1022 DR.MARTIN LUTHERS Geistliche Lieder Mit Bildern geschmückt von G.KÖNIG. A MENNERNECKE Sek fo Verlag von CARL HIRSCH, KONSTANZ. A4iho خواری Dr. Martin Luthers Geistliche Lieder. ( Nach den Original- Terten.) Mit Bildern geschmückt von Gustav König. Konstanz. Verlag von Carl Hirsch. Für die Schweiz: Evangelische Buchhandlung, Emmishofen. де 1440 Univ.- Bibl. Giessen Alphabetisches Verzeichnis der Lieder Luthers. Seite. 9 Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Aus tiefer Not schrei ich( das ältere Lied) 11 Aus tiefer Not( das umgearbeitete Lied) 12 Christ lag in Todesbanden 17 22 47 50 18 36 ry 46 10 15 23 29 14 Christum wir sollen loben schon Christ, unser HErr, zum Jordan kam Der Du bist drei in Einigkeit. Dies sind die heil'gen zehn Gebot Ein' feste Burg ist unser Gott Ein neues Lied wir heben an Erhalt uns, HErr, bei Deinem Wort Es spricht der Unweisen Mund wohl Es wollt' uns Gott genädig sein Gelobet seist Du, JEsu Christ Gott der Vater wohn' uns bei Gott sei gelobet und gebenedeiet HErr Gott, Dich loben wir . . . . 38 Jesaja, dem Propheten, das geschah.. 35 JEsus Christus, unser Heiland, der den Tod 16 Seite. JEsus Christus, unser Heiland, der von. 13 Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geiſt 25 Komm, heiliger Geist, HErre Gott Mensch, willt du leben seliglich 26 20 27 Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin Mitten wir im Leben sind. 33 Nun bitten wir den heiligen Geist 32 Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 5 Nun komm, der Heiden Heiland 21 42 43 39 40 49 31 45 Was fürcht'st du, Feind Herodes, sehr Wir glauben all an einen Gott Wohl dem der in Gott's Furchte steht.. 30 28 Sie ist mir lieb, die werte Magd Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch da komm' ich her. Von Himmel kam der Engel Schar Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit. 3 GARKO TOMATOSAN www Nach Granachy König. I. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. un freut euch, lieben Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in Ein Mit Lust und Liebe singen: Was Gott an uns gewendet hat Und Seine süße Wunderthat; Gar teu'r hat Er's erworben. Dem Teufel ich gefangen lag, Jm Tod war ich verloren, Mein' Sünd' mich quälet Nacht und Tag, Darin ich ward geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Gut's am Leben mein; Die Sünd' hat mich besessen. Mein' gute Werk' die galten nicht, Es war mit ihn' verdorben. Der frei Will hasset Gott's Gericht, Er war zum Gut'n erstorben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt ich sinken. 5 Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend übermaßen, Er dacht an Sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen, Er wandt zu mir das Vaterherz, Es war bei Ihm fürwahr kein Scherz; Er ließ Sein Bestes kosten. Er sprach zu Seinem lieben Sohn: B Die Zeit ist hie zu' rbarmen. Fahr hin, Mein's Herzens werte Kron' Und sei das Heil dem Armen, Und hilf ihm aus der Sünden Not Erwürg für ihn den bittern Tod, Und laß ihn mit Dir leben. Jer Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt Er Sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt; Den Teufel wollt Er fangen. G Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb' Mich selber ganz für dich, Da will Jch für dich ringen. Denn Ich bin dein und du bist Mein, Und wo Ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. Pergießen wird er Mir Mein Blut, Dazu Mein Leben rauben: Das leid Ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben Mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. en Himmel zu dem Vater Mein Fahr Ich von diesem Leben. Da will Jch sein der Meister dein, Den Geist will Ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren Mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. as Ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gottes werd' gemehrt Zu Lob und Seinen Ehren, Und hüt dich vor der Menschen G'satz, Davon verdirbt der edle Schat, Das laß Ich dir zu lezze! Amen. ihoods 1523. Der erst recht wohl Johannes heißt, So reich an Gottes Hulden; Sein Bruder Heinrich nach dem Geist Ein rechter Christ ohn' Schulden. Von dieser Welt gescheiden sind, Sie han die Kron' erworben, Recht wie die frommen Gotteskind Für sein Wort sind gestorben, Sein Märt'rer sind sie worden. Der alte Feind sie fangen ließ, Erschreckt sie lang mit Dräuen, Das Wort Gottes man sie leugnen hieß, Mit List auch wollt sie täuben. Von Löwen der Sophisten viel, Mit ihrer Kunst verloren, Versammelt er zu diesem Spiel: Der Geist sie macht zu Thoren, Sie konnten nichts gewinnen. II. Ein neues Lied wir heben an. in neues Lied wir heben an, Das walt' Gott unser Herre! Zu singen, was Gott hat gethan Zu Seinem Lob und Ehre. Zu Brüssel in dem Niederland Wohl durch zween junge Knaben Hat Er Sein Wunder macht bekannt, Die Er mit Seinen Gaben So reichlich hat gezieret. Sie sungen süß, sie sungen sau'r, Versuchten manche Listen. Die Knaben stunden wie ein' Mau'r, Verachten die Sophisten. Den alten Feind das sehr verdroß, Daß er war überwunden Von solchen Jungen, er so groß: Er ward voll Zorn von Stunden, Gedacht sie zu verbrennen. Sie raubten ihn'n das Klosterkleid, Die Weih' sie ihn'n auch nahmen. Die Knaben waren des bereit, Sie sprachen fröhlich Amen. Sie dankten ihrem Vater Gott, Daß sie los sollten werden Des Teufels Larvenspiel und Spott, Darin durch falsche Berden( Gebärden) Die Welt er gar betreuget. 7 a schickt Gott durch Sein' Gnad also, Daß sie recht Priester worden: Sich selbst Jhm mußten opfern da Und gehn im Christenorden, Der Welt ganz abgestorben sein, Die Heuchelei ablegen, Zum Himmel kommen frei und rein Die Möncherei ausfegen, Und Menschentand hie lassen. Ma lan schrieb ihn'n für ein Brieflein klein, Das hieß man sie selbst lesen, Die Stück sie zeichn'ten alle drein, Was ihr Glaube war gewesen. Der höchste Irrtum dieser war: Man muß allein Gott glauben, Der Mensch leugt und treugt immerdar, Dem soll man nichts vertrauen. Des mußten sie verbrennen. wei große Feu'r sie zünd'ten an. Die Knaben sie her brachten. Es nahm groß Wunder jedermann Daß sie solch' Pein verachten. Mit Freuden sie sich gaben drein, Mit Gottes Lob und Singen: Der Mut ward den Sophisten klein Vor diesen neuen Dingen, Daß sich Gott ließ so merken. 8 Der Schimpf sie nun gereuet hat, Sie wollten's gern schön machen. Sie dürf'n nicht rühmen sich der That, Sie bergen fast die Sachen. Die Schand' im Herzen beißet sie, Und klagen's ihr'n Genossen; Doch kann der Geist nicht schweigen hie: Des Abels Blut vergossen, Es muß den Kain melden. Die Aschen will nicht laſſen ab, Sie stäubt in allen Landen. Hie hilft kein Bach, Loch, Grub noch Grab, Sie macht den Feind zu Schanden. Die er im Leben durch den Mord Zu schweigen hat gedrungen, Die muß er tot an allem Ort Mit aller Stimm' und Zungen Gar fröhlich lassen singen. och lassen sie ihr Lügen nicht, Den großen Mord zu schmücken. Sie geben für ein falsch Gedicht, Ihr Gewissen thut sie drücken; Die Heiligen Gott's auch nach dem Tod Von ihn'n gelästert werden. Sie sagen, in der letzten Not Die Knaben noch auf Erden Sie soll'n haben umkehret. Die laß man lügen immer hin, Sie haben's keinen Frommen. Wir sollen danken Gott darin, Sein Wort ist wieder kommen. Der Sommer ist hart vor der Thür, Der Winter ist vergangen, Die zarte Blümlein gehn herfür: Der das hat angefangen, Der wird es wohl vollenden. Amen. 1523. III. Ach Hott vom Himmel sich dareių. Psalm 12. 5 FIN ch Gott! vom Himmel sieh darein, Und laß Dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heil'gen Dein! Verlassen sind wir Armen. Gott woll' ausrotten alle Lahr( Lehr), Die falschen Schein uns lehren; Darzu ihr' Zung' stolz offenbar Spricht: troß! