieden, Denn, auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, Der seines Volkes Sünden trug. Der 8. laß mich dies im Glauben fassen und mich mit starker Zuversicht Auf deine Bundestreu' verlassen; Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt, Sein Heil steht unbeweglich fest. Erlöser. 163 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freu'n, Und deinem Dienst mein ganzes Leben In findlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, Das mach' in deiner Furcht mich treu. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. 3. Der Erlöser. Die Ehre dir zu rauben, Verschmähen sie dein Joch; Dir dich ihrer noch. Laß sie dich bald Christen, glauben, Erbarm' erkennen, Laß den, der dich ertannt, In deiner Liebe brennen, Dein Ruhm füll' jedes Land. 3. J. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Nun lob', mein' Seel', den. 317. Komt und schauet Des ew'gen Sohnes Herrlichkeit. Eh' Gott die Welt gebauet, War er, er war vor aller Zeit. Er ist aus Gott geboren, Des Vaters Ebenbild, Der, uns zum Heil er= foren, Mit Licht die Welt erfüllt. Er ist auf seinem Throne Dem ew'gen Vater gleich. Kommt, huldigt Gottes Sohne, Rommt, schaut sein weites Reich. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 318. Mein Jein Jesu, du hast unsre Schuld Mit ihrer Strafe Plagen,( O unerhörte Lieb' und Huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich Zur Sünde machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, Du bist auch, was du heißest, Da du die menschliche Natur Aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein, Du wolltest, was du heißest, sein: Mein Heil, mein Selig= macher. 3. Jn keinem andern ist ja Heil, Kein Nam' ist uns gege= ben, Darin wir können nehmen teil An Seligkeit und Leben. Du bist's allein, der jedermann Ein ewig Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name! 2. Noch eh' die Berge waren, Eh' Thal und Hügel noch entstand, Eh' der Geschöpfe Scharen Gesetz und Ordnung noch verband, Vor Gründung dieser Erden War er von Ewigkeit. Er sprach: da mußten werden Welt, Ordnung, Raum und Zeit. Der Kreaturen Leben Schließt diesen Sohn nicht ein, In ihm sind sie und weben, Und was sie sind, ist sein. 3. Er träget alle Dinge Durch seiner Allmacht kräft'ges Wort; Das Große, das Geringe Geht nur durch seinen Willen fort. Sein weiser Schluß regieret Die unterworf'ne Welt; Weil er das Scepter führet, Geschieht, was ihm gefällt. Wird er die Stimm' erheben, So werden Meer und Gruft Die Todten wiedergeben, Die er zum Leben ruft. 4. O Name, werde doch in mir Durch Gottes Geist ver= kläret, Da, was verborgen ist in 4. Dir sei Lob, Preis und Ehre, dir, Kein fleischlich Herz erfähret. Erhab'ner Heiland, Licht aus Denn die Vernunft begreift es Gott! Laß unsrer Andacht Chöre nicht, Ohn' deines Geistes GnaBeschämen deiner Feinde Spott. I denlicht Blieb'es unaufgeschlossen. 11* 164 Gottes Werke und Wohlthaten. 5. Laß mich empfinden deine| Jesus ist ein starker Held, Unsern Kraft, Von heißer Lieb' ent- Feind zu überwinden. Willst du brennen, Mich, was dein Name stark und siegreich sein, Laß nur Gutes schafft, Stets aus Erfah- Jesum bei dir ein. rung kennen; So wird der Sündennot gewehrt, In Hoffnung meine Furcht verkehrt, Und Selig feit mein Erbe. Nicht ermittelt. 3. Jesus ist der Lebensbaum, Voller edler Tugendfrüchte; Findet er im Herzen Raum, Wird Das Unkraut ganz zu nichte. Alles Gift und Unheil weicht, Was sein Schatten nur erreicht. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 319.füßefter der Namen all', Den Menschenzungen nennen! du, der Himmel Wiederschall, Dem tausend Herzen brennen! O Jefus, Jesus Christus, wie Beugt tief genug sich unser Knie Vor dir, o mein Erlöser? 2. O du, der ewig uns befreit Von Todesnot und Schmerzen; Wer, Menschenretter, Heiland, freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam' ist Hülfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod und Schuld, Wer ist, wie du, ein Retter? 3. Erlöser, Jesu, ein'ger Sohn Des Vaters aller Wesen, Zum König auf Jehovah's Thron, Eh' Licht ward, auserlesen, Voll Gottesweisheit, Licht aus Licht, Voll Kraft, die durchdringt, wenn sie spricht, Voll reinster Gottesliebe! 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Hoherpriester und Prophet, Du aller Seelen Führer! Dein ist die Tiefe, dein die Höh', König aller Könige, Dein Alles, Jesus Christus! Joh. Caspar Lavater,* 1741,+1801. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 320. Jesus ist der schönste Nam' Aller, die auf Erden kamen, Huldreich, prächtig, tugendsam, Ueber alle andre Namen. Seiner großen Herrlichkeit Gleicht kein Name weit und breit. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Heilet uns von allen Sünden; 4. Jesus ist das höchste Gut In dem Himmel und auf Erden. Jesu Name macht mir Mut, Daß ich nicht kann traurig werden, Jesu Name soll allein Mir der höchste Name sein. Joh. Scheffler,* 1624,+1677. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 321. Welch hohes Beiſpiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Leben! mein Dir möcht' ich gern, Heiland, dir, Auch nachzuahmen streben. Führ' mich den Weg, den du betrat'st, Daß ich gern thue, was du that'st. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein, wie deine Lehre, Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Endzweck Gottes Ehre. Du gibst uns hier Zufriedenheit und dort die ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich Und stiegst vom Himmel nieder, Wardst Mensch, ein armer Mensch, wie ich Und meiner Schwachheit Brüder. Du warst, obgleich der Menschen Spott, In deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, Um uns zu Herrn zu machen. Den Kranken gabst du Trost und Ruh', Warst mächtig in den Schwachen. Du trugst die Leiden mit Geduld Und trugst sie ohne eig'ne Schuld. 5. Ein Opfer unsrer Missethat, Liebst du uns doch als Freunde, Erfüllst für uns des Vaters Rat, Und bitteft selbst für Feinde. Du starbft, Erlöser. 165 4. Güt'ger Jesu, ach, wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und gutthätig Bist du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne leuchtet allen, Dein Regen muß. auf alle fallen, Wie undankbar ihr Herz erscheint. Mein Gott, ach lehre mich, Damit auch hierin ich Dir nachahme. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, stets unschuldig, Trugst du doch alle Schmach geduldig Und übtest Rache niemals aus. Wer kann deine Sanftmut messen, Bei der du dennoch nie vergessen Den Eifer für des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmut und dabei Frommen Eifer. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich fanftmitig sei, wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering. Immer sah man dich auf Erden In Demut und in Knechtsge= berden, Erhobst dich selbst in teinem Ding. Herr, solche Demut lehr' Auch mich je mehr und mehr Stetig üben. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich demütig sei, wie du. Der gehorsam bis zum Tod, Und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel haft du mir Zur Richtschnur hinter laffen, Daß ich gefinnet sei gleich dir In meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, Komm, folge mir und thu' wie ich! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, Daß ich mein Heil erfenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht mich fälschlich nur so nenne. Hilf, daß ich deinem Vorbild treu, Auch Andern selbst ein Vorbild sei. I. 3. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 322. eil'ger Jesu, Heil' gungsquelle, Mehr als Krystall rein, flar und helle, Du lautrer Strom der Heiligfeit! Aller Glanz der Cherubinen Und Heiligkeit der Seraphinen 3st gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, Ach, bilde mich nach dir, Du, mein Alles! Jesu, o du. Hilf mir dazu, Daß ich auch heilig sei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war: So laß auch in Gott mich faffen, Mach' Herz und Willen nur gelassen, Ja, stille du sie ganz und gar. Mach' mich dir gleichgesinnt, Wie ein gehorsam Kind Stille, stille. Jesut, o du. Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei, wie du. 3. Treuer Jesu, ohne Schlummer In großer Arbeit, Müh' und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, Damit ich allezeit Wach' und bete. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei, wie du. 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen War züchtig, rein und auserlesen, Ein Bild der reinsten Sittsamkeit. Dein Gefühl, dein Denfen, Sinnen, Blick, Wort und jegliches Beginnen War alles heil'ger Zucht geweiht. O mein Immanuel, Mach' mir Geist, Leib und Seel' Keusch und züchtig. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß teusch und rein ich sei, wie du. 8. Mäß'ger Jesu, deine Weise Jm Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Deine Speise wars, den Willen Des Vaters treulich zu erfüllen, Und ihm zu dienen jederzeit. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib' 166 Gottes Werke und Wohlthaten. Rein und nüchtern. Jesu, o du,| mir entzünden, und deine WeisHilf mir dazu, Daß ich stets heit finden, Damit mein ganzes nichtern sei, wie du. Leben Dir ewig sei ergeben; 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, Du wollest mich zu dir erheben, Und deinem Vorbild machen gleich. Gib, daß mich dein Geist durch dringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, Und tüchtig werd' zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu 8. Bis aus dem Prüfungsthal Ich geh' zum Sternensaal; Bis ich besitzen werde Den Himmel für die Erde, Und nach der Engel Weise Dich, ew'ge Weisheit, preise. Nicht ermittelt. für afür, Treuer Heiland! Jefu, 324. Het schenliebe War Mel. Schmüce dich, o licbe Seele. eiland, Meno du, laß mich, wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh'. Gottfried Arnold, 1666, † 1714. Mel. Auf meinen lieben Gott. die Quelle jener Triebe, Welche dich ins Fleisch gezogen, Zu so großer Treu' bewogen, Dich mit Schmach und Schmerz bedecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O wer faßt die starken Triebe Deiner treuen Menschenliebe? eil du, Herr Je323. We su Christ, Die höchste Weisheit bist, So hab' ich dich erkoren, Sobald ich war ge= boren, Damit du mir zum Leben Auch Weisheit wollest geben. 2. Herr, deiner Weisheit Ruhm Sei stets mein Eigentum, Denn Weisheit nur bestehet, Wenn alles sonst vergehet. Ihr Licht strahlt uns von oben, D'rum ist es hoch zu loben. 3. Ach Herr, regiere mich, Damit ich inniglich nur deine Weisheit liebe, und stets in ihr mich übe, Damit Gemüt und Sinnen Nichts Thörichtes beginnen. 4. Gib Weisheit, gib Verstand, Daß Herz und Mund und Hand Folg' immer deiner Lebre, Sie fleißig hör' und ehre, Daß ich nie von dir weiche, Und einst das Ziel erreiche. 5. Die Weisheit laß allein Mein größter Reichtum sein, Daß ich fie recht betrachte, Und mehr als Perlen achte, Daß sie vor allen Schäßen Mög'meine Seel' ergößen. 6. Wohlan, so gib, daß ich, O mein Herr Jesu, dich Als aller Weisheit Quelle Mir stets vor Augen stelle, Daß ich nur deinen Willen In allem mög' erfüllen. 7. Laß meines Glaubens Licht In aller Zuversicht Sich ganz in 2. über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in and'rer Dienst verzehren: Das find Proben wahrer Gitte, Und so, Herr, war dein Gemüte. 3. du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen, Und wie pflegtest du zu eilen, Das Erbet'ne mitzutheilen! 4. Kinder an dein Herz zu drücken, Rummervolle zu erquiden, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sütnder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, Selbst den Niedrigsten zu dienen: Dazu warst du, Herr, erschienen. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für mich Armen Dein unschätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Um zur Tilgung meiner Schulden Meine Strafe zu erdulden, Und, mir Segen zu erwerben, Als ein Fluch am Kreuz zu sterben! Der Erlöser. 167 mich zu jeder Frist. 6. Deine Huld hat dich getrieben,| bist, Herr Jesu Christ, Dics tröstet Sanftmut und Geduld zu üben, Haß mit Liebe zu vergelten, Deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu fegnen, Deine Feinde zu vertreten, Und für Mörder selbst zu beten. 4. Herr, du siehst meine Thränen an, Und du haft sie gezählet, Wenn ich sie selbst nicht zählen kann, Daß dir nicht eine fehlet; Sie bleiben immerdar vor dir, Und neigen bald dein Herz zu mir, Daß du erbarmend auf mich blickst Und gnädig schickst, Wodurch du wahrhaft mich erquickst. 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm getrachtet, Noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen Mit Gehorsam zu erfüllen, Und uns Heil und Trost zu geben, War der Zweck von deinem Leben. 5. Wer in Geduld hier Thränen sä't lind seinem Gott hält stille, Der erntet, wenn er aufersteht, Der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offenbar, Ist hier noch feinem Auge flar, Allein der Erde Kreuz und Leid Wird nach der Zeit Den Frommen Himmelsseligkeit. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen Deinen Wandel oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden. Heilige auch meine Triebe Zu rechtschaff'ner Menschenliebe. Laß mich immer mehr auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden. 3. 3. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. [ m Zion, Jesu, flossen Augen Zähren, Wie du stets um die Sünder weinst, Wenn sie sich 325. leinst von deinen nicht befehren. Wer reuevoll vor dir erscheint Und über seine Gün den weint, Dem strömest, treuer Heiland, du Gewissensruh' Aus deiner Gnadenfülle zu. 2. Herr, mache deine Thränen mir zu reichem Heil und Segen, Daß sie, hab' ich gefehlt vor dir, Zur Buße mich bewegen. Du haft, o heil'ger Menschenfreund, Für fremde Sünden einst geweint; Wie könnt' ich meine eig'nen seh'n, Ohn' hinzugehn Zu dir, und Gnade zu erfleh'n? 3. Hier muß ich oft im tiefsten Schmerz Biel bittre Thränen weinen; Wie oft drückt eigne Not mein Herz, Wie oft die Not der Deinen! Doch legt des Vaters Wille mir Das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, Der du in Not gewesen 6. Für deine Thränen dant' ich dir, Sie sind mein Trost im Leiden; Auch noch im Tode sind sie mir Die Bürgschaft fel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst In deiner Herrlichkeit erscheinst und führest zur Verklärung mich, Dann preis' ich dich Für deine Thränen ewiglich. Joh. Heermann,* 1585,+1647. Mel. Vater unser im Himmelreich. zehrer gleich, An Lehrer, dem kein Weisheit, Lieb' und Eifer reich, Des ew'gen Vaters höchster Rat, Prophet, berühmt durch Wort und That, Den Gott zu unserm Heil gefandt, Und ihn gesalbt mit eigner Hand! 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß, Und machtest alle Siegel los, Womit fein Rat versiegelt war. Durch dich wird alles offenbar Und in das hellste Licht gestellt, Was Dunkelheit umschlossen hält. wahre 3. Du weiseft uns die Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur; Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 326. 326. 168 Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Du sahest in der Gottheit| Wer zeiget uns im Leiden Den Licht mit aufgeklärtem Angesicht, Himmel aufgethan? Wenn vor Was nach der ew'gen Liebe Rat dem Tod wir beben, Wer gibt dem Man fünftig zu erwarten hat. Herzen Ruh'? Heil! Christus ist Du machtest alles klarer fund, das Leben, Führt uns dem Vater zu. Als jemals der Propheten Mund. Aschenfeld. 5. Das Tehramt, welches du geführt, Hast du mit Heiligkeit geziert, Mit vielen Wundern oft bestärkt, Woraus man deine Allmacht merkt; Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Siegel d'rauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit Ursprung ist, So setzest du an jedem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und sie mit Gaben ausgeziert. 7. Du aber sendest deinen Geist, Den du den Gläubigen verheiß'st, Der allen Seelen, die er liebt, Erkenntnis, Licht und Weisheit gibt, Und der, wo man ihn nicht vertreibt, Dein Wort in Herz und Sinne schreibt. 8. Ach laß, o himmlischer Prophet, Mich schauen deine Majestät; Mach' mich vom Eigendülnkel frei, Damit ich dir gehorsam jei. Du sollst mein höchster Lehrer sein, Führ' mich in deine Schule ein. 3. 3. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Valet will ich dir geben. 327. A us irdischem Getümmel, Wo nichts das Herz erquickt, Wer zeigt den Weg zum Himmel, Wohin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt: Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, Gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen Ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, Die alles uns erhellt, Denn Christus ist die Wahrheit, Er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, Die niemand rauben kann? 328. Mel. Dies ist der Tag zum Gegen. u bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Darauf hast du uns, Herr, dein Wort gegeben. O leite uns, die wir in Schwachheit wallen, Daß wir nicht fallen. 2. Du bist der Weg; wenn deine Hand uns leitet, So stehn wir fest, wenn unser Fuß auch gleitet. Erhalt' uns stets, o Hirt voll Huld und Gnade, Auf rechtem Pfade. 3. Du bist die Wahrheit; gehn wir gleich im Dunkeln, Doch muß dein himmlisch licht uns freundlich funkeln. Du bleibst der Morgenstern in unsern Herzen, In Nacht und Schmerzen. 4. Du bist das Leben; ewig himmlisch Leben Wirst du, o Le= bensfürst, den Deinen geben; O hilf, bis wir zum Himmel hingelangen, Darnach verlangen. Nicht ermittelt. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 329, weigt, Verächter, Pipottet nicht, Schmähet nicht, was ich verehre! Meiner Seele Zuversicht und mein Licht ist Jesu Lehre. Bebt! was euer fühner Spott Stolz verachtet, ist von Gott! 2. Sie verdrängen könnt ihr nie, nie verdunkeln ihre Klarheit; Gleich der Sonne leuchtet sie, Wahrheit ist sie, Gottes Wahrheit, Deren reines, helles Licht Alle Finsternis durchbricht. 3. Wessen starke Rechte hat Uns des Irrtums Macht ent= riffen? Wo ist Weisheit, wo ist Rat Für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo der regiert, Deffen Wort zu Gott uns führt? Der Erlöser. 169 bricht. Daß dein 4. Da ist's Freude, da ist's| Erbarmen über ihrem Elend Ruhm, Sich zu Gott empor zu schwingen, Da ist Kraft, ins Heiligthum Seiner Wahrheit einzudringen, Und, entfernt von Furcht und Grau'n, Uebers Grab hinaus zu schau'n. Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er änd're ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, Da ist Mut, nur Gott zu leben, Und vor ihm gewissenhaft Nach des Geistes Heil zu streben, Da ist stets Zufriedenheit, Vorgefühl der Seligkeit. J. A. Cramer, 1723,+1788. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 330. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt! Dir, auf dem erhab'nen Throne, In der königlichen Krone, Bringet aller Engel Heer Tief anbetend Preis und Ehr'. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Urd dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollte werden, Dos vollführte deine Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte In dem obern Heiligtum, 3u verbreiten Lebenskräfte Durch dein Evangelium. Allen willst du Gnad' ertheilen, Die zum Thron der Gnade eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen Trägest du auf deiner Brust; Welche jemals zu dir kamen, Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Und machst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergiffest du der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir aus 6. Einst in deines Fleisches Tagen, Da die Sünden aller Welt Schwer auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Weinen Uns zu gute zu erscheinen. O in welcher Niedrigfeit Batest du zu jener Zeit! 7. Aber jetzt wird dein Begehren Von der Allmacht unter= stützt, Da, wo unter Himmelshören Die verklärte Menschheit fißt, Nun kannst du des Feindes Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unire böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellst du deinem Vater dar, Und vertrittst nunmehr mit Freuden Deine teu'r erlöste Schar; Bittest, daß er Kraft und Leben Woll' dem Volk auf Erden geben, Und selbst die auch zu dir zieh'n, Die noch deine Freundschaft flieh'n. 9. Großer Mittler, sei geprie= sen, Daß du in dem Heiligtum So viel Treu' an uns bewiesen! Dir sei Ehr, Dank und Ruhm! Mög'uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten. Schließt auch unsern Mund der Tod, Sprich für uns in letzter Not. J. J. Rambach,* 1693,+1735. Mel. Wie schön leucht't uns. 331. Wo ist ein solcher du? Du schaffst den Müden süße Ruh', Ruh', die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit Verschlingt ein Meer voll Herzeleid, Dit, Herr, vergibst die Sünden, Jesu, O du Läß'st dich würgen als den Bürgen, um von Sünden Mich auf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit! Wie hoch wird dessen Geist erfreut, Gottes Werke und Wohlthaten. 170 Der dich im Glauben kennet! Du Mel. Befiehl du deine Wege. bist sein Schmuck, biſt ſeine Pracht, 332. Weiden, och det scheiden, So scheidet Die ihn vollkommen herrlich Für die sein Herz entbrennet. Laß mich Ewig, Himmelssonne, Seelenwonne, dich genießen, Und in deinem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedensfürst, Wie hat dich nach dem Heil gedirst't Der abgewich'nen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und verlor'ne Sünder. Freude! Beide Werden Eincs, ungemeines Wert der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O Gottes Lamm, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin, Sie liegt auf deinem Rüden. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, Da muß dich unerhörte Qual An Leib und Seele drücken. Diese Süße Flut der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden Hab' ich Fried'n und Heil gefunden. 5. Mitleidender Immanuel, Es ist mein Leben, Leib und Seel' Voll Mängel und Gebrechen; Doch ist dein Herz auch voller Gnad', Und du willst nicht die Missethat Am armen Staube rächen. Deine Reine, Treue Liebe steht im Triebe, hier im Leben Täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Regiment, Sie macht der Sklaverei ein End', Besiegt Gesetz und Sünden. D'rum, willst du frei und fröhlich sein, Laß Jesum und die Gnade ein, So kannst du überwinden. Seelen Quälen, Sündenwerte, er doch nicht; Auch in der Nacht der Leiden Bleibt er mein Trost, mein licht. Er liebt, so lang' er lebet, D'um liebt er ewiglich. Heil mir! auch mich erhebet Er einst hinauf zu sich. 2. Er liebt, er tröstet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer zu ihm nur eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Ende, Ist allen treu gesinnt, Uns fegnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 3. Versöhnte Gottesfinder, Liebt ihn nun lebenslang! Dem Todesüberwinder Bringt ewig Preis und Dank! Ihm dürft ihr fest vertrauen, Er lebt, er lebt für euch; Er will: ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. 4. Wer kann so träftig trösten, Wer kann so hoch erfreu'n? Wer kann so die Erlösten Beseligend erneu'n? Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was wird erst dem beschieden, Dem er dort oben lohnt! 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin. Dorthin, von dir geleitet, Schaut der vertlärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier; Du bist vorangegangen, Heil uns! wir folgen dir. Karl Aug. Döring,* 1783,+ 1844. all' Muß der starten Gnade weichen. 333. Wer Herrlichkeit, Wel. Nun danket all' und bringet. ir 7. Gib, Jesu, durch dein teures Blut Mir hier der Seele höchstes Gut, Vertilg' die Sündentriebe. Du hast mich dir, Immanuel, Gar teu'r erkauft mit Leib und Seel', Zum Preise deiner Liebe. Kleiner, Reiner Muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. 3. L. K. Allendorf,* 1693,+1773. Zu deines Thrones Höh'n, Vor dem, auf deinen Wint bereit, Viel tausend Engel stehn. 2. Du nahmst von deiner Herrlichkeit Schon längst Besit; nur wir, Wir leben immer noch im Streit, Und sehnen uns nach dir. 3. Doch du bist nah', wir za= gen nicht, uns schützet deine Der Erlöser. 171 Hand. Du gibst auf unserm Pfade| schauen, Die dich unermüdet preisen Licht Und führst zum Vaterland. Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An der Unterthanen Menge, An des Regimentes länge, An Begnadigung der Freunde, Und an Siegen über Feinde. 6. Herriche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, Auf mich deine Gnade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, dir zur Seiten. 3. J. Rambad),* 1693,+1735. 4. Du stärfest unsers Glaubens Mut mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, Und deiner gläubig harrt. 5. Wir preisen dich in dieser Zeit, Dich, der solch Glück uns schenkt, Der noch in seiner Herrlich teit Der schwachen Freunde denkt. 6. Ja, Herr des Lebens, Jesu Christ, Auf dich nur hoffen wir; Wir suchen nun, was droben ist, Und sind im Geist bei dir. 7. Vollenden wir einst unsern Lauf, So eil' uns beizustehn; Nimm uns in deinen Himmel auf, Dein volles Heil zu seh'n. Nicht ermittelt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 334. König, dem kein Dessen Ruhm kein Tob erreichet, 335. Jesus Chriftus erricht Ebenbild von Gottes Wesen, Uns zum Mittler auserlesen, Sich der Welt zu offenbaren, Als das Bild des Unsichtbaren! Dir ge= hört das Recht zum Throne, Als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Sind, o Herr, voll deiner Ehre; über Lebende und Tote Herrschen deine Machtgebote. Alles steht in deinen Händen, Daß du magst dein Werk vollenden, Und auf wunderbaren Wegen Führst du uns dem Ziel entgegen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man deine Wunder glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt er wählen, Die nach deiner Vorschrift leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, Und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Lob vermehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlig wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge foll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit; Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gehet aus dem Strom der Zeiten In das Meer der Ewigkeiten, Forscht den fernen Tiefen nach: Kein Geist wird in allen Gründen Je Erhab'ner's können finden, Als der Vater von ihm sprach. 4. Gott, des Weltbaus großer Meister, Liebt die Engel, zählt die Geister, Dienend ihm vor seinem Thron; Sagt er aber einem Knechte: Sezze dich an meine Rechte? Nein, er sprach es zu dem Sohn. 5. Gott ist Herr, der Herr ist einer, Und demselben gleichet keiner, Nur der Sohn ist ihm ganz gleich; Dessen Stuhl ist unumstößlich, Dessen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein ewig Reich. Gottes Werke und Wohlthaten. 172 6. Gleicher Macht und gleicher Ehren, Sitzt er unter lichten Chören, über allen Cherubim. An der Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen, Denn der Vater gab es ihm. 7. Alles, was Gott hat erwählet, Was er zu den Kindern zählet, st in seinem Sohn geliebt; In ihm thront des Vaters Wille, Aus der ew'gen Gottheit Fülle Ist die Gnade, die er gibt. 8. Jesus Christus ist der Eine, Der gegründet die Gemeine, Die ihn ehrt als teures Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Mit dem Geiste fie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 9. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kranke, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Arme, ihm die Not. Wunden müssen Wunden heilen, Heilsöl weiß er auszuteilen, Reichtum schenft er nach dem Tod. 10. Komm, aus fündigem Geschlechte Der Gerechte macht Gerechte, Heil'ge aus der Sünder Rott'. Komm, du wirst noch angenommen, Komm beherzt, er heißt dich kommen, Sag' ihm mein Herr und Gott! 11. Eile, du darfst dich nicht Ph. Fr. Hiller,* 1399,+1769, schämen, Willst du Gnade? du sollst nehmen; Willst du Leben? Mel. Kommt und laßt uns Chriſtum. nur: das soll sein; Willst du erben? 336. Christus, unser Haupt Soll aufs höchste gehen: Willst du Jesum? er ist dein. und König, chem alles unterthänig, und dem kein Geschöpf zu wenig, Herrscht im Himmel und auf Erd'. 12. Allen losgekauften Seelen Soll's an feinem Gute fehlen, Denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werte Worte! teure Lehren! Möcht' doch alle Welt dich hören, Süßes Evangelium! 2. Leer' dich aus, er wird dich füllen, Blick auf ihn, er wird dich stillen, Schweig', so ſagt er seinen Willen, Wisse nichts, ſo lernst du ihn. 13. 3war das Haupt trug die zum Hohne Ihm geflocht'ne Dornenkrone Einst am Kreuz in tiefer Schmach; Sterbend hat es überwunden, Leben durch den Tod gefunden, Durch die Nacht den ew'gen Tag. 3. Zu der heil'gen Gottheit Stätte Naht' kein Mensch, wenn er's nicht thäte und ins Mittel für uns träte, Unser Heiland, Jesus Christ. 4. Süßer Heiland, zeuch mich höher, Deinem Herzen immer näher, 14. Gleiches Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! es folgen Freuden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 15. Gehen Ehr' und Gut ver= loren, Wird auch gar der Tod geschworen: Schmach und Sterben ist Gewinn. Droht mit Schanden! schreckt mit Beilen! Die nach jenem Kleinod eilen, Sehen über alles hin. 16. Jhnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo sie ganz ihr Heil genießt. 17. Jauchz' ihm, Menge heil'ger Knechte! Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 18. Jch auch auf den tiefsten Stufen. Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, lobet ihn! Der Erlöser. 173 Denn das meine kommt nicht eher| zespfad, Die Marter statt der Zu des Vaters Herzen hin. 5. Gib mir deine Gnadenblicke, Damit deine Huld mich schmücke; O dann preif' ich mein Geschicke, Bleibe dann mit dir vereint. Freuden; Du suchtest mich mit Lieb' und Huld, Du trugst am Kreuze meine Schuld, Umsonst sei nicht dein Leiden. Durch deiner Schmerzen tiefe Not Befreie mich vom ew'gen Tod. 6. Dahin eilet meine Liebe, Dahin dringen meine Triebe, Daß ich gerne eins verbliebe, Eins mit dir, auf ewig eins. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, * 1700,+1760. 6. Gerechter Richter, groß vyn Kraft, Noch vor dem Tag der Rechenschaft Vergib mir meine Sünden. Wohl bin auch ich des Todes wert, Und furchtbar droht das Richterschwert, Ach, laß mich Nettung finden! Erhöre, Gott, Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 337. Es naht der Tag, mein banges Fleh'n, Laß mich dem Welt Auf Gottes Wort in Staub zer= fällt, Der Herr kommt zum Gerichte. Welch großes Schrecken wird entstehn, Wenn wir den Richter kommen seh'n In seinem Flammenlichte! ES naht der große Erntetag, Der Richter forschet strenge nach. 7. Du hast Marien Huld gewährt, Am Kreuz den Schächer noch erhört, Gib Trost auch meinem Herzen. Ich bin nicht wert, erhört zu sein, Doch wirst du Gnade mir verleih'n, Mich retten von den Schmerzen; Errette mich durch deine Treu', Mach' mich vom ew'gen Tode frei. 2. Dann hallt Posaunenruf hinab In aller Menschen weites Grab, Er sammelt sie am Throne. Und alles bebt, und alles fleht, Wenn im Gericht ein jeder steht Vor Gottes ew'gem Sohne. Durch jedes Herz ein Zittern dringt, Wenn der Posaunen Ruf erklingt. 8. Hirt, führ' mich zu den Schafen ein, Und von den Bösen laß mich sein Durch deine Huld geschieden. Gehn die Verfluchten schuldvoll ein In ihre ew'ge Flammenpein, So schenke mir den Frieden. Das Wort erschalle dann von dir: Gesegneter, komm her zu mir! 3. Dann liegt das Buch vor aller Welt, Das deine Thaten all' enthält, Das Buch, wonach 9. Zermalmt wie Asche ist mein Gott richtet; Dann sitzt der Rich- Herz, Ich fleh' gebeugt in meiter auf dem Thron, und wäget nem Schmerz: Gib mir ein ſel'jedem seinen Lohn, Die Nacht ges Ende. Wenn einst der Thräwird dann gelichtet. Nichts fann nentag aufgeht, Und dann der der Strafe dann entgehn, Der sünd'ge Mensch ersteht, Nimm Mensch muß seinem Richter stehn. mich in deine Hände; Uns Sünder schone, Vater, du: Heiland, führe uns zur Ruh'! Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. 4. Was sag' ich dann, ich Armer, ich? Wer spricht dann im Gericht für mich, Wenn selbſt Gerechte beben? O König, voller Majestät, Der Fromme gnädig Eigene Melodie, bann erhöht, Aus Gnade laß 338. Machet auf! ruft mich meileben. Errette mich as ner Schulb, Erbarme dich aus Lieb' und Huld. 5. Du hast nach deinem Ziebesrat Für mich erwählt den Kreu- Stunde, Der Wächter sehr hoch auf der Binne, Wach' auf, du Stadt Je= rusalem! Mitternacht heißt dieſe Sie rufen uns mit 174 Gottes Werke und Wohlthaten. hellem Munde: Wo seid ihr klu-| Auf, auf, ihr Neidsgenossen, Der Bräut'gam ist nicht weit. gen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zur Hochzeitsfreud', Ihr mitsset ihm entgegengehn. 4. Er wird nicht lang' verziehen, D'rum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen Im Es schönsten Frühlingsichein. Erquickungszeiten, Die Abendröte zeigt Den schönen Tag von weitem, Davor das Dunkel weicht. 2. Zion hört die Wächter sin- nah'n gen, Das Herz will ihr vor Freude springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden start, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron'. Herr Jesu, Gottes Sohn! Hofianna! Wir folgen all' Zum Freudensaal, Und halten mit das Abendmahl. 5. Begegnet ihm auf Erden, Jhr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Geberden, Und seid nicht mehr betrübt. Schon glänzen Freudenstunden, Es wird der treuen Braut, weil sie hier überwunden, Die Krone nun vertraut. 6. Tie ihr Geduld getragen, Und mit gestorben seid, Jhr sollt nach Kreuz und Klagen Nun leben ohne Leid; Ihr sollt mit ilm regieren, Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In eurer Siegestron'. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier tönen Freudenpsalmen In Frieden nach dem Streit; Hier schweigen alle Klagen, Hier grünen die Gebein', Die dort der Tod zerschlagen; Der Tod wird nicht mehr sein. 3. Ehr' und Preis sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gespürt, Kein Ohr hat mehr gehört Solche Freude Des jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Philipp Nicolai,* 1556, † 1608. Mel. Valet will ich dir geben. 339. Ermuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampe: Schein! Der Abend ist gekommen, Bald bricht die Nacht herein. Es hat sich auf gemachet Der Bräutigam mit Pracht. Auf! betet, kämpft und wachet, Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, Und füllet sie mit Öl, Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah'! Begegnet ihm in Reihen Und fingt Halleluja! 3. Jhr flugen Jungfrau'n alle, Hebt nun das Haupt empor, Mit 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden, Und Jesus ist ihr Hort; Hier sind die gold'nen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 9. O Jesu meine Wonne, Komm bald und mach' dich auf; Geh' auf, du Lebenssonne, Und förd're deinen Lauf. Jesu, mach' ein Ende, Und führ' uns aus dem Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurentii,* 1660, † 1722. Mel, O Ewigkeit, du Donnerwort, Jauchzen und mit Schalle, 3um 340. Erhöhter Jesu, Gottes frohen auf Sohn, Der du schon geschlossen, Die Hochzeit ist bereit: längst der Himmel Thron AlS Der Erlöser. Herrscher eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter Zeit, n großer Kraft und Herrlichkeit, Vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrau'n Dich, Herr, auch meine Augen schau'n. 2. Wer faßt, o Heiland, hier die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, Die, Herr, vor dir sich beugen: Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 175 Mel. O Gott, du frommer Gott. 341. nung will Gott ernſtlich von dir haben. Thu' Rech= nung, spricht der Herr, Von allen deinen Gaben. Thu' Rechnung! fürchte Gott, Du mußt einst plötzlich fort; Thu' Rechnung! denke stets An dieses Donnerwort. 2. Sprich: lieber Gott, wer ! ann Vor deinem Thron bestehen, Wenn du mit deinem Knecht In dein Gericht willst gehen? Es ist in weiter Welt zu finden nicht Ein Mann, Der dir auf tausend nur Ein Wort antworten fann. 3. Laß Gnade gehn vor Recht, Ach laß mich Gnade finden! Mach' mich aus Gnaden los von allen meinen Sünden. Laß deines Sohnes Blut Auch mein Herz machen rein, Laß alle meine Schuld Tot und vergessen sein. 4. Laß mich in dieser Welt Nur dir zu Ehren leben, Daß ja mein Leib und Seel' Dir all'zeit sei ergeben. Dein Geist regiere mich, So werd' ich wohl bestehn, Wenn du zur Rechnung rufft, Zur Himmelsfreud' eingehn. Joh. Olearius,* 1611, † 1684. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Crab, Ein Ruf der Allmacht tief hinab, Und schafft ein reues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das große, nie gezählte Heer Der Toten wiedergeben. Sie stehn, durch dich, Herr, neu beseelt, Nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, Um Jedem den bestimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheiß'ne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erde Richter bist? 5.2 gib, wenn nun dein Tag 342. Wo Gottes Sohn, Mel. Was Gott thut, das ist. ir warten dein, erscheint, Daß ich dann noch in dir den Freund Und Heiland wiederfinde, Daß ich mit Freuden vor dir steh', Und mit dir in den Himmel geh', Ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, Und auch die kleinste Sünde scheu'n. Und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entfloh'n, Bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, Erhebt sein Haupt. Und sieht dir froh entgegen, Du bringest Himmelssegen. 6. Dein Name sei mir ewig wert, Und was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben. So hab' ich in der Ewigkeit Auch teil an deiner Herrlichkeit. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, In unsern Prüfungstagen, Du hast dein Kreuz für unsre Schuld So demutsvoll getragen: Wie sollten wir uns nicht mit dir Zum Kreuze gern bequemen, Bis du's hinweg wirst nehmen? 3. Wir warten dein, du hast uns ja Das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns im Chr. S. Ulber. 176 Gottes Werte und Wohlthaten. Geiste nah', Toch willst du sicht-| sonst darauf Eine langeStrafe, Und bar kommen; Und dann wirst du die Not Samt dem Tod Möchte Bei dir uns Ruh', Bei dir uns dich, in Sünden Unvermutet finden. Freude geben und ew'ges Himmelsleben. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache, sonst wird Gottes Licht Dir noch ferne deuchten. Denn er will Für die Füll' Seiner Gnadengaben Off'ne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans ist nicht im Schlafe finde, Wo es ihm ein Zeichtes ist, Daß er überwinde; Denn Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, 4. Wir warten dein, du kommst gewiß, Dir flopfen schon die Herzen, Vergessen aller Kümmernis, Vergessen aller Schmerzen. Dereinst, dereinst, Wann du erscheinst, Soll unser Mund lobfingen Und ewig Dant dir bringen. Ph. Fr. Hiller,* 1699,+1769. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 343. Der Tag, an dem Wenn sie sicher schlafen. mein Heiland spricht: Kommt, Menschen, kommt vor mein Gericht! Erfitt mich nicht mit Beben. Der mich zu seiner Schar berief, Auf dessen Tod ich hier entschlief, Wird mich zu sich erheben. Ich kann auf die Verheißung bau'n, Daß ich sein Antlitz werde schau'n. 2. Wie freu ich mich der großen Zeit, Da ich zu seiner Herrlich feit Verklärt hinüber gehe! Heil mir, wenn ich, von Sünden rein, Mich seiner ewiglich zu freu'n, Vor seinem Throne stehe, Wo ich mit den Erlösten dann Ein höh'res Lied ihm singen kann. 3. Da, wo mein Heiland Jesus ist, Wohnt Freude, die kein Geist ermißt, Und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, Wie wird er dort vor seinem Thron Mich wunderbar erquicken! Von ihm strömt Seligkeit und Ruh' mir dann in ew'ger Fülle zu. Nicht ermittelt. Eigene Melodie. Jache 344. Geist, bercit, Wache, fleh' und bete, Daß dir nicht die böse Zeit Plötzlich nahe trete; Denn es ist Satans ist über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aberwache erst recht auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und fieh, Taß dich nie Falscher Britder Lügen Um dein Heil betrügen. 6. Wache, hab' auf dich wohl acht, Trau' nicht deinem Herzen; Leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach, es ist Voller ist, Weiß sich selbst zu schmeicheln, Frommen Sinn zu heucheln." 7. Bete aber auch dabei, Bete bei dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem allen machen, was dich drückt Und bestrict, Daß du schläfrig bleibest, und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, Soll er etwas geben; Er verlanget unser Schrei'n, Wenn wir wollen leben, und durch ihn Unfern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Jm Gebet anflehen. Denn er will Uns die ten, Wenn wir glaubend bitten. 10. D'rum so laßt uns immerdar Wachen, fleh'n und beten, Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten. Denn die Zeit st nicht weit, Da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkhard Freystein, † 1720. Die Heilsordnung. Heiligung durch den heiligen Geist. Heilsordnung. Die Mel. Wer nur den lieben Gott. 345. Erwede, Jesu, stets die Herzen, Erinn're uns durch deinen Geist, Daß wir mit Sünden nicht mehr scherzen, Die dein Gebot uns fliehen heißt, Erwecke mich, Erinn're mich! Ich will dir danken ewiglich. 2. Erwecke mich, dir Dank zu geben Für dein Verdienst, Geburt und Tod. Du starbst und gabst für mich dein Leben, Du litteft Schmerzen, Angst und Not. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich mit Dank recht preise dich. 3. Erwecke mich zur Buß' und Reue und mache mich von Sünden frei. Ach, Herr, ich bitte dich, verleihe, Daß ja mein Herz nicht ficher sei. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich in Buße suche dich. 4. Erwecke mich zum wahren Glauben, Der nach dir dürftet, feufzt und ringt. Auf Dornen wachsen keine Trauben; Gib Glauben, der auch Früchte bringt. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich von Herzen glaub' an dich. 5. Erwede mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die stets fefte hält, Damit ich stets mich darin übe, Was dir, mein Jesu, wohlgefällt. Erwede mich, erinn're mich, Daß ich recht innig liebe dich. 6. Erwecke die verstockten Sünder, Die nicht in deiner Liebe stehn; Ach suche doch die armen Kinder, Die Schafe, die noch irre gehn. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich, mein Heil, nicht lasse dich. 7. Erwede alle frommen Herzen, Daß sie im Guten weitergehn; Beig' ihnen deine Todesschmerzen, Und laß sie niemals stille stehn. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich stets hab' und halte dich. 177 8. Erwecke mich zur Kraft im Leide, Mach' mich an Trost und Hoffnung reich; Dein Kreuz ſei mir der Grund der Freude, Dein Herz mir stets an Huld sich gleich. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich im Kreuze seh' auf dich. 9. Erwecke mich zum sel'gen Sterben, Mein Jesu, mache mich bereit; Laß mich, o Herr, dein Reich ererben, und führe mich zur Seligfeit. Erwecke mich, erinn're mich, Daß ich im Sterben halte dich. 10. Nun, Jesu, höre meine Bitte, Nimm dich, o Heiland, meiner an. Ich walle nich in dieser Hütte; Dein Geist führ' mich auf ebner Bahn. Erwecke mich, erinn're mich, Bis ich im Himmel schaue dich. G. Kleiner. Eigene Melobie. 346. 346. Erleucht mich, Herr, mein Licht, Ich bin mir selbst verborgen Und kenne mich noch nicht. Ich merke dieses zwar: Ich bin nicht, wie ich war; Indessen fühl' ich wohl: Ich bin nicht, wie ich soll. 2. Ich konnt' so sicher ruh'n, Und wußt' von feinen Sorgen; Doch anders ist es nun: Boll Angst und ohne Rast Bin ich mir selbst zurlast. Was vormals meine Freud', Macht mir nun Herzeleid. 3. Rein zeitlicher Verlust Verursacht diese Schmerzen, So viel mir ist bewußt: Jch misse keinen Freund, Auch drücket mich kein Feind, Mein Leib hat, was er will, Gesundheit, Hüll' und Fül'. 4. Es ist der Seele Pein, ES kommt mir aus dem Herzen Und dringt durch Mark und Bein. Dies eine liegt mir an, Daß ich nicht spüren kann, Ob ich ein 12 178 Gottes Werke und Wohlthaten. wahrer Christ, Und du mein Jesus bist. 13. Wenn alles wird vergehn, Was Erd' und Himmel hegen, 5. Es ist nicht so gemein, Ein So bleibt er fest bestehn; Sein Christ zu sein, als heißen; Ich Wesen stirbt nicht ab, Die Gottweiß, daß der allein Des- Na- heit weiß kein Grab; Und wen mens würdig ist, Der seine liebste Luft Durch Christi Kraft zerbricht, Und lebt sich selber nicht. er einmal tennt, Des Wohlstand nimmt kein End'. 14. Wer aber in der Zeit mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in Ewigkeit Von Gottes Freudenhaus Ganz, ganz geschlossen aus, BVergöss' er in dem Weh' Schon einen Thränensee. 15. Gewünscheter Vertrag, Den nur ein Jawort schließet! Sag', meine Seele, sag': So sei's, Herr Jesu, ja, Da hast du alles, da, Nimm hin leib, Seel' und Blut, Geist, Ehre, Hab' und Gut! 6. Es ist nur Selbstbetrug, mit diesem Wahn sich speisen, Als ob es schon genug Zur Glaubensprobe sei, Daß man von Lastern frei, Die auch ein blinder Heid' Aus Furcht der Schande meid't. 7. Der zieht recht Chriftum an, Der aus sich selbst gegangen, Des Fleisches eig'nen Wahn, Vermögen, Lust und Rat, Gut, Ehr' und was er hat, Verläßt, verwirft und spricht: Nur Jesus ist mein Licht. 8. Dies ist des Glaubens Wort Und durstiges Verlangen; Herr Jesu, sei mein Hort, Versöhner, Herr und Schild, Und führ' mich, wie du willt. Dein bin ich, wie ich bin, Nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, Des Glaub' ist noch un16. Thu', was du willst, mit mir! Werd' ich nur zugerichtet Zu deinem Preis und Zier, Erneut zur Herrlichkeit, mit deinem Heil bekleid't, Geheiligt um und an: Wohl mir, so ist's gethan! Theodor Untereye,* 1635,+1693. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 347. Auf, mein Geift, du haft gelaufen genug der Sünden Bahn! Willst du nicht zum Höllenhaufen, So schwing' dich gen Himmel an. Jesus ladet in sein Haus, Will daselbst dir teilen aus Heil und Leben, dich zu laben; Auf, ertichtig, Der bleibt noch Gottes Feind; Sein Sand Und hält zuletzt nicht stand; Der ein'ge Glaubensgrund Ist dieser Gnadenbund. 10. Hier, sorg' ich, fehlt es mir, Mein Trieb sei nicht so richtig, Den ich, Herr Christ, zu dir Befinde, weil ich auch Nach Heuchel- kenn' die Gnadengaben! chriften Brauch Die lust der Welt noch mehr Geliebt, als deine Ehr'. 11. Mein Herz, entschließ' dich nun, Denn du mußt jetzt es wagen, Du kommst sonst nicht zur Ruh'. Sagst du hiermit der Welt Und was dem Fleisch gefällt, Rein ab, und Christo an, So ist die Sach' gethan. 12. Du armer Staub, kannst du Dem König dich versagen, Dem alles stehet zu, Der allgenug sam reich, Ja alles ist zugleich? Mehr, als kein Herz bedacht, Hat er in seiner Macht. 2. Wohl, ich komm' und fühl' den Schaden, Darin ich gesetzet bin; Könnt' ich nun in Thränen baden, Ach, was gäb'ich nicht d'rum hin! Eitles Wesen, sei verflucht, Das ich bisher sehr gesucht; Welt und Luft mit deinen Schätzen, Weg nur! du kannst nicht ergößen. 3. Meiner Sünden Angst und Plagen, Wie der Wellen wilde Flut über mir zusammenschlagen, Und ertöten allen Mut. Wie bedrängt ist, Herr, mein Herz! Endlos häuft sich Schmerz auf Schmerz! Ach, mein Jesu, Die Heilsordnung. zu mir kehre, Eh' ich mich in Angst verzehre. 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron 4. Sieh, ich falle vor dir zur Erden; Ihn drang der Sünder nieder, Herr, ich bin der falsche Weh' und Schmerz, An ihrer statt Knecht, Der das Pfund dir ein Fluch zu werden; Er senkte sich brachte wieder Ohne Wucher, in ihre Not, Und schmeckte für fie träg' und schlecht. Willst du Angst und Tod. Nun, da er denn ins Gericht noch gehn, Wie sein eignes Leben Zur teuren Zahwollt' ich vor dir bestehn? Olung hingegeben, und seinem Váihr Berge, mich bedecket, Und ihr Grüfte, mich verstecket! 5. Groß bist du von Gült' und Treue, Doch nicht dem, der ohne Schuld, Sondern denen, die mit Reue Suchen deine Gnad' und Huld. D'rum straf' nicht in deinem Grimm, Wehre, Herr, der Donnerstimm', Und um deines Eides willen Wollest du mein Zagen stillen. 6. Mag ein Mutterherz wohl haffen, Was den Kindesnamen hat? Wie kannst du denn mich verlassen Wegen meiner Übelthat? Nein, es jammert dich mein Leid, Voller Gnad' bist du bereit, mich schon wieder zu umarmen, Und dich meiner zu erbarmen. 7. Preis dir, Heil mir! alle Stunden, Die zur Buße sind verwandt, Haben mich dir neu verbunden, Bringen mich in Ruhestand. Nun ich Sodom bin entführt, Soll nicht werden mehr gespürt Frdisch Leben, blinde Werke. Jesu, meinen Vorsatz stärke. Nicht ermittelt. Eigene Melodie. 348. Mein ein Heiland nimmt die Slinder an, Die unter ihrer Taft der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten fann, Die nirgends Ruh' und Rettung finden. Sie, denen selbst die Welt zu klein, Die bang' des Richters Auge scheu'n, Sie, denen längst der Stab gebrochen, Die schon der Hölle zugesprochen, Seh'n diese Freistatt aufgethan: Mein Jesus nimmt die Sünder an. 179 ter g'nug gethan, So heißt's: er nimmt die Sünder an! 3. Nun findet man in seinem Schoß Ein sich'res Schloß ge= jagter Seelen: Er spricht sie von der Strafe los Und tilgt ihr jammervolles Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer Jns unergründlich tiefe Meer Durch seinen Mittlertod versenket, Und ihnen Gottes Geist geschenket, Durch den man Vater! rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie zum Vater hin In seinen blutbefloff'nen Armen Und dieses neigt des Vaters Sinn 3u lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes statt, Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ew'gen Leben Wird ihnen huldreich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O könntest du sein Herz nur seh'n, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachäus Haus, Und streckt die Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden Guß erpreßter Thränen, Denkt des nicht mehr, was sie gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Obgleich er noch so tiefgefallen! Unddies hat er nicht nur gethan, Da er auf Erden mußte wallen, Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu. Und wie er unter Schmach und Leiden, 12* Gottes Werke und Wohlthaten. 180 So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, Und wen sein Sündengreu'l betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte stehn, Und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen; Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Gebeugt wirst du gern angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll Verlangen Gesucht, dich gnädig zu umfangen! So komm denn, armes Herz, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: ich hab's zu arg gemacht, und alle Güter seiner Gnaden So lang' und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst, Und deinen Fall mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du sollst jetzt noch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, Jch muß erst dieſe Luft genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut' Die off'ne Gnadenthür verschließen; Nein, weil er ruft, so höre du Und greif' mit Glaubenshänden zu. Wer diesen Tag sein Heil verträumet, Hat eine Gnadenzeit versäumet, Die wohl nie wiederkommen kann. Heut' fomm, heut' nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch du selbst uns recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder. Erfüll' mit sehnender Begier Auch uns und alle Adamstinder. Zeig' uns bei unserm Seelenschmerz Dein nur von Liebe wallend Herz; Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leopold Friedr. Lehr,* 1709,+1744. Mel. Auf meinen lieben Gott. 349. Wo soll ich fliehen hin, Da ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt auch täme, Mein' Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad', Auf dein Gebot und Rat Kommt mein betrübt Gemülte Zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, Ich werfe meine Sünd' Nebst allen meinen Schmerzen, Nebst aller Angst im Herzen, Jn deine heil'gen Wunden, Da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, Durch deiner Thränen Flut Laß, Herr, mich Ruhe finden, Und rein'ge mich von Sünden; Woll'st ihrer nicht gedenken, Jns tiefste Meer sie senten. 5. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch, was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 6. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben, Denn du haft mir's erworben, Da du für mich gestorben. 7. O führe Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' alles meiden, Was mich Die Heilsordnung. von dir fann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein Glied auf 351. Hefonne, Wahrhaftes Mel. Herr Chrift, der ein'ge. err Gnadenewig bleibe. Lebenslicht, Gib Leben, Licht und Wonne Dem blöden Angesicht. Nur du kannst mich erfreuen Und ch, was soll ich meinen Geist erneuen, Mein Gott, versag' mir's nicht! Joh. Heermann, 1585, † 1647. Eigene Melodie. 350. Aunder machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, Es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Vergib mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden, Und hilf mir gnädiglich. laß deine Friedensgaben Die bange Seele 2. 3war es haben meine Sün- laben. Ach, Herr, erhöre mich. den Meinen Jesum oft betrübt, Doch weiß ich, daß er mich liebt, Denn er läßt sich gnädig finden. D'rum, ob mich mein' Sind' anficht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Vertreib aus meiner Seelen Des alten Adams Sinn, Und laß mich dich erwählen Zum feligen Gewinn. Dir will ich mich ergeben, und dir zu Ehren leben, Weil ich erlöset bin. 3. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, Das bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegen geht, Soll mich's doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht't, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts, als nur ein Nebel ist, Denn wir sind zu jeder Frist Mit dem Tode hier umgeben; Doch, wenn auch mein Auge bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 181 5. Sterb' ich bald, wohl mir, ich habe Dann die Ruhe schon erreicht, Ruhe, welcher keine gleicht, Ruhe in dem stillen Grabe; Da ist Jesus noch mein Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Nun, so will ich dein verbleiben, Denn ich traue deinem Wort. Von dir, Herr, mein Heil, mein Hort, Soll mich Not und Tod nicht treiben. Heller glänzt mir einst dein Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Flittner, 1618,+1678. 4. Beförd're dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein hochheilig Wort; Damit ich an dich gläube, In deiner Wahrheit bleibe Und wachse fort und fort. 5. Leit' mich in dieser Wüste und unterdrück' in mir Die Herrschaft böser Lüfte Und laß mich für und für Der eitlen Welt absterben, Dem Fleische nach verderben, Mein Gott, so leb' ich dir. 6. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum Wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 6. Durch ihn werd' ich wieder 7. Nun, Herr, verleih mir leben, Er wird mich zur rechten Stärke, Verleih mir Kraft und Zeit Wecken zu der Seligkeit, Mut; Das sind die GnadenDie er wird aus Gnade geben. werke Die dein Geist in mir Nicht erbeb' ich im Gericht, Mei- thut. Mein eigenes Beginnen, nen Jesum laß ich nicht. Mein Denken und mein Šinnen Jst nimmer recht und gut. 8. Du Geber aller Gnaden, Du Vater aller Treu', Wend' allen Seelenschaden, Und mach' mich täglich neu; Gib, daß ich deinen Willen Beständig mög' erfüllen, Und steh' mir kräftig bei. 2. A. Gotter,* 1661, † 1735. 182 Gottes Werke und Wohlthaten. Wundermann, Durch welchen wir errettet werden, Der allen Menschen Du hilfft und rettest uns aus Gnaden Von allem Leid und allem Schaden. 3. Der Blinde kann die Sonne sehen, Der Taube hört die Stimme an, Der Lahme muß auch g'rade gehen, Der Aussatz wird hinweg gethan; Den Toten hast du Geist und Leben, und allen Armen Trost gegeben. 4. Hast du vor diesem solche Thaten, O Herr, durch deine Hand gethan: So wollest du auch jetzt mir raten, Nimm du dich meiner Seele an. Ach, zeige deine große Stärke Durch unverdiente Gnadenwerke. 5. Du weißt ja, was wir Menschen taugen, Verblendet sind wir, sehen nicht; Darum erleuchte meine Augen Mit deinem Glanz und Gnadenlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, Wenn wir in deinem Licht nicht stehen. Eigene Melodie. 352. Allein zu dir, Herr Jefu Chrift, Mein' Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Troft kann sonst mir werden. Bom Anbeginn ist nichts erfor'n, Auf Erden ist kein Mensch gebor'n, Der mir aus Nöten helfen kann. Dich ruf' ich an, Du bist's, der helfen will und kann. 2. Herr, meine Schuld ist übergroß und reuet mich von Herzen, Erbarme dich und sprich mich Los Kraft deiner Todesschmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, Der du für mich genug gethan, Dann werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaub' umfaßt, Herr, was du mir verheißen haft. 3. Verleih mir aus Barmherzigkeit Des Glaubens Kraft und Stärke, Auf daß ich deine Freundlichkeit Im Glauben fühl' und merke; Daß ich vor allen liebe dich und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Not, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod. 4. Preis sei Gott auf dem höchften Thron, Dem Vater, reich an Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der gnädig uns behüte, Und seinem werten heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist! So singet alle Christenheit hier in der Zeit und dort in sel'ger Ewigkeit. Joh. Schneesing, lebte um 1522. 6. Eröffne mir, Herr, meine Ohren Und mache mich zu deinem Knecht; Hier bin ich, du woll'st sie durchbohren, Daß ich dir diene treu und recht, und auf dein heilig Wort stets merke, Darnach zu thun all' meine Werke. 7. Ich wante noch auf schwachen Füßen, Bald straucht' ich hier, bald fall' ich dort; Laß deine Kraft in mich einfließen, Daß ich mög' gehen g'rade fort, Und meine Tritte niemals gleiten, Noch von dem Pfad der Wahrheit schreiten. Eigene Melodie. 8. Wer will doch meinen Aussatz heilen, Der Krankheit aller= 353. Erquide mich, du Heil schlimmsten Teil? Mein Arzt, du der Sünder, Durch dich und deinen Gnadenschein, Und laß, o Freund der Menschenkinder, Dein Herz auf mich gerichtet sein. Komm und erzeige dein Erbarmen Und schenke deine Huld mir wollest nicht verweilen, Ach, heile mich, so werd' ich heil. Laß deine Wunden, o mein Leben, Für meine Wunden Heilung geben. 9. Ich bin ganz tot und meine Kräfte, Will' und Verstand find ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte; Herr, gib mir neuen Lebenssaft, Daß ich gleich Armen. 2. Du bist und bleibst der Troft der Erden Und der gepries'ne Die Heilsordnung. 183 6. Erweiche du mein hartes Herz, Daß es vor dir sich beuge, Daß es, erfüllt von Reu' und Schmerz, Zu deinem Recht sich neige. Ach, mach' es durch den Glauben rein, Und gib gerechte Werke; Ja kehre du selbst bei mir ein, meiner Seelen Stärke. 7. Zerstör' in mir die Eitelkeit, Brich meinen bösen Willen, Und laß mich, was dein Wort gebeut, deinen Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 354. Oversicht, Mein Hei- in mir Demut, Mäßigkeit, Des Geistes Früchte prangen; Erfülle du mich jederzeit Mit heiligem Verlangen. einem Baum ausschlage Und tausendfache Früchte trage. 10. Ich finde arm mich, im Elende, Entblößt von allem eig'= nen Ruhm; Die Friedensbotschaft zu mir sende, Dein süßes Evangelium, Daß ich dadurch noch hier auf Erden Gerecht und selig möge werden. Nicht ermittelt. land und mein Leben, Verstoße du mich Sünder nicht, Für den du dich gegeben; Du starbst für mich den bittern Tod, Mir Gnade zu erwerben, D'rum hilf mir aus der Sünde Not, Und laß mich nicht verderben. 2. Es fehlet meinem Geiste Licht, Mein Elend einzusehen, Und aus mir selber weiß ich nicht Den rechten Weg zu gehen. Im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Weltluft, Eigenliebe; Das Glück, das mir die Erde beut, Entzündet meine Triebe. 3. Die Macht der Sünde herrscht in Seele Kräfte; Das Fleisch verhindert für und für Der Heiligung Geschäfte. Das Gute, das ich lieben foll, Wird von mir unterlassen, Mein Herz ist ganz des Bösen voll, Das ich soll flieh'n und hassen, 4. O treuer Hort, was fang' ich an Bei so verderbtem Wesen? Wo find' ich, was mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Ach, in mir selbst ist keine Kraft, Zur Buße mich zu führen, Wo nicht dein Geift, der alles schafft, Mein schwaches Herz will rühren. 5. Steh' du in dieser Not mir bei, Du Urquell aller Gnaden, Und mach' durch deine Kraft mich frei, Heil' meiner Seele Schaden. Gib mir dein Licht, daß ich durch dich Mich selber kann verstehen; Durch deine Wahrheit lehre mich Erfennen mein Vergehen. 8. Du, Vater, bist's, der in uns schafft Das Wollen und Vollbringen; Verleih zur Heiligung mir Kraft, Und laß es mir ges lingen. Laß deinen Frieden auf mir ruh'n, Gib Trost, gib Mut, gib Stärke, Dann kann ich beinen Willen thun, Dann wirk' ich beine Werte. 2. A. Gotter,* 1661,+1735. Mel. O Herre Gott, begnade mich. 355. Ah, ſei mir gnädig, Herr, Gott, Nach deiner Gült' in meiner Not, Tilg' durch dein reich Erbarmen Die Sünde in mir Armen. Durch deine Batertreu' und Huld Be= freie mich von aller Schuld, Und rein'ge mich von Sünden, Die sich in mir befinden. Ach Herr, ach, ich bekenn' es dir, Denn meine Sünd' ist stets vor mir, Gesündigt hab' ich oft und schwer, Und meiner Sünden großes Heer Schwebt immer mir vor Augen. 2. Nimm mich im Blute Christi an, Und laß die Schuld sein abgethan, Die Sünd', die ich ererbet, Und die mein Herz verderbet. Herr, wasche mich und mach' mich rein, So werd' ich unbeflecktet sein Und weißer können werden, Als je der Schnee auf Erden. O laß mich schmecken Wonn' und Freud' Nach dieser 184 Gottes Werke und Wohlthaten. schweren Traurigkeit, Daß die| barme dich, Gott, mein ErbarGebeine, die du hast Zermalmt mer, über mich! durch deines 3ornes Last, Gestärkt und fröhlich werden. 2. Wie ist mir doch so angst und bange, Herr, wegen meiner großen Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, Ich armes und verlor'nes Kind. Érbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Dent' nicht, wie ich gefündigt hab', Ach, kehr' dein Antlitz davon ab, Tilg' meine Missethaten, Darein ich bin geraten. Schaff in mir, Gott, aus Huld und Güt' Ein reines Herze und Gemüt; Durch wahre Buß' und Reue Jnwendig mich erneue. Ach, Vater, ach, verwirf mich nicht Fm Zorn vor deinem Angesicht. Gib, daß ich wieder in mir merk' Des guten Geistes Kraft und Stärk', Laß ihn nicht von mir weichen. 4. Dann thu' mir meine Lippen auf, Zeuch mein Gemült zu dir hinauf, Dich, Gott, im Himmel oben, Mit Herz und Mund zu loben. Kein Dant, kein Opfer dir gefällt, Wenn dir nicht ernst wird vorgestellt Ein Herz von Angst und Klagen Zerbrochen und zerschlagen. Wer dir in wahrer Reu' und Buß' Mit heißen Thränen fällt zu Fuß', Der hat ein Opfer dir gebracht, Das niemals wird von dir veracht't, Du nimmst es an in Gnaden. 5. Gott Vater in dem höchsten Thron, Gedenk' an deinen ein'gen Sohn Und laß um seinetwillen Die Herzensangst sich stillen. Jesu Christ, durch deinen Tod Errette mich aus aller Not, Jch weiß in meinen Sünden Sonst teinen Troft zu finden. O heil'ger Geist, regiere mich Durch deine Gnade Bösen widerstreb', Und stets nach deinem Willen leb' Bis an mein letztes Ende. Nicht ermittelt. 3. Ach, laß mich nicht vergeblich klagen, Verwirf mein armes Flehen nicht. Du kannst die Bitte nicht versagen, Hör', was der arme Sünder spricht; Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne, Und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Vater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; Sag', daß ich armer Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret, D'rum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Titius, 1641, † 1708. träftiglich, Daß ich dem 357. Hann kein Mensch Mel. O Gott, du frommer Gott. err, ohne Glauben vor dir bestehen; D'rum wend ich mich zu dir Mit demuthsvole lem Flehen: Ozünde selbst in mir Den wahren Glauben an, Weil ich durch meine Kraft Jhn mir nicht geben kann. 356. Mel. Wer nur den lieben Gott. armer Mensch, ich armer Sünder Steh' hier vor deinem Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr' ge2. Laß mich, Gott, daß du sei'fl Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort Aus meinem linder, Und geh' nicht mit mir in's Gericht. Erbarme dich, er- Herzen rauben, Daß du dem, der Die Heilsordnung. dich sucht, Stets ein Vergelter sei'st, Und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreu'st. 3. Wahrhaftig ist dein Wort, Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu', Laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir im Glück und Unglück ftets getreu Und durch des Glaubens Kraft All'zeit gehorsam sei. 4. Lehr' mich, mein Jesu, dich Im Glauben recht erkennen, Dich meinen Herrn und Gott Jm Geist und Wahrheit nennen. Lehr' mich im Glauben thun, Was mich dein Wort gelehrt, Daß dich Herz, Mund and That Als meinen Heiland ehrt. 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch in meiner Seele, Regier' und führe mich, Damit ich ja nicht fehle. Du sollst mein König sein, Dem ich gehorchen will, Mein Tehrer und Prophet, Des Willen ich erfüll'. 6. Ich will auch, Herr, an dich Als Hohenpriester gläuben; Laß, Jesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben. Oglücklich, wenn mein Geist Hierauf sich treu und fest, Als auf sein einzig Heil Und wahren Trost, verläßt. 7. Ach Jesu, stärke mich In diesem meinen Glauben; Laß mir ihn weder Tod, Noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib' durch den Glauben stets Genau mit mir vereint, So bin ich dein, du mein, O teurer Seelenfreund! P. Busch, 1682, † 1744. Eigene Melodie. 358. Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, 3st ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang'ich dies eine, das alles ersetzt, So werd' ich mit einem in allem ergößt. 185 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei feiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, verschwinden, Schwing' dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen Auf des Einigen Genieß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Das Herz ihr entbrannte dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, D'rum wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir, Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel' auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir den= noch in Liebe nachlaufen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle Jn dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, In welchen die Demut und Einfalt regieret, Und mich zu der Weisheit, die himmlisch iſt, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höches lingen, Rein zu werden durch dein Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild 186 Gottes Werke und Wohlthaten. erwacht; Du bist's ja, den ich| Sohn des Höchsten nenne, Und erwähle, Mir zur Heiligung ge- den, der uns zum Himmel weist, macht. Was dienet zum göttlichen Des Vaters und des Sohnes Geist, Wandel und Leben, Jst in dir, Mit gleicher Ehrfurcht preise. mein Heiland, mir alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Luft. Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen, Mich umströmt die Gnadenflut! Du bist einmal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut; Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, m findlichen Geifte das Abba nun klingt. 9. Volle G'nüge, Fried' und Freude Meine Seele nun ergötzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßes fann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquict, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. D'rum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein. Sieh', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gib, daß ich nichts achte, nicht Leiden, nicht Tod, Nur Jesum gewinne, dies eine ist not. Joh. Heinrich Schröder,* 1666,+1728. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich. 359. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Du weißt, daß wahrer Glaube Nicht eig'nes Werk des Menschen ist, So lang' er wallt im Staube; D'rum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr', Darin laß mich beharren. 2. Lehr' du und unterweise mich, Daß ich den Vater tenne, Daß ich, o Christus Jesus, dich Den 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Das wahr' Erkenntnis finden, Wie der nur an dir habe teil, Dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ich's such, wie mir gebührt; Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, Ins Herze es wohl fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlaſse, Daß zur Gerechtigkeit auch werd', Weil ich von Sünden bin beschwert, Dein Tod mir zugerechnet. 5. Mein Glaube, Jesu, tröste sich Des Bluts, das du vergossen, Damit in deinen Wunden ich Bleib' all'zeit eingeschlossen. Laß durch den Glauben mich die Welt, Und was sie für das Höchste hält, Nicht für mein Kleinod achten. 6. Ist auch mein Glaube noch so klein, Ein Senfkorn, kaum zu merken: Wollst' du doch in mir mächtig sein, Und seinen Wachstum stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest nicht ein glimmend Licht, Bist mächtig in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, Den Glauben zu behalten, Von wissentlichen Sünden frei, In allem treu zu walten; Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß in Gerechtigkeit, Erfüllt mit ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken, Daß er sei thätig durch die Lieb', mit Freuden und Geduld sich üb', Dem Nächsten treu zu dienen. 9. Orüfte mich mit deiner Kraft, Daß ich bis an mein Ende Stets übe gute Ritterschaft, Zu dir allein mich wende; Daß ich in Die Heilsordnung. 187 6. Die Welt war Gottes Feind, Doch gibt er in dem Sohne Sein eingebor'nes Kind Zu einem Gnadenthrone, Sept Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies verehrt, Wird bald zur Lieb' entflammt, Die allen Haß verzehrt. 7. Was uns nun Gott gethan, Soll uns vor Augen schweben. Droht uns der Feind den Tod, Wir zeigen ihm das Leben; Flucht er, so segnen wir; In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron'. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Schickt Gott zur Prüfung 360. Tersuchet euch doch uns Ein schweres Kreuz zu traihr gen: Der Geduld, Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet, Ob ihr auch in Geduld, In Sanftmut, Freundlichkeit, In Lieb' dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. Erleichtert alle Plagen; Statt Murrens, Ungeduld, Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Not Von Gott ein Ziel gesteckt. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleichgesinnt, Erneuert Herz und Mut, Macht dich zu Gottes Kind. 9. Man lernet durch das Kreuz Sein Elend recht verstehen, Man fühlet Gottes Huld, Hält an mit stillem Flehen, Verzaget an sich selbst, Und trauet Christi Kraft, Fühlt, er sei es allein, Der Mut und Kräfte schafft. 10. Man traut auf sein Verdienst, Erlanget Geift und Stärke, In solcher Zuversicht zu üben gute Werke, Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht Im Glück, in böser Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet, Denn Christi Leben ist's, Nach dem der Glaube strebet. Erst macht er dich gerecht, Dann gibt er Freudigkeit, Gewährt dir Licht und Kraft, Die ganz dein Herz erneut. meiner letzten Not Des Glaubens Ziel durch deinen Tod, Die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du angezünd't Das Fünklein in mir Schwachen, Was sich vom Glauben in mir find't, Das woll'st du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ' Bis an das End', daß dort bei dir Auf Glauben folg' das Schauen. D. Denice, 1603,+1680. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und will in Einfalt es Dem Nächsten wiedergeben. Weil er so überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget, Er scheucht den Zweifel fort, Die Schwermut wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach! 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb'; Man nimmt aus Gottes Händen Die Fügung freudig an, Wie Gott fie uns will senden. Weil alles uns zum Heil, Zum Besten ist gemeint, D'rum dringt die Liebe durch, Umfasset Freund und Feind. 12. Herr, vermehr' in mir Des Glaubens Licht und Stärke; Gib, daß er bringe stets Die Frucht der guten Werke. Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, Bewahr' mich als dein Haus. • 3. J. Breithaupt, 1658,+1732. 188 Gottes Werke und Wohlthaten. Mel. O Gott, du frommer Gott. 361. Herr, allerhöchster Gott, Von dem wir alle Gaben, Und was uns nützlich ist, Durch Gnad' und Bitten haben, Osieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem Glauben; Oft will die Zweifelsucht Mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, Als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein. 3. O reiche du mir selbst Aus Gnaden deine Hände; Hilf meiner Schwachheit auf, Daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir Jn stetem Wachstum sein. 4. Gib, daß die Zuversicht In meinem Geist sich mehre, Daß du mein Vater seist Und ich dir angehöre, Daß alle meine Schuld Von dir vergeben sei, Damit mein Herz sich dein Als seines Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht In mir, o Gott, so kräftig, Daß ich mein Lebenlang In deinem Dienst geschäftig Und stets beslissen sei, Zu thun, was dir gefällt; So hab' ich, Gott, in dir Den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine Jünger batest, Und, wenn sie strauchelten, Beim Vater fie vertratest, Ach, unterstüz' auch jetzt mein sehnliches Gebet, Und schenke Glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlerhand Ist Heil und aller Segen; Herr, unterstütze mich Auf allen meinen Mel. Jesus, meine Zuversicht. 362. Start ist meines Jeſu Hand, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder los zu lassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Huld verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich vertlagt, Christus hat mich schon ver= treten; Wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang witßte, Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild ge stalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbſt verspricht's, Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. Karl Bernh. Garve,* 1763,+1841. Wegen, Daß ich des Glaubens Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Ziel, Der Seelen Seligkeit, Erlange und dich preis In alle 363. Seid gesegnet, heil ge Stunden, Wo mich meine Schuld betrübt, Wo ich Ewigkeit. Nicht ermittelt. Die Heilsordnung. blick auf Jesu Wunden, Fühle, wie er mich geliebt! Dann entweicht der Zweifel Heer, Furcht bedränget mich nicht mehr, und der Geist der Kraft und Wahrheit Naht sich mir in Himmelsklarheit. 2. Dann entwind' ich mich dem Staube, Schaue sehnend himmelwärts; Auf zu Gott schwingt sich mein Glaube, Betend öffnet sich mein Herz. Christi Geist durch dringet mich und vertritt mich kräftiglich; Bald strömt Friede, Heil und Segen Mir von Gottes Thron entgegen. 3. Aber der verlor'nen Tage Sind noch immer gar zu viel', Wo ich müd' am Abend flage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, Der mich so gefangen hält; Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, Daß ich ganz dir angehöre. Nicht ermittelt. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 365. Heilands nicht, Vor dem voll froher Zuversicht Mein Knie sich dankbar beuget. Gott, welch' ein teures, wertes Wort, Jch hier dein Kind, dein Erbe dort, Wie mir dein Geist bezeuget, Jch soll durch Jesum Christum rein, Durch ihn gerecht und selig sein. 2. Froh fühlt mein Herz die er Grund, dem in der 364. mein Glaube ruht, Wissenschaft Von dem Erlöser Ist fest, mag auch die Welt vergehen; Sein Siegel ist des Mittfers Blut und dessen glorreich Auferstehen. Glaube, du des Christen schönster Ruhm, Wie selig, wer dich hat zum Eigentum! lieget, Die alle Kenntnis dieser Welt, Und was sie Reizendes ent hält, Unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ft Jefu Evangelium. 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, Mein Auge deckten dichte Hüllen; Nur Wahn und Irrtum war mein Theil, Nichts fonnte meine Sehnsucht stillen, Bis ich das Wort des ew'gen Lebens fand, Das Himmelslicht, vor dem die Nacht verschwand. 3. Auf ewig ist's mein bestes Teil, In feinem Andern hab' ich Heil Und Kraft zum ew'gen Leben; Vergebung meiner Sündenschuld, Der Beifall Gottes, seine Huld. Jft mir durch ihn gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Christ, An dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigfeit, Mit himmlischer Zufrieden= heit Lohnt Gott mir schon hienieden. Ich bete voller Zuversicht, Mich schreckt kein Tod und fein Gericht, Mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein, Und ewig deine Gnade mein. Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm. 3. Daß mich bei meiner Sitnden Schuld Nicht Furcht und 3weifel ganz verzehren, Daß ich bertrau' des Vaters Huld: Dies dank' ich Jesu heil'gen Lehren. Ich weiß, ich bin versöhnet durch sein Blut, Und fühl' im Herzen Zuversicht und Mut. 189 tiefer Not Der Freunde Rat und Troft erheben; Der Glaube nur hat stets mit seiner Macht Ein neues Leben in mir angefacht. 5. Erhalte mir, o Gott, dein Wort Als meines Lebens höchste Freude; Es sei mein Trost, mein Licht, mein Hort, Mein letztes Labsal, wenn ich scheide. Dort oben noch will ich dich, Herr, erhöh'n, Daß mir so großes Heil durch dich gescheh'n. Chr. Sturm,* 1740,+1786. 4. Ich war betrübt bis in den Tod, Von Leid und Sorgen rings umgeben; Mich konnte nicht aus 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht, Nichts raubt mir meinen Trost und Mut, Nicht Gottes Werke und Wohlthaten. 190 Leiden, nicht Gefahren. Durch Mel. Mein Salomo, Dein. ben ich alles hier vermag, Du, 367. Mein Friedensfürst, Tag Mein Erbteil wohl bewahren. Ja, du, der mich berief, bist treu; Hilf, daß ich's auch im Glauben sei. Lüber. Regieren Stillt alles Weh', das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze fehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren; Dein Gnadenblid zerschmelzet meinen Sinn enn heiße Thrä- Und nimmt die Furcht und Unruh' Mel. Wer nur den lieben Gott. 366. W mientfließen, von mir hin. Mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, Dann sink' ich, Herr, zu deinen Füßen, und finde, was mir Tröstung bringt. Dann wird der Glaube mir ein Licht, Das meines Kummers Nacht durchbricht. 2. Du, Heiland, bietest jedem Müden Erquickung, Mut und Hoffnung an, Und schenkest ihm den innern Frieden, Den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieses Friedens Kraft erfreut, Wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, Wenn Kleinmut unsern Geist verstimmt, Willst du uns Schwache nicht beschämen, So lang' ein Funke Glaubens glimmt; Du fachst ihn an, du nähreft ihn, Und bald wird er von neuem glüh'n. 4. Du stärkst die schon gesunk'nen Hände, Du stärkst des matten Kämpfers Fuß, Gibst der Versuchung solch ein Ende, Daß unser Dank dich preisen muß. Du führest durch die Prüfungszeit Uns hin zu deiner Herrlichkeit. 5. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, Er überwindet eine Welt, Und wirket in uns Gottes Werke, Und Tugend, die ihm wohlgefällt; Und jeder Sieg, den er uns schafft, Belebt das Herz mit neuer Kraft. 6. Verleih, o Herr, mir diesen Glauben, Laß ihn in Liebe thätig sein. Nichts müsse dieses Heil mir rauben, Fern bleibe jeder Heuchelschein; Dann werd' auch ich in jener Welt Den Auserkor'nen zugefellt. S. G. Bürde,* 1753. 2. Gewiß, mein Freund Gibt solche edle Gaben, Als alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau' an die Welt, schau' ihren Reichtum an, Er kann ja nicht die müde Seele laben. Mein Jesus fann's, er thut's im Überfluß, Wenn alle Welt sich arm bekennen muß. 3. Osüßer Freund, Wie wohl ist dem Gemüte, Das im Gesetz sich schwer ermüdet hat, Und nun zu dir, dem Seelenleben, naht, Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst, die alle Not verschlingt, Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. 4. Mein trauter Freund, Wenn deiner Liebe Zeichen Dies arme Herz so lind und warm durchgehn, Fühl' ich in mir ein reines Licht entstehn, Darin ich kann das Vaterherz erreichen, Darin die Seele nur Vergebung spürt, Und eine Gnadenflut die and're rührt. 5. Je mehr sich dann Das Herz zum Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, So daß es ganz der Eitelkeit vergißt, Die sonst den Geist gedämpfet und beschweret. Je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligung erweckt. 6. Wenn sich in dir Des Höchsten Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit von seinem Angesicht, So fängt das Leben an, aus Nacht wird Licht; Das Heimliche der Weisheit wird entsiegelt, Ja selbft Die Heilsordnung. 191 dein Herz zu Gottes Bild ver-| Gott, der Höchst' und Beste, Mein klärt, und alle Kraft der Sünde Freund und Vater sei. Weil er abgewehrt. in allen Fällen Mir will zur Rechten stehn, So werd' in Sturm und Wellen Ich niemals untergehn. 3. Der Grund, d'rauf ich mich gründe, 3st Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Jft nichts auf dieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre Und meines Glaubens Licht; Wenn er nicht in mir wäre, Hätt' ich den Frieden nicht. Ich könnte nimmer stehen Vor Gottes Sternenthron, In Angst müßt' ich vergehen Vor des Gesetzes Droh'n. 7. Was dem Gesetz Unmöglich war zu geben, Das schafft als dann die Gnade selbst in dir; Sie wirket Lust zur Heiligkeit schon hier, Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Jndem fie dich aus Kraft in Kräfte führt, Und mit Geduld und Langmut dich regiert. 8.- Möcht' ich nur stets Auf dich, mein Heiland, schauen! Besuche mich, du Aufgang aus der Höh', Daß ich das Licht in deinem lichte seh' Und könne festiglich der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer an mir, Der meinen Blick, o Herr, von dir abführ'. 9. Wenn meine Schuld Mich vor dir niederschläget, Wenn sie den Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft, Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Mutterherz dann seh'n, Und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 10. So ruh' ich nun, Mein Heil, in deinen Armen, Du selbst follst mir mein ew'ger Friede sein; Ich hülle mich in deine Gnade ein, Mein Element ift einzig dein Erbarmen. Und weil du mir mein Ein und Alles bist, Hab' ich genug, wenn dich mein Geist genießt. C. F. Richter,* 1676,+1711. Mel. Chrift, alles, was dich kränket. 368. ft Gott für mich, fo trete Gleich alles wider mich! So oft ich fing' und bete, Stärkt meine Seele sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde, Bin ich geliebt von Gott: Was schaden mir die Feinde, Was acht' ich ihren Spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß 5. Mein Jesus hat zerstöret, Was mit sich führt den Tod, Er ist's, der Huld gewähret, Mich führt aus aller Not. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen Heldenmut, Darf das Gericht nicht scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts raubt mir meinen Mut; Die Höll und ihre Flammen Tilgt Jesu Chrifti Blut. Rein Urteil mich erschrecket, Rein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Gibt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht undSchwachheit find' t, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind; Sie tönen nicht vom Munde, Sind aber Gott bewußt, Der an des Herzens Grunde Erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Troftwort zu, Wie Gott dem Hülfe leifte, 192 Gottes Werke und Wohlthaten. Der bei ihm suchet Ruh', Und| würd' ich ohne dich, Herr, sein? wie er hat erbauet Dort eine Zu Furcht und Ängsten auserneue Stadt, Wo Aug' und Herze lesen Ständ' ich in weiter Welt. schaltet, was es geglaubet hat. allein; Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät' ich meine Sorgen kund? 10. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich einst fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Verseufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, Mein Herr mit seinem Frieden Versüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den diese Welt noch haft, Der wird verfolgt und findet Sein Theil von Not und Last. Er muß sich dulden, tragen, Gerät in Spott und Hohn, Erfährt des Kreuzes Plagen, Die feiner Seele droh'n. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich unverzagt, Gott will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es foste Leib und Leben, und alles, was ich hab', An dir will ich fest kleben, Und nimmer lassen ab. 13. Mag mich die Welt vertennen, Du liebst mich ewiglich. Rein Leiden soll uns trennen, Herr Jesu, dich und mich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein' Armut, keine Pein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir zur Hind'rung sein. 14. Rein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein' Herrlichkeit, Rein Lieben und kein Leiden, Rein' Angst, fein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herz ist voller Freude Und kann nicht traurig sein, Ich weiß von keinem Leide, Seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Bist du, Herr Jesu Christ, Das, was mich fröhlich machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1606,+1676. 2. Einsam verzehrt von heißem Sehnen, Erschien' mir nächtlich jeder Tag, Ich folgte nur mit heißen Thränen Dem weiten Lauf des Lebens nach; Ich fände Unruh' im Getümmel Und hoffnungsz losen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, dann verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsternis. Nun schau' ich erst des Christen Würde, Mein Schicksal wird verklärt durch ihn, Und leichter trag' ich jede Bürde, Seh' in der Wüste Rosen blüh'n. 4. Das Leben wird zur Liebesstunde, Die neue Welt spricht Lieb' und Lust, Und Balsam träuft in jede Wunde, Und frei und voll flopft jede Brust. Für alle seine tausend Gaben Bleib' ich sein demutsvolles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Frrenden herein, Streckt jedem eure Hand entgegen, Und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Druck der Sünde War fest auf unser Herz gebannt; Wir irrten in der Nacht wie Blinde, Von Reu' und Lust zugleich entbrannt. Ein jedes Werk schien uns Verbrechen, Der Mel. Die Tugend wird durchs. 369. Was wär ich ohne Mensch nur Gottes Feind zu sein, dich gewesen? Was| Und schien der Himmel uns zu Die Heilsordnung. sprechen, So sprach er nur von Tod und Pein. 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, Gab sich der Angst der Sünde hin, Und ward's in unserm Geiste helle, So war nur Unruh' der Gewinn. Der Sinne Lust hielt an der Erde Die bebenden Gefang'nen feft; Furcht vor des Totenrichters Schwerte Verschlang der Hoffnung überrest. 8. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn, voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer In unserm Herzen angefacht. Nun sah'n wir erst den Himmel offen Als unser altes Vaterland, Wir konnten glauben, lieben, hoffen Und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Not der Sünde, Und fröhlich wurde jeder Schritt; Der Eltern Liebe gab dem Kinde Ins Leben diesen Glauben mit; Durch ihn geheiligt zog das Leben Vorüber wie im Morgenlicht, und ew'ger Lieb' und Lust ergeben, Bemerken wir den Abschied nicht. 10. Noch steht in wunderbarem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornentranze Und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der seine Hant mit uns ergreift, In seinen Bunt mit aufgenommen Zur Frucht des Paradieses reift. F. L. v. Hardenberg, genannt Novalis, * 1772,+1801. Eigene Melodie. 370. Mein Jefu, dem die Seraphinen Jm Glanz der höchsten Majestät Selbst mit bedecktem Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht, Reich' deine Gnade meiner Seele, Die reuerfüllt vor dir sich beugt, Vor deiner Herrlichkeit sich neigt; Sprich: ja du bist's, die ich er= wähle. 193 2. O gönne meinen Glaubensblicken Den Eingang in dein Heiligtum, Und laß mich deine Gnad' erquicken Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; Wie könntest du nicht gnädig sein Mir, den dein Blut von Schuld und Pein Erlöst, als es so reich geflossen? 3. Ach, laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg; Stell' deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir geweihtem Weg Beſtändig bis ans Ende wandle, Damit ich hier in dieser Zeit n Lieb' und Herzensfredigkeit Nach deinem Wort und Willen handle. 4. Reich' mir die Waffen aus der Höhe Und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg' und stehe, Wenn Stärk' und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Darin Gerechtigkeit regiert, Und Lieb' und Hulk das Scepter führt, Auch von mir ausgebreitet werden. Wolfg. Deßler,* 1660, † 1722. Mel. Alle Menschen müssen sterben. bange 371. Stel, schweiget! Mein Erbarmer ist getreu, Und sein Geift in mir bezeuget, Daß ich Gott versöhnet sei. Mir droh'n nicht der Hölle Flammen, Und will mich mein Herz verdammen, Dennoch täuscht mich nicht sein Schmerz: Gott ist größer als mein Herz. 2. Er, der das Verborg'ne tennet, Kennt auch mich und weiß allein, Wie das Herz von Sehnsucht brennet, Ganz sich sei= nem Dienst zu weih'n; Schaut den Kummer meiner Seele, Der mich ugt, so oft ich fehle; Und nicht meiner Zweifel Wahn, Meinen Glauben sieht er an. 3. Und wie nie sein Urteil wanket, Wankt auch nie sein ew'ger Rat. Rühmt, o Christen, danket, 13 194 Gottes Werte und Wohlthaten. danket! Groß ist, was er an uns| scher Reiz; Schlüpfrig sind des that. Uns, den Sindern, den Ver- Glüdes Pfade, Schmeichelnd ist lor'nen, Gab er seinen Eingebor' der Hohen Gnade, Eitles Lob nen: Wahrlich, alles, alles gibt führt leicht von Gott, Und noch Er, der uns im Sohne liebt. leichter bittrer Spott: 10. Dennoch weiß ich, Schmerz und Freuden, Tod und Leben, Lob und Schmach Werden mich von Gott nicht scheiden; Gott ist stark, bin ich auch schwach. Gunst der Großen, Haß der Feinde, Cockungen der falschen Freunde, Nichts erschüttert meine Treu', Gottes Liebe steht mir bei. 4. Mir auch ist sein Sohn ge= geben, Durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne, Mich erwählt' er in dem Sohne, Eh noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 5. Wer will ferner den verklagen, Den Gott selber auserwählt? Wer darf zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, nichts kann mich schrecken, Seine Gnade will mich decken; War ich gleich der Sünde Knecht, Er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Leuer bin ich ihm erworben, Heil mir, hier ist Jesus Christ! Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist; Der zur Rechten Gottes fizet, Auf mich fieht, mich mächtig schützet, mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller Not erlöst. 7. Troß der Welt und ihres Spottes, Trotz der Höll' und ihrer Wut! Mir bleibt doch die Liebe Gottes, Hält mich fest in treuer Hut. Was will je von ihm mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Teiden Mehr als blos geduldig sein, Mich vor Gott auch ihrer freu'n. 8. Laß denn rauhe Wetter stilrmen, Alles um mich her sei Nacht: Gott, mein Gott wird mich beschirmen, Der für meine Wohl fahrt wacht. Ob ich lang' auch hilflos bliebe, Leitet mich doch feine Liebe Durch die Nacht, d'rum fürcht' ich nichts, In die Wohnungen des Lichts. 9. Reichtum sucht zwar zu bethören, Hinzuzieh'n zu nieder'm Geiz, Blendend ist der Glanz der Ehren, Süß der Wollust fal= 11. Fest im Glauben will ich halten, Wird auch alles mir ges raubt; Gottes Gnade laß ich walten Und erhebe froh mein Haupt. G'nug, daß meiner der gedentet, Der mir seinen Sohn geschenket, und mich nimmermehr verläßt; Dieser Fels bleibt ewig fest. Joh. Adolf Schlegel, 1721,+1793. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 372. So hab' ich nun den Fels erreichet, Wor= auf mein Glaube ficher ruht, Den Fels, der keinen Stürmen weichet, An dem sich bricht die wilde Flut; Ein Fels, an dem die Macht der Höllen Doch endlich kraftlos muß zerschellen, Schließt mich in seine Klüfte ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen! Auf diesen Felsen kannst du trauen, Hier wirst du ewig sicher sein. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden Wie ein empörtes Meer herum, Ich ward ein traurig Spiel den Winden, Ward des Verderbers Eigenthum. Mir drohte mein befleckt Gewissen Mit grauenvollen Finsternissen, Mit unaussprechlich großer Noth; Ich schwebt' auf diesen wilden Wellen Verzweifelnd an dem Rand der Höllen, Und rang mit Leben und mit Tod. 3. Doch mitten in den Todesnöthen Erblickte Jesus meinen Schmerz; Es drang mein thränenvolles Beten Jn des Versöh V Die Heilsordnung. ners liebend Herz. Er half mir, stärkte meinen Glauben, Den mir der Zweifel wollte rauben, Und nun erquickt mich Freud' und Ruh'. Wie groß ist, Jesu, dein Erbarmen! Wie sanft ruh' ich in deinen Armen! Wer tröstet, wer erfreut, wie du? 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, Es wüte ungestüm das Meer: Ich sehe ohne Furcht und Grausen Auf aller finstern Mächte Heer. Ihr werdet mich nicht mehr erschreden, Der Schild des Glaubens wird mich decken, Auch in der allerschwersten Zeit. Laß Erd' und Himmel selbst vergehen, Der Fels, auf dem ich ruh', bleibt stehen, und mit ihm meine Seligkeit. Leopold Friedr. Lehr,* 1709, † 1744. Eigene Melodie. 8. Der ist gerecht vor Gott 373. Es ist das Heil uns allein, Der diesen Glauben faffet; Güt' und lauter Gnaden; Die Werk' vermögen nimmermehr zu heilen unsernSchaden. Der Glaub' fieht Jesum Christum an, Der hat genug für uns gethan, Er ist der Mittler worden. 195 5. Noch muß das G'setz erfüllet sein, Sonst wär'n wir all' verdorben; D'rum schickt Gott seinen Sohn herein, Der für uns ist gestorben. Das ganz' Gesetz hat er erfüllt, Damit sein's Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging Alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist Durch den, der es konnt' halten, So lerne jetzt ein frommer Chrift Des Glaubens recht' Gestalten. Nicht mehr, denn: lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag', Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag', Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich, und wird getauft, Dem ift der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd' verloren. 2. Da man, was Gott geboten hat Im G'setze, nicht konnt' halten, Erhob sich Zorn und große Not Vor Gott so mannigfalten; Vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geift, Den Gott erfordert allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt' sein G'setz gegeben, Als ob wir möchten selber frei Darnach vollkommen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sünd'ge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war's, dieselb' Unart Aus eig'nen Kräften lassen; Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt' fich Sünd' ohn' Maßen. Sie nahm Ursache am Gebot, Das dräute mir den ew'gen Tod, Weil ich der Sünde diente. den Schein, So er die Werk' nicht läffet. Der Glaub' ist wohl mit Gott daran, Du mußt auch lieben jedermann, Bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünd' wird durchs Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder; Das Evangelium kommt zur Hand, Und stärkt den Sünder wieder; Es spricht: eil' nur zum Kreuz herzu, Im G'setz ist weder Rast noch Ruh', Mit allen seinen Werken. 10. Die Werke kommen g'wißlich her Aus einem rechten Glauben; Denn das kein rechter Glaube wär', Dem man die Werk' wollt' rauben. Doch macht allein der Glaub' gerecht, Die Werke find des Nächsten Knecht, Den Glauben d'ran zu merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage, Wann das geschehen soll zur Freud', Setzt Gott kein Ziel noch Tage; Er weiß wohl, wann's am Besten ist, und braucht an 13* Gottes Werfe und Wohlthaten. 196 uns nicht arge List, Des soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob sich's anließ', als wollt' er nicht, laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am Besten mit, Da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob dein Herz spräch' lauter: nein, So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis, Um dieser Gutthat willen, Gott, Vater, Sohn' und heil'gem Geist! Der woll' mit Gnad' erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Majestät; Geheiligt sei sein Name. 14. Sein Reich zukomm', sein Will' auf Erd' G'scheh' wie ins Himmels Throne. Das täglich' Brot uns heute werd', Und unsrer Schuld verschone, Als wir auch unsern thun. uns nicht in Versuchung nun, Lös' uns vom übel. Amen. P. Speratus,* 1484, † 1554. 4. Laß die Lampe meiner Seele, Schönster Himmelsbräutigam, Brennen von dem Glaubensöle, Wann du kommst, o Gotteslamm, In der letzten Mitternacht, Da man wird Posaunen hören. Selig, welcher munter wacht, Wenn sich alles wird verkehren. 5. Nun, ich weiß, Gott wird vollführen, Was er angefangen hat; Jesus wird mich auch regieren Durch des Geistes Wunderthat, Bis Jehovah ganz allein, Er, das dreimal heil'ge Wesen, Wird mein Teil und Erbe sein, Dann wird meine Seel' genesen. Joachim Neander,* 1650, † 1680. der guten Zuversicht Zu dir, Jesu, trotz den Teufeln! Was mein Gott will, das geschicht. Wenn die Himmel schon vergehn, Dieses Wort bleibt ewig feste: Soll die Erd' auch nicht bestehn, Mein Erlöser bleibt der Beste. 2. Du hast mir ins Herz geschrieben, Allerhöchster Gottessohn, Daß du mich wirst ewig lieben, Mich, mich Asche, Staub und Thon. O, du große Majestät, Wer kann deine Liebe fassen. Die wie Felsen ewig steht, und den Sünder nicht fann lassen? 3. Deine Gnad' hat angefangen Dieses gute Werk in mir, Daß ich freudig fann gelangen Zu der schmalen Himmelsthür. Du wirst mich auch lassen ein, Du, der Weg, die Thür, das Leben, Alles wirst du mir dann sein, Wenn du dich mir selbst wirst geben. Mel. Jesu, meine Freude. 375. Wie getroft und heiter, Du Gebenedeiter, Machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, Führst du zu den Auen, Wo du sie erfreu'st. Niemals wird bei dir, c Hirt, Freund und Tröster meiner Seelen, Mir ErMiel.( Ps. 25.) zu dir ich mein Herz. 374. Ich will ganz und gar quickung fehlen. nicht 2. Deinem Rat ergeben Freu' ich mich zu leben, Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, Du, mein Seligmacher, Rüftest mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, Mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag Eines Freblers Herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. Die Heilsordnung. 197 5. Daß ich Gott erkenne Und| denen, die geboren. Wir können ihn Vater nenne Und mich ewig sein, Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unter= weist, und mich führt auf deinem Pfade, Das ist deine Gnade. ja auf tausend nicht Ein Wörtlein bringen an das Licht, Es heißt: du bist verfluchet! 2. Unmöglich ist nun, daß man fann Recht halten dein Gesetze, Denn dieses will von jedermann, Daß es kein Mensch verletze. Wer nicht in allem völlig bleibt, Der ist verflucht, wie Moses schreibt: Thu' das, so wirst du leben. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Not Ich nicht hilflos bliebe: Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herz nicht weihen? 3. Nun haben wir den ersten Bund, Wie Adam, überschritten. Erfahrung lehret alle Stund', Daß wir dein Recht bestritten. Wir bleiben also in dem Tod, Wo nicht ein Bürg' in dieser Not Ein göttlich Mittel findet. 4. Wahrhaftige Gerechtigkeit ft leider ganz verscherzet. Die Schlang' hat in der ersten Zeit Betrogen, ach, das schmerzet. Herr Jesu, nimm dich unser an, Du bist der Gott, der helfen kann, Und darum Mensch geworden. 5. Herr, unsere Gerechtigkeit, Die nur vor Gott bestehet, Bift du allein; du bist bereit, zu rufen: auf mich sehet! Darum mein Glaube zu dir spricht: Mein Gott und Herr, verlaß mich nicht, Wenn meine Sünd' mich fränket. Nicht ermittelt. 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, O mein Heil, das g'nilget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wonach die Heiden trachten, Reich in dir verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, Daß ich glücklich werde Durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, Die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft des Menschen Geist. Herr, du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen FriedenSchmeck' ich schon hienieden, Und was hoff' ich dort! Unbegrenzte Zeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Die sind mein durch dich allein; Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Bleib' ich dir getreu im Glauben, 377. Schöpfer aller MenWer kann sie 10. Voll von deiner Güte Jauchzet mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiden, Weiche nie von mir. Laß mich so beherzt und froh Einst durch Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen. Chr. Friedr. Neander,* 1723. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich. 376. er fann vor dir, o Herr, bestehn? Es ift mit uns verloren, Wenn du willst ins Gericht einst gehn Mit schenkinder, Richter aller Welt, Sieh', hier wird ein armer Sünder Vor dein streng' Gericht gestellt, Der in Sünden ist geboren, Der dein Ebenbild verloren, Der mit Sünden sich befleckt, Der in tiefen Schulden steckt. 2. Mein Gewissen, das mich quälet, Deine Strafgerechtigkeit, Dein Gesetz, das nichts verhehlet, Samt dem Satan, stehn bereit, Meine Seele zu verklagen; Nichts weiß ich darauf zu sagen, Denn ein Zeuge gibt sich an, Der geseh'n, was ich gethan. 198 Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Wehe mir, ich muß ver-| beschwert; Hilf mir alles unter= derben, Sehe nichts als Höll' und lassen, Was den teuren FriePein. Frecher Sünder, du mußt den stört. Rein'ge täglich mein sterben! Wird mein strenges Ur- Gewissen, Laß mich eifrig sein teil sein. Es erzittert meine beslissen, Mit Verleugnung dieSeele Vor des off'nen Abgrunds ser Welt Das zu thun, was dir Höhle; Wer hilft mir in dieser gefällt. Not, Wer errettet mich vom Tod? 3. 3. Nambach,* 1693, † 1735. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, Weil sich mir ein Mel. Nun freut euch, liebe Christen. Mittler zeigt, weil sich ein Ver- 378. I niemand ein, Er treter findet, Vor dem der Verkläger schweigt. Obeglückte, teure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden Und sein blutig Lösegeld Meinem Richter dargestellt. sei denn neu geboren, Sonst ist er bei dem besten Schein An Leib und Seel' verloren. Was fleischliche Geburt verderbt, Jn der man nichts als Sünde erbt, Das muß Gott selbst verbessern. 2. Soll man mit Gott, dem höchsten Gut, Schon hier vereinigt leben: Muß er den neuen Geist und Mut Und neue Kräfte geben. Denn nur sein göttlich Ebenbild Ist das, was einzig vor ihm gilt, Dies muß er in uns schaffen. 3. Ach, Vater der Barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer Seligkeit Am Kreuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist: Das laß auch uns genießen. 4. Wirst du uns durch dein Gnadenwort Und deinen Geist erneuern, So wollen wir dir, treuter Hort, Mit Herz und Mund beteuern: Von nun an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit und treu vor dir zu wandeln. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, Siehe die Bezahlung an. Dieser ließ für mich sich würgen, Dieser hat genug gethan; Der hat dein Gesetz erfüllet, Der hat deinen Zorn gestillet. Herr, ich glaube, steh' mir bei, Sprich von Schuld und Straf' mich frei. 6. Ach, was hör' ich? Snade, Gnade! Gnade schallet in mein Ohr, Und vom finstern Todespfade Hebt mich sanft dein Zug empor. Gott spricht: ,, Sünder, ,, du sollst leben! Deine Schuld ,, ift dir vergeben! Sei getrost, ,, mein lieber Sohn, Komm zu ,, meinem Gnadenthron!" 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! Seht, wie sich der Himmel freut, Da das Blut des Lammes fließet, Da mich die Gerechtigkeit Des vollkomm'nen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der mich nun verklagt, Und mich zu ver= dammen wagt? 8. Richter, der mich losgesprochen, Vater, der mich zärtlich liebt, Mittler, der, was ich verbrochen Und geraubt, Gott wieder gibt, Geist, der mir den Glauben schentet, Mich in Jesu Wunden sentet, Gott der Gnade, dir sei Ruhm, Und mein Herz dein Eigentum. 9. Laß mich nun die Sünde haffen, Die das Herz mit Angst 5. Nimm uns, o Vater, gnädig an; Obgleich wir schnöde Sünder Nicht das, was du befiehlst, gethan, So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von neuem zeugt, Und unser Herz zum Guten neigt, Jm Glauben und in Liebe. 6. Dann wollen wir, was du uns gibst, Mit fefter Treue fassen, Wir wollen dich, weil du uns liebst, nicht aus dem Herzen R Die Heilsordnung. deine göttliche Natur In uns, der neuen Kreatur, BeMel. Aus meines Herzens Grunde. u Geber 380. ben, Selbstständig höchstes Gut, Den wir zum Vater haben, Der lauter Gutes thut, Du Ursprung alles Lichts, Von dir muß deinen Frommen Ja alles Gute fommen, Wir selber haben nichts. 2. Laß mein Gebet dich rühren, Das angefang'ne Werk In mir auch zu vollführen Durch deines Geiftes Stärk', Auf daß ich lauter sei, Feft in der Wahrheit Mel. Wer nur den lieben Gott. Und ohne Heuchelei. 379. großer Gott, du stehe, Im Wandel richtig gehe reines Wesen, Der du die reinen Herzen dir Zur steten Wohnung auserlesen, Ach, schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das von der argen Welt Sich rein und unbefleckt erhält. ständig sei und bleibe. 7. Nun, Herr, laß deine Baterhuld uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sündenschuld, Noch Zorn und Strafe schreden. Mach' uns der Kindschaft hier gewiß Und schenk' uns einst das Paradies, Das Erbe deinerKinder. C. G. Stübner, lebte um 1727. 2. Vor allem mache mein Gemüte Durch ungefärbten Glauben rein, Und laß es, Herr, durch deine Güte Jn Chrifti Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit Des Wandels tüchtig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, Der mein getreuer Beistand sei, Und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei, Und gib mir einen solchen Geist, Der neu, gewiß und heilig heißt. 4. Doch, da ich meine Schwachheit merke, Mein Vater, so verwirf mich nicht, Und stoß' mich wegen meiner Werke Ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn Und dort in deinen Himmel gehn. 199 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, Doch nun und nimmermehr von mir. Ach leite mich durch seine Triebe und seinen Beistand für und für; Ja, führe du mich durch die Zeit 3u jener reinen Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611,+1684. 3. Gib, daß ich Welt und Sünde, Und Satans Macht und List Durch dich, Herr, überwinde, Der du mein Helfer bist. Gib, daß ich ritterlich um jene Krone ringe, Und mir der Sieg gelinge, Denn alles kommt durch dich. 4. Gib mir den Geist der Liebe, Der Sanftmut und der Huld, Den Geist der Demutstriebe, Der Stärke und Geduld, Den Geist, der mich entzünd', Daß ich recht findlich bete, Den Geist, der mich vertrete, Daß ich Erhörung find'. 5. Gib, daß ich deinen Willen Von Herzen gerne thu', Denn diesen zu erfüllen, Bringt wahre Seelenruh'. Verleih', daß deine Kraft Mich stärk' und fester grinde, Bis ich das Leben finde, Das Jesus in mir schafft. 6. Entzünde meine Triebe, Daß ohne Heuchelei Nur dir und deiner Liebe Mein Lob geweihet Herr, bleibe lebenslang, sei. Auch mitten in dem Leide, Mein Ruhm und meine Freude, Mein Psalm und Lobgefang. 7. Wir arme Pilger wallen hier als in trüber Nacht; Ach hilf, daß wir nicht fallen, Hab' immer auf uns acht. Wenn ich im Straucheln bin, Halt' mich in deinen Schranken; Wenn meine Tritte wanten, So gib mich nicht dahin. 200 Gottes Werke und Wohlthaten. 8. Gib, daß ich, gleich den 5. Dann, o Gott, wird hier Müden, Einst sanft entschlafen auf Erden, Wie im Himmel, mag. Erwede mich zum Frieden dein Gebot Stets und froh be= An deinem jüngsten Tag. Mach' folget werden, Weg ist dann der mich im Himmel froh, Schent' Sünde Not. Alle, alle, die dich mir, o Lebenssonne, Auf ewig kennen, Werden unterthan dir deine Wonne. Ja, es geschehe so! sein, Werden deiner sich erfreu'n, Und dich ihren Vater nennen; Denn wer deinen Willen thut, Dem geht's ewig, ewig gut. Ph. Fr. Hiller,* 1699,+1769. B. Münter, 1735, † 1793. Mel. Schwing' dich auf zu deinem. 382. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt' erschienen, Dich verlassen, Gottessohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die Süßigkeit Deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du doch mir meines Herzens Wunden! D'rum kann ich nicht dein Gebot, Gleich dem Frevler, hassen, Und mein Recht an deinem Tod nicht mehr fahren lasfen. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, Will dich treu verehren, Caffe mir nicht macht noch List Meinen Glauben wehren; Fielen tausend ab, nicht ich! Mag's die Welt verdrießen, Sie wird mein Vertrau'n auf dich Doch mir lassen müssen. 4. Sie gibt ja tein Heil, wie du, Gibt nicht Kraft den Mülden. Schenkt Bedrängten keine Ruh', Sündern nicht den Frieden. Sie gibt keine Zuversicht, Daß ich, trotz dem Grabe, Deines Himmels ew'= ges Licht zu erwarten habe. 5. Ach, sie schützt nicht, wenn vor Gott Einst die Völker stehen, Und das Leben und den Tod Jhm zur Seite sehen; Wenn der Sich're nun zu spät Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spötter, der hier schmäht, Staunt und Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 381. dein Wille, Wie du selbst es bist, Gott. Du und festlich stille Hört die Schöpfung dein Gebot. Engel, die dein Loblied singen, Stehn um deinen Thron bereit, Freuen sich der Seligkeit, Deinen Willen zu vollbringen; Nur der Mensch erkennt's oft nicht Für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit hoher Wonne Deiner höhern Geister Heer; Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen, Alles, Höchster, was du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufst, Dein Gebot auch zu erfüllen. Nur der Mensch, der Erdensohn, Spricht oft deinem Willen Hohn. 3. Stolz empört sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; Deinem göttlichen Befehle Widersetzt er frebelnd sich, läßt sich nicht von dir regieren, Folgt viel mehr dem eig'nen Wahn, Wählt sich eine and're Bahn, Die ihn soll zum Heile führen, Und geht blind, mit sicherm Sinn, Auf verkehrten Wegen hin. 4. Vater, laß uns doch empfinden, Daß uns unser Herz verführt, Und daß jeder Hang zu Sünden Lauter Angst und Not gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, Führ auf deine Bahn uns hin, Lehr' uns jeden Frrweg flieh'n, Denn dein Weg allein ist richtig. Gib, daß unser Herz dir treu, Unser Wandel heilig sei. I nicht mehr lachet. Die Heilsordnung. 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar Sort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Nicht Gefahr noch leiden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit, Und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. B. Münter,* 1735, † 1793. R Mel. Was mein Gott will, gescheh'. ilf mir, 201 5. Den Glauben stärk', die Lieb' vermehr', Die Hoffnung, Herr, entzünde, Daß ich in Demut dich verehr', Und siegreich überwinde. Den Mund bewahr', daß nicht Gefahr Durch ihn mir werd' erwecket; Ernähr' den Leib, doch daß er bleib' Von Wollust unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei Jn dem, was mir gebühret, Daß weder Geiz noch Heuchelei Das schwache Herz verführet. Leichtfertigkeit, Haß, 3ant und Streit Laß doch in mir nicht bleiben; Verstockten Sinn und Diebsgewinn Woll'st du von mir wegtreiben. Nat, Bom falschen Wege trete, 7. Hilf, folge treuem Den Armen helfe mit der That, Für Freund' und Feinde bete, Dien' jedermann, so gut ich kann, Das Böse haff' und meide, Nach deinem Wort an jedem Ort, Bis ich von hinnen scheide. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. 383., a nach dir Von Herzen mich verlange, Und ich dich suche mit Begier, Wenn mir wird angst und bange. Verleih', daß ich mit Freuden dich In meiner Angst bald finde; Gib mir den Sinn, daß ich forthin Meid' alle Schand' und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu' und Schmerz Mich deiner Gnad' ergebe, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. knirschtes Herz, In wahrer Buße 384. Pebenssonne, deren Strahlen Auch lebe; Vor dir erschein', herzlich bewein' All' meine Missethaten; Die Hände mein laß milde sein, Dem Dürftigen zu raten. im Dunkeln geben Schein, Dich nach Würden abzumalen, Ift der Sonne Glanz zu klein. Aller Sterne gold'ne Pracht Gegen dich ist lauter Nacht. Mond und Sonne müssen weichen und vor deinem Glanz erbleichen. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, Daß fie nicht überwinde; Rechtschaff'ne Lieb' und Luft zu dir Im Herzen mir anzünde; Daß ich in Not, bis in den Tod Dich und dein Wort bekenne, Auch mich tein Truß noch Eigennutz Von deiner Wahrheit trenne. 2. Ist das Licht süß anzusehen, Das die Sonne zu uns schickt: Alles muß in Freuden stehen, Was dein liebreich Herz erblickt. Du hast mitten aus der Nacht Licht und Leben wiederbracht, Da die Sonne sich verhüllte, Weil den Zorn ihr Schöpfer stillte. 4. Behüte mich vor Haß und Neid, Mein Herz mit Sanftmut ziere; Reiß aus die schnöde Eitelkeit, Zur Demut mich anführe. Was sich noch find't von alter Sünd', Durch deinen Geist vernichte, Daß allezeit in Fried' und Freud' Mein Herz zu dir sich richte. 3. O wie fah man nicht im Dunkeln, Da du zwischen Mördern hingst, Deiner Liebe Feuer funkeln, Womit du dein Volk umfingsft! Hätt'st du nicht durch Kampf und Blut Ausgelöscht 202 Gottes Werke und Wohlthaten. der Hölle Glut: Ewig müßten| Welt, Eine Sonne mit gefällt; wir verderben, Könnten nicht Ohne dieses Licht des Lebens den Himmel erben. Lebt' ich in der Welt vergebens. 4. Komm denn, Jesu, deine Klarheit Durch die Nacht der Sünde bricht. Zeige mir den Weg der Wahrheit, Zeig' dein helles Angesicht. Treib' aus meinem Herzen aus Alle Schatten, laß dein Haus, D'rin du dich willst ewig spiegeln, Belial dir nicht verriegeln. 10. daß ich dich hier möcht'. spüren Im Verborg'nen unverrückt, Und in dir mich stets verlieren, Wenn ich deinen Glanz erblickt. Weicht, ihr Sinne, schweig', Verstand! Hier wird etwas mehr erkannt, Als dein Auge kann erreichen, Wiß und Künste müssen weichen. 5. Siehst du nicht des Herzens Höhle, Wie sie ist verwirrungsvoll? In dem tiefsten Grund der Seele Glänzt es noch nicht, wie es soll. Ach, wann wird doch einst dein Glanz Meinen Geist verklären ganz? O daß alles möchte sterben, Was nur kann dein Licht verderben! 6. Warst du's nicht, der aus der Tiefe, D'rin die Welt verfunten lag, Durch ein Wort dem Lichte riefe? Und wie plötzlich ward es Tag! Starker Gott, dem nichts gebricht, Sprich noch heut': es werde Licht! Laß das Fleisch in seinen Litften nicht mehr wider dich sich rüsten. 7. Laß in deinem Licht mich wandeln, du heller Morgenstern. Lehr' mich, daß ich recht zu handeln Aus dem Wort des Lebens lern', Und gleichwie du für und für Bist des Vaters Bild und Zier: Also laß, Herr, deine Strahlen Jn mir auch dein Bildniß malen. 8. Ich muß, wie du mich, dich kennen, Ich muß heilig sein wie du, Und wie du in Liebe brennen; Gib mir Licht und Kraft dazu. War des Tempels Dunkel nicht Allzuenge deinem Licht: Wird mein Elend dir nicht wehren, Bei mir Sünder einzukehren. 9. Wohne, herrsche, leuchte, heile, Dir, dir räum' ich Herz und Mut. Leuchte mir als Feuersäule, Fülle mich mit Licht und Glut. Eine Sonne wärmt die 11. Muß ich schon in Mesechs Wohnung Seufzen, girren manches mal: Ach, ein Strahl ist g'nug Belohnung, Ach, vom Herrn ein süßer Strahl hat viel größre Lieblichkeit, Als die HölleBitterkeit, Und in dieser Liebeskammer Wird verschmerzt der Sünde Jammer. 12. Ja, willst du dich auch ver= stecken Einen Augenblick vor mir, Es soll mich doch nicht erschrecken, Ich will schweigen, trauen dir. Du wirst deinen Bund und Eid Halten fest in Ewigkeit; Wenn die Sonne wird vergehen, Bleibet doch dein Wort mir stehen. 13. Du sollst auch im Finstern heißen Meines Herzens einzig's Licht. Tod und Grab kann nicht zerreißen, Was dein Testament verspricht. Prüf', erforsch' mich, wie du willt, Du bleibst mir doch Sonn' und Schild; Haft du dich mir schon entnommen, Du wirst eilend wiederkommen. 14. Romm nur hald, laß deine Waise Dir nachschmochten nicht zu lang' Auf des Lebens schwerer Reise, Da der Seele oft wird bang'. Ende meinen Kampf und Lauf, Geh' in Herrlichkeit mir auf; Laß vor deinem Thron mich stehen, und dein Antlitz ewig sehen. Friedr. Adolf Lampe,* 1683, † 1729. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'. ein bin 385. Dir will ich mich Zum Opfer ganz ergeben; Rechtschaffen, rein und fromm will Die Heilsordnung. ich Vor deinen Augen leben.| mir mein Bundesgott verspricht, Wie könnt' ich eines Andern sein? Daß er mich will bewahren In Bin ich nicht durch die Schöpfung aller Trübsal, Angst und Not, dein? Und dein durch die Erlösung? Ja selbst auch endlich in dem Tod; Er kann und will mich schützen. 2. Jch fiel und wandte mich von dir, Zur Finsternis vom Lichte; Doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angefichte. Erbarmen war dein Angesicht, Mich von der Finsternis in's Licht zu dir zurück zu rufen. 2. Er hat mich schon von Ewigfeit Zum Eigentum erforen. Er hat mich in der Gnadenzeit Durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrat, der starke Grund, Der ewig feste Friedensbund Wird nimmermehr gebrochen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigfeit, Du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, geistlich mir geweiht, Und meiner GnadeKinder. Ihr irrt und fündigt; faffet mut: Dort fließet der Versöhnung Blut, Von Sünden euch zu waschen. 3. Der Gott ist unveränderlich, Der mich zum Heil ersehen. Er fennet mich, er liebet mich: Wer will mir widerstehen? Wer will verderben? Seine Hand Wird mich und meinen Gnadenstand Beständiglich bewahren. 4. Dein Sohn erniedrigt sich und stirbt Zur Tilgung unsrer Strafen, Büßt für die Sünden und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie könnt' ich eines Andern sein? Bin ich doch durch die Schöpfung dein, Und dein durch die Erlösung. 4. An meiner statt hat Jesus sich Als Bürgen hingegeben, Und nicht umsonst hat er für mich Erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, Wer flaget mich nun wieder an? Wer kann mich nun verdammen? J 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich, Gott, dein Eigentum, Von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt, Getötet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke deine Kraft in mir; Ich habe kein Vermögen, Die Sünd' und alles, Gott, was dir Verhaft ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm mich ganz hin, Und gib mir einen neuen Sinn, Damit ich dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein Licht in deinem Lichte, Besteh' einst mit der kleinen Schar Der Frommen im Gerichte, Frohloce dann und lobe dich, Daß deine Gnad' und Treue mich Gerecht und selig machte. J. A. Cramer,* 1723,+1788. 203 Mel. Nun freut euch, liebe Chriften. 386. Betroft, mein Herz, und zage nicht, Laß allen Kummer fahren! Weil 5. Mit dem mein Glaube sich verband, Mein treuer Seelenretter, Mein Jesus ist zur rechten Hand Des Vaters mein Vertreter. Jhn aber hört Gott allezeit, Wie könnt' er nach Gerechtigkeit Mich denn verderben lassen? 6. Jch bin's, auf den sein Auge steht, Sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied, Sollt' er mich denn verlieren? Ich bin das Schaf, er ist der Hirt, Der mich allmächtig schützen wird, Wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbteil ist die Selig= keit, Die Jesus mir verheißen, Die er verdient, die schon bereit, Wer will sie mir entreißen? Da= zu hat er mir seinen Geist, Der Lehrer, Licht und Beistand heißt, Zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, Sagt Christus, bei mir bleiben; Er stärket und versiegelt mich, Gottes Werke und Wohlthaten. 204 Nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß' ich in der Zeit Den Vorschmack jener Seligkeit, Die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht Durch Sünd', o Herr, betrüben; Gib, daß ich mög' bei seinem Licht Mich stets im Guten üben. Ach, mache mich je mehr und mehr Bereit zu deines Namens Ehr', Bis ich einst dort dich lobe. Nicht ermittelt. Mel. O daß ich tausend Zungen. 387. ch habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Der Herr ist's, der mit Baterarmen Sich gnädig zu uns Sündern neigt, Weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, Wir kommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein, Denn darum litt sein Sohn auf Erden Und nahm für uns den Himmel ein; Deswegen flopft er für und für So start an unsre Herzensthür. Trost vermissen, Nimmt auch kein Freund sich meiner an, Scheint die Errettung noch so weit: Mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit. 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite, Demütigt seine Gnade mich, Ermuntert mich zu neuem Streite Und unterstützt mich väterlich; Und wenn mir sein Gesetz auch dräut, So hoff' ich doch Barmherzigkeit. 8. Gott gibt zur Tugend Luft und Stärke, Doch klebt die Sünde stets mir an; Ich habe keine solche Werke, mit denen ich mich retten kann; Ich rühme bloß mich hocherfreut Der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach seinem Willen; In Angst und Trübfal wird er mich Mit seines Geistes Trost erfüllen; Er hilft gewiß und väterlich. Er ist, das glaub' ich hocherfreut, Ein Helfer voll Barmherzigkeit. 10. Auf diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich ewig hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 3. A. Rothe,* 1688,+1758. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 4. Abgrund welcher alle 388. mas für ein herrlich Sünden Christi Tod ver= schlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; Hier findet kein Verdammen statt, Weil Jesu Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! ein Christ, Da er ist Recht in Gott genesen! Denn er ist aus ihm geboren, Und hier schon In dem Sohn Als ein Kind erkoren. 2. Wenn die Seele sich der Erde 5. Darein will ich mich gläu- Ganz entreißt Durch den Geist, Daß sie heilig werde, So ist das ihr hoher Adel, Der sie schmückt, Und beglückt, Frei von allem Tadel. big senken, Dem will ich mich getroft vertrau'n, Und wenn mich meine Sünden kränken, Auf Gottes Vaterherz hinschau'n, Da finde ich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles and're mir entrissen, Was Leib und Seel' erquicken kann, muß ich auch jeden 3. Erdenscepter, Erdenkronen Sind ein Sand Und ein Tand, Gleich den hohen Thronen. Eine Seel', die Gott regieret, Hat hier schon Eine Kron', Die fie ewig zieret. Die Heilsordnung. 205 4. Röstlich ist sie ausgeschmitcet,| Leben, Ob hier auch von außen kein Heiligkeit Jst ihr Kleid, Hoch ist fie beglücket. Innerlich glänzt sie von Golde, Pranget sehr, Lebt in Ehr', Denn Gott ist ihr holde. Schimmer sie schmückt; Was ihnen der König des Himmels gegeben, Das wird nur vom Auge des Geistes erblickt. Was viele verachten bei irdischem Trachten, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret, Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie gleichen im Äußern den Kindern der Erde Und tragen auch an sich des Jrdischen Bild; Sie fühlen wie and're der Menschheit Beschwerde, Oft seh'n sie die Sunne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, fie reden und handeln, Wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen; Doch kann fie die weltliche Luft nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel, als Brüder, erfreu'n sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen, und bis in das innerste Heiligtum dringen. 4. Ste wandeln auf Erden und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, duch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden und bleiben in Freuden, Sie scheinen getötet den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, sich wird offenbaren, Wenn er sich einst allen in Herrlichkeit zeigt, Dann wird auch den from= men und gläubigen Scharen Die Krone des ewigen Lebens Sie werden regieren, gereicht. mit ihm triumphieren, Wie leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn aller Weltschimmer in Nacht ist vergangen. Eigene Melotic. 6. O Jesu, verborgenes Leben, 389. glänzet der Chri- der Seelen, Du ewige Sonne der deinen 5. Doch ihr Glanz bleibt hier verdecket Vor der Welt, Die sie hält, Als wär' sie beflecket. Sie lebt jest in Gott verborgen, Hat oft Hohn Hier zum Lohn, Doch fie läßt Gott sorgen. 6. Hier steht diese Ros' im Grunde, Und ihr Schein Bleibet klein In der Prüfungsstunde. Man tritt sie hier oft mit Füßen, Aber Gott Wird den Spott Jhr einmal versüßen. 7. Christus, der ne hat erwählet, Und als Braut Sich vertraut, Der sieht, was ihr fehlet; Tröz ftet sie im bittern Leiden, Führt fie dann Auf die Bahn Reiner Himmelsfreuden. 8. Jhre Hoheit wird vermehret Bei dem Schmerz, Der ihr Herz Hier im Kreuz bewähret, Denn die Thräne schmückt die Krone, Die einmal Nach der Qual Sie bekommt zum Lohne. 9. Ewig wird sie triumphieren, Wenn ihr Hirt, Christus, wird In sein Haus fie führen; dann öffnet er die Schäße, Daß das Herz Nach dem Schmerz Sich daran ergöße. 10. Dann wird ste kein Leid mehr beugen, Und ihr Glanz Wird sich ganz Offenbai dort zeigen. Sie wird leuchten wie die Sonne, Gott allein Wird dann sein Ihre Freud' und Wonne. 11. Dann wird sie mit Chrifto fißen Auf dem Thron, Ihre Kron' Wird von Golde blizen; Dann wird jedermann ste kennen, Und fie frei, Ohne Scheu, Hoch von Adel nennen, 3. G. Wolf,* 1684,+1754. J 206 Gottes Werke und Wohlthaten. verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschäßet, und oftmals verletzet, Die Mel. Jauchzet dem Herren all' auf. ch 390. lobe dich, mein Auge schauet, du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche haft erbauet Zu dei nes Namens Lob und Preis, Daß alle sich zusammen finden In einem heiligen Verein, Wo fie, erlöst von ihren Sünden, Sich, Jesu, deines Reiches freu'n. 2. Du rufest auch noch heut' zu Tage, Daß jedermann er= scheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: Noch immer ist mein Haus nicht voll. Zwar viele find von dir geladen, Doch wenige nur auserwählt; Sie wandeln auf des Weltfinns Pfaden, Und mancher, den du rufeft, fehlt. 3. Herr, unter Völtern vieler Bungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird gesungen, Das Glaube, Lieb' und Hoffnung ziert, Wo alle unter Chriſtus stehen uns ihrem königlichen Haupt, Auf den fte alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 4. Nicht eig'nem Werk gilt ihr Vertrauen, Es ruht auf dir und deinem Sohn; Er ist der Fels, auf den sie bauen, Er ist ihr Weg zu Sieg und Lohn! Er ist der Weinstock, sie die Reben, Jn ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, Durch Wahrheit, Lieb' und fromme Zucht. 5. Ein Herr, ein Glaub' und eine Taufe Vereinigt fie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, und allen, Hier stille mit Chrifto im Vater gelebet: Das ist es, was einft uns zum Himmel erhebet. C.F. Nichter,* 1676,+1711. Kirche. Gott, bist Vater du. Dir streben alle zu gefallen, und du gibst ihnen 6. So weih' uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben, und niedern Listen widerstehn. Gib, daß wir als getreue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn, Und dann auch allesamt als Brilder In Lieb' ihm folgen treu und gern. 7. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben Noch fernerhin bis an das End'; Laß nichts uns deine Schätze rauben, Dein heilig Wort und Sakrament. Erfülle deiner Christen Herzen, Gott, mit deinem Gnadenheil und gib nach überwund'nen SchmerzenUns droben einst das bess're Teil. Samuel Groffer,* 1664,+1736. Mel. Nun lob', mein' Seel', den. 391. Fett steht zu diete, Ruhme Die Kirche, die geweihte Stadt, Die ihm zum Heiligtume Des Menschen Sohn gebauet hat. Er wohnt mit seiner Wahrheit In ihren Mauern gern; Sie glänzt in hoher Klarheit, und freut sich ihres Herrn. Oft stürmten schon die Wogen Des Kampfes gegen fie; Umsonst, die Feinde zogen Zurüc und siegten nie. 2. Auf Felsengrund erbauet, 3st sie zur Gottesstadt erhöht, Die ihm allein vertrauet, Und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt Der Wahrheit Sonnenlicht, Das, niemals mehr verdunkelt, Durch alle Die Kirche. 207 Nebel bricht. So bleibt dem Wahn| Christ! Wer hier sein Jünger ift, entriffen Die gläub'ge Schar Sein Wort von Herzen hält, des Herrn, Sie reinigt ihr Gewif Dem kann die ganze Welt Die sen, Gehorcht und dient ihm gern. Seligkeit nicht rauben. 3. Die Krone der Belohnung Winkt jedem Bürger dieser Stadt, Der hier sich seine Wohnung Erwählt und treu gestritten hat. Er fürchtet kein Verderben, Bleibt hier in sich'rer Ruh', Und eilet einst im Sterben Froh seiner Heimat zu. Vom Vater aufgenommen, Wird er ganz selig sein, Mit den verklärten Frommen, Die ihres Lohn's sich freu'n. 4. Frohlocke denn und finge, Stadt Rönigs Ruhm! Breit' aus fein Reid, und bringe, Die draußen sind, ins Heiligtum, Daß alle selig werden, Von seinem Wort beLehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt; Bis alles Volt, erneuert und in sein Licht verklärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. Nicht ermittelt. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertrau't, Laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der hoch vom Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth, Hält feft auf sein Gebot, Gibt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod: Was will uns dann erschrecken? Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. 2. Du willst sie als dein Eigentum Hier rein, dort herrlich machen; Sie ist dein Volk, du bist ihr Ruhm, Du selbst willst fie bewachen. Du kleine Herde, hoffe 392. Das dir zu bescheiden. still, Getrost! es ist des Vaters 3. Es ist doch Christus unser Heil. So viel' nur an ihn glauben, Die haben an ihm ihren Teil, Den Satan nicht soll rauben. Von ihm fließt stets den Seinen zu Erquicung, Trost und Schutz und Ruh', und alle Gnadenfülle. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. enn Christus seine mag die Hölle wüten! Er, der zur Rechten Gottes fizt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah', Wenn er gebeut, ſteht's da. Er schüttet seinen Ruhm, Und hält das Christentum, Mag doch die Hölle wüten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören, Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Jhn wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich Worts, Des Heilands, unsers Horts, Sein Kreuz ist selbst ihr Spott; Doch ihrer lachet Gott, Sie mögen sich empören. des 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n, Uns fann er fie nicht rauben; Der Unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus R Mel. Wo Gott, der Herr, nicht. 393. Ah Bater, der die arge Welt In seinem Sohn geliebet, Der, was er zusagt, treulich hält, Und stets Erbarmen übet, Sieh' gnädig an die Christenheit, Die du in dieser Pilgerzeit Dir aus den Menschen sammelst. 4. Müßt' auch Gebirg' und Thal ins Meer Durch Gottes Schelten sinken, Ja selbst das ganze Weltenheer Vergehn auf Gottes Winken: So fällt doch seine Kirche nie, Der Herr erhält und schützet sie, D'rum wird fie ewig bleiben. 5. So stärk' uns denn, Herr, unser Gott, Bei Christi Kreuzesfahnen. Mach' aller Feinde Macht zu Spott, Hilf deinen Unterthanen. Tröst uns mit deiner Ge Gottes Werke und Wohlthaten. 208 genwart, Mach' uns, ist die Verfolgung hart, Zu deines Namens Zeugen. 6. Laß uns in froher Glaubensfraft Dich ehren, fürchten, lieben Und eine gute Ritterschaft Für deine Wahrheit üben. Und fostet's denn auch Blut und Gut, Laß uns dein Wort mit Gut und Blut Vor aller Welt bekennen. 7. Steht gleich die Kirche hier im Streit, Wo tausend Feinde toben, Wird fie doch einst zur Herrlichkeit Hoch im Triumph erhoben. Ach, nimm auch uns einst aus dem Krieg, Auch uns gib, wie den Andern, Sieg, Die jetzt schon Kronen tragen. 8. Wenn Menschen und der Engel Chor Einst eine Kirche werden, Dann steigt dein herrlich Lob empor, Vollkomm'ner als auf Erden. Komm, Jesu, bald, wir bitten dich, Laß uns, die Deinen, ewiglich Bei dir im Himmel wohnen. Nicht ermittelt. 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, Die frebelnd sich empören, Laß deiner Gnade Wunder jeh'n, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schau'n, Und unerschüttert im Vertrau'n Auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläub'gen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unfre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsres Glaubens uns gewiß, Vor Irrtum und vor Finsternis Bewahr' uns bis ans Ende. Vein Reich, Herr, zu zerstören, Du aber, Mittler, Gottessohn, Kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, Vergebens wird sich wider dich Die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Wert von Menschenlindern, D'rum kann auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar, Und wird selbst durch der Feinde Schar Zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch Auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen Namen. 6. Dein Geist filhr' uns auf ebner Bahn, Und heil'ge unsern Willen, So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Geseß erfüllen, Bis du erscheineft zum Gericht, Und dann vor deinem Angesicht Die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, Und freu'n des großen Tages fich, Da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, Den uns verheiß'nen 394. Die Feinde deines Gnadenlohn, Dein Himmelreich ererben. Mel. Es ist das Heil uns kommen. B. Münter, 1735, † 1793. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Bere 395. Herr, deine Kirche Noch wohnt dein Wort im Lande; Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt fie je in Gefahr Durch ihrer Feinde Schar, Dann, o Herr Jesu Chrift, Besiege Macht und ist, und herrsch' in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß uns nie, Uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße fie, Denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir ist ver= traut, Hast du dir selbst erbaut; Ach, Herr, erhalt' fie rein, Und die den Bund entweih'n, Die heilige dir wieder. Die Kirche. 209 3. Eins ist, Herr, was dein| bringe sie zu deiner Herd', Auf Zion fränkt: Daß unter deinen Christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von sei nen Lüften. Ihr Glaube ist so schwach, Die Liebe kalt und, ach! Sie denken daran nicht, Daß dort ein schwer Gericht Auf sich're Sünder wartet. 4. Und du, o Jesu, bist so treu, Ach, daß wir frömmer wären! Mach'alle Herzen rein und neu, laß alle fich bekehren. Gib uns dein' Wissenschaft, Gib Glauben, Lieb' und Kraft, Gib uns Entschluß und Mut, zu wagen Ehr' und Blut Zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, Erhalt uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, Jm Guten nie ermülden. Erleicht're, was uns drückt, gib, was stets beglückt; Und nach der Prüfungszeit Ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 건 Erhör' ihr findlich Fleh'n; Eil', Herr, ihr beizustehn, Damit sie standhaft sei, Štets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche fiegen! J. M. Uhlich. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, Hilf deiner Kirche siegen. Wie ihr och sein Kämpfer unterliegen. 398. Anade Bei uns, Mel. Christus, der ist mein Leben. bleib mit deiner Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns in diesem Horte Sei Trost und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein' Gnad' und Allvermögen In uns, o Herr, vermehr'. 396. Ar Jefu Chrift, Mel. Erhalt uns, Herr, bet. ch bleib bei uns, Herr Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. daß ein jeder selig werd'. 2. Erfülle, die im Irrtum sein, mit deinem Geist und Gnadenschein, Auch die, so heimlich fichtet an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad', Und ihr verwund't Ge= wissen heil', Am Himmel laß sie haben teil. 2. In dieser letzten, bösen Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit Daß wir dein Wort und Sakrament Rein halten bis an unser End'. Nit. Selnecker,* 1532, † 1592. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig reden lehr', Auf daß sie alle sagen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver= blend't, Bring' her, die sich von uns getrennt; Versammle, die zerstreuet gehn, Hilf allen, die im Zweifel stehn: 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche Gnaden preisen dich. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht truke, Noch Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 397.0 Jefu Chrift, du fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue leuchte, die dich kennen nicht, Und Bei uns, Herr, unser Gott; Bewahres 14 Gottes Werke und Wohlthaten. ständigkeit verleihe, Hilf uns aus| die geliebte Stadt, Die sich dir aller Not. Josua Stegmann, 1588,+1632. Mel. Das Jesulein soll doch mein. er Glaube bricht ergeben hat? Ach, soll sie nicht einmal schauen Ihre Mauern aufgericht't? Ja, der Herr verläßt sie nicht. wann wird die Stimm' 399. Durch Fels und erschallen, Da man rufet überall Stein, Weiß Berge zu versetzen; In der Auserwählten Zahl: BaEr stürzt fie tief ins Meer hin- bel, Babel ist gefallen, Die mit ein Nebst allen ihren Schäßen. Und wer sich fest Auf Gott verläßt, Fühlt göttliches Vermögen, Fängt freudig selbst Das Schwerste an, Wo and're sich nicht regen. ihrer stolzen Pracht Alle Welt zum Fall gebracht. 3. Höre, wie dein Zion klaget unter Babels Dienstbarkeit, Jetzt in dieser finstern Zeit. Doch du wirst den, der sie plaget, Stürzen Glaubens Helden- bald durch deine Macht, Und ver2. Die Zeugen unsers treuen Herrn, Des scharen, Sie wählen Not und Armut gern Und Trübfal und Gefahren. D'rum mutig an Die Glaubensbahn! Der Herr ist vorgegangen; Und geht der Herr Als Held voran, Wie könnte man erbangen? 210 3. Und wenn die Zeugen Christi stehn, Wenn sie ihr Leben wagen, Mag ihrer feiner rückwärts gehn, Fühlt keiner Todeszagen. Gott ist ihr Licht, Sie suchen nicht, Was Leib und Gut nur birget. Es fieget Gott, Sein Recht und Licht, Wird auch der Leib erwirget. 4. Gelobt sei euer Heldenmut, Ihr Streiter unsers Fürsten! Ihr fah't getroft nach eurem Blut Den Born der Feinde dürften. Ihr war't bereit, Voll Mut zum Streit, Den Krieg des Herrn zu führen; D'rum wird euch dort Die Herrlichkeit Der Himmelskrone zieren. Nicht ermittelt. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 400. Hon bauen, Zion, tilgen Babels Pracht. 4. Drücke uns dein heil'ges SieDir zu Ehren, uns zum Pfand, gel An die Stirne, an die Hand, Daß wir uns durch Glaubensflügel Können schwingen himmelan, Da uns niemand schaden kann. 5. Zeichne mit dem heil'gen Zeichen uns, dein Bolt, dein Eigentum, Schönster Jesu, höchster Ruhm, So muß Satan von der Sünde flieht, Wo er deine uns weichen, Und der Mensch Siegel sieht. 6. O wie wird dein Volt dich ehren, Wenn es nun entriffen ist Babels Stolz', des Tieres list! Deinen Ruhm wird es vermehren, und in alle Ewigkeit Dich zu loben sein bereit. Die Erquickungszeit ist da, Und 7. Zion, sei denn unbetrübet, des Herren Hülf' ist nah'. Selig, der sich ihm ergibet, Und vor seinem Heiland kann Siegeslieder err, wann wirst du stimmen an. Joachim Lange,* 1670, † 1744. Die Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen.| heil'gen Flammen Des Glaubens und der Liebe seh'n. Wir werden bringt uns zusam- durch das Wort der Gnaden Selbst men, Daß wir in der Gemein- zur Gemeinschaft jener Schar, schaft stehn; Es läßt an uns die Die längst vor uns hienieden 401. Dein ein Wort, o Herr, Die Gemeinschaft der Heiligen. 211 war, Gelockt und kräftig einge-| Wärmt an Christi Herzen euch. laden. Laßt der Liebe heil'ge Flammen Euch durchglüh'n in Gottes Reich. Christus ist das Haupt, wir Glieder, Er das Licht, und wir der Schein, Er der Meister, und wir Brüder, Er der Herr, und wir sind sein. 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, Ist Christus und sein teures Blut. Das einz'ge Ziel, auf das wir sehen, Jst Christus, unser höchstes Gut. Die einz'ge Regel, die wir kennen, 3ft sein Lebend'ges, träft'ges Wort. Nach teinem Mann, nach keinem Wort Soll je sich die Gemeinde nennen. 3. Was ist das für ein himmlisch Leben, Mit Vater, Sohn und heil'gem Geist Jn seliger Gemeinschaft schweben, Wie Chriftus, unser Herr, verheißt! Was glühen da für fel'ge Triebe! Gott schüttet in sein geistig Haus Die ganze Gnadenfülle aus; Hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. 4. Der Vater liebet uns als Rinder, Schenkt uns den Geist, der Abba schreit; Des Sohnes Treue schmückt uns Sünder Mit ewiger Gerechtigkeit; Der heil'ge Geift tritt mit dem Öle Des Friedens und der Freude zu; Das Herz genießet Trost und Ruh', Und neue Kraft stärkt Leib und Seele. 5. Und dieses heil'gen Bundes Brüder, Sie stehen auch für einen Mann; Wagt sich der Feind an eins der Glieder, So nehmen sein sich alle an; Sie fallen betend Gott zu Füßen Und fiegen in des Heilands Kraft, Um von der heiligen Brüderschaft Auch nicht das kleinste einzubüßen. 6. So wallen die verbund'nen Herzen Durchs Thränenthal ins Baterland, Versüßen sich der Erde Schmerzen, Eins reicht dem Andern seine Hand. Sie wollen sich mit Freuden dienen, Sie sehen mit des Glaubens Blick Auf Jesum und ihr künft'ges Glück, Sie find in ihm und er in ihnen. Nicht ermittelt. 2 Mel. Gott, hier sind wir, deine. 2. Kommt, ach kommt, o Gottestinder, Und erneuert euren Bund. Schwöret unserm Überwinder Lieb' und Treu' aus Herzensgrund; Und wenn eurer Liebestette Festigkeit und Stärke fehlt, so flehet um die Wette, Bis fie Jesus wieder stählt. 3. Hänget euch, ihr Bundesglieder, Mit so treuer Liebe an, Daß ein jeder für die Brüder Auch sein Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer mahne doch den andern, Christo, der sich für uns gab, Kräftiglich stets nachzuwandern, Selbst durch Leiden, Tod und Grab. Einer soll den andern stärken und erwecken Tag für Tag, Daß in frommen Glaubenswerken Christo man gefallen mag. 5. Nichts als nur des Heilands Stimme Sei die Regel unsrer That, Weil er, daß er uns gewinne, Liebend fich geopfert hat; Weil er gnädig uns vergeben, Unsrer Sünden nicht mehr denkt, Dem verleihet ew'ges Leben, Der sich ihm nur willig schenkt. 6. Halleluja! welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad', Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat! Daß der Vater aller Geister, Der des Lebens Quelle ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist. 7. Du, mein Heiland, o vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie herzlich stets es meine, 402. Hint zusammen, Ja, verbinde in der Wahrheit, Herz Herz dein war. 14* 212 Gottes Werke und Wohlthaten. Die du selbst im Wesen bist,| die Liebesflamme, Daß ein jeder Alles, was von deiner Klarheit sehen kann: Wir, als die von In der That erleuchtet ist. einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 8. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Deren Sehnen du gestillet, Auch in seine Liebe zieh'; Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sei'n, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreu'n. 10. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Rein getrenntes Glied mehr ist; und allein von deinem Lichte Nehme unser licht den Schein, Daß, wenn auch die Welt uns richte, Wir doch deine Jünger sei'n. Ch. S. v. Zinzendorf. 9. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll: O so mache doch die toten, Trägen Geister Lebens voll! Zünde an Das Wort Mel. Jesu, meine Freude. 403. Wo ort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, Liefest du erschallen Evangelium, Eine Kraft, die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben Uns von dir gegeben. Gottes. stärkt euren Mut; Gott ist hier, der euch geliebet, Und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein Vertrauen Evange= lisch sein. Auch will ich nun würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 7. Jest, deine Stärke Schaffet gute Werke, Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf auch, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. Heinrich Kornel. Hecker,* 1699, † 1743. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was die Opferschatten längst verkündet hatten, Das vollführt dein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft Alles ein in Jesu Namen, Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet Alle Straf' und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Alle Gnad' und Huld. Auch ist dies für wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre, erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße, Und die Lehre füße, Teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeld't Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Mel. Befiehl du deine Wege. ein mich sein 404. Dund bleiben, Du treuer Gott und Herr; Von dir laß mich nichts treiben, Halt' mich bei reiner Lehr'. Ach Herr, lag mich nicht wanken, Gib mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nit. Selnecker,* 1532,+1592. Mel. Freu' dich sehr, o meine. Die in bittern Schmerzen Das 405. Gott, des Scepter, zerschlug; dessen Gnaden, Der, für euch beladen, Alle Schmerzen trug. Jesu Blut Herrschet über alle Welt, Der du deinem lieben Sohne Eine Hoch Das Wort Gottes. 213 Geist damit zu nähren. zeit hast bestellt, Dir sei Dank| Brot, davon zu zehren, und den ohn End' und Zahl, Daß zu deinem Liebesmahl Von den Zäunen an den Gassen Du mich auch hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? und hingegen Wer bist du in deiner Pracht? Ich ein Würmlein an den Wegen, Du der König großer Macht; Ich nur Staub, mich nimmt der Tod, Du der Herr, Gott Zebaoth; Ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, Du- der Herr der Ewigkeiten. 8. Ach, eröffne meine Ohren Für die Stimm', die also klingt, Die zu deinen Freudenthoren, O Jerusalem, mich bringt. Laß den, den du teu'r erkauft, Der zu deinem Bund getauft, Nicht zur Nahrung seiner Seelen Ferner eitle Träber wählen. J 9. Laß der eitlen Welt Getümmel, Das wie Schatten wird ent= flieh'n, Von des Lammes Mahl im Himmel, Das stets bleibt, mich nicht abzieh'n. Kleide, Jesu, in der Zeit Mich in dich, mein Hochzeitskleid, Daß ich deine Hochzeitsehren Möge feiern ohn' Aufhören. Heinr. Georg Neuß,* 1554, † 1716. Eigene Melodie. 3. Ich bin unrein, ganz verdorben, Du die höchste Heiligfeit; Jch verfinstert und erstorben, Du des Lebens Licht und Freud'; Ich ein armes schwaches Kind, Lahm und Kriüppel, taub und blind, Du das Wesen aller Wesen, Ganz vollkommen, auserlesen. 4. Und 406. Erhalt uns, Herr, doch läsfest du mich laden Zu dem großen Hochzeitsmahl. der übergroßen Gnaden! Ich soll in des Himmels Saal, Mit dem lieben Gotteslamm, Meinem Herrn und Bräutigam, Bei der Engel Chor und Reihen, Ewig, ewig mich erfreuen. bei deinem Wort, und steure deines Feindes Mord, Der Jesum Christum, deinen Sohn, zu stürzen sucht von seinem Thron. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Beschirme deine Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 5. Wen nun dürftet, soll sich 3. Gib, heil'ger Geist, du Tröster Laben mit dem süßen Lebenswert, uns einen Sinn hier auf quell; Wen nun hungert, der der Erd'. Steh bei uns in der foll haben Himmelsbrot für seine Seel'. ein süßes Mahl und letzten Not, Leit uns ins Leben Ort, Da an Gottes Herz und Wort Sich die Gäste ewig laben, In ihm volle G'nüge haben! aus dem Tod. Martin Luther, 1483,+ 1546. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht bei. Menschen 6. O du großer Herr und König, 407. Wir dem, e Gott, zu Der du rufft: kommt, kommt herbei! Ach, ich bin, ich bin zu wenig Aller deiner Lieb' und Treu'. Ach, ich kann dir nimmermehr Danken g'nug und also sehr, Wie ich schuldig bin und sollte, Und wie ich wohl gerne wollte. Was geistlich ist, untüchtig; Dein Wesen, Wille und Gebot Jst viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehn es nicht, Wenn uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, Aus der finstern Erdentluft. Laß mich deine Stimme weden, Die so hell und lieblich ruft: Komm, o Mensch, komm, eile, fomm, Komm zum Lebensquell und Strom, Komm zum 2. Du hast vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte; Du machtest uns durch sie bekannt Dein Heil und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Gekommen, uns zu lehren. Gottes Werke und Wohlthaten. 214 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreift, laß uns dabei verbleiben, Und gib uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte gläuben; Daß wir's annehmen jederzeit Mit Demut, Ehrfurcht, Luft und Freud', Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott Uns nicht vom Wort abwende, Denn du bist ein gerechter Gott Und am Ende. Gib du selbst deinem Worte Seraft Und laß der Wirkung, die es schafft, Uns niemals widerstreben. 5. Ach, öffne uns Verstand und Herz, Daß wir dein Wort recht faffen, In Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein, auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort Bom Feinde weggenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Und wenn der Sam' in Dornen fällt, Hat Sorg' und Wollust dieser Welt Bald seine Kraft ersticket. 7. Ach, hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem fruchtbar'n guten Lande, Und sei'n an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Biel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, Die Sünden ernstlich meiden; Gib, daß wir halten fest an dir Jn Trübsal, Kampf und Leiden. Rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt, Hilf uns, die Sorgen dieser Welt Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort laß allewege sein Die Leuchte unsern Füßen; Erhalt es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, Rat und Trost in jeder Not, Daß wir im Leben und im Tod Darauf beständig bauen. 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', Gott, sehr weit verbreiten; Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' Erleuchten mög' und leiten. heil'ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Geduld, Lieb', Hoffnung, Glauben. D. Denice, 1603,+1680. Mel. Ach Gott und Herr. 408. Gott ist mein Hort, Auf Jesu Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, Herr, mein Gott, Vom Glauben mich abschrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Ach, ohne sie Verständ' ich nie, Wie ich dich witrdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben, Daß diese Zeit Zur Ewigkeit Mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rat, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Jhn kännt' ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort. erschienen. 6. Nun darf mein Herz Jn Reu' und Schmerz Der Silnden nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Mich lehrt dein Geist Jm Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Geschäfte; Durch eigne Macht Wird's nie vollbracht, Dein Wort allein gibt Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du haft's uns gegeben; Es sei mein Teil, Es sei mein Heil, Und Kraft zum ew'gen Leben. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715,+1769. R Dritte Abteilung. Das christliche Leben. 1. Sorge für die Seele. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 409. Glaube, lieb' und Hoffnung find Der wahrhafte Schmuck der Christen; Hiermit muß sich Gottes Kind Stets bestreben auszurüsten. Nur durch sie wird Gott geehret, Seine Gnad' in uns vermehret. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, läßt fich Trübfal triebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, Unterwirft fich Christi Zucht und gibt sich ihm ganz zu eigen, lässet sich in allen Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der Liebe Mut, Alle Not zu überwinden; Sie kann in der Trübsalsflut Ihren Anker sicher gründen. Sie erwartet nach dem Leide Ewige, vollkomm'ne Freude. mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest töten: Laß sie nach dem Himmel schauen Und auf das, was ewig, bauen. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr' in mir den Glauben. Mache du den Feind zu Spott, Der dies Kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache Rohr nicht brechen und mein glimmend Tocht nicht schwächen. 8. Glaub' und Hoffnung horen auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen, Doch die Liebe dringt hinauf, Wo sie Ursprung hat genommen. Ach, da werd' ich erst recht lieben, und die Liebe ewig üben. Benjamin Schmolce, 1672, † 1737. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu. meiner Seelen 410. eligkeit Taß mich, Herr, eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit In Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reinen Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, D'rum laß auch hier auf Erden Des Herzens wahre Befferung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, Nichts sei so groß, nichts mir fo lieb, Das ich ihm nicht aufopf're. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein bestehe; Flöß' mir Kraft des Geistes ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaff'nem Triebe Dich und auch den nächsten liebe. 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, 7. Gründe meine Hoffnung feft, O Gott, darüber meiden: Was Stärke sie in allen Nöten, Wenn| hälfe mir's? nie kann die Welt Das christliche Leben. 216 Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Not und Tod einst geben? Nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück, Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich Vor allen Dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem Mut verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht vor dir befteh', Sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßest Und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unter stützest? O stärke mich, mein Gott, dazu, So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ew'ge Leben. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. Eigene Melodie. 411. Estoftet viel, ein Chrift zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes Leben, Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Auch ist's mit einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemacht, Nicht ausgemacht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Geist so stark, so hell und rein 3m vollen Strahl von Gottes Angesichte, Weil dort ihn ziert die wesentliche Pracht, Die schön ihn macht!:,: 5. Da wird das Kind den Vater seh'n, In seinem Anschau'n Himmelsluft empfinden, Wird an dem Strom des Lebens felig stehn, Und sich mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird gescheh'n? Wer mag's verstehn?:,: 6. Dort schaust du einst die Weisheit ganz, Die dich mit Mutterliebe stets geführet. Sie frönet dich mit ihrem Perlenfranz Und wird als Braut der Seele zugeführet. Verborgenes wird da ganz offenbar, Das Dunkle klar.:,: 7. Was Gott besitzt, empfängst du auch, Was Gott verheißt, wird dir in Gott gegeben; Der Himmel steht bereit dir zum Ge= brauch, Wie lieblich wirst du doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein.:,: 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, Dich aus der Nacht der Finsternis zu reißen! Was forgest bu, daß dir's an Kraft gebricht? Bedente, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sich's dort nach der Arbeit ruh'n, Wie wohl wird's thun!:,: C. F. Richter,* 1676,+1711. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die, ach, ihr Gift in unsre Fersen bringen; Da kostet's Müh', auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit.:: Mel. Es foftet viel, ein Christ zu. 3. Doch ist es wohl der Müthe 412. Es ist nicht schwer, wert, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Sei hoch das Ziel, die Gnade macht es leicht, Daß man's erreicht.:,: ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben, Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit, Den schweren Streit. Sorge für die Seele. 217 2. Du darfst nur werden wie| Ruh', In Frieden sollst du vor ein Kind, Du darfst ja nur die dem Vater leben. Die Sorg' und Last wirf nur getroft und kühn Allein auf ihn.:,: C. F. Richter, 1676,+1711. - Leichte Liebe üben. Oblöber Geist, wie gut ist Gott gefinnt! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. D'rum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, Es ist nicht schwer.:,: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der treue Gott will ja nicht deinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein Eigenwille; D'rum übergib ihn willig in den Tod, So hat's nicht not.:,: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh am schwachen Herzen naget. Sprich: Bater, schau' mein Elend gnädig an! So ist's gethan.:: 5. Fass' nur die Seele in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; Dann ist vor Gott dein findliches Verseh'n Als nicht gescheh'n.:,: 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruh'n, Wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Vor keinem Sturme darfst du je erschrecken; Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube mur.:,: 7. So wird dein Licht aufs neu' entstehn, Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir Mel. Alle Menschen müssen sterben. ihr 413. Schaffet, daß ihr selig wollet felig sein. Euch als Chriften zwar geberdet, Doch davon tragt nur den Schein; Denket, daß der Herr wird kommen, Richten Böse Darum samt den Frommen. schafft mit Furcht allein, Wie ihr möget felig sein. 2. Schaffet denn mit Furcht und Zittern, ihr Sünder allzumal, Wenn Gott wird die Welt erschüttern, Und sich naht die Höllenqual, Daß ihr alle dann entgehet, nicht zur Linken Jesu stehet! Schaffet doch mit Furcht allein, Daß ihr möget selig sein. 3. Schaffet, daß ihr selig werdet, Traut nicht eurem Fleisch und Blut, Das sich heilig hier geberdet, Und es doch nie meinet gut. Flieht das falsche Christenleben, Bleibet Jesu treu ergeben, Folgt ihm nach; dies schafft allein, Daß ihr möget selig sein. 4. Herr, der du durch dein Leiden uns so teu'r erlöset hast, Laß doch nichts von dir uns scheiden, Nimm von uns hinweg die Past. Brich in uns die Macht der Sünden, Laß uns Gnad' und Leben finden! Deine treue Lieb' allein Schaffe, daß wir selig sei'n. Barbara Reizin. nur dem treuen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ So ſelig ist!:,: 8. Auf, auf, mein Geist, was fäumeft du, Dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. 414. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du frönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. 218 Das christliche Leben. biert, Und er ein göttlich Leben führt. 2. Jch bitte nicht um über-| Daß Gottes Geist ihn neu gefluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verlieren. Das sei mein Ruhm: vor dir zu stehn, Den schmalen Weg getreu zu gehn, Jm Umgang mit den Frommen. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. Mel. Wer nur ben lieben Gott. 415. Wohl dem, der sich mit het, Daß er ein Jünger Christi fei, Der Christum als ein Kleid anziehet, Daß er im Glauben werde frei, Der Christum stets zum Zweck sich setzt, Jhn über Welt und Himmel schätzt. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach Auf der Verleugnung schmalem Stege, Und auf sich nimmt des Heilands Schmach, Der sich befleißt, an seinem Heil Im Glauben stets zu haben teil. 3. Was hilft's, daß Christus hier empfangen, Des Fleisches einst teilhaftig ward, Wenn wir nicht auch dazu gelangen, Daß er sich selbst uns offenbart? Doch soll er bei dir fehren ein, So muß dein Herz aufrichtig sein. 4. Was hilft's, daß Christus ist geboren und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt dies hohe Recht verloren, Der nicht darnach im Glauben ringt, 5. Was hilft dem Menschen Christi Lehre, Der Sclave der Vernunft noch bleibt, Nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre Sein Leben, Thun und Wesen treibt? Ein Christ, der die Verleugnung ehrt, Folgt dem nur, was ihn Christus lehrt. 6. Was hilft uns Christi Thun und Leben, Was seine Lieb' und Freundlichkeit, Wenn wir, dem Stolz und Haß ergeben, Nur schänden seine Heiligkeit? Was hilft's, nur mit dem Mund allein, Und nicht im Werk ein Christ zu sein? 7. Was hilft uns Christi Angst und Leiden, Wenn man nicht will ins Leiden gehn? Nur nach der Pein sind süß die Freuden, Und nach der Schmach glänzt Purpur schön. Wer hier nicht seinen Adam fränkt, Dem wird die Krone nicht geſchenkt. 8. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, Wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben zum Verderben, Führst du die Luft nicht in sein Grab. Sein Kreuz bleibt dir ein totes Bild, Wenn du dir selbst nur leben willt. 9. Was hilft sein Lösen und Befreien, Wo man nicht bleibt im Bunde stehn? Was hilft's, Herr, Herr und Meister schreien, Wenn man stets will zurück noch seh'n? Was hilft's denn, daß sein Tod versöhnt, Wenn unser Sinn der Welt noch fröhnt? 10. Was hilft dir Chrifti Auferstehen, Bleibst du noch in dem Sündentod? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, Wenn du noch zagst in Erdennot? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, Führst du nicht mit dir selber Krieg? 11. Wohlan, so lebe, thu' und leide, Wie Christus dir ein Vorbild war; Sieh, daß dich seine Sorge für die Seele. 219 Unschuld kleide, So bleibst du in| Angst und Traurigkeit: Getrost, der Seinen Schar. Wer Christi wir überwinden weit. ift, der strebt allein Jm Leben Chrifti Glied zu sein. J. G. Wolf, 1684, † 1754. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, Die offenbar soll werden? Wie schnell fleucht dies mein Leben Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 416. Bald bin auch ich des hin, Hin, wo ich ewig ſelig bin! Todes 9. Heil mir, ich bin sein Eigentum! Nichts soll von ihm mich scheiden, Nicht Wollust, Güter, noch der Ruhm, Nicht Schmach, nicht Tod, noch leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft, Ich bin auf seinen Tod getauft. wall' ich noch auf Erden, Ich Sterblicher, Doch dieser Staub Soll einst unsterblich werden; Und dann, dann ist mein ewig Teil, O Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ Nach seinem Heile ringen, Berachten das, was eitel ist, Hinauf zu Gott sich schwingen, Getroft den Pfad der Trübsal gehn, Und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, Noch bin ich in den Schranken, Noch nicht am Ziele, doch mein Fuß Beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft Auf dieser kurzen Pilgrimschaft. 4. So lang' ich noch, ein Fremdling hier, In diesem Leibe walle, So schaff' ein reines Herz in mir, Ein Herz, das dir gefalle, Und leite mich auf ebner Bahn Durch deinen Geift zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir wert zu sein, Was du gebeutst, zu üben; Mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, Von Herzen dich zu lieben; Mein Trost, auf deinen Schutz zu bau'n, Und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Soll nie mir meinen Glauben Den süßen Troft der Ewigfeit, Des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Not, Und was versüßt mir einst den Tod? 10. Der mir in Christo alles gibt, Schüßt bei des Todes Schrecken; Der mich bis in den Tod geliebt, Wird aus dem Grab mich wecken. Wenn Erd' und Himmel untergehn, Werd' ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht leid und Schmerz Betrübet dort die Seinen; Nicht klagen mehr wird unser Herz, Nur Freudenthränen weinen. Er, der für uns sein Leben gab, Er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir und beten an Vor deinem Angesichte, Und die wir hier im Dunkel sah'n, Wir werden dort im Lichte Die Wunder deiner Liebe seh'n, und deine Wege ganz verstehn. 13. Jhr, die ihr ihn erhabner preist, Ihr Engel, meine Brütder, Dann singet mein verklärter Geist In eure Jubellieder, Und eurer Harfen reiner Klang Ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der du uns dies heil erwarbst, Laß, Herr, auch mich's ererben; Du, der du für die Sünder starbst, Laß, Jesu, dir mich sterben. Gib, daß ich dir im Leben treu, Getreu bis in den Tod dir sei. G. B. Funt,* 1734,+1814. 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, Und eitel unfre Werke; Der Glaub' allein gibt Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Kraft und Mut, Berleiht in 417. Seele, was ermild'st Christo Stärke. Sind wir in du dich In den 220 Das christliche Leben. Dingen dieser Erden, Die doch| Suche Jesum und sein Licht, bald verzehren sich und zu Staub Alles andre hilft dir nicht. und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt' ihn stets zum Himmel hin, Laß die Gnade dich durchdringen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', Dein verschmachtet Herz zu laben: Eil' der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, So das finstre Reich gebieret. Laß nur ihn dein Labfal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 5. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Mülden, wohl erquicken. 2. Das Mel. Aus tiefer Not schrei' tch. 418. Bater, unser Gott, es ist Unmöglich auszufinnen, Wie du recht anzurufen bist; Hilf selber uns beginnen. Und geuß, wie uns dein Wort verheißt, In unsre Herzen deinen Geist Der Gnad' und des Gebetes. 2. Laß ihn bei dir uns träftiglich Mit Seufzen stets vertreten, So oft wir kommen, Herr, vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur sprechen unsern Mund, Hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf Im Beten und im Singen, Und thu' uns selbst die Lippen auf, Ein Opfer dir zu 6. Schwinge dich recht oft im Geist über alle Himmelshöhen, Laß, was dich zur Erde reißt, Dir in weiter Ferne stehen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 7. Zu dem Strome mußt du nah'n, Der vom Thron des Lammes fließet, Gnad' um Gnade zu empfah'n, Die sich reichlich dort ergießet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät Fmmerdar vor Augen schweben; Laß mit innigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jefum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 9. Ziehe du mich zu dir hin, Daß der Sünde ich absterbe, Dann ist Sterben mein Gewinn, Dann erfreut mich dort dein Erbe. Bleibe, Jesu, stets mein licht, Alles andre hilft mir nicht. 3. G. Wolf,* 1684,+1754. Gebet. bringen. Laß dir gefallen, wenn wir dann Mit Herz und Lippen dir uns nah'n, Sei, Herr, von uns nicht ferne. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir Das Herz uns immer richten, Mit Andacht beten für und für, Nichts Fremdes denken, dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, Daß wir bie Bitte zweifeln nicht Durch Christum zu erhalten. 5. Fern sei's von uns, dir Zeit und Maß JmBeten vorzuschreiben; Hilf, daß wir fleh'n ohn' Unterlaß, Bei dem allein auch bleiben, Was dir gefällt, was deine Ehr' Und unsre Wohlfahrt mehr und mehr Befördert hier und ewig. 6. Laß uns allein auf deine Güt', Auf unser Thun nicht bauen, Und Das Gebet. dir mit kindlichem Gemüt Uns ganz und gar vertrauen; Und mögen wir's nicht würdig sein, So wollest du aus Gnad' allein Die Bitte uns gewähren. 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht In unserm ganzen Leben; Es ist dir auch verborgen nicht, Wenn wir in Nöten schweben. Um Beistand flehen wir dich an, Da doch dein Vaterherz nicht kann Vergessen deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freudigfeit In Jesu Christ empfangen, Der Gnadenthron ist dort bereit't, Daß wir die Hülf' erlangen; D'rum laß hier und an allem End' Uns stets aufheben heil'ge Händ', Zu dir gen Himmel schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', Dein Reich laß zu uns kommen; Dein Will' geschehe stets auf Erd', Gib Brot, Fried', Nuß und Frommen. All' unfre Sünden uns verzeih', Steh uns in der Versuchung bei, Erlös' uns von dem übel. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen; Erhör und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr, ist allezeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Das Reich, die Kraft, die Ehre. Joh. Arnd,* 1555, † 1621. 221 3. Laß uns in deinem Gnadenreich Des heil'gen Geistes Gaben, Dein Wort und dessen Kraft zugleich, Glaub', Lieb' und Hoffnung haben; Des Satans Šündenreich zerstör', Schütz' deine Kirch' und ste vermehr' In Einigkeit und Wahrheit. 4. Dein Will' gescheh' nach deinem Wort Jm Himmel und auf Erden; Laß meinen Willen fort und fort Dadurch gebrochen wer= den. Verleihe uns in Freud' und Leid Ein ruhig Herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle. 5. Gib uns heut' unser täglich Brot Durch Arbeit unsrer Hände. Pest, Krankheit, Feu'rs- und Wassersnot, Und was sonst schad't, abwende. Gib gute Obern, Fried' und Heil, Auch jedem sein bescheiden Teil, Und daß uns d'ran genüge. 6. Vergib uns alle unsre Schuld Und sündhaft böses Leben; Hilf, daß mit Liebe und Geduld Wir andern auch vergeben. Ach, übe an uns keine Rach' Und laß uns Unrecht, Trotz und Schmach Dem Nächsten auch verzeihen. 7. In der Versuchung, Herr, uns stärk' Und hilf uns überwinden Das Fleisch, die Welt, des Satans Werk, Und was uns reizt zu Sünden; Daß, wenn uns Wollust, Ehr und Geld Wird süß und liftig vorgestellt, Wir doch dawider siegen. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 419. ott, unser Bater, der du bist Im Himmel hoch erhoben, und schauest, was auf Erden ist, Auf deinem Throne oben, unser Trost und Zuversicht, zu dir ist unser Herz gericht't, Erhör' uns, deine Kinder. 2. Hilf, daß wir deinem heil'gen Nam' Die Ehr' in allem geben, Wie groß du bist und wundersam, Mit Freudigkeit erheben; Dich, deine Weisheit, Macht und Treu' Erkennen, und ohn' Heuchelei Dir und dem Nächsten dienen. 8. Von allem übel, Angst und Not In Gnaden uns erlöse, Daß uns im Leben und im Tod Nicht schaden kann der Böse. Drückt uns auch manche Kreuzesnot, laß uns, getroft bis in den Tod, Des Glaubens End' erhalten. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wolleft es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr, ist allezeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Das Reich, die Macht und Ehre. Nicht ermittelt. 222 Das christliche Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott. 420. Me ein Gott, ich flopf' an deine Pforte Mit meinem Fleh'n und Seufzen an. Ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan! Ach, öffne mir die Gnadenthür, Mein Jesus klopfet selbst mit mir. 2. Wer kann von sich das Gute haben, Das nur von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rat und That. Du bist der Born, der immer quillt, Du bist das Gut, das immer gilt. 3. D'rum komm' ich auch mit meinem Beten, Das voller Herz und Glauben ist; Der mich vor dich heißt freudig treten, st mein Erlöser, Jesus Christ; Und der in mir das Abba schreit, Ift ja dein Geift der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, Wes ich, dein Kind, bedürftig bin. Du kannst mir meinen Hunger stillen, Jn dir muß aller Segen blüh'n; Doch sorge, Bater, allermeist Für das, was not ist meinem Geist. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe heilig sein. Will Satan mir die Krone rauben, So halte die Versuchung ein, Damit mein armes Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu Willen thut. 6. Erwed' in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut, Und laß mich meine Sünden büßen Noch hier in die fer Gnadenzeit; Durchstreich' die Schuld mit Jesu Blut, Und mach' das Böse wieder gut. 7. Vater, ich darf wohl nicht bitten, Daß mich das Kreuz verschonen soll; Hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also Leid' ich billig wohl; Doch wird Geduld mir nötig sein, Die wollest du mir, Herr, verleih'n. 8. Das andre alles wirst du fügen, Ich möge arm sein oder reich, An deiner Huld laß ich mir g'nügen, Die macht mir Glück und Unglück gleich; Kommt zeitlich Gut nicht häufig ein, Mein täglich Brot wirst du verleih'n. 9. Jch bitte nicht um langes Leben, Nur, daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und meinen letzten Sterbetag, Damit mein Ausgang aus der Welt Den Seligen mich zugesellt. 10. Gott, was soll ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß; Du wirst mir, was mir niltzt, gewähren, Denn Jesus macht den heil'gen Schluß: Ich soll in seinem Namen schrei'n, So wird es Ja und Amen sein. Benjamin Schmolce, 1672, † 1737. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 421. Bater, Gott voll Gnade, Der liebend uns getragen, Der auch auf steilem Pfade Sein Volt nicht läßt verzagen, zieh' uns aus Erbarmen zu dir mit Vaterarmen, Sei bei uns, ewiger Vater. 2. O Sohn Gottes, gestorben Uns Sündern zur Erlösung, Der du im Tod erworben Dem kranten Geist Genesung, Herr, deine Gnad' und Milde Werd' uns zum starken Schilde, Verein' dich mit uns, o Jesu. 3. Geift Gottes, erfülle Mit deinem Licht die Seelen, Daß heilig werd' der Wille, Dein Heil wir nicht verfehlen. Führ' uns in alle Wahrheit, Führ' uns zur ew'gen Klarheit, Sei mit uns, heilsamer Tröster. Wilh. Hammerschmidt,+1867. Mel. Gott, hier sind wir, beine. 422. Nicht icht um Reichtum, Glanz und Ehre Bitt' ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre Ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage Bitte ich, Das Gebet. o Vater, dich, Sende Freude,| Ehren hält, Ein demutsvolles, fende Plage, Zieht sie nur zu frommes Herz, Erweich' es für Christo mich. 2. Weisheit gib, dich zu erfennen; Nur ein stilles, frommes Herz, Kindlich Vater dich zu nennen, Vater stets in Freud' und Schmerz, Danfgefühl bei den Genüssen, Die du schenkest, wünsch' ich mir, Deinen Frieden im Gewissen, Und im Leiden Trost von dir. 3. Gib mir Mut und Herzensfreude, Meinen Brüdern wohlzuthun, Ihnen Trost zu sein im Leide, Daß in dir sie lernen ruh'n. Führe mich zu deinem Sohne, Mache du durch ihn mich rein, Lehr' mich ringen nach der Krone, Seines Heils mich zu erfreu'n. 4. Nur nach deinem Willen handeln, Dich nur, nicht die Menschen scheu'n; Stets vor deinen Augen wandeln, Vater, dir stets naye sein; Wer kann diesen Wunsch erfüllen? Wer dir? Gott, es um Jefu Chrifti willen, Bitt' 424. Jefu Chrift, Ich ruf' Herr ich dich: erfüll' ihn mir! Joh. Caspar Lavater,* 1741, † 1801. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. u dir, Erbarmer, alle Menschen beten wir; Du weißt, was jeglichem gebricht, Versag' ihm deinen Beistand nicht. 2. Der heut' gebor'nen Kindlein Zahl Weint jetzt vor dir zum erstenmal; Ins Leben, Vater, riefft du fie: So lang' fie leben, laß sie nie. 3. Wo heut' die letzte Thräne fällt Beim Scheiden aus der Prilfungswelt, Wo Herzen brechen, träft'ge sie Durch Troft und Ruh' nach Kampf und Müth'. 4. An Thronen und in Hütten seh'n Viel Augen himmelan und fleh'n; An Thronen und in Hiltten sei Ein Helfer, mächtig, mild und treu. V 223 des Bruders Schmerz. 6. Dem Armen, des die Welt vergißt, Der oft sein Brot mit Thränen ist, Zeig' du von fern die Ewigkeit, Das Ende seiner Prüfungszeit. 7. Wenn dann sein Herz gestillet ist, Weil du, Herr, seine Hoffnung bist: Dann werd' ihm auch aus Menschenhand Die Hülfe freundlich zugewandt. 8. Für deine heil'ge Christenheit, Die dir im heil'gen Dienst sich weiht, Für deine Kirche bitten wir, Sie ehret ja ihr Haupt in dir. bitt', erhör' mein Klagen; Verleih mir Gnad' zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein', 423. möge Dir zu leben, Dem Nächsten nütz' zu sein, Das wollest du mir geben. 5. Gib, Herr, den Reichen diefer Welt Ein Herz, das dich in 9. Sie ist nur eine, dein allein Will fie in ew'ger Liebe sein; Vollende durch der Wahrheit Strahl, Herr, ihrer Glieder ganze 3ahl." Nicht ermittelt. Eigene Melodie. 2. Jch bitt' noch mehr, o Herr, mein Gott, Du fannst es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd' zu Spott, Die Hoffnung gib darneben. Und wenn ich einst muß hier davon, Daß ich dir mög' vertrauen, Und nicht bauen Auf eig'nes Wert und Thun, Daß ich dich möge schauen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög' vergeben. Verzeih mir auch zu dieser Stund', Schaff in mir Dein Wort laß neues Leben. meine Speise sein Um meine Seel' zu nähren, Und zu lehren, Wenn Trübsal dringt herein, Mich nicht von dir zu kehren. Das christliche Leben. 224 4. Laß mich nicht lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden, Beständig sein ans End' gib mir, Du haft's allein in Händen. Und wem du's gibst, der hat's umsonst, Es mag niemand ererben, Noch erwerben Durch Werke deine Gunst, Die uns erlöst vom Sterben. 3. Lob und Dank. Eigene Melodie. 425. Herr Gott, bich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Gott Vater, in Ewigkeit, Ehret der Weltkreis weit und breit; Alle Engel und Himmelsheer', Und was da dienet deiner Ehr', Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Dein' göttlich' macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, Und die lieben Propheten all', Die teuern Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster 5. Jch lieg' im Streit und widerstreb', Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen; An deiner Gnad allein ich tleb', Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Woll'st du mich nicht verlassen, Fest mich fassen; Behüt' mich immerdar, Ich weiß, du wirst's nicht lassen. P. Speratus,* 1484,+1554. Blut. Du hast dem Tod zerstört sein' Macht, Und alle Christen zum Himmel bracht, Du sitz'st zur Rechten Gottes gleich, Mit aller Ehr' in Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist Alles, was tot und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm teuern Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heil'gen am ew'gen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, was dein Erbteil ist. Wart' und pfleg' es zu aller Zeit, Und heb' es hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehr'n deinen Namen stetiglich. Behüt' uns heut', o treuer Gott, Vor aller Sünd' und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not. Zeig' uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, JnSchanden laß uns nimmermehr. Amen! Martin Luther, 1483,+ 1546. wert Mit rechtem Dienst sie lobt und 426. Mit Herzen, Mund Eigene Melodie, un alle Gott ehrt. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Gott's Vaters ew'gerSohn du bist, Du rahmest an, der Welt zu gut', Gleich Menschenkindern, Fleisch und und Händen, Der große Dinge thut, Hier und an allen Enden; Der lebend uns erhält Vom Mutterleibe an, Und alles Gute thut, Mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott Ein fröhlich Herz uns geben; Er Lob und Dank. 225 unserm Gott die Ehre! laffe uns, sein Volf, In Frieden| danket, danket Gott mit mir; Gebt immer leben Forthin zu unsrer Zeit, Daß seine Gnad' und Treu' Bei uns und unserm Land Beständig all'weg sei. 3. Der große, starke Gott Woll' uns von allem Bösen, Und was uns schaden möcht', Gewaltiglich erlösen. Er schüß' und rette uns, Er helf' uns allezeit, So lange er uns hier Das Leben noch verleiht, 5. Der Herr ist nun und ewig nicht Von seinem Volk geschieden; Er bleibet seine Zuversicht, Gibt Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her; Gebt unserm Gott die Ehre!" 4. Gott Vater, dir sei Preis Hier und im Himmel droben. Gott Sohn, Herr Jesu Christ, Wir wollen dich stets loben. Gott, heil'ger Geist, dein Ruhm Erschalle mehr und mehr. Herr, dreiein'ger Gott, Dir sei Lob, Preis und Ehr'. 6. Wenn Menschenhülfe nichts Wenn Rat und mehr kann, Trost verschwinden, Nimmt Gott sich unser gnädig an, läßt seine Hilf uns finden. Er neigt sich väterlich uns zu; Ach, außer ihm ist keine Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich, Gott, mein Leben lang Von nun an freudig ehren; Man soll, Herr, meinen Lobgefang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermunt're sich, mein Geist und Leib erfreue dich; Gebt M. Rintart,* 1586,+1649. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. 427. Sei Lob und Ehr' dem unserm Gott die Ehre! Gut Aus freudigem Gemüte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Vater aller Gülte. Er ist's, der allen Jammer stillt Und uns mit reichem Trost erfüllt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. E dantet dir des Himmels Heer, Herrscher aller Thronen, Und die auf Erd', in Luft und Meer, In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles hat so wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und ſpat Mit seiner Gnade walten. In 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommt denn vor sein Angesicht und laßt sein Lob erklingen, Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat alles wohl bedacht, Und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jakob Schüb, 1640,+1690. Eigene Melodie. daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund! So stimmt' ich damit in die Wette Vom allertiefften Herzensgrund Ein Poblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimnie alles recht, ist alles gleich; Gebt 428. unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod, Ließ Trost mir angedeihen. D'rum dank', o Gott, d'rum dank' ich dir, Olschallte Bis dahin, wo die Sonne 15 226 steht! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang' in seinem Lauf es geht! O wär' ein jeder Puls ein Dant, Und jeder Odem ein Gesang! 3. Dir sei, o liebevoller Vater, Unendlich Rob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Nutzen hast bestellt. 4. Mein treu'ster Jesu, sei gepriesen, Daß du durch deinen Todesschmerz Mir dein Erbarmen haft bewiesen, Geheilet mein verwundet Herz. Vom Teufel haft du mich befreit, Mich dir zum Eigentum geweiht. Das christliche Leben. 5. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, heiligwerter Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Gut's von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 6. Wer überströmet mich mit Segen, Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 7. Deswegen füff' ich deine Rute, Mit der du mich gezüchtigt hast, Sie wirft in mir so manches Gute Und ist mir eine fanfte East. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von dir geliebet sei. 8. Ich hab' es ja mein Lebe= tage So oftmals, o mein Gott, geſpürt, Daß du mich unter vieler Plage Durch manche Trübsal haft geführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 9. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe ftehn? Wie sollt' ich nicht im tiefften Leiden Einher als Held und Sieger gehn? Ja, fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 10. D'rum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitelfeiten los, Und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dant und Herrlichkeit Gebührt dir jetzt und allezeit. 11. Ich will von deiner Güte fingen, So lange sich die Zunge regt: Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird sprachlos sein, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin, Jm Himmel foll es besser werden, Wenn ich wie Gottes Engel bin. Da fing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Johann Menter, 1658,+1734. Mel. Nun danket all' und bringet. bist's, dem Ehr' 429. Dund Ruhm gebührt. • Und dies, Herr, bring' ich dir; Du hast mich väterlich geführt, Und warest stets mit mir. 2. Wenn Angst und Not sich mir genaht, So hörtest du mein Fleh'n Und ließest mich nach deinem Rat Hülf' und Errettung seh'n. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit fant Und rief: Herr, rette mich! So halfft du; dich erhebt mein Dank, Denn ich genas durch dich. 4. Betrübte mich des Feindes Haß, So flagt' ich dir den Schmerz; Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, Mich schuldbeladen sah: Rief ich zu dir, mein Gott, empor, Und Gnade war mir nah'. 6. Oft war um Trost die Seele bang'; Ich sucht' dein Angesicht, Ich rief voll Inbrunst: Herr, wie lang'? Da ließest du mich nicht. 7. Du hilfft mir, Herr, mit Vatertreu', Denn du bist fromm Lob und Dank 227 und gut. Du stehst mir in Ver- hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer suchung bei, Und gibst zur Tu- Durch sein teu'res Blut gewinn'. gend Mut. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen gibt. du unergründ'ter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geift, Ob er gleich sich hoch befleißt, Deine Tief' ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes lieb' in Ewigkeit. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur Mich nährt und mich erfreut, Ich schau' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Selbst deinen Sohn gabst du für mich, Welch' Wunder deiner Huld! Von ganzem Herzen preis'ich dich, Denn du tilgst meine Schuld. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort', Daß er mir mein Herz erfülle Mit des heil'gen Glaubens Licht, Das des Todes Nacht durchbricht 11. Preis Gott in seinem Heilig- Und die Hölle selbst macht stille. tum, Erheb' ihn, Volk des Herrn! Alles Ding währt seine Zeit, Die Erd' ist voll von seinem Gottes lieb' in Ewigkeit. Ruhm, Er hilft und rettet gern. 5. Meiner Seele Wohlergehen 12. Er hilft und läßt die Trau- Hat er ja recht wohl bedacht; rigkeit Uns bald vorüber gehn, Will dem Leibe Not entstehen, Will uns nach kurzer Prüfungs- Nimmt er's gleichfalls wohl in zeit Zum ew'gen Glück erhöh'n. acht. Wenn mein können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebet an, Seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, Und was er dir gethan. Verehr' und halte sein Gebot Und bet' ihn ewig an. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Eigene Melodie. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt; 430. mein nur Find' ich, was mich nährt, erhält, Tiere, Kräuter und Getreide; In den Tiefen, in der Höh' ,,. In den Wäldern, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb'in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes lieb' in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Hat der Satan hergeführt, Die mich doch mein Lebetage Niemals noch bisher berührt! Gott hat von uns weggewendet Unsrer Seele nicht fingen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab', Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Nicht sein Sohn ist ihm zu teuer, Nein, er gibt ihn für mich 15* 228 Das christliche Leben. größten Feind, Der es immer böse| Harfe, wacht auf! Lasset den meint, hat uns seinen Geist gesendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Nimmer ganz sein Herz entzeucht, Wenn es gleich verführt zur Sünde, Oft vom rechten Pfade weicht: Also hält auch mein Gebrechen Mir mein frommer Gott zu gut', Straft mich wie ein Vater thut, Will nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Sind gleich bitter mir die Schläge Von des Höchsten mächt'ger Hand, Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind sie nur ein Liebespfand, Zeichen, daß er mein gedente, und mich von der schnöden Welt, Die mich hart gefangen hält, Durch das Kreuz zu sich nur lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. obgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der, wie auf Flügeln des Adlers, dich sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt, Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Pobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Dente daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren und preise des Ewigen Namen, Alles, was Odem hat, preise des Heiligen Namen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lob' ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Neander, 1650, † 1680. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausEigene Melodie. geschneiet, Tritt der ſchöne Som- 432. den Herren, Was Seel', mer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als ein Kind; Bitte, woll'st mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht, Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Zob' und lieb' in Ewigkeit. in mir ist, den Namen sein; Sein' Wohlthat will er mehren, Vergiß es nicht, dich ihm zu weih'n. Er hat dein' Sünd' vergeben. War gleich die Schuld sehr groß; Er schützt dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß; Er tröstet und erquicket, Verjüngt, dem Adler gleich. Der Herr schafft Rat, beglücket, Er macht den Ärmen reich. Paul Gerhardt,* 1606, † 1676. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Auch seine Güt' ohn' Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Läft Gnade uns erfahren, Den Eigene Melodie. 431. Pobe den Herren, den mächtigen Blöden seine ist der Ehren, Lob' ihn, o Seele, ver- hoch erhaben Bei dem, der fürchtet eint mit den himmlischen Chören! ihn. So fern der Ost vom Abend, Kommet zu hauf! Psalter und IJst uns're Sünd' dahin. Lob und Dank. 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre Kinder hülflos schrei'n, So will der Herr uns Armen, Wenn wir ihn ehren, Vater sein. Er tennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Wie Gras Ein' Blum' und fallend Laub. Der 434. Werrscher von uns underbarer Wind nur d'rüber wehet, So ist es nimmer da, Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah'. allen, Laß dir unser Tob gefallen! Deine Gnadenströme Läß'st dit auf uns fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Demutsvoll, Freudig foll Unsre Stimm' er= flingen, Unser Herz dir singen. 4. Nur Gottes Gnad' alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit. Heil dir, des Herrn Gemeine, Die stets in seiner Furcht bereit. Laßt seinen Bund uns halten, Er herrscht imHimmelreich. Ihr starken Engel, waltet Des lobes, preist zugleich Den großen Herrn der Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein Geist soll auch vermehren Sein Lob an jedem Ort. 2. Himmel, lobe herrlich Deines Schöpfers Thaten, Der uns Ernte gab von Saaten: Großes Licht der Sonne, Bring' im Feuermeere Deinem Gott Lob, Preis und Ehre. Lobet gern, Mond und Stern', Jhr, des Schöpfers Werke, Zeugt von seiner Stärke. 5. Sei Lob und Preis und Ehre Gott Vater, Sohn' und heil'gem Geist. Er gebe und vermehre, Was er aus Gnaden uns verheißt. Laßt uns ihm fest vertrauen, Verlassen uns auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Daß unser Mut und Sinn Ihm allezeit anhangen, Jhn preisen jede Stund'. Herr, laß uns dies erlangen, Wir fleh'n aus Herzensgrund. 3. O du, meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Danfeslieder. Was nur dem schöpfet, Jauchze, preise, klinge, Werf sich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir, Endlich wirst Joh. Graumann," 1487,+ 1541. eiliger, dem Engel du droben Ohne Sünd' ihn loben. Joachim Neander,* 1650, † 1680. Mel. Eollt' ich meinem Gott nicht. 229 Dir des Geistes Kräfte weih'n, Jeder Sünde widerstreben. Laß mich stets dein Auge scheu'n, Und mich deiner Gnade freu'n. Nicht ermittelt. 433. Hienen, yn dem ewig frohen Licht, Vor dir stehn die Seraphinen Mit verdecktem Angesicht, Sie, die Lob und Ehre on bringen Dir, dem herrlich großen Gott, Unserm Herin, Herrn Zebaoth: Heilig, heilig, heilig! fingen; Heilige doch auch durch mich Deinen Namen ewiglich. 2. Stell' mich unter ihre Chöre, Denn mein Herz stimmt ihnen bei; Gib, daß deines Namens Ehre Auch durch mich verherrlicht sei. Laß mich dir zur Ehre leben, Laß mich treu und fromm und rein Eigene Melodie. Eigene Melodie. 435. Dir, bir, Jehovah, will ich singen, Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne, Und 230 Das christliche Leben. meine Sinne und Verstand regier', Mel. Kommt her zu mir, spricht. Daß ich den Frieden Gottes ſchmeck' und fühl Und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen fing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaus prechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei'. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet, Durch dein s heil'gen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb', Daß mir's die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach dei nem Willen eingericht't, Und wird gewit von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! D'rum bin ich voller Trost und Freudigkeit, Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die gibst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jeſu Namen, Der mich zu deiner Rechten ſelbst vertritt: In ihm if und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, ob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barthol. Crasfelius,* 1667,+ 1724. 436. Mein Herz, sei Gottes Lobethal, Darin schallen höre. So lang' du dich der Höchste allemal Sein Lob erdurch Gott beweg'st, So sieh zu, daß du ihm ableg'st Ruhm, Dant, Lob, Preis und Ehre. warum? Denn du bist Gottes 2. Ach, frage ja nicht erst: Eigentum, zu Gottes Lob beTod erlöst, Vom heil'gen Geist reitet, Durch Christi Blut und gar reich getröst't, Geheiligt und geleitet. neut, Versöhnt, erquicket und er3. Tu bist so oft von Gott erfreut, Aus Not und Tod gerissen; D'rum sollst du ja zu jeder Zeit Für Gottes Lieb und Gütigkeit 3um Lobe sein beflissen. 4. Mein Gott, mein Herz iſt nun bereit zu deinem Lob nach Möglichkeit, Nimm's hin in deine Hände. Es ist dein Tempel, ach denstimm': Lob, Lob sei Gott vernimm Tarin die laute Freuohn' Ende! Blut, Tob für des heil'gen Gei5. Lob für dein' Lieb' und Christi stes Gut, Für Hülfe, Kraft und denblick, Für Seelenheil und Stärte! Lob für so manchen FreuLeibesglück, Lob für all' deine Werke! 6. Schau', wie mein Herz durchdrungen ist, und alles and're gern vergißt, Mit Lob dich zu mein Herz bleibt Gottes Lobeerheben! Gelobet sei Gott überall! thal Im Sterben und im Leben. Nicht ermittelt. Mel. Die Tugend wird durchs. 437. Der ere it out, the Himmel, höret, Und jauchzt mir nach: der Herr ist gut! Er hat mein Leid in Lust verkehret, Gott ist's, der große Dinge thut. Zu ihm, von dem wir Hülfe haben, 3u Gott rief Liebe zu Gott und Jesu. 231 ich in meiner Not, Als Angst| merte, Wie weis' und göttlich und Elend mich umgaben, und keine Hand mir Hülfe bot. ist sie mir! Er 2. Verderben wollte mich verschlingen, Vor Menschen war's um mich gethan; Doch er vernahm mein banges Ringen, Gott sah mich Armen gnädig an. ließ die Fluten grausend schwellen, Und rettete mit starker Macht Mich mitten durch die schwarzen Wellen, Durch alle Schrecken banger Nacht. 3. Gott ist mit mir! was fann mir schaben? Was kann mir Staub und Asche thun? Wie gut ist's, aller Sorg' entladen, Hier unter deinen Flügeln ruh'n! Ich preise dich, Fels meiner Stärfe, Gott meine Zuflucht, mein Pas nier! Wenn ich auf deine Führung Mel. Jesu, meines Lebens Leben. uelle der Vollkom438. Que menheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, Und mit welchen Seligkeiten Segnet deine Liebe mich! Seel' und Leib mög' mir verschmachten, Hab' ich dich, will ich's nicht achten, mir soll deine Lieb' allein Mehr als Erd' und Himmel sein. 4. Du führtest mich auf dunklen Wegen, Verbargst vor mir dein Angesicht, Und warest doch bei mir zugegen, und in der Finsternis mein Licht. Ihr goldnen Seile treuer Liebe, Zieht mich zu meinem Vater hin, Daß ich ihm weihe meine Triebe, Jch, der ich ihm so teuer bin. 2. Dent' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Weisheit, Huld und Stärke, Wie befreiet er mein Herz Von Befümmernis und Schmerz. 5. So flieh' ich des Betrog'nen Pfade, Der sich von Gott zur Welt gewandt, Des Herrn vergißt und seiner Gnade, Der Hülfe, die er ihm gesandt. So werd' ich noch nach fernen Zeiten Des großen Retters in der Not, Des weisen Vaters Lob verbreiten, Das Lob des Gottes Zebaoth. 3. P. Ut, 1720, † 1796. 4. Liebe zu Gott und Jesu. * 4. Du erkauftest vom Verder= ben mich durch deinen Sohn, o Gott, Liefest den Gerechten sterben, Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig, ewig, Herr, mich dein, Dein und deiner Huld zu freu'n. 5. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswert du bist, Daß mein Herz vom Haß der Sünde, Die dich haßt, durchdrungen ist, Taß auf dein Gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir, du verbirgst mir nicht, Herr, dein Vaterangesicht. B. Münter,* 1735, † 1793. 3. Gott, aus deiner Segensfille Fließt mir lauter Gutes zu: 439. Dhenkinder, Der du Mel. Wer nur den lieben Gott. MenDaß ich wurde, war dein Wille, Daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, fühl' und wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Dich durch Jesum Vater nennt. die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist: Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften ſein. Das christliche Leben. 232 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieser Welt, Und gib, daß ich Berleugnung übe, Wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie sollt' ich je die Kreatur Dir vorzieh'n, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut; Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt; D'rum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Laß, Vater, mich behutsam sein, Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rat bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden, Wenn man sie willig übernimmt; Wer sie erträgt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin; Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. 2. Der du in Christo mich erwählt Und deinen Kindern zuge= zählt, Nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenboll Mein Glück mir zuge= messen. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Vergibst aus Gnaden mir die Schuld, Weil ich an Christum glaube. Du gibst mir teil an seinem Heil, Wer ist, der mir es raube? 4. An dir hab' ich den treu'sten Freund, Der es aufs befte mit mir meint, Wo find' ich seines Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, Und ob auch Berge weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels, mein Heil, d'rum frag' ich nicht Nach Him= mel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, Und wer mir auch zu schaden sucht, Es wird ihm nicht gelingen. Selbst was mich fränkt, das muß, gelenkt Von dir, mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein be= ruht Mein ganzes Glück, mein höchstes Gut, In dir leb' ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher seh'n, Dich, Ursprung wahrer Freuden. Wie leicht vergißt, wer selig ist, Des Lebens kurze Leiden. S. Liscow,* 1640, † 1689. Mel. Thu', Herr, mein Geschrei. Benjamin Schmolde,* 1672,+ 1737.441. Gott ( ott, nur du bist Mel. In dich hab' ich gehoffet. meine Sonne, Heil und Wonne, Du bist meiner Seele 440. Du Bleibt im Licht. Nichts als Dunkelheit und ch freue mich, mein mein Trost, was könnte mir Bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? Wenn dein Gnadenglanz gebricht. 2. O vertreib' die Finsternisse, Weichen müsse Deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dunkel Liebe zu Gott und Jesu. 233 mögen schwinden, Laß mich finden,| für sein Kind erklärt, Darf des Was mein Auge helle macht. Segens der Erlösten Voller Zuversicht sich trösten. 3. O du Licht der Ewigkeiten Und der Zeiten Blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erscheine, Du alleine Bist's, der wahrhaft lieben kann. 4. Stelle selbst in meinem Herzen Helle Kerzen Himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz fie ziehen, muß es glühen Für den heil'gen Glaubenslauf. 5. Flöße du mir Himmelsfäfte, Reine Kräfte Deines Gnadenlebens ein: So werd' ich nur dich zu lieben Recht mich üben, Treu in deinem Dienste sein. 6. Denke nicht mehr meiner Sünde, Ach entwinde Ganz vielmehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, Voll Erbarmen Leuchte deine Baterhuld. 7. Laß mich, Herr, aus deinen Schranken Nimmer wanken, Leb' und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden Fröhlich werden. Als, mein einzig Gut, in dir. Nicht ermittelt. 4. In den zarten Jugendjahren Warst du meines Lebens Stab, Mein Beschirmer in Gefahren; Vater bleibst du bis ins Grab, Ja, ein Vater, der mich liebt, Dessen Gnade immer gibt, Was zum wahren Wohl mir nützet, Und dein schwaches Kind beschützet. 5. Du machst es mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine Güte, Gott, ist größer, Als die Kraft, dich zu erhöh'n. Schallte gleich so hoch mein Tank Wie der Seraphim Gesang, Dennoch würde durch mein Zoben Deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. Oso zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stärk' und mehre selbst die Triebe Wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein, So mich deines Wohlthuns freu'n, Daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Laß mich jede deiner Gaben Recht zu brauchen mich bemüh'n, Stets den 3wed vor Augen haben, Dazu du sie mir verlieh'n. reize Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 442. Gott, mein Bater, so weit der Himmel ist; Deines Wohlthuns starke Triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet teine Zeit; Und wer fann die Mel. Nun lob', mein' Seel', den. vielen Broben Deiner Güte wir- 443. Ma lobt dich in der ( an dig Stille, Du großer, hocherhab'ner Gott; DesRühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht, In Trübsal und Beschwerden Läß'st du die Deinen nicht; D'rum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang' ich lallen kann. 2. 2. Als ich noch der Welt verborgen In dem Schoß der Mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon Nacht und Tag. Durch den Beistand deiner Macht Bin ich an das Licht gebracht, Und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedentet mein Gemüte Ohne heiße Dankbegier meiner Taufe, wo voll Güte Du die Kindschaft schenktest mir. Wem dies hohe Recht gewährt, Wen Gott innig liebe dich, Daß ich deinen heil'gen Willen Freudig suche zu erfüllen. Nicht ermittelt. 3 milsse dein sich freuen, Wer deine Gült' und Größe kennt, und deinem Dienst sich weihen, 234 Wer Jefu Chrifti Namen nennt. Dein Name sei gepriesen, Der große Wunder thut; Du hast auch mir erwiesen, Was mir ist nütz' und gut. D'rum geb' ich mich mit Freuden Dir, Herr, zu eigen hin; Nichts soll von dir mich scheiden, So lang' ich leb' und bin. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht, Und eh' wir flehend kamen, Haft du schon längst an uns gedacht. Ich habe Gnad' empfangen, Herr, wie vergelt' ich's dir? Laß fest mich an dir hangen, Dein Segen ruh' auf mir. Dich will ich dann erheben, Mein Vater, allezeit, Dich preisen hier im Leben und dort in Ewigkeit. Joachim Neander,* 1650,+1680. Das christliche Leben. Mel. O daß ich tausend Zungen. Mel. Komm, o komm, du Geist. 444. Ah, sagt mir nichts 445. Piebe, die du mich zum Gold Bilde Schätzen, Von Pracht und Schönheit haft gemacht, Liebe, die du heit dieser Welt! Es kann mich ja tein Ding ergötzen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jefum, der mein Ziel. mich so milde Nach dem Fall mit Heil bedacht, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Denn er allein ist meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide, und finde, was mein Herz mir stillt. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Liebe, die du mich erforen, Eh' ich noch geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren, Und mir gleich wardst ganz und gar, liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Die Welt vergeht mit ihren Listen, Des Leibes Schönheit dauert nicht, Die Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschen hände zugericht't. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein allerschönstes Angesicht Und was von Schmuck an ihm zu finden Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alles heben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schätze geben, Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein ziel. 7. Und muß ich auch noch viel entbehren, So lang' ich wall' in dieser Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Fm Reiche seiner Herrlichkeit. D'rum thu' ich billig, wie ich will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler,* 1624,+1677. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich ver= geht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigfeit. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Luft und Seligkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geift und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Geist und Sinn, Liebe, die mich überwunden, und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe zu Gott und Jesu. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt, Liebe, die das Löf'geld gibet, mich so kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb', ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 235 5. Rein Ohr hat jemals noch gehört, Rein Mensch gesehen noch gelehrt, Und niemand fann's beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Würdig läßt sich nicht vergleichen noch so reichen Erdenschätzen, Was alsdann uns wird ergötzen. 7. Liebe, die mich einst wird führen Aus des Grabes Dunkelheit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffier,* 1624,+1677. 6. D'rum laß ich ernstlich das allein, Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, Und mir dein Wort vor Mel. Wie schön leucht't uns der. Got446. tesjohn, Mein Hei- stellt, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich Endlich Werde schei en, und voll Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. Land und mein Gnadenthron, Mein Schatz und meine Wonne! Du weißt ja, ob ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnentlar Und heller als die Sonne. Herzlich Such' ich Dir vor allen zu gefallen, nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 7. Da werd' ich deine Süßigkeit, Du Himmelsmanna, allezeit In reiner Liebe schmecken, und seh'n dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd' ich Dann erquicket und geschmücket dort am Throne Mit der schönen Himmelskrone. 2. Das ist mein Schmerz, das fränket mich, Daß ich nicht g'nug fann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, Wie es dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Joh. Heermann,* 1585, † 1647. Bitte in's Gemülte lieblich fließen, 447. Ochönftes Licht, Der Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu. Jesu Christ, mein So wird sich die Lieb' ergießen. 3. Gib, Jesu, daß ich treff' das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich all'zeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Macht, Wollust, Ehre, Glanz und Geld, So viel ich auch gewänne, Kann mich Ohn' dich G'nugsam laben, ich muß haben reine Liebe, Die tröst', wenn ich mich betrübe. du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen fann noch zählen, Gib, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög' umfangen, Und als dein Eigentum Nur einzig an dir hangen. 4. Denn wer dich liebt, den Liebeft du, Schaffst seinem Her zen Fried'n und Ruh', Erfreuest sein Gewissen; Wie sehr ihn auch das Kreuz beschwert, Und sich die eig'ne Kraft verzehrt, Soll er doch dein genießen. Endlich Zeigt sich Nach dem Leide volle Freude, und die Stunden Alles Trauerns sind verschwunden. 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel', Als deine Liebe wohne; Gib, daß ich deine Lieb' erwähl' Zum Schatz mir und zur Krone. Rott' alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen, Und nicht gönnen, Daß all mein Thun und Sinn In deiner Lieb' entbrennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts 236 Das christliche Leben. entstehn, Was meinen Geist be-| schließen, Dann werd' ich, Herr, trübe. D'rum laß nichts anders denken mich, Nichts sehen, fühlen, hören, Nichts verehren, Als deine Lieb' und dich, Der du sie kannst vermehren. erquickt von dir, Den süßen Trost empfinden, Der die Sünden Und alles Unglück hier kann leicht= lich überwinden. 4. daß ich dieses hohe Gut Möcht' ewiglich behalten! O daß in mir die edle Glut Möcht' nimmermehr erkalten! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht, Und diesen Schatz bewahren Vor den Scharen, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu gut' In Not und Tod gegangen, und hast am Kreuz in deinem Blut, Ein Fluch für mich, gehangen, Verhöhnt, verlästert, matt und wund. Ach, laß mich deine Wunden Alle Stunden Zur Lieb' im Herzensgrund Auch reizen und verwunden. 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, Ist köstlich, gut und reine, Mein Herz hingegen böser Art, Und hart gleich einem Steine. O laß doch deines Blutes Kraft Mein hartes Herz bezwingen, Wohl durchdringen, Und diesen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. 7. O daß mein Herz stets offen stünd' Und fleißig möcht' auffangen Die Tröpflein Bluts, die meine Sind' Im Garten dir abdrangen. Ach, daß sich meiner Augen Brunn Aufthäte und viel Thränen, Heiße Thränen Vergösse, wie die thun, Die sich in Liebe sehnen. 8. daß ich, wie ein kleines Kind, So lange dir nachginge, Bis deine Gnade sanft und lind Mich Armen still umfinge! Bis deine Seele mein Gemült Zu voller, süßer Liebe Still erhübe, Und ich stets als dein Glied Mit dir vereinigt bliebe. 9. Ach, zeuch mich, Heiland, ganz zu dir, laß mich dein Heil genießen. Ich will mit sehnlicher Begier Tief in mein Herz dich 10. Mein Trost, mein Schatz, mein Licht, mein Heil, Mein höchstes Gut und Leben, Ach, nimm mich auf zu deinem Teil, Dir hab' ich mich ergeben. Denn außer dir ist Not und Pein, Es werden selbst die Freuden Mir zu Leiden, Nichts fann mir tröstlich sein, Nichts meine Seele weiden. 11. Du aber bist die rechte Ruh', Bei dir ist Fried' und Freude; Herr, meiner Augen Luft bist du, Du meines Herzens Weide! Die Lebensflamme sei du mir, Sei Balsam mir, der teilet, Lindert, heilet Den Schmerz ,, der stets noch hier Tief in der Brust mir weilet. 12. Was ist, o Schönster, das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, d'rin ich mich labe, Mein Lebenswein, mein Himmelsbrot, Mein Schmuck vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schutz in aller Not, Mein Haus, darin ich wohne. 13. Mein Heiland, ach, wenn du entweichst, Was hilft's, daß ich geboren? Wenn du mir deine Lieb' entzeuchst, Ist all mein Heil verloren. D'rum gib, daß ich dich, meinen Gast, Wohl such' und bester Maßen Mög' umfassen, Und wenn ich dich umfaßt, In Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt, und mich zu dir gezogen; Eh' ich noch etwas Gut's geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, Mich deine Liebe leiten, und begleiten, So daß sie immerfort Mir fräftig steh' zur Seiten. 15. Laß meinen Stand, in dem ich steh', Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh', Alsbald zurecht mich führen. Laß Liebe zu Gott und Jesu. fie mich all'zeit guten Rat Und rechte Werke lehren, Steuern, wehren Der Sünd', und nach der That Schnell wieder zu dir kehren. 16. Stets sei fie meine Freud' im Leid, In Schwachheit mein Vermögen, Bis ich nach wohl vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen. Alsdann laß deine Liebestreu', Herr Jesu, mir bei stehen, Kühlung wehen, Daß ich getroft und frei Mög' in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Mel. O Gott, bu frommer Gott. 448. M Jein Jesus liebet mich, Wie könnt' ich ihn denn hassen? Sein Lieben hört nicht auf, Wie sollt' ich ihn verlaffen? Ich ließ ja in den Bund Mit ihm mich freudig ein, D'rum soll er stets mir lieb, Er soll mir alles sein. 237 6. Zuweilen ist zwar auch Sein Angesicht verborgen, Dann wird alsbald mein Herz Umringt mit Furcht und Sorgen; Jedoch es währt nicht lang', Er höret auf mein Fleh'n Und läßt mich wieder froh Sein freundlich Antlitz seh'n. 3. Er hatte mich erlöst, Doch liebt' ich noch die Sünden, Ich wollte mich noch nicht zu seiner Herde finden; Allein der treue Hirt Ging mir so lange nach, Bis daß sein Liebesruf Mein hartes Herze brach. 4. Die Sünde drückte mich, Ich war mit Angst umfangen; Er ließ mich Ruh' und Rast In seinem Blut erlangen. So spricht er mich auch noch von allen Fehlern frei und steht mir jederzeit In der Versuchung bei. 5. Jhm darf ich meine Not Zu allen Zeiten flagen, Jhm fag' ich, was ich sonst nicht dürfte jemand sagen; Er sieht und hört mich an Mit Lieb' und Freundlichkeit, Und wenn mir's nüglich ift, Hilft er mir allezeit. 7. Kommt dann auf dieser Welt Das Ende meiner Tage, So machet er mich frei von aller Angst und Plage, So führet er mich einst Zu der Vollkommenheit, Zur Freude nach dem Leid, Zur sel'gen Ewigkeit. 8. Laß sein, daß dieser Leib Zu Staub und Moder werde, Will doch mein Jesus ihn Erwecken aus der Erde; Da soll er schön verklärt In seinen Himmel gehn. Ach, wär' die Stunde da! Ach, möcht' es bald gescheh'n! F. G. Peithmann. 2. Als ich sein Feind noch war, Mel. Marter Christi, wer kann dein. Ist er für mich gestorben Und 449. Eines wünsch, ich hat Das Leben mir erworben. Was mir unmöglich war, hat er für mich gethan, Ob ich's gleich ewiglich Ihm nicht vergelten kann. mir vor allem Andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränenthat sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersant Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hänget an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Taß fie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld. Da ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und 238 Das christliche Leben. mit teurem Lösegeld mich er-| die Thränen ab. Die mit Jesu fauft von dieser Welt. sterben, Werden mit ihm erben, Sinkt der Leib ins Grab. Ihre Kron', der Siegeslohn, Jft, wo Engel Gott dort loben, Ihnen aufgehoben. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treu'ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles thun und alles lassen, Jn dir leben, und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund' Unsfer Wandel, unser Bund. 3. Die mit Thränen säen, Wenn die Stürme wehen, Die der Feind erweckt, Werden dort mit Freuden Ernten nach den Leiden, Wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh', die fie allhie Dulden, wird sie Gott erAlbert Knapp,* 1798,+1864. Mel. Unser Herrscher, unser König. 450. Wenn ich nur den gözen Mit des Himmels Schätzen. Heiland habe, Wenn er nur mein eigen ist, Wenn mein Herz nur bis zum Grabe Seiner Treue nicht vergißt, dann weiß ich nichts vom Leide, Fühle nichts als Lieb' und Freude. 4. ihr frommen Seelen, Die ihr euch mit Quälen Dränget durch die Welt, Die ihr öfters weinet, Wenn kein Troft erscheinet, Kreuz euch niederhält: Denket doch bei diesem Joch An das ewig frohe Leben, Das euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden schrecken, wird uns Gnade decken und des Heilands Blut; Er hat für die Schulden Liebreich wollen dulden, Er starb uns zu gut'. Kämpfen wir nur mit ihm hier, So wird er auch für uns kämpfen und die Sünde dämpfen. 2. Wenn ich nur den Heiland habe, Laß ich alles andre gern, Folg' an meinem Pilgerstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Mögen immerhin die andern Auf dem breiten Wege wandern. 3. Wo ich nur den Heiland habe, Da ist auch mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Als ein Erbteil in die Hand; Denn ich finde meine Brüder Stets in Jesu Freunden wieder. 4. Wenn ich nur den Heiland habe, Schlaf' ich sanft und selig ein; Ewig wird die höchste Gabe Mir sein treues Lieben sein. Mir fann vor dem Tod nicht grauen, Jenseits werd' ich Jesum schauen. F. L. v. Hardenberg, genannt Novalis, * 1772,+1801. 6. Seid getreu, ihr Herzen, Bei des Kreuzes Schmerzen, Treu bis an das Grab; Jesus wird euch trösten, Er nimmt den Erlösten Ganz ihr Kreuz einst ab. Duldet nun, ihr sollt auch ruh'n; Gott läßt bald euch nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke Mich zu deinem Werke, Du, mein starker Held! Auf der Bahn der Leiden Gingst du hin zu Freuden, Hin zur bessern Welt. Sei bei mir, ich folge dir; Herr, kein Tod, Soll mich von dir scheiden. Nicht ermittelt. Mel. Jesu, meine Freude. 451. Jesus ist mein Leben, ich ergeben Feft bis in den Tod. Seine treue Gülte Stillet mein Gemüte Jn der größten Not. litt, ich mit, Mel. Warum sollt' ich mich denn. Jeſus berklärt regieret, Mein 452. Mereinste Freude Bleibet die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide; Daß ich ihn Geist triumphieret. 2. Jesus wischt den Seinen, Die mit ihm hier weinen, Einst Liebe zu Gott und Jesu. durch Glauben ehre, Jederzeit Hocherfreut Seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Mit den, und erfüllt Reich und mild Ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen, Er macht Bahu, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. 3. Denn er kennt die Leidensstunden; Größern Schmerz, Als sein Herz, Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, ch, er trägt Und verpflegt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt feiten. 5. Jesu, treuster Freund vor allen, mit dir will Froh und still Ich durchs Leben wallen. Auch der Tod kann mich nicht schrecken, Denn du wirst, Lebensfürst, Einst mich auferwecken. S. G. Bürde,* 1753. 239 4. Weg mit eitlen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Laßt euch nimmer finden, kommt nicht mehr an's Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Ganz sei dir, ungöttlich Leben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck,* 1618, † 1677. Eigene Melodie. 453. eu, meine Freude, Weide, Jesu, meine Zier, Ach, wie lang', ach lange 3st dem Herzen bange, Und verlangt nach dir! Gotteslamm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Sonst nichts lieber werden. 2. Unter deinenSchirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß den Satan wüten, Ich fann Trotz ihm bieten, Mir steht Jesus bei. Ob's mit Macht auch blitt und kracht, Ob auch Tod und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz des Todes Rachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, ich bringe Gott die Ehr' und singe In gar sich'rer Ruh'. Gottes Macht hält mich in acht; Erd' und Himmel muß vergehen, Doch mein Fels bleibt stehen. Eigene Melodie. einen 454. Mich nicht! Weil er sich für mich gegeben, So erweis' an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum, Jesum laß ich nicht, Nun und nie mein ganzes Leben; Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Jhn werd' ich auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Eltern Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 240 Das christliche Leben. 5. Nicht nach Welt, nach Him-| gerRuh', o Gottessohn, Mein Mittmel nicht, nur nach ihm mein ler und mein Gnadenthron. Herr Herz sich sehnet; Jesum such' Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre ich und sein Licht, Der mich hat mich! Ich will dichpreisen ewiglich. mit Gott versöhnet. Er befreit mich im Gericht: Meinen Jejum laß ich nicht. M. Schalling,* 1532, † 1608. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Erdmann Neumeister, 1671, † 1756. Eigene Melodie. Eigene Melodie. 456. Piebster Immanuel, du der Frommen, Du meiner Seele Trost, ach, fomm nur bald! Du Friedensfürst hast mir das Herz genommen, Das ganz in Liebe dir entgegenmallt. Nichts kann auf Erden Mir lieber werden, Als wenn ich dich, mein Jesu, stets 455. ich dich, o Herr, Verleihe du mir immer mehr Die Fülle deiner Gaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zuversicht, Du, meines Herzens höchstes Gut, Der mich erlöst hat durch sein Blut. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Leib, Seel' und alles, was ich hab' In diesem armen Leben; Daß ich es brauch' zum Lobe dein, Zum Nutz und Frommen der Gemein', Woll'st du mir Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', Des Satans Mord und Lügen wehr'. In allem Kreuz erhalte mich, Daß ich es trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Tröst' mir mein' Seel' in Todesnot. erzlich lieb hab' behalt'. 2. Dein Name ist so lieblich mir im Mande, Er ist so stärtend mir, wie fühler Tau, Der Feld und Blumen netzt zur Morgenstunde; Du bist mun mein, dir ich mich ganz vertrau'. Dann weicht vom Herzen, Was mir macht Schmerzen, Wenn ich auf deine Liebe gläubig schau'. 3. Und ob das Kreuz auch mich noch drückt und plaget, Wie es bei Christen oft pflegt zu gescheh'n, Wenn meine Seele nur nach dir, Herr, fraget, So kann das Herz auch stets auf Rosen gehn. Kein Ungewitter Ist mir so bitter, Mit dir fann ich es fröhlich überstehn. 4. Wern Satans List und Macht mich will verschlingen, Wenn das Gewissensbuch die Sünden sagt, Ob auch das Höllenheer mich will umringen, Und selbst der Tod mir an dem Herzen nagt, Steh' ich doch feste, Denn du, der Beste, Du hast durch deinen Sieg den Feind verjagt. 5. Mag auch die blinde Welt mich bitter hassen, Bin ich verachtet auch von jedermann, Von meinen Freunden selbst auch ganz verlassen: Doch nimmst du meiner dich, Herr, gnädig an. Du stärkst mich Müden, Sprichst: sei zufrieden, Ich bin dein bester Freund, 3. Laß deinen Engel bei mir sein, Der mich nach überstand' ner Pein Zur Ruh' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im Grabe ruh'n, Bist du erscheinst, es aufzuthun An jenem großen Tage. Alsdann erweck' vom Tode mich, Daß meine Augen schauen dich, In sel'-=| der helfen kann. Liebe zu Gott und Jesu. 6. D'rum fahret immer hin, ihr Mel. Wie schön leucht't uns. Eitelkeiten, Du, Jefu, du bist mein 458. ns, die Gebund'nen, will der Welt zu dir bereiten, Du sollst in meinem Mund und Herzen sein. Mein ganzes Leben Sei dir ergeben, Bis man dereinst mich legt ins Grab hinein. Ahasverus Fritsch,* 1629,+1701. Eigene Melodie. arter Christi, wer ver241 Der Unheilbaren Heil zu sein, Ist er herabgekommen; All' unsre Schuld und Not und Qual Hat er aus lieb' in freier Wahl Von uns Mülden auf sich genommen. Frieden Und Elenden Heil zu senden, stieg er nieder, Brachte das Verlor'ne wieder. 4. Die wir uns nun hier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß du auf uns hörest, Deine Gnad' und Liebe uns gewährest, Sage: Amen, und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christ. Renatus v. Zinzendorf,* 1727, † 1752. 2. Der einst im Fleisch auf Erden war, Ist auch noch heute zugegen. Er nimmt sich unsrer Schwachheit an; Wenn wir den steilen Pfad hinan Zu flimmen nicht vermögen, Trägt er, Pflegt er, Die erliegen, gibt zum Siegen Mut und Stärke, Geist, zu wirken Gottes Werke. 3. Zu Gottes Ruhm hat er's vollbracht; Wo ist, o Tod, nun deine Macht, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wie weit uns auch der Sturm verschlägt, Ans heimatliche Ufer trägt Uns doch die letzte Welle, Fröhlich, Selig Auch in Leiden sind wir, scheiden voll Vertrauen, Ihn dort, wie er ist, zu schauen. Nicht ermittelt. 457. geffen, Der in dir sein Wohlfein fand? Meer der Liebe, wer kann dich ermessen, Wer ist nicht von Lieb' entbrannt? Unsre Seele soll sich an dir nähren, Unser Ohr foll nichts je lieber hören; Alle Tage wird dies Bild Schöner unserm Blick enthüllt. 2. Tausend Dant, du unser treuer Hirte, Leib und Seele beten an, Daß du unter Martern für Verirrte Sterbend haft genug gethan. Laß uns alle treulich an dir hangen, Nähre du das heilige Verlangen, Dich auf deinem Thron zu seh'n, Deinen Ruhm dort zu erhöh'n. 3. Meine Seele, matt und schuldbeladen, Eilt auf deine Wunden zu, in Eigene Melodie. Bouchon der Gnaden Trost 459. Mmeine Luft, An und Labsal, Fried'n und Ruh'. vergnüge, Der Laß vom Kreuz nur Stärkung dem ich mich mich anwehen, und dein Marter- ich an deiner treuen Brust Mit bild stets vor mir stehen, So meinem Herzen liege, Mein Mund geht mir bis in mein Grab Nichts ist dir zum Lob bereit, Weil ich an Seligkeiten ab. durch deine Freundlichkeit Die Macht der Welt besiege. 2. Du bist mein wunderbares Licht, Durch welches ich erblicke Mit aufgedecktem Angesicht, Daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll' es ganz, O wahres Licht, durch deinen Glanz, Und weiche nicht zurücke. 3. Du bist mein sichrer Himmelsweg, Durch dich steht alles offen; Wer dich versteht, der hat 16 242 Das christliche Leben. den Steg Zur Seligkeit getroffen.| Jesus und sein teures Blut Jft Ach, laß mich, liebstes Heil, hinfür Doch ja den Himmel außer dir Auf keine Weise hoffen. mir mehr, denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde sich Öffentlich gleich wider mich: Jesus reißt aus aller Not, Tilget Teufel, Höll' und Tod. 4. Du bist die Wahrheit, dich allein Hab' ich mir auserlesen, Denn ohne dich ist Wort und Schein, Jn dir ist Kraft und Wesen. Ach, mach' mein Herz doch völlig frei, Daß es nur dir ergeben sei, Durch den es kann genesen. 5. Du bist mein Leben, deine Kraft Soll mich allein regieren: Dein Geift, der in mir alles schafft, Soll meine Seele führen. Und wenn ich nun voll Leben bin, Dann laß es, Jesu, mich forthin Doch nimmermehr verlieren. 7. Muß ich dulden Hohn und 6. Du bist mein treuer Seelen- Spott Wider Gott und sein hirt Und selber auch die Weide, Gebot: Jesus gibt mir Kraft Du hast, Herr, da ich war verirrt, und macht, Daß ich allen Spott Mich heimgebracht mit Freude. nicht acht'. Ach, nimm dein Schäflein nun in acht, Damit mich weder List noch Macht Von deiner Herde scheide. 8. D'rum, o Jesu, will ich dich Immer lieben festiglich. Du, o Jesu, sollst allein meiner Seele alles sein. 7. Du bist mein starker Held im Streit, Mein Panzer, Schild und Bogen, Mein Tröster in der Traurigkeit, Mein Schiff in Wasserwogen, Mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, Mein sichrer Kompaß und Magnet, Der mich noch nie betrogen. 9. Jesus sei mein' Speis' und Trant, Jesus sei mein Lobgefang, Jesus sei mein ganzes All, Jesus sei mein Freudenschall. 10. Endlich laß, du höchstes Gut, Jesu, laß dein teures Blut, Deine Wunden, deine Pein Meinen Trost im Tode sein. Lucas Backmeister, 1570. 8. Was sollt' ich, Schönster, weiter doch Von dir wohl sagen können? Ich will dich meine Liebe noch, Mein ein und alles nennen, Denn was ich will, das bist du mir; Ach, laß mein Herz doch für und für Von deiner Liebe brennen. Joh. Christian Lange,* 1669,+1756. 4. Bin ich frant und ist kein Mann, Der die Schwachheit heben fann: Jesus will mein Arzt in Pein Und mein treuer Helfer sein. 5. Jst mein Vorrath auch nicht groß, Bin ich nackend, arm und bloß: Jesus hilft zur rechten Zeit Aller meiner Dürftigkeit. 6. Muß ich in das Elend fort, Hin an einen fremden Ort: Jesus selbst sorgt immerdar, Schützt mich, hilft mir wunderbar. Mel. Mein Jesu, dem die. ie 461. fand, deiner Liebe, Daß du von deinem Gnadenthron Durch deines heil'gen Geistes Triebe Mich haft erneut, o Gottessohn? Wie dank' ich's deinem treuen Herzen, Daß du mich von Eigene Melodie. 460. Jen, meiner Seelen dem Fluch befreit Und mir die ew'ge durch Todesschmerzen? haft befter Schatz bist du, Alles bist du mir allein, Sollst auch ferner alles sein. 2. Das hab' ich an mir wahrgenommen, zu deiner Stunde 2. Liebet jemand in der Welt ist's gescheh'n, Da bin ich meiErdenschätze, Gold und Geld: I nem Feind entkommen, Da hab' Liebe zu Gott und Jesu. 243 ich in dein Licht geseh'n; Da wurde| erheben, So lang' dein Gnadentöstliches Geschmeide, Das Kleid des Heils mir zugewandt, Mir mitgeteilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes sel'ge Ruh' und Freude. glanz mir scheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Das für mich litt am Kreuzesstamm. 3. Doch wär' es, daß mein Herz noch hinge Mit Einem Faden ander Welt, Auf etwas seine Sehnsucht ginge, Was dir, mein Heiland, nicht gefällt: Ach, wäre dies, mein liebstes Leben, So bitt' ich, zeige du Gewalt, Zerreiße diesen Faden bald, Mein Wille sei dir übergeben. 3. Ach, daß ich dich so spät er= fannte, Du hochgelobter Heiland, du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Wie tief ist doch mein Herz betrübt, Daß ich nicht früher dich geliebt! 4. Ich ging verirrt und war verblendet, Jch suchte Ruh' und fand sie nicht; Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaff'ne Licht; Doch nun ist es durch dich gescheh'n, Daß ich mein ew'ges Heil geseh'n. 5. Ich 4. Mein ganzes Herz sei dir gegeben, zu deiner Wohnung nimm es hin, Und hauch' ihm ein dein selig Leben, Dein Geist regier' allein darin. Die Liebe, die dich eh'mals nieder In dieses Erdenleben zog Und Mensch zu werden dich bewog, Die zih' auch jetzt zu mir dich wieder. 5. Zerbrich, vertilge, ja zermalme, Was deinem Willen nicht gefällt. Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weist, Und nur die Lautre Liebe taugen. danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat licht gebracht. Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht. Ich danke dir, froh thu' ich's kund: Du, Heiland, machtest mich gesund! 6. Erhalte mich auf deinen Ste= gen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleuchte Leib und Seele ganz, Du reiner, heller Himmelsglanz. 6. Ja, Amen, hier sind Herz und Hände, Aufs neue sei's dir zugesagt: Ich will dich lieben ohne Ende, Mein alles werde d'ran gewagt. Du gibst mir einen neuen Namen, Der gilt in deiner Treuen Zahl und gilt in deinem Ehrensaal, Wohin die überwinder famen. Nicht ermittelt. Mel. Wer nur den lieben Gott. will dich lieben, 7. Gib meinen Augen süße Thränen, Gib meinem Herzen heil'ge Glut; Vermehre stets nach dir mein Sehnen, Du einzig Heil, mein höchstes Gut. Laß meinen Sinn, Geist und Verstand Nur immer sein zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Dich lieben, meinen Herrn und Gott, Dich lieben auch bei Schmach und Hohne, Auch in 462. will dich lieben, meine Zier! Ich will dich lieben durch die Werte Mit immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein 463. Leben, Als meinen allerbesten Freund. Ich will dich lieben und stern, Voll Gnad' und Wahrheit dich lieben, schönstes Licht, Bis einst mein Herz im Tode bricht. Joh. Scheffler,* 1624, † 1677. Eigene Melodie. gie schön leucht't der 16* 244 Das christliche Leben. von dem Herrn, Der Aufgang| Davids Stamm, Dem treuen aus der Höhe! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Jn dir den Stern ich sehe! Innig Zeigt sich Größ' und Milde in dem Bilde dort vereinet, Das so herrlich mir erscheinet. 2. O meines Herzens Kron' und Lohn, Du Gottes und des Menschen Sohn, Du hocherhab' ner König! Hab' ich nur dich, was brauch' ich mehr? Der ganzen Erde Gold und Ehr' Ist gegen dich nur wenig. Herzlich Will ich So dich preisen, mich erweisen, daß man merke In mir deines Geistes Stärke. Eigene Melodie. 3. Geuß tief du in mein Herz 464. Seelenbräutigam, eGottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Zu dem Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deiner Liebe Glut Stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest, Und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut Deiner Liebe Glut. allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich nur immer bleib' an dir, Daß nichts uns scheid' und nichts an mir Dich kränke noch betrübe. Durch dich laß sich Ihn' Aufhören in mir mehren Lieb' und Freude, Daß der Tod uns selbst nicht scheide. Seelenbräutigam Zu huld'gen, zu gefallen. Singet, Klinget, Jubellieder, hallet wieder, daß die Erde Voll von seinem Ruhme werde. 7. O wie mein Herz so fröhlich ist, Daß du mein Herr und Heiland bist, Der Anfang und das Ende! Du wirst mich auch zu deinem Ruhm Ganz bringen in dein Heiligtum, Daß sich dein Werk vollende. Amen, Amen! Komm, o Sonne, meine Wonne, ich verlange, Daß ich ew'ges Licht empfange. Philipp Nicolai,* 1556,+1608. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, Wenn du dein freundlich Angesicht Mich gnädig läß'st er blicken. Jesu, du mein süßes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Kann meine Seel' erquicken. Tröst' mich Freundlich, Hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden, Dein Wort ist's, das mich geladen. 5. Du hast mich, Gott, mein starfer Held, Schon eh' gegründet war die Welt, In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vereint, Er ist mein Schatz, ich bin sein Freund, Den nun nichts mehr betrübet. Heil mir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gott den Herzensdant, Laßt andachtsvoll den Festgesang Zu seinem Ruhm erschallen, Dem Menschensohn aus 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Dazu bist du Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, Durch den Kreuzestod, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht. Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir Bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren, und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm' Mich ernähre und verkläre, Daß die Welt mich nicht verzehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedensfürst, Wie hast du gedürft't Nach der Menschen Heil und Leben, und dich in Liebe zu Gott und Jesu. den Tod gegeben, Wie du riefft: mich dürft't! Großer Friedensfürst! 8. Deinen Frieden gib Aus so großer Lieb' Uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um ein kindliches Vertrauen, Der wird bald mit Freuden schauen, Daß kein Mensch verdirbt, Der der Welt abstirbt. 245 2. Sieh' doch auf mich, Herr, das bitt' ich, Leite mich nach deinem Sinn; Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin. laß dich finden, laß dich finden, Gib dich mir und nimm mich hin. Eigene Melodie. 3. Herr, erhöre, ich begehre Nichts als deine freie Gnad', Die du gibest, den du liebest, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, der dich hat. 4. Hör', wie kläglich und be= weglich Dir die treue Seele singt, und wehmütig Wie demütig Deines Kindes Stimme flingt. Laß dich finden, laß dich finden, Denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Weltlust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. Joachim N ander, 1650, † 1680. 10. Nun ergreif' ich dich, Dut, mein ganzes Sch. Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein Thränenfluß Meine Thränen auch begleiten, Und zu deinen Wunden leiten, Daß mein Thränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu' Wiederum erfreu', Hältst du mich, daß ich nicht weiche, Bis ich dort in deinem Reiche Ewiglich aufs neu' mich mit 13. Bier durch Spott und Hohn, 466. Jesus, ejus Coll Mel. Bolt des Himmels und der. Jesus, nichts Tort die Ehrenkron'; Hier im Hoffen und Vertrauen, Dort im Haben und im Schauen, Denn die Ehrenfron' Folgt auf Spott und Hohn. mein Wunsch sein und mein Ziel! Ja, ich mache ein Verbündnis, Daß ich will, was Jesus will, Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 14. Jesu, hilf, daß ich Immer ritterlich Alles durch dich überwinde, Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gefämpft für mich. 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, Führe mich, Herr, wie du willt! 15. mein Preis und Ruhm, Werte Saronsblum'! In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur fann gefallen, Werte Saronsblum', Du, mein Preis und Ruhm! Adam Drese, ums Jahr 1630. Dieh', hier bin ich, 465. Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, findlich Sehnen Bring' ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich auch nur Erd' und Thon. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir, Ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild, Nimm mich dir, Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen In mir und durch mich, mein Gott; Deinen Willen laß erfüllen mich in Freuden wie in Not, Sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 246 Das christliche Leben. 5. Sei auch, Jesu, stets geprie-| Für mich umfing dich leiden, Du sen, Daß du dich, und viel dazu, starbst für mich in Schmerz, D'rum Hast geschenkt und mir erwiesen, geb' ich dir mit Freuden Auf Daß ich fing' in heitrer Ruh': ewig hin mein Herz. Es geschehe mir, mein Schild, Wie du willt, Herr, wie du willt. Ludemilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt, 1640,+1672. Mel. Ich dank' dir schon durch. 2. Oft möcht' ich bitter weinen, Daß mancher dich vergißt, Der du doch für die Deinen Am Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Haft Heil der Welt errungen, und ach, wer denkt daran! 467. Jefus Christus, bleib' in Und alles and're schwinde! Mein Herz sei täglich näher dir Und ferner von der Sünde. 2. Laß täglich deine Huld und Macht um meine Schwachheit schweben; Dein Licht verschlinge meine Nacht, und meinen Tod Noch immer jedem bei; Und 3. Du stehst voll treuter Liebe wenn dir keiner bliebe, So bleibst sieget Und sie ergreift auch mich; du dennoch treu. O diese Liebe Das Herz voll Rührung schmieget Sich inniger an dich. dein Leben. 3. Beim Sonnenstrahle deines Lichts Laß jeden Wahn verschwinden; Dein alles, Christus, und mein nichts Laß täglich mich empfinden. 4. Ich habe dich gefunden, lasse nicht von mir, laß ewig mich verbunden. Eins ewig sein mit dir. Einst schauen alle wieder sinten liebend nieder und fallen Voll Glauben himmelwärts Und dir ans Herz. 4. Sei nahe mir, werf' ich mich hin, Wein' ich vor dir im stillen; Dein reiner, gottergeb'ner Sinn Beherrsche meinen Willen. 5. Wohn' immer herrlicher in mir Voll Weisheit, Huld und Freude; Ich sei ein lebend Bild von dir, Im Glück und wenn ich leide. 6. Mach' alles in mir froh und gut, Daß ich stets minder fehle. Herr, deiner großen Liebe Glut Durchglühe meine Seele. 7. Gib, daß mein eignes, eitles Ich Werd' jeden Tag geringer würd' ich jeden Tag durch dich Noch mehr dein treuer Jünger! 8. Der Glaub' an dich und deine Kraft Sei Trieb von jedem Triebe, Sei Trost in meiner Pilgerschaft, Du meine Freud' und Liebe. Joh. Caspar Lavater, 1741,+ 1801. Mel. Befiehl du deine Wege. 468. We enn alle untreu werden, Erhalte mich dir treu, Daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. F. L. v. Hardenberg, genannt Novalis, * 1772,+1801. Mel. Mein Salomo, Dein. ir wallt das Herz, 469. Mir 469. es eine treue Lieb' Von seinem Thron gedenket, Den sein Erbarmen, der mich ganz auf Jeſum lenket! herab ins Elend trieb. Gedanke, it's mir im Ernst um Seligkeit zu thun, Kann ich getrost in seiner Liebe ruh'n. in Jesu, haben; Ich mag kein 2. Ich mag kein Heil, Als nur Licht, das nicht aus Jesu strahlt. Der Friede, den sein teures Blut bezahlt, Ist nirgend sonst; er muß damit begaben, Mein Jesus, der für mich am Kreuze starb Und mir dadurch die Seligkeit erwarb. 