Oportrend Pietett. GB 1825 MEDALL dj. auten Geraer Gesangbuch. Zum Gedenktage der feierlichen Einweihung der neuerbauten St. Johanniskirche am 18. September 1885. Gera, C. B. Griesbachs Verlag. 1885. Gb 1825 184 udpaalse Inhalt. ( Nach den Nummern zu ſuchen.) Erste Abteilung. Glaube des Christen. Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. Gott überhaupt 1 folgende. Gottes Dasein 6 fg. Wesen 9 fg. Einheit 12 fg. Ewigkeit und Unveränderlichkeit 14 fg. Allgegenwart und Allwissenheit 18 fg. Allmacht 26 fg. Weisheit 29 fg. Heiligkeit und Gerechtigkeit 33 fg. Liebe, Güte, Gnade und Barmherzigfeit 38 fg. Langmut 46 fg. Wahrhaftigkeit und Treue 49 fg. Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geist( am Trinitatisfefte). 53 fg. 954 fg.( Vergl. 518). Werke und Wohlthaten Himmelskörper 73 fg. Mensch 83 fg. Gottes. Schöpfung überhaupt 65 fg. Engel( am Michaelisfeste) 76 fg. Der Vorsehung. In Beziehung auf alle Geschöpfe 86 fg. In Beziehung auf die Menschen 88( Gottes sittliche Weltregierung 92). Die dunkeln Wege der Vorsehung 102 fg. Erlösung der Menschen durch Jesum Christum. Erlösung überhaupt 111 fg. Person des Erlösers 114 fg. Ankündigung des Erlösers( an den Festen Mariä Verkündigung und Heimsuchung) 118 fg. Ankunft des Erlösers( Adventslieder) 122 fg. 990. 991. Geburt des Erlösers( Weihnachtslieder) 137 fg. 962 fg. 992. Offenbarung des Erlösers unter den beiden( am Feste der Erscheinung Christi) 159 fg. Darstellung Jesu im Tempel ( am Feste der Reinigung Mariä) 167 fg. Johannes, der Vorgänger Jesu( am Feste Johannis des Täufers) 171 fg. Leben und Beispiel Jesu 175 fg. Jesus als Lehrer 181 fg. Leiden und Sterben Jesu( Passionslieder) 183 fg. 964 fg. 994. Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte 205 fg. 995. Auferstehung Jesu( Osterlieder) 226 fg. 966. 996. 997. Erhöhung Jesu ( Himmelfahrtslieder) 249 fg. 967. 998. Herrlichkeit Jesu im Himmel 261 fg. Wiederkunft 269 fg. Inhalt. Heiligung. Sendung des Geistes( Pfingstlieder) 278 fg. 968 fg. 999. Kirche Jesu 294 fg. 975. Verbesserung der Kirche( am Reformationsfeste) 302 fg. Wort Gottes 309 fg. 1000. 1001. Taufe 329 fg. Bei Taufhandlungen 333 fg. Konfirmation 335 fg. 1003. 1004. Abendmahl 348 fg. 1002. Vor der Abendmahlsfeier 356 fg. Nach der Abendmahlsfeier 371 fg. 978. Abendmahlslieder eines Kranken 374 fg. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben 376. fg. 1005. In jenem Leben 397 fg. IV 3 weite Abteilung. Verhalten des Christen. Anerkennung der menschlichen Würde und Bestimmung 416 fg. Anerkennung der menschlichen Sündhaftigkeit und ihrer Folgen 421 fg. Verbesserung des fittlichen Zustandes.( Buße, Sinnesänderung.) Selbstprüfung, Reue, Entschluß zur Besserung 428 fg. Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum.( Glaube.) 443 fg. 1006. 1007. Wachstum und Beständigkeit im Guten 467 fg. Freudigkeit eines gebesserten Herzens 485 fg. Allgemeine Pflichten. Verhalten gegen Gott. Streben nach Erkenntnis Gottes 490 fg. Ehrfurcht vor Gott 493 fg. Heilighaltung des Namens Gottes; des Eides 496 fg. Liebe zu Gott und Freude an ihm 500 fg. 1008. 1009. Gehorsam gegen Gott 507 fg. Streben nach Ähnlichkeit mit Gott 509 fg. Dankbarkeit gegen Gott, Lob Gottes 512 fg. 987 fg. 1023. Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen 522, fg. 979 fg. Gebet 550 fg. Allgemeine Bitten 556 fg. 982. Öffentliche Verehrung Gottes 565 fg. Gesinnungen gegen Jesum. Dankbare Verehrung Jesu 567 fg. Liebe zu Jesu und Freude an ihm 569 fg. 983. Nachfolge Jesu und Gehorsam gegen ihn 575 fg. 984. 1010. 1011. 1012. 1013. 1014. 1015. 1016. 1017. 1018. 1019. Treue gegen Jesum 580 fg. Verhalten des Christen gegen sich selbst. Selbstliebe 589 fg. Sorge für unsre Seele 592 fg. 1020. Selbsterkenntnis und Demut 596 fg. Selbstbeherrschung und Wachsamkeit 601 fg. Umgang mit guten Menschen 604. Einsamkeit 605. Gorge für Lebenserhaltung, Körperpflege und Gesundheit 606 fg. Mäßigkeit in Freude und Genuß 610 fg. Keuschheit 614 fg. Rechtes Verhalten in Ansehung des zeitlichen Gutes 616 fg. Arbeitsamkeit und Berufstreue 621 fg. Heiterkeit des Sinnes, Zufriedenheit, Genügsamkeit 624 fg. 986. Wahre Ehrliebe 630. Gebrauch des gegenwärtigen Lebens 631 fg. Gesinnungen gegen diese Welt 637. Himmlischer Sinn 639 fg. 1021. Inhalt. V Verhalten gegen andere. Menschenliebe überhaupt 647 fg. Fürbitte für alle Menschen 653. Brüderliche Teilnahme 655 fg. Sorge für das geistige Wohl des Nächsten 657. Christliche Duldung 660 fg. Bescheidenheit 663 fg. Sorge für Leben und Gesundheit des Nächsten 666. Gerechtigkeit und Billigkeit 668. Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe 671. Sanftmut, Versöhnlichteit, Friedfertigkeit 674 fg. Barmherzigkeit 680 fg. Dankbarkeit 685. Freundschaft 687. Verhalten des Christen in besondern Verbindungen. Häusliche Gesellschaft 690. Verlobte 691. Bei Trauungen 692. 1022. 1023. Ehelicher Stand 694. 1024. 1025. Eltern 695 fg. 1026. 1027. 1028. 1029. Herrschaften 700. Dienende 701. Bürgerliche Gesellschaft 702. Obrigkeit und Unterthan 703 fg. 1030. Kirchliche Gesellschaft. Christliches Lehramt 705 fg. Einweihung zum christlichen Lehramte 707 fg. Bei Einführung eines Predigers 709 fg. Bei Synoden 711. 3ur gemeinschaftlichen Abendmahlsfeier der Synodalen 712. Bei Einweihung einer Kirche 713. Schulgesänge, vor dem Unterrichte 714 fg. Nach dem Unterrichte 720 fg. Bei Schulfeierlichkeiten 726 fg. Bei Aufnahme von Schülern und Schülerinnen 729 fg. Bei Einführung eines Schullehrers 733. Begrüßung eines neuen Schullehrers in derSchule 734. In besondern Umständen. Aagemeine Not 735 fg. Allgemeiner Wohlstand 737 fg. Krieg 742. 1031. Friede 744. Mißwachs und Teuerung 749. Gewitter 751. Nach Gewittern 754. Feuersnot 755 fg. Seuchen 767. In allerlei Trübsal 769 fg. 1032. Vorbereitung auf den Tod 783 fg. 989. Furchtloser Hinblick auf Grab und Tod 788 fg. 1033. 1034. 1035. 1036. 1037. Der Christ im Sterben 812 fg. Andenken an Verstorbene 816 fg. Bei Begräbnissen 819 fg. Bei besondern Todesfällen 826 fg. In besondern Zeiten. Lebenszeiten. Jugend 842. Alter 843. Kirchliche Zeiten. Neues Kirchenjahr 844 fg. 1038. Sonntag 849 fg. Beim sonntäglichen Gottesdienste 853 fg. 953 fg. 1039. Kirchweihfest 859 fg. 1040. Buß- und Bettag 862 fg. Jahreswechsel. Jahresanfang 865 fg. 993. 1041. Schluß des Jahres 874 fg. Jahreszeiten 877. Frühling 878. Sommer 881. Herbst 882. Winter 883. Saat- und Erntezeiten. Aussaat 844 fg. Ernte 887 fg. Nach der Ernte 889 fg. Tageszeiten. Morgen 895 fg. 1042. Morgenfürbitte 913. Am Morgen des Sonntags 914 fg. Am Morgen des ersten Werktages 916. Zur Tischzeit 919 fg. Abend 924 fg. 1043. Abendfürbitte 944. Prüfung am Abend 945. Am Ende der Woche 950. Am Tage Am Geburtstage des Landesherrn 1044. der Orgelweihe 951. Anhang. Ältere unverändert gebliebene und neu hinzugekommene Lieder 953 fg.,( welche unter der gehörigen Rubrik angemerkt sind). Astand Happ Bandu 19 al mendapa m Cho 2 106 Altarverse, zum Wechselgesange zwischen dem Geistlichen und der Gemeinde. 1. Geistl. Der Herr sei mit euch! Gem. Und mit deinem Geiste! 2. Geistl. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! HalleGem. 3. Geist 1. Gem. 4. Geist 1. Gem. 5. Geist I. Gem. 6. Geistl. Gem. 7. Geistl. Gem. An Sonntagen. lujah! Und bringen Frucht in Geduld! Hallelujah! Herr, heilige uns in deiner Wahrheit! Denn dein Wort ist die Wahrheit! Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte! Hallelujah! Und ein Licht auf meinem Wege! Hall. Unsere Hülfe steht im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde gemacht hat. Lobe den Herrn, meine Seele. Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott und alle Welt fürchte ihn! 8. Geist 1. Herr, zeige uns deine Wege! Gem. Lehre uns deine Steige! Herr, erhalte uns dein Wort! 9. Geist 1. Gem. 10. Geist I. Denn dein Wort ist unseres Herzens Freude und Trost. Nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, Welches kann eure Seelen selig machen. 11. Geistl. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang Gem. Von nun an bis in Ewigkeit. Gem. 12. Geist I. Gem. 13. Geist 1. Gem. 14. Geist 1. Gem. An Fest- und Feiertagen überhaupt. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht. Hall. Lasset uns freuen, und fröhlich darinnen sein! Hall. Dienet dem Herrn mit Freuden! Hall. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Hall. Betet an den Herrn im heiligen Schmuck. Hall. Es fürchte ihn alle Welt. Hall. 15. Geistl. VIII 15. Geistl. Gem. 16. Geist I. Gem. 17. Geist I. Gem. Daß der König der Ehren einziehe. Hall. bilhe Zu Weihnachten. 6 18. Geist I. Euch ist heute der Heiland geboren! Hall. Gem. Welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids! Hall. 19. Geistl. Ein Kind ist uns geboren! Hall. Ein Sohn ist uns gegeben! Hall. Gem. 20. Geist 1. Gem. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden! Hall. Und den Menschen ein Wohlgefallen! Hall. Siehe, ich verkündige euch große Freude! Hall. Die allem Volke widerfahren wird! Hall. 21. Geistl. Gem. 22. Geist I. Gem. Altarverse. Zur Adventszeit. Hosianna dem Sohne Davids! Hall. Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hall. Bereitet dem Herrn den Weg! Hall. Macht auf dem Gefilde eine ebne Bahn unserm Gott! Hall. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch! Hallelujah! 23. Geist 1. Gem. 24. Geist l. Gem. 25. Geist 1. Gem. 26. Geist 1. Gem. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns! Hall. Und wir sahen seine Herrlichkeit! Hall. Zum Neujahrstage. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für! Hall. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jesus Christus gestern und heute. Hall. Und derselbe auch in Ewigkeit. Herr, hebe an zu segnen dein Volk, Denn was du segnest, das ist gesegnet ewiglich. Gott, gieb Fried' in deinem Lande! Glück und Heil zu allem Stande! Am Feste der Erscheinung Christi. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt! Hall. Und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Hall. Lobet den Herrn, alle Heiden! Hall. Und preiset ihn, alle Völker! Hall. 27. Geistl. Gem. 28. Geistl. Gem. 29. Geistl. Das Volk, das im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht! Hall. Gem. Und über die, die da wohnen im finstern Lande, scheinet es herrlich! Hall. Am Feste der Darstellung Ehristi( Mariä Reinigung). 30. Geist 1. Herr, einst läsfest du deinen Diener in Friede fahren! Hall. Gem. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen! Hall. 31. Geistl. 31. Geist 1. Gem. 32. Geist 1. Gem. 33. Geist I. Gem. 34. Geist 1. Gem. 35. Geistl. Gem. 36. Geist 1. Gem. 37. Geistl. Gem. 38. Geist 1. Gem. 39. Geist 1. Gem. 40. Geistl. Gem. Am Feste der Verkündigung Mariä. Also hat Gott die Welt geliebet, Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Gott hat seinen eingebornen Sohn gesandt in die Welt! Hall. Daß wir durch ihn leben sollen. Hall. 41. Geist I. Gem. 42. Geistl. Gem. 43. Geistl. Gem. 44. Geist 1. Gem. 45. Geist I. Gem. 46. Geist l. Altarverse. IX Gott hat bereitet seinen Sohn vor allen Völkern. Hall. Ein Licht, das alle Welt erleuchten soll! Hall. Gott hat seinen Sohn unter das Gesetz gethan! Hall. Auf daß er die, so unter dem Gesez waren, erlösete! Hall. Gem. 47. Geist I. Gem. Zur Passionszeit. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet. Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten. Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit. Und lud auf sich unsre Schmerzen. Siehe, das ist Gottes Lamm! Welches der Welt Sünde trägt. Christus hat unsre Sünde selbst an seinem Leibe geopfert. Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Gott hat seines eignen Sohnes nicht verschont, Sondern ihn für uns alle dahingegeben. Am Gründonnerstage. Christus hat gestiftet ein Gedächtnis seiner Wunden, Der gnädige und barmherzige Herr. So oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herren Tod verkündigen! Hall. Bis daß er kommt! Hall. Am Osterfeste. Der Herr ist auferstanden. Hall. Der Herr ist wahrhaftig auferstanden. Hall. Christus hat dem Tode die Macht genommen! Hall. Und das Leben und ein unvergünglich' Wesen ans Licht gebracht. Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben! Hall. Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket! Hall. Ich bin, spricht Christus, die Auferstehung und das Leben! Hall. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Hall. Halt' im Gedächtnis Jesum Christum! Hall. Der auferstanden ist von den Toten! Hall. 48. Geiftl. X 48. Geist I. Gem. 49. Geist 1. Gem. 50. Geistl. Gem. 51. Geist I. Gem. 52. Geist I. Gem. 53. Geist I. Gem. 54. Geist 1. Gem. 55. Geist I. Gem. 56. Geist 1. Gem. 57. Geist 1. Gem. 58. Geist I. Gem. 59. Geist I. Gem. 60. Geist 1. Gem. Altarverse. Christus ist auferwecket durch dieHerrlichkeit des Vaters! Hall. Also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln! Hall. 61. Geist I. Am Feste der Himmelfahrt. Christus ist aufgefahren über alle Himmel. Hall. Auf daß er alles erfüllete. Hall. Ich fahre auf, spricht Christus, zu meinem Vater und zu eurem Vater! Hall. Zu meinem Gott und zu eurem Gott! Hall. Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Hall. Tod, wo ist nun dein Stachel; Hölle, wo ist nun dein Sieg? Hall. Gem. 62. Geist I. Gem. 63. Geift I. Gem. Unser Wandel ist im Himmel! Hall. Von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi. Hall. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Zu Pfingsten. Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch! Hall. Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden! Hall. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen! Dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn! Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz! Und gieb mir einen neuen gewissen Geist! Gottes Geist giebt Zeugnis unserm Geist! Hall. Daß wir Gottes Kinder sind! Hall. Christus hat auf einen Felsen gebauet seine Gemeine! Hall. Und die Pforten der Höllen sollen sie nicht überwältigen! Hall. Am Feste Johannis, des Täufers. Gelobet sei der Herr, der Gott Jsraels! Hall. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk! Hall. Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Engel senden. Hall. Der vor mir her den Weg bereiten soll. Hall. Bereitet dem Herrn den Weg! Hall. Machet seine Steige richtig. Hall. Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth! Hall. Alle Lande sind seiner Ehren voll! Hall. Wir loben Gott, den Vater, Sohn und heiligen Geist! Hall. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit! Hall. Von ihm, durch ihn und in ihm sind alle Dinge! Hall. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Hall. Am Altarverse. Am Feste Mariä Heimsuchung. Meine Seele erhebet den Herren! Hall. 64. Geist I. Gem. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes! Hall. Gott hat große Dinge an uns gethan! Hall. 65. Geist 1. Gem. Der da mächtig ist, und des Name heilig ist! Hall. 66. Geistl. Gottes Barmherzigkeit währet immer für und für! Hall. Bei denen, die ihn fürchten. Hall. Gem. Gem. 73. Geist 1. Gem. 74. Geist 1. Gem. 67. Geist I. Gem. 68. Geist 1. Gem. 69. Geist 1. Gem. An Dankfesten, namentlich nach der Ernte. 70. Geist 1. Lobe den Herrn, meine Seele! Hall. Gem. Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Hall. 71. Geistl. Gott hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder. Hall. Der gnädige und barmherzige Herr! Hall. Gem. 72. Geist 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Hall. Und seine Güte währet ewiglich. Hall. Opfere Gott Dank. Hall. 75. Geist I. Gem. XI Am Michaelisfeste. Lobet den Herrn, ihr, seine Engel, ihr starken Helden! Hall. Die ihr seine Befehle ausrichtet! Hall. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten. Hall. Und hilft ihnen aus. Hall. 79. Geist I. Gem. Und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Hall. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist! Hall. Wohl dem, der auf ihn trauet! Hall. 76. Geistl. Herr, dein Wort bleibt ewiglich. Hall. Deine Wahrheit für und für. Hall. Gem. 77. Geist I. Gem. 78. Geistl. Gem. Am Reformationsfeste. Der Herr hat Großes an uns gethan. Hall. Der Herr hat Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich. Hall. Wir haben ein festes prophetisches Wort. Hall. Und wir thun wohl, daß wir darauf achten! Hall. Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die da selig macht. Hall. Alle, die daran glauben. Hall. Am Kirchweihfeste. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Hall. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn. Hall. 80. Geistl. X 48. Geist Ger 49. Geist Gen 50. Geist Gen 51. Geist Gen 52. Geist Gen 53. Geistl Gem 54. Geift I Gem 55. Geist l Gem 56.& e i ft I Gem 57. Geist 1. Gem A 58. Geist I. Gem 59. Geift 1. Gem. 60. Geift 1. Gem. 21 61. Ge i ft I. Gem. 62. Geist I. Gem. 63. Ge i ft 1. Gem. XII 80. Geistl. Gem. An Buß- und Bettagen. 81. Geistl. Aus der Tiefe ruf' ich, Herr, zu dir. Gem. 82. Geist 1. Gem. 83. Geistl. 84. Gem. Geistl. Gem. 85. Geist 1. Gem. 86. Geist I. Gem. 87. Geist 1. Gem. 88. Geist 1. Gem. Altarverse. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses! Hall. Und den Ort, da deine Ehre wohnet! Hall. 89. Geist 1. Gem. 90. Geist 1. Gem. 91. Geistl. Gem. 92. Geistl. Gem. Herr, laß deine Ohren merken auf die Stimme meinesFleher Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn. Züchtige mich nicht in deinem Grimm. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, Und tilge meine Sünden nach deiner Barmherzigkeit! Verwirf mich nicht, o Gott, von deinem Angesicht! Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden! Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat! Nach der heiligen Abendmahlsfeier. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich! Hall. Und seine Güte währet ewiglich! Hall. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist! Wohl dem, der auf ihn traut! 93. Geist I. Gem. 94. Geist I. Gem. 95. Geistl. Gem. 96. Geist I. Gem. Am Tage der Konfirmation. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht. Hall. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Sei getreu, spricht der Herr, bis in den Tod! So will ich dir die Krone des Lebens geben. Halte, was du hast, so spricht der Herr Herr, dein Erbai Daß niemand deine Krone raube. Basset uns ihn lieben, Denn er hat uns erst geliebet. So jemand wird aufthun, spricht der Herr, zu dem wer ich eingehn. Hall. Und mein Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Ha Bei Beerdigungen. ( Feier zum Gedächtnis der Verstorbenen). Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben! Hall. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit! Ha Leben wir, so leben wir dem Herrn! Hall. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn! Hall. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen! Auf daß wir flug werden. Christus ist die Auferstehung und das Leben. Wer an ihn glaubt, wird leben, ob er gleich stürbe. 97. Geif Altarverse. XIII 7. Geistl. Der Herr wird mich erlösen von allem übel! Hall. Gem. Und aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. Hall. Christus wird unsern nichtigen Leib verklären. Hall. Daß er ähnlich werde seinem verklärten Beibe. Hall. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Hall. 8. Geist I. Gem. Geistl. Gem. 19. n 0. 31 Geist I. Gem. 20 1. Geist 1. Gem. 2. Geist I. Gem. 3. Geistl. Siehe an Herr unsern Jammer und Elend! Und vergieb uns alle unsere Sünde! Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. Gem. 4. Geist 1. Gem. Geist I. Gem. 3. Geistl. 9. Gem. Geistl. Gem. 0. Geist I. Gem. 11. Geistl. Gem. Und er wird mich hernach aus der Erden auferwecken. Hall. Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand. Hall. Und keine Qual rühret sie an. Hall. m gute Witterung, Frieden u.gemeine Wohlfahrt. Geist I. Gem. 7. Geistl. Gem. 12. Geist I. Gem. Bei allgemeiner Not. Rufe mich an, spricht der Herr, in der Zeit der Not, so will ich dich erretten. Und du sollst mich preisen. Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoff' auf ihn! Er wird's wohl machen. Eine Hülfe in den größten Nöten, die uns getroffen haben. Wir haben einen Gott, der da hilft. Hall. Und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Hall. Aller Augen warten auf dich, Herr, unser Gott. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Gott, gieb Fried' in deinem Lande! Glück und Heil zu allem Stande! Deine Hand, o Herr, schüße das Volk deiner Rechten. Und die Leute, die du dir festiglich erwählet. Hall. Kommt her und schauet die Werke des Herrn. Hall. Der den Kriegen steuert in aller Welt. Hall. Gustav- Adolfs- Fest. Laßt uns Gutes thun an jedermann. Allermeist aber an des Glaubens Genossen. Lobe Zion, deinen Gott. Hall. Der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten. Hall. Missionsfest. Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei. Hall. Und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet. Hall. 2015 mi s sa du Raip thy 2336h) Erste Abteilung. Glaube des Christen. GUT Mel. Ich dank' dir schon 2c. 1. Anbetung sei dir, Herrlichſter, Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist dir gleich, wer würdiger, daß man ihm Ehre bringe? 2. In dir vereinigt alles sich, was wir vollkommen nennen. Preis dir, Heil uns, Herr, daß wir dich als unsern Vater kennen. 3. Nun dürfen wir, wir Schwache, nicht vor deiner Größe beben; zu dir kann sich mit Zuversicht, froh unser Herz erheben.d 4. Du, dessen Macht unendlich ist, bist auch der Gott der Liebe; und ewig, wie du selber bist, sind deines Wohlthuns Triebe. 5. Wer dir nur folgt, den führest du, auf sichern, graden Wegen, hier einer wahren Geistesruh', dort vollem Heil entgegen. 6. Ja, nicht bloß zur Zufrieden heit auf kurzem Pilgerpfade, zu Frenden einer Ewigkeit erschuf uns deine Gnade. 7. Wie sollten wir nun deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben; und als dein Volk und Eigentum nicht dir zur Ehre leben? 8. Kein Tag von unsrer Lebenszeit soll, Höchster, uns vergehen, an dem wir deine Herrlichkeit nicht ehrfurchtsvoll erhöhen. 9. Mit Unterwerfung, Lieb' und Dank soll unser Herz dich ehren; und einst soll unsern Lobgesang der ganze Himmel hören. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 2. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, welchen Erd' und Himmel ehrt, ist eures höchsten Lobes wert. 2. Lobt ihn; sein ganzer Nam' ist Ruhm, Unendlichkeit sein Eigen- i tum. Dies grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sei, ihn erhöhn; solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, macht himmlisch froh, und stillt den Schmerz. 1 4. Wie Gott, überhaupt. 2 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. O, welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! Welch eine teure, süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr ge= schenkt. Die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist wohlthätiger, als er? O, welche Gaben soll uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 3. Schätze diese deine Würde, und giacht' es nie für eine Bürde, lobsingend Gottes dich zu freun. Seligkeit ist's, ihn zu loben. Wie wird der Geist dadurch erhoben! Und welch ein Glück kann größer sein? Im voraus schmeckt er schon der Frommen künft'gen Lohn, Himmelsfreuden. Erheitert sieht sich sein Gemüt, und Kummer, der ihn nagte, flieht. 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das einz'ge, was ihr geben könnt? 11. So preist denn, Christen, preist den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Bedenkt, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des Dankes wert? Gnade, womit er auf des Lebens Pfade dich führt, sei täglich dein Gesang! So fordert's der Beruf, dazu sein Arm dich schuf! Seiner Aufsicht sollst du dich freun, ihm ganz dich weihn, und Herold seines Ruhmes sein. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 3. Bringe deinem Gott, dem Größten, dem Weisesten, dem Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dant! Seine Majestät und 2. Was im Himmel und auf Erden nur je sein Allmachtswort hieß werden, verkündigt seine Herrlichund du, du wärest ihm zur Ehre, nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch dir gab seine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, wie groß er ist, er, des du bist, der huldvoll deiner nie vergißt. 4. Immer inniger und fester wird er mit dir, du Allerbester, durch deines Namens Preis vereint; fühlte sich immer mehr getrieben, aus allen Kräften dich zu lieben, als seinen Vater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Mut, von dir, du höchstes Gut, froh zu hoffen, was für die Zeit und Ewigkeit ihm nützt, und sichern Trost verleiht! 5. Sollt' ich denn nicht gern dich preisen, und dir, mein Gott, den Dank erweisen, der deiner Vatertreu gebührt? Täglich will ich dir lobsingen, und mich im Geiste zu dir schwingen, bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da liegen dann vor Gott, überhaupt. vor mir mehr Quellen noch, als hier, immer offen, auf ewig dein mich zu erfreun, und deines Preises voll zu sein. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 4. Don allen Himmeln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, bist selig ohne ihn; doch bleibt dein Lob stets unsre Pflicht. Wer darf sich der entziehn? 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, dir danken hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Und du, der uns Empfindung gab für deine Herrlichkeit, siehst huldreich auf das Lob herab, das unser Herz bir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu deinem Throne schwingt. 7. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein, und dankvoll deiner Gütigkeit stets unser Herz sich freun. 8. Einst singen wir im höhern Ton dir unsrer Seele Dant, und dann erschallt an deinem Thron ein beßrer Lobgesang. Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 5. Laßt uns den Herrlichen erheben, den Einzigen, den Vater jeder 3 Welt; der uns, der für der Menschen Leben die schöne Erde schuf und uns erhält; uns schönre Wohnungen in seiner Stadt, die über Sonnen stebt, bereitet hat. 2. Aus allen Welten tönen Lieder, aus allen Himmeln Jubel ihm empor; ihm hallet jede Tiefe wieder; und wir frohlockten nicht in dieses Chor? Wer fühlt sie ganz, die Würde, Mensch zu sein, und kann nicht Gottes sich lobsingend freun? 3. Und können wir genug ihn preisen, der unaussprechlich groß und herrlich ist; der Welten ruft, in ihren Kreisen die Sterne führt, und unser nicht vergißt; der immer wacht, stets Segen um sich streut, und jedes Leben, selbst den Wurm erfreut? 4. Wer kann es je genug erheben, was Gott für ihn aus Vaterliebe that, seitdem er aus dem Nichts ins Leben, fremd auf den Schauplat seiner Wunder trat? Wer zählt's? Wem floß nicht Segen, Freud' und Ruh' und Hülf' und Trost an jedem Tage zu? 5. Und wessen Lob erreicht, wie weise, wie liebreich Gott sein Schicksal noch regiert; ihn stärkt auf seiner Lebensreise, ihn schützt, ihn aus der Nacht zum Lichte führt? wie väterlich Gott immer sorgt, unt ihn für eine begre Welt hier zu erziehn? 6. Frohlockt! Frohlockt! Wir sind berufen, Bewohner seines Himmels einst zu sein, und, wie an seines Thrones Stufen die Engel, seiner uns schon hier zu freun. Welch Glück, voll Preises hier vor ihm zu stehn, wie sie, die mehr von seiner Größe sehn! 7. Drum sei des großen Vaters 1* Ruhme 4 Gott, dessen Daſein. Ruhme stets unser Herz, oft unser Lied geweiht! Nicht nur in seinem Heiligtume, auch in den Hallen unsrer Einsamkeit, auch oft in uns rer Lieben frohem Kreis ertöne feierlich ihm Dank und Preis. 8. Wenn wir den Geist zu ihm erheben, vom Irdischen, wo er sich oft vergißt, hinauf in reinem Wohllaut schweben, wo ew'ges Heil, das Licht der Wahrheit ist, dann schwindet jeder eitle Traum der Zeit; wir atmen Wonne seiner Ewigkeit. 9. Von dieser Seligkeit durch2. Bestimmt zum Himmel, leb' ich hier im Durst nach höhern Freuden. Wer stillt die heiße Sehnsucht mir? Wer rettet mich von Leiden? Wenn sich mein Herz der Tugend weiht, wer knüpft an sie die Seligkeit? Wer reicht mir Siegesfronen? thout Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. die Sonn' entsteigt in voller Pracht dem Schoß der Morgenröte. 6. Es ist ein Gott; o, fühl' es, Herz! erhebt euch, ihr Gedanken! Im höchsten Glück, im tiefsten Schmerz, soll nie mein Glaube wanken. Was giebt mir im Geräusch der Welt die Hoffnung, die mich froh erhält, wenn ich an Gott nicht glaube? 12 eur 3. Du bist es, Gott; du bist und lebst! Gleich Felsen steht mein Glaube. Du lohnst der Tugend, du erhebst sie mächtig aus dem Staube. Du bist und lebst! Ich seh' es ja an deinen Werken fern und nah; du schufft und trägst sie alle. drungen, wird immer besser, frömmer unser Herz. Es sei dann unser Pfad verschlungen; wir gehn getroft, sehn Wohlthat selbst im Schmerz. Und naht sich uns der Tod: wir fürchten nichts; er kommt, ein Engel im Gewand des Lichts. 4. Am Himmel prangt der Allmacht Bild; da funkeln deine Sterne; da leuchtet mir so sanft und mild dein Mond aus jener Ferne; da flicht vor deinem Glanz die Nacht; 10. O, wann er kommt, der Gottgesandte, uns heimzuführen in das Vaterland; wir reichen an des Grabes Rande ihm frendig, ihm mit Dank und Preis die Hand. Heil uns! dann jauchzen wir im Engelchor dem Höchsten reiner unser Lob empor. 5. Du, Schöpfer, du nur zogst fie an mit diesem Strahlenkleide; du wälzest sie durch ihre Bahn zu deiner Kinder Freude. Nur du haft dort mit starker Hand das Zelt ſo herrlich ausgespannt, worin die Welten freisen. 6. In tausend Stimmen rauscht und tönt dein Leben durch die Wälder; dein Segen, Herr, verjüngt und krönt mit Schmuck die reichen Felder. Du bindest Stürm' und Wolken los; du rufft den Blitz aus dunkelm Schoß; dir rauscht die Meereswoge. 7. Und sollt' auch alles, alles hier vor meinem Blicke schwinden; doch würd' ich den Beweis in mir von deinem Dasein finden. Ich bin, ich bin, wie könnt' ich sein, wär' ich, o Herr der Welt, nicht dein, nicht dein Geschöpf, o Vater! 8. Der mich aus seiner Quelle tränkt, mich speist von seinem Gute, des Kraft in meiner Seele denkt, und wall in meinem Blute, und fühlt und wirkt in Herz und Sinn, durch Gott, dessen durch den ich ward, durch den ich bin, ja, der muß sein und leben. 9. Ich blicke, Gott, mit Zuver sicht empor zu deiner Höhe. Du bist und lebst; ich zweifle nicht; ob ich dich gleich nicht sehe. O, laß doch meinen Glauben rein, laß ihn durch Werke thätig sein; dann wirst du in mir leben! hes Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 7.0 Gott! aus deinen Werken kann ich dein Dasein merken; in allen Kreaturen find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist, Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bist's, Gott; deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Güte dem achtsamen Gemüte. 6. Der zarte Wurm im Staube, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlanken Halmen sind deines Ruhmes Psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben, und ewig hoch zu loben; wenn auch der Thoren Rotten dich leugnen und verspotten. Daſein. 5 Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. 8. Gott, deiner Werke jedes ist von dir uns Pfand und Siegel; das kleinste ruft uns, daß du bist, und ist von Punkt in der Natur trägt deiner dir ein Spiegel. Ein jeder weisen Allmacht Spur, ist Ausfluß deiner Güte. M 8. Laß alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfurcht nennen, und die dir fest vertrauen, auch deine Hülfe schauen. 2. Am hohen Himmel strahlet sie, die Sonne, dir zur Ehre; dich preist der Mond; es schweigen nie von dir der Wesen Heere. Von dir, von dir spricht jeder Strahl der unzählbaren Sternenzahl; von dir zeugt Erd' und Himmel. 3. Und jeder Zeitpunkt, jeder Ort ist Offenbarung deiner. Und dennoch fand dich, ohne Wort von dir, der Menschen keiner! Erscheinen, dastehn mußtest du; du riefst dem ersten Menschen zu: Sieh', hier bin ich, dein Schöpfer. 4. Wie menschlich machtest du dich kund, du Gott, den Menschenkindern! Voll Ernst und Gnade sprach dein Mund mit Heiligen und Sündern. Vernommen wurde, bald mit Bust, dein Wort, bald mit beklemmter Brust, und durch die Schrift verewigt. 17 5. Die Wunder wurden angesehn, voll Einfalt dann beschrieben, durch Zengen bald, und bald durch den, den, Gott, dein Geist getrieben; so kam zu uns, der späten Welt, dein Wort, das niemals trügt und fehlt, dem Kraft entströmt und Leben. 6. Unschätbar ist uns, Gott, dies Wort, voll Geist und reich an Gnade! Es hilft dem Schwachen mächtig fort durch rauhe Dornenpfade! Es ist ein Licht in Finsternis! Es macht den Wahrheitsfreund gewiß von Ewigkeit und Himmel. 7. An 6 Gott, dessen Wesen. 7. Anbetung, Dank dir für dies gleichen. Anbetung, Dank dir, daß Licht, dem alle Schatten weichen! du kamst, die Bind' uns von den Nein, was nur Menschenweisheit Augen nahmst, dich, Vater, zu erspricht, kann deinem Wort nicht kennen! Mel. Nun danket alle Gott 2c. 9. Anbetungswürd'ger Gott, mit du bist. Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen tönnen. O, flöße meinem Geist die tiefste Demut ein, und laß mich stets por dir voll Ehrerbietung sein. 2. Du riefft dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mans nigfaltigste um dich her auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rat sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 3. Du sprichst; und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deiner Allmacht Hand regierest du die Welt, und deine Kraft vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, Staub vor dir; wie bald kannst du fie töten! Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und alles, was da lebt, erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir heller ein, wie herrlich, Gott, Ruhm von uns besungen. Ver7. Indes sei auch schon jetzt dein schmähe nicht ein Lob von unsern schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst im hellern Licht dich sehn, vollkommner unser Lied dich, großer Gott, erhöhn, ( 10) Mel. Aus meines Herzens ze.. 11. Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Er ist der höchste Geist. Er will auch schon auf Erden von mir verherrlicht werden, wie ihn der Engel preist. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen; kein Mensch, kein Engel ist dem Höchsten zu vergleichen, den kein Gedank' ermißt. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne dein Antlig schöner glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne! Was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit aller Pracht, womit der Herr euch schmücket, womit ihr uns entzücket, bloß Schimmer seiner Macht. 4. Der Gott, an den ich glaube, hat keinen Leib, wie ich. Er, der mich Staub vom Staube belebt hat, lebt durch sich; braucht keines Sinns, und schafft und wirkt uneingeschränket it Gott, dessen schränket, braucht keiner Hülf', und denket und will aus eigner Kraft. 5. Wie sollen wir dich nennen, Beherrscher aller Welt? Was wissen wir? Wir kennen kaum, was ins Auge fällt. Des Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister; und vor dir, ihrem Meister, staunt selbst ihr Heer, und schweigt. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 12. Es ist doch nur ein ein'ger Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; ist über alles hoch erhöht, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Nam', und mit Einheit. 7 6. O, nenn' ihn Vater, Seele, der väterlich dich liebt! Erfülle die Befehle, die er dir freundlich giebt, und ehr' ihn durch Vertraun! Dann wirst du über Sternen ihn näher kennen lernen, ihn immer größer schaun. 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch deine Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war das Trockne nicht; kein Meer strömt' an der Berge Gründen her; du aber warst schon ewig. 3. Nicht eine Stund' ist es vor der That kann er es auch beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rat, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dir nur gebühret Preis und Ehr'; wo ist je deinesgleichen? Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; wie sollt' ich von dir weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, an dem ich hange; und ewig soll's kein andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. ( 13.) dir, vom Anfang bis zum Ende. Nur Augenblicke leben wir, die Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 14. Erhaben über Welt und Beit, lebst du, Gott, ohne Schranken, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie staunt bei dem Gedanken mein gan= zer Geist! Er sinnt ihm nach; er finnt und forscht, und ist zu schwach, dein ew'ges Sein zu fassen. 4. Ja, du bist ewig, du stirbst nie; bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur sichern Zuflucht wähle. Denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! 5. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen; dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt, er soll dein Antlig schauen. Auch ruht mein Leib nur kurze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. : 6. D, Gott, dessen Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 8 6. O, wohl mir, wenn ich nun schon hier nach ew'gen Gütern strebe, und dir, o Ewiger, nur dir zum Wohlgefallen lebe! Dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Frommen ewig teil, und jauchze dir auf immer. 191931 7. O, lehre mich hier in der Zeit, die du mir noch wirst schenken, der Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. ſeligen Unsterblichkeit mit allem 16. Wer gleicht dir, Gott? UnErnst gedenken! Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Mut, gerecht vor dir zu leben! denkbar ist die Zahl von deinen Jahren. warst, o Schöpfer, was du bist, eh' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir immer selbst genug, und keiner Welt bedürftig! Mel. Die Sonn' hat sich mit 2c. 1101 15. Herr Gott, du biſt die Zuflucht aller Zeiten; denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell verblüht das Leben doch in mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, die Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte. Du schüßest sie mit deiner starken Rechte; du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 2. Ja, Höchster, tausend Jahre sind dir weniger, als Stunden; dir, wie der Tropfen schnell zerrinnt, begonnen und verschwunden; sie sind, entflohen, immerdar mit allem, was da ist und war, doch dir noch gegenwärtig. 3. Was bin ich, Gott, vor dir, ich Staub, ich schnell verblühte Blume; ich, ach, wie bald des Grabes Raub, mit Glück und Lust und Ruhme? Wie ein Geschwätz des Tages fleucht mein Pilgerleben hin; es gleicht dem leichten Morgentraume. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir so viel in Augenblicken; entdeckest deinen Ratschluß mir, mich ewig zu beglücken. Du machst dies Leben, dir sei Dank! zu einem heitern Übergang in jenes beßre Leben. 5. Unwandelbar und ewig ist, Herr, deine Gnad' und Treue. Du bleibst auf immer, was du bist, der Gott, des ich mich freue. Ob Erd' und Himmel untergeht, wohl mir! wohl mir! dein Wort besteht; du wirst mich nie verlassen. Gott, dessen Allgegenwart und Allwissenheit. ( 17.) Mel. Nun lob' meine Seele 2c. 18. Der ( 19.) Jer Herr ist in den Höhen; auch in den Tiefen ist der Herr. Mel. O Gott, du frommer 2c. Wo Menschen zu ihm flehen, wo 20. Herr, du erforscheſt mich, ihn die Engel schaun, ist er. Wo ich nur in Gedanken mich denk', ist er mir nah; ist, frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Wel ten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher; und wer ihm nur vertrauet, den schüßet, den versorget er. Er hört das Schrein der Raben; hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rat und Macht. Er ist's, der auch verborgen uns nah ist, uns bewacht. 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, dem, der so nah euch ist, entgehn? könnt wähnen, er, der Rächer, werd' euer finstres Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, sieht er vom Himmel sie, und alle Nacht auf Erden verbirgt vor ihm sie nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. 4. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot; hört sie, zählt ihre Thränen, hilft und verscheucht, was ihnen droht. Wohl mir! Zu meiner Rechten ist mir der Herr, mein Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo keinen Freund ich habe, wo niemand hilft, ist Gott. 9 Im Sturm, im Tod, im Grabe, und überall ist Gott! 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll; erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen: ich dir nicht verborgen. Auch da selbst an dem fernsten Meer blieb umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Wollt' ich in Finsternis mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst auch da, dir zu entfliehen. Die dickste Finsternis ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich juun 10 Gott, dessen Allgegenwart und Allwissenheit. wunderbar gemacht, und meiner, bleibt auch eine böse That vor aller eh' ich war, schon väterlich gedacht. Welt verhehlet: so kennst du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu; schaffst, daß mir Hülf' erscheine. Mit Vaterliebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen; da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah' mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu sein mir scheine. Sieh', ob mein Fuß viel leicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zurück auf ebnem, sicherm Pfad. uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und atme ich; du leitest, du beschüßest mich. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 21. Nie bist du, Höchster, von 22. Bu Gott, o Seele, schwing' dich auf, und werde Dank und Wonne! Er lenkt voll Kraft der Welten Lauf, zeigt ihre Bahn der Sonne! Darch ihn nur sind und leben wir; was mich erfreut, das schenkt er mir; er ist allgegenwärtig. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf' und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stillste Wunsch der Seele, der dunkelste Gedank' in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, und, über deine Huld erfreut, nach deinem Willen lebe: so siehst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 6. O drück', Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet. Und 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich; o Herr, verleih', daß dies mir Trost und Warnung sei! 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit mein Geist zu ihm erhebet, und, voll von hoher Seligkeit, in ihm, in ihm nur lebet: dann sieht sein gnadenvoller Blick mit Wohlgefallen auch mein Glück; er ist allgegenwärtig. 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vorsaß fasſe; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Laster hasse: so mangelt mir nie Licht und Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 4. Wenn Gott, dessen Allgegenwart und Allwissenheit. 11 4. Wenn er mir heitre Tage Aufgezeichnet steht ihr schon in giebt, und dieses Lebens Freuden, seinem Buche. und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden: so trau' ich ihm und zage nicht; denn er schafft Finsternis und Licht; er ist allgegenwärtig. 5. Und wenn mein Auge sterbend bricht, wenn jeder Sinn nun schwindet, und schon die bange Seele nicht der Freundschaft Trost empfindet; wenn nichts mehr mich erfreuen kann, o Gott der Hülfe! - dann, auch dann bist du mir gegenwärtig. 6. Dann schwing' ich mich zu dir hinauf, zu deines Himmels Freuden; beginne meinen höhern Lauf, auf ewig frei von Leiden; dann werd' ich dich, der alles lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt, mit allen Engeln preisen. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 23. Umsonst, umsonst verhüllst Mel. Ich weiß, mein Gott, daß zc. du dich, mein Herz, in was kann ich Gott verbergen? ich? 25. Allgegenwärtiger, ich bin Welch Thun, das er nicht wisse? Und wärst du dunkler, als das Grab: das Auge Gottes schaut hinab, und kennt auch deine Tiefen. dir nicht verborgen, wo ich bin, und könnt' auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröte bringen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch scid, Gedanken meiner Seele. Eh' ich euch selbst entdecken kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. 4. Der Herr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwinden. Sie bleiben; und ich träume doch: Gedanken sind nicht Sünden? Sie alle müssen an das Licht, wenn er erscheint, und im Gericht der Herzen Rat entdecket. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs vor aller Welt gebrochen; das Urteil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; nicht einer ist vergessen. DS 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, kein einziger mich quäle! Seid heilig! O, dann fürcht' ich nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. 3. Er kennet und durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Blißen gleich, schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: Sterbt! vergeht! Ich haß' euch! ( 24.) 2. Flög' ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken: so bist du da, ziehst mich hervor; nichts fann vor dir mich decken. 3. Stieg' ich aus Furcht vor dir hinab ins Haus der Finsternis, ins Grab: du bist auch da zugegen, und schwingest deinen Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Noch keines Herzens böser Rat, kein schnödes Wort, und keine That ist deinem Aug' entronnen. Du fennest 12 Gott, dessen kennest den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 5. O gehe, Herr, nicht ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Lehr' uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln. 6. Daß deinem Auge nichts entflieht, was war, und ist und einst geschieht, sei unsre Ruh' und Freude! Der Gott, der alles weiß und sieht, nimmt unser wahr im Leide. so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? M e I. Mir nach, spricht Christus 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 26. Herr, deine Allmacht reicht 27. O Gott, den alle Himmel ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat, Herr, dein Wort hervorgebracht. Und deiner tiefen Weisheit Licht erforscht der größte Weiſe nicht. 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt alles dir zu Füßen; du führest deinen Ratschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so stehet da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfjes Schöpf ungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr; in deiner Hand bleibt alles, was durch dich entstand. Allmacht. 6. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein blöder Geist verlieret sich, und fallt nur schwache Lieder; bewundert dich und deine Kraft, die Toten neues Leben schafft. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird einst mein Auge sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Toten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 7. O, schenke mir die Zuversicht, Macht, die Hülf' und Troſt verspricht, die deiner Macht vertrauet; der wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deine Gotteskraft, die alles kann, und alles schafft. 2. Du bist es, der die Tiere weidet, dem Baume selie Schönheit schenkt. Du bist's, der Berg und Thäler kleidet, und sie mit mildem Regen tränkt. Du bist es, der durch seine Kraft im Frühling alles neu erschafft. 3. Daß Flur und Garten sich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, die Bäume Laub und Blüten bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das alles kommt von dir, o Herr! Du willst, so wird's, Allmächtiger! 4. Wie viel vermag dein schaffend Werde, das einst dem Nichts zu sein gebot! Dein Lob verkündet schon die Erde, du herrlicher und starker Gott! doch lauter spricht des Himmels Pracht von deiner Größ' und Schöpfermacht. 5. Aus dir, du Urquell alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Gott, dessen Allmacht. Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in das Auge fällt. 1000 6. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie hehr, wie groß, Gott, deine Pracht. Es bleibt durch alle Ewigkeit, Jehovah, deine Herrlichkeit. 7. O, laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit Danken und Entzücken dich, ihren Schöpfer, oft erhöhn; mich immer deiner Schöpfung freun, und dir des Herzens Andacht weihn! Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 28. Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung reich und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner AUmacht Heere, hoch in den Himmeln, tief im Meere, verkündigt seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht; er hält im Gleichgewicht alle Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schuf er. 2. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet; er rührt den Berg an, und er raucht; speist den Vogel, nährt die Herde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit giebt er, zu seiner Zeit, allen Speise; schmückt und erhält die ganze Welt; ihm dankt, ihm jauchzet Wald und Feld. 13 3. Durch ihn stehn des Himmels Säulen; er rief dem Mond, das Jahr zu teilen; er schuf des Lichtes Herrlichkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret; Gott ist's, der alle Welten führet, und alle segnet und erfreut. Der Walfisch und der Wurm, der Blütenduft, der Sturm zeugt vom Höchsten; der Tag, die Nacht rühmt Gottes Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 4. Gott der Weisheit, Gott der Stärke, wie groß und viel sind deine Werke! wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren; da wimmelt es von frohen Heeren der Tiere, zahllos, wie der Sand. Mit Ordnung, mit Genuß, mit Reiz und Überfluß prangt die Erde, wohin entzückt mein Auge blickt, mit Wundern Gottes ausge= schmückt. 5. Der das Gras auf Wiesen kleidet, die Vögel nährt, die Lämmer weidet, Gott sorgt, als Vater, auch für mich. Auch mein Los in fernen Tagen hat er geordnet; sollt' ich zagen? Nein, meine Seel', ermuntre dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Er wird sorgen, er, der mich nährt, mein Flehn erhört, in Fülle Gates mir gewährt. and deng 6. Dank und Ehre Gott zu bringen, von ihm erfüllt, sein Lob zu singen, soll ewig meine Wonne sein. Laut soll ihm mein Lied erschallen; mein Opfer wird ihm wohlgefallen; er sieht's, wenn wir uns seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit. Ihm sei mein Herz geweiht, schon auf Erden! Dort werd' ich stehn, ihn selber sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. 14 Gott, dessen Weisheit. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) 29. O Schöpfer, jedes deiner Werke mat deiner Größe Ruhm bekannt, perkündigt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand! Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen unermeßne Zahl! 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlich keit und Pracht; ist, denn du wählest nur das Beste, ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannigfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut! 3. Oft ist uns, Herr, bein Weg verborgen; dein Rat ist dennoch wunderbar; der Ausgang deiner weisen Sorgen erhellt, was unbegreiflich war. Was du beschließest, das besteht; was dir entgegen strebt, vergeht. 4. Der Mensch hat seinen freien Willen; und dennoch muß, wie frei er wählt, er immer deinen Rat erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. Zu Schanden machst du Tück' und List, und lehrst, daß du nur weise bist. 5. O Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich das Gute nicht! Damit sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht. Deckst du, was täuschen kann, mir auf, so wandl' ich sicher meinen Lauf. 6. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir! ich lebe nicht vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. ( 30.) Mel. Gott des Himmels und 2c. 31. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rat, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo auch ich schon Weisheit seh'? Ist's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was sein Kind für Thorheit hält? Soll Gott, was nur Engel fassen, ordnen so, wie mir's gefällt? Hier sollst du dem Herrn vertraun; glauben hier, und dort erst schaun. 4. Soll er deine Wünsch erheben zu Beherrschern seiner Welt? Kann er heilig sein, und geben, was doch Lüsten nur gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Teil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein! 6. Darum auch auf rauhen Wegen, meine Seele, klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fass' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. ( 32.) Mel. Fren' dich sehr, o meine zc. 33. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Gott, dessen Heiligkeit und Gerechtigkeit. 15 Namens Heiligkeit werde stets von Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. uns gescheut! Laß sie uns doch 34. Heilig ist der Herr der Welten; kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. ihr Spötter, bebt vor seinem Schelten: die ihr Gesetz und Recht verhöhnt! mit gerechtem Abscheu siehet er den, der Licht und Wahrheit fliehet, und knechtisch bösen Lüften fröhnt. Fluch und Verderben ruht auf dem, der Böses thut. Gott ist heilig! Der Frevler Schar umringt Gefahr und Schrecken Gottes immerdar. 2. Heilig war sein Sohn auf Erden! Ihm täglich ähnlicher zu werden, ist unser heiliger Beruf. Ehren sollen wir im stillen, gleich ihm, des großen Vaters Willen, der zur Vollkommenheit uns schuf. Wer spricht: Ich kenne ihn, muß jedes Laster fliehn. Gott ist heilig! Wie glänzt am Thron des Christen Lohn, onder heilig lebt, wie Gottes Sohn! 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir ein Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Übelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden! 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht! Schaff' in uns stets reine Herzen; töt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig; aber wir sind verderbt; ach, wer kann zählen, großer Gott! wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht. Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach' uns dei nem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 3. Heilig ist der Geist der Gnade, der auf der Wahrheit lichtem Pfade dem hohen Ziel uns näher führt! Wohl dem, der des Geistes Triebe zu Gottesfurcht und Menschenliebe und edeln Werken in sich spürt! Sein Herz ist fromm und rein, und Jesus nennt ihn sein. Gott iſt heilig! O, folge gern dem Geist des Herrn! Sein Licht, o Mensch, dir nicht fern. 4. Sieh' das Licht in Jeju Lehre! Sie fordert seines Vaters Ehre; ihr Zweck ist unsre Seligkeit. Sie verkündet Heil und Frieden, wenn unser Herz nur stets hienieden im Glauben sich dem Himmel weiht. Doch sichern Sündern droht sein Wort mit Schmach und Tod. Gott ist heilig! Wer gläubig ehrt, was Jesus lehrt, der strebt empor, und wird verklärt. 5. Preis dem Freundlichen, dem Guten! Um sich für Sünder zu ber Gott, dessen Heiligkeit und Gerechtigkeit: verbluten, ging er zur Schädelſtätte 3. Die Frommen werden immerdar hin. Glaubt an ihn, ihr bangen in deinem Schatten grünen; und Sünder! O, glaubt, und werdet drohet ihnen auch Gefahr: du bist Gotteskinder, und bessert freudig und bleibst bei ihnen. Du hilfst; euren Sinn! Wer glaubt und sich und ernten sie nicht gleich: wie bekehrt, der ist des Mittlers wert. fruchtbar werden dann, wie reich, Gott ist heilig! Den Bösewicht er- die späten Ernten werden! rettet nicht des Sohnes Opfer im Gericht. 16 6. Selig sind die Überwinder, die Gott, als seine guten Kinder, dort inniger mit sich vereint! Himmelskronen sind erstritten, der Erde Leiden ausgelitten, der Pilger Thränen ausgeweint; und hohe Gottesruh' strömt seinen Duldern zu. Gott ist heilig! Sie liebten ihn, und er erschi um sie zum Licht emporzuziehn. 7. Auf, laßt uns als Christen ringen, nur edle Thaten zu vollbringen, wie Christus uns ein Beispiel gab! Frommer Sinn macht unsre Herzen im Glück vergnügt, getrost in Schmerzen, und föhnt uns aus mit Tod und Grab. Zur beffern Welt erhebt Gott den, der heilig lebt. Gott ist heilig! Ihm ähnlich sein, vermag allein, uns ewig, ewig zu erfreun. 4. Du, Gott, bist ihre Zuversicht, und wirst gerecht vergelten; wer dir gehorcht, den täuschet nicht die Hoffnung beßrer Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckst du künftig und belohnst die Thaten der Gerechten. 5. Oft prangt der Sünder wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, beschattet einen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wetter. Schon braust der Sturm; der Stolze fällt! entwurzelt liegt er und entstellt; zerstreut sind seine Blätter. 6. Und sollt' ich darum Unrecht thun, weil der Verbrecher Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruhn, ihr Haupt nicht hier schon trafen? Dein heiliges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt dem Sünder seine Thaten. 7. Gerechter Gott, dies warne mich, wenn mich die Sünde locket, eh' meine Seele sorglos sich verschlimmert und verstocket! Dein Geist, o Vater, gebe mir den Willen und die Kräfte, dir mit Freuden zu gehorchen. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 35. Du Ju bist, o Gott, gerecht; du giebst uns heilige Geseße, und willst, weil du das Gute liebst, daß keiner fie verletze. Dein Wort und unser Herz erklärt uns deines Willens hohen Wert. Sei, Herr, dafür gelobet! Mel. O Gott, du frommer 2c. 2. Was du befiehlst, machst du 36. Preis dir, dem Heiligen! auch leicht durch Antrieb und Vermögen. Wer nicht von deiner Ordnung weicht, dem lohnet. Heil und Segen. Ein Segen, den kein Sünder hat, erwächst aus des Gerechten Saat: die Ruhe des Gewissens. O, lehr' uns dir gefallen; laß uns auf Christi Bahn nach unserm Ziele wallen. Du zeigst uns unsre Pflicht; schenk' uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig sein und fromm und gut, wie du. 2. Wer 437 Gott, dessen Heiligkeit und Gerechtigkeit. 2. Wer schüßte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eigen Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer giebt der Tugend Ruh', auch wenn sie kämpfen muß? Du thust's, Vergelter, du! 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe. Sein Herz giebt Zeugnis ihm, daß er, was recht ist, thue; mit Seligkeit belohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich des Wegs, den er betrat. 4. Wer von der Frömmigkeit, von dir, Gerechter, weichet, der flieht umsonst den Arm, der durch die Himmel reichet; ihm drohet, ihm verfolgt, wo kein Verfolger ist, sein eignes banges Herz, durch das du Richter bist. 5. Drum will ich, Heiliger, die Sünde stets verachten; auf Jesu Christi Ruf und deinen Willen achten. Mein Sinn sei Jesu Sinn, so heilig und so rein! Dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens sein.. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 37. Gerechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; dut wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urteil fällen. laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beslissen sein, vor dir einst zu bestehen! O, 2. Du siehst von deinem hohen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Du siehest die Person nicht an; auf das 17 allein, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter! 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darein die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut; du bist ein Freund der Frommen; wer deinen Willen freudig thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestrast, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da stellest du ins helle Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphiert der Fromme. 7. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. 8. Und weil vor dir, gerechter Gott, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf' und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. 2 Mel. 18 Gott, dessen Liebe, Güte, Gnade u. Barmherzigkeit. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 38. Es lebt ein Gott, der Menschen liebt! ich seh's, wohin ich blicke; am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunkeln Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet; am Mond, wenn er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glühn und Berg und Wald bewegen; ich seh's, wenn sie vorüberfliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur, wenn Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüte; nicht nur, wenn reif die Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte: 5. Ich seh' sie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Sturm den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke enthüllt, so seh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden; ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie noch heitrer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh', ihr Lob in ew'ger Wonne. nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein! 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten, gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille; ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen 39. Wie groß ist des Allmächt'- sein! Sie stärk in mir die guten gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch blicks. Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten AugenMel. Gott, dessen Liebe, Güte, Gnade u. Barmherzigkeit. 19 Mel. Nun lobe meine Seele zc. 40. Gott, du bist die Liebe! Uns wohlzuthun, ist deine Bust. Drum preist mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Ganz ohne Maß und Grenzen ist deine Gütigfeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht, und hast auch uns, uns allen, viel Gutes zugedacht. wir wider dich verübt. Mit Gnaden mit Dank dir zu begegnen, jei ſtets uns zu segnen, ist ewig deine Lust; auch unsre Lust. Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Teil. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufft du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, fandt'st du den Sohn herab, der huldMel. Aus meines Herzens 2c. reich selbst sein Leben für uns Ver- 41. Groß ist des Höchsten Güte! Iorne gab. Wer sie nicht achtete, welch fühllos Sie rettet uns aus Not, erquicket Herz verriete der Unerkenntliche! uns im Leide, verwandelt es in Freude, versüßet selbst den Tod. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, als du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmut zu. Du lockest uns zur Buße. Und fallen wir ge= beugt voll Reue dir zu Fuße, voll Reu', die Beßrung zeugt: so schenkest du uns Armen, auch Trost an deiner Huld, und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu; selbſt unserm Flehn und Sorgen kommst du zuvor mit Batertreu'. Du Geber aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir nötig haben, versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Segen schon hier ,. noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüte zu dir voll Liebe sein. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel 2. Und meine Lippen schwiegen? Ich selbst versagte mir das himmlische Vergnügen, Gott, lobzusingen dir? Nein, Herr, von meinem Dank sei jeder Morgen Zeuge, und jeden Abend steige zu dir mein Lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwert ich's auch bin; treu bleibt zu allen Zeiten dein milder Vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in Kümmernissen mir wohl zu helfen wissen; dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine Huld ist größer, als es der Mensch versteht, dein Rat unendlich besser, als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuversicht! dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sei meine liebste Pflicht. Mel. 2* 20 Gott, dessen Liebe, Güte, Gnade u. Barmherzigkeit. Mel. Nun lobe meine Seele zc. 42. Mit fröhlichem Gemüte dankt, die ihr Christo angehört! Dankt Gott, daß seine Güte, so wie sein Leben, ewig währt! Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an Heil und Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf, zu sorgen, und sorget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Güt' erquickt. Erfreulich ist das Leben, und schauervoll der Tod; doch besser noch, als Leben ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so teuer! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und tröstender, als sie? freundlich Gott, dein Vater, ist! Auf! seinen Ruhm erzähle dein from= mes Saitenspiel, und deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl! Bon seiner Güte sage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der andern Nacht. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange, finstre Qualen, wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt Me I. Aus meines Herzens zc. und nährt? So weit nur Wesen 43. Mit Singen dich zu loben, wohnen, hat sie sich auch verklärt. 4. Wer wollte sie nicht loben? sie, die doch allen alles gab, vom hohen Engel droben bis zu des Staubs Gewürm herab. Von so viel Kreaturen läßt sie nicht eine leer, und breitet Segensspuren auf alle rings umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdfreis voll. 6. Wir sind viel zu geringe der Treu', die Gott an uns gethan! Wir schaun die großen Dinge mit heiliger Bewundrung an. Er schenkt den Sohn uns Sündern, erlöset uns durch ihn, erwählet uns zu Kindern, will selbst uns zu sich ziehn. Auf! da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt; lobsingt ihm! Amen! Amen! Sein Lob füll' alle Welt. 5. Zu ihrem Lob' erwecke vor allem du dein Herz, o Christ! Komm her, und sieh' und schmecke, wie ist, Gott, mein Herz bereit. Gieb selbst dazu von oben mir Kraft und Freudigkeit. Auf, Seele, bringe Dank! O, wäre doch mein Leben dem Gott, der mir's gegeben, ein steter Lobgesang. 2. Es freun sich deine Kinder des Reichtums deiner Huld; du trägst auch selbst den Sünder mit schonender Geduld. Gern willst du, daß der Christ beglückt hier auf der Erde, und einst dort selig werde, wo die Vergeltung ist. 3. Mein Gott, wie große Dinge hast du an mir gethan! Mein Herz ist zu geringe, mit dem ich danken kann. Wie groß ist deine Treu'! Ich werfe meine Sorgen auf dich; denn alle Morgen ist deine Güte neu. 4. Gott, du willst mich beglücken durch alles, was du thust; aus deinen Vaterblicken strömt in die Seele Lust. Du bist mein höchstes Gut, im Finstern meine Sonne, im Kummer Gott, dessen Liebe, Güte, Gnade u. Barmherzigkeit. 21 du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mic nie. Vor dir entflieht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn alles bricht: ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach, wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, dem schwachen Sohn des Staubes giebſt! Sünde häuf ich oft auf Sünde; und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbarmer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir, und lockst mich stets zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt, und wiederkehrt, o Preis dir, den begnadigst du! mer meine Wonne; du giebst mir Kraft und Mut. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sei. Sei dankbar, und entbrenne in Gegenlieb' und Treu'. Vertrau' ihm, hang' ihm an. Den Trost laß dir nicht rauben: Beglückt ist, wer im Glauben ihn Vater nennen kann! Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 44. Reget euch, ihr frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe; er ist's in alle Ewigkeit. O, wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist: ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit hier und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet auch da, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es, und erhebe mich. Mein heitrer Blick entdeckt in dem, was Thoren schreckt, nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und alles, alles preiset sie. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er der Sünder Heihernieder; er litt und starb für land sei. Weisheit kam mit ihm seine Brüder, und machte sie von Sünden frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien! Du sandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! Wer ist im Himmel, wer auf Erden, 7. Dir will ich gehorsam werden. Einst umstrahlet, gleich der Sonne, der so, wie du beglücken kann? mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh' ich nur treu auf meiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe, Liebe! O Herr der Zeit, und Ewigkeit! ich weiß, daß du die Liebe bist. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, und Freuden um mich her zu streun. Jeder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir beschützt und unterstüßt, durchlauf' ich mutig meine Bahn. Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 4. Trüben sich auch meine Tage: 45. So weit nur deine Sonnen hinweg mit jeder Jammerklage! Du nur, mein Vater, trübest sie, Licht entströmt den Dunkelheiten; glänzen, reicht, Vater, deine Huld, die uns erhält; reicht, über unsers Himmels Grenzen, im hohen Raume bis 22 bis zur fernsten Welt. Durch alle Zeit, in Ewigkeiten währt die Vatergüte, die dein Volk verehrt. Gott, dessen Langmut. 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, und keines ist von dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner Sorgen, bist immerdar auf aller Wohl bedacht. Vom Menschen bis hinab zum kleinsten Tier dankt alles Leben, Kraft und Hülfe dir. 3. Mit heilig freudigem Gemüte erheb' ich, o du Gott der Gnade! dich. Wie teuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so treu, so väterlich! uns, die wir kindlich, ohne Mel. Ein Lamm geht hin, und zc. 46. Mit welcher Langmut und Geduld trägst du die Menschenkinder! Wie trägst du bei gehäuster Schuld auch selbst die größten Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, Gott; es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie zu später Reu' entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbarmen. 2. Erbarmest du dich schon so sehr selbst der verstockten Sünder, so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg' in guten Werken: so bist du Vater, denkst daran, wie leicht ihr Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 3. Du warnest sie vor der Gefahr, noch eh' sie irre gehen; Gefallnen reichst du Stärke dar, vom Falle aufzustehen. Du lockest sie voll Lieb' und Huld, verheißest ihnen, ihre Schuld durch Christum zu vergeben; Furcht und Graun, dem sichern Schatten deiner Flügel trsun. 4. Mit welchem reichen Überflusse erfüllst du diese Welt, dein großes Haus! Du teilst ihn allen zum Genusse nach deinem weiſen Rate liebreich aus! Erbarmer, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben hast und bist. Sonne, 5. Wir, unerschaffne schauen in deinem ew'gen Lichte nur das Licht. Entziehe denen, die dir trauen, dein leuchtend gnadenvolles Antlig nicht. Gott, deine Vaterhuld sei über die, die dich verehren; segne, schüße sie! und stehn sie auf: wie feuert dann dein Trost sie zu dem Eifer an, unsträflicher zu leben! 4. Wenn sie oft furchtsam und mit Angst den Weg des Lebens wallen, nicht freudig, nicht, wie du's verlangst, mit vollem Wohlgefallen, wenn sie, nach Kampf und Mühe, sich entschlossen zeigen, Gott, für dich und ihre Pflicht zu leiden: dann hebst du und beruhigst fie, versüßest ihres Kampfes Müh' durch manche stille Freuden. 5. O Langmut, der nichts gleichen kann, gedenke stets der Sünder! Nimm mit Geduld dich ihrer an, als deiner schwachen Kinder! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch schnöden Mißbrauch deiner Huld; hilf uns das Böse haffen, daß alle sich, durch dich erneut, den Reichtum der Barmherzigkeit zum Himmel leiten lassen. Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 47. Laßt uns, dem Vater laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar Gott, dessen Wahrhaftigkeit und Treue. dankbar frohes Lied! Erwacht mit mir, uns aufzuschwingen, zu unserm Gott, der auf uns niedersieht, uns hört von seiner Höh'! Und reine Lust, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Bruſt. 2. Laßt uns ihm singen! Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle seine Gaben, für alle Vatertreu' bei Glück und Schmerz, für alle Freuden, alle Lieb' und Huld, für alle Güt' und schonende Geduld. 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen; hat, eh' wir waren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt; ruft uns zurück von ungerader Bahn, beut uns die Hand, und nimmt sich unser an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen undankbar oft, was er an uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, von der der schwache Mund nur lallen kann; ( 48.) Me I. Liebe, die du mich zum 2c. 49. Weicht ihr Berge! fallt ihr Hügel! Berg' und Felsen, ſtürzet ein! Fester wird, als Berg' und Hügel, Gottes Vatertreue sein. Laß den Weltkreis untergehn; 23 vergessen sein, der unser nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. 3. Nicht auf Menschen will ich schauen; wie betrüglich ist die 5. Seit wir auf dieser Erde wallen, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt; uns segnen war dein Wohlgefallen; uns retten, wenn wir uns verirrt; uns trösten, wenn wir weinten; unbewußt uns Freud' erschaffen, das war deine Lust. 6. Das wird sie sein; mit Vaterhänden willst du uns leiten bis an unser Grab; uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken sein und Stab, und, lebten wir dir unsre Pilgerzeit, uns Leben schenken und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! O Seele, sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthräne, und erzähle, was Gott, dein Gott, stets hat an dir gethan! Ihm ähnlich werden, sei der beßre Dank, dein Leben ihm ein steter Lobgesang! Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig und getreu. 4. Droht die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verGottes Wahrheit muß bestehn. lassen; er erbarmt doch meiner Denn er bleibet immerdar, sich. was er ist, und was er war. 2. Gnade hat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehn, was er zusagt, muß geschehn. 5. Scheint er auch mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten; doch vergißt er meiner nicht. Denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Er 24 Gott, dessen Wahrhaftigkeit und Treue. 6. Er will Frieden mit mir halten, bewähren. Nimm an von Gottes wenn sich auch die Welt empört. Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; Ihre Liebe mag erkalten; bleib ich der Freudenbecher folgt. Gott ist meinem Gott nur wert! Er, der und bleibt getreu. meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Schirm und Schild. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen; Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich! Gott ist und bleibt getreu. 7. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn; will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn; Herr, dein Bund bleibt ewig stehn! Mel. O Gott, du frommer 2c. 50. Gott ist und bleibt getreu. Sein Herz bricht ihm vom Lieben. Pflegt er gleich oftmals auch die Seinen zu betrüben; er prüfet durch das Kreuz, wie rein ihr Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu. Er hilft uns selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er züchtiget uns oft, und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu. Er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel dem Schwachen aufzulegen; er macht sein Eigentum von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu. Er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht augenblicks vorbei. Sei, Seele, nur gegetrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu. Er stillet dein Begehren; nur will er dich zuvor durch Kreuz und Leid Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 51. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel gleich vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Vaterhuld verhieß, so trifft die Strafe, die du dräuest, den Sünder endlich auch gewiß. Die deine Langmut, Gott, verschmähn: wie wollen sie vor dir bestehn? 4. O, pflanze, Herr, in mein Gemüte die Ehrfurcht, die dich kindlich scheut! Gieb, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Geset mir untersagt! 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels; Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geist. Fels; dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Gieb, Herr, daß ich die Wahrheit liebe und, allen meinen Pflichten 53. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; sein Rat ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüte. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm' dich unser aller. 25 treu, durch Falschheit nie dein Herz betrübe, und ferne sei von Heuchelei. Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. ( 52.) 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste! Auf deinen Beistand hoffen wir. Verlaß uns nicht; so sind wir hier und einst auch ewig selig. und Ruhm sei von uns, deinem Eigentum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast, durch Gehorsam bis zum Tod, das Leben uns errungen. Heil uns, Heil uns schon auf Erden! Selig werden einst die Frommen, die durch dich zum Vater kommen! 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn! sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du flößest Mut im Leiden ein, hilfst uns getrost und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stärk' uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben, und der Tugend treu zu leben. 4. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr, und seinem großen Namen! Auf! mit der ganzen Christenschar, mit allen Himmeln bringe dar dein Heilig! Amen, Amen! Singe, singe Jubellieder; falle nieder, du Erlöster, vor dem Schöpfer, Mittler, Tröster! Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 55. Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der 54. Lobsinget Gott! Dant, Preiz Erden. Er, unser Vater, unser Gott, und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, singet hohe Lieder! Fallet nieder! Rufet fröhlich: Gott ist herrlich, groß und felig! hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er beschloß schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, und alles steht in seiner Macht. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 26 bornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu hoch, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet; er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer; der in Trübsal seine Christen eilt' mit Mut und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Wert empfinden. Er flößet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost ins Herz. Mel. Wir glauben all' an Einen 2c. 56. An Einen Gott nur glauben wir, Vater, Sohn und heil'gen Geist, den froh die Schar der Christen hier, dort das Chor der Engel preist; der durch seine Huld und Kraft alles wirket thut und schafft. 2. An Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn; der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Vaters Thron; der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. Heilige Dreifaltigkeit, segne deine Christenheit! uns freun, und ewig, ewig dankbar sein! Lobsingt ihm, Christen, unsre Brüder; fallt vor dem Gott der Liebe nieder, und betet an, und betet an! 2. Er hieß uns leben! Wir sind sein. Du bist die Lieb', und wir sind dein. Wie groß und viel sind deine Werke, du Gott der Weisheit und der Stärke! Dein ist der Erdkreis, und in dir, o Höchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der Engel Heere. Uns auch erschufst du, dir zur Ehre. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld, und trägst uns Sünder mit Geduld auf deinen väterlichen Armen, mit unergründlichem Erbarmen, verkürzest unsre Prüfungszeit, und führest uns zur Seligkeit. Du überschüttest uns mit Freuden, und schickst, zu unserm Heil, uns Leiden. Du Gnädiger! Du Gnädiger! 4. Lob, Preis und Ehre, Jesu, dir! Verlorne Sünder waren wir; du bist am Kreuz für uns gestorben, und hast uns ew'ges Heil erworben. Wer zu dir fliehet, an dich gläubt, und in Versuchung treu dir bleibt, der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Ruh' und Leben finden in Ewigkeit, in Ewigkeit. 5. Gelobet jeist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern, entfernt von dir und von dem Leben, mit Finsternissen ganz umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum wahren Licht gebracht; du lehrst uns leben, lehrst uns sterMel. Komm, heil. Geist, Herre zc. 57. Lob, Preis und Ehre bringen ben und weihest uns zuHimmelserben durch Christi Tod, durch Christi Tod. wir, Herr, unser Gott und Vater, dir! Dein Ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser Lob dir wohlgefallen! Laßt, Menschen, seiner Lieb' 6. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden Univ.- Bibl. Glessen Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geist. Erden mit deinem Ruhm erfüllet Mel. Kyrie 2c. werden! Wie selig, wie begnadigt 60. Herr und Gott, o Vater ist dein Volk, des Zuversicht du bist! OHöchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Gott sei gelobt! Gott sei gelobt! von Ewigkeit! groß bist du durch Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und Regierer; erbarm' dich über uns! 2. Christe, Trost aller Welt, zum Sündentilger uns dargestellt! O Jeju, Gottes Sohn, unser Mittler, Mel. Gelobet jeist du, Jesu 2c. 58. Preis ihm! Er schuf und er hoch auf der Gottheit Thron; brünstig flehen wir hinauf zu dir: Erbarm' dich über uns! erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst! Da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir! Sei hoch gelobt! 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Seit. Erlöst, erlöst hast du uns dir. Dir leben und dir sterben wir! Sei hoch gelobt! 3. Preis ihm! Er führt des Him mels Bahn, führt den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir. Dir leben und dir sterben wir! Sei hoch gelobt! 4. Sing', Seele! Freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott! unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir! Sei hoch gelobt! Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 59. Der du bist Drei in Einigkeit, dir dienet, Herr, die Christenheit; o dring' in unsre Herzen ein mit deinem hellen Gnadenschein! 27 2. O Vater, Schöpfer deiner Welt; D Sohn, der Kirche Haupt und Held, o Geist, du Trost in Not und Schmerz, dich, Herr, dich preise Mund und Herz. 3. Die Welt sei voll von deinem Ruhm! Auf, Christen, Gottes Eigentum, auf! singet mit der Engelschar das Heilig, Heilig immerdar! 3. Herr und Gott, heil'ger Geist du! gieb uns Kraft und Trost und Seelenruh', daß wir einst durch den Tod mit Heldenmut entfliehn der Erde Not. Erbarm' dich über uns! Mel. Nun danfet alle Gott 2c. 61. Gelobet jei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben; mein Schöpfer, der allein mir Seel' und Leib gegeben; mein Vater, der mich schützt von Kindesbeinen an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben; des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchſte Gut! 3. Gelobet jei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben; des Vaters heil'ger Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft! 4. Gelobet jei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preist, was ist und lebt und webet! Gelobet jei der Herr, des Name Gott als Vater, Sohn und heiliger Geist. 28 Name heilig heißt, Gott Vater, und der Sohn und auch der heil'ge Geist! 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in Zeit und Ewigkeit! Mel. Werde munter, mein 2c. 62. Betet, Brüder, an im Staube unsern Gott, den Einzigen! Sei gesegnet, Christenglaube an den Unaussprechlichen! Jhn, der sein wird, war und ist, den kein Forscher je ermißt, den selbst Engel nicht ganz kennen, ihn lehrst du uns Vater nennen. 2. Jhm, den göttliches Erbarmen, heiße Menschenliebe drang, daß er Retter ward uns Armen, bringt ihm, Menschen, frommen Dank! Er ging auf der Tugend Bahn uns, ein Muster, stets voran, und hat selbst für uns sein Leben in den bängsten Tod gegeben. 3. Werdet reines Herzens; strebet nach der Heiligung und preist den, der euch mit Mut belebet, preiset Gott, den heil'gen Geist. Ihm, der alles Gute schafft, euch beseelt mit hoher Kraft, ihm gelobet, schon auf Erden ganz sein Eigentum zu werden! ( 63.) . der Zeit ist gegen ew'ge Seligkeit nicht wert, das ich's erwähle. Du riefst mich, Vater, aus dem Nichts, zum frohen Anschaun deines Lichts; dies dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieser Welt, die so viel Mängel noch enthält; zur Wonne jener Ewigkeit bestimmt mich deine Gütigkeit. O Vater, Gott! wie liebst du mich! wie freudenreich bin ich durch dich! 2. O Sohn, vom Vater mir gesandt! ich folge deiner sanften Hand, die mich zum Himmel Leitet. Auch mir floß einst dein Blut dahin; auch mir hast du mit mildem Sinn die Seligkeit bereitet. Zwar seh' ich jetzt mit schwachem Blick von ferne nur des Himmels Glück; noch dunkel ist mir jene Welt, die Gott dem Glauben vorbehält. Doch preif' ich dich, o Gottes Sohn! Einst seh' ich Licht an deinem Thron. 3. Geist Gottes, unsre Zuversicht! Verlaß, verlaß uns Arme nicht, und gieb uns Kraft zum Glauben. Zu Gott und Jesu leit' uns hin, und kein Verlust und kein Gewinn müss' uns den Himmel rauben! Entreiß' uns aller Eitelkeit! und bild' uns für die Ewigkeit. Ja, unsern Geist empfehlen wir im Leben und im Sterben dir. O guter Geist! verlaß uns nicht! Dann gehn wir froh einst zum Gericht. 4. Unendlicher, wie groß sind wir! Wie groß durch dich! der du uns hier zum Himmel sucht zu lenken! Der Erde Scheingut hilft uns nicht, wenn unserm Herzen Trost gebricht; dies lehr' uns stets bedenken! Dir, Schöpfer und Erlöser, dir, und dir, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 64. Ein Glück im kurzen Raum Geist Gottes, bringen wir mit Freuden hier im Heiligtum vereinigt Preis und Dank und Ruhm. Dreieiniger! in Ewigkeit, in Ewigkeit sei unser Herz dir ganz geweiht. 65. Gott Schöpfung, überhaupt. 65. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 7. Er ist dir nah, du sißest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 29 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 5. Was ist und war, im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich 66. Betet an! Laßt uns lobsingen, sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erfor schet mich und dich. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Öl und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß! und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen! Sein, sein ist Weisheit, Huld und Macht. Ihm, der alles hieß entstehen, den Erdkreis und des Himmels Höhen, ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet; er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preif' ihn seine Welt. 2. Seiner Seligkeiten Fülle auch mitzuteilen, war sein Wille; und was er wollte, das geschah. Er gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden licht. Er sprach: Es sei! Da ward das Licht. 3. Alles ordnet er aufs beste; er wölbet oben eine Feste, und unter ihr der Wolken Heer. Wasser deckt der Schöpfung, überhaupt. 30 der Erde Höhen; er donnert; seine Winde wehen: es flieht, und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf; enthüllt steigt nun herauf seine Erde, sein Eigentum, sein Preis und Ruhm, und seines Sohnes Eigentum. 4. Er gebeut der Erde; Felder und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer, ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben ruft. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Vieh und Wilde in jedem Wald, auf jeder Flur! Wer bevölkerte die Erde mit dieser unzählbaren Herde? Das konntest du, o Höchster, nur. Was sich auf Erden regt, sich fühlt und sich bewegt, Quell des Lebens, das kommt von dir. Das kleinste Tier im Staube dankt sein Leben dir. 6. Und auch wir, du Gott der Stärke, auch wir sind deiner Hände Werke; welch hoher Dank gebührt nur dir! Laßt uns, sprachst du, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen! Und Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, dazu dein Arm uns schuf! Gott der Liebe! Wir sollen dein uns ewig freun, und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobsingen, und ewig frohen Dank dir bringen, der uns zu seinem Bild gemacht. Zum unsterblich frohen Leben hast du das Dasein uns gegeben; auf ewig sei dir Preis gebracht! Du schufest deine Welt, die noch dein Arm erhält, uns zur Wonne. Allgüt'ger, dir frohlocken wir schon jetzt, und einst noch mehr, als hier. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 67. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alles wacht, anbetend überlege: so weiß ich von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis', ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist; erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' Schöpfung, überhaupt. 31 fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf er! Was rühmen denn die Thoren ihn, und dien' ihm gern! Wer mit ihrer Stärke sich? O Staub, wollte Gott nicht dienen? aus Staub geboren, nur Gottes rühme dich! Mel. Nun lobe meine Seele 2c. 68. Kommt, kommt den Herrn zu preisen, der groß von Rat ist, groß von That; den Gütigen, den Weisen, der feinen seinesgleichen hat! Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. 2. Er will: die Sonnen flammen; 70. Kommt, und laßt uns nieauch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern: das Meer wird ungestüm; des Himmels Sänlen zittern; die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blizze zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. derfallen, erstaunen, rühmen, daß uns allen der Herr anbetungswürdig ist! Sagt, ihr Engel, sagt ihr Frommen: Gott, Schöpfer, Herr, du bist vollkommen; du warst, du bleibest, wie du bist! Noch eh' der Himmel war, den deine Macht gebar, eh' die Erde, warst du, ihr Herr, und herrlicher, als dich der schwache Geist sich denkt. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hieher! Schnell verrinnen sie! Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln, und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Tiere da sich freuen, wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren? O wag's nicht, stolz zu sein! 4. Kannst du mit deiner Stimme, o Stolzer! donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben und der Bliße Glut! Leg' auch Gewalt an; zeige dich mächtig, wie der Herr! Schau' an die Höhen; beuge, versenke sie, wie 5. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer; ihr Lob sei unsre Pflicht! Bater, o Regierer, wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen; dir, dir vertrauen Erhalter, wer kann fallen, geleitet, Herr, von dir? wir. ( 69.) 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, jah er in seiner Möglichkeit; sah's, als ob's erschaffen wäre, sah jede Welt, sah ihre Heere, und jeden Geist, den er erfreut. Allwissend war der Herr! Allmächtig war der Herr, gut und heilig! Auch ohne Reich bedurft' er euch, ihr Welten, nicht zur Seligkeit. 3. Er erschuf, uns zu beglücken, euch, Erd' und Himmel! Euch zu schmücken, floß über euch sein Licht herab. Ihnen sich zu offenbaren, erschuf er Geister; zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der Herr ein Reich, noch immer selbst Schöpfung, überhaupt. 32 selbst sich gleich, unaussprechlich! Und die Natur verkündigt nur, was er vor allen Welten war. 4. Alles will und muß den Willen des Allgewaltigen erfüllen; was er verordnet, das besteht. Seine Wege sind vollkommen. Er schüßt, beglückt, und liebt die Frommen, und wer ihm troßen will, vergeht. Er hält in Ewigkeit, was er verheißt, und dräut nicht vergebens. Bebt, Sünder, bebt! Der Herr Herr lebt. Gerechte, jauchzt! Der Herr Herr lebt! gesegnet werde, daß sie von Jahr zu Jahr mit Pflanzen, Blüt und Frucht den Menschen sättigen, der Pfleg' und Freude sucht. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 73. Gott, du Erhabenster, unendlich großes Wesen, wie viel kann ich von dir in deinen Werken lesen! Mir zeigt ein blühend Thal, der Wald, die Ährenflur, mir zeigt das 3. Vereinigt euch mit mir, ihr Himmel, Gott zu preisen! Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen! Erheb', o Sonn', o Mond, den Vater jeder Welt, der euch ins Dasein rief und immer noch erhält. 4. Jhr leuchtet; euer Glanz entströmt aus seiner Fülle. Ihr wandelt Jahr für Jahr in segensvoller Stille. Wer zeichnet euch die Bahn? Gott, euer Schöpfer, sieht, was gut ist, lenket euch, und was er will, geschieht. 5. Leben wird er, sein ein Rächer euch, widerspenstige Verbrecher; der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade; einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten Licht. Lobsingt, lobsinget Gott, dem Herrn Herrn, unserm Gott! Ihm, der sein wird! Im Heiligtum erschallt sein Ruhm schon jezt, und künftig reiner noch. ( 71.) 6. Selbst, was uns Kummer macht, dein Blizz, dein Feuerregen, dein Hagel und dein Sturm, gebiert uns neuen Segen. Auch wird das starre Land, wenn Eis und Schnee es deckt, Mel. Nun danket alle Gott! 2c. 72. Wie schön ist Gottes Welt! zu neuer Fruchtbarkeit, zu neuer Lust erweckt. Wie schön sind seine Werke! Wie gut sind sie, wenn ich auf ihren Nußen merke; für jeden gut, dem er Gefühl und Leben gab, von seiner Engel Heer bis auf den Wurm herab! 2. Sein Sonnenlicht bestrahlt, belebt und wärmt die Erde, daß Berg und Thal und Feld durch sie 5. Verkündige sein Lob, o Erde! Preist ihn, Meere! Lobt den Allgütigen, ihr alle seine Heere! Der Vogel, das Gewürm, der Walfisch, jedes Tier, im Wald und auf der Flur, lobsinge, Schöpfer, dir! 7. Was kann geschehn, das nicht dein weiser Rat regiere? Welch übel kommt von dir, das nicht zum Guten führe? O, lobt ihn, dankt ihm, singt! Er, er ist groß allein. Wer kann so weis' und gut, als unser Schöpfer sein? Prachtgewölb' des Himmels deine Spur. 2. So oft ich still entzückt, in rotbeflammten Höhen, die Sonne strahlenreich seh' auf- und untergehen, da lächelt sie mir zu: Ich bin Schöpfung, Himmelskörper. bin ein Werk der Macht des Schöpfers, der aus Huld dich an mein Licht gebracht. 3. Seh' ich, wenn freundlich sie zur untern Welt gegangen, von ihr entflammt, den Mond in stiller Größe prangen: wie freut sich da mein Herz! Ich les' in seiner Pracht: Aus Liebe schuf mich Gott für deine dunkle Nacht. 4. Und irrt, wenn er nicht glänzt, mein Aug' in jene Ferne, wo Licht zusammenströmt, zur großen Saat der Sterne, da steht mit goldner Schrift: Hoch wohnt er, dessen Ruf dich, Mensch, für seine Stadt mit höhern Wesen schuf. 5. Mein freudetrunkner Geist eilt dann zu jenen Wesen, die du von Welt zu Welt zu ihrem Heil erlesen. Von Brüdern, welche Schar steht jetzt im Glanz vor mir! Anbetend sink' ich hin: Was bin ich, Gott, vor dir? 6. O, wer in der Natur nicht Gott, den Schöpfer, findet; nicht da, wie groß er ist, wie weis' und gut, empfindet: der findet nimmer ihn, wird nie mit ihm vertraut, auch in den. Tempeln nicht, die Menschen ihm erbaut. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 74. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen schon voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Als er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön! Wie sie einmütig Gott er33 höhn, und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang des Gütigen und Weisen! O, wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen? 3. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken; noch hat sie Freuden g'nug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 4. So hat der Herr an mich ge= dacht, so hat er mich durch seine Macht zum Herrn der Erd' erhoben Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln, ihn zu loben. Rühm' dem Schalle deiner Lieder Gottes ihn, Seele! Jauchzend halle von Erd' und Himmel wieder. 5. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an, und seiner Wunder vollen Brust, strömt hin, EmpfinMenge. Strömt hin aus meiner dungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 75. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn rühmen die Meere; vernimm o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und wärmt uns von ferne 3 Schöpfung, Engel. 34 ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's, und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 76. Wer er zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun fich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit. Sie freun, an deinem Throne, sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder, und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt: dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder, dem Fluch entrissen, selig sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine Leiden giebst; daß du sie trägst und leitest, zum Himmel vorbereitest, und zärtlich, als ein Vater, liebst. 5. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Nur, wer entwöhnt von Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Drum laß mich schon auf Erden den Engeln ähnlich werden, so weit ich Schwacher kann; so bet' ich mit SIST 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's! Mich liebe von ganzem Gemüte, und nimm an meiner Gnade teil. den Engeln, rein von der Menschheit Mängeln, dich würdiger im Himmel an. 7. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern, vor deinen Thron mich rufst: will ich empor mich schwingen, und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. 8. Dann lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, des Himmels höhern Dank. Dann wird zu deinem Ruhme, in deinem Heiligtume, der ganze Himmel ein Gesang. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 77. Unendlicher, wer zählt die Reih'n der Scharen, die sich deiner freun, hinauf, zu dir, dem Vater, sehn, dir jauchzen, Heil von dir erflehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schar, die einst im Sinnenlande war, und, dir erzogen in der Zeit, sich nun in höhern Welten freut. 3. Unzählbar ist der Seelen Schar, die jetzt und einst noch wunderbar du mit der Menschheit Hülle zierst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Schöpfung, Engel. 4. Zahllose Geister preisen dich von Welt zu Welt, und sehnen sich, den Einzigen, dem sie vertraun, im Licht der Seligen zu schaun. 5. Wenn, o ihr Himmlischen, mein Geist dem Staub der Erde sich entreißt, drängt er sich auch in eure Reih'n, ein Mitanbeter Gottes, ein. 6. Entzückt vom Licht, das ich errang, begeistert von dem Throngefang, frohlockt dann meine Seel', und ringt euch nach, wenn ihr dem Vater fingt; 7. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch mich mit euch verbrüdert schuf, der Hülle nur von Erd' ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. ( 78.) 79. Herr Gott, dich loben alle wir, Herr, unser Gott, wir danken dir, daß du nicht bloß der Engel Schar, auch uns geliebt haft immerdar. 35 get dem Höchsten Ruhm und Preis! Lobsinget! Gott, unsern Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Scharen, die, eh' noch Erdgeschaffne waren, schon Wunder seiner Güte sahn. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank tönt ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. ¢ 2. Er nur kennt die Millionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen, und seiner Größe Ruhm erhöhn. Heilig ist er! Heilig! rufen sie tiefanbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit! jauchzen alle. Wer ist, wie er? frohlockt ihr Heer; wer ist, wie Gott, der uns erſchuf? 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, dem Gotte, der sie schuf, zu dienen, und treu zu thun, was er gebent. Winden gleich und gleich den Blizzen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen, und fördern unsre Seligkeit. Sie freun sich brüderlich, wenn Sünder reuvoll sich Gott geloben; wenn unser Dank den Preisgesang des Himmels hier schon wiederhallt. 2. In deines Lichtes Herrlichkeit stehn tausend deinem Wink bereit; erhaben über Grab und Tod, vollziehn sie redlich dein Gebot. 3. O, daß dein Wille hier gescheh', wie dort in deines Himmels Höh'! Daß wir in deines Sohnes Reich schon würden deinen Engeln gleich! 4. Wie sind wir doch so hoch erhöht! Einst krönst du uns mit Majestät. Hier streben wir von Licht zu Licht und schauen dort dein Angesicht. 5. O Seligkeit! O Seligkeit! 3u Engeln sind wir eingeweiht! Herr, unser Gott, dich loben wir; Herr, unser Gott, wir danken dir. ( 80.) 5. Werdet heilig, gleich den frommen, verklärten Geistern! Gott wird kommen mit seiner Heerschar zum Gericht. Welcher Ruhm, wenn er Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 81. Betet an, ihr Menschen, brin- uns allen, mit einem Blick voll 3* Wohlsoll, wer hier heilig wird, dich ehren, 4. Gott, mit allen diesen Heeren und ewig sich mit ihnen freun; soll, erlöst durch dein Erbarmen, zu dir gebracht auf ihren Armen, wie ſie, verklärt und selig sein. Vernehmt's, Gott bekehrt, wird am Throne, in ihr Menschen, hört: Wer sich zu seinem Reich, den Engeln gleich, in seiner Herrlichkeit ihn schaun! 36 Schöpfung. Wohlgefallen, in ihrem Kreis das Urteil spricht! Heil uns, wir beten dann mit allen Engeln an, gleich ( 82.) Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 83. Auch mein, o Herr, hast du gedacht; auch mir hast du das Leben nach deiner weisen Güt' und Macht zu deinem Preis gegeben! Was ist der Mensch, der Staub vor dir? Und dennoch thust du, Herr, an mir so überschwenglich Gutes! 2. Wer hat den Leib mir schön gebaut, die Kraft ihm zugewogen? Wer das Gebein mit feiner Haut und Adern überzogen? Dies alles ist ein Werk von dir. Und dir, mein Gott, gehört dafür Anbetung, Dank und Ehre. 3. Du hast mich mit Verstand geziert, und Freiheit mir verliehen; mich hast du in die Welt geführt, zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowohl, o Herr, dein Kind, als es die höhern Geister sind; du liebst auch mich als Vater. 4. Dir, Gott, der liebreich mich erschuf, und hier dies erste Leben, um es zum himmlischen Beruf zu nüßen, mir gegeben; der mich noch stets erhält und schützt, mir täglich schenket, was mir nüßt, dir will ich ewig danken. Der Mensch. den Engeln! Ihr Preisgesang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Dugabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du oft in Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der dur mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen, und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Teil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er, den du mir geschenket, er ist's, der dein gedenket, und freudig dich, o Bater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüsteſt, und mir mein Leben fristest, dies, Bater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's; ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 84. Dir dank' ich für mein Leben; Herr, segne, Herr, behüte mich! Gott, der du mir's gegeben, ich danke ( 85.) Me 1. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) der Erden, der du allgegenwärtig bist, von niemand kannst begriffen 86. Gott des Himmels und werden, da niemand dir verborgen iſt; Vorsehung, in Beziehung auf alle Geschöpfe. 37 Erheb' ihn, deinen Herrn! du bist und bleibst sein Eigentum! Lobsing' und dank' ihm gern! ist; ach! ziehe meinen Sinn zu dir und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Vorsicht Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Wert, die prächtige Natur, so ruft mir alles, alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall! O! wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär' stets der Jubelschall: Rühmt, Menschen, Gottes Güt' und Macht, der uns für euch hervorgebracht! uard ud aut 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. O! gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Fern laß von mir den Mißbrauch sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 754 6. Mein Leben ist nur eine Reise, mein Weg geht nach der andern Welt; drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm in deine Ruh' mich auf. Mel. Lobt Gott. ihr Christen 2c. 87. Erheb'o Seele Gottes Ruhm! 2. Vom Engel an bis auf den Wurm ist alles voller Pracht. Des Frühlings Duft, des Winters Sturm verkündigt seine Macht. 3. Er giebt die Sonne seiner Welt, den Mond erhellt ihr Licht. Er ist's, der unsern Erdkreis hält in seinem Gleichgewicht. 4. Das Feld weiß seine Zeit genau; nichts dringt zu früh hervor! Der Halm, genährt durch milden Tau, schießt täglich mehr empor. 5. Gott giebt der jungen Saat Gedeihn, und Kräfte zum Genuß, und, unsre Herzen zu erfreun, in allem Überfluß. 6. Durch Blitz und Donner segnet er, und führt der Wolken Heer. Er überströmet ringsumher mit Segen Land und Meer. 7. Der Tag verkündigt seine Macht dem späten Abendrot; dem Morgen sagt's die Mitternacht: Groß ist der Schöpfer, Gott! 8. Groß, wenn sein Donner rollt daher; groß, wenn die Sonn' ent zückt, groß, wenn der Strom rauſcht und das Meer; groß, wenn der Quell erquickt. 9. Allmächtiger! unendlich weit schallt deiner Größe Ruhm. Ein dankbar Herz sei dir geweiht, dir ganz zum Heiligtum. Mel. Singen wir aus Herzens zc. ganze weite Welt, wie es seinem 88. Was den Leib erhält und Rat gefällt, durch sein Allmachtswort erhält. nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun keiner gleicht; der die 2. Alles, alles, was ich seh', in der Tiefe, in der Höh', was hoch in 38 Vorsehung, in Beziehung auf die Menschen. in den Lüften schwebt, was im schämen, über Mangel dich zu gräweiten Meere lebt, hofft, Versorger, men? Denke, wenn der Mangel nur auf dich, freuet deiner Gaben droht? Warum zag' ich? Lebt doch sich; und du giebst sie mildiglich. Gott! 3. Ja, auch mich, auch mich erfreut deiner Güte Mildigkeit. Du bist's, Vater, der mir schenkt, was mich speiset, was mich tränkt; du bist's, der so gern es thut, und im Wohlthun niemals ruht. O, wie 6. Groß im kleinen, wie im bist du doch so gut! 5. Laß dich Gottes Rat nur lei ten; o, so wird dein Fuß nicht gleiten. Glaube, was Gott will und thut, ist unsträflich, weis' und gut. 4. Froher Dank sei dir dafür, milder Geber, daß auch mir väter lich du stets beschert, was mir Unterhalt gewährt; daß auch ich mit frohem was du mir verliehn, zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich beim Überfluß deiner Gaben, im Genuß niemals überhebe mich, allzeit, Höchster, preise dich; und, wenn ich mich ihrer freu', auch aus Menschenhuld dabei eingedenk des Armen sei. 6. So werd' ich zu deiner Ehr', wie du mir befiehlst, o Herr, froh genießen, was du mir gnädig haft verliehen hier; und mich hoffnungsvoller freun, daß auch künftig du allein werdest mein Versorger sein. Mel. Sollt' es gleich bisweilen zc. 89. Gott, o Mensch, gab dir dies Leben; und so wird er dir auch geben, was, so lang' es ihm gefällt, dich im Leben hier erhält. erhält. großen, wird er keinen Wurm verstoßen; sollte denn der Mensch allein seiner Sorg' entzogen sein? Ü 7. Nein, sein Rat hat schon hienieben, was du braucheſt, dir bez Dienet etwas dir zum Heil, o, so wird dir's auch zu teil. ab 2. Ihm ist, was du heut' und morgen nötig hast, niemals verborgen. Fehlt dir dies und jenes gleich; Gott ist gütig, Gott ist reich. 8. Trau' auf deines Lebens Pfade nur auf Gott und seine Gnade. Glaube, daß der Herr der Welt alles, was er schuf, erhält. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 90. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nie verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb' und Vatertreu' ist mir und ewig neu. 3. Der die Vögel ewig nähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet ohn' 3. Sich', die Vögel in den Lüften, uns alles Gut's beterlaß; ber jeder Wurm in Fels und Klüften, Fisch' im Meere, Tier' im Wald finden Speis' und Aufenthalt. follte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. 19 En tod 4. Und du solltest dich nicht 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich durch Gerechtigfeit Vorsehung, in Beziehung auf die Menschen. 39 tur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. keit finde meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich früh und spat, Wort und Werke, Rat und That. 5. Ei, so bleib' der andre Morgen! Das, was mir noch künftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ. Gott nur laß ich für mich sorgen. Ist doch meiner Lebenszeit ihre Sorge schon bereit! 6. Lob sei Gott, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich! der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 91. Du bist's, dem Ehr’ und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Not sich mir genaht, so hörtest du mein 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sant, und rief: Herr, rette mich! so halfst du mir; mit welchem Dank, mei Gott, erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz. Du halfst mir, daß ich ihn vergaß, und best in den retten 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, und mich verschuldet sah: rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der mir zum Heile starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. Schoß, im Fehn, und ließeſt mich nach deinem Als schöneho der Ewigkeiten. Rat, und sehn. Pflanze aufzustehn, muß es in die Verwesung gehn, der Hülle sich entkleiden. Doch lebt, doch hebt sich die Fülle, die die Hülle hält verborgen; herrlich steht fie da am Morgen. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Na9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist seiner Güte voll. Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn; will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ew'gem Heil erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan! Verehr' und halte sein Gebot, und bet' ihn ewig an! Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 92. Es keimt, es keimt, es wächset groß das Samenkorn im stillen 2. Noch siehet nicht, o Sterblicher, dein dunkler Blick, was Gott der Herr im stillen schon bereitet! Voll stiller Größe ist sein Gang! Dir dünket wohl der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet! Ruhig, mutig kannst du trauen! Gott wird bauen seinen Garten, und den Keim des Guten warten. 3. Der aller Weisheit Quelle ist, aus dem Vernunft in Strömen fließt, läßt nicht Bernunft versiegen. Der Heil'ge, dessen Allmachtsruf mit Kraft zum Guten Geister schuf, läßt 40 Vorsehung, in Beziehung auf die Menschen. läßt sie nicht öde liegen! Mächtig Ist nur die Dämmerung vorbei, drängt sich durch die Stille ihrer dann wird, von düstern Nebeln frei, Hülle Weisheit, Güte, Geistesfrucht der Glanz der Wahrheit siegen, aus Geistesblüte. Herrlich hebt sich dann die Sonne, und mit Wonne jauchzen Geister Preis und Dank dem Weltenmeister! 9. Anbetend, Vater, schweige ich, und flehe Vater, höre mich! dein herrlich Reich laß kommen! Es kommt, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da; mit ihm zugleich Heil allen deinen Frommen! Dein Sohn hat schon es begründet; einst verbindet freut euch, Brüder!- dort uns Wahrheit, Tugend wieder. 4. Du schiffft gestirnlos, hoffnungsleer auf dieses Lebens Weltenmeer, strahlt dir nicht dieser Glaube; die Welt, und was wir selber sind, wird uns ein irres Labyrinth, dem Zweifel Gott zum Raube! Er ist! er ist! Gott regieret gut und führet Sonn' und Geister, wie's geziemt der Welten Meister! 5. Er senkte tief in unsre Brust des Guten und des Wahren Lust und seine heil'gen Rechte. Zum Schirm des Heil'gen rief er: Geht! verkündigt meine Majestät, ihr, meines Reiches Knechte! Sprechet! Brechet Geistesketten, zu erretten freie Seelen, um das Wahre zu erwählen. 6. Du, Höchster, schaffest, daß das Licht auch in die dunkle Hütte bricht, und in den Geist der Jugend! Auf welchen düstre Roheit lag, auch deren Geist bringst du zu tag, zur Weisheit und zur Tugend! Führe, rühre alle Seelen, zu erwählen, als das Größte, nur das Ewige, das Beste. 7. Es feimt, es teimt, es wächset groß das Samenkorn im stillen Schoß, im Schoß der Ewigkeiten. Als schönre Pflanze aufzustehn, muß es in die Verwesung gehn, der Hülle sich entkleiden. Doch lebt, doch hebt sich die Fülle aus der Hülle, noch verborgen; herrlich steht sie da am Morgen. 1. 8. Die Morgensonne kommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsternis im kurzen Kampfe liegen. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 93. Von ganzer Seele preis' ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? Nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn uns nicht erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufest und regierst die Welt nach deinem Rat, wie dir's gefällt; du lenkst der Menschheit Herzen. Sei auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl' ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle! 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft. Bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß Höchster Vorsehung, in Beziehung auf die Menschen. Höchster, mich selbst deine Weisheit führen! 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst, wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 94. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Bust! Ich sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', die ew'ge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater! nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Aus wessen milder Hand kommt uns der edle, goldne Fried' in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr! mein Gott! das kommt von dir; du, du mußt alles thun; du hältst die Wach' an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 41 treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld, und strafst nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfst sie in das Meer. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und 10. Seufzt unser Herz voll Bangigkeit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut, und dir zum Ruhm gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein', und was sein Kummer sei; die kleinste Thrän' ist nicht zu klein, du hebst und legst sie bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf, mein Herz, frohlock' und sing', und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb' und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, bringt Hülf' und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg', und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend manchen schweren Unglückslauf hat auf versorget und ernährt? Wie er zurückgekehrt! 17. Er hat noch nie etwas bersehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein; so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig selig sein. ( 95.) Mel. 42 Vorschung, in Beziehung auf die Menschen. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; in Finsternis ist er dein Licht. 96. Gesund und frohes Mutes genießen wir viel Gutes, das unser Gott uns schenkt! O, preift ihn, Christen, preiset den Bater, der uns speiset, und unser Herz mit Freude tränkt. 2. Er ruft herab: Es werde! und Segen schwellt die Erde; verjüngt stehn Wald und Flur. Es lebt und webt auf Triften; im Wasser und in Lüften erfreut sich jede Kreatur. 3. Dann sammeln seinen Segen, so viel sich lebend regen, Geschöpfe sonder Zahl. Vom Menschen bis zum Wurme, im Sonnenschein und Sturme herrscht Freud' und Wohlsein überall. 4. Vom Aufgang seiner Sonne erfreuet Gott mit Wonne, bis zu dem Niedergang; sieht seine Kinder sammeln, und ihr vereintes Stammeln tönt ihm in tausend Sprachen Dant. 5. Lobsinget seinem Namen, und strebt ihm nachzuahmen, des Huld ihr nie ermeßt. Wie gern mnß der nicht jegnen, der selbst den Bösen regnen, und seine Sonne scheinen läßt. ce sind misk 6. Mit herzlichem Erbarmen reicht eure Hand den Armen, wes Volkes sie auch sei'n! Wir sind nicht mehr, nicht minder, sind alle Gottes Kinder, und sollen uns, wie Brüder, freun. 3. Kein Übel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüzet dich. Durch seine trene Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil; ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir nach bis in die Ewigkeit. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 98. Gott lebet noch! Drum sorg' ich nicht. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein, du wirst mein Schußz und Retter sein. 2. Du sorgst für mich; was sorg' ich denn, da ich dich, meinen Vater, kenn'? Ist's deine Macht nicht, die die Welt mit Weisheit und mit Güt' erhält? 3. Wenn mich Gefahr und Not umringt, mir Einsicht fehlt, kein Rat gelingt: dann denk' ich voll Vertraun daran, daß du regierst; dich bet' ich an. ist 4. Du kennst mich, und dein Rat weiß wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Auch dann machst du es mit mir gut, wenn du mich Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 97. Mein Auge sieht, o Gott, prüfst; drum hab' ich Mut. nach dir; von deinem Throne hilf du mir. Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Dein treuer 5. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sei, so hoff' ich doch. Du hilsst uns tragen, was uns plagt, und stärkest den, der nach dir fragt. 6. Wie Vorsehung, in Beziehung auf die Menschen. 6. Wie hart mich auch ein Leiden drückt, so bist du's auch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilfst du mir auf. 7. Mein Vater, drum verlaß ich mich in allen Fällen nur auf dich. Sieh' stets mich mit Erbarmen an, 6. Drum fördre selbst die Werke so wandl' ich fröhlich meine Bahn. meiner Hände. Gesegnet jei der Anfang und das Ende! Gieb Rat und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 99. Gott, du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufriedne Geister! Sie quälen sich, und machen ihren Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen Sorgen für den doch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht endlich schämen? 3. Es ist umsonst; wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften uns selbst entkräften. 43 du mir, laß mich dies stets bedenken, was not ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem ber= liehnen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück geraten. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, geh' ich auf deinen Wegen: so wirst Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. dalis mind 102. Gott führt uns Menschen väterlich; zwar wunderbar, doch füge dich, wie er dich führt, zu gehen. Kein Weiser kann die heil'ge Bahn und ihren Zweck verstchen. d is now 2. Die Wege, die des Höchsten Rat den Seinen ausgezeichnet hat, sind nicht der Menschen Wege. Doch faffe Mut, sein Weg ist gut; sei, ihn zu gehn, nicht träge! 3. Wenn dein allweiser Gott dich 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden.ing 8. Und wenn auch and're mehr an Reichtum haben; versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. 9. Hier hab' ich mich nur mit den dem Laß g'nug. Frommen zu Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den füllet. in irdisch Gut nicht stillet, zuletzt er( 100. 101.) führt, wenn er dein Herz und Thun regiert, so kann dein Herz sich stillen. Tritt Not herzu, du findest Ruh' in Gottes gutem Willen. 4. Bon keinem blinden Ohngefähr, vom besten Vater kommt es her, das Leid, das dir begegnet; es wird dein Herz, bei jedem Schmerz, mit Trost von ihm gesegnet.#sex 5. Ja, Gott ist heilig, gut und treu. Glaubst du, daß Gott die Liebe sei, so hemme deine Klagen. Das Leiden drückt, doch was Gott schickt, hilft er als Gott, auch tragen. 6. Er Vorsehung. Ihre dunkeln Wege. 44 6. Er wog, eh' noch die Welt entstand, mit weisheitsvoller Vaterhand, dir Wohlsein zu und Leiden; erwarte du in stiller Ruh' des bessern Lebens Freuden. 7. Sei fromm und übe deine Pflicht; verzag' in deinem Leiden nicht, wenn dich auch Menschen hassen. Vertraue Gott in jeder Not; er wird dich nicht verlasſen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 103. Nie kann ich meines Gottes Wege mit meinen Blicken über sehn, noch, wenn ich alles überlege, vollkommen seinen Rat verstehn. Doch weis' und heilig ist sein Plan; er herrscht als Gott, ich bet' ihn an. 2. Ich kann genug von ihm er kennen, mich seiner Macht und Huld zu freun, bewundernd Vater ihn zu nennen, mein ganzes Leben ihm zu weihn; genug, ihm tindlich zu vertraun, und immer froh auf ihn zu schaun. 3. Er wählt- was brauch' ich mehr zu wissen? nichts Böses, thut vergebens nichts. Selbst in des Lebens Finsternissen bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ist ja zum Besten seiner Menschen da. 4. Der Wolken Sturm, des Meers Getümmel braust, oder ruht, wie er's beschließt, er, welcher höher, als die Himmel, und tiefer, als der Abgrund ist; er segnet selbst im Sturm, was lebt, wenn auch die Welt erschrocken bebt. 5. Was brauch' ich alles zu ergründen, was er beschlossen hat und macht? Genug, ich kann den Vater finden, im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist alles recht, ist alles gut. 6. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blizzes und der Stürme Gang? Kenn' ich die Quelle alles Segens? Versteh' ich's, wie das Meer entsprang? Sah' ich's, wie er die Berge wog, und seiner Erde Richtschnur zog? 7. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer giebt verſtändige Gedanken, der Weisheit Lehren zu verstehn? Der Herr, der weise nur beschließt; nur thut, was gut und heilig ist. 8. Ihm will ich folgen, alles hassen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich kindlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß zum Lichte von der Finsternis. 104. Gott lebet noch; Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf' auf Erden thut, der mit Kraft nud starken Armen alles machet wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedente doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! h! Seete, wat 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollte schlummern, oder schlafen, der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott weiß alles, hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdentreis verhüllet mit den Wolken weit und Borsehung. Ihre dunkeln Wege. und breit, der die ganze Welt er füllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott; er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Seelen wird dir's nicht an Troste fehlen, Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen, und im Leiden bei dir sein. Gott ist's, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der rauhen Dornenbahn: es ist Gottes Wohl gefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Trauerleben Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch, Gott, dein Helfer, lebet noch! 45 Herzen ihm, dem Vater, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergiebt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer mutig wehrt, und auch da den Herrn verehrt. 2. Mensch, kein Schicksal deines Lebens, jorgst du auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält, und quält vergebens; deine Kräfte zehrt sie ab, stürzt dich vor der Zeit ins Grab. 3. Eh' du noch die Welt betratest, wog er, der dir Leben gab, dir schon längst dein Schicksal ab. Eh' du noch um Segen batest, eh' noch deine Thräne rann, sah er dich schon gnädig an. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aus des Höchsten milder Hand; und ist Kreuz dir zuerkannt: o, so fasse Mut, zu leiden! Gut ist alles, was Gott will; dulde willig, und sei still! 5. Will dein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt dir dein Bemühn, denke: Was erst Glück uns schien, muß man oft nachher bereuen. Wohlthat ist für dich gewiß, was dir Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, dir verlieh, müsse doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen! Lerne fremden Glücks dich freun! fremdes Glück wird dadurch dein! 7. Wenn dir Frevler Angst erwecken, wenn ihr Haß dich drückt und fränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Tode retten kann, nimmt sich deiner mächtig an. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 8. Rüstete sogar zum Streite sich die Hölle wider dich: sie ist dir 105. Selig, wer mit stillem nicht fürchterlich. Fielen auch zu deiner: Borsehung. Ihre dunkeln Wege. 46 deiner Seite tausend dort, zehntausend hier: zage nicht; Gott ist bei dir. 9. Christ, sei unbesorgt und heiter. Im Vertraun auf Gottes Wort sebe deine Wallfahrt fort! Der bisher half, hilft auch weiter; er hält fest, was er verspricht; Gott, dein Gott verläßt dich nicht!! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 106. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rat bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird auch die Ursach' uns entdeckt, warum dein Rat, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsternis bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschieht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demut Schranken; die Demut wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich dir mich überlassen, mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht tann fassen, auf dich, den Gott der Liebe, hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rat boll Güte war. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. So preif' ich einst vollkommen dich; so freu' ich dein auf ewig mich. Mel. Keinen hat Gott verlassen 2c. 107. Entehre nicht durch Klawenn dich an manchen Tagen ein gen die Vorsicht, die dich deckt, trüber Morgen weckt. Dies ist das Los der Erden; nur dort ist heitrer Tag; dort folgen nach Beschwerden dir Ruh' und Wonne nach. 2. Hier hüllen Finsternisse den Plan der Vorsicht ein. Es müſsen ihre Schlüsse hier unerforschlich sein. Einst wird der Nebel fallen; dann betest du sie an. Froh wird dein Lied erschallen: Wie wohl hat Gott gethan! 3. Erkenne voll Vertrauen den Weisen, der regiert, und die, so auf ihn schauen, doch immer selig führt. Ist gleich sein Rat verborgen, führt gleich sein Weg durch Nacht; so darfst du doch nicht sorgen, weil stets sein Auge wacht. 4. Sein Rat ist immer Gnade, voll Weisheit bleibt sein Plan. Er führt auf dunklem Pfade dich immer himmelan. Voll Huld schaut er hernieder auf unser Erdenland, und hält der Kette Glieder mit unsichtbarer Hand. 5. Nur er durchschaut das Ganze, nur er umfaßt die Welt. Im reinsten Sonnenglanze ist alles aufgehellt. Vor dir verhüllen Nächte den wunderbaren Rat, nach welchem seine Rechte dich oft geführet hat. 6. Drum Borsehung. Ihre dunkeln Wege. 6. Drum ehre stets hienieden die Vorsicht, die dich schüßt. Sie wirkt zu deinem Frieden, und giebt dir, was dir nützt. Ergieb dich ihr gelassen, ihr, die die Welt regiert. Bist du von ihr verlassen, wenn ihre Hand dich führt? 7. Sie ist an deiner Seite; du wirst von ihr gedeckt, wenn morgen oder heute ein Unfall dich erschreckt. Geführt von ihren Händen verlierst du nie den Pfad, den Gott, ihn zu vollenden, dir vorgezeichnet hat. 8. Auch in den bängsten Leiden wird Gott dir nahe sein, und seinen Geist der Freuden dir, wenn du zagst, verleihn. Wird einst dein Lauf sich schließen, der wunderbar begann, so wirst du sagen müssen: Wie wohl hat Gott gethan! Ein großer Gott regieret; ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch, was uns Zufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Ratschluß wollte; und alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht! 47 Welten wanken. Ich sollte, was ich bin, nicht etwas andres sein, und mein besondres Los stimmt mit dem Ganzen ein. 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was mir mein Gott gegeben? Der Thor nur klagt und murrt, und lästert Gottes Rat; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. Mel. O Gott, du frommer 2c. 108. Nichts ist von ungefähr! eines Königs Pracht. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch 5. Mein Unmut ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd' ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Ein frommer Sinn ist mehr, als 8. Die Tugend wird bald schwach im Schoße niedrer Freuden, und stark erscheinet sie, umringt von herben Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott; o, stehe du mir bei, daß selbst in Not und Tod mein Herz dir folgsam sei! mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 109. Dein Gott, o Christ, der stets dich liebt, sucht, wenn er dich durch Leiden übt, die Wohlfahrt deiner Seele, will, daß dir nicht 311 Vorsehung. Ihre dunkeln Wege. 48 zu deiner Pflicht Entschluß und Eifer fehle. 2. Das Leiden beugt den Übermut, erstickt der Wollust wilde Glut, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht dein Herz, daß fremder Schmerz dein Mitleid bald gewinne. 3. Es übt in Demut und Geduld, erhöht den Wert von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Vertrauen, lehrt im Verlust dich nur mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 4. Es reizet und entflammt dich stets zu größrer Inbrunst des Gebets, und läutert deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 5. Verschmerzt ist bald das Erdenleid. Denn bald entfleucht die schnelle Zeit; doch ewig, ewig währet dort ein Genuß ohn' Überdruß, wie ihn der Geist begehret. 6. Auch bleibt ja stets dein Gott getreu; er stehet dir als Vater bei, sorgt, daß er dich erquicke, und daß der Schmerz dein banges Herz doch nie ganz niederdrücke. 7. Verbirgt er auch sein Angesicht; doch raube dies den Mut dir nicht; er kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 8. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Heiligen zur Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Willst denn nur du in träger Ruh' des Lebens Kron' erlangen? 9. Sei fromm und demutsvoll, wie sie: Gleich ihnen bet, und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Zu seiner Zeit entweicht dein Leid. Auch dich wird er er höhen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 110. Oft hält dein Antlitz sich verborgen, als sähest du mein Elend nicht. Oft fang' ich ängstlich an zu sorgen, weil Trost und Freude mir gebricht. Mein thränenvolles Auge sieht nach Hülf' empor, und sie verzieht. 2. Und doch will ich von dir nicht lassen. Dir, Vater, eil' ich flehend nach. Nur fester noch will ich dich fassen, dich, der noch nie sein Wort uns brach. Verbirgt sich auch dein Antlitz mir; doch blick' ich hoffend auf zu dir. 3. Ein Vater sorgt für seine Kinder; und wer ist Vater so, wie du? Dein Regen träufelt selbst dem Sünder, und deine Sonne strahlt ihm zu. O wohl mir, Gott, ich bin dein Kind, und du bist väterlich gesinnt! 4. Ihr Zweifel, flieht, die ihr vermessen im bangen Herzen euch empört! Mein Gott hat meiner nie vergessen, obgleich er mich nicht schnell erhört. Er kennet mich und meinen Schmerz. So sei denn ruhig, o mein Herz! 5. Von jeher stellte deinem Blicke die ganze Zukunft, Herr, sich dar. Du warst bekannt mit meinem Glücke und meinem Leid, noch eh' ich war; denn du, du bist es, dessen Rat mein Schicksal selbst geordnet hat. 6. Und du, Herr, solltest, was mir fehlet, nicht deutlicher noch sehn, als ich? Du, der des Hauptes Haare zählet, du wärest unbesorgt um mich? Nein, aller deiner Kinder Schmerz bewegt dein väterliches Herz. 7. Wenn dir mein Elend Freude machte, du hättest Jesum nicht gesandt. Er war es ja, der Segen brachte, Erlösung. brachte, und unser Herz mit dir verband. Er ruft mir zu: Verzage nicht, ob auch dir jede Stüße bricht! 8. Ja, hülle dich in finstre Wetter! du bist uns doch mit Gnade nah. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 111. Also hat Gott die Welt geliebt, und sie so hoch geehret, daß er selbst seinen Sohn ihr giebt! Das preise, wer es höret! Jhn, der so viel an uns gethan, ihn bete dankvoll jeder an, der dies von Gott erkennet, und seinen Gott ihn nennet. 2. Wer hat wohl einen Vatersinn, und giebt sogar für Sünder sein Kind zu ihrer Rettung hin, das liebste seiner Kinder! Und so, so liebt uns Gott der Herr! Wer ist an Huld so reich, als er? schenket uns Verlornen selbst seinen Eingebornen. 3. Er schenkt ihn, daß die Sünderwelt befreit, und diese Erde dem, der forthin zu Gott sich hält, des Himmels Vorhof werde; daß jeder, der an Christum glaubt, und Sünden sich nicht mehr erlaubt, in Gottes Gnade stehe, und nicht verloren gehe. 49 Uns helfen wirst du, starter Retter! nur deine Stund' ist noch nicht da. Sie kommt gewiß! Dein Licht geht auf und fröhlich end' ich meinen Lauf. 5. Wer kann dies wissen, Gott, und doch dir fühllos widerstreben? So hoch geliebt sein, und dennoch sich weigern, dir zu leben? O, sollt' ich, da dein Sohn selbst stirbt, und mir ein ewig Heil erwirbt, nicht deine Lieb' empfinden? Wie häuft' ich meine Sünden! wär' ich, mit jeder Plag' auf Erden, 6. O, welch ein Gräul! Wie wert und mit noch größrer ewiglich von dir bestraft zu werden! Nein, ewig ferne sei von mir ein solcher Undank! Bater! dir und deinem Sohn ergeben, will ich dir einzig leben. Kraft, daß ich, im wahren Glauben, 7. O, schenke du mir selbst die mir nicht mein Heil zu rauben! Wie gleich ihm auch wandle tugendhaft, tönntest du, da du mir schon den nicht gnädig mein gedenken, und mit Sohn geschenkt hast, deinen Sohn, ihm alles schenken! 8. Ich hoff' es, Gott, voll Zubersicht; ich will das Böse hassen, vertraun auf deinen Sohn, und nicht von ihm mich trennen lassen. Durch ihn, o Vater, bin ich dein, und ewig, ewig will ich's sein; will deinen Willen üben, dich über alles lieben. 4. O, welch ein Heil, befreit von Schuld, gereinigt im Gewissen, voll Trost an Gottes Vaterhuld, im Herzen Ruh' genießen; den Himmel vor Mel. Nun freut euch, lieben zc. sich offen sehn, und einst zu seinen 112. Auf, Christen, laßt uns Freuden gehn! Dies Heil uns zu zuwenden, ließ Gottes Sohn sich senden. unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nötig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rat kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Erlösung. 50 unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 2. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Des Todes Macht hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 3. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 113. Gedante, der uns Leben giebt, du bist nicht auszudenken: Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, aus heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ, für mich ans Kreuz ge-. schlagen, mein Herr und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, werd' ich stets irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 5. O, lasset ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören; auf seine Mittlerhülfe baun; ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem auf den ich leb' und ſterbe. auch schon auf Erden man wandelt. 6. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn, auch mit der That, in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, zu unsrer Freude, ewig teil; so preisen wir dich ewig! 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigentum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, 9. Er mir den Geist der Kraft, im Glauben mich zu stärken, und macht durch ihn mich tugendhaft, und reich an guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern, mit reinem Herzen thue, so fühl ich Freudigkeit im Herrn und des Gewissens Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zum Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, der mich einst aus der Erde erweckt, und zu dem Reich erhebt, da ich ihn schauen werde. 13. Kann meine Lieb' im Glauben hier für ihn jemals erkalten? Das ist die Lieb', o Gott, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, Person des Erlöſers. barkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden: so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 2. Du kamst, und Nächte schwanden; es tagte reines Licht. Die Sterblichen erkannten nun ihre Würd' und Pflicht; erkannten, hocherfreut, den Vater auf dem Throne; in dir, dem ew'gen Sohne, der Tugend Herrlichkeit. Mel. Aus meines Herzens 2c. 115. Wie schön leuchtet der Mor114. Dir, Jesu, tönt vom Staube genstern! O, welch ein Glanz geht mein Lied hinauf zum Thron. In dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Um unser Heil zu gründen, zu retten uns von Sünden, erschienst du in der Zeit. auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 3. Uns Ruh' und Trost zu geben, und, frei von Sündenschuld, zu Gott nns zu erheben, littst du, Herr, mit Geduld. Du starbst; doch hielt dich nicht der Tod in seinen Banden; du, siegreich auferstanden, erscheinst zum Weltgericht. 51 16. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken! wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! 4. Wer gleicht dir? Wo ist einer im weiten Schöpfungsreich so groß, so herrlich? Keiner fühlt, Heiland, dir sich gleich. Die Engel nahn sich dir, von Ehrfurcht tief durchdrungen, zu sel'gen Huldigungen; bewundern dich, wie wir. 5. Dein ist das Reich der Wahrheit, wo sich, von Mängeln rein, in immer höhrer Klarheit die Deinen ewig freun. Wie selig macht dein Licht! Dich lieben, dich verehren, treu üben deine Lehren, sei stets mir heil'ge Pflicht! - 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König, von ganzem Herzen preis ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, keiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens! 3. Durch dich nur kann ich selig sein. O, drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe! Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasſe, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. VonGott strahlt mir einFreudenlicht, die Hoffnung, daß, dein Angesicht ich einst noch soll erblicken. Du kannst indes durch deineKraft, die Ruh' in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und 4* Erlösung. 52 5. Und wie, Gott Vater, preif' ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich durch deinen Sohn geliebet; dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund; was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde; und dann fürchte keine Feinde! 6. Ihm, welcher Lob und Grab und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende! Wenn nun ich sterbe, geht mein Geist, der auch im Tode dich noch preist, getrost in deine Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 116. Nie tann mein Herz dich, Jesu, g'nug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; durch dich kann ich, der Sündenlast entnommen, zum Vater kommen. 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber bist zum Lichte mir erschienen, Gott recht zu dienen. 3. Nun liegt sie vor mir, deine Segensfülle, daß ich daraus den Durst der Seele stille, den Durst nach Gütern, die mein Herz erquicken, mich ganz beglücken. 5. Vor deinem Glanz entfliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten umgeben hatten, ich sehe nun, erhellt durch deine Wahrheit, des Höchsten Klarheit. 6. Verschlossen hatt' ich mir durch meine Sünden den Weg zu Gott, um Trost an ihm zu finden; ich sehnte mich, von ihm durch Schuld geschieden, umsonst nach Frieden. 7. Dies große Elend hast du weggenommen; bist mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen; dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Trost im Leiden. 8. Die beßre Zukunft war vor mir verhüllet; fein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, die sich unsterblich fühlen, schien dem Herzen in seinen Schmerzen. 9. Du aber, großer Mittler, bist mein Leben; willst nach der Zeit zum Himmel mich erheben; mir ew'ges Heil für meinen Geist gewähren, den Leib verklären. 10. Mit tiefgerührtem, dankbarem Gemüte verehr' ich, Jesu, deine große Güte. In Himmelswonne preis ich deinen Namen einst besser... Amen. 2. Du, Gottes Sohn, du tamst zu uns auf Erden, und gabst dich hin in Marter und Beschwerden, Mel. Schatz über alle Schätze zc.. um Trost und Heil auf Zeit und 117. Aus irdischem Getümmel, Ewigkeiten mir zu bereiten. wo Glück und Lust vergeht, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt; wer führt durchs trübe Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 2. Wenn. Ankunft des Erlösers. 53 2. Wenn Irrtum uns befangen, 3. Wer schenkt in Not und Leiden, tein Strahl die Nacht durchbricht, wie mögen wir gelangen zu der Erkenntnis Licht? Getrost! es strör die Klarheit von Gottes ew'gem Thron; denn Christus ist die Wahrheit, der ein geborne Sohn. wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben, gewährt im Tode Ruh'? Mein Jesus ist das Leben, und führt dem Leben zu. An den Festen Mariä Verkündigung und Heimsuchung. 118. Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rat in die Welt gesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar sehnsuchtsvollstes Wünschen war, was ihr Glaub' im Geiste sah, ist erfüllet, ist nun da. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn, mehr als eines Reiches Thron. Gottes Sohn, o Sünderwelt, hat in dir sich eingestellt. 4. Sei willkommen! jauchzen wir. Hilf uns und bereit' uns dir! Richte selbst dir eine Bahn auch in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach' es, wie du gern es thust, rein von schnöder Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr; so erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, wenn ich schwach und zaghaft bin; wenn mir Niemand helfen kann, hilf und nimm dich meiner an. 8. Steh' mir in Versuchung bei, daß ich, aller Sünde frei, dir hier auf der Glaubensbahn selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegengehn, und gerecht vor dir bestehn. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 119. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, frohlocket Gott voll Freuden! Denn er ist unser Heil in allen unsern Leiden. Er, unser Vater, nimmt sich unser hülfreich an; gar große Dinge hat der Herr an uns gethan. 2. Wie mächtig ist der Herr! wie heilig, hoch zu ehren von allen, die durch ihn erlöst zu sein begehren! Denn er ist gnädig, ist's cher ihm vertraut, und seiner Huld durch Zeit und Ewigkeit, dem, welsich freut. 3. Er steht den Frommen bei; seines Arms erfahren ſeine Feinde. er segnet seine Freunde. Die Stärke Er sieht den übermut der Stolzen, und sein Blick zerstreut sie, und entreißt Hoffärtigen ihr Glück. 4. Er stößt Gewaltige herab von ihrer Höhe, daß, wer erst niedrig war, an ihrer Stätte stehe; giebt Hungrigen genug, und läßt die Reichen leer. Wer herrschet ſo gerecht, wer gütiger, als er? 5. Daß er barmherzig sei, daß er erlösen wolle, daß selbst der Sünder nicht verloren gehen solle, das ist sein 54 stol sein Bund, mit uns von Ewigkeit gemacht; und 0, wie hat der Herr an seinen Bund gedacht! Erlösung. 6. Er sprach zu Abraham: Durch deinen Samen werde gesegnet einst dein Volk, und jedes Volk der Erde! Frohlockt, und seht, wie Gott, was er verheißt, auch hält! Gesegnet ist sein Volk, gesegnet ist die Welt! 7. Denn Jesus Christus t tam, sein Sohn und Abrams Same, und rettete die Welt. Gelobt sei Gottes Name! Anbetung bringet ihm, bringt Dank und Preis ihm her! Denn niemand ist so treu, und so voll Huld, als er. en Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. lieben. 120. Von ganzem Herzen lieb' ich dich, mein Heiland; denn du liebtest mich, eh' ich dich konnte Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh' deines Mitleids große Macht dich in die Welt getrieben. Und sah'st du gleich, ich würde dein unwürdig und ein Sünder sein, durch meiner Väter Fall entweiht, beraubt der ersten Heiligkeit; doch sollt' ich dein, ich, Jesus Christus, sollte dein, ich Sünder sollte selig sein! 3. Des Todes Band' umfingen mich; du sahst's, und du erbarmtest dich, als ich vergehen wollte. Du, du beschlossest, ob ich zwar des Fluchs, des Todes würdig war, daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht, und rief dir nicht; doch wandtest du dein Angesicht voll Mitleids nach dem Staub, zu mir, und schwurst Erlösung, schwurst bei dir: Ich will den Tod, ich will der Abgefallnen Tod erdulden, der den Sündern droht! 4. Du kamst; doch da zerflossen nicht die Wolken unter dir im Licht, dem Kommenden zu Ehren. Die Berge wurden nicht erregt, in ihren Gründen nicht bewegt; du kamst nicht, zu zerstören. Dich kündigte tein Sturmwind an; kein fressend Feuer ging voran; kein Donner donnert, und kein Blitz schoß durch die Himmel, deinen Siß; du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Tau der Nächte fällt. 5. Ein Mensch, nicht mächtig und nicht reich, ach, arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten; mich, ewig, ewig preif' ich dich, von meines Todes Banden mich mitleidig zu entfetten. Du reichtest mir der Hülfe Hand vom Kreuz herab, und ich empfand mein Elend und mein Heil zugleich, vom Fluch erlöset in dein Reich. Du starbſt den Tod; du starbst der Abgefallnen Tod. Besiegt, besiegt ist nun der Tod! 2. Ach, möcht' ich, o mein Schild und Heil, dir, hier mein Trost, und dort mein Teil, nur würdig danken können! Laß gegen dich, wie du's verdienst, mich, weil du mir zum Heil erschienst, in heißer Lieb' entbrennen. Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgesang, bedarfst du, meine Zuversicht, mein Me 1. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Lob zu deiner Größe nicht. Doch 121. Was ist der Mensch, der flamme Dank! Dir, Jesus Christus, flamme Dank! Hoch flamm' empor mein Lobgesang! Staub von dir, daß du, Gott, sein gedenkst, und schon in diesem Leben hier ihm so viel Gutes schenkst? 2. Du 31 Ankunft des Erlösers. 2. Du siehst auf unsre Niedrigkeit mit gnadenvollem Blick, und führst uns, unter Freud' und Leid, zu unserm wahren Glück. 3. Wer dir vertraut und dein Gebot befolgt, der hat an dir auch Trost; denn deine Güt', o Gott, währt immer für und für. 4. Wer aber stolz auf eigne Macht in seinem Herzen spricht: Wer ist der Herr? und dich veracht't, den achtest du auch nicht. 5. Du stürzest ihn von seiner Höh' herab, eh' er's gedacht, daß er sein Nichts erkenn', und seh' die Größe deiner Macht. 6. In seiner niedern Hütte lebt, von Menschen oft verkannt, der Fromme; aber ihn erhebt, o Vater, deine Hand. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 122. Wie freudenreich ist dieſe Seit! Kommt, feiert sie voll Dank barkeit! Gegründet ist hier Gottes Reich. Gott ist die Liebe! Freuet euch. 2. Er, der uns ward zum Heil gesandt, ist uns ein göttlich unter pfand, wie innig Gottes Vatertreu', wie wert ihm unsre Wohlfahrt sei. 55 7. Der Dürft'ge wird durch dich erfreut; das beßre Glück der Welt wird ihm zu teil Zufriedenheit, die oft dem Reichen fehlt. 8. Gieb, Vater, daß ich weis' und gut, und dir ergeben sei, im Glück von Stolz und Übermut, im Leid von Unmut frei. Adventslieder. 4. Vergeßt, vergeßt zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit! Mit Freuden denket oft daran, und betet Gott in Demut an. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei unser Herz ihm ganz geweiht, 1 9. Schenk' mir in meiner Pilgrimszeit, wär's auch nur einen Freund, der sich bei meinem Glücke freut, bei meinem Unglück weint. 10. Am Morgen, wo die Freude lacht, bist du mein Lobgedicht; doch auch in stiller Leidensnacht vergeß ich deiner nicht. 11. Du hast so viel an mir gethan, der du so mächtig bist! Bet' ihn, mein Geist, voll Ehrfurcht an des Name heilig ist! ihm, der so väterlich uns liebt, daß er uns ew'gen Segen giebt. 6. Dem, den er uns zum Helfer gab, dem folget redlich bis ans Grab! Seid treu, und wendet dankbar an, was er zu unserm Heil gethan. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit uns kund gethan; Mel. Vom Himmel hoch, da zc. durch ihn hat er uns Mut und 123. Auf, auf! macht Thor und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. Herzen weit! Hier kommt der Herr der Herrlichkeit; der Ehrenkönig ziehet ein; drum laßt uns alle fröhlich sein! 7. Wer ihn von ganzem Herzen liebt, sich gläubig im Gehorsam übt, der hat einst teil am Himmelreich. Gott ist die Liebe; freuet euch! 2. Willkommen auf der Pilgerschaft, o Jesu, meine Ruh' und Kraft! kein Engel kommt auf seiner Bahn bei uns so hehr und herrlich an. 3. Zwar 56 3. Zwar ziehst du still und dürftig ein: doch kommst du, Menschen zu erfreun, ein Mittler zwischen uns und Gott, und wirst gehorsam bis zum Tod. Erlösung.de 4. Du zeigst in deiner Knechts gestalt dein göttlich Wesen und Gewalt. Dir, Herr, gehört die weite Welt; du lenkst das Herz, wie dir's gefällt. 5. Wohlan, wir eilen auch zu dir, dich zu verehren nach Gebühr. Liebe Jesu, nimm mich ein; mein Herz laß deinen Tempel sein! 6. Weg Sünd' und Tod und alles Leid! durch Buße wird die Bahn bereit't. An dir, Herr Jesu, hab' ich teil; du bringst das längst erwünschte Heil. Dad 7. Gelobt sei, der gekommen ist, und der uns noch durchs Wort begrüßt! Gelobet sei, der kommen soll! Des sind wir alle freudenvoll. Mel. Gott sei Dank iu aller 2c. 124. Komm Romm nun, o du starker Held, Retter der verlornen Welt. Sieh', dein Erbe wartet dein; komm, du Lebensfürst, herein! 2. Um uns her ist finstre Nacht; du bringst uns des Himmels Pracht. Darum freuet sich die Welt. Auch mein Herz ist dir beſtellt. 125. Gottes Sohn ist kommen! Rühmt es laut, ihr Frommen! Er erschien auf Erden, Retter uns zu werden, und ein Reich zu gründen, unentweiht von Sünden. 2. Sünder zu bekehren, läßt er uns noch lehren; er kommt noch zu Seelen, die die Wahrheit wählen, die das Gute lieben, und es willig üben. 3. Er will ihnen schenken, seiner zu gedenken, hohe Himmelsgaben, die die Seele laben; will sie dadurch stärken zu der Tugend Werken. 4. Die ihn gläubig ehren, und, nach seinen Lehren, Gott sich ganz ergeben, immer heilig leben, werden einst mit Freuden von der Erde scheiden. 5. Gehet gleich behende hier ihr Lauf zu Ende; auch in Todesschmerzen giebt er Trost dem Herzen, und für kurze Leiden giebt er ew'ge Freuden. 6. Euch zum Heil, ihr Frommen, wird er wiederkommen; er wird neues Leben den Entschlafnen geben, und im Himmelslichte thronen zum Gerichte. 7. Da wird er belohnen, keines Sünders schonen. Wohl dann Gottes Freunden! Wehe Gottes Feinden, die den Herrn verhöhnten, und dem Laster fröhnten! 8. Laß, o Herr, uns ringen, Gutes zu vollbringen, immer wachen, streiten, daß wir froh einst chenschaft dir geben. scheiden, froh vom Erdenleben ReMel. Wie wohl ist mir o 2c. 126. Dein Mittler kommt, gebeugte Seele, die ein erwacht Gewissen schreckt, das Gottes heilige Befehle, der Sünde Folgen dir entdeckt. Er kommt, bringt deinem wunden Herzen Erquickung, Trost für bittre Schmerzen; er bricht dir selbst die Freudenbahn. Durch ihn darfst du Vergebung hoffen; Gott ist versöhnt, der Himmel offen. O, bete deinen Mittler an! 2. Dein Lehrer kommt; mit hoher Klarheit trägt er dir ew'ges Leben vor; Ankündigung des Erlösers. vor; aus seinem Munde spricht die Wahrheit; begierig öffn' ihm Herz und Ohr! Er wird dich von den Finsternissen des Irrtums zu befreien wissen; es strahlt aus ihm der Gottheit Licht. Er klärt dir auf des Vaters Willen; er giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen. Ihn hören, sei dir Lust und Pflicht. 3. Dein König kommt, doch ohne Prangen; sein Aufzug ist an Armut reich. Auf! deinen Herrscher zu empfangen! er ward zu deinem Trost dir gleich. Zu Gottes Bild dich zu erheben, erniedrigt er sein göttlich Leben; er stirbt für dich auf Golgatha. Nun thu', wie treue Unterthanen; geselle dich zu seinen Fahnen, und bleib' ihm stets in Liebe nah. 4. Dein Alles kommt, dich zu beglücken; er kommt, der dich mit Gott vereint. Drum laß die Welt dich nicht berücken; erkenn' im Mittler deinen Freund! Was könnte sonst dir Rettung geben? Bei ihm ist Segen, Fried' und Leben; bei ihm ist alles, was dir frommt. Zerbrich die Fesseln, die dich schänden; empfang dein Heil aus Jesu Händen! O armes Nichts, dein Alles kommt! Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 127. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah' er unsre Not, und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seines Himmels Thron. 2. Ihn sandt' er, unser Trost zu sein, vom Sündendienst uns zu befrein; mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O, welch ein liebevoller Rat! 57 o unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein Sohn, durch den er alles schuf, nimmt willig auf sich den Beruf, uns vom Verderben zu befrein, und schämt sich nicht, uns gleich zu sein. 5. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, verleugnet Hoheit und Gewalt, und läßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt, und seinen ein'gen Sohn uns giebt? Was nützen wir dem höchsten Gut, daß er so Großes an uns thut? 7. Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr; verschmähe den nicht undantbar, den Gott zum Helfer dir bestimmt, und der sich liebreich dein annimmt. den an; mach ihm in deinen Her8. O, nimm ihn doch mit Freudein Gemüt, und du genießest seiner zen Bahn, auf daß er komm' in Güt'. dem von ihm erworbnen Heil. 9. Bei dieser Treue hast du teil an Wo nicht, ach, so verschließt du dir mutwillig selbst die Himmelsthür! 10. Sein' erste Zukunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit; die andre wird zu großer Pein der Sünder majestätisch sein. 11. Zu Ehren aber nimmt er dann mit Freuden, die ihn lieben, an, und wird sie in des Vaters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. 12. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! Mel. Erlösung. 58 Mel. Aus meines Herzens zc. Mel. Schatz über alle Schätze 2c. 128. Erhebt den Herrn, ihr 129. Wie soll ich dich empfanFrommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. gen, Heil aller Sterblichen? Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen? Gieb selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Erlöst! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe, voll Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis durch Todesleiden sein großes Werk er vollbracht. 4. Er hat's vollbracht. O, bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Men schen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden; heilt unsern Seelenschaden. O, nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf du die Macht der Sünden uns glücklich überwinden: denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. 3u unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben: gieb uns am Himmel teil. Laß uns dir folgsam sein! was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich deiner ewig freun. 2. Einst streute man dir Palmen. Jeht soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabſt du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner vermögend g'nug dazu. Da jammerte dich meiner; da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den Banden des Todes frei und los, entreißest mich den Schanden der Sünde, machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkfest Güter mir, die unaufhörlich währen. Dank, ewig Dank sei dir! 5. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen! Ja, du, o Jesu, hast mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr. Zagt nicht in euern Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O, sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah; der eure Seele labet, der treue Freund ist da! 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch Ankunft des Erlösers. euch verzeihe, der große Menschenfreund! Er kommt und ruft den Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. der Feinde? Traut auf ihn! Er kann sie schnell zerstreuen. Der Herr gebeut; sie fliehn. Er kommt, er kommt, ein König, dem auch ein zahllos Heer von Feinden viel zu wenig zum Widerstande wär'! 8. Und er verlässet keinen. Er weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschüßt? Nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. Mel. Aus meines Herzens 2c. 9. Was achtet ihr das Dräuen 132. Nun zauchzet all', ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit! Denn unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne Glanz und Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören der Sünde Reich und macht. 10. Er kommt zum Weltgerichte, und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem Bösewichte, und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn, und dort mit Freudenthränen zu seiner Rechten ftehn! 59 Thron. Dir, Gott, und Jesu, deinem Sohn, ertönet Preis und Lobgesang vom Aufgang bis zum Niedergang. 2. Die Welt, die ganz im Dunfeln lag, erleuchtet nun ein heller Tag; es sehn die Völker nah und fern, die Gnad' und Herrlichkeit des Herrn. 5. Lobsingt! Gott hat sein Wort erfüllt; sein Sohn, der Gottheit Ebenbild, der größte Menschenfreund erschien, und selig werden wir durch ihn. ( 131.) 3. Was Weise nie durch den Verstand erforschen konnten, ward betannt. Daß Gott der Menschen Vater ist, ward offenbar durch Jesum Christ. 