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und macht allein, Was wir setzen, das gilt gemein, Wer ist, der uns soll meistern? arum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret: Ihr Seufzen dringt zu Mir herein, Ich hab' ihr Klag erhöret; Mein heilsam Wort soll auf den Plan Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; Der Glaub' ist auch erloschen gar Bei allen Menschenkindern. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist In Gottes Wort begründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn' alle Maß Und gleißen schön von außen. Das Silber, durchs Feuer sieben Mal Bewährt, wird lauter funden: An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein, Und leucht stark in die Lande. Das wollst Du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen Geschlechte, Und laß uns Dir befohlen sein, Daß sich's in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf' sich umher find't Wo diese lose Leute sind In Deinem Volk erhaben. 1523 oder 1524. 9 Es spricht der Unweisen Hund wohl. Da war niemand auf rechter Bahn, Sie war'n all' ausgeschritten. Ein jeder ging nach seinem Wahn Und hielt verlorne Sitten. Es thät ihr'r keiner doch kein Gut; Wiewohl gar viel betrog der Mut, Ihr Thun soll Gott gefallen. 10 IV. lie lange wollen unwissend sein, Die solche Müh' aufladen, Und fressen dafür das Volk Mein, Und nähr'n sich mit sein'm Schaden? Es steht ihr Trauen nicht auf Gott; Sie rufen Ihn nicht in der Not, Sie woll'n sich selbst versorgen. s spricht der Unweisen Mund wohl: Den rechten Gott wir meinen; Doch ihr Herz Unglaubens voll, Mit That sie Ihn verneinen; Ihr Wesen ist verderbet zwar; Vor Gott ist es ein Greuel gar; Es thut ihr'r keiner kein gut. Psalm 14. Psalm 53. Gott selbst vom Himmel sah herab Auf aller Menschen Kinden; Zu schauen sie Er Sich begab, Ob Er Jemand möcht finden, Der Sein'n Verstand gerichtet hätt', Mit Ernst nach Gottes Worten thät, Und fragt nach Seinem Willen. Jarum ist ihr Herz nimmer still, Und steht allzeit in Fürchten, Gott bei den Frommen bleiben will, Die Jhm mit Glauben gehorchen. Ihr aber schmäht des Armen Rat Und höhnet alles, was Er sagt, Daß Gott sein Trost ist worden. Wer soll Israel dem armen, Zu Zion Heil erlangen? Gott wird Sich Sein's Volks erbarmen, Und lösen die Gefangnen. Das wird Er thun durch Seinen Sohn, Davon wird Jakob Wonne han, Und Israel sich freuen. 1523 oder 1524. V. Aus tiefer Not schrei ich zu Hir. Psalm 130.( Das ältere Lied.) And ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. us tiefer Not schrei ich zu Dir, HErr Gott, erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr' zu mir, Und meiner Bitt' sie öffne. Denn so Du willt das sehen an, Wie manche Sünd' ich hab' gethan, Wer kann, HErr, vor Dir bleiben? s steht bei Deiner Macht allein, Die Sünden zu vergeben, Daß Dich fürcht' beide, groß und klein, Auch in dem besten Leben. Darum auf Gott will hoffen ich, Mein Herz auf Ihn soll lassen sich, Ich will Sein's Wort's erharren. Ob bei uns ist der Sünden viel: Bei Gott ist viel mehr Gnaden. Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. 1523 oder 1524. 11 KREUZER SE. VI. Aus tiefer Not schrei ich zu Dir. Pfalm 130.( Das umgearbeitete Lied.) Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, HErr Gott! erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr' zu mir, Und meiner Bitt' sie öffne. Denn so Du willt das sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist gethan, Wer kann, HErr, vor Dir bleiben? 12 Bei Dir gilt nichts denn Gnad u. Gunst, Die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor Dir niemand sich rühmen kann; Deß muß Dich fürchten jedermann Und Deiner Gnade leben. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf Ihn mein Herz soll lassen sich, Und Seiner Güte trauen, Die mir zusagt Sein wertes Wort, Dies ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. And ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. Ob bei uns ist der Sünden viel: Bei Gott ist viel mehr Gnaden. Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. 1524. dilur VII. Fesus Christus, unser Heiland. ( Hussens Abendmahlslied, von Luther gebessert.) esus Christus, unser Heiland, Der von uns den Gottes Zorn wandt', Durch das bitt're Leiden Sein Half Er uns aus der Hölle Pein. Du sollt Gott den Vater preisen, Daß Er dich so wohl wollt' speisen Und für deine Miſsethat In den Tod Sein'n Sohn' geben hat. Daß wir nimmer des vergessen, Gab Er uns Sein' Leib zu essen, Verborgen im Brot so klein, Und zu trinken Sein Blut im Wein. Wer sich will zu der Tisch machen, Der hab' wohl acht auf sein' Sachen; Wer unwürdig hinzugeht Für das Leben den Tod empfäht. Du sollt gläuben und nicht wanken, Daß es sei ein' Speis' den Kranken, Deren Herz von Sünden schwer, Und vor Angst ist betrübet sehr. folch' groß' Gnad' und Barmherzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit; Ist dir wohl, so bleib' davon, Daß du nicht kriegst bösen Lohn. r spricht selber: kommt, ihr Armen, Laßt Mich über euch erbarmen! Kein Arzt ist dem Starken not, Sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. ätt'st du dir was könn'n erwerben, Was dürft' Ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. Glaubst du das von Herzengrunde, Und bekennest mit dem Munde, So bist du recht wohl geschickt, Und die Speise dein' Seel' erquickt. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen Nächsten sollt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. 1524 13 11 14 HOROR VIII. ott sei gelobet und gebenedeiet, ( Ein Lobgesang nach dem h. Abendmahl.) Gott sei gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset, Mit Seinem Fleische und Seinem Blute, Das gieb uns, HErr, Gott zu gute, Kyrie eleison. HErr, durch Deinen heiligen Leichnam, Der von Deiner Mutter Maria kam, Und das heilige Blut, Hilf uns, HErr, aus aller Not. Kyrie eleison. er heil'ge Leichnam ist für uns gegeben, Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größ're Güte konnte Er uns schenken, Dabei wir soll'n Sein gedenken. Kyrie eleison. HErr Dein' Lieb' so groß Dich' zwungen hat, Daß Dein Blut an uns groß' Wunder that, Und bezahlt unsere Schuld, Daß uns Gott ist worden huld. Kyrie eleison. Dot Sott geb' uns allen Seiner Gnade Segen, Das wir gehn auf Seinen Wegen, In rechter Lieb' und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrie eleison. HErr, Dein heil'ger Geist uns nimmer laß, Der uns geb' zu halten rechte Maß; Daß Deine arme Christenheit Leb' in Fried' und Einigkeit. Kyrie eleison. 1584 IX. Es wollt' uns wollt' uns Gott genädig sein. Psalm 67. s wollt' uns Gott genädig sein Und Seinen Segen geben, Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht zum ew'gen Leben, Daß wir erkennen Seine Werk', Und was Jhm liebt auf Erden, Und JEsus Christus, Heil und Stärk', Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. So danken, Gott, und loben Dich Die Heiden überalle, Und alle Welt die freue sich, Und sing' mit großem Schalle, Daß Du auf Erden Richter biſt Und läßt die Sünd' nicht walten, Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. s danke, Gott, und lobe Dich Das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil'ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Vor Jhm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. 1524. 15 16 20 X. Jesus Christus, unser Heiland. 2 ( Ein Lobgefang auf das h. Osterfest.) Esus Christus, unser Heiland, Der den Tod überwand, Ist auferstanden! Die Sünd' hat Er gefangen. Kyrie eleison. Der ohn' Sünd' war gebor'n Trug für uns Gottes Zorn; Hat uns versöhnet, Daß uns Gott Sein' Huld gönnet. Kyrie eleison. od, Sünd', Leben und Genad', Alles in Händen Er hat; Er kann erretten Alle, die zu Jhm treten. Kyrie eleison. 