3. Wie hoch der Geist Der Jünger auch gestiegen, Jhr höchstes Wissen blieb das Kreuz des Herrn; So finden auch die Gläub'gen nah' und fern In seinem Kreuz das seligste Genügen. Wer in Liebe zu Gott und Jesu. 247 4. Lenkst du durch Wilsten meine Reise, Ich folg' und lehne mich auf dich: Du gibst mir aus den Wolken Speise und tränkest aus den Felsen mich; Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb' und Segen; In Wüsten selbst bist du mein Stab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. Eigene Melodie. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Ich seh' ihn an mit frohem Mut, Denn du, mein Leben, haffest keinen, Des Herz ie wohl ist mir, o und Seele in dir ruht. Wie kann 470. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, des Weges Ziel mich schrecken, Wenn ich in deiner Liebe ruh'! Da aus der Nacht, die mich wird Ich steig' aus meiner Schwer- decken, Jch eingeh' in die Sichermutshöhle, Und eile deinen Ar- heit? Mein Licht! so will ich denn men zu. Da muß die Nacht des mit Freuden Aus dieser finstern Trauerns scheiden, Wenn mit der Wildnis scheiden Zu deiner Ruh' Fülle hoher Freuden Die Liebe der Ewigkeit. strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht beseligt werden, Der in dir suchet Ruh' und Luft? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, Es sei also: ich trau' ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen, Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Trübsalswellen Mir deine Treu' den Anfer reicht. ihm einzig sucht der Seele Heil, Dem wird die höchste Weisheit auch zu teil. 4. Wir sehen ja Die Scharen seiner Zeugen, Wir kennen den, der uns erkaufet hat; Er that, er litt, er büßt' an unsrer statt, Wir müssen uns vor seinem Scepter beugen. Er ist so groß und ist zugleich so gut, Wir opfern ihm von Herzen Gut und Blut. Nicht ermittelt. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Web', Zeigt sich die Hölle meinen Blicken, Dann schau' ich auf zur Kreuzeshöh'; Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen fann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Denn du, mein Gott, du tröstest mich. Laß solche Ruh' in dem Gemüte, Nach deiner unumschränkten Güte, Des Himmels süßer Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nur er, mein Heil, kann mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler,* 1660, † 1722. Mel. Werde munter, mein Gemüte, 471. Piebster Jefu, Gnadensonne, Meines Herzens Zuversicht, meiner Seele Freud' und Wonne, Ich komm' vor dein Angesicht. Ob ich schon ein Sünder bin, Werf' ich doch den Mut nicht hin; Bin ich auch schon Asch' und Erde, Du hilfft, daß ich selig werde. 2. Herr, ich muß vor allen Dingen, Öb ich schon nicht völlig kann, Dir ein Lob- und Danklied singen, Daß du mir viel Gut's gethan Von 248 der zarten Kindheit auf Durch den ganzen Lebenslauf. Wollt' ich all' dein Wohlthun zählen, Würde mir es gänzlich fehlen. Das christliche 3. Alles, was ich bin und habe, Kommt von deines Vaters Hand; Es ist dein Geschenk und Gabe Seele, Leib und Ehrenstand. Habe Dank für deine Treu', Welche alle Morgen neu, Habe Dank für deinen Segen, An dem alles mir gelegen. 4. Laß auch ferner deine Güte über mir sein Tag und Nacht; Mich auf meinem Weg behüte Durch der starken Engel Wacht. Laß dieselben bei mir sein, Wenn ich gehe aus und ein, Wenn ich reise, wache, schlafe, Wenn ich etwas Gutes schaffe. 5. Segne alle meine Thaten Durch den werten Segensgeist, Daß sie mögen wohl geraten, Und dein Name werd' gepreist. Es ist dein und nicht mein Wert, D'rum verleihe Mut und Stärk', Daß ich möge g'rad durchgehen, Nicht auf Gunst noch Ungunft sehen. Leben. 9. Muß ich etwa Spottred' hören, Werd' ich hie und da veracht't: Laß dies nicht mein Herz beschweren; Bin ich von der Welt verlacht: Was ist's mehr? Welt, wie du willt! Du, o Gott, bist doch mein Schild; Laß mich wider dich nichts sprechen, Auch mich nicht an Feinden rächen. 8. Dir befehl' ich meine Sachen, Dir sei alles heimgestellt, Wolleft es mit ihnen machen, Wie es dir, o Herr, gefällt. Kommt mir Kreuz und Leid zu Haus, Daß es scheint, als sei es aus, laß mich folgen deinem Willen Und damit den Kummer stillen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm' ich's gern und willig an, Will auch gar nicht wider= streben, Wenn ich nur dir dienen kann. Schaff', daß ich dir treu verbleib', Gib dazu gefunden Leib, Und daß ich mir laß genügen, Wie du es mit mir willst fügen. 11. Soll ich aber von hier scheiden, Will ich auch zufrieden sein; Führst du doch zu ew'gen Freuden, D'rum so schlaf' ich ſelig ein. Nimm in deine Händ' die Seel', Senk' den Leib zur Grabeshöhl'. Ja, Herr, dies ift mein Begehren, Jesu, wolleft mir's gewähren. 6. Treuer Lehrer, woll'st mich mir und Nicht ermittelt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ein, Verstand, Nicht mein Thun zu 472. Netent mein Glaube, deinen Ehren Und zu Dienst dem Vaterland; Ja, darauf sei es gericht't, Ach, mein Gott, verfag' mir's nicht. Wehre, daß des Satans Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Gib Geduld und hilf mir tragen Meines Amtes Last und Bürd', Die mich oftmals pflegt zu plagen Und auch oft beschwerlich wird. Stößt ein Hindernis mir auf Und beschwert mir meinen Lauf, Laß mein Herz sich ja nicht quälen, Sondern alles dir befehlen. nichts erhebt mich mehr vom Staube, Als daß mir zum Heil und Leben Gottes Sohn sich hingegeben. Daß ich einen Heiland habe, Mich an seinen Gütern labe, Und in sein Verdienst mich kleide: Dies ist meiner Seelen Freude. 2. Sein will ich mich gläubig freuen, Meinen Bund mit ihm erneuen, Denn auf meiner Pilgerreise Nährt er mich mit Himmelsspeise. Daß ich einen Heiland habe, Der mit treuem Hirtenstabe Mich zu grünen Auen leitet: Dies hat Liebe mir bereitet. 3. Ew'ge Liebe, sei gepriesen, Die sich hilfreich mir erwiesen, Die den Mittler hat getrieben, Mich bis in den Tod zu lieben. Daß ich einen Heiland habe, Der mich liebte bis zum Grabe, Der Ehrfurcht und Demut. 249 nun lebt als überwinder: Dies| Mein Herr ist er allein. Wer nur gewähret Trost dem Sünder. sein Knecht Und treuer Jünger ist, Darf ohne Sorgen sein. Ich will ganz meinem Gott anhangen, und nicht mehr nach der Welt verlangen: Ich hab' genug. 2. Ich hab' genug, Ich bin der Sorgen los, Und fränke nicht mein Herz; Ich bin vergnügt Und sitz in Gottes Schoß, Der lindert aller Schmerz. Ich sorge nicht mehr für mein Leben, Der Höchste kann mir alles geben: Ich hab' genug. 3. Ich hab' genug Und sorge für den Geist, Das and're fällt mir zu. Nur Gottes Reich, Das Jesus suchen heißt, Das gibt mir wahre Ruh'. Ich trachte nur des Vaters Willen In Kraft des Geistes zu erfüllen: Ich hab' genug. 4. Ich hab' genug, Ich lieg' an Jesu Brust, Da schwindet aller Schmerz. Was will ich mehr? Dort find' ich Himmelsluft, Dort stillt sich ganz mein Herz. Im Vorschmack weiß ich schon auf Erden, Was mir im Himmel einst soll Nicht ermittelt. 4. Trot'ge und verzagte Herzen Achten nicht des Heilands Schmerzen, können, ach, so leicht vergessen, was sie ernstlich nie ermessen. Daß ich einen Heiland habe, An dem ich mich weid' und labe, Ginge mir diesHeil verloren, Wär' ich besser nie geboren. 5. Fehlt er mir, so weicht mein Friede, Ohn' ihn ist die Seele müde; Licht und Trost bleibt mir verschwunden, Bis ich wieder ihn gefunden. Daß ich einen Heiland habe, Reich an jeder Himmelsgabe, Dies allein erweckt aufs neue Meinen Mut und meine Treue. 6. Sollte jemals meiner Seelen Kraft und Ruh' und Freude fehlen, Will ich flehend zu ihm blicken, Und er wird mein Herz erquicken. Daß ich einen Heiland habe, Des ich bleibe bis zum Grabe, Der mich macht zum Himmelserben: Darauf will ich freudig sterben. Nicht ermittelt. Eigene Melodie. 473.h hab genug: Mein werden: Ich hab' genug. Herr ist Jesus 5. Ehrfurcht und Demut. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwär 474. zu ernstlich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. for dir, o Gott, sich unfre allergrößte Pflicht; Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, Scheut er dein heil'ges Auge nicht. D'rum wirk' in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, Laß, Herr, das meine Weisheit sein, Daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, Vor jeder Sünde mich zu scheu'n; Denn wer 5. Ja, Vater, laß mit Furcht noch Lust zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. I und Zittern Mich schaffen meine 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen Und wirke steten Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen; Dein guter Geist erhalt' mich dir, Dir, der mich vom verdienten Fluch Befreit und stets mich liebreich trug. 250 Das christliche Leben. Seligkeit. Soll nichts mein ew'ges Glück erschüttern, So führ' mich in der Gnadenzeit: Mit Vorsicht lehr' mich Unrecht flieh'n, Mich nur um deine Gunst bemüth'n. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen Vor dir zu haben sorgsam sei, lind mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln Und überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vorschrift redlich handeln; Du hasfest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, wert. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd' ich jenes Leben erben, Für das dein Sohn sein Leben gab. Dich fürchten, Herr, bringt Segen ein, Groß wird der Lohn im Himmel sein. Benjamin Schmolde,* 1672,+1737. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 475. K omm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich würdiglich verehren, Mach' unser Herz zum Heiligtum. Wird dein Licht uns ganz erfüllen, So wird sich unser Sehnen stillen, So leben wir zu deinem Ruhm. Dir bringen lebenslang Wir herzlich Preis und Dant, Ew'ge Liebe! Wie felig ist, Wer dein genießt, Von deinem Lob stets überfließt! Nicht ermittelt. ist's, wenn gute Thaten Mir Schwachen wohl geraten, Die Mängel sind bloß meine Schuld. 3. Das Glück, des ich mich freue, Hab' ich durch deine Treue, Du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, Jhr Glück und ihre Plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen wert? 5. milde Gabe, Du Vater alles Lichts. Mein Dasein und mein Leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Mut und Kräfte Zum nützlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein Ich bin viel zu geringe, Daß mir ein Wert gelinge Durch eig'ne Kraft allein. O laß mich's nicht vergessen, So werd' ich nicht vermessen, Nicht stolz auf meine Kräfte sein. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir gütig zugewandt, Dein treuer Knecht zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden, Dazu gib Demut und Verstand. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. 477. fich vor dir nieder, Mel. Zeuch meinen Geist. ier legt mein Sinn Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht Verbirg vor meiner Armut nicht. 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben, Laß mich in Christi Tode sterben. O möchte doch in seiner Pein Mein ganzes Selbst ertötet ſein! Mel. Nun ruben alle Wälder. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinem Willen ich nur von Unlauterkeit 476. Whabe, yst deine Die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf diefer Erden Durch deinen Geist geheiligt werden. Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Und unbeweglich muß ich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, Hier helfen nichts Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 251 6. Doch tenn ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; Ich bin gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. der Menschen Thaten, Wer macht| Worte, mit Vergnügen Aller sein Herz wohl selber rein? Es Knechte Knecht zu sein, Nie mit muß durch dich gewirket sein. Gaben stolz zu prangen, Men= schenruhm nie zu verlangen: Diese Weisheit fleh' ich mir, Hocherhab'ner Gott, von dir. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du ersiehest deine Zeit und gibst mir Frieden nach dem Streit. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug' nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln. Wo kein Menschenmund mich nennt: Das, du freundlicher Gewährer, Aller Demut Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schweigend seh'n auf dich. 8. D'rum will die Sorge meiner Seelen Jch dir, mein Vater, ganz befehlen; Ach, drückt' es feft in meinen Sinn, Daß ich in dir nur felig bin. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, Die so gern im Schatten ruh'n, Streng und fromm nach deinem Willen Einsam leiden oder thun, laß, o Vater, mich nicht klagen, Sollt' ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demutsvoll auf dich nur seh'n. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demutsvoll zu Fuße dir. Du erquicst, begnadigst alle, Schenkest Gnad' und Ruh' auch mir, Unterstilgest mein Bestreben, Jmmer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu trau'n, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 478. Gern in alles mich Fefter stets auf dich zu bau'n. der Stille still zu freu'n, Ohne Joh. Caspar Larater, 1741,+1801. 9. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deine Tiefe fente, So werd' ich von angeblickt und in des Herzens Grund erquickt. dir 10. So wächst der Eifer mir im Streite, Ich habe schon des Sieges Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du die Liebe selber bist. C. F. Rchter,* 1676,+1711., 6. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. Eigene Melodie. 479. Wege Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Thun ist lauter Segen, 252 Das christliche Leben. Dein Gang ist lauter licht. Dein| selbst gibt dir die Palmen In Werk kann niemand hindern, deine rechte Hand, Und du singft Dein' Arbeit darf nicht ruh'n, Freudenpsalmen Dem, der dein Wenn du, was deinen Kindern Teid gewandt. Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele, Hoff', und sei unverzagt. Gott wird dich aus Da der Summer plagt, mit großen Gnar den rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht, Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Negente, Der alles führen foll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunder barem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verzieh'n, Und thun an seinem Teile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, und sollt'st du für und für In Angst und Nöten schweben, So frag' er nichts nach dir: 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst. Er wird dein Herz erlösen Von der so schweren Last, Die du zu feinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du haft und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg, die Ehrenkron'. Gott 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende Mit aller unsrer Not; Stärk' unsre Füß' und Hände, und laß bis in den Tod Uns all'zeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Eigene Melodie, ben Gott läßt 480. Wer nur den liewalten und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In allem Kreuz und Herzeleid. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man Lalte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, was uns nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und mer= fet teine Heuchelei, So kommt er, eh' wir's uns verseh'n, Und lässet uns viel Gut's gescheh'n. 5. Dent' nicht in deiner Drangsalshizze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß nur der im Schoß ihm sitze, Der fich mit stetem Glücke speist; Die Folgezeit verändert viel seget jeglichem sein Ziel. Und 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und ist dem Höchsten Ergebung. 253 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben: So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten, D'rum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigaft,* 1649,+1708. Vertrauen auf Gott. Trost. alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen, Verricht' dasDeine nur getreu' Und trau' des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn welViel. Ringe recht, wenn Gottes. cher seine Zuversicht Auf Gott 482. Gott will machen, setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumart,* 1621, † 1681. daß die Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen um dich schwellen, Wenn du nur bei Jefu bist. 2. weil er dentet, Seiner achte nicht ſein Gott, Wird mit Klagen nur sich plagen Und nicht lindern seine Not. 3. Du Verächter, Gott dein Wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, Das ist deines Glaubens Pflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt ihm stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. Eigene Melodie. Gott das 481. Was ist wohlgethan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, D'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Sein Wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter Bahn, D'rum laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab' Geduld; Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 5. Glaub' nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; 3. Was Gott thut, das ist wohl- Wenn dein Wille nur ist stille, gethan, Er wird mich wohl beden- So wirst du von Kummer frei. fen. Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Statt Arzenei. Gott ist getreu, D'rum will ich auf ihn bauen, Und seiner Gütte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den Kelch auch schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd' ergößt mit füßem Troft im Herzen; Dann weichen alle Schmerzen. 6. Hoff' und glaube, tüss' im Staube Gottes Rute, die dich übt; Der sie führet und regieret, Hat nie ohne Frucht betrübt 7. Willst du wanken in Gedanten, übe nur Gelassenheit! Den laß sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud' und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel; Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich, Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, D'ran der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind geraten Jedesmal, wie er's verhängt. 10. Wenn die Stunden fich gefunden, Bricht die Hülf' mit Macht herein, Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. Das christliche Leben. 254 11. Eignen Willen zu erfüllen, Leidet sich's noch ziemlich wohl; Da ist Plage, Not und Klage, Wo man leiden muß und soll. 12. D'rum wohl denen, die sich sehnen Nach der stillen Willensrh'. Auf das Wollen fällt dem Sollen Die Vollbringungskraft bald zu. 13. Nun, so trage deine Plage Fein getreu und mit Geduld; Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 14. Die da weichen und das Zeichen Ihres Bräutigams ver- 484. Herto ichid's mit Diel. Aus tiefer Not schrei' ich. err, wie du schmäh'n, Müffen Laufen zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 15. Aber denen, die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone auf dem Throne Ihres Heilands werden noch. 16. Amen, Amen! in dem Namen Meines Jesu halt' ich still'; Es geschehe und ergehe, Wie und wann und was er will. K. D. Herrenschmidt,* 1675, † 1723. mir, Jm Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir, laß mich doch nicht verder= ben. Erhalt' mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gib mir Geduld: Dein Wille ist der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' ver= leihe mir, Und Lieb' zu deinem Worte. Erhalte, Herr, mich treu bei dir, Dem wahren Seelenhorte. Gib, was mir dient zur Seligteit, Wend' ab all' UngerechtigEigene Melodie. as mein Gott will, feit In meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rat Bon dieser Welt soll scheiden, O, so verleih' mir deine Gnad', Daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Leib und Seel befehl' ich dir: Gib nur ein selges Ende mir Durch Jesum Christum. Amen. C. Bienemann,* 1540,+1591. 483. Waescheh, all'zeit, 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, Laß mich ja nicht verzagen; Hilf, steur' und wehr', ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt, D'rauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht d. i., Markgraf zu Brandenburg, 1522,+1557. Zu Sein Will' ist stets der beste; helfen ist er dem bereit, Der ihm nur glaubet feste. Er hilft aus Not, der treue Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, dem will ich nicht Undankbar widerstreben. Sein Wort ist wahr, Herr, gezählet. Er schützt und wacht, nimmt uns in acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Muß gleich ich Sünder von der Welt Hingehn, nach Gottes Willen: Gott mache es, wie's ihm gefällt, Ich will doch halten stille. Mein' arme Seel' ich Gott befehl' In meinen letzten Stunden. treuer Gott, Sünd', Höll' und Tod Hast du mir überwunden. Mel. Nun ruhen alle Wälder. n allen meinen 485. I den Höchsten raten, Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl ge= lingen, Selbst geben guten Rat und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Vatergunft. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 255 3. Es kann mir nichts geschehen,| irrt und fehlt, Immer sich mit Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's gibet, Was ihm mit mir beliebet, Das hab' ich auch getroft erfiest. Sorgen quält, Weil der Vater unsers Lebens Alles, wie es soll gescheh'n, Vorgeseh'n. 4. Jch traue feiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem übel schützt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nitt. 3. Eh' du noch die Welt be= tratest, Eh' dir Gott dein Leben gab, Wog er Glück und Unglück ab, Gab dir Segen, eh' du bateft, Sah schon deine Thräne an, Eh' sie rann: 5. Er wolle meiner Sünden Jn Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht gleich das Urteil- sprechen, und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Zieg' oder zieh' ich fort, In Schwachheit und in Banden, Jst irgend Not vorhanden, So leitet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn; Rein Unfall unter allen Wird je so schwer mir fallen, Ich will ihn männlich überstehn. 4. Wenn der Himmel dich will fegnen, So empört die Erde fich Nur vergebens wider dich; Soll dir Widriges begegnen, Wirst du Nicht ihm durch Widerstehn entgehn. 5. Wenn dich schwere Sorgen drücken, Und dein Herz in Angsten schlägt: 3age nicht, der alles trägt, Lentet es, dich zu beglitden; Deine Stunde kommt auch wohl, Wann sie soll. 6. Will ein Feind dir Angst erwecken, Seine Feindschaft, die dich fränkt, Ist durch Gottes Macht beschränkt. Will dich Not und Tod erschrecken, Gott ist bei dir in der Noth Und im Tod. 7. D'rum ergib dich Gott mit Freuden, Warte, bis des Höchsten Hand Dir dein Glück hat zuerfannt. Schicke dich auch gern zum Zeiden, Schweig getroft zu allem still, Was Gott will. 8. Gott weiß alles wohl zu machen; Darum, wer sich felfenfest Auf des Höchsten Huld verläßt, Und sich gern in allen Sachen In des Vaters Willen schickt, Lebt beglückt. Joh. Adolf Schlegel,* 1721,+1793. Mel. Eins ist not, ach Herr, dies. Eigene Melodie. 486. Wohl dem Men= 487. Baget nicht, wenn schen, von Dunkelheiten Auf Herzen Alles, was ihn überfällt, des Lebens Pfade ruh'n; Gott In des Höchften Hände stellt, ist gut, er wird euch leiten, Ihm Der nicht durch verborg'ne ist's Freude, wohlzuthun. Sind Schmerzen Seines Unglücks trübe seine Gedanken nicht eure Gedans Nacht Trüber macht. ten, Laßt dennoch, ihr Christen, den Glauben nicht wanken, Daß er, der des Wurmes im Staube 2. Denn es ist doch nur vergebens, Daß der Mensch, der 8. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Heut' sei es oder morgen, Dafür lass' ich ihn sorgen, Er weiß die rechte Rettungszeit. 9. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming,* 1609, † 1640. Das christliche Leben. 256 gedenkt, Auch sorgsam und freundlich durchs Dunkel euch lenkt. 2. Alles Dunkel dieses Lebens Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht; Wir durchforschen's oft vergebens, Seinen Blick hemmt Dunkel nicht. Er kennet das Große, das Kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die Scharen der Sterne; Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, Den seine unendliche Weisheit erfann. 3. Von Erstaunen hingerissen, Sinnt der hohe Seraph nach; Ach, beschränkt ist noch sein Wissen, Ewig fühlt er sich noch schwach. Was murren wir Menschen von Kindesverstande? Wir sind ja nur Wand'rer im schattigen Lande. Nur Demut erhebet den ängstlichen Sinn, Sie wirft in die Arme des Vaters uns hin. 4. Ach, erkenne dich, o Seele, Fühle, wie so schwach du bist; Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trilbfal entströmen oft heilige Freuden, Und Segen entsprießet den bittersten Leiden; Bedenk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert, Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. 7. Schwinge dich empor vom Staube, Fasse Mut, verzagter Geist! Siegen, siegen wird der Glaube, Der den Herrn des Lebens preist. Olaß dich das Dunkel der Erde nicht kümmern, Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, Die jenseits der Sterne dir Jesus enthitllt; Da rufst du einst jauchzend: das Herz ist gestillt. Joh. Wilh. Reche,* 1764,+1835. Eigene Melodie. ich in 488. Auf meinen lieben Angst und Not; Er kann mich all'zeit retten Aus Trütbsal, Angst und Nöten; Mein Unglück fann er wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd' ansicht, Verzag' ich dennoch nicht; Auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen. Ihm will ich mich ergeben Im Tode, wie im Leben. 3. Wenn mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Denn Christus ist mein Leben, Jhm hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen, Mein' Seel wird Gott versorgen. 4. Du, mein Herr Jesu Christ, Der so geduldig ist Für mich am Kreuz gestorben, Du hast mir Heil erworben. Hilf mir, wenn ich erbleiche, zum ew'genHimmelreiche. 5. Erhöre gnädig mich, Trost, das bitt' ich dich, Hilf mir am letzten Ende, Nimm mich in deine Hände, Damit ich selig scheide Zur ew'gen Himmelsfreude. mein 6. Amen! zu aller Stund Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Daß wir einst deinen Namen Dort ewig preisen. Amen. Sigismund Beingäriner, t um 1660. Mel. Was Gott thut, das ist. ängsten die künftigen Tage uns 489. Auf Gott und nicht nicht; Der Ewige spricht, und das Dunkel wird Licht. Will ich mein Glück stets bauen, 5. Nicht das sinnliche Vergnügen Wird von Christen hoch geehrt, Schätze nur, die nimmer trügen, Sind des heißen Strebens wert. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Sorgen! In Gott sind die Schäße des Christen verborgen, Hier tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; Auch traurige Stunden bereichern das Herz. 6. Dulden wir gleich manche Plage, Der Allweise wägt sie ab; Er durchschauet unsre Tage Von der Wiege bis ans Grab. Was jetzt uns betrübet, soll einst uns entzücken; O selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 257 2. Was nützt es, heidnisch sorgen Und jeden neuen Morgen Mit neuem Kummer seh'n? Du, Vater meiner Tage, Weißt, eh' ich's dir noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir findlich zu vertrauen, Das, Herr, ist meine Pflicht; Ich will sie treulich üben Und dich, mein Bater, lieben, Denn du verläß'st die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest Und alle Tiere weidest, Du Schöpfer der Natur, Weißt alles, was mir fehlet; D'rum, Seele, was dich quälet, Befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, Die Not auch, die verborgen An meinem Herzen nagt, Werf' ich auf dich, den Treuen; Den weißt du zu erfreuen, Der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen Und sich nach Hülfe sehnen, So tlag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle Ich jeden Wunsch der Seele; Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Leben Schon größres Heil gegeben, Mir deinen Sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum Besten lenken, Was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht immer, wie sie's meinen, Doch stets nach deinem Rat. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Rat voll liebe; Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch des mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß der= einst zu Ehren an. Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe. 4. Oft ist ein ungestörtes Glück Weit schwerer noch zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir flagen. Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was sicher glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Reich tum, Pracht Erretten teine Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. as soll ich ängst490. Wa lich flagen Und in der Not verzagen? Der Höchste 10. Dort bei der Frommen sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Kein wahres Wohl- Scharen, Dort werd' ich es erfein fehle: Genug zum Trost, fahren, Wie gut du mich geführt; mein Herz, für dich. Da sing' ich dir mit Freuden, 17 Das christliche Leben. 258 Nach überstand'nen Leiden, Den Dank, der deiner Huld gebührt. Chr. Sturm,* 1740,+1786. Mel. Warum sollt' ich mich denn. Jarum willst du 491. Woch für mor= gen, Armes Herz, Immerwärts Als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, Da Gott will In der Still' Sich der Not annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, Darum bleib' Jhm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; Traue fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir All'zeit hier So viel zugemessen, Daß der Leib sich kann ernähren; Übriges Wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speit: Vieser Leib, Darum gläub', Gläub' zu Gottes Preise, Daß er Speis und Trank kann geben Dem, der sich Festiglich Ihm ergibt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorget nicht, Solches thun die Heiden. Schau' die Blumen auf den Feldern, Wie so schön Diese stehn Und die Bäum' in Wäldern. 6. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; Wär' er da, müßt' uns ja, Was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, Der wird nicht, Wenn's gebricht, Von ihm sein verlassen. 7. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, Und zugleich Gottes Reich über alles achtet, Der wird wahrlich nach Verlangen Speis' und Trank Lebenslang, Wie im Schlaf, empfangen. 8. Laß die Welt sich denn bemühen, Immerhin! Ach, mein Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, Ob er's oft Ünverhofft Eine Weil' verhehlet. 9. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab', Die ich hab', Mir gar lassen rauben: So muß mir zum Besten kommen, Wenn Gott mir Alles hier Hat hinweg genommen. 10. Er fann alles wiedergeben; Wenn er nimmt, So bestimmt Er sein Wort zum Leben. Ach, wie viele fromme Seelen Leben so, Und sind froh, Ohne Sorg' und Quälen. 11. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und sind still Vor der Welt verborgen. Was Gott will, ist ihr Vergnügen, und wie er, Als der Herr, Will's mit ihnen filgen. 12. Doch fann ihnen nicht versagen Gott ihr Brot In der Not, Wenn er hört ihrklagen. Er kommt wahrlich, sie zu trösten, Eh' man's meint, Und erscheint, Wenn die Not am größten. 13. Ihre Sorg' ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf zu den Felsenhöhlen, Zu des Herren Jesu Wunden, Da sind sie Aller Müh', Aller Not entbunden. 14. Nun, Herr Jesu, meine Freude, Meine Sonn', Meine Wonn', Meiner Seelen Weide! Sorge nur fürs Heil der Seelen, So wird mir Auch noch hier Nichts am Leibe fehlen. 15. Alles sei dir unverhohlen, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befohlen; Sorge du, so will ich schweigen, und vor dir, Nach Gebühr, Meine Kniee beugen. 16. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanten. Lob und Preis sei deinem Namen; Sei mein Teil, Hülf' und Heil, Liebster Jesu, Amen. Laurentius Laurentii, 1660, † 1722. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 492. meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die Seinen nie verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket. Mein Anliegen, meine Not, Er steht bei mir bis zum Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket; Seine Lieb' und Vatertreu' Bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, Er, der Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn' Unterlaß, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm festiglich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, Wenn ich die Gerechtigkeit, Die mir Christi Blut verleiht, Mehr als Gold und Silber achte; Segnet Gott mir früh und spat Worte, Werke, Rat und That. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; Alles, was zukünftig ist, Jrrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur lass' ich sorgen; Alles war er alle Zeit zu versorgen schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich; Gott, mein Vater, sorgt für mich; Der mir diesen Trost erneuet, 259 nur geduldiglich Deine Last der Sorgen. Der läßt, Glaub' es fest, Endlich nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott höret dich, Hört in Not dein Flehen, Hülfreich wird er gnädiglich Dir zur Seite stehen. Immer hat, Wer ihn bat, In den Leidensstunden Rettung noch gefunden. 5. Weine nicht! Gottliebet dich, Mag die Welt dich hassen, Dir zu schaden freventlich, Manchen Anschlag fassen. Stark wird er, Er, der Herr, Ob die Feinde ftiirmen, Dich, sein Kind, beschirmen. 6. Weine nicht! Gott sorgt für dich, Was kann nun dir fehlen? Wer wird nun mit Sorgen fich Noch vergebens quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird sich bewähren, Seinen Gang verklären. 7. Weine nicht! Gott tröstet dich, Ob die Thränen fließen: Endlich wird der Kummer sich In das Grab verschließen. Durch den Tod Stirbt die Not, Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet. Benjamin Schmold:,* 1672, † 1737. Mel. Was Golt thut, das ist. Daß ich weiß: Gott liebet mich, 494. Gott lebt! wie kann Gott 493. eine nicht! Gott lebet noch, Du betrübte Seele; O zum Vater schaue doch, Ob die Welt dich quäle. Nur Geduld! Gottes Huld Gibt dir nach dem Leiden Wieder Trost und Freuden. ich traurig Als wär' kein Gott zu finden? Joh. Olearius,* 1611,+1684. Er weiß ja wohl von meiner Mel. Mache dich, mein Geist. Pein, Die ich hier muß empfineine nicht! Gott den. Er kennt mein Herz Und den. meinen Schmerz, D'rum darf ich nicht verzagen, Soll ihm nur alles klagen. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; Hat man dein vergessen, dann hat er längst bei sich, Was dir nütt, ermessen. Eh' zerfällt Diese Welt, Eh' er dich fann haffen. Oder gar verlassen. 3. Weine nicht! Gott fiehet dich, 2. Gott hört, wenn niemand hören will; Wie sollte mir denn bangen, Als könnt' an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf' ich empor, So hört sein Ohr, Sein Amen schallet wieder, Und sendet Hülf' hernieder. 3. Gott sieht! wie flaget denn mein Herz, Als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch ft er gleich verborgen, Trage I der tiefste Schmerz Ganz offenbar 17* Das christliche Leben. erscheinen. Zur Erde fällt Nicht| ruht In seinen Armen. Sein ungezählt Die kleinste meiner Name ist: Erbarmen. Halleluja! Zähren; Er wird mir Trost geFr. Ad. Krummacher,* 1767, † 1845. währen. 4. Gott führt! d'rum geh' ich ruhig fort Auf allen meinen 496. M feste, Steht auf den Eigene Melodie. Jeine Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen legen, So wird er zwar Mich wunderbar, Doch selig immer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. lebend'gen Gott; Er ist mir der Allerbeste, Der mir beisteht in der Not. Er allein Soll es sein. Den ich nur von Herzen mein'. 2. Sagt mir, wer fann doch vertrauen Auf ein schwaches Menschenkind; Wer kann feste Schlösser bauen In die Luft und in den Wind? Es vergeht, Nichts besteht, Was ihr hier auf Erden seht. 260 5. Gott gibt! und wär' ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brot; Und wenn in Not Ich müßt' durch Wüsten reisen, Doch würde er mich speisen. 6. Gott lebt! ich merk' es überall, Gott hört, ihm darf ich flagen; Gott sieht, er fennt der Thränen Zahl, Gott führt, ich darf nicht zagen. D'rum nicht betrübt! Gott gibt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben! Benjamin Schmolcke,* 1672, † 1737. 4. Gibt er uns nicht alles reichlich Und in großem Überfluß? Seine Lieb' ist unvergleichlich, Wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd' Uns ernährt, Wann es Gottes Gunst begehrt. Mel. Auferstehn, ja auferstehn. 5. Danket nun dem großen Schöpfer Durch den wahren uns, wie ein 495. Iführt mit sanfter freier Töpfer, Hat gemacht aus Erd' und Thon. Groß von Rat, Stark von That Jst, der uns erhalten hat. Joachim Neander,* 1650, † 1680. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 497. Ich haben in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden, Und Freuden ohne Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen, Welch' Leben hat nicht seine Qual? Hand Ein Hirt durchs Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Herde. Halleluja! 2. Wenn im Dunkeln auch sein Häuflein irrt, Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. 3. Sicher leitet aus des Todes Grau'n Er uns zu grünen Au'n, Zu frischen Quellen, Zu ew'gen Lebenswellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab. Sein sanfter Hirtenstab Bringt Troft und Friede; Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit; Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad' Dargereichet frith und spat. 5. Ja, fürwahr, er ist getreu und gut; Auch unser Schicksal 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, Rein zeitlich Weh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 261 3. Dir will ich mich ergeben,| meint er's mit uns allen, Er Und, mehr als Ruh' und Leben, Dich lieben, meinen Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen. Und nicht auf Menschen bauen, Du hilfft und du errettest gern. gab uns Jesum Christ, Jhn, seinen ein'gen Sohn, Durch den er uns bescheret, Was Leib und Seel' ernähret. Lobt ihn auf seinem Thron! 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe, Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf dem Todespfade Vertrau' ich deiner Gnade, Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer weh ren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod bedenken; Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird gescheh'n. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Eigene Melodie. 498. Yon Gott will ich nicht lassen, Denn er nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich sonst irrte hier. Er reicht mir seine Hand. Am Abend wie am Morgen Will er mich wohl versorgen, Er schützt das ganze Land. 2. Wenn Menschenhuld und Lieben In Ungunst sich verkehrt, Ist er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Not, Er hilft von Sünd' und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, Auf ſeine Hülfe bauen, Er wendet alles leid. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Jhn, der uns alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, Jn der man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir sollen schon auf Erden Jn ihm ja selig werden, Noch mehr in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt bergehet Mit ihrer Luft und Pracht, Nicht Ehr noch Gut beſtehet, Das hier so groß uns macht, Dann werden nach dem Tod Wir in die Gruft begraben; Wenn wir geschlafen haben, Weckt uns der treue Gott. 7. Die Seel' wird unverloren Geführt in Abram's Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los. Durch Christum bin ich rein, Wenn ich im Glauben sterbe, Dann bin ich Gottes Erbe, Tann werd' ich 8. Obgleich ich jetzt noch dulde Viel Leiden dieser Zeit, Das ich oft selbst verschulde, Naht doch die Ewigkeit. Sie ist der Freude voll, Die, weil ich Christum fenne Und mich von ihm nicht trenne, Mir ewig werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat, Aus seiz nes Sohnes Fülle zu nehmen Gnad' um Gnad'; Er gibt uns feinen Geist, Damit er uns regiere, Hinan zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist. Ludwig Helmbold, 1532,+1598. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. Ihm ſei es heimgeſtellt; Reib 499. Gott lebet noch und ftirbet nicht, Gott Seele, und Gott dem Herrn gegeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist; Gut ist mein Trost und Zuversicht. Ja, wenn die ganze Welt fällt ein, Soll dies mein bestes Hoffen sein: Gott lebet noch. 262 Das christliche Leben. 2. Gott lebet noch, was sorg'| bringen Und man hier gar selich denn? So lang' ich Gott, den ten find't. Vater, tenn', Setz' ich die Sorgen auf die Seit', Und singe fröhlich allezeit: Gott lebet noch. 3. Mein Herz, wenn du weißt teinen Rat, Wenn dich die Not umgeben hat, Und dich gesetzt in großes Leid, So denke du nur allezeit: Gott lebet noch. 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, Wie seine Hand dich retten soll; Dein Vater meint und macht es gut, Wenn er dich straft, d'rum wohlgemut: Gott lebet noch. 5. Gott legt dir auf ein schweres Joch, Wodurch er dich betrübet hoch; Doch hilft er tragen, was dich plagt, und stärkt dich, d'rum sprich unverzagt: Gott lebet noch. 6. Wenn dir nun wird dein Kreuz so schwer, Und dich faſt dricket allzu sehr, Wenn es dich Mel. Werde munter, mein Gemüte. fast zu Boden beugt, So hilft 501. Gottes Mund hat uns doch es leicht: verheißen, soll Gott lebet noch. 7. Mein Vater, sorge du für mich, Mein' Hoffnung steht allein auf dich. Sieh mich mit Vaterblicken an, Daß ich stets fröhlich fingen kann: Gott lebet noch. Moritz Cramer. Eigene Melodie. 500. Ae lles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Glaubensmut. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad' ergeben, und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu er= füllen, Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. Ift doch nichts, das lang' bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. J. Kohlros. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar geführet Und mich leitet und regieret, Wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh' machen, und ganz unbeständig sind. Ich begehr', nach dem zu ringen, Was mir kann Vergnügen uns aus seiner Hand Weder Welt noch Teufel reißen. Seine Wahrheit ist bekannt; Darum fürchten wir uns nicht, Wenn gleich Welt und Himmel bricht: Seine Treu' kann ihr Versprechen Nicht ver= gessen oder brechen. 2. Mögen doch die Berge weichen, und die Felsen untergehn: Nichts mag unserm Felsen gleichen, Gottes Bund bleibt ewig stehn. Fallt, ihr Hügel, immer hin! Unsres Gottes Vaterfinn Kann kein Schlag noch Fall erschüttern, Wenn gleich Erd' und Himmel zittern. 3. Er hat sich mit uns verbunden Durch den Bund, der ewig gilt. Dieser Bund wird fest erfunden, Dieser Bund ist unser Schild. Droht auch des Versuchers Pfeil, Gott bleibt unser Erb' und Teil; Das hat uns sein Mund geschworen, Da sein Geist uns neu ge= boren. 4. D'rum sei ruhig, meine Seele, Trau' auf Gott, der für dich wacht, Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 263 Wenn in dieser Jammerhöhle Dir! Mel. Wer nur den lieben Gott. err, ein Zweifel Kummer macht. Wer 503. Herechte meine nur auf Gott verläßt, steht unbeweglich fest. Dein Erbarmer wird dich stützen, Seine Treu' wird dich beschützen. 3. Hubrig. stille; allem, was mich kränkt und drückt, Geschieht doch einzig nur dein Wille, Der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 2. Auch auf den allerrauh'sten 502. deine Hand Seligkeit; Aus Tribsal kommt der ew'ge Segen, Und Herrlichkeit aus kurzem Leid; Die Thränensaat muß Freude sein, Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. du Armer Gibst dich bangen Zweifeln hin? Du sollst beten zum Erbarmer, Und dir fehlt der Kindessinn? Kindlich mußt du hier vertrauen, Dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, Als er auferstanden war. 2. Glaube gibt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Riegel, Selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm' und Fluten, ließ die Zeugen Jesu bluten, Und sie überwanden weit, Sicher ihrer Seligkeit. 3. D'rum laß mich stille sein und hoffen, Wenn du mir Prütfung haft bestimmt. Dein Vaterherz steht dem noch offen, Der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Gott, du nur kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz In dieser Überzeugung feste, So ehr' ich dich 3. Glaube hilft die Welt beste- im größten Schmerz Und spreche gen, macht die schwerste Prüfung mit Gelassenheit: Was mein Gott leicht; Alles muß ihm unterliegen, will, gescheh' all'zeit. Selbst die Macht der Sünde weicht. Ob du schon im Kampf erlagest, Und nun an dir selbst verzageft: Kämpfe stärker, kämpfe fort, Denn der Herr ist Schutz und Hort. 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes Glück erfreut; Denn einmal führst du doch die Frommen Zur völligen Zufriedenheit, Und dann wird jedem offenbar, Daß, Gott, dein Rat der beste war. 4. Willst du im Vertrau'n ermüden, Wenn die Hülfe noch verzieht? Stehe fest in Gottes Frieden, Der die rechte Zeit ersieht. Den hat Täuschung nie betroffen, Der gehorsam blieb im Hoffen. Glaube fest: der alles schafft, Gibt dir auch zum Glauben Kraft. 5. Hast du nicht schon oft erfahren, Wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft erkannt? Mußt du denn ihn immer sehen, Ganz des Ew'gen Rat verstehen? Selig, selig, die nicht seh'n, Und doch fest im Glauben stehn! G. Reiber, 1744. 6. Dann wird von allen meinen Plagen Der ew'ge Nutzen mich erfreu'n; Dann wird mein Herz statt aller Klagen Voll von dem Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. Mel. Jesu, meine Freude. eine Seel' ist stille, 504. ja Gottes Wille Mir zu helfen steht. Mit dem, was Gott füget, Jft mein Herz vergnüget, Nimmt es, wie 264 Das christliche Leben. es geht. Geht die Bahn nur him-| war, Gott führte sie heraus. Wo melan Und von Jesu ungeschicden, So bin ich zufrieden. 2. Dir will ich anhangen, Das sei mein Verlangen, Gott, bei dir zu sein. Keinen will ich hören, Der mich will bethören Mit dem falschen Schein. Was der Welt allein gefällt, Lust und Ehr' und irdisch Trachten, Will ich gar nicht achten. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sag' ich, und sonst keiner, Wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, Des ich mich erfreue, Der sich ganz mir gibt, Er allein, er foll es sein, Dem ich wieder mich ergebe, Einzig ihm nur lebe. 4. Gottes Güt' erwägen, Und fich gläubig legen In des Vaters Schoß, In sein Antlitz schauen, Und ihm findlich trauen, Welch' ein selig Los! Ruhe fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den wird er erquicken. Joh. Caspar Schade,* 1666, † 1698. Eigene Melodie. 505. Wat Jarum betrübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich mit bangem Schmerz Nur um ein zeitlich Gut? Vertrau'auf Gott nur, der die Welt 4. Ein Thor nur trotzt auf Ehr' und Gut, Jch trau' auf Gott mit stillem Mut, Bei wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuversicht: Wer Gott vertraut, dem fehlt es nicht. Menschenrat und Hülfe schwand, Da schüßte seine Vaterhand. 5. So groß auch immer die Gefahr Für alle Kinder Gottes 6. Ach Gott, so reich bist du noch heut', Als du es warst von Ewigkeit; Zu dir steht mein Vertrau'n. Mach' mich an meiner Seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 7. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, Hab' ich das Ewige vom Herrn, Das Jesus mir erwarb Durch seinen herben bittern Tod; Das gib du mir, du treuer Gott. Eigene Melodie. Erschaffen hat und auch erhält. 506. Schwing' dich auf zu will nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht; Die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, Und steht dir bei in jeder Not. deinem betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, Jn der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Je= sus Christ Dir erworben, dämpfen. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Verläsfest du dein Kind auch nicht, Dut väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst feinen Trost, als nur von dir. 8. Denn alles, was die eitle Welt Für Leben, Glück und Freude hält, Geld, Ehre, Wollust, Pracht: Das währt nur eine kurze Zeit, Und hilft uns nichts zur Seligkeit. 9. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Daß du mir haft des Glaubens Lohn Im Wort geoffenbart. Verleih' auch mir Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 10. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, Der du es immer wohl gemacht. In Demut bitt' ich dich: Verwirf von deinem Angesicht, Mein Herr und Gott, verwirf mich nicht. Hans Sachs,* 1494,+1576. 2. Auf, ermunt're dich und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneu'st du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Hab' ich wo nicht recht gethan, Jst mir's leid von Herzen, Da hingegen nehm' ich an Christi Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 265 Blut und Schmerzen; Denn das| binden, Wo sie nach dem kurzen ist das Lösegeld Meiner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir gerathen. Leid Ew'ge Freude finden. 4. Stürme, Satan, und du Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, Der Gott, der mir seinen Sohn hat geschenkt aus Liebe, Daß der Sünden Fluch und Hohn Mich dort nicht betrübe. 5. es sei 11. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Leiden, Wirf sie fröhlich hinterwärts, Schau' auf jene Freuden. Trau' auf Gott je mehr und mehr, Gib dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr'; Er wird helfen, Amen. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Eigene Melodie. Mir Gott nicht gewogen! Gott 507. Mwiderstehn, Will ag Unglück nicht bleibt immer mir getreu, Hat mich nie betrogen. Wäre Gott nicht gut gesinnt, Würd' er seine Gaben, Die mein eigen worden find, Wohl behalten haben. mich verschmäh'n Die Welt um meinen Glauben: Ich hab' Vergebung meiner Schuld, Des Vaters Huld; Sie muß mir dies erlauben. Gott ist nicht weit, Ein' kleine Zeit Er sich verbirgt, Bis er erwürgt, Die mich des Worts berauben. 6. Denn was ist im Himmelszelt, Was im tiefen Meere, Was ift Gutes in der Welt, Das nicht gut mir wäre? Glänzt mir nicht der Sterne Licht? Jst mir nicht gegeben Luft und Wasser? dient es nicht mir zu meinem Leben? 2. Richt, wie ich bitt'. auch jetzt mein' Sach', Weil ich bin schwach, Und Gott mich Furcht 7. Ich bin Gottes, Gott ist läßt finden. Ich weiß, daß keine mein, Wer ist, der uns scheide? Macht bleibt fest, Das ist das Dringt das liebe Kreuz herein Best'; Was zeitlich, muß verMit dem bittern Leide: Laß es schwinden. Das ew'ge Gut Macht dringen, fommt es doch Von gerechten Mut, Dabei ich bleib', liebten Händen; Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. Wag' Gut und Leib; Gott, hilf mir überwinden. 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, Wo sie Garben 3. All' Ding' ein' Weil', ein Sprüchwort ist. Herr Jesu Christ, Du wirst mir stehn zur Seiten, und sehen auf das Unglück mein, Als wär' es dein, Wenn's wider mich will streiten. Muß ich denn d'ran Auf dieser Bahn: Welt, wie du willt! Gott ist mein Schild, Der wird mich wohl begleiten. Maria, Königin v. Ungarn," 1505,+1558. 8. Kinder, die der Vater soll Zieh'n zu allem Guten, Die geraten selten wohl Ohne Zucht und Ruten. Bin ich nun ein Gotteskind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd' Will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen; Wer im Glauben hier geweint, Darf nicht ewig tlagen, Sondern gehet Freudig ein Dort in Chrifti Gar- 508. Adie Sonn', Auf Mel. Singen wir aus Herzensgrund. uf Nebel folgt ten, Weil er lernte stille sein Und im Glauben warten. das Trauern Freud' und Wonn', Auf die schwere, bitt're Pein Stellt sich Trost und Labsal ein. meine Seele, die zuvor Sank bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. 266 Das christliche Leben. 2. Der, vor dem die Welt er-| mir dieser Wunderschein Stets schrict, Hat mir meinen Geist vor meinen Augen sein. Ich will erquickt; Seine starke Baterhand all mein Lebenlang Meinem Gott Hilft, zerreißt das Höllenband. im Lobgesang Bringen freudig Alle seine Lieb' und Güt' über- Preis und Dank. strömet mein Gemüt, Daß es nun in Lieb' erglüht. 3. Hab' ich vormals Angst gefühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kummer mich beschwert, Hat der Satan mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schutz und Treu' Steht mir wieder treulich bei. 4. Gott läßt feinen traurig stehn, Noch mit Schimpf zurücke gehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Und sich in sein Herz versenkt. Wer auf Gott die Hoffnung setzt, Findet Tröstung auch zuletzt, Die ihm Leib und Seel' ergötzt. 10. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ew'gen Vaters Herz Mir schon jetzt hat zuge= zählt, Oder künftig auserwählt, Will auf meiner Lebensbahn Jch, so viel ich immer kann, Frisch und fröhlich nehmen an. 7. Aber mein Gott wandt' es bald, Heilt' und hielt mich der gestalt, Daß ich, was sein Arm gethan, Nie genugsam preisen fann; Da ich weder hier noch da Einen Weg zur Rettung sah', Hatt' ich seine Hülfe nah'. 8. Als ich furchtsam und verzagt mir oft selbst das Herz geplagt, als ich manche liebe Nacht Mich mit Wachen frank gemacht, Als mir aller Mut entfiel, Trateft du, Gott, selbst in's Spiel, Gabst dem Unfall Maß und Ziel. 9. Nun, so lang' ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll 11. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod, Ich will gehn ins Grab hinein und doch all'zeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöh'n, Der kann nicht zu Grunde gehn. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. 5. Geht's nicht heute wie man will, Sei man nur ein wenig still; 509. I aller Pein, In Mel. Wo Gott, der Herr, nicht. ft Gott für uns in Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, Wenn die kommt, fommt unsre Bitt' Und die Freude reichlich mit. allem Kreuz und Leiden, Wer mag uns dann zuwider sein? Wer mag von ihm uns scheiden? Ist Gott für uns in Angst und Not, So kann uns Satan, Höll' und Tod, Rein Feind kann uns dann schaden. 6. Ach, wie oftmals dacht' ich doch, Da mir noch des Trübsals Joch Auf dem Haupt und Halſe lag Und mir fast das Herz zerbrach: Nun ist keine Hoffnung mehr, Auch kein Ruhen, bis ich fehr' In das schwarze Todtenmeer! 2. Jst Gott für uns, so können wir Verrichten große Thaten, Denn er ist bei uns für und für, Und weiß uns wohl zu raten. Besiegen können wir mit Gott Das Kriegsvolt, daß es noch mit Spott Und Schande uns muß weichen. 3. Jst Gott für uns, so kann die Macht Der Stolzen nicht bestehen; Sie werden alle umge= bracht und müssen schnell vergehen. Wo dieser Gott nur will allein Bei uns und unser Helfer sein, Da ist uns wohl geholfen. 4. Jst Gott für uns, so dürfen sich Die Feind' an uns nicht wagen, Er kann sie alle mächtiglich mit seinem Schwerte schlagen. Gott fennet seine Kinder wohl, Und weiß wohl, wann er helfen soll Den Schafen seiner Weide. Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 267 5. Jst Gott für uns, wie er| Herr allein nur kennt, Wird, Gott denn ist Bei uns aus lauter Gna- Rob! nicht ewig sein; Nach dem den, Was kann uns dann Betrug Regen wird ein Schein Von viel und List, Haß, Neid und Feind tausend Sonnenblicken Meinen schaft schaden? Gott ist so stark, matten Geist erquicken. daß Roß und Mann Er auch mit einem Wörtlein kann Gar leicht zu Boden fällen. 6. Jst Gott für uns, so wird er wohl Für seine Lehre kämpfen Und wird wohl wissen, wie er soll Der Feinde Bosheit dämpfen. Er schickt es oft so wunderlich, Daß selbst noch die Verfolger sich Zu ihm bekehren müssen. 2. Meine Saat, die ich gefäet, Wird zur Freude wachsen aus; Wenn die Dornen abgemähet, Träget man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Ringen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. Rosen 7. Jst Gott für uns, so haben wir Die Engel auch zur Seite; Sie geben uns durchs Leben hier Jhr freundliches Geleite. Durch sie wird, wenn es Gott bestellt, Allein in einer Nacht gefällt Ein ganzes Heer der Feinde. 3. Wo man will sich brechen, muß man leiden in der Still', Daß uns auch die Dornen stechen; Alles geht, wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den 8. Jst Gott für uns, so muß die Welt Mit ihrer Macht er- Sternen, st mit Kreuzen wohl liegen; Mit Gott behält man stets das Feld, Mit Gott kann man obsiegen. Der Satan selbst kann nicht bestehn, Er muß beschämt selbst von uns gehn Und kann kein Haar uns frümmen. besetzt; Hier muß man sich nicht entfernen, Ist er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigfeit Kommt kein Mensch hin sonder Streit; Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenfronen. 9. Jst Gott für uns, was fann der Grimm Des Todes uns dann schrecken? Uns wird einst Christi Donnerstimm' Vom Tode auferwecken Zur Himmelsfreud' und Seligkeit, Da wir in alle Ewigkeit Bei Gott dort leben sollen. 10. D'rum wollen wir zu keiner Zeit Von unserm Gott uns scheiden; Von seiner Lieb' und Gütigfeit Trenn' uns fein Schmerz, kein Leiden. Der Krieg, das Schwert, der Hohn und Spott Soll uns und unsern lieben Gott In Ewigfeit nicht trennen. 510. Christ. v. Stöcken. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. eine Sorgen, Angst mit der Zeit zu End'. Alles Seufzen, alles Klagen, Das der 5. Es sind wahrlich alle From= men, Die des Himmels Klarheit seh'n, Aus viel Trübfal herge= kommen, Vor des Tammes Stühl zu stehn; Prangend in der Ehrenfron' Stehen sie vor Gottes Thron; Weil sie glücklich triumphieret, Sind mit Palmen sie gezieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste, Und bleibt ewig unverrückt; Seine Freund' und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg Nach ge führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, Meine Seel', gedulde dich; Gott Das Gewitter leget sich. Nach dem Blitz und Donnerschlag Folgt ein 268 Das christliche Leben. angenehmer Tag; Auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Nicht ermittelt. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 511. Wa as willst du dich betrüben, meine liebe Seel'? Sieh, daß du den mögst lieben, Der heißt Jmmanuel. Vertraue ihm allein, Er wird gut alles machen, Und fördern deine Sachen, Wie dir's wird selig sein. 2. Denn Gott verläsfet feinen, Der sich auf ihn verläßt, Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Läßt sich's an wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst dit es wagen Mit unerschrock'nem Mut, Du wirst mit ihm erjagen, Was nütz' die ist und gut. Was Gott beschlossen hat, Das kann nie jemand hindern Aus allen Menschenkindern, Es geht nach seinem Rat. 4. Gott hab' ich mich ergeben, Ihm alles heimgestellt, Und will nach nichts sonst streben, Denn nur, was ihm gefällt; D'rauf wart' ich und bin still'; S Wille ist der beste, Das glaub' ich ganz und feste, Gott mach' es, wie er will. 5. Gib, daß ich deine Ehre, O Gott, mein Lebenlang Von Herzensgrund vermehre. Dir sag' ich Lob und Dank; O Vater, Sohn und Geist, Der du aus lauter Gnaden Abwendest Not und Schaden, Sei immerdar gepreist. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. den Schmerz, Erkennst mein Herz; Du hast mir's aufgelegt, d'rum hilf mir's tragen. 2. Ohn' deinen Willen fann mir nichts begegnen, Du kannst verfluchen und auch wieder segnen. Zwar hat dein Kind Die Straf verdient, Doch laß den Tau der Gnade auf mich regnen. 3. Pflanz' mir Geduld durch deinen Geist ins Herze, Hilf, daß ich nicht mein wahres Heil verscherze. Zu deiner Zeit Wend' ab mein Leid, Sei mir ein Licht in meinem tiefen Schmerze. 4. Ich weiß gewiß, du hast mein nie vergessen, Was mir zum Heil gereicht, hast du ermessen. Du treuer Gott, Hilfft mir in Not, Ob auch die Leiden Thränen mir auspressen. 5. Kein Unglück hat noch fe so lang' gewähret, Es hat doch endlich einmal aufgehöret. Zum Siegesstand Reich' mir die Hand; Du siehest, daß mein Herz sonst nichts begehret. 6. Willst du mich noch auf steile Pfade leiten, So stehe mir mit deiner Kraft zur Seiten, Daß bis aufs Blut Mit frohem Mut Ich möge wider alle Feinde streiten. 512. Ach Gott, erhör' mein Seufzen und mein lagen, Laß mich in meiner Not nicht gar verzagen. Du weißt 7. Laß mich gestärkt im Glauben überwinden, Ju deinem Vaterhause Frieden finden, Zum Preis und Dank, Zum Lobgesang, Um mich mit dir auf ewig zu verbinden. 8. Dann folg' ich denen, die schon zu dir kamen, In schweren leiden priesen deinen Namen. Ich schau' empor Jm Siegerchor, und bringe Preis dir für mein Leiden, Amen. Schechs,* 1607, † 1659. Eigene Melodie, Eigene Melodie. ch Gott, erhör' mein 513. Sollt es gleich bisweilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 269 Halt' ich dann stand, Weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Was ich nur bin und hab', ist sein, Von ihm hab' ich das Leben; Sein Werk bin ich, er hat allein Mir Leib und Seel' gegeben. Ich gab mir nicht Des Geistes Licht, Er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, Des Herz und Mut Rann's nimmer böse meinen. 4. Woher wollt' ich den Aufenthalt Auf dieser Erd' erlangen? Ich wäre längst schon tot und falt, Wo mich nicht Gott umfangen. Mit seinem Arm Hält er mich warm, Daß es mir wohlergehet. Was er nicht hält, Das bricht und fällt, Was er erfreut, beſtehet. 2. Hülfe, die Gott aufgescho-| stehen. ben, hat er d'rum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wann's heilsam ist. 3. Wie nicht gleich die Väter geben, Wonach ihre Kinder streben, So gibt Gott auch, wann er will; Harre seiner und sei still. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz der Welt und ihren Rotten! Ich kann ihre Macht verspotten. Drückt auch schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen fränken und auf mein Verderben denken, Sind sie mir ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Darf ich von der Welt nichts hoffen, Steht mir doch der Himmel offen, und ist da mein Platz bestellt, Was frag' ich dann nach der Welt? 8. Wenn ich bis zu meinem Grabe Dich, mein Herr und Gott, nur habe, Dann hab' ich das beste Teil Und bei dir einst ew'ges Heil. Titius, 1641, † 1703. 514. Jerz und Sinn Mel. Das Jefulein soll doch mein. ch hab' in Gottes Mein Herz und Sinn ergeben; Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, Und ich bin sein, Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben; Schickt er auch Trübsal, groß und schwer, So will er mich nur üben, und mein Gemüt In seiner Güt' Gewöhnen fest zu 5. Bei Gott ist Weisheit und Verstand Und Liebe ohne Maßen. Die rechte Zeit ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen; Er weiß, wann Freud', Er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, st alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen last Dein Lebensgang beschweret; Haft spät und früh Viel' Sorg' und Müh', Zu deinem Wunsch zu kommen, Und denkest nicht, Das, was geschicht, Gescheh' zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur Ehr'erbauet, Der hat schon längst in seinem Rat Beschlossen und geschauet, Aus wahrer Treu', Was dienlich sei Dir und den Deinen allen; Laß ihm doch zu, Daß er nur thu' Nach seinem Wohlgefallen. 8. Wie's Gott gefällt, so muß es sein, Zuletzt wird's dich er= freuen; Was du jetzt nenneſt Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart' in Geduld, Die Gnad' und Huld Wird sich doch endlich finden; All' Angst 270 Das christliche Leben. und Qual Wird auf einmal Gleich wie ein Rauch verschwinden. 3. Ist auch in dem bangen Herzen Nichts als Kummer, 9. Es kann bei lauter Sonnen- Sorg' und Leid, Zagst du unter licht Das Feld nicht Früchte tra- herben Schmerzen Hier in dieser gen: So reift auch Menschen- Sterblichkeit: Bleib, o Seele, wohlfahrt nicht Bei lauter guten fromm und stille, Denk', es Tagen. Wie bitter sei Die Arzenei, waltet Gottes Wille. Schafft sie doch neues Leben: So muß das Herz Sich oft durch Schmerz Zu seinem Heil erheben. 4. Gott erbarmt sich seiner Frommen, Wenn das Kreuz sie hat bewährt, Läßt sie zu dem Frieden kommen, Den schon lange sie begehrt. Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 10. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände; Nimm du mich auf und mach's mit mir, Wie du willst, bis ans Ende. Nur du, Herr, weißt, Wie meinem Geist Sein wahres Heil entstehe, Und deine Ehr' Sich mehr und mehr Vor aller Welt erhöhe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Soll's aber Kreuz und Trübsal sein, Will ich's ge= duldig leiden. Soll für mich hier Des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst Und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 12. Soll ich dann auch des Todes Weg Und finst're Straßen gehen, So zeige du mir Bahn at Steg und laß dein Licht 516. Win deiner Seelen, Mel. Armselig Hüttlein meiner. as du dich Hirt, mich sehen. Du bist mein Der alles wird zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal Fm Himmelssaal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. 5. Nach dem Regen scheint die Sonne, Freude folgt auf Traurigkeit, Angst verwandelt sich in Wonne, Und in Himmelslust das Leid. Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 6. Sollst du von der Erde scheiden, Scheide nur getrost zu Gott; Gott gibt dir des Himmels Freuden, Warst du treu bis in den Tod. Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. Nicht ermittelt. O teurer Christ, was suchst du doch, In dem dir auferlegten Joch Dich selber mit Verdruß zu quälen? Dein Haupt und Heiland leidet Pein, Und du, du willst befreiet sein? Sieh deines Herrschers tiefe Wunden, Die dich zu gleichem Bund verbunden. Mel. Herr, habe mißgehandelt. 515. Mein reine Seele, laß es gehen, Wie in dieser Welt es geht; Laß auch gerne das geschehen, Was dein Herz hier nicht versteht. Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 2. Du leidest wegen deiner Sünde, Er litt unschuldig, in Geduld, Für deine schwere Sündenschuld, Damit er dich mit Gott verbinde. Du hast's verbrochen, hast's verseh'n, Er will für dich 2. Ist dir gleich die Welt zu- zur Marter gehn, Du hast den wider, Bist du selbst der Freunde bittern Tod verschuldet, Und er Spott, Drücken Feinde dich dar- hat ihn für dich erduldet. nieder, So vertraute deinem Gott. Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent', es waltet Gottes Wille. 3. Wie manchmal hat dein Fuß gegleitet! Wie oft hat die verweg'ne Hand Sich zum Verbot'= Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. nen hingewandt! Wie oft hat dich dein Aug' verleitet! Was von der Sünde angehaucht, Das haft du vielmals mitgebraucht; Dein Herz hat aus des Geistes Schranken Durch Sündentrieb oft müssen wanken. 271 3. Ruhe gibet nicht die Welt In der Freud' und Pracht, Ruhe gibt nicht Gut und Geld, Luft und Gunst und Macht, D'rum siehe zu! Wer aus Gott geboren ist, Sieht auf das, was droben ist. Gott ist die Ruh'. 4. D'rum leide, was Gott aufgeleget, Er meint es herzlich mit dir gut; Du kennst ja seinen Vatermut, Womit er deine Schwachheit träget. Dies Joch, die Last, die Bürd' und Pein Laß dir ein sichres Merkmal sein, Daß, wer auch nicht auf Rosen gehet, Doch oft bei Gott in Gnaden stehet. 5. O leichtes Joch, du sanfte Bürde, segensreiche Kreuzeslast, Die du mir es erworben hast, Daß ich mit Gott vereinigt würde! Wie leicht ist, was Gott auferlegt, Weil Christus selber hebt und trägt Und mir als Freund gibt das Geleite Zum Siege in dem heil'gen Streite. 6. Tilg', ach Herr Jesu, mein Gebrechen, Zünd' an in mir die heil'ge Gluth, Und, wo mir. Sünde Schaden thut, Laß doch für mich dein Leiden sprechen. Laß, Herr, das Gut, das du erwarbst, Als du für mich am Holze starbst, Mich, deinen Knecht, dein Kind, ererben, So werd' ich in dir selig sterben. Nicht ermittelt. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron, Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Ruh'. 5. Ruhe beut er williglich Den Mühsel'gen an, Und erquicken wird er dich, Wie es niemand D'rum komm herzu! fann. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott sett allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh'. Eigene Melodie. 517. Gut, Das uns Ruhe ist das beste laben kann. Stille und ein guter Mut Steigen himmelan. Die suche du! Hier ist keine wahre Ruh', Wende dich dem Himmel zu. Gott ist die Ruh'. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der an Jesu hält. Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh'; Gib im Glauben Herz und Sinn Gottes Geift zu eigen hin. Gott ist die Ruh'. 7. Ruhe zeigt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott ergebner Geist Macht ein still Gemüt, Wirkt Seelenruh'. Selig ist, der also liebt, Daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Ruh'. 8. Ruhe hat, wer willig träg Christi sanftes Joch; Alle Last, die er auflegt, st ja lieblich doch Und schaffet Ruh'. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf' ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh'. mein Herz, Ruh' sei dein Gewinn; Auf, und steige himmelwärts, Auf, zu Jesu hin; Er ist die Ruh'! In der Zeit ist keine Ruh', Wende dich dem Ew'gen zu. Gott ist die Ruh'. Joh. Caspar Schade,* 1666, † 1698. 2. Ruhe suchet jedermann, Allermeist ein Christ; Denk' auch du, mein Herz, daran, Wo du immer bist. suche Ruh'! In Eigene Melodie. bir felber wohnt sie nicht; Such' 518. Wenn grämen? Hab' Jarum mich mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Ruh'. ich doch Christum noch, Wer Das christliche Leben. 272 will mir ihn nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Als ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd' ich auch hinziehen, Wenn ich werd' Von der Erd' Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist's, der es gegeben; Will er's wieder zu sich kehren; Nehm' er's hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich d'rum verzagen? Der es schickt, der kann 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Gott ist treu, er kann nicht hassen; Im Gericht Wird mich nicht Seine Huld verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können hier Wahrlich mir Nichts thun, als nur spotien. Laß sie spotten, laß fie lachen: Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut und fein stille bleiben. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn' Ende laben. Eigene Melodie. es wenden, Er weiß wohl, Wie 519. Chrift, alles, was er enden. dich fränket, Befiehl getroft dem Herrn; Er, der die Himmel lentet, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? Zu Gott erhebe dich; Er höret deine Klagen, und liebt dich väterlich. 8. Kann uns doch der Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten; Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 9. Da will ich mit süßen Schätzen Dann mein Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist tein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut Mir zu gut' In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. Paul Gerhardt,* 1606, † 1676. 2. Wenn dich die Sünden schmerzen, So fühle deine Schuld, Doch trau' mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu', die Gott gefällt; Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüten, Wie groß ihr Zorn auch ſei: Dein Gott wird dich behüten, Bleibst du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Mut nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei start in seiner Kraft; Ergib dich ihm mit Freuden, Er ist's, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet In jedem Augenblick; Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht, Ist Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 273 Herr Gott noch! stets in seinen Wegen Gerecht und| so bedenke doch: Lebt doch unser weis' und gut. Will auch dein Herz oft wanten, Als dächt' er deiner nicht, Wirst du ihm einst noch danken, Er hält, was er verspricht. 6. Dent' jenes Worts und weine Voll Freud' und Dank, o Christ: Ist auch der Miltter eine, Die ihres Sohns vergißt? Und könnt' fie sein vergessen, Vergess' ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen und dennoch trostlos sein? 4. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf; Gottes Gnade währet immer, Seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 6. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein; Gott ist's, der es herzlich meinet, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden Immerhin zu Trümmern gehn, Laß die Höll' entzündet werden, Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod und Teufel blitzen: Wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: Unser Herr Gott lebet noch! 8. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn, Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Prüfungsleben und Wonne Frieden, Freud' geben. Seele, so bedenke doch: Unser Herr Gott lebet noch! 3. F. Zilm. 7. Ergreif im festen Glauben Den Trost der Ewigkeit! Wer kann das Heil dir rauben, Das Gott den Frommen beut? Auf kurze Prüfungstage Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Chr. Friedr. Neander,* 1723. Eigene Melodie. 520. ott lebet noch! Gott Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hillf' auf Erden thut, Der mit Huld und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum Besten lenten. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 2. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Sollte den ein Schlaf beschweren, Der das Auge hell gemacht? Sollte der nicht alles hören, Der das Ohr hervorgebracht? Gott, der Vater, hört und siehet, Wo den Frommen Weh' geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 3. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Der den Erdtreis jetzt verhüllet Mit den Wolten weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Der ist auch von uns nicht weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Troft an allen Enden. Seele, 18 274 Das christliche Leben. 7. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid, Daß ich für böse Lust nicht mitff' Dort Höllenqualen leiden. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz, Daß ich schandbare Wort und Scherz' Und jeden Frebel haſſe. 8. Verleih', daß ich mich redlich nähr' Und böser Ränke schäme, Mein Herz von Geiz und Unrecht kehr', Nichts durch Gewalt hinnehme; Und von der Arbeit meiner Händ', Was übrig ist, auf Arme wend' Und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, Gern Schmach und Schimpf von ihm abwehr', Doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb' Aufrichtigkeit und habe Abscheu jederzeit Am Lästern und am Litgen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut Nicht wünschen noch begehren, Was aber mir von nöten thut, Das woll'st du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sei, Ich auch ein ruhig Herz dabei Und deine Gnad' behalte. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht. 521. und Gebot, Darerr, deine Rechte und Gebot, Darnach wir sollen leben, Woll'st du mir, o getreuer Gott, Jns Herze selber geben, Daß ich zum Guten willig sei und ohne Falsch und Heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau', Allein dich fürcht' und liebe, Auf Menschentrost und Hülf' nicht bau', Noch mich darum betrübe; Daß großer Leute Gnad' und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichtum, Witz und Kunst Mir nicht zum Abgott werde. 3. Laß deinen Namen, deinen Bund Mit Ehrfurcht mich bekennen, Auch niemals dich mit meinem Mund Ohn' Herzensandacht nennen, Daß ich gedenke alle Tag', Wie start mich meine Taufzusag', Zu dienen dir, verbindet. 4. Am Tage deiner heil'gen Ruh' Laß mich früh vor dich treten, Die Zeit auch heilig bringen zu Mit Danken und mit Beten, Daß ich hab' meine Lust an dir, Dein Wort gern höre und dafür Um alles Gut' dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß ja mich ehren allezeit, Daß mir's wohl geh' auf Erden. Für ihre Treu' und Sorg' laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht' Und deinen heil'gen Willen, Wie mir gebühret, deinem Knecht, Vollkommen gern erfüllen; Doch fühl ich wohl, was mir ge= bricht, Und wie ich das Geringste nicht Vermag aus eignen Kräften. 12. D'rum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke. Verleih, o Jesu, Gottes Sohn, Daß ich thu' rechte Werke. Oheil'ger Geist, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen, und als mich Den Nächsten treulich liebe. D. Denice, 1603,+1680. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach' Aus Zorn und Feindschaft übe, Dem, der mir anthut Trutz und Schmach, Verzeihe und ihn liebe; Sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn', Schau', ob ich jemand dienen könn', Und thu' es dann mit Freuden. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. vom Herrn benis Laß mich von Herzen meiden, lehren, Kommt und fernet all7. Unreine Wert der Finster- 522. Kommt, laßt euch Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 275 zumal, Welche die sind, die ge- unreine Lust der Welt, Sondern hören In der rechten Christen sie mit Ernst vermeiden, Werden Zahl, Die bekennen mit dem Mund, schauen Gott mit Freuden. Glauben fest von Herzensgrund Und aufrichtig sich bestreben, Gut's zu thun, so lang' sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind all'zeit arm im Geift, Rühmen sich auch keiner Gaben, Daß Gott werd' allein gepreist, Danken ihm auch für und für, Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dört zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 8. Selig sind, die Frieden machen, Sich bemüh'n ohn' Unterlaß, Daß man gern in allen Sachen Fliehen möge Streit und Haß; Die da stiften Fried'n und Ruh', Raten allerfeits dazu, Sich des Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Welche göttlich trauernd sind, Die beseufzen und beklagen Ihre und des Nächsten Sünd', Auch deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn; Dieſe sollen schon auf Erden Und einst dort getröstet werden. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden, Sind erfunden fromm und rein. Obgleich ist des Kreuzes viel, Setzet Gott doch Maß und Ziel, Und darauf wird er's belohnen Ewig mit den Himmelskronen. 10. Herr, regiere hier auf Erden Meinen Wandel allezeit, Daß ich möge fähig werden Solcher 4. Selig sind die frommen großen Seligkeit. Gib, daß ich Herzen, Wo man Sanftmut spi- demütig sei, Stets mein Fleh'n ren kann, Welche Hohn und Trotz zu dir erneu', Sanftmut auch verschmerzen, Weichen gerne je- am Feinde übe, Die Gerechtigdermann; Die von Haß und teit stets liebe. Rache fern Sich befehlen ihrem Herrn, Diese will er also schützen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu', Daß an ihrem Thun und Leben Nie Gewalt noch Unrecht fei; Die da lieben Licht und Recht, Nimmer sind der Sünde Knecht', Meiden Geiz und Trug auf Erden, Diesen soll die Fülle werden. 6. Selig find, die aus Erbar 523. men Lindern ihres Nächsten Not, Haben Mitleid mit den Armen, Für sie bitten oft zu Gott. Die behilflich sind mit Rat, Auch wo möglich mit der That, Werden wieder Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlanger. 7. Selig, die gefunden werden Reinen Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Geberden Lieben Zucht und Heiligkeit; Diese, welchen nicht gefällt Die 11. Gib, daß andern gern ich diene, Immer hab' ein reines Herz, Die in Unfried' stehn, verfühne, Dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 523. Wohl dem, der den Der da fürchtet seinen Gott! Wohl dem, der sich herzlich freuet, Zu erfüllen sein Gebot! Wer den Höchsten liebt und ehrt, Wird erfahren, wie sich mehrt Alles, was in seinem Leben Ihm vom Himmel ist gegeben. 