4. Gestürzt ist nun der Gößen Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich be130. Lobsingt! Gott hat sein stellt; er will hier seine Macht und Wort erfüllt; sein Sohn, der Gottheit Ebenbild, der größte Menschenfreund erschien, und selig werden wir durch ihn. Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden ganz vollbracht. 2. Er kommt in unsre Hütten, will unser Helfer sein, und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; er will uns durch sein Sterben ein ewig Heil erwerben. Lobt ihn mit frohem Mut! 4. Bewohner dieser Erden, nehmt diesen König an, wenn ihr wollt selig werden, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt, weil der, der ihn verachtet, nach seinem Heil nicht trachtet, die Seligkeit verliert. 5. Drum wollest du uns leiten, o Mittler, Jesu Christ. Wer seiner Seligkeiten teilhaftig worden ist, ist immer voller Mut; fühlt reichen Trost im Herzen auch in der Zeit der 60 der Schmerzen; du bist sein höchstes Gut. Erlösung. 6. Dereinst wirst du erscheinen in deiner Herrlichkeit, verwandeln unser Weinen in Ruh' und ew'ge Freud'. Du bist's, der helfen kann; drum mache du mich fertig, mich deiner stets gewärtig auf meiner Lebensbahn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 133. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt; wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rat von aller Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, unser Freund und bestes Gut, der alle segnen kann, des Höchsten Sohn, nimmt Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du wirst ein Mensch, wie ich, daß ich mit Gott sei, Gott mit mir; wie sehr beglückst du mich! 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir, durch Rat und That, mein Helfer und mein Friedefürst auf dieses Lebens Pfad. 6. Was mir zum Seligsein gebricht, schafft deine Lieb' auch mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht; wie viel hab' ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Teil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Demut, Herr, mein Heil, gewinn' ich Seligkeit. 8. Gelobt sei Gott! gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron; erheb' ihn auch, mein Geist! Mel. Von Gott will ich nicht zc. 134. Mit Ernst, ihr Menschenkinder, das Herz in euch beſtellt! damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gottes Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben versprochen und gegeben, bei allen tehre ein! 2. Kommt, reinigt eure Seelen; seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich; verabscheut und verlasset, was euer König hasset; ihm traut, ihm weihet euch! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das redlich ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit voll Mitleid und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Es ruft mein Herz nach dir; es seufzet dir entgegen. Komm, komm mit deinem Segen, und wohne stets in mir! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 135. Er r kommt, er kommt, der starte Held, voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Bliz erhellt des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt? Wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's! Lobsinge, Welt! Dir wird das Heil gebracht. 3. Dir, der du kamest, singen wir Anbetung, Preis und Dank! In Ewigkeit erschalle dir der Deinen Lobgesang! Mel. Geburt des Mel. Nun danket alle Gott 2c. 136. Sie tommt, fie eilt, die Zeit, da Gott, was er verheißen, zu unserm Heil erfüllt. Auf, dantbar ihn zu preisen! Der große Tag des Herrn, der Tag des Heils ist nah! Denn er, der ihm den Weg bereiten soll, ist da! 2. Laut schallt das frohe Wort: Der Herr kommt! Es verbreitet sich überall der Ruf: Erwachet, und bereitet dem, der da kommt, den Weg! Macht ihm, dem Retter, Bahn! Macht Bahn, bereitet euch, ihn würdig zu empfahn! Me I. Wir Christenleut 2c. 137. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. Weihnachtslieder. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser Freund, mit uns bereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm teil; er ist das Heil; thu' täglich Buß', und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. Erlösers. 61 3. Er kommt, von Gott gesandt, Gnad' und Wahrheit glänzt auf der Völker Trost und Segen; und allen seinen Wegen. Er kommt, um eine Welt vom Elend zu befrein, und wer ihm huldigt, wird hier froh, dort selig sein. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz 4. Heil uns! Mit uns ist Gott! O, laßt uns mit Verlangen, mit Dank und Preisgesang den kommenden empfangen, gern hören auf sein Wort, treu thun, was er gebeut, um mit ihm einzugehn ins Reich der Herrlichkeit! in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist, im Himmel und auf Erden; die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. uns gern; und wer ihn sucht, den 7. Erhebt den Herrn! Er hilft wird seine Name trösten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 138. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht Erlösung. 62 furcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm', im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu' ich gern". Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut! 9. Durch eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? Thron beruft er uns zu seinem Reich, und sendet seinen Sohn. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Der Sohn kommt nach des Vaters Rat, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgiebt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wählt die niedrigste Gestalt, wird armen Knechten gleich; verlangt nicht Hoheit und Gewalt, kein irdisch Königreich. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht der Todesschatten fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, er giebt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh'. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, den frommen Geist kein Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu unsers Gottes Reich. O Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligen Geburt! Und die Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein 140. Laßt uns mit ehrfurchtsneues Lied! vollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Menschen. Me L. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und lieb gewinnet? O, nehmt an Jesu Segen teil, und 139. Lobt Gott, ihr Christen, seid ihm gleich gesinnet! Wer nicht freuet euch! Von seiner Gnade wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, Geburt des nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein, und sein dabei gedenken! Was ihr den Seinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer so den Sohn des Höchsten ehrt, den wird sein Name trösten. Von ihm beglückt, von ihm belehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 141. Dom Himmel kommt der starke Held, der Retter der gefallnen Welt. Die Heerschar jauchzt, des Himmels Pracht umstrahlt die Hirten in der Nacht. ing 2. Und seht, ein Bote Gottes schwebt zu ihnen, deren Herz erbebt, und spricht mit Huld im Angesicht: O fürchtet euch, ihr Lieben, nicht! 3. Wißt, große Freude bring' ich euch! der Sohn des Höchsten ward euch gleich; geboren ist in Davids Stadt er, der des Lebens Fülle hat. 4. Der dort in einer Krippe liegt, er ist's, der Sünd' und Tod besiegt; der alles Volk zur Seligkeit, zum Himmel Gottes Erde weiht. 5. Er spricht's, entschwebt und ihn umringt ein strahlend Chor, das Gott lobsingt. Es jauchzt der Engel feiernd Heer; Gott in der Höhe, Gott sei Ehr'! 6. Und Friede herrsch' und Seligkeit auf seiner Erde weit und breit. Gott freue seiner Menschen sich, und segne sie nun ewiglich! Erlösers. 63 7. Anbetend stammeln ihren Dant die Hirten in den Preisgesang, erheben freudig sich, und gehn nach Bethlehem, ihr Heil zu sehn. 8. Auch ich will dieses Heils mich freun, und mit den Hirten achtsam sein, zu sehn, wie Gott so hoch uns liebt, daß er den ein'gen Sohn uns giebt. 9. O, sei willkommen, edler Gaſt, der du uns nicht verschmähet hast! Du kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich's immer danken dir? 10. Du achtest nicht der Fürsten Pracht, nicht ihre Hoheit, Ehr' und Macht: willst lieber lassen dich verschmähn, als mich von Gott geschieden sehn. 11. Ach, liebster Heiland, Jeju Christ, der du auch mir geboren bist, vergessen will ich nimmer dein; du sollst mir Freud' und Wonne sein. 12. Des Todes Schrecken sind entflohn; geschenkt ist uns der ein'ge Sohn. Ihm schallt der Engel Lobgesang; ihn preif' auch du, mein frommer Dank! Mel. Gelobet jeist du, Jesu 2c. 142. Gelobet seist du, Gottes Sohn, der du auf der Allmacht Thron jetzt herrschest und einst warst, wie wir; Anbetung, Preis und Dank sei dir! Gelobt sei Gott! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Väter schon von fern; du aller Völker Trost und Licht, du warst auch ihre Zuversicht. Gelobt sei Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an, über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsternis umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Gelobt sei Gott! 4. Durch 64 4. Durch den die Welt einst wor= den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sei Gott! 5. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Der Menschen sündiges Geschlecht entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei Gott! Erlösung. 6. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan; dich beten auch die Himmel an! Gelobt sei Gott! Me I. Wie schön leuchtet der 2c. 143.0 stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt herniederkam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte. Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam, auf Erden Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Beid auch mir den Weg zur Seligkeit. Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen, und einst volles Heil erlangen. 4. O, gieb, daß ich an diesem Heil nun auch in wahrem Glauben teil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und dein mich nimmer schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Gott sei Dank in aller zc. 144. Heiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigentum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, des Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Baters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rat und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns tamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns teu'r erworbnes Heil sei auf ewig unser Teil! 7. Unfre Geburt des Erlösers. 7. Unsre Seele trau' auf dich; unser Leben preise dich! Und du felber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! 145. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, die Gnade zu erheben, die aller Himmel Loblied preist; sie schafft uns Heil und Leben. Denk' an die Nacht, da Jesus kam, und unsre Menschheit an sich nahm, um sein ſo teures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O großer Tag, erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Retter einer Sünderwelt, der Freund der Men schenkinder, des Todes Überwinder. 4. O, lehre mich den großen Wert von solcher Liebe fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herabzulassen? Hier traf dich tausendfache Not, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 65 mich; du bist auch mir gegeben. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, durch den wir leben. Was mir mein wahres Wohl berschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennot mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Ratschluß ein; wardst Mensch, und kamst, mit Freuden den Tod für uns zu leiden. 6. Sohn Gottes, deiner freu' ich 7. Was soll ich dir, mein Seelenfreund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott ver= eint; du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören voll Dankbarkeit verehren. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demut an dich nahmest; Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief Mel. Ermuntre dich, mein 2c. erniedrigt, auch für mich! Wie arm 146. Gelobet jeist du, Jeſu bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! Christ, von aller Menschen Bungen; von jedem, der noch sterblich ist, verherrlicht und besungen! Gelobet seist du von der Schar, die einst, wie wir, auch sterblich war, nun heilig, ganz erneuert, den Sabbath Gottes feiert. 8. 3war sieht dich hier mein Auge nicht; doch du wirst wiederkommen, dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das ewig ist, erheben. 2. In dieser höhern Brüder Dank soll unser Loblied schallen; auch schwacher Menschen Lobgesang hofft, Herr! dir zu gefallen. Noch schauen wir, ach! nur von fern die hohe Seligkeit des Herrn, wozu nach diesem Leben du dort uns wirst erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Leben durchgedrungen! Bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen. Dann fingen 5 66 singen wir dir, Jesu Christ! daß du ein Mensch geboren bist, in deiner Engel Chöre Anbetung, Preis und Ehre. Erlösung. 4. Hier soll, so lang' noch Sterblichkeit und Sünden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgrimszeit dich unser Dank verehren; doch mehr preis' unser Leben dich, und unser Geist bestrebe sich, stets durch ein göttlich Leben dich, Heiland, zu erheben! 5. Schon hier, erhabner Gottessohn! sind wir durch Hoffnung selig. Die Freuden, die uns dort am Thron erwarten, sind unzählig. Dir, der sie gnadenvoll erwarb, der für uns Mensch ward, für uns starb, sei ewig Dank und Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! Mel. Warum sollt' ich mich zc. 147. Fröhlich laßt uns Gott lobfingen! Hoch erfreut laßt uns heut' ihm Anbetung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der vor der Welt gewesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Ratschluß fassen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Des soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Er, er will für unsre Schulden 1: 3 Armut, Not, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen! Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 6. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann! Betet an! Opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet! Traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet! 7. Wenn euch eure Sünden kränfen, eilt herzu; suchet Ruh'; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 8. Drückt euch hier so manche Plage; euern Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr'! Wiſſet, er wählt für euch das Beste. 9. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 10. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 11. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Du bist meines Lebens Leben; reich durch dich, will ich mich ewig dir ergeben. 12. Dir will ich mein Leben weihen, mich in dir, für und für, mein Erlöser, freuen. Keine Kreatur, tein Leiden, keine Not und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Werd' ich einst im Tod erfalten, so will ich mich an dich, Jesu, gläubig halten. Und dann wollst du mich erheben aus der Zeit zu der Freud' in des Himmels Leben. Mel. Geburt des Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 148. Du Gott, der Bund und Treue hält, dein Wort bleibt ewig wahr. Dein Heil erscheint; du stellst der Welt den, der sie rettet, dar. 2. Was jener Väter Hoffnungsblick in dunkler Ferne sah, ihr Wunsch, ihr Ruhm, ihr Trost, ihr Glück, ihr Ziel und Hort ist da! 3. Es kam der Tag, vom Herrn gemacht, der schönste Freudentag; vor ihm entwich die Jammernacht, die auf der Erde lag. 4. Nun wird zu unserm Wohlergehn das große Werk vollbracht, das, seine Wunder einzusehn, selbst Engel lüstern macht. 5. Dir, Welt, schenkt Gott sein eignes Kind, wer fasset diese Huld? Sein Tod und seine Leiden sind die Tilgung unsrer Schuld? 6. Was ist der Mensch? doch denkst du sein, du Gott der Freund lichkeit. Auch mich schloß dein Erbarmen ein! Mein Dank sei dir geweiht. 7. Und nun geh' ich in meinem Lauf beruhigt durch die Welt; und schließt sich mir der Himmel auf, wenn meine Hütte fällt. 8. Nun zag' ich nicht bei Not und Schmerz, nicht, wenn sich Mangel zeigt: in Christo ist dein Vaterherz zum Wohlthun mir geneigt. 9. Ja, Vater, der du an mich denkst: wenn mir dein Wort ver heißt, daß du mit Christo alles schenkst, wie froh wird dann mein Geist! Erlösers. 67 Mel. Nun danket alle Gott 2c. 150. Ich freue mich in dir, und heiße dich willkommen, mein liebster Jesu! Du, du hast dir vorgenommen, du willst mein Bruder sein. O, welch ein süßer Ton! wie freundlich ist er doch, der große Gottessohn! 2. Gott sendet seinen Sohn, das Bild von seinem Wesen, in menschlicher Gestalt. Nun muß die Welt genesen! Des Allerhöchsten Sohn spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein armes Kind, und will mein Retter sein. 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren: der Heiland Jesus Christ ist uns zum Trost geboren! Wer Jeſum recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, weil er den gläubig faßt, der uns das Heil erwirbt. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jesum halten, und sollte gleich die Welt versinken und sich spalten! O mein Erlöser, dir, dir leb' ich ganz allein; auf dich, allein auf dich, o Jesu, schlaf' ich ein. Mel. Ein Kindelein so löbelich zc. 151. Der Heiland, welcher Jejus heißt, ist uns zum Trost geboren, zum Licht und Heil für unsern Geist, zum Retter auserkoren. Wär' uns der Heiland nicht gebor'n, wir wären allesamt verlor'n! Und nun ist Heil uns allen! Liebster Heiland, Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, dein Lob soll stets erschallen. Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 10. Des Segens Füll' und Kraft seh' ich im Sohn mir aufgethan. 152. Ewig sei dir lobgesungen, O segne, Vater, segne mich, der alle Mensch gewordner Gottessohn! Du segnen kann! hast uns das Heil errungen, als du, von des Himmels Thron, bist in 5* diese ( 149.) 68 asto Erlösung. diese Welt gekommen, und uns Sterb- mit dankendem Gemüte will ich ganz lichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch dein eigen sein. Nimmer will ich und Blut hast so willig angenommen. dein vergessen; auf dein Beispiel O, wer ist an Huld dir gleich? wer, will ich schaun, und, um stets dir wie du, so gnadenreich? zu vertraun, stets auch deine Huld ermessen. Stehe selbst mir mächtig bei, daß ich dir ergeben sei! 2. Bis in Ewigkeit gebühret dir der Menschen Dank und Ruhm; benn dein Werk ist ausgeführet, und sie sind dein Eigentum. Huldreich hast du dich vereinet mit der menschlichen Natur, und vor aller Kreatur sie, so niedrig sie auch scheinet, dir zum Wohlthun auserwählt, und mit deinem Geist beseelt. 3. Freundlich kamst du uns entgegen, uns vom Elend zu befrein, wurdest aller Völker Segen, suchtest aller Trost zu sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o, so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und das große Glück erworben, einst von Sündenliebe rein, ähnlich dir, o Herr, zu sein. 4. Ja, du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil; giebst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug teil, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Übungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Christen, faßt nur Zuversicht! Glaubet fest, und zweifelt nicht! 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen, weil ich nicht vollkommen bin? Nein, er kann mich nicht verlassen; ihn belebt nur Vatersinn; denn er gab mit seinem Sohne, ihm, der meine Schwäche kennt, und mich seinen Bruder nennt, meinem Glauben Heil zum Lohne. Er, der mich mit Gott vereint, herrscht mit Got auch als mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein, und Mel. Nun lobe meine Seele zc. 153. Dom Grab, an dem wir wallen, joll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen; dir opfre jede Seele Dank! Und jeder der Gebornen sei froh, ein Mensch zu sein, und jeder der Verlornen bereit, sich dir zu weihn! Zum Heiland uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn! Mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesu Christ, ihm danken, daß er allen ein Retter, Freund und Bruder ist! Gleich jener Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, entströmt ihm Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt her ab; er jegnet unsre Pfade durchs Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Erden und der Sterblichkeit! Nun ist uns aufgeschlossen der Eingang in die Herrlichkeit. Zu unsrer Welt hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder; er bleibt es immerfort; hier sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 4. O du, dem jetzt die Menge der Engel und Berklärten sind, bernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Geburt des deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Men schenkind. O, laß auch uns auf Erden dir gleich gesinnet sein, bis wir einst himmlisch werden, und dein uns ewig freun. 5. Ach, sind wir einst zum Lohne der Himmelsbürger dort erhöht, dann stehen wir am Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; erhaben über Sterne, dir näher, jauchzen wir, und mit des Himmels Heere schallt unser Lobgesang: dem Ewigen sei Ehre, dem Welterlöser Dank! 154. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget! Gottes Heil ist nah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht! Nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenrot, im dunkeln Thal! 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom armen Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der im Himmel herrlich thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm würden gleich auf Erden und im Himmelreich. Erlösers. 69 Mel. Wir Christenleut' 2c. 155. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin! Gott ist für dich; was will dich ferner kränken? Sein Sohn ist da! Wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? 6. Empor zu Gott, mein Lobgegefang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget! Gottes Heil ist nah! und Schmerz, empfindest du, wie 2. Schlägt dir das Herz vor Augſt sehr die Sünden tränken? Dein Heil ist hier. Wie sollte dir nicht Gott mit ihm auch Ruh' und Frieden schenken? mußt du beschämt an deine Schwäche 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, denken? Gott, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Verzage nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir an Hülfe hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Mut! Das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Notdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da! Gott mit ihm nicht alles schenken? Dein Heil ist da! Wie sollt' uns Mel. Wir Christenleut' zc. 156. O Christenheit, ſei hoch erfreut; das Heil der Welt, der Mittler ist geboren. Nimm freudig wer an glaubt, wird nimmermehr verloren. 5. Er leitet auf des Himmels Bahn uns, seiner Brüder Schar, unser teil an kleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 2. O große That! Nach Gottes Rat hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd' erwarb er uns das Heil und Licht und Leben. 3. Er Erlösung. 70 3. Er, er befreit uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Not. Frohlockt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden; du machst uns groß, und ewig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt jei Gott! Auf unsre Not sah er mit Hülfe liebevoll hernieder. Christenheit, preif' ihn erfreut! Des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 157. Erfülle, Seele, deine Pflicht; preif' mit dem frühsten Morgenlicht den Gott, durch den du lebst und bist, der dein versöhnter Vater ist.! 2. Ja, dir, o Gott, ertönt mein Lied, und rege Dankbarkeit durchglüht, erhaben über Gram und Schmerz, mein dir ergebnes, frohes Herz! 3. Heil, Erde, dir, beglücktes Land! Wir Menschen sind mit Gott verwandt! Sein Sohn nahm unsre Menschheit an, und ward, gleich uns, Gott unterthan. 4. Wie groß ist, Gott, des Men schen Wert! Wie hoch hast du den Staub geehrt! Wir sind dein em'ges Eigentum; dies, dies sei unser höchster Ruhm! 5. Selbst, da der Mensch sein hohes Ziel vergaß, galt er vor dir noch viel. Verdunkelt war in ihm dein Bild, und dennoch halfft du ihm so mild! 6. Was ist er, daß du sein gedenkst, ihm deinen Sohn zum Hei land schenkst, ihm gern vergiebst der Sünden Schuld, ihn würdigst deiner Vaterhuld? 7. O, dieses Vorzugs mir bewußt, erhebt sich freudig meine Brust; voll Dank schau' ich zum Vater hin; mein ganzes Leben preise ihn! 158. Laßt uns alle fröhlich sein, unsern Gott erheben und uns seines Sohnes freun, den er uns gegeben! 2. Er kam in dies Jammerthal, ward ein Knecht auf Erden, daß wir frei von aller Qual, jelig möchten werden. 3. Er ward arm, wir werden reich; o, wie liebt er Sünder! Sünder werden Engeln gleich, werden Gottes Kinder! 4. O Herr, mach' es an uns wahr! Laß, in deinem Namen, uns mit jener Himmelsschar ewig froh sein! Amen. Am Feste der Erscheinung Christi. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. zerstört durch seine starke Hand die Tempel falscher Götter. Gott wird 159. Nun ist die Finsternis selbst Hirt seiner Herde; Himmel, entflohn; die Völker sehn den Morgen schon, und finden den Erretter. Er, den Gott in die Welt gesandt, Erde sehn mit Freuden seinen Sohn, den Trost der Heiden. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir; Offenbarung des Erlösers unter den Heiden. dir; durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir, und schenkt mir seine Liebe, die ich nicht g'nug bewundern kann; du nahmst der Menschen Schwachheit an, daß ich nicht hülflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll mein Gemüte deine Güte hoch erheben; du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsternis die Welt; du hast die finstre Nacht erhellt, bist uns zum Trost erschienen. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallt der Völker Lobgesang; sie kommen, dir zu dienen. Wie blind, Herr, sind, die dich hassen, sich nicht lassen gern belehren, und sich nicht zu dir bekehren! 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt, und dir sich willig übergiebt, das kannst du nicht verschmähen. Wer sich an deiner Lehr' ergößt, und ihre Vorschrift nicht verlegt, den willst du einst erhöhen. Dein Licht ist nicht bei dem Sünder; deine Kinder sind die Frommen, die dich gläubig aufgenommen. 5. War Armut gleich dein irdisch Los, so warst du dennoch göttlich groß, voll Wahrheit, Huld und Gnade. Dein Wort, das meine Seel' erfreut, entdeckt mir deine Herrlichkeit auf meinem dunkeln Pfade. An dich glaub' ich, trotz dem Spötter! Sonst kein Retter ist auf Erden, durch den Sünder selig werden. 71 7. Dir will ich ewig dankbar sein, mich gläubig deiner Liebe freun, und immer dein gedenken. Mein Weihrauch sei Gebet und Flehn; hin auf dein Beispiel will ich sehn, wenn hier mich Leiden kränken. Hab' ich wenig Gold im Leben hinzugeben, soll des Armen sich mein Herz doch gern erbarmen. 6. Mein Glaube sei mein Dankaltar; dir bring' ich mich zum Opfer dar, dir, der Verlaßnen Tröster. Ich bete demutsvoll dich an; wer ist, der mich verdammen kann? Ich bin ja dein Erlöster. Von dir strömt mir Gnadenfülle; Ruh' und Stille, Heil und Segen find' ich hier auf deinen Wegen. 8. Versichre mich durch deinen Geist, daß du für mich erhöhet seiſt, und Seligkeit mir schenkest. Dann bin ich meines Heils gewiß, wenn du bei aller Hindernis mein Herz zum Guten lenkest. Ohn' dich kann ich nichts vollbringen! Hilf uns ringen; laß die Seelen ewig dich zum Freund erwählen! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 160. Dem finstern Erdkreis ist vom Herrn ein helles Licht erschie nen. fern. Es leuchtet nah, es leuchtet Zahllose Völker dienen den toten Göttern nun nicht mehr; fie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. O wär' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen, wir würden der Vernunft zum Spott noch jetzt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsterniſſen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln; auf dich bei indid Erlösung. 72 bei treu erfüllter Pflicht zufrieden und voll Zuversicht in Not und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, ertennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, noch seine Pflicht erfüllen. Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet, und doch stets der Sünde sklavisch dienet. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 161. Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen; wo Irrtum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen: auch da Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. geh' nun im Siegeslauf das schöne 162. Der Retter der gefallnen Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt, der große Sünderfreund, der Welt dir diene. Heiden Trost und Jakobs Held, der Erde Licht erscheint. 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, und ängstiglich irrten Völker umher, wie die Herden, verlassen von Hirten. Jesus erschien! Nächte ver schwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich unter einander zu lieben, folgten der 3wietracht und Bitterkeit schändlichen Trieben. Jesus erschien, lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. Höhe! Ein ewiges Leben hat uns der Vater durch Christum erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, um uns zum Himmel zu heben. 4. Wohlthun und Segen nur folgten des Göttlichen Schritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten! Jesus, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, selber gekämpft und gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! 6. Wohl mir, wenn droben ich meinen Erretter einst sehe, und mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe! Völlig beglückt, sing' ich dann, himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 2. Der, als er Erd' und Himmel schuf, gebot: Es werde Licht! der wiederholt jetzt diesen Ruf, und sprach: Es werde Licht! 3. Und Völker, welche Finsternis und Todesnacht umgab, erblickten Licht; die Wahrheit riß des Irrtums Decken ab. 4. Und ihre Gößen wurden Spott, trotz aller Macht und List, die sich verbanden wider Gott und wider seinen Chrift. 5. Und Heiden, vormals fremd und fern von Gott und seinem Heil, erkannten nun Gott, ihren Herrn, und wurden Christi Teil. 6. Und der erstaunten Erde Kreis sah' es, und betet' an; er betete mit Dank und Preis dich, Welterlöser, an. 97. Der du aus allen Völkern dir ein heilig Volk erwählt, Heil uns, Erlöser, wir, auch wir sind solchem beigezählt. 8. Auch unsre Väter waren fern von dir und deinem Bund; allein die Herrlichkeit des Herrn that sich an ihnen kund. 9. So Offenbarung des Erlösers unter den Heiden. 9. So daß ein Volk, das Heiden war, nun, Herr, auf dich getauft, sich freudig rechnet zu der Schar, die du mit Blut erkauft. 10. Herr, Herr, Messias, Gottessohn, der Heiden Trost und Licht! wir werfen uns vor deinem Thron auf unser Angesicht; 11. Und danken, unsers Heils gewiß, es deiner Güt' und Macht, daß du uns aus der Finsternis zu deinem Licht gebracht. 12. Ach, Herr, thu' auch Barmherzigkeit an allem, was noch jest, entfernt von dir, in Dunkelheit, am Eiteln sich ergößt. 13. Die Erde sei dein Dankaltar, die Welt dein Heiligtum, und jedes Herz dir immerdar geweiht zu Preis und Ruhm! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 163. Aus Jakobs Stamm ging einst sehr klar ein Stern auf, und ward offenbar; der Stern warst du, Herr Jesu Christ, der du nun unser Bruder bist. 2. Die Heiden sahn's und nahmen teil an dieses Lichtes Trost und Heil, und kündigten, was Gott gethan, auch andern Heiden fröhlich an. 73 regiert, und zu seiner Kirche führt; daß wir arme Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 3. Des freu' sich, wer sich freuen tann; Gott sieht die Heiden gnädig an! Durch Christum, der als Mensch erscheint, wird Gott verlorner Men schen Freund! 2. Denn der Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt' und Treu', die uns noch wird täglich neu; so wird er uns allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. ( 165.) Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 166. Erhebet Gottes Lieb' und Macht, der uns den Himmel dargegebracht durch Christi Wort und Gnade. Geht, sprach der Herr voll Majestät, ihr Boten meines Reiches, geht auf nie betretnem Pfade! Lehret, taufet alle Heiden, die mit Freuden gläubig hören, daß sie Gottes Reich vermehren. das Wort des Lebens kund zu thun, 2. Wie eilten Christi Boten nun, um Sünder zu erretten! Sie achteten mit fühnem Mut nicht Weib und Kind, nicht Gut und Blut, und machten frei- in Ketten! Willig, treulich über breite Meeresweite, Thal und Hügel trug sie ihrer Sehnsucht Flügel. 1 3. Wie dort der Vögel ziehend Heer Gott selber ruft vom Mittagsmeer, als teure Frühlingsboten: so zogen sie von Land zu Land, durch Gott geweckt, in Bieb' entbrannt, als Lebende zu Toten. Mächtig, prächtig, wo sie ziehen, neu erblühen die Gefilde, wie zum Paradiesesbilde. 4. Der Winterfrost, die HeidenMel. Werde munter, mein 2c. 164. Freuet euch, ihr Gottes- nacht entfliehen vor der Himmelsfinder! preiset mit mir Gottes Macht; freuet euch, ihr armen Sünder! laßt der Welt die stolze Pracht! Freut euch, daß euch Gott macht, durch Christi Wort verscheuchet. Auch hier in unserm Vaterland entwich der Frost, das Eis verschwand, durch Lebensglut erweichet. Erlösung.dgrod 74 weichet. Singet, danket für die Auen, rings zu schauen in den Seelen, die sich mit dem Wort bermählen. 5. Doch ist das Werk noch nicht vollbracht. So walle fort in Gottes Macht, du Wort voll Gnad' und Segen; nach Mittag und nach Mitternacht, bis du sein großes Werk vollbracht, geh' hin auf allen Wegen, fliegend, siegend, bis zum Meere, wo die Chöre wilder Horden am Altar den Bruder morden. 6. Und ihr, die ihr die alte Zeit, der Jünger heil'ges Thun erneut, weil ihr das Wort empfunden, vollendet, was der Herr gebeut, wozu euch Gottes Geist geweiht in heil'gen Wonnestunden. Kommet, kommet! rufen schmerzlich, bitten herzlich Am Feste der Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 167. Entreiße dich, mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsternis durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben ein zuweihn, zum wahrhaft frommen Leben. Er giebt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. Millionen, die in Todesschatten wohnen. Reinigung Mariä. Sohn zu seinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert echte Gaben. 5. Wer durch das Wort, worauf er traut, im Glauben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht. Er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 7. So rücke nun die Zeit heran, wo Gott der Erdkreis unterthan und seines Ruhms voll werde; wo auch das starre Herz erwarmt, der Feind den Feind mit Lieb' umarmt, ein Hirt und eine Herde! Jesus Christus sei der Meister aller Geister; ihm zu dienen, müsse seine Weide grünen! 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten 8. Ein Geist, ein Herr, ein Vater nur, ein Reich von göttlicher Natur des Glaubens und der Milde, wo sich das Herz dem Höchsten weiht, und im Gefühl der Seligkeit erwächst zu Gottes Bilde! Vater, sende aus den Höhen, was wir flehen, daß die Erde nun zu einem Himmel werde. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O, mache mich von Sünden rein, und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dir's gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück Mel. Meinen Jesum laß ich zc. und Heil, nie wird ihm Seelenruh' 168. Herr, ich darf, wie Simeon, zu teil auf seinen bösen Wegen. meinen Trost in dir erblicken; du allein, des Höchsten Sohn, kannst die bange Seel' erquicken. Weil mein Darstellung Jesu im Tempel. mein Auge dich gesehn, werd' ich froh von dannen gehn. 2. Gottes ew'ge Wahrheit spricht: Christ, du sollst im Frieden fahren; wenn dein müdes Auge bricht, kommst du zu den sel'gen Scharen. Herr, bei dir ist jedes Leid bald verklärt in Herrlichkeit. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 169. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigfeit; unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. 2. Wie bald ist unser Lebe vollbracht; zum Greisesziel hinauf gelangt nur eine kleine Zahl. Ach, Gräber winken überall! 3. Doch fließe, Leben, immerhin! Erfüllen wir mit frommem Sinn im Erdenleben unsre Pflicht, dann schreckt ein frühes Grab uns nicht. 4. Dann wird auch uns des Glaubens Lohn, wie einem frommen Simeon. Empor zum Himmel steigt der Geist, der sich der Erde Staub entreißt. 5. Dort werden wir in lichten Höh'n den, den wir hier verehrten, sehn, und alles Leiden dieser Zeit verwandelt sich in Seligkeit. 6. So fließe, Erdenleben, hin! Herr, gieb uns einen solchen Sinn, daß wir vollbringen jede Pflicht; so schrecken Tod und Grab uns nicht. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 170. Komm, Bilger, zu dem Grabe; komm, armer Erdensohn, an deinem Wanderstabe; betrachte Simeon. 75 2. Auf seinem Angesichte strahlt Andacht, und sein Blick, umglänzt von höherm Lichte, erblickt der Zukunst Glück. 3. O, wer in Gottes Tempel gleich gern und oft erscheint, der seh' an dem Exempel, wie gut der Herr es meint! 4. Der Wunsch der frommen Väter, das Heil, so heiß begehrt, wird ihm, dem frommen Beter, noch eh' er stirbt, gewährt. 5. Ihn sah sein Gott hienieden den Weg der Frommen gehn; ihm war der Trost beschieden, den Heiland noch zu sehn. 6. Er sah' ihn mit Entzücken, sah' dankvoll himmelwärts und sprach, mit frohen Blicken, ihn drückend an sein Herz: 7. Nun will ich, Herr, mit Freuden, so bald dein Wink mich ruft, von deiner Erde scheiden, ich fürchte nicht die Gruft; 8. Nun hab' ich den gesehen, der, deines Geistes voll, dein Israel erhöhen, die Welt erleuchten soll. 9. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf; du thatest, Herr, am Grabe ihm deinen Himmel auf. 10. Hab' ich auf meinem Pfade des Lebens Ziel erreicht, dann sei durch Jesu Gnade, auch mir mein Sterben leicht! 11. Zwar werd' ich ihn nicht sehen, hier noch, wie Simeon; doch über jenen Höhen erwartet er mich schon. 12. Dann tönen meine Lieder: Heil mir, nun seh' ich ihn! Der Himmel hallt es wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! Mel. 76 chams Erlösung. Am Feste Joh. des Täufers. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 171. Gelobet sei der Herr; laßt uns ihn fröhlich preisen! Er denkt an seinen Bund, erfüllt, was er verheißen. Der Heiland Israels, der Heiden Heil und Licht, auf den Johannes weist, ist unsre Zuversicht. 2. Gelobet sei der Herr! Voll Wahrheit und voll Gnade erschien der Chrift des Herrn, ein Licht auf unserm Pfade. Erleuchtung gab er uns; nun wandeln wir im Licht den Weg zum ew'gen Heil, und Irrtum täuscht uns nicht. 3. Gelobet sei der Herr! Mit kindlichem Vertrauen kann der erlöste Christ hinauf zum Himmel schauen. Wenn auch erkannte Schuld ihn reuvoll niederschlägt; hier ist das Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 4. Gelobet sei der Herr! Nicht Trübsal, keine Leiden, nichts kann uns nun von ihm und seiner Liebe scheiden. In allem siegen wir durch den, der uns geliebt, der uns im Leben Trost, im Tode Ruhe giebt. 5. Gelobet sei der Herr! Von banger Furcht befreiet, frei von der Sündenmacht, zum Tugenddienst ge weihet, gehn wir des Lebens Pfad, bis unser Lauf sich schließt, in der Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 6. Gelobet sei der Herr! Auch auf des Todes Pfade erleuchtet uns sein Licht, erfreut uns seine Gnade. Uns schreckt nicht Grab und Tod; voll froher Zuversicht vollenden wir den Lauf, doch unser Leben nicht. 7. Gelobet sei der Herr! der uns das Heil gegeben. Gelobt sei Jesus Christ, durch den wir sind und leben! Gelobt der heil'ge Geist, der uns mit Trost erfreut! Gelobt sei unser Gott, jetzt und in Ewigkeit! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 172. Du, dem Johannes dort voran durch die Gefilde schreitet; du, dessen Herold kühn die Bahn durch Tauf' und Wort bereitet; Herr, unser Trost, allein durch dich kann unsre Seele Gottes sich und ihres Lebens freuen. 2. Uns drohten furchtbar Sünd' und Tod mit allen ihren Plagen. Wer half uns hier, in solcher Not nicht mutlos zu verzagen? Von Gott gesandt erschienest du; mit dir zugleich auch Trost und Ruh' und Heil für unsre Seelen. 3. Du kamst und wardst ein Mensch, wie wir, du Bild der ew'gen Liebe! die Fülle heil'ger Triebe. Du gabst Der Abglanz Gottes war in dir, mit treuem Brudersinn dein Leben für uns Sünder hin, vom Elend uns zu retten. 4. Sei hochgelobt, Herr! lebenslang gebührt dir unsre Liebe. O, daß dir keiner diesen Dank noch länger schuldig bliebe! Durch dich erlöst, gehören wir dir völlig an. O, möchte dir zur Ehre jeder leben! 5. Wir schwören's dir, Herr Jesu Christ, dich und dein Wort zu lieben, in dem, was dir gefällig ist, uns lebenslang zu üben. O, stärk' uns nur durch deinen Geist, den du den Deinigen verheißt, im Kampf mit jeder Sünde! 6. Dir nach gehn wir nun himmelan, auf deinem heil'gen Pfade; bei jedem Schritt auf dieser Bahn erquickt uns deine Gnade. Und wenn hier unser Lauf sich schließt, so führst Johannes, der Vorgänger Jesu. führst du uns, Herr Jesu Christ, zur Fülle deiner Freuden. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 173.€ s ging ein Mann voll Gnad' und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, riß Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, und mancher schlug den Thränenblick zur Erde nieder, weint', und kehrte zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder; er rief:„ Das Himmelreich ist nah! thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt, und wird die Menschheit sichten! Heil krönet die erfüllte Pflicht; parteilos wird er Thaten richten; den Frevel trifft sein Strafgericht. 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! er kommt, und jedes Herz ist sein!"-Da wurden ganze Völker rege, selbst Heiden riefen Jesum an; und freudig wallt es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg' und sicher ruhn? Und nicht still weinend uns bekehren; nicht froh des Höchsten Willen thun?-Laßt uns entrinnen dem Verderben, dem Gottesruf gehorsam sein; fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann wird uns selbst der Tod nicht dräun. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 174. Stets erfüllen seine Pflicht, 77 stets des Guten sich bestreben, bis das Auge sterbend bricht, fromm und treu und redlich leben: das nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Christenehre. 2. So umstrahlt mit Gotteslicht, in des Geistes Himmelsklarheit, ging Johannes, wankte nicht von dem Weg der Pflicht und Wahrheit; fest entschlossen, selbst das Leben für die Wahrheit hinzugeben. 3. Ob auch Marter, Blutgerüst, Henkerstod dem Helden drohte: er verachtet Drohn und List; bleibt getreu dem Pflichtgebote; fällt, und zeugt in edlem Mute für das Recht mit seinem Blute. 4. Du, o Ziel des höchsten Ruhms, Heiligkeit, du Segensfülle, Geist des wahren Christentums, du, der Gottheit ew'ger Wille: durch dich kann der Mensch auf Erden höhern Geistern ähnlich werden. 5. Denn mit überird'schem Schein strahlst du uns, o höh're Sonne; weihst den Geist zum Himmel ein, und du veredelst unsre Freuden, reinigst gewährst ihm Himmelswonne; uns durch Schmerz und Leiden. 6. Blumen blühn auf Gräbern auf unter deinem sanften Strahle! Und zu unserm Ziel hinauf führst du uns vom Todesthale, wo wir dann in lichtern Höhen Gottes Wunder heller sehen. 7. Gieb, o Gott, uns Kraft und. Mut; heil'ge unser ganzes Streben, christlich weise, christlich gut, deinem Willen nur zu leben, daß uns weder Schmerz noch Freude je von deiner Liebe scheide. Mel. Leben und Beispiel Jesu. 78 Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 175. Jeju, wahrer Frömmigfeit vollkommenstes Exempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott wert und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen; dir keines Eigenruhms bewußt, war ihn zu preisen, deine Lust. 3. Wenn je dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmerzen; doch wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. 4. Jhn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rat, zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ. tom 5. Du zeigtest, daß die größte Not dich nicht zum Murren reize; warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze! Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm troß alles Spottes. Dein Hoffen war im bängsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, des du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein Exempel mir, o Herr, zum Muster setze, und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über alles schäße, mit Freuden seinen Willen thu', und ganz in seiner Fügung ruh'. Mel. Liebster Jesu, wird sind 2c. 176. Niedrig und in Dürftigfeit lebte Jesus einst auf Erden; ihn, den Herrn der Herrlichkeit, drückten Mangel und Beschwerden; aber still und ohne Klagen wußt er seine Last zu tragen. 2. Er entäußerte sich gern seiner göttlich hohen Rechte, und, von eitlem Glanze fern, trat er in den Kreis der Knechte; denn er war hier nur erschienen, um in Demut uns zu dienen. 3. Weisheit lenkte seinen Gang, Menschenliebe seine Tritte. Wenn sein Wort in Herzen drang, dann vergaß er, was er litte. Freundlich bracht' er Trost und Segen auch dem Dürftigen entgegen. 4. Das Geräusch der großen Welt, Rang und Pracht und schnöde Freuden, und was Thoren sonst gefällt, konnte nie sein Herz beneiden. Seine Wonne war's, im stillen Gottes Ratschluß zu enthüllen. 5. Nur der Ehre wert zu sein, aber nie sich zu erheben; nur die Menschen zu erfreun, war sein heiliges Bestreben. Ach, er liebte sie, wie Brüder, und sein Vater liebt" ihn wieder. 6. Willig ließ er sich herab zu den Sündern, zu den Schwachen; trug sein Kreuz und ging ins Grab, um sie glaubensvoll zu machen, um mit Gott sie zu versöhnen, und zur Tugend zu gewöhnen. 7. Immer soll dein liebes Bild, Heiland, mir vor Augen schweben. Immer Leben und Beispiel Jeſu. 79 Immer will ich, sanft und mild, dich Krante angesprochen! und wie meine Zeit, gleich dir, durchleben, pflegtest du zu eilen, das Erbetne und, wenn andre mich verkennen, mitzuteilen! mich nie von der Liebe trennen. 4. Die Geängstigten zu stärken, auf Kinder selbst zu merken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken, war, mit Opfrung deiner Kräfte, Herr, dein tägliches Geschäfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Heiland, für die Armen dein unschäßbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da, zur Tilgung unsrer Schulden, du die Strafe wolltest dulden, und, uns Segen zu erwerben, als ein Fluch am Kreuze sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder selbst zu beten. 8. In bescheidner Thätigkeit will ich meine Ehre suchen, und, entfernt von Gram und Neid, niemals meinem Stande fluchen. Nur auf Sünden ruhet Schande, aber nicht auf niederm Stande. 9. Herr, mein Reichtum sei ein Herz, das den Armen nie verachtet, und auch unter Hohn und Schmerz stets nach höhern Gütern trachtet. Solch ein Herz wird schon auf Erden deinem Herzen ähnlich werden. 10. Aus der Tiefe schwangst du dich zu des Himmels Freudenhöhe. Heil mir Armen, wenn auch ich dort vor deinem Throne stehe! O dann schau' ich, fern vom Staube, was ich hier nur hoff' und glaube. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 177. Heiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, welche dich herabgezogen, zu so großer Treu' bewogen, dich bewogen, selbst das Leben in den Tod dahin zu geben. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe? 2. über seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb', o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet; deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, und uns Heil und Trost zu geben, war der Zweck von deinem Leben. Segen, deinen Wandel oft erwägen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Trost und Hülfe bei dir finden! Laß mich in der Angst der Sünden Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Vorbild ähnlich werden! Mel. O Gott, du frommer 2c. 178. Preis die, Herr Jesu Christ! Erlösung.dy! 80 Christ! Dem Alter, wie der Jugend, warst du, als Pilger hier, ein Borbild echter Tugend. Von früher Kindheit an betratst du ihren Pfad, und ehrtest deinen Gott mit Herz Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. und Mund und That.179. Welch hohes Beispiel gabſt du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? Nicht gehn den Weg, den du betratst; nicht freudig thun, was du, Herr, thatſt? 2. Du warest immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen; und willig übernahm dein liebevolles Herz, der Welt zum Trost und Heil, Beschwerden, Müh' und Schmerz. 3. Nie hast du, Heiligster, die kleinste Pflicht verlehet; nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergößet; und hatte sich ein Mensch vom rechten Pfad verirrt, wie gern hat deine Hand ihn nicht zurückgeführt! 4. Versuchung ohne Zahl; hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Dräuen umgaben überall dich, wo du gingst; doch du gingst standhaft durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'. 5. Voll hohen Friedens blieb, bis an des Lebens Ende, dein schuldlos Herz; und du gabst in des Vaters Hände den Geist geruhig hin. Vollendet war die Bahn; du warst am hohen Ziel, Belohnung zu empfahn. 6. Vollendeter, auch ich kann sterbend ohne Beben in deines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn sie voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich ward an Treu', an Sanftmut und Geduld. 7. Schau', o mein Geist, auf ihn! Verschmäh' des Lasters Freuden. Der Sünden Sold ist Tod, und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit; dann folgest du ihm einst ins Reich der Herrlichkeit. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre, und, o, wie denk' ich's hocherfreut! der Menschen ew'ge Seligkeit. 5. Du führtest uns zur Tugend an; und daß wir folgen möchten, gingst du selbst ihre schwere Bahn voran vor deinen Knechten. Auch wenn du littest, ohne Schuld, ertrugst du alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun nnd zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanftmut und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld, und batest für die Feinde; verzagtest nie in Schmerz und Not, und warst gehorsam bis zum Tod. 6. Ein solches Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, und heißest mich Vertraun zu dir und deiner Hülfe fassen. Nimm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich; komm, folge mir, und sieh' auf mich 7. Ich komme, Herr; gieb Kraft und 81 empfandst; du dachtest nicht an Ruh' und Freuden, so oft du Men- s! schen leidend fandst. Nichts, nichts beschränkte deine Werke. Du warst der blöden Seele Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Du halfst den Kranken, wie den Armen, und riefst Verirrte mit Erbarmen auf Mel. Wie wohl ist mir zc. 180. Bu dir erhebt sich mein den verlaßnen Weg der Pflicht. Leben und Beispiel Jeſu. und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich bloß den Deinen nenne; damit ich, deinem Vorbild treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. Gemüte, du Freund der Menschen, Jesu Christ, der du durch freie Her zensgüte der Welt ein Vorbild worden bist. Du warst der Menschheit größter Segen; du brachtest Frieden ihr entgegen, und Licht in ihre Dunkelheit. Nur Wohlthun war dein Erdenleben; dein Zweck, dein eifrigstes Bestreben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Es folgten dir auf jedem Schritte Erbarmen, Huld und Liebe nach, dir in des Armen niedre Hütte, dir unter des Beglückten Dach. Der Tempel, wie die öden Wälder, die Städte, wie die freien Felder, bezeugten deine Gütigkeit. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend weinend klagte, warst du mit Hülfe schon bereit. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Not 181. Kein Behrer ist dir, Jeſu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen fichrer Rat. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. Pfade dem schrecklichsten der Tode 4. So gingst du still auf deinem zu. Gnade, in deiner Seele Himmelsruh'. Noch war in deinen Blicken Auch dann, als Schrecken und Gefahren dir nah von allen Seiten waren, verließ dich nicht dein Edelmut. Du bliebst Beschüßer deiner Freunde, du bliebst Erbarmer deiner Feinde, und batst für sie bei ihrer Wut. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 2. Du kamst zu uns von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, teilhaftig werden seiner 5. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! wär' ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll, wie du! O, stärk in mir die frommen Triebe des Mitleids und der Menschenliebe, und präge deinen Sinn mir ein! So ziert mein Wandel deine Lehre, und mein ist, Herr, die hohe Ehre, dein Freund, wahrer Christ zu sein. ein 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rat, die Welt noch zu erwarten hat, und machtest auch durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. 6 82 Erlösung. gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies in Wort von Gott! 5. Du lehrtest, Herr, durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer selbst voran; o, gieb, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit fteter Treu', dir nachzufolgen, eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst, durch treuer Lehrer Mund, noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie du selbst verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', vom Eigendünkel mich befrei', damit ich dir gehorsam sei; bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht bei dir erfreut. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel,) 182. Wie göttlich sind doch Jeſu Lehren, wie überzeugend seine Macht! Wer kann die großen Thaten hören, die er auf Erden hat vollbracht, und stimmet uns nicht gläubig bei, daß er der Welt Erlöser sei? 2. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; die Krankheit mußte vor ihm schwinden, der Stumme bracht' ihm Dank und Ehr'; sein Kraftwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Toten auferstehn. 3. Sein Segen speiste ganze Heere; aus wenig Vorrat schuf er viel. Gebot er nur dem Wind und Meere, so fand ihr Toben bald sein Ziel. Mit Gottes Lieb' und Gottes Macht ward jede That von ihm vollbracht. 183. Ein Lamm geht hin, und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder; geht hin, und träget mit Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht den rauhen Todesgang, folgt seinen Würgern ohne 3wang, begiebt sich aller Freuden; es sieht die Marter, die ihm droht, und will die Schmerzen und den Tod doch gern und willig leiden. Passionslieder. 2. Dies Lamm ist der erhabne Freund und Heiland unsrer Seelen; 4. Wir danken, Vater, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt. Auf, Menschen, nehmt ihn gläubig an, und seid ihm willig unterthan! midis. 100 Gott, als der Sünde strenger Feind, wollt' ihn zum Mittler wählen. I Sohn, sprach er, nimm dich derer an, die über sich in blindem Wahn selbst Schuld und Strafe brachten. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß; doch du vermagst es: mache los, die nun im Elend schmachten. 3. Ja, Vater, sprach der ew'ge Sohn, tein Sünder soll verzagen! Ich steig' herab von deinem Thron, und will die Sünden tragen. O unerhörte Liebesmacht, daß Gott, d was Leiden und Sterben Jesu. toas nie ein Mensch gedacht, den eignen Sohn uns schenket! Liebe, wer faßt deinen Rat! Den, welcher felbst das Leben hat, hast du ins Grab gesenket. 4. Er büßt für uns am Kreuzesstamm, damit wir Gnade finden; er läßt sich töten, wie ein Lamm, zum Opfer für die Sünden. Für alle stirbt er; auch für mich ergießet seine Liebe sich in milden Strömen Blutes. Lamm Gottes, ewig dank' ich dir! Doch nie genug! du thatest mir, eh' ich noch war, schon Gutes. ge= 5. So lang' ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen! Dich will ich stets, gleich wie du mich mit treuer Lieb' umfassen! Nur dir fallen, sei mein Ruhm; ich will mich hier zum Eigentum auf ewig dir ergeben. Nur du bist meine Zuversicht; und wenn mein Herz im Tode bricht, bist du auch dann mein Leben. 6. Was ist das Leiden dieser Zeit, und alles, was mich kränket, wenn meine Seel' in Traurigkeit, Herr, an dein Leiden denket? Dies flößt in meine bange Brust zur Zeit der Trübsal sanfte Lust, läßt mich nicht unterliegen; dies stärket mich mit Kraft und Mut, auch über Welt und Fleisch und Blut im schwersten Kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, und rufst du, Jesu, mich zu dir und deines Reiches Freuden: vann rei chest du von deinem Thron mir jenen großen Gnadenlohn, den mir dein Tod erworben; dann werde dir in Ewigkeit Anbetung, Preis und Dank geweiht, daß du für mich gestorben! ( 184.) 83 185. Mein Erlöser, Gottes Mel. Jesu Leiden, Bein und zc. Sohn, der du für mich littest, und, erhöht auf Gottes Thron, jetzt noch ist für mich dein so bittres Leiden! für mich bittest; welche Wohlthat , wie preis' ich würdig dich, Stifter meiner Freuden? 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid, ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde! 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rat für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugeſt du; littest, uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 081 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich tes Willen gern zu thun, Sünden nun mich um Kraft bewerben, Gotabzusterben. 5. Froh kann ich ins Todesthal schon im voraus sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du hast aus aller Not Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein Frucht von deiner Bein nun auch so dich angenommen? Laß die auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du haft's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden, o dann 6* laß, 84 Erlösung. s& sthim stis? laß, gestärkt durch dich, mich den lehrt mich mein Glück; macht mich Trost empfinden: du bist auch für aus Gottes Feinden zu Gottes meine Schuld an dem Kreuz ge- Freunden. storben; hast zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Mut beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu berenen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deines Todes Not siegreich überwunden: o, so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 186. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll, hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; 6. Herr, mein Heil, an den ich herzlich glaube! ich liege hier vor dir gebeugt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, mich christlich übe. 10. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen; und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 11. Unendlich Glück! Du littest uns zu gute! Ich bin versöhnt mit deinem teuren Blute! Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben! 12. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 13. Ja, wenn ich stets der Tugend. Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 14. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort Leiden und Sterben Jesu. 85 Wort, das Wort vom Kreuze; und die Welt, mich und die Sünden zu werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. überwinden. 15. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Thorheit werden, so sei's doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 16. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn Mel. O Haupt voll Blut zc. einer von den Spöttern dereinst 188. Der du voll Blut und bekehrt zu dem, den er geschmähet, um Gnade flehet! 17. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 187. So gingst du einst, beraubet aller Freuden, für deine Feinde Schmach und Tod zu leiden! Du gingst, o Jesu, deines Vaters Willen treu zu erfüllen. dob 2. Du, der Erbarmer aller Menschenkinder, gingst ins Gericht vor Gott hin, für die Sünder. Nur unsre Schuld und Last muß, Herr, dich drücken, uns zu beglücken. 3. Du ließest dich, um aus des Todes Nöten uns zu befrein, ver höhnen, martern, töten. Du wurdest, als ein Fluch, ans Kreuz geschlagen, ins Grab getragen. 4. Herr, der du dich für uns dahingegeben, und unser Heil mehr liebtest, als dein Leben, Lamm Gottes, das du aller Schuld getragen, ich kann nicht zagen. 6. Werd' ich dereinst im letzten Kampf erzittern; wird meinen Geist des Grabes Furcht erschüttern: dann laß dein Leiden, Hoffnung der Erlösten, mich mächtig trösten! 5. Dein Tod vertilget alle meine Flecken; er schüßet mich vor des Gerichtes Schrecken; er stärket mich, Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern legten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein teures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Jesu, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an Welt. Dich flohen deine Freunde; deinem Kreuze, ein Fluch vor aller du warst der Leute Spott; dich. höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst! Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab' ich dir auch gemacht. O mein Erlöser siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Auf dich will ich stets sehen mit 86 mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn, du, Herr, mich nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? Erlösung. 7. Du hast uns durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig find, verschafft. O, gieb an dieser Gnade auch meinem Glauben teil, und auf des Lebens Pfade mir Mut, Kraft, Trost und Heil! 8. Mit innig frohem Triebe bring' ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt stets mein Lobgefang. Gieb nur, daß ich mich halte zu dir mit fester Treu', und, wenn ich einst erkalte, dein Tod mein Leben sei. 9. Belebe dann mein Hoffen, zum Himmel einzugehn. Laß meinen Geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf' ich dann mit Freuden: Nimm meinen Geist, Herr, auf! Und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonn' hinauf. 189. Jeju, meines Lebens Leben, des sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit; du, der lieber wollt' er blassen, als mich im Verderben laffen; o wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rat, längst hast du dein Werk vollendet, wegzuthun die Doch wird mir in diesen Tagen neu das Bild von deinen Plagen; o, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 3. Du betratst, für mich zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, mir Leben zu erwerben, gern den Todespfahl hinan; dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst die Menschen nur im Herzen; 0, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 4. Meinetwegen trugst du Bande; littest frecher Lästrer Spott; achtetest nicht Schmach und Schande, Schläg' und Wunden, Kreuz und Spott. Mich hast du der Not entrissen, die mich hätte treffen müssen; o, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstritten; o, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 16. Du, der tausendfache Schmerzen mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmutvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden; o, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, des ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deinem Beispiel nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür! mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 190. Meine Seel' erhebt voll Freuden sich zu dir, o Golgatha! und bei Christi Kreuz und Leiden singt sie ihm: Hallelujah! Mich be= O Leiden und Sterben Jesu. 87 betrübet zwar die Sünde; doch was es dein Rat einst will, willig zu ich bei Jesu finde, das verwandelt alles Beid in die größte Freudigkeit. verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 2. Gottes Gnade, Heil und Leben, Trost und Segen hab' ich hier; meine Sünden sind vergeben; nichts Verdammlichs ist an mir. Christus ist für mich gestorben, und hat mir das Heil erworben; er, er hat auf blut'ger Bahn mich erlöst von Furcht und Wahn. 3. O, wie wohl hab' ich's getroffen! Hier soll meine Wohnungsd sein! Gottes Arme stehn mir offen; Mel. Ein Lamm geht hin, und 2c. Jesu Liebe führt mich ein. Hier 192. Herr, der du Erd' und will ich mir Hütten bauen; hier erhebt sich mein Vertrauen; hier ist Ruh' von allem Drang; hier, hier bleib' ich lebenslang. Himmel lenkst, was bin ich doch, ich Armer, daß du so huldreich mein gedenkst, mein Vater und Erbarmer? mir drohten Elend, Qual und Tod; Mich drückte des Gewissens Not, wo sollt' ich Rettung finden? Doch du erbarmtest meiner dich, und du beschlossest väterlich die Tilgung meiner Sünden. 4. Hier soll auch des Lebens Ende, und mein letzter Seufzer sein. Decken mich nur Jesu Hände, o, so schlaf' ich selig ein! Denn versöhnt durch Christum sterben, heißt das nicht, das Leben erben? So bin ich, o Golgatha, schon auf dir dem Himmel nah! 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein schweres Leiden! Denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 2. O Ratschluß voll Barmherzigfeit! Dein Sohn will für uns sterben, wird Stifter unsrer Seligkeit, entreißt uns dem Verderben! Er kleidet sich in Fleisch und Blut, Mel. Jesu Leiden, Bein und 2c. 191. Mein Erlöser, auch für thut, was kein Freund, kein Bruder mich gingst du hin zum Leiden, und begabst aus Liebe dich aller deiner Freuden, littest Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. thut; we kann dies ganz durchdenken? stellt sich den größten Martern bloß, erduldet sie, stirbt göttlich groß, und läßt ins Grab sich senken. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. Als die Stund' erschienen war, gingst du froh zum Tode. Mutig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich standhaft bis ans Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getrost zu leiden, und, wenn 3. Ganz faßt dich selbst ein Engel nicht, Gedanke zum Erschüttern! Zwar bist du meine Zuversicht; doch denk' ich dich mit Bittern. Wenn ich im Geist Gethsemane, wenn Golgatha im Geist ich seh', was ist's, das ich empfinde? Ich weine, Herr, nicht über dich; ich wein' und klage über mich, und über meine Sünde. 4. Du nad Erlösung. 88 4. Du leidest nicht für eigne Schuld; denn du bist der Gerechte. Du stirbst voll göttlicher Geduld für schnöde Sündenknechte. Es war auch meine Missethat, die, Heiland, dich gemartert hat; ich Sünder sollte sterben! doch du gingst für mich in den Tod, mir von der Sünd' und ihrer Not Befreiung zu erwerben. 5. Und dient' ich nun der Sünde noch? Wie müßt' ich mich nicht schämen! Nein, Jesu, nur dein sanftes Joch will ich nun auf mich nehmen. Ich will der Sünde Lockung fliehn und ihren Lüften mich entziehn, bei deinem Tod am Kreuze! Dem, Herr, entsag' ich, was der Welt, was meiner bösen Luft gefällt, und ihrem falschen Reize. 6. Ach, laß, nach deiner Gütigkeit, mich dein Erbarmen schmecken, wenn Sünden der vergangnen Zeit mein banges Herz erschrecken. Es stärke mich in Seelennot dein für mich ausgestandner Tod, die Kraft von deinen Wunden! dein banges Flehn, als man berLassen dich gesehn, in meinen Brüfungsstunden. 7. Dank, mein Erlöser, Dank sei dir für jede deiner Plagen, für alle Leiden, die du hier an Seel' und Leib ertragen; für allen Schmerz, für alle Angst, damit du für mich Sünder rangst, sei Ehre deinem Namen! Gedenke meiner in der Not, gedenk' anch meiner einst im Tod und im Gerichte. Amen. 2. Im Geiste folgen wir dir nach, von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich bewundernd an. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 193. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, Bußfertigen die Schuld vergiebt, den großen Trost von unserm Gott gewährt, Erlöser, uns dein Tod. Es tröste mich 194. Wenn meine Sünd'n mich tränken, o mein Herr Jesu Christ! so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast, am Stamm des heilgen Kreuzes, auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen! mein Herz, betracht' es recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eignen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 5. Und an dich glaubten, Herr, wir nicht? Wer gäb' uns Trost und sichres Licht? Mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 6. Mit Dank und Freude folgen wir, o Jesu, treuer Heiland, dir; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zur frohen Ewigkeit erhöhn. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Ich bin bei Gott in Gnaden durch Jesu Mittlertod; von allem Fluch bin ich befreit, daß ich nicht mehr darf fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum Leiden und Sterben Jesu. 89 4. Drum sag' ich dir von Herzen, auch mein Lebensbild. Der am jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank; für deine Not und Angstgeschrei; für dein unschuldig Sterben; für deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt, und folge jenem Beispiel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Not. Du bist es, Herr, auf den ich trau'! Stärk' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'! Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Schirm und Schild, aber 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh' mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Was ist dir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen! Er, die Liebe, Jesus opfert sich für mich! Schaue, wie er blutend ringt mit der Sünd', und sie bezwingt! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nichts, wie mächtig es auch ist, Hunger, Blöße, Sündentriebe, trennt von dir mich, Jesu Christ; nicht Gewalt, nicht Gold noch Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. Da, da schau' ich Gottes Sohn, ernte seiner Leiden Lohn! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 195. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ! Weich' von mir, des Eiteln Liebe, alles, was nicht ewig ist! Was du giebst, ist nicht von Gott, und, womit du lohnst, ist Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Mel. Freu' dich sehr, meine 2c. 196. Deine Wunden, deine Schmerzen, Heiligster, dein Kreuzestod, geben Ruhe meinem Herzen, Kraft zur Tugend, Trost in Not. Will die Sünde mich entweihn, denk' ich nur an deine Bein; sie, fie läßt den Greu'l der Sünden mit Entsetzen mich empfinden. 2. Wenn 90 Erlösung. in Wenn nach unerlaubten Freuden mein verderbtes Herz begehrt, und ich seh' auf deine Leiden: welche Lust hat dann noch Wert? Jag' ich eitler Ehre nach, und erblick' in tiefer Schmach dich, den alle Himmel ehren; kann noch Stolz mein Herz bethören? 3. Herr, bei dir nur such' ich Friede, in der Angst Beruhigung, neue Kraft, wenn ich ermüde, und des Herzens Heiligung. Sind des Lebens Lasten schwer: ach, vom Kreuz weht Stärkung her; denn vom Kreuz, dem Ziel der Leiden, ging dein Weg zu ew'gen Freuden. 4. Wenn ich innig an dich glaube, o, wie werd' ich hingerückt über alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt! Deine Schmach, dein Blut, dein Schmerz, hebt zur Ewigkeit das Herz, auf zum Lohn, den du erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Ja, mit deinem Bild im Herzen fürcht' ich Not und Trübsal nicht, nicht den Tod mit seinen Schmerzen, nicht das kommende Gericht. Lob und Dank dir, Jesu, dir! ew'ges Leben giebst du mir. Herr, durch deine Todesstunden hab' ich jetzt schon überwunden. daß ihm alle Kraft entgangen! Jesus stirbt in Schmach und Not eines Übelthäters Tod! 2. Siehe doch dies teure Bild zwischen Erd' und Himmel hangen; wie das Blut in Strömen quillt, 3. O Lamm Gottes, ohne Schuld! alles das hab' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Angst und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren geh', giebst du dich in bittres Weh. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe! Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Dein im Blute wallend Herz jezet mich in bangen Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Liebe dir vergelten. Du ver= bindest mich so sehr! Schenkt' ich dir gleich tausend Welten, ach! das wäre nicht genung nur für deinen Gallentrunk. 6. Nun, ich weiß etwas für dich: sieh', ich will mein Herz dir geben; dies soll unveränderlich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, wenn ich je den Mut verliere. Dahin will ich gläubig gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft't, bis du mich erquicken wirst. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 8. Gieb dem Schwachen Kraft und Mut; lehre mich die Welt berschmähen. Laß mich dich, du höch197. Seele, geh' auf Golgatha, stes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ' in allem Kreuze mich wunderbar, nur väterlich! beuge dich vor Jesu Kreuze, und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize! Willst du unempfindlich sein, o, so bist du hart, wie Stein! 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod, als in deiner Liebe finden. Wer sich fühlt von dir bewacht, spricht getroſt: Es ist vollbracht! Mel. Leiden und Sterben Jesu. 91 Mel. O Lamm Gottes 2c. deine Strafe! Der gute Hirte leidet 198. Erlöjer, einst im Staube für die Schafe! Die Schuld bezahlt der Bürge, der Gerechte, für seine Knechte! 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! Der Böse lebt, der wider Gott gehandelt! Die Unschuld stirbt! Der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! mit Blut und Thränen bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket. Dein Ringen, Seufzen, Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jeſu! 2. Du littest ganz unschuldig von Freblern Schmähung und Schmerzen, und trugst sie doch geduldig mit sanftem, versöhnlichem Herzen. Dein Bild müss' uns beleben, zu bulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuz hingst du unschuldig für unsre Sünde verschmachtet! Dein Sterben mach' uns geduldig, wenn uns die Welt verachtet. Es schreck' uns ab von Sünden; es müss' uns dir verbinden zu innigem Danke, Herr Jesu! 199. Herzliebster Jeju, was hast du verbrochen, daß man das Todesurteil dir gesprochen! Ein Fluch gemacht, sollst du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben! 2. Gegeißelt wirst du, und zur Schmach gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; mit Finsternis des Todes überschattet, gehst bu ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz; du eilst auf blut'gen Wegen, voll Zuversicht, voll Mut, dem Tod entgegen! Ich sehe dich, gekreuzigt, dich entfärben, voll Wunden sterben! 4. Was ist die Ursach' dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Ich, großer Mittler, ich hab' das verschuldet, was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, 7. Ach, ich, ich war verderbt und voller Sünden; nichts Gutes war an mir vor Gott zu finden; drum hätt' ich billig mein Verbrechen müssen auf ewig büßen. 003 8. O Liebe, Liebe, die nicht auszusprechen! Du läßt an dir, was ich gesündigt, rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch eins, sagst du, eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir in Buße niederfallen, und unsre Herzen nicht mit alten Sünden aufs neu' entzünden. 11. Doch, es ist nicht ein Werk von eignen Kräften, die Lust zur Sünde an das Kreuz zu heften! O! gieb mir deinen Geist, der mich regiere, und es vollführe. 12. Dann werd' ich deine Huld mit Dank betrachten, dich, dich nur lieben und die Welt verachten; dann werd' ich wachen, beten, deinen Willen mit Luft erfüllen. 13. Dann werd' ich dir zur Ehre alles wagen, das Kreuz nicht achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen Spott, Verfolgung, Todesleiden nie von dir scheiden. 14. Dies Erlösung. dis 92 14. Dies alles ist zwar für gering zu achten; weil wir noch sterblich hier im Staube schmachten. Doch nimmst du's an; du wirst dein ew'ges Leben mir dennoch geben. 15. Empfang' ich dann, o Herr, vor deinem Throne, aus deiner Hand, der Überwinder Krone, so soll dich ewig unter Engelchören mein Loblied ehren. THOT 4. Heil mir! aus deinen Wunden fließt dann mir Stärkung zu, und in den letzten Stunden empfind' ich Trost und Ruh'. Ich kann in freudigem Vertraun dir, dem ich lebte, sterben; denn dort werd' ich dich schaun. dein teures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. 201. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Ingst und Not, erlös' uns von dem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Not. Mel. Wenn meine Sünd'n mich zc. 200. Mit Bemut und Vertrauen, Gekreuzigter, will ich auf deine Leiden schauen; o stärke, stärke mich! Gieb mir von deinem Todesschmerz, gieb mir von deinen Wunden Empfindung in mein Herz. 2. Wie könnt' ich ohne Reue an deinem Kreuze stehn, und fühllos deine Treue und deine Qualen sehn? Dich drückte fremder Sünden Last. Ach, wer vermag zu fassen, was du erduldet hast? 3. Mich bringe Dank und Liebe, die Sünde stets zu scheun, und dir aus reinem Triebe mich ganz zum Dienst zu weihn! Mein Heiland, Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. ja ich schwör' es hier bei deinem 203. Sei hochgepriesen, Herr, Tod am Kreuze: Ich leb', ich sterbe dir! für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahinzugeben. 3. Behüt' uns auch vor Sünd' und Schand', und reich' uns deine Allmachtshand; hilf' uns im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Bein. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, vielmehr getreulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Mel. Jesu Leiden, Bein und 2c. 202. 0 hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meiden; deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken; dir Dankopfer schenken. dafür, wiewohl arm und schwach, 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. Laß dieses Heils auch mich teilhaftig werden! Was hab' ich sonst für süßern Trost auf Erden? Was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Du Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte. 93 4. Du bist, mein Heiland, auch hat mein Heil erfunden; die Liebe für mich gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, auch mir bereitet. glorreich überwunden. Ich bin erlöst! 5. Erhalte selbst mein Herz bei diesem Glauben; tein banger Zweifel müsse mir ihn rauben. Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tötete, zu dienen? Wie könnt' ich mit der Menge der Erlösten mich deiner trösten? 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit dankvollen Zungen stets wird besungen. 