1524. Ben Tod niemand zwingen kunnt Bei allen Menschenkindern; Das machte alles unsre Sünd'; Kein' Unschuld war zu finden; Davon kam der Tod so bald, Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! hrift lag in Todesbanden, Esus Christus, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen, Und hat die Sünde abgethan. Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein' Gewalt, Da bleibet nichts, denn Todsgestalt, Den Stachel hat er verloren. Halleluja! Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen. Das Leben, das behielt den Sieg: Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie ein Tod den andern fraß; Ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! XI. Christ lag in Todesbanden. Der Ostergesang: Christ ist erstanden. ( Gebessert.) Für unsre Sünd' gegeben; Der ist wieder erstanden, Und hat uns' bracht das Leben: Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein, Und singen: Halleluja, Halleluja! Hier Hier ist das rechte Osterlamm, Davon Gott hat geboten. Das ist hoch an des Kreuzes Stamm In heißer Lieb' gebraten. Des Blut zeichnet unsre Thür. Das hält der Glaub' dem Tod' für. Der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! o feiern wir das hohe Fest, Mit Herzensfreud' und Wonne, Das uns der HErr scheinen läßt Er ist selber die Sonne, Der durch Seiner Gnaden Glanz Erleucht't unsre Herzen ganz; Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 1524. Clir essen und leben wohl In rechten Osterfladen; Der alte Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Koste sein,( Speise) Und speisen die Seel' allein. Der Glaub' will kein's andern leben. Halleluja! 17 18 KREUZER: SCA XII. ie zehn Gebote Gottes. ( Das längere Lied.) ies sind die heiligen zehn Gebot', Die uns gab unser HErre Gott Durch Mosen, seinen Diener treu, Hoch auf dem Berge Sinai. Kyrieleis. Ich bin allein dein Gott der HErr Kein Götter sollt du haben mehr. Du sollst Mir ganz vertrauen dich, Von Herzensgrunde lieben Mich. Kyrieleis. Du sollt nicht führen zu Unehr'n Den Namen Gottes, deines HErrn; Du sollt nicht preisen recht noch gut, Ohn' was Gott selbst red't und thut. Kyrieleis. Ju sollt heil'gen den siebenten Tag, Daß du und dein Haus ruhen mag. Du sollt von dein'm Thun lassen ab, Daß Gott Sein Werk in dir hab'. Kyrieleis. u sollt ehr'n und gehorsam sein Dem Vater und der Mutter dein Und wo dein' Hand ihn'n dienen kann, So wirst du langes Leben han. Kyrieleis. u sollt nicht töten zorniglich, Nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Mut, Und auch dem Feind' thun das Gut. Kyrieleis. ein Eh' sollt du bewahren rein, Daß auch dein Herz kein' andre mein', Und halten keusch das Leben dein Mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. u sollt nicht stehlen Geld noch Gut, Nicht wuchern jemands Schweiß u. Blut, Du sollt aufthun dein' milde Hand Den Armen in deinem Land. Kyrieleis. Du sollt kein falscher Zeuge sein, Nicht lügen auf den Nächsten dein, Sein Unschuld sollt auch retten du, Und seine Schand' decken zu. Kyrieleis. TUE Du sollt dein's Nächsten Weib und Haus Begehren nicht, noch etwas draus: Du sollt ihm wünschen alles Gut, Wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. Die Gebot' all uns gegeben sind, Daß du dein Sünd', o Menschenkind, Erkennen sollt und lernen wohl, Wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis. as helf' uns der HErr JEsus Christ, Der unser Mittler worden ist. Es ist mit unserm Thun verlor'n, Verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. 1524. MELER XERO Jone ASEENK 19 20 XIII. Die zehn Gebote Gottes. Ju sollt Mein' Namen ehren schon; Und in der Not Mich rufen an, Du sollt heil'gen den Sabbath- Tag, Daß Ich in dir wirken mag. Kyrieleis. ( Kürzer gefaßt.) ensch, willt du leben seliglich. Und bei Gott bleiben ewiglich, Sollt du halten die zehn Gebot', Die uns gebeut unser Gott. Kyrieleis. Dein Gott allein und HErr bin Ich, Kein ander Gott soll irren dich, Trauen soll Mir das Herze dein, Mein eigen Reich sollt du sein. Kyrieleis. Dem Vater und der Mutter dein, Sollt du nach Mir gehorsam sein; Niemand töten noch zornig sein;- Und deine Ehe halten rein. Kyrieleis. Du sollt ein'm andern stehlen nicht; Auf niemand Falsches zeugen nicht; Deines nächsten Weib nicht begehr'n, Und all' sein's Gut's gern entbehr'n. Kyrieleis. 1524. Nun homm, der Heiden Heiland. XIV. Veni Redemptor. un komm, der Heiden Heiland, Der Jungfrauen Kind erkannt, Daß sich wund're alle Welt; Gott solch' Geburt ihm bestellt. Er ging aus der Kammer sein, Dem königlichen Saal so rein; Gott von Art und Mensch, ein Held, Sein'n Weg Er zu laufen eilt. ein Lauf kam vom Vater her, Und kehrt wieder zum Vater, Fuhr hinunter zu der Höll', Und wieder zu Gottes Stuhl. er Jungfrauen Leib schwanger ward, Doch blieb Keuschheit rein bewahrt, Leucht't herfür manch' Tugend schon; Gott da war in seinem Thron. Richt von Mannsblut noch von Fleisch, Allein von dem heiligen Geist Ist Gottes Wort worden ein Mensch, Und blüht ein' Frucht Weibes Fleisch. Der Du bist dem Vater gleich, Führ' hinaus den Sieg im Fleisch Daß Dein' ew'ge Gott's- Gewalt In uns das frank' Fleisch enthalt'. ein' Krippen glänzt hell und klar, Die Nacht giebt ein neu' Licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein, Der Glaub' bleibt immer im Schein. Lob sei Gott dem Vater g'than, Lob sei Gott Sein'm ein'gen Sohn, Lob sei Gott dem heil'gen Geist, Immer und in Ewigkeit. 1524. 21 ** salain XV. Christum wir sollen loben schon. Shuan 22 hristum wir sollen loben schon, Der reinen Magd Marien Sohn, So weit die liebe Sonne leucht't Und an aller Welt Ende reicht. Die göttlich' Gnad' vom Himmel groß Sich in die keusche Mutter goß, Ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand Das der Natur war unbekannt. A Solis Ortus Cardine. Der selig' Schöpfer aller Ding' Zog an ein's Knechtes Leib gering, Daß Er das Fleisch durchs Fleisch erwürb' Und Sein Geschöpf nicht gar verdürb'. Das züchtig' Haus des Herzens zart Gar bald ein Tempel Gottes ward; Die kein Mann rührte, noch erkannt, Von Gottes Wort man schwanger fand. Gr lag im Heu mit Armut groß, Die Krippen hart ihn nicht verdroß; Es war eine kleine Milch sein' Speis' Der nie ein Vöglein hungern ließ. Des Himmels Chör' sich freuen drob, Und die Engel singen Gott Lob; Den armen Hirten wird vermeld't Der Hirt und Schöpfer aller Welt. Die edle Mutter hat gebor'n Lob, Ehr' und Dank sei Dir gesagt, Den Gabriel verhieß zuvorn, Christ, gebor'n von der reinen Magd, Den Sanct Johann's mit Springen zeigt, Mit Vater und dem heiligen Geist, Da er noch lag im Mutterleib. Von nun an bis in Ewigkeit. 1524. BLANZ S nder. Dohe.3ried g XVI. elobet seist Bu, Jesu Christ. Gelobet seist Du, JEsu Christ! Daß Du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schat. Kyrieleis. es ew'gen Vaters einig Kind Itt man in der Krippen find't: In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 23 Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß, Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. Da Das ewig Licht geht da herein ,, Giebt der Welt ein'n neuen Schein Es leucht't wohl mitten in der Nacht, Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 24 er Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward, Und führt uns aus dem Jammerthal; Er macht uns Erben in Sein'm Saal. Kyrieleis. Er ist auf Erden kommen arm, Daß Er unser sich erbarm', Und in dem Himmel machet reich, Und Seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. Das hat Er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an, Des freu' sich alle Christenheit, Und dank' Ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. 1524. XVII. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist. omm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, Besuch' das Herz der Menschen Dein; Mit Gnaden sie füll', wie Du weißt, Daß Dein Geschöpf soll vor Dir sein. Veni Creator Spiritus. Denn Du bist der Tröster genannt, Des Allerhöchsten Gnade theu'r; Ein geistlich Salb' an uns gewandt, Ein lebend' Brunn', Lieb' und Feu'r. ünd' uns ein Licht an im Verstand, Gieb uns ins Herz der Liebe Brunſt; Das schwach' Fleisch in uns, Dir bekannt, Erhalt fest Deine Kraft und Gunst. Du bist mit Gaben siebenfalt Der Fing'r an Gottes rechter Hand; Des Vaters Wort giebst Du gar bald Mit Zungen in alle Land. Les Feindes List treib' von uns fern, Den Fried' schaff' in uns Deine Gnad'; Daß wir Dein'm Leiten folgen gern, Und meiden der Seelen Schad'. Lehr' uns den Vater kennen wohl, Dazu JEsum Christ, Seinen Sohn; Daß wir des Glaubens werden voll, Dich, beider Geist, zu versteh'n. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, Der von den Toten auferstund; Dem Tröster sei dasselb' gethan. In Ewigkeit und alle Stund'. 1524. 25 XVIII. 26 Homm, heiliger Geist, Herre Gott. Veni Sancte Spiritus Reple. Komm, heiliger Geist, HErre Gott, Erfüll' mit Deiner Gnaden Gut Deiner Gläub'gen Herz, Mut u. Sinn; Dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O HErr! durch Deines Lichtes Glast Zu dem Glauben versammlet hast Das Volk aus aller Welten Zungen, Das sei Dir, HErr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja. u heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort, Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater Jhn nennen. O HErr! behüt' für fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn JEsum mit rechtem Glauben Und Ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. Ju heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In Dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trübfal uns nicht abtreiben. O HErr, durch Dein' Kraft uns bereit', Und stärk' des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu Dir dringen. Halleluja, Halleluja. Univ.- Bibl. Giessen 1524. ayum BA KEUZER.S XIX. Mit Fried' und Freud'. it Fried' und Freud' ich fahr' dahin In Gottes Willen; Getroft ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, Der treue Heiland. Den Du mich, HErr, hast sehen lass'n; Und machst bekannt, Daß Er sei das Leb'n und Heil In Not und auch im Sterben. L en Du hast allen vorgestellt Mit großen Gnaden; Zu Seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch Dein teuer heilsam Wort An allem Ort erschollen. r ist das Heil und selig Licht Für die Heiden, 3u' rleuchten, die Dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist Dein's Volts Israel Der Preis, Ehr, Freud' und Wonne. 27 1524. XX. 28 Wir glauben all' an Einen Gott. Wir glauben auch an JEsum Christ, Seinen Sohn und unsren HErren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria der Jungfrauen Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heil'gen Geist im Glauben Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestorben Und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. Der christliche Glaube. ir glauben all' an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden; Der sich zum Vater geben hat, Daß wir Seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, 1524. Allem Unfall will Er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, Hüt't und wacht, Es steht alles in Seiner Macht. со Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt, Und mit Gaben zieret schöne. Die ganze Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd' vergeben werden. Das Fleisch soll uns wieder leben. Nach diesem Elend Ist bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. XXI. Gott der Vater wohn' uns bei. THIS ( Ein Gebet zur h. Dreieinigkeit.) ott der Vater wohn' uns bei Und laß uns nicht verderben, Mach' uns aller Sünden frei Und helf' uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr', Halt uns bei festem Glauben, Und auf Dich laß uns bauen, Aus Herzengrund vertrau'n Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Entfliehen Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Halleluja. Esus Christus wohn' uns bei zc. Heilig eilig Geist der wohn uns bei 2c. -0. 1524. 29 XXII. Wohl dem, der in Gott's Furchte steht. Psalm 128. lever Dein Weib wird in dein'm Hause sein Wie ein Reben voll Trauben fein. Und dein' Kinder um deinen Tisch Wie Delpflanzen gesund und frisch. ohl dem, der in Gott's Furchte ſteht, Und auch auf Seinem Wege geht! Dein' eigen' Hand dich nähren soll, So lebst du recht und geht dir wohl. Sieh so reich' Segen hangt dem an, Wo in Gottes Furchte lebt ein Mann, Von ihm läßt der alt' Fluch und Zorn, Den Menschenkindern angebor'n. 30 Aus Zion Gott wird segnen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das Glück der Stadt Jerusalem, Vor Gott in Gnaden angenehm. risten wird Er das Leben dein Und mit Güte stets bei dir sein, Daß du wirst sehen Kindeskind Und daß Israel Friede find't. 1524. XXIII. Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit. Psalm 124. är' Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Israel sagen, Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hätten müss'n verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht't von so viel Menschenkind, Die an uns setzen alle. Auf uns ist so zornig ihr Sinn; Wo Gott hätt' das zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin, Mit ganzem Leib und Leben; Wir wär'n als die ein Flut ersäuft, Und über die groß' Wasser läuft, Und mit Gewalt verschwemmet. Bott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht' fangen; Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unsre Seel' entgangen, Strick ist entzwei, und wir sind frei, Des HErren Name steht uns bei, Des Gottes Himmels und Erden. 1524. 31 32 XXIV. Nun bitten wir den heil'gen Geist. MASA bitten wir den heil'gen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß Er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. u wertes Licht, gieb uns Deinen Schein; Lehr' uns JEsum Christ kennen allein; Daß wir an Ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten VaterKyrieleis. [ land. Du süße Lieb', schenk' uns Deine Gunst; Laß uns empfinden der Liebe Brunst; Daß wir uns von Herzen Einander lieben, Und in Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. u höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, Daß in uns die Sinne Nicht verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. 1524. CON FOXOXE ON INRI XXV. KREUZER.SC. Mitten wir im Leben sind. Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe thut, Daß wir Gnad' erlangen? Das bist Du, HErr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, Die Dich, HErr, erzürnet hat. Heiliger HErre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not. Kyrie eleison. 33 Mitten in dem Tod ansicht Uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und lebendig machen? Das thust du, HErr, alleine. Es jammert Dein'r Barmherzigkeit Unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger HErre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllenglut. Kyrie eleison. 34 Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd' uns treiben. Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu Dir, HErr Christ, alleine. Vergossen ist Dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger HErre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. 1524. Das deutsche Sanctus. XXVI. Jesaja, dem Propheten, das geschah. V ver Fesaja, dem Propheten, das geschah, Daß er im Geist den HErren sitzen sah Auf einem hohen Thron in hellem Glanz, Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran, Sechs Flügel sah er einen jeden ha'n, Mit zween verbargen sie ihr Antlig klar, Mit zween bedeckten sie die Füße gar. Und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem G'schrei: Heilig ist Gott, der HErre Zebaoth! Heilig ist Gott, der HErre Zebaoth! Heilig ist Gott, der HErre Zebaoth! Sein' Ehr' die ganze Welt erfüllet hat Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar, Das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. 