2. Seine Kinder werden stehen Wie die Rosen in der Blit', Sein Geschlecht einher wird gehen Froh durch Gottes Vatergüt', 18* 276 Das christliche Leben. Und was diesen Leib erhält,| wir alle sind, Von dem wir Wird der Schöpfer aller Welt Reichlich und mit vollen Händen Ihnen in die Häuser senden. alles haben, Gefunden Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Ein' unbefleckte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 3. Das gerechte Thun der Frommen Steht gewiß und wan= fet nicht; Sollt' auch gleich ein Wetter kommen, Bleibt doch Gott der Herr ihr Licht, Tröstet, stärtet, schützt und macht, Daß nach ausgestand'ner Nacht Und nach tief betrübtem Weinen Freud' und Sonne wieder scheinen. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß fein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß: So gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Droht mir Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gib einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind Mit Sanftmut überwind', Und, wenn ich Rats bedarf, Auch guten Rat erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In Fried'n und Freundschaft leben, So weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gib auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 4. Wenn die schwarzen Wolken bligen, Donner rollen in der Luft, Wird er ohne Sorgen sitzen, Wie ein Vöglein in der Kluft; Er wird bleiben ewiglich, Auch wird sein Gedächtnis sich Segensreich in ferne Zeiten Wie die edlen Zweig' ausbreiten. 5. Wenn die Unglückszeit wird kommen, Welche rohe Sünder plagt, Bleibt der Mut ihm unbenommen, Und das Herz ihm unverzagt; Mutig, ohne Angst und Bein Bleibet immer, wer sich fein Seinem Gott und Herrn ergibet Und verlaff'ne Arme Liebet. 6. Wer Betrübte gern erfreuet, Wird vom Höchsten wohl ergötzt; Was die milde Hand ausstreuet, Wird vom Himmel hoch ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; Was ein frommes Herz nur will, Das wird Gott nach seinem Willen Schon zur rechten Zeit erfüllen. 7. Aber seines Feindes Freude Wird am Ende untergehn; Der umsonst erfüllt mit Neide, Wird nicht, was er wünschet, seh'n. Wenn der Haß, der in ihm brennt, Uns das Gute auch nicht gönnt: Unserm Gott fann er's nicht wehren, Und wird nur sich selbst verzehren. Paul Gerhardt, 1606,+1676. Eigene Melodie. 524. 0 Gott, Du BrunnGott, du frommer quell aller Gaben, Durch den 6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen, So gib mir, Herr, Geduld; Vor Sünd' und Schand' bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod Einst sanft von hinnen scheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn' Bei from= mer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'.. 8. Wenn du an jenem Tag Die Toten wirst erwecken, So woll'st du deine Hand zu meiner Gruft ausstrecken; Durch deiner Allmacht Wort Ruf meinen Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 277 Leib herbor Und führ' ihn schön| Du wolleft meine Burg, Mein verklärt Zum auserwählten Chor. Schutz in Nöten sein, Wenn ich Joh. Heermann,* 1585,+1647. in meinem Amt Ausgehe oder ein. 8. Zuletzt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, Und wenn ich 525. du mir bei Mit soll einmal Von dieser Welt abMel. O Gott, du frominer Gott. erzallerliebster Gott, deiner Gnadenhand, Und führe mich hinauf Ins rechte Vaterland. Joh. Scheffler,* 1624,+1677. Leben, Leib, Seele und Vernunft Aus Gnaden haft gegeben, Regiere ferner mich Durch deinen guten Geist, Daß er in allem Thun Mir Kraft und Beistand leift'. 2. Hilf, daß ich all'zeit fern Von Fleischeslüften bleibe, Dagegen emfiglich Des Geistes Werke treibe, Daß gute Ritterschaft Ich üb' in wahrer Treu', Daß ich in Hoffnung stark und feft gegründet sei. 3. Gib, daß ich als ein Christ Wie Christus mich bezeige, Und willig stets mein Ohr Zu seiner Lehre neige. Im Glauben stirke mich, Daß ich der argen Welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren Liebe und gib, daß ich zugleich Am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Wenn Trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im Glück Demütig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem Reiche ringe, Auf daß dein Segen dann Zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen Vor allen Dingen tracht't, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. Mel. Wer nur den lieben Gott. von meinen 526. ebenstagen Doch O keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach, sie nagen Das Herz zu spät mit Gram und Reu', Und den entfloh'nen Augenblick Bringt mir kein Wunsch, tein Fleh'n zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, Gott, mir wert und teuer sein; Laß mich die Zeit, die du zum Glüce Mir gabft, durch Sünde nie entweih'n. Fern sei die Lust der Eitelkeit, Die mich verblendet und zerstreut. 3. Noch ist es Tag, jetzt, Herr der Stärke, Gib Wollen mir und Kraft zur That, Damit ich wirke gute Werke, Eh' Nacht, da niemand wirket, naht. Wie viel ist noch für mich zu thun! Nur nach der Arbeit laß mich ruh'n. 4. Wie schwach ist noch mein Herz, wie schwanket Es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, tranket Der Bruderliebe Sinn in mir! Ach, gib mir, Gott, du gibst ja gern, Die Kraft und liebe meines Herrn. 6. Mein Herz sei nie dem Haß, Der Falschheit nie ergeben, Vom übermute frei Sei, Herr, mein ganzes Leben. Gewalt und List und Geiz Und Unbarmherzigkeit Sei meinem Herzen fremd, Gott, zu jeder Zeit. 5. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde Des Lebens unge= nützt vorbei! Ich sag' es zu mit Herz und Munde, Mach', Gott, mich dem Gelübde treu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, Sei jeder Augenblick geweiht. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, Nacht, 6. Einst seh' ich an der Laufbahn Ende Dann froh auf meine Tage hin und sage: Herr, durch Mich schützen Tag und Daß nicht die Tritte gleiten. I deine Hände Empfing ich, was 278 Das christliche Leben. ich hab' und bin; Hier ist mein| Not, Und das Leiden dieser Zeit Tagewerk! nicht mein, Dein ist der Ruhm, die Ehre dein. Aug. Herm. Niemeyer, 1754,+1828. Ist nicht wert der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir wird geben Dort in jenem Freudenleben. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 527. ei getreu in deinem kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht mit Weh und Ach. Denke, wie er allezeit Dir zu helfen war bereit. Eile, gläubig ihn zu fassen, und er wird dich nimmer lassen. Benjamin Prätorius, -2. Sei getreu in deinem Glauben, Stehe fest in deinem Bund. Niemand rauMel. Es ist das Heil uns kommen. u hast, o allerhöchster bent, Bau'ſt Du auf den rechten 528. Dott, herr über Fer Grund. Sieh', Gott nahm dich in der Tauf Einst zu seinem Kinde auf, Darum sei dein ganzes Leben Deinem Gott zum Dienst ergeben. und Leben, Dein majestätisches Gebot Uns nicht umsonst gegeben; Du willst, daß wir aus aller Kraft, Die deine Wirkung in uns schafft, Es stets und treulich halten. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt. An dem Nächsten Gutes übe, Auch wenn er dich hat betrübt. Dente, was dein Heiland that, Als er für die Feinde bat; zu verzeihen mußt du streben, Soll dein Vater dir vergeben. 2. Zwar wer in Sündenstricken liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein Joch, das ihn gar nicht vergnügt, Mit Lust auf sich zu nehmen; Sein Sinn, der nichts als irren kann, Jst dem Gesetz nicht unterthan, Er hasset dessen Bande. 3. Wo aber, Herr, dein guter Geist Sich in der Seele reget, Da thut sie gern, was du sie heiß'st, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt, und sich in deiner Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 4. Er wird an deinem teuren Sohn Jm wahren Glauben hangen Und ihm, als seinem Schild und Lohn, Stets treu zu sein verlangen; Es wird sein neugeborner Sinn Zu Gott und zu dem Nächsten hin Sich voller Liebe neigen. 5. Die Kraft, die er hier nötig hat, st ihm bereits erworben Von Christo, der an unsrer statt Zu unserm Heil gestorben. Was die Natur unmöglich meint, Uns 4. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willst, Er hat bald den Weg getroffen, Wo dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, Nahet stets in Liebe dir. Hoffe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 5. Sei getreu in Todesnöten, Kämpfe tilhn den letzten Streit. Sollte dich der Herr auch töten: Du gehst ein zur Herrlichkeit. Wer da recht mit Jesu ringt, Und wie Jakob ihn bezwingt, Wird erfahren, daß am Throne Schon ihm glänzt die Siegerkrone. 7. Nun wohlan, so will ich leiden, Glauben, lieben, hoffen fest, Und getreu sein bis zum 6. Sei getreu bis an das Ende, Ob der Herr auch bis zum Tod Nicht von dir die Trübsal wende: Tod und Grab verschlingt die nicht läßt. Heil der Seele, die ihn liebt und im Kreuz sich ihm ergibt! Ihm befehl' ich meine Sachen, Jesus wird's zuletzt wohl machen. Gehorsam. Trene. Wahrheitsliebe. Der Eid. 279 sanft und leicht sogar erscheint,| und Ruhmsucht quälen, Du dämpfft Wenn Christus in uns lebet. sie, doch du wechselst nur; Dein Herz fühlt einen andern Reiz, Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 4. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, Was andern strenge Tugend scheint: Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe Erwecken dir so manchen Feind: Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Fehlt unserm Halten gleich noch viel, Thut man nicht, was man wollte, Erreicht man nicht das weit'ste Ziel, Wie man's erreichen sollte: So sieht doch Gott den Willen an, Und das, was Jesus hat gethan, Die Mängel zu ersetzen. 7. Nimmt unser Glaube diesen an, So wird ihm alles eigen, Was er gelitten und gethan; Dann muß der Kläger schweigen. Wen Gott in seinem Sohne find't, Den liebt er als fein eignes Kind Und ist mit ihm zufrieden. 5. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der andern Tugend fällt, So werde nichts dein Herz verführen; Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen 8. Die Luft, die noch im Flei- Stand und Gold nicht rührt, Hat sche steckt, Muß völlig unterlie- oft ein Blick, ein Wort verführt. gen; Der Geist, der Christi Liebe schmeckt, Kann ihren Trieb befiegen; Man wandelt nicht mehr nach dem Fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keusch, Man thut des Vaters Willen. 6. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen, Du scheinst von Rachsucht dir befreit; Jest ſollst du eine Schmach verschmerzen, Und sieh', dein Herz wallt auf und dräut, Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst ge= scholten ward. 7. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, Das Herz im Stillen tugendhaft; Kaum lachet uns die Welt entgegen, So regt sich unsre Leidenschaft, Wir werden im Geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 8. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengen 9. Mein Heiland, mache dein Gebot Mir angenehm und süße, Dein Wille sei bis in den Tod Die Leuchte meiner Füße. Schreib dein Gesetz in meinen Sinn, Fall' ich, so gib mich ja nicht hin, Stärk' mich durch deine Gnade. J. J. Nambach),* 1693,+1735. Mel Wer nur den lieben Gott. 529. icht, daß ich's schon Die beste Tugend bleibt noch schwach, Doch, daß ich meine Seele rette, Jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier auf Erden walle, Bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft Stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Oft ist die Änd'rung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur: Du fühlst, wie Stolz will's seine Liebe, Jhm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß. 9. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, Die Welt, und liebst die Einsamkeit: Doch bist du, fordert's Gottes Wille, Auch dieser zu entflieh'n bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Zant: Flieht's Unmut auch und Müßiggang? 10. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst mäßigkeit; denn auch Geduld? Du dienest gern, 280 Das christliche Leben. wenn andre leiden; Vergibst du| meine Seele leiten Zur Übung Feinden auch die Schuld? Von meiner Pflicht. Gib Klugheit, daß allen Lastern sollst du rein, Zu ich wisse, Wann ich für and'rer aller Tugend willig sein. Wohl Und meines reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 7. Wenn ja, um mich zu drücken, Des Feindes Anschlag gilt, Der sich bei bösen Tücken Jn guten Schein verhüllt: So stärke meine Seele, Daß sie nicht unterliegt, Und alles dir befehle, Durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben; Froh scheid' ich aus der Welt. Die Hoffnung bleibt mir stehen: Dich werd' ich als dein Kind Dort mit den Frommen sehen, Die reinen Herzens find. D. Bruhn, 1727, † 1782. 11. Sei nicht vermessen, wach' und streite, Denk' nicht, daß du schon g'nug gethan; Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, D'rum wache stets, wach' überall. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715,+1769. * Mel. Befiehl du deine Wege. 530. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue liebet, Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, Und der, so oft er spricht, Stets seine Rede fasset Vor Gottes Angeficht, Die Wahrheit nie verletet, Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen seßzet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemilte, Herr, deine Rechte übt! Jhn leitet deine Güte, Er wird vor dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, präge mir dein Leben Tief in das Herz hinein, Dann werd' ich darnach streben, Der Züge feind zu sein. Erinnre mein Gewissen: Du hasfest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit ſei. 5. Nie laß mich das versprechen, Was ich nicht halten kann, Und nie Gelübde brechen, Die ich einmal gethan; Mich nie den Stolz verleiten, Und nie des Beispiels Macht, Als Wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 531. heilig, heilig sei der He Eid Euch, ihr Christen, die ihr schwöret. Denkt an die Gerechtigkeit Eures Richters, der euch höret; Alles bringt er an das Licht, Alles muß vor sein Gericht. 2. Hebt ihr eure Hand zum Schwur, Dann ergreif' euch heil'ger Schrecken; Weiß es teine Kreatur, Gott, der weiß es, wird's entdecken, Wenn ihr frevel= haft den Eid Durch ein falsches Wort entweiht. 3. Zittert! das Gewissen wacht, Ja, es wird mit Feuerflammen Euch beim Grau'n der Mitternacht, Selbst beim Tageslicht verdammen. Wo man falsche Eide schwört, Droht ein furcht= bar Racheschwert. 4. Selbst das höchste Lebensglück Muß zum Fluch dem Meineid werden, Gott nimmt alle Huld zurück, Alles Heil verdorrt auf Erden, Jede Freude wird vergällt, Und zur Wüste wird die Welt. 5. D'rum für aller Welt Ge= winn Geb' ich nicht des Herzens Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 281 Ruhe, Nicht die Überzeugung hin,| Arm und niedrig mag ich sein, Recht und wahr sei, was ich thue. Bleib' ich nur vom Meineid rein. 3. A. Cramer,* 1723,+1788. 8. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ir 532. Mit nach! spricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle! Berleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Jch bin das Licht, ich leucht' euch für mit heil'gem Tugendfolget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. Ift 3. Mein Herz ist voll Demütigteit, Voll Liebe meine Seele, Und tränkt die Schwachen jederzeit Mit füßem Sanftmutsöle. Mein Geift, Gemütte, Kraft und Sinn Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig' euch das, schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger Lift zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, Und führ' euch zu der Himmelspfort'. was 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, Ich steh' euch an der Seite, Jch kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still will stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich verlieren. Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, 3st mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen, Und wohlgemut, getroft und gern Bei ihm im Leiden stehen. Denn, wer nicht fämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler,* 1624,+1677. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 533. Paffet uns mit Jefu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen Auf der Bahn, die er uns brach. Lasset uns zum Himmel reisen, Jrdisch nicht, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb erweisen. Treuer Jesu, bleib' bei mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht dort uns reich; Thränenfaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort gib deine Freude mir. 3. Laffet uns mit Jesu sterben, Sein Tod wehrt dem ew'gen Tod, Rettet uns von dem Verderben, Das dem sichern Sünder droht. Laßt uns sterben, weil wir leben, Sterben unsern Lüsten ab, So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben heben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß 282 Das christliche Leben. du mir Hülf' und Leben. das Grab uns wiedergeben. Jesu,| Not, Ja selbst im Tod Bleibst unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn' uns für und für, Seelenfreund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, Und auch ewig dort bei dir. Siegm. v. Birken, 1626,+1681. Mel. Seelenbräutigam. 534. Herr, bu gingst voran Auf der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen. Hin zum Vaterland Leit' uns deine Hand. 2. Sollt' es hart ergehn, Hilf uns feste stehn, Daß wir nie in schweren Tagen Unterm Kreuze mutlos flagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rührt ein eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: Herr, gib du Geduld zu beiden; Richte du den Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne lebenslang Also unsern Gang. Halt uns auch auf rauhem Wege Stets in deiner treuen Pflege, Und nach solchem Lauf Thu' dein Reich uns auf. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1700, † 1760. Mel. Das Jesulein soll doch mein. 535. So folg' ich dir, mein Jesu Christ, Das Kreuz ich dir nachtrage. Steh du mir bei zu jeder Frist, Daß ich nicht gar verzage. Schwer ist die Laft, Die du mir hast Beschlossen aufzulegen; Steh mir zur Seit', Daß nicht mein Leid Sei über mein Vermögen. 2. Herr, verlaß die Seele nicht, Die ganz auf dich vertrauet; Auf dich, o meine Zuversicht, Mein Herz und Auge schauet. In Angst und Qual, Not und Trübsal, Kannst du nur Trost mir geben; In aller 3. Und scheinst du auch zu mancher Zeit Dein Antlig zu verhüllen, So siehst du doch mein Kreuz und Leid, Willst meinen Jammer stillen, Befreist mein Herz Von allem Schmerz, Sprichst mein Gemült zufrieden; Denn ich bin dein, Und du bist mein, Wir bleiben ungeschieden. 4. Herr, wie du selbst den Dornenpfad Gebahnt und vorgegangen, Und mir dein Wort befohlen hat, Die Reis' auch anzufangen: So folg' ich dir, O meine Zier, Und fost' es tausend Zähren; Jch zweifle nicht, Du Herr, mein Licht, Wirst die Geduld mir mehren. 5. Ich weiß gar wohl, daß alles Leid Und Elend dieser Erden Nicht wert ist jener Herrlichkeit, Die offenbart soll werden. An jenem Tag' Trägt Frucht die Plag', Die mit Geduld erlitten; Dort wird der Lohn, Die Ehrenkron' Dem, der als Held gestritten. 6. Ach, darum will ich alle Qual, Jesu, gerne leiden, Rann doch tein Elend, tein' Trübsal Von deiner Lieb' mich scheiden. Nach dieser Zeit Wirst du die Freud' Der Seligkeit mir geben; Dann werd' ich sein Befreit von Pein, Und mit dir ewig leben. Nicht ermittelt. Mel. Ich dank' dir schon durch. 536. Christ, erhebe Herz und Sinn, suchst du hier auf Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin! Ein Christ soll himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, Ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du einst ausgesammelt hast, Dann erbt dein Gut ein andrer. 3. Was hat die Welt? was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Him Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 283 mel hoffen kann, Der schäßt die| D'rum suchen wir vor allen Bei Welt geringe. Gott geehrt zu sein. 4. Sieh doch empor! wie kannst du noch Den Sinn aufs Niedre lenken? An deinen Schöpfer denke doch! Sein soll der Christ gedenken. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, Schau' d'rum nicht mutlos nieder; Getrost, getrost, denn dich erquickt Der Herr nach Drangsal wieder. 6. Schau' hin zum Land der Herrlichkeit, Wo Lebensströme fließen; Dies wird dir in der Prüfungszeit Den bittern Kelch verfüßen. 7. Dort oben ist des Vaters Haus; Er teilt zum Gnadenlohne Den überwindern Kronen aus, Auch deiner harrt die Krone. 8. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, Jm Kreise seiner Frommen. Zu ihm, durch den du felig bist, Sollst du hinan einst kommen. 9. Dort waltet ewig Gottes Geist, Mit Licht und Glanz umgeben. Glück, das dir sein Wort verheißt! Dort sollst du ewig leben, 10. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, Dem Höchsten Dank zu bringen. O Seele, sehnest du dich nicht, mit ihnen zu lobsingen? 11. Erlöser, hilf, ach hilf du mir Der Weltluft widerstreben, Und meinen Geist empor zu dir, Empor zum Himmel heben. Ehrenfried Liebich,* 1713. 2. Was kann uns Wollust nützen, werte Seel', in dieser Welt? Wie kann uns Reichtum schützen, Wenn uns der Würger überfällt? Die rechte Luft ist droben, Wo mein Herr Jesus wohnt, Den alle Zungen loben, Der uns so reich belohnt, Daß wir gekrönet werden Im hohen Himmelssaal. Ach, eilt doch von der Erden Zu seinem Hochzeitsmahl. 3. Was Pracht, was fröhlich Leben? Was Reichtum, Ehr' und Herrlichkeit? Der Himmel kann uns geben, Was uns an leib und Seel' erfreut. In Jesu sich ergötzen, Bleibt ewig süß und gut; Sein Reich vor allem schätzen, Erquidet Geist und Mut; In Jesu Reichtum haben, In Jesu sein geehrt, Kann uns ohn' Ende laben, Wie er uns selbst gelehrt. 4. In Jesu hab' ich Güter, In Jesu hab' ich lieb und Luft; Das ist, du Menschenhüter, Du freundlicher, dir wohl bewußt. Mag mich die Welt verachten, Das fränkt mich wahrlich nicht; Ich will nach Ehren trachten, Die mir kein Feind anficht. Mag mich die Welt auch hassen, Ich will mit Lieb' und Treu' Nur meinen Jesum faffen, So bleib' ich sorgenfrei. 5. Die Welt mag mich ver= fluchen, Ist doch mein Segen Jesus Christ; In Jesu kann ich suchen und finden, was mir niitlich ist. Laß mich die Welt nur feßen In Angst und TraurigMel. Nun lob', mein' Seel', den. 537. Paß uns doch nicht be- feit, Mein Jeſus kann ergößen gehren, Das zu aller Seel', in dieser Zeit Das, was sollt' ich schon hier sterben Noch dich kann beschweren, Ja hindern mehr als tausendmal, Kann ich an der Seligkeit. Was willst du doch nicht verderben, Dort rührt Ehre suchen, Die doch vergäng- mich keine Qual. lich ist, Auch wohl gar zu verfluchen? Sie währt nur kurze Frist, und läßt uns oftmals fallen In Trübsal, Angst und Pein. 6. Das aber kann ich zeugen, Das kann ich rühmen Tag und Nacht, Daß mir mein Gott zu eigen Sein Königreich hat zugedacht. 284 Das christliche Leben. Ihr Sterblichen auf Erden, Lebt| werde triumphieren. Jesus geht wohl in dieser Welt! Ich soll mir selbst voran, Daß ich freugekrönet werden, Mir ist ein Reich dig folgen kann. bestellt; Ich soll mit Gott regieren, Den Erd' und Himmel preist, Jch soll ein Leben führen, Das unvergänglich heißt. Benjamin Schmolde, 1672, † 1737. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 7. Jeſu, meine Freude, 539. Kommt, Chriften, lakt Wann kommt die Daß ich von hinnen scheide, Daß ich dich herzlich lieben fann? Wann werd' ich doch gezieret Mit Kleidern weiß und schön? Wann werd' ich hingeführet Zu deinen Himmelshöh'n, Daß ich dort Kronen trage, Die unvergänglich sind, Und Lob und Preis dir sage, Als dein geheiligt Kind? uns Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Rommt, stärket euren Mut, Bur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern, Und denkt: das End' ist gut. 2. Es wird uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gefichte Von ganzem Herzen richte 3. Bed, 1706. Mel. Jesus, meine Zuversicht. in gen Jeruſalem. find 538. Himmelan geht unsre Gäste nur auf Erden, Bis wir dort nach Canaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 3. Laßt uns wie Pilger wandeln, Geduldig, frei und leer; Viel Sammeln, Halten, Handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich tot; Wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden, und brauchen's nur zur Not. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und du kannst, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein von Gott erfüllter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 4. Wohl ist der Weg oft enge, Jst einsam, krumm und schlecht, Der Dornen uns in Menge Und manches Kreuzchen trägt: Doch fürchten wir uns nicht, Wir zie= hen fröhlich weiter, Und folgen unserm Leiter und seinem hellen Licht. 5. Wir wandeln eingekehret, Verachtet und verkannt, Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von Gottes großen Dingen, Die unser warten da. 6. Auf, Brüder, laßt uns gehen, Der Heiland gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, Mit süßen Gnadenblicken Uns locken und erquicen: Gewiß, wir haben's gut. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu Jn des heil'gen Wortes Lehren; Das weist mir den Ort der Ruh', Dem ich einst soll ange= hören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, Wandl' ich schon im Himmel hier. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Uleber Sonnen, über Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod Jn die rechte Heimath führen, Da ich über alle Not Ewig Nachfolge Jesu. Himml. Sinn. Selbstverleugnung. 285 7. Und sollt' ein Schwacher| Thaten Nicht sorgfältig hab' befallen, So greif' der Stärkre wacht! Hat nicht die Erfahrung zu; Man trage, helfe allen, Und mir meine Thorheit oft gelehret, pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt. Wenn ich, Herr, ich tlag' es dir, schließt euch fester an! Ein Je- Mich in Unruh' abgezehret? der sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste Auf unsrer Pilgerbahn. 3. 3war der Schluß ist oft genommen, Daß ich mich wollt' reißen los; Aber wenn's zur That sollt' kommen, Fand ich mich von Kräften bloß. Ich Gefang= ner, Armer ich! Wer reißt mir das Netz in Stüden? Fels des Heils, erbarme dich, Hilf mir aus der Hölle Stricken. 8. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg fürzt stets sich ab; Es folgt ein Tag dem andern, Bald fällt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ew'gen Gut! 9. Es wird nicht lang' mehr währen, D'rim haltet mutig aus, Es wird nicht lang' mehr währen, So kommen wir nach Haus; Da wird man ewig ruh'n, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen; Wie wohl, wie wohl wird's thun! 10. So wollen wir's denn was gen, Es ist wohl wagenswerth, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigfeiten; Es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen,* 1697,+1769. Mel.( Ps. 25.) 3u bir ich mein Herz. öchst erwünschtes 540. wie unbekannt bist du! Wo des Geistes Kräfte streben Nach der gold'nen Himmelsruh'. Ach, wie eitel ist der Wahn, Der des Fleisches Sinn verblendet, Wenn er klebt der Erde an, Sich zum Rauch und Schatten wendet! 2. Ach, wie oft bin ich geraten In die alte Blindheitsnacht, Wenn ich Regungen und 4. Jesu, Stärke der Verzagten, Der du gibst den Matten Ruh', Wahre Zuflucht der Geplagten, Zwing' mein Herz, ja zwing's dazu, Daß die ganze Kreatur Nichts in meinen Augen scheine, Und ich darauf denke nur, Wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, zermalme das Verlangen, Das noch etwas Eitles will; Nimm den bösen Sinn gefangen, Der nicht hält in Allem still. Gib, daß ich in dieser Welt Nichts der Sorge wert mög' achten, Weil du mich hinein gestellt, um nach besser'm Gut zu trachten. 6. Gib mir Augen, um 311 sehen Deines Reiches Gnadenschein; Gib mir Kräfte, um zu gehen Bis in's Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, in Herz und Seele sein entbrannt, Knüpfe dich und mich zusammen. 7. Weichet, weicht, ihr Weltgedanken, Stört nicht ferner meine Ruh'! Ich will in des Lebens Schranken Eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr', In ihn will ich mich versenten, und hinfort mich um nichts mehr, Als um seine Liebe fränken. Friebr. Adolf Lampe, 1683, † 1729. 286 Das christliche Leben. 9. Nächstenliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott, 541. Gib mir, o Gott, ein Herz, Das jeden Menschen liebet, Bei seinem Wohl sich freut, Bei seiner Not betrübet; Ein Herz, das Eigennutz Und Neid und Härte flieht, Und sich um andrer Glück Wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gibst, Jhm hülfreich mitzuteilen; Nicht aus dem eitlen Trieb, Groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu seh'n, Nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen Müss' andern stets mein Herz Mit Rat und Hilfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohl= 542. that an, Nein, was ich Brüdern thu', Gott, das sei dir gethan. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst Dem Dürstenden begegnet, Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Herz Bedrängte segnet, Ein Rat, mit dem mein Mund Im Kummer andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder 3wist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie Mein Wort des Nächsten Ruh', Es rühme sein Verdienst, Ded' seine Fehler zu. mich Sein ewig Glück erfreu'n, und ihm zum Seelenheil Mein Herz behilflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, Jm Glauben zu bestärken, Den. der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Zum rechten Weg zu zieh'n, Dazu verleih' mir Kraft Und segne mein Bemüth'n. 9. Oheilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein; Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, Du sprichst: ich will vergelten! D'rum laß mich stille sein, Wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht, Den liebe, der mich haft, Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich Wohlergehen Mit eingeschränktem Blick Bei meinem Nächsten sehen: Noch stärker müsse Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. Ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, Und tritt fie frech darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich Den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, Und macht, wenn Brüder leiden, Die Hungrigen nicht liebreich satt, Will Nackende nicht kleiden: Der übertritt die erste Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum Besten kehret, Verleumdern niemals widerspricht: Der liebet seine Brüder nicht. 4. Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schutz Den Nächsten unterstüzet, Doch nur aus Stolz und Eigenn Und Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzufleh'n Ein Armer erst erscheinet, 287 13. Was ich den Frommen hier gethan, Den kleinsten auch von dieſen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen. Wie könnt' ich Jesu Jünger sein Und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? Nächstenliebe. Nicht eilt, dem Bruder beizustehn, Der im Verborg'nen weinet, Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, Den ziert die Nächstenliebe nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rat und That nicht wachet, Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet, Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. Nur sorglos ihnen Gaben gibt, 543. Unter allen großen Hat so nur wenig sie geliebt. 8. Wohl wahr ist's, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür: so liebeft du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb' und mir hat er sein Bild gegeben. Dent' oft: Gott, was ich bin, ist dein, Sollt' ich, gleich dir, nicht gültig sein? 10. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; D'rum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut; Nie darf ich Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen; Daß er mich hat mit sich versühnt, Hab' ich dies mehr als sie 14. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der unbarmherzig ist und nicht Hört, die um Hülfe flehen. D'rum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen, D'rum will ich, Vater, auch Geduld mit meinen Brüdern tragen, Dem gern verzeih'n, dem du vergibst, Den lieben, den du felber liebst. Die Christus zugeteilt, Ist die Lieb' in den Gemütern Himmelsbalsam, der sie heilt; Ist ein Stern, der herrlich strahlet, Und ein Kleinod, dessen Preis Niemand auszuspre= chen weiß, Weil kein Gold es je bezahlet; Ist die Macht, die jeder= mann 3wingen und erfreuen kann. 2. Liebe fann uns alles geben, Was auf ewig nützt und ziert, Uns zum höchsten Stand erheben, Der die Seelen aufwärts führt. Menschen- oder Engelzungen, Welche Kraft sie auch beseelt, Wenn dabei die Liebe fehlt, Sind noch nie ins Herz gedrungen; Nur ein Erz- und Schellentlang 3st ihr flüchtiger Gesang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Die in alle Tiefen dringt, Von geheimnisvoller Lehre, Die sich auf zum Höchsten schwingt; Selbst die Berge zu versehen Durch des Glaubens starke Kraft, Die der Wunder Fülle schafft: Alles ist für nichts zu schätzen, Wenn darin der Liebe Geist Sich nicht kräftig auch beweist. 4. Gäb' ich alle meine Habe Auch den Armen freudig hin, Opfert' ich mich selbst dem Grabe, Meinem Nächsten zum Gewinn, ließ ich meinen Leib gleich bren= nen Und ertrige jeden Schmerz: Jst von Liebe leer mein Herz, Das christliche Leben. 288 nen. Würd' es mir nichts nützen könNur der Liebe reine That Ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns nicht nur im Pilgerstand, Ihre Kraft wird uns begleiten In das wahre Baterland. Ja, es strecken ihre Grenzen Sich bis in die Ewigkeit, Und doch wird die Liebe weit über Glaub' und Hoffnung glänzen. Sie schafft Heil und Segen hier, Sie beseligt für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, Segensquell' in Freud' und Schmerz, Laß mich spüren deine Triebe, Komm und senk' dich in mein Herz. Laß mich kräftig widerstreben Allem, was nicht gut es meint mit dem Freunde, mit dem Feind', Und mich reizt, nur mir zu leben. Geist der Liebe, lente Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. hin zu der Liebe meinen Sinn. 545. Yerleih mir, Jeſu, Ernst Lange, 1650, † 1727. Mel. Unser Herrscher, unser. 544. Mohlzuthun und mitzuteilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, Und die Gott, den Höchsten, ehret. deinen Sinn, Dem Feinde zu vergeben; Laß mich, der ich dein Jünger bin, Nach Fried' und Eintracht streben. Wie könnt' ich hegen bittern Zorn, Da aus der Gnade süßem Born Nur Heil mir quillt und Leben? 2. Ein Vater hat uns auserwählt zu seines Hauses Kindern; EinHeiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; Ein 2. Speiset die, die Hunger lei- Geist uns allesamt regiert Und den, und die durstig sind, die zu des Himmels Erbe führt, tränkt; Eilt, die Nackenden zu Wenn wir ihn nur nicht hindern. fleiden, Tröstet die, die Rummer 3. Wie dürft' ich wegen kleiner kränkt; Schwache sucht zu unter- Schuld Den schwachen Bruder stützen, Unterdrückte zu beschützen. hassen, Da Gottes Langmut und 3. Nicht nur denen, die euch lieben, Oder euch um Hülfe fleh'n, Allen eilt, von Gott getrieben, Nach Vermögen beizustehn. Führt zu unverhofften Freuden Die auch, die im Stillen leiden. Geduld Mir große Schuld erlassen? Nein, immer sei mein Herz bereit, In wahrer Lieb' und Einigkeit Den Nächsten zu umfassen. 4. Und dies sei dir keine Bürde, Keine Last, beglückter Christ; Du beweisest Christenwürde, Wenn du mild' und hilfreich bist. Welch' ein Glück für dich Erlösten, Arme Brüder Jesu trösten! 5. Und wie schafft es sanfte Freuden, Der Verlass'nen Helfer ſein, Seh'n, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz erquicken, Welch ein himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgen auf Barmherzigkeit; Und dereinst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laß uns eilen, unsre Gaben, Weil es Zeit ist, auszuftreu'n; Was wir hier gefäet haben, Ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, liebt die Armen, Gott will euer sich erbarmen. 3. 2. Paulmann. 4. In Einem Herrn ließ Gottes Rat Uns Heil und Gnade finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Macht rein uns von den Sünden; Ein Abendmahl uns alle speist: Wie sollte nicht ein Herz und Geist Uns allesamt verbinden? Geistlicher Kampf und Sieg. 289 5. Nimm hin, o Bruder, meine| Den Seligen im Himmelreich Sind Hand, Reich' deine mir zum Frie- wir durch wahre Liebe gleich den! Aus unserm Herzen sei ver- Und selig schon hienieden. bannt, Was uns bisher geschieden. 10. Geistlicher Kampf und Sieg. Mel. Wer nur ben lieben Gott. 546. ie wantet ihr, betrogne Seelen, Noch stets auf beiden Seiten hin? Fällt's euch zu schwer, das zu erwählen, Was bringt den ewigen Gewinn? Jhn seht mit offnen Augen an, Und wandelt auf der schmalen Bahn. 7. Gott fordert nur, daß ihr wanket ihr, euch haltet An ihn, den Herrn, der mit euch geht, Daß ihr die schwachen Hände faitet, zu ihm um Kraft des Geistes fleht; Er kämpft für euch, er macht euch Bahn, Schau't ihn in eurem Kampfe an. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weisheit hält bei euch die Wach', Die Gottheit selber will euch leiten, Folgt nur mit festen Schritten nach. Wie manche hat nicht diese Hand Schon durchgeführt ins Vaterland! 9. Nur wartet nicht auf andre Zeiten, Jhr habt schon jetzt ſo viel versäumt; Jhr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, Wenn ihr das süße Heut' verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit Eilt flügelschnell zur Ewigkeit. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet feine Zärtlichkeit; Jhr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh' und Fährlichkeit: Wie solltet ihr mit festem Mut Nicht ringen um das ew'ge Gut! 11. Eilt, faßt einander bei den Händen, Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden! Dann stehet unser König da; Er führt uns ein zur ftillen Ruh' Und spricht uns selbst das Kleinod zu. Nicht ermittelt. Munbisch. 2. Bedenkt, es sind nicht Königskronen, Nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, Womit euch Gott will ewig lohnen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ist's und die Ewigkeit, Voll Lust und Ruh', voll Seligkeit. 3. D'rum gilt hier kein geteiltes Leben, Gott krönet fein geteiltes Herz. Wer Jesu sich nicht recht ergeben, Der macht sich selber Müh' und Schmerz Und träget, zum verdienten Lohn, Hier Schmerz und dort die Qual davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Der Welt auf ewig Abschied gibt, und seinen Herrn in allen Dingen Von Herzen und allein nur liebt: Der wird der Krone wert geschätzt und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißet denn die morschen Schlingen, Die euch in diesem schönen Lauf Verhindern und zum Säumen bringen, Und rafft euch heut' von neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh'! Auf, auf, es geht dem Himmel zu. 6. Auf, auf! ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen und Mel. Durch Adams Fall ist ganz. voll rauher Stein', Bringt euch 547. Oft flagt dein Herz, die Welt oft ins Gedränge, Stellt Satan sich geharnischt ein, Erhebet sich sein ganzes Reich: Immanuel ist auch bei euch. Den Weg des Herrn zu wandeln, Und täglich seinem Worte treu Zu denken und zu handeln. Wahr 19 Das christliche Leben. 290 ist's, die Tugend fostet Müh', Sie ist der Sieg der Lüste; Doch richte selbst: was wäre sie, Wenn sie nicht fämpfen müßte? 2. Sie, die sich ihrer Laster freu'n, Trifft sie kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden, Jedoch der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen, Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; Doch weiter hin führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. O hätte Gott es uns vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen, ließ er den schnöden Undank zu, Die freche Luft zu tränken, Und Menschenhaß, was würdest du Von solchem Gotte denken? gern, Dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, D'rum muß es dir gelingen; Gott ist's ja, welcher beides schafft, Tas Wollen und Vollbringen. Bot je der Vate: einen Stein Dem Sohn, der Brot begehrte? Bet' oft, Gott müßte Gott nicht sein, Wenn ei dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel'ger Geifter; Jhn zeigte dir und ihn betrat Dein Heiland, Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschenkindern. 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, D'rum gab er uns Gesebe; Sie sind es, die das Herz erfreu'n, Sie sind des Lebens Schäße. Er spricht in uns durch den Verstand, Er spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Flieh'n oder wählen müssen. 10. Sei stark und männlich allezeit, Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, Wird neuen Mut dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, Die werden dich beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein Mut auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, Er sieht auf deinen Willen. Sieh, das Verdienst des Herrn ist dein, Dies muß dein Herz dir stillen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, Und Freiheit ist's, fte wählen. Das Tier folgt Trieben Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. teil und der Natur, Der Mensch dem 548. Ser Pfad, Welcher Geistes Eigentum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! was ihr Lohn und Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. zur Vollendung leitet; Selig ist, wer ihn betrat Und mit frohem Mute streitet. Selig, wer den Lauf vollbringt Und das hohe Ziel erringt. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade 2. überschwenglich ist der Lohn finden, Und übe dich getreu und| Der bis in den Tod Getreuen, Geistlicher Kampf und Sieg. Die, der Lust der Welt entfloh'n, Ihrem Heiland ganz sich weihen, Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 3. Den am Kreuz wir bluten seh'n, Jesus, hat das Ziel errungen, und sich zu des Himmels Höh'n Triumphierend aufge= schwungen; Als er rief: es ist vollbracht! War besiegt des Todes Macht. 4. Preis, gekrönter Sieger, dir, Zieh dir nach die Schar der Streiter; Wandeln sie durch Stürme hier: Jenseits ist es still und heiter. Unsrer Hoffnung winkt der Lohn, Heiland, dort an deinem Thron. 291 Todtenbahre; Kurz, kurz ist unser ebenslauf. Wird Gott einst die Toten wecken, Und Christus sichre Sünder schrecken, Co stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange! Und Gottes Sohn Hat längst uns schon Dort beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, hilf du deinen Kindern Und mache die zu überwindern, Die du erfauft haft durch dein Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, Gib, daß wir uns zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß 5. Auf denn, Streitgenossen, geht Mutig durch des Lebens Witste. Seht auf euren Führer, fleht, Daß er selbst zum Kampf euch rüste; Seine Gottestraft allein Kann in Schwachen mächtig sein. S. G. Bürde,* 1753. auf uns aus den Geist, Aus dem die Liebe fleust In die Herzen; So halten wir Getreu an dir Jm Tod und Leben für und für. W. E. Arends, † 1721. Eigene Melodie. 550. inge recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich ganz entlade Von der Mel. Wachet auf, ruft uns die. üstet, 549. Riftet, Christen, euch aft, die ihn beschwert. zum Streite! Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja, Satan selbst hat euch begehrt. Waffnet euch mit Gottes Worte Und kämpft getrost an jedem Orte, Dann bleibt ihr stark und unversehrt Ist euch der Feind zu ichnell: Hier ist Immanuel, Jesus Christus! Der Starke fällt Durch diesen Held, Mit ihm behalten wir das Feld. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, Und der Lebensweg ist schmal, Immer stehn hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring in Gottes Reich hinein; Mag dir Satan widerstreben, Du darfst nimmer furchtsam sein. 4. Ringe, deine Lieb' erglithe, Halbe Liebe hält nicht stand; Daß dein Herz der Welt entfliehe, Sei es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl' errungen, Denfe nicht: nun ist's gethan; Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 2. Reinigt euch von euren Lüsten Besieget sie, seid tapfre Christen, Steht mutig in des Herren Kraft, Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Rahmen! Zeigt, was der Glaube kann und schafft. Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel, Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, So frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre. Eh' ihr kommt auf die Halte 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern Deiner Seele Seligkeit. Laß dein Herz durch nichts erschütz tern, Wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte feste, treulich, was du haft. 19* Das christliche Leben. 292 Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 8. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelfeit. Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliehe alle Sicherheit. 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, Folge deinen Lüften nicht; Willst du die Begierden stillen, So erlischt das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Suchet Ruhe nicht, noch Pflege, Hält sich selber nichts zu gut'. 11. Wahre Treu' fommt dem Getümmel Eitler Weltlust niemals nah'; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Darum ist ihr Herz auch da. 12. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Sorgt nur, wie sie überwinde, Kämpft, bis sie erlangt den Sieg. 13. D'rum wohlauf, ihr tapfern Streiter, Kämpfet recht und macht euch Bahn; Geht auf Chrifti Wegen weiter, Denn so geht ihr himmelan. 14. Denkt in jedem Augenblicke, Ob's vielleicht der letzte sei. Laßt die Lampen, nicht zurücke, Holt stets neues Öl herbei. 15. Ach, die Welt, fie liegt im Bösen, Sodom sinkt in Feuersglut. Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 16. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille 3oar ein, Eile, daß du magst vollenden, mache dich vom Bösen rein. 17. Eile, zähle Tag' und Stunden, Bis dir der Erlöser winkt, Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 18. Eile, laufe ihm entgegen, Sprich: mein Licht, ich bin bereit, Soll die Hülle ich ablegen, Fithre mich zur Seligkeit. Joh Joseph Winkler* 1670, † 1722. Mel. Freu' dich sehr, o meine Eeele. 551.$ chaffet, fchaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit, Bauet nicht, wie sichre Sünder, Auf die ungewisse Zeit. Unverweilt befehret euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemüht euch hier auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Soll nun dies an euch geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Mut. Gottes Wille muß allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es dem bethörten Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben fämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Und den Reiz der Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und läffig sein, Eure Neigung zu bezwingen: So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Treuen Kämpfern reicht zum Lohne Dort der Herr die Ehrenkrone. 5. Sich der Welt noch gleich zu achten, Findet nicht bei Christen statt; Sinnenlust und eitles Trachten Schwächt den Geist und macht ihn matt. Auf der schmalen Glaubensbahn Kommt man teinen Schritt hinan, Wenn man mit geteiltem Herzen Will mit Welt und Sünde scherzen. 6. Auf, Erlöste, Christi Glieder, Die sein Geist erhält und trägt, Schlaget alles in euch nieder, Was sich noch von Sünde regt. Was euch ärgert, senkt ins Grab, Was euch hindert, werfet ab; Denket stets an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte!" " 1 Geistlicher Kampf und Sieg. 293 vollbracht! 7. 3ittern will ich vor der| desnacht Ruft er aus: es ist Sünde Und dabei auf Jesum seh'n, Daß ich seinen Beistand finde, Jn der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht; Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 5. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, so Christus litt, und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erftritt? Herr, ich folge ohne Beben, Hilf mir dringen in dein Leben, Du, der mir zum Heile starb, Und mir Kraft zum Kampf erwarb. Fridr. Gottl. Klopstod,* 1724, † 1803. 8. Amen, es geschehe, Amen! Gott versieg'le dies in mir, Daß ich treu in Jesu Namen Meinen Glaubenskampf vollführ'. Er verleihe Kraft und Stärk Und reMel. Ach, was soll ich Sünder. giere selbst das Werk, Daß ich 553. Auf, ihr Streiter, wache, bete, ringe, Und also zum Himmel dringe. 2. A. Gotter, 1661,+1735. Auf, und folgt dem Heiland nach, Selbst durch Marter, Tod und Schmach. Wie er sich hat auf= geschwungen, Ringt ihm nach in 552. Nicht nur ſtreiten, feiner Kraft: Er ist's, der den Mel. Alle Menschen müssen sterben. 2. Kein Erlöster müsse sagen, Jhm gebreche Kraft und Mut Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt, Und den Schwachen Kraft erteilt. wer nach der Krone ringt. Müh'voll ist der Kampf der Sünden, Selig, wem der Sieg gelingt. Ihn empfangen Jubellieder, Freudig schaut vom Ziel er nieder Auf des heißen Streits Gefahr, Der sein Los hienieden war. 2. Glorreich, Herr, hat überwunden Deiner Zeugen glänzend Heer; Ja, sie sahen dunkle Stunden, und ihr Kampf war heiß und schwer; Schwerer als im Lauf der Zeiten Ich ihn jemals werde streiten, Denn das Schwert der Feinde ruht, Trieft nicht mehr von Christenblut. 3. überwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todesschweiß und Blut und Wunden Zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen Lasteten auf deinem Herzen; Dennoch unterlagst du nicht Selbst im härtesten Gericht. 4. Wer kann das Geheimnis faffen, Wer, wie hoch er sich auch schwingt? Gott hat seinen Sohn verlassen, Welcher mit dem Tode Eigene Melodie. ringt! Dennoch ist Triumph fein 554. Jahre fortr Fahre in fort, Zion, fahre Hände, Schon umhüllt von To- fort im Licht; mache deinen 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; Sind wir arm: der Herr ist reich. Wer ist unserm Führer gleich? Seine Macht thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan! 4. Ja, er kann und will uns schirmen; Höret auf verzagt zu sein. Auf den Feind dringt mutig ein, Mag er drohen, mag er stürmen, Wißt, der Weg zur Seligkeit Fordert Mut, Geduld und Streit. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht. Wenn ihr Siegesfahnen schwinget, Wenn der Erde Werk gethan, Hebt des Himmels Wonne an. Nicht ermittelt. 294 Das christliche Leben. Leuchter helle, Laß die erste Liebe| mich täglich bedroht. Stehst du nicht, Suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort', Fahre fort, Fahre fort. mir, Jesu, nicht schützend zur Seite, Wie könnt' ich kämpfen und siegen im Streite? 2. Leide gern,:,: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone. 3ion, scheint der Trost dir noch so fern, Leide gern.:,: 2. Jesu, hilf siegen, ein fündlich Verlangen Kämpfet in mir mit des Höchsten Gebot. Nimm du den Willen des Fleisches gefangen, Bring' durch dein Sterben der Sünde den Tod; Und daß mir möge, was gut ist, gelingen, Gib du das Wollen und gib das Vollbringen. 3. Folge nicht,:,: 3ion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nichts ihr Gut und Geld, Laß sie deines Glaubens lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht.:,: 4. Prüfe recht,:,: 3ion, prüfe recht den Geist, Der dich ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, meide das, was frumm und schlecht, Prüfe recht.:,: 5. Dringe ein,:: Zion, dringe ein in Gott, Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht, wie die andern, tot, Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in das Wesen, nicht in Schein, Dringe ein.:,: 6. Brich hervor,:: Zion, brich hervor in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet; Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich fennet; Zion, durch das dir erbrochne Thor Brich hervor.:: 7. Halte aus,:,: 3ion, halte deine Treu', Laß doch nimmer lau dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, besiege alle Sünden! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus.:,: Joh. Eusebius Schmidt,* 1669,+1745. Mel. Großer Prophete, mein Herze. 555. refu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh', wie ich schweb' in Gefahren und Not. Schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens, Furchtbar die Macht, die 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, Wenn meinGewissen das Urteil mir spricht, Wenn mich die Sünden der Jugend verklagen, Und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele bestürmen, Wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf fiegen, wer mag sonst bestehen Wider den trüg lich verschlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen entgehen, Wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister, Lehr' mich sie finden und prüfen die Geister. 5. Jesu, hilf fiegen, hilf wachen und beten. Herr, durch dein Flehen, das alles vermag, Wollest du mich bei dem Vater vertreten. Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; Will mich der Schlummer der Trägheit befallen, Laß, mich zu wecken, dein Rufen erschallen. 6. Jesu, hilf fiegen, wenn alles verschwunden, Was ich auf Erden mein eigen genannt; Wenn auch die Freunde, sonst treu mir verbunden, Kalt und entfremdet sich von mir gewandt: Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, Bist di, o Jesu, mein Teil nur geblieben. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben, Mache von Furcht vor dem Tode mich frei; Zeige das Reich mir, das der soll ererben, Der bis ans Ende geblieben dir treu. Laß Geistlicher Kampf und Sieg. 295 auch zuletzt mich im Kampf nicht| Sterben mir verschaffen. Ob Grab erliegen, Reiche die Hand mir, o und Tod Auch furchtbar droht: Jesu, hilf siegen! Die Schrecken bald verschwinden, Und ich werd' überwinden. Joh. Heinrich Schröder,* 1666, † 1728. Mel. Was Gott thut, das ist. 556.Ein Chrift, ein tapf rer Kriegesheld, Voll Geist und Kraft und Stärke, VerLeugnet sich, bezwingt die Welt, Zerstört des Satans Werke, Kämpft innerlich Und äußerlich; Wo sich auch Feinde finden: Er fann sie überwinden. 2. Ich habe fruchtlos mich gequält und gab mich fast verloren, Bis ich den Helfer mir erwählt, Deß Geist mich neu geboren. Wer will die Kraft, Die alles schafft, Wer Christi Macht ergründen, Durch die wir überwinden? 3. Auf Eitles war mein Sinn gestellt, Auf falsche Lust und Ehre, Ich lebte nach dem Lauf der Welt Und nicht nach Christi Lehre. So ist's nicht mehr, Gott sei die Ehr'! Ich streite mit den Sünden Und will sie überwinden. 4. Die Menschen flößten Furcht mir ein, Gefallen wollt' ich allen; Jetzt aber fürcht' ich Gott allein Und will nur ihm gefallen. Der Menschen Gunst Jst eitler Dunst; Mag sich ihr Haß entzünden, Doch werd' ich überwinden. 5. Die Welt mit ihrem Spott und Hohn Erhebet mich zu Ehren; Sie muß an meiner Himmelskron' Die Edelsteine mehren. Der Herr ertrug, Daß man ihn schlug, Er ließ sich schmäh'n und binden: Auch ich will überwinden. 6. Leb' ich in steter Traurigfeit, Sind wenig gute Stunden In meiner kurzen Lebenszeit: Ich habe Gott gefunden. Der tröstet mich Gar bäterlich, Will mich vom Schmerz entbinden, D'rum kann ich überwinden. 7. Und wie ich immer führte Krieg Mit meinen Glaubenswaffen, Co werden sie den letzten Sieg Im 8. Das Kleinod ist mir vorge= steckt, Ich soll nur tapfer kämpfen; D'rum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, Mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur underzagt und frisch gewagt! Ich feh' die Krone binden, D'rum will ich überwinden. Nicht ermittelt. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 557. Ew'ge Wahrheit, deren Treue Unfre Hoff ung stützt und hält, Ich bekenne und bereue, Daß mich 3weifelmut befällt. Ach, wie hängt mein Herz an Dingen, Die mich nicht zur Ruhe bringen! Gott, wie leicht vergess' ich dein, Wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach, vergib mir diese Sünde, Nimm die Strafe von mir hin; Schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, Den nicht falsche Hoffnung bindet, Die wie dünner Reif verschwindet, Die wie leichter Rauch entflieht, Und das Herz zur Erde zieht. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, Weil du für mich sorgst und wachst, Und im Trauern, wie in Freuden, Dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, Das noch stets ist eingetroffen. Hoffnung, die auf dich nicht traut, Hat auf losen Sand gebaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen Unter aller Stürme Wut Nur dein Herz zum Grunde wählen, Wo er fest und sicher ruht. O dann wird's kein Zweifel wagen, Mich zum Unmut zu verschlagen, Unbeweglich werd' ich stehn, Wenn auch Berge untergehn. 5. Laß mein Herz versichert werden, Daß dein Wort wahr 296 Das christliche Leben. haftig sei, O, so werd' ich schon 2. Ist's doch deines Vaters auf Erden Vieler Sorg' und Un- Wille, Daß du endest dieses ruh' frei; So werd' ich im Glau- Werk; Dazu wohnt in dir die ben beten Und erhört zurücke Fülle Aller Weisheit, Lieb' und treten; So wächst meine Zuversicht, Stärk', Daß du nichts von dem So wankt meine Hoffnung nicht verlierest, Was er dir gegeben hat, Und uns aus dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestadt. 3. Schau' denn her auf unsre Retten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns hart darnieder drückt, Ob der Geist sich auch in Zeiten Schon auf etwas Bess'res schickt. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre Diese Macht der Finsternis; Der preist nicht mehr deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus, Laß uns wahre Freiheit finden In des Vaters Hochzeitshaus. 5. Wir verlangen feine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit. Was du nötig find'st, das thue Noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Welcher Zeit und Maß gebricht. 6. Herrscher, herrsche! Sieger, fiege! Rönig, brauch' dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, Mach' der Sclaverei ein End'! Mach' fie frei, die arme Seele, Durch des neuen Bundes Blut, Daß sie sich nicht länger quäle, Nimm sie auf in deine Hut. 7. Lange hält uns schon gefangen Lust und Selbstgefälligteit; Ach, laß uns nicht länger hangen In dem Tod der Eitel558. treibt uns zu rufen, Alle flehen wir dich an: Beig' uns nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn! 6. Vater, meine Hoffnung gründet Sich auf deines Sohnes Tod; Ach, in seinem Blute findet Meine Seele Trost in Not. Durch sein siegreich Auferstehen Kann ich neu geboren gehen Zu den Bürgern jener Welt, Wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich auf geschwungen und auf Gottes Thron gesetzt, Bin auch ich mit durchgedrungen und den Engeln gleichgeschätzt. Ich besitz' ein ewig Leben, Das mir Jesus selbst gegeben; Ich bin auch im Glauben schon Mit erhöht auf seis nen Thron. 8. Hier muß ich als Pilger wallen, Droben ist mein Vaterland; Dort, wird einst die Welt zerfallen, Find' ich meinen Ehrenstand. Ich erwarte nur die Stunden, Da ich, von der Sünd' entbunden, Meinen Heiland werde seh'n, Und berkläret vor ihm stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen Auch in Trübsal auf dein Licht; Beige mir den Himmel offen, So schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich, Herr, voll Trost und Freuden Aus dem Thal der Thränen scheiden Und einst, was ich hoffe hier, Dort mich schauen, Herr, bei dir. 3. 3. Rambach, 1893,+1735. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Durchbrecher aller immer bei uns bist, Bei dem Schade, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist, Stehe ferner im Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis du uns zum helLen Lichte Führeft aus dem Kers fer hin. 8. Teuer sind wir ja erworben, Knechte nicht der Welt zu sein: D'rum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein. 297 Würde und Seligkeit der Gläubigen ic. Der wird rein und ganz voll- ererben, Führ' ins Paradies kommen, ähnlich deinem heil'gen uns ein. Herr, ich weiß, du Bild, Der die Gnade hat genom- wirst nicht säumen, Laß uns nur men, Die aus deiner Fülle quillt. nicht träge sein, Werden wir, als die da träumen, Doch einst gehn zur Freiheit ein. 9. Zeuch uns, Jesu, in dein Sterben, Laß mit dir gefreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann Gottfried Arnold,* 1666,+1714. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. Mel. Ach, wie nichtig, ach, wie. die wahren Christen haben, Sind wie richtig und wie ganz unschätzbare Gaben, Wonach 559. wichtig 3ft der Chri- feine Diebe graben. sten Leben! Weder heute noch auch morgen Darf man vor Verderben forgen, Denn es ist in Gott verborgen. 9. O wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Sachen! Gott wirkt selbst ihr Thun und Dichten, Heißt sie treu ihr Werk verrichten, Das kann teine Zeit vernichten. 3. C. Ruben, lebte um 1700. 2. O wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen und zum Ew'gen aufgeschwungen, Dem ist jeder Tag gelungen. 3. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Freude! Freude, die in Gott gegründet und den Geist mit ihm verbindet, Freude, die kein Ende findet. 4. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Schöne! Tugendschönheit im Gemüte Jst bei Gott von größrer Gütte, Als der Lenz in seiner Blüte. 5. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Stärke! Welt und Fleisch muß unterliegen, Christenträfte müssen siegen, Wenn sie ihren Feind bekriegen. 6. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Segen! Was sie Gott zum Preis ersinnen Und darauf in ihm beginnen, muß stets Glück und Heil gewinnen. 7. O wie richtig und wie wichtig Ist der Christen Ehre! Sie sind Gottes Freund' und Kinder, Christi Brüder, auch nicht minder Richter aller Feind' und Sünder. 8. wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Schätze! Was Mel. Lobe den Herren, den. lles ist euer! o 560. Aorte des ewigen Lebens! Fühle sie, gläubige Seele, voll heiligen Bebens. Alles ist dein! Frdischgesinnten allein Tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, Findet er gleich Thoren geachtet und reich: Bie kann nach Eitlem ihn lüſten? 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faft Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen. 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, Alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer! o Christen, vom Himmel hernieder Schauet der Mittler auf seine erlöseten Glieder; Höret, er spricht: Fürchte, 298 Das christliche Leben. du Häuflein, dich nicht, Alles ist| Dann wird er sichtbar werden. euer, ihr Brüder! Alsdann Sieht man Ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren Für sein treues Bolt erklären. 6. Seid ihr auch elend, verlaffen, verfolgt und gefangen, Fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen, Droben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht, Dort ist das Alte vergangen. 5. Wie felig, Gott, sind wir alsdann, Wie viel hast du an uns gethan! Wie groß ist unsre Würde! Laß auf sie seh'n uns jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Der furzen Leiden Bürde. Herr, gib Den Trieb Jn die Seelen, dich zu wählen, und das Leben Ganz in Jesu Dienst zu geben. Joh. Eusebius Schmidt,* 1669, † 1745. 7. Die ihr mit Chrifto einst herrschet, singt Lieder der Feier, Freut euch der Hoheit, die Christus errungen so teuer, Die er erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja, alles ist euer! C. F. D. Schubart, 1739,+1794. Mel. Wie schön leucht't uns der. 561. We Jie groß ist unsre Seligkeit, Gott, schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden! Wenn unser Herz sich dir ergibt Und treu in Jesu Dienst sich übt, Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes Leben wird anheben, wo man Freuden Erntet von der Saat der Leiden. 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns gibst, Herr, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du doch uns überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre Ruh' Und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, Wir sein erkauftes Eigentum Und Schafe seiner Weide. Gutes Mutes Sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was farn bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Wert Der Gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf Erden: Doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, Mel. Wachet auf, ruft uns die. 562. Herr, welch eil kann In welche Höh'n darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel sein! O du Wort voll heil'gen Bebens, Und doch voll Wonn' und ew'gen Lebens: Jm Himmel soll mein Wandel sein! Ich sinke staunend hin, Ich ahne, wer ich bin. Wer ich sein kann. Ich trage noch Des Todes Joch, Im Himmel soll ich wandeln doch. 2. Schwing' dich denn zu diesen Höhen Und lern' im Lichte Gottes sehen, Wer du, versöhnte Seele, bist. Mit dem seligsten Entzücken Wirst du in diesem licht erblicken, Wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, Bist stark, dich ihm zu weih'n Ohne Wanken. Ér, Gottes Sohn, Gibt reichen Lohn Den Gläubigen an seinem Thron. 3. Wort vom Anfang, Eingeborner, Eh' du herabkamst, Auserforner, Lag auf dem Erdfreis Dunkelheit; Du erschienst, du licht vom Lichte, Wir schau'n in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit. Ja, Wahrheit, Trost und Ruh' Strömt, Herr, von dir uns zu, Wenn wir glauben: Du hast's vollbracht! Des Frrtums Nacht, Die Sünde selbst weicht deiner Macht. Würde und Seligkeit der Gläubigen ic. 299 heißt's: rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht er jagen, Es sei denn alles abgethan. 4. Wenn die Seel' in tiefe| es gilt der Welt absagen; Hier Stille Versunken ist, wenn ganz ihr Wille Der Wille des ist, der fie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen Sich fast erhebt zum sel'gen Schauen, Und Liebe sie für Liebe gibt; Wenn sie versichert ist, Dein Tod, Herr Jesu Christ, Sei ihr Leben: Wie hoch entzückt, Wie reich erquickt st sie, schon ganz der Erd' entrückt! 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, Als die im Blute Christi liegt; Die reine himmlische Bes gierde Hat alle Eitelkeit besiegt. An einem reinen Gottestinde Glänzt Gottes Name schön und rein: Wie könnt' es denn vom eitlen Winde Der Welt noch eine genommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, Damit die Welt sich selbst anficht, Vom Neid, damit sich andre tragen, Weiß Chrifti inn und Einfalt nicht. Den Schatz, den sie im Herzen heget, Behält sie wider allen Neid; Ist jemand, der Lust dazu träget, Das macht ihr lauter Herzensfreud'. 5. Ja, dann ist ihr schon gegeben Ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, Jm Himmel ist ihr Wandel dann. Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die Krone schon von weitem, Die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Sieg und Kraft Sei dem, der neu uns schafft, Jhm zu leben; Und ihm sei Dank und Lobgesang, Der für uns ging des Todes Gang. 6. Preis auf seinem Himmelsthrone Dem Vater und dem ew'gen Sohne, Jhm, der da ist und der da war! Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke Und Wunder sind, Herr, deine Werke, Dort sind sie ganz uns offenbar. Dort strahlt dein Angesicht Jm reinsten Himmelslicht Allen Frommen. Dort werden wir, Barmherz'ger, dir Ein Lob bereiten für und für. Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724,+1803. Mel. Die Tugend wird durchs. er Stand, o felig Leben, Das aus der wahren Einfalt quillt! Wenn sich ein Herz so Gott ergeben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt; Wenn sich der Geist nach Christi Bilde Im Licht und Recht hat aufgericht't und unter solchem flaren Schilde Durch alle falschen Höhen bricht. 2. Was andern schön und lieb lich scheinet, 3st solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist felchem Herzen schon zu viel. Warum? 563. 5. schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, Jhr säumt, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen ohne Öle? Es mangelt Einfalt, Christi Sinn; Sucht etwas Bess'res für die Seele Und gebt der Welt das Ihre hin. Jch. Joseph Winkler," 1670, † 1722. Mel. Valet will ich bir geben. seinen 564. leben Ist wahre Seligkeit; Sich ihm zu eigen geben, Ist, was allein erfreut. Nichts können und nichts wissen, Nichts wollen und nichts thun, Als Jesu folgen müssen: Das heißt in Frieden ruh'n. 2. Der Christ steht aus dem Schlafe In Chrifti Freundschaft auf Und fürchtet feine Strafe Im ganzen Tageslauf; Und ist der Tag vollendet, So legt er sich zar Ruh', Von Christo underwendet Thun sich die Sinne zu. 3. So geht er fest und stille Dahin bei Tag und Nacht; Au Jesum ist sein Wille, Nicht auf 300 Das christliche Leben. die Welt bedacht. Er hört und| Auf schöner grüner Aue; Zum fieht und fühlet, Hört, sieht und frischen Wasser führt er mich Und fühlt doch nicht, und weiß, von labt die Seele kräftiglich Durchs Schmerz durchwühlet, Kaum, daß sel'ge Wort der Gnade. ihm Weh' geschicht. 4. Gewiß, wer erst die Sünde Getilgt durch Christi Blut Und gleich dem frommen Kinde Auf ihn lenkt Sinn und Mut, Kann auch gottselig handeln Und kann bald anders nicht. Herr Jesu, lehr' uns wandeln In deiner Augen Licht. Nikolaus Ludwig, 2. Er führet mich auf rechter Bahn Um seines Namens willen; Und wenn auch Trübsal naht heran, Kann alle Furcht er stillen. Im finstern Thal ist er bei mir, D'rum fürcht' ich auch kein Unglück hier, Er ist mein Stab und Stecken. Graf von Zinzendorf,* 1700, † 1760. Mel. Nun freut euch, liebe Christen. 565. Der Herr ist mein getreuer er mir ich mich ganz vertraue. Zur Weid' bleib' in seinem Hause. er mich, sein Schäflein, führt 3. Er speiset mich mit Himmelsbrot, Er falbet meine Seele, Wenn mich umgibt viel Angst und Not, Mit seinem Freudenöle; und Gutes und Barmherzigkeit Mel. O Gott, der du ein Heerfürst. 566. M ein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben, Wo Gott mir eine feste Stadt Auf Bundesblut gegründet hat; Ta werd' ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 12. Tod, Gericht und Ewigkeit. 2. So schnell ich Land und Sand verlass', Läuft schnell des Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach' mich nur bereit, Und öffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht', Und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Rein Reisen ist ohn' Ungemach, Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Weg ist eng, der Feinde viel, Die mich abwenden von dem Ziel, Ich muß mich oft in Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn, Und kann oft keinen Ausweg seh'n. Cornelius Becker,* 1561,+1604. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist find't nirgend Ruh'; Toch alle Müth' ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast ange= nommen, Zeig' mir im Worte deine Tritt', Laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleugt, ach, eile du, Und fleug mit Gnad' und Hülf' herz. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit', Gib in Geduld Be= ständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; Ach zeuch mich, daß ich dir nachlauf', Sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. Tod, Gericht und Ewigkeit. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden. Und wenn ich schließ' die Augen zu, So bring' mich zu der stillen Ruh', Wo Streit und Mühe ganz verschwinden. Ja, laß mich sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen, Dort werd' ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang', hier in der Wüste wird 568. Jdeiner Macht, Du Mel. O Gott, der du ein heerfürst bist. bin, in mir bang'. Friedr. Adolf lampe,* 1683,+1729. 301 5. Des Himmels sel'ge Freuden Ermißt fein sterblich Herz; O Trost für kurze Leiden, Für kurzeft Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trant! 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weih'n Und aufgelöst zu werden Mit heil'ger Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Sobald ihr Gott gebeut, Gehn sie getrost durchs Leben Hin zur Unsterblichkeit. G. B. Funt,* 1734, † 1814. sind Staub, Sie blühen auf und fallen, Des Todes fichrer Raub. Die Stund' ist uns verborgen, Da Gottes Stimme ruft; Doch jeder neue Morgen Bringt näher uns zur Gruft. Mel. Christ, alles, was dich kränket. ie auf wann ich 567. Den, Die Sterblichen Erdenthal Auch wieder gute Nacht muß geben; Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Herr des Lebens, wohl. 2. Wen hab' ich doch, als dich allein, Der mir in meiner letzten Pein Kann Trost und Rat und Hülfe bringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr fann, Und ich muß mit dem Tode ringen, Wenn allen Sinnen Kraft gebricht: Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 2. Getroft gehn Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit bangem Herzen nah'n; Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, und vor der Gläub'gen Retter Erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will' einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir in solcher Angst, Der du zum Heil der Sünder Selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende Mich Todesschrecken faßt, Dann nimm in deine Hände, Den du erlöset hast. hast mich an das Licht gebracht, Und du erhältst mir auch das Leben. Du tennest meiner Monden 3. Mich dünft, schon lieg' ich kraftlos da, Dem letzten Augenblicke nah', Von Todesangst schon überfallen; Gehör und Sprache nehmen ab, Die Augen starren hin aufs Grab; Doch kränkt die Sünde mich vor allen, Die Stimme des Gewissens spricht: Gerecht ist Gott, er hält Gericht. 4. Ich höre der Posaune Ton, Ich sehe meinen Richter schon, Und um ihn alle Völker stehen; Geöffnet liegt vor ihm sein Buch, Schon hör' ich des Gesetzes Spruch, Das christliche Leben. 302 Jhn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammnis ist des Sünders Teil, Er hat kein Recht an Gottes Heil. 5. Rein Geld noch Gut errettet mich, Umsonst erbeut ein Bruder fich, Den sünd'gen Bruder zu er= lösen. Ein jeder wird alsdann em pfah'n Den Lohn für das, was er gethan; In dem Gericht schützt nichts den Bösen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Thust du es nicht, mein Herr und Gott? 6. In meiner Seele großem Schmerz Erheb' ich zu dir Aug' und Herz, Der du die Missethat vergibest; Den Tod des Sünders willst du nicht, D'rum schreckt mich nicht dein streng Gericht, Weil du auch mich in Christo liebest. D'rum fahre Furcht und weifel hin! Ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu Christ, dein teures Blut Vergosfest du auch mir zu gut', Ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, So rette deines Leidens Ehre; Du haft so viel an mich gewandt, O laß mich nicht aus deiner Hand. 8. Nein, nein, ich glaube feft, mein Heil, Ich hab' an dir auf ewig teil; Du bist im Tode noch mein Leben. So steg' ich über Angst und Not, Ob auch die Hölle und der Tod Mit ihren Schrecken mich umgeben. So lang' ich lebe, bin ich dein, Dein werd' ich auch im Tode sein. Simon Dach, 1605, † 1659. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 569. Met eine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil' ich hin zum Grabe, Und wie wenig ist's vielleicht, Das ich noch zu leben habe; Dent', o Seele, an den Tod, Säume nicht, denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wann du stirbft, Wünschen wirst gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreu'n, Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugnis gibt, Wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, Gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde trostlos dich umgeben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet' und wache; Sorge nicht, wie früh' du stirbst, Deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheu'n, Lerne seiner dich erfreu'n. 6. überwind' ihn durch Vertrau'n; Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n Einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich sterblich bin, Lehre du mich ernst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Mel. Wer weiß, wie nahe mir. 570.h sterbe täglich, und mein Leben Filt immer zu dem Grabe hin. Wer kann mir sichre Bürgschaft geben, Daß ich noch morgen lebend bin? Der Tod, Der Tod Kommt her, hin geht die Zeit, Ach, wär' ich täglich doch bereit! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Eh' er die Sichern überfällt; D'rum, mußt du schnell ins Land der Toten: Wohl dir, Tod, Gericht und Ewigkeit. 303 ist Herz und Haus bestellt. Oft| Durch seine heil'gen Wunden Bin hängt:: An einem Augenblick Dein ew'ges Unglück oder Glück. ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem stockt im Lauf, Der Mund nicht mehr fann sprechen, Dann nimm mein Seufzen auf. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. D'rum gib,:,: Herr, daß ich jeden Tag An meinen Abschied denken mag. 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn's ihm an Öl gebricht: 4. Es kann vor Abend anders werden, Als es den Morgen mit mir war; Wo ich auch wandle hier auf Erden, Steht neben mir die Todtenbahr'. Ein Schritt:,: Nur ist es bis dahin, Wo ich des Grabes Bcute bin. 6. Alsdann fein sanft und stille Laß mich, Herr, schlafen ein. Herr, es gescheh' dein Wille, Wenn fommt mein Stündelein. 7. Dann laß mich an dir kle= ben, Wie eine Klett' am Kleid, Und ewig bei dir leben Jn reiner Himmelsfreub'. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn sich am Ziel mein Auge schleußt, D'rum bet' ich in gesunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist! Und wenn:,: Ich kaum noch seufzen fann, Dann nimm des Heilands Fürsprach' an. 6. Kann ich nicht fegnen dann die Meinen, segne du sie, Herr, für mich; Wenn um mich her fie zagend weinen, Vater, so erbarme dich. Dann laß:: Auch der Verwaisten Schrei'n Durch deinen Sohn erhörlich sein. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, So schließ' mir, Herr, den Himmel auf; Verkürz' des letzten Kampfes Schmerzen Und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb':: Ich ohne Angst und Pein, Und selig wird mein Ende sein. Benjamin Schmolde, 1672, † 1737. 8. Dort an des Himmels Throne Sing' ich dir Ehr' und Preis, Wen ich einst bei dir wohne Im schönen Paradeis. Simon Graf,* 1603,+1659. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. In 572. ein bin ich, Gott, deiner Hand steht meine Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar Ihr Todesjahr Bestimmt schon, eh' die Zeit noch war. 2. Wenn meiner Tage Ende kömmt, Und deine Hand das Leben hemmt, Dann hilf mir in der Todesnot, Getreuer Gott, Ein sanfter Schlaf' werd' mir der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf Zur Ruh' der Seligen mich auf; Verwirf, wenn einst das Herz mir bricht, Verwirf mich nicht, Herr, Herr, vor deinem Angesicht. Eigene Melodie. 4. Drückt mich auch schwerer 571. Chriftus, der ist mein Krankheit Schmerz vor meinem Leben, Und Tod, Herz, Daß es mein Gewinn, Jhm hab' ich mich auch in der Schmerzen Wut Mit ergeben, Mit Fried' fahr' ich dahin. starkem Mut In deiner weisen Fügung ruht. 2. Mit Freud' fahr' ich von hinnen Zu Christ, dem Bruder mein, Den Himmel zu gewinnen, Und dort bei ihm zu sein. 5. O Jesu, bring' mich dann zur Ruh', In meinem Herzen wirke du, Daß ich mit gläubigem Vertrau'n Mög' ohne Grau'n Hin in die Nacht des Todes schau'n. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, 304 Das christliche Leben. 6. Hilf meiner Schwachheit,| fie; Du aber ringe stets nach ihr, Geist des Herrn, Zeig' mir den Als wäre sie ein Werk von dir. Himmel dann von fern, Daß ich, wenn ich zum Vater fleh', Getröstet seh', Wie er mich liebt, zu dem ich geh'. 10. Jhr alle seine Tage weih'n, Heißt eingedenk des Todes sein, und wachsen in der Heiligung st wahre Tod'serinnerung. Friedr. Got: 1. Klopsted,* 1724, † 1803. 11. Wie leicht vergess' ich dieser Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht. An meinen Tod erinnre mich, Taß ich dir wandle widiglich. 12. Gib, Herr, daß ich an jedem Tag Mein Herz ror dir erforschen mag, Ob Glaube, Liebe, Demut, Tren', Die Frucht des Geistes, in mir sei; Mel. Herr Jesu Christ, mein's. ie ficher lebt der 573. Wie ficher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel', Der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Frrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' bei Glück und Not Im Herzen oft an meinen Tod: Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. Mel. Wie schön leucht't uns der. 4. Wir leben hier zur Ewig- 574. Wie wird mir dann, feit, zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Teil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht, Da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, Den Rat der Herzen offenbar. 6. D'rum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit, Prüf' deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Macht dich noch nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Jhm folgt und sich vom Bösen tehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt: Dies ist es, was bei Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh', Du wirkst sie nicht, Gott wirket 13. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Ste's meinen Lüsten widersteh' Und endlich in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. sein, Wenn ich mich deiner ganz zu freu'n, In dir entschlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz befreit Von Sünde und von Sterblichkeit, Entfliehen dieser Erde. Fren' dich Innig, Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde, nieder; Doch du, o Herr, erleichterst mir Dies Joch, mein Herz stärkt sich in dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben Und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, Mein Geist, er ist der Weg zum Schau'n In jenem bessern Leben; Er sei dir nicht mehr fürchterlich, Zur Freud' und Herrlichkeit wird dich Der Herr durch ihn erheben. Hier Tod, Gericht wird Dein Hirt Nach den Thränen, nach dem Sehnen dich Erlösten Völlig und auf ewig trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, Noch eh' ich dieses Fleh'n vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, Jch befehle meine Seele deinen Händen; So laß mich den Lauf vollenden. und Ewigkeit. 305 Daß nicht mein Tod dem Schwachen Anstoß sei, Mein letztes Wort noch zeige meine Treu'. 4. Getrost und sanft aus from= mer Christen Mitte Zu dir zu gehn, das, Herr, ist meine Bitte. So wird mein Tod Erhöhung deines Ruhms Und ein Beweis der Kraft des Christentums. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, Einst dort dir leben werde! Dann bin ich, frei von Sünd' und Leid, Ein Mitgenoß der Herrlichkeit, Nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, Daß mir Durch dein Leiden jene Freuden offen stehen; Ewig will ich dich erhöhen. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724, † 1803. 5. 3um Lobgefang für mein erfülltes Hoffen Steht mir ja dort die Ewigkeit auch offen; Hier gib mir nur, daß, wenn mein Haupt fich neigt, Das Fleh'n zu dir in meinem Geist nicht schweigt. Nicht ermittelt. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel', Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, So sei mein Leben dir geweiht, Bis einst 576. Bis einft mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein Leben hinzugeben, daß ich droben Dich unendlich könne loben. Eigene Melodie. 576. alet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt; Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott den belohnen, Der treu ihm diente hier. 2. Rat' mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn. Sollt' ich noch dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz' mir alles Leiden, Stärk' meinen blöden Mut, Laß selig mich verscheiden, Setz' mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam' und Kreuz allein Mir funkelt jede Stunde, D'rauf 575. Mel. O höchster Gott, o unser. ir sterb' ich einst, ich ich lebte. Odaß dein Bild im Sterben vor mir schwebte! Dann geh' ich still, in Gott getroft, wie du, Durch dich gerecht in meines Grabes Ruh'. 2. Wer also stirbt, der weihet durch sein Sterben Die Seinen auch zu frohen Himmelserben; Verherrlicht wird durch ihn die Gottestraft, Die aus dem Schmerz am Grabe Wonne schafft. 3. Bin ich zu schwach, dich sterbend noch zu preisen, So woll'st du doch die Gnade mir erweisen, mir im Bilde, Zu Trost in meiner Not, Zeig' mir, wie du so milde Für mich erlitt'st den Tod. 4. Verbirg mein' Seel' aus Gnaden In deine offne Seit', Rück' sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmels= schloß; Auf ewig ist genesen Der bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n aufs beste Ins Buch des Lebens ein, Und bind mein' Seel' fein feste Ins schöne Bündelein Von denen, 20 306 Das christliche Leben. die dort grünen Und vor dir leben| Spott, Für mich am Kreuze endfrei, So will ich ewig rühmen, lich starbst, Und mir dein's Va= Wie treu dein Herz mir sei. ters Huld erwarbst! Valerius Herberger,* 1562, † 1627. 2. Jch bitt' durchs bittre Leiden dein, Du woll'st mir Sünder gnädig sein, Wenn ich nun komm' in Sterbensnoth, Und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht all' mein Gesicht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst das Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Mir aller Menschen Hülf' zerrinnt: So komm, o Herr Christ, mir behend' Zu Hülf' an meinem letzten End'; 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal, Verkürz' mir auch des Todes Qual; Das, was mich schrecken kann, vertreib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib. 6. Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, So nimm sie, Herr, in deine Händ'. Der Leib hab' in der Erde Ruh', Bis kommt der jüngste Tag herzu. 7. Ein fröhlich Aufstehn mir verleih, In dem Gericht mein Fürsprech sei, Und meiner Sünd' nicht mehr gedenk', Aus Gnaden mir das Leben schent'. Eigene Melodie. enn mein Stünd577. Wen lein vorhanden ist, 3u fahren meine Straße, So leite mich, Herr Jesu Chrift, Mit Hülf' mich nicht verlasse. Mein' Seel' an meinem letzten End' Befehl ich, Herr, in deine Händ', Du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich kränten sehr und mein Gewissen nagen; Der Schuld ist viel, wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen. Bedenken will ich deinen Tod; Herr Jesu, deine Wunden rot, Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst' ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib' In Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, Ein ew'ges Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich stets bei dir leb' und bin, D'rum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, Mein' Arm' will ich ausstrecken. Ich schlafe ein, und ruhe fein, Rein Mensch kann mich aufwecken; Denn Jesus Chriftus, Gottes Sohn, Der 579. Ich hab' mein' Sach' Eigene Melodie. wird die Himmelsthür aufthun, Er führt zum ew'gen Leben. Nikolaus Hermann, † 1561. Mel. Nun lasset uns den Leib begrab'n. err Jesu, wahrer 578. Der du litt'st Marter, Angst und Gott heimgestellt, Er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Soll ich noch länger Leben hier, So folg' ich dir; Dein Wille, Herr, gescheh' an mir! 2. Mein' Zeit und Stund' ist wann Gott will, Ich schreib' ihm nicht vor Maß noch Es sind gezählt all' Haare mein, 8. Wie du hast zugefaget mir In deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, dem helfe ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich. 4 Paul Eber, 1511, † 1569. Tod, Gericht und Ewigkeit. Beid', groß und klein, Fällt feines ohn' den Willen sein. 3. Es ist hier nur ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall; Des Bleibens ist ein' tleine Zeit, Mithseligkeit ſt unser Loos und steter Streit. 4. Was ist der Mensch? ein Erdenkloß, Vom Mutterleibe nackt und bloß, Nichts bringt er mit sich auf die Welt, Kein Gut, noch Geld, Nichts nimmt er mit, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, Nicht Kunst noch Gunst, noch stolzer Mut. Dem Tod fein Kraut gewachsen ist, Mein frommer Christ, Denn, was da lebet, sterblich ist. 6. Heut' sind wir frisch, gesund und stark, Und morgen liegen wir im Sarg; Heut' blühend', wie die Rosen rot, Bald krank und tot, Und überall ist Müh' und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus den Augen, aus dem Sinn; Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Sei unsre Ehr' auch mannigfalt. 8. Ach Herr, lehr' uns bedenfen wohl, Daß jeder von uns sterben soll, Ja, daß wir hier tein Bleiben seh'n, Wir müssen gehn, Gelehrt und reich, jung, alt und schön. 9. Das macht die Sünd', 0 treuer Gott, Dadurch kam in die Welt der Tod; Er nimmt ein jedes Menschenkind, Wie er es find't, Fragt nicht, von welchem Stand wir sind. 10. Ich hab' hier wenig gute Tag', Mein täglich Brot ist Müh' und Plag'; Wenn mein Gott will, so fahr' ich hin, Getrost im Sinn, Denn Sterben ist nun mein Gewinn. 307 12. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ Für meine Sünd' gestorben ist und auferstanden mir zu gut'; Der Höllen Glut Hat er gelöscht mit seinem Blut. 11. Und ob mich schon die Sünd' anficht, Will ich dennoch verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Mir hilft in Not, Der seinen Sohn gab in den Tod. 13. Dem leb' und sterb' ich immerfort, Uns trennt der Tod nicht hier und dort. Fm Tod und Leben bin ich sein; Er wird allein Mein cin'ger Trost und Helfer sein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag', Ohn' alle Plag', Werd' auferstehn zum ew'gen Tag. 15. Mein frommer und getreuer Gott Bewahrt die Saat auch in dem Tod; Da darf nicht, weder groß noch klein, Vom Leibe mein auf ewig ganz verloren sein. 16. Ich werde Gott von Angesicht Einst schauen, daran zweifl' ich nicht, In ew'ger Freud' und Seligkeit, Die mir bereit. Jhm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 17. Jesu Christe, Gottes Sohn, Versöhner vor des Richters Thron, Schließ mich in deine Wunden ein, Du bist allein Der ein'ge Trost und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber, treuer Gott, Bescher' uns einen sel'gen Tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich In deinem Reich Bald mit dir leben ewiglich. Joh. Pappus, 1549, † 1610. 580. Mel. Christ, alles, was dich fränket. Herzlich ist mein Verlangen Nach einem sel'gen End', Weil ich hier bin umfangen Mit Trübsal und Elend. Ich habe Lust zu scheiden Von dieser bösen Welt 3u jenen ew'gen Freuden, Sobald es Gott gefällt. 2. Du tamst, von allem Bösen, Von Teufel, Tod und Höll' Mich Sünder zu erlösen; D'rauf ich mein' Hoffnung stell'. Wie sollte mir denn grauen, Wenn 20* 303 Das christliche Leben. meine Kraft zerrinnt? Auf dich,| im Vertrauen, Es währt nur Herr, will ich bauen, Ich bin kurze Zeit, Dann werden wir dein selig Kind. uns schauen Dort in der Ewigkeit. 3. Sei noch so süß das Leben, Der Tod ouch bitter mir, Jch will mich doch ergeben, 3u sterben willig dir. Ich weiß ein beff'res Leben, zu dem mein Geist geht hin, Das willst du, Herr, mir geben: Der Tod ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden Verscharret und verzehrt, Doch um erweckt zu werden, Durch Christum neu verklärt. Dann leucht' ich als die Sonne, Dann leb' ich ohne Not In ew'ger Freud' und Wonne, Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mancher immer geizet, Um reich zu sein in ihr: Gottlob, daß ich's nicht achte! Es währt nur kurze Zeit; DasGut, wonach ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheiden Von Freunden wehe thut, Daß sie und ich viel leiden: Gott gibt uns Trost und Mut. Dort in des Himmels Freuden, Die uns erwarb sein Sohn, Wird uns kein Tod mehr scheiden, Vereint vor seinem Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen Die Kindlein hülfles, flein: Gott wird sie nicht verlassen, Jhr Trost und Helfer sein. D'rum will ich gerne sterben Und trauen meinem Gott, Er läßt sie nicht verderben, Er hilft aus aller Not. 8. Warum wollt ihr verzagen, Wenn ihr so früh' verwaist? Gott kann euch nichts versagen, Der junge Raben speist. Die Witwen und die Waisen Schützt er mit Vatertreu', Er wird sie gnädig speisen, Das glaubt ohn' alle Scheu. 9. Ihre alle meine Lieben, Euch segne, segne Gott! Last euch nicht so betrüben Die Tren nung durch den Tod. Beharret 10. Hilf, daß ich mich nun wende Zu dir, Herr Christ, allein! Gib mir ein selig Ende, Laß bald mich bei dir sein. Führ' mich ins ew'ge Leben, Das du erworben haft; Du hast, ich darf nicht beben, Getilgt der Sünden Last. 11. Hilf, daß ich ja nicht weiche Von dir, Herr Jesu Christ; Dem Glauben Stärke reiche In mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, Nimm, Heiland, mich in acht, Daß ich mag fröhlich singen: Gottlob, cs ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563,+1621. Eigene Melodie. 581. meine Seele, Und vergiß der Not und Qual! Christus, dem ich mich befehle, Ruft mich aus dem Jammerthal. Ars der Tribsal dieser Zeit Führt er mich zur Herrlichkeit, Die kein Ohr hat je gehöret, Und die ewig, ewig währet. 2. Tag und Nacht hab' ich gebeten Zu dem Retter, meinem Herrn; Ach, ich war in manchen Nöten, und der Trost war mir oft fern. Wie ein müder Wand'= rer klagt Und nach seinem Ziele fragt, So muß ich mich oft in Thränen Nach dem Lebensziele sehnen. 3. Denn wie unter Dornen blühen Rosen, schön wie Morgenrot, Also gehn durch Angst und Mühen Christen hin in Not und Tod. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind: So muß oft im Christenleben Sich der Leiden Sturm erheben. 4. Welt und Teufel, Tod und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Sind so vieler Leiden Quelle, Rauben oft den frohen Mut; Trübsal folgt der Freude nach, Und sein Kreuz hat jeder Tag; Ach, Tod, Gericht und Ewigkeit. bie Morgenröte den heitern Lebensmorgen Trüben oft die bangen Sorgen. 5. Wenn schimmert, Und der Schlaf fich von uns wend't, Gibt's so viel, das uns bekümmert, Müh' und Plag' an allem End'; Und wir effen unser Brot Oft mit Thränen, Sorg' und Not; Hört die Sonne auf zu scheinen, So währt doch noch unser Weinen. 6. Leuchte mir mit deiner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, Daß ich deine Kreuzespfade Als dein Jünger gehe gern. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Fahr' in deine Herrlichkeit; Steh mir bei mit deinem Worte Bis an meines Grabes Pforte: 7. Gläubig will ich zu dir fliehen Auf dem bittern Todesgang, Gern zu dir, zur Heimat, ziehen, mit der Liebe reinem Dank. Herr, der einst das Paradies Jenem Gläubigen verhieß, Dahin woll'st du mich auch führen und mit ew'ger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, und vergeht mir das Gehör, Kann die Zung' auch nicht mehr sprechen, Und befinn' ich mich nicht mehr: Bist du doch mir Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort'; Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen. In 9. Laß einst auf Elias Wagen Deine Engel bei mir sein, Und wie Lazarum mich tragen den schönen Himmel ein, Wo die Seel' in deinem Schoß Ruht erquickt und leidenlos, Bis der Leib kommt aus der Erde Und mit ihr vereinigt werde. 10. Freu' dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Not und Qual; Christus, dem ich dich befehle, Ruft dich aus dem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du seh'n in Ewigkeit, Mit den Engeln ihm zu singen, Ihm auf ewig Preis zu bringen. Simon Graf, 1603,+1659. 309 Mel. Alle Menschen müssen sterben. u, o schönes Welt582. gebäude, Magst gefallen, wem du willt! Deine, ach, so kurze Freude Jst mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel haffen, Will ich ihre Weltlust lassen: Mich ver= langt nach dir allein, Jesu, nur bei dir zu sein. 2. Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Möchten sanft und süße raften: Ich wünsch' jetzt bei dir zu sein, Deiner Liebe mich zu freu'n. 3. And're mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen geh'n, Ihren Handel zu bestellen, Und da Šturm und Not aussteh'n: Ich will auf des Glaubens Schwingen Zu den Sternenhöhen dringen; Ewig da bei dir zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. 4. Tausend Brüder, ganze Heere Von Bekannten schlafen schon, und ich schiffe noch im Meere, We erborg'ne Klippen droh'n, Wo he: schnellen Wirbelwinden Rein acwffer Weg zu finden. Mich verlangt nach sichrer Ruh', D'rum eil' ich dem Hafen zu. 5. Komm, o Tod, du Schlafesbruder, Wenn es Gott will, nimm mich fort, Löse meines Schiffleins Ruder, Bringe mich zum sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen, Du kannst mich vielmehr erfreuen. Jesu, durch den Tod allein Kann ich ewig bei dir sein. 6. Soll ich dort die grünen Auen Und den goldnen Himmelssaal Noch nicht, wie ich wünsche, schauen, Soll ich wandern noch im Thal: O dann sei mein gan= zes Leben Dir, o Jesu, treu ergeben! Das sei meine Sorg' allein: Ewig einst bei dir zu sein. Johann Franc, 1618,+1677. • 310 Das christliche Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott. 583. Mein ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich weiß, wie bald der Mensch vergeht, und finde hier fein sichres Erbe, Kein Gut, das ewiglich besteht. D'rum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute noch geschieht, Daß mich des Todes Hauch entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; D'rum mache täglich mich bereit Zum Hingang in die Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft wird der andre heimgeführt. Doch wie du willst! nur das verleih, Daß ich getroft im Scheiden sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Hügel einst mich deckt; G'nug, wenn ich dieses nur erwerbe, Daß ich zum Leben werd' erweckt. Wo dann mein Grab auch möge sein, Die Erd' ist allenthalben dein. machen, Wenn mich Sünd' und Tod ansicht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der frohen Ewigkeit. Joh. Rist, 1607. 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir. Ich weiß, daß ich dann nicht verderbe, Tebt Christus und sein Geist in mir. Darum erwart' ich glaubensvoll, Wo, wie und wann ich sterben soll. Benjamin Schmolcke,* 1672, † 1737. 585. Ewigkeit, du Donnerwort, Du Schwert, das unser Herz durchbohrt, Du Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor Angst und Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganzes Herz erschrickt und bebt, Wenn mir dein Bild vor Augen schwebt. 2. Wo ist doch eine Not der Welt, Die mit der Zeit nicht endlich fällt und aufhört uns zu quälen? Doch ewig, ewig, ewig Leid Erwartet nach der Prüfungsgeit Die gottverworfnen Seelen. Nie stirbt der Wurm, wie Jesus spricht, Erlöschen wird ihr Feuer nicht. 3. Ewigkeit, du machst uns bang', O ewig, ewig ist zu lang'! Erzittert, sichre Herzen, Erzittert vor der ew'gen Nacht! Da leuchtet feiner Sonne Pracht, Kein Schein der Himmelskerzen; Nichts, nichts als tiefe Finsternis Und des Gewissens Schlangenbiß. 4. Nach Kühlung lechzt umsonst das Herz, Starr blickt das Auge himmelwärts Nach jenen ew'gen Freuden; Sieht neiderfüllt die Sel'gen dort, Und dunkler wird der Und Mel. Alle Menschen müssen sterben. enn Ge584. Wericht jou treten, sein Leiden. Wie Blitz schlägt's in die Seel' hinein: Auch du, du könntest selig sein! Wo man nicht entfliehen kann, Ach, so wollest du mich retten, Und dich meiner nehmen an. Du allein, du kannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr, zu meiner linken Hand, Seid von mir noch nie erkannt. 5. Und wieder Nacht, und wieder Blitz Herab vom ew'gen Richterfitz Jns bebende Gewissen! Es ruft, sich schwerer Schuld bewußt: Weh', weh', daß schnöde Sündenluft Den Himmel mir entrissen! Gott rief so oft, du hörtest nicht; 2. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht. Du, du kannst mich stärker| Nun trifft dich sein gerecht Gericht. Eigene Melodie. Tod, Gericht und Ewigkeit. 311 6. Nun ewig, ewig, ewig fern| es dir gefällt, Nimm mich zu Von deinem Heil, von deinem dir ins Himmelszelt. Herrn, Den du so frech verachtet! Wie strahlte dir sein Angesicht Im Dornenkranz, im Himmelslicht! Doch war dein Herz umnachtet. Du stießeft selbst dein ewig Glüd, Des Heilands Retterhand zurück. 7. Nur Sünden kannst du um dich seh'n, Rein Unheil machst du ungescheh'n, Das du einst angerichtet. Wie starrt des MenSchenglückes Saat Dich an, durch deine Frevelthat Zerschmettert und vernichtet! Und Giftsaat hast du ausgestreut, Die ewig wuchernd fich erneut. 8. Sieh' da, des Elends Jammerbild! Es war der Herr, der nun vergilt, Der zu dir kam im Armen; Wie leicht war dir's, ihn zu erfreu'n, Jhm Trost und Schild und Stab zu sein, Du hatteft kein Erbarmen. Ach, hättest du dir Heil gesä't! Doch alle Reu' ist nun zu spät! 9. Noch ist es Zeit! wach' auf, wach' auf, Steh' still in deinem Sündenlauf! Sieh hin, o sieh mit Beben: Dem tiefsten Abgrund eilest du Wie mit verschloss'nen Augen zu; Steh auf zum neuen Leben! Sieh, ewiges Verderben droht! Steh auf, steh auf vom Seelentod! 10. Noch ist es Zeit! auf, heute noch Wirf ab der Sünde schmählich Joch Und folge deinem Retter, Der heute dir so freundlich ruft! Ach, morgen droht vielleicht die Gruft, Flammt des Gerichtes Wetter. Entreißet euch doch schnell, entreißt Der Sünd' euch, weil's noch heute heißt. Joh. Rist, 1607. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 586. Ewigkeit, du Freudenwort, erquicket fort und fort, Du Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud' ohne Leid! Ich weiß vor Herzensfröhlichkeit Nun nichts mehr vom Elende, Das sonst mich hier im Leben plagt, Weil mir ein ew'ger Morgen tagt. 2. So herrlich ist nichts in der Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und gänzlich, muß vergehen. Erhaben über alle Zeit Ist nur die ferne Ewigkeit, Die Sie wechsellos bleibt stehen. strömt von Gottes ew'gem Licht, Sie bleibet und veraltet nicht. 3. Was ist doch aller Chriften Qual, Die Pein der Märt'rer allzumal, So vieles Kreuz und Leiden? Was ist's, wenn man's zuſammen trägt, Und alles auf die Wage legt, Wohl gegen Himmelsfreuden? Wie wird es überwogen weit Von jenes Lebens Herrlichkeit! 4. Im Himmel lebt die Christenschar Bei Gott viel tausend, tausend Jahr', Wird nimmer dessen müde; Umringt vom schönen Engelchor, Schwingt sie sich froh zu Gott empor, Und ewig währt ihr Friede; Denn Christus gibt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. 11. Ewigkeit, du Donner wort, Du Schwert, das durch die Seele bohrt! Du Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor Angst und Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Herr Jesu, wenn 5. Ach, wie verlangt mich oft von hier, Mein mattes Herz sehnt sich nach dir, Du überselig Leben! Wann reichst du, Vater, mir die Hand, Wann wirst du mich ins Heimatland, Mich Pilger, einst erheben? Der Welt will ich vergessen ganz, Mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. Ewigkeit, du Freudenwort, Das mich erquicket fort und fort, O Anfang ohne Ende! Freud' ohne Leid! Ewigkeit, 312 Das christliche Leben. Ich weiß von keiner Traurigkeit,| los, Und der Traurigkeit entWenn ich mich zu dir wende. nommen, Ruhen sanft in Gottes Herr Jesu, mache du mich frei, Schoß. In der Welt ist Angst Damit ich ewig bei dir sei. und Not, Endlich gar der bittre Tod; Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. E. Finr,( gen. Francisci,) * 1627, † 1694. Eigene Melodie. 587. wie felig ſeid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Wo nur Furcht und Schrecken uns umschweben; Was wir hier kennen, st meist Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Jhr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer, Rein Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich an euren Freuden. 4. Christus hat getrocknet eure Thränen, Jhr besitzet, wonach wir uns sehnen, Ihr hört und fehet, was hier keines Menschen Geift verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, Gern den Himmel für die Welt ererben? Wer hier noch weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös' uns auf, und führ' uns bald von dannen. Bei dir, o Sonne, Ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. Simon Dach,* 1605, 1659. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 588. Welt, hinweg! ich bin dein müde, Ich will nach dem Himmel zu; Da wird sein der rechte Friede Und des Herzens wahre Ruh'. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts denn lauter Eitelkeit; In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, Werd' ich, aller Krankheit 3. Was ist dieser Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid. Hier auf dieser öden Heide Ist bei dir ist Krieg und Streit, viel Unkraut ausgestrent. Welt, nichts denn lauter Eitelkeit, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 4. Unaussprechlich herrlich singet Gottes auserwählte Schar, und das Heilig, heilig! flinget In dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn Und des Jammers bitt'rer Ton, Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 5. Unserm Lachen folgt bald Weinen, Denn die Freude bleibet nicht; Will uns auch die Sonne scheinen, So hemmt doch die Nacht das Licht. Welt, in dir ist Angst und Not, Sorgen und zuletzt der Tod, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 6. Heil mir! denn es wird geschehen, Daß auch ich in turzer Zeit meinen Heiland werde se= hen In der großen Herrlichkeit. Heil mir! denn bei uns ist Not, Müh' und Furcht, zuletzt der Tod, Aber dort ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 7. Heil dem, der dorthin gelanget, Wo der schöne große Chor In des Himmels Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, All ihr Thun ist Eitelkeit, In dem Himmel alle= zeit Friede, Freud' und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen, Stunden, o wann schlaget ihr, Daß ich nun mit dem fann sprechen, Der mich liebte für und für? Welt, in dir ist Sturm und Streit, Trübfal, 313 Tod, Gericht und Ewigkeit. Not und Traurigkeit, Aber dort| Leben Willig für uns hingegeben. ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. Mit ihm, unserm besten Freund, Sind wir ewig dann vereint. 9. So will ich mich fertig machen, Daß mein Thun vor dir besteh', Daß, mag auch der Weltbau frachen, Jch zu dir, Herr Jesu, geh'. Welt, in dir ist Angstgeschrei, Sünde, Falschheit, Henchelei, In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. J. G. Albinus,* 1624,+1679. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thränen Ew'ge Güter uns erfreu'n? Wo die Kämpfer stehn mit Palmen, Man statt Klagelieder Psalmen Und statt Seufzer Jubel hört, Die fortan kein Kummer stört. 7. Was ist unser Los auf Erden, Ob's auch noch so köstlich sei? Ist's doch nimnier von Beschwer= den, Sorg' und Kummer völlig frei? Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen, Dort erst wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet: Richte dernen Glaubensblick Oft nach jener Stadt der Frommen, Ringe standhaft, hinzukommen, Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; Mache denn mein Herz. stets reiner, Frömmer mich, dich einst zu seh'n. Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo dein ew'ges Lob erklingt. Benj. Schmolde,* 1672, † 1737. 589. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wie unaussprechlich selig Werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig Unsers Glaubens Früchte ein. Da wird frei von Leid und Zähren Unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen Dort für Heil bereitet haft, Noch in keines Herz gekommen; Welcher Mensch auf Erden faßt Deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden Werden Alle, die dir trau'n, Mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden dort ihr Glück erhöh'n. Und mit staunendem Gemüte Wird es unser Auge seh'n, Deine Huld sei überschwenglich Und das Gute unbergänglich, Welches dem, der recht dich liebt, Deine Vaterhand dort gibt. Dann wirst du dich untern 590. Naturzer Tage ErMel. Wer nur den lieben Gott. ach einer Seelen Offenbaren, wie du bist; Keine Wonne wird uns fehlen, Da wo alles Wonne ist. Zu volltommnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der am Kreuze für uns starb Und uns dieses Heil erwarb. wartet uns die Ewigkeit; Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobgesänge Dir, erhabner Gott, zu weih'n, Dir und dem, der selbst sein 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick, Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück; Er bleibt ein Mensch, und seine Das christliche Leben. 314 Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald kämpft in feinem eignen Herzen Ein Feind, der oft den Sieg erhält; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen be neidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nicht frei von Pein, Nicht frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Wert empfinden, Den unaussprechlich großen Wert. Den Gott der Liebe werd' ich seh'n, Ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wefen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, fich offenbart, Ein Heilig, heilig, heilig! singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Engel jauchzen ihm. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, Der Retter einer Seele sein! 12. Was sind die Leiden dieser Erden Doch gegen jeneHerrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen fie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. Eigene Melodie. 591. I erusalem, Du hochgeGott, ich wär' in dir! Mein hoffend Herz, Das deinen Vorschmack hat, Wie sehnt es sich von hier! Weit über Berg und Thale, Weit über Flur und Feld, Fleugt's auf zum Himmelssaale, Vergift die nicht'ge Welt. 2. O schöner Tag, Osel'ger Augenblick, Wann bricht dein Glanz hervor, Da frei und leicht Zu reinem Himmelsglück Sich schwingt die Seel' empor? Da ich sie übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland. 3. Himmelsburg, Gegrüßet seist du mir! Thu' auf die Gnadenpfort'. Wie lange schon Hat mich verlangt nach dir! Ich eile freudig fort, Fort aus dem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Der ich war hingegeben In mei9. Da werd' ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig seh'n, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommener Prüf ngszeit. fromm stets umzugehn; Da wird 4. Was für ein Volk, Welch' in jedem Augenblick Ihr Heil ine edle Schar Kommt dort mein Heil, mein Glück ihr jezogen schon! Was in der Welt Glück. Von Auserwählten war, Bringt Tod, Gericht und Ewigkeit. mir die Ehrenkron'. Sie wird mir zugesendet Aus meines Jesu Hand, Nun ich den Kampf vollendet Jn jenem Thänenland. 315 stellst uns hier auf Erden zwar Viel' Wunder deiner Güte dar Zu fröhlichem Empfinden: Doch hier Sind wir Bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 5. Propheten groß, Apostel hehr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, Und wer dort trug Des schweren Kreuzes Joch Und der Thrannen Qual: Ich seh' sie rühmvoll schweben Insel'ger FreiheitGlanz, Das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenglanz. 6. Und lang' ich an Im schönen Paradies, Im Heiligtum des Herrn, Tann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er geseh'n von fern. O welche Jubelklänge Hört mein entzücktes Ohr! Welch hohe Lobgesänge Von aller Sel'gen Chor! 7. Da tönen dann Der Engel Harfen laut Um ihren Schöpfer her. Ihr Lied erklingt Dem Gott, der Welten baut, Wer ist so groß, wie er? Und Heilig, heilig, heilig! Schallt alle Himmel durch. Auf, Seele, fliege eilig Hinauf zu Gottes Burg. 8. Du bist mein Ziel, Erhabne Gottesstadt, Wie schlägt mein Herz in mir! Des Jrdischen Und seiner Freuden satt Schwing' ich mich auf zu dir, Weg über Erd' und Sterne; Reicht, Engel, mir die Hand, Ich seh' es in der Ferne, Mein hohes Vaterland. J. Matthäus Meyfart,* 1590, † 1642. 3. Rein Tod ist da mehr und kein Grab, Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen; Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte Gottesknechte keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligtum Erschallet deines Namens Ruhm Von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Hier wird sie ganz besungen. Völlig Gibt sich Den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, Den schon hier sie Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, Auf ewig frei von Sorg' und Müh, Und schmecken seine Güte; Nichts stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Im innersten Gemüte. Kein Neid, kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe in den Seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. 592. Frei von MänMel. Wie schön leucht't uns der ein ganzer Geist, geln selbst mit Engeln Freundschaft pflegen, O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der für mich starb? wo glänzt der Thron In jenen Himmelshöhen? Dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, Der du der Deinen Wonne bist, Einst mit Entzücken sehen. Da wird. Mein Hirt, Nichts mich scheiden von den zückt, Wenn er zu jenem Himmel blickt, Den du für uns bereitet, Wo deine milde Vaterhand Aus neuer Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig Fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben Droben dort mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du 316 Das christliche Leben. Freuden, die du droben Deinen| frische Quelle tränkt. Doch, was Freunden aufgehoben. fie beide hier gefunden, Es sind nur flücht'ge Ruhestunden, Sie währen eine kurze Zeit. Die wahre Ruh' wohnt nur dort oben, Dort ist sie allen aufgehoben, und bleibet uns in Ewigkeit. 5. Dort wird man Freudengarben bringen. Denn unsre Thränensaat ist aus. O welch' ein Jubel wird erklingen! Das Kind fehrt in des Vaters Haus. Schmerz, Leid und Tod muß von ans weichen, Wir werden unser Ziel erreichen Und Jesum, den Erlöser, seh'n. Da wird er trocknen unsre Thränen Und stillen seiner Freundé Sehnen, Und mit uns ein zur Freude gehn. 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Gott ist uns, seinem Volke, nah'; Er will selbst bei den Seinen wohnen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. Da werden ihre Palmen grünen, Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt' auch mir bereit't, Hilf sie mir auch ererben. Laß mich Eifrig Darnach streben, also leben auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Joh. Sam. Dicterich,* 1721, † 1797. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 593. Es s ist noch eine Ruh' vorhanden! Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in schweren Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird auf seinen Auen weiden, Wirf hin die fast und eil' hinzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald ist der schwere Lauf vollendet, Und du gehst ein zur ew'gen Ruh'! 2. Gott selber hat sie uns erforen, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Eh' noch ein Mensch zur Welt geboren, Hat uns die Liebe fie bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, Er ruft, er lockt uns allzumal: Kommt her zu mir, ihr müden Seelen, Bei mir soll euch die Ruh' nicht fehlen, Ich mach' euch frei von aller Qual. 3. So kommet denn, ihr müden Seelen, Die manche schwere Bürde drückt; Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Der Freund ist da, der euch erquickt. Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Mittler sagen: Ich selbst will eure Ruhe sein. Ihr, die ihr seid des Kampfes müde, Mit euch ist Gott, mit euch sein Friede! Kommt, geht zur Ruhe Gottes ein! 4. Wie fühlt der Kranke sich erquicket, Wenn ihm sein Lager Ruhe schenkt! Der müde Wandrer wird entzücket, Wenn ihn die 7. Da ruhen wir und sind in Frieden, Von Arbeit, Müh' und Sorgen los. Ach, fasset dieſes Wort, ihr Müden: Kurz ist die Müh', der Lohn ist groß. D'rum schwingt euch auf, wir müssen eilen, Wir dürfen hier nicht länger weilen, Dort wartet schon der Sel'gen Schar. Wohl auf, mein Geist, zum ew'gen Lohne Ertämpfe deine Siegeskrone; Auf, auf, es kommt das Ruhejáhr! Joh. Siegmund Kunth, 1700, † 1779. Mel. Nun preiset alle. 594. ch hab' von ferne, I Herr, deinen Thron erblickt, und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Gott der Geister, Dir hingegeben. Tod, Gericht und Ewigkeit. 317 2. Das war so prächtig, Was| Ruf einst Gräber bricht, Bleibt ich im Geist geseh'n; Du bist all- auch dein Leib im Staube nicht. mächtig, D'rum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heut' an Auf ewig wohnen! 4. Doch, welch' ein Schrecken ficht mich an, Daß ich nicht ohne Schauder kann An Tod, an Grab und Zukunft denken? Schrecken, der die Seele faßt, Wenn der gehäuften Sünden Last Mich will zum finstern Abgrund senken, Wenn des Gewissens streng Gericht Mir mein verdientes Urteil spricht. 3. Nur ich bin fündig, Der Erde noch geneigt, Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig Mit dir vereinigt. 5. Heil mir, in meines Jesu Blut Wird meiner Thränen bittre Flut Dich, Vater, zum Verzeih'n bewegen! Ich weiß, o Gott, dein Herze bricht, Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum eil' ich dir zerknirscht entgegen. Ich laß dich nicht, ich halte dich, die Stadt geseh'n, Und ohn' Er- Gott, mein Erbarmer, segne mich. müden Will ich ihr näher gehn, Und ihre hellen, goldnen Gassen Nie aus den Augen Mir schwinden lassen. 3. T. Hermes,* 1738,+1821. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich 6. Du Freund, den meine Seele liebt, Den meines Herzens Not betrübt, Ich komm' zu dir, ach, laß dich finden. Ich setze mein Vertrau'n auf dich, Mein Jeſu, du starbst auch für mich, Du tilgest ja auch meine Sünden. Jch bleib' an dir, mein Glaub' ist groß, Dein Blut spricht mich von Sünden los. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seit dem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens Inbrünstig lieben. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst. 595. Wie eilend fleugt des Lebens Zeit Und rafft uns aus der Sterblichkeit Zu fünft'gen Qualen oder Freuden! Kein Geist ist, der so schnell gedenkt, Als sich die schnelle Zeit bersenkt, Ins Meer der Ewigkeit zu scheiden. Es eilt ein jeder Augenblick, Er eilt und kehret nie zurüld. 2. Mein Gott, dir ist allein bekannt, Wie, wann und wo einst deine Hand Mir winkt, dies Leben hier zu enden. Ach, laß denn aus Barmherzigkeit Mich meine kurze Lebenszeit In schnöder Weltlust Eigene Melodie. nicht verschwenden. Grfülle mich 596. Buletzt geht's wohl Eh' der dem, der gerecht auf Erden, Durch Christi Blut ein Erbe Gottes war. Es kommt zuletzt das angenehme Jahr, Der Tag des Heils, an dem wir fröhlich werden. Tod von hinnen rafft. 3. Mich weck' und rithre fort und fort Das traurige, doch sel'ge Wort: Bestell' dein Haus, denn du mußt sterben! Verzage nicht, betrübter Geist! Der deinen Leib zu Moder reißt, Der Tod, kann dich ja nicht verderben. Wenn Jesu 7. So sterb' ich mit getrostem Mut, Ich seh' ihn, seh' sein Sühnungsblut, Ich sehe seinen Himmel offen. Mein Jesus läßt vor seinem Thron Mich den erworbnen Gnadenlohn, Der Seligfeiten Fülle, hoffen. Fleug hin des Lebens furze Zeit! Ich freue mich der Ewigkeit. Joachim Neander, 1650, † 1680. 2. Zuletzt gibt Gott, wonach wir uns gesehnet, Wenn Glaub' und Lieb' im Kreuz bewähret Das christliche Leben. 318 ist, und man Geduld an unsern Stirnen liest, Wenn wir genug sind von der Welt verhöhnet. 3. Zuletzt reicht man den Siegern ihre Kronen, Und führet fie vom Feld ins Vaterland, Wo Mel. Kommt her zu mir, spricht. ſchon bereit der ſel'ge Ruhestand, 598. Noch wallen wir im pflegt zu belohnen. 4. Zuletzt macht Gott das Wasser selbst zu Weine, Der allen Gästen Herz und Sinn erfreut, Jm Glauben stärkt die neuen Hochzeitleut': Da siehst man nun, wie gut er's mit uns meine. 5. Zuletzt nimmt Gott nach langem Kampf die Seinen Jns Paradies, ins Lebens liebe Reich, Und machet sie den Engeln Gottes gleich; Zuvor läßt er sie manche Thräne weinen. 6. 3uletzt! merk's wohl und halte nur fein stille, Oliebes Herz, dem, der dich erst betrübt, Und doch dabei fürwahr dich herzlich liebt; Gedenke nur: es ist so Gottes Wille. C. A. Bernstein. Mel. Metnen Jejum laß ich nicht. 597. Endlich, endlich muß es doch mit der Not ein Ende nehmen, Endlich bricht das harte Joch, Endlich schwindet Angst und Grämen; Auch der schwerste Sorgenstein Wird dann ganz gehoben sein. 2. Endlich bricht man Rosen ab, Endlich kommt man durch die Wüsten, Endlich muß der Wanderstab Sich zur letzten Reise rüsten, Endlich bringt die Thränensaat, Was die Freudenernte hat. 3. Endlich sieht man Canaan Nach Egyptens Diensthaus liegen; Endlich trifft man Tabor an, Wenn der Ölberg überstiegen; Endlich geht ein Jacob ein, Wo kein Esau mehr wird sein. läßt er endlich Balsam fließen. O mein Herz, d'rum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß. Benjamin Schmolde,* 1672, † 1737. 4. Endlich, o du schönes Wort! Du kannst alles Kreuz versüßen. Wenn der Felsen ist durchbohrt, drückt von Kummer, Müth' und Qual, Doch nur noch wenig Tage, Dann ruft uns Gott aus dieſer Zeit Hinüber in die Ewigkeit, Und endet jede Plage. 2. Den leib legt man ins stille Grab, Zum Staube sinkt der Staub hinab, Einst wird ihn Gott beleben. Mit freiem Flug und frohem Blick Kehrt der entbundne Geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. welch ein Glück, vor Gott zu stehn! Freude, Jesus, dich zu seh'n Und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich ersten aller Brüder! 4. Wie werd' ich dann mich deiner freu'n, Wenn zahllos der Erwachten Reih'n Vor dir bersammelt stehen! Wenn du dann meinen Namen nennst und vor den Engeln mich bekennst, Die dich mit mir erhöhen! 5. Jch, der noch sorget hier und weint, Ich werde, wenn dein Tag erscheint, Verklärt und selig leben; Ich Sünder werd' von Sünden rein, Jch Sterblicher unsterblich sein, Anbetend dich erheben. 6. Und aller hohen Geister Schar, Und was auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder; Sie alle sind vereint mit mir, Und singen, treuer Heiland, dir Des Dankes Jubellieder. 7. Wie ist der Seligkeit so viel! O Freuden ohne Maß und Ziel, Weit über alles Hoffen! O Ewigteit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Ich seh' den Himmel offen. Joh. Caspar Lavater.* 1741.+1801. Vierte Abteilung. Besondere Zeiten und Verhältniſſe. I. König und Obrigkeit. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Wer dich liebt, der folget dir, fröne du mit D'rum beten alle wir: Vor dem Bösen schütz' uns gnädig, Gott, erhalte unsern König. 599. an unsern König und sein Haus, Führ' durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, Deinen Feinden biet' er Truß. Sei du dem Gejalbten gnädig, Segne, segne unsern König. 6. Gib uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Sieg'spanier; Gott mit uns! So siegen wir. Deine Treuen frönst du gnädig, Segne, segne unsern König. 2. Rüst' ihn mit des Glaubens Schilde, Reich' ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Jhm des Friedens Heil gewährt. Mach' ihm leicht die schwere last, Die du auferlegt ihm haft. Sei in Jesu du ihm gnädig, Schütze, segne unsern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gib uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und from= mem Fleh'n Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. Mel. Es spricht der Unweisen Mund. ſteh'n. Baue um den Königsthron 600. Erhalt uns, Herr, Eine o Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, fegne unsern König. 4. Nähre du die heil'ge Flamme, Die das Herz des Volts erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Haft du über ihn gewacht; Du erhieltest ihn uns gnädig, Segne, fegne unsern König. die Obrigkeit, Die du uns gabst auf Erden, Mit Wohlstand und mit Sicherheit Durch sie beglückt zu werden. Verleih ihr Weisheit, Luft und Kraft, Was wahres Wohl dem Lande schafft, Mit Sorgfalt wahrzunehmen. 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, Und du hast es selbst bewähret, Warft gehorsam bis zum Tod. träftig steuern. 2. Gib, daß fie, gleichgesinnet dir, Uns väterlich regiere, Daß jeder Bürger unter ihr Ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht sein Und jeden Redlichen erfreu'n, Dem Unrecht 320 Allgemeine Landesangelegenheiten. 3. Laß uns, von ihrer Macht| ihr des Lebens Mith', Mit deinem beschützt, Des Friedens Glück Segen kröne sie, Und sei ihr Lohn genießen, Erwerben, was dem auf ewig. Leben nützt, und seine Müh' verfüßen. Nie fehle einer guten That, Die sie mit dir begonnen hat, Dein segnendes Gedeihen. 5. Laß fie mit uns vereinet sein, In deiner Furcht zu leben, Und vor der Rechenschaft sich schen'n, Die sie dir einst muß geben; Daß so vor deiner Majestät, Die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. 4. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beslissen sei, Nach seiner Pflicht zu leben. Erleicht're Joh. Sam. Dieterich,* 1721, † 1797. II. Allgemeine Landesangelegenheiten. 1. Saat und Ernte. Mel. Nun freut euch, liebe Christeng'. Mel. Die Tugend wird durchs. 601. Es baut, o Gott, auf 602. Wir alle, Gott und dein Geheiß Der Menschen Hand die Erde, Voll Hoffnung, daß ihr reger Fleiß Von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh', So lang' du lebest, effen. Vater, bringen Dir Preis und Dank im Heiligtum, Und unsre frohen Herzen singen Von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt hast du mit deiner Milde Rings um uns her das ganze Land; Dein Segen strömt' auf die Gefilde Aus deiner reichen Vaterhand. 2. Noch immer traf dies Wort auch ein; Gib ferner deinen Segen, Daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n, Gib Sonnenschein und Regen. Der Landmann baut umsonst das Land, Wenn deine milde Vaterhand Nicht seine Arbeit fegnet. 3. So fröne denn mit Fruchtbarkeit Das Land nach deiner Güte; Und wenn die Aussaat uns gedeiht, Vater, so verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Sie nicht zerstörend treffen mag, Nicht Flut sie überschwemme. 4. Wir trau'n auf dich, o guter Gott Und lassen dich nur walten; Du kennst am besten unsre Not, Und kannst uns leicht erhalten. So wirst du uns zu deinem Ruhm, Auch uns, dein Volk und Eigentum, Noch ferner wohl versorgen. Barthol. Ringwald,* 1531. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen Für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. Für MilLionen deiner Kinder Reicht deiner Gaben Fülle hin; Du nährst den Frommen und den Sünder Mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du gibst, uns liebreich zu versorgen, Mehr als wir bitten und verstehn; Du wachst am Abend und am Morgen, Und hörest unser gläubig Fleh'n. Selbst unsern Undank, unsre Sünden Vergibst du, der die Liebe ist; Wir schmecken täglich und empfinden, Wie gültig, Herr, du allen bist. 4. Wer kann die Güte ganz er= meffen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer dürfte undankbar ber Saat und Ernte. 321 gessen Die Treue, die nie von uns| Gemüte, Wie ich dich würdig weicht? Wir wollen deiner stets gedenken, Des Wohlthun uns begnadigt hat, Das Herz nach deinem Reiche lenken, Dich preifen stets durch fromme That. loben soll. Dir dankt nur wahrhaft, wer dich liebt, Dich, der uns so viel Gutes gibt. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, Verleih uns Weisheit und Verstand. Bewahr' uns, daß wir nicht verschwenden Die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen Und dankbar im Genusse sein; Gib, daß mit ruhigem Gewissen Wir deiner Güte stets uns freu'n. 5. Das Saatforn wird in deinem Namen Auf Hoffnung in das Land gestreut; Du schirmst, Allmächtiger, den Samen, Dein ist der Erde Fruchtbarkeit. Du gibst allein zur Arbeit Kraft, Du bist's, der das Gedeihen schafft. 6. Mild öffnest du den Schof der Erde, Du tränkst die Flur von oben her, Gibst, daß die Saat erquicket werde, Und machst die Ähre segensschwer; Du träufelst mit dem tühlen Tau Die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 6. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll' auf uns herab; Wir wollen liebreich ihn verpflegen Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes haft an uns gethan. Chr. G. Ludw. Meister,* 1738. † 1811. 7. Kommt, preift des Schöpfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr, und seine Werke Sind herrlich, groß und wunderbar. Wie köstlich ist dein Lob. wie schön! Rommt, laßt uns seinen Ruhm erhöh'n. Ehrenfried Liebich,* 1713. Mel. Was Gott thut, das ist. Mel. O daß ich tausend Zungen. Pir, milder Geber 603. Daller Gaben, Herr, 604. Was Gott thut, das ist dir gebühret Tank und Ruhm, Denn alles, was wir sind und haben, Ist ja dein Werk und Eigentum. Mein Lobgesang steigt auf zu dir, O neige, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar; Du zeigest deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr. Der kleinste Halm ruft laut uns zu, Daß niemand mächtig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Vaterweise, Erhältst die Werke deiner Hand, Gibst allem, was da lebet, Speise, Beschirmst und fegneft jedes Land. Du liebest unveränderlich, Der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte, Und deiner Weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein So denten Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich ernten kann, Den liebt Gott doch nicht minder. Er zieht das Herz Doch himmelwärts, Obgleich wir oft auf Erden Beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Im Nehmen und im Geben; Was wir aus seiner Hand empfah'n, Genüget uns zum Leben. Er nimmt und gibt, Weil er uns liebt; Laßt uns in Demut schweigen, Und vor dem Herrn uns beugen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wer darf sein Walten richten, Wenn er, eh' man noch ernten kann, Den Segen will vernichten? Weil er allein Der Schatz will sein, So nimmt er unsre Güter, Zum Heile der Gemülter. 21 Allgemeine Landes angelegenheiten. 322 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an, Weiß er ihn doch zu stillen. Wer als ein Christ Genügsam ist, kann auch in wenig Gaben Mit Dankbarkeit sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen: Wir gehn getroft auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben; Wie könnten wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wie er's auch mag beschließen! Und blüht um uns tein Canaan, Wo Milch und Honig fließen: Er, unser Gott, Weiß, was uns not, Und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben. Benjamin Schmolde,* 1672, † 1737. Mel. Nun laßt uns Gott, dem. 605. Der Bater fei gepriez sen, Der huldreich sich bewiesen. Am frohen Erntetage Verstumme jede Klage. 2. Wir streuten unsre Saaten, Und hofften ihr Geraten; Sie 2. Öffentliche Not im allgemeinen. Eigene Melodie. 606. ten Nöten ſein, Und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hüllf' noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein zu dir dann rufen, freuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not; schliefen still verborgen zum frohen Erntemorgen. 3. Der Leben uns geschenket, Hat sie mit Tau getränket; Der Liebe treues Walten Hat unsre Saat erhalten. 4. Der Sturm, der Frost und Regen Ward ihr zum rechten Segen; Aus eines Körnleins Hülle Erwuchs die Segensfülle. 5. O fäet froh im Glauben, Laßt euch den Mut nicht rauben, Wenn ihr auch hier nicht sehet, Daß eure Saat erstehet. 6. Wenn wir die Armen nähren, Den Kranten Trost gewähren, Die Frrenden beraten, Dann stren'n wir Gottes Saaten. 7. Das Gute, das wir säen, Rann nimmer untergehen; Sind wir schon längst geschieden, Blüht Gottes Saat im Frieden. 8. Es naht der Erntemorgen, Wo Freude kommt aus Sorgen; Die hier im Glauben starben, Sie bringen volle Garben. 9. Was fümmern uns die Stürme? Ob sich die Flut auch türme: Wir freuen uns im Hoffen, Uns bleibt der Himmel offen. Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reue Schmerz, Und fleh'n dich um Begnadigung Und aller Strafen Jenn wir in höch- Vinderung. 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, allen, die d'rum bitten dich Fm Namen des Herrn Jesu Christ, Der unser Heil und Mittler iſt. 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Gott, Und klagen dir all' unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübfal und Gefahr. 6. 3war unsre Sünd' ist schwer und groß, Doch sprich uns, Herr, aus Gnaden los, Steh uns in Öffentliche Not im allgemeinen. un erm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem Herzen dir, Gehorchen deinem teuren Wort, Und preisen, Herr, dich hier und dort. Paul Eber, 1511, † 1569. 323 Uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich fann freuen, Tem wird auch deine Gnade Zum Licht auf dunklem Pfade. Mel. Auf meinen lieben Gott. 607.( züchtigt deine 10. Am Schluß von unserm Dann flärt sich alles auf. Hand, Höchster, Lauf, jetzt das Land. Zu deinem Ba- Dann wird die Aussicht heiter, terherzen Erhebt in bittern Schmer- Dann thränt tein Auge weiter, zen Sich das Geschrei der Armen; Erhör' cs aus Erbarmen. Und dies s Lebe: 3 Leiden Verwandeln sich in Freuden. D. Bruhn, 1727, 1782. 2. Du siehst des Landes Not, Sie kam auf dein Gebot. Du fannst mit mächt'gen Händen Sie lindern und auch enden; 3. Herr, wir murren nicht; Gerecht ist dein Gericht Bei allem, wc3 wir dulden, Denn groß sind unsre Schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir's verdient, wir Sünder. 9. So stärke denn des Herz, Daß auch im größten Schmerz Es nie an Mut uns fehle. O sprich zu unsrer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden Von meiner Liebe scheiden. Ein Wort aus deinem Munde 608. A uns bedrückt Mel. Auf meinen lieben Gott. ch, jetzt Not, Komm, Verändert Zeit hilf uns, treuer Gott! Von keinem fann auf Erden Uns sonst geholfen werden. Hörst du nicht unser Flehen, Dann müssen wir bergehen. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, Es dir noch nicht gefällt, Die Trübfal zu entfernen, So stärk' 11.3, daß wir lernen Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Vor dir, Herr, uns zu beugen. 7. Ja, deine Züchtigung Führ' u1.3 zur Besserung: Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfrigen erwecken, Auf dein Gebot zu merken, Und redlich Fromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, Co wird, was uns betrübt, 2. Cs fommt von dir ja her, Und nicht von ungefähr, Ift Strafe unsrer Sünden. Ach laß dich gnädig finden, Vergib doch aus Erbarmen Die Sündenschuld 4. Toch, Vater, deine Huld Ist größer als die Schuld. Gedenke an die Deinen, Die reuig vor dir weinen, Gedenke mit Erbarmen An die gebeugten Armen.uns Armen. 5. Verkürze, gnäd'ger Gott, Die Dauer unsrer Not. Caß uns, die ängstlich flehen, Trost und Erquickung sehen, Verwandle alles Leiden In neue Lebensfreuden. 3. Gib uns jetzt deine Gnad', Geduld und guten Rat; Laß unser heißes Flehen Dir wohl zu Herzen gehen. O laß um Jesu wils len Sich diese Not bald stillen. 4. Sprich, mein Gott, nur ein Wort, So muß das Unglüc fort; Bedrohe, mein Erretter, Du doch das Unglüdswetter. Du kannst, du kannst es wenden, Und Hülfe zu uns senden. 5. Ach, nimm von uns die Laft, Der du Erbarmen haft. Geheiligt sei dein Wille, O mache du uns stille; Nimm, was dir ist zuwider, Sieh' gnädig auf uns nieder. 6. Dir sei es heimgestellt; Wenn s dir wohlgefällt, So hilf, hilf, uns ist bange, Berziehe nicht so 21* 324 Allgemeine Landesangelegenheiten. lange. Wir sprechen darauf:| hat dich zur Seiten, Du hilfft Amen, In unsers Jesu Namen. ihm wunderbar. Nicht ermittelt. Eigene Melodie. 609. frau' auf Gott in allen Sachen, Die dich jetzt so traurig machen; Trau' auf Gott in allen Dingen, Die dir zu dem Herzen dringen. 2. Trau' auf Gott in Seelenplagen, Wenn dich deine Sünden nagen, Denn Gott ist in solchen Schmerzen Balsam deinem rounden Herzen. 3. Trau' auf Gott, wenn böse Seuchen Weit umher im Lande schleichen, Denn er kann dich so bebecken, Daß dich keine darf anstecken. 4. Trau' auf Gott in Kriegsgefahren, Denn er weiß dich zu bewahren; Er kann machen, daß die Feinde Werden deine besten Freunde. 2. Wenn über ihm die Wolken Flammen speien, Geht er getrost an deiner Hand, Getrost durch ditrre Wüsteneien Und brennend heißen Sand; 3. Jn franker Luft und mitten unter Leichen, Wenn wütet rings umher der Tod, Auf schwarzen Flügeln fauler Seuchen Ein schnell Verderben droht. 4. Getrost durch dich, getroft in dem Gewissen, Verachtet er des Schmähers Wut und tritt in Gottes Kraft mit Füßen Auf ihre Natternbrut. 8. Trau' auf Gott in allen Sachen, Denn er kann den Ausschlag machen; Trau' auf Gott in allen Dingen, Dann wirst du ein Danklied singen. 5. Spricht glaubensvoll: der Herr steht mir zur Seiten, Der Herr ist meine Zuversicht! Und er, sein Retter, hilft ihm ftreiten, Sein Gott verläßt ihn nicht. 3. P. Uh,* 1720, † 1796. Trau' auf Gott in Hungers- 611. Heber vom bösen Rat Mel. Wer nicht mit den Gottlosen. eil, dem nöten, Dann wird dich kein Hunger töten; Wächset gleich kein Korn auf Erden. Dann wird Brot aus Steinen werden. 6. Trau' auf Gott bei dürren Zeiten, Denn er wird vom Himmel leiten Seines Segens reiche Quellen, Die dein Herz zufrieden stellen. Fern' fliehet, nicht betritt der Sünder Pfad Und sich vom Sit der Spötter weit entfernet! Dem Manne Heil, der ruhig Weisheit lernet, Der sich das Recht des Herrn zur Freude macht, Und sein Gesetz erforschet Tag und Nacht. 7. Trau' auf Gott, wenn's stürmt und schneiet, Wenn die Donnerwolfe schreiet, Wenn dich trifft das böse Wetter, Denn Gott ist allein dein Retter. 2. Ein Baum, am Bach ge= pflanzt, strebt hoch empor, Bringt Blüt' und Frucht zur rechten Zeit hervor, Steht unentlaubt, mit hoher Pracht geschmücket, Daß sich an ihm der Wanderer erquicket: So grünet der Gerechte jederzeit, Er lebt und wächst, und all' sein Thun gedeiht. Nicht ermittelt. 3. So ist es nicht mit den Gottlosen, nein, Die sind wie Spreu, ein Wind wird sie zerstreu'n. Der Sünder, die des Met. Was sorgest du? sei stille. Herrn Geset verschmähen, Soll Gott, mein Schutz, feiner je in dem Gericht bestehen; 610. 0 in Wenn das in der fen Zeiten, Was sollt' ich fürch- Gemeine spricht, So gehen fie ten in Gefahr? Wer dir vertraut, mit den Gerechten nicht. Krieg und Friede. 325 4. Des Frommen Weg, zum| und läßt ihn sicher wallen. AlHimmel ganz gewandt, Geht ein- lein der Weg, der den Gottlosen fach fort, steht unter Gottes Hand. führt, Weicht immer ab, bis er Gott blickt herab auf ihn mit sich ganz verliert. Wohlgefallen, Schützt seinen Tritt Nicht ermittelt. 3. Krieg und Friede. Mel. Wer nur den lieben Gott. 612. Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter Jetzt über unserm Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, So ist's für unser Land zu schwer. Sieh, wie die Fürsten sich entzwei'n Und sich zu unterdrücken dräu'n. 7. Doch findet, Herr, dein weifer Wille Noch ferner Züchtigung für gut: Wohlan, so schweig' ich und bin stille Bei dem, was deine Weisheit thut. Jch, dein Geschöpf und auch dein Kind, Weiß, daß es Vaterschläge sind. 8. Herr, nimmer schreibe meine Seele Dir etwas vor im stolzen Wahn, Und wenn ich so vermessen fehle, So zeig' mir meine Thorheit an. Ist gleich, was deine Weisheit thut, Mir oft ein Rätsel, ist's doch gut. 2. D'rum laß uns hier allein, o Vater, Auf dich und deine Vorsicht schau'n, Auf dich, den mächtigsten Berater, Und nicht auf Menschenhülfe bau'n, Die ohne dich uns gar nichts nützt, Die nur durch dich uns fräftig schützt. 9. Ja, nicht im Zorne, nicht im Grimme Ergeht dein ernstesStraf3. Rein blinder Zufall herrscht gericht; Wir hören unsers Vaters auf Erden, Du bist es, der die Stimme, Zeigt sich auch ernst dein Welt regiert. Laß uns der Heere Angesicht. Du läuterst unser sünd'Spott nicht werden, Die du, oges Herz Durch Angst und Pein, Herr, zu uns geführt. Du rufft: durch Not und Schmerz. ihr Völker, rüstet euch! Sei du für uns, so fehlt ihr Streich. 4. Je weniger sich uns will zeigen, Woher die Hülfe kommen foll, Je mehr Gefahr und Plage steigen, Sich alles zeiget schreckenvoll, Je größer mache das Vertrau'n, Gott, allein auf dich zu schau'n. 5. Was hilft der Heere große Mel. O Herre Gott, dein göttlich. Menge? Was hilft dem Riesen seine 613. hr Mitgenoffen, auf Streit, Der und Wagen dicht Gedränge Hat nie allein den Sieg gebracht. Der Mensch vertraut darauf so gern, Jedoch der Sieg fommt nur vom Herrn. 6. D'rum werf' ich mich in deine Arme, Du Vater der Barmherzigkeit, Und flehe voll Vertrau'n: erbarme Dich über uns in schwerer Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 10. Zuletzt wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott, gethan; So brach er nach verborgnen Schlüssen zum bessern Ziele uns die Bahn. Zulegt errettet deine Hand, Barmherz'ger Gott, das Vaterland. S. J. Borchwaró,* 1717,+1776. mit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Der Weiüberwinder Krone. chende Wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, Als er für uns gelitten. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne, Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tau 326 Allgemeine Landesangelegenheiten. send auch Zur Rechten euch, Zur| Mit ganzem Leib und Leben; Wir Linken tausend sänken: Getrost! wären, wie mit Flut ersäuft, Als ihr kämpft für Gottes Reich, über die groß Wasser läuft, Und mit Er wird die Kron' euch schenken. Gewalt verschwemmet. 3. 3war groß ist unsers Kampfs Gefahr, Doch laßt uns nicht er schrecken; Mit uns ist Gott, und wunderbar Wird uns sein Schild bedecken. Es stärkt der Held, Der stärken fann, Wenn wir um Hülfe flehen; Er reicht den Harnisch, legt ihn an, So könnt ihr mutvoll stehen. 4. Mit seiner Hölle Gra'n umhüllt Schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des 615. Hermals haft dein Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh. err, du vorGlaubens Schild, Schüßt euch mit Christi Heile. Mit diesem Helm Deckt euer Haupt, Kämpft mit des Geistes Schwerte, Das ist es, was tein Tod euch raubt, Das mächtige, bewährte. 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ew'gen Tod nicht sehen, Verging' er auch in seiner Not, Dort wird er nicht vergehen. Ist wohl vollbracht Der ernste Streit: Nach seinen kurzen Leiden Wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. 6. Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst überwinder bin, Wird Licht das Dunkel werden. Dann seh' ich dort Jm Lebensbuch, Dank sei dir! meinen Namen; Des Kampfs, des Leidens ist genug, Erlöset bin ich! Amen. Friedr. Gottl. Klopstock,* 1724, † 1803. Eigene Melodie. 614. Wär' Gott nicht mit Jär' Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Israel sagen, Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, So milßten wir verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht't von so viel Menschenkind, Die an uns setzen alle. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß uns ihr Schlund mög' fangen. Wie Vögel kommen Strickes ab, 3st unsre Seel' entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei. Der Nam' des Herren steh' uns bei, Des Himmels und der Erden. Martin Luther,* 1483, † 1546. 2. Auf uns ist zornig stets ihr Sinn. Hätt' Gott es zugegeben: Verschlungen hätten sie uns hin Land Mit Gnaden angeblicket, Und, wenn du Strafen ihm gesandt, Es wiederum erquicket, Der du mit väterlicher Huld Verziehen deinem Volk die Schuld, Gelöset seine Bande! 2. Soll nun dein ernstes Strafgericht, Herr, ohn' Ende währen? Willst du dein freundlich Angesicht nicht wieder zu uns kehren? Gott, unser Heiland, o erfreu' mit deinem Gnadenschein aufs neu' Uns, die dein Zorn erschrecket. 3. würde mit Posaunenschall Des Ew'gen Wort gehöret, Daß Friede sein soll überall, Wo Christus wird verehret, Daß alle, denen er bekannt, Die Waffen legten aus der Hand, Und bauten Friedenshütten! 4. Jhr zagt nicht, Heilige des Herrn! Der Mut, der euch befeelet, Hält die Verzweiflung von euch fern, fern, So Gottbergeff'ne quälet. Gott, der da waltet weit und breit, Jst auch zu helfen stets bereit All'n denen, die ihn fürchten. 5. Zu ihm sei unser Herz ge= wandt. Er wird zu uns sich wenden. Der Herr mit seiner starten Hand Wird alle Drangfal enden, Auf daß zu seines Namens Ruhm Des ganzen Volkes Eigentum Sei Wohlfahrt, Zucht und Ehre. Krieg und Friede. 327 mit Dank, mit Preisgesang Des Glaubens Früchte schauen. 6. Wo Christen jetzt in blut'gem| deines Reiches Auen, Daß wir Streit Einander treffen müssen, Da wird dann die Gerechtigkeit Sich mit dem Frieden küssen. Es werden da, wo jetzt das Schwert In Feindeshand die Flur verheert, Sich Güt' und Treu' begegnen. 7. Dann wird mit Regen und mit Tau Gott unsern Boden negen, Daß uns der werten Heimat Au Erfreu' mit ihren Schäßen. Doch bleibt, so viel er uns auch gibt, Ein Herz, das ihn vor allem liebt, Die höchste seiner Gaben. 3. Doch schwingest da zur bösen Zeit Des Krieges Geißel wieder, Dann weckst du aus der Sicherheit und beugest uns darnieder. Inbrünstig fleht, Wer in sich geht: Gedenk nicht unsrer Sünden, Vergib die Schuld, laß Vaterhuld uns doch in Chrifto finden. Paul Gerhardt, 1606, † 1676. 4. Und willst du, daß wir in den Streit Für deine Ehre ziehen, So gib du selbst uns das Geleit, Daß wir nicht feige fliehen. Entflamm' den Mut, Daß Gut und Blut Wir für das Gute wagen, In Todesgrau'n auf dein Wort trau'n, Dein Morgen werde tagen. 5. O leite du mit starker Hand Die Mächtigen auf Erden, Laß, Völkerhirt, bald jedes Land Nur dir geweihet werden. Gib uns dein Wort, Daß fort und fort Bald alles sich bekehre, Dann blühen neu die Lieb' und Treu', Dann bringt dir alles Ehre. Wilh. Hülsemann, 1781,+1365. Eigene Melodie. Eigene Melodie. 616. erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, Herr Gott, alleine. 2.*) Gib unserm König und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles Leben führen mögen In aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. Martin Luther,* 1483,+1546. 618." D Herr Jesu Christ, Du Helfer in der Not! Du weist, wie groß das Elend ist, Womit der Feind uns droht! Er ruft zum Krieg und will den Sieg Uns durch Gewalt entreißen. 2. Schon ziehet von der Heimat aus Der Söhne teure Schar; Verödet stehet manches Haus, Das Armen Obdach war. Schon flammt die Glut, und Bruderblut Entweihet deine Erde. 2. welches hohe Glück gewährt Der Friede, den du schenkest! Dann wird uns mild das Herz genährt, Wenn du zu dir es lenfest. Die Wohlfahrt 4. 3war ward der Dank dir blüht, Das Herz erglüht Auf nicht gebracht Für deine große 3. Hilfst du uns nicht in unsrer Not, Ach, wer fann dann bestehn? Versöhnst du nicht durch deinen Tod, Dann müssen wir vergehn. D'rum flehen wir, o Herr, zu dir: Erbarme du dich unser. *). 2 ist ein späterer, aber doch schon sehr alter Zusatz von einem unbekannten Verfasser und kann nicht nach der Mel. von V. 1 gesungen werden. Mel. O Herre Gott, bein göttlich. Gott des Friedens, 617.0 nimm uns an In Jesu, deinem Sohne! Laß uns des Friedens Heil empfah'n Von deinem Gnadenthrone. Ach, komme du, Und schaffe Ruh', Lösch' aus die Kriegesflamme; Den Haß und Neid, der uns entzweit, Bertilg' am Kreuzesstamme. 328 Huld, Wir santen tief in Sündennacht Und häuften Schuld auf Schuld. Geh mit uns nicht, Herr, ins Gericht, Sei du uns Sündern gnädig. Allgemeine Landesangelegenheiten. Mel. Nun dantet Alle Gott. ben wir deine 620. Herr Gott, dich lo= großen Gnaden, Du hast das Vaterland Der Kriegeslast entladen, Hast gnädig uns verlieh'n Des jauchzet alles Volt: Herr Gott, Friedens goldne Zier, D'rum dich loben wir! 2. Herr Gott, wir danken dir! Du sendest uns zwar Strafe, Dein Ernst hat uns geweckt Aus unserm Sündenschlafe: Doch wieder aufs gethan Ward uns die Gnadenthür, Des freut sich unser Herz, Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir! Könnt' unser Mund wohl schweigen? Du hast den Königsstamm Bewahrt mit seinen Zweigen, Hast Kirch' und Land geschützt, Gibst Gnade für und für; Die Nachwelt singe noch: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, wir danken dir Und preisen deinen Namen. Herr Gott, dich loben wir, Und alle Welt fag': Amen. Was lebt und dem hat, Preist dich voll Dankbe619. wir loben dich, Mel. Wachet auf, ruft uns die. alleluja! Preis und Herr Gott, wir danken dir! 5. Du willst den Tod des Sünders nicht, D'rum floß für uns dein Blut. Auch durch die Nacht führst du zum Licht, Du stärkst im Kampf den Mut. In Sturm und Nacht hältst du die Wacht; Wohl allen, die dir trauen! 6. O leite unser Kriegesheer, Daß es den Sieg erkämpft, Durch deines Geistes tapfre Wehr Die Wut des Bösen dämpft. Laß deine Hand das Vaterland In böser Zeit beschirmen. 7. laß doch bald uns Friedensau'n Erblüh'n durch deine Gnad', Uns sicher unsre Felder bau'n, Und ernten ihre Saat. Zerbrich das Schwert, das nur verheert. Dein Reich, o Jesu, komme. Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. schmücket, die Altäre Jhm, der uns großes Heil gesandt. Singt dem mächtigen Erretter, Er sandte nach dem Schlachtenwetter Sein Friedenswort aufs blut'ge Land. Des Krieges Donner fchweigt, Der Friedensbogen neigt Sanft sich nieder. Gott hielt Gericht, Und herrlich bricht Aus langer Nacht hervor das Licht. 2. Endlich, endlich ist errungen, Was nah' und fern in allen Zungen Die hart Bedrängten heiß erfleht. Gnädig hat der Herr vernommen Die stillen Seufzer seiner From= men, Erhört die Thränen, das Gebet. Der Throne baut und stürzt, Er hat den Kampf verkürzt, Jhm die Ehre! Sein Wink gebeut, So ruht der Streit, Und Frieden Gott der Welt verleiht. Aug. Herm. Niemeyer,* 1754, † 1828. Johann Frand,* 1618,+1677. Mel. Nun danket all' und bringet. 621. Bringt Gott, ihr ChriPreis und Dank, Jhm, der den Frieden schafft; Erhebt mit frohem Lobgefang Die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm leich? wer fann wie er, Was er beschließt, auch thun? Den Streitenden und ihrem Heer Gebeut er, und sie ruh'n. 3. Er, aller Welten Herr und Gott, Vernahm der Völker Fleh'n; Des blut'gen Krieges Angst und Not Ließ er vorübergehn. 4. Kein feindlich Schwert und kein Geschoß Droht uns mehr fürchterlich. Wo Menschenblut in Strömen floß, Ergießet Segen sich. Dürre. Nässe. Teuerung. 329 hält. 5. Die Saat wird nun mit| Leben preist, Das deine Rechte Sicherheit Dem Boden anvertraut, Das Feld gibt Frucht zu seiner Zeit Dem Landmann, der es baut. 6. In jedem Stand ist nun der Mut zur Arbeit neu erwacht, Und sicher vor des Feindes Wut Wird jedes Werk vollbracht. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt dieses Heil uns zu; Dein waren, sind und bleiben wir, Und unser Gott bist du. 8. Erwed' uns selbst durch deinen Geist Zum Dank, der dir gefällt, Dich durch ein frommes Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ott, des Güte nim622. Gott, iner endet, Haft du denn die Vaterhand Gänzlich von uns abgewendet? Strafft du uns und unser Land? Willst durch viel gedrohte Plagen Du uns ganz mit Unglück schlagen? 9. Lehr' uns des Friedens hohen Wert Mit weisem Ernst verstehn, Und was das eitle Herz begehrt, In deiner Furcht verschmäh'n. 10. Verleihe, daß Gerechtigkeit, Daß wahre Lieb' und Treu', und Zufriedenheit Vertrauen Jm Lande herrschend sei. 11. Wir sehen, Gott, auf deine Hand Mit freudigem Gemüt und hoffen auf das Vaterland, Wo ew'ger Friede blüht. W. A. Teller,* 1734,+1804 4. Dürre. Nässe. 2. Warum willst du, Gott voll Güte, über uns so zornig sein? Ach, wir welfen wie die Blüte, Wie ein Blatt im Sonnenschein. Laß doch unsre heißen Zähren Deinen Zorn in Gnade kehren. 3. Sieh, Herr, wie die Früchte trauern, Wie da dürsten Flur und Au'n; Unsre Äcker sind wie Mauern, Sind wie Felfen anzuschau'n; Gleich dem Eisen sind die Felder, und vertrocknet stehn die Wälder. Teuerung. doch bewegen, Schenke du uns milden Regen. 6. Denke doch an deinen Bogen, Den du in die Luft gestellt, Als du deinen Bund vollzogen Nach der Sündflut erster Welt. Du, Herr, hast noch nie gebrochen, Was du vormals haft versprochen. 7. Ja, du hast mit deinem Segen Uns zu jeder Zeit beschenkt, Hast mit Früh- und spätem Regen Unser dürres Land getränkt; Denn dein Wort bleibt ewig stehen, muß auch einst die Welt vergehen. 4. Willst du denn den Himmel schließen? Sollen wir nur Zorn empfah'n? Soll kein Regen sich ergießen, Reine Wolte sich uns nah'n? Werden nimmermehr die Quellen Wiederum von Segen schwellen? 5. Soll das Land zur Wüste werden? Soll das Feld verödet stehn? Sollen wir samt unsern Herden, Gar verschmachten, gar vergehn? Ach, Herr, laß dich 8. Freudig wollen wir dir trauen, Du erhörest unser Fleh'n. Regen strömt auf dürre Auen Gnädig von des Himmels Höh'n. Du wirst uns mit Fülle speisen, Dankbar wollen wir dich preisen. Johann Franck,* 1618,+1677. 623. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu. Gott, du kannst den Himmel ganz Mit Wolken überziehen, Doch müssen vor der Sonne Glanz Sie, wenn du willst, entfliehen. Laß doch, bei dir ist Rat und Macht, Laß doch der Sonne Glanz und Pracht Uns wiederum erfreuen. Allgemeine Landesangelegenheiten. 330 2. Als ob der Himmel in ein Meer Des Zorns verwandelt wäre, So strömt es aus den Wolken, her, D'rum trauert Feld und Ähre. Ja, jeder Halm steht tief gebeugt, Betrübt er sich zur Erde neigt, Und ahnet sein Verderben. 3. Ach hilf uns, Herr, Allmächtiger, Um deiner Gnade willen; Du, du allein Kannft uns befrei'n, Kannst Sturm und Wellen stillen. 4. Erbarme dich, Hilf väterlich, Beschütz'uns Gut und Leben. Groß ist die Not, Herr, unser Gott, 3. Herr, unfre große Sünden- Nur du kannst Rettung geben. schuld Verdienet dies zum Tohne, Doch hoffen wir auf Gnad' und deinem Sohne. Christ. v. Stöcken. Mel. Meine Seel: lobsinget dem. Seele lobsinge Wir nah'n uns dir voll Reue nun, Wir wollen ernstlich Buße thun, Und unser Leben bessern. 625. Meie peren, der das Flehen des Glaubens erhörte, fern, Seine Gnade in Nöten Schien uns allen die Hülfe auch 4. Wer hilft uns hier? o Gott, wir seh'n Auf dich bei unserm Klagen. Du thust weit mehr, als wir verstehn Und dich zu bitten wagen. Du, der's mit uns aufs beste meint, kannst leicht, was uns Verderben scheint, In Wohlthat uns verkehren. 5. Herr, thue, was dir wohl= gefällt, Erquic' auch, uns zur Wonne, Das schon so lang' durchnäßte Feld Durch heitern Schein der Sonne. Doch findest du es uns nicht gut, So stärk', Allweiser, uns den Mut, Auch diese Not zu tragen. 6. Durch Hoffen und durch Stillesein Soll unser Herz dich ehren; Was du schickst, muß uns doch erfreu'n, Im Glauben uns bewähren. Denn nach dem Wechsel dieser Zeit Wird dir das Herz in Ewigkeit Auch für die Leiden danken. D. Denice, 1603,+1680. Mel. Ach Gott und Herr. 624. Wir find in Not! Laß uns, o Gott, Die Fluth nicht überschwemmen; Nimm uns in Acht, Wehr' ihrer Macht, Du kannst die Wogen hemmen. 2. Verbirg jetzt nicht Dein Angesicht, Gedenk' an uns in Gnaden. Bist du nur da, Mit Hülfe nah', Was kann die Flut uns schaden? * gewährte. den Tod, Und wir sahen nur unser 2. Furchtbar drohten die Wellen Verderben, Da entschwand auf dein Winken die Not, Herr, du sprachest: ihr sollet nicht sterben! 3. Aus dem Schlafe hast du uns liebreich geführet, Mit dem uns geweckt, Haft zum Sohne Schilde der Huld uns bedeckt, Unsre Herzen zur Buße gerühret. versöhnt, Uns in Christo das Leben 4. Gnädig hast du uns Sünder geschentet, Uns mit ewigem Frieder Gnade getränket. den gekrönt, Unsern Durst nach 5. Nimm, o Vater, auf ewig das Herz, Auch im Leiden sei dir es ergeben; Sei's durch Freude, durch bitteren Schmerz, Zeit' uns alle zum ewigen Leben. Jeachim Neander, 1650, † 1680. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. u reicher Trost der 626. Herr der ganzen Welt, Du Bater voll Erbarmen, Der alles trägt und hält, Du, Gott, erhörst Gebet; Erhöre, was im Staube Vertrauensvoll der Glaube Von dir in Not erfleht. 2. Sonst zeigte jeden Morgen Dein Segen sich uns neu; O mach' auch jetzt von Sorgen Die bangen Herzen frei. Zu helfen ist dir leicht, Du kannst dem Mangel Feuersnot. 331 wehren, In überfluß ihn kehren,| Gedeih'n. Mit milder Vaterhand Wenn's uns unmöglich deucht. Gib Wärme, Tau und Regen, Dann kehret reicher Segen Zurück in unser Land. 5. Allgiltiger, wir hoffen Auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Not betroffen, Doch standest du uns bei. Du hilfft und rettest gern; So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm Gott und Herrn. . Hiller, 1662,+1726. 3. Den Reichen gib Erbarmen Bei der Bedrängten Schmerz, Und zu erfreu'n die Armen Sei Freude für ihr Herz, Damit sie mild ihr Brot Den dürft'gen Brüdern brechen, und diese dankbar sprechen: Euch lohn' und segne Gott! 4. Die Früchte laß geraten, Uns wieder zu erfreu'n, Und allen unfern- Saaten Gib Wachstum und 5. Feuers not. Mel. Nun dantet alle Gott. 2. So ließest, Herr, du dein Gericht Auch über uns ergehen; 627. dein ir nah'n zu deinem gerührtem Herzen, Daß du so gnädig halfft, Da wir voll Angst und Schmerzen Uns in Gefahr und Not Von Feuerflammen sah'n, Und nun gerettet sind; Gott, das hast du gethan! 2. Dank sei dir, großer Gott; Du hast das Leid gewendet, Das uns so nah' umschloß, Und Hülfe uns gesendet. Heil uns, daß noch dein Lob Von unsern Lippen schallt, Gott. an Erbarmen reich, Und mächtig an Gewalt! 3. Steh den Bedrängten bei, Die jetzt noch traurig weinen; Hör auf der Frommen Fleh'n, Wenn sie vor dir erscheinen, und segne du mit Glück, Nach väterlichem Rat, Was jetzt bei andrer Not Die Menschenliebe that. Nicht ermittelt. Mel. O Herre Gott, dein göttlich. erechter Gott! es 628. Ge kommt von dir, Wenn Feuersnot entstehet, Und deine Hand erkennen wir, Wenn wild die Flamme wehet. Du wirfst den Brand Auf Stadt und Land, Treibst Glut und Rauch zusammen; Die Wolken glüh'n und ringsum sprüh'n Die Funken und die Flammen. In Feuerflammen wehen. Und jedermann Rief himmelan: Erbarmen, Gott, Erbarmen! Hilf aus der Not, Herr Zebaoth, O hilf, o hilf uns Armen! 3. Da hörtest du das bange Schrei'n In deinem Himmel droben. Du sprachst: ihr Flammen, haltet ein, und höret auf zu toben! Schnell wich der Brand, Denn deine Hand Hat mächtig ihm gewehret; Als die Gefahr am höchsten war, Hast du uns Schutz bescheret. 4. Ja, hättest du, Herr, nicht gewacht, Und wär'st du nicht gekommen, Wohl hätte dann des Feuers Macht Uns alles wegge= nommen, Und nirgend wär' Ein Obdach mehr, Kein Haus ring sum zu sehen; Wohl würden wir, wir alle hier In unsrer Not vergehen. 5. D'rum nimm, nimm unser oblied an, Und unsre Psalmen höre: Allmächtiger, du hast's gethan, Dir, Herr, sei Preis und Ehre! Ja, Preis dem Herrn! Er war nicht fern, Als Glut und Flamme blitzte, Er war's allein, des Gnadenschein Uns väterlich beschützte. 