2. Ich bin erlöst! Es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch; ich komm' nicht ins Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden; der Vater läßt mich Gnade finden. Ich bin erlöst! Mel. Ein Lamm geht hin und 2c. 205. Der Jer Weltversöhner ist bereit, sein Leiden anzutreten. Er geht, in stiller Einsamkeit zu kämpfen und zu beten. Dort, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh', und betet, tämpft und zaget. Er wünscht den heißen Kampf verfürzt. Wer sieht's und höret nicht bestürzt, wie leidenvoll er klaget? 2. Gott, du bist heilig, wunderbar 3. Ich bin erlöst! Der Held zerriß das Band der Feinde meiner Ruh'. Zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; er schloß die Pforte zu. Nun können Feinde frommer Seelen mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlöst. 4. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt, in neuer Schöpfungspracht. Ich ruh', werd' ich ins Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen. Ich bin erlöst. Mel. Es ist genug! So nimm 2c. 5. Ich bin erlöst! In Frieden fahr' ich hin, ist meine Stunde da. 204. Ich bin erlöst! Es floß Der Tod wird mir zum seligsten des Mittlers Blut; er starb den Kreuzestod. Mit Gott versöhnt, empfind' ich Glaubensmut; ich fürchte keine Not. Die Weisheit Gewinn; mein Retter ist mir nah, den Geist beim Abschied von dem Leben ins Land der Engel zu er heben. Ich bin erlöst! in allen deinen Werken. Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt; sein heilig Angesicht träuft Blutschweiß; wer entsetzt sich nicht? Wer litt, wie er, auf Erden? Der du in reiner Unschuld prangst, wie konntest du von solcher Angst, o Herr, bestürmet werden? 3. Du rangst für unsre Seelenruh', von Qual und Tod umgeben; und Erlösung. 94 und gottergeben weihtest du dem Martertod dein Leben. Du warst so rein von eigner Schuld, und warst ein Beispiel der Geduld, uns zu befrein von Sünden. O Frebler, der du ihn verschmähst, und frech den Weg der Thorheit gehst, was wirst du einst empfinden! 4. Mehr litt er, nach des Höchsten Rat, für Sünder, als wir fassen; er litt, auch auf der Beiden Pfad ein Vorbild uns zu lassen. Nun jauchze, wen die Sünde reut, wer Jesu Christi sich erfreut, er wird vor Gott bestehen. Der du ihm folgst, o zage nicht vor Not und Tod und Weltgericht! Du wirst sein Heil einst sehen. 5. Doch denke stets, um welchen Preis dein Heiland dich erkaufet. Er rang, bedeckt mit Todesschweiß, mit Blut für dich getaufet. Ach, wache, daß die Sünde sich nie dein bemächtige, noch dich in deiner Treu' erschüttre! Lockt ihre Stimme, höre nicht! Schau' hin auf ihn; denk' ans Gericht, das Sünder trifft, und zittre! Mel. O Lamm Gottes zc. 206. Erlöser, sieh', ich falle anbetend vor dir nieder. Zu deinem Himmel schalle der Jubel meiner Lieder. Als Held hast du gerungen und hast den Tod bezwungen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 2. Du sahst sie schon, die Bande, womit dir Frevler drohten; sahst vor bir Qual und Schande, und dich schon unter Toten. Doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis sei dir ewig, o Jesu! da dein Herz erzittert, erhöhet sich dein Glaube, und unter Todesgrauen wird fester dein Vertrauen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Angst und Plagen dich willig hingegeben, und gern dein Kreuz getragen. Nicht Glück, nicht Schmach und Leiden soll nun von dir mich scheiden. Dein bin ich ewig, o Jesu! Mel. Wenn meine Sünd'n mich zc. 207. Herr, es gescheh' dein Wille! Gern duld' ich jeden Schmerz, giebst du nur Mut und Stille und Hoffnung mir ins Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, und treu sein bis zum Tod. 2. Ein Heer von Martern schwebte vor deinem sanften Blick. Zwar deine Seele bebte; doch wich sie nicht zurück. Gestärkt von Gott mit Geistesruh', erhobst du dich vom Staube, und gingst den Feinden zu. 3. Dich schreckte das Getümmel der Mörderwaffen nicht. In deinem Geist war Himmel und Mut im Angesicht. Schon stürzt' auf dich der Feinde Schar; doch botst du deine Hände den Banden willig dar. 4. O, wär' ich doch im Leiden, wie du, so sanft und still! O litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will! Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden, so schreckt mich keine Not, nicht Schmerz, nicht Tod hienieden, wär's auch der Martertod. Durch dich, Herr, überwind' ich weit; denn deine Gnade tröstet mein Herz mit SeligMel. 3. Von heißer Angst erschüttert, liegst du vor Gott im Staube. Doch, keit. Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte. 95 ( 208) Herr, mein Gott, das fürchte meine Geele weit mehr, als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' Mel. Wenn meine Sünd'n mich zc. 209. Von Furcht dahingerissen, ich dir standhaft nach: wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spötter mögen mich verschmähn! Sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. verleugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen; da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Mut! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz! Was hilft's, daß ich's verhehle? Durchschaust du doch mein Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir: Oft hab' ich dich verleugnet; vergieb, bergieb es mir! 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott: dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Christ zu sein, und scheute mehr ihren Spott, als dich. tren 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verleugnest du, o Richter, den treuen Jünger nicht. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, dir mein Versöhner, weihn! Dich zu verleugnen, Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. 210. O, welche Schmach und Plagen muß er, mein Heiland, tragen, der nie ein Sünder war! Ihn stellen Missethäter als einen Übertreter den ungerechten Richtern dar. 2. Da steht er im Gerichte! Auf seinem Angesichte strahlt Ruh' und hoher Mut. Groß noch in seinen Banden, macht er die List zu Schanden und duldet still der Frebler Wut. 3. Er wird ein Ziel des Spottes, er heißt ein Lästrer Gottes; der Tod wird nun sein Sohn. Doch Tod und Schande störet ihn nicht, daß er beschwöret: Ich bin des Hochgelobten Sohn! 5. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hingegeben, zum Segnen so bereit! Wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürchtete, als dich! in 4. Jhr, seines Reiches Glieder, 6. Ich seh' jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld. Vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn. vernehmt's, und werft euch nieder, ihr Christen, betet an! Er ist, trot alles Spottes, der Sohn des ew'gen Gottes; ihn betet einst der Weltkreis an. 5. Er, dem Gericht entnommen, wird herrlich wiederkommen, wenn er Gerichtstag hält. Was tot war, und was lebet, frohlocket oder bebet vor ihm, dem Richter aller Welt 6. Jauchzt 96 die Erlösung. 8 stodnals 6. Jauchzt, Fromme, ihm ent- Mel. Wenn meine Sünd'n mich zc. gegen! Er kommt, mit ew'gem 212. Hin an dein Kreuz zu Segen; er kommt, mit ihm sein Lohn! Wenn Erd' und Sonnen fallen, soll durch die Himmel schallen: Gelobest seist du, Gottes Sohn! treten, in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie ist des Mittlers Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, hat dich mein Freund geliebt! In heißen Ängsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah! 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, verhüllt das Angesicht! Jetzt ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu befrein. the 4. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer Retter. Hört für euch fein gehe Sie wissen nicht, was sie begehn; vergieb, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst flehn! 5. Jhr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde; verdammt der Rache Lust; vergeltet euren Hassern nie! Den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und jegnet sie! 6. Ach, Sünder, nehmt's zu Herzen; bekehrt euch, werdet rein! Der Preis für so viel Schmerzen soll eure Rettung sein. D, nehmt erkennet an seiner Gnade teil; seine Liebe; verwerft nicht euer Heil! Mel. Herr Jesu Christ, du zc. 211. Seht, welch ein Mensch! Wie liegt so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! Wie ein Verbrecher steht er da, verachtet, und dem Tode nah, ein Ziel des Hohngelächters. 2. Mit Striemen und mit Blut bedeckt, von Geißeln wund gehauen, mit Dornen, ach, gekrönt, erweckt er selbst im Richter Grauen. Seht, welch ein Mensch! Erbarmt euch! spricht Pilatus; doch sie hören nicht, die Mörder seines Lebens. 3. Da ist kein Herz, das Mitleid fühlt, kein Auge, das da weinet, fein Mittel, das die Wunden kühlt, kein Retter, ach! erscheinet. Die Mordlust tobt, der Wahnsinn droht; fie fordern seinen blut'gen Tod: Er sterb', er sterb' am Kreuze! 4. Mein Geist denkt ohne Schaudern nie an diese Jammerstunden; ich fühle fester mich durch sie mit dir, o Herr, verbunden. Denn was aus deinem Angesicht und allen dei nen Wunden spricht, ist grenzenlose Liebe. 5. Lockt die lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der 213. O Welt, sieh' hier dein Sünde, und mangelt's mir an Kraft und Mut, daß ich sie überwinde: dann rufe mir vom Himmel zu: Dent', welch ein Mensch ich war, und bu, o lern' auch du mich lieben! Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und bitterm Spott. 2. Tritt Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße; sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt! Aus seinem edlen Herzen, vor unerhörten Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, o Herr, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich, und meine Sünden, die sich wie Körner finden des Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen; die brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 5. Ich bin's; ich sollte büßen; die Strafe leiden müssen; entbehren Gottes Huld. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient' ich wegen meiner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein; du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerz soll mir ein Labsal sein. 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja, läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Für mich läßt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen; und leidest alles mit Geduld. 8. Du gehst auch meinetwegen dem Tode selbst entgegen mit groBem Heldenmut; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben. O unerhörte Liebesglut! 97 in diesem armen Leben. Eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel von deiner großen Lieb' und Treu'! 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie viel die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Dein Beispiel soll mich lehren den Rat des Höchsten ehren mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, die die Bosheit thut. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun. Das Unrecht will ich dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du von Herzensgrund verzeihn. 15. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entsagen dem eigenen Gelüst; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Sehnen, und jene bangen Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deines Vaters Hände begleiten zu der ew'gen Ruh'. 9. Wie bin ich dir verbunden! O Herr, zu allen Stunden bin ich dein Eigentum; was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig Mel. Ein Lamm geht hin, und 2c. legen all'zeit an deinen Dienst und 214. Erforsche mich, erfahr Ruhm. mein Herz, und sieh', Herr, wie 10. Nun, ich kann nicht viel geben ich's meine. Ich denk' an deines 7 Leidens mesin Erlösung. 98 Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab' ich dies genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rat, Kraft und Friedefürst und Held! in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todesnot, und gehst doch willig in den Tod; o Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt, du, der gerechte Gottessohn; so war's vorher verkündigt. Die blinde Schar begehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wut, um Seelen zu erretten. Warum verläßt du mich, mein Gott! rufst du in deiner Todesnot, damit wir Friede hätten. 4. Ein Opfer, nach des Ew'gen Rat, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 5. Du neigst dein Haupt: es ist vollbracht! Du stirbst! die Felsen beben. Du sinkst dahin in Grabesnacht, damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb', und dich nie kreuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen Bein für die, die dich verachten! die solcher Gnade wert zu ſein, nach keinem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, und deinen Tod verhöhnen! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht; wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versöhnen. 7. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demut stets vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Not, mein Stab in Schwachheit, Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden! Mel. Wie wohl ist mir, o zc. 215. Begleite mich, o Christ; wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg' an jenem heil'gen Dite des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an; sie können dir schon Trost im Leben, sie werden Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem; erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh' deinen Retter, sieh' ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. 3. Ge Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte. 99 3. Geduldig bei den größten entblößt, wünscht, daß sein Durst Schmerzen nimmt er sich seiner gestillet werde. O Mensch! Der dich Feinde an; er ruft mit liebevollem so teu'r erlöst, dein Heiland ruft Herzen: Sie wissen nicht, was sie noch um Erbarmen aus tausend gethan. Der göttliche, der größte hülfbedürft'gen Armen, die Hunger, Beter, fleht jegnend noch für Misse- Durst und Mangel drückt. O selig, thäter, Werkzeuge seiner Pein und wer den Ruf erfüllet! Denn wer Schmach. O Mensch, den Rach' und den Durst der Brüder stillet, der hat Zorn verführen, laß dich sein heilig den Heiland selbst erquickt. Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl. Ach, wird mein Auge um die Meinen in meiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als um ihn der Tod schon schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe ster bend spricht! Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute schaun des Glaubens Segen, mit mir im Paradiese sein. O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Jesus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beugt ihn unsre Last so tief! Was hat der Heiland da empfunden! Und doch blieb, selbst in diesen Stunden, der Vater seine Zuversicht. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland ruft: Es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden, du nimmst dem Tode seine Macht! Heil uns! Wer darf, wer darf es wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er vom Fluch uns frei gemacht? Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! Es ist vollbracht! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, o mein Versöhner, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Mut und Zuversicht verleihn! Du betest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele; auch noch im Tode bin ich dein. Nun ist das große Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet; nun bin und bleib' ich ewig dein! 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ; du hast ihn der Engel Chören frohlockend seinen sterben sehn! Einst wirst du in Ruhm erhöhn; er starb für dich und lebet wieder; sing' ihm des Dankes Jubellieder; durch ihn wirst du auch auferstehn. freche Spötter hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 216. Ulm Gnade für die SünderDen Wenn ich den Kelch des Leidens trinke, die Seele zagt, und ich versinke, dann, Gott, verlaß, verlaß mich nicht! 7. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem, was erquickt, welt rufft du, o Herr, am Kreuz ge= 100 Erlösung. gequält von frecher Sünder Rotten. Jesu Christ, wie selig ist, wie selig Dir blutet das bedrängte Herz, ist der Mensch, dem du ein Heiland wenn deiner bei dem herben Schmerz bist! die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg, auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hört: Vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmut hohen Wert, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele. Gieb, baß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' befehle. Besänftige mein reges Blut! Und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zu heißer Rachgier an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht! Mel, Nun laßt uns den Leib 2c. 217. Wie liebreich, Jeſu, ist dein Herz! Du achtest nicht auf eignen Schmerz, erduldest ihn mit stiller Ruh', und andrer Elend linderst du. O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist uns alles, dort und hier. Zeuch dir uns nach, so folgen wir. So werden wir uns deiner Bein und deines Todes ewig freun. Herr 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, die Thränen, die ihr Auge weint; verwundet ist dein edles Herz! ganz fühlst du deiner Mutter Schmerz. 3. Du eilst, ihr Stärkung zu verleihn. Sieh', sprichst du, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein, und dich mit Trost und Hülf' erfreun. 4. So innig, bis zum Tode, ſei auch meine Zärtlichkeit und Treu', stets willig, andern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn. 5. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, o Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb' ich euch dem Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. 6. Froh geh' ich, wann es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich weint: Getrost! bald werden wir vereint! 4. Mich tröste dein Versöhnungstod. Es bilde dein mein Mel. O Traurigkeit! 2c. Gott, daß ich dir ähnlich werde. 218. Herr, denk' an mich! Wie oft hab' ich mit Sünden dich verachtet! Sieh' die Seele gnädig an, die nach Hülfe schmachtet. 2. Herr, dent' an mich! Es jammre dich dies Elend, mein Erbarmer! Dächtest, Herr, du meiner nicht, ach, was wär' ich Armer! 3. Herr Besondere Vorfälle in der Leidensgeschichte. 101 deiner Huld und deiner Vaterliebe scheiden; gieb Leidenskraft, Mut und Geduld. Die Hoffnung jener Seligkeit versüße mir das größte Leid. 5. Verlaß mich nicht in meinem Sterben. Ist einst mein Lebenslauf vollbracht: reiß' meine Seel' aus dem Verderben, nimm meinem Tode seine Macht, und führe mich durch Jesu Hand zu dir in jenes beßre Land. 3. Herr, dent' an mich! Ach, ewiglich kannst du mich nicht vergessen! Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad' ermessen? 4. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich in Sünd' und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk' an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Leiden. Bin ich dein, o was vermag, mich von dir zu scheiden! 6. Herr, denk' an mich! Gestärkt durch dich, geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk' an mich! dann will ich dich für deine Huld erheben, wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. 7. Alsdann will ich dir Ehre bringen, und mit der frohen HimMel. Wer weiß, wie nahe mir zc. melsschar ein unaufhörlich Danklied singen, daß du auf Erden immerdar mich aus der schwersten Sorgenlaſt erlöst und nie verlaſsen haſt. 219. Einst rief der Herr vor dem Erblassen: Mein Gott, mein Gott, du konntest mich noch jetzt beim Lebensschluß verlassen? Nein, Bater, nein, ich trau' auf dich. Laß mich, denn groß ist meine Pein, ( 220. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. vom Kreuze bald im Himmel sein. 221. Es ist vollbracht! So ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt; die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Tote dringt ein neues Leben; der Frommen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt; die Erde kracht; der Welt Versöhnung ist vollbracht. 2. Verlaß, o Vater, meine Seele auch nicht, wenn Not und Tod mich schreckt. Dies Wort, Herr, sei, wenn ich mich quäle, was Mut und Trost in mir erweckt. Du weißt es wohl, was mir gebricht; verlaß, verlaß mich Armen nicht. 3. Verlaß mich nicht in meinem Leben; wirf mir des Lebens Notdurft zu. Laß mich nach wahrer Tugend streben; hilf, daß ich niemals Böses thu'. Mein Leben sei ganz dir geweiht in göttlicher Gerechtigkeit. 6. Verlaß mich nicht in meinem Grabe. Erwecke mich durch deinen Sohn, wenn ich genug geschlafen habe; hilf mir vor Christi Richterthron; und laß mich drauf verklärt und schön zu deines Himmels Freuden gehn. 4. Verlaß mich nicht in meinem Leiden; laß mich kein Kreuz von 3. Wie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg 102 Erlösung. hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag; du hast durch dunkle Todesnacht uns Bahn zur Ewigkeit gemacht. 4. O, hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. Mich stärke deines Geistes Macht, bis ich mein Tagewerk vollbracht. 6. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hast du auch gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst vollendet sein. 5. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. Schmach mich scheun? Dein Jün- 224. Nach tausend Todesleiden, ger sein, dein Eigentum, sei meines Herzens Freud' und Ruhm. 7. Fühl' ich zuletzt des Todes Schmerzen, so stärke mich bei solcher Last, und mach' es lebhaft meinem Herzen, daß du den Tod besieget haft. So geh' ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht. Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. 222. Wer kann die Leiden fassen, die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und übernahmst auch meine Laſt. 3. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Ach, wenn ich meine Seele ihm auch, wie du, befehle, dann ist der Tod mir nur Gewinn. 2. Laß deine letzten Stunden, da du so viel empfunden, mich trösten und erfreun. Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden, und dir mich jetzt und ewig weihn. 4. Für Sünder, meine Brüder, sant, Herr, dein Haupt hernieder; du schliefst in Frieden ein. In meinem letzten Kummer soll mir dein Todesschlummer noch Trübsal und Erquickung sein. ( 223.) am Kreuze dich verscheiden, für mich verscheiden sehn: was könnte mir zum Segen, mich kräftiger bewegen, aus Liebe deine Bahn zu gehn? 2. Was hat dein Herz empfunden! O trauervolle Stunden! seid meinem Geiste nah! Ich stehe hier und bete an der geweihten Stätte, und schaue hin nach Golgatha. 3. Da seh' ich dich gelassen für meine Schuld erblassen; du neigtest sanft dein Haupt. Wohl mir im letzten Leiden, wo Leib und Seele scheiden, daß doch mein Herz noch an dich glaubt. 4. Ja hier, hier will ich lernen von Sünden mich entfernen, und sterben, wie du starbst; will hier dir Treue schwören, und ewig dich verehren, weil du mir Seligkeit erwarbst. 5. Nun darf ich nicht verzagen, wenn in den bängsten Tagen der Tod mir näher rückt. Ich weiß auch, wenn ich sterbe, daß ich ein Glück ererbe, das ewig meinen Geist entzückt. 6. O Todestag voll Segen! dich soll mein Herz erwägen; an dir starb einst mein Freund! Ja, dich will Auferstehung Jeſu. 103 will ich erneuern, dich bis ans Macht. Du zeigst, daß du dein Ende feiern mit Thränen, die die Leben, mein Versöhner, göttlich frei Liebe weint. habest hingegeben. Mel. O Traurigkeit! zc. 225. Am Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'gerSchmerz durchdringt mein Herz. Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich; und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit 226. Jesus lebt! Frohlockt, ihr Chöre! Singt Jesu Christo Lob und und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er entriß des Todes Banden mit Macht sich, und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht! Preis ihm, er hat's vollbracht! Preis dem Sieger! Er lebt, der Held! Erheb' ihn, Welt! Er hat die Finsternis erhellt. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Loten; sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Sünd' und Tod bezwungen, von ihren Qualen uns befreit. Gott vergiebt uns; kommt, ihr Sünder, und werdet wieder Gotteskinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir; 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen. Denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich. Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. Osterlieder. Mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. entschlafen, Jesu, dir, ruhn in Friede die kurze Nacht, bis deine Macht in unsre Gräber ruft: Erwacht! 10. Vergeß' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken; denn du wirst unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der uns heilig ist. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Hallelujah! Uns schrecken nicht Tod und Gericht; denn Jesus blieb im Tode nicht. 4. Auferstandner, welch ein Segen beglückt uns, wenn wir auf den Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Gottesfreude, die ewig währet, ist die Beute, die uns Erlösung. 104 uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald ist sie unser Teil; bald krönet uns das Heil deines Lebens! Gelobt sei Gott! Uns führt der Tod zu unserm Vater, unserm Gott. Mel. Nun lobe meine Seele 2c. 227. Lobsinge, meine Seele, dem Welterlöser! Bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Herr und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Not! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 228. Frohlodt dem Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand! Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröte. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre! Huldigt ihm, ihr Engelchöre! 2. Preis ihm! Heil uns! sein Grab ist leer; fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den Feindeswut gebrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens! Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Empfängt das Grab auch dein Gebein; getrost! im schönern Morgenschein giebt er verklärt dir's wieder. Herrlich wird sich dann aufs neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. 3. Der Felsen Grund erbebet; die Wächter fliehn, das Grab ist leer! Der tot war, sieh', er lebet! Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit FreuMel. Wachet auf! ruft uns z2C. den hin und zeugen von ihm bis in 229. Amen! Lob und Preis den Tod. und Stärke sei dem Vollender seiner Werke; dem Todesüberwinder Dank! Singt des Helden Auferstehen, ihr Himmel all' in euern Höhen; auch unser Erdkreis sei Gesang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand, weiht Anbetung! Sein ist die Macht; er hat's vollbracht; ihm Auferstehung Jefu. ihm werde Preis und Dank gebracht! 2. Ja, du Land des Todes, Erde, empor aus deinem Staub, und werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auf erstanden, befreit uns von des Todes Banden und von den Schrecken des Gerichts. Heil uns, das Grab ist leer; des Abgrunds furchtbar Heer ist bezwungen! Des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gräber Grauen ist besiegt. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken; die bangen zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, umglänzt mit Seligkeit und Licht. Des Himmels Bau zerfällt; die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort, giebt Trost uns hier und Wonne dort. 105 Mel. Erschienen ist der herrliche zc. 230. Er lebt! er lebt! O Christenheit, Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, Erlöser, wir sind dein! Gelobt sei Gott! 5. Ja, auch wir, wir werden bleiben; mag doch des Körpers Bau zerstäuben; umschließe, Erde, mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe; und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir sein! 2. Die bangen Zweifel sind zerstreut. Wir sehn des Siegers Herrlichkeit, der seine Feinde überwand, der starb, und wieder auferstand. Gelobt sei Gott! 3. Was vermag uns zu erschüttern? Nur freche Sünder müssen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Mel. Auf, auf, mein Herz! mit zc. Glieder, wir freun uns des, der 231. Sei festlich uns willkomewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Empörer, bebt; der Sieger lebt; er lebt, und stirbt hinmen, des Freudentages Strahl! Frohlocket all', ihr Frommen! entrückt ist er der Qual, mit Herrlichteit gekrönt, er, den die Welt verhöhnt; und unvergänglich Heil ist durch ihn unser Teil. fort nicht mehr. 3. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, daß er vom Tod erstanden ist! Lob sei dem Herrn der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt sei Gott! 2. Der Sünde Macht zu dämpfen, des Irrtums finstre Nacht, hast du nach schweren Kämpfen dein großes Werk vollbracht. War dir die Hülfe fern, vertrautest du dem Herrn; und aus der Todesnot riß dich der starke Gott. 3. So führte zur Vollendung des Heldenkampfes Lauf; es drückt der hohen Sendung der Tod das Siegel auf. Denn aus des Todes Nacht bist siegend du erwacht; auf diesem Felsen steht dein Reich, das nie vergeht. 4. Versenkt in tiefen Kummer war deiner Treuen Herz; da löste sich dein Schlummer, und Wonne ward ihr Schmerz. Sie gaben Gut und Blut für dich mit Heldenmut; und deiner Lehre Schall ertönet überall. 5. Un 106 5. Unsterblichkeit und Leben ans Licht gebracht hast du, und Hoffnungen umschweben nun unsrer Gräber Ruh'. Das stille Friedensthal führt zu dem Freudensaal, wo dich das Aug' entzückt, Vollendeter, erblickt. Erlösung. 6. Gehöre nur am Staube dir unser Leben an! so führt zum Schaun der Glaube, zum Heil die Dornenbahn. Es stört nicht Schmerz noch Lust den Frieden unsrer Brust, hat uns dein Sinn, dein Bild durch drungen und erfüllt. 7. Ihm, der vor Gottes Throne der Arbeit Lohn geneußt, des Vaters heil'gem Sohne bringt Opfer, dankt und preist! Er lebt! Blickt fröhlich auf! Vollbringt getrost den Lauf! Ihr sollt in jenen Höh'n den Überwinder sehn. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. 232. Er ist erstanden, Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Gelobt sei Gott! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß eh' er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich wiedersehn. Gelobt fei Gott! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme; meine Stimme ruft euch dann aus eurer Totengruft. Gelobt sei Gott! 4. Er wird's erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist; der Lazarum ins Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief. Gelobt sei Gott! 5. Gelobt sei Gott; ich werde nun auf kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und volles Heil ist dann bei ihm gewiß mein Teil. Gelobt sei Gott! 6. Auch führt er nach des Grabes Ruh' mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gelobt sei Gott! 7. Wie? sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Kann ich mich seiner nicht erfreun, und deiner, der du mich erschufst, gelassen harren, bis du rufft! Gelobt sei Gott! 8. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sei; so komm' ich nicht in dein Gericht; mein Herz frohlockt darum, und spricht: Gelobt sei Gott! Me 1. Ein' feste Burg ist unser 2c. 233. Er lebt! o Freudenwort! Er lebt, der Heiland aller Sünder; vor seinem Überwinder. Er stritt der Feinde Heer erschrickt, und bebt mit Heldenmut, und kämpfte bis aufs Blut; durch Leibs- und Seelennot, und durch den Kreuzestod erwarb er mir das Leben. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, erhöht zu seiner Rechten; er herrscht auf seinem Siegesthron, und hilft uns, seinen Knechten. Er lebt nun ewiglich, und ewig schüßt er mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand; sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt zu unserm Wohlergehn, des Guten milder Geber. Die Kraft von seinem Auferstehn dringt bis in unsre Gräber. Tragt meinen Leib zur Ruh': deckt ihn mit Erde zu! gebt ihn den Würmern hin! da ich in Christo bin, werd' ich im Grab nicht bleiben. 4. Er Auferstehung Jefu. 4. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt; er wird auch mich erwecker. Der Tod, den Jesu Sieg geschreckt, kann mich nun nicht mehr schrecken. Sein Stachel, seine Kraft, die Sünd' ist weggeschafft; der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht! Des tröst' ich mich von Herzen. 5. Er lebt, der unbezwungne Held! Besingt, ihr Engelchöre, befingt, ihr Völker in der Welt, des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwacht; der unsern Tod bezwingt, und Leben wieder bringt. Frohlockt, frohlockt dem Sohne! 6. Da Jesus lebt, so laßt uns heut und stets sein Lob erheben! Laßt uns mit Freuden allezeit ihm wohlgefällig leben! Hier, Mittler, hast du mich! Befiehl mir; hier bin ich! Dein, dein will ich allein tot und lebendig sein; dein will ich ewig bleiben! 107 Todes Hand riß nicht das Band, das sich um ihre Seelen wand. 2. Ängstlich suchen die Betrübten im stillen Grabe den Geliebten; in Thränen schwimmt ihr frommer Blick. Lieb, ach lieb war ihrem Herzen im Tode noch der Mann der Schmerzen. Sein Leben war ihr Lebensglück. Er hatte sie bekehrt; er hatte sie gelehrt hohe Tugend. Des 3. Und nun, welche Himmelswonne! Wie eilen in der Morgensonne sie von der heil'gen Gruft zurück! Hoffnung, seliges Entzücken verklären sich in ihren Blicken; erwacht war ihres Lebens Glück. Ihr sollt ihn wiedersehn; er wird euch wiedersehn, sprach ein Bote im Lichtgewand, von Gott gesandt; er, den ihr sucht, der Herr entstand! 4. Freut euch, Christen; unserm Leben hat er den größten Trost gegeben, er, der zurück vom Tode kam. Wir auch werden auferstehen, und alle Guten wiedersehen, die hier des Todes Hand uns nahm. Es werden nicht zu Staub, nicht der Verwesung Raub Menschenseelen. Mit seinem Stab legt nur am Grab der Pilger seine Bürden ab. 5. Leben quillt in Grabeshügeln. Der Glaube hebt auf seinen Flügeln uns von der Erde, Gott, zu dir. Gräber bergen uns nicht immer; fällt auch durch unsre Grabesthür. des ew'gen Tages Morgenschimmer Der Fromme wird belohnt. Du, der im Himmel wohnt, bist Belohner. Zur Herrlichkeit im Grab erneut, erhebt er sich zur Ewigkeit. Me 1. Wachet auf! ruft uns 2c. 234. Feiert, Christen, singt ihm Lieder, dem Heiligen! Er lebet wieder, und offenbart nun seine Macht. Er durchkämpfte bange Stunden; das Leben quoll aus seinen Wunden, bis ihn umfing des Grabes Nacht. Doch ward die Nacht bald Licht; verwesen sollt' er nicht. Nein, Mel. Ermuntre dich, mein zc. es becket dort sein Gebein nicht mehr 235. Das Grab ist leer; des der Stein; zum neuen Leben ging er ein. Höchsten Sohn verläßt der Toten Grüfte, und seiner Jünger Jubelton dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Heiland, meinen Geist den Neigungen der Erde, daß er dir heilig werde. 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir emporzusteigen, bis diese schwache Hütte bricht, und fich 108 sich mein Haupt wird neigen; als dann nimm nach vollbrachtem Lauf auch mich in deinen Himmel auf; nimm, Herr, an meinem Ende den Geist in deine Hände. Erlösung. 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn! in deinem Reich dich sehen, so muß ich auf der Erde schon vom Tod auch auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt, und ihre Pracht gefesselt hält; nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wahrhaft leben. 4. Du auferstandner Menschen freund! erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe! Ich will, o Herr, dein eigen sein; laß mich mit Ernst die Sünde scheun; und gieb selbst Mut und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte! 5. So kann ich als ein wahrer Christ jetzt leben und einst sterben, und endlich da, wo du, Herr, bist, vollkommne Freuden erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir; so bring' ich, ewig froh in dir, mit deiner frommen Menge, dir Lob- und Dankgesänge. und mein Heiland ist im Leben! Dieses weiß ich; sollt' ich nicht dar um mich zufrieden geben, was die bange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland lebt; und ich kann ihm sicher trauen, daß er mich zu sich erhebt: warum sollte mir denn grauen? Bässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? für mich auch überwunden. Er erstand; und einst erwacht auch mein Leib durch seine Macht. 3. Ich bin durch des Glaubens Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat 4. Ich bin Staub und muß daher auch einmal zu Staube werden. Das erkenn' ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit! 236. Jejus, meine Zuversicht Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, wenn einst seine Stimm' erklingt, die durch alle Gräber dringt. 6. Dann werd' ich in hellerm Licht seine große Lieb' erkennen; und wie freudig werd' ich nicht ihn dann meinen Retter nennen, wenn er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit! 7. Was hier krank ist, seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen. Irdisch wird mein Leib gesät, himmlisch wird er auferstehen, zum Verwesen fällt er ein; dort wir er unsterblich sein. 9. Aus der finstern Erdenkluft blickt hinauf ins beßre Leben; dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Siegreich schaut ihr dann umher, weinet dann, o dann nicht mehr. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jest ergebt, dem ihr ähn dort sollt werden. Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Mel. Auferstehung Jeſu 237. Auf, auf mein Herz! mit Freuden besinge Jesu Lob, der, frei von allen Leiden, sich aus dem Grab erhob! Wie unschuldsvoll er war, macht Gott jetzt offenbar. Aus Todesschatten bricht uns nun ein helles Licht. 2. Ein Felsengrab umfaßte sein ruhendes Gebein. Die Rotte, die ihn haßte, hielt Wach' am Grabesstein. Umsonst; die Erd' erbebt; die Wächter fliehn; er lebt! Triumph! er überwand, als er vom Tod erstand! 3. Der Held steht auf dem Grabe, gekrönt mit Ehr' und Ruhm. Triumph! des Feindes Habe ist nun sein Eigentum. Sein ist Gewalt und Macht; er hat sein Werk vollbracht. Er, der das Feld behält, ist Retter einer Welt. 4. Wovor kann mir nun grauen, da Jesus ewig lebt, und alle, die ihm trauen, zu seinem Reich erhebt? Hell ist des Irrtums Nacht, geschwächt der Sünde Macht, ohnmächtig, was uns droht, ein Schreckbild nur der Tod. 5. Triumph! Triumph! mit Freuden geh' ich nun meine Bahn. Ich achte keine Leiden; denn Jesus ging Mit ihm besieg' ich Not und Sünde, Welt und Tod. Wenn alles mich verläßt, hält ihn mein Glaube fest. voran. 109 ich! Tod, wo sind nun deine Schrekfen? Er, er lebt, und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Er bringt mich an die Pforte des Himmels, ruft mir zu: Du glaubtest meinem Worte; geh' ein zu meiner Ruh'! Wer dort ward mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort sich mir geweiht, den lohnt die Ewigkeit. 2. Jejus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jejus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich ſein, und den Lüsten widerstreben. läßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht! Er ver5. Jejus lebt! Ich bin gewiß: nichts soll mich von Jesu scheiden; keine Macht der Finsternis; teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 239. Herr, ich will mit Danken kommen! Dir, du Erretter deiner Frommen, dir, dir will ich mein Loblied weihn. Du hast bis zum Tod gekämpfet, und sterbend meinen Feind gedämpfet. Dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein. Lob, Preis und Dank sei dir! Du halfft vom Me 1. Jesus, meine Zuversicht zc. 238. Jesus lebt; mit ihm auch Lode mir, Überwinder! Mein Lobgesang, Erlösung. 110 gesang, mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir. 2. Betet ihn, den Überwinder des Todes, betet ihn, ihr Sünder, in glaubensvoller Demut an! Werft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, seine Brüder, und rühmt, was er an uns gethan! Glaubt alle: sein Gebot ist uns Befehl von Gott. Mitgenossen, er stritt allein; bringt mit ihm ein ins Allerheiligste vor Gott! 3. Wenn wir unsern Tod einst schmecken: Wo sind dann alle seine Schrecken? Wo ist sein Stachel? Was ist er? Jesus lebt, und unsre Glieder belebt des Siegers Allmacht wieder; auch unsre Gräber werden leer. Sein Eigentum sind wir; die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft: Verlaßt die Gruft! Steht auf, Entschlafne, folget mir! 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, an dem uns Toten Gottes Sonne hervorbricht nach der langen Nacht! D, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und plöglich unser Aug' erwacht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran. Wir folgen dir in deine Ruh'. 5. Held, vor dem die Hölle bebet, der selbst den Tod sah und nun lebet, nun lebt und herrscht in Ewigkeit, dein Gott hat dir Sieg und Leben, dir hat er alles übergeben, Gewalt und Reich und Herrlichkeit. An deinem ganzen Heil hat dein Erlöster teil durch den Glauben. Des Glaubens Licht verlösch' uns nicht! So sehn wir ewiglich dein Heil. ( 240.) Mel. Erschienen ist der herrliche zc. 241. 3ch weiß, daß mein Erlöser lebt! Vom Grabe stand er auf, er lebt! Er hat sein großes Werk vollbracht; uns Sünder hat er frei gemacht! Hallelujah! 2. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! O Trost, der meine Seel' erhebt! Nun macht mich Jesu Blut gerecht; ich bin nicht mehr der Sünden Knecht! Hallelujah! 3. Ich bin mit Gott versöhnt durch ihn; nun kann ich freudig zu ihm fliehn. Er tilget meiner Sünden Schuld, und schenkt mir seines Vaters Huld! Hallelujah! 4. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Wenn man mich gleich dereinst begräbt, so bleib' ich es doch ewig nicht; auch schreckt mich nicht das Weltgericht! Hallelujah! 5. Ich sterb', um schöner aufzuzustehn! Einst werd' ich aus dem Grabe gehn. Berkläret wird mein Leib dann sein; zu ew'gen Freuden geh' ich ein! Hallelujah! 6. Dann wird mein Auge Jesum sehn: zu seiner Rechten werd' ich stehn, und ewig werd' ich freuen mich. Mein Herr und Gott! ich glaub' an dich. Hallelujah! 7. Und ewig werd' ich selig sein; denn ich bin Jesu, er ist mein. Er schenkt mir Freud' und Seligkeit und herrliche Unsterblichkeit. Hallelujah! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 242. Triumph! Verlaßt die leere Gruft! Triumph; der Heiland lebet; Hört, wie der weite Kreis der Luft von Siegestönen bebet! Sei uns gegrüßt, erstandner Held! Die mit dir Auferstehung Jesu. 111 dir auferstandne Welt jauchzt dir spräch' er: Friede sei mit dir! so Triumph entgegen. freue dich, mein Geist, in mir. 2. Was war dir, Erde, dazumal, was war es, das dich störte, als Jesu letzte Todesqual dein Innerstes empörte? Auf! zittre nun vor Fröhlichkeit! Gesegnet sei des Helden Streit, der Tod und Grab bezwungen! 3. Ihr Himmel, laßt den Jubelklang durch alle Wolken schallen; kommt, wiederholt den Lobgesang mit euern Geistern allen! Ehrt diesen Tag, wie jene Nacht, die ihn, den Held, ans Licht gebracht; verherrlicht seine Siege! 4. Es müsse Zions Heiligtum vom Jauchzen widerhallen: Gott in der Höhe, dir sei Ruhm, den Menschen Wohlgefallen! Stimmt, Kreaturen, stimmt mit ein: Auf Erden müsse Frieden sein; im Himmel hohe Wonne. 5. Nun Jesus Grab und Siegel bricht, steht mir der Himmel offen! Nun wankt der schwache Glaube nicht bei unerfülltem Hoffen. Ja, Herr, du lebst, und lebst in mir; du kannst, du wirst, ich folge dir, mich einst zum Vater führen. 6. Erschein' in deiner Siegespracht, die von der Höhe blizet, mein König, der der höchsten Macht verklärt zur Rechten sitzet! Du, der den Tod gefesselt hält, Erlöser, Richter, Herr der Welt, laß mich dir ewig leben! Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 243. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt' im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn. Als ob er heute dir erschien', als 3. Schau' über dich, und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn: er lebt und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Erbe dich zu schaun? 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christentum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, o Herr, dir schuldig bin; Erlösung. 112 bin; damit ich mich in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Du bist's, der alles in uns schafft; dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Ich hoff' auf dich, Herr Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist. ( 244. 245.) Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 246. Dich bet' ich an, erstandner Held! Erretter einer Sündenwelt! Du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr! meine Seele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein Heil! hab' ich an deinem Frieden teil. laß mich mit freudigem Bertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 247. Siegreich stand mein Heiland auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wenn ich ausgeschlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 2. Froh besieg' ich nun das Graun, das die Totenhügel decket. Meinen Heiland werd' ich schaun, den der Vater hat erwecket, der aus seines Grabes Nacht in mein Grab hat Licht gebracht. 3. Er ist meine Zuversicht; denn er kennt und liebt die Seinen. Immer läßt er sie hier nicht kämpfen, dulden, klagen, weinen. Nein, der Abend eilt herzu, und bringt frommen Pilgern Ruh'. 4. Bang' macht keine Zukunft mir! Ewig, ewig werd' ich leben. Furchtlos will ich, Erde, dir, was du mir gabst, wiedergeben, weil den bessern Teil, den Geist, nichts aus Gottes Händen reißt. 5. Wirst du, Leib, einst mütterlich in der Erde Schoß genommen, Er schützt auch schlummre sanft! dich und sein Schöpfungstag wird kommen. Herrlicher bekleidest du mich nach sanfter Grabesruh'. 6. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! o Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh' durch dich gestärkt aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 7. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. Mel. Christ ist erstanden zc. 8. Der du für unsre Seelen wachst, 248. Feft jei der Glaube: fie zu dir ziehst und selig machst, Christus hat dem Staube als Sieger 6. O, so will ich in der Zeit mich zu jenen Seligkeiten immer mehr durch Heiligkeit, wie mein Heiland, vorbereiten. Gott, wie werd' ich einst mich freun, ein verflärter Mensch zu sein. Erhöhung Jesu. ger sich entschwungen und sich das Reich errungen. Lobsinget ihm! 2. Nie im Glauben wanken, heißt dem Sieger danken. Herrlich führt an seiner Hand der Herr, der aus Himmelfahrtslieder. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. 249. Im Jubelton frohlocken wir: Der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar noch im Elend hier, und unter viel Gefahren: doch sinket unser Mut nicht hin; durch Jesum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, der Himmel steht uns offen. Ihn schloß uns auf durch seine Macht der Herr, auf den wir hoffen. Er hebt uns einst zu sich empor; doch will er, daß wir hier zuvor auf seinem Pfade wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel einzugehn, der laß in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns kommt es zu, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets lieben, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Vollbringen wir so unsern Lauf, so nimmt der Herr uns gnädig auf ins Reich der ew'gen Freuden. 113 der Gruft erstand. Lobsinget ihm! 3. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm! Wenn einst die Welt vergehet: sein Gottesreich bestehet. Lobsinget ihm! 5. O Tag, an hoher Wonne reich, wann wirst du uns erscheinen? Du machst uns Gottes Engeln gleich, und stillest Leid und Weinen. wohl uns, wenn in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut in jenem bessern Leben! O ( 250.) Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 251. Über aller Himmel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, Vollender unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit gö jer Vollkommenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Size, Sohn, auf meinem Throne; dir geb' ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhabner Gottessohn! O, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Stätte zu bereiten, 8 um 114 Erlösung. 6. Ja, Heiland! wir erheben dich; um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. und unsre Herzen freuen sich der Herrlich wirst du wiederkommen, Herrlichkeit und Majestät, dazu dich und zu dir alle deine Frommen Gott, dein Gott, erhöht. versammeln in dies Vaterland. Erkauft hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 252. Auf, Jesu Jünger, freuet euch, der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lobsinget ihm: Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns noch fehlen kann? 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Teil an Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O, zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns mit eifrigster Begier nach dem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen die Seraphim. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 253. Wir freuen uns, Herr 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns, in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlit schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' in dir erfreun, Immanuel. Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Jesu Christ, daß du zu Gott erhöhet bist. Immanuel, dir danken wir; stärk' uns mit Heil und Kraft von dir! Gelobt sei Gott! 2. Dir ist der Erdkreis unterthan; dich beten selbst die Engel an. Du lebst, regierst dem Vater gleich, und hast, wie er, ein ewig Reich. GeTobt sei Gott! 3. Du 31339 Erhöhung Jesu. 3. Du hast gesiegt: wir siegen mit. Wer will verdammen? Er vertritt! Es klage, wer da will, uns an; er nimmt sich seiner Brüder an. Gelobt sei Gott! 4. Wohl dem, der nur auf dich vertraut, sein Heil auf dich, den Felsen, baut! Fleuch, Sünde, wir entsagen dir; dem Herrn des Himmels dienen wir. Gelobt sei Gott! 5. Du, Herr, bist unser höchstes Gut; denn du erwarbst uns durch dein Blut des Vaters Huld, und gabst den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sei Gott! 6. Du leitest uns, und unser ist dein Reich, dein Himmel, Jeſu Christ! Wir sollen durch den Glauben dein, uns deines Ruhmes ewig freun! Gelobt sei Gott! 7. Du hast die Menschen nicht verschmäht, hast uns erlöst und bist erhöht; erhöre nun auf deinem Thron uns, deine Brüder, Gottes Sohn! Erhör' uns, Gott! 8. Erhalt' uns deine Lehr', und gieb zu allem Guten Kraft und Trieb! Gieb in Versuchung Nüchternheit, in Prüfung Mut und Festigkeit! Erhör' uns, Gott! 9. Herr, nimm uns an, wenn du Gericht zu halten kommst; verwirf uns nicht! Laß uns zu deiner Rechten stehn, und deine Herrlichfeit uns sehn! Erhör' uns, Gott! 10. Dann fürchten wir den Tod nicht mehr, und jauchzen mit der Engel Heer, daß du der Herr, o Jesu Christ, daß du so hoch erhaben bist. Gelobt sei Gott! Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 254. Wie herrlich, Jeſu, ſtarker Held, du Retter einer Sünderwelt, 115 hat sich dein Lauf geendet! Du siegest über Schmerz und Tod, verläßt das Grab, fährst auf zu Gott, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden, Herr der Freuden; Tod und Leben hat dein Gott dir übergeben. 2. Dir dienen alle Seraphim, und wir vereinen Herz und Stimm', mit ihnen dich zu loben. Du hast dein großes Werk vollbracht, hast aus des Leidens banger Nacht zum Himmel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden sollen werden Gottes Kinder und des Todes Überwinder! 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Segen schafft, wird uns von dir gegeben. Laß Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. dir; hilf, daß vor allen Dingen wir 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu nach deinem Reiche trachten! Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmut und voll Demut sein, und eitle Lust verachten! Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. 5. Sei unser Schutz und unser Hort, und tröst' uns durch dein göttlich Wort, wenn hier uns Leiden drücken. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Thräne, die auf Erden fließt, wird einst vor dir Entzücken. Von dir kommt hier Trost im Herzen. Laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel sehn, und hoffen! ( 255.) 8* Mel. 116 Erlösung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. des Leidens Thränen! Gott will 256. Der Herr schwingt sich mit den Überwinder frönen vor aller Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauplatz seiner Macht begleiten Engel ihn. 2. Er, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestät; ihm jauchzt des Himmels Lob. 3. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, uns ew'ges Heil gebracht; mit Preis hat ihn nun Gott ge frönt, und sein ist alle Macht. 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist, und bet' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weist, ging diesen Weg voran! 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm dein Herz geweiht; zur Wonne dir, sollst du ihn sehn in seiner Herrlichkeit. 6. Welch hohes Glück, wie viel mehr wert, als alles Erdenglück! Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. 7. Einst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entflohn; und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 8. Erlöser, dir jei Preis und Dank, so lang' dies Leben währt! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wenn mich dein Arm verklärt. Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 257. Vollendet ist dein Werk, o Welterlöser, unser Heil; der Sünde Fluch ist abgewendet; nun wird dein Sohn auch unser Teil. Erheb', erhebe dich vom Staube; zum Sieger schwing' dich auf, mein Glaube; mit ihm dring' in des Himmels Licht! Sie sind versiegt, Welten Angesicht. 2. Heil dir! Des Himmels Pforten schließen vor dir sich auf, o Gottes Sohn! Der Erde Niedrigfeit entrissen, empfängst du nun des Kampfes Lohn. Noch segnest du die Treugeliebten, noch senkst du Trost auf die Betrübten, strömst süße Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn's: du bist von Gott gekommen, wirst mit Triumph dort aufgenommen, und hohe Wonne wird ihr Schmerz. 3. Ich seh' empor, o mein Bertreter! Dich bet' ich still mit Thränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Zwar fallen vor dir Engel nieder, doch auch der Engel höhre Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen wirst du nicht weg dein Antlitz wenden; du siehst den Dank, der in mir glüht. 4. Gieb meinem Glauben Mut und Leben, sich über Erde, Welt und Zeit mit starken Flügeln zu erheben, zu dir, in deine Herrlichfeit! O du, der mich vom Tod errettet, von Erd' und Himmel angez betet, durch den sich Gott mit uns vereint; du, aller Welten Herr und Führer, der Geister ewiger Regierer, du bist mein Bruder und mein Freund! 5. Einst wirst du herrlich wiederkommen; du kommst; es kommt dein Lohn mit dir. Frohlockend heben dann die Frommen die Häupter Mit Wonne auf zu dir, zu dir! schaun sie dir entgegen; denn du bringst ihnen Heil und Segen, o Herr der Macht und Herrlichkeit! Auch uns, die jetzt noch zu dir weinen, Herrlichkeit Jesu im Himmel. weinen, wirst du als treuer Freund erscheinen, uns führen in die Seligkeit! Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 258. Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ, der du nach langem Beiden gen Himmel aufgenommen bist, zum Sit der reinsten Freuden; wer sollte sich nicht deiner freun, nicht dir von Herzen folgsam sein, dir, der zum ew'gen Leben auch uns einst will erheben? 2. Du hast durch deine Himmelfahrt uns ew'gen Trost bereitet; haft uns den Weg geoffenbart, der uns zum Vater leitet. Und weil du nun, Herr Jesu Christ, stets in des Himmels Wonne bist: so werden deine Frommen gewiß auch dahin kommen. 3. Hilf uns nur unser bestes Teil und unser wahres Leben da suchen, wo du volles Heil wirst Gottes Kindern geben. Was unvergänglich, ewig ist, mach' uns recht wert, Herr Jesu Christ, weil bleibend Glück auf Erden nicht kann gefunden werden. 4. Beuch uns dir nach, so laufen wir; stärk' unsers Glaubens Kräfte; führ' uns durch deinen Geist schon hier zum himmlischen Geschäfte. So Mel. Jesu Leiden, Bein und 2c. 261. Jesus Christus, Gottes Sohn, kam zu uns auf Erden von des Himmels ew'gem Thron, unser Heil zu werden. Er, er ward ein Mensch, wie wir; schwerer Leiden Bürden übernahm er willig hier, daß wir selig würden. 117 führst du mich auch einst dahin, wo ich ohn' Ende fröhlich bin, und dich, dem ich hier traue, zu meiner Freude schaue. 2. Nun herrscht er, voll Majestät, nach vollbrachten Leiden, als der Mel. Ach Gott und Herr 2c. 259. Beuch uns nach dir, so eilen wir zum Himmel voll Verlangen, wohin du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, so jauchzen wir, von Sünd' und Angst auf Erden, durch deine Macht zu dir gebracht, erlöst und frei zu werden. 3. Zeuch uns nach dir, so wandeln wir den Weg, den du uns leitest. Fehlt uns dein Licht, so sehn wir nicht, welch Heil du uns bereitest. 4. Zeuch uns nach dir; denn schwach sind wir, nur zu geneigt zum Bösen. Herr, wir sind dein; du kannst allein von Sünden uns erlösen. wir den Weg zu deinem Throne. 5. Zeuch uns nach dir, so finden Dann schmückt uns einst, wenn du erscheinst, der überwinder Krone. 6. Zeuch uns nach dir, so leben wir, nach Dämmerung und Grauen, in deinem Reich, den Engeln gleich, bei dir, o Herr, im Schauen. ( 260.) Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; aller Knie' sich demutsvoll vor dem Mittler beugen; froh soll jede Nation und mit Dank bekennen, er, des Aller 118 Erlösung. Allerhöchsten Sohn, sei der Herr zu nennen. inter 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. übet, kennt ihn und den Vater nicht, 262. König, dem kein König der nur Fromme liebet. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer; denn durch deinen Todesschmerz leb' und sieg' ich Armer. Du kennst, treuer Menschenfreund, unsre Leidensstunden; und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 6. Du, den in der Niedrigkeit Not nnd Angst umgaben, kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangst, die du einst für uns getragen, ist die Quelle unsrer Ruh', lindert unsre Plagen. 7. Wenn Gebet und Angstgeschrei auf zum Himmel dringen, eilst du mitleidsvoll herbei, hilfft den Sieg erringen, schenkest unsern Seelen Licht, unsern Herzen Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht als Sünder beben. 8. Du kannst zur Unsterblichkeit aus dem Staub erhöhen. Wenn dein Allmachtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. O, wie weicht da alles Leid, wo du gnädig wohnest, und mit Mut und Freudigkeit Gläubige belohnest! 9. Jesu, weiche nicht von mir; reiche mir die Hände, daß auch ich den Weg zu dir einst beglückt vollende. Laß, weil ich auf Erden bin und mit Not umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geist beleben. Wort: Es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Vaterland dann im Geist erblicke, und mich in des Vaters Hand ew'ge Wonn' erquicke! 10. Lehr' einst in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der, zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen zu Gebot dir stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächt= gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man deine Siege glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehre jauchzen dir der Engel Chöre; durch frohlockende Gesänge preist dich der Erlösten Menge, die, befreit von Furcht und Grauen, dein verklärtes Antlitz schauen. Und mit allen diesen Chören werden wir dich einst ver= ehren. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an der Herrschaft Macht und Länge, an Begnadigung der Herrlichkeit Jefu im Himmel. der Freunde, und an Siegen über Feinde. 6. Herrsch' auch, Herr, in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen. Dich will ich im Glauben lieben und mich im Gehorsam üben; will mit kämpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrsch' in Freuden. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 263. Heiland, beffen wir uns trösten, der zur Rechten Gottes sißt, und als Mittler der Erlösten sie so gern beglückt und schüßt, Jesu, deiner Macht und Ehre jauchzen aller Engel Chöre und in ihren Lobgesang stimmt auch deiner Frommen Dank. 2. Du, du kamst, uns zu erlösen; und das Opfer ist vollbracht, das von aller Schuld des Bösen uns befreit und selig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, steht nunmehr in deinen Händen. Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 3. Durch dich sollen wir empfangen, was zum Heil uns nötig ist; durch dich Gnad' um Gnad' erlangen, weil du nun im Himmel bist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk, und sendest deinen Geist auf die herab, die dir Gott zum Erbe gab. 119 Alle, welche treu dir bleiben, und dein Werk mit Eifer treiben, führst du aus der Welt hinaus, hin in deines Vaters Haus. 4. Mächtig wirket deine Lehre; denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht sie, dir zur Ehre, gläubig und gewissenhaft; lehret sie die Lust der Sünden ernstlich fliehn und überwinden, stärket sie im Tu gendlauf und hilft ihrer Schwachheit auf. 5. Huldreich sorgst du für die Deinen; du versäumst ihr Bestes nie; zählst die Thränen, die sie weinen, tröstest und belohnest sie. 6. Du entziehst dich auch den Armen, die noch unbekehrt sind, nicht, weil dein Herz dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht. Ach, du trägst sie mit Verschonen, und willst nach Verdienst nicht lohnen; willst noch gern ihr Helfer sein, und zur Beßrung Kraft verleihn! Ton 7. So, Verherrlichter, regierest du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. O, entsfaget allen Büsten; kämpft, o kämpft mit Mut, ihr Christen, bis ihr seinem Thron euch naht, und des Kampfes Lohn empfaht! 8. Großer Mittler, sei erhoben! Weil wir leben, wollen wir dich mit Herz und Munde Loben, dir nur folgen, leben dir, stets auf deine Stimme hören, dir vertrauen, dich verehren, bis der ganz verklärte Geist dich mit allen Himmeln preiſt. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 264. Mit Preis und Ruhm gekrönt, hast du dein großes Werk geendet; schaust auf dein Tagewerk mit Ruh', denn alles ist vollendet; vollbracht der Kampf der Sterblichkeit, und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab, und siehst den Lohn für deiner Leiden Menge. Schon sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröhlichen Gedränge sich Scharen, hoch durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern kommen sie, mühselig und beladen, und suchen Ruh' und finden sie, und sind des Jochs entladen; weihn freudig sich dir, 120 domar dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsternis verloren. Welch eine Schar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren! wie auf der frischen Morgenau', auf Blumen ungezählt der Tau. Erlösung. status? 5. Sie alle selig, und durch dich, zur Wonne deinem Herzen, das nur für andre schlug, und sich vergaß bei Qual und Schmerzen, gerettet alle, leben dir; und unter ihnen, Herr, auch wir. 6. Auch wir! O, schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deines Schweißes Lohn, noch sterblich zwar, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuver sicht, unsterblich einst im ew'gen Licht. 7. O daß, Beseliger, daß wir nie deine Huld verkennen, dich unsern Heiland niemals hier mit faltem Herzen nennen! Ach, keiner von uns allen sei dir, seinem Retter, ungetreu. 8. Wie wird uns dann sein, wenn zur Schar der Seligen erhoben, auch wir uns drängen in die Schar, dich, unsern Herrn, zu loben, das Herz von reinerm Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht! 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk vollbringen; und, ist's vollbracht, zu dir hinauf die Seele freudig dringen; und dort, an deinem Richterthron, empfahn der Treue Gnadenlohn! 2. Du gingst, als hier dein Werk vollbracht zum Heil der Menschen war, zurück zum Throne deiner Macht, und herrschest immerdar. Herrlichkeit, zu deines Thrones Höh'n, vor dem, auf deinen Wink bereit, viel tausend Engel stehn. 3. Dein Arm, der über alles siegt, ist überall uns nah! und selbst das Tiefverborgne liegt vor dir stets offen da. 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit schon längst Besiz; nur wir, wir leben immer noch im Streit, und seufzen oft noch hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, wir kennen ja den Herrn; du, unsre Kraft und unser Licht, du bist uns nimmer fern. 6. Du stärkest unsers Glaubens Mut mit deiner Gegenwart. Woh! dem, der deinen Willen thut, und deiner gläubig harrt! 7. Wir preisen, Heiland, dankvoll dich, daß du so siegreich strittſt; und Tod und Elend unter dich und unsre Füße trittst. 8. So wandeln wir denn fort und fort die wechselvolle Bahn, und sehen schon am Ziele dort die Heimat aufgethan. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, auf dich nur hoffen wir; wir suchen nur, was droben ist, und sind im Geist bei dir. 10. Vollenden wir einst unsern Lauf, so eil' uns beizustehn. Nimm uns in deinen Himmel auf, und laß dein Heil uns sehn! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 266. Sesu, Licht und Heil Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 265. Wir schauen, Herr der zur Richtschnur uns gegeben, du der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rat enthält, bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Sie Erlösung. Wiederkunft Jesu. 2. Sie willst du, als dein Eigentum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du bist, Herr, groß von Rat und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel' nur an dich glauben, die haben an dir alle teil, die wird kein Feind dir rauben. Von dir fließt Weisheit, Trost und Ruh' dem, der dir folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher, im verkehrten Sinn sich wider dich empören; so fällt doch deine Kirche nie; du hältst und du beschüßest sie durch deines Geistes Gaben. 5. Dein ist das Reich, dein ist 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O, bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 121. die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Mut dich vor der Welt bekennen. 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ' auch mich einst da hinein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ich dann von 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit, auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; dann krönest und belohnst du sie ohn' End' mit Preis und Ehre. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 2c. 269. Herr und Richter aller ist nun mein ganzes Heil! Welt, der auch mir mein Urteil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 7. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln, frohlocken dir und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. ( 267. 268.) dir: Komm, Gesegneter, zu mir; nimm an meiner Wonne teil; dein 7. Und frohlockend preis' ich dann, was du, Herr, an mir gethan, freue mit den Deinen mich deiner Gnade ewiglich. ( 270.- 273.) 274. Wachet auf! ruft uns die Stimme vom Himmel einst, die Donnerstimme: verlaßt den Staub, die dunkle Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammelt euch, ihr Gottestinder! der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei. Erwacht! Hallelujah! Macht euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Hölle beben; die Wiederkunft Jesu. 122 die Frommen stehen auf zum Leben, zum ew'gen Leben stehn sie auf. Ihr Versöhner kommt voll Klarheit; vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; ihr Glanz wird hell, ihr Stern geht auf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn. Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! Wir sind ins Leben durchgedrungen! Wir stehn am Ziel beim großen Lohn. Christus strömt der Gottheit Fülle auf uns; nun schaun wir ohne Hülle dich, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne. Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei Dank und Preis und Ehre dir! ( 275. 276.) Mel. Straf' mich nicht in 2c. 277. Herr, ich bin dein Eigentum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden. Dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; denn du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit nicht gebrauchet habe! Weh' dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie mit Fleiß verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich jeden Tag, auch heute, darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe: o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich schnell für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Dann rufst du einst mir zu: alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben. 8. Dann werd' ich auch im Gericht, Herr, vor dir bestehen, und vor deinem Angesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich sein und im höhern Leben ewig dich erheben. Pfingstlieder. Mel. Komm, heil. Geist, Herre 2c. umhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt. Du hast den dicken Finster278. Tag, der Erleuchtung uns nissen, nach langer Nacht, die Erd' gebracht, Tag, den uns unser Gott gemacht, mit Inbrunst sei von allen Bungen zu Goites ew'gen Preis besungen. Die Erde lag, von Nacht entrissen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 2. Singt Jeju Dank! Er ward erhöht auf Gottes Thron voll Majestät. Sendung des Geistes. 123 jestät. Nun segnet gnädig seine 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, Jünger der triumphierende Vollbringer. Er sendet den verheißnen Geist der Schar der Zeugen, die ihn preist. Sie sterben froh für seine Lehre, daß sich der Erdkreis zu ihm kehre. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns bräun; lehr' uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, von der Liebe des Sohnes uns brennen. Herr, erbarm' dich unser! 3. Gesandt von Jesu, gehn sie gern, und sammeln überall dem Herrn selbst aus Verfolgern neue Jünger. Das, wahrlich, das ist Gottes Finger! Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott! Sie siegen dennoch, stark durch Gott, troß alles Drohens, alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes! Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 4. Der Herr mit euch! Der Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein weites Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden, und Völker dienen ihm mit Freuden. Es lernt die ganze Welt, nun frei vom Joche der Abgötterei, den langverkannten Schöpfer kennen, und ihn durch Christum Vater nennen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 5. Auch uns hat dieses Segens Kraft zu der beglückten Bürgerschaft in Jesu großes Reich geführet. Wir preisen laut, von Dank gerühret. Herr, laß uns alle würdig sein, uns dieses hohen Glücks zu freun; laß deines Geistes milde Gaben auch uns in reicher Fülle haben. Preis sei dir, Herr! Preis sei dir, Herr! Mel. Nun bitten wir den heil'gen 2c. 279. Des Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben. Herr, erbarm' dich unser! 3. O du, der Liebe Geist! erhöh' unsre Seele, daß sie schmeck' und seh', wie der Herr uns liebte; laß uns als Brüder lieben Jesu geheiligte Glieder. Herr, erbarm' dich unser. 4. Du höchster Trost in aller Not! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben; uns nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen. Herr, erbarm' dich unser! Mel. O heiliger Geist, o heiliger zc. 280. Auf, feiert mit Dank das heilige Fest, das Gott uns heut' erleben läßt! Der Tag, der nach des Irrtums Nacht der Wahrheit helles Licht gebracht, der Tag sei uns stets ein heiliges Fest! 2. Es fliehe von uns die Sorge der Zeit; wir leben für die Ewigkeit. Wir sind von unsrer Seele Wert durch Jesum, Gottes Sohn, belehrt, jehn himmlisches Licht im Dunkel der Zeit. 3. Wir wissen, daß Gott uns väterlich liebt, dem Reuigen die Schuld vergiebt. Von seinem Nat, von unsrer Pflicht giebt nun sein Geist uns Unterricht. O selig, wer Gott, den Ewigen, liebt! 4. O selig, wer Gott boll Dankbarkeit preist, sich leiten läßt durch seinen Geist, der von der Macht der Sinnlichkeit, aus ew'ger Knechtschaft uns befreit zum Leben, das Gott durch Frömmigkeit preist. 5. O selig, wer Gott dem Vater vertraut, der immer segnend auf uns Heiligung. 124 uns schaut, durch seinen Geist uns stärkt in Not, zum Leben führet durch den Tod. Nichts fürchtet, wer hier ihm kindlich vertraut. 6. Es mögen einst Erd' und Himmel vergehn; wir werden uns verherrlicht sehn. Wir finden eine schönre Welt, wenn treu wir thun, was Gott gefällt, als Kinder zu ihm, dem Liebenden, gehn. an 7. O ewiger Geist, uns leuchte dein Licht, daß, treu der Christen Würd' und Pflicht, wir jeder Täuschung widerstehn, in Eintracht zu dem Vater gehn, um ewig zu schaun sein göttliches Licht. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 281. Wer dir vertraut, den leitest du, o Geist, zur Wahl des besten Teils; so führ auch uns dem Himmel zu, du Führer auf der Bahn des Heils.dk 2. Uns strahle deiner Wahrheit Licht; gieb reine Lieb' in unser Herz; zum Vater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft und Trost im Schmerz. 3. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ recht kennen, das nur ist der Quell, aus welchem ew'ger Segen fließt; mach' diese Kenntnis in uns hell. 4. Das Wort, das er, des Höchsten Sohn, vom Himmel uns herab gebracht, beglücke jede Nation, durch deiner Leitung sanfte Macht. liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest; ja uns um ihn bitten heißt, demutsvoll fleh' ich vor dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 5. Vereine deine Christenheit durch deines Friedens festes Band, und führ' in Lieb' und Einigkeit sie in das beßre Baterland. 2. Chn' ihn fehlet meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit echter Treu' meinen Herrn und stehet mir dein Geiſt nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottesgeist! der du menschliche Gemüter besserst, und mit Trost erfreust! Nach dem Glück verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmut übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann; wenn meine Hand zur Er282. Der du uns als Vater dem Nächsten nüzlich werden. leichtrung der Beschwerden, kann Mel. Werde munter, wein 2c. 7. Lehre Sendung des Geistes. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demut Gott bekennen, zu ihm um Vergebuug flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wenn mein Aug' in Nöten weint, und Gott nicht zu hören scheint: o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir. O, so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein felig Ende herrlich sich an mir vollende. Mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. 283. Gottes Geist, du Geist der Liebe, beleb' auch unsers Herzens Triebe, der Freuden viel umher zu streun. Geuß ins Herz der Liebe Flammen, daß wir, wie Brüder, hier beisammen in deinem Tempel uns erfreun! In Eintracht singen wir, als deine Kinder, dir, dir o Vater! Du segneft gern, bist nie uns fern; wir folgen dir, dem guten Herrn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 284. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein teures Wort berheißt. 125 Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott! ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 2, Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich; die 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir, dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin; zur Tugend stärk' er mich; beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz; versiegle deine Huld; und er bewaffne mich im Schmerz mit Mut und mit Geduld. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 285. Geist, gesandt vom Himmelsthrone, Geist vom Vater und vom Sohne, dem wir unsre Lieder weihn, laß uns würdig dich besingen Gnade hellen Schein. und in unsre Seelen dringen deiner 2. Wie die Nebel vor der Sonne, weicht vor dir, du Licht der Wonne, jedes Irrtums finstre Nacht. Was durch Sünden war entweihet, wird durch deinen Glanz erneuet; du vertreibst der Sünde Macht. 3. Du lehrst uns die Wahrheit sehen, und des Friedens Wege gehen, lehrest uns das Gute thun. Herzen, die das Böse wählen, fliehest du; doch frommen Seelen öffnet sich dein Gnadenbrunn. 4. Haben wir dein Licht gefunden, dann ist schnell die Nacht verschwun ben; es erscheint uns alles neu, Freude wohnet nun im Herzen, und von allen Sündenschmerzen fühlt sich das Gewissen frei. 5. War Heiligung. 126 5. War das Herz von Sorgen trübe: vor dem Glanze deiner Liebe weicht der Sorgen Heer zurück. Nicht wie Feuer, das verzehret; wie die Sonne, die uns nähret, strahlet deines Lichtes Blick. 6. Die der Tugend Weg verloren, die Verirreten, die Thoren bringst du auf den rechten Pfad. Schwachen giebst du neue Stärke, Lust zu jedem guten Werke, Mut zur allerschwersten That. 7. Du, der Unberatnen Führer, du, der Wankenden Regierer, leit' auch uns an deiner Hand. Hilf das Eitle uns verachten, und mit heißer Sehnsucht trachten nach dem ew'gen Vaterland. 8. Christi Jüngern, den verzagten, halfst du siegen und sie brachten selbst das Leben für ihn dar. Laß uns nicht vergeblich flehen; hilf auch uns im Glauben stehen und der ganzen Christenschar. 2. Geist der Liebe, sente dich tief hinab in unsre Seelen! Wer von Gottes Liebe wich, muß den rechten Weg verfehlen. Und wir sind, nicht mehr, nicht minder, eines großen Vaters Kinder. ( 287.) Mel. Aus meines Herzens zc. 288. Wo Gottes Geist regieret, da ist des Segens Land; wo er die Menschen führet, da wird Gott recht erkannt. Du, Geist des Herrn, giebst Licht, schaffst Ruhe für die Seelen. Zum Führer dich erwählen, ist Weisheit, Ruhm und Pflicht. 3. Geist der Andacht, mach' uns frei von der Erde engen Schranken! Die befreite Seele sei voll von himmlischen Gedanken. Hier in heil'ger Sabbathstille heil'ge dir sich unser Wille. 2. Du gehst auf ihren Wegen den Menschen liebreich nach; versprichst dem Frommen Segen, drohst Sündern Qual und Schmach; zeigst allen ernstlich an, daß sie das Beben hassen, sobald sie den verlassen, der sie erretten kann. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 4. Uns treu zu Gott zu führen, bist immer du bemüht. Du prüfeſt 286. Geist der Wahrheit, laß Herz und Nieren, auch wo kein dein Licht unsern blöden Geist durchdringen! Wenn sein Strahl die Nacht durchbricht, wird es deinem Wort gelingen! Sünd' und Wahn hält uns gefangen; laß zur Wahrheit uns gelangen. Mensch uns sieht. Du lenkest unsern Sinn, enthüllst der Bosheit Tiefen, weckst Sünder, die noch schliefen, führst sie zu Jesu hin. 3. Du giebst uns Heil und Frieden, und Himmelsseligkeit, wenn wir nur nicht ermüden, zu thun, was Gott gebeut. Dein strafendes Gericht sucht Schlummernde zu wecken; du reißest alle Decken dem Heuchler vom Gesicht. 5. Du willst in unsern Leiden ein Geist des Trostes sein, erfüllst das Herz mit Freuden, lehrst uns den Unmut scheun. Und kann des Beters Mund kaum noch zum Vater lallen, so muß dein Wort erschallen: Gott hält des Segens Bund. 6. Geist der Huld und Liebe, o Geist der Heiligkeit, sent' in mich edle Triebe, gieb mir Zufriedenheit; verlaß mich nicht im Schmerz, und stärke mein Bestreben, im Glück dir ganz zu leben; geweiht sei dir mein Herz! Mel. Sendung Mel. Komm, heiliger Geist, Herre zc. des Geistes. 127 ren, Geist Gottes, wohn' in mir; der du, da ich geboren, mich neu geboren dir; o hochgelobter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 289. Kor Lomm über uns, du heil'ger Geist! du Behrer, der zu Christo weist! ihn lehr' uns kennen, ihn verlangen, der du vom Vater ausEr hat durch seines gegangen. Todes Kraft Heil und Vergebung uns verschafft; du knüpfst uns fest mit ihm zusammen. Ist Gott für uns, wer will verdammen? Hallelujah! Hallelujah! 2. Mach' selber dir mein Herz bereit, und schmück' es aus mit Heiligkeit! dein Friede wohne stets darinnen; bewahr' und stärke Herz und Sinnen! Laß uns, von Missethaten rein, des großen Gottes Tempel sein, zu seines Namens Ruhm erbauet, auf den huldvoll er niederschauet. Hallelujah! Hallelujah! 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten 3. Geist, der die Seel' in Ruhe wird erhöret und macht uns segensstellt, gieb uns den Frieden, nicht, voll; es steiget himmelan, es steigt der Welt, nein, jenen hohen, sel'gen Frieden, den Gottes Ratschluß uns beschieden, den Christi Hingang uns gebracht; der ist es, der uns freudig macht, ob auch die Welt und Hölle toben, doch Gott im Himmel hoch zu loben. Hallelujah! Hallelujah! hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns helfen will und kann. 4. Lehr' uns die rechte Sterbekunst! O Tröster! mach' durch deine Gunst uns fest in jenem teuren Worte, daß Christus sei die Lebenspforte! Halt' uns im wahren Glauben fest, bis unser Geist die Welt verläßt! Im letzten Kampf lehr uns wohl ringen, und durch den Tod ins Leben dringen. Hallelujah! Halleluhjah! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ach, heil'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste die Ehr' und Dienste leiſte, die ich dir schuldig bin! 3. Ich glich den wilden Reben; durch dich genieß auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was der Vater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werke Frucht. 5. Du bist ein Geist der Freuden, und Trauern liebst du nicht; ſo leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Ach, nimm dich meiner an! Du hast in deinem Worte mir ſelbst die enge Pforte des Lebens aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Einigkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Haß und Neid und Streit. Laß uns die Rache fliehn, und ihre Glut verdammen; von deiner Liebe Flammen laß aller Herzen glühn. 7. Du hast in deinen Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so schmücke jeden Stand, das Mel. Aus meines Herzens 2c, 290. Beuch ein zu deinen Tho- Alter, wie die Jugend mit Gottesfurcht is Heiligung.s 128 furcht und Tugend; gieb Fried' im ganzen Land! 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier; aus dir, Quell ew'ger Güter, ström' Segen für und für. Gieb Kräfte unserm Geist, das Gute nur zu lieben und standhaft auszuüben, wie Gottes Wort uns heißt. 9. Richt' unser ganzes Leben nach beinem heil'gen Sinn. Und sollen wir es geben in Todesstaub dahin: so hilf uns kräftig aus; laß uns mit Freuden sterben, und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus. Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 291. Geist Gottes! wer kann dich verstehen? Wem leuchtet dein durchdringend Licht? Wer strebt zu deiner Weisheit Höhen? Wer sich schon weise dünket, nicht! Du bist ein Licht; doch nur den Blinden. Wer bei sich selbst noch Rat kann finden, dem ist bei dir kein Trost bereit. Nur dem bist du des Lebens Quelle, der, an des Unterganges Schwelle, in sich verzagt, um Hülfe schreit. 2. Da wirkest du, und schmelzest Herzen, in Sünden tot, wie Felsen hart. Du weckest selig bange Schmerzen, die Traurigkeit der edlen Art. Es reget sich ein banges Sehnen; im stillen fließen bittre Thränen, die Beugen wehmutsvoller Reu'. Du zeigst durch göttliche Gerichte dem Frebler in dem hellsten Lichte, was Gott, Gesetz und Sünde fei. 3. Wenn Seelen, so mit Not beladen, nur sehnlich um Errettung flehn, enthüllet sich der Thron der Gnaden; du läsfest sie den Mittler sehn. Dann wandelt sich das bange Sehnen in einen Strom von Freudenthränen, und Trauernacht in tröstend Licht. Der Schuldbrief zeigt sich dann zerrissen; es schweigt das richtende Gewissen, da Jesu Tod jetzt stärker spricht. 4. So wie der Born der reinsten Liebe in dir geweihten Seelen quillt, so opfern dir sich alle Triebe, die deine Gotteskraft erfüllt. Auf dem Altare reiner Herzen, da brennen dir, da leuchten Kerzen, die deine heil'ge Glut entflammt. Dein Odem soll ihr Leuchten mehren, und alle fremde Glut verzehren, die nicht aus diesem Ursprung stammt. 5. Dein Lieben weiß von keinem Wählen unlauterer Parteilichkeit, womit sich Erdensöhne quälen; dein Lieben ist Gerechtigkeit; du weißt aus allem Sektenwesen, was Wahrheit sucht, herauszulesen, und zählst es deiner Herde zu. Wer nur bereit ist, dich zu hören, den bist du willig zu bekehren; wer dich nur sucht, den findest du. 6. O, möcht' ich all'zeit deine Lehren, wenn deine Salbung in mir spricht, mit treuem Jüngerherzen hören, daß nie mich blend' ein täuschend Licht! Ja, möchten meine Geistesaugen mit sicherm Blick zu sehen taugen die Wahrheit und den falschen Schein! Und möcht' ich, fern von stolzen Höhen, doch stets im Thal der Demut gehen, an deine Sucht gewöhnet sein. 7. Ja, du allein, du Geist der Wahrheit, machst meinen Pilgerschritt gewiß, und leitest stärkend mich zur Klarheit durch unbekannte Finsternis. Du bist der Beistand meines Lebens, dir ruf' ich, irrend, nie vergebens, wenn je mein Fuß den Pfad verliert. Dein Trost ist's, der die Schwachheit stüßet; dein Wort Sendung des Geistes. Wort die Kraft, die mich beschüßet; du selber bist es, der mich führt. 8. So wie ein Bach in sanften Güssen allmählich seinem Thal entweicht und bald vereint mit großen Flüssen, nun unbekannt ins Weltmeer schleicht: so sanft, so still und unbemerket, durch unsichtbare Kraft gestärket, fließt meines Lebens Stunde hin, hin in das Meer der Ewigkeiten, wo ich bei tausend Seligkeiten in deinem Licht vollendet bin. Mel. Werde munter, mein 2c. 292. Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst! stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög' ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Benke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich das Rechte wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heil'ge du des Herzens Triebe, Herr, zu einer festen Treu', daß mir Gottes Vaterliebe über alles wichtig sei. Gottes Namen zu erhöhn, und in seiner Huld zu stehn, Gottes Willen zu vollbringen, kann mir nur durch dich gelingen. 4. Stärke du mich, wenn zur Sünde mein Gemüt versuchet wird; hilf, daß ich die Rückkehr finde, wenn mein Fuß im dunkeln irrt. Und verstocket sich mein Herz, o, dann wecke Reu' und Schmerz, daß ich mich in Demut beuge, und den Sinn zur Beßrung neige. 129 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten, im Vertraun auf Jesu Christ. Auf den Mittler laß mich schaun, und auf ihn die Hoffnung baun, Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden deines Trostes Kraft empfinden. Mel. Warum sollt' ich mich 2c. 293. Höchster Tröster, komm hernieder! Geist des Herrn, sei nicht fern; stärke Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten; steh' uns bei, und verleih', daß wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; treib' uns an, froh die Bahn, die du zeigst, zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüze; steh' uns bei; mach' uns treu in der Prüfungshize. Und wenn Gott uns nach dem Leide erben heißt, bring' den Geist in des Himmels Freude. 9 Mel. Heiligung. Die Kirche Jesu. 130 Gottes Mel. Aus der Tiefe rufe ich zc. 294. Triumphiere, Stadt, die sein Sohn erbauet hat! Kirche Jesu, freue dich! Der im Himmel schüßet dich. 2. Deine Feinde wüten zwar; Mel. Christus, der ist mein Leben zc. zittre nicht, du kleine Schar! Denn 296. Ach, bleib' mit deiner der Herr der Herrlichkeit machet deine Grenze weit. Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des Feindes Macht und List! 3. Nimmt der Völker Toben zu: laß sie wüten, leide du! Leide mit Geduld und Mut! Blute! Fruchtbar ist dein Blut! Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. 295. Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes sitt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christentum. Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht's, wenn Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, und den Gesalbten, seinen Sohn, nicht wollen christlich ehren; dein teures Gotteswort, dein Kreuz, Herr unser Hort, ist ihrem Dünkel Spott. Doch sind sie Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was kann uns denn erschrecken? 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be2. Ach, bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns an jedem Orte sei Trost und Heil beschert! 3. Ach, bleib' mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach, bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Wollen und Vermögen sich reichlich in uns mehr'! 5. Ach, bleib' mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trute, noch fäll' die böse Welt! 6. Ach, bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe; hilf uns aus aller Not! 3. Der Fevler mag die schmähn; uns kann er sie nicht 297. Erhalt' uns, Herr, bei rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. deinem Wort, und steur' der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, mit aller Kraft zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm' dein' arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, uns einen Sinn; nimm alle Zwietracht von uns hin; sei mit uns in der letzten Not Die Kirche Jeſu. 131 Not; führ' uns ins Leben durch die dir noch widerstehen! Nichts den Tod. müsse, Herr, dein Lebenswort, nichts dessen Lauf verhindern! Erhalt' es weiter fort und fort bei uns und unsern Kindern! 4. Sie sinnen auf ein Frevelstück; treib' ihre Tücke, Herr, zurück. Und wenn du uns von ihr befreist, gieb ihnen einen bessern Geist. 5. Laß alle Welt erkennen doch, du, unser Herr Gott, lebest noch, und stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 6. Verleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Herr Gott, alleine. 7. Gieb unsrer Landesherrschaft und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 2. Auf Felsengrund erbauet, ward sie zu Gottes Stadt erhöht, sie, die nur ihm vertrauet, und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen flammet umher der Wahrheit Licht; und wer es fühlt, verdammet die Nacht, durch die es bricht; der Mel. Was mein Gott will 2c. 298. Herr, dir sei Preis und Mensch, dem Wahn entriſsen, erleuchtet hier sein Herz, beruhigt ſein Gewissen, und strebet himmelwärts. Dank gebracht, daß wir zur Wahrheit kommen, daß deines Wortes Licht die Nacht und Blindheit weggenommen. Wir wissen: wer auf Christum traut, erlanget Heil und Leben; wer glaubend auf den Heiland schaut, dem wird die Schuld vergeben. 2. Dies lehret uns, o Herr, dein Mund, wobei wir fest verbleiben; uns soll von diesem Felsengrund kein Engel selbst vertreiben. Es werde deine Gütigkeit, die uns zum Heil gewiesen, Herr, unser Gott, zu jeder Zeit durch unsern Dank gepriesen. Mel. Nun lobe meine Seele zc. 299. Frohlockt zu Gottes Ruhme! fest stehet die geweihte Stadt, die ihm zum Heiligtume des Menschen Sohn erbauet hat. Erfüllt von hoher Klarheit, freut sie sich ihres Herrn. Er wohnt mit seiner Wahrheit in ihren Tempeln gern. Oft, wie von Meereswogen, ward sie bestürmt vom Krieg. Umsonst; die Feinde zogen vorbei und ohne Sieg. Zeuch durch dein Gnadenwort an dich, die noch den Irrweg gehen; steur' allen Frevlern kräftiglich, 3. Hier wohnen Trösterinnen, die Lehren, welche Gott uns gab; wenn Thränen uns entrinnen, so trocknen sie die Thränen ab. Sie zeigen unsern Tritten des Rechtes sichre Bahn; sie führen uns zu Bitten, die Gott gefallen, an; sie zeigen auf dem Throne uns unsern Herrn, den Sohn; am Ziel die ew'ge Krone, der treuen Kämpfer Lohn. 4. Die Krone der Belohnung gewinnt der Bürger dieser Stadt, der hier sich seine Wohnung erwählt, der hier gestritten hat. Errettet vom Verderben, eilt er in hoher Ruh', und freudig selbst im Sterben, dem Vaterlande zu. Dort wird er 9* zil Heiligung. 132 zu den Frommen, die schon des Lohns sich freun, vom Vater aufgenommen, vollkommen selig sein. 5. Frohlocke, Kirche, singe, erhebe deines Königs Ruhm! Breit' aus sein Reich, und bringe die Sünder all' ins Heiligtum; daß sie gereinigt werden, daß sie, von dir erhellt, ihn lieben und auf Erden gern thun, was ihm gefällt; bis alles Volk erneuert und in dein Licht verklärt, ein Fest des Friedens feiert, der ewig, ewig währt. 2. Stolz fragen sie, warum doch wir auf Jesu Wort uns gründen? obs auch gewiß sei, daß wir hier den Weg zum Leben finden? Möchten sie's doch sehn, und es ganz verstehn, was für Weisheit ist im Worte Jeſu Christ, und welche Gottesstärke! 6. Auch wir, dein Volk, dein Eigentum, sind deiner Wahrheit Zeugen. Dein Wort schafft auch uns Sünder um; wie könnten wir's Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. verschweigen! Unsre Hoffnung ist fest auf Jesum Christ. Gott, verjöhnt mit dir, empfinden täglich wir des Glaubens Kraft und Wahrheit. 300. Der Spötter Heere rüsten sich, dein Zion zu zerstören. Sie spotten unser, die wir dich und deine Wahrheit ehren. Bitter ist ihr Spott. Ach, wann werden, Gott, die dein Wort so schmähn, das sie doch nicht verstehn, zu dir sich endlich sammeln? 3. O, schmeckt und seht die Freundlichkeit des unsichtbaren Gottes! Ergreift mit uns die Seligkeit und schämt euch eures Spottes! Sehet, wie er liebt, und wie er vergiebt; wie er Besserung, den Weg der Heiligung, die rohsten Sünder lehret. Herr, dein Sohn, wird bald die Garben sammeln. 4. Dies zeugten jene Zeugen, Gott, voll Mut in Schmach und Banden; bezeugten es durch ihren Tod, was sie gewiß empfanden. Saat, die du gesät! Reif und fruchtbar steht längst die Ernte schon. Der Ernte n= 5. Wer rüstete mit Heldenmut euch wider eure Leiden? Wer lohnt euch nun für euer Blut mit nennbaren Freuden? Ihr habt Gott vertraut; nun steht ihr und schaut auf dem Thron im Licht den Gott von Angesicht, der durch sein Wort euch lehrte. 7. Durch eures Wandels Heiligkeit ehrt, Christen, diesen Glauben! Kein Spott kann euch die Seligkeit, kann euern Trost euch rauben. Durch des Wortes Kraft werdet tugendhaft! Und dann lacht der Welt, die euch für Thoren hält. Gott wird es sehn, und richten! 46 8. Wenn so der Spötter euer Licht ehrwürdig leuchten siehet, erfülle Scham sein Angesicht, daß er die Wahrheit fliehet. Deines Wortes Glanz, Gott, erleucht' thn ganz. Sehnsucht, fromm zu sein, und deiner sich zu freun, erfülle seine Seele. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 301. Hülfe kann dein Arm bes reiten, Gott, am Tage der Gefahr; aus der Nacht zum Lichte leiten der Bekenner tapfre Schar. Aus dem Dunkel schaffst du Klarheit, ziehst hervor aus Wahn die Wahrheit, und der Väter Thränenblick gründet oft der Kinder Glück. 2. Ewig weise, ewig milde walteſt du, Die Kirche Jesu. 133 du, Allmächtiger; deckest, wie mit Ketten; selbst gebunden, ist sie frei; einem Schilde, die Gerechten um dich her, die mit festgeschlossnem Mute für das Wahre, für das Gute treu im heißen Kampfe stehn, und auf dich voll Hoffnung sehn. und von Fesseln sie zu retten, eilt ein Stärkerer herbei; der hat nichts mit euern Waffen, Feuer oder Schwert zu schaffen. Wahrheit siegt durch innre Kraft; Gott ist's, der ihr Sieg verschafft. 3. Seit der Vorzeit grauen Jahren ist es herrlich oft erprobt; in den schrecklichsten Gefahren, wenn der Bösen Rotte tobt; in den grauenvollsten Stürmen kannst du Recht und Wahrheit schirmen. Frevler, 6. Ja, du hilfft der Wahrheit siegen, mag des Frevlers Macht und List, mag die Thorheit sie bekriegen, weil du selbst die Wahrheit biſt. Ihre Kraft wird fest bestehen, ihr Licht kann nicht untergehen; imeure Macht ist Spott. Eine feſte merfort hat deine Macht sie im Burg ist Gott. schwersten Kampf bewacht. 4. Stirbt die Wahrheit in den Flammen? Sinkt sie unter in der Flut? O, ihr könnt den nur verdammen, der die Wahrheit liebt und thut! Aber wird sein Blut euch nüßen? Vor der Wahrheit Macht 7. Auf denn! Huldiget dem Wahren, huldiget dem Guten gern; in den drohendsten Gefahren ist des Schüßzers Arm nicht fern. Liebt, Gerechte, treu hienieden Gottes entehrt, herrlicher nur sich verklärt? 5. Droht der Wahrheit nur mit ganz erhellt! in der bessern Welt ihre Sonne Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 302. Lobsinget! Gottes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Lobsingt! sein heilig Wort entriß uns manches Irrtums Finsternis. Am Reformationsfeste. 5. Bagt nicht, weil seines Wortes Licht nicht schon durch alle Nebel bricht, daß Spötter seine Wahrheit schmähn; die Lehre Jesu wird bestehn. 6. Seht Gottes Sonne; sie erhellt nicht auf einmal die ganze Welt. Laßt, Christen, unſers Lichts uns freun, und Gott durch Thaten dankbar sein. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, viel Christenlehrer sahen's nicht. In harte Sklaverei versank der Christen Volk durch Glaubenszwang. 7. Lobsingt, dem 3. Doch Gott stand seiner Kirche und freut, ihr Christen, euch der bei; da wurden die Gewissen frei; da schwand des Aberglaubens Wahn; das hat, das hat der Herr gethan! 4. Bewahrt sein Wort! Verträglichkeit und Wahrheitslieb' und Ewigkeit! Da wird kein Zwist, da wird allein ein Hirt und eine Herde sein. oil and gr Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Tugend sei der Kirche Zier; so fie- 303. Lobfingt in ſeinem Heiligget sie; Gott ist mit ihr! tum dem Herrn, durch den wir leben! Heiligung. 134 leben! Er hat zu seines Namens Ruhm der Welt sein Wort gegeben. Sein Wort, das klug und weise macht, hat unser Gott ans Licht gebracht, und wunderbar erhalten. 2. Es war mit Unverstand und Nacht der Erdkreis ganz bedecket, und Gottes Stimme ward veracht't, die doch zur Buße wecket. Des Höchsten Reich war unbekannt; was List und Eigennuß erfand, das hieß der Weg zum Leben. 3. Die Heil'gen Gottes seufzten laut: Wann wird er sich erbarmen? Wann kommt der Held, der Zion baut? Wann rettet er die Armen? Erlöser, komm; denn es ist Zeit, dein Evangelium entweiht, dein Sakrament zerrissen! 4. Der Herr erschien, und gab sein Wort durch seine Knecht' uns wieder. Die Wahrheit drang die Lüge fort, und schlug den Irrtum nieder. Der Weg des Heils ward aufgedeckt; ein Wunder unsern Augen! 5. Des Höchsten Wort vergehet nicht, mag es die Welt auch hassen; der Gott des Lichtes kann sein Licht bald wieder scheinen lassen. Ein Werkzeug, das die Welt verlacht, kann schnell des Aberglaubens Macht, wenn Gott gebeut, zerstören. 6. Dank dir, der du dein Volk erkauft, bas uns dein Wort erfreuet! Du hast das Unkraut ausgerauft und mächtig uns befreiet. Dein Evangelium erquickt die Herzen, die ihr Elend drückt; schenkt Sündern Gnad' und Leben. 7. Es ist das Licht in Finsternis, giebt Rat und Trost im Leiden; es macht des Frommen Gang gewiß und segnet ihn mit Freuden. Bewahr' uns, Herr, mit mächt'ger Hand dein Wort, das Glück für unser Land, den Reichtum unsrer Seelen. 8. Der Menschen größte Weisheit sei, Herr, dies dein Wort recht ehren, und sich zu dir, von Lüsten frei, aus Herzensgrund bekehren! Wer frech sich wider dich empört, soll nie, was uns dein Zeugnis lehrt, soll nie dein Wort uns rauben. 9. Dein Evangelium behält den Sieg und lehrt uns siegen; denn deine Rechte, Herr der Welt, läßt Dein Geist es nicht unterliegen. schreib' es in unsern Geist! Dann sagt sein Beugnis uns, du seist durch Christum unser Vater. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 304. Sehr groß, Herr, ist die Huld, die du an uns bewiesen! sei dafür inniglich gelobet und gepriedaß es je mehr und mehr, die schönsten Früchte bring' zu deines Namens Ehr'! 2. Im Glanze deines Lichts lak uns hienieden wallen, zu unserm wahren Heil und dir zum Wohlgefallen. Breit' deine Lehre aus, schüß' deine Christenheit, und führ' uns allesamt zum Licht der Ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer 2c. 305. Vernimm, Herr, unser Flehn! dein Volk sinkt betend nieder. Entflamm' in uns den Sinn der frommen Borwelt wieder. Für Andacht, Pflicht und Recht laß deine Christen glühn, und schnöde Sinnenlust und Trug und Laster fliehn. 2. Die Verbesserung der Kirche. 2. Die Höhern wecke du, daß in dem Erdenthale des Beispiels Sonnenlicht durch sie den Niedern strahle! Der Eintracht Brudersinn, der Liebe festes Band, ein Glaube, Gott, an dich, umschlinge Meer und Land! 3. So müsse dein Geschlecht zu höhrer Würde reifen, uns immer mächtiger, o Herr, dein Geift ergreifen, dies Fest noch fromm und frei der Enkel Chor erneun! wir stimmen dann verklärt in ihre Jubel ein. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 306. Komm, tomm, du Licht in Gottes Pracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck' auf, was schläft in dunkler Haft, zünd' an der rechten Andacht Kraft, uns heil'gen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig! 135 11 Schein: ,, Steh' auf! du sollst mein Rüstzeug sein; dich ruft des Reiches König!" Da schallt's:„ die Wahrheit macht euch frei, die Nacht ist hin, der Tag herbei und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ew'ger! treu im Halten nnd im Walten überschwenglich, Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsternis; die Erde bebt', der Vorhang riß; da siegt' das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron; die Kirche steht geborgen. Jesus Christus gestern, heute, und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut' auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen ben fest, die heilige Gemeine, die läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glaukämpfend noch hienieden geht, die triumphierend droben steht; es ist ja doch nur eine! Ein Wort, ein Hort! Jauchzt, Verklärte, jauchz' o Erde, seinem Namen: Heilig! heilig! heilig! Amen! der 2. O, seht! in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht; ihr Hoffen ist geschehen. Viel Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Könige, Propheten viel sahn har- 307. Ein neues Lied singt Gott, rend auf nach solchem Ziel, und haben's nicht gesehen. Selig, selig, wer da fiehet, was entglühet Gottes Strahle, Himmelslicht im finstern Thale! dem Herrn, und rühret Zions Saiten! Wohlauf! begrüßt den Morgenstern, da Nacht und Tag sich scheiden. Er geht den frommen Herzen auf; er wandelt leuchtend seinen Bauf; begrüßet ihn mit Freuden. 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar; in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. ,, Wo bleibst du, Licht von Anbeginn? Ach, Hüter! ist die Nacht bald hin? Bald da des Aufgangs Stunde?" Singet, bringet Morgenlieder unserm Hüter! Er schläft nimmer! herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zum Auserkornen dringt der 2. Er ist das rechte Gotteswort, vom Himmel uns gegeben; ein Quell, der quillet fort und fort, und fließt ins ew'ge Leben. Und nimmer dürstet, wer ihn trinkt, und wer ihn trank, viel Früchte bringt, gleich edlen Weinstocksreben. 3. Das Wort von Gott ist wahr und Loue Heiligung. 136 und rein; kein Mensch hat es erfunden. Frei zieht es in die Seelen ein; kein Mensch hat es gebunden. Und ob der Feind viel Unkraut sät: der Wächter wachet früh und spät, bis zu der Ernte Stunden. 4. Was wagst du, Welt der Finsternis, dich wider Gott zu sträuben? Die Männer Gottes stehn gewiß; das Reich muß uns doch bleiben. Es bleibt und steht, wenn alles wankt; dir, Herr der Herren, sei's gedankt von allen, die da glauben! 5. Führ' deine Herd' auf rechter Bahn, daß nimmer sie verderbe. Zünd' Glauben, Lieb' und Hoffnung an, daß Christi Sinn nicht sterbe. Wir folgen dir, wir traun auf dich; hilf deinem Volke väterlich, und segne, Herr, dein Erbe! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 308. Vor dir, Herr, denken wir erfreut an unsrer Väter Glauben! Der Feind erhob sich kühn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben; sie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger, durch dich; sie kämpften, und sie siegten. 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang' war's in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen; sie brachten's wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht; sie fangen heldenmütig: Eigne Melodie. 3. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt', böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint; groß' Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollt'n uns gar berschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr; es muß uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't; ein Wörtlein kann ihn fällen. 6. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin, fie haben's kein Gewinn; das Reich Gott's muß uns bleiben. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 7. So sangen sie, und weit erschollen ihre Lieder: die Völker fehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh; es wich die düstre Nacht; das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahrheit siegt! Gott war mit ihren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf, die ihr sie erkennt, und dankbar sie verehrt, auf, haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig wert! Insied nonframe Mel. Wort Gottes. 137 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 2. Drum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine Knechte; 309. Dein Wort, o Höchster, ist sie machten in der Welt bekannt dein Heil und deine Rechte. Zulegt ist selbst dein ein'ger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrtums Finsternis; erfüllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie du denen Gutes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht. 4. Gott, dies dein teures Wort ist besser, und mehr der Sehnsucht wert, als Geld; sein Wert ist köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Bust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt. Laß folgsam mich auf alles achten, was dein Befehl von mir begehrt. So fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 310. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen und verstehn es nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 3. Für solches Heil sei, Herr, ge= preist! laß uns dabei verbleiben, und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben; daß wir's annehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende; denn du bist ein gerechter Gott, und strafft gewiß am Ende. Erweck' uns durch der Wahrheit Kraft; und was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein, nein, auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist Gottes! mache selbst uns gleich schon hier dem guten Lande, daß wir, an Tugendfrüchten reich, in unserm Amt und Stande stets Gutes üben in Geduld: bewahren deine Lehr' und Huld in einem frommen Herzen. 7. Laß uns, so lang' wir leben hier, den Weg der Sünder meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, im Wohlstand, wie im Leiden. Rott' aus die Dornen allzumal: hilf uns die Welthorg' überall und böse Lüste dämpfen. Hotlust 8. Dein Wort erhalt uns klar und rein, und laß es unsern Füßen ein Licht auf unsern Wegen sein; hilf, Heiligung. 138 hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod darauf beständig trauen. 9. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! O heil' ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Lieb', Hoffnung, Trost und Glauben. Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 311. Des Wahns und Irrtums Finsternissen wird, o du Geist des Lichts, wer Licht begehrt, durch deine Wahrheit nur entrissen, die uns den Weg des Heils und Friedens Iehrt. Getäuſcht von Selbstbetrug und Thorheit irrt, wer nicht von deinem Strahl erleuchtet wird. 3. Dank dir, o Geist, und Preis und Ehre! Du, du hast uns des Himmels Licht gewährt. Durch Jesu Wort, der Wahrheit Lehre, wird unserm Geist das Dunkel auf geklärt. So lernen wir durch deinen Glanz, wie blind, wie schwach, wie thöricht und verderbt wir sind. beben. Doch sollen wir darum verzagen? Nein! Du zeigst uns auch den Weg zum Leben, und lehrest uns: Gott will so gern verzeihn. Du führst zu Jesu Christ, der uns versöhnt, und uns mit Sieg und Heil und Gnade krönt. 6. Auch schauen wir in deinem Lichte der Frömmigkeit und Tugend hohen Wert, und alle Frommen im Gerichte von Gottes Huld begnadigt und verklärt, und ihre Leiden in der Prüfungszeit, wie nichts, in jenes Lebens Herrlichkeit. 2. Zur wahren Weisheit oft zu träge, erkennet er nicht sich, noch seine Pflicht, nicht seinen Gott, noch seine Wege, und selbst sein tiefes 312. Soll dein verderbtes Herz Mel. O Gott, du frommer 2c. innres Elend nicht; vergißt in eitler Ruh' und Sicherheit Tod, Rechenschaft, Gericht und Ewigkeit. versäume nicht, das Wort des Herrn zur Heiligung genesen, Christ, so zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rat der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 4. Du zeigst uns Gott in seiner Größe, in seiner Heiligkeit und Vaterhuld; zeigst uns sein Recht, des Menschen Blöße und unsers Ungehorsams große Schuld, das Elend unsrer trägen Sicherheit, Tod, Rechenschaft, Gericht und Ewigkeit. 5. Das sehen wir durch dich, und 7. Geist Gottes, laß, zu deiner Ehre und unserm Heil, dein Licht uns alle sehn, und das Geschenk der besten Lehre nicht undankbar, nicht höhnend stolz verschmähn! Gieb, daß wir redlich thun, was du uns lehrst, bis du bei Gott uns dermaleinst verklärst. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott gerufen hätte; merk' auf, als wenn er selbst zu dir vom Himmel red'te! so lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: D Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rat empfindungsvoll verstehn; die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze sehn. 4. Fr, Wort Gottes. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch; lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und sie von Herzen liebt. 5. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmut, das Gute zu vollziehn. 1 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam biſt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch; wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wiß begehrt.onlo 8. Ja, laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind: doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Geist dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 139 auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 9. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott! 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Den ew'gen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär mir dies Bicht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben Vater sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! ( 314.) Mel. Liebe, die du mich zum zc. 315. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, was zu Gott mich führen kann. Mel. Ach Gott und Herr 2c. 2. Du, mein Leitstern hier auf Erden, sollst allein mein Führer 313. Gott ist mein Hort, und sein! Durch dich soll ich weise werden; Heiligung. 140 den; ohne dich folg' ich dem Schein, der den Wandrer leicht verwirrt, und in das Verderben führt. 3. Geist der Wahrheit, der im Worte Licht und Wahrheit mir entdeckt, öffne mir des Lebens Pforte, daß mein Geist, durch dich erweckt, frei von allem Menschentand, folg' in Einfalt deiner Hand! 4. Was ich lese, laß mich merken; was ich höre, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß dabei es nicht beruhn; schaff' auch, daß, von Sünde frei, Sinn und That ihm ähnlich sei! Mel. O Gott, du frommer 2c. 316. Gelobet feist du, Gott, für deines Sohnes Lehre! Gieb, daß ich sie auch gern mit Fleiß und Andacht höre. Ja, mache selbst mein Herz von Vorurteilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, als wahres Heil erwählen. O, Höchster, leite selbst den forschenden Verstand; so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr; laß mich's von Herzen glauben, und mir nicht seinen Trost durch unge: horsam rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem giebt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Gieb deinen Geist ins Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewahrt und übt. Mel. Nun lobe meine Seele zc. 317. Ich weiß, an wen ich gläube. Mein Jesus ist des Glaubens Grund, bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Was kann die Weisheit sagen, die heute steht und fällt? Wer Fleisch und Blut will fragen, verliert sich in die Welt. Ich folg' in Glaubenslehren, Herr, deinem Wort allein; was dieses mich läßt hören, das muß untrüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glauben. Berführung trachtet Nacht und Tag, wie sie das Kleinod rauben, und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so kann ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wird's selig um mich stehn. Ach! segne mein Vertrauen, und bleib' mit mir vereint; so laß ich mir nicht grauen, und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben. Und wenn Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben sein. Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und dann das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit; so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 318. Erhalt uns, Herr, dein reines Wort; gieb Fried' und Ruh' im Lande; gieb Glück und Segen immerfort, und Heil in jedem Stande! Dein Wort ist unsre Freud' und Lust; es flößet Ruh' in unsre Brust; ist mehr, als alle Schätze. 2. Dein Wort ist unsrer Füße Licht auf deinem Himmelswege; drum fehlet unsre Seele nicht, und findet deine Stege. Es ist ein Trost in Not Wort Gottes. Not und Tod, wir wären sonst in tausend Not längst ohne dich vergangen. 3. Beschirm' des Landes Obrigkeit, und laß ihr Werk gedeihen; so können wir uns allezeit in ihrem Schuß erfreuen. Gott, unser Heil, verlaß uns nicht, und laß des Herzens Zuversicht niemals zu Schanden werden. 4. O Gott, stärk' unser aller Geist, so werden wir genesen, daß dich dann jeder ewig preist, weil du sein Trost gewesen. Wohlan, es hat die treue Brust stets ihre größte, höchste Lust, mein Gott, an deinem Rechte. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 319. Selig sind, die, Gott, dein Wort hören und zugleich bewahren! O, so laß auch immerfort dieses Heil mir widerfahren; daß es mich zum Guten stärke, und ich seinen Trost vermerke! 2. Drückst du es dem Herzen ein, wird es mir kein Irrtum rauben. Selig werd' ich hier schon sein, auch bei einem dunkeln Glauben, bis dereinst in jenem Leben hellres Licht mich wird umgeben. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 320. Herr, mein Sicht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise für den Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, deutlich daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein rich141 tig seinen Sinn verstehen; lehr' mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen dop= pelt Strafe leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Feuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit mein Erkenntnis mög' vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnisvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demut glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer deutlicher erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 321. Erhebe dankbar Gottes Ruhm, wer ihn als Chriſt verehret, daß er sein Evangelium von Jugend auf uns lehret, uns früh den Weg zur Wahrheit zeigt, früh unser Herz zum Guten neigt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Herr, durch dies Wort erkennen wir: im Himmel und auf Erden kommt alles, alles nur von dir; du hießest Welten werden. Der du des Segens Quelle bist, den fürchten wahre Weisheit ist, dir, dir gebührt die Ehre! 3. Dein 142 Heiligung. 3. Dein Wort verheißt uns deinen Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Geist, der uns zur Wahrheit leitet, ( Neue Mel.) zur Frömmigkeit uns unterweist, uns stärkt und vollbereitet. Es giebt uns Freudigkeit ins Herz, versüßet uns des Todes Schmerz, und hilft uns überwinden. 4. Sei innig, Herr, von uns gepreist, du, den wir Vater nennen! Von allem, was dein Wort verheißt, soll ewig uns nichts trennen; nicht Ruhm bei Menschen, nicht ihr Spott, Gefahr und Hoffnung, Not und Tod, nichts soll von dir uns scheiden. 5. Den Weg der Wahrheit wählen wir; wir kennen deinen Willen; gieb uns die Kraft, sie kommt von dir, ihn eifrig zu erfüllen! Erhalt' in deiner Furcht das Herz, daß es in Freuden und im Schmerz dir findlich treu verbleibe! 6. Herr, dein sind wir; verlaß uns nicht; stärk' uns in unserm Glauben. Vermehr' in uns die Zuversicht; nichts möge sie uns rauben! Getreu bist du; auch uns mach' tren, daß uns dein Wort stets heilig sei! Preis sei dir, Dank und Ehre! Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 322. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir hier auch darnach rechtschaffen leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu; gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen; so wird alles wohl gelingen. 323. Religion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen wert! Wie trostlos würd' ich oft erbeben, wenn mich des Lebens Last beschwert! Nur du erheiterst meinen Sinn, und führst mich sanft zum Ziele hin. 2. O, zeigt mir eine beßre Lehre, ihr Thoren, die ihr sie verlacht! Was ist, das so viel Trost gewähre? Was habt ihr, das so weise macht? Wo find' ich außer ihr das Licht, das durch des Lebens Dunkel bricht? 3. Sie ist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Sie ruft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut! 4. Sie treibt mein Herz, mich selbst zu richten; sie schärfet meines Geistes Blick; belehrt mich über meine Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück; sie stärket den Gewissenstrieb, und macht mir jede Tugend lieb. 5. Sie leitet mich auf allen Wegen; sie zeiget mir das höchste Gut: sie macht mir jedes Glück zum Seund giebt im Unglück frohen gen, Mut. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt ihr wahrer Trost erst an. 6. Sie schafft dem Geiste hohen Frieden, verscheucht den sorgenvollen Sinn, und reichet jedem Lebensmüden den sichern Stab der Hoffnung hin, auf den er still und fest sich lehnt, so oft er sich nach Ruhe sehnt. 7. Sie läßt mich ew'ges Dasein hoffen, verkündigt mir Unsterblichteit. Wort feit. Durch sie steht mir der Himmel offen, und mein ist seine Seligteit. O, welche Wonne für den Geist, der sich der Sündenlust entreißt! 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube; ich glaube fest und zweifle nicht. Kein Wahn, kein Witz der Spötter raube mir jemals meines Glaubens Licht. Religion erhebt mein Herz; sie adelt mich in Glück und Schmerz. 9. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann, gleich einer Sonne, vor mir ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. 324. Der Herr liebt unser Leben; zu unserm Heil hat er uns sein Gesetz gegeben; aus Liebe gab's der Herr. Wohl mir, wenn fromm und weise ich Gottes Liebe preise und ihm gehorsam bin! 2. Schon die Vernunft kann wissen, was gut und böse sei; sie richtet durchs Gewissen, verdammt und spricht uns frei, verheißt uns Ruh' und Freuden, wenn wir die Sünden meiden, und gern das Gute thun. 3. Doch Hang zu tausend Sünden verblendet unsern Geist, daß wir den Quell nicht finden, aus dem das Leben fleußt. Drum gab der Herr uns Armen aus göttlichem Erbarmen auch seines Wortes Licht. 4. Nur ihn soll ich verehren, ihn lieben, ihm vertraun, auf seine Stimme hören, auf seine Wege schaun; nicht fremden Gößen dienen; nie thöricht mich erkühnen, die Welt ihm vorzuziehn. Gottes. 143 5. Ich soll mit sanftem Herzen des Nächsten Glück erhöhn; ihm gern auch unter Schmerzen mit Trost zur Seite stehn, nicht seine Tage trüben; soll, wie mich selbſt, ihn lieben, ihn segnen und erfreun. 6. Mein ganzes Herz soll heilig, mein Sinn und Wandel rein, die Tugend mir erfreulich und Gott mein Alles sein. In meinem ganzen Leben soll ich nach dem nur streben, was ihm gefällig ist. 7. Herr stärke meine Liebe zur wahren Heiligkeit, damit ich freudig übe, was mir dein Wort gebeut. Denn nur auf deinen Wegen ist Ruhe, Heil und Segen, und Ruhm, der ewig währt. ( 325.) Mel. Nun dantet alle Gott 2c. 326. Mit Inbrunst dank' ich dir für deines Wortes Lehre, die ich als dein Geschenk, o Gott, von Herzen ehre. Sie ist's, die uns den Weg zum Heil des Himmels weist. O Herr, wie liebevoll versorgst du unsern Geist! 2. Zu deinem Lichte kann kein blödes Auge dringen. Wie oft muß hier der Mensch mit bangen Zweifeln ringen! Doch, Herr, dein göttlich Wort, der klare Unterricht, den uns dein Sohn erteilt, erſetzt, was uns gebricht. 3. Hier offenbarest du der wahren Weisheit Schäße; hier sieht mein froher Geist die Hoheit der Gesetze; hier findet jeder Stand den Weg zum höchsten Gut; hier strahlet deine Huld, die nichts, als Gutes, thut. 4. Wie kräftig ist dein Wort! Wie vielen tausend Christen verlieh es Mut und Sieg im Kampf mit bösen Lüsten, im Leiden Trost und Ruh', Heiligung. 144 Ruh', im Glück Bescheidenheit, im Alter Zuversicht, im Tode Freudigkeit! 5. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erschüttert, der 3weifler steht beschämt, des Spötters Seele zittert, und an der Seinen Gruft beruhigt sich der Christ, wenn er mit Achtsamkeit das Wort des Lebens liest. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 6. Kein andres Buch kann so, Herr, deine Güte preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch leerer Worte Schmuck wird so kein Herz erquickt, und von der eiteln Welt zu dir emporgerüdt, 328. Der Spötter Strom reißt Mel. Erhalt' uns, Herr, bei 2c. 7. Dein offenbartes Wort, o möcht' es stets mich rühren, und auf der Tugend Bahn mich durch das Leben führen, bis einst, o Herr, bei dir in deiner Herrlichkeit mich unbewölktes Licht umleuchtet und erfreut! viele fort! Erhalt' du uns bei deinem Wort: so können wir uns, Bater, dein im Leben und im Tode freun. and its 2. Ein Haufe Lästrer, unser Gott! wagt's, deinen Sohn mit wildem Spott, den Sohn, den Mittler, den zu schmähn, durch den selbst Himmel einst vergehn! 327. Du hast mir, Gott, dein Wort gegeben; von Herzen dank' ich dir dafür. Aus seinem Unterricht quillt Leben und Ruh' und ew'ger Segen mir. Kennt' ich die Lehre Jesu nicht, wie wenig hätt' ich Trost und Licht! 2. Auf ungewissem, finsterm Pfade würd' ich ein Raub des Irrtums sein, fern von der Hoffnung deiner Gnade, in dir den strengen Richter scheun. Verzweifeln würd' ich in der Not, und schrecklich wäre mir der Tod. 4. Ich kenne nun mein Los auf Erden und in der Zukunft: weiß, daß Not und Trübsal mir zum Segen werden, und meine Bande löst der Tod. Er führt den Geist zu höherm Licht, und läßt mich schaun dein Angesicht. 3. Doch diesen bangen Finsternissen des Irrtums und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Ich weiß, was du, o Höchster, bist, und was dir wohlgefällig ist. 5. O, laß mich dieser heil'gen Lehre gehorchen mit stets größrer Luft: Kein Zweifel und kein Spott zerstöre ihr Trostgefühl in meiner Brust. Der Spötter fühlt einst Reu' und Schmerz; des Himmels Ruh' erfüllt mein Herz. 3. Wer seid ihr, eurer Lüste Raub, jetzt lebender, bald toter Staub, daß ihr euch wider Gott empört, und gar noch euern Frevel lehrt? 4. Seht ihr der Zeugen Wolke nicht? Auf uns strahlt sie allmächt'ges Licht. Euch donnert sie, deckt euch das Grab, einst in den Ort der Qual hinab. 5. Denn wißt, zu kühne Sünder, wißt, daß euer Geist doch ewig ist. O, den ihr höhnt, verzeihet nicht, wie einst am Kreuz, auch im Gericht. 6. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr! schleicht jetzo nicht im finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, hebt hoch ihr tötend Haupt empor. 7. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm Taufe. Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tode fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort. 8. Ob tausend uns zur rechten Hand, zehntausend uns zur linken Hand auch fallen, stehn wir unerreicht, wie weit ihr Flammenpfeil auch fleugt! 9. Denn Jesus Christ, denn Jesus Christ, der, starb er gleich, allmächtig ist, ist unser Schuß und starke Wehr! Staub ist vor ihm der Spötter Heer! 10. Du haft von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Reich bestehn, Mel. Nun lobe meine Seele 2c. 329. Geweiht zum Christentume, sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit; uns deiner Vaterliebe durch Christum zu erfreun, und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu sein; da mit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Heils teilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 145 sich gegen dich empören soll; vielleicht ist, Herr, ihr Maß bald voll. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgesang. Mit freudigem Gemüte bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht, und uns zum Tugend11. Vielleicht, Weltrichter, haben sie, in ihrer stolzen, bangen Müh', den Taumelkelch bald ausgeleert, und ihres Mutes Kraft verzehrt. 12. Ach, kennt ihr den, den ihr verhöhnt? Auch euch, auch euch die ihr ihn haßt: Sanft ist sein hat er versöhnt! Ach, wüßtet ihr's, Joch, leicht seine Last! Joch. Erbarm', o Sohn, dich ihrer 13. Jhr tragt der Sünde schweres noch, wenn noch in ihres Todes Nacht, selbst dann erst ihre Seel' erwacht! laufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, Wort verspricht, und strafbar nie daß wir oft ermessen, was uns bein vergessen die dir gelobte Pflicht. 4. Ja, hilf du selbst uns allen, o Gott, in deinem Willen ruhn, und, dir zum Wohlgefallen, nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ teil an dem Erbe haben, das unvergänglich ist. 2. Wie viel hat deine Gnade von jeher, Gott, an uns gethan! Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an: so gabst du ( 330.) schon uns Armen am Reiche Christi Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Teil, und brachst uns aus Erbarmen ( Neue Mel.) die Bahn zu seinem Heil; du schafftest unsern Seelen früh schon Ge- 331. Ich bin getauft nach Jeſu legenheit, zu kennen und zu wählen den Weg der Seligkeit. Lehren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier und ewig dort zu freun. 2. Du hast zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; 10 es Heiligung. Bei Taufhandlungen. 146. es hat die Frucht von seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und, dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem, väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie Huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb' ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir; geheiligt sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd' aus Leicht finn breche, steh', Gott, mit deiner Kraft mir bei; und fall' ich, so verwirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) meines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets dein eigen sein! Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 332. Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigentum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Gieb, daß ich mit allem Fleiße wirklich werde, was ich heiße. 2. Gieb, daß ich mit Achtsamkeit meinen Taufbund oft betrachte, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlsein achte, daß ich deines Vaters Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibet doch zurück am Grabe. Nur ein wahres Christentum fällt nicht mit dem Pilgerstabe. Davon ist, auch nach dem Sterben, Gottes Segen zu erwerben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienste ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich, wenn dereinst ich sterbe, das verheißne Leben erbe. fohlen, dir, dessen Treu' unwandelbar. Wir bringen's, wie du selbst 333. Herr, der du keinen je befohlen, dir in der heil'gen Taufe dar. Du segnest es, Herr Jesu Christ, so wahr sie deine Stiftung ist. verließest, der sich im Glauben dir genaht, nie unerfreut ihn von dir ließest, wenn er um deine Hülfe bat; gelobt sei deine Gütigkeit, die gern erhöret und erfreut! 2. Du hattest, Heiland, voll Erbarmen an Kinderunschuld deine Lust; du würdigtest sie zu umarmen, du drücktest sie an deine Brust. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir; denn wißt, das Himmelreich ist ihr. 3. Dir sei auch dieses Kind beMel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 334. Vater, sieh', hier bringen wir dieses Kind auf unsern Armen; öffn' ihm deines Reiches Thür, und erzeig' ihm dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 2. Hirt, nimm dieses Schäflein an; Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Konfirmation. Gliede; Lehrer, zeig' ihm deine Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede! Jesu, laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 3. Geist des Lichts! den sanften Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Mel. Wie schön leuchtet der 20. Die Gemeine und die Kinder. 336. Ihr Christen, kommt und 335. Wie bist du, den kein Auge sah, uns sichtbar, Ewiger, und nah in ihm, der uns versöhnet! Im reinsten Menschenangesichtstrahlt uns der Gottheit blendend Licht gemildert und verschönet. Vater! Vater! ruft vertrauend, auf dich schauend, der Entzückte, der in Jesu dich erblickte. 2. Aus seinem dunkeln Kreuz erblüht für unser gläubiges Gemüt ein helles, warmes Leben, das von der Erde will, und kann sich hoch und höher himmelan in ew'ger Lieb' erheben. Selig! selig! Herr, von Sünden rein, empfinden die Gemüter ganz die Fülle deiner Güter. Die Gemeine. 3. O, rängen all' um diesen Preis! O, schlössen sich an unsern Kreis auch dort die jungen Seelen! Die Kinder. Gerufen machen wir uns auf, schon in der frühen Jugend Lauf ein ewig Ziel zu wählen. Die Gemeine. Heil euch! Heil euch! Auserkorne! Gottgeborne! Die Kinder. BEE Seht, wir kommen! 147 Schein deiner unbewölkten Wahrheit laß des Kindes Leitstern sein, bis es kommt zur Himmelsklarheit. Amen, in dem Bundesbade salb' es, Gott, mit Heil und Gnade! Die Gemeine. Seid mit Freuden aufgenommen! Jesu Reich, an seinem Licht und sammelt euch zu heil'ger Lust an Segen. Als noch verachtet und gering der Herr im Staub der Erde ging, wollt' er dies Reich nur pflegen. Wie ein Körnlein manche Stunde tief im Grunde liegt verborgen, schlief es bis zum Frühlingsmorgen. 2. Der Frühling kam durch Gottes Hut; da brach, getränkt mit Christi Blut, der zarte Keim nach oben. Es wuchs, es wuchs, dem Senfkorn gleich, zum hohen Baum das Gottesreich; ob auch die Stürme toben. Freut euch! Freut euch! Nicht nur pflanzen, auch umschanzen Frucht und Blüten wollte Jesus treues Hüten. 3. Noch heute grünt im sichern Schuß, dem Blizz und dem Gewürm zum Truß, der Baum in seiner Schöne. Er breitet hoch die Zweig' umher weit über Berg und Thal und Meer, und labt der Erde Söhne. Dantet, danket, ihr entzückten, hochbeglückten Nationen, die in seinem Schatten wohnen! 4. Wer zählt die Stern' am Himmel dort? So mehret sich noch fort und fort die Schar, die hier genießet. Auch du, gesegnete des Herrn, Gemeine Jesu sammelst gern die Frucht, die hier entsprießet. Lobet, lobet, auserwählte, ungezählte Gotteskinder, die ihr brecht vom Heil der Sünder! 10* 148 5. O Herr, auch heute rufest du in Gnaden unsrer Jugend zu: Herbei zum Baum des Lebens! Dem Reiche Jesu längst geweiht, sei nun das Herz in Gott erneut; mein Bund sei nicht vergebens!". Bater! Vater! Fromm und sinnig, treu und innig laß die Seelen deinem Reiche sich vermählen. Heiligung. 6. Wenn einst der Leib in Staub zerfällt, wenn dann vergeht die Luft der Welt dein Reich wirst du erneuen. Dort wechseln immer Licht und Nacht; dort grünt das Heil in schönrer Pracht; o selig die Getreuen! Jesus Christus, Herr der Freude, wie wir heute vor dir stehen, laß auch dort dein Reich uns sehen! - Gemeine. 3. Dant jei dir,& Freund des Lebens! Du hast auch ihnen nicht vergebens des Geistes finstre Nacht erhellt. Selig, wer im Lichte wandelt; wer weise denkt und edel handelt! Er geht empor zur höhern Welt. Doch wer nur Herr dich nennt, wer dein Gebot erkennt, und nicht übet, ach, Straf' und Tod ist ihm gedroht; du rufft ihm zu: Hinweg von mir! Die Kinder. 4. Nichts soll unsre Treu' er= schüttern. Wer an dich glaubt, der darf nicht zittern; dein Wort kann ihn von Furcht befrein. Ja, mit dir wird's uns gelingen, die Macht der Sünde zu bezwingen; wir werden mit dir Sieger sein. O gern geloben wir an diesem Tage dir ew'ge Treue! In Glück und Schmerz Me 1. Wachet auf! ruft uns 2c. Die Gemeine. 337. Blick auf diese jungen See- gewinnt das Herz, das dir mit Heldenmut vertraut! len; sie wollen dich zum Führer wählen, o Mittler unsrer Seligkeit! Grenzenlos ist deine Liebe; sie fühlen's, und aus heil'gem Triebe wird nun ihr Bund mit dir erneut. D, nimm sie huldreich auf, und lenke ihren Lauf durch das Leben! Wir alle flehn: O, laß sie sehn, wie herrlich du die Deinen führst! Die Gemeine. 5. Singt, o singt ihr frohen Chöre, bringt unserm Heiland Preis und Ehre! Dir, dir, o Herr, sind wir geweiht. Auch an diesen jungen Christen, die sich zum edeln Kampfe rüsten, verklärst du deine Herrlichkeit. Dein göttlich Reich besteht, wenn gleich die Welt vergeht. Wohl uns allen! O, welches Heil wird uns zu teil, wenn jeder deine Stimme hört! Die Kinder. 2. Höre das Gebet der Frommen! Sei gnädig uns! O Herr, wir fommen, wir kommen, um uns dir zu weihn. Flieht, ja flieht ihr Jugendsünden! Wer könnte Heil und Frieden finden, wer nun noch 338. Erhör', o Gott, das heiße säumte, Christ zu sein? Wir glauben, Herr, an dich, und zeugen öffentlich, daß wir glauben! Sie ist zerstreut, die Dunkelheit, die sonst auf unsern Seelen lag. Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder; denn sie sind dein, sind Christi Glieder! Gieb ihnen, Vater, Mel. Komm, heiliger Geist, Herre 2c. Konfirmation. Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt! Erfülle sie mit deinen Gaben! Mit dir laß fie Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, sich ganz nun deinem Dienste weihn, den Taufbund feierlich erneuern, und dir mit Herz und Mund beteuern, in ihrem Glauben fest zu stehn, in ihrem Thun auf dich zu sehn, im Wandel rein, und rein im Herzen, ihr Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! Heilig3. Schent' ihnen Mut und Freudigkeit! Baß des Gelübdes keit so stark, so tief ihr Herz durch dringen, daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund mit dir erneuern unsern Bund, und einst hör' unser brünstig Flehen ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! mit 149 sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! ( Dasselbe Lied für die Kinder.) Erhöre gnädig unser Flehn, die wir in Demut vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder; denn wir sind dein, sind Christi Glieder! Gieb uns, o Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt! Erfülle uns mit deinen Gaben! Mit dir laß uns Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 3. Schent', Herr, uns Mut und Freudigkeit! Laß des Gelübdes Heiligkeit so start, so tief das Herz durchdringen, daß wir dein Wollen treu vollbringen! Ja, laß uns jeßt mit Herz und Mund mit dir erneuern unsern Bund, und einsthör' unser brünstig Flehen dir in deinen Himmel gehen! Erhör' uns, Gott! Erhör uns, Gott! zu Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. Die Gemeine. 339. Kommt, Kinder, Jeju weihet euch! Geht ein in Jesu Christi Reich! Gott, Gott ist hier: erhebt den Geist zu Gott, den Erd' und Himmel preist! 2. Vergesset jest, was irdisch heißt; zu Gott erhebet Herz und Geist! Gott heil'ge euch für Jesu Reich! Gott segne euch! Gott fegne euch! Mel. Seelenbräutigam zc. Die Gemeine. 340. Auf, beschwört den Bund! Schwört mit Herz und Mund, feft im Glauben zu bestehen, Gottes Wege stets zu gehen. Weh' dem, der den Eid freventlich entweiht! 2. Haltet ihn getreu! und Gott steh' euch bei! Kommt, wir wollen euch zur feiten Hand in Hand zum Ziele schreiten! Mutig! unfre Bahn gehet himmelan! 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, uns ganz nun deinem Dienste weihn, den Taufbund feierlich erneuern, und dir mit Herz und Mund beteuern, in unserm GlauMel. Seelenbräutigam 2c. Die Gemeine. ben fest zu stehn, in unserm Thun 341. Bleibt dem Glauben treu! auf dich zu sehn, im Wandel rein und rein im Herzen, das Heil nie Schwöret nun aufs neu! Was euch Jesu Heiligung. 150 Jesu Wort gelehret, was euch Zeit und Welt verkläret, Gottes ew'ges Licht, das verlösch' euch nicht! 2. Bleibt der Liebe treu! Schwöret nun aufs neu, gern, wie Jesus, zu verschonen, Haß mit Wohlthat zu belohnen! Gottes heil'ge Glut geb' euch Kraft und Mut! 3. Bleibt der Hoffnung treu! Schwöret nun aufs neu, nach dem Himmel aufzublicken, wenn der Erde Lasten drücken, bis nach kurz zem Leid folgt die Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) Die Kinder. 342. Don neuem, Herr, gelob' ich Treue, von neuem Fleiß im Christentum. Dir, Jesu, weih' ich mich aufs neue zu deinem ew'gen Eigentum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet sein. 3. Nie will ich treulos an dir werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, kein Unglück soll mich dir entziehn. Weich', eitle Welt! Fleuch, Sünde fleuch! Gott hört es! Jest entsag' ich euch! Mel. Wachet auf! ruft uns 2C. Die Kinder. 343. 3a, Gott, hör' uns! wir geloben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dein ew'ges Eigentum zu sein. Ewig wollen wir dich lieben, in jeder Tugend früh uns üben, uns dankbar deiner Güte O, nimm uns huldreich freun. auf, und stärk' uns in dem Lauf nach dem Ziele, wo Seligkeit für Müh' und Streit die Treuen lohnt in Ewigkeit! 2. Nimm, Heiliger, von deinem Kinde der Treue fromm Gelübde hin! Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Bockung fliehn, will dir mich und der Wahrheit Mel. O Lamm Gottes 2c. Die Gemeine. weihn, und dieser Tag soll Zeuge sein. 344. du, der dieſe Kinder einst rief zum Dasein und Leben, und auch für sie als Sünder den Sohn zum Heile gegeben: o fei ihr Licht, ihr Segen, ihr Schuß auf allen Wegen! Erbarm' dich ihrer, o Vater. 4. Einst werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich dieses Bundes tages freun; geschmückt mit jener Siegestrone, werd' ich dann ewig felig sein. O, welch ein Heil! Wie freu' ich mich! Herr, nimm dies Herz! Dein, dein bin ich. Die Gemeine. 2. Segen euch zum Christenbunde! Stets heilig sei euch diese Stunde! Gott schaut auf sie einst im Gericht. Ihm, dem Ew'gen, der einst richtet, habt ihr auf ewig euch verpflichtet; wie groß ist, Christen, eure Pflicht! Er richtet Wort und That, und selbst des Herzens Rat, der Gerechte. Vor seiner Schar wird offenbar, wer treu hier seinem Bunde war. 2. du, der einst auf Erden, auch sie zu retten, gekommen; ein Leben voll Beschwerden und selbst den Tod übernommen; o rette fie von Sünden, damit sie Gnade finden! Erbarm' dich ihrer, o Jesu! 3. O du, der uns zur Tugend, uns Schwachen, Stärke verleihet, 0 Konfirmation. o komm zu dieser Jugend, die dir zum Tempel sich weihet! Gieb heilige Gedanken, gieb Treue sonder Wanfen! Erbarm' dich ihrer, o Tröster! Mel. Eins ist not; ach Herr 2c. Die Gemeine. 345. Gott ist hier! Er hat's bernommen, was ihm euer Mund versprach. Denket, wenn Verführer kommen, denket dann an diesen Tag! Nicht sollt ihr den Lüften der Jugend erliegen; o, wachet, und betet, so werdet ihr siegen! O, wachset an Weisheit und Gnade bei Gott! Das tröstet im Alter, das mildert den Tod. Die Kinder. 2. Ja, wir wollen treulich üben, was heut' unser Mund versprach; wollen Gott und Jesum lieben. Beuge sei uns dieser Tag! Weg, Lüste der Jugend; ihr lockt uns vergebens. Wir kennen durch Jesum die Wege des Lebens. Und sind sie gleich anfangs oft dornicht und steil: wir wandeln sie dennoch; sie führen zum Heil! Die Gemeine und die Kinder. 3. Jesu, Freund der Menschenfinder, nimm dich unser gnädig an! Laß durch deinen Geist uns Sünder Kraft zur Heiligung empfahn! O, schmücke mit christlicher Weisheit und Tugend das reifende Alter, die wachsende Jugend; und nimm uns nach glücklich vollendetem Lauf zu dir in die ewige Herrlichkeit auf. 151 wer schon in dem Bilgerland! Christi Ruh' und Frieden und Trost und Leben fand! 2. Dies Glück, das nimmermehr wanket, ist nicht von dieser Welt. O dankt ihm, Kinder, danket, der euch uns beigesellt! Die Kinder. 3. Wir danken ihm mit Thränen! Schon an der Mutterbrust erfüllt er unser Sehnen, und nahm uns auf mit Luft. 4. Erneut in seinem Bunde gehn wir nun himmelan. O ewig teure Stunde, wo wir den Schwur gethan! Die Gemeine. 5. Wohlan, zu höhern Stufen! Nach Jesu Tugendhöh'! O, daß durch eitles Rufen kein Herz verloren geh'! Die Kinder. 6. Die ihr ihm treu geblieben, so ziehn wir, Hand in Hand, durch Glauben, Hoffen, Lieben ins befre Vaterland! Die Gemeine und die Kinder. wer 7. Schon selig ist hienieden im dürftigsten Gewand! Christi Ruh' und Frieden und Trost und Leben fand! 8 um Schluß. 8. So laßt uns gehn voll Freude, und fest in unserm Eide. Du, Herr, bist unsre Weid' durch Zeit und Ewigkeit. Mel. Nun danket alle Gott 2c. Die Gemeine. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. Die Gemeine. 347. Euch jegne, jegne Gott, der Vater guter Kinder! Euch segne 346. Wie jelig ist hienieden- Jesus Christ, der Freund reuvoller Sün 152 Heiligung. Abendmahl. Sünder! Euch segne Gottes Geist, Feier dieser Stunde. Herr Gott, der uns der Tugend weiht! Euch segne, segne Gott in Zeit und Ewigkeit. wir loben dich mit dankerfülltem Munde. Herr Gott, dir leben wir als Bürger dieser Welt. Herr Gott, wir sterben dir, wann's deinem Rat gefällt. Die Gemeine und die Kinder. 2. Herr Gott, wir danken dir die Mel. Nun freut euch, lieben, 2c. 348. Herr, deines Lebens lette Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die Ruh' und Segen uns gebracht, sei heilig unsern Herzen! An deiner letzten Stunden Qual laß uns bei deinem Abendmahl mit Dank und Rührung denken. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 2. Um zu vollenden, wolltest du jetzt von den Deinen scheiden; sahst 349. Ich preise dich, o Herr, ihre Hoffnung, ihre Ruh' vertilgt durch Furcht und Leiden: da weihtest du der Liebe Mahl; und einer bessern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. mein Heil, für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten teil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gieb, daß meine Seele sich des ewig freuen möge! 3. Du gingst zum Tode, Herr, mit Mut und liebevollem Herzen; und jeder Fußtritt war voll Blut; du gingst durch tausend Schmerzen; doch im Triumph vom Blutaltar zu Gott, um dort der frommen Schar die Stätte zu bereiten. 4. Wie froh erhebt sich unser Blick an deines Altars Stufen zu jenem höhern, ew'gen Glück, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du für alle starbst, und Hoffnung uns, auch uns erwarbst, des ew' gen Lebens Hoffnung! 6. Hilf, daß, so oft wir feierlich der Liebe Bund erneuen, in immer höhrer Tugend sich die Herzen deiBund entweihn, nein, unverbrüchner freuen; daß nie wir diesen lich treu dir sein im Leben und im Tode. 5. Gieb, daß aus Dankbarkeit wir nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun, und standhaft sein im Leiden; gieb, daß wir deine große Huld, durch Liebe, Sanftmut und Geduld, und frommes Leben ehren. 2. Du läsfest mich in deinem Tod das wahre Leben finden. Erlösung aus der größten Not, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Beßrung Kraft; das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O, stärke mein Gemüte zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang' ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, nach deines Vaters Huld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. 5. Der Abendmahl. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Bust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu feiner Zeit undankbar mag vergessen; daß ich aus echter Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Sweck mir stets vor Augen stehen; nimm alles Hindernis hinweg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8.3u meinem Heile hast du dich für mich dahingegeben; dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt; und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 153 Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 351. Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuen; ich will, von Weltgeschäften fern, mich seines Todes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht ** Leben ward ein Opfer hingegeben; jenes Blut, das Golgatha an dem Kreuze fließen sah. 2. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; meine Seele sollt ihr laben, wenn mein Herz im Tode bricht. Knien will ich und niederfallen, euch mit froher Demut lallen; aber in der Sieger Chor jauchz' ich euch zu Gott empor. 4. Nicht nur, daß ich ewig lebe, sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, ganz mit dir, der lebt, vereint. Dank', erlöſte Seel', und preise: Wahrlich, Christus ist die Speise. Sein genieß' ich voll Vertraun, daß ich ihn werd' ewig schaun. 5. Preis dem Heiliger der Sünder! Sing' dem Herrn, erlöste Schar! Macht ist er, und ÜberMel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 350. Freu' dich, Seele, rühm' winder; Rat ist er und wunderbar. und preise! Christus sei dein Siegsgesang! Wahrlich, wahrlich eine Speise ist sein Beib, sein Blut ein Trank; jener Leib, der für dein Hosianna! Er ist Leben. Das will er mir ewig geben. Preis ihm! Er wird sein und war; Rat ist er und wunderbar. 3. Immer wunderbar im Geben, giebst du, Herr der Herrlichkeit, mir, dem Todeserben, Leben, Leben deiner Ewigkeit. Mich, der ich verwesen werde, mich erweckst du aus der Erde, daß ich ewig leb', und frei von dem andern Tode sei. hin, noch der Betrug der Sünde, daß auch ein lasterhafter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frei von Selbstbetrug, von Heuchelei, von aller Lust zur Sünde. 3. Bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich zum Eigentum ergeben. So lang' ich lebe, ◆ Abendmahl. Vor der Abendmahlsfeier. 154 lebe, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preisen. 4. Demütig will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen; durch dich gewiß von seiner Huld, zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit gläubigem Vertraun nach deinem Kreuz, o Jesu, schaun, durch dich Vergebung hoffen. 5. Dein Leib und Blut versichre mich von deines Vaters Gnade, daß ich getröstet, Herr, durch dich geh' auf der Tugend Pfade, mich täglich meines Gottes freu', und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, dich über alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werten übe. Dies ist dir angenehmer Dank; den müsse dir mein Leben lang, mein Herz, o Jesu, bringen. 352. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist! 2. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! der Gnaden, der bei Armut, Hohn und Schmach die Betrübten eingeladen, bis sein Herz vor Liebe brach; der, uns zu gut, in den tiefsten Schmerz versunken, aus dem Todeskelch getrunken mit festem Mut. Mel. O Lamm Gottes 2c. 353. Bereit sind wir von Herzen, uns dir, o Herr, zu weihen. Du trugst des Todes Schmerzen, von Furcht uns zu befreien, und allen, die dir leben, den hohen Trost zu geben: Gott ist doch ewig die Liebe! 2. ,, Kommt zu mir, die ihr mühselig, und so schwer beladen seid; euch vor allen andern wähl' ich, daß 2. Durch dich mit Gott versöhnet, sind wir nun seine Kinder! und Preis und Ehre krönet uns einst als überwinder. O Heiland, welche Freuden! Wer mag von dir sich scheiden? Wir bleiben ewig die Deinen! ( 355.) euch blühe Freud' und Leid, wie mir geschah. Die mit Schmerzen und mit Bangen aus sich selbst hinMel. Auf, hinauf zu deiner 2c. 356. Kommt, und hört den Herrn aus verlangen, euch bin ich nah. 3. Kommet, ich will euch erquicken, denn ich fühle, was euch quält, wenn in dunkeln Augenblicken euch der Der müde Friede Gottes fehlt. Geist hoffet auf die Welt vergebens; mir gehört der Quell des Lebens, der droben fleußt. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 354. Herr, du wollst sie( uns) vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter ihnen, ( uns, o) Gott! Leben, Leben zu empfahen, laß sie,( uns,) o Sohn, sich( uns) würdig nahen, durch dich befreit von Sünd' und Tod. Sie ( Wir) sind erlöst und rein, sind Jesu Christe, dein, sind unsterblich. Laß, laß sie( uns) sehn von deinen Höh'n von fern der Überwinder Lohn. 4. Achte nicht der falschen Lehren, wanke nicht, wo alles weicht; sanft nur Bei der Abendmahlsfeier. nur kann mein Joch beschweren, o, und meine Last ist leicht; die trage du! Geh' in Sanftmut und in Demut, fern von eitler Sorg' und Wehmut, dem Himmel zu. 5. So nur wirst du Ruhe finden, ob der Erde Last sich mehrt; ja, wenn alle Kräfte schwinden, meine Kraft bleibt unverzehrt. Nimm, was ich hab'! Wovor könnte dir noch grauen, weid' ich dich auf grünen Auen bis an das Grab?" 6. Herr, wer solchen Ruf vernommen, kann der zaudernd ferne stehn? Frommer Hirte, sieh', wir kommen, hier, wo Not und Gram vergehn. Der Welt entrückt, trinken wir bei deinem Mahle aus des Lebens voller Schale, und sind beglückt. 155 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd' ich handeln! wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich endlich fühlen müssen! 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke selbst mich, zum Genusse deines Heils, in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. nur anzuhangen ist Ewig dir mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dies Ziel verfehle. on 6. Bringe mich durch deine Gnade, auf des wahren Glaubens Pfade, immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes mich schon hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher geMel. Schmücke dich, o liebe zc. 357. Heiland, groß an Huld und nießen, bis sich meine Tage schließen. Treue, sieh', ich widme dir aufs neue, bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, und an deines Segens Gaben auch auf immer teil zu haben. 2. Baß dies Opfer dir gefallen. Du versprichst ja selbst es allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu gewinnen sollen. O, wie könntest du das Flehen meines Herzens je verschmähen! 7. O, wie wird mein Herz sich freuen! welchen Dank wird es dir weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dich, Erlöser, zu verehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 358. Schicke dich, erlöste Seele, gläubig, nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern! Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen. Eil' ihm demutsvoll entgegen und nimm teil an seinem Segen. Komm getroſt, 156 is Heiligung. trost, es ist sein Wille; komm, und Mel. Wer nur den lieben Gott zc. schöpf' aus seiner Fülle neuen Mut ( Neue Mel.) und neue Triebe zur Verehrung 361. Hier bin ich, Jeſu, zu erseiner Liebe. Starfüllen, was du in deiner Leidens3. Herr, ich komme mit Verlangen, nacht nach deinem gnadenvollen Glaubensstärkung zu empfangen, Willen zur Pflicht und Wohlthat der du huldreich deinen Frieden mir gemacht. Verleih' zur Übung sterbend auch mir hast beschieden. dieser Pflicht mir deines Geistes Hier fall' ich zu deinen Füßen; laß, Kraft und Licht. laß würdig mich genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 4. O, wie sehnt sich mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue; und du siehst mein Herz voll Reue. Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, und mir deinen Frieden schenken. 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thätig preiſe. 7. Du, dem die verklärten Scharen, die, wie ich, auch Schwache waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen; laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. ( 359. 360.) 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O, gieb von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, was du so teuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Freund, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O, flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, un wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmut üben, gleich dir, mit freund Bei der Abendmahlsfeier. freundlichem Gemüt; laß mich bedenken, welche Last du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß mich aus dem Erdenstaube einst dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen, mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen; mein Heiland, laß es doch geschehu, daß mir zur Stärfung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei. ( 362.) 363. O ursprung des Lebens! o ewiges Licht! da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht; lebendige Quelle, die lauter und helle sich hier aus geheiligtem Tempel ergießt, und in die Gemüter der Durstigen fließt. 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme! denn hier sind himmlische Gaben, die Seele zu laben; er trete mit Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm' ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Jesu, bewirte den Schmachtenden hier! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend, und dürftig ich bin; auch giebst du 4. Du, süße Flut, labest den sinfenden Mut; du tränfst und begabest mit ewigem Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es wallet, es singet, es jauchzet das 157 Herz; es weichet von dannen der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie du mir verheißt; laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe; laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde das Herz mir ganz trunken darin! 6. Und wenn du von Leiden auch schenkest mit ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die Seelen, die dir sich vermählen, und trinken vom Kelche der Bitterkeit hier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu! erquickt da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt; wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt! mism Mel. Schatz über alle Schätze zc. 364. Für dich, o Weltversöhner, soll nur mein Herz erglühn. Nicht heiliger und schöner kann dieser Tag entfliehn. In Andacht und in Stille leb' ich ihn einzig dir, und deines Friedens Fülle gewährst du segnend mir. 2. Du reichst bei deinem Mahle am heiligen Altar mir in geweihter Schale des Lebens Speise dar. Ich nehm' und ess' und trinke; gestärkt wird Herz und Sinn, und voller Inbrunst sinke ich dir zu Füßen hin. 3. O sieh', welch heißes Sehnen die stillen Thränen, und was mein Herz bewegt! Mit dir vereint zu werden, ist meiner Wünsche Ziel; dann hab' ich schon auf Erden des Himmels Vorgefühl. 4. Doch Heiligung. 158 4. Doch nicht allein; mit Brüdern nah' ich mich dem Altar; zu jenes Reiches Gliedern gehört auch ihre Schar; uns alle, Herr! belebe dein göttlich reiner Sinn, und keiner, keiner gebe sich je der Sünde hin. 5. Der Liebe Band vereine uns alle fest und treu, und keiner klag' und weine, daß er vergessen sei; und jeder schwör' im Herzen bei deinem Kreuzestod, zu lindern fremde Schmerzen, zu heben fremde Not. 6. Laß dein uns ewig bleiben, du, aller Herr und Gott! Laß nie uns von dir treiben des Leichtsinns frechen Spott! Du bist der Deinen Hüter, ihr Schild und großer Lohn; dein sind wir, Weltgebieter, dein ewig, Gottes Sohn. du meiner Seelen Sonne, du, Freundlichster auf Erden, laß mich bir dankbar werden! 2. Wie kann ich g'nugsam schäßzen dies himmlische Ergößen, und diese teuren Gaben, die hier die Seele laben? 3. Wie soll ich dir's verdanken, o Herr! daß du mich Kranten hier speisest und mich tränkest, ja selber dich mir schenkest? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todeswunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank' ich für dein Sehnen und heißvergoss'ne Thränen. ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 11. Laß, Jesu, meiner Seele das Heil, das ich erwähle, mit innigem Verlangen an dir allein zu hangen! 12. Laß mich die Sünde meiden; 365. Jeju, meine Wonne, mit Andacht beten und von der laß mich geduldig leiden, laß mich Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Welt nun treten! 6. Dir dank' ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank' 7. Jetzt schmecket mein Gemüte; Herr, deine große Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt meiner Seele Schaden. 8. Herr! laß mich's nicht vergessen, daß du mir zugemessen die träft'ge Himmelsspeise; wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch jetzt empfinde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Du, du hast mich erwählet, und hast mich dir vermählet, o Liebe, du mein Leben! Was kannst du Schönres geben? 13. So kann ich nicht verderben; so werd' ich selig sterben, und freudig auferstehen, o Jesu! dich zu sehen. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 366. Herr, ich falle vor dir nieder, danke dir und singe Lieder; wer, o Tilger meiner Sünden, wer kann deine Lieb ergründen! O mit welch erhabnem Herzen wolltest du die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden, selbst den Kreuzestod erdulden! 2. Meine Sünden willst du decken, willst mich Toten auferwecken, willst ein ewig jel'ges Leben mir, wenn ich dir folge, geben. Wenn ich, Heiland, hier im Staube zu dir fleh' Bei der Abendmahlsfeier. fleh' und an dich glaube, kann ich teil an deinen Gaben, teil an deinem Himmel haben. 