1526. 35 36 AS 6111 XXVII. Ein' feste Burg ist unser Gott. Psalm 46. in' feste Burg ist unser Gott, P Ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns izt hat betroffen. Der alt' böse Feind Mit Ernst er's ißt meint, Groß' Macht und viel List Sein' grausam' Rüſtung ist, Auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren: Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer Der ist? Er heißt JEsus Christ, Der HErr Zebaoth, Und ist kein ander Gott, Das Feld muß Er behalten. and wenn die Welt voll Teufel wär', Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht't. Ein Wörtlein kann ihn fällen. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein' Dank dazu haben, Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit Seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie haben's kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. 1529. 37 AG J CHEST XXVIII. Herr Gott, Dich loben wir. Te Deum Laudamus. Erster Chor. Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit: Der heiligen zwölf Boten Zahl: Dir teuren Märt'rer allzumal: Die ganze werte Christenheit: Dich, Gott Vater im höchsten Thron: Den heiligen Geist und Tröster wert: Du König der Ehren, JEsu Christ: 38 Erster und zweiter Chor. Err Gott, Dich loben wir: 2. Ch. HErr Gott, wir danken Dir. 1. Ch. Dich, Vater in Ewigkeit: 2. Ch. Ehrt die Welt weit und breit. 1. Ch. All' Engel und Himmelsheer: 2. Ch. Und was dienet Deiner Ehr', 1. Ch. Auch Cherubim und Seraphim: 2. Ch. Singen immer mit hoher Stimm': 1. Ch. Heilig ist unser Gott: 2. Ch. Heilig ist unser Gott. Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, Der HErre Zebaoth. Zweiter Chor. Geht über Himmel und Erden weit. Und die lieben Propheten all', Loben Dich, HErr, mit großem Schall. Rühmt Dich auf Erden alle Zeit. Deinen rechten und ein'gen Sohn, Mit rechtem Dienste sie lobt und ehrt. Gott Vaters ew'ger Sohn Du bist; Erster Chor. Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht: Du hast dem Tod zerstört sein' Macht: Du sitz'st zur Rechten Gottes gleich: Ein Richter Du zukünftig bist: Nun hilf uns, HErr, den Dienern Dein: Laß uns im Himmel haben Teil: Hilf Deinem Volk, HErr JEsu Christ: Wart' und pfleg' ihr zu aller Zeit: Täglich, HErr Gott, wir loben Dich: Behüt' uns heut, o treuer Gott: Sei uns gnädig, o HErre Gott: Zeig' uns Deine Barmherzigkeit: Auf Dich hoffen wir, lieber HErr: Band Zweiter Chor. Zu' rlösen das menschlich' Geschlecht. Und all' Christen zum Himmel bracht. Mit aller Ehr' ins Vaters Reich. Alles, das tot und lebend ist. Die mit Dei'm teur'n Blut erlöset sein. Mit den Heil'gen in ewigem Heil. Und segne das Dein Erbteil ist; Und heb' sie hoch in Ewigkeit. Und ehr'n Dein Namen stetiglich. Vor aller Sünd' und Missethat. Sei uns gnädig in aller Not. Wie uns're Hoffnung zu Dir steht. In Schanden laß uns nimmermehr. Beide Chöre. A men. XXIX. Perleih' uns Frieden gnädiglich, Da Pacem Domine. 1529. erleih' uns Frieden gnädiglich, HErr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein ander nicht, Der für uns könnte streiten, Denn Du, unser Gott, alleine. 39 1529. Vom Himmel hoch da homm’ ich her. Harvia di autou égéveToG αὐτοῦ ἐγένετο Πάντα XXX. r bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't: Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. So merket nun das Zeichen recht: Die Krippen, Windelein so schlecht; Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 40 em Himmel hoch da komm' ich her, Ich bring' euch gute neue Mär, Der guten Mär bring' ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. Buch ist ein Kindlein heut' gebor'n, Von einer Jungfrau auserkor'n; Ein Kindelein, so zart und fein, Das soll eu'r Freud' und Wonne sein. s ist der HErr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Not; Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. es laßt uns alle fröhlich sein, Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit Seinem lieben Sohn verehrt. Mert' auf, mein Herz, und sieh dort hin: Was liegt doch in dem Krippelein? Was ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe JEsulein. is willekomm, Du edler Gast, Den Sünder nicht verschmähet hast, Und kommst ins Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken Dir? Ach HErr, Du Schöpfer aller Ding', Wie bist Du worden so gering, Daß Du da liegst auf dürrem Gras, Davon ein Rind urd Esel aß. Und wär' die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit't, So wär' sie doch Dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. Der Sammet und die Seiden Dein, Das ist grob' Heu und Windelein, Darauf Du, Kön'g, so groß und reich, Herprangst, als wär's Dein Himmelreich. Das hat also gefallen Dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht Ehr' und Gut, Vor Dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. ch, mein herzliebes JEsulein! Mach Dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhen in mein's Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse Dein. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu springen, singen immer frei Das rechte Susaninne schon, Mit Herzenslust den süßen Ton. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron. Der uns schenkt Seinen einigen Sohn, Des freuen sich der Engel Schar, Und singen uns solch's neues Jahr. 1535. 41 F www ie trägt von Gold so rein ein Kron' Da leuchten inn' zwölf Sterne, Ihr Kleid ist wie die Sonne schön, Das glänzet hell und ferne, Und auf dem Mon Ihr' Füße stohn, Sie ist die Braut, Dem HErrn vertraut, Ihr ist weh und muß gebären Ein schönes Kind, den edlen Sohn, Und aller Welt ein HErren, Dem sie ist unterthan. 42 XXXI. Sie ist mir lieb, die werte Magd. Ein Lied von der heiligen christlichen Kirche. Offenb. Joh. 12, 1-6. ie ist mir lieb, die werte Magd, Und kann ihr nicht vergessen V Lob, Ehr'und Zucht von ihr man sagt, Sie hat mein Herz besessen. Ich bin ihr hold, Und wenn ich sollt' Groß' Unglück ha'n Da liegt nichts an: Sie will mich des ergößen, Mit ihrer Lieb' und Treu' an mir, Die sie zu mir will setzen, Und thun all' mein Begier. Das thut dem alten Drachen Zern, Und will das Kind versa ingen; Sein Toben ist doch ganz ve r'n, Es kann ihm nicht gelingen. Das Kind ist doch Gen Himmel hoch Genommen hin, Und lässet ihn Auf Erden fast sehr wüten. Die Mutter muß gar sein allein, Doch will sie Gott behüten, Und der recht' Vater sein. 1535. ALL KREUZEN. SL. XXXII. Vater unser im Himmelreich. ater unser im Himmelreich, Der Du uns alle heißest gleich Brüder sein und Dich rufen an, Und willt das Beten von uns ha'n: Gieb, daß nicht bet' allein der Mund, Hilf, daß es geh' von Herzensgrund. Heheiligt werd'der Name Dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich Nach Deinem Namen würdiglich. HErr, behüt' uns vor falscher Lehr', Das arm' verführet Volk bekehr'. s komm'Dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig' Geist uns wohne bei Mit Seinen Gaben mancherlei; Des Satans Zorn und groß' Gewalt Zerbrich, vor ihm Dein' Kirch' erhalt'. Dein Will' gescheh', HErr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb' und Leid; Wehr' und steu'r allem Fleisch und Blut, Das wider Deinen Willen thut. 43 Gieb uns heut' unser täglich Brot, Und was man' darf zur Leibesnot, Behüt' uns, HErr, vor Unfried' u. Streit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg' und Geizes müßig gehn. All unsre Schuld vergieb uns, HErr, Daß sie uns nicht betrüben mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr' Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter Lieb' und Einigkeit. 