6. Beschirmst du nicht mit Rat und Macht uns vor des Feuers 332 Allgemeine Landesangelegenheiten. Wüten, Vergebens dann der| Erbarmen, Hilf den Deinen in Wächter wacht, Er kann uns der Not. nicht behüten. D'rum breite aus In jedem Haus Die mächt'gen Gnadenhände. Wo eine Not uns naht und droht, Da komm, das Unglück wende. 7. Bewahr' uns vor des Wetters Strahl, Vor der Gewalt der Blitze, Auf Bergeshöh'n, im tiefen Thal Die Stadt, das Dorf beschütze. Wo Hütten stehn Und Flammen weh'n, Da zeige dein Erbarmen. sei bereit zu jeder Zeit Mit Rat und That uns Armen. 8. Doch strafft du abermals das Land, Dann laß die Feuerglocken, Laß Angstgeschrei und Not und Brand Das Herz zur Buße locken. Zeig' uns die Schuld, Die mit Geduld Du lange haft getragen. Laß uns ans Herz voll Reu' und Schmerz In heißen Thränen schlagen. 9. Hilf, daß nach deinem Zuchtgericht Sich jeder zu dir kehre, Und daß, wenn deine Stimme spricht, Dich jede Seele höre. Nach Brand und Glut, Nach Krieg und Blut Strahlt herrlicher dein Bogen; D'rum werd' das Herz durch Gnad' und Schmerz Zu dir hinauf gezogen. Christian Nonne, Mel. Gott, hier sind wir, deine. 629. Blick herab auf unsre Schmerzen, Blick' auf unsern Jammerstand! Gott, wie bluten unsre Herzen Von den Schlägen deiner Hand! Ohne Obdach sind wir Armen, Ohne Decke, ohne Brot, Darum hilf uns voll 2. Der du weißt, wie Leiden drücken, Und sie selbst getragen hast, Jesu, komm, uns zu erquicken, Mindre du des Kreuzes Last. Vormals hast du manche Zähre, Mittler, deinem Volk geweint, Und du bist zu deiner Ehre Noch derselbe Menschenfreund. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 630. D u, Gott, bist unsre Hülf' und macht; Wenn uns dein Auge nicht bewacht, Wer wacht, wer hilft uns 3. So wie treue Mütter eilen, Kindern, die um Hülfe fleh'n, Liebreich Hülfe zu erteilen, Eile, Herr, uns beizustehn. Ja, das hast du uns verheißen, Deine Worte trügen nicht; Nichts soll uns den Trost entreißen, Daß dein Mund die Wahrheit spricht. 4. Jetzt wohl jammern wir im Staube, Aber, fest und unberührt Stehe unser Christenglaube, Daß dir ewig Ruhm gebührt. Herr, einst seh'n wir, was jetzt tribe, Was jetzt Nacht ist, sonnentlar, Seh'n, daß deine höchste Liebe Unsers Leidens Quelle war. 5. Herr, nun laß uns auch dem Guten Nachzujagen uns bemüth'n, Laß die Herzen, die jetzt bluten, Auch des Lasters Lockung flieh'n. Deine Güte rief zur Buße, Wir vergaßen dein Gericht; Jetzt wirft Not uns dir zu Fuße: Vater, ach verwirf uns nicht. 6. Führ' uns selbst auf ebnem Pfade; In dir, Heiland, ist das Heil; Immer ist ja deine Gnade Der wahrhaften Frommen Teil. Nach vollbrachtem frommen Leben Wirst du uns, o Menschenfreund, Jn ein bess'res Reich erheben, Wo das Auge nicht mehr weint. 3. F. Schmidt, 1730, † 1796. 6. Seuchent. Armen? Erretter, dir, dir flehen wir, Du wollest dich erbarmen. 2. Der Seuchen Gift verbreitet fich Weit um uns her; erbarme dich, Laß uns nicht plötz Seuchen. 333 lich sterben. Entzeuch dem Tod| sethaten ledig. Der Herr ist groß, uns, der uns droht, Entreiß uns dem Verderben. er ist gerecht und gnädig, Und unser Gott hört und erbarmet sich. fam 4. Die Frommen stehen unter Gottes Hut. Ich lag in Not, er zur Hülf' hernieder, D'rum, Seele, tehr' zu deiner Ruhe wieder, Gott thut dir wohl, er ist dein höchstes Gut. 5. Du führest mich vom Tod zum Lebenslicht, Mein Aug' ist froh, mein Fuß wird nicht mehr gleiten. Du wirst ins Land der Lebenden mich leiten. Ich wandle fort vor deinem Angesicht.. 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht, Laß uns denn noch Barmherzigkeit Vor deinem Throne finden, und dein Gericht vertilg'uns nicht In unbeweinten Sünden. 4. Kein Reichtum schützt, kein Stand, kein Ort, Hier weinen Witwen, Eltern dort, Und da verwais'te Kinder. Die Seuch' erreicht auch den, der fleucht, Den Frommen, wie den Sünder. 5. Des alles sind wir wert, doch wir Beweiren's, Gott, und fleh'n zu dir, Du wolleft uns vergeben. Dein Volk will gern dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 6. Auch glauben wir an deinen Sohn: Um Jesu willen duld' und schon' Und laß uns Trost erscheinen. Streck' aus die Hand, und laß das Land Nicht länger hülflos weinen. 7. Sei mit den Sterbenden, daß fie Dein Antlitz schau'n, und alle, die Noch leiden, die bewahre; Tilg' ihren Schmerz, daß bald ihr Herz, Wie gern du hilfst, erfahre. 6. Ich glaub' an Gott, d'rum red' ich ohne Scheu; Die Welt ließ oft mich in der Not verzagen, Ich mußt' in Angst von allen Menschen sagen: Sie triigen stets, doch Gott ist ewig treu. 7. O wie bergelt' ich Gott, was er mir that, Da Wohlthat mich auf Wohlthat überhäufen? Wohlan, ich will den Kelch des Heils ergreifen; Gelobet sei sein Name früh und spat. 8. Ich that dem Herrn Gelübd' in meiner Not, Die will ich jetzt vor allem Volk bezahlen. Der Herr bewies zu wiederholten malen, Daß köstlich sei vor ihm der Frommen Tod. 9. Du bist mein Herr! o Herr, ich bin dein Knecht, Sohn deiner Magd; du hast mir beigestanden, Du machst mich los, befreiest mich welche Lieb' erweist von Banden; Du haſt auf mich, den 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann, Und betet dich, Erretter, an, Und preiset deine Gnade; Dann wandeln wir, o Gott, vor dir Mit Freuden deine Pfade. 3. 3. 2. Jungheim,* 1729, † 1790. Mel. Warum verstöß'st du uns. 631. mein mir, Der all' mein Fleh'n auf seinem Thron erhöret Und der sein Ohr zum tiefsten Seufzer kehret! So lang' ich leb', o Gott, ruf' ich zu dir. 10. Nimm meinen Dank, nimm mich zum Opfer hin, Laut will, o Herr, ich deinen Namen prei= sen, Vor allem Volk dir mit der That erweisen, Daß ganz ich dein, dir alles schuldig bin. 2. Erschütterte mich bittrer Todesschmerz, Ergriff mich ganz die Angst und Furcht der Hölle, Traf lauter Not und Jammer meine Seele: So schüttet' ich ihm kindlich aus mein Herz. 11. Ins Haus des Herrn will ich mit Freuden gehn, In seiner Stadt will ich ihn froh erheben. Er ist mein Heil, er ist mein Licht, 3. Jch rief zu ihm: o Herr, erlöse mein Leben, Mein Lob soll ihn in mich, Mach' meine Seel' von Mif-| Ewigkeit erhöh'n. Nicht ermittelt. 334 Morgenlieder. III. Tieder zunächst für häusliche Erbauung. 1. Morgenlieder. Mel. Gott des Himmels und der. 632. Großer Gott, den alles und je geliebt, Sich als Vater uns erweiset, Uns den Sohn zum Heiland gibt! Heute weckt des Tages Lauf mich zur lauten Andacht auf. hand. Ich bin getrost, denn taufend Sorgen Haſt du ſchon gnädig preiset, uns Herr, wer ich Armer doch? Du sorgst für mich, d'rum leb' ich noch. 3. Nun, das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin. Toch weil ich hier, so lang' ich lebe, Mit Not und Tod umfangen bin, So weich' auch heute nicht von mir, Die Hülfe steht allein bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche Soll nur in deinem Namen blüh'n. Erlöse mich vom Sündenjoche Und laß mich jedes Unrecht flieh'n. Gib deinen Geist, der mich regier', Und stets auf ebner Bahn mich führ'. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, So laß es doch gesegnet sein, Und was du sonst mir zugemessen, Das richte mir zum Besten ein; Ich bitte nicht um Überfluß, Gib, Vater, was ich haben muß. 6. Du thuft gewiß, mein Gott, das Deine, Ich will mit dir das Meine thun. Behüte beide, Groß' und Kleine, Laß sie in deiner Liebe ruh'n, Und hilf, daß jeder diesen Tag Mit dir, o Herr, beschließen mag. Nicht ermittelt. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, Wo die Welt mich ruhen läßt, Wo wir, treu in ihm verbunden, Feiern unsers Heilands Fest, Und er uns durch seinen Geist Selbst den Weg zum Himmel weist! 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Kraft zum Guten schenkt. Das sind doch die besten Sorgen, Wenn sein Heil der Mensch bedenkt, Wenn er betet, wenn er singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist sel'ger, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort? Laßt uns sammeln, gleich den Bienen, Jeder trage Segen fort. Selig ist, wer Nacht und Tag Gern darin sich üben mag. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird gescheh'n, Daß wir dich im Himmel seh'n. C. Neumann, 1648. Mel. Wer nur den lieben Gott. Eigene Melodie. 633. Ein neuer Tag, ein 634. M Ewigkeit, Licht der Geht vom unerschaff'nen Lichte, Hilf in dieser Morgenzeit, Daß dein Schein sich zu uns richte, und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Gnade Morgentaut Sent', o Herr, auf uns sich nieder, Daß, gleich Blumen auf der Au, Sich die Seel' erhebe mit der neuen Woche an; Du wollest, Gott, aufs neu' mir geben, Was mir sonst niemand geben kann. Denn hab' ich deine Gnade nicht, Woher nehm' ich dann Trost und Licht? 2. Jch grüße diesen lieben Morgen, Mich schützte deine Bater Morgenlieder. wieder. Segen ström' auf deine Schar Immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut Unsers Herzens Kält' ertöte, und erwecke Sinn und Mut Bei der neuen Morgenröte, Daß wir, deine Bahn zu gehn, Recht aufstehn. 4. Schmück' uns mit Gerechtigkeit, als mit einem weißen Kleide; Nie werd' es von uns entweiht, Nie an seinem Glanz es leide. Laß uns hell und fündenrein Vor dir sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gib, daß auch an jenem Tage Deine gläub'ge Schar ersteh', Und, erlöst von aller Plage, Auf der ew'gen Freudenbahn Wallen lann. 335 6. Du willst ein Opfer haben, Hier bring' ich meine Gaben: Ich fall' in Demut nieder. Und bring' Gebet und Lieder. 7. Du wirst sie nicht verschmähen, Du kannst ins Herz mir sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Jch ja nichts Bess'res habe. 8. Du woll'st dein Werk vollenden, Mir deinen Engel senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 9. Sprich: ja! zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste raten, Zum Guten alles wende Vom Anfang bis zum Ende. 10. Erhöre meine Bitte, Mein Herz sei deine Hütte; Dein Wort sei meine Speise Auf meiner Pilgerreise. Paul Gerhardt,* 1606, † 1676. 6. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ' uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Wo, was selig uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth,* 1636,+1689. Eigene Melodie. 636. Gott des Himmels und Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält! Mel. Nun laßt uns Cott, dem. ach' auf, mein Herz, 2. Gott, ich danke dir von Her= 635. Wang Dem zen, Daß du mich in dieſer Nacht Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! Vor Gefahr und Not und Schmerzen Haft behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 2. Als Nacht und dunkle Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat mich kein Leid gestöret, Gott hat es abgewehret. 3. Ja, Gott, ob auch Gefahren Mir noch so nahe waren: Ich lag an deinem Herzen Befreit von allen Schmerzen. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden So wie diese Nacht vergehn; Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hülf' und Rat Iſt für meine Misfethat. 4. Schlaf, sprachst du, Kind, in Frieden, Ich bin dein Schutz hienieden, Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen. Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag, Und für meine Seele sorgen, Eh' erscheint dein großer Tag; Tann beb' ich als Sünder nicht, Wenn du kommst und hältst Gericht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort. Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßer und mein 336 Hort. Nirgend als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, Schütze mich, dein Eigentum. Morgenlieder. 7. Deinen Engel zit mir sende, Der des bösen Feindes Macht, Lift und Anschläg' von mir wende, Und mich halt' in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh' Trage deinem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heil'ger Geist; Meine Bitt', o Herr, gewähre, Der du selbst mich bitten heiß'st, So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. Heinrich Albert,* 1604,+1668. Mel Ich dank' dir schon durch. 637. Mein ein erst Gefühl sei Preis und Dank, Erhebe Gott, o Seele! Der Herr Mel. O Gott, du frommer Gott. hört deinen Lobgefang: Lobfing' 638. Jesu, füßes Licht! ihm, meine Seele! Nun ist die vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe neu erwacht, D'rum finget nun mein Herz: Dir, Herr, sei Dank gebracht! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mich in der Arbeit Fleiß Und schüßt mich vor Gefahren? 7. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, Mich deine Wege wallen, Und Lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und freudig thue; 10. Daß ich als dein getreues Kind Nach deinem Reiche strebe, Und frohen Muts und fromm gesinnt In deiner Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigteit, Wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715,+1769. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Mich wieder aufzuwecken? 5. Di bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben, Du bist es, der es uns erhält, Und jetzt mir's neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach still durchschlaf'ner Nacht mich dieses Tags erfreue. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad' versenken. Mein Leib und Seel' und Geist Sei dein den ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. D'rum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigentum, Daß ihr fein Gutes fehle. Dir geb' ich meinen Geist, Verschmäh' die Gabe nicht, Verkläre dich in ihmi Durch deines Geistes Licht. 4. Ich will auch meinen Leib Zum Tempel dir ergeben, Darin Morgenlieder. du wohnen magst, O Herr, mein Heil, mein Leben! Ach wohn', ach leb' in mir, Beweg' und rege mich, So hat Geist, Seel' und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt Die Kleider angeleget; Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget, Im goldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit liebe, mit Reuschheit, mit Geduld, Durch deines Geistes Triebe. Vor allem leite mich Zur wahren Demut an, So bin ich wohl geschmückt, Und föstlich angethan. 337 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; Doch dies mein irdisch Leben Flieht schnell zum Tode hin. Bald ist fie ganz verschwunden Der Wallfahrt turze Zeit; Doch hängt an ihren Stunden Das Heil der Ewigkeit. 7. Gib, daß es diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß deine Gegenwart Mich wie die Luft umgebe, Damit mein ganzes Thun Durch Herz und Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund'. 8. O segne, was ich thu', Mein Reden und mein Denken; Durch deines Geistes Kraft Woll'st du es weislich lenten. Laß alles nur gescheh'n Zu deines Namens Ruhm, Auf daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigentum. Joachim Lange,* 1670, † 1744. Mel. Valet will ich dir geben. 639. Pob fei Gott, der den Morgen Uns sendet nach der Nacht! Der, wenn wir ohne Sorgen Entschlummern, für erquicket Und unsre Kraft erneut, Ihm, der die Erde schmücket Und, was er schuf, erfreut. 4. O süßer, hoher Glaube: Nicht ewig zu vergehn! Es soll der Mensch vom Staube Einst wieder auferstehn! Ach, laß mich's nie vergessen, Der heil'gen Hoffnung voll Laß täglich mich ermessen, Was ich einst werden soll. 2. Der Engel heil'ge Heere Erhöh'n ihn mit Gesang. Auf, fingt in ihre Chöre, In ihren Jubeltlarg! Ertönet, Harf' und Psalter, Ins Lied der Seraphim; Den Schöpfer, den Erhalter Erhebt lobsinget ihm! 5. Sollt' ich nach Reichtum trachten? Nie tomm' es mir ins Herz! Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Sohn ist Reu' und Schmerz! Hienieden schon auf Erden Soll meine Seele rein Und Gottes Tempel werden, Ganz ihm geheiligt sein. 6. Zwar dieses Lebens Freuden Sind nicht der Christen Los; Doch ist in ihren Leiden Des Herrn Erbarmen groß. Wir leiden nicht vergebens, Und schau'n von ferne schon, Die Wonne jenes Lebens, Der überwinder Lohn. 7.( Betrost, mein Geist, ermülde In deinem Kampfe nicht; Dich stärke Gottes Friede Mit Glaubenszuversicht. Ermuntre dich und streite, Dein Retter ist dir nah'. Getrost, vielleicht ist heute Des Kampfes Ende da. G. B. Funt, 1734,+1814. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Jenn ich einst von 640. mer, Welcher Tod heißt, aufersteh', Und, befreit von allem Kummer, Jenen schöner'n Morgen seh', O, dann wach' ich anders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen. 2. Ach, laß keinen von den Tagen Dieser ernsten Prüfungs22 Morgenlieder. 338 zeit Mich an jenem Tag verklagen, Daß ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank sei dir! zu dir hinauf Führe jeder meiner Tage mich durch Freude wie durch Plage. 3. Würd' ich auch zum letzten male Heut' den Tag des Lebens seh'n, Müßt' ich gleich zum dunflen Thale In die Nacht des Todes gehn: Hoffnungsvoll entschlief' ich dann, Denn mein Geist geht himmelan, Und wird dort auf Himmelsauen Einen ew'gen Morgen schauen. Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724, † 1803. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. er frohe Morgen 641. Dommt gegangen, Das Dunkel weicht, der neue Tag bricht an; Bald wird die Sonn' am Himmel prangen, Seht, schon beginnt sie ihre Segensbahn. Was in der Nacht erstarrt und schlafend lag, Das reget sich, ist munter, frisch und wach. 2. Auch du, mein Geist, ihr, meine Kräfte, Ermuntert euch, legt alle Trägheit ab. Gott loben sei mein erst Geschäfte, Den treuen Gott, der Seinen Schuß und Stab. Sein Auge schläft und schlummert ewig nicht, Weil es der Gottheit nie an Kraft gebricht. 3. Gott ist mein Schöpfer und mein Vater, Des Huld mir Leib und Seel' und alles gab. Er ist mein Freund und mein Berater, Was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mich, und feine Treu' erneuert täglich sich. 4. Oft ging ich irr' auf finstern Wegen, Da zeigt' er mir sein freundlich Angesicht, Ich spürte seines Geistes Regen Und kam zu seinem wunderbaren Licht; Mir war, als sei ich aus dem Schlaf erwacht, und hinter mir läg' eine tiefe Nacht. 5. Jn Christo hat er mich geliebet, Durch Christi Tod bin ich mit ihm versöhnt. O große Huld, die mir vergibet, größre Huld, die mich mit Christo krönt! Ja, durch den Sohn bin ich des Vaters Kind Und erbe Güter einst, die ewig sind. 6. Gott hat mir seinen Geist gegeben, Ein himmlisch Licht dem irrenden Verstand, Der leitet mich zum wahren Leben, Jst mir der Gnade sichres Unterpfand Und wenn ich schwach, gebeugt und elend bin, Labt er mit Fried'n und Troft den blöden Sinn. 7. D'rum will ich, Gott, mich dir ergeben, und deiner Treu' anvertrau'n. liget fei dir mein Leben, Mein Auge soll beständig auf dich schau'n, Daß dieser Tag, zu dem ich bin erwacht, Dir wohlgefällig werde zugebracht. 8. Ja, segne, Vater, und behütte An Leib und Seele mich, denn ich bin dein. Das Antlik deiner Lieb' und Güte Erleuchte mich mit seiner Klarheit Schein. richt' auf mich dein gnädig Angesicht, Und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. J. A. Freylinghausen, 1670, † 1739. 642. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag, as walte Gott, der helfen kann! Mit D D% Gott fang' ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort, D'rum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Wo Gott nicht schenket, da gebricht's. Gott gibt und thut mir alles Gut's, D'rum sprech' ich auch nun guten Muts: Das walte Gott! 3. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür. Mein Netz werf ich auf sein Geheiß, Und sage bei der Arbeit Schweiß: Das walte Gott! Mittagslieder. 339 Gott. 4. Legt Gott mir seinen Segen| mit frohem Mut: Das walte bei Nach seiner großen Güt' und Treu', So g'nilget mir zu jeder Zeit; D'rum sprech' ich auch mit Freudigkeit: Das walte Gott! 3. Betichius, lebte um 1700. Mel. Auf meinen lieben Gott. 643. So tret' ich dem= nach an, So gut ich immer fann, Mein' Arbeit, Thun und Wesen, Dazu mich Gott erlesen; Der wird mir seinen Segen Auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag' ich Dant, Daß du mein Lebenlang So reichlich mich ernähret, Mir manches Glück bescheret. Laß deine Güt' und Gaben mich auch noch ferner laben. 3. Ach, mein Herr Jesu Christ, Der du mein Helfer bist, Ach, segne meine Werke, Und mich vom Himmel stärke, Damit ich deinen Willen In allem mög' erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, Und alles von mir treib', W3 meine Arbeit hindert Und deinen Segen mindert, Und laß in Fried'n und Freuden Mich einst von hinnen 3. H. v. Hippen,* 1656. scheiden. 5. Trifft mich ein Unglück, un verzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir Hülfe stets verleih'n, D'rum soll auch meine Losung sein: Tas walte Gott! 6. Er kann mich segnen frith und spät, Bis einst mein Thun zu Ende geht; Er gibt und nimmt, macht wie er's will, D'rum sprech' auch ich fein in der Still: Das walte Gott! 7. Gott steht mir bei in aller Not, Und gibt mir auch mein Stücklein Brot. Nach seinem alten Vaterbrauch Thut er mir Gut's, d'rum sprech' ich auch: Das walte Gott! 8. D'rum walle ich nach Gottes Rat Auf seinem schmalen Lebenspfad, Dann geht es mir in allem gut, D'rum spreche ich 2. Mittagslieder. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 644. deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir nun hier vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung ge= ben, Bis wir endlich mit den Frommen An die Himmelstafel kommen. 3. Verleih den Armen Brot, Gib uns ein Herz, de 3 Wohlthat gern gewähret. 4. Mach' uns zufrieden mit den guten Gaben, Die wir von dir durch Jesum Christum haben. 5. Verbanne aus dem Herzen alle Sorgen, Und führ' uns aus der Nacht zum hellen Morgen. 6. Bei treuem Fleiß wirst du uns alles geben, Was wahrhaft dient zu einem frommen Leben. Joh. Heermann,* 1585, † 1647. Mel. Danket dem Herren, denn. err, 7. Vater, stärke uns, daß wir dir trauen, Bis du uns 645. Heiner reichenFülle, führst zu ewig grilnen Auen. 8. Da wollen wir dir Pre's und Ehre bringen, Dir ewig Dank für deine Güte fingen. Wilh. Hülsemann,* 1781, † 1865. Und mache unsre Seelen fromm und stille. 2. Gib, daß wir täglich deine Huld ermessen, Und nie dich, Geber alles Guts, vergessen. 22* 340 Abendlieder. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 646. Danft dem Herrn! Gaben Füllet er das ganze Land; Alles, alles, was wir haben, Kommt aus seiner Vaterhand. 2. Dankt dem Herrn! er gibt uns Leben, Gibt uns Nahrung 3. Wel. Nun sich der Tag geendet hat. 647. N un bricht die finstre Nacht herein, Es glänzt der Abendstern; Doch du, mein Herz, schlaf ja nicht ein, Komm, sprich erst mit dem Herrn. 2. Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst auf mich vom Himmels= zelt, Hör' auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, War dein, vor allen dein, D'rum soll er mir bis in die Nacht Vor allen heilig sein. 4. Doch ach, mich reizte heute noch Die lust der blinden Welt; Noch trage ich das Sündenjoch, Das mich gefesſelt hält. 5. D'rum such' ich deinen Gnadenthron, Sieh meine Schuld nicht an, Und laß durch deinen lieben Sohn Vergebung mich empfah'n. 6. Was heute mich dein Wort gelehrt, Schreib in das Herz mir ein; Laß mich und alle, die's gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt' uns fernerhin dein Wort, Es sei uns helles Licht, Daß wir dir dienen immerfort In froher Zuversicht. und Gedeih'n. O wer wollt' ihn nicht erheben und sich seiner Abendlieder. 8. Jetzt aber such' ich meine Ruh', Bater, steh' mir bei, Und sende deine Macht mir zu, Die schüßend um mich sei. 3. Dankt dem Herrn! vergiß, o Seele, Deines guten Vaters nie; Werd' ihm ähnlich und er= zähle Seine Wunder spät und früh. Nicht ermittelt. 10. Wofern dir auch mein Thun gefällt, So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der Welt Fortsetze meinen Lauf. 11. Und endlich führe, ist es Zeit, Mich in den Himmel ein, Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Caspar Neumann,* 1648,+1715. 648. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. alle Gitte sei gepreist, Gott Va= ter, Sohn und heil'ger Geist! Jhr'r bin ich zu geringe. Vernimm den Dank und Tobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut' an mir gethan, Mir, was ich bat, gewähret; Hast väterlich mein Haus und mich Beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: Der Geist, mit dem ich dein gedent', Ein ruhiges Gemülte, Was ich vermag bis diesen Tag, Jst alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, Vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, mein Herr und Gott, So laß mich Gnade finden. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715, † 1769. Eigene Melodie. 9. Gib allen eine gute Nacht, Die chriftlich heut' gelebt, und 649. Werde munter, mein den, der unbedacht Der Gnade widerstrebt. Gemüte, rege sich in dir, Daß ich preise Abendlieder. 341 Gottes Güte, Die er hat gethan| In dem finstern Thale hier; an mir, Daß er diesen ganzen Tag Vor so mancher Not und Plag', Vor Betrübnis, Schmach und Schaden Mich behütet hat in Gnaden. Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn des Tages Mith'n gleich machen, Daß die Augen schlafen ein, So laß doch mein Herz noch wachen Und zu dir gerichtet sein. Herr, mein gan= zer Geist und Sinn Gehet immerfort dahin, Daß von dir mich gar nichts treibe, Und ich dein im Schlaf auch bleibe. 9. Laß mich diese Nacht empfinden Eine stille süße Ruh'; Alles übel laß verschwinden, Decke mich mit Gnade zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Auch mein zeitlich Hab' und Gut, Freunde, Brüder, Hausgenossen Sind in deinen Schutz geschlossen. 2. Lob und Dank sei dir gefungen, Vater der Barmherzigteit, Daß mir ist mein Werk geLungen, Daß du mich so hoch erfreut Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweggetrieben, Und ich unversehrt geblieben. 3. Ach, kein Geist kann ganz er= tennen Deiner Güte Wunderthat, Und kein Wort es würdig nennen, Was sie mir erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, Sie hat weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, und die dunkle Nacht bricht an, Und ich sehe mit Verlangen, Herr, zu deinem Licht hinan. Stehe mir, o Vater, bei, Daß dein Glanz stets in mir sei, Und mir auch im Finstern scheine, Denn ich hoff' auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Ale Sünd' und Missethat, Damit sich mein Herz beladen Und dich hoch erzürnet hat. Schütze vor des Satans Macht Mich bei Tage wie bei Nacht, Laß es ja ihm nicht gelingen, Mich in Sünd' und Not zu bringen. 10. Ach, bewahre mich vor Schrecken, Schütze mich vor überfall, Laß nicht Krankheitsschmerz mich wecken, Nicht Tumult noch Kriegesschall. Wend' ab Feu'rsund Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod. Laß mich nicht in Sünden sterben, noch an leib und Seel' verderben. 11. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat. Jesu, den ich slets verehre, Bleibe du mein Schutz und Rath. O du werther heil'ger Geist, Zeig', daß du der Tröster heiß'st. Herr, erhöre dies mein Flehen; Amen! ja, es soll geschehen. Joh. Rist, 1607,+1667. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich doch wieder ein, Denn dein Sohn, am 650. Si Kreuz verblichen, Will mein Heil und Mittler sein. Ich verleugne nicht die Schuld, Aber deine Gnad' und Huld überwieget weit die Sünden, Welche sich in mir befinden. Mel. Werde munter, mein Gemüte. in Sjenen Schlummer, Aus dem keiner mehr erwacht, Geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: O, dann schlaf' ich anders ein, Weg aus dieses Lebens Pein Wall' ich zu den ew'gen Hütten Derer, die schon ausgelitten. 7. du licht der frommen Seelen, du Glanz der Ewigteit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit, Bleibe doch, mein Gott, bei mir| Möcht' ich stets mich fertig machen 2. Jetzt noch schlaf' ich aufzuwachen Für die Tage dieser Zeit; 342 Abendlieder. Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich| meinen Sinn; Dich laß ich nicht, wie ein Pilger sei, Leicht, bereit, mein Licht, der Tag ist hin. von Bürden frei, Froh zu scheiJoachim Neander,* 1310,+1680. den von der Erde, Wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, Der als Retter mir er= scheint, Wenn mit nicht erhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint. Stärker als mein Freund im Schmerz Sei mein gottverlangend Herz, Daß ich, voll von deinem Preise, Ihn zu dir gen Himmel weise. Friedr. Gottl. Klopstod,* 1724,+1803. Mel. O höchster Gott, o unser. 651. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe! Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe! Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, Erleuchte mich in dieser Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, Die Ehr' ist dein, wenn mir ein Wert gelungen. Versteh' ich auch nicht immer deinen Rat, Du führest stets mich auf den besten Pfad. 3. Nur eines ist, das mich em= pfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; Du weißt, o Gott, wie sehr mein Herz dich liebt, und doch wird noch dein Geist von mir betrübt. 4. Vergib mir, Herr, es sagt mir mein Gewissen, Daß Sünd und Welt mich oft von dir ge= riffen; Es schmerzt mich tief, ich stell' mich wieder ein, Da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 5. Du starker Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte. Wenn über mich stets deine Gnade wacht, So fürcht' ich nicht des Bösen List und macht. 6. Du schlummerst nicht, wenn meine Kräft' erschlaffen. O laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen. Lebenssonn', erquicke Eigene Melodie. 652. geendet hat, Die 652. N un sich der Sonne nicht mehr scheint, Schläft, was von Arbeit müd' und matt, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst sonder Raft, Du schläfst und schlummerst nicht; Ob uns die Finsternis umfaßt, Bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser dunklen Nacht, und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. den Schuld, Die mich bei dir ver4. 3war filhl' ich wohl der Sünflagt, Doch hat mir deines Sohnes Huld Bergebung zugeſagt. 5. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich geh' vors Gericht. Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 6. D'rauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meine Ruh', Wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin! Hemmt nicht der Andacht auf, Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Prüfungsthal: So führ' mich, Herr, zum Himmel ein, 3ur auserwählten Zahl. 9. Und also leb' und sterb' ich dir, O Herr, Gott Zebaoth. Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Not. J. Fr. Herzog,* 1647, † 1699. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 653. Ah mein Jeſu, fieh, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsternis sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete. Neige Abendlieder. du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde Wie ein Pfeil zur Ewigkeit; Selbst die längste Lebenszeit Rauscht vorüber, wie die Winde, Strömt dahin, schnell wie ein Fluß Mit dem stärksten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte, mein Erbarmer: Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Doch ich komme mit Verlangen, mein Herzensfreund, zu dir; Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Dunfel bricht. 343 Fahr hin, ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die gold'nen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal; Also werd' ich auch stehen. Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die zieh' ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Laß mich wohl die Tage zählen, Die du mir noch gönnen willst; Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen, Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein treuer Heiland, wache, Wache du in dieser Nacht, Schüße mich mit deiner Macht; Dir befehl' ich meine Sache, Dir vertrau' ich, laß mich dein Wachend und auch schlafend sein. 2. J. Schlicht,* 1681, † 1723. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht, geht und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt; Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn ver= drossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib' und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel! 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Unfall, noch Gefahr; Gott euch Ums laß euch ruhig schlafen, Stell' Bett, und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt,* 1606,+1676. Eigene Melodie. 654. un ruhen alle WälStädt' und Felder, Es schläft die ganze Welt. Jhr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. Eigene Melodie. 655. Christe, der du bist Tag und Licht, Vor 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, deinem Aug' ist's dunkel nicht; Die Nacht des Tages Feind. Du väterlichen Lichtes Glanz, Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit. 344 Lehr' uns den Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten deine heil'ge Macht, Behüt' uns, Herr, in die ser Nacht, Bewahre uns vor allem Leid, Gott, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den Sündenschlaf, Herr Christ, Uns schade nicht des Feindes List. Gib, daß der Leib auch züchtig sei, So find wir mancher Sorgen frei. 4. Wenn unsre Augen schlafen ein, Laß unsre Herzen wacker sein. Beschirm' uns, Gott, mit deiner Hand, Und löse unsrer Knecht= schaft Band. 4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Lesen der heiligen Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 656. We er geht froh durchs Erdenleben An der Liebe Vaterhand? Der in Christo Frieden fand, Der sich ganz ihm hat ergeben; Ganz sein Eigentum zu sein, Hält er sein Gewissen rein. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, Dein' Hülf' sei all'zeit uns bereit. Hilf uns, Herr Christ, aus aller Not Durch deinen bittern Kreuzestod. 6. Gedent' an uns in finstrer Zeit, Gib uns dein Licht in Dunkelheit, Daß sanft wir schlummern im Vertrau'n, Bis wir gestärkt den Morgen schau'n. 7. Dir sei Lob, Dank und Preis gebracht, Bis in des Lebens letzter Nacht, Bis wir den ew'gen Morgen seh'n Und herrlicher dein Lob erhöh'n. Michael Weiß, lebte um 1530. 2. Mag dich auch die Welt verhöhnen, Spricht dich dein Gewissen frei, Bleibst du deinem Herrn getren: O dann wird er dich auch krönen, Er wird dein Vertreter sein; Halte dein Gewiffen rein. 3. Gab dir Gott auf hoher Stufe Macht und Ehre, Geist und Kraft: Dann gedent' der Rechenschaft, Folg' in Demut Gottes Rufe; Strebe Gutes auszustreu'n: Halte dein Gewissen rein. 4. Du sollst laut von Jesu zeugen, Christi Knecht, o sei ihm treu, Warne, strafe, tröst' und dräu', Daß die Sünder sich ihm beugen; Treffe dich auch Schmach und Pein; Halte dein Gewissen rein. 5. Lehrst du in der Kinder Kreise, dann führe sie zum Herrn, Er sei dir der Morgenstern. Walte in der Schule weise, Weihe sie zum Tempel ein: Halte dein Gewissen rein. 6. Ruft dich Gott, das Recht zu sprechen: Denke, daß Gott im Ge= richt Dir das Urteil auch einst spricht; Laß die Welt dich nie bestechen, Achte weder Groß noch Klein; Halte dein Gewissen rein. 7. Hast du den Beruf zu heilen, dann lindre gern den Schmerz, Blicke hin auf Jesu Herz, Lern' von ihm zu Armen eilen. Laß du deinen Arzt ihn sein; Halte dein Gewissen rein. 8. Mußt du kaufen und verkaufen, Gib den Frieden dann nicht hin. Was ist aller Welt Gewinn? Erde sind die Goldeshaufen. Rauf die eine Perle ein; Halte dein Gewissen rein. 9. Redlich geh auf Gottes Wegen, Unrecht Gut gedeihet nicht, Falsches Maß und falsch Gewicht Ermunterung zum Lesen der heil. Schrift. 345 Rauben dir nur Gottes Segen.| Herrn zu lesen; Bedenke, daß Strebe, reich in Gott zu sein; dies Wort Das Heil der ganzen Halte dein Gewissen rein. Welt, Den Rat der Seligkeit, Den Geist aus Gott enthält. 10. Bauest du im grünen Lenze Das dir anvertraute Land: Leg' vom Pfluge nicht die Hand, Kürze nicht des Nachbars Grenze. Streu' in Gottes Namen ein; Halte dein Gewissen rein. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, Dein Gott, dir selber riefe; Mert' auf, als spräch' er selbst Aus seiner Weisheit Tiefe. D'rum lies mit Ehrfurcht, lies Mit Lust und mit Vertrau'n, Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbau'n. 11. Deines Hauses Schmuck fei Friede; Die dir dienen, liebe du, Gönne ihnen Sabbathruh'. Sie zu bilden sei nicht müde, Daß fie dort noch Dank dir weih'n; Halte dein Gewissen rein. 12. Hast du dich zum Dienst verpflichtet, Dien' dem Hause als dem Herrn, Diene redlich, treu und gern. Gott belohnet, Christus richtet; Haffe allen Heuchelschein; Halte dein Gewissen rein. 13. Teilest du des Toten Erbe: Friedlich sei dann, fromm und treu; Sorg', daß nicht zu späte Reu' Einst dein Seelenglück verderbe. Dort des Erbes dich zu freu'n, Halte dein Gewissen rein. 14. Prüfe dich, wenn du sollst schwören, Daß des Meineids Frevel nicht Dich verklage im Gericht. Laß die Lust dich nicht bethören, Gott wird schneller Zeuge sein; Halte dein Gewissen rein. 15. Stürmt' es auch in Ungewittern, Sänke Not auf dich herab, Öffnet sich dir auch das Grab: Dennoch wirst du nimmer zittern, Gott wird dir ein Helfer sein, Hältst du dein Gewissen rein. 16. Wohl dem Christen, der im Leben Gottes Ruf im Herzen ehrt; Christus, der sich ihm verklärt, Wird ihm Trost im Tode geben. Halte dein Gewissen rein, Dann gehst du zum Himmel ein. Wilh. Hülsemann,* 1781, † 1865. 3. Sprich fromm: o Gott, bor dem Ich meine Hände falte, Gib, daß ich dein Gebot Für dein Wort ewig halte, Und laß mich deinen Rat Mit hellem Geist verstehn, Die Wunder am Gesetz, Am Wort vom Kreuze seh'n. 4. Er, aller Weisheit Gott, Kann dich nicht irren lassen; Lies, Christ, sein heilig Buch, Lies oft, du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht, Weil man fie redlich liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft Und frei von Weltgeschäften, Und sammle deinen Geist Mit allen seinen Kräften. Der beste Teil des Tags, Des Morgens Heiterkeit, Und dann der Tag des Herrn, Der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf' ihn, dir zum Glülde, Des Tags oft in dein Herz Jm Stillen oft zurücke; Empfinde seinen Geist, Und stärke dich durch ihn zum freudig frommen Mut, Das Gute zu vollzieh'n. 7. Uns ganz dem Herrn zu weih'n, Dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, Dann wirst du's inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort verstehn, Dem du gehorsam bist. Herz Zur Heili- 8. Spricht sie geheimnisvoll, Mei. O Gott, du frommer Gott. 657. Soll dein verderbtes gung genesen, Christ, so verfäume nicht, Das Wort des So laß dich das nicht schrecken; Ein endlicher Verstand Kann Gott 346 nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch; Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht, was dein Witz begehrt. Ermunterung zum Gebet. 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen, Ist Ruhm, und die Vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Fst der Geschöpfe Pflicht, Und weise Demut ist's, Das glauben, was Gott spricht. 10. D'rum laß dich, frommer Christ, Durch keinen 3weifel fränken. Hier bist du Kind, doch Gott Wird höh'res Licht einst schenken. Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schau'ns, Und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift, Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, Der mehr als du steht, leiten. Ein forschender Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein angefocht'nes Herz Hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort, Es ist dein Glück auf Erden. Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, 1769. Mel. Jauchzet dem Herren all' auf. 658. D ein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein Fleh'n aus reinem, gutem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Angesichte Mit Dank und Demut oft und gern, Und prüfe dich in seinem Lichte, Und flage deine Not dem Herrn. 2. Welch' Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden Bedarf nicht eines Menschen Fleh'n; Doch sagt er: bittet, daß ihr nehmet! Und des Gebetes Frucht ist dein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von diesem Gott begehren, das ist keine schwere Pflicht, und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt das Herz mit Zuversicht. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertrau'n, daß er uns liebt, m Fleiß zu allen guten Werken, Ist eine Pflicht, die nie betrübt. 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen, Gott fieht aufs Herz, er ist ein Geist; Nie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt. Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst gebeut, Gott ist kein Mensch, ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Fm Glauben sucht, der ehret Gott; Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, Und dann vergißt, was er beschwur, Und flagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist; Bet' oft zu Gott, und fühl' in Leiden, Wie göttlich er das Heil versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft; Bet' oft, wenn inn'rer Trost dir fehlet, Er gibt den Mülden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft und heiter im Gemüte, Schau' dich an seinen Wundern satt; Blick auf den Ernst, blick auf die Güte, Mit der er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, Im Alter dort, er trug Geduld, Rief dich durch Selbstprüfung. 347 gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, Die GottesHand dir anvertraut; Rein Knecht des Hauses müsse fehlen, Er ist ein Christ, und werd' erbaut. Ermunterung zur Glück und Leid zur Tugend: Erfenn' und fühle seine Huld. 8. Bet' oft und schau' mit sel'gen Blicken Hin in des Ewigen Gezelt, Und schmeck' in gläubigem Entzücken Die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, Welch' Glück! doch ist's von jenem Glück, Das dem der Herr wird offenbaren, Der ihm hier dient, kein Augenblick. 9. Bet' oft, durchschau' mit heil'gem Mute Die herzliche Barmherzigkeit Des, der mit seinem teuren Blute Die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen, Denn es ist eine Gottes that; Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr' im Glauben Rat. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. süß, 10. Bet' oft und flag' am ftil- 659. Wie fil, mein Bater, ist len Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz; Er schließt vom Herzen auf die Worte, Nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebog'nes Knie, nicht Thränen, Nicht Worte, Seufzer, Psalmenton, Nicht dein Gelübd' rührt Gott: dein Sehnen, Dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 11. Bet' oft, Gott wohnt an jeder Stätte, An keiner minder oder mehr. Denk' nicht: wenn ich mit vielen bete, Find' eher ich bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch, ist dein Begehren Gerecht und gut, so hört er's gern: Ift's nicht gerecht, so gelten Zähren Der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen Auch öffentlich Gott anzufleh'n, Und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöh'n, Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrist dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem andre dienen, So sei ihr Vorbild, sei es stets, Und fei're täglich 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund. Gib für den Fluch nur Segen wieder, Und bet' auch selbst für deinen Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheu'n, An Lieb' und Eifer nicht erfalten, Und selbst zum Guten weise sein. Chr. Fürchteg. Gellert,* 1715, † 1769. Als Kind vor dich zu treten, Dich demutsvoll, mit Zubersicht In Christo anzubeten! Ein Glück, das alles übersteigt, Wird im Gebete mir erzeigt, Wenn ich mit Kindestreue Mein Herz dir, Vater, weihe. 2. Heil mir, Barmherziger, wenn dich Mein betend Herz empfindet, Und Ehrfurcht, Dank und liebe sich in meiner Brust entzündet! Heil mir, wenn Demut, Freundlichkeit, Wenn kindliche Ergebenheit Und Fleiß in guten Werken Durch das Gebet sich stärken! 3. Heil mir, wenn in der Einsamkeit Ich mich zu dir erhebe, Voll gläubiger Zufriedenheit Dir alles übergebe! Durch dich allein empfang' ich Kraft und Mut im Kampf der Leidenschaft, Erquickung stets im Leiden, Und Hoffnung ew'ger Freuden. 4. Für eine Welt vertauscht' ich nicht Die wonnevollen Stunden, Da ich geseh'n dein Angesicht und deine Lieb' empfunden. Wenn ich mit Thränen vor dir stand, Und deine Vaterhuld empfand, Die mich so weise führet: Wie ward mein Herz gerühret! 348 Ermunterung zur Selbstprüfung. 5. Dein denk' ich, wenn der du als Gottes Kind Dich, wie Tag entflieht, Wenn Schatten du hast versprochen, In allem mich umgeben, Und singe dir mein Thun erzeigt, Dem Guten nachAbendlied, Denn du bewachst gestrebt? Hat nicht der alte Mensch mein Leben. Dich rühm' ich, Bisher in dir gelebt? wenn nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Herz erwacht, Und jauchze in die Chöre Der Schöpfung deine Ehre. 6. Du sagst: ich bin ein Christ, Weil ich die Gnadenlehre, ZuHaus und öffentlich, Beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, Was dieses Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, Der ist des Namens werth. 7. Du sagst: ich bin ein Christ, Bekenne meine Sünden, und lasse oft mich auch Bei Jesu Nachtmahl finden. Doch findet sich, mein Freund, Ich bitte, sag' es mir, Nach solchem heil'gen Brauch Auch Besserung bei dir? Mel. O Gott, du frommer Gott. it 8. Ach, du bleibst nach wie vor Bei deinem alten Leben, Selbst 660. du oft und Bestreben. Dich führt der alte Trieb, Und was noch gut soll sein, Jst, wenn man's recht besieht, Nur lauter Heuchelschein. 6. Kann auch, vollendet sich mein Lauf, Die Lippe nicht mehr beten, Dann fleht mein Blick zu dir hinauf Um Trost in Todesnöten. Dann lehre du mich, guter Geist, Der du mir Kraft und Ruh' verleih'st, Die letzten Kräfte sammeln, Und sterbend: Vater! stammeln. F. W. Loder,* 1757,+1823. Christ! Wohl dir, wenn Werk' und Leben Dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugnis geben. Nur zeige, wie du kannst, Durch Gottes Kraft und Geift, Daß du in Wahrheit auch Ein Jünger Christi seist. 2. Du sagst: ich bin ein Christ; Der ist's, der Jesum kennet, Jhn seinen Gott und Herrn Auch vor den Menschen nennet, Und thut dann auch mit Fleiß, Was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist Dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Chrift; Doch wer ein Christ will heißen, Muß leben, wie er glaubt, Dem Bösen sich entreißen. Der liebet Christum nicht, Der noch die Sünde liebt, Jft auch kein Christ, ob er Sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ. Denn ich bin ja getaufet Auf Christi Tod, der sich Sein Volt mit Blut erkaufet. Allein, mein Christ, wie steht's Um deinen heil'gen Bund, Den du mit Gott gemacht In jener Gnadenstund'? 5. Hast du ihn nicht vorlängst Gar oft und viel gebrochen? Hast 9. Du sagst: ich bin ein Christ! Ich kann dir's nicht gestehen, Es sei denn, daß ich's kann Aus deinem Wandel sehen. Denn wer: Herr, Herr! nur sagt, Ach, der betrügt sich sehr; Ein Jünger Jesu muß Auch wandeln gleich wie er. 10. Wenn aus des Herzens Quell' Die reine Liebe rinnet, Wenn du, wie Jesus war, Auch immer bist gefinnet, Wenn dich die Demut schmückt, Wenn du sanftmütig bist, Wie unser Heiland war: Dann sag', du sei'st ein Christ. 11. Jedoch so lang' dich noch Der Sinn der Welt regieret, Dein Sinn zur Eitelkeit, Zur Schmähsucht dich verführet, Nicht Sanftmut in dir herrscht, Nur Zorn und Haß und Neid, So bist du ganz gewiß Vom Christentum sehr weit. 12. Du fagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich des mit Freuden; Allein thust du auch mehr, Ermunterung zur Selbstprüfung. Als andre kluge Heiden? Thust du des Guten nicht Weit mehr, als sie gethan, So klagen sie dich dort Vor deinem Richter an. 13. Sag' nicht: ich bin ein Christ, Bis daß dir Werk und Leben Auch dessen, was du sagst, Beweis und Beugnis geben. Die Worte sind nicht g'nug, Ein Christ muß ohne Schein Das, was er heißen will, Im Wesen selber sein. 349 7. Ach möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften Dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemült, um mich zu dir zu schwingen, Zur Stille bringen. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, Mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, Und nicht nur so zu heißen. Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, Gelanget nimmermehr Zu dir ins Himmelreich. 3. A. Haßlocher," 1645, † 1727. 8. Doch mein Verstand ist, unstät, träg', er scheuet Der überlegung Müh', und schnell zerstreuet, Sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, Zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, Verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, Will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, Von dir erkennen. 10. Ergreife mich und leite meine Seele, Daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle; Gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede. 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, Und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir, Gott, nur leben. Nicht ermittelt. Mel. Dies ist der Tag, zum. 661. Soll ich mein Geist, o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, So mußt du selbst, um groß von dir zu denken, Die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich fiets erfreuen Und meiner Seele Finsternis zerstreuen; ErMel. Es wolle Gott uns gnädig sein. leuchte mich, daß mich zu beiner 662. Bewahre mich, Herr, daß mein Gemüt bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre Ehre Der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, Wie in der Wahrheit und im Geist Die dich verehren milssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, Die Herr! zu Jesu sagen, Und nicht mit rechtem Ernst zugleich Der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, Läff'st du als deine Kinder, Gott, in ew'gem Frieden ruh'n, Wenn heuchlerische Sünder Von dir verstoßen werden. 3. D'rum laß mich doch vom Glauben nie Ein heilig Leben trennen, Mich nicht für Jesu 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, Das, so wie du, verdient' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, Als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen, Doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, Dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lehren wirfen sollen, Uns bessern wollen. I fennen. Gib, daß mein Glaube Jünger hie Bloß äußerlich be 350 Für Jünglinge. thätig sei Und Tugendfrüchte| gute Werk Dem glücklich noch bringe, Taß ich, vom Sünden- gelingen, Der deine Hülfe suchet. dienste frei, Mit Eifer darnach ringe, Im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, Und liebst, die redlich handeln; O laß in Freude wie im Schmerz Mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmert, Hilf mir selbst ihn vollbringen. Durch dich muß jedes 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit Und Uebereilung fehle, Co thu' an mir Barmherzigkeit Und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall; Erhalt mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Deinen Dir ohne Fehltritt diene. 3. S. Dieterich,* 1721, 1 1797. 5. Für Jünglinge, Greise, Ehelente, Eltern, Witwen. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. Menschen sich vielleicht: Vor dei663. Eh ich dich kannte, nem Angesichte Steht sie in helhast du mich, All- lem Lichte. mächtiger, bereitet und durch die 5. Herr, ließe sich mein schwaKindheit väterlich mich bis hie- ches Herz Zum Leichtsinn je beher geleitet. Jetzt, Herr, da ich thören, Ja, wollt' ich je auf dir danken kann, Nimm dich auch schnöden Scherz, Auf Unzuchtsmeiner Jugend an, Daß ich auf worte hören, Und hielt' die Trägmeinem Wege Unsträflich wan- heit meinen Lauf, Der Stolz mich deln möge. in der Demut auf: Dann laß zu solchen Sünden Nie, Gott, mich willig finden. 6. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, Mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nah'n, So laß mich klüglich fliehen. Ihr süßes Locken lente nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; Ihr Spotten und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen. 2. Opräg' cs tief in meinen Sinn, Daß ich, noch fern vom Ziele, Ein unerfahr'ner Jüng= ling bin, Voll schwankender Gefühle. Ach, mache mich mir selbst befannt und gib mir Weisheit und Verstand, Stets auf dein Wort zu schauen Und nie mir selbst zu trauen. 3. Vor meinem Blicke prangt die Welt mit ihren tausend Freuden; Herr, lehre mich, wes dir mißfällt, mit heil'gem Ernste meiden. Mein junges Herz vergeff' s nicht: Du kommst dereinst und hältst Gericht, Daß auch die Jugendsünde Die sichre Strafe finde. 4. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, Bin ganz von dir umgeben; Vor dir bedeckt nicht mitternacht, Noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, Verbirgt vor 7. Der Glaub' an Jesum bleibe mir Mein Schild und meine Krone; Anbetend schau' ich dann schon hier Den Vater in dem Sohne. Dein Wort sei meines Geistes Schwert, Es sei mir mehr als Perlen werth, Und, wenn ich geh' und streite, Steh Jesis mir zur Seite. 8. Der Wahrheit heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhalter; Dein Wort sei meiner Jugend Glanz, Und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen Für Greise. Für Eheleute. rein, Laß keinen meiner Tage sein, Der nicht zu deiner Ehre Geschmückt mit Tugend wäre. 9. Ach, lehre mich den Wert der Zeit, Daß ich sie nicht verschwende, Daß ich mit frommer Thätigkeit Auf Weisheit sie ver wende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Mith' Laß nicht um sonst sein, segne sie. Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden. Nicht ermittelt. 351 6. Wie darf voll Hoffnung und Vertrau'n Ein Simeon gen Himmel schau'n! Den Heiland hat sein Aug' erblickt, Jhn hat er an sein Herz gedrückt, Nun steht er fertig und bereit Zur Heimfahrt in die Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich). 7. Auch mir ward deines Friedens Heil, Auch meiner Harrt das beste Theil; Ich warte dein getrost und still, Bis mich dein Ruf vollenden will. O Herr, dein Stecken und dein Stab Sei meine Stärke bis ins Grab. 8. Bis hieher hast du mich ge= der das und wohl 664. nicht verschmäht, gemacht. I wohl mir, auch beim Wodurch der Säugling dich er höht, Du hörst den Greis noch gnädig an, Obgleich auch er nur stammeln kann. Brunnquell aller Seligkeit, Dir sei mein Dant, mein Lob geweiht. letzten Schritt Geht deines Troftcs Engel mit Und führt mich durch das dunkle Thor Zum Lobgefang im höhern Chor. Karl Bernh. Garve, 1763,+1841. 2. Herr, deine Huld war stets mit mir, Aus ganzer Seele dant' ich dir, Daß deine Gnad' auch mich erwählt Und deinem Erbe zugezählt. Welch' Heil, das daraus auf mich fließt, Und mir das Erdenleid verfüßt! 3. Wie langmutsvoll ertrugft du mich, Wenn ich von deinem Wege wich! Und lockte mich ein falsches Glück, Dein guter Geist hielt mich zurück, Dein Arm entriß mich der Gefahr, Wenn mir um Rettung bange war. 4. Durch Wolten brach dein Connenschein, Durch Nächte brach dein Tag herein. Hier nahmest und dort mehrtest du, Gabst Heil zur Arbeit und zur Ruh'; Und fommt die Zeit, wo Kraft ge= bricht, deinen Schutz verlier' ich nicht. 5. Freu'n andre sich an Erdengut, Auf dem die bange Sorge ruht: Jst mein der Schatz, der ewig währt, Den weder Zeit, noch Rost verzehrt, Mein der auch, der von oben fam Und der die Macht dem Tode nahm. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. er den Eh'stand 665. Daß er ihn bei guter Ruh' Ohne Sorgen, Gram und Quälen Möge glücklich bringen zu, Fange ihn mit Beten an, So ist's recht und wohlgethan, Und Gott wird es gnädig fügen, Daß er kann das Herz vergnügen. 2. Wohl ist er dann angefangen, Wenn Gebet und reifer Rat Beiderseits vorhergegangen. Da verspürt man in der That, Daß Gott knüpft das Liebesband, und mit milder Vaterhand Segen und ein friedlich Leben Will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen Bringet Ehre, Gut und Freud', Wo man bleibt auf Gottes Wegen, Gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht der Eh'stand an, Wenn's heißt: das hat Gott gethan, Gott selbst hat( 3 so gefüget, Daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Olearius,* 1611,+1684. 352 Für Eheleute. Mel. Wie schön leucht't uns der. 666. We ie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, Jm Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab', Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe! Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn, Und unverrückt beisammen stehn Jm Bunde reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf' Jm Himmel selbst fich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, fann zernagen, was Gott gibet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. 3wei Herzen sind auf ihn gericht't, D'rum thut er, wie sein Wort verspricht, Jst mitten unter ihnen. Von erster bis zu letter Stund' Bleibt er der Dritt' in ihrem Bund, Dem sie mit Freuden dienen. Stets wird Ihr Hirt Treu sie weiden, bis mit Freuden sie einst fommen zu dem Vaterland der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume 6. Seid guten Muts, wir sind es nicht, Die solchen Stand uns aufgericht't, Es ist Gott, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt, und bleibt, wenn unsre Sorg' uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenten. 7. 3war bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen läsfet fließen: Doch, wer sich still gibt in Geduld, Des Leid wird Gottes große Huld In reichen Freuden schließen. Trage, Hoffe nur ein wenig, unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, nah' herzu, Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh', In Ängsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen bester Weis' Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt,* 1607,+1676. Mel. O daß ich tausend Zungen. gleich, An Äſten ſchön, an 3wei- 667. Im Stillen wollen wir ehren, gen Das Weib gleich einem Reben, Der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, O Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenfrone, Gott denkt dein auf seinem Throne, Dich, Gott, der frommen Wandel liebt, Und Bittenden, was sie begehren, Wenn's ihnen nüttet, willig gibt. Schon oft sind wir erquickt, erhört Von deinem Thron zurückgekehrt. 5. Den Kinderfegen teilt er aus, und mehrt mit Freuden euer Haus, Sein Reich daraus zu bauen. Sein Wunderwerk geht immer fort, Und seines Mundes startes Wort Läßt eure Augen schauen Freude, Freude, Wenn, gleich Saaten, sie geraten, und auf allen Ruhet Gottes Wohlgefallen. 2. Uns alle, die wir fleh'n, verbindet Des Blutes und der Freundschaft Band, Und unser Dank, o Gott, empfindet Die milde Leitung deiner Hand, Und preist dich, großer Menschenfreund, Der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde In treuer Lieb' und Eintracht lebt! Jhm wird so manche Für Eltern. 353 Lebensstunde mit Lust und Se-| mels Vorschmack gibt, Durch Liebe ligkeit durchwebt, Er blickt mit uns zur Ewigkeit, Zur Wonne Ruh' und heiterm Sinn Auf der Berklärten weiht. seiner Zukunft Tage hin. Daniel Schiebeler,* 1741, 1771. 4. Wohl ihm, wenn frommer Kinder Segen Der Ehe Bund noch schöner macht, Wenn sie im Herzen Tugend hegen, In ihren Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt. 5. Wohl ihm, wenn seinen Hausgenossen Die Furcht des Herrn im Herzen lebt, Wenn jeder treu und unberdrossen Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt, Wenn Eintracht und Zufriedenheit Ein Haus zum Sit des Segens weiht! 6. Den Frommen, die dich kindlich ehren, O Vater, strömt dein Segen zu, Sie wandeln folgsam deinen Lehren Und trau'n auf dich und finden Ruh'; Sie finden Freuden, deren Wert Und Dauer feine Zeit zerstört. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gefandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, Die Blut und Treue fest verband; Oft wird das in dir frohe Herz Beschwert von Krankheit, Sorg' und Schmerz. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, Den du, ihr Vater, eingeschenkt; Du wirst und kannst sie nicht verlassen, Du, Gott, der seiner Kinder denkt Und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, Durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. D'rum mag des Todes Arm uns trennen: Wir werden einst uns wiederseh'n, Vor deinem Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor dir stehn; Da, wo kein Tod mehr trennen tann, Stehn wir vereint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, Die unaussprechlich uns geliebt, Dem gottgeheiligten Gemüte Schon hier des HimMel. Erhalt uns, Herr, bei. 668. Hilf, Gott, daß ja die Kinderzucht Gedeihe stets zu reicher Frucht, Daß aus der Kinder Mund dir werd' Ein Lob bereitet auf der Erd', 2. Daß sie den Eltern Liebe weih'n, Den Lehrern auch gehorsam sei'n Und meiden, was den Sinn bethört, Das Herz vom rechten Wege fehrt. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht Heilsamer Lehre Unterricht, Damit durchs Wort aus deinem Mund Ihr Glaube habe festen Grund. 4. Mach' fest ihr Herz, fest und gewiß, Und schütze sie vor Urgernis; Herr, laß sie nie auf Wegen gehn, Wo böse Buben lockend stehn. 5. Durch deine Weisheit, Macht und Gült' Vor allem übel fie behült'; Führ' du sie selbst auf rechter Bahn, Damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 6. Hilf, daß sie dich, Gott, überall Vor Augen halten allzumal, Und sich befleißen jederzeit Der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 7. Und wo sie gehen aus und ein, Da laß du sie gesegnet fein, Daß sie an Weisheit jedes Jahr, An Gnade wachsen immerdar. 8. Und wenn sich endet dann ihr Lauf, So nimm sie, Herr, zu dir hinauf; Dann preifen ste mit uns zugleich Dich droben, Herr, in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heil'= ger Geift, Von dem der Strom der Gnade fleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern Kindern für und fülr. David Denicke,* 1603,+1680. 23 354 Für Witwen. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 669. Sorge, Serr, für unsre 670. Auf Gott nur will Kinder, für ihr wahres Heil; Sind sie gleich, wie wir, nur Sünder, Haben sie an dir doch teil. Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn, Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade. ich sehen, Er hört der Witwen Flehen, und nimmt sich meiner an. In meinen tiefsten Schmerzen Bleibt er doch meinem Herzen Der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Der du fie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über sie nun walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für sie herein, Woll'st du ihr Beschützer sein: Wenn in Not sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe ſehen. 3. Dringt auf fie von allen Seiten Der Verführer Schar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn, Regt in ihrer eignen Brust Sich mit Macht die böse Luft, Gib dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu; O daß feines von dir weiche Und der einst verloren sei! Jmmer geh' ihr frommer Sinn Und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben und zur Ehre dir zu leben. 5. Haben sie den Kampf geendet, Obgesieget in dem Streit, Haben sie den Lauf vollendet Jn des Glaubens Freudigkeit: Dann, o Vater, führe du Sie der ew'gen Heimat zu Und laß sie nach sanftem Sterben Deines Himmels Frieden erben. Ludw. Heinr. Schlosser, 1663,+1723. 2. Mich tröstet seine Gnade, Er ist auf jedem Pfade Bei mir bis an das Grab. Er wird mich nicht verlaffen! Dies Trostwort will ich fassen, Es sei mein Stecken und mein Stab. 3. Gott will ich gläubig lieben Und gute Werke üben In stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, Er sieht auch, wenn ich weine, Und gibt mir, was mein Herz erfreut. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, Bis zu dem letzten Schritte Will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden, Und führt zu höhern Freuden Mich einst mit frommen Duldern ein. 5. So eilen meine Tage, Auch unter Taft und Plage, Wie Träume schnell dahin! Und ohne Widerstreben Verlass' ich einst das Leben Mit stillem, ihm ergebnem Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, Auf den ich hier vertraue, Mein Vater und mein Freund, Wie will ich dann dich ehren, Wie danken für die Zähren, Die ich als Witwe hier geweint! 7. Den Gatten, den ich liebte, Des Abschied mich betrübte, Find ich in Gottes Hand. Wie wollen wir uns freuen und unsre Lieb' erneuen Im thränenfreien Vaterland! Joh. Caspar Lavater, 1741,+ 1801. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 671. Der Morgen te bie 672. S höchfte lebet, Fr Mel. Wer nur den lieben Gott. kommt, Mel. Die Tug nd wird durch's. wahr der AllerEr noch währt Plage, Sie wird mit jedem Morgen neu. Wie traurig fließen mir die Tage Der bangen Prüfungszeit vorbei! Das Licht, der neuen Sonne Licht, Erheitert meine Seele nicht. will den Tod des Sünders nicht, Der ganz zerknirscht vor ihm erbebet, Und sich sein eignes Urteil spricht. Er züchtigt uns zu seiner Ehre Und unserm Heil mit Vatertreu', Nur daß man sich zu ihm bekehre, Und zu dem Leben tütchtig sei. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Not umringt, Wo mich die drückende Beschwerde Zum Kleinmut und zur Klage dringt. Jch boff' auf Lind'rung meiner Pein, Doch meine Hoffnung trifft nicht ein. 3. Herr, eile doch mir beizustehen, Verlaß mich in der Schwachheit nicht. O neige auf mein britnstig Flehen Zu mir dein freundlich Angesicht. Verleih mir nur in meinem Schmerz Geduld und ein zufriednes Herz. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, Das diesen Tag mich treffen soll, Doch dich, o Bater, laß ich sorgen: Du kennst und willst mein wahres Wohl. Dein Rat, was der beschließt und thut, Ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, So halt' ich deiner Fügung still. Mich lehret ja mein Heiland sagen: Wie du, Gott, willst, nicht wie ich will! Stärk' mich auch in der Krankheit Pein, Gelassen, so wie er, zu sein. 6. Einst fommen doch der Ruhe Stunden, Des Lebens Ende rückt herbei; Dann ist das Leiden überwunden, Ich bin von aller Trübsal frei; Du selbst gibst mir, o Gottes Sohn, Nach diesem Kampf den Gnadenlohn. ● Chr. Sturm, 1740,+1786. 355 2. Dut milder Gott, ich selber sehe Den teuren Eid an mir erfüllt. Wenn ich mit Reu' um Gnade flehe, Wird meiner Seele Angst gestillt. Da meine Werke nichts verdienen, Bleibt deiner Gnade aller Preis; Die ist an mir so groß erschienen, Daß ich's nicht auszusprechen weiß. 3. Ich sah die Welt und alles schwinden, Und Sinn und Sprache starben schon, Ich fühlte nichts als meine Sünden Und sah nur deinen Richterthron: Da rührte dich mein letztes Sehnen, Mein Jammer brach dein Vaterherz, Es schrieen für mich Jesu Thränen, und mich erbat sein Blut und Schmerz. 4. Bald kam dein ganzer Trost hernieder, Der holte mich vom Tod herauf Und stärkte mich vollkommen wieder zu einem neuen Lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir Müden, Und ich vernahm dein Gnadenwort: Nun gehe hin, mein Kind, in Frieden und fündige nicht mehr hinfort. 5. O welcher Seligkeiten Menge Erweckte dieses Heil in mir! Dem Danke ward mein Herz zu enge Und brannt' und wallte nur von dir. O würde ich die Angst nicht wissen, In die mich deine Zucht 23* 356 Für Kranke, Genesende, Sterbende. geführt, So müßt' ich deine Liebe| Zur Herrlichkeit gingst du hinan, missen, Die jetzt mich doch so innig rührt. Zu ihr mich zu erheben. O mache mich Ganz frei durch dich Von Fesseln dieser Erde, Daß ich dir treu Jm Leiden sei, Und einst dein Erbe werde. 6. Ich weihe, was ich von dir habe, Mein Herz dir ganz zum Opfer ein; Es wird, o Schöpfer, deine Gabe Ja teu'r in deinen Augen sein. Ich weiß nun, was es sei, zu leben, Da ich, was Sterben sei, erfuhr; Nun wird mir stets im Sinne schweben, Was ich dir in der Prüfung schwur. 5. Wenn auch die Liebe um mich bat, Ich muß doch endlich scheiden; Doch folget auf die Thränenfaat Die Ernte ew'ger Freuden. Was sich verband Durch deine Hand, Kann ewig nicht sich trennen; Du wirst uns einst, Wenn du erscheinst, Vereint bei Namen nennen. 6. Du willst, daß ewig bei dir fei'n, Die dir dein Gott gegeben, D'rum bleiben auch im Tode dein, Die dein sind in dem Leben. Welch große Schaar, Die treu dir war, Bringt Preis dir, ewig Ehre! Es naht dein Tag, Dann folg' ich nach In ihre Engelchöre. 7. Herr, wann kommt meine Letzte Nacht, Wann naht der ew'ge as ist mein weiß, du es ist vollbracht! D'rum laſſe ich dich sorgen. Ich halte mich Stets fest an dich, Bis ich zum Himmel gehe, Ich unverrückt und hoch entzückt Dich, o mein Heiland, sehe. Wilh. Hülsemann,* 1781,+1865. 7. Es ist genug, daß ich vor Zei= ten Nach meines Fleisches Lüsten ging Und in dem Netz der Eitelfeiten Verstrickt mit Leib und Seele hing. Ich bin ja darum nur genesen, Daß ich die Seele retten kann, So fang' ich denn ein andres Wesen Mit deiner Gnade Beistand an. 3. 3. Spreng,* 1699,+1768. Mel. So gehst du nun, mein Jesu. 673. Derr Jesu Christ, In meinen bangen Stunden, Daß du für mich gestorben bist, Für mich haft überwunden. Welch hohes Heil Ward mir zu teil! Ich lag in tiefen Schmerzen, Da riefest du mir freundlich zu: Komm zu des Freundes Herzen. 2. Wie zieht die Liebe mich empor, Die dich herabgezogen! Du öffnest mir das Lebensthor, Mir glänzt der Friedensbogen. Nun irr' ich nicht, Mir strahlt dein Licht Auf dunklem Lebenspfade. Du rufft mir zu: Bei mir ist Ruh', Empfange Gottes Gnade! 3. Hab' ich auch manche bange Nacht, Warum sollt' ich verzagen? Du hast ja auch für mich gewacht, Für mich das Kreuz getragen. Du stehst mir bei, Bleibst immer treu, Ob Menschen von mir fliehen; Ich bleibe dein Und nie allein, Denn du willst mit mir ziehen. 4. Du wanttest nicht auf steiler Bahn, Du litteft gottergeben; Eigene Melodie. 674. Kein ein Stündlein geht dahin, Es liegt mir in dem Sinn, Ich bin auch immer wo ich bin, Daß mich der Ted Wird setzen in die letzte Not. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 2. Hier ist kein Aufenthalt, Der Tod hat die Gewalt, Er nimmt und würget Jung und Alt. Er reißt uns fort Aus unserm Orden, Stand und Ort. Ach Gott, erläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 3. Kein Rat, tein' Arzenei, Kein Rufen noch Geschrei, Kein Bruder kann mich machen frei. Für Kranke, Genesende, Sterbende. In aller Welt Ist nichts, das endlich mich erhält. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 4. Kein Reichtum, Geld noch Gut, Kein fühner Heldenmut Hilft vor des Todes Grimm und Wut. All' Ehr' und Gunst Hilft nichts, hier rettet feine Kunst. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 5. Welch' Leid, welch' Angst und Pein, Gott, wird um mich sein, Wenn nun der Tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit Trost sich meiner nehmen an? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 6. Wenn mein Gewissensbuch Und des Gesetzes Fluch, Wenn Sünd' und Satan zum Versuch Tritt wider mich, Wer ist, der mein erbarmet fich? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir, 7. Wenn Sprach', Verstand und Sinn Auf einmal fällt dahin, Und ich nicht mehr bin, der ich bin, Wer ruft mir zu, Wenn mir der Schmerz läßt feine Ruh'? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 8. Wenn meiner Augen Licht Mir ferner leuchtet nicht, und mir das Herz im Tode bricht Vor Angst und Qual, Wer führt mich durch das finstre Thal? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 9. Herr Jesu, du allein Sollst mir in Todespein Die beste Hülf' und Labsal sein. Auf dich will ich Die Welt gesegnen ewiglich. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, Zu dir im Himmel auf, Wenn ich vollendet meinen Lauf. Ich ruf zu dir, So lang' ein Odem ist in mir: Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du an mir. M. Frant, 1609, † 1667. 357 Mel. Ach, sieh' ihn dulden, bluten. err, leite in 675. Hjene Stunde, Darin du segnend host an mich gedacht, Dein Abendmahl zum ew'gen Bunde Geweihet hast in deiner heil'gen Nacht. Sei jetzt auch meinem Geiste liebend nah', Be= gleite segnend mich nach Golgatha. 2. Wie liebreich sammelst du die Deinen, Um sie mit Himmelsspeise zu erfreu'n! Mit dir sie ewig zu vereinen, Sprichst du im Sterben noch: gedentet mein! Auch ich will nun dein Lebensbrot empfah'n, Du willst dich mir in meinem Leiden nah'n. 3. Auch mir reichst du zu mei= nem Leben Dein Brot, der Gnade sich'res Unterpfand; Auch mir willst du den Kelch des Friedens geben, D'rum nehm' ich dantbar ihn aus deiner Hand. Wo zwei und drei vor dir versammelt sind, Da bist auch du, da stärkest du dein Kind. 4. Für mich hast du dich hingegeben, Du starbst für mich, für meine Sündenschuld. Das ist mein Trost, ich werde ewig leben, Du gibst dem Reuigen des Vaters Huld. Mit dir verbunden geh' ich in den Tod, Du stärkest mich auch in der letzten Not. 5. Wie littest du im Kampf so stille, Wie brach für uns in Liebestreu' dein Herz! So sei gehorsam dir mein Wille, So mache du mich still in meinem Schmerz. Ruf du mir stets ins Herz: gedenke mein! So fann ich froh und dir ergeben sein. 6. Und muß ich noch in Nächten weinen, Wenn die Erlösung mir noch lange währt: Doch wird der Morgen bald erscheinen, Der allen Schmerz in Freude mir verklärt. Ein Glied an deinem Leibe, find' ich dann Die Sel'gen wieder, die ich lieb gewann. Wilh. Hülsemann,* 1781, † 1865. 358 Für Sterbende. Mel. Mag ich Unglück nicht. 676. Mobl ist bald vollein Lauf, Gottbracht! Welt, gute Nacht, Wir werden uns nun scheiden! In Jesu Namen sanft und still Ich wandern will Zur Seligkeit mit Freuden. J dieser Welt War mir bestellt Viel Angst und Not, Zuletzt der Tod, Jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf' ich ein, Er führt allein Mich aus dem Tod ins Leben. Sein an dem Kreuz vergoff'nes Blut Kommt mir zu gut', Jhm will ich mich ergeben. Er ist mein Hort, Sein Lebenswort Stärkt mir mein Herz Jm Todesschmerz, Kann Freud' und Wonne geben. 3. In Jesu Namen fahr' ich hin, Denn mein Gewinn Jst Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, Und glaube fest: Jm Tod ich nicht verderbe. Mir ist bereit In Ewigfeit Von Gottes Sohn Die Ehrentron', Das rechte Himmelserbe. Nicht ermittelt. Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Lieben! Freund', Alle meine Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben. Schließ' ich auch mein Auge zu, Sink' ins Grab ich nieder: Schaut, die Sonne geht zur Ruh', Kommt doch morgen wieder. Heinrich Albert,* 1604,+1668. 678. Ad Mel. Sollt' es gleich bisweilen. ch, daß doch mein Jesus käme Und die Seele bald wegnähme Hier aus diesem Jammerthal zu sich in den Freudensaal! 2. Ist doch hier nichts mehr als Klagen, Seufzen, Weinen, lauter Plagen; Alle unsre beste Zeit Jst nur Müh' und Herzeleid. 3. Nichtig, flüchtig sind die Tage, Unser Leben ist nur Plage; Alles ist nur Eitelkeit Hier in dieser Sterblichkeit. 4. Was wir schauen hier auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden; Was wir sehen, das vergeht, Gleich wie Rauch und Staub verweht. Mel. Schwing dich auf zu deinem. 677. Einen guten Kampf hab' ich Auf der Welt gekämpfet, Denn der Herr hat gnädiglich All' mein Leid gedämpfet, Daß ich meinen Lebenslauf Selig nun vollendet, Und mein' arme Seel' hinauf Gott dem Herrn gesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud' erregt Dort bor Gottes Throne. Ja, ich weiß, daß ich das Licht, Dem ich hier vertraue, Nämlich Gottes Angesicht, Dort auf ewig schaue. Mel. Wenn mein Stündlein. 3. Dieſer schnöden, bösen Welt 679. Der Trennung Schmerz Jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt, D'rum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden, liegt schwer auf mir, Gott ruft mich von den Meinen; Das Herz erbebt, doch hoffen wir, uns wieder zu vereinen. D'rum nah' ich mit der Frage 5. D'rum begehr' ich nicht zu leben, Hier in dieser Welt zu schweben. Jesu, laß bei dir mich sein, So verschwindet Angst und Pein. 6. Gehe hin, du Weltgetüm= mel, Weil mein Wandel steht gen Himmel. Gern scheid' ich von Gut und Geld, Fahre hin, du falsche Welt! Christoph Runge,* 1619, † 1681. Für Sterbende. 359 mich zu dir, mein Vater, werde| zur ew'gen Ruh', Laß fahren, ich Die Teuern wiederfinden? was auf Erden, Will lieber selig werden. 2. Da macht mir Gottes Wort es fund, Dies Wort aus Himmelshöhen: Nie reißt, nie bricht der Liebe Bund, Du wirst fie wiedersehen! Die Frommen trennt nicht Grab, nicht Tod, Der Heiland wird zum Morgenrot, Zum Licht vereint fie führen. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, Trag' ich in wahrem Glauben Das Kreuz dir nach, die sanfte Last, Dich soll mir niemand rauben. Hoff' zu bestehen, Will frisch eingehen Vom Thränenthal zum Freudensaal, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 3. Der Freund sieht seine Freunde dann An Gottes Throne wieder; Die Gattin trifft den Gatten an, Der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind, Denn alle frommen Seelen sind In Gottes Stadt beisammen. 4. Zum Berge Zion kommen wir, Zu Gottes Stadt dort oben. Dort stehen Engel, Herr, vor dir, Sie beten an, fie loben. Vereint mit ihnen werden wir Im heil'gen Chore, Herr, vor dir Als fel'ge Geifter stehen. 5. Dann schau'n wir Gottes Angesicht, Getrocknet sind die Thränen. Komm, süßer Tod, führ' mich zum Licht, Erfüü' mein heißes Sehnen, Und führe mir die meinen nach, Damit wir dort vereint den Tag Des ew'gen Lebens schauen. 6. D'rum laß uns hier schon Hand in Hand Auf Gottes Wegen gehen, Damit wir einst im Vaterland Uns freudig wiedersehen. Wie wird's uns sein, wenn wir uns seh'n, Wenn wir uns froh entgegen gehn Und Freudenthränen weinen! Chr. Fr. Dan. Schubart,* 1739, † 1794. Eigene Melodie. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, Jn Frieden zu dir fahren, Befiehl mich Christo, deinem Sohn, Der wird mich wohl bewahren, Wird mich recht führen, Jm Himmel zieren Mit Ehr' und Kron'; fahr nun davon, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. Tobias Kiel, 1581, † 1627. 2. Wenn dich hier die Sünd' erschreckte, Und dir der Gnade Trost verdeckte, Verdammte dich doch nur dein Herz. Nun kann fie dich nicht mehr schrecken, Nicht mehr die Gnade dir verdecken, Der Herr ist größer als dein Herz. Mehr als du je gefleht, Mehr als der Mensch versteht, Ist dir worden. Weil er's voll680. auf, du erwacht zum err Gott, nun schleuß Die Zeit eilt mir zum Ende; Vollendet hab' ich meinen Lauf, Nimm mich in deine Hände. Hab' g'nug gelitten, Mich müd' gestritten, Schic' mich fein zu Mel. Wachet auf, ruft uns die. alleluja! Amen! 681. H Amen! Du starbst auf Chrifti heil'gen Namen, Vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Gläubig gabst in seine Hände Du ihm an deiner Laufbahn Ende Die Seele, die der Erd' entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, Der nun am Thron ihn preist, Deinen Heiland! Der dich versöhnt, Den Gott gekrönt, Der ist's, dem nun dein Lob ertönt. Leben aus des Todes Nacht. 3. Welcher Glanz hat dich um= fangen, Seit dir der Tag ist aufgegangen, Das Leben nach des Todes Nacht! Sei gesegnet, 360 Für Sterbende. Amen, Amen! Du siegst in Jesu| Schrecken Ergreifen deine Seele Christi Namen, Der sterbend auch für dich vollbracht. Nicht du, der Herr allein Macht dich von Sünden rein Aus Erbarmen. Du fällst nicht mehr, Der Sel' gen Heer Rennt keine Sünd' und Schwachheit mehr. 4. Mag den Leib die Erde decken, Er ruhe; der Verwesung nicht. Weinend gehn wir, ihn zu säen, Der unverweslich soll erstehen Zur Herrlichkeit, nicht zum Gericht. Wir senken ihn hinab, Der Herr bewahrt das Grab, Wo er schlummert. Nach kurzer Ruh' Erstehst auch du, Und eilst dann der Verklärung zu. Friedr. Gottl. Klopstod,* 1: 24,+1803. Register. A. Nr. .. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ 396 398 Ach, bleib mit deiner Gnade 678 Ach, daß doch mein Jesus käme. Ach Gott, erhör' mein Seufzen und 512 Ach Gott und Herr. - 301 6 Ach Herr Gott, gib uns deinen Geist Ach mein Jesu, dein Nahesein... 314 Ach mein Jesu, sich, ich trete Ach mein Jesu, welch Verderben 653 300 Ach, sagt mir nichts von Gold und 444 Ach, sei mir gnädig, Herr, mein 355 .608 . 393 Ach, uns bedrückt jetzt Not Ach Vater, der die arge Welt Ach, wann werd' ich von der Sünde 209 Ach, was sind alle Güter wert .. 248 Ad, was sind wir ohne Jesum... 303 Ach, was soll ich Sünder machen. 350 1 Allein Gott in der Höh' sei Ehr'.. 352 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 254 Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen 500 Alles ist euer! o Worte des ewigen 560 Alwissender, vollkommner Geist Amen, deines Grabes Friede. Am Grabe lerne, was du bist . 257 Am Grabe stehen wir und opfern. 251 Um Kreuz erblaßt. 270 135 . 106 Anbetend stand der Seher Gottes da 265 Anbetungswürd'ger Gott Auf, auf, ihr Reichsgenossen 267 25 143 Auf, auf, mein Geist, erhebe dich. 236 Auf Christi Himmelfahrt allein . 508 Auf den Nebel folgt die Sonn'. Auferstanden, auferstanden Ist der 122 Auferstehn, ja auferstehn wirst du. 259 Auf Gott nur will ich sehen.... 670 Auf Gott, und nicht auf meinen Rat. 489 553 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 488 Auf meinen lieben Gott 30 Auf, meine Seele, sei erfreut Auf, mein Geist, du hast gelaufen. 347 Auf, schicke dich, Recht feierlich 37 Aus deiner Quelle, Schöpfer, nimmt 283 315 Aus Gnaden soll ich selig werden 327 Aus irdischem Getümmel Aus tiefer Not schrei' ich zu bir.. 191 Nr. Begrabt den Leib in seine Gruft.. 255 Beschwertes Herz, leg' ab die Sorgen 17 290 Betet an, ihr Menschen, bringet. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn 662 62 Bis hieher ist's gelungen Blick herab auf unsre Schmerzen. 629 Brich, heller Morgenstern, herein. 307 Bringt frohen Dank.... Bringt Gott, ihr Christen, Preis Bringt Preis und Ruhm dem 40 B. Bald bin auch ich des Todes Raub 416 252 Bedente, Mensch, bas Ende.... 479 Befiehl bu deine Wege.. Begleite mich, o Christ, wir gehen. 91 . 621 121 ( S. Christ, alles, was dich kränket... 519 Christe, der du bist Tag und Licht. 655 Christe, du Lamm Gottes, Der du. 221 Christus, der ist mein Leben ... 571 Christus fuhr gen Himmel Christus ist erstanden 136 . 110 Christus, unser Haupt und König. 336 .. Dankt dem Herrn, mit frohen Gaben 646 58 Das alte Jahr vergangen ist Das Amt der Lehrer, Herr, ist bein 239 Das ist mein Trost, Herr Jesu Christ 673 Das walte Gott, der helfen kann. 642 Dein bin ich, Gott, in Ewigkeit.. 572 Dein in ich, herr, dir will ich mich 385 Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen. 404 Dein König kommt, o Zion Dein laß mich sein und bleiben 401 Dein Wort, o Herr, bringt uns Dem Herrn sei Ehre, Preis und Dant 118 95 Der am Kreuz ist meine Liebe Der du uns als Vater liebeft... 165 Der frohe Morgen kommt gegangen 641 Der Glaube bricht durch Fels und Stein ... 399 658 23 Der Grund, auf dem mein Glaube ruht. 364 Der Heiland kommt, lobsinget ihm 33 Der Herr fährt auf gen Himmel.. 138 10 Der Herr, in dessen Güte Der Herr ist Gott, und keiner mehr 268 Der Herr ist gut, ihr Himmel, höret 437 269 Der Herr ist in den Höhen 565 Der Herr ist mein getreuer Hirt. Der Himmel Ruf erzählt und ehret 287 129 Der Hölle Pforten sind zerstört Der Morgen kommt, noch währt die 671 362 Register. Der Tag, an dem mein Heiland.. 343| Es glänzet der Christen inwendiges 389 Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir 651 Es ist das Heil uns kommen her. 373 Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Der Trennung Schmerz liegt schwer 679 Der Vater sei gepriesen Die auf der Erde wallen 605 567 Die Christen gehn in dieser Welt 249 Die Feinde deines Kreuzes droh'n. 394 Die Frucht vom heil'gen Abendmahl 237 Dies ist die Nacht, da mir erschienen 47 Dies ist der Tag, da Gottes Sohn. 164 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 46 Dies ist der Tag, zum Segen. 15 Dir, dem weisesten Regierer 293 Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 435 Dir jauchzet froh die Christenheit 163 Dir, milder Geber aller Gaben... 603 Dir sterb' ich einst, wenn ich dir.. 575 Dir, Vater, dankt mein Herz und 153 Du bist der Weg, die Wahrheit und 328 Du bist ein Mensch, das weißt du. 296 Du bist mir nah' mit deiner Guade 271 Du bist's, dem Ehr' und Ruhm 429 Du, der das Lallen nicht verschmäht 664 Du, der kein Böses thut 299 85 Du, dessen Augen flossen. Du Friedensfürst, Herr Jesu Christ 618 Du Geber guter Gaben... 380 80 Du gehst zum Garten, um zu beten Du Geist des Herrn, der du von.. 159 Du, Gott, bist unsre Hülf' und Macht 630 Du hast, o allerhöchster Gott. 528 Du, o schönes Weltgebäude. .. 582 Du reicher Trost der Armen..626 Du sagst, ich bin ein Christ .660 Du sollst glauben, und du Armer. 502 Du Vater deiner Menschenkinder.. 439 ..... Eh' ich dich kannte, hast du mich 663 Ehre, Lob und Preis und Stärke.. 113 Ehre sei Gott in der Höhe. 43 Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld 556 Ein' feste Burg ist unser Gott 192 Einen guten Kampf hab' ich 677 Ein Kindelein höchst lobenswert 51 Ein Lamm geht hin und trägt die. 77 Ein neuer Tag, ein neues Leben.. 633 Eins ist not, ach Herr, dies Eine 358 Einst reift die Saat 260 Eines wünsch' ich mir vor allem.. 449 Empor zu Gott, mein Lobgesang.. 48 Endlich, endlich muß es doch 597 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 406 Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erhöre gnädig unser Flehen Erhör' uns, Vater, sieh, wir fleh'n Erinnre dich, mein Geist, erfreut Er lebt, o Freudenwort, er lebt Erleucht' mich, Herr, mein Licht. Erlöser, der im Staube 83 Ermuntre dich, mein schwacher Geist 42 Ermuntert euch, ihr Frommen 339 Erquicke mich, du heil der Sünder 353 Erwecke, Jesu, stets die Herzen. 345 Es baut, o Gott, auf dein Geheiß. 601 600 . 340 240 208 115 134 346 412 Es ist noch eine Ruh' vorhanden. 593 Es ist vollbracht, Das Opfer für die 105 Es ist vollbracht, so ruft am Kreuze 98 Es kostet viel, ein Christ zu sein.. 411 Es naht der Tag, an dem die Welt 337 Es wolle Gott uns gnädig sein... 2 Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 612 Es züchtigt deine Hand Ew'ge Liebe, mein Gemüte Ew'ge Wahrheit, deren Treue Ewig sei bir Lob gesungen .. 607 . 311 557 44 A ... Fahre fort, Fahre fort, Zion.... 554 391 Fest steht zu Gottes Ruhme Fest wie ein Fels im wilden Meer 193 286 Fleug auf, mein Psalm, mein... Freilich bin ich arm und bloß Freu' bich sehr, o meine Seele. Freut euch, Gottes Kinder Fröhlich laßt uns Gott lobsingen Früh morgens, da die Sonn' aufgeht 123 Für alle Güte sei gepreist 302 581 124 41 Für diese Kinder beten wir. 648 203 32 204 161 Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen 297 6. Gedanke, der uns Leben gibt.. Geht im Glauben eure Wege Geist der Wahrheit, lehre mich Geist Gottes, aus des Ew'gen Fülle 157 Geift vom Vater und vom Sohne. 167 Gelobet jeist du, Jesus Christ 39 Gerechter Gott, es kommt von dir 628 Gerechter Gott, vor dein Gericht. 282 Gern in alles mich zu fügen Getreuer Gott, wie viel Geduld Getrost, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein Herz Glaube, Lieb' und Hoffnung sind Gott, Allweiser, wer bin ich . 478 . 276 386 541 409 273 Gott, deine Gnad' ist unser Leben. 316 Gott, deine Güte reicht so weit 414 Gott, der du unsre Zuflucht bift.. 177 Gott der Macht, in deinem Ruhme 288 Gott des Himinels und der Erden. 636 Gott, des Güte nimmer endet 622 Gott, des Scepter, Stuhl und Krone 405 Gott, du gibst uns milden Regen. 151 Gottes Mund hat uns verheißen. 501 Gottes und Mariens Sohn..... 45 Gott ist gegenwärtig. .. 7 Gott ist getreu, Sein Herz 280 Gott ist mein Hort, Auf Jesu Wort 408 Gott ist mein Lied. Gott ist und bleibt getreu ... 292 279 Gott lebet noch und stirbet nicht.. 499 Gott lebet noch, Seele, was verzagst 520 Gott lebt, wie kann ich traurig sein 494 Gott, mein Vater, deine Liebe.. 442 Gott, nur du bist meine Sonne.. 441 Gott ruft der Sonn' und schafft den 64 .. 27 Gott sei Dank in aller Welt Gott, unser Vater, der du bist Gott, vor dessen Angesichte 419 277 Gott will machen, daß die Sachen. 482 Gott wollte nicht bes Sünders Tod 305 Großer Gott, den alles preiset... 632 Großer Mittler, der zur Rechten.. 330 Guter Hirte, willst du nicht .... 306 Gut und heilig ist dein Wille 381 H. Halleluja! Amen, Amen Halleluja! jauchzt, ihr Chöre. Halleluja! Jesus lebet. Halleluja! Preis und Ehre Hehr und heilig ist die Stätte Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle Heil'ge Ruhestätte Heil, Heil dem Manne, der vom. Register. 681 120 131 619 11 ..... 324 322 242 611 433 531 . 361 363 82 Hin an dein Kreuz zu treten... Hinauf, mein Geist, zu Gott empor 298 166 Höchster röster, komm hernieder 540 Höchsterwünschtes Seelenleben 31 Hosianna, Davids Sohn...... 309 578 675 503 . 357 Herr, segne uns aus deiner reichen 645 66 Herr, stärke mich, bein Leiden zu.. Herr, wann wirst du Zion bauen. 400 Herr, welch Heil kann ich erringen 562 Herr, wie du willst, so schick's mit 484 Herr, wie so großen Segen gibt Herzallerliebster 226 Gott Ja, fürwahr, uns führt mit Ich armer Mensch, ich armer. Ich armer Sünder komm' zu dir Ich bin erlöst, Es floß 3ch bin getauft auf deinen Namen Heiliger, dem Engel dienen Heilig, heilig sei der Eid Herr, allerhöchster Gott . 395 Herr, deine Kirche danket dir Herr, deine Rechte und Gebot Herr, dent' an mich 521 186 . 18 425 Herr, den die Sonnen und die Erden 63 Herr, der du als ein stilles Lamm. 222 Herr, der du vormals hast dein Land 615 Herr, du fährst mit Glanz und.. 142 Herr, du gingst voran. Herr, du woll'st sie vollbereiten herr, es ist der Tag erschienen Herr Gott, dich loben wir, Herr Herr Gott, dich loben wir für deine 620 Herr Gott, nun schleuß den Himmel 680 Herr Jesu Christ, bein teures Blut. 79 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 211 Herr Jesu, bir sei Preis und Dank 233 351 Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht der Heiden. Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott Herr, leite mich in jene Stunde Herr, mache meine Seele stille.. Herr, ohne Glauben kann. Jd tomme, Heil der Welt, zu dir. 210 Jch komme, Herr, und suche dich.. 214 3ch lobe dich, mein Auge schauet.. 390 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 424 Jch schäme mich des Heilands nicht 365 534 3ch finge dir mit Herz und Mund 291 219 Ich steh' an deiner Krippe hier... 52 Ich sterbe täglich, und mein Leben. 570 Ich weiß, o Gott, daß all' mein.. 295 3ch will dich lieben, meine Stärke. 462 3ch will ganz und gar nicht zweifeln 374 3 Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Jerusalem, bu hochgebaute Stadt. 591 Jesu, deine heil'gen Wunden... 102 Jesu, deine Passion 5 89 Jesu, der du wolltest büßen Jesu, hili siegen Jeju, meine Freude 525 580 Herzlich ist mein Verlangen 87 402 212 . 218 477 Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 455 Herzliebster Jesu, was hast du Herz und Herz vereint zusammen Hier bin ich, Herr, du rufest mir hier bin ich, Jesu, zu erfüllen Hier legt mein Sinn sich vor dir hier steh' ich unter deinem Himmel 289 Hilf Gott, daß ja die Kinderzucht. 668 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Hilf mir, mein Gott, hilf. Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan 59 383 . 538 139 495 356 181 108 197 3 bin mir, Gott, bewußt. 304 Ich bin, o Herr, in deiner Macht. 568 3ch freue mich, mein Gott, in dir. 440 Ich geh' zu deinem Grabe. 112 3ch glaub' an einen Gott allein 263 Ich glaub' an einen Gott und... 266 Ich glaub' an Gott, Vater 261 Jch hab' genug, mein herr ist Jesus 473 Ich habe nun den Grund gefunden 387 Jch hab' in Gottes Herz und Sinn 514 Ich hab' in guten Stunden. 497 Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt 579 Jch hab' von ferne. 594 101 555 453 Jeju, meiner Seelen Ruh' 460 Jeju, meines Lebens Leben, Du mein 68 Jeju, meines Lebens Leben, Jesu, meines .. 111 103 Jesus Christus herrscht als König. 335 Jesus Christus, unser Heiland Jeius, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist der schönste Nam' Jesus ist gekommen Jejus ist mein Leben. . 466 . 320 Jejus lebt, mit ihm auch ich 53 . 451 116 Jesus, meine Zuversicht. . 258 Jejus nimmt die Sünder an. 215 Jetzt komm' ich als ein armer Gast 224 Ihr armen Sünder, kommt zu hauf 178 97 3hr Augen, weint 613 3hr Mitgenossen, auf zum Streit 3hr Trauernden, stillet die Thränen 246 m Stillen wollen wir dich ehren. 667 485 In allen meinen Thaten In Gottes Reich geht niemand ein. 378 ft Gott für mich, so trete... . 368 3st Gott für uns in aller Pein .. 509 .. 364 R. 674 334 174 152 Kein Stündlein geht dahin. König, dem kein König gleichet. Komm, heil'ger Geist, du herr und 156 Komm, heil'ger Geist, Erfüll' die. 154 Komm, in uns dich zu verklären 475 Komm, o tomm', du Geist des Komm, Kraft des höchsten Komm, o verheiß'ner Gottesgeist 168. Kommst du, tommst du, Licht der. 24 Kommt, Christen, kommt. 317 Kommt, Christen, laßt uns gehen. 539 Kommt, die ihr Jesu Kreuz erhebet Kommt, laßt euch vom Herrn bes lehren 93 Komm, Tochter Zion, komm 2. Lasset uns beweinen Lasset uns mit Jesu ziehen .. Register. Laß deine letzten Stunden Laß deinen Geist mich stets, mein Laß mir die Feier beiner Leiden Laß uns doch nicht begehren Lebenssonne, deren Strahlen Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde. Liebster Immanuel Liebster Jesu, Gnadensonne. Liebster Jeju, wir sind hier 522 35 176 533 90 67 69 537 384 8 445 456 471 4 Lobe den Herren, den mächtigen 431 Lob sei Gott, der den Morgen 639 Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich 50 M. 457 Mache bich, mein Geist, bereit 344 Macht hoch die Thür', die Thore weit 34 507 Mag ich Unglück nicht widerstehn Man lobt dich in der Stille . 443 Marter Christi, wer kann dein. Meine Hoffnung stehet feste. Meine Lebenszeit verstreicht. Meine Liebe hängt am Kreuz. Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, Gottes Sohn . 496 569 72 454 84 Mein erst Gefühl sei Preis und Dant 637 Meine Seele, laß es gehen Meine Seel' ist stille 515 504 452 Meine Seele, lobsinge dem Herrn. 625 Meines Herzens reinste Freude. Meine Sorgen, Angst und Plagen 510 Mein Fels hat überwunden. 117 Mein Friedensfürst, dein freundliches 367 Mein ganzer Geist, Gott, wird. 592 Mein Gott, ach lehre mich erkennen 185 Mein Gott, ich klopf' an deine Pforte 420 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich 583 Mein Gott, wie groß ist dein... 308 Mein Heiland ninimt die Sünder. 348 Mein Herzens- Jesu, meine Lust.. 459 436 Mein Herz sei Gottes Lobethal Mein Jesu, den die Seraphinen.. 370 Mein Jesu, der du vor dem 231 Mein Jesu, du hast unsre Schuld 318 Mein Jesus lebt, ich soll nicht sterben 130 448 .676 Mein Jesus liebet mich. Mein Lauf, Gottlob! ist bald Mein Leben ist ein Pilgrimstand. 566 Mein Lebensfürst, mein außerternes 78 Mein siegend Haupt, Dort in der. 141 Menschen, unser Leben eilt 57 Mir nach, spricht Christus, unser Held 532 Mir wallt das Herz, So oft es 469 26 Mit Ernst, o Menschenkinder. 241 76 Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin 256 Mitten wir im Leben sind Mit tiefer Ehrfurcht bete ich Mittler, schau' auf sie hernieder Morgenglanz der Ewigkeit N. 207 634 ... .... Nach einer Brüfung turzer Tage.. 590 Nach meiner Seelen Seligkeit. Nacht umhüllte rings die Erde. 410 36 .. Nein, nichts Höh'res kennt mein.. 472 Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte 529 Nicht nur streiten, überwinden. 552 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit 169 Nicht um Reichtum, Glanz und 422 Nie bist du, Höchster, von uns fern 272 noch nie hast du dein Wort gebrochen 278 Noch steht dein Bund, wie Felsen 22 Noch wallen wir im Thränenthal. 598 Nun bitten wir den heil'gen Geist. 147 Nun bricht die finstre Nacht herein 647 Nun danket alle Gott. 426 235 60 294 432 654 109 234 652 Nun habe Dank für deine Liebe Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gottes Güte Nun lob', mein' Seel', den Herren Nun ruhen alle Wälder.. Nun schlummerst du Nun sei, o Herr, dir Preis Nun sich der Tag geendet hat 133 O auferstandner Siegesfürst O Christ, erhebe Herz und Sinn. 536 O daß doch bald dein Feuer brennte 172 526 O daß ich tausend Zungen hätte.. 428 O daß von meinen Lebenstagen Oder wundergroßen Gnaden du allerhöchste Freude O du Schöpfer aller Dinge O Durchbrecher aller Bande 227 171 213 558 585 .. . 586 Ewigkeit, du Donnerwort OEwigkeit, du Freudenwort. O Fels des Heils, o Gotteslamm.. 223 Oft tlagt das Herz, wie schwer es sei 547 O Gott des Friedens, nimm uns an 617 O Gott, du bist der Herr der Zeit. 61 O Gott, du bist die Liebe 275 12 524 9 13 O Gott, du bist mein Preis und.. D Gott, du frommer Gott O Gott, du höchster Gnadenhert O Gott, du unser Vater bist O Gott, du kannst den Himmel O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ O Gott, mein Schutz, was jollt' in 610 O großer Gott, du reines Wesen.. 379 D Haupt voll Blut und Wunden. 88 623 359 Oheil'ger Geist, kehr' bei uns ein. 148 Oheil'ger Geist, o heil'ger Gott.. 155 73 O hilf, Christe, Gottes Sohn... D hochgelobter Gottesgeist 173 397 Jesu Christ, du wahres Licht Jesu Christ, mein schönstes Licht 447 D Jesu, Jesu, Gottes Sohn.... 446 Jesu, meine Wonne Jesu, meine Zuversicht O Jesu, süßes Licht 232 354 638 467 Jesus Christus, bleib in mir .. O Lamm Gottes, der du trugest 104 O Lamm Gottes, unschuldig .. 220 O Lehrer, dem kein Lehrer gleich.. 326 Oliebe, die den Himmel hat zerrissen 312 O Liebesglut, die Erd' und Himmel 310 O Menschenfreund, o Jesu, Lebensquell O süßer Stand, o selig Leben O süßester der Namen all' O teurer Tröster, heil'ger Geist.. D Tod, wo ist dein Stachel nun. O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigkeit O Vater, Gott voll Gnade Register. O Vater, nimm zum Bunde Bater, sieh mit Wohlgefallen O Vater, unser Gott was für ein herrlich Wesen Dwelche Lieb' erweist mein Vater. Welterlöser, sei gepreist Welt, sich hier dein Leben. Dwie richtig, und wie wichtig. O wie selig seid ihr doch O wie unaussprechlich selig Dwie unermeßlich ist. Dwundergroßer Siegesheld. 190 563 319 160 125 107 187 421 196 199 418 388 631 158 P. Prange, Welt, mit deinem Wiffen. 74 Preis dir, daß durch der Taufe Bund 198 Preis bir, o Herr der Herrlichkeit. 238 ... Quelle der Vollkommenheiten.. n. Ringe recht, wenn Gottes Gnade 550 Ruhe ist das beste Gut 517 Rüstet, Christen, cuch zum Streite 549 438 Schaffe in mir, Gott, Ein reines Herze. 365 .. Seht die Mutter dort voll Schmerzen 71 Seid gesegnet, heil'ge Stunden... 363 527 Sei getreu in deinem Leiden Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut 427 Sei mir tausendmal gegrüßet... 96 Sei uns gesegnet, Tag des Herrn.. 19 65 Sente dich auf uns hernieder. 94 559 Tief gerührt, dein Bild im Herzen. 228 Thu' Rechnung, Rechnung will.. 341 . 587 589 184 137 Tönet, Harfen, jauchzt, ihr Psalmen 114 Trau' auf Gott in allen Sachen.. 609 Trauernd und mit bangem Sehnen 132 Triumph, ihr Himmel, freuet euch 146 Triumph, Triumph, bringt Lob und 126 175 Schaffet, daß ihr selig werbet 413 229 377 Schaffet, schaffet, Menschentinder.. 551 Schmücke dicho liebe Seele Schöpfer aller Menschentinder Schweiget, bange Zweifel, schweiget 371 Schweigt, Verächter, spottet nicht. 329 Schwing dich auf zu beinem Gott. 506 Schwing dich auf gen Golgatha Seelenbräutigam 92 464 Seele, was ermüb'st du dich 417 Seele, willst du Ruhe finden 230 Sieh, Herr Jesu, wir sind hier.. 195 465 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sint ich einst in jenen Schlummer 650 So folg' ich dir, mein Jesu Christ 535 So gehst du, Jesu, williglich.... 81 So hab' ich nun den Fels erreichet. 372 542 So jemand spricht: ich liebe Gott Soll dein verderbtes Herz. 657 Soll denn alles, alles enben 247 Soll sich mein Geist, o Gott, zu dir 661 Gollt es gleich bisweilen scheinen. 513 Sollt' ich jetzt noch, ba mir schon. 382 Sollt' ich meinem Gott nicht fingen 430 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen 492 ... Sorge, Herr, für unsre Kinder... 669 643 ... So tret' ich demnach an.. So wahr der Allerhöchste lebet.. 672 So wahr ich lebe, spricht dein Gott 180 Speis' uns, o Gott, deine Kinder. 644 Stärke, Mittler, stärke fie 205 Start ist meines Jesu Hand 362 Steil und dornicht ist der Pfad.. 548 ... U. überwinder, nimm die Palmen Um Zion, Jesu, flossen 458 284 Uns, die Gebundnen, zu befrei'n Unser Gott ist groß und mächtig Unsern Ausgang segne Gott.... 21 Unter allen großen Gütern 543 Unter tausend frohen Stunden... 100 128 . . 325 545 Valet will ich dir geben. Vater, heilig möcht' ich leben Vater, fröne du mit Segen. Vater, laß mich Gnade finden Verleih mir, Jesu, beinen Sinn Verleih uns Frieden gnädiglich .. 616 Versuchet euch doch selbst . 360 56 Verzage, Volt der Christen, nicht.. Voll Liebe war, o Herr, dein Leben 75 Vom Himmel hoch, da komm' ich. 49 Von des Himmels Thron. 202 Von dir, mein Gott, kommt Licht. Von Furcht dahingerissen 170 86 Von Gott will ich nicht lassen MI 576 183 599 . 216 498 Vor bir, o Gott, fich findlich scheuen 474 Vor seinen Augen leben..... 564 366 Register. W. 194 Wach' auf, du Geist der ersten Wach' auf, mein Herz, die Nacht ist 119 Wach' auf, mein Herz, und singe. 635 Wachet auf, ruft uns die Stimme. 338 Warum betrübst du dich, mein Herz 505 Warum sollt' ich mich denn grämen 518 Warum willst du doch für morgen 491 Warum willst du draußen stehen Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es bleibt 28 481 Was Gott thut, das ist wohlgethan, So denten 604 Was ich nur Gutes habe 476 Was in der heil'gen Nacht erklang 54 Was kränkst du dich in deiner Seelen 516 Was mein Gott will, gescheh' all'zeit 483 Was soll ich ängstlich klagen 490 Was wär' ich ohne dich gewesen.. 369 Was willst du dich betrüben 511 Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit 614 Weg, Welt, mit deinen Freuden Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, 281 Weil du, Herr Jesu Christ Weine nicht, Gott lebet noch 70 323 493 588 468 332 Welch hohes Beispiel gabst du mir. 321 Welt, hinweg! ich bin dein müde Wenn alle untreu werden Wenn alle von mir scheiden Wenn Christus seine Kirche schützt. 392 Wenn heiße Thränen mir entfließen 366 Wenn ich einst von jenem Schlummer 640 Wenn ich nur den Heiland habe. 450 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 285 Wenn ich vor's Gericht soll treten. 584 Wenn junge Himmelserben 243 Wenn mein Stündlein vorhanden ist 577 Wenn mich die Sünden kränken Wenn wir in höchsten Nöten Werde munter, mein Gemüte 99 606 649 Wer den Eh'stand will erwählen.. 665 Wer geht froh durchs Erdenleben 656 Wer im Herzen will erfahren. Wer ist wohl wie du 55 313 Wer kann ver dir, o Herr, bestehn 376 Wer nur den lieben Gott läßt walten 480 Wer sich auf seine Schwachheit steu'rt 182 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 250 Wie dank' ich's, Heiland, deiner Liebe 461 Wie eilend fleugt des Lebens Zeit 595 Wie fleugt dahin der Menschen Zeit 253 Wie getroft und heiter 375 Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 274 Wie groß ist unsre Seligkeit .... 561 .. Wie heilig ist mir diese Stunde.. 206 Wie jauchzt mein Geist schon hier. 127 Wie ist mein Herz so fern von dir. 179 Wie reizend schön, Herr Zebaoth.. 14 Wie schön ist's boch, Herr Jesu Christ 666 Wie schön leucht't uns der 463 573 Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen. 29 Wie süß, mein Vater, ist die Pflicht 659 Wie treu, mein guter Hirte. 189 Wie wantet ihr, betrogne Seelen. 546 Wie wird mir dann, mein Heiland 574 Wie wohl ist mir, o Freund der.. 470 Wir alle, Gott und Vater, bringen 602 Wir fleh'n um deine Gnabe. 200 Wir freuen uns, Herr Jesu Christ. 145 Wir glauben all' an einen Gott, Herrn und. 264 Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer 262 Wir liegen hier zu deinen Füßen. 188 Wir Menschen sind zu dem, o Gott 407 Wir nah'n zu deinem Throne ..:. 627 Wir schauen, Herr der Herrlichkeit. 333 Wir sind in Not .. 624 Wir singen dir, Immanuel Wir übergeben uns aufs' neue Wir warten dein, o Gottes Sohn Wohlauf, Herz und Gemüte Wohl dem, der sich mit Ernst Wohl dem, der den Herren scheuet. 523 Wohl dem, der richtig wandelt ..530 .. 415 Wohl dem Menschen, der von... 486 Wohl mir, Jesus, meine Freude.. 225 Wohlzuthun und mitzuteilen 544 Wo ist ein solcher Gott, wie du. 331 Wort des höchsten Mundes . 403 Wo soll ich fliehen hin .. 38 201 342 20 .. 349 217 434 Wo soll ich hin, wer hilfet mir Wunderbarer König 3. 487 3aget nicht, wenn Dunkelheiten Beige dich uns ohne Hülle 3euch ein zu deinen Thoren 3euch uns nach dir 16 149 140 244 423 3ieh, liebes Kind, Zich hin Zu dir, Erbarmer, auf zu dir Ru dir, Geist, Schöpfer, flehen wir 162 150 u Gottes Preise Tön' das Lied Zuletzt geht's wohl dem, der gerecht 596 Zum Himmel bist du eingegangen. 144 245 Zur frühen Gruft Wirst du .. Lebensläufe der Dichter unserer Kirchenlieder. Aholi Gottlob, Archidiatonus und Senior in Hirschberg in Schlesien, geb. 30. Oct. 1685 zu Niederwiese in der Oberlausitz. Er wurde am 1. Aug. 1745 vom Blitz erschlagen. Lied Nr. 189. Amilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1637, † 1706. Lieker 250, 436. Albert, Heinrich, geb. den 28. Juni 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, Organist an der Domkirche zu Königsberg in Preußen,+1668. r. 636 und 677. Albinus, Johann Georg, geb. in Untermeißa bei Weißenfels, den 6. März 1624. Pfarrer zu St. Othmar in Naumburg, wo er am 25. März 1679 starb. Er dichtete Nr. 588. Nr 254 verfaßte er auf den Tod Pauls von Henßberg in Leipzig. Albrecht d. J., Markgraf zu Brandenburg- Kulmbach, geb. den 28. März 1522. Er eiferte gegen das Papstium, war überhaupt streitlustig, weshalb er 1554 vom Kaiser geächtet wurde. Später erkannte er sein Unrecht,+ bei seinem Schwager, dem Markgrafen Karl von Baden, als gläubiger Christ den 8. Januar 1557 zu Pforzheim. Nr. 483 dichtete er während seiner Verbannung. Allendorf, Johann Ludwig Konrad, geb. 1693 zu Johbach b i Marburg, t den 5. Juni 1773 in Halle a. d. S. als Pastor zu St. Ulrich und Schol arch, war auch stolberg- werningerobischer Konsistorialrat. Herausgeber ber töthnischen vieder und Verfasser von etwa 140 Gesängen, darunter Nr. 331, 401 unfres Gesangbuches. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen- Darmstadt, geb. den 17. Dez. 1638. Jhr Vater war Georg II., Landgrai von Hessen. Sie selbst wurde 1680 Mbtissin von Quedlinburg, † am 13. Dez. 1683. Nr. 227. Arends, Wilhelm Erasmus, starb als Pastor zu St. Petri und Pauli in Halberstadt im Jahre 1721. Er dichtete das Lied Nr. 549. Arndt, Joh., gewöhnlich Arnd geschrieben. Von 1555-1621. Er schrieb das Eibauungsbuch: 4 Bücher vom wahren Christentum", und verfaßte tas Lied 418. Er war Generalsuperintendent in Celle, zuletzt in Braunschweig- Lüneburg. Arnold, Gottfr., geb. in Annaberg den 5. Sept. 1666. Starb den 20. März 1714 als Pfarrer und Inspektor zu Perleberg. Beschrieb auch die preußische Geschichte und verfaßte eine Kirchen- und Ketzergeschichte. Von ihm ist Nr. 558. Aus dem Holländischen des Lobenstein übersetzte er Nr. 322. Aschenfeld, Christoph Kar! Julius, Prediger in Flensburg, geb. 1792, + 1856, war Ober- Konsistorialrat und Propst in Flensburg, Nr. 327. Bachoff von Echt, Ludwig Heinr. Freiherr von, geb. 1725, † 1792. Lied 91. Badmeister, Lucas, Superintendent der Rosteckischen und Güstrowischen Diocese, Professor der Theologie in Rostock, geb. den 2. November 1570, +1638. Lied 460. Bed, 3., geb. den 7. Juni 1706 zu Kreuzendorf bei Leobschütz, war 1732 aus dem Gefängnis nach Herrnhut entflohen, und von 1734-1777 Brudermissionar in Grönland. Starb zu Lichtenfels. Nr. 537. Beder, Cornelius, geb. in Leipzig den 24. October 1561. Pfarrer, Dr. und Professor der Theologie in seiner Baterstabt, bearbeitete tie Psalmen zu Kirchenliedern. Nr. 565. Bernstein, C. A., geb. zu Demnitz im Saaltreise, wo sein Vater Pfarrer war. Er war zuerst Lehrer am Pädagogio zu Glaucha, starb als pastor adjunetus feines Vaters in Domnit. Nr. 596. 368 Lebensläufe der Dichter. Betichius, 3., hat von 1650-1722 in 3erbst gelebt. Nr. 642. Bienemann, C., geb. in Nürnberg 1540. Er studierte in Jena und Tübingen, war erst Professor in Laningen, dann Abt zu Bahr und Generalsupers intendent zu Pfalz Neuburg. 1578 tam er als Generalsuperintendent nach Altenburg, wo er 1591 starb. Nr. 484. Birken, Sieg m. von, geb. den 25. April 1626 zu Wildenstein in Böhmen. Lebte als Prinzenerzieher und Privatgelehrter in Bayreuth und Nürnberg, ward vom Kaiser in den Adelsstand erhoben und starb den 12. Juli 1681 als faiserl. Pfalzgraf und gekrönter Dichter. Nr. 89 und 533. Bogazky, K. H. von, geb. den 7. Sept. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien. Sein Vater war kaiserl. Oberstlieutenant, seine Mutter eine geborene bon Kalkreuth. Er studierte in Jena und Halle die Rechte und Gottesgelahrtheit. Von 1746 an privatisierte er in Halle, nachdem er seine Güter zum Besten des dortigen Waisenhauses verkauft hatte. Er schrieb viele Erbauungsschriften( z. B. das Schatzkästlein) und dichtete 411 Lieder, unter denen Nr. 194. Gest. 1774. Böhmer, J. H., geb. in Hannover den 29. Jan. 1674. Er starb den 23. Aug. 1749. Berühmter Rechtsgelehrter, erfahren im menschlichen Recht( er war Geheimrat, Direktor und Kanzler der Universität Halle) und eingedenk der Gerechtigkeit Christi."( Lied Nr. 133 und 160.) Bonit, J. A., Oberpfarrer in Auerbach. Nr. 308. Borchward, S. 3., geb. den 27. Febr. 1717 in Berlin. Anspachischer Geh. Legain Berlin. Freund Gellerts. Starb 1776. Nr. 612. Erbherr von Grönhoff, aus Meißen. Er hat ein Starb 1732. Nr. 216. tionsrat und Resident Breiterau, C. G. von, Gesangbuch angelegt. Breithaupt, 3. 3., geb. zu Nordheim in Hannover 1658. Bekleidete geistliche Amter zu Wolfenbüttel, Kiel und Meiningen, und wurde später von seinem Amte in Erfurt, wo er Professor und Pfarrer war, zugleich mit Herm. Aug. Franke, entlassen. Wurde hierauf Professor der Theologie zu Halle, General Superintendent des Herzogtums Magdeburg und Abt des Klosters Bergen, wo er viele Jünglinge zum Dienste der Kirche heranbildete. Gest. 1732. Nr. 360. Bruhn, D., geb. den 30. Sept. 1727 zu Memel. tals Prebiger in Berlin. 1782. Nr. 218, 165, 607, 530. Bürde, S. G., geb. den 2. Dez. 1753 in Breslau, tals Kammerdirektor in Berlin 1831. Verfaßte an 100 Lieder, z. B. 161, 210, 452, 548, 366. Busch, P., geb. den 15. Nov. 1682 zu Lübeck. Er studierte von 1701-1706 in Leipzig, und erhielt 1709 eine Stelle als Konventual im Kloster Riddagshaufen bei Wolfenbüttel.+ als Pfarrer zu Hannover am 3. Mai 1744. Nr. 357. Calisius, 3. 5., geb. 1633 zu Wohlau in Schlesien. Starb als Konsistorialrat in seiner Vaterstadt 1703. Dichtete 77 geistl. Lieder, darunter Nr. 213. Schwedischer Clausnißer, Tobias, geb. 1618 zu Thum bei Annaberg. Feldprediger im 30jährigen Kriege. Nachher Kirchenrat und past. prim. in Pargstein und Weyden in der Oberpfalz. Starb 1684. Nr. 4 und 195. Cramer, J. A., geb. den 29. Jan. 1723 in Jöstadt im Erzgebirge, Freund Gellerts und Klopstocks, wurde Pfarrer in Cröllwitz bei Halle, dann Oberhofprediger in Quedlinburg, darauf hofprediger in Kopenhagen und endlich Superintendent in Lübeck. Etarb als Prof. der Theol. und Kanzler der Universität Kiel im Jahre 1788, nachdem er 1780 das neue schleswigholsteinische Gesangbuch besorgt hatte. Von ihm sind Nr. 283, 290, 239, 385, 268, 269, 286, 531 u. 329. Cramer, Morit, starb 1702. Von ihm sind Nr. 151 u. 499. Crasfelius, B., geb. den 21. Febr. 1667 zu Wernsdorf bei Glaucha. Schüler Aug. Herm. Frantes. Pfarrer in Nidden, dann in Düsseldorf. Starb den 10. Nov. 1724. Nr. 435. Dach, Simon, war bis 1640 Professor der Dichtkunst in Königsberg. Nr. 568 u. 587. Decius, Nicolaus, lebte 1524, war Meister im Harfenspiel und sette seine Lieder selbst in Musik. Nr. 1 u. 220 hat er aus dem Lateinischen übersetzt. Denice, D., geb. in Zittau den 31. Jan. 1603, besuchte das dortige Gymna fium, studierte in Wittenberg, Jena und Königsberg, ward 1639 Abt bes Stifts Bursfeld, dann Hofrat, endlich Konsistorial- und Klosterrat in Hannover. Gakt mit Justus Gesenius zusammen ein Gesangbuch für Hans nover heraus. Starb 1680. Von ihm: Nr. 187, 521, 623, 359 u. 407. Lebensläufe der Dichter. 369 Debler, Wolfg., geb. den 11. Febr. 1660 in Nürnberg. 1705 ward er Konrektor bei der Schule zum heil. Geist, litt aber vielfach an Krankheit und starb 1722. Von ihm sind 56 Lieder bekannt, darunter Nr. 370 u. 470. Dieterich, J. S., Propst und Ober- Konsistorialrat in Berlin, wo er am 15. Dec. 1721 geboren wurde und am 14. Jan. 1797 starb. Er schuf auch ältere Lieder in die moderne Sprache um. Von ihm: Nr. 297, 600, 662, 121, 299, 98, 503, 84, 592, 410 u. 275. Dillherr, J. M., geb. den 14. Ott. 1604 zu Themar im Hennebergischen, wurde 1631 Professor de: Beredsamkeit, dann der Geschichte, der Dichtkunst und der Gottesgelahrtheit in Jena, 1646 Oberprediger bei der St. Sebaldi- Kirche, Direktor des Gymnasiums und Inspektor der Stadtbibliothek und der Alumnen. Starb den 8. April 1669. Nr. 294. Dirschau, B., von 1591-1639. Nr. 233. Döring, K. A., geb, den 22. Aug. 1783 zu Markhalfensleben im Magdeburgischen. 1810 Archi- Diaconus in Eisleben, 1816 Prediger in Elberfeld. Starb den 17. Jan. 1844. Er dichtete: Nr. 332, 127, 200, 36, 163, 271, 168 u. 141. Drese, Adam, geb. ums Jahr 1630. Starb als Kapellmeister in Arnstadt 1718. Nr. 464. Dies Lied hat er zu leich selbst in Musik gesetzt. Dürr, Ehrenfried, geb. in Mühlau im Voigtlande den 29. Sept. 1650. General Superintendent und Präses des Konsistorii zu Eisleben. Starb 1715. Nr. 35. Eberus, Paul, Dr. theol., geb. den 8. Nov. 1511 zu Kißingen in Franken. Studierte in Nürnberg unb Wittenberg, 1544 Professor der Philosophie da: selbst, 1556 Professor der hebr. Sprache, 1558 General Superintendent undProf. der Theologie Endlich Pastor und Superintendent in Wittenberg. Starb 1569. Nr. 578 u. 606. Emilie Julie, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. Geb. den 19. Aug. 1673 zu Rudolstadt, starb den 2. Dez. 1706. Dichtete 587 Lieder, unter denen wahrscheinlich Nr. 250. Eschenburg, 3. 3., geb. den 1. Dez. 1743 in Hamburg. Professor am Karolinum in Braunschweig, Starb als geheimer Justizrat und Kanonikus des Cyriacusstifts in Braunschweig den 29. Febr. 1820. Dichtete Nr. 177. Finr, E., gen. Francisci, geb. zu Lübeck aus einem abligen Geschlecht den 19. Nov. 1627. Er lebte in Nürnberg den Wissenschaften, gab in Verbindung mit Deßler( Wolfg.) viele Schriften heraus, wurde von Heinrich Friedrich, Grafen von Hohenlohe und Gleichen, im Jahre 1688 zum Rate ernannt und starb 1694. Berfaßte: Nr. 44 u. 586. Flemming, Paul, geb. den 5. Dkt. 1609 zu Hartenstein im Erzgebirge. Er starb am 7. April 1640 zu Hamburg. Sein Lieb( Nr. 485) dichtete er vor seiner Reise nach Persien. Flittner, J., geb. den 1. Nov. 1618 zu Suhl im Hennebergischen. Prediger in Wolgast. Von da vertrieben, starb er in Stralsund den 7. Jan. 1678. Nr. 350. Förster, F., geb. den 24. Septbr. 1792 zu Münchengosferstädt bei Altenburg. Nr. 307. Frand, Johann, geb. den 1. Jan. 1618 zu Guben in der Niederlausit, studierte zu Cottbus, Stettin, Thorn und Königsberg die Rechte und trieb daneben die Poesie. Starb als Bürgermeister in Guben den 18. Juni 1677. Von ihm: Nr. 453, 109, 229, 620, 582, 622 t. 309. Frank, Michael, geb. ben 16. März 1609 in Schleusingen. Lehrer an der Stadtschule in Koburg und gekrönter Dichter. Starb 1667. Nr. 674. Franke, Joh. G, Verfasser des Liebes Nr. 101. Freylinghausen, J. A., Herausgeber eines Gesangbuches mit Noten. Freund, Schwiegersohn und Nachfolger Aug. Herm. Frantes. Nr. 313 u. 641. Freystein, J. B., Hof- und Justizrat in Dresden, und ums Jahr 1720 ge storben. Nr. 344. Frickert, J.£., geb. ben 14. Juni 1729 zu Stuttgart, tam 1749 in das theologische Stift zu Tübingen, machte Reisen nach Mähren, Ungarn, Holland und England. 1764 Pfr. zu Dettingen unter Urach, wo er am 13. Sept. 1766 starb. Nr. 172. Fritsch, Ahasverus, geb. den 16. Dez. 1629 zu Mücheln bei Freiburg in Thüringen. Studierte in Halle und Jena und starb in Jena als Kanzler ber Universität den 24. Aug. 1701. Nr. 456. Fugger, F. Starb den 24. Juli 1617. Nr. 40. unk, G. B., geb. den 29. Nov. 1734 zu Hartenstein in der Grafschaft Schönburg. 1769 wurde er Lehrer an der Domschule in Magdeburg, deren Rektor 24 370 Lebensläufe der Dichter. er 1772 wurde. 1785 wurde er Konsistorialrat und starb am 18. Juni 1814. Von ihm Nr. 639, 179, 82, 120, 416 u. 567. Garve, K. B., geb. zu Hannover den 24. Jan. 1763, Prediger in der Brüdergemeinde. Starb den 21. Juni 1841 zu Herrnhut. Ben 1820-26 Prediger in Berlin, hernach zu Neusaß a. Oder. Von ihm sind Nr. 93, 362, 273, 288, 305, 152, 664, 135, 10 u. 157. Gellert, Chr. F., Dichter von 30 in unserm Gesangbuche abgedruckten Liedern. Dieselben finden sich unter folgenden Nrn. Nr. 657, 476, 392, 285, 274, 573, 648, 658, 46, 429, 115,( 489?), 37, 32, 66, 541, 316, 414, 408, 292, 64, 497, 214, 116, 569, 637, 590, 529, 547, 542. Sehr bekannt ist er fo wohl als weltlicher Dichter, als auch besonders durch seinen frommen und milethätigen Lebenswandel. Der alte Friz nannte ihn den einzigen ver nünftigen deutschen Poeten. Er wurde geboren den 4. Juli 1715 zit Ha nichen im Erzgebirge und starb den 13. Dezember 1769 als außerordent licher Professor der Philosophie zu Leipzig. Gerhardt, Paul, geb. zu Gräfenhaynichen in Kursachsen. 1657 Diatonus zu St. Nicolai in Berlin; von dieser Stelle aber durch den Kurfürsten Fr. Wilh. enthoben. Zuletzt Archidiaconus in Lübben, wo er am 7. Juni 1676 starb. Er verfaßte 123 Lieder, davon folgende 28 in unserm Gesangbuche stehen: 77, 41, 615, 514, 479, 508, 296, 291, 52, 295, 368, 60, 654, 171, 88, 447, 94, 506, 96, 430, 635, 518, 28, 666, 149, 523, 38 u. 29. Gesenius, Justus, geb. den 6. Juli 1604 zu Esbeck im Hannoverschen Amte Lauenstein. Starb den 18. Sept. 1671 als Hofprediger, Konsistorialrat und Generalsuperintendent in Hannover. Dichtete Nr. 263, 125 u. 99. Gotter, L. A., geb. den 26. Mai 1661 in Gotha, war anfangs geh. Sekretär, und zuletzt Hof- und Assistenzrat zu Gotha. Nr. 551, 300, 351 u. 354. Er starb 1735. Graf, Simon, geb. 1603 zu Schäßburg in Siebenbürgen. Erst Feldprediger, bann Pfarrer zu Schandau an der böhm. Grenze. Starb 1659. Nr. 571 und 581. Gramann, Joh., geb. den 4. Juli 1487 zu Neustadt in Bayern, studirte in Leipzig, ward Subrektor und 1519 Dr. Gct's Amanuensis bei der bekannten Leipziger Disputation mit Luther. Doch wurde er dort von der Wahrheit der Lehre des Gegners überzeugt, und ging als Dr. theol. auf Luthers Empfehlung nach Preußen, wurde Pfarrer in Königsberg, wo er die Refor: mation einführen half. Dichtete Nr. 432. Gregor, Chr., geb. den 1. Januar 1723 zu Diersdorf in Schlesien. Lange Organist und Musikdirektor in Herrnhut. Zuleßt Mitglied der UnitätsDirektion. Starb in Berthelsdorf den 6. Nov. 1801. Er hat das Gesangbuch und Choralbuch der Brüdergemeinde gefertigt und manches schöne Lied gedichtet. Nr. 314. Groß, 3., geb. 1564,+1654. Nr. 301( Vers 7-10). Grosser, S., geb, den 8. Febr. 1664 im Fürstentum Öls; starb als Rektor des Gymnasiums am 24. Juni 1736 zu Görlit. Nr. 390. Hammerschmidt, Wilh., starb a! 3 Dr. theol. und Konsistorialrat in Mün ster am 21. Sept. 1867. Nr. 421. Hardenberg, F. L. von( genannt Novalis), geb. 1772, gest. 1801. Das Haupt der romantischen Dichterschule. Von ihm Nr. 100, 369, 450 und 468. Haßlocher, J. A., geb. den 24. Sept. 1645 zu Speyer. Anfangs Prediger in Kronweißenburg, dann in seiner Vaterstadt. Starb als Superintendent, Konsistorialrat und Hofprediger zu Weilburg, am 9. Juli 1727. Nr. 660. Heder, H. K., geb. in Hamburg 1699. Pfarrer in Meuselwitz bei Altenburg. Starb 1743. Verfaßte 91 geistliche Lieder, darunter Nr. 403. Heermann, Joh., geb. den 11. Okt. 1585 im Städtchen Rauden im Fürstentume Wohlqu. Von Köben, wo er Prediger war, durch den 30jährigen Krieg vertrieben, starb er in Lissa den 27. Febr. 1647. Nr. 181, 123, 87, 383, 511, 349, 102, 522, 50, 524, 397, 446, 180, 644 u. 325. Held, Heinr., geb. zu Guhrau in Schlesien, wo er 1643 Lizentiat der Rechte und Praktikus war.Nr. 27. Helder, B., geb. in Gotha, Schuldiener zu Friemar um 1614. Später Pfr. zu Rambstätt. Nr. 155. Helmbold, L., geb. den 21. Jan. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen. Studierte in Leipzig und Erfurt, ward nachher öffentlicher Prof. daselbst. 1571 N ktor in Mühlhausen, und endlich Pastor und Superintendent daselbst. Starb den 12. April 1598. Nr. 498. 10 Lebensläufe der Dichter. 371 perberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Polen. Studierte in Leip: Baterstadt. Nr. 576. zig, ward dann Lehrer, nachher Prediger in seiner Er starb 1627. Gest, in Breslau als Nr. 594. Hermes, J. Tim., geb. 1738 zu Petnic in Pommern. Oberpfarrer und Superintendent den 24. Juli 1821. Herrenschmidt, K. D.,( bei Knapp heißt derselbe Herrnschmidt J. D.), geb. War Frankes in Bopfingen den 11. April 1675, wo sein Vater Piarrer. Freund und Adjunkt in Halle, nachher Prediger in seiner Vaterstadt, dann Superintendent und Konsistorialrat von Nassau- Jostein. 1715 Pfarrer in Glauda, wo er 1723 starb. Nr. 482. Herrmann, Nic., Kantor und Schulmann im Joachimsthal an der voigtländischen Grenze. Starb den 3. Mai 1561. Nr. 577. Herzog, 3. Fr., geb. in Dresden den 5. Juni 1647. Er wurde Doktor der Rechte in Jena und starb am 21. März 1699. Nr. 652. Hiller, F., württembergischer Kanzlei- Advokat. Geb. 1662. Geft. 1726. Nr. 626. Hiller, Ph. Fr., geb. den 6. Jan. 1699 zu Mühlhausen a. d. Enz in Württemberg, Pfarrer zu Steinheim a. d. Brenz bei Heidenheim; starb daselbst den 24. April 1769. Von ihm Nr. 342, 281, 380 u. 335. Rat und Hofmeister der Herren Hippen, 3. H. von, ein Schlesier, geb. 1656. von Limburg. Nr. 643. Hoffmann, Gottfr., geb. zu Lemberg in Schlesien den 5. Dez. 1658. Rektor in Bittau. Starb, nachdem er mit seinen Schülern das heil. Abendmahl genommen, plötzlich, am 1. Okt. 1712. Nr. 167 u. 244. Homburg, E. C., geb. in Mühla bei Eisenach im Jahre 1605. Rechtskonsulent in Naumburg. Er starb 1681. Nr. 24, 103 u. 137. Hubert, R., ein alter lutherischer Prediger und Diakonus zu Straßburg, wohin er 1542 tam. Nr. 9. Hülsemann, Wilhelm, Superintendent und Pfarrer in Elsey bei westfälisch Limburg. Mitglied der Gesangbuchskommission für Jülich, Cleve, Berg und Mart. Starb ebendaselbst vor wenigen Jahren. Job, Johannes, geb. ten 2. Febr. 1664 zu Frankfurt a. Main, wurde 1711 Starb den Ratsherr, 1712 Syndikus, 1732 Baumeister in Leipzig. 5. Febr. 1736. Nr 74. Jorissen, M., Pfarrer zu Soest. Gab in diesem Jahrhundert eine treffliche bersetzung der Pfalinen in Liedern heraus. Nr. 14. Jungheim, 3. 3. L., Konsistorialrat und General- Superintendent in Ansbach. Geb. daselbst 1729, geit. 1790. Er gab mit 3. P. U das ansbachische Ge sangbuch heraus. Nr. 630. Kiel, Tobias, geb. in Ballstädt bei Gotha. Ums Jahr 1618 Pfarrer zu Eschenberge. Nr. 680. Kleiner, G., geb. zu Rudelsdorf in Schlesien, studierte in Leipzig Theologie. Buletzt Pfarrer in Freiburg. Nr. 345. Klopstock, Fr. G., geb. 1724 in Quedlinburg. Auf der Landesschule zu Schulpforta gebildet. Studierte in Jena Theologie und wandte sich in Leipzig dem Leipziger Dichterbunde zu. Von hier aus machte er in der Zeitschrift Bremer Beiträge die drei ersten Gesänge seines berühmten Gedichtes Die Messiade" bekannt. In Zürich machte er die Bekanntschaft des Dichters Bodmer und lebte tann abwechselnd in Hamburg und in Kopenhagen. Starb in Ham: burg 1803. Von ihm: Nr. 255, 265, 259( dieses Lied war des Dichters eigner Grabgesang; es ist componiert von Graun), 572, 260, 681, 219, 574, 562, 613, 176, 552, 230, 650, 114, 640 u. 16. Knapp, Albert, geb. in Tübingen den 25. Juli 1798. Stadtpfarrer zu St. Leonhardt in Stuttgart. Nr. 449. Starb am 18. Juni 1864. Knoll, Chr., geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, g. st. 1621 als Diakonus in Sprottau. Nr. 580 bichtete er zur Pestzeit. Knorr von Rosenroth, geb. 1636 in Altrauden, einem Dorfe im Fürstens tum Liegnitz. Studierte zu Stettin, Leipzig und Wittenberg Chemie und orientalische Sprachen, bereiste Holland, Frankreich und England, wurde 1668 Geheimrat und Kanziei- Direkter bei dem Pfalzgrafen Christian August zu Sulzbach. Nr. 634. Knuth, geb. in Liegniß den 3. Okt. 1700. Pfarrer und Superintendent in Baruth in der Oberlausitz. Starb 1779. Nr. 593. König, Sam., ums Jahr 1700 Professor am Gymnasium zu Bern. Nr. 159. Köpten, F. von, geb. den 9. Dez. 1737 zu Magdeburg, wo er den 4. Dkt. 1811 starb. Preuß. Hofrat und Stifts- Kurator. Nr. 289. Kohlros, J., Kirchenlehrer in Basel zur Zeit der Reformation. Nr. 500. 24* Lebensläufe der Dichter. Kortholt, Chr., geb. am 5. Januar 1633 zu Bergen auf der Insel Femarn. Starb als Professor, Dekan und Rektor der Universität Kiel am 31. März 1664. Nr. 81. 372 Krummacher, Fr. Ad., geb. den 13. Juli 1767 in Tecklenburg, wo sein Vater Hoffiskal, Bürgermeister und Advokat war. Versah mehrere Schul- und geistliche Amter. Seit 1824 Pfarrer zu Bremen. Von ihm: Nr. 48, 495 u. 199. Lackmann, P., Schulinspektor und Oberpfarrer in Oldenburg im Holsteinischen. Starb 1713. Nr. 303. Lampe, Fr. Ad., geb. in Detmold im Jahre 1683. Prediger in Duisburg und Bremen; nachher Professor der Theologie und Pfarrer in Utrecht.+ den 8. Dez. 1729 in Bremen. Nr. 78, 223, 310, 566, 540, 384 u. 117. Langbecker, E. C. G., geb. in Berlin den 31. August 1792. Schrieb über das deutsch- evangelische Kirchenlied"( Berlin, 1850). Nr. 67. Lange, Ernst, geb. in Danzig 1650. Bürgermeister daselbst, wo er auch 1727 starb. Nr. 543. Lange, Joachim, geb. den 26. Ott. 1670 zu Gardelegen in der Altmark. Erst Pfarrer in Berlin, dann wurde er Professor der Theologie zu Halle und Direktor des Seminariums daselbst. Starb den 7. Mai 1744. Von ihm: Nr. 638 u. 400. Lange, Johann Christian, geb. in Leipzig den 25. Dez. 1669. Erst Profeffor in Gießen, dann Superintendent und Hofprediger in Nassau- Idstein. Starb den 16. Dez. 1756. Nr. 459. Laurentius, Laurentii, geb. in Husum in Schleswig. Kantor und MusikDirektor an der Domkirche zu Bremen. Starb den 29. Mai 1722. Ver: fasser von 126 Liedern, darunter: Nr. 55, 491, 339, 178 u. 119. Lavater, wurde geboren in Zürich 1741 und starb daselbst als Pfarrer den 2. Jan. 1801 an den Folgen eines Schusses, welchen er von einem franz. Soldaten ben 16. Sept. 1799 erhalten hatte. Nr. 293, 122, 670, 153, 478, 422, 598, 235, 467, 319 u. 183. Lehr, Leop. Fr. Friedr., geb. zu Kronenburg bei Frankfurt a. M. den 3. Sept. 1709. 1740 Diakonus in Köthen. Starb in Magdeburg bei seinem Schwie gervater den 26. Jan. 1744. Nr. 348. Lehr, S. von, Verf. von Nr. 207. Liebich, Ehrenfried, geb. in Probsthayn, im Fürstentum Liegniß, den 13. Juni 1713. Pfarrer in Lomnitz und Erdmannsdorf. Nr. 536, 603, 134, 280, 242 u. 166. Liscov, S., geb. den 25. Okt. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz. Starb als Diakonus in Wurzen den 5. Dez. 1689. Nr. 440. Loder, F. W., geb. zu Regensburg am 14. Febr. 1757. Wurde 1778 HohenloheNeuensteinischer Archivarius zu Ohrdruff, wo er als Gothaischer Hof- und Konsistorialrat am 30. Mai 1823 starb. Nr. 284 u. 659. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, geborne Prinzessin ven Dranien, geb. im Haag den 17. Nov. 1617. Am 27. ov. 1646 mit Friedrich Wilhelm, dem großen Kurfürsten, vermählt. Starb den 8. Juni 1667. Nr. 258. Ludmil Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, geb. den 7. April 1640. + 12. März 1672. Verfaßte 215 Lieder, darunter Nr. 140 u. 466. Lüder, Nr. 365. Luther, Martin, Dr., geb. in Eisleben den 10. Nov. 1483. Starb in seiner Vaterstadt den 18. Febr. 1546, Nachts 2 Uhr. Von ihm: Nr. 111, 156, 256, 241, 147, 616, 2, 39, 425, 136, 49, 614, 262, 191, 221, 110, 192, 51 u. 406. Marberger, V. W., geb. in Hamburg den 14. Mai 1681, geft. als Oberhofprediger in Dresden, den 29. März 1746. Nr. 182. Maria, Königin von Ungarn, geb. 1505. Nr. 507. Marot, geb. 1495. Er starb zu Turin, 1544. Nr. 202. Meister, Ch. G. L., geb. den 2. Aug. 1738 zu Halle. Erst Pfr. zu Waldau und Altenburg, dann Prediger in Duisburg, endlich auch in Bremen, wo er zuletzt als Rektor wirkte. Starb den 26. Jan. 1811. Dichtete 104 Lieder, darunter Nr. 69, 90 u. 662. Mengede, Gust. von, ein livländischer Baron und schwedischer Generalmajor, auch Landrat. Starb den 16. Dec. 1688. Nr. 124. Menter, Jo h., geb. den 27. Juli 1658 zu Jahma in der Oberlausit, lebte als Pfr. zu Kemnitz bet Bernstadt, wo er am 24. Febr. 1734 starb. Nr. 95, 80 u. 428. Lebensläufe der Dichter. 373 Meyfart, J. M., geb. den 9. Nov. 1590 zu Wallwinkel in Thüringen. Studierte in Jena und Wittenberg. Zulett Pfr. und Prof. in Erfurt. Starb den 26. Jan. 1636. Nr. 591. Möller, A. W., eb. Pfr. zu Lübbecke. Nr. 150. Mosel, W., geb. den 8. Sept. 1497 zu Dirüße in Lothringen. Starb als Prof. zu Bern den 30. Aug. 1563. Nr. 287. Münter, B., geb. in Lübeck den 24. März 1735, deutscher Prediger in Kopen= hagen, wo er am 5. Oft. 1793 starb. Verf. von 100 liedern, darunter Nr. 86, 53, 438, 382, 205, 381, 209 u. 394. Nachtenhöfer, C. F., geb. in Halle den 5. März 1624. Studierte in Leipzig. Pfr. in Coburg. Starb den 25. Nov. 1685. tr. 47. Neander, Chr. Fr., geb. den 26. Dez. 1723 in Eckau in Kurland, wo er Propst des Dobblenischen Kreises war. Nr. 169, 375, 106 u. 519. Neander, Joachim, geb. 1610 in Bremen. Siehe Nr. 236, 302 u. 651, ferner: 374, 174, 431, 443, 496, 625, 190, 465, 595, 253, 217, 434. Neumann, C., geb. in Breslau den 14. Sept. 1648. Pfr. und Prof. daselbst. Nr. 18, 142, 632 u. 647. Neumark, Georg, geb. den 16. März 1621 zu Mühlhausen in Thüringen. Sächsischer Archiv- Secretär, Bibliothekar und kaiserl. Hof- und Pfalzgraf zu Weimar, starb den 8. Juli 1681. Neumeister, Erdmann, geb. in üchteriß bei Weißenfels den 2. Mai 1671. Nr. 215 u. 454. Neunherz, J., geb. den 16. Aug. 1655 zu Schmiedeberg. Starb als Oberpfarrer in Hirschberg 1757. Nr. 132 u. 173. Neuß, H. G., geb. den 11. März 1654 zu Elbingerode im Harz. Starb als Superintendent zu Wernigerode am 30. Sept. 1706. Nr. 405. Nicolai, Philipp, geb. in Mengeringhausen in der Grafschaft Waldeck, den 10. Aug. 1556. Er starb als Pastor in Hamburg, den 26. Okt. 1608. Nr. 463. Niemeyer, A. H., geb. zu Halle 1754, Trof. der Theologie und Direktor der Frankeschen Stiftungen daselbst, dann Kanzler und Rektor perpetuus ber Universität. Starb 1828. Unter seinen mehr als 100 geistlichen Liedern Nr. 11, 19, 43, 526 u. 619. Olearius, Joh., geb. den 17. Sept. 1611 in Halle, Starb als Oberhofprediger, Kirchencat und Generalsuperintendent zu Weißenfels 1684. r. 665, 79, 492, 341. Pappus, Joh., geb. in Lindau am Bodensee den 16. Jan. 1549. Starb den 13. Juli 1610. Von ihm: Nr. 579. Pfeffel, G. C., geb. z: Colmar im Elsaß den 28. Juni 1736. Starb 1809. Von ihm ist das trefflich componierte Lied Nr. 3. Pfeifer, Chr., geb. zu Dis. Pfarrer zu Dietmannsdorf in Schlesien. Nr. 45. Prätorius, B., geb. in Weißenfels. 1659 Pfarrer zu Groß- Lissa bei Delitzsch. Nr. 527. Prudentius, geb. in Calahorra in Spanien, Starb 405. Nr. 246. Rambach, J. J., geb. zu Halle 1693. Starb 1735. Nr. 377, 321, 528, 270, 267, 311, 557, 278, 212, 282, 330, 324, 197, 326, 231, 317 u. 334. Ramler, K. W., patriotischer Dichter. Er war Professor an der Berliner Cadettenschule und später Theater- Direktor; starb 1798. Dichtete Nr. 85 u. 97. Reiber, G., geb. 1744 zu Bernstadt im Fürstentum 18. 1788 Pfarrer zu Dirsdorf im Nimptscher Kreise. Verfaßte 80 Lieder, darunter Nr. 502. Richter, C. F., geb. in Sorau 1676 Studierte Medizin und Theologie in Halle und ward praktischer Arzt am Waisenhause daselbst. Starb schon den 5. Oft. 1711. Nr. 312, 477, 411, 389, 412 u. 367. Ringwald, B., geb. 1531. Pfarrer zu Lengfeld in der Mark Brandenburg. Starb in hohem Alter. Nr. 601. Rinkart, M., geb. den 23. April 1586 in Eilenburg. Ward zuletzt Archidiatonus in seiner Vaterstadt, starb den 8. Dez. 1649. Nr. 426 ist eine übersetzung der Worte in Jesus Sirach, Cap. 50.( 25-26). Rist, Joh., geb. in Ottensen bei Altona 1607. Wurde 1644 herzoglich mecklenburgischer Kirchenrat, sonst Pfarrer in Wedel a. d. Elbe. Nr. 585, 232, 107, 25, 164, 42, 59, 584 u. 649. Rodigast, S., geb. den 19. Oktober 1649 im Dorfe Gröben in Thüringen, Studierte in Jena. Rektor in Berlin, wo er den 19. März 1708 starb. Nr. 481. Rothe, J. A., geb. den 12. Mai 1688 zu iffa bei Görlit. Studierte in Leipzig und wurde 1722 vom Grafen Zinzendorf auf die Pfarrei Berthelsdorf be rufen. 1737 Pfarrer zu Hermsdorf bei Görlitz. 1742 Pfarrer in Thomenborf. Nr. 243 u. 387. 374 Lebensläufe der Dichter. Ruben, J. C., Lizentiat der Jurisprudenz und Amtmann zu Bürgermünde im Hessen- Darmstädtischen. Lebte ums Jahr 1700. Nr. 559. Rutilius, M., geb. in Düben in Kursachsen 1550. Archidiaconus in Weimar. Nr. 301( Vers 1-6) dichtete er den 29. mai 1604. Rutilius starb 1618. Sacer, G. W., geb. in Naumburg den 11. Juli 1635. Studierte in Schulpforta und Jena, doktorierte in Kiel, wurde Kammerkonsulent in Wolfenbüttel, wo er den 8. September 1699 starb. Nr. 62 u. 138. Sachs, Hans, Schuhmacher und Dichter, geb. in Nürnberg den 5. Nov. 1494. Er schrieb 34 Foliobände mit eigener Hand voll, und enthielten dieselben nicht weniger als 73 geistliche Lieder, 208 Dramen, 1700 Schwänke, Fabeln über 6000 dichterische Erzeugund Erzählungen und 4200 Meistergesänge, nisse, an deren Schluß sich meist ein Reim auf seinen Namen befand, z. B.: Daß heil und Segen draus erwachs, - Das wünscht von Herzen Euch Hans Sachs. Er starb den 25. Jan. 1576. Nr. 505. Schade, J. C., geb. den 13. Jan. 1666 zu Kühndorf im Hennebergischen. Diafonus in Berlin, wo er 1698 starb. Nr. 504 u. 517. Schalling, M., geb. in Straßburg den 21. April 1532. Studierte 1550 in Wittenberg; erst Pfarrer in Regensburg, dann in Vilseck in der Oberpfalz. Als Diatonus und Superintendent zu Amberg wegen Religionsstreitigkeiten dieses Amtes entsetzt. Zuletzt Pfarrer in Nürnberg, wo er 1608 starb. Nr. 455. Schechs, geb. den 30. April 1607 zu Pappenreuth bei Nürnberg, Pfarrer zu Altenthann und Vitarius in Altdorf, dann Diakonus in Nürnberg. Starb den 16. Juli 1659. Nr. 512. Scheffler, Angelus, geb. zu Breslau 1624. Erst herzogl. württembergischölsischer Leibarzt, wurde Katholik, dann Priester und lebte im Jesuitenklofter als bischöflich Breslauischer Rat. Starb in seiner Baterstadt 1677. Nr. 320, 445, 532, 462, 444, 306 u. 525. Scheidt, geb. 1709. Hofrat und Bibliothekar in Hannover. Starb 1761. Nr. 315. Schenk, Hartmann, geb. ben 7. April 1634 in Ruhla bei Eisenach. Studierte in Helmstädt und Jena. Pfarrer zu Bibra im Hennebergischen: 1669 Diakonus zu Ostheim und Pfarrer in Völkershausen. Starb den 2. Mai 1681. Nr. 21. Schernack, M., aus der Mark gebürtig. Um 1648 Prediger in Wittenberg. Nr. 20. Er starb 1675. Schiebeler, Daniel, lebte zwischen 1725 und 1770. Von ihm Nr. 126 u. 667. Schirmer, M., geb. in Leipzig 1606. Konrektor bei dem grauen Kloster" in Berlin. Starb den 4. Mai 1673. Von ihm: Nr. 129 u. 148. Schlegel, Joh. Ad., geb. in Meißen den 21. Sept. 1721. Generalsuperintendent des Fürstentums Calenberg. Von ihm Nr. 486, 222, 371, 63 u. 162, Schlicht, L. 3., geb. 1681 zu Calbe a. d. Mulde. Direktor des Pädagogiums in Hildburghausen, später Pfarrer in Berlin. Starb den 10. Jan. 1723. Nr. 653. nav brev Schlosser, L., geb, den 7. Sept. 1663 in Darmstadt, starb als Pfarrer zu Frankfurt a. M. 1723. Nr. 669. Schmidt, Joh. Euseb., geb. zu Hohenfeld in Thüringen. Kam 1697 als Prediger nach Siebleben bei Gotha, wo er im Alter von 76 Jahren anno 1745 starb. Nr. 554 u. 561. Schmidt, 3. F., geb. den 2. April 1730 zu Blasien- Zell im Gothaischen. Pfarrer daselbst. Starb 1796. Nr. 629. Schmolcke, B., geb. den 21. Dez. 1672 in Brauchitschborf im Fürstentum Liegnit. Studierte in Leipzig. 1714 Oberpfarrer in Schweidnitz, auch Kirchenund Schulinspettor daselbst.+ den 12. Februar 1737. Von ihm Nr. 409, 597, 252, 439, 8, 494, 538, 31, 112, 570, 420, 583, 130, 589, 92, 474, 604, 493 1. 188. Schneesing, Joh., Lehrer und Maler, erst Nitarius, auch Pfarrer, lebte ums Jahr 1522 und dichtete Nr. 352. Schöner, J. H., geb. den 15. April 1749 zu Rogheim bei Echweinfurt. Studirte in Leipzig und Erlangen, Diakonus zu Nürnberg. Starb den 18. Juni 1818. Nr. 139. Schröder, J. H., geb. 1666 zu Hallerspringe im Fürstentum Calenberg; Schüler A. H. Frantes. Ums Jahr 1700 Pfarrer in Möseberg bei Magdeburg. Starb 1728. Nr. 358 u. 555. Das erstère Lied wurde 1723 in die malabarische Sprache übersetzt. Schubart, C. D. F., geb. den 20. März 1739 zu Obersontheim in Württemberg. t zu Stuttgart 1794. Nr. 560 u. 679. 375 Lebensläufe der Dichter. Schütz, J. J., geb. den 7. Sept. 1640 in Frankfurt a. M., war Rechtskonsulent daselbst. Starb 1690. nr. 427. Selneder, N., geb. den 6. Dez. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg. Studierte in Wittenberg. 1558 Hofprediger in Dresden; 1561 Professor der Theologie in Jena; 1568 Professor der Theologie, Euperintendent und Pfarrer zu Leipzig; 1570 hofprediger und General Superintendent zu Wolfenbüttel und Dr. theol. zu Wittenberg; 1577 wieder Professor, Superintendent und Pfarrer zu Leipzig. Starb 1592. Dichtete Nr. 396 u. 404. Sieber, Justus, geb. den 7. März 1628 zu Eimbeck. Pastor zu Schandau. Starb 1695. Nr. 224. Spalding, geb. 1714, gest. 1804. Speratus, P., geb. den 13. Dez. 1484. Hofprediger in Königsberg. Nr. 373, Nr. 424. Er starb den 17. September des Jahres 1554. Spreng, 3. 3., Dr., geb. in Basel den 31. Dez. 1699. Professor der Dichtkunst, Rhetorik und klassi chen Litteratur daselbst. Starb den 24. Mai 1768. Nr. 672. Stegmann, J., geb. 1588 zu Sulzfeld in Franken. Professor der Theologie in Rinteln und heffen schaumburgischer Superintendent. † 1632. Nr. 211 und 398. Steuerlein, gekrönter Foet und kaiserl. Notar, geb. zu Schmalkalden am 5. Juli 1546. Starb als Stadtrichter zu Meinungen, am 5. Mai 1613. Nr. 58, V. 1 u. 2. Stübner, C. G., cand. theol. ums Jahr 1727. Nr. 378. Sturm, Chr., geb. den 25. Jan. 1740 in Augsburg. Studierte in Jena und Halle. War erst Prediger in Halle, dann in Magdeburg. Starb in Hamburg den 26. August 1786. Nr. 490, 113, 15, 364, 671, 186, 272, 158 u. 75. Tabbel, K. 2., geb. 1700 in Rostock, geft. baselbst 1775 als Direktor ber Kanzlei. Nr. 128. Tappius, Superintendent in dem braunschweigischen Städtchen Schöningen ums Jahr 1620. Nr. 58, V. 3-6. Teller, W. A., geb. 1734 in Leipzig. 1762 Generalsuperintendent und Pfarrer in Helmstädt. 1767 Oberkonsistorialrat und Propst zu Köln a. d. Spree. Er starb 1804. Tersteegen, G., geb. den 27. Nov. 1697 zu Mörs in Westfalen, † am 3. April 1769 als Bandmacher zu Mülheim a. d. Ruhr. Nr. 7 u. 539. Thilo, Valentin, jun., geb. in Königsberg anı 19. April 1607. Professor der Rebekunst und königl. poln. Geh. Sekretär in seiner Vaterstadt. Starb den 27. Juli 1662. Nr. 26. Titius, geb. den 24. Mai 1641 in Wilkau bei Breslau. Pfarrer zu Hersbruck bei Jena. Starb den 21. Febr. 1703. Nr. 356 u. 513. Triebbechow, A., geb. in Gotha 1678. Nr. 72. Unterey, Th., geb. den 16. Juni 1635 zu Duisburg, jeit 1660 Pfarrer zu Mülheim a. d. Ruhr, 1668 Hofprediger der Landgräfin Hedwig Sophie von Hessen- Raffel, 1670 Pfarrer in Bremen, wo er am 1. Jan. 1693 starb. Nr. 346. Uttenhofen, geb. zu Gent, lebte um 1550 als protestantischer Pfarrer und geistl. Senior in England. Nr. 13. up, J. P., geb. in Ansbach im Jahre 1720, † 1796. Nr. 437 u. 610. Wegelin, J., Pfarrer in Augsburg, dann Pfarrer und Senior zu Preßburg in Ungarn, um's Jahr 1640. Nr. 143. Wegleiter, geb. den 22. April 1659 in Nürnberg. Gest. den 16. Aug. 1706 zu Altdorf als Prof. der Theol. und Diakonus. Nr. 17. Weiß, M., geb. 1480, † 1540. Pfarrer zu Landskorn und Fulneck in Böhmen. Nr. 73 u. 655. Weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen; drei Jahre Rektor zu Friedland auf Natangen. 1623 Pfarrer an der neuerbauten Roßgärtschen Kirche in Königsberg. Starb den 1. Aug. 1635. Nr. 34. Weingärtner, S., zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Prediger in oder bei Heilbronn. Nr. 488. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. den 11. April 1598 in Altenburg, gestorben den 17. Mai 1662. Nr. 5. Winkler, 3. 3., geb. zu Luckau in Meißen 1610. Diakonus an der Domkirche in Magdeburg. Später Oberdomprediger und Konsistorialrat. Starb den 11. Aug. 1722. Nr. 550 u. 563. Wolf, 3. G., geb. 1684 zu Greifswald. Königl. preuß. Hofrat und Prof. der Rechte in Halle. Starb den 6. Aug. 1754. Nr. 415, 417 u. 388. Besen, Phil. bon, geb. 1619 in Priorau bei Dessau, starb 1689 zu Hamburg. Nr. 30. Lebensläufe der Dichter. 3immermann, 3. C., geb. 1702, zu langenwiese im Echwarzburgischen, ge storben 1783 als Propst zu ülşen ir hannöverschen. Redakteur des Hannoverschen Gesangbuches. Nr. 276 u. 277. 376 Binzendorf, Ch. R. von, Nr. 457. Geb. 1727. Starb in London, am 28. Mai 1752. Zinzendorf, Ch. S. von, Nr. 402. Älterer Bruder des Vorigen. Zinzendorf, Gräfin von, Nr. 314. 3 inzendorf, Nicolaus, Graf L. von, Stifter der herrnhutischen Brüdergemeinde, geb. zu Dresden 1700. Derselbe war 5 Jahre lang Hofrat bei der Landesregierung in Dresden, doch machte er noch in seinem 34. Lebens: jahre sein Eramen als Geistlicher. Er starb den 9. Mai 1760 zu Herrnhut. Nr. 336, 249 u. 564. Verzeichnis der alten und der neuen( von der II. und der XII. Rhein. Provinzial- Synode aufgestellten und durch Allerhöchste Ordre vom 4. Januar 1862 genehmigten) firchlichen Bibel- Lektionen, wie solche vom 1. Advent 1862 an in der evangelischen Kirche Rheinlands in Gebrauch sind. ( Der Abbruck dieser Lektionen in dem im Verlage von Sam. Lucas in Elberfeld erschienenen ,, Evangelischen Gesangbuch", herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Cleve, Berg und der Grafschaft Mark, geschieht mit Genehmigung der XII. Rheinischen Provinzial- Synode, S. 55, und des hochwürdigen Konsistoriums zu Coblenz vom 30. April 1866.) 1. Advent. 2. 3. 4, 1. Weihnachten 2. # 1 " P 11 Sonnt. n. W. Neujahr Sonnt. n. N. Epiphanias 1. nach Epiph. 2. 3. 4. 5. 6. nach Epiph. Septuagefimä Seragesimä Estomihi " 7 " f W N Erster Jahrgang. Alt. Testament. Jer. 31, 31-34. Der neue Bund. Jef. 2, 2-5. Gesetz aus Bion. Hagg. 2, 2-10. Der Tem= pel der Zukunft. Jef. 40, 1-9. Stimme des Predigers in der Wüste. Micha 5, 1-3. Bethlehem. Spr. 8, 22-36. Die Weisheit von Anfang. Jes. 63, 7-17. Du, Herr, unser Vater. Ps. 90. Vergänglichkeit. Ps. 146. Gott hält Glauben. Jej. 49, 1-13. Das Licht der Heiden. Pf. 8. Des Menschen Ehre. Pf. 53. Allzumal Sünder. 2 Mos. 20, 1-20. Behn Gebote. Pf. 32. Das Bekenntnis der Sünde. Pf. 42. Durst nach Gott. P₁. 50. Der Bund mehr als Opfer. Spr. 9, 1-12. Das Gastmahl der Weisheit. 25. 119, 89-105. Freube am Gesetz. 31. 62, 2-8. mir. Gott hilft Evangelium. Luc. 1, 67-79. Zacharias Lobgesang. Luc. 13, 18-27. Das Senj torn. Quc. 17, 20-30. Das Reich Gottes inwendig. Matth. 3, 1-12. Johannis Predigt. Matth. 1, 18-23. Sohn des Höchsten. Joh. 1, 1-18. Das Wort ward Fleisch. Luc. 2, 25-32. Simeon und die Darstellung. Luc. 4, 16-21. Das angenehme Jahr. Matth. 3, 13-17. Die Taufe Jesu. Mark. 1, 14-22. Die Bot schaft und die Boten. Joh. 1, 35-42. Kommt und sehet es. Joh. 1, 43-51. Nathanael. Joh. 3, 22-30. Der Täufer zu Enon. Joh. 4, 5-26. Anbetung im Geist. Joh. 6, 53-64. Das Brot vom Himmel. Joh. 7, 33-39. Jesus war noch nicht verkläret. Luc. 6, 20-35. Selig unu Wehe. Luc. 9, 18-26. Du bist Chriftus. Luc. 10, 38-42. Eines ist not. 378 Involavit Reminiscere Ofuli Lätare Judika Palmarum Karfreitag 1. Ostern 2. Quasimod. Miserikordias Jubilate Bußtag Cantate Rogate Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3." 4. 5. 6. 7. 8. 9. " 1 ဌ " " 1 M " 11 10. W 11. 12. 13. 11 " 1 n " 1 }} V 17 FP " 1 17 " P 18 H #P Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Alt. Testament. Pred. Sal. 7, 3-9. Das Haus der Klage. Pf. 39. Wes soll ich mich trösten? Jef. 42, 1-8. Mein Knecht, der Auserwählte. Klagl. 3, 18-39. Göttliche Züchtigung. Pf. 43. Richte mich, Gott! Sach. 9, 8-12. Dein König tommt. Jef. 53, 1-7. Die Strafe liegt auf ihm. Jes. 53, 8-12. Seines Le bens Länge. Ps. 118, 14-29. Man singt vom Siege. Ezech. 37, 9-14. Die Toten wieder lebendig. Jes. 54, 7-14. Die Erbarmung. Jef. 40, 25-31. Verjüngung. Jes. 58, 1-10. Das Fasten, das Gott erwählet. Pf. 40, 2-12. Ein neu Lied. Pf. 116. Der Herr hört. Ps. 110. Siten zur Rechten. Pf. 122. Jerusalem und die Stämme. Joel 3, 1-5. Ausgießung. Ezech. 36, 22-28. Geistliche Besprengung. Jes. 6, 1-7. Der dreimal Heilige. 1 m. 17, 1-7. Wandle bor mir. 1 m. 22, 1-18. Abrahams Versuchung. 1 m. 28, 10-22. Wie heiz lig ist diese Stätte. 2 m. 3, 1-15. Moses Beruf. 2 m. 17, 1-7. Wasser aus dem Fels. 5 M. 6, 1-9. Ein Herr. 5 M. 32, 1-7. Gott allein die Ehre! 5 m. 33, 1-3. Segen Mofis. 1 Sam. 3, 1-19. Samuel und Eli. 1 Sam. 7, 5-12. Dentstein der Hülfe. 2 Sam. 7, 1-16. Er soll mein Sohn sein. 2 Sam. 7, 17-29. Wer bin ich, Herr, Herr? 2 Sam. 24, 10-14. Strafe der Volkszählung. Evangelium, Mart. 2, 18-22. Das Fasten. Luc. 7, 36-50. Die Sünderin. Luc. 10, 17-22. Rückkehr der Eiebenzig. Joh. 8, 12-20. Ich bin das Licht der Welt. Joh. 11, 41-53. Lazari Auferweckung und Kaiphas Rat. Joh. 12, 1-19. Salbung und Einzug. Luc. 23, 44-49. Jesu VerDas leere scheiden. Joh. 20, 1-10. Grab. Joh. 20, 11-18. Maria. Joh. 21, 15-19. hast du mich lieb? Joh. 15, 9-16. Die Freund Christi. Joh. 15, 17-27. Der Welt Haß. Luc. 13, 1-9. Gottes Lang= mut. Joh. 17, 1-10. Fürbitte Jesu. Luc. 11, 1-13. Er lehrt sie bitten. Joh. 17, 11-26. Nicht mehr in der Welt. Apostg. 1, 15-26. Matthias. Apostgesch. 2, 1-13. Pfingstwunder. Apostgesch. 2, 37-47. Die Gemeine. Matth. 28, 16-20. Der Name des Vaters, des Sohnes und heil.Geistes. Apostgejch. 3, 1-11. Der Lahme gehend. Apostgesch. 4, 1-12. Die Apostel vor dem Rat. Apostgeid). 4, 13-22. Wir tonnen es ja nicht lassen. Apoftelg. 4, 23-37. Gebet der Gemeine. Apostg. 5, 1-11. und Saphira. Apoftg. 8, 26-38. Kämmerer. Apostg. 9, 1-19. Bekehrung. Apostg. 14, 8-18. Systra. Apostg. 16, 16-34. Der Kerkermeister. Ananias Der Pauli Apostg. 17, 21-34. Paulus zu Athen. Apostg. 20, 15-38. Pauli Abschied. Apostg. 26, 24-31. Paulus und Agrippas. Luc. 12, 1-8. Furcht und Furcht. 14. nach Trin. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 11 " 11 11 11 T # 1 17 # " 1 25. 26. 27." 6. it 3. " 1 11 11 if " 4." 5. " F 11 " 1 " 1 " 1 11. 1. Advent 2. 3. 4. 1. Weihnachten 2. 11 " # Sonnt. n. W. Neujahr Sonnt. nach N. Epiphanias 1. nach Epiph. 2. A P # 1 " 1 " 11 " 2 11 Septuagefimä Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Alt. Testament. 1 Könige 3, 5-14. Salomos Bitte. 1 Könige 19, 1-18. Elias auf Horeb. 2 Chron. 15, 1-8. Der Herr ist mit euch. Pf. 130. Aus der Tiefe. Spr. 16, 1-9. Befiehl dem Herrn deine Wege. Ezech. 33, 12-20. Fromm gewesen hilft nicht. Pf. 121. Der Hüter. Pf. 125. Die Berge um Je rusalem, Pf. 127. Gottes Segen. Pf. 123. Achtung auf des Herrn Wink. Jef. 8, 9-17. Hier ist Im manuel, Pf. 126. Die Gefangenen Bions. Jes. 63, 1-9. Der Tag der Rache. Pf. 103. Vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Evangelium, Matth. 21, 1-9. Hosianna. Luc. 21, 25-36. Das Ende. Matth. 11, 2-10. Der Täu fer im Gefängnis. Joh. 1, 19-28. Das Zeugnis Johannis. Luc. 2, 1-14. Die Geburt. Luc. 2, 15-20. Die Hirten. Luc. 2, 33-40. Simeon und Hanna. Luc. 2, 21. Der Name Jesus. Zweiter Jahrgang. Matth. 2, 13-23. Rahel beweint ihre Kinder. Matth. 2, 1-12. Die Weisen. Luc. 2, 41-52. Der 12jährige Jesus. Joh. 2, 1-11. Hochzeit zu Cana. Matth. 8, 1-13. Sei ges reinigt. Matth. 8, 23-27. Das Schiff im Sturm. Matth. 13, 24-30. Unkraut und Weizen. Matth. 17, 1-9. Die Verklärung. Matth. 20, 1-16. Der Lohn der Arbeit. 379 Evangelium. Luc. 15, 11-32. Der vers Iorne Sohn. Luc. 9, 46-56. Die Don= nerskinder. Luc. 9, 57-62. Unreife Nachfolger. Joh. 9, 1-12. Der Blindgeborne. Mart. 10, 17-27. Der reichhe Jüngling. Mart. Der 12, 38-44. Witwe Scherflein. Luc. 12, 15-23. Der reiche Narr. Mart. 12, 28-34. Das bornehmste Gebot. Luc. 19, 1-10. Zachäus. Luc. 19, 11-27. Die Pfunde. Luc. 16, 10-17. Treue im Geringen. Luc. 12, 35-46. Wachen. Luc. 12, 49-57. Zeichen der Zeit. Joh. 14, 1-6. Die bereitete Stätte. Epistel. Röm. 13, 11-14. Das Heil näher. Röm. 15, 4-13. Der Hei den Hoffnung. 1 Ror. 4, 1-5. Der Herr richtet. Phil. 4, 4-7. Freuet euch! Tit. 2, 11-14. Heilsame Gnade. Apostg. 6, 8-15. 7, 1-2. und 2. 51-59. Stephanus. Gal. 4, 1-7. Der Erbe ein Kind. Gal. 3, 23-29. Geseß und Glaube. Tit. 3, 4-8. Freundlichkeit Gottes. Jes. 60, 1-6. Dein Licht kommt. Röm. 12, 1-6. Der ber nünftige Gottesdienst. Röm. 12, 7-16. Nicht träge, was ihr thun sollt. Röm. 12, 17-21. Friedfer= tigkeit. Röm. 13, 8-10. Gesetzes= erfüllung. Rol. 3, 12-17. Das Band der Vollkommenheit. 2 Petr. 1, 16-21. Auf dem heil. Berge. 1Ror.9, 24.- 10, 5. Das Klei= nod für die Wettläufer. 380 Seragesimä Estomihi Involavit Reminiscere Okuli Lätare Judika Palmarum Karfreitag 1. Ostern 2. Quasimod. Misericordias Jubilate Cantate Rogate Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3. 4. 5. 11 6. 7. 8. 11 " 18 " 1 11 11 11 9. 10." 11. 12. 11 17 11 H " F 1 11 " 17 H M Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Evangelium. Luc. 8, 4-15. Der Säemann. Luc. 18, 31-43. Die Leiden. Der Blinde. Matth. 4, 1-11. Die Ver suchung. - Matth. 15, 21-28. Das Kananäische Weib. Luc. 11, 14-28. Der Starte und der Stärkere. Joh. 6, 1-15. Die Spei sung. Joh. 8, 46-59. Ehe denn Abraham ward, bin ich. Matth. 21, 1-9. Hosianna! Die Passionshistorie. Mart. 16, 1-8. Er ist auf erstanden. Luc. 24, 13-35. Emmahus. Joh. 20, 19-31. Thomas. Joh. 10, 12-16. Der gute Hirte. Joh. 16, 16-23. und Freude. Joh. 16, 5-15. Der Tröster. Joh. 16, 23-30. Gebet im Namen Jesu. Marc. 16, 14-20. Auigehoben gen Himmel. Joh. 15, 26.- 16, 4. Der Beugen Geist. Joh. 14, 23-31. Wohnung machen. Joh. 3, 16-21. Also hat Gott geliebet! Joh. 3, 1-15. Nikodemus. Luc. 16, 19-31. Der Reiche und Arme. Luc. 14, 16-24. Großes Gastmahl. Luc. 15, 1-10. Zöllner und Sünder. Luc. 6, 36-42. Der Split: terrichter. Luc. 5, 1-11. Der Fischzug. Matth. 5, 20-26. Haß und sein Gericht. Mart. 8, 1-9. Woher Brot? Matth. 7, 15-23. Falsche Propheten. Luc. 16, 1-9. Der Haushalter. Luc. 19, 41-48. Thränen über Jerusalem. Luc. 18, 9-14. Pharisäer und Zöllner. Mart. 7, 31-37. Hephata. Epistel. 2 Kor. 11, 19.- 12, 9. 3ch bin wohl mehr. 1 Kor. 13. Die Liebe. 2 Kor. 6, 1-10. Tag des Heils. 1 Theff. 4, 1-7. Die Hei ligung. Ephes. 5, 1-9. Gottes Nachfolger. Gal. 4, 21-31. Die Magd und die Freie. Hebr. 9, 11-15. Das Sühnopfer. Phil. 2, 5-11. Erniedrigt und erhöht. Jeſ. 53. 1 Kor. 5, 6-8. Das Oster: lamm. Apostg. 10, 34-41. Petrus und Cornelius. 1 Joh. 5, 4-10. Der Glaube der Sieg. 1 Petr. 2, 21-25. Vorbild und Opfer. 1 Petr. 2, 11-20. Der gute Wandel. Jac. 1, 17-21. Alle gute Gabe. Jac. 1, 22-27. Thäter des Worts. Apostg. 1, 1-11. Aufge: nommen. 1 Petr. 4, 8-11. Gute Haus: halter. Apostg. 2, 1-13. Voll hei ligen Geistes. Apostg. 10, 42-48. Der Geist fiel auf alle. Röm. 11, 33-36. Unbe: greiflichkeit Gottes. 1 Joh. 4, 16-21. Gott, die Liebe. 1 Joh. 3, 13-18. Bruder: liebe. 1 Petr. 5, 6-11. Demü: tiget euch! Röm. 8, 18-23. Seufzen der Kreatur. 1 Petr. 3, 8--15. Allesamt gleichgesinnt. Röm. 6, 3-11. Mit Christo gestorben. Röm. 6, 19-23. Knechtschaft und Freiheit. Röm. 8, 12-17. Schuldner nicht dem Fleisch. 1 Kor. 10, 6-13. Warnende Vorbilder. 1 Kor. 12, 1-11. Geistes: gaben. 1 Ror. 15, 1-10. Summa des Evangeliums. 2 Ror. 3, 4-9. Die Decke Mosis. 13. nach Trin. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 2. 11 11 2. 3. 4. 11 5. 11 " 6. 11 11 24. 25. R 26. 27. 11 " N " 1 " 1 1. Advent 11 #F 11 11 " 1 P 11 n " 1 W 11 " 3. 4. 1. Weihnachten 2. PF 11 11 " 1 Sonnt. nach W. Neujahr. Sonnt, nach N. Epiphanias 1. nach Epiph. "} 9 11 M 27 P Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Evangelium. Luc. 10, 23-37. Wer ist mein Nächster? Luc. 17, 11-19. Ein Dank: barer. M Matth. 6, 24-34. Nicht Gott und dem Mammon. Luc. 7, 11-17. Witwe zu Nain. Luc. 14, 1-11. Unten an! Wie Matth. 22, 34-46. dünkt euch um Christo? Matth. 9, 1-8. Der Gicht= brüchige. Matth. 22, 1-14. Hochzeitlich Kleid. Joh. 4, 47-54. Der Kö nigische. Matth. 18, 23-35. Der Schalksknecht. Matth. 22, 15-22. Die Binsmünze. Matth. 9, 18-26. Das Greuel Gericht der Verwüstung. Matth. 25, 31-46. über die Völker. Matth. 25, 1-13. Kluge und thörichte Jungfrauen. Mägdlein schläft. Matth. 24, 15-28. Evangelium, Luc. 1, 67-79. Zacharias Lobgesang. Luc. 13, 18-27. Das Senfforn. Luc. 17, 20-30. Das Reich Gottes inwendig. Matth. 3, 1-12. Johannis Predigt. Matth. 1, 18-23. Sohn des Höchsten. Joh. 1, 1-18. Das Wort ward Fleisch. Luc. 2, 25-32. Simeon und die Darstellung. Luc. 4, 16-21. Das anges nehme Jahr. Matth. 3, 13-17. Die Laufe Jesu. Mart. 1, 14-22. Die Botschaft und die Boten. Joh. 1, 35-42. Kommt und fehet es! Joh. 1, 43-51. Nathanael. Joh. 3, 22-30. Der Täufer zu Enon. Joh. 4, 5-26. Anbetung im Geist. Joh. 6, 53-64. Das Brot vom Himmel. Joh. 7, 33-39. Jesus war noch nicht verklärt. Epistel. Gal. 3, 15-22. Das Gesetz un der Sünde willen. Gal. 5, 16-24. Frucht des Geistes. Gal. 5, 25.- 6, 10. 3m Geiſt wandeln. Ephes. 3, 13-21. Apostol. Fürbitte. Ephes. 4, 1-6. Einigkeit. 1 Kor. 1, 4-9. Geistlicher Wohlstand. Ephes. 4, 22-28. Tägliche Erneuung. Ephef. 5, 15-21. Vorsicht im Wandel. Dritter Jahrgang. 381 Ephes. 6, 10-17. Waffenrüstung. Phil. 1, 3-11. Gebet für alle. Phil. 3, 17-21. Jrdischer und himmlischer Sinn. Coloff. 1, 9-14. Bitte für die Gemeine. 1 Theff. 4, 13-18. Trost um die Entschlafenen. 2 Petr. 3, 3-14. Weltende. 1 Theff. 5, 1-11. Kinder des Tages. Epistel. Neuer Hebr. 10, 19-27. Zugang. 2 Petr. 1, 2-9. Viel Gnade. Sinai Hebr. 12, 15-25. und Zion. 2 Kor. 4, 3-6. Licht aus der Finsternis. 1 Joh. 1, 1-7. Das Leben ist erschienen. Hebr. 2, 6-15. Mensch ge worden. 2 Petr. 1, 10-15. Sorge für die Nachwelt. Röm. 8, 24-30. Hoffnungsseligkeit. 1 Joh. 3, 1-8. Seht, welch eine Liebe! Rol. 1, 24-29. Predigt an alle Menschen. 1 Kor. 1, 20-31. Die gött: liche Thorheit. Hebr. 3, 12-19. Heute! Röm. 1, 14-20. Das Evangelium Gottes Kraft. Röm. 2, 1-11. Güte Gottes und Tag des Zorns. Das na: Röm. 2, 12-16. türliche Geset. Röm. 3, 19-26. Ohne Verdienst gerecht. 382 Septuagefimä Seragesimä Estomihi Involavit Reminiscere Okuli Lätare Judika Palmarum Karfreitag 1. Oftern 2. Ostern Quasimod. Misericordias Jubilate Bußtag Cantate Rogate Himmelfahrt Eraudi 1. Pfingsten 2. Pfingsten Trinitatis 1. nach Trin. 2. 3. 4. 5. 6. H 9. 11 191 11 # 7." 8. " 1 ( 1 17 " 7 11 S 11 11 #P 15 11 Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Evangelium. Luc. 6, 20-35. Selig und wehe. Luc. 9, 18-26. Du bist Christus. Luc. 10, 38-42. Eins ist not. Mart. 2, 18-22. Das Fasten. Luc, 7, 36-50. Die Sünderin. Luc. 10, 17-22. Rückkehr der Siebenzig. Joh. 8, 12-20. Jch bin das Licht der Welt. Joh. 11, 41-53. Lazari Auferweckung u. Kaiph. Rat. Joh. 12, 1-19. Salbung und Einzug. Luc. 23, 44-49. Jesu Verscheiden. Joh. 20, 1-10. Das leere Grab. Joh. 20, 11-18. Maria! Joh. 21, 15-19. Hast du mich lieb? Joh. 15, 9-16. Die Freunde Christi. Joh. 15, 17-27. Der Welt Haß. Luc. 13, 1-9. Gottes Langmut. Joh. 17, 1-10. Fürbitte Jeju. Luc. 11, 1-13. Er lehrt fie bitten. Joh. 17, 11-26. Nicht mehr in der Welt. Apostg. 1, 15-26. Matthias. Apostg. 2, 1-13. Pfingst wunder. Apostg. 2, 37-47. Die Gemeine. Matth. 28, 16-20. Vater, Sohn und heil. Geist. Apostg. 3, 1-11. Der Lahme gehend. Apostg. 4, 1-12. Die Apostel vor dem Rat. Apostg. 4, 13-22. Wir können es ja nicht lassen. Gebet Apostg. 4, 23-37. der Gemeine. Apostg. 5, 1-11. Ananias und Saphira. Apostg. 8, 26-38. Kämmerer. Der Apostg. 9, 1-19. Pauli Bekehrung. Apestg. 14, 8-18. Systra. Der Apostg. 16, 16-34, Kerkermeister. Epistel. Röm. 3, 27-31. Gerecht durch den Glauben. Nöm. 5, 1-11. Frucht der Rechtfertigung. Jac. 3, 13-18. Weisheit von oben. Gal. 5, 13-18. Beruf zur Freiheit. 1 Joh. 2, 12-17. Habt nicht lieb die Welt. Jac. 1, 2-8. Die Anfechtung Freude. 2 Kor. 7, 6-13. Göttliche Traurigkeit. 1 Petr. 1, 17-25, Das teure Blut. Hebr. 12, 1-6. Aufsehen auf Jesum. 2 Kor. 5, 12-21. Baffet euch versöhnen. 1 Kor. 15, 12-20. Der Erstling von den Toten. 1 Ror. 15, 35-49. Die Auf erstehung der Tofen. 1 Kor. 15, 54-58. Tod, wo ist dein Stachel? 1 Joh. 4, 1-8. Christ und Widerchrist. 1 Joh. 4, 9-16. Er hat uns zuerst geliebt. Offb. Joh. 3, 1-6. Du hast den Namen, daß du lebst. Phil, 2, 1-4. Eintracht. 1 Tim. 2, 1-6. Fürbitte für alle. Roloff. 3, 1-4. was droben ist. Suchet, 2 Tim. 2, 8-13. Salte im Gedächtnis Jesum Christ! Ephef. 2, 19-22. Christl, Haus Gottes. Ephes. 4, 11-16. Haupt und Glieder. 1 Kor. 2, 1-12, Das Ge heimnis. Röm. 8, 1-11. Fleisch und Geist. Röm. 10, 1-11. Des Geseges Ende. Ephes. 2, 13-18. Die Feind: schaft getötet. Coloff. 4, 1-6. Haltet an am Gebet. Gal. 2, 17-21. Christus kein Sündendiener, Der Glaube aus der Predigt. 1 Tim. 1, 12-17. Das teure Wort. Nöm. 10, 12-18. Röm. 11 11-21. Der wilde Ølbaum. Röm. 11, 25-32. beschlossen unter Unglauben. Alles den 10. nach Trin. 11. 12. n 13. 14. 15. 16. 17-" 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 11 CP ( 1 11 # 1 " F " E " S H 11 11 " 1 11 " 1 17 19 # 1 " 1 11 " 15 " 1 P " 1 " 1 S 87 17 11 19 Verzeichnis der Bibel- Lektionen. Evangelium. Apoftg. 17, 21-34. Paulus zu Athen, Apostg. 20, 15-38. Pauli Abschied. Apostg. 26, 24-31. Paulus und Agrippas. Luc. 12, 1-8. Furcht und Furcht. Luc. 15, 11-32. Der verlorne Sohn. Luc. 9, 46-56. Die Don= nerskinder. Luc. 9, 57-62. Unreife Nachfolger. Joh. 9, 1-12. Der Blind: geborne. Mart. 10, 17-27. Der reiche Jüngling. Mart. 12, 38-44. Der Witwe Scherflein. Luc. 12, 15-23. Der reiche Narr. Mart. 12, 28-34. vornehmste Gebot. Puc, 19, 1-10. 3achäus. Das Luc. 19, 11-27. Die Pfunde. Luc. 16, 10-17, Treue im Geringen, Luc. 12, 35-46. Wachen, Luc. 12, 49-57. Zeichen der Zeit. Joh. 14, 1-6. Die bereitete Stätte. 383 Epistel. Der 1 Kor. 3, 10-17. Grund, der gelegt ist. 1 Theff. 5, 14-24. Schluß: ermahnung. 1 Petr. 3, 15-18. Bereit zur Verantwortung. Röm. 8, 31-39. Gott für uns! Ephef. 6, 1-9. Hauspflichten. 2 Theff. 3, 6-16. Christlicher Fleiß. Jac. 3, 1-10. Sünden der Zunge. 2 Kor. 8, 1-9. Die Armut Christi. 1 Tim. 6, 6-16. Großer Gewinn. 2 Ror. 9, 6-15. Unaussprechliche Gabe. Hebr. 4, 1-11. Die Ruhe. Jac. 2, 8-13. Das königliche Gesetz. Jac. 1, 9-12. Niedrigkeit und Höhe. Hebr. 12, 7-13. Die Züchtigung. Jac. 5, 7-11, Die Geduld, 2 Ror, 5, 6-11. Wir wallen, 2 Ror. 4, 13-18, Trübfal ist zeitlich. 2 Kor. 13, 5-13. Prüfet euch selbst. Vierter Jahrgang. Jm 4. Jahr werden die Evangelien und Episteln des 2. Jahrgangs wieder gelesen. Am 1. Advent 1886, 1890, 1894 u. f. w. wird wieder mit dem ersten Jahrgang begonnen, Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 1₁ 4 Cyan 11, ⁹ ¹6 2 15 Farbkarte# 13 3 Green Yellow 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black