3. Heute sei der Bund erneuet, dir sei ganz mein Herz geweihet; wie du hier gelebt, zu leben, will ich täglich mich bestreben. Dir gelob' ich, deine Glieder, Jesus Christ, als meine Brüder, immer mit den reinsten Trieben, immer, wie mich selbst, zu lieben. 4. Ich gelobe dir von Herzen, meiner Brüder Not und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern! ich gelobe dir mit Freuden, Unrecht still, wie du, zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott nimmer zu berzagen. 5. Was du hassest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vorsatz dich betrüben, alles, was du liebest, lieben. Welt und Tand und alle Güter eitler sündlicher Gemüter sollen nie mein Herz berücken, mein Gewissen nie ersticken! 6. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dies verspreche. Morgen hab' ich oft gebrochen, was ich heute dir versprochen. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke! Komm, und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen! 7. Hilf den ersten Reiz der Sünden mir beizeiten überwinden; laß mich Aug und Herz verschließen, eh' der Geist wird hingerissen! Laß mich ihre Folgen schrecken, des Gewissens Freuden schmecken, die mein Herz so oft empfunden, wenn ich Sünden überwunden. 8. Deine Treu' laß mich ermessen, deiner Liebe nicht vergessen! Laß 159 mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost er= quicken. 9. Gieb, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß, wenn heut' dein Tag schon käme, teiner, Herr, vor dir sich schäme! Schaff' o Heiland aller Sünder, dir viel Jünger, viele Kinder, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichfeit zu erben! 10. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, da wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? Ewig seist du angebetet, Jesu! Du hast uns errettet. Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! Mel. Auf, hinauf zu deiner 2c. 367. Siehe, der einst überwunden Kreuz und Schmach und bittern Tod, der die Seelen losgebunden von der Erde Sünd' und Not, dein bester Freund, Jesus Christ auf ew'gem Throne, bietet dir die Himmelskrone, mit dir vereint. 2. Sieh', ich stehe vor der Thüre ist sein milder Gnadenruf, daß dein Leben nicht verliere, was ich einst im Leben schuf. Ich harre dein, nicht mit Druck und hartem Zwange, daß du nur aus heil'gem Drange mich lasseft ein. 3. Sieh', o Christ, an jedem Morgen, bis zum Abend klopf' ich an, bei des Lebens Müh' und Sorgen, ob mir werde aufgethan. Nie laß ich dich. Wenn du bist der Sünden müde, Heiligung. 160 müde, wenn du schmachtest im Gemüte, dann hörst du mich. 4. Thu' mir, fleht der Gnadenreiche, thu' mir auf dein Heiligtum; jeder fremde Gast entweiche, der dich lockt zu Gold und Ruhm, zu eitler Bust. Den Begierden und Gedanken, die dich treiben, noch zu wanken, verschleuß die Brust. 5. Wirst du, ruft des Freundes Liebe, wirst du aufthun, geh' ich ein, daß dich nun tein Unfall trübe; denn der Himmel ist ja mein. Aus jenem Land bring' ich Licht und Trost und Glauben, Schäße, die kein Feind mag rauben, mit voller Hand. -6. Ja, wenn du mich aufgenommen, schenk' ich mich zu eigen dir, halte nun das Mahl der Frommen, ich mit dir und du mit mir. Im Raum der Zeit fleugst du dann zu Gottes Throne, und genießest in dem Sohne schon Seligkeit. an. Hier wird mein Geist auf das geleitet, was du am Kreuz für mich gethan. Den Leib, das Blut für mich gegeben, seh' ich in diesem Brod und Wein; dies stärket mich zum ew'gen Leben, dies machet mich von Sünden rein. 3. Ja, es wird meinen Glauben stärken an meinen Mittler, Jesum Christ, wenn er zu allen guten Werken bereit, rechtschaffen thätig ist. Doch, daß er dieses in mir werde, muß ich stets nüchtern sein und wach; denn noch, noch häng' ich an der Erde: der Will' ist gut, das Fleisch ist schwach. 4. Ach Gott, das Wollen und Vollbringen des Guten kommt allein von dir, o wirke, wie in allen Dingen, so jego beides auch in mir! Gieb, daß die sel'ge Himmelsspeise und der genoßne Seelentrant ganz seine Kraft an mir beweise von nun an und mein Leben lang. 5. Pflanz' in mir Glauben, Demut, Biebe, und was noch ist von Tugend mehr, und heil'ge alle meine Triebe zu meinem Heil und deiner Ehr'; daß ich der Welt zum Nußen lebe, dem Nächsten diene, wo ich kann, mich stets der Heiligung bestrebe, und vor dir geh' auf ebner Bahn. 7. Herr, ich folge deinem Worte, lasse alles andre sein; aufgeschlossen ist die Pforte, und du, König, ziehest ein. Willkommen hier! Nun ist mein das ew'ge Leben; Christus hat sich mir gegeben, und wohnt in mir. ( 368.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 369. Wie kann ich sattsam doch erheben, o Heiland, deine Lieb' und Huld? Du schenkst mir heute Heil und Leben, befreiest mich von Fluch und Schuld; anstatt mit Strafen zu erwiedern, was meine Schuld verdienet hat, erfüllst du mich mit Lebensgütern, und machst mich ewig reich und satt. Mel. Wie wohl ist mir, o zc. 2. Um Tische, den du mir berei- 370. Bei diesem Denkmal deiner tet, beutst du mir Gnad' um Gnade Liebe schwör' ich aufs neu, mich dir zu 6. Erhalt' in mir die sel'ge Reue, die Reue, die niemand gereut; daß ich des Sünders Wege scheue, vermeide, was dein Wort verbeut; daß ich im Reden, Thun und Dichten in der Übung frommer Pflichten dir stets beweise meine Treu', und stets wirksam und geschäftig sei. Nach der Abendmahlsfeier. zu weihn. O, stärke selbst die heil'gen Triebe, dir bis zum Tod getreu zu sein; dir nachzudulden, ist's dein Wille, dir gleich in meines Lebens lle, in Müh' und Arbeit, hne Ruh'; durch Wohlthun Menschen zu beglücken, den, der mich haßte, zu erquicken, und sanften Sinns zu sein, wie du. 2. Nichts soll den hohen ChristenMel. Nun freut euch, lieben 2c. 371. Durch dich, du höchstes Gut, erfreut, erhebet mein Gemüte die Größe dieser Seligkeit, die Größe deiner Güte; gestärket durch dein Abendmahl, geh' ich getrost durch dieses Thal des Lebens und der Leiden. 2. Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, mit freudenvoller Seele. Ich halte mich fest an dein Wort, daß ich nicht wank' und fehle. Blickt nur mein Geist auf dich zurück, so schenkest du mir dann das Glück, daß ich dir würdig lebe. 3. Dies Leben, Jesu, dir zu weihn, nach dir mich ganz zu bilden, dies, dies, soll mein Bestreben sein. Ich fleh' zu dir, dem Milden: o, stärke mich zu dieser Pflicht; du, meiner Seele Zuversicht, laß mich dir ähnlich werden! 4. Hilf allen, die du jetzt erfreut; regier' auch ihre Herzen, und laß uns unsre Seligkeit leichtsinnig nie verscherzen. Erbarm' dich unser aller, Herr, damit wir dich, Allliebender, vereinigt dort erheben. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 372. Preis dir! du haft aus deiner Fülle, Herr, unser schmachtend Herz erquickt. Licht, in welche Stille ward betend 161 glauben, daß du auch mir zum Segen starbst, nichts jenen Himmelstrost mir rauben, daß du mir ew'ges Heil erwarbst. Lockt mich die Welt zu ihren Freuden, dann soll das Bild von deinen Leiden mir immerdar vor Augen stehn. Ermatt' ich in des Kampfs Beschwerden, so laß das Auge heller werden, und deines Kampfes Lohn mich sehn. unser Geist entrückt! In uns erWelt um uns verlor. Um uns war wachten höhre Triebe, als sich die Himmel; Gottes Liebe hob uns vom Irdischen empor. 2. Vollbracht ist nun die heil'ge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O, dein Gedächtnis sei uns teuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn, und würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 373. Nimm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gieb, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist. Es müsse deines Todes Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Jch, sündhaft und des Todes wert, ich soll nicht sterben, sondern leben; denn leben soll, wer sich bekehrt. Du starbst für Sünder, starbst für mich; wie preis' ich, o wie preis' ich dich! 3. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines In welches Bundes Wein. Von Herzen hab' ich dir versprochen, dir bis zum Tode 11 162 Heiligung. Abendmahlslieder eines Kranken. Tode treu zu sein; und feierlich gelobt' ich's dir; sei du nun Hülf' und Beistand mir! 4. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Im Tode noch sei, Herr, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 374. Ach, tönnt' ich doch mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und freudenvoll mit meinen Brüdern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch weil mich Not und Krankheit plagt, ist dieſe Freude mir versagt. 2. Sieh', hier auf meinem Krankenbette, halt' ich dein Abendmahl allein. Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte haft du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. 3. Um Trost ist meinem Herzen bange. Ich suche, Herr, dein Angesicht. Allwissender, du weißt, wie lange, durchschauest tief, was mir gebricht. Ach, stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Vielleicht, o Herr, erquickt mich heute zum letztenmal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Freude, und der verzagten Seele Mut. Noch einmal fleh' ich: Höre mich! Am Rand des Grabes höre mich! 5. Laß das Gedächtnis deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn. Laß es die Quelle höhrer Freuden und deines Himmels Vorschmack sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Not. dein Heil mein höchster Trost, mein bestes Teil. 3. So soll denn weder Spott, noch Leiden, noch Ehre, Gut und Luft der Welt mich je von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; o, laß mich deiner würdig sein! 6. Ich sehe schon den Himmel offen, ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Umringt mich nun der Leiden Heer, mein Herz erbebt davor nicht mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken; ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getrost; dein Leib und Blut giebt auch im Tode Trost und Mut. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 375. Dank, Dank sei dir für dein Erbarmen, o mein Erlöser, Jesu Christ, dir, der du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz gestorben bist. O, welch ein Trost ist dies für mich! Was wär' ich, Mittler, ohne dich! 2. Im Glauben will ich dich umfassen, gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, du schenkst mir, was mir nüßlich ist. Ein Wink von dir, so endet sich mein Jammer, und ich preise dich. 3. Und soll sie nahn, die ernste Stunde, die mich dem Frdischen entreißt: ein mildes Wort aus deinem Munde erwartet mein erlöster Geist! Wohl mir im Tode! ew'ges Heil wird deinen Frommen dort zu teil. Mel. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 163 den Glauben wohn' in mir! So nimmt in mir die Seelenruh' und und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! So komm' ich einst nicht ins Gericht. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 376. Gelobt seist du, Herr, unser Gott, gelobt für unsers Mittlers Lod, der uns das Heil erworben! Wie hoch haft du auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir; o, Bater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs neu' mich deiner Baterhuld erfreu'! Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir stets dankbar sein! 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich hast hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft was hat deine Liebe mir verschafft, mich vor dem Verderben schüßt, was ewig meiner Seele nützt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir; befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüte. Wie dürres Erdreich dürstet mich, und meine Seele sehnet sich nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht; o, stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist, und mich vom ew'gen Tod befreist! Herr, dieser Trost sei fest in mir, fei fest in mir! So dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit, bist du mir ausersehen. Gieb, daß auf dieses Heils Gewinn ich eifrig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen. Zeuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; ja, durch 5. Du öffnest deinen Himmel mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Mut und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschlieBen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit mir! So komm' ich einst gewiß zu dir! Mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. 377. Herr, wir fingen deiner Ehre! Erbarm' dich unser und erhöre; nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen. kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die reinste Liebe schon. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod, nur zum Segen; bist liebevoll, nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, 11* da Heiligung. 164 da war es, Gott, als deine Gnade erbarmungsvoll vorüberging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, und sehen nun dein Licht. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt, ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! erschallt schon hier! Einst kommen wir an seinen Thron, und beten an. 2. Aus Gnaden! Denn wer kann erwerben, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er für seines Reiches Erben, für uns, für uns am Kreuze starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld auf sich allein, und bloß aus Huld? 3. Aus Gnaden trug er ja auf Erden der Strafen Gottes ganze Last. Was trieb ihn, Mensch, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen haft? Bracht' er sich nicht zum Opfer dar, als jeder Gottes Feind noch war? durch sein Blut. Welch Heil, das Gott uns geben kann! Aus Gnaden nimmt er Sünder an. 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. streiten, und überwinden; tritt her( Neue Mel.) zu, wenn meine matten Füße glei378. Aus Gnaden soll ich selig ten, und decke meine Mängel zu. Denn du belohnst dem Glauben auch der Gnade redlichen Gebrauch. werden, und nicht durch meiner Werke Wert. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden für seiner Gnade Kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig sein. 4. Aus Gnaden that er's! freut euch, Sünder! Wenn ihr nur wahre Buße thut und glaubt, so seid ihr Gottes Kinder, ihm wohlgefällig 5. Aus Gnaden! Aber, Sünder, hüte dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, und häufe nicht, weil seine Güte so wundervoll ist, Schuld auf Schuld; denn wer auf sie zu freveln wagt, dem ist ihr Trost und Heil versagt. 6. Ergreif' mich denn mit Vaterarmen; gieb Glauben, Herr, in meine Brust; gieb Heiligkeit durch dein Erbarmen, zu allem Guten Trieb und Lust, daß meine Seele dir getreu im Leben und im Tode sei. 8. Aus Gnaden einst von dir erhoben in deinen Himmel, will ich dann mit allen Heiligen dich loben, mehr, als ich hier dich preisen kann. Dann bin ich ganz gerecht und rein, und ewig selig, ewig dein. ( 379.) Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) 380. 3ch bin gewiß in meinem Glauben, als der mit Christo mich verband. Wer kann mir dieses Kleinod rauben? Sein Blut und Tod ist Unterpfand. Sein teures Wort bekräftigt dies; drum sagt mein Glaub': Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur nach dem Erlöser strebt, daß, wenn ich mich im Glauben übe, sein Geist in meinem Herzen lebt. Ihn lieben, ist mein Pa Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 165 Paradies; er liebet mich; ich bin mein Erbteil raubt? Es ruht in gewiß. Jesu Händen. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; sie hilft mir allen Kummer heben, wenn sich mein Herz an seines schließt. So acht' ich auf kein Hindernis. Gott sorgt für mich; ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von meinem Jesu scheiden; er ist mein Teil, mein Heil, mein Ruhm. Was schadet Nacht und Finsternis? Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht. Mein künftig Erbteil steht mir offen, wohin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoffnung macht den Wermut süß; die Klage flieht, ich bin gewiß! 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Durch ihn macht mich mein Gott zum Erben vom ew'gen bessern Kanaan. Ein and res Leben folgt auf dies; mein Jesus lebt; ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß. so soll es heiBen, bis aus dem Glauben Schauen wird. Es soll mich nichts von Jesu reißen; ihm folg' ich treu; er ist mein Hirt. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit; erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben; in jener Welt mein Eigentum; du hast dich mir gegeben. Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; du schaffst mir nach dem Streite Ruh', und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! Glaub' sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Jm dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Antlit heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Teil; dort hebt mein Geist sich Und ob der Himmel selbst zerriß; die Bosung weiter. Hier ist mein Wert mir bleibt: Ich bin gewiß. noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 7. Zu diesem Glück bin ich er381. Ich weiß, an wen mein kauft, o Herr, durch deine Leiden, auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; ich bin dir, du bist mir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie od mojid Heiligung. 166 8. Wie groß ist meine Seligkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Licht vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 382. Wie groß ist unsre Seligfeit, o Gott, schon in der Übungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen. Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Almächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind dein Volk und Eigentum und Schafe seiner Weide. Gutes Mutes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Wert der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie selig, Gott, sind wir als dann! Wie viel hast du an uns ge= than! O, laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 383. Gott, durch welchen alle Dinge sind und wirken und vergehn, stärke mich, daß ich dir singe; lehre mich dein Lob erhöhn. O, könnt' ich dich würdig loben, der du mich voll Lieb' und Huld aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen Glück erhoben; dich erheben immerdar, der mich schuf und neu gebar! 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Sohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: dann hilft er der Schwachheit auf, und erleichtert Kampf und Lauf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Freuden fliehn: dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn. kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o, jo wird es ohne Schmerz den Bestz der Welt entbehren. Alles andre wird mir klein gegen deine Gnade sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit, und versüßeft alles Leid Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Mut belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Not umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht Leid, nur Wonne hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? Raubt' ich meine Krone mir? Nein, ich leb', ich sterbe dir. 384. Auf, hinauf, zu deiner Freude, du, mein Geist, mein Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide! hin, zu deinem Jesu hin! Entflieh' dem Traum! Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt nicht Raum dir geben, bei ihm ist Raunt. 2. Fort, nur fort; steig' immer weiter in die Höh' zu Jesu auf; seine Kraft ist dein Begleiter; eile mit behendem Lauf! Gott ist dein Schuß. Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truß. 3. Fest, fein fest dich angehalten an die starke Jesustreu'; laß du, laß du Gott nur walten; seine Güt' ist täglich neu. Er meint es gut. Wenn die Feinde dich erfassen, müssen sie vor ihm erblassen; hab' guten Mut! 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan! Klag' und fag' ihm deinen Jammer, fleh' ihn nur um Hülfe an. Er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei. 167 ist deiner Liebe wert. Dein Jesus ist, der um dich so treulich wirbet, und für dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd', schwing' dich, ihm dein Herz zu geben; er 6. Auf, hinauf, das Droben suche! Trachte doch allein dahin, wo dein Jesus; sonst verfluche allen schnöten Sündersinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; nur bei Jeju ist zu finden die wahre Ruh'. Me I. Werde munter, mein 2c. 385. Mit frohlockendem Gemüte schau' ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O, wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Bust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rat, die aus eignem, freiem Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dies Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns verlaßnen Armen Gnad' und reichen Trost verleiht! O, wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Seligkeiten wiederum uns zu bereiten! 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreiet vom Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Da du keinen zum Verderben ohne 168 ats? mold Heiligung. pila/ billo mir weicht. ohne Grund verbannet hast, tragen mir hilft streiten, in Rot nicht von Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rat beschlossen hat. Mit uns preisen Engelszungen diesen weisen, heil'gen Rat, den der Glaub' in Demut ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir darnach sfreben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugnis geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Überzeugt von deiner Gnade, und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und mutig gehn. Hab' ich deine Gnade nur, so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, nichts mich dir entreißen können. Me 1. Schaß über alle Schäße 2c. 386. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde, ist nur mein Helfer Gott: was kann mir thun der Feinde Verfolgung, Schmach und Spott? 2. Wie ruhig und wie selig bin ich in Gott als Christ! Ich weiß und rühm' es fröhlich, daß er mein Vater ist; daß er zu allen Zeiten mir seine Hülfe reicht, im Kampfe 3. Der Grund, worauf ich baue, ist Christus und sein Blut. Bei ihm, dem ich vertraue, find' ich mein höchstes Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd'; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Leben, mein Glanz, mein Ruhm und Licht. Von ihm wird mir gegeben das Glück, dem nichts gebricht. Er ist mein Heil, mein Tröster, bereit, mich zu erfreun; wie könnt' ich, sein Erlöster, betrübt nnd mutlos sein! 5. Durch ihn hat meine Seele zu Gott die Zuversicht: auch wenn ich Schwacher fehle, verwirft er mich doch nicht. Den Kummer frommer Herzen sieht er erbarmend an, daß auch zur Zeit der Schmerzen ich sein mich freuen kann. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh'; und wie er hab' erbauet die ew'ge Friedensstadt, wo unsre Seele schauet, was sie geglaubet hat. 7. Auf dies mein Teil und Erbe seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Und geh' ich unter Zähren auch manche rauhe Bahn, getrost! Gott nimmt zu Ehren mich einst auf ewig an. 8. Dies stärkt mich, auch im Leiden dem Höchsten treu zu sein. Was soll von ihm mich scheiden? Nicht Trübsal, Angst und Pein! Er lenkt das Kreuz zum besten; ist mir mit Troste nah; und wenn die Not am größten, ist seine Hülfe da. 9. Nichts, was wir hoch erheben, tein glänzend Eigentum, wornach die Eiteln Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Eiteln streben, nicht Ansehn, Macht und Ruhm, nichts, nichts soll meinen Glauben an Gottes Vatertreu' vermindern, oder rauben. Er steht mir ewig bei. 10. Mein Herz ist voller Freuden, und kann nicht traurig sein; auch selbst die Nacht der Leiden ist für mich Sonnenschein. Die Wonne, die ich habe, verdant' ich Jesu Christ, der bis zu meinem Grabe mein Freund und Heiland ist. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. 387. Ich freue mich, mein Gott, Lebens Ruh' und führt mich deinem 388. Mein Glaub' ist meines Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. in dir. Du bist mein Trost; und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Himmel zu, o du, an den ich glaube! Berleih' mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit Seele? nichts meiner Seele raube! Tief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenboll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. An seinem Heil hab' auch ich teil; dies tröstet meine Seele. 4. An dir hab' ich den treuen Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find' ich deinesgleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg' und Hügel weichen. 5. In Finsternis bist du mein Licht, mein Fels im Sturm; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde, Herr, ohne dich ist nichts für mich, daß mir erfreulich werde. 169 dir gelenkt muß es mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gut; in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung aller Freuden. An dir wird sich dann ewiglich die ganze Seele weiden. 6. Du segnest mich, wenn man mir flucht; und wer mir auch zu schaden sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, von 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht, mein Heiland, voller Huld das Recht zur Seligkeit erworben. Zum Staube kehr' zurück der Staub! mein Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, mir wird der Tod selbst zum Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Leiden dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich dulde nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit im Geist entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin Heiligung. 170 de sussid 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schweres Joch in meinem Lauf auf Erden. Der Wille Gottes ist mir Pflicht; gelang mir's gleich bis jetzt noch nicht, von Fehlern frei zu werden, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und lohnt mir nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast, o Herr, mich aus der Angst, in der ich war, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh'; du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott, ich bin ein Christ! Und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachse in der Heiligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es erfreut, und führt mich einst zur Seligkeit; wie sollt' ich es nicht üben, nicht weihen, Herr, mein Leben lang für deine Huld dir Preis und Dank! pitsimine Was den Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden? Was durchströmb sie für Entzücken, wenn sie deinen Lohn erblicken, jene Palm' und Siegeskrone dort an deinem Herrscherthrone! Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 389. Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeck' ich, Jesu, deinen Frieden, und die Freude, schon auf Erden mit dir, Herr, vereint zu werden. Ich seh' diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Büsten? 3. Mag doch Trübsal auf mich stürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rat verehren, unter keiner Plage sinken, gern den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland voll Geduld ertragen, hast den schwersten Kampf gestritten, tausendfaches Leid gelitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben; laß sie mir den Sieg gewähren; trockne, trockne meine Zähren! Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 390. Der du zu den beglückten Scharen, die Jesum kennen, mich, auch mich gesellt; durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt; dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, mein Herz ein Lied voll heißer Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Vater nennen, dich, Gott, der du die Liebe selber bist. Von dir kann mich kein Schicksal trennen, bin ich dein Kind, bin ich ein echter Christ, ein Christ, der treulich übt, was Jesus lehrt, und sein Gebot als Gottes Willen ehrt. 3. Unzählbar sind die Seligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt. Zu freudenvollen Ewigkeiten werd' ich auf dieser Erde vorgeübt. Wer Jesu glaubt, der bleibt im Tode Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Tode nicht; ein ewig Leben bracht' er an das Licht. 4. Er ist mein Trost in Kümmernissen, mein Vorbild auf des Bilgerlebens Bahn. Und fühl ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, zu ihm, der von der Furcht das Herz befreit, und mir verheißt, daß Gott uns gern verzeiht. 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Not und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und, ach, er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz! Nun kann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Mute sei, der treue Menschenfreund. 171 weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücksfällen mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will Moses' Eifer mich berdammen, bedroht mich des Gesetzes Weh', empfind' ich schon der Hölle Flammen; so steig' ich gläubig in die Höh'; dort wächst der Balsam meiner Wunden; bei dir hab' ich den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen; du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich, Herr, in Wüsteneien; ich folg' und lehne mich auf dich. Aus Wolken träufelt mir Gedeihen; du labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wurden unfer Los und Teil? Preist ihn mit fautem Jubelschalle, und fühlt, erlöfte Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt. Oselig, wer auf seine Stimme hört. 5. Der Tod mag andern düster 391. Wie wohl ist mir, o Freund scheinen; mir nicht, weil Seele, der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich steige aus der Schwermut Höhlen, und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh' und Lust? Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, o meines Lebens Leben, ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, wenn er aus mördervollen Ecken gelanget in die Sicherheit? O Herr, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh' der Ewigkeit. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? du sorgst für mich! Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost, ich bau' auf dich. In dir vergnügt fich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich halt' an dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen; denn deine Huld erquicket mich. Laß solche Ruh' in dem Gemüte, nach deiner unumschränkten Güte, des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als 172 als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! Mein Freund ist mein. Heiligung. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o Mel. Jesu, meine Freude, 2c. 392. Wie getrost und heiter, mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern er freust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben, freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder; du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und werd' ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unter weist, und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Not ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe! stärker, als der Tod! Herr! und ich, ich sollte mich deiner Huld 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde, durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein, durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben: wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so, beherzt und froh, einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 393.Herr, dein seliges Regieren stillt alles Leid, das meinen Geist beschwert! Wie bald läßt sich dein Friede spüren, wenn mein geängstet Herz zu dir sich kehrt! Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, nimmt alle Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, du giebst mir solche Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Nichts kann die matte Seele laben, schau' ich der ganzen Erde Reichtum an; du kannst's, o Herr, Glückseligkeit des Christen in diesem Leben 173 Herr, und thust's im Überfluß, und glaube, und mein Erlöser lebt, der schenkst mir deiner Gnade Vollgenuß. meinen Geist vom Staube dereinst zu sich erhebt. 3. O Freund, wie wohl ist dem Gemüte, das sich auf eignem Weg ermüdet hat, und nun zu deiner Huld und Güte sich findlich und getroft im Glauben naht! Wie fühlt es alle Furcht und Angst verdrängt, und sich mit sanfter Ruh' von dir beschenkt! 4. Was eigne Kraft mir nicht kann geben, das schenket deine Gnade mir schon hier; sie ändert auch mein Herz und Leben, und wirket Lust zur Heiligung in mir! Sie ist's, die mich von Kraft zu Kräften führt, und mit Geduld und Langmut mich regiert. 5. Drum will ich, Herr, auf dich nur schauen; o führe mich, du Führer aus der Höh'; und deiner Leitung zu vertrauen, hilf, daß ich ftets auf deine Gnade seh', daß nicht im Unglück, selbst im Tode nicht, je wante meines Glaubens Zuversicht. 6. Wenn mich ein Fehler niederschläget, mein kindliches Vertrauen in mir dämpft; wenn, bange Furcht in mir sich reget, und Zweifelmut mit meinem Glauben kämpft; so laß mich, Herr, auf deine Liebe sehn; laß neue Kraft und Zuversicht entstehn. 7. So ruh' ich denn in deinen Armen! Du sollst, o Herr, mein Ein und Alles sein. Mein Himmelreich ist dein Erbarmen; o schließ' mich nur in deine Gnade ein. Genug, wenn du mein Freund und Führer bist, und wenn mein Herz nur deine Huld genießt! Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 394. 3h weiß, an wen ich 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn dies Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn geſtillt. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 395. Ich will mich meines Gottes freun, im Glauben der Erlösten; nur dieses kann mein Herz erfreun, und mich im Tode trösten. 2. Mit namenloser Seligkeit, mit überwinderkronen will Gott nach dieser Prüfungszeit den Glauben einst belohnen. 3. O, welche Wonne, welche Ruh', welch himmelvolles Leben wirst du, der rechte Bater, du, mir, deinem Kinde, geben! 4. Mehr als die wärmste Bitte fleht, wirst du die Sehnsucht stillen; weit mehr, als mein Verstand versteht, wirst du dein Wort erfüllen. 5. O Christenglaube, du allein sollst meinen Geist beleben, mein Kleinod hier auf Erden sein, und mich zu Gott erheben. 6. In allen Kämpfen, die ich hier noch durchzukämpfen habe, sei du mein Schild, sei Stärkung mir, und leite mich zum Grabe! 7. Durch dich ist's mir nicht fürchterlich; ich bringe durch zum Leben, wo über alle Himmel sich einst wird mein Geist erheben. 8. Wie Heiligung. 174 8. Wie groß ist meine Seligkeit, wie herrlich meine Krone, am Ende meiner Pilgerzeit vor Jesu Christi Throne! Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 396. Herr, aus deiner Gnadenfülle strömt Heiterkeit und sanfte Stille und reine Lust der Seele zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, empfind' ich erst das wahre Leben; ich fühle des Gewissens Ruh'. Er barmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir! Hochgelobet sei deine Treu'! Sie schuf mich neu; vom Sündendienst bin ich nun frei. Joe 2. Heiter fühlt sich meine Seele; weil ich, was gut und recht ist, wähle, und, unterstützt von dir, auch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, schafft neue Wonne mir und Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Sündendienst befreit, deinen Willen von Herzen thun, und freudig nun in deinen Vaterarmen ruhn! 3. Beugt mich manche Schwachheit nieder: so richtest du mein Herz 397. Auferstehn, ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Gelobt sei er! 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei er! doch wieder mit deinem Troste huldreich auf. Du verleihest zum Geschäfte der Heiligung mir Mut und Kräfte, und förderst meinen Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst! Reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu, und wachsam in der Zukunft ſei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen Gefahren mir und Leiden drohn? Auch auf dornenbollem Pfade bleibst du mein Trost mit deiner Gnade; du bist der Deinen Schild und Lohn. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeihn; denn dich liebet mein kindlich Herz; im größten Schmerz seh' ich im Glauben himmelwärts. 5. Ja, ich seh' den Himmel offen; mein Geist frohlockt im sichern Hoffen, daß ich dereinst sein Bürger bin. Welch ein Glück ist mir beschieden! Will ich im heißen Kampf ermüden: so blick' ich auf die Krone hin. Dann fühl' ich hocherfreut die volle Seligkeit deiner Gnade, und preise dich, Herr, daß du mich so hoch beglückt hast, ewiglich. dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt' ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Gelobt sei er! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Mel. Wie wohl ist mir zc. Lag! Wenn ich im Grabe genug 398. Es ist noch eine Ruh' vorgeschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's handen; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Glückseligkeit des Christen in jenem Leben. deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh' auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden. Wirf hin die Last, und eil' ihm zu! Bald ist der schöne Kampf geendet: bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns so bestimmt. Die Liebe wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; sie ruft, sie locket weit und breit: Ihr müden Seelen, und ihr Frommen! versäumet nicht, heut' einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen! die manche Last und Bürde drückt. Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen; geht nicht mehr traurig und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen; dafür läßt euch die Liebe sagen: Ich will selbst eure Ruhstatt sein. Ihr seid mein Volk; der Erde müde, geht ein; hier wohnt des Herren Friede; seid nur getrost, und gehet ein! 175 Leid, des Todes Bangen, ist dann geflohen und vergangen. Wir werden auch den Heiland sehn. Er wird vom Kampf uns neu erfrischen, die Thränen von den Augen wischen and mit uns ein zur Freude gehn. 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn unsre Thränensaat ist aus. O! welch ein Jubel wird erklingen? Das Kind kehrt in das Vaterhaus. Schmerz, Seufzen, 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird ans nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er will selbst über ihnen wohnen, und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir, und sind im Frieden, und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Kurz ist die Müh', der Lohn ist groß! Ach! Flügel her, wir müssen eilen, und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet schon die frohe Schar! Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf! es kommt das Ruhejahr. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 4. Was mag wohl einen Kranken laben, und einen müden Wanders- 399. Mein ganzer Geist, Gott, mann? Wo jener nur ein Lager haben und sanft von Schmerzen ruhen kann; wenn dieser sich darf niedersehen, an einem frischen Trunk ergößen; wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhe stunden. Es ist noch eine Ruh' erfunden, da man auf ewig stille liegt. wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns be reitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellſt uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei Heiligung. 176 bei den Frenden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu; das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie froh besungen. Völlig giebt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen. O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ! so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt! von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu! Herr der Herrlichkeit! du hast die Stätt' auch mir bereit't; hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 400. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben Gott! zu welcher ewig währen. Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüte wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, Glückseligkeit des Christen in jenem Leben. leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir, und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thränen, ew'ge Güter uns erfreun; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Los auf Erden, ob's auch noch so köstlich sei? Iſt's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei! Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen! Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Dahin richte deinen Blick; nach der heil'gen Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O, so mache selbst mich reiner, würdiger, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 401. Es ist noch eine Ruh' 177 Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen; o Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlösten, mit völliger Zufriedenheit. Und dann wird mir recht offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: Sie sind vollbracht; der Herr hat alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts, als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest; und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Teil. 6. Gott, laß mich dies zu Herzen fassen, daß du die Seele, die dich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Mut und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen haft, will ich des Lebens müde werden, und dieser Tage so stärke mächtig meinen Geiſt, daß vorhanden für jeden gottergebnen er dem Unmut sich entreißt. 12 8. Gieb, Heiligung. 178 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbteil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist. So folgt auf meine Übungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 402. Nach einer Prüfung kur- Dank die Schickung im Zusammenzer Tage erwartet uns die Ewig- hang. keit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Getümmel die ser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich großen Wert; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil 8. Dort werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Menschen, Engel, Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir! Denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! ( 403.) Mel. Glückseligkeit des Christen in jenem Leben. 179 Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Ich weiß, an wen ich glaube. Er 404. Mein Heiland, wenn mein lebt, und ich werd' auch durch ihn Geist erfreut im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbteils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht dünkt mich dann jede Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, wie Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ew'gen Lichts. O Herr, mein Schutz in jeder Not, in jeder Not! dies Heil verdank' ich deinem Mein Geist und mein verklärt Geder Grabesnacht gewiß entfliehn. bein wird sich des Herrn, des MittLers freun. in jeder Not, in jeder Not! zum O Herr, mein Schutz Leben schaffst du um den Tod. Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt; dann stärk' ihn aus der Höhe, daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschützt, ins Todesthal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr, mein Schuß in jeder Not! in jeder Not! dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden kränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung baun, es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Herr, mein Schuß in jeder Not! in jeder Not! verlaß mich nicht in meinem Tod! 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn, und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der dein Mund schwur mir es zu, ich Auserwählten sel'ges Teil. Ich soll, soll lebendig sein, wie du. O Herr, mein Schuß in jeder Not, in jeder Not! stärk diesen Glauben einst im Tod! Mel. Wer weiß, wie nahe mir 20. 405. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will, so treffe mich der herzergreifende Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's verkündigt; sein Gericht ist unausbleiblich; strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil: wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin; gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverleugnung und Geduld. 3. Laß mich zu meiner Seele sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, wenn ich bei allen Plagen mir deiner Gnade bin bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Not befreit. 4. Dann werd' ich Jesu Stimme 12* hören Heiligung. 180 hören: ,, Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Sei, treuer Knecht, den Engeln gleich! Komm, erbe meines Vaters Reich! 5. Du hast in deinen armen Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern den Segen deiner Wohlthat an! Komm nun, Gesegneter, zu mir! des Himmels Freuden werden dir!" 6. O, welche Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb' und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin! Wie könnt' ich hart und fühllos sein; Betrübte sehn, und nicht erfreun! 7. O Herr, verleih' mir Mut und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, und reich an Früchten guter Werke, bewährt und unverwerflich sei! So werd' ich ewig selig sein, mich ewig deiner Gnade freun! ( 406.) Mel. Herr, wie du willst, so zc. 407. Ein Frembling bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Not, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, jene Seligkeit versüßt mir meine Pilgerzeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Wenn mich der Zukunft Schickfal schreckt, die Not der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles überwieget. 5. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Mich stärke jene Herrlichkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Teil, wenn ich vom Tod erwache. Mel. Jerusalem, du hochgebaute zc. 408. Du bist mein Ziel, erhabne Gottesstadt! Wie schlägt das Herz in mir! Des Irdischen und seiner Freuden satt, schwing' ich mich auf zu dir; weg über Erd' und Sterne! Reicht, Engel, mir die Hand! Ich seh' es in der Ferne, mein schönres Vaterland. 2. O großer Tag, der du mich ihm vereinst, wann glänzest du herauf? Wann, heiligste der Stunden, schlägst du einst, und krönest meinen Lauf? Wann naht des Glaubens Ende, das mich der Welt entreißt? Dann, Gott, in deine Hände befehl' ich meinen Geist! 3. O, wie den Geist schon der Gedank' erhebt, von Erde frei zu sein! Die Hütte sinkt; er, im Triumphe, schwebt ins Reich der Geister ein. Frei von des Leibes Bürde, klimmt er die Sternenbahn, halb Engel schon an Würde, zu Gottes Thron hinan. 4. Ein Morgentraum sind Müh' und Glückseligkeit des Christen in jenem Leben. 181 und Drangsal nun; mein Glaubens- Er sei dir nicht mehr fürchterlich; tampf ist aus. Ich komm' zum ins Allerheiligste führt dich der Schaun, und will im Lichte ruhn; Weg im finstern Thale. Gottes dort ist des Vaters Haus! errungen Ruh' ist unvergänglich, überschwengnun die Krone, die fern mich schon lich; die Erlösten wird sie unausentzückt, und feierlich am Throne sprechlich trösten. den treuen Kämpfer schmückt! 5. O, welch ein Bolt, welch eine heil'ge Schar mir da entgegenglänzt! was in der Welt von Auserwählten war, mit Seligkeit umkränzt! Des Himmels reinste Freuden entstrahlen ihrem Blick! Sie rufen: Müh' und Leiden krönt hier ein ew'ges Glück. 6. Da geh' ich dann, von Seligen umschwebt, zur Stadt des Lebens ein, dem Licht zu, worin der Ew'ge lebt. O Gott, wie wird mir sein, wenn, schon von tausend Sonnen und deinem Heer entzückt, in Seligkeit zerronnen, nun dich mein Geist erblickt! Mel. Wie schön leuchtet der zc. 409. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele. Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich; und bebe doch! So drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch. Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus! Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der W g im finstern Thale. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; treuer Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß dann, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von feiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Heilig, heilig, heilig singen wir und bringen Dank und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 410. Ich bin zur Ewigkeit geboren, für eine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht nicht ganz verloren, wenn gleich das Grab die Hülle nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Schicksal ist Unsterblichkeit. 2. Was ist der Erde Glück und Ehre? Und wäre dies auch alles mein, so blieb' es, wenn kein Himmel 182 das mel wäre, für meinen Wunsch doch viel zu klein. Der Staub giebt nicht dem Geiste Ruh'; er eilt er habnern Gütern zu. Heiligung. 3. Schuf mich nicht meines Gottes Liebe zum höhern Glück, zu größrer Lust, und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark und tief in meine Brust? Er, der den Geist mit Sehnsucht füllt, läßt wahrlich sie nicht ungeſtillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, in größrer Klarheit ihn zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß herrlich in Erfüllung gehn. So wahr Gott mein Verlangen fennt: ich bleibe von ihm ungetrennt. 5. Er weckt mich auf aus meinem Grabe, dies hofft mein Herz, dies sagt sein Wort; und da ich dies zum Pfande habe, so fliehen alle 3weifel fort. Wie froh erhebet sich mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 6. Ihr Thäler, sinkt; fallt, Berge, nieder! Mein froher Glaube fürchtet nichts. Dereinst seh' ich den Morgen wieder, den Morgen jenes ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an; o Gott, wie selig bin ich dann! bessern Welt, zu Freuden ohne Zahr. Es stammt vom Herrn des Lebens dies süße Vorgefühl. Er gab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höhres Ziel. 3. Vernichtet wird im Reiche der Natur auch nicht der kleinste Staub. Wie? hältst du denn des Menschen Seele nur für der Vernichtung Raub? Der uns das Sein gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, lockt Keime aus dem Grab. 4. Ich daure fort! Es strebt in mir ein Drang zur Thätigkeit schon früh, und wenn ich hier mit allen Kräften rang, das Ziel erreicht' ich nie. Wozu der Mut? dies Streben? der Keim von hoher Kraft?- Für diese Spanne Leben? Wie rätselhaft! - Wie klein! - 5. Hier strebt der Geist nach Wahrheit und nach Licht; doch Wahn und Irrtum hemmt des Forschers Lauf; er findet sie hier nicht; ihm bleibt so vieles fremd. Ach, dieser Durst nach Wahrheit wird einst gewiß gestillt, dort, wo in größrer Klarheit der Quell der Weisheit quillt! 6. Wie wird hier oft der wahre Tugendfreund verkannt, verfolgt, geschmäht, indes im Glück der freche Tugendfeind sein frevelnd Haupt erhöht! Dort über Sternen thronet Mel. Jerusalem, du hoch gebaute zc. 411. Unsterblichkeit! Gedanke, er, der Gericht einst hält. Der Fromme wird belohnet in einer bessern Welt. der den Geist des Sterblichen belebt, in Trübsal ihn dem finstern Gram entreißt und zu den Sternen hebt! Du strahlst mehr als die Sonne mir Licht und Wärme zu! Mein Glück und meine Wonne, mein ganzer Stolz bist du! 7. Des bin ich froh! Die ganze Seele glüht voll hoher Ahnungen. Hoch tönet noch am Grab das Jubellied der bald Vollendeten! Ich weiß, an wen ich glaube; weiß, was mir Gott verheißt; zum Himmel schwingt vom Stau be der Erde sich mein Geist. 2. Ich daure fort; auch wenn der Leib zerfällt. Sonst wäre Leben Dual. Die Seele kommt zu einer 8. Co Glückseligkeit des Christen in jenem Leben. 8. So stirbt die Flur im Winter schlaf dahin; die Bäume stehn entlaubt. Der Lenz erwacht, und die Gefilde blühn; der Wald bekränzt sein Haupt. O schönes Bild vom Leben, du Flur im Frühlingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit! Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. c. 412. Oebanke voller Seligkeit, du, Glaube der Unsterblichkeit, du bester Trost im Leben! Was wär' mein Dasein ohne dich? Mit welchem Schauder würde mich die Zukunft oft durchbeben? Umsonst erhübe sich mein Herz zum Himmel bei jo manchem Schmerz. 2. Jm dunkeln irrt' ich dann hinab den Weg des Lebens bis ans Grab, das Ziel von meinen Thränen. Was wäre meines Lebens Glück? Ein Traum, der einen Augenblick mich täuscht nach langem Sehnen! Was sind die Freuden dieser Zeit, wenn uns der Tod Vernichtung dräut? 3. Und ist nicht Sorge, Müh' und Qual, sind nicht oft Leiden ohne Zahl das Los des Pilgerlebens? Ist nicht das Laster oft beglückt? Seufzt hier nicht, in den Staub gedrückt, die Tugend oft vergebens? Und, ach, wen täuscht der Frrtum nicht? Wer schmachtet nicht nach höherm Licht? 4. O wohl mir, daß mich Gott erschuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf und Übungszeit dies Leben. Des Geistes Hülle fällt einst ab, und Staub und Moder füllt mein Grab; doch er wird sich erheben, ganz selig, über Grab und Staub; der Geist wird nie des Todes Raub! 5. O Gott, dann grüßt mein 183 Geist entzückt die Freunde, die, der Erd' entrückt, nun schon den Sieg erstritten. Die andern Lieben folgen mir; uns alle sammelst du zu dir in deine Friedenshütten; und unserm Blick enthüllt sich dann dein großer, weißer Schöpfungsplan. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 413. Selig find des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'! Hosianna! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie! 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein! 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann! Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil! nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil! uns aufgegangen, nicht mehr im dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alt' ist nun nicht mehr! Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab! Er ging zu Gott; wir folgen ihm! mel. Hüter, wird die Nacht der zc. 414. Schöne Hoffnung! Ich soll leben, ewig leben in dem rechten Va Heiligung. 184 Vaterland; dort hat mir an Gottes Throne Heil und Krone aufbewahrt des Mittlers Hand. 2. Welch ein Glück vor Gott zu stehen, Jesum sehen und die auserwählte Schar! Dort bring' ich mit dieser Menge Lobgesänge Gott und Jesu ewig dar. 3. Keine Leiden und Beschwerden dieser Erden, keine Thräne und kein Schmerz sollen diesen Frieden stören; wiederkehren wird die Ruhe in mein Herz. 4. Dort wird Gott von allem Bösen mich erlösen; dort werd' ich, von Fehlern rein, mich bestreben, Gottes Willen zu erfüllen; keine Sünde wird mehr sein. 5. Hellres Licht wird mich umgeben; was im Leben mir noch unerforschlich war, auch das werd' ich Weisheit nennen, und bekennen, daß Gott stets voll Güte war. 6. Schauen werd' ich meine Brüder alle wieder; keine Trennung wird mehr sein; liebend werden wir uns nennen und erkennen, die wir uns in Gott erfreun. 7. Nunmehr beb' ich nicht am Grabe, denn ich habe Hoffnung auf ein ew'ges Heil; auch ich werde mit den Frommen aufgenommen und der Himmel ist mein Teil. schwinge dich empor! Wie ein Adler fleug' behende; Jesu Hände öffnen dir das Sternenthor. 2. Los von niedern Erdendingen laßt mich schwingen zu des Hocherhabnen Thron, dem seit vielen tausend Jahren Engelscharen jauchzeten im Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch das Ruder meines Schiffleins, führ' mich ein in den Hafen, wo im Frieden deine Müden ewig ohne Furcht sich freun! 4. Nicht soll an der Erde hangen mein Verlangen; Staub ist, was die Erd' enthält! Sollt' ich mich durch ihre Mühen dir entziehen? Jenseits ist die beßre Welt! 5. Auf dich, als den Fels, zu bauen, gieb Vertrauen, Heiland, das kein Sturm besiegt, bis, vom dantend meine Seele liegt. Körper losgerissen, dir zu Füßen 6. Du kannst durch des Todes Thüren schlummernd führen, daß der frei gewordne Geist voll des Lichtes und der Wonne dich, die Sonne jenes Lebens, jauchzend preist. 7. Meine Last hast du getragen; Furcht und Zagen wird mich nun auf ewig fliehn. Tod, dein Stachel ist vernichtet! der mich richtet, hat als Freund mir schon verziehn. Mel. Hüter, wird die Nacht der zc. 415. 3n des Himmels höhern 8. Herzensfreund! dich will ich loben hier und droben! Alles, alles bist du mir! Du hast dich zum ew'gen Leben mir gegeben; Freuden sollst du weiden; Seele, Jesu, bring' mich bald zu dir! Zweite Abteilung. Berhalten des Christen. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 416. Gieb, daß ich meinen hohen Wert, o Gott, zu Herzen nehme, und dessen, was mich selbst entehrt, vor dir mich ernstlich schäme. Nie komme mir es aus dem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du gabst mir Dasein nicht allein; du hauchtest mit dem Leben des höhern Lebens Geist mir ein, und hast mir Kraft gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt, und Sinnenlust und Schmerz ge= biert, zu fassen, zu erwägen. ms 3. Gott, diesen Vorzug gabſt du mir vor so viel Millionen, die auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen; gabst mir zur Ähnlichkeit mit dir Vernunft und Freiheit, und mit ihr die Fähigkeit zur Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit, und zu der Freundschaft Freuden; gabst mir Gefühl für andrer Leid, Gefühl für andrer Freuden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun und dich zu lieben. 201 5. In stiller Andacht kann mein Geist zu dir empor sich schwingen, und dir, den Erd' und Himmel preist, Dant, Preis und Ehre bringen. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um mich her in deiner Welt des Guten viel verbreiten. 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit riefst du mich in das Leben; zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Des Leibes Bau zerfall' in Staub; der Geist ist nicht des Grabes Raub; du, Gott, schufft ihn unsterblich. 7. Voll Liebe kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam, und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Wert zu schätzen! 8. Und frevelnd sollt' ich mich entweihn? ich gleich den Tieren handeln? den Sinnen nur ergeben sein; nicht deine Wege wandeln? Der mir des Geistes Kräfte gab, Gott, laß mich nie so tief herab von meiner Würde sinken! 9. Herr, Anerkennung der menschlichen 186 9. Herr, hilf mir jetzt und alle zeit auf mein Gewissen achten, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachten, dich lieben und mich Mel. O Gott, du frommer 2c. deiner freun, und ähnlich deinem 419. Bestimmt hast du, o Gott, Bilde sein, zu dem du mich er- auch mich schon hier auf Erden, dir schufest. an Vollkommenheit stets ähnlicher zu werden. Die Sünde soll ich fliehn, ( 417.) Mel. Lobt Gott, ihr Christen 26 gut und weise sein, um einst ott. the e 418. Ich bin, o Gott, dein Eigentum; du schufst mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr, deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot; ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Teil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn; und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. ein. Herr! laß nach dieser Seligteit mein ganzes Streben sein. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel foll noch herrlicher mich deiner Huld zu freun.. 2. Gerecht ist dein Gebot; wie könnt' ich's jemals tadeln! Nur wahre Frömmigkeit kann Menschenseelen adeln. Sie ist weit mehr als Gold, weit mehr als Kronen wert; sie giebt mir jenen Glanz, den keine Zeit zerstört. 3. Und dennoch sollt' ich mich der Sinnenlust ergeben, und, niedern Wesen gleich, am Erdenstaube kleben? Du gabst mir einen Geist, der dich, o Schöpfer, denkt, und den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenkt. 4. Selbst Jesum, deinen Sohn, hast du dahingegeben, damit ich eifrig sei, nach Heiligung zu streben. Sein Licht erleuchtet mich; sein Muster glänzt mir vor; er steht am hohen Ziel, ruft mich zu sich empor. 5. Wie ist die Welt so schön, wo Menschen menschlich handeln! Wie wird sie da entstellt, wo Menschen tierisch wandeln! Wie schnell zerreißt das Band, das sie zusammenhält, wenn jeder zügellos nur thut, was ihm gefällt! 6. Ja, heilig soll ich sein, dies sagt schon mein Gewissen; mich lehrt mein eignes Herz, daß Frevler zagen müssen; und reine Seligfeit durchströmet meine Brust, bin ich mir meines Thuns nach deinem Sinn bewußt. 7.0 Würde und Bestimmung. 187 Himmelreich zu erben? 7. O lehre, Gott, mich thun ich dabei nicht tüchtig bin, dein nach deinem Wohlgefallen, und stets auf Jesu Bahn zu meinem Ziele wallen. Beseelt mich frommer Sinn im Elend, wie im Glück, so schau' ich ruhevoll einst auf die Welt zurück. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 5. Drum laß des Himmels Herr420. Wie wichtig, Herr, ist der lichkeit mich stets vor Augen haben, und mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich einst nicht darbe. Beruf, den du mir selbst gegeben! Als deine Liebe Menschen schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland! nur, Gott, bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nimmermehr ein Ende nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen wert zu machen. 4. Dein Pilger bin ich ja nur hier; dies laß mich nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht; und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 3. Gieb, daß mir dieses große Ziel durch nichts verrücket werde! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erde, von Ehre, Gold und Lust gewinn', wenn Mel. Wachet auf, ruft uns die 2c. 421. Deine Schöpfung, Erd' und Himmel, Gott, war vollendet; Erd' und Himmel und alles, was du schufft, war gut. Auch der Mensch, dein Bild auf Erden, bestimmt, durch dich beglückt zu werden, war deiner würdig, Herr, war gut. Er war untadelhaft, und hatte Licht und Kraft, dir zu dienen. Das erste Paar der Menschen war in jeder Neigung unbefleckt. 2. Höher und beglückter waren im Himmel deiner Engel Scharen; 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, sich deines Sohnes freuet; das treu im Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und deiner Seligkeiten. 7. Ein solches Herz, das wollst du mir, Gott aus Erbarmen geben, damit ich möge freudig hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. nicht reiner, nicht unsträflicher. Deine jüngern Kinder standen auf tiefern Stufen; doch empfanden auch sie, wie gut du bist, o Herr; nur nicht so wonnevoll, wie der dich schauen soll, welcher standhaft, sich dir zu nahn, stets deine Bahn, die Wege deines Rechtes geht. 3. Weder Wahn noch Sünden trübten die reinen Seelen; Gott, sie liebten dich über alles, dich allein, frei vom Tode, frei von heiter, wie der Sorgen und Schöpfung Morgen, wie er, von jedem 188 Anerkennung der menschlichen jedem Nebel rein. Der Freude welch Erbarmen! Welch Heil, noch Quell ergoß der Ströme viel und hier zum Bilde dir erneut zu werden, floß, wo sie gingen. Und die Na- Gott, schon hier! tur frohlockte nur, wehklagte nicht, wie sie jest klagt. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 4. Fallen konnten sie und sterben; 422. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Sinn und Kräfte zum seligen Geschäfte, stets recht vor dir zu handeln, in Heiligkeit zu wandeln. doch auch nicht fallen, auch nicht sterben, wenn nur ihr Herz dich nicht verließ; fonnten, frei vom Tod, auf Erden zum Himmel voll bereitet werden, den ihnen dein Geset verhieß. Sie hatten Kraft genug, in immer höherm Flug aufzustreben, stets herrlicher, dir ähnlicher; der Engel selbst vermag nicht mehr. 5. Ach, so liebevoll beglücktest du deine Menschen, Gott; so schmücktest, so hoch erhobst du sie zu dir! Auch wir sollten alle werden, wie sie, der Gottheit Bild auf Erden, unsündlich und unsterblich hier. Allein wir wurden's nicht; sie brachen Bund und Pflicht, ach, sie fielen! Nun find auch wir durch sie vor dir strafwürdig und des Todes Raub. 6. Trauern will ich; wer darf's wagen, die ersten Sünder anzuklagen? Ich will bloß meiner Schuld mich zeihn! Trauert, Brüder; doch wir wollen Gott noch lobsingen; denn wir sollen, geheiligt, einst sein Bild noch sein. Entsündigt sollen wir, o Vater, wieder dir ähnlich werden; denn deine Huld will aller Schuld vertilgen, will auch uns erneun. 7. Warum sollt' ich's mir verhehlen, daß ich befleckt bin? Sind doch Seelen nicht, weil sie gut sich denken; gut. Wohl mir, daß ich noch auf Erden durch Gottes Gnade rein soll werden, und selbst durch seines Sohnes Blut! Daß der mein Heil beschloß, daß er sein Blut vergoß, 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigentum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben, und freudig auszuüben. 4. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 5. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens eitler Hang reißt uns zur Sündenliebe, erstickt die edeln Triebe; und wer vermag's, zu zählen, wie oft vor dir wir fehlen? 6. Herr, gieb uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 7. Wohl dem, der sie gewinnt! Denn, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und neue Kraft erteilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 8. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen! Erwecke, Gott, die Herzen, nach Heiligung zu streben, daß wir dir ewig leben! Mel. Sündhaftigkeit und Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott zc. 423. Noch schauen wir im dunkein Wort; noch reißt uns Wahn und Irrtum fort; und unser wantender Verstand hat, abgewandt von Gott, oft Gottes Rat verkannt! 2. Auch der, der nicht aus Leichtfinn fehlt, der weiser denkt, mit Vorsicht wählt, stets forschet mit Bescheidenheit, dringt hier nicht weit, umringt von tiefer Dunkelheit. 3. Uns decket Dunkelheit vom Herrn. Auf Erden sollen wir nur fern des Ewigweisen Ratschluß sehn, im Vorhof stehn, und noch ins Heiligtum nicht gehn.m 4. Wenn vor dem Schöpfer tief gebeugt die kühne Wißbegier auch schweigt, so tragen wir der Sünde Joch; so fliehn wir doch, du Heiligster, dein sanftes Joch. 5. Ach, wir, der Übertretung Raub, wir ew'gen Seelen, und wir Staub, wir Sünder, Gott, was wären wir, erhöben wir nicht glaubend unsern Blick zu dir? ihrer Folgen. 189 2. Du weißt, wie oft wir frebelunsers Geistes edle Kraft dem Sünhaft uns böser Thaten freuen, und dendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 6. Wird hier der Sohn der Sterblichkeit nie von der Sünde ganz befreit? Ach, wären's Schwächen nur allein, die uns entweihn! Möcht' unsre Schuld nie Bosheit sein! 7. Du, der uns Arme nicht verstößt, von allem Elend einst erlöst, wie werden wir von Sünden rein uns deiner freun! wie dann uns dir, Vollender, weihn! 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnten es; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken; und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir, und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit feind, nur ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? wer sorgt so gern für fremdes Wohl, wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß schwache Brüder fehlen. Sie sehn auf uns; die Lust erwacht, das Böse zu erwählen; gleich uns verschmähn sie deine Huld; und ihr Verderben, ihre Schuld vermehrt auch unsre Schulden. 7. O großer Gott, hier stehen wir, verklagt von unsern Sünden. Vor dir, Allheiliger, vor dir ist keiner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir alle fehlten wider dich! Erbarm' dich unser aller! Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 424. Kein Mensch, o Gott, ist sündenfrei; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe bir; bein 425. Ach, wer auf späte Buße Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Blick durchschauet alles. hofft, erwäg', erwäge doch, wie oft der Anerkennung der menschlichen 190 der Sünder plößlich vors Gericht gerufen wird, und freble nicht! 2. Ich, sprach er, will erst fröhlich sein! Ich will mich meines Frühlings freun! Bekehr' ich nur im Alter mich, wird Gott schon mein erbarmen sich. 3. Noch da er's sprach mit frohem Mut, da stockt' auf einmal ihm das Blut, und wie ein Strom reißt ihn ins Grab ein schreckenvoller Tod hinab. 4. Und in's Gericht! Ich zittre, Gott, vor einem bösen, schnellen Tod! Bewahre mich vor Sicherheit, und vor dem Mißbrauch meiner Zeit. 5. Vielleicht, wenn es dein Wille spricht, muß ich noch heute vor Gericht. Hilf dann, o Gott! Hilf, daß ich treu bis in den Tod, einst selig sei! Mel. Wie mächtig spricht in zc. 426. Gott, welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle; er sehnt, o Tugend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt der Leidenschaft sich an. 2. Der gute Vorsaz, den ich fasse, entweicht oft, wie ein Traumgesicht. Das Böse thu' ich, das ich hasse; das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 3. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade g'nüget zur seligsten Genesung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget! Und ewig, ewig dank' ich dir. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 427. Wo ist wohl not und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O, wären wir, vom Jüngling bis zum Greise, dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise: was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn wir nur kämpften, jeden Reiz der Sünden zu überwinden. 4. Noch herrscht die Sünde, alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Nie denkt der Sünder ohne Furcht und Beben an Tod und Grab und an der Zukunft Leben; nie wird er freudig, ohne Furcht und Grauen, gen Himmel schauen. 6. Die Lust zum Bösen fesselt ihn, und wütet; er leidet selbst durch das, was sie gebietet, und bahnet sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. Du, Gott, zu dem wir fromm die Hände heben, o, führe du uns selbst den Weg zum Leben; und gieb uns Kraft, im Kampfe mit den Sünden zu überwinden. Sündhaftigkeit und ihrer Folgen. Selbstprüfung, Reue, Entschluß zur Besserung. 428. Anwissender, ich will jetzt meines Herzens Tiefen und meinen Lebenslauf nach deiner Vorschrift prüfen. Ich möchte gern, von Schuld und von Vergehen rein, mich meiner Besserung und deiner Gnade freun. 2. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben von dieser Lieb' auch stets Beweise dir gegeben? Hab' ich dich treu verehrt, im Kummer dir vertraut, und so durch Wort und That die Meinigen erbaut? 4. War ich gerecht und treu? Bewies ich Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bei jeder fremden Not? Floh ich des Stolzes Reiz, der Schadenfreude Hohn, und Schmähsucht, wie den Geiz? 5. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? Durch Güte die beschämt, die mir zu schaden suchten? Bezwang ich meinen Zorn? Übt ich Versöhnlichkeit, und sah ich andrer Glück mit Lust und ohne Neid? Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. 3. Gebraucht' ich meinen Geiſt mit allen seinen Kräften, Verstand 431. Höchster, denk ich an die und Willen stets zu nüßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Sorgsamkeit gewacht, und keine böse Lust genährt und angefacht? Güte, die du mir bisher erzeigt: o, so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, oftmals dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, durch Vergehungen betrübet. 6. War ich der Unschuld Schuß, und hab ich sie verteidigt? Durch Spott und Bitterfeit nie Redliche beleidigt? Hab' ich Geringere durch Härte nicht gedrückt, und nach Vermögen gern auch andere beglückt? 191 7. War mir das Seelenheil des Nächsten immer teuer? Goß ich in keine Brust der Wollust wildes Feuer? Reizt' ich zum Leichtsinn nicht? Verlor durch meine Schuld auch keiner seinen Trost, auch feiner deine Huld? 8. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken! Sei gnädig; handle nicht mit mir nach meinen Werken! Ich will mit größerm Fleiß mich jeder Tugend weihn, und wieder sanftmutsvoll den Fehlenden verzeihn. ( 429. 430.) 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. Doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Meine Hülfe kam von dir; was mir nüßte, gabst du mir. Dennoch hab' ich so vermessen den dir schuld'gen Dank vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Verbesserung des sittlichen Zustandes. 192 sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich vor dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir. Ach, vergieb, was ich gethan! Nimm dein Kind erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade auf den ebnen Weg der Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue! gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Freud' und Frieden im Gewissen laß, o Herr, auch mich genießen! sing 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst recht treu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben. ( 432.) Me 1. Jesu Leiden, Bein und 2c. 433. Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen; damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich, wie Petrum an, daß ich in mich schlage; daß ich mag gedenken dran, und doch nicht verzage. 2. Weck' mich durch des Wortes Schall aus dem Schlaf der Sünden; laß für meiner Schulden Fall mich Erbarmung finden, und nimm mich zu Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll guter Werke. 3. Beig' dich mir, Herr Jesu Christ, wie du warst gebunden; wie du hart gemartert bist mit so vielen Wunden; daß ich auch zur Herrlichkeit durch viel Trübsal gehe, und nach überstandnem Streit, dich, mein Jesu, sehe. 4. Dein Blut, das mir Leben schafft, sei mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk' und Kraft; so sterb' ich mit Freuden. In der Stunde letter Not wollst du mein gedenken, und ein selig End' im Tod mir, o Jesu, schenken. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 434. Aus dunkler Tiefe, Herr, mit schwerem Herzen ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmerzen. O, mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und führ' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und übertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht töten; nein, wir sollen leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle. Dein harret, Bater, meine müde Seele! Laß Trost und Ruh', um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an, bis zu dem frühen Morgen hoff' ich auf dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade. Noch mächt'ger ist fie, als dein Seelenschade. Ihr starter Arm wird dich aus allem Bösen herrlich erlösen. Mel. Selbstprüfung. 193 Mel. Jesu, der du meine Seele zc. das schwache Lallen meines Lobes 435. Großer Gott! erhabnes gentum, ganz zu deines Namens dir gefallen. Bilde mich, dein EiWesen, das so gnädig für und für Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o, wie dürf tig und wie klein muß ich mir nicht selber sein! 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüt, machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. TauMel. O Gott, du frommer 2c. send Mängel, tauſend Flecken, Gott, 436. Herr, höre mein Gebet erfüllen mich mit Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luſt. um deiner Wahrheit willen; du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach! geh' nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht! Vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht! 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Zögst du deine Hand zurück, ach, wo bliebe dann mein Glück! 4. Doch der Güter meines Lebens bin ich mir mit Schmerz bewußt, weil ich sie oft ganz vergebens nur gebraucht zu Stolz und Lust; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh', hier lieg' ich, Herr im Staube, tief gebeugt vor deinem Thron; doch es blickt mein fester Glaube noch empor zu deinem Sohn, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüte, das im Eiteln sich verlor, hebt sich noch zu dir Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei die Quelle meiner Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt! thu' mit mir, was dir gefällt. empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Vater! laß 2. Die Größe meiner Schuld Beschlägt meine Seele nieder. schämt empfind' ich sie; o, tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt! Wer ist, der außer dir mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb' Mein Heil ich Herz und Hände. steht nur bei dir. O, daß ich Hülfe fände! Für Recht laß Gnad' ergehn; ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg; denn nach dir sehn' ich mich. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, berlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ' mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn! 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen 13 stillen. Verbesserung des sittlichen Zustandes. 194 stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein; o Gott, erhöre mich! ( 437.) 8. Bin ich gleich schwach; du wirst mich stärken, mein Helfer in Versuchung sein; zum Glauben und zu 438. Mein Gott, zu dem ich guten Werken mit Kraft und Freudigkeit verleihn! So steh' ich fest, und wanke nicht, denn du bist meine Zuversicht. weinend flehe, du, der allein mich retten kann, noch einmal sieh' von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick mich an. Vergieb mir, Vater; geh' noch nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht. 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat! Wie oft versprach ich dir ein Leben gereiniget von Missethat! Doch ich vergaß, was ich versprach, und ging der Sünde wieder nach. ist! Ruf' ihn im Glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf ebner Bahn! 3. Nun bin ich nah dem Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Um Trost wird meiner Seele bange, um einen Retter aus der Not. Mein richtendes Gewissen wacht, und alles um mich her ist Nacht. 4. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Ich sehe mein Vertraun auf dich; du, Freund des Lebens, rette mich! 5. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. Ach, laß durch ihn mich Gnade finden, du, meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 6. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir gehorsam sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn, der Sünde will ich wider stehn, und standhaft deine Wege gehn. 7. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Merk auf die heiligen Befehle des Gottes, der dein Retter Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 439. Damit ich dir gefällig sei, und vor dir Gnade finde, so mache mich, o Vater, frei von aller Bust zur Sünde. Erwecke mich, zu deinem Preis, und mir zum Heil, in stetem Fleiß der Heiligung zu leben. 