44 Führ uns, HErr, in Versuchung nicht Wenn uns der böse Geist ansicht Zur linken und zur rechten Hand, Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst' Und durch des heil'gen Geistes Trost. Amen. Don allem Uebel uns erlös, Es sind die Zeit und Tage bös. Erlös' uns vom ewigen Tod, Und tröst' uns in der letzten Not, Bescher' uns auch ein selig's End', Nimm unser'Seel' in Deine Händ'. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk' unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Das wir hiermit gebeten ha'n. Auf Dein Wort, in dem Namen Dein So sprechen wir das Amen fein. 1539. XXXIII. Was fürcht'st du. Feind Herodes, sehr. die Tauf'im Jordan an Sich nahm Das himmelische Gotteslamm, Dadurch, der nie kein' Sünde that. Von Sünden uns gewaschen hat. Herodes Hostis impie. as fürcht'st du, Feind Herodes, sehr, Daß uns gebor'n kommt Christ der HErr? Er sucht kein sterblich Königreich, Der uns zubringt Sein Himmelreich. Dem em Stern die Weisen folgen nach, Solch' Licht zum rechten Licht sie bracht'. Sie zeigen mit den Gaben drei, Dies Kind Gott, Mensch und König sei. in Wunderwerk da neu geschah: Sechs steinern' Krüge man da sah Voll Wassers, das verlor sein' Art, Rother Wein durch Sein Wort draus [ ward. Lob, Ehr' und Dank sei Dir geſagt, Christ, gebor'n von der reinen Magd, Mit Vater, und dem heil'gen Geist Von nun an bis in Ewigkeit! 1541. 45 46 ATT XXXIV. Erhalt'uns, Herr, bei Heinem Wort. rhalt' uns HErr, bei Deinem Wort, Und steu'r des Papsts u. Türken Mord, Die JEsum Christum, Deinen Sohn, Wollen stürzen von Deinem Thron. Beweis Dein' Macht, HErr JEsu Christ, Der Du HErr aller Herren bist: Beschirm' Dein' arme Christenheit, Daß sie Dich lob' in Ewigkeit. ott heil'ger Geist, Du Tröster wert, Gieb Dei'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd'; Steh' bei uns in der letzten Not, G'leit' uns ins Leben aus dem Tod'. 1541. laudlica XXXV. Christ, unser Herr, zum Þordan ham. Tauflied. hrist, unser HErr, zum Jordan kam, Nach Seines Vaters Willen, Von Sankt Johann's die Taufe nahm, Sein Werk und Amt zu' rfüllen. Da wollt' Er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, Ersäufen auch den bitter'n Tod Durch Sein selbst Blut und Wunden. Es galt ein neues Leben. o hört und merket alle wohl, Was Gott heißt selbst die Taufe, Und was ein Christe glauben soll, Zu meiden Ketzer Haufe: Gott spricht und will, das Wasser sei Doch nicht allein schlecht Wasser; Sein heilig's Wort ist auch dabei Mit reichem Geist ohn' Maßen. Der ist allhie der Taufer. 47 Solch's hat Er uns beweiſet klar Mit Bilden und mit Worten: Des Vaters Stimm' man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: das ist mein lieber Sohn, An dem Ich hab' Gefallen, Den will Jch euch befohlen ha'n! Daß ihr Jhn höret alle, Und folget Seinen Lehren. Auch Gottes Sohn hier selber steht Sa Seiner zarten Menschheit, D jeilig' Geist hernieder fährt, In Taubenbild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All' drei Person' getaufet ha'n; Damit bei uns auf Erden Zu wohnen sich ergeben. 48 ein' Jünger heißt der HErre Christ: Geht hin, all' Welt zu lehren, Daß sie verlor'n in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugebor'ner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. er nicht glaubt, dieser großen Gnad', Der bleibt in seinen Sünden, Und ist verdammt zum ewig'n Tod Tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein' eigen' Heiligkeit, All sein Thun ist verloren; Die Erbsünd' machts zur Nichtigkeit, Darin er ist geboren, Vermag ihm selbst nicht z' helfen. Das Aug' allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen: Der Glaub' im Geist die Kraft versteht Des Blutes JEsu Christi. Und ist vor ihm ein' rote Flut, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. 1541. XXXVI, Von Himmel ham der Engel Schar. u Bethlehem, in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat: Es ist der HErre JEsus Christ, Der euer aller Heiland ist. on Himmel kam der Engel Schar Erschien den Hirten offenbar. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist gebor'n euer Fleisch und Blut, Eu'r Bruder ist das ewig' Gut. Sie sagten ihn'n: ein Kindlein zart, Das liegt dort in der Krippen hart, Was kann euch thun die Sünd' u. Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; Laßt zürnen Teufel und die Höll', Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. Er will und kann euch lassen nicht, 3 Setzt ihr auf Ihn eu'r Zuversicht. Es mögen euch viel fechten an: Dem sei Troß, der's nicht lassen kann. Suletzt müßt ihr doch haben recht; Ihr seid nun worden Gott's Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit- Geduldig, fröhlich alle Zeit! 1543. 49 50 XXXVII. Der Du bist drei in Einigheit. us 0 Lux, Beata Trinitas. er Du bist drei in Einigkeit, Ein wahrer Gott von Ewigkeit, Die Sonn' mit dem Tag von uns weicht, Laß leuchten uns Dein göttlich' Licht. es Morgens, Gott, Dich loben wir, Des Abends auch beten vor Dir, Unser armes Lied rühmet Dich, Jehund, immer und ewiglich. Gott Vater, dem sei ewig Ehr', Gott Sohn, Der ist der einig HErr, Und dem Tröster, heiligen Geist, Von nun an bis in Ewigkeit. A C 1543. Geschichtliche Anmerkungen zu den Liedern. 1. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Ein ganz selbstständiges Original- Lied und das erste Kirchenlied Luthers. E3 enthält die Grundlehre der Reformation und hat wesentlich dazu beigetragen, die Reformation auszubreiten. Luther nennt es ,, ein Danklied für die höchsten Wohlthaten, so uns Gott in Christo erzeugt hat." Schon im Jahre 1523( im September) hatte er es gedichtet. In den ersten Gesangbüchern( 1525) führt es die Ueberschrift: ,, So man singt vor der Predigt." Vier Melodieen giebts zu diesem Liede. Wird aber an vielen Orten auch nach den Melodieen: ,, Es ist gewißlich an der Zeit" oder ,, Ich steh' an Deiner Krippen hier" gesungen. 2. Ein neues Lied wir heben an. Dieses ist das älteste Lied Luthers und war schon im Juli 1523, unmittelbar nach dem Verbrennen der zwei Jünglinge, gedruckt. Am 1. Juli 1523 wurden in Brüffel von dem Kölner Ketzermeister Jacob von Hogstraten auf Anstiften der Lövener Professoren zwei junge Augustinermönche aus dem Kloster zu Antwerpen, Heinrich Voes und Johannes Esch, um ihres evangelischen Glaubens Willen auf dem Marktplate verbrannt. Man hatte sie lange aber vergeblich zum Widerrufe zu überreden gesucht. Als das Feuer schon ihre Stricke verzehrt hatte, stimmten sie wechselweise an: ,, HErr Gott, Dich loben wir." Luther besang dieses erste Märtyrertum der evang. Kirche. In den ersten Drucken hat das Lied die Ueberschrift: ,, Ein hübsch Lied von den zween Märterern Christi; zu Brüffel von den Sophisten von Löven verbrannt." 3. Ach Gott vom Himmel sieh darein. Diesem Liede liegt der 12te Psalm zu Grunde: ,, Hilf HErr, die Heiligen haben abgenommen." Luther hat es im Jahre 1523 oder 1524 gedichtet und findet sich unter den acht Liedern des erst en evang. Gesangbuches vom Jahre 1524. Es wird gewöhnlich nach der Melodie ,, Es ist das Heil uns kommen her" gesungen, obwohl es seine eigene Singweise hat. 4. Es spricht der Unweisen Mund wohl. Eine poetische Bearbeitung des 14ten Psalms: ,, Die Thoren sprechen in ihrem Herzen: es ist kein Gott." Findet sich schon in der Sammlung der acht Lieder vom Jahre 1524. 5. Aus tiefer Not schrei ich zu Dir.( Das ältere Lied.) Luther hat das Lied, das er nach dem 130sten Psalm ,,, dem tröstlichen De Profundis," gedichtet, bald selber umgearbeitet. In der älteren Gestalt finden wir es im ersten Gesangbuche vom Jahre 1524. Die Katholiken machten es sich in etwas veränderter Gestalt( 1537) gleichfalls zu eigen. 51 6. Aus tiefer Not schrei ich zu Dir.( Das umgearbeitete Lied.) Dieses von Luther umgearbeitete Lied findet sich schon im Joh. Walther'schen Gesangbüchlein vom Jahre 1524. Es ist seitdem das bekanntere und üblichere Lied geworden und der ältere Text ist in den Hintergrund getreten. Als man am 20. Februar 1546 Luthers Leiche von Eisleben nach Wittenberg brachte, und sie in Halle in der Frauenkirche über Nacht niedersetzte, stimmte alles Volk unter vielen Thränen dieses Lied am Sarge an. 7. JEsus Christus, unser Heiland, der von uns den Gottes Zorn wandt'. Dies Lied ist schon im Jahre 1524 überschrieben: ,, Das Lied S. Johannes Hus ge= bessert." Damit iſt der lateinische Hymnus von Hus gemeint: Jesus Christus, Nostra Salus. Aber es ist unsers Luthers Lied durchaus keine bloße Uebersetzung dieses Hymnus. Das Wort ,, gebeffert" bezieht sich nicht auf den poetischen Ausdruck, sondern auf die evangelische Lehre vom hl. Abendmahl. Luther wollte wohl mit diesem Liede die Uebereinstimmung mit der alten Kirche nachweisen und ein Bekenntnis für Hus ablegen. Das Lied ist äußerst wichtig für die Lehre vom hl. Abendmahl. Wir sehen daraus, wie die Lehre von der Rechtfertigung und vom hl. Abendmahle Luthers Seele von Anfang an ganz erfüllte. Die Melodie von 1524 ist alt- böhmischen Ursprungs. 8. Gott sei gelobet und gebenedeiet. Dieses Lied enthält den 2 obgesang nach dem hl. Abendmahle für den empfangenen Leib und Blut des HErrn. Den ersten Vers sammt der Melodie fand Luther in der Kirche vor. Schon längere Zeit vor der Reformation ertönte dieses alt= deutsche geistliche Volkslied. Luther richtete es zu für den gottesdienstlichen Gebrauch, indem er den er sten Vers unverändert ließ, die nachfolgenden aber neu bearbeitete. Er hielt dieses Lied sehr hoch und sah es an als ein Zeugnis aus besserer Zeit und als ein Band zwischen der alten und der evangelischen Kirche. 9. Es wollt' uns Gott genädig sein.- Psalm 67. Es ist der 67ste Psalm fast ohne Zusäße in Liedform gebracht und kann als das erste Missionslied der lutherischen Kirche gelten. Es findet sich zuerst in ,, Eine Weise, christliche Messe zu halten.- M. Luther, 1524." 10. JEsus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand. Ein Lobgesang auf das Osterfest. Es findet sich dies Lied schon 1525 im Erfurter Enchiridion mit einer eigenen Melodie. 11. Christ lag in Todesbanden. Es gab einen uralten deutschen Ostergesang aus dem 12. Jahrhundert( wohl das erste deutsche Kirchenlied), welches sogar bei der lateinischen Liturgie am Sonntage in einzelnen Kirchen vom Volke in deutscher Sprache gesungen wurde. Derselbe lautet: ,, Christus ist uferstanden von des Todes Banden."- Dieser altdeutsche Ostergesang wurde so beliebt, daß im 13. und 14. Jahrhundert manche Umbildungen mit Erweiterungen entstanden. Luther hatte eine besondere Freude an diesen alten Liedern. Er erweiterte den ersten Vers des alten deutschen Liedes und dichtete Vers 2-7 als Original hinzu, mit Anklängen des ihm so lieben lateinischen Osterliedes, Victimae Paschali, aus dem 11. Jahrhundert. Eine Fülle von Gedanken, zusammengefaßt in kurzen gedrungenen Worten! Alle Worte sind aus der hl. Schrift, und voller Saft und Kraft. 52 12. Dies sind die heiligen zehn Gebot'. Dieses Lied, das schon 1524 von Luther gedruckt war, enthält eine kurze Erklärung der zehn Gebote. Manche Ungelenkigkeiten verschwinden, wie bei vielen älteren Liedern, durch das Singen der Melodie en, wie hier jener herrlichen Wallfahrtsmelodie aus dem 13. Jahrhundert. Melodie und Lied bilden in älterer Zeit immer ein Ganzes. Die Lieder sind nur zum Singen bestimmt, nicht zum Lesen. 13. Mensch, willt du leben seliglich. Es gibt ein längeres Lied( siehe No. 12) und ein kürzeres Lied über die zehn Gebote. Dieses lettere hat Luther etwas später als das längere verfaßt. Doch kam es schon 1524 vor. 14. Nun komm, der Heiden Heiland. Des Ambrosius' Hymnus im 4. Jahrhundert Veni Redemptor Gentium, hier von Luther 1524 übersetzt. Christus erscheint unter dem Bilde der anbrechenden Sonne. Die Melodie ist uralt. 15. Christum wir sollen loben schon. Es ist eine Uebersetzung des Hymnus von Cölius Sedulius aus dem 5. Jahrhundert: A Solis Ortus Cardine. Die Kirche versenkt sich anbetend in das Geheimniß der Menschwerdung und der ganze Himmel und die Hirten sind voller Freude. 1524. 16. Gelobet feist Du, JEfu Chrift. Der erste Vers dieses Liedes ist eine lateinische Sequenz. Er rührt her von Notker Balbulus ,,, dem Mönch von St. Gallen"( † 912), der ihn in lateinischen Reimen gedichtet. Luther nahm diesen Vers wörtlich auf. Das Uebrige ist Alles von Luther gedichtet. 1524. 17. Komm, Gott Schöpfer. heiliger Geist. Den lateinischen Hymnus Veni Creator Spiritus, den Einige dem Ambrosius im 4. Jahrhundert, Andere Karl dem Großen im 9. Jahrhundert zuschreiben, übersetzte Luther ( 1524) faſt wörtlich. 18. Komm, heiliger Geist, HErre Gott. Schon im 11. Jahrhundert gab es einen lutherischen Gesang Veni Sancte Spiritus Reple, vom König Robert in Frankreich. Eine deutsche Nachbildung findet sich schon vor Luther. Luther erweiterte den ersten Vers und setzte noch zwei andere Verse hinzu. In dem älteſten katholischen Gesangbuch des Mich. Vehes von 1537, das deutsche Gesänge gesammelt, lautet der erste Vers wie bei Luther. 19. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. Der Lobgesang Simeon, Luc. 2. Luther nahm das Lied unter die Begräbnisgesänge auf, die er im Jahre 1542,, Christlich Gesang Lateinisch und Deutsch zum Begrebnis( 36)" herausgab. Aehnliches wie durch eine Sterbeglocke tönt auch durch die Melodie hindurch, die von Luther sein soll. 20. Wir glauben all' an einen Gott. Das Nicänische Glaubensbekenntnis für liturgischen Gebrauch bestimmt. Luther überarbeitete das lateinische Lied aus Ambrosius Zeit im 4. Jahrhundert. Gedichtet 1524. 21. Gott der Vater wohn' uns bei. Ein altdeutsches Lied sammt altdeutscher Weise aus dem 15. Jahrhundert, als Litanei bei Bittfahrten in der katholischen Kirche gebraucht. Die 1525 zu Nürnberg, Erfurt und 53 Breslau erschienenen Gesangbüchlein geben dem Liede die Ueberschrift: ,, Der Lobgesang, Gott der Vater wohn' uns bei, gebeffert und christlich corrigirt." Christlich corrigirt hat Luther das alte Lied durch Weglassung von Strophen, in denen die Heiligen angerufen werden, z. B. ,, Maria, Gottes Mutter, wohn' uns bei und hilf uns Gnad' erwerben 2c." 22. Wohl dem, der in Gott's Furchte steht. Psalm 128. Es findet sich dieses Lied zuerst im Erfurter Enchiridion von 1524 und zwar ohne eigene Melodie. 23. Wär' Gott nicht mit uns dieſe Zeit. Psalm 124. Am frühesten findet sich dieses Lied in dem Joh. Walther'schen Gesangbüchlein von 1524. Es hat seine eigene Melodie, obschon es häufig nach der Melodie ,, Es ist gewißlich an der Zeit" gesungen wird. 24. Nun bitten wir den heil'gen Geist. Der erste Vers dieses Liedes war schon Mitte des 13. Jahrhunderts als ein erweitertes Kyrie eleison( Pfingst- Leise) verbreitet und wurde vom Volke in deutscher Sprache gesungen. Den 2.- 4. Vers dichtete 1524 Luther hinzu. 25. Mitten wir im Leben sind. Dieses Lied ist einer der acht Gesänge, welche das Enchiridion( das zweite evangelische Gesangbüchlein) vom Jahre 1524 enthält. Notker, der Mönch von St. Gallen( † 912) hatte es in lateinischer Sprache" Media Vita In Morte Sumus" gedichtet. Er sah den beim Brückenbau über den Martinstobel beschäftigten Arbeitern zu und im Angesicht der Gefahr verfaßte er dasselbe. Luther hat es kräftig verdeutscht, daß es ein echtes, rechtes Lutherlied ist. 26. Jesaja, dem Propheten, das geschah. Nach Jes. 6, 1-4, gedichtet im Jahre 1526. Die Stelle für dieses Lied ist beim heiligen Abendmahl gleich nach dem Gruße. Die Melodie ist von Luther und stimmt gewaltig die Herzen zur Anbetung. 27. Ein' feste Burg ist unser Gott. Psalm 46. Dieses Schuß- und Trußlied unserer Kirche hat Luther nach der Protestation auf dem Reichstage zu Speyer, 1529, gedichtet und es täglich auf der Veste Koburg gesungen. Es ist eine freie Bearbeitung des 46. Psalms, Vers 2-5, und findet sich zuerst im Jos. Klug'schen Gesangbuch von 1529 gedruckt. 28. Verleih' uns Frieden gnädiglich. Von Luther 1529 aus dem Lateinischen Da Pacem Domine übersetzt, verfaßt von Gregor dem Großen. 29. Herr Gott, Dich loben wir. Te Deum Laudamus. Luther hat uns 1529 diesen uralten Hymnus Te Deum deutsch gegeben. Er wird dem Mailändischen Bischof Ambrosius 387 zugeschrieben, daher der ambrosianische Lobgesang genannt und ist noch in unserer Kirche ein Ueberrest von den Wechselgesängen zweier Chöre. Unser ,, Allein Gott in der Höh' sei Ehr" hat dieselbe Quelle und die gleiche Grundlage. 54 30. Vom Himmel hoch da komm' ich her. Luc. 2. Ein Kinderlied auf Weihnachten. Seinem Sohne Hans zu Weihnacht. Es findet sich zuerst 1535 im Klug'schen Gesangbuch. Die erste Melodie war einem Volksliede ,, Aus fremden Landen komm' ich her" nachgebildet. Die Weise, nach der wir es jetzt singen, erschien zuerst im Magdeburger Gesangbuch von 1540. 31. Sie ist mir lieb, die werte Magd. Offenb. 12, 1-6. Ein Lied von der heiligen christlichen Kirche: I. Die Liebe zur Kirche; II. Die Herrlichkeit der Kirche; III. Jhr Sieg. Das erste Vorkommen dieses Liedes ist das Jahr 1535. Ohne Melodie hatte Luther keines seiner Lieder ausgehen lassen. Bloße Sprech- oder Lese- Lieder hatte man damals in keinem Gesangbuch. Wahrscheinlich wurde es auf die Melodie eines weltlichen Liedes gesungen. 32. Vater unser im Himmelreich. Eine ,, kurze Auslegung des Vater unser" vom Jahre 1539, oder ,, Der Katechismus singbar gemacht." Zuerst auf vier Blättern gedruckt. Hiervon ist noch die eigene Handschrift Luthers vorhanden mit allen Veränderungen und Versuchen, welche zeigt, wie viel Fleiß Luther auf seine Lieder verwandte. 33. Was fürcht'st du, Feind Herodes, fehr. Hostis Herodes Impie. Verfaßt soll es Luther schon am 12. Dezember 1541 haben. Es ist für ,, Heilige Drei Könige" gedichtet und es entfaltet sich in diesem alten Liede die Epiphanisfestidee der alten Kirche nach ihren einzelnen Momenten. 34. Erhalt' uns, HErr, bei Deinem Wort. Die Abfassung dieses Liedes fällt gegen Ende des Lebens Luthers, 1541. Luther nannte es ,, ein Kinderlied gegen die zween Erzfeinde Christi, den Papst und den Türken."( Wahrscheinlich bezieht sich dies auf Psalm 8.) 35. Christ, unser HErr, zum Jordan kam. Die heilige Taufe. Enthält die Geschichte und Bedeutung der heiligen Taufe. Hier ist das IV. Hauptstück singbar dargestellt. Es ist vom Jahre 1541 und will als ein gesungenes Lied beurtheilt werden, wie so viele Kernlieder des 16. Jahrhunderts. 36. Von Himmel kam der Engel Schar. Luc. 2. Im Liede ,, Vom Himmel hoch" wird die große Erniedrigung Christi hervorgehoben und hier die innige Freude über das Kindlein. Es erschien zuerst 1543. 37. Der Du bist drei in Einigkeit. O Lux Beata Trinitas. Des Ambrosius' Hymnus im 4. Jahrhundert: O Lux, ist drei Jahre vor seinem Tod als eines seiner letzten Lieder von Luther fast wörtlich in's Deutsche übersetzt worden, 1543. Es ist ein Vespergesang zur Lobpreisung der heiligen Dreieinigkeit. Die Melodie ist die des alten lateinischen Hymnus. Anmerkung. Der Cantor Johann Walther am Hofe Friedrich des Weisen zu Torgau ist eine rechte Stüße Luthers gewesen. Der Kurfürst erlaubte ihm, nach Wittenberg zu gehen und dem Reformator bei der Einführung der neuen Gesänge zu helfen. Das Wittenberger Gesangbüchlein von 1524 hat er mit Luther zusammengestellt. Später( 1537) war er des Kurfürsten von Sachsen ,, Sängermeister," zog nach Dresden, diente noch unter Kurfürst August daselbst und erreichte ein hobes Alter. Von seinen Liedern ist das bekannteste:..Herzlich thut mich erfreuen." 55 Advent. Weihnachten. " 1 Ostern. " 1 " 1 .... 1524 4. Vom Himmel hoch da komm ich.. 1535 5. Von Himmel kam der Engel Schar 1543 Epiphanias. 6. Mit Fried und Freud... 7. Was fürcht'st du Feind, Herodes. 1541 8. Christ lag in Todesbanden... 1524 9. JEsus Christus... der den Tod. 1524 10. Komm, Gott Schöpfer, heiliger. 11. Komm, heiliger Geist, HErre. 12. Nun bitten wir den h. Geist. Reformat. 13. Nun freut euch, lieben Christen.. 1523 Trinitatis. 14. Gott der Vater wohn uns bei.. Märttr'lied. 15. Ein neues Lied wir heben an. 1524 . 1524 .. 1524 . 1524 . 1523 Pfingsten. " 1 11 Alleluja Alle Ein zweites Inhaltsverzeichnis der Lieder Luthers. I. Festlieder. Jahr 1. Nun komm der Heiden Heiland. 1524 2. Christum wir sollen loben schon. 1524 3. Gelobet seist ka, JEfu Christ. 1524 . II. Katechismuslieder. Gesetz. 16. Dies sind die heiligen X Gebot.. 1524 17. Mensch willt du leben seliglich. Glaube. 18. Wir glauben all an einen Gott. Vater unser. 19. Vater unser... Taufe. 1524 . 1524 1539 20. Christ, unser HErr, zum Jordan.. 1541 Jahr Abendmahl. 21. Jesus Christus... der von uns.. 1524 22. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 1524 " 1 III. Psalmenlieder und andere Bibelstellen. Psalm 12. 23. Ach Gott vom Himmel.. 1523 od. 1524 14. 24. Es spricht der Unweisen. 1523 od. 1524 46. 25. Ein' feste Burg ist unser Gott... 1529 26. Es wollt' uns Gott genädig sein. 1524 27. Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit 1524 28. Wohl dem, der in Gott's Furchte. 1524 29. Aus tiefer Not( das ältere) 1523 od. 1524 30. ( d. neuere). . 1524 Jes. 6. 31. Jesaja, dem Propheten.. . 1526 Offenb. 12. 32. Sie ist mir lieb, die werte Magd. 1535 33. Erhalt uns Herr bei Deinem.. 1541 67. 124. " 128. " 130. 11 11 IV. Lieder aus der alten Kirche. 34. Der Du bist drei: 0 Lux Beata Trinitas... 1543 35. HErr Got, Dich loben wir: Te Deum. 36. Verleih uns Frieden: Da Pacem. . 1529 . 1529 V. Begräbnißlied. 37. Mitten wir im Leben sind... 1524 Das erste lutherische Gesangbuch. Im Jahre 1523 dichtete Luther sein erstes Lied ,, Ein neues Lied wir heben an." Im selben Jahre folgte sein Reformationslied Nun freut euch, lieben Christen g'mein" und Aus tiefer Not schrei ich zu Dir." Diese Lieder wurden auf einzelnen Blättern gedruckt. Luther forderte seine Freunde auf, deutsche Psalmen" für das Volk zu dichten, nämlich geistliche Lieder, damit das Wort Gottes sich auch durch den Gesang unter den Leuten erhielte. Justus Jonas und Paul Speratus sandten ihm je ein Lied und so machte sich Luther an die Herausgabe eines Gesangbuches. Dieses anno 1524 gedruckte erste Gesangbuch der evangelischen Kirche führte den Titel:„ Etlich Christlich Lider Lobgesang und Psalm, dem rainen wort Gottes gemeß, aus der heyligen schrifft, durch mancherlei hochgelehrter gemacht, in der Kirchen zu singen, wie es dann zum tahl beraht zu Wittenberg in übung ist." Nicht mehr als acht Lieder sind darin: 1. ,, Nun freuet euch," 2. ,, Aus tiefer Not." 3. ,, Ach Gott vom Himmel" und 4. ,, Es spricht der Unweisen Mund" von M. Luther; 5. ,, Es ist das Heil" und noch zwei andre von P. Speratus; und JEsus Namen heben wir an" von einem unbekannten Dichter. Fünfe der 8 Lieder sind mit ihren Singweisen versehen. Dieses Jahr 1524 war das fruchtbarste Jahr für den Dichter Luther; nicht weniger als 21 Lieder sind in diesem einen Jahr erstanden. Ehe das Jahr zu Ende ging, kamen noch zwei Gesangbücher auf den Büchermarkt. Das erstere, ,, Enchiridion oder Handbüchlein" genannt, enthält unter 25 Liedern 18 von Luther. Das andre, ,, Geistliches Gesangbüchlein" für 5stimmigen Gesang, hat unter 32 Liedern 24 von Luther. Bis a. 1545 erschienen noch 11 Gesangbücher unter Luther's Aufsicht. Er selbst hat von 1523 bis 1543 siebenunddreißig Lieder gedichtet, die alles fammt von unvergänglichem Wert und Wesen sind. 56 Inches Blue DR.MARTIN LUTHERS Geistliche Lieder 1₂ 2 Centimetres 3 for 3 4 Cyan Mit Bildern geschmückt von G.KÖNIG. 2 15 +4 ¹6 Farbkarte# 13 Green 3 PRENEMENTEND 8 Yellow 9 10 Red G 11 Verlag von CARL HIRSCH, KONSTANZ. 12 5 13 Magenta 14 () 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black CO