2. Du, Heiligster, du kannst dich nicht mit Sündern je vereinen; nur Frommen scheint dein Gnadenlicht; du wohnst nur bei den Reinen. So reinige, Herr, mein Gemüt, daß es die Sünden haßt und flieht, auch selber die geringsten. 3. Vor dir sind keine Laster klein, wie klein sie immer scheinen; nur die, die alle Sünden scheun, gehören zu den Reinen, und danken dir es durch die That, daß sie dein Sohn erlöset hat, damit sie selig würden. 4. Wer auch vom kleinsten Guten weicht, kann leicht sein Heil verlieren; ein einz'ger Fehltritt kann sehr leicht zu großen Lastern führen; und wer nur eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergiebt, verliert schon deine Gnade. 5. Er eilt entgegen dem Gericht auf seinem finstern Pfade; aus eig'ner Schuld erlangt er nicht die ihm verheißne Gnade; bringt sich mutwillig um sein Heil, und hat am Himmel keinen Teil. Herr, laß mich dies bedenken! 6. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz den kleinsten Fehl bereue, mit Reue, Entschluß zur Besserung. mit allem Ernst mein ganzes Herz dir und dem Guten weihe; so kann ich deiner Huld mich freun, so werd' ich stets bemühet sein, an Heiligkeit zu wachsen. 7. O, mache mich im Guten treu! so werd' ich mit den Frommen, dereinst von allem Übel frei, zu deinem Reiche kommen, wo keine Schwachheit mehr mich drückt, wo keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 440. Das Herz, o Bater, bring' ich dir zu einem Opfer dar. Du forderst solches selbst von mir; dir geb' ich's ganz und gar. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Bei dir nur findet's wahre Ruh'; und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigentum, und müss' es ewig sein! Schaff', o mein Vater, schaff' es um, und mach' es gut und rein. 5. Verwirf, verwirf dies Flehen nicht, sei mir mit Gnade nah! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 6. O stärke mir nur selbst den Mut, mit freudigem Vertraun auf dich und meines Jesu Blut mein ganzes Heil zu baun. 195 und, bei der Welt List, Macht und Spott, im Guten standhaft sei. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn alles mich verläßt, ſei deine Vaterhuld. 7. Steh' mir zur wahren Besserung mit deinem Geiste bei, damit mir meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, 10. Hilf, daß ich gegen jedermann, vom Stolz und Neide frei, aufrichtig und, soviel ich kann, zu dienen fertig sei. 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, rein von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih'; denn du vergiebst auch mir. 4. Gebeugt erkennt es seine Schuld, und seine Sündlichkeit; es fleht Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. zu dir um Gnad' und Huld, um 441. Herr Jesu, Gnadensonne, Kraft zur Heiligkeit. wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein Herz und Angesicht nach deiner Gnad' erfreuen, und meinen Geist erneuen; ach, Herr, versag' mir's nicht! 12. Von Herzen fromm sein, ſei mein Ruhm, doch fern von Heuchelei; damit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig sei. 13. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. dien' ich nicht! 14. Weg Welt und Sünd'! euch Nur Gott kann mich allein, dies, dies ist meine Zuversicht, auch nach dem Tod erfreun. 2. Vergieb mir meine Sünden- dein Blick durchschauet mich! So laß nun Trost mich finden, und hilf mir gnädiglich, daß deine Friedensgaben mein Herz mit Ruhe laben. Ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seelen den alt verkehrten Sinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe, 13* und Verbesserung des sittlichen Zustandes. 196 und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein' Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube, und in der Wahrheit bleibe, hier selig und einst dort. 5. Tränk' mich in dieser Wüste, und dämpfe nun in mir die Herr schaft böser Lüste; auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, dem Fleische nach verderbe, hingegen leb' in dir. 6. Nun, Herr, verleih' mir Stärke, verleih' mir Mut und Kraft; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist in uns schafft; hingegen all' mein Sinnen, mein Schaffen und Beginnen ist bös' und mangelhaft. 7. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn! Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. 442. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', daß er rechtschaffen beßre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedent', o Sünder, wohl! Verzage nicht verzweiflungs443. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch ihr hartes Joch! Wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit, voll Banvoll. Hier findest du Trost, Gnad' und Heil, nimmst du an der Versöhnung teil; und Gott besiegelt's mit dem Eid. Sei nur zur Besserung bereit. 3. Ja, hüte dich vor Sicherheit! Denk' nicht, zur Beßrung ist's noch Zeit; ich will mich mit der Welt erst freun, und werd' ich ihrer müde sein: alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, verachtet der Versöhnung Blut, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch welchem Sünder sagt er wohl, daß er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich; eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut' ist stark, gesund und rot, ist morgen frank, ja, wohl gar tot; stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich alsbald mich nahe dir, und nütze jeden Augenblick, eh' mich ein schneller Tod hinrück'; damit ich heut' und jederzeit zu meinem Heimgang jei bereit. der Angst und Bein befreit zu sein: gigkeit, bis an des Himmels Enden, doch würd' ich sie nicht wenden. 3. Zu dir fleh' ich: Erbarme dich, du Gott der Gnade, meiner! Geh' mit mir nicht, Herr, ins Gericht! Vor dir bestehet feiner. 4. Und Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 197 4. Vom Morgen bis zur Mitternacht und wieder bis zum Morgen ist unser Gott voll Lieb' und Macht bereit, für uns zu sorgen. Wer nur im Glauben rechter Art vor Zweifelmut sein Herz bewahrt, bleibt ruhig und geborgen. 5. Und ob die Sünd' auch mächtig ist; weit mächt'ger ist die Gnade. Durch unsern Mittler, Jesum Christ, weicht aller Seelenschade. Er ist allein der gute Hirt, der wiederbringt, was sich verirrt, zum rechten Lebenspfade. ( 446.) Mel. Mein Gott, zu dem ich zc. 447. 3ch armer Mensch, ich armer Sünder steh' hier vor deinem Angesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, ach, geh' mit mir nicht ins Gericht; bin ich es gleich vor dir nicht wert, daß mir noch Gnade widerfährt. 4. Und sendest du mir Leiden zu, so sei's ein heilsam Leiden! Die Züchtigung bring' Besserung und Ernst, die Schuld zu meiden! 5. Sonst mach's, wie's dir gefällt, mit mir; du kannst's nicht böse meinen. Nur wollst du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; mit Zuversicht darf es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 7. Dies stärket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigentum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: Wer glaubt, soll selig werden. ( 444.) 445. Aus tiefer Not ruf' ich zu dir; vernimm, o Gott, mein Flehen! Barmherzig neige dich zu mir, und laß mich Hülfe sehen! Schaust du als strenger Richter an, was unrecht ist vor dir gethan, o Herr, wer wird bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, als Gnad' und Huld, die Sünde zu vergeben. Kein Sterblicher ist frei von Schuld, auch bei dem besten Leben. Und, ach! was sind wir gegen dich? du Heiliger, wer dürfte sich mit Stolz vor dir erheben? 3. Nein, Herr, ich will allein auf dich, auf mein Verdienst nicht schauen. Auf dich verlassen will ich mich, und deiner Gnade trauen; dein teures Wort sagt sie mir zu. Drum will ich meine ganze Ruh' auf diese Gnade bauen. 2. Um Trost ist meiner Seele bange; die Last gehäufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Wes tröst' ich mich, ich Schuldigster, als deiner nur, Barmherzigster? 3. Soll ich an deiner Huld verzagen? ich, dein Geschöpf? Das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, giebst mich nicht dem Verderben hin. 4. Du siehst die Strafen meiner Sünden; und denk' ich: Wer vertilget die? so läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an Jeſu Heil, zur Stillung meines Kummers, Teil. 5. Auch Verbesserung des sittlichen Zustandes. 198 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getrost zu dir empor zu sehn; auch ich, da er für mich gestorben, darf, Herr, zu dir um Gnade flehn, zu dir, dem Gott, der gern vergiebt, und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: Dir ist vergeben! und stille des Gewissens Schmerz; und will mein zagend Herz noch beben, so sprich du stärter, als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' alles gut, und schenke mir zur Beßrung Mut. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue, dir geweihte Sinn, mein kindliches Vertraun auf dich bezeugen's: Du begnadigst mich. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 448. Ich flehe, Gott, von ewig großer Güte, zu dir mit heilverlangendem Gemüte. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, du Gott des Lebens. 2. Du heiligster Erforscher aller Herzen, siehst meine Reu'; ich trau', in ihren Schmerzen, auf deinen Sohn, der Gnade mir verkündigt, und mich entsündigt. 3. Statt aller Opfer, Richter aller Welten, soll dessen Tod vor dir auf ewig gelten. Um seinetwillen laß mich meiner Sünden Vergebung finden. 4. Stärt mich, des Lasters falschen Reiz zu fliehen, ein rein Gean! Sagt doch dieses Trostwort allen, die fern von der rechten Bahn, noch auf Sünderwegen wallen. Hier ist, was sie retten kann; Jesus nimmt die Sünder an! Mit wissen allem vorzuziehen. heil'ger Freude schwör' ich dir aufs neue die Pflicht der Treue. 2. Keiner Gnade sind wir wert. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ew'gen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein guter Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet alle, kommet her; kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes- Kinder. Auf, und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und noch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 450. 3ch bin im Himmel angeschrieben, und Gottes Kindern zugezählt; mich hatte schon sein brünstig Lieben von Ewigkeit dazu er wählt. Nun ruh' ich still in seinen Armen; mein Vater blickt mich Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 449. Jesus nimmt die Sünder huldvoll an. Ich weiß von nichts, als Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 199 als von Erbarmen, dadurch ich ihm gefallen kann. 2. Das dank' ich jenem guten Hirten; so selig hat er mich gemacht. Mit Schmerzen sucht' er mich Verirrten, und gab auf meine Wege acht. Komm, rief er täglich, fehre wieder! Ich hörte, sann und kehrte um, warf mich mit Thränen vor ihm nieder, und gab mich ihm zum Eigentum. 3. Wie war ich ihm so sehr willkommen! Wie freute sich sein Hirtenherz! Wie zärtlich ward ich aufgenommen! Wie bald wich da mein Seelenschmerz! Er wusch mich rein, verband die Wunden, und legte mich ins Baters Schoß. Du, hieß es, du hast Gnade funden! du bist von Schuld und Strafe los. 4. Das waren die Erquickungszeiten, die Tage längst erwünschter Ruh'; da floß ein Strom von Seligkeiten mir aus des Mittlers Liebe zu. Ich ward des Vaters Kind und Erbe; der Sohn sprach: Selig bist du nun. O, rief ich, wenn ich jetzo sterbe, wie werd' ich sanft, im Frieden ruhn! 5. Nun bin ich noch bei ihm in Gnaden; nichts raubt mir meines Vaters Huld. Mein Elend kann mir selbst nicht schaden; denn er hat göttliche Geduld. Je mehr ich meine Ohnmacht sehe, je mehr wird seine Gnade groß; und wenn ich denn nur brünstig flehe, so wird mein Herz des Kummers los. 6. So geht es hier durch tiefe Wege nach jenes Zions Höhen zu; und nur auf diesem schmalen Stege komm' ich zur ew'gen Sabbathsruh'. Dann soll man in den höhern Chören mein Loblied bis in Ewigteit aus dem verklärten Munde hören. Herr, mache mich dazu bereit! ( 451.) 452. W. o soll ich fliehen hin, da ich beschweret bin von dem Gefühl der Sünden? Wo soll ich Wer wird sich Rettung finden? mein erbarmen? Wer schaffet Trost mir Armen? 2. Du, mein Herr Jesu, du rufft Mit hoffendem mir täglich zu. Gemüte fleh' ich zu deiner Güte; du hilfft betrübten Seelen, die dich zum Helfer wählen. 3. Ich traue froh auf dich. Dein Blut floß auch für mich; du rettest mich von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sei: du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort recht fasse, mich fest darauf verlasse. Du sprichst: Dir ist vergeben! So fühl' ich neues Leben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nötig habe. Du wirst mich unterstüßen, und in Versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, nichts solle mich entreißen dir, dem ich angehöre, folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken sehen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest, wie ich's meine; du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 8. Herr, des ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden; so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. Mel. Verbesserung des sittlichen Zustandes. 200 Mel. Jesu Leiden, Pein und 2c. 453. Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigst reuet; größer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war bin ich's nicht wert, zu dir kindlich aufzusehen. Doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen; kennst mein Innres; siehest mich, wenn ich vor dir weine; und vergiebst mir väterlich, wenn ich's redlich meine. 3. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde hassen; nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 4. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet; der dem Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet! Rühm' es, Seele, vor dem Herrn, fließ' von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. 5. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele. Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeihst dem, der wiederkehret. Me I. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 454. welch ein Trost für meine Seele, daß, Gott, bei dir Vergebung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist! Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf' entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben, aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Du, den nur unser Wohl erfreut, Vergeben, o Vater, williger als du? erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, heißt uns dein eingeborner Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron; wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Beßrung führt! Dann find ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und, o, wie wohl ist meiner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch äußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh' doch nicht; und die ist mehr, als alles wert, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Mutes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Gnade, Gott, bei dir. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung, durch deine Gnade leiten lasse; so fehlt mir nie Beruhigung. Und stärkest du mein Herz, o Gott, so halt ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zu jenem Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht; und freue mehr noch, als hienieden, mich in des höhern Lebens Licht Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 201 und viel hab' ich gefehlt, nicht, wie er, gehandelt. Ich erkenne meine Schuld; voll der tiefsten Reue seh' ich auf zu deiner Huld; Vater, ach, verzeihe! Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, angenehm zu sein. Me L. Straf' mich nicht in 2c. 455. Reuvon nah' ich mich zu dir, Gott, um Trost zu finden. Bangen Schmerz erweckt in mir das Gefühl der Sünden. In mir spricht dein Gericht. Sieh' vor dir mich beben; wirst du mir vergeben? 2. Ja; denn zürnend strafft du nicht, wie oft Menschen pflegen. Weise schafft hier dein Gericht selbst durch Strafe Segen. Ach, sie soll reuevoll uns zur Tugend leiten, und zu Seligkeiten. 3. Ruft nicht von des Lasters Bahn Jesus Christ die Sünder? ,, Kommt, Mühsel'ge, kommt heran, werdet Gottes Kinder; Gott vergiebt, der euch liebt, es soll euren Seelen nicht an Troste fehlen". 4. Herr, ich komme! Sieh' in mir sehnliches Verlangen, bei der Reue Schmerz von dir Gnade zu empfangen. Dir will ich dankbar mich ganz zum Opfer geben, ewig dir nun leben. 5. Hält noch eitle Lust mich fest an gewohnten Ketten: du, der Schwache nie verläßt, kannst davon mich retten. Mach' mich frei; steh' mir bei, daß ich jede Sünde mächtig überwinde. Mel. Jesu Leiden, Bein und 2c. 456. Gott, der väterlich uns liebt, Vater aller Gnaden, sieh', zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuldbeladen. Ja, du nimmst die Sünder an, die mit bangen Zähren auf des Glaubens heil'ger Bahn sich zu dir bekehren. 2. Herr, ich hab' den Weg verfehlt, den dein Sohn gewandelt; oft 3. Leite mich nach deinem Rat; laß mich deinen Willen, so, wie unser Heiland that, treu und froh erfüllen. Regt sich Schwachheit noch in mir, stärke meine Seele; daß ich lebe dir, nur dir, Retter meiner Seele. 4. Herr, was kann ich ohne dich, auch beim besten Willen? Ach, zu schwach, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen! Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen. ( 457-459. Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 460. O Bater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, und thu' noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße! Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir nach deiner großen Güte! 2. Du, Geber wahrer Seelenruh', nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. Gieb mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahingegeben, du hast aus freier Huld auch mich erlöst zum ew'gen Leben; auch mich hast du versöhnt mit Gott; erbarm' dich meiner Seelennot, und gieb mir deinen Frieden. 4. Für Sünder floß dein teures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm' es denn mir auch zu gut, im Leben und im Sterben! Es tröste Verbesserung des sittlichen Zustandes. 202 tröste bei Gewissensschmerz, Gott, deine Vaterhuld, mein Herz, und lehr' mich Sünden meiden. 5. Geist Gottes, du, das wahre Licht der Herzen und Gedanken, regiere mich, und laß mich nicht vom Weg der Tugend wanken. Gieb, daß ich jedes Laster flieh'; daß Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, so hilf mir überwinden! Laß meine Seele Trost bei dir, du Gott des Trostes, finden! Belehre mich, daß Schmerz und Not, der Krankheit Last, und selbst der Tod mich doch zum Leben führe. 2. Dein Dasein laß mich, Herr, mit Überzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß jedem, der dich sucht, du ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Herr laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu' und deine Wahrheit bauen. Gieb, daß ich dir in Not, in Kreuz und Tod getreu, und durch des Glaubens Kraft all'zeit gehorsam sei. gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. HIST Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 462. Der Glaub' ist feste 3uMel. O Gott, du frommer 2c. versicht zu Gottes Gnad' und Treue, 461. Herr, ohne Glauben kann daß ihn der Tod des Sünders nicht, kein Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demutsvollem Flehen: O, zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen fann. daß ihn sein Leben freue; er ist der Kindschaft sichrer Grund, auf Gottes Wort und seinen Bund von Jesu selbst gegründet. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben recht erkennen, dich meinen Herrn und Freund, Trost, Schuß und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort 5. Dein göttliches Verdienst ſei mir beständig teuer, erfülle mich mit Trost, und mache mich stets freier vom schnöden Sündendienst; es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Teil im Himmel werden! Da werd' ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun; ja, dann erfüllst du ganz mein kindliches Vertraun. 2. Der Glaub' ist göttlicher Beweis, daß Gott nicht gern betrübe; daß er, zu seiner Güte Preis in seinem Sohn uns liebe. Er macht mein banges Herz gewiß, daß Jesus mich dem Fluch entriß, dem ich entgegen eilte. 3. Der Glaube giebt mir neuen Mut, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Was er mir giebt, und noch verheißt, mir einst zu geben, sieht mein Geist, als wär' mir's gegenwärtig. 4. Der Glaube stärkt mich, daß ich hin zum Unsichtbaren dringe; daß ich in Hoffnung selig bin, und nach dem Himmel ringe. Gott ist mein Gott, mein Heil sein Sohn! sein Geist mein Pfand; mein Schild und Lohn ist seine Vaterliebe. 5. Ich Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 203 5. Ich fürchte nicht der Hölle Heer, noch ihrer Strafe Flammen; ich bin kein Kind des Zornes mehr; Gott wird mich nicht verdammen. Weicht, alle meine Feinde, fort! Ich höre meines Heilands Wort: Die Sünd' ist dir vergeben. 6. Stürmt Sorg' und Unruh' auf mich zu, voll zweifelnder Gedanken: sein Geist versichert meine Ruh', und läßt mein Herz nicht wanken. Der Glaube fürchtet keinen Schmerz; er blickt auf Gottes Vaterherz und seines Sohnes Leiden. 7. Mein Glaube sei oft schwach und klein, wenn Trübsal sich erhebet; er darf sich dennoch Gottes freun, wenn er nach Hülfe strebet. So lang' ich Jesum Christum gern verehr' und lieb' als meinen Herrn, so lebt der Glaub' im Herzen. 8. Gott übt in solchen Kämpfen mich, um mein Vertraun zu stärken, und so vermehrt er väterlich den Fleiß in guten Werken; denn meine Hoffnung bleibet fest, daß mich mein Vater nie verläßt, wie hart mein Kampf auch werde. 9. Ich weiß, auf wen ich bauen fann; ich weiß, an wen ich glaube. Mein Gott nimmt mich zu Ehren an; er hebt mich aus dem Staube. Die Welt mag um mich her vergehn; ich falle nicht, ich bleibe stehn; ich glaube seinem Worte. den Erquickung, Mut und Hoffnung an, und giebst ihm jenen innern Frieden, den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieses Friedens Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, wenn Kleinmut unsern Geist verstimmt, willst du uns Schwache nicht beschämen, so lang' ein Funke Glaubens glimmt; du fachst ihn an, du nährest ihn; und bald wird er von neuem glühn. 4. Du stärkst die schon gesunknen Hände, du stärkst des matten Kämpfers Fuß; giebst der Versuchung solch ein Ende, daß unser Dank dich preisen muß, und führest durch die Prüfungszeit uns nur zu größrer Herrlichkeit. 5. Wir würden immer unterliegen im Kampfe mit der Leidenschaft, wir könnten keinen Feind besiegen, erfüllt' uns nicht des Glaubens Kraft; doch wenn dein Geist nur auf uns ruht, so siegen wir mit Heldenmut. 6. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, er überwindet eine Welt, und wirket in uns Gottes Werke, und Tugend, die ihm wohlgefällt; und jeder Sieg, den er verschafft, belebet uns mit neuer Kraft. 7. Verleih', o Herr, mir diesen Glauben; fern sei mir jeder Heuchelschein; laß nichts mir deinen Frieden rauben; in Liebe laß mich Mel. Mein Gott, zu dem ich zc. 463, Wenn heiße Thränen mir thätig sein. Dann werd' auch ich in jener Welt den Auserkornen zugeſellt. entfließen, mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, dann sink' ich, Herr, zu deinen Füßen, und finde, was mir Tröstung bringt; dann Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. wird der Glaube mir ein Licht, das 464. So hoff' ich denn mit meines Kummers Nacht durchbricht. 2. Du, Heiland, bietest jedem Müfestem Mut auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ew'ges Leben! 204 Verbesserung des sittlichen Zustandes. Leben! Gott ist ein Vater, der ver- gewiß, als du, o Herr, allein? Laß zeiht, hat mir das Recht zur Selig- deine Hülfe doch von mir nicht keit in seinem Sohn gegeben. ferne sein! 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben, und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren; es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen. ( 465.) 2. Ich glaube zwar an dich; doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir jede Hoffnung rauben. Wer macht das Herz 3. O, reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende! Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein; so laß ihn doch bei mir im steten Wachstum sein. Mel. Schatz über alle Schäße 2c. 467. Um als ein Christ zu leben, muß ich mich Christo weihn; nach höhern Gütern streben, und jede Sünde scheun. Zeitlebens muß ich ringen, in immer neuer Kraft, die Weltlust zu bezwingen, und jede Leidenschaft. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei, damit mein Herz sich dein, als seines Vaters, freu'! Mel. O Gott, du frommer 2c. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn 466. Herr, allerhöchster Gott, sie wankten, dann beim Vater sie von dem wir alle Gaben, und was uns nüßlich ist, in reichem Maße haben; o, sieh' erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht vertrauen kann. vertratest; ach, unterstüz' auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der um Glauben fleht! 7. In deiner Mittlerhand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Ewigkeit. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, so kräftig, daß ich mein Leben lang in deinem Dienst geschäftig, und stets beslissen sei, zu thun, was dir gefällt. So hab' ich schon in dir den Himmel auf der Welt. 2. Wie schwer ist dies Geschäfte sind meine Kräfte zu meiner Heider wahren Besserung! Wie schwach ligung! Doch sollt' ich darum zagen? Nein, Vater, nein, mit dir will ich den Kampf doch wagen; sei du nur stets mit mir! 3. Verleih' zu diesem Werke mir nur Wachstum und Beständigkeit im Guten. nur durch deinen Geist die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt. Durch ihn gieb meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich kein Scheingut wähle, das nur Verderben schafft. 4. Werd' ich im Guten träge, so stärke mich zum Lauf. Fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf; und mache jedes Laster, des sich der Sünder freut, mir immer nur berhaßter in seiner Schändlichkeit. 5. Ja, zeige mir am Throne der Herrlichkeit des Sohns der Überwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die Wonne der Erlöften, womit der gute Hirt, der für uns starb, mich trösten, und ewig krönen wird. 6. So kann ich alle Sünden, mich felbst, die Welt, den Tod, und alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen, ich bring' ins Reich des Lichts; ich bin gewiß, zu siegen. Dein Wort, mein Gott, verspricht's. ( 468.) hält, und spricht: Ich kenne Gott, der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben. fieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 205 Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rat der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; je höher dein' Erkenntnis steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christentum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Tugend gehn. Ich will forthin das Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 469. Wer Gottes Wort nicht Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe niemand teil. Mel. Mein Gott, zu dem ich 2c. 470. Gott, dir gefällt kein gottnicht vor dir. los Wesen; wer bös' ist, bleibet Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 3. O, stärke mich in dem Gedanten; gieb meinem Vorsazz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Mut und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei. So sieg' ich über Sünd' und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn 206 Verbesserung des sittlichen Zustandes. 5. Wenn ich indes aus Schwach- umringt, das ist's, was zum Fall heit fehle, mein Vater, so verwirf mich bringt. mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach' in Bekümmernis mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff' ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir; bis nach vollbrachter Übungszeit mich ungestörte Ruh' erfreut. Mel. Jesu, der du meine 2c. 471. Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen; immer noch ereilt sie mich, und verführt mich wider dich. 3. Voll von heiligen Entschlüssen, schwur ich dann, dir treu zu sein, und mit wachendem Gewissen nur in Unschuld mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 5. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du rächen! bösen Vorsatz strafft du nur. Hätt' ich nicht den Trost; ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. 4. Aber, ach, zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht; sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht! Plötzliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Menge mich 6. Stellet mir nun hier auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach: o, so segne mein Bestreben, so ge recht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt; habe nichts so sehr hienieden mir Mel. Wachet auf! ruft uns zc. gewünscht, als innern Frieden, als 472. Tugend ist der Seele Leein Herz, dir ganz geweiht, als der Frommen Seligkeit. ben. Wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers Gott, du kenneſt ist sie wert. mein Verlangen; dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach, würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! O, wie innig würd' ich mich freun, wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig sein. 7. Wenn ich falle, laß mich's merken; laß mich streben aufzustehn; eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre selbst mich fester gehn; warne mich, sei mein Begleiter; täglich führe, Gott, mich weiter; bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle; denn dein Verstand ist Licht, dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Ge Wachstum und Beständigkeit im Guten. Gerechtigkeit. O, bilde mich nach dir! So find' ich auch schon hier Ruh' der Seele; bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle, bin ich, so lang' ich hier noch walle! 3erstreut ist hier noch oft mein Sinn. Wachsam g'nug bin ich nicht immer; oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch. Wie drückt mich dieses Joch! Ich Elender! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? 4. Herr, du kannst dazu mich stärken. Von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit; sie leuchte mir in voller Klarheit, von Täuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich; o mache mich im Guten unveränderlich. nicht! Reich' du mir selbst die Hände, daß ich den schweren Gang durchs Leben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sei du mein Schuß, mein Licht, mein Führer, Helfer, Freund. Ach, Gott, verlaß mich nicht! 207 Wenn sich Versuchung naht, und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir. Ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen. In allem meinen Thun begleite mich dein Segen; die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich gedeihn. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Me I. O Gott, du frommer 2c. 475. Du sagst: Ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben von deinem Christentum ein sichres Zeugnis geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Christi Wege gehn, Me I. O Gott, du frommer 2c. 473. Ach, Gott, verlaß mich und Gottes Huld sich freun? 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Gieb mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht; und wenn ich straucheln will, ach, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöten und Gefahren, und laß zur rechten Zeit mir Hülfe widerfahren! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Dir bleib ich ganz ergeben. Hilf mir, daß ich, o Gott, recht glauben, christlich leben, und selig sterben mag, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod. Ach, Gott, verlaß mich nicht! ( 474.) 2. Du sagst: Ich bin ein Christ! Nicht Jesum nur bekennen, nur seinen Gott und Herrn ihn mit dem Munde nennen, ist echtes Christentum; befolge deine Pflicht, wie dich sein Wort gelehrt; die Heuchler kennt er nicht. 3. Zum Guten willig sein, mit Ernst das Böse hassen, den Lüften widerstehn, gewohnte Sünden lassen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; kein toter Glaube führt zur ew'gen Wohlfahrt hin. 4. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in unverfälschter Liebe; wenn du, wie Christus war, voll stiller Verbesserung des sittlichen Zustandes. 208 stiller Sanftmut bist, voll Demut und Geduld, dann sag': Ich bin ein Christ! 5. Jedoch, so lang' dich noch der Sinn der Welt regieret; dein Stolz zur Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet; nicht Sanftmut in dir herrscht, nur Zorn und Haß und Neid: so bist du noch entfernt von wahrer Heiligkeit. 6. Wenn, jedem wohlzuthun, die Unschuld zu beschüßen, mit möglich treuem Fleiß den Brüdern gern zu nüßen, ohn' Eigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenn's Verleugnung gilt, dann sag': Ich bin ein Christ! 7. Gott, Allbarmherziger, o, schenke doch uns allen, die Christi Name schmückt, auch Kraft, dir zu gefallen! Verleih' uns, Bater, Kraft, zu folgen Jesu Ruf, zu wandeln würdiglich dem himmlischen Beruf! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 476. Beglückt, beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an guten Werken reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt, und nie vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist! 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, leicht und schnell zu thun; spricht nicht im Sommer, gleich den Trägen: Noch will ich schlummern, will noch ruhn; sät früh und wuchert mit der Zeit zur Ernte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Bust daran, wie er, hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann; und nüßet jeden Augenblick für Gott und seiner Brüder Glück. 4. Nie abgeschreckt von Hindernissen, stärkt er mit Gottes Stärke sich zu seinen heiligen Entschlüssen, gleich Felsen, unerschütterlich; und wo er auch zu kämpfen hat, wird jeder doch vollführt und That. 5. Beschwerden scheut er nicht, gerüstet mit Selbstverleugnung, und entbehrt, was Sinn und Phantasie gelüftet, großmütig, größrer Freuden wert; wie schmeichelnd auch das Laster sei, doch stets ſein Feind, und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit festem Mute den Lastern sich, und kämpft für Gott; ihn treff' im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung, oder Spott; ihm bleibet doch der Preis des Streits; er kämpft und ringt; denn Gott gebeut's. 7. Er zählt der großen Siege viele; und alle werden ihm belohnt, wenn er nun nach erreichtem Ziele im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch! Nur ihr seid groß! nur ihr seid reich. Mel. Was mein Gott will 2c. 477. Hilf mir, mein Gott; verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Not dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß Glück und Freud' und Traurigkeit mich niemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich je betrübe. Gieb, daß ich alles Böse scheu', und nur das Gute liebe. Laß meine Pflicht, mein Gott, mich nicht mit Vorsatz je verlegen. Der Seelen Heil, mein bestes Wachstum und Beständigkeit im Guten. bestes Teil, das laß mich teuer schätzen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, den nichts mir könne rauben. Gieb, daß ich mich all'zeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Not, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe. Nimm allen Kaltsinn von mir hin; gieb, daß ich stets mich übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und allezeit mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 6. Nach vielem Reichtum, Gut und Geld laß, Herr, mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt nicht für das höchste achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und Würden ängstlich streben; laß mich vielmehr, nach deiner Lehr', in wahrer Demut leben. 7. Betrug und List und Heuchelei hilf mir mit Sorgfalt fliehen. Nie müss' ich mich durch Gleisnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig sein; laß mich nie lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und Sanftmut schlichten. 209 Bust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht nicht bloß Mel. Straf' mich nicht in 2c. mein Freund, auch selbst mein Feind 478. Mache dich, mein Geist, erfahre meine Liebe. bereit, wache, bet' und flehe, daß dein Herz zur bösen Zeit fest im Glauben stehe. Ach, schon ist mancher Christ von Versuchungsstunden plößlich überwunden! 8. Herr, lehre mich Enthaltsamfeit; gieb mir ein rein Gemüte, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser 9. Gieb, daß ich stets den Müßiggang und alle Trägheit fliehe, und meinem Nächsten lebenslang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir wohlgelingen; und segnest du das, was ich thu', so laß mich dir lobsingen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort ver= heißt, auf Christi Wegen führe; so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir den Lohn der Treue geben. 2. Auf denn, und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Wache! denn sonst zeiget sich bald darauf die Strafe! Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 3. Wache; denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, mutig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' 14 Verbesserung des sittlichen Zustandes. 210 Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. 5. Wach', und hab' auf dich wohl acht; trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach, es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln! 6. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen. Das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterfeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 7. Darum nah' dich mit Gebet oft zu seinem Throne. Wenn dein Herz nur gläubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt, seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben auf dein Flehn zu geben. 8. Nun, so will ich immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst'ger beten. Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone! ( 479.) übe, und doch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben; gieb Mut, der Sünde abzusterben. O, möcht' in deiner Gnade Schein die Finsternis verschwunden sein! 5. Ich muß, o Herr, noch mehr auf Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Wille unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten; hier gelten nicht der Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 8. Indes, Herr, will ich treulich kämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst, und mich aus allen Nehen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz 480. Hier legt mein Sinn sich befehlen. Ach, drück' es tief in meinen Sinn, daß ich in dir nur selig bin! vor dir nieder; mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht't. 11. Wenn ich mit Ernst daran gedenke, und mich in dein Erbarmen senke, so werd' ich von dir angeblickt, und meine Seele wird erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck' ich schon des Kampfes Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. 3. Du wollest gnädig meinen Willen, o Herr, mit Kraft zum Guten füllen; brich der Natur Gewalt entzwei, und mache meinen Willen frei. Mel. Was mein Gott will zc. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich 481. Sei Gott getreu und ſeinem liebe, und mich in deinen Wegen Bund; bekenn' ihn durch dein Leben; ihn Wachstum und Beständigkeit im Guten. ihn ehre nicht allein der Mund; dein Herz sei ihm ergeben. Wie hat er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade! Sei treu dem Herrn, und wandle gern auf Jesu Christi Pfade. 2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, kein Leiden dich je in deines Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu' wird täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich sezet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verlezet? Schau' nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; so wird, was dir begegnet hier, zum besten die nen müssen. 4. Sei Gott getreu, sein teures Wort stets mutig zu bekennen, vor jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen. Was in der Welt dir wohlgefällt, muß alles bald vergehen; sein teures Wort bleibt immerfort zum Heil der Frommen stehen. 5. Sei Gott getreu, so wirst du dann durch ihn auch Stärke finden. Er nimmt sich deiner Schwachheit an; bekämpfe nur die Sünden in seiner Kraft, die Sieg verschafft. Doch, wirst du dich vergehen: daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um fünftig fest zu stehen! 6. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß nichts von ihm dich wenden. Er kann und will in jeder Not dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken. Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 211 7. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron' zum Gnadenlohn im Himmel dir verleihen; dann wirst du dich dort ewiglich an seiner Huld erfreuen. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 482. Wer das Kleinod will erringen, wer zum Heil der bessern Welt will hindurch, als Sieger, bringen, zeig' im Kampfe sich als Held! Hier in seinen Übungstagen muß er alles thun und wagen, um der Hoffnung wert zu ſein: Einst ist jene Krone mein! 2. Wie hat nicht der Herr gestritten, eh' sein Haupt am Kreuze sant! Welche Qual hat er gelitten, als den Todeskelch er trank! Nun muğ jeder Name weichen, jedes Knie sich vor ihm beugen; denn er ward vor Gottes Thron hoch erhöht zum Himmelslohn. 3. Kämpften nicht und überwanden seiner Wahrheit Märtyrer? Was sie duldend einst empfanden, fühlt und duldet feiner mehr; und doch trugen sie mit Freuden der Versuchung schwere Leiden; achteten nicht Schmach und Not, Banden nicht, nicht Qual und Tod. 4. Und du wolltest unterliegen in dem Kampf der Leidenschaft? nicht den Reiz der Welt besiegen in des Glaubens hoher Kraft? nicht den innern Feind bekämpfen? nicht die Glut der Lüste dämpfen? Jesu Chriſti Eigentum, Seele, wo wär' dann dein Ruhm? 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Herr, die Waffen selbst zum Streit, daß ich unerschüttert stehe, wenn der Feinde Macht mir dräut; daß mich 14* felbst Verbesserung des sittlichen Zustandes. 212 selbst ich überwinde bei den Lockungen der Sünde; daß ich meiner Pflicht getreu, standhaft in Versuchung sei. ( 483.) Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 484. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und mich dir weihn, gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel. beste wissen habe, so hab' ich große Seligteit. Es ist des Himmels Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein Herz giebt Zeugnis mei= nem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes wert, der mich hier himmlisch wandeln lehrt. Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, 485. Wenn ich ein gut Ge- als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so geh' ich ein zur wahren Ruh'; weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 6. O Seele, darum sei beflissen, daß bei unwandelbarer Treu' ein immer freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sei; und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich ohne dich? 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn, voll Glaubensfreudigkeit, als meinen Vater anzubeten, der, was ich brauche, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 4. Mit Mut trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, auch an dem bösen Tage sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demut, wenn du mich beglückst; Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 486. O, welch ein unſchäßbares Gut ist doch ein gut Gewissen! Hab' ich nur das, so hab' ich Mut, wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin Freudigkeit eines gebesserten Herzens. 2. Bin ich mir deiner Huld bewußt, und, Gott, bei dir in Gnaden, so wohnet Ruh' in meiner Brust, und wer will mir dann schaden? Ich seh' auf dich in aller Not, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch das Gift der Lästerungen; wird meines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß ich nur mein Gewissen rein, und flieh' ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschützen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen; sie giebt mir Mut und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort, dort erst macht, o Herr, dein Mund den wahren Wert der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbestes Teil, zu haben sei beslissen. Gott, deiner Huld gewiß zu sein, dein heilig Recht nie zu entweihn, sei meine größte Sorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme ehren, und ohne frommen Borsaß nicht auf seine Warnung hören. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Alwissender, zum Lohne. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 487. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen; denn 213 hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wo andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Lust der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich selber zu vertlagen, in meinem Herzen tragen? Gott, laß dies ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht. Doch wenn wir uns besiegen: welch himmlisches Vergnügen gewährt die Überwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein zufriednes Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch im Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wor= nach die Thoren schmachten, was giebt dazn uns Mut? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: Ich bin dein, im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten, welch Glück, o Gott, kann größer sein? 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; kann ich dann boll Vertrauen auf dich, o Vater, schauen: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst Freudigkeit eines gebesserten Herzens. 214 selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß groß der Sohn im Himmel sei. 7. O, Unschuld, wenn ich denn auch leide; du tröstest mich in aller Pein, und machst es mir zu hoher Freude, auch unterdrückt noch fromm zu sein. Die Hütte wird mir zum Palast, wenn sie mit mir auch dich umfaßt. 488. 3um Trost in unsern 8. Ach, wenn ich einst vollendet Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) Kümmernissen, zum Licht aus dunkler Pilgerbahn gab uns der Schöpfer das Gewissen; das zeigt uns jeden Irrweg an, mahnt Sünder noch zur rechten Zeit, und schenkt den Frommen Seligkeit. 2. Hätt'st du ein Paradies auf Erden, und wärst des Unrechts dir bewußt, es würde dir zur Hölle werden; denn wär' in deiner Mel. Seelenbräutigam 2c. Brust. Ein Königreich vertauschtest 489. Sanfte Seelenruh', o wie du bei ihren Qualen gern um Ruh'. süß bist du! Du versüßest meine Freuden, bist mein Labsal auch in Leiden; ströme sanft mir zu, heil'ge Seelenruh'. 3. Wenn du auch über Meere flöheft, und einen menschenleeren Ort zu deiner Wohnung ausersähest; dich strafte dein Gewissen dort. Vergeblich schläferst du es ein; du taumelst nur zu größrer Pein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben fann; der stets sein Glück mehr darauf gründet, daß er die Tugend lieb gewann; der höher, als den Ruhm der Welt ein freudiges Gewissen hält! 5. In jedem Alter, jeder Lage wird's liebreich ihm zur Seite stehn, die kleinste Freude seiner Tage durch stillen Beifall ihm erhöhn, und wo Versuchungen ihm dräun, sein Führer und sein Netter sein. 6. Ja, Unschuld, du verscheuchst die Sorgen; o welch ein großer Schatz bist du! du wachst mit mir am frühen Morgen, drückst abends mir die Augen zu. Du habe, mein letzter Schweiß die Stirne deckt, wie fliehn die Schrecken dann vom Grabe, wenn mich kein innrer Richter schreckt! Dann ruf ich froh, selbst im Gericht: Mein Herz, mein Herz verdammt mich nicht! schwebst mir selbst im Traume vor, und führst zum Himmel mich empor. 2. Nie erfreuet mich etwas ohne dich. Ohne sanften Seelenfrieden giebt's tein Glück für mich hienieden; ach, wie inniglich such' und lieb' ich dich! 3. Selig ist der Christ, der dich nicht vermißt. Stören ihn auch manche Schmerzen, wohnt doch Ruh' in seinem Herzen. Alles wird versüßt dem, der dich genießt. 4. Drum so wollen wir streben stets nach dir. Gottes Willen treu vollbringen, nach dem ew'gen Heile ringen, dies gewährt schon hier Herzensruhe mir. 5. Auch im Seelenschmerz laßt uns himmelwärts hin auf Gottes Gnade schauen, und ihr christlich fromm vertrauen; o sie ist im Schmerz Balsam für das Herz. 6. Ja, im Glück und Leid willig allezeit Gottes Fügung sich ergeben, und Verhalten gegen Gott. Streben nach Erk. Gottes. und dann fromm und christlich leben giebt Zufriedenheit, tröstet und erfreut. 7. Süßes Kleinod du, sanfte Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht am dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß Aug' und Herz geöffnet sein. 490. Mein Gott, du wohnst daß mein Glaube thätig ſei. in einem Bichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntnis bringt, was du, o Allerhöchster, bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Weisheit führt, damit kein falscher Wahn mir raube, was mir ein ew'ges Heil gebiert. Kein Spötterwiß verführe mich! kein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O, führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an. 5. Vor allem gieb, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein' Er fenntnis sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'. Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erfenntnis, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nügt ein aufgeflärt Verständnis, wenn doch das 215 Seelenruh'! Sei uns Vorgeschmack schon hienieder von dem sel'gen Himmelsfrieden; bis zur Grabesruh' ströme sanft uns zu! Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und 7. Laß dein' Erkenntnis mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein, und einst, wenn Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun. Dort seh' ich dich in hellerm Licht, von Angesicht zu Angeſicht. Me I. Seele, was ist schöner 2c. ( Die verkürzte: Auf, hinauf zu zc.) 491. Seele, was ist herrlicher in der ganzen Welt, als ihr Schöpfer, als der Herr, welcher sie erhält? Sieh', die Natur ist in ihrer Blütenpracht, in dem Glanzgefild' der Nacht sein Schatten nur! 2. Schöner, als der Sonne Strahl, ist der Wahrheit Licht, das hier in das Nebelthal deiner Bildung bricht. Doch nur von fern glänzet dieses Lichtes Spur; es ist Morgenröte, nur von Gott, dem Herrn. 3. Treu der Wahrheit Bahn zu gehn, um in ihrem Licht immer mehr von ihm zu sehn, sei dir heil'ge Pflicht! Verachte Spott! Seele, frei vom Erdenhang, eil' hinauf den Stufengang, hinauf zu Gott! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) 492. W. o find' ich Gott, den meine Seele so sehnlich sucht, wo find' ich ihn? Jhn, den ich mir zum Freund erwähle, ihn allen, allen vorzuziehn? Wie weilt die Zeit, da 216 da er, mein Freund, sich inniger mit mir vereint! Streben nach Erkenntnis Gottes. 2. Wie wollt' ich Gott, mein Gott dich preisen, wenn ich dich sähe, wie du bist, da deine Werke schon beweisen, daß nichts dir gleich, Vollkommner, ist! Ich suche dich; doch find' ich hier nur schwache Schatten, Gott, von dir. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! Wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln dich erhöhn, könnt' ich im Antlit deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, welch hohes Loblied stimmt' ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt, enthüllt mir deiner Allmacht Stärke, enthüllt den weisesten Verstand; und deine Huld, die Davids Lob in schwachen Tönen nur erhob. Auch sprichst du, wie mit einem Kinde, in deinem Lebenswort mit mir; wie gut, wie zärtlich! Doch die Sünde verdunkelt oft dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 493.0, Gott, dich fürchten, kindlich scheuen, ist unsre höchste, größte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 7. Und wenn er auch in Finsternissen mein blödes Auge mir erhellt, was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt; auch nehm' ich allzu oft nur Wahn und Täuschungen als Wahrheit an. 8. Doch hört' ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört' ich nur, wie du's verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! Dann lernt' ich hier schon mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit erfreun. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben; mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Bater, zu gelen üben; wie selig wär' ich dann durch dich! Nun aber täuscht sich mein Verstand, gleich Kindern, oft mit eitlem Tand. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Ach, zeuch macht der Sünde, und deine Weismich zu dir! Entkräft' in mir die heit wohn' in mir, daß ich vor aller Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei! 11. Daß auch der schwächste Strahl bis ich dort dich näher seh', und von Wahrheit zu dir mich führe, mit mehr Klarheit, als durch die Schöpfung und dein Wort! Ich, der ich hier kaum stammeln kann, welch hohes Loblied sing ich dann! 2. Sie leite, Herr, mein Thun und Denken; sie müsse meine Weisheit sein, und mich auf solche Wege lenken, die vor dir heilig sind und Denn wer noch Lust zur rein. Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und Verhalten gegen Gott. und das vor dir zu thun mich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Was hilft mir alles Lob der Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt? 4. Laß nie mich dein Gericht vergessen, und wirke wahre Buß' in mir, damit ich nicht, stolz und vermessen, der Gnade Seligkeit verlier', die mich, bei aller Missethat, so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn. 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß, Herr, mich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln; du hasfest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, v Vater, wert. 8. In deiner Furcht laß einst mich sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Ehrfurcht vor Gott. 217 und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit; so wirst du nie dich überwinden, mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rat beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Mut verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was Unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: Vor seinem Angesicht ist Finsternis wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren, sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie gebeut; auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, giebt Heldenmut und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen verbotne That zu 494. Winst du der Weisheit thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß 218 Heilighaltung des Namens Gottes; des Eides. 8. Laß, Gott, mich deine Furcht niemals irre gehn. Wohl dem, regieren, mich stets auf dich, den der stets dich findlich scheut. Dich Höchsten sehn. Laß sie mich hier fürchten, Gott, ist Seligkeit. zur Weisheit führen; so werd' ich ( 495.) Mel. O Gott, du frommer 2c. 496. Bewahre meinen Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit Ehrfurcht selbst der Geister Heer erkennet, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih'; daß nie mir Scherz und Spott dein großer Name ſei. 2. Stets bleib' er heilig mir; und muß mein Ohr es hören, daß andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; so reiße nie der Strom der Spötter mich dahin. Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch sei der Name des, durch den ich, Gott, dich kenne, mir heilig, daß ich ihn stets ehrerbietig nenne. Die kennen Jesum nicht, die nicht sich seiner freun, und seinen Namen frech durch Lästerung entweihn. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! der Mensch kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; und nicht gefallen kann dir, Höchster, sein Gebet. ( 497.) dann ergreif' euch heil'ges Schrecken! Denkt: Gott ist uns nah, er lebt, er wird alles doch entdecken, was Betrug uud List verstellt, er, der Richter aller Welt. 3. Denkt, daß keine Finsternis ihm des Sünders Herz verhehlet; ach, er ahndet es gewiß, wo ihr frevelt oder fehlet! Diesem Richter troßet nicht; bebt und fürchtet sein Gericht. 4. Wenn ihr täuschen wolltet: ach, eures eignen Herzens Klage folgt auf jedem Tritt euch nach, quält bei Nacht euch und am Tage. Alle Ruhe raubt es euch. Selbstgericht, was ist ihm gleich? 5. Qual und Efend würde dann alles um euch her auf Erden; alles, was sonst segnen kann, würde dann zu Fluch euch werden; und Verzweiflung täm' zugleich ohne Rettung über euch. 6. Nein, für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Überzeugung hin, daß das recht ist, was ich thue; daß selbst meine Neigung nicht, was mir Gott gebietet, bricht. 7. Dann darf ich zu Gott hinan voll Vertraun und Hoffnung sehen, und hier selbst die rauhste Bahn mutig und mit Ruhe gehen. Denn Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 498. Heilig, heilig jei der Eid dem, der es redlich meint, ist Gott Vater, ist Gott Freund. euch, ihr Christen, die ihr schwöret! Furchtbar ist die Heiligkeit eures Richters, der euch höret; furchtbar, aller Lügen Feind, hier und wann er einst erscheint. 2. Wenn ihr eure Hand erhebt, Me I. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. 499. Gott, der du Herzenskenner bist, dem Falschheit stets ein Heilighaltung des Namens Gottes; des Eides. ein Greuel ist, und Lügen ein Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit ſein. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und frech vor dir mit Lügen stehn: dann laß mein Herz erschrecken. Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm! er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande giebst; dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Teil an Gott und Seligteit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr 219 mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 500. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten; hab' ich dich, darf ich's nicht achten; mir wird deine Lieb' allein mehr, als Erd' und Himmel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Spötterrotten. Zwar seine Langmut ist bekannt; er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten, ist Richter uns, schon in der Zeit, und Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid; ich will doch meine Seligkeit mutwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nie frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Mute bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmernis und Schmerz! 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht tausend Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür Verhalten gegen Gott. 220 für dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt, und mit mehr als Batertrieben, unaussprechlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, wie so liebenswert du bist! wenn mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist! wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte! Heil mir! dann, dann fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen; meine Seel' erkennt es wohl. Dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und empfahn an deinem Thron der volltommnen Liebe Lohn. von dir begabt mit Glanz und Pracht, erhellt aus seiner weiten Ferne mir zwar die Dunkelheit der Nacht; doch aller Sterne Glanz und Licht reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Voll ist die Erde deiner Güter. Ihr Reiz nimmt Menschenherzen ein, und blendet irdische Gemüter, nur dieser Erde sich zu freun. Doch mehr, als Güter dieser Erd', ist deine Gnade, Gott mir wert. 4. Wie mancher sucht in Ruhm und Ehre bei Menschenkindern nur sein Glück, und sorgt, daß sich sein Ansehn mehre, mit jedem Tag und Augenblick. Und doch, was hilft mir Ruhm der Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt! 5. Nur du kannst mich mit dem beglücken, was recht und ewig mich erfreut; auch du nur kannst mich dem entrücken, was mir Gefahr und Elend dräut. Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Bist du mir hold, so g'nüget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, als zwischen Leib und Seele sein? Doch muß es einst gelöset werden; und wer wird dann den Geist erfreun? Wer sonst als du, der Herr der Zeit, des Todes und der Ewigkeit? 7. Drum hilf du mir, mein ganzes Leben vor allem deiner Liebe Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. weihn, nach deinem Beifall einzig streben, und deinem Wink gehorsam ( Neue Mel.) sein. Mir ist's der größeſte Gewinn, wenn ich bei dir in Gnaden bin. 501. Herr, wenn ich dich nur haben werde, so hab' ich g'nug in Ewigkeit. Im Himmel und auf dieser Erde ist nichts, das mich, wie ded du, erfreut. Du bist mein aller- Mel. Was mein Gott will 2c. bestes Teil, im Leben und im Tod 502. Wen Gottes Liebe nicht zur mein Heil. 2. Das ungezählte Heer der Sterne, Pflicht, zur Heiligung beseelet, der rühme seine Tugend nicht, weil aller Liebe zu Gott und Freude an ihm. 221 aller Wert ihr fehlet. Wenn Vor- Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) teil, Wollust, Eigensinn und Stolz ihm Gutes raten: so hat er seinen Lohn dahin für seine guten Thaten. 2. Sei durch die Gaben der Natur, durch deinen Stand auf Erden der Menschheit Glück; bist du es nur, um mehr geehrt zu werden; so kann dein Thun, so kann dein Herz nicht Gottes Beifall haben; vor ihm bist du ein tönend Erz, uud leer sind Stand und Gaben. 3. Brich stets mit milder Hand dein Brod, die Armen zu verpflegen, entreiß' die Witwen ihrer vot, und sei der Waisen Segen; gieb alle deine Güter hin: noch hast du nichts gegeben, wenn Lieb' und Pflicht nicht deinen Sinn vor Gott dazu beleben. 5. Drum laß nie durch der Tugend Schein dein Herz zum Stolz verführen. Sieh' auf die Werke nicht allein; forsch' auch, woher sie rühren. Wohl dir, wenn, gut und mild zu sein, dich Gottesliebe dringet, und wenn aus ihr, aus ihr allein dein Gutesthun entspringet! 503. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist: laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode sein. 6. Liebe, die vom Himmel stammt, die Gottes Geist erzeuget, wenn deine Glut mein Herz entflammt, zum Guten hin mich neiget, zur Menschenliebe Reiz mir giebt: bann darf getrost und fröhlich ich hoffen, daß mein Gott mich liebt; ich bin hier fromm, dort selig. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 4. Läg' ihm an unsern Werken nur, wie leicht könnt' er uns zwingen, er, der Beherrscher der Natur, das Gute zu vollbringen! Allein vor ihm, der alles giebt, gilt Klugheit nichts und Stärke; er sieht das Herz an, ob's ihn liebt, sieht Willigkeit, und rechne auf den Zweck der Werke. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt, und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur! 4. Laß mich um deines Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden vollbringt, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beslissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bebestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden, wenn sie mein Herz geduldig nimmt. Wer seinen Kummer weislich nüßt, wird von dir mächtig unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn; mai Verhalten gegen Gott. 222 winn; so werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lentet, Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 504. Habe deine Lust am Herrn! und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was das Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet. Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? Mel. Jesu Leiden, Pein und zc. 505. Deines Gottes freue dich; dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ist's 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht' und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o, wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüte ſeliger Empfindung voll, voll von deiner Güte? 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; meine Leiden fühl' ich nicht, wie sie mich auch drücken! Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert; der du mir das Leben schenkest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich; bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich; und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Rebens, himme lische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Heiland, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird Gehorsam gegen Gott. wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben. Herr, dein Tag bricht einst herein; mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußt sein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst; in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Geister, die dein Loblied singen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 223 die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. ( 506.) als Angst und Not gebiert! Mach' uns deinen Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 507. Gut und heilig ist dein jeden Irrweg fliehn; denn dein Weg allein ist richtig. Gieb, daß unser Herz dir treu, unser Wandel heilig sei. 2. Dir gehorcht mit hoher Wonne nicht nur aller Geister Heer; deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, alles dienet deinem Willen; alles, Höchster, was du schufst, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot auch zu erfüllen; nur der Mensch, der Erdensohn, spricht oft deinem Willen Hohn. 3. Stolz empört sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deinem göttlichen Befehle widerseht er frevelnd sich, läßt sich nicht von dir regieren, folget lieber seinem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die ihn soll zum Heile führen, und geht blind mit sicherm Sinn auf verkehrten Wegen hin. 4. Bater, laß uns doch empfinden, daß uns böse Lust verführt, und daß jeder Hang zu Sünden nichts, 10. Laß die Lust der Sünde nie dieses Heil mir rauben. Rüste selbst mich wider sie mit entschloss'nem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Heil regiere, daß ich mein Bertraun auf dich ewig nicht verliere. 5. Dann wird, Heiligster, auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot freudig stets vollzogen werden, und entweichen manche Not. Alle, alle, die dich kennen, werden unterthan dir sein, und sich deiner Liebe freun, dich den guten Vater nennen. Denn wer deinen Willen thut, der hat immer frohen Mut. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 508. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur nach meiner Richtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Will' ist stets gerecht und gut. Wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von allen, die, dich zu kennen, fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folge, wie ein Kind, aus freier Lieb' und frohem Dank, und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; Verhalten gegen Gott. 224 gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er war's auch unter Schmach und Not, er war es bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gesetze mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Alwissenden, nur scheun. Dein Joch ist sanft! leicht ist die Last, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll Mel. O Gott, du frommer 2c. 509. Aumächtig großer Gott, wer kann dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein und ihr Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildnis wäre. Drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus freier Huld geschenkt. 3. O, welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Teil, wozu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück. O wohl nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf ihren Lasterwegen an, so laß mich fliehn, und sie vermeiden. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Bust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe, und deinen Willen treulich thu', so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben, in allem meinen Thun sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge sein! 5. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt; und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 6. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. Gott, der allen Jammer stillt! Gebt ( 510. 511.) 512. Sei Lob und Ehr' dem unserm Gott die Ehre! höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem 2. Es danken dir die Himmelsheer', o Herrscher aller Thronen! Und die auf Erden, Luft und Meer, in deinem Schatten wohnen, die preisen Dankbarkeit gegen Gott. Lob Gottes. 225 bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht. Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten; in seinem ganzen Mel. Werde munter, mein 2c. Königreich ist alles recht und alles 513. Du, der alles hieß entstegleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief den Herrn in meiner Not: Ach Gott! erhör' mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank', o Gott! drum dank' ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und ewig nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen treulich hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf' ermangeln muß, die sonst die Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonst hier nirgend finden Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all' mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott! deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich! Mein Geist und Sinn erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! od hen, haft auch mich hervorgebracht, auch zu meinem Wohlergehen Erd' und Himmel schön gemacht. Wie viel Herrliches enthält unser Wohnplat, diese Welt! wie viel Güter! wie viel Freuden! wie viel Hülfe selbst im Beiden! stalneg 2. Du nur bist's, der mir gewähret, was im Leben mich erhält, was den Körper stärkt und nähret, und den Sinnen wohlgefällt. Täglich strömt aus deiner Hand Segen auch auf meinen Stand; ich auch kann oft Leiden mindern, andrer Not und Elend lindern. 3. Und mit welcher Huld und Treue nimmst du meiner Seele wahr! Daß ich, als ein Christ, mich freue, reichst du selbst mir Kräfte dar; lenkst vom Eiteln meinen Sinn auf die bessern Güter hin; führeft mich auf Christi Wegen jenem ew'gen Glück entgegen. 4. Selbst aus Leiden dieses Lebens fließt mir Heil und Segen zu, und bei dir sucht nie vergebens meine Seele Trost und Ruh'. Nuß' ich deine Züchtigung nur zu meiner Besserung: dann führt auf dem Dornenpfade mich zum Heile deine Gnade. 5. Ja, in allem, was du schickest, seh' ich deiner Güte Spur. Wenn du züchtigst und beglückest, willst du, Gott, mein Bestes nur. Und ich sollte, Herr, nicht dein mich von ganzer Seele freun? Täglich will ich dich erheben, täglich dir zur Mel 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht befennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zn bringen; Ehre leben. 15 Verhalten gegen Gott. 226 Mel. Nun danket alle Gott 2c. 514. Don Freud' und Dank durchglüht, besingt den Gott der Liebe! Weiht ihm des Geistes Kraft, weiht ihm des Herzens Triebe! O Menschen, Seligkeit schließt der Gedanke ein, von dem Allgütigen, von Gott geliebt zu sein! 2. Der Schöpfer spricht ein Wort, und eine Welt entstehet; er spricht, der Ewige, und eine Welt vergehet. Licht ist sein Kleid, sein Blick durchdringt der Liefen Nacht; das grenzenlose All umfasset seine Macht. 3. Doch nur, um wohlzuthun, zu segnen, zu beglücken, gebraucht er seine Macht. Mit freudigem Entzücken fühlt seine Baterhuld, fühlt seine Gütigkeit! Auch uns hat unser Gott gesegnet und erfreut. 4. Wir danken, Vater, dir; wir weihen, Gott der Liebe, dir unsers Herzens Triebe. O, bilde unser Herz nach dir, Allgütiger, und mach' an Güte uns dir immer ähnlicher. ( 515.) Mel. Lobe den Herren, den 2c. 200 516. Dantet mit Freuden, o danket dem Vater der Gnade, ihr, die er fegnet und führet auf sicherem Pfade! Die ihr ihn kennt, Vater in Christo ihn nennt, preiset den Vater der Gnade! 2. Seine erhabenen Werke sind oftmals verborgen; eh' sie geschehen, zagt alles, vertiefet in Sorgen. Sind sie geschehn; hat man sie heute gesehn: o, so vergißt man sie morgen! 3. Nicht so, ihr Kinder des Höchften! Erkennet die Gaben, die wir vom mildesten Vater im Überfluß haben! Sorgte nicht er, Brüder, wo nähmen wir her, was nur wir Dürftige haben? 4. Habt ihr nicht oft seine helfende Rechte erfahren? Ach, wie oft konnte nicht macht euch, nicht Weisheit bewahren: er, der es kann, nahm sich dann euer noch an, riß euch aus tausend Gefahren. 5. Dank läßt uns immer mehr Gaben vom Geber empfangen, Zusaß im Glauben, im Bieben, im Hoffen erlangen. Und der Herr giebt, wenn das Herz kindlich ihn liebt, mehr uns noch, als wir verlangen. 6. Rufe mich an in der Not, und ich will dich erhören; bist du errettet, so soll auch dein Dank mich dann ehren. Dies ist sein Wort; danket, o danket nur fort; er wird die Gaben vermehren. 7. Hilf mir, mein Vater, dir danken mit heiligen Werken; folgsam in allem auf deine Gebote nur merken; mutig dir traun; still in der Not auf dich schaun! Du allein, du kannst mich stärken. ( 517.) Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 518. Stimmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüte! Es rühm' und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Not; drum lobet ihn, lobt unsern Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding' erhält. Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Dankbarkeit gegen Gott. Lob Gottes. hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns allen hat gegeben; der uns mit seiner Rechten schützt; der täglich schenket, was uns nüßt. Drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, er gab uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben; der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rat vollbracht. Drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns durch Jesu Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk', das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum dantet seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott mit Herz und Mund und That; ja, alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! ( 519.) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 227 schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht! O, wär' ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! hätte, und einen tausendfachen Mund! so stimmt' ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan! 2. O, daß doch meine Stimme 3. Was säumt und schweigt ihr, meine Kräfte? Erwacht; gebrauchet allen Fleiß! Auf, auf! zum heiligsten Geschäfte, zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und reget euch mit mir! Ihr schlanken Halmen in den Feldern, ihr Blumen, lasset eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dank dir, o Schöpfer, du, mein Vater, für dein erbarmungsvolles Herz! Dant, Jesu, mildester Berater, für deine Treu' im Todesschmerz! O Geist des Herrn, was mir gebricht, Dank dir, das wirkt dein göttlich Licht! 7. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Wer hilft aus aller Angst und Not? Wer trägt mit meiner Sündenschuld unendlich gnä520. O, daß ich tausend Zungen dige Geduld? 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht triumphierend aufwärts sehn? Und fiele selbst der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein! 15* 9. Drum 228 9. Drum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit! Verhalten gegen Gott. 10. Ich will von deiner Gnade fingen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlich Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit geſehn. Mel. O Gott, du frommer 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 522. Es hilft uns unser Gott, 523. Groß ist der Herr! die er höret unser Flehen; wir dürfen stets getroft zu seinem Throne gehen. Und flagen tindlich wir ihm unsre ganze Not, so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in finstern Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Geset; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben giebt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weiseste die ganze Welt regieret. Sein göttlicher Verstand sieht am besten ein, was jetzt und alle zeit für uns mag nüßlich sein. es 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besizet, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüzet! Ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei; getroft und unverzagt! Die Allmacht steht uns bei! wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer kränket; der sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist. Von ihm kommt alles Heil auf uns durch Jesum Christ. 11. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich verklärt zum Engel bin. Da sing' ich dann vor deinem Thron, ein höhres Lied in höherm Ton. ( 521.) 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der dem Wurm ein Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel giebt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demut nahe dich dem Herrn. In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. mit deinem Frieden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm. 5. O, schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich. Zu ihm blick' auf, und bet' und glaube; versagend selbst erhört er dich. Doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel seiner Huld. 6. Gott Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 229 6. Gott fehlet nicht; o Seele, thue, was dir gebührt; sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwächst der hohe Mut, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt. Was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. 524. Gieb dich zufrieden, und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle; ohn' ihn mühst du dich vergebens! Er ist dein Quell; die Bebenssonne, die täglich hell dir scheint zur Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Licht und Trost und Gnaden, von gar treuem Vaterherzen; liebst du ihn nur, wie mag dir schaden auch die Bein der größten Schmerzen? Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden; ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft erergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen, und fasset auf all' unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein ein'ger wär' auf Erden, dem du dich darfst anvertrauen, alsdann will er dein Treuster werden, und nur auf dein Bestes schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, es dir zu nehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen, und des Herzens stilles Klagen; und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern von deiner Hütte; hört bald und gern des Armen Bitte. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bes zwingen; halt' an Gott, so wirst du siegen! Ob alle Fluten dich umringen, kannst du doch nie unterliegen; denn wenn du wirst so hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt gewähren. Des Höchsten Hand, voll aller Gaben, ist reich, um Land und Meer zu laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vögeln in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein schenket, der auch die Blumen auf den Feldern alle Tage schmückt und tränfet, der wird auch dich, den ein'gen, nähren, und väterlich dem Mangel wehren! Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Wo find' ich Hüll' und Speise? Wo ich such', ist nichts zum besten! Denn das ist Gottes stille Weise: helfen, wenn die Not am größten. Wenn du und ich ihn nicht mehr spüren, so naht er sich, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 10. Bleibt schon die Hülfe etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen! Macht dich das Harren ängstlich, bange: es geschieht zu deinem Frommen! Was langsam schleicht, faßt man gewisser; und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Verhalten gegen Gott. 230 11. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet hier auf Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab; da wird sich's enden. Gieb dich zu frieden! 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns retten aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen. Bald wird der Tod auf schnellen Schwin gen aus aller Not uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 13. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich nun auch in Frieden freuen; da sie, vereint an Lebensbächen, den ew'gen Freund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! traut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht, dies ist seine Zuversicht. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder; er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns deucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Not uns quält, wenn uns Rat und Beistand fehlt. gern auf des Lebens rauhen Wegen; er, der liebreich unser denkt, und zum Glück die Trübsal lenkt. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 525. Wer er auf seinen Gott ver- 526. Auf Gott, und nicht auf meinen Rat will ich mein Glück stets bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so 5. Wenn mein Auge lang' ge= weint, ohne daß ich Hülfe sehe; wenn sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mic nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen; er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich selbst nur ihm getreu, so steht er mir huldvoll bei. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! 4. 3ft Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 231 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschickt, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt uns doch im Grabe. Ungeduld, und will mich hier verdammen; auch diese Leiden fürcht' ich nie; denn Gott, mein Freund, vertilget fie. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich feit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden; Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. seinen Gott recht findlich kann verlassen! Den mag gleich schrecken Sünd' und Tod, und alle Welt ihn hassen; so bleibt er dennoch wohlgemut, weil er im Schoß des Höchsten ruht. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 2. Groß sind deine Werke. Niemand ist an Stärke dir, du Höchster, gleich. Du bist nah und ferne, 527. Wohl dem, der sich auf lentest Sonn' und Sterne, machest arm und reich. Hab' ich dich: was ängstet mich? Du bist groß an Macht und Gnade; wer ist, der mir schade? 2. Es mag die Welt gleich immerhin mich hier und da befeinden; kann sich nur mein Gemüt und Sinn mit meinem Gott befreunden, so beb' ich nicht vor ihrem Truß; ich steh' in Gottes heil'gem Schuß. 3. Und hab' ich gleich darüber oft viel Unglück leiden müssen; so hat Gott dennoch unverhofft mich stets herausgerissen. Da lernt' ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß sein. 5. Drum tobe nur der Feinde Heer mit ihrem Thun und Lachen, ja, alle Welt; mich kann nicht mehr ihr Zürnen traurig machen! Gott ist mein Freund, mein Schuß und Rat; wohl dem, der Gott zum Freunde hat! 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld sich häuft in mir zusammen, mich treibt in Angst und Mel. Jesu, meine Freude 2c. 528. Gott von Macht und Güte, mein betrübt Gemüte tröstet nur dein Wort. Wovor soll mir grauen? Dir will ich vertrauen, Gott, mein Fels und Hort. Nur auf dich verlaß ich mich. Stärke mich, daß kein Gedanke zweifelnd von dir wanke. 3. Urquell aller Freuden! In so manchen Leiden, wenn mich Not geschreckt, hast du voll Erbarmen mich mit Liebesarmen väterlich bedeckt. Deine Treu' ist täglich neu; täglich will ich dich erheben, und dir dankbar leben. 4. Gott, dein Weg ist heilig, und du sorgest treulich für mein wahres Heil. Auch auf rauhen Wegen wird so mancher Segen mir von dir zu teil. Was du thust, iſt meine Lust. Dir, dir halt' ich findlich stille; dein Will' ist mein Wille. 5. Du, du liebst die Treuen, die sich kindlich freuen, daß du gnädig bist. 2328 bist. Der lebt dir zur Ehre, traut auf Jesu Lehre, wer nicht zaghaft ist. Wer sich fest auf dich verläßt, wird doch, sollt' ihn alles hassen, nie von dir verlassen. Verhalten gegen Gott. i pos 6. Gott, dir sei mein Leben, treu mein Herz ergeben; du bist fromm und gut. Gieb, wenn ich hier leide, durch den Geist der Freude mir des Christen Mut. Sei mein Schild; laß Jesu Bild, wenn mein Auge bricht, mich sehen, froh einst vor dir stehen. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 529. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird seine Seele stille; ihm g'nügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche nach dir schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich ge= liebt, verlassen sehen müssen; du läsfest, wenn ihn Not umgiebt, ihn deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerecht' in seiner Not Hülf' und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh' denen, die zu Menschen fliehn! Weh' dem, der von Gott weichet! Schreckt Sünde schon; sein eig'ner Sohn, der sich für dich ließ töten, erwarb dir Hülf' in Nöten. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl' ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. mein hoffend Auge blickt auf dich; mein Gott und einst im Tod mein dir will ich mich ergeben. Sei du Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Me 1. Herr, wie du willst, so 2c. 530. Du hast, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Not in Freuden einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich, Vater, auf dein Wort, der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh'; was mich bekümmert, lerke du zu meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermannen wollen. Auch hab' Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 233 und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. hab' ich nicht auf dich gehofft, wie ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! An dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich versündigt. 3. Viel' bemühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, und ganz unbeständig sind; ich will nach dem Ew'gen ringen, was mir wahres Heil kann bringen, und man hier gar selten find't. 4. Erbarmender, vergieb es mir nach deiner großen Güte! Erfülle mit Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüte; und stärk' in mir die Zuversicht, du werdest mich, als Bater, nicht verlassen, noch versäumen. 5. Seh' ich auch gleich nicht immerfort den Weg zur Rettung offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rat, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so wählst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs reichlichste ersetzen, wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. O, stärke mir dadurch den Mut bis an mein sel'ges Ende! ( 531.) 532. Anes ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein' Hoffnung seget, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret, und mir manches Glück gewähret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet, und noch leitet 4. Hoffnung kann das Herz er= quicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben, und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet; alles Irdische vergehet, und fährt wie ein Strom dahin! Mel. Herr, wie du willst, so 2c. 533. Ich hoff auf keine Hülfe mehr, als, Herr, von deinen Höhen. Bei Menschen sind' ich kein Gehör; erhöre du mein Flehen. Du bist mein Gott; du bist mir oft in meinem Leiden unverhofft mit deinem Trost erschienen. 2. Du bist der Gott noch, dessen Macht Ägyptens Fürsten schreckte, der aus des Todes öder Nacht den Lazarus erweckte. Herr, hilf mir! Ja, ein himmlisch Licht, das in die dunkle Seele bricht, verspricht mir deine Hülfe. 3. Mit deinem Trost erquicke mich, wenn mir ein Leid begegnet. Herr, nimmermehr verlaß ich dich, bis deine Verhalten gegen Gott. fue pufog 234 deine Huld mich segnet. Ich höre dich. Mein Vater spricht: Ich bin dein Schuß, dein Trost, dein Sicht; geh' hin, mein Kind, in Frieden! 534. Sont es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen; o, so weiß und glaub' ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß! 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nötig iſt. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben das, wornach die Kinder streben: so hält Gott auch Maß und Biel; er giebt wem, und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Troß dem, was mir Angst will machen! Ich kann dessen Macht verlachen. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz der Welt und allen denen, die nach meinem Fall sich sehnen, die mir sind ohn' Ursach' feind! Gott im Himmel ist mein Freund! 7. Laß die Welt nur immer neiden. Will sie mich nicht länger leiden, o, so frag' ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben; muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur im Himmel sieg', hab' ich alles zur Genüg'. 9. Ich will ihr gar gerne lassen ihre Bust; sie mag mich hassen! Ich verachte ihren Spott, und verlasse mich auf Gott. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe! Legt man mich auch in das Grab; ach, Herr, wenn ich dich nur hab'. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 535. Was Gott thut, das ist immer gut; wie sollt' ich mich denn tränken, ob er mir jetzt gleich wehe thut, und einen Kelch will schenken, der voller Leid und Bitterkeit durch meine Glieder fähret, und jede Kraft verzehret! 2. Was Gott thut, das ist immer gut; es geh' auch, wie es gehe; ob es gleich unser Fleisch und Blut nicht immerdar verstehe! Doch weiß der Geist, daß allermeist der Höchste die betrübet, die er von Herzen liebet. 3. Was Gott thut, das ist immer gut; lacht man in guten Tagen, so muß man auch mit gutem Mut die bösen Tage tragen. Denn Gottes Hand ist bald gewandt und hat in wenig Stunden geschlagen und verbunden. 4. Was Gott thut, das ist immer gut; durch Krankheit ist sein Streben, gleich einem Schmelzer, durch die Glut dem Golde Glanz zu geben. Das heißt bewährt, und der erfährt, wer an den Gliedern leidet, daß Sünde von ihm scheidet. 5. Was Gott thut, das ist immer gut; wenn wir es nur bedenken, so soll uns keine Jammerflut der Trübsal hier ertränken. Ein einzig Wort, so muß der Ort, wo wir geflechet haben, mit Siegeskraft begaben. 6. Was Gott thut, das ist immer gut; kein Arzt ist ihm zu gleichen. Die Kranken sind in seiner Hut; er kann ein Labsal reichen für alles Gift, das uns betrifft. Selbst von des Todes Ketten weiß seine Hand zu retten. 7. Was Gott thut, das ist immer gut; ich will es auch erkennen, und was er jetzo an mir thut, nur lauter Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 235 ter Liebe nennen. Mein krantes Herz soll allen Schmerz in Christi Huld versenken. Was darf ich mich denn fränken? Erhab'ner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt. 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm' ich auch aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Du führst mich, Herr, zu deinem Licht; ich glaube, was dein Wort verspricht. 8. Was Gott thut, das ist immer gut; will er noch länger schlagen, so bleib' ich dennoch wohlgemut; er wird es helfen tragen. Ja wenn die Not auch in den Tod mich endlich sollte reißen; doch ist es gut zu heißen. 9. Was Gott thut, das ist immer gut, auch mitten in dem Sterben; denn stirbet man auf Christi Blut, so ist das Sterben Erben. Dort ist es gut; drum wohlgemut! Geht es aus diesem Leben: Gott wird ein beßres geben! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 536. Mein Schuß ist Gott! Ihn laß ich walten; ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels, und wante nicht. 2. Was quäl' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir's verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn: uns hilft sein Vaterherz. 4. Gott ist die Liebe; kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott bersagen, der so unendlich gütig ist! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 537. Gieb mir das Wollen und Vollbringen, o Vater aller Gütigkeit! und mache mich vor allen Dingen durch deinen guten Geist bereit, daß meinem Herzen nur gefällt, was mir dein Wille vorgestellt. 2. Du hast mir deinen guten Willen in deinem Worte g'nug erklärt; ach, könnt' ich den nur recht erfüllen, so wär' ich dir auch lieb und wert. Nun aber fehlt mir noch gar biel; ich bin noch weit vom rechten Ziel. 3. Mein Eigenwille steht im Wege, daß ich nicht will, was dir gefällt, indem ich das zu wollen pflege, was Welt und Fleisch für ratsam hält. Des Menschen Wille bleibt verkehrt, der oft für Segen Fluch begehrt. 4. Dein Wille, Vater, aber lenket mich allezeit zum Guten hin; denn wo der Mensch nicht hingedenket, da leitest du doch unsern Sinn, und läsfest uns am Ende sehn, es sei zu unserm Heil geschehn. 5. Gieb, daß mein Wille deinem Willen sich findlich unterwerfen kann. Und kann ich alles nicht erfüllen, so nimm den guten Willen an, und habe du aus großer Huld mit meiner Schwachheit noch Geduld. 6. Willst du, daß mir die Sonne scheine, so laß mir's auch gefällig sein; willst du, daß mir der Himmel weine, 236 weine, so lenke mich gelassen drein. Soll ich zum Kreuz und Grabe gehn, so laß es auch mit Lust geschehn. 7. Ich folge demnach deinem Willen; der Schatten folgt der Sonne nach. Willst du mich nur mit Kraft erfüllen, so folg' ich dir, Gott, allgemach. Wer sich nach deinem Willen richt't, spürt immer Kraft und neues Licht. Verhalten gegen Gott. 8. Mein Jesus ist mir vorgegangen, der deinen Willen freudig that. Will ich nun mit dem Namen prangen, den er mir selbst gegeben hat, so muß ich auch darauf beruhn, und deinen Willen willig thun. 9. Laß mich im Leben und im Sterben nach deines Willens Leitung gehn, und diesen Trost im Glauben erben, dein Wille werde fest bestehn. Du willst ja meine Seligkeit; so mache mich dazu bereit. In eigner Melodie. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet; was ihm von mir be liebet, das hab' ich auch( allein) erkiest. Übel schüßt; leb' ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir( ewig) nüßt. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht schnell das Urteil sprechen, und haben noch ( mit mir) Geduld, 6. Leg' ich zur Ruh' mich nieder, weckt mich der Morgen wieder, lieg' oder zieh' ich fort; in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein ( teures) Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich werd' ihn( mutig) überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so wie er mir gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß ( gar wohl) die rechte Zeit. 538. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohlgelingen, selbst geben( Segen,) Rat und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, 539. Was mein Gott will, geum alle meine Mühe, um meine Sorg' und Kunst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stell's in seine( Vater-) Gunst. 9. So sei nun Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß für alles( Hülf' und) Rat. scheh' allzeit; sein Will' ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der treue Gott; thut weh, ohn' uns zu hassen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mir Trost und Zuversicht, mein Hoffen und mein Leben; dem, was Gott will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet. Er Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 237 Er sorgt und wacht, und seine Macht giebt alles, was uns fehlet. Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und selbst geschaffner Bein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater! weiß und sieht, was gut sei oder schade dem menschlichen Gemüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held! und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 3. Und muß ich einst von dieser Welt hingehn nach seinem Willen, zu meinem Gott: wenn's ihm gefällt, will ich mein Herz auch stillen. Dir, Herr, befehl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich einst überwunden. 540. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir; laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt' mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst! Gieb mir Geduld; dein Will' ist stets der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih' mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte mich vor falscher Lehr', zeig' mir die enge Pforte. Gieb, was mir dient zur Seligkeit; wend' ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Und soll ich einst nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden: verleih' mir, Herr, nur deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden! Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir; gieb nur ein selig Ende mir durch Jesum Christum. Amen. Mel. Keinen hat Gott verlassen 2c. 541. Befiehl du deine Wege, und was dein Herz nur kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern; dein Walten nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. darf 5. Und ob gleich Welt und Teufel hier wollten widerstehn; so wird doch ohne Zweifel des Höchsten Rat geſchehn. Was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele! hoff', und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was die Herzen betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente, und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich befümmert hat. 9. Er 238 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Teile, als hätt' in seinem Ginn er deiner sich begeben; und sollst du für und für in Angst und Nöten schweben, fo frag' er nichts nach dir. os Verhalten gegen Gott. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mind'sten gläubst. Er wird dein Herz erlösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du trägst den Sieg davon. Auf daß dein Herz sich freue, blick auf die Ehrenkron'. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand; und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr! mach' Ende mit aller unsrer Not; stärk' unsre Füß' und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen sein. So gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Geduld ich seiner Huld, wird er mich nicht verlassen. 2. Das kann mir fehlen nimmer mehr, mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer, so will er mich nur üben; er will mein Herz, auch unter Schmerz, gewöhnen, sich zu fassen. Trau' in 3. Gebildet hat mich seine Kraft, mir Seel' und Leib gegeben; er ist's, der Nahrung mir verschafft, er fristet mir das Leben. Erbarmend hat auch mich sein Rat gezählet zu den Seinen. Der so mich liebt, so viel mir giebt, er kann's nicht böse meinen. 4. Er ist voll Weisheit und Berstand, voll Kraft in seinen Thaten; es ist ihm Zeit und Ort bekannt, zu helfen und zu raten. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sei mit einer großen Last dein Lebensgang beschweret; hast ſpät und früh nur Sorg' und Müh' auf selbst erwählten Wegen; doch was dir fehlt, dich schuldlos quält, das bringt dir ew'gen Segen. 6. Es kann bei stetem Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter Mel. Was mein Gott will 2c. 542. Ich hab' in Gottes Herz sei die Arzenei, schafft sie doch neues Leben; so muß der Schmerz oft unser Herz zu Freud' und Glück erheben. und Sinn mich voll Vertraun ergeben. Was böse scheint, wird mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben; denn Gott ist mein, und ich bin sein; was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. 7. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände. Mach's wie es dir gefällt, mit mir bis an mein Lebensende. Du, der die Welt so weis' erhält, so mild pflegt zu regieren, du wirst auch mich recht väterlich auf sicherm Pfade führen. 8. Willst du mir geben Sonnenschein: ich nehm' ihn an mit Freuden; soll's aber Nacht und Trübfal sein, Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 239 sein, will ich's geduldig leiden. Soll ich vor dir noch länger hier im Pilgerstande leben; wie du mich führst und führen wirst, nie will ich widerstreben. Hier kann ich nicht sein Antlig sehn; dort schau' ich's und voll Freuden. Dort seh' ich, daß sein Baterrat mich treu und wohl geführet hat; das ist mein fester Glaube. 9. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen. Er führt zum bessern Leben ein, ( 544.) und leitet mich zum Schauen. Dort Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. wird mir klar, was dunkel war in 545. Befiehl dem Höchsten deine meinem ersten Leben; und dann werd' ich voll Wonne dich für Leiden auch erheben. Wege, und mache dich von Sorgen los. Vertrau' dich seiner Vaterpflege; für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens weiß. Preis nicht herrlich auszuführen 2. Wo du ihn nur hast walten lassen, hat er es immer wohl gemacht; denn was dein Denken nicht kann fassen, hat er schon längst vorher bedacht. Wie es sein Rat hat außersehn, so, und nicht anders, muß es gehn. Mel. Herr, wie du willst, so zc. 543. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Es wird, was gut ist, wählen; hat, was mir nüßt, vorher ersehn, und das kann mir nicht fehlen. Wohin er führt, da geh' ich hin, versichert, daß ich selig bin, wenn ich ihm kindlich traue. 2. Wie Gott mich führt, so will ich gern von ihm mich leiten lassen; kann ich gleich oft den Weg des Herrn nicht ganz verstehn und fassen. Mein Eigenwille weigre sich; in Gottes Rat ergeb' ich mich; ich bin ja nicht mein eigen. 3. Wie Gott mich führt, so folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? Ich trau' auf seine Gnade fest; was er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führt, so wird er mich auch in den größten Stürmen, weil ich ihm folge, väterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält, so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich leben oder sterben. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Freuden oder Leiden. 3. Wie wirst du deine Lebenstage von mancher Kummerlast befrein! Wie leicht wird dir die Not und Plage in diesem Jammerthale sein, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will, und ihm gefällt! 4. Dir wird's an feinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht, und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu; laß mich sein vergnügt mit allem, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seelen an; so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's; sie ist die deine, und stet dich dein teures Blut. O, mache sie von Sünden reine, non Verhalten gegen Gott. 240 reine, dir wohlgefällig, fromm und gut. Ja, laß mich dir empfohlen sein; so wird gewiß dein Segen mein. 7. Indes, o Herr, sei stets gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh' ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigentume mich erwählt, und deiner Herde zugezählt. 8. Dir sei auch Preis und Lob gegeben, daß du mich von so mancher Last befreit, und für mein zeitlich Leben so gnadenreich geforget hast. Mehr, als ich dir verdanken kann, hast du schon hier an mir gethan. 9. Doch preis' ich deiner Liebe Thaten dereinst erst in Vollkommenheit, wenn mir der heiße Wunsch geraten, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie dein weiser Rat mich immer wohl geführet hat. du sanfte Trösterin, gleich Gottes milder Sonne erwärmst du Geist und Sinn! Du strömest reine Freuden in jedes Menschen Herz, versüßest seine Leiden und linderst seinen Schmerz. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mel. Schatz über alle Schäßze zc. 547. Ich hoff' auf dich; denn 546. Osoffnung, Lebenswonne, 2. Du heiterst trübe Morgen, der Nächte Dunkelheit; zerstreust des Lebens Sorgen, und stärkst zur Thätigkeit; sprichst Mut auf rauhen Wegen in des Verzagten Brust: verheißest neuen Segen bei jeglichem Verlust. die Angst des Todes stillt, mit himmlischen Gedanken der Zukunft ihn erfüllt. In seinen letzten Stunden zeigst du ihm Seligkeit, die ihn, vom Staub entbunden, dort ewiglich erfreut. 5. Auch mir, auch mir zur Seite gehst du, o Hoffnung treu; machst, daß in jedem Leide ich mich der Zukunft freu'; zeigst dort mir neue Blüte, welkt hier ein Glück mir ab. Preis ihm, der dich aus Güte mir zur Gefährtin gab! 3. Du bist's, die voll Erbarmen die Dürftigkeit beglückt; die den verlass'nen Armen mit ihrem Trost erquickt; die selbst den Lebensmüden mit frischer Kraft belebt, zum lang entbehrten Frieden des Sünders Herz erhebt. 4. Du bist es, die dem Kranken 6. O, führe du mich weiter auf dunkler Lebensbahn; dann geh' ich froh und heiter zu meinem Ziel hinan. Wie viel darf ich noch hoffen! Du zeigst in Gottes Licht mir selbst den Himmel offen; und dieses täuschet nicht. deine Gnade hält mich empor, verläßt mich nie. Sei's immer Nacht auf meinem Pfade; du riefst die Nacht, du winkest sie, bin ich genug geprüft, zurück, verwandelst mir mein Leid in Glück. 2. Fließt gleich so manche Thräne nieder auf meines Lebens Pilgergang: bald scheint mir deine Sonne wieder, und ich erkenn' mit Preisgesang, daß jede Prüfung dieser Zeit mich höherer Veredlung weiht. 3. Nie zag' ich, wenn des Glückes Sterne in Trauerschleier hüllen sich; Licht dämmert in der dunkeln Ferne, den Retter ahn' ich, ahne dich. Zu dir empor, durch Nacht und Graun, erhebt mein Herz sich voll Vertraun. 4. Auch auf des Lebens Dornenwegen wandl' ich an deiner Vaterhand; ich weiß, zur Wohlthat mir, zum Segen ward mir der Schmerz her Hoffnung auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 241 herabgesandt; zu läutern unsern Geist, das Herz, gehn Hand in Hand hier Freud' und Schmerz. 8. Sagt, Fromme, die der Herr geprüft, wenn ihr zu ihm um Hülfe rieft: Hat je der Vater das Gebet der Demut und Geduld verschmäht? 5. Ich hoff' auf dich, wenn Berge schwanken, wenn nnter mir die Erde bricht, wenn Sonne, Mond und Sterne wanken; denn deine Gnade wanket nicht. Fiel aller Welten Last auf mich: du bist mein Schuß, ich hoff' auf dich. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 548. Von dir, o Bater, nimmt mein Herz Glück, Unglüd, Freuden oder Schmerz, von dir, der stets nur lieben kann, vertrauensvoll und dankbar an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigfeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, die Seele müd' und freudenleer: bist du doch meine Zuversicht; in meiner Nacht, o Gott, mein Licht. 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr; dann weint' ich laut und klagte sehr: Wo bist du, Gott? Wie? schauest du all' meinem Elend müßig zu? 9. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht; wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre sich verkehrt. TRE 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn, und eiltest bald, mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir, ich sah mein Glück, und dankte dir. 10. Du erntest deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon; vielleicht, daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf' erscheint. 11. Schau' deinen Heiland gläubig an. Wenn niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schoß dein Herz aus; seine Huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der Menschenfreund, im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er acht, und dir zu helfen, hat er 4. Verzage, Herz, verzage nie! Die Last sei schwer, Gott fennet sie! Er weiß den Kummer, der dich quält, und kann dir geben, was dir fehlt. Mel. Was Gott thut, das 2c. 5. Wie oft schon zagt' ich, und 549. Du leitest mich nach deiwie oft half seine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröstbar heut', und morgen ward ich schon erfreut. Macht. 13. Und helfen will er, zweifle nicht! Er hält getreu, was er verspricht: du sollest nie verlassen sein. Dies laß dein sorgend Herz erfreun! nem Rat, allweiser Weltregierer! Preis dir, stets groß an Rat und That, mein väterlicher Führer! Dem Sternenheer, der Flut im Meer bezeichnest du die Pfade; auch mir, du Gott voll Gnade. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, wenn ich mein Herz dir weihe. Mehr, als ich je verstand und bat, hat deine Batertreue von Kindheit an an mir gethan. Fließt, fromme Freudenzähren, ihm, meinem Gott, zu Ehren! 16 3. Du Verhalten gegen Gott. e punited. 242 3. Du leitest mich nach deinem Rat bei des Berufs Geschäften. Du segnest Wollen und die That mit Einsicht, Mut und Kräften. Wer Gutes schafft gewissenhaft, darf seines Thuns sich freuen; du läßt die Saat gedeihen. 4. Du leitest mich nach deinem Rat, wenn Freudenquellen fließen, die mir den kurzen Pilgerpfad durch deine Huld versüßen. Dann dank' ich dir recht froh dafür, und auf des Glückes Wegen strömt mir dein Heil entgegen. 5. Du leitest mich nach deinem Rat auf rauhem Dornenpfade. Wenn ich nur schuldlos ihn betrat, versichert deiner Gnade, wie drang dann nicht des Trostes Licht so mild zum bangen Herzen! Wie schwand die Nacht der Schmerzen! 6. Du leitest mich nach deinem Rat. Wenn ich des Wegs verfehlte, und dann voll Reue zu dir trat, mich heil'ger Ernst beseelte; so Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. sie 550. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Angesichte, mit Dank, mit Demut, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Not dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer winktest du mir Schonung zu, und reichtest, voll Erbarmen, zur Tugend Kraft mir Armen. 7. Du leitest mich nach deinem Rat oft wunderbar und weise. Wenn deiner Wege Dunkel naht, blick' ich zu deinem Preise zu dir hinauf. Mag sich mein Lauf in Nacht und Graun verlieren: du wirst zum Licht mich führen. 8. Du leitest mich nach deinem Rat, wenn sich am Greisesstabe der Pilger seinem Ziele naht, dem friedlich stillen Grabe. Zum Himmel an führt deine Bahn. Wie sollte mir denn grauen, das Todesthal zu schauen? 9. Du leitest mich nach deiner Rat. Sei froh, gerührte Seele! Gott, ewig treu von Wort und That, reicht dir die Hand. Drum wähle den Weg des Herrn. Er hilft dir gern, und nimmt tran Jesu Lehren! dich ewig auf zu Ehren. - sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dies wohl eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dies unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertraun, daß er uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' in Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet; Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, w enn Gebet. wenn innrer Trost dir fehlet; er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 5. Bet' oft, und heiter im Gemüte schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Alter dort, er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend; erkenn' und fühle seine Huld. 6. Bet' oft, und schau' mit sel'gen Blicken hin in des Ewigen Gezelt, und schmeck' im gläubigen Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, das dem der Herr wird of fenbaren, der ihm hier dient, fein Augenblick. 7. Bet' oft; durchschau' mit heil' gem Mute die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem teuern Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist deines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rat. 8. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft; so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weise sein. Mel. O Gott, du frommer 2c. 551. Unendlich ist mein Glück! Ich darf mich unterwinden, mich betend Gott zu nahn, um tief es zu empfinden, wie groß an Macht und 243 Huld, wie reich an Freundlichkeit er jedem Frommen sei, der sein Gebet ihm weiht. 2. Zu meinem Trost und Glück, zu meiner Tugend Segen, mich gegen Gott zum Dank, zur Liebe zu bewegen, von ihm in Leiden Kraft und Stärke zu empfahn, darf ich mit Zuversicht mich im Gebet ihm nahn. 3. Wie innig freu' ich mich, wenn ich aus voller Seele die Wunder seiner Huld mit heißem Dank erzähle! Du bist die Liebe, Gott! so ruf' ich hochentzückt, und fühl' im Geiste schon zu dir mich hingerückt. 4. Wenn ich mein Glück und Herz in deine Hände lege, und deine Führungen mit Preis und Dank erwäge, wie süß ist meine Ruh'! wie fest die Zuversicht: Mein Vater und mein Gott verläßt die Seinen nicht! 5. Ich wandle deinen Weg nie froher, nie gewisser; nie ist des Lebens Lust mir unschuldsvoller, süßer; nie bin ich meiner Pflicht mit größrer Sorgfalt treu; nie ist mein Blick so froh, mein Herz so sorgenfrei. adal 6. Fromm, ruhig und vergnügt verflossen mir die Stunden, wo ich am Morgen schon Gott im Gebet empfunden, ihn dankerfüllt erhob, und Weisheit, Kraft und Rat, Schuß, Segen, Trost und Ruh' andächtig mir erbat. 7. So will ich, Vater, denn mit kindlichem Vertrauen mein Herz oft durch Gebet veredeln und erbauen! Erweck' und stärk' in mir der Andacht hohen Trieb; und dann verfiegle mir den Trost: Gott hat mich lieb! 552. Dir 16* 244 552. Dir, dir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach! gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. Verhalten gegen Gott. 2. Beuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne, und meinen Sinn nach deinem Sinn regier'; daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl', und dir zum Dank im Herzen sing' und spiel'! 3. Verleih' mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan. So klingt es schön in meinem Liede, dich ber ich dann in Geist und Wahrheit an. So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn er kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; er lehret mich recht gläubig beten; giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich, dein Kind, ein Mitgenoß im Erbe Christi steh'; daher ich Abba, lieber Vater! fleh'. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet, durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb'; daß mir's die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, bas ist nach deinem Willen eingericht't, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohne geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du, und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 8. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten Ja und Amen, was ich von dir im selbst vertritt! In ihm ist alles Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 553. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu dir, o Gott! Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Mut in jeder Not, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt; wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor dir, du Heil'ger, zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, zu dir um Gnade fleht. 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann: dann ruf' ich dich, Herr, der mich höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer dir sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirfst du nicht. 4. Bet' ich bei des Berufs Geschäfte, den du mir auferlegt, zu dir: so fleh' ich nicht umsonst um Kräfte; du, Gott der Stärke, giebst sie mir; du giebst aus väterlicher Huld Gebet. 245 Huld mir Segen, Weisheit und Menschen oft beneiden, der ThorGeduld. thim heit Sklaven und der Sinnlichkeit; und fühl' es: Gott, mit dir vereinigt sein, das ist der Seelen wahres Glück allein. 5. Wenn, böser Büste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Mut und Kraft gebricht; dann bet' ich, und du hilfft mir tämpfen; du giebst mir Mut zu jeder Pflicht; und stark durch deine Gotteskraft bezwing' ich jede Leidenschaft. 6. Wenn ich im legten Kampf des Lebens bei niemand Hülfe finden kann, so ruf' ich dich doch nicht vergebens um deinen Beistand, Vater, an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. ( 554.) Mel. Dir, dir, Jehova, will 2c. 555. Wen enn ich vor dich, mein Schöpfer, trete, und andachtsvoll in stiller Einsamkeit aus vollem Herzen zu dir bete, was fühl' ich dann für hohe Seligkeit! Ich bin mir selbst entrückt, und alles flieht, was meinen Geist zur Erde niederzieht. 2. Dann acht' ich nicht der nie dern Freuden, vergesse gern den Tand der Eitelkeit, um den sich Mel. Herr, wie du willst, so 2c. 556. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 3. Dann weichen selbst die schwersten Sorgen; dann flieht der Schmerz, der sonst mich niederdrückt. Ich weiß es, dir ist nichts verborgen, auch nicht der Seufzer, den mein Herz erstickt. Du bist ein Vater, der mich ewig liebt, auch wenn er mich durch kurzes Leid betrübt. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft im Leiden, belebt und stärkt zur Tugend meinen Geist, und hilft mir alles, alles meiden, was mir die Zuversicht zu dir entreißt; nur muß mein Flehen ernstlich, fromm und rein, nach Jesu Wort, in Jesu Namen sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O nimm sie, Vater, nimm sie weg von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: Erhalt', o Vater, diese Freuden mir! Nur um ein frommes, dir ergebnes Herz bet' ich zu dir in Freuden und in Schmerz. und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. Mein 2. Ich bitte nicht um Überfluß 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Schätze dieser Erden. Laß mir, und Gott, auch nicht um langes so viel ich haben muß, nach deiner Leben. Im Glücke Demut, Mut Gnade werden. Gieb mir nur in Not, das wollest du mir geben. Weisheit und Verstand, dich, Gott, In deiner Hand steht meine Zeit; laß 246 laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Verhalten gegen Gott. diok Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. 557. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein lebelang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht' und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen fann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt! gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir über= fluß, so laß mich mäßig im Genuß, und dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nuß', und dankbar sei, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel; laß mich auch im Alter nicht. so laß, Gott, meine Zuversicht, ver13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 558. Gott, wer kann etwas Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rat und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir der Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht: schwaches Flehn verwirfst du nicht. Mein 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur fannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig sein. Allgemeine Bitten. sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heil'gem Mut; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Not und Plagen vor dir still und demütig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld verleihe mir. 7. Das andre alles wirst du fügen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir g'nügen, die Schwache mächtig unterstüßt. Zufrieden, Vater folg' ich dir. Bestärke diesen Sinn in mir! 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, so sei mein Ausgang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. 247 4. Laß mich die schnöde Lust der Welt mit weiser Vorsicht fliehn, und nur zu thun, was dir gefällt, mit Eifer mich bemühn. 2. Erleuchte du mir den Verstand, mein Bestes einzusehn; und leite mich an deiner Hand, den Weg des Heils zu gehn. 3. 3euch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr sei deine Gnade mir, als irdischer Gewinn. 5. 3u einer jeden guten That gewähre mir Gedeihn, und laß mich gern mit Hülf' und Rat den Leidenden erfreun. did/ 90 6. Was ich bedarf, so lange hier mein Leben dauern soll, das, o mein Bater, gieb du mir; du willst und liebst mein Wohl. Mel. O Gott, du frommer 2c. 560. Herr, lehre du mich thun nach deinem Wohlgefallen! Laß mich im Herzen schon bei dir im Himmel wallen! Dein heil'ger, guter Geist führ' mich auf ebner Bahn, und gebe, daß ich dich recht kindlich ehren kann. 2. Gieb, daß ich stets durch ihn im Glauben stärker werde, und jederzeit mich selbst, die Luft und Pracht der Erde durch ihn verleugMel. Nun sich der Tag geendet zc. 559. Angütiger, allein bei nen mag. Laß mich von Heucheldir steht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen teil. schein, Verstellung, Schmeichelei und List entfernet sein. 7. Gieb mir ein immer fröhlich Herz, das dich für alles preist; und stärke, trifft mich auch ein Schmerz, zum frohen Mut den Geist. 8. Erleichtre mir des Lebens Last mit Trost der Ewigkeit; bis mich, was du verheißen hast, vollkommne Wonn' erfreut. 3. Laß mich, Herr, meinen Gang, mein Denken, Thun und Dichten, Herz, Augen, Hand und Mund nach deinem Worte richten. Gieb, daß ich jederzeit voll reiner Lieb' und Treu', mein Vater! gegen dich und meinen Nächsten sei. 4. Gieb, daß ich überall, bei jeder That, bedenke, ob ich mich auch von dir 248 Verhalten gegen Gott. dir und meinem Taufbund lenke; Mel. Mein Gott, ich danke 2c. ob deines Namens Ruhm mein 561. Du, des sich alle Himmel steter Endzweck bleibt; ob mein unachtsam Herz Verbotnes denkt und treibt; 5. Ob ich mich täglich mehr, Herr! von dir heil'gen lasse; ob auch mein Herz dich stets im Glauben fester faffe; ob es die Seligkeit mit Furcht und Zittern schafft, und denkt, wie leicht der Tod uns von der Erde rafft. 6. Hilf, was dahinten ist, von Herzen zu verachten, und laß mich stets mit Fleiß nach jenem Kleinod trachten, das du mir vorgesteckt. Laß Jesum mir allein das wahr' und höchste Gut in diesem Leben sein. 7. Was du mir auferlegt, laß mich geduldig leiden. Laß mich die Missethat mit größtem Ernst vermeiden, und denken, daß, o Herr! dir nichts verborgen ist, und daß du überall selbst gegenwärtig bist. 8. Laß mich behutsam sein, daß ich dem Zorn entgehe, und nichts als Segen, Heil, Trost, Schuß und Gnade sehe. Laß mich mit Freuden thun, was mir dein Wort gebeut; geriet' ich auch dadurch in Schmach und andres Leid. 9. Hilf, daß ich stets auf dich, als meinen Felsen baue; dir jeder zeit allein in Not und Tod vertraue. Du kennest, mehr als ich, die Sorge, die mich plagt, und du versäumst mich nicht, weil du es zugesagt. freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, des Macht unendlich. ist, daß du, Gott, unser Vater biſt. 2. Weit, über unser Denken weit geht deines Namens Herrlichkeit. Dich ehre, wer dich, Vater, kennt, so oft er deinen Namen nennt. 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium. Mach' unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig an. 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wille, Weisester, gescheh' auf Erden so, wie in der Höh'! 5. Was unser Leben hier erhält, gieb uns, so lang' es dir gefällt; doch gieb uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sei. 6. Vergieb, vergieb uns unsre Schuld; trag' unsre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Bruders Fehler gern verzeihn. 7. Herr, führ' uns in Versuchung nicht; Herr, stärk' uns, wenn uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mächtig bei; mach' unsre Herzen täglich neu. 8. Erlös', erlös' uns, unser Gott, nach deinem Rat aus aller Not! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns in das beßre Leben auf. 9. In deines Himmels Heiligtum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 10. Laß mich hier deinen Geiſt mit Himmelsgütern nähren, bis ich dort oben dich mit allen Engeln ehren und rühmen kann für Mel. Seelenbräutigam zc. deine Gütigkeit, wenn mich vor 562. Kindlich nahen wir uns, deinem Thron dein ew'ges Licht o Vater, dir! Der Gedanke deiner erfreut. Liebe heiligt unsers Herzens Triebe; und Allgemeine Bitten. 249 und mit Vatersinn schaust du auf gleiche. Deine Herrlichkeit währt in uns hin. Ewigkeit. ( 563.) 2. Himmlisch ist dein Thron, himmlisch auch dein Lohn, wenn wir ohne Furcht und Grauen deiner Huld und Macht vertrauen. Gnade winkest du frommen Betern zu. 3. Sei denn jederzeit, Herr der Herrlichkeit, von der weiten Welt verehret; und was deinen Ruf vermehret, müsse stets allein uns geheiligt sein! 4. Deines Reiches Glanz zeige sich uns ganz; und das Alter, wie die Jugend, liebe Wahrheit, Recht und Tugend! Und in Freud' und Schmerz weih' sich dir das Herz! 5. Herr, wir fassen Mut; du regierst uns gut. Ja, wir streben, deinen Willen gleich den Geistern zu erfüllen, die sich himmlisch freun, dir getreu zu sein. 6. Frömmigkeit besteht; Erdenglück vergeht. Doch, was nötig ist auf Erden, Herr, das laß uns huldreich werden! Gieb uns bis zum Tod unser täglich Brod! 7. Oft verirren wir uns, o Gott, von dir. Ach, verzeih' uns unsre Sünden, so, wie wir uns willig finden, Feinden zu verzeihn, sanft und mild zu sein. 8. Regt die böse Luft sich in unsrer Brust, Herr, so laß uns nicht erliegen! Lehr' uns beten, kämpfen, siegen! Unverführbar sei unser Herz dir treu! 9. Leit' uns durch die Welt, wie es dir gefällt! Nur entreiß' uns allem Bösen! Du bist Gott, und kannst erlösen. Deines Himmels Heil werd' uns dort zu teil! 10. Herr, wer ist, wie du? alles jauchzt dir zu. Alles lehrt in deinem Reiche, daß an Macht dir niemand Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 564. Mein lieber Gott! gedenke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir, o Herr, ist keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht, und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zur Lebenskraft im Christentum, daß Jesu Aussaat wohl geling', und hundertfältig Früchte bring'. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und neig' dein Vaterherz mir zu; wenn ich in Christo vor dich trete, bring' dem bewegten Herzen Ruh'. O Vater, gieb mir das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle; verstoße den Gefallnen nicht! Und daß ich künftig treuer walle den Weg der mir gebotnen Pflicht, so fördre selbst zu deinem Preis, o Vater, meinen Tugendfleiß. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei Verfolgung, Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Mich schreckt, wenn deine Hand mich hält, kein Haß, tein Spott, kein Drohn der Welt. 6. Gedenke mein auch in dem allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in Denn meinem ganzen Leben an. giebst du mir, was dir gefällt, so ist's um mich recht gut beſtellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, 250 Verhalten gegen Gott. Offentl. Verehrung Gottes. be, und wenn mich alle Welt vergißt; verseße mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Was könnte mir der Himmel sein, blieb' ich nicht dort auch ewig dein! 8. Nie will ich unzufrieden klagen; du, Vater, dessen Huld mich schützt, wirst deinem Kinde nie versagen, was ihm zu seinem Heile nüßt. Heil mir, daß du mein Schicksal lenkst, und stets im besten mein gedenkst! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 565. Den Höchsten öffentlich verehren, und in sein Haus mit Freuden gehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören, und ihn lobpreisend zu erhöhn, ist eine Pflicht, wozu der Christ, so lang' er lebt, verbunden ist. 2. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, zwar Jesum deinen Heiland nennst, doch ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: bis du dann sein? Bist du ein Christ, der seinem Heiland dankbar ist? 3. Wer sich dem Gottesdienst entziehet, an seines Gottes Ruhetag aus Trägheit die Versammlung fliehet, und nicht mit andern beten mag, entzieht sich einer heil'gen Pflicht, und sorgt für seine Seele nicht. Kräfte! Wie schwach Erkenntnis und Verstand! Der Gottesdienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gütig uns verband; ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. 5. Doch selber dich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Seligkeit noch immer mehr zu unterrichten, in dieser deiner Prüfungszeit, was ist wohl nötiger, o Chrift, der du geneigt zu Fehlern bist? 6. Wie schwach sind unsre eignen 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man anbetend Gott verehrt, und um das Ewige bemüht, sich aller Erdensorg' entzieht. 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in sel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt, und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. mai 20 9. Kommt, fromme Christen, teure Brüder, vereint im Geist vor Gott zu stehn; kommt, wir sind eines Leibes Glieder; kommt, unsern Schöpfer zu erhöhn! Frohlockend preiset Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ist! 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Gottes gehn. Wie manche sind, die auf dich ichauen, die bloß auf andrer Beispiel sehn! O, denke dran, daß du als Christ ein gutes Beispiel schul- 566. Dich preisen, Herr, Gesang Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. dig bist! und Lieder bis an die fernsten Grenzen der Natur; und Erd' und Himmel tönt sie wieder, nicht hier die Gott geweihte Halle nur. Dein großer Tempel, Schöpfer, ist die Welt und jedes Menschenherz, das dir gefällt. 2. Doch reicher noch fließt uns dein Dankbare Verehrung desselben. 251 wie erweckt und tröstet mich an dieser Stätte der Gedank' an dich! dein Segen, der auch daheim den und lebt und webt: wie stärket, stillen Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit hier entgegen, wo deines großen Namens Ehre wohnt; wo Greis und Jüngling, Mann und Weib und Kind zu deiner Anbetung versammelt sind. 3. Da, wo beseelt von gleichem Triebe, ein froher Lobgesang den andern hebt; wo alles, voll von deiner Liebe, in einem Geiste denkt Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 567. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Chrift! wie teuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsternis mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrtums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 4. Enthülle dich aus deinem Wor= te, o Gott, du Allerheiligster, uns ganz! Nicht hier allein, an jedem Orte umstrahl' uns deines Lichtes heller Glanz, zum Eifer, uns im Glauben dir zu weihn, und deine Tempel überall zu sein! 4. Du hast dich deiner Herrlich feit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünden Greuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben ewig geben, und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht; deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, 568. Mein Jesu, dem die Seder Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! raphinen, im Glanz der höchsten Majestät, selbst mit bedecktem Antliz dienen, wenn dein Befehl an fie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, die die verhaßte Sündennacht mit ihrem Schutten trüb' gemacht, dein helles Licht zu sehen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken 6. Wie groß, wie angebetet iſt dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh': 0, wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! 252 Gesinnungen gegen Jesum. Dankbare Verehrung desselb. Ende wandle; damit ich hier in dieser Zeit, in Lieb' und Herzensfreudigkeit, nach deinem Wortund Willen handle. blicken den Eingang in dein Heiligtum, und laß mich deine Gnad' erquicken, zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich' deine Gnade meiner Seele, die reuerfüllt vor dir sich beugt, die Lieb' und Dankbarkeit bezeigt; sprich: Ja, du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade lechzt; hör', wie das sehnende Gemüte: Herr, sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du nicht gnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Bein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall' in deine Gnadenhände, und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir! Ich bin gerecht durch deine Wunden; es ist nichts Sträfliches an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib' ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten, und nimm ihr Licht nicht von mir weg! Stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 569. Welterlöser, dich zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben ist uns teure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Glut durchdrungen, kamst du aus des Himmels Reich, wurdest schwachen Menschen gleich, hast mit Not und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dant. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eiteln hin; Heiligkeit war 6. Reich' mir die Waffen aus der Höhe, und stärke mich durch deine macht, daß ich im Glauben fieg' und stehe, wenn Stärk' und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, darin Gerechtigkeit regiert, und Lieb' und Huld das Zepter führt, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ia; mein Herz will dich umfassen; erwähl' es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb' ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron', so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel sein, bis du, fällt dieser Bau einst ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir; laß nichts mir diese Freude rauben; erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt; und wenn dasselbe nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürden; tratest sanft und still hervor; hobst die Welt zu Gott empor, daß wir ewig selig würden. Niedrig teit war, Herr, dein Los, und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig, selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und falscher Glaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligtum der Wahrheit führtest du der Deinen Schar, und wer dir nur folgsam war, sah das Heil in boller Liebe zu ihm und Freude an ihm. voller Klarheit. O, wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die ganze Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: Du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Not; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize. Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt iſt seine Schuld. 6. Heil uns, wenn wir treu dir bienen! Wonne strömt durch unsern Geist. Noch ist es uns nicht erschienen, was die Zukunft uns verheißt. Dich, dich hat uns Gott gegeben; D, zu welcher Herrlichkeit wird er nach durchkämpfter Zeit uns, dein treues Bolt, erheben! Herr, durch diesen Hoffnungsstrahl wird uns hell das Todesthal. 253 Gnadenschein erfülle meine Seele! Du bist der teure Freund allein, den ich mir auserwähle. Nichts will ich, Jesu, außer dir! Was ich nur will, das bist du mir; und das ist meine Freude. 7. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, atmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Dann mischt sich der Liebe Dank in der Engel Preisgejang. 2. Weg alles, was mir Kummer macht! Was sorg' ich für das Meine? Dein Auge nimmt es so in acht, als wär' es selbst das Deine. Wiewohl es ist auch alles dein; du aber bist dagegen mein; und das ist meine Freude. 3. Nun etwas will und muß ich noch dir, Jesu, anvertrauen: es ist mein Nächster; laß ihn doch auch deine Güte schauen! Von allen Menschen insgemein, wünsch' ich, sie möchten selig sein; und das ist meine Freude. 4. So will ich, treuer Jesu, mich in deine Arme legen. Der Glaube hält mich fest an dich; du bist mein Heil und Segen; du bist mein Trost, du bist mein Hort; du bist mein Alles, hier und dort: und das ist meine Freude. 571. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jeſu, meine Bier, ach, wie lang', wie lange ist dem Herzen bange! Mich verlangt nach dir! Hab' ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden sonst nichts lieber werden. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Erdkreis zittern; mir steht Jesus Laß auch Felsen splittern, laß den bei! Ob es ist gleich kracht und blißt, ob mich Sünd' und Hölle schrecken; Jesus will mich decken. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 3. Nicht des Grabes Höhle ängstigt meine Seele, noch das Welt570. Bleib', Jeju, hier; dein gericht. Nichts kann meinen Glauben Gesinnungen gegen Jesum.eofelh herein; wir können ohne dich nicht sein. 254 ben, nichts mir Jesum rauben; er verläßt mich nicht. Und bewacht durch seine Macht, kann ich, bei der Feinde Toben, Gott mit Freuden loben. 4. Weg mit allen Schäßen! du bist mein Ergößen, Jesu, meine Bast! Wollust lockt vergebens; du nur, Fürst des Lebens, wohnst in meiner Brust. Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Fahre hin, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällst du nicht! Fahret hin, ihr Freuden, die zur Sünde leiten; kommt nicht mehr ans Licht! Fahre hin, du stolzer Sinn! du verirrtes, eitles Streben, fort aus meinem Leben! 6. Weicht, ihr Trauergeister! denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Wonne sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn; dennoch bleibst du, auch im Leide, Jesu, meine Freude. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 572. Du, der du alle Schmerzen heilst, den Flehenden zu Hülfe eilst; wie selig ist, wer nach dir strebt; wie selig der, der in dir lebt! 2. Du sendest Licht in unsre Brust, du schaffst dem Herzen Himmelslust; erfreuender, als alle Freud', ist deiner Liebe Lieblichkeit. 5. Kommst du in unser Herz, so bricht der Morgen an, und Mittagslicht scheint, wo du bleibest, hell und klar und macht dein Lieben offenbar. Herr; verlaß uns nicht, du Freundlicher! Der Zeiten Abend dringt 6. Du liebst, du liebst uns grenzenlos! Dein Herz ist huldvoll, göttlich groß, geduldig, himmlisch, sanft und rein, nur strebend, Menschen zu erfreun. 7. Drum floß für uns dein teures Blut; drum trugest du der Feinde Wut, befreitest uns von Sünd' und Tod, und führtest uns den Weg zu Gott. 8. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich durch dich, o Jesu, bin; stets leuchte mir in hellem Licht dein gnadenvolles Angesicht. 9. Wer von dir ißt, den hungert noch; wer von dir trinkt, den dürstet noch; doch hungert ihn allein nach dir, doch dürftet ihn allein nach dir. 10. Nichts stillet meinen Trieb nach dir. Wann, Jesu, kommst du ganz zu mir? Wann werd' ich ganz deine Herrlichkeit? durch dich erfreut? Wann seh' ich 11. Komm du, den meine Seele liebt, der Leben ist und alles giebt, komm und erfüll' ihr heißes Flehn, uud laß mich deinen Himmel sehn. 12. Jhr, die ihr schon vollendet seid, ihr Sel'gen, macht die Thore weit! Lobsinget ewig ihm mit mir: Heil, Jesu, Gottes Sohn, sei dir! ( 573.) 3. Du Göttlicher, der für uns starb, und Heil und Leben uns erwarb, nun über Tod und Moder schwebt, im Himmel ewig für uns lebt! Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 4. Ach, bleib' bei uns, du guter 574. Einen Trost weiß nur mein Herz vor der ganzen Welt zu finden; nach ihm blick' ich himmelwärts; Liebe zu ihm und Freude an ihm. wärts; Not und Tod muß dann verschwinden. Jesus ist mein Trost allein, und wird es auch ewig sein. 2. Seine Brust ist voller Treu', er ist meiner Seele Leben. Jesu Liebe steht mir bei, eine Burg, die mich umgeben. Und betrübt er mich gleich noch, so ist er mein Jesus doch. 3. Kreuz und Leiden sind mir ja herzvertraute Biebeszeichen; er ist auch im Trauern nah, läßt es gleich, als wollt' er weichen. Jesus hat ein treues Herz, nimmt mir endlich allen Schmerz. 4. Geht der Kreuzfelch bitter ein: Jesus kann ihn leicht versüßen. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach' auch gleichermaßen mir Herz und Willen gott gelassen, und stille meine Triebe gar! Mach' mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich gehorsam sei, wie du! 255 3. Wachsam ohne Rast und Schlummer, in großer Arbeit, Müh' und Kummer, bist du gewesen Tag und Nacht. War dein Tagewerk geschehen, lagst du des Nachts vor Gott mit Flehen, haft viel gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsam Bleibt mir nur sein Sonnenschein: o, wer fragt nach Regengüssen? Hab' ich ihn, so wachsen mir Rosen in der Wüste hier. 5. Erd' ist Erd' und kann gewiß nimmermehr mich recht vergnügen; Eitelkeit muß überdies vor der Zeit, wie Staub verfliegen. Obgleich alles gehet drauf, nimmt mich doch mein Jesus auf. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. teit, daß ich zu jeder Zeit wach' und bete! Jesu, hilf du auch mir dazu, 575. Heil'ger Jesu, Heil'gungs- daß ich so wachſam sei, wie du! quelle, wie strahlt dein Tugendglanz so helle! wie leuchtet deine Heiligfeit! Aller Geistesglanz auf Erden, was Großes mag bewundert werden, ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild sei du mir! O, bilde mich nach dir, du, mein Alles! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich so heilig sei, wie du! 4. Güt'ger Jesu! o wie gnädig, wie warst du stets in Liebe thätig, selbst gegen Feinde gutgefinnt! Deine Milde leuchtet allen, dein Segen soll auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind! Mein Heiland, lehre mich, daß auch hierinnen ich dir nachahme! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich so gütig sei, wie du! 6. Bin ich reif zum Tode nun, o wie selig werd' ich sterben! Christus läßt mich sicher ruhn; ich kann also nicht verderben. Jesus soll mein Trost allein noch an meinem Grabe sein. 5. Sanfter Jesu, warst unschulbig, und littest alle Schmach geduldig, und übtest niemals Rachgier aus. Wer kann teine Sanftmut messen! die doch den Eifer nicht vergessen, der nötig war fürs Vaters Haus. Mein Heiland, ach, verleih' mir Sanftmut und dabei guten Eifer! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich sanftmütig ſei, wie du! 6. Würd'ger Jesu, Wahrheitskönig! du suchtest Menschenehre wenig, und wurdest niedrig und gering; wandeltest sehr arm auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden; er= Gesinnungen gegen Jesum. 256 erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr' mich auch je mehr und mehr fleißig üben! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich demütig sei, wie du! 7. Keuscher Jesu! all' dein Wesen war züchtig, rein und außerlesen, voll schöner, zarter Sittsamkeit. Denken, Reden und Beginnen, dein äußrer Mensch, dein Herz von innen war voller Zucht und Ehrbarkeit. Erhalt' auch mich darin, erhalt' mir Herz und Sinn keusch und züchtig. Jesu, hilf du mir stets dazu, so keusch und rein zu sein, wie du! 8. Mäß'ger Jesu, deine Weise in froher Menschen frohem Kreise lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Mehr noch, als den Hunger stillen, lag dir am Herzen, Gottes Willen zu thun mit aller Freudigkeit. Herr, hilf mir meinen Leib beherrschen, daß ich bleib' mäßig, nüchtern! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich stets mäßig sei, wie du! 9. Nun, o Jesu, liebstes Leben, mach' mich in allem dir ergeben, und deinem heil'gen Vorbild gleich; daß dein Geist mich ganz durchdringe, daß ich viel edle Früchte bringe, und tüchtig sei zu deinem Re Ach, zieh' mich ganz zu dir! Behalt' mich für und für, treuer Heiland! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich bei dir einst finde Ruh'! sein, wenn ihr einst wollt nach dieser Zeit eingehn zu Christi Herrlichkeit. 2. Führt nicht den Namen nur allein, ihr müßt auch rechte Christen 3. Wer dort mit Christo herrschen will, der muß ihm auch hier halten still in Freud' und Leid, und gehn die Bahn, die er gegangen ist voran. 4. Wer ewig will bei Christo sein, der muß ihm leben, ihm allein, und nicht den Sünden seine Zeit aufopfern und der Eitelkeit. 5. Wer seinem Jesu sich ergiebt, ihn jederzeit von Herzen liebt, ein christlich frommes Leben führt, der ist ein Christ, wie sich's gebührt. 6. Wer Jesum Christum recht erkennt, und christlich seine Zeit verwendt, der schläft einst sanft und selig ein, und wird bei Gott sich ewig freun. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 577. Jesu, Jesu, stärke mich, willig jede Not zu tragen! Ach, mein Herz entsetet sich, würd' auch ohne dich verzagen. Doch ich weiß es, ich bin dein; dir muß ich auch ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schämen; willig, ob sein Herz auch bebt, dein Kreuz dennoch auf sich nehmen. Wer sich dessen weigert, ist noch kein Freund von dir, kein Christ. 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich, still und ohne Klage, weil auch du gelitten hast, was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erft schrecklich deucht, süß und Me I. Mein Gott, ich danke 2c. 576. 3hr, die ihr euch von angenehm und leicht. Christo nennt, und euch zu seiner Lehr' bekennt, die ihr seid durch sein Blut erkauft, und auch auf seinen Tod getauft; 4. Ach! viel mehr, unendlich mehr, als ich je von Kreuz empfinde, littst du, Allerheiligster, für die Welt, für meine Sünde. Ohne Zahl war deine Not, lich schwer dein Tod. unaussprech5. Durch Nachfolge desselben und Gehorsam gegen ihn. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Mut in meinem Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine Pein, kein Tod nicht schei den. Werd' ich zaghaft, stärket sich mein erschrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du haft nach deinem Streit dich zu Gott emporgeschwungen. Mein ist deine Herrlichkeit, durch dein Kreuz auch mir errungen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kämpft, der erbet dort mit dir. 7. Nein, ich fliehe nicht dein Kreuz; sieh', ich nehm's aus deinen Händen. Mich soll nie der Lüste Reiz, nie die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 578. Mein Gott! mir hat dein lieber Sohn ein Vorbild hinterlassen; mein ganzes Leben soll hiervon ein wahres Muster fassen. Er geht voran, und zeigt die Bahn; er will durch sein Bemühen uns alle nach sich ziehen. 2. Mein Jesus rufet: Folge mir! Ich folg' ihm zwar im Glauben; allein die Kraft kommt nur von dir; soll die kein Zweifel rauben, so muß dein Wort mich immerfort in alle Wahrheit leiten; sonst kann ich leicht noch gleiten. 3. Gieb, daß ich folge seiner Lehr', und allen Irrtum meide; daß Not und Tod mich nimmermehr von seiner Wahrheit scheide. Ich weiß, es ist mein Jesus Christ Weg, Wahrheit und das Leben; er kann mir alles geben. 4. Mein Jesus rufet: Folge mir! Ich folg' ihm nach im Leben; du aber wollest der Begier den besten 257 Nachdruck geben. Beuch mich nur hin nach Christi Sinn, und laß mich ihm auf Erden im Wandel ähnlich werden. 5. Hilf mir, so geh' ich, weil ich kann, auf seinen Tugendwegen, und führe mich zur Demut an; laß mich zum Grunde legen, was seine That erwiesen hat, die mir nur lauter Lieben im Wandel vorgeschrieben. 6. Mein Jesus rufet: Folge mir! Ich folg' ihm auch im Leiden. Zwar widerstrebt noch die Begier; doch muß ich mich bescheiden. Sein Kreuzkelch war sehr wunderbar; ich denk an das mit Schrecken, was seine Lippen schmecken. 7. Zeuch aber mich zum Kreuze nach, das Jesus selbst getragen. Kommt nun Verfolgung, Hohn und Schmach, und tausend andre Plagen: so gieb mir Mut durch Christi Blut, schönsten Sieg gefunden. bis ich, mit ihm verbunden, den 8. Mein Jesus rufet: Folge mir! Ich folg' ihm auch im Sterben. und lasse mich dort erben in EwigSein Kreuz verbleibe mein Panier, keit, was mir bereit. So folg' ich, nach dem Leiden, ihm zu viel tausend Freuden. mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 579. Jesus selbst, mein Sicht, mein Leben, Jesus, meiner Seele Zier, spricht: Kommt her, und lernt von mir! Jesu, dem ich mich ergeben, Ursprung meiner Seligkeit, lehr' mich selbst die Frömmigkeit! 2. Ach, wie ist mein Herz ver= derbet! Fest noch hält das Sündenband Seel' und Leib, Sinn und Verstand. Böses ist mir angeerbet; schwach ist meine Tugendkraft; sie erliegt der Leidenschaft. 17 3. Hilf 258 Gesinnungen gegen Sesum. Treue gegen ihn. 3. Hilf nun! hilf, um auszurot dir so ergeben, daß ich flieh' die ten alles Unkraut, Haß und Neid, Lust der Welt, und nur thu', was Stolz und Ungerechtigkeit. Laß den dir gefällt. Feind nicht meiner spotten; in Versuchung steh' mir bei; mach' mich aller Bosheit frei. 4. Pflanze mir in mein Gemüte deine große Freundlichkeit, auch Geduld und Frömmigkeit, deine Liebe, deine Güte, Andacht, Treu' und Redlichkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit. 5. Laß mich dir zur Ehre leben, Jesu, meines Herzens Licht, meine Kraft und Zuversicht! Mache mich Mel. Schatz über alle Schätze zc. 580. Wenn alle untreu werden, so bleib' ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht aus gestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, für mich starbst du im Schmerz; drum weih' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft möcht' ich bitter weinen, daß mancher dich vergißt, der du doch für die Deinen am Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, haft Heil der Welt errungen; und doch wer denkt daran? 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei; und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Biebe sieget; am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden! Laß du auch nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts, und sinken liebend nieder, und fallen dir ans Herz. 6. Führe mich auf deinen Wegen; gieb mir, wie dein Wort verheißt, Jesu, deinen guten Geist; gieb mir Gnad' und Segen, täglich Denken, Wort und That. Weisheit, Hülf' und Rat; segne täglich 7. Bis ich endlich werde kommen aus der Unvollkommenheit zu des Himmels Herrlichkeit, da ich dich mit allen Frommen, Geber meiner Seligkeit, preisen werd' in Ewigkeit. Mel. Seelenbräutigam 2c. 581. Wer ist wohl, wie du, Stifter wahrer Ruh'? Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der verlornen Sünder! Licht und Seelenruh', fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Beschwerden unsrer Niedrigkeit großmutsvoll bereit. 3. Tiefe Schmach und Not, selbst den Kreuzestod hast, zur Tilgung unsrer Schulden, du als Mittler wollen dulden; hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held! Todesmacht hast du bezwungen, und ein ew'ges Heil errungen für die sünd'ge Welt, Friedefürst und Held! 5. Deine Majestät, König und Prophet, will ich demutsvoll verehren, und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigentum, recht und nach Gewissen handeln, so wie du, im Himmel Treue gegen ihn. 259 mel wandeln. Wahres Christentum Joch; und was kann bei ihm uns sei mein bester Ruhm. fehlen? D, wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 7. Beuch zu dir mein Herz; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denten. Und wenn Not und Furcht mich kränken, o, so gieb im Schmerz Mut und Trost ins Herz. 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmut übe, und, wie du, die Demut liebe; Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eiteln hin, o, dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Bente meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, daß in meinem Bauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erfalte. Herr, im Tugendlauf hilf mir Schwachen auf. 11. In Versuchungszeit stärke mich zum Streit. Laß mich wachen und mit Beten voll Vertrauen vor dich treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 12. Will der Trübsal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedecken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich acht. 13. Einen edlen Mut, daß ich irdisch Gut willig, ja, mein eignes Leben mög' um deinetwillen geben; solchen weisen Mut gieb mir, höchstes Gut. 14. Soll's zum Sterben gehn, laß mich auf dich sehn. Bleib' mir hülfreich dann zur Seiten, mich durchs Todesthal zu leiten, dich verklärt zu sehn und vor dir zu stehn. 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Sohnes, voller Mut und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntnis hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiz vergöttern. Was vermag des Lästrers Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten! Jene Schar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Martern, selbst den Tod litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Anteil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein; o Christ, nein, wanke nie; fleh' um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod: denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit krönt dich seine Mel. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 582. Sanft, o Christ, ist Jesu Herrlichkeit. 17* Gesinnungen gegen Jesum. 260 Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 583. Lasset uns mit Jeſu ziehen! Wer ihn liebet, folgt ihm nach; geht, dem Argen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starker Glaube, sei uns eigen, der führt auf den Himmelspfad; doch der Glaube zeige That, Bruderliebe muß er zeigen! Bleib', o Jesu, stets bei mir; geh' voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden! Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Nach der Trübfal folgen Freuden, auf die Schmach das Ehrenreich. Thränensaat bringt Erntesegen; groBes Heil krönt die Geduld. Gottes Weisheit, Macht und Huld ist mit uns auf Leidenswegen. Jesu, hier leid' ich mit dir; dort gieb deine Freuden mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod schützt vorm andern Tod, schüßt die Seele vor Verderben, und befreit aus ew'ger Not. Töten wir das Fleisch hienieden, sterben wir den Lüsten ab: o, so schreckt uns nicht das Grab; wir empfinden Gottes Frieden. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Er stand von den Toten auf, ward mit Preis und Kraft umgeben, und schwang sich zu Gott hinauf. Herr, nun sind wir deine Brüder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn' uns für und für, teures Haupt für deine Glieder. Jesu, dir, dir leb' ich hier, und dort ewig auch bei dir. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 584. Steil und dornicht ist der Pfad, der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat, und zur Ehre Jesu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt, und am Ziel erst niedersinkt! 2. Überschwenglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Bust der Welt entflohn, ihrem Schöpfer ganz sich weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, der hat uns den Lohn errungen, und zu seines Himmels Höh'n sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: Es ist vollbracht! 4. Zieh', o Herr, uns hin zu dir! Zieh' uns nach, die Schar der Streiter! Sturm und Nacht um roben ist es still fängt uns hier; und heiter; jenseits, hinter Grab und Tod, strahlt des Lebens Morgenrot. 5. Geht, o Mitgenossen, geht mutig durch die kurze Wüste! Seht auf Jesum! Wacht und fleht, daß er selbst zum Kampf euch rüste! Ihm, der uns in Schwachheit stärkt, bleibt kein Kämpfer unbemerkt. 585. Meinen Sejum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht gleicherEr ist weif' für ihn zu leben. meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Von ihm wank' und weich' ich nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, jede Sinneskraft entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn des Leibes Hütte bricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich Treue gegen ihn. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, bin ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir; geh' ihm ewig an der Seiten. Christus läßt mich für und für zu des Lebens Bächlein leiten. Selig, wer von Herzen spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 261 ach, mit Begier sehnt sich mein Herz, zu sein bei dir! 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich; so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohlgelinget. Nach saurem Gang auf rauher Bahn nimmst du mich einst mit Ehren an, und schenkest mir nach allem Leid die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach, mit Begier, 3. Mein Alles ist auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht' ich auch nicht auf Erden sein. Denn auch die ganze weite Welt hat nichts, was außer dir gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht biſt, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Auch in der allergrößten Not erquickst du mich; und wenn im Tod auch Seel' und Leib verschmachten: wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt auch ToMel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. despein in deiner Huld verachten. 586. Herr Jesu Christ, mein Du bist und bleibst auch dann mein höchstes Gut, du machest meinem Herzen Mut, schaffst meiner Seele Freude. Und darum bleib' ich stets an dir. Was ist, o Herr, das mich von dir und deiner Biebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Bebenslauf, hilfft gnädig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. Heil, mein Trost und meines Herzens Teil, und führst mich über Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlichkeit. So wahr du bist erhöht zu Gott, erhöht zu Gott, du segnest mich selbst durch den Tod. 5. Wer von dir weicht, und wer die Welt mehr liebt als dich, nicht Glauben hält, der stürzt sich ins Verderben. Weil er der Erde Lust und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Wer aber hier sein Herz dir giebt, sein Herz dir giebt, wird ewig auch von dir geliebt. 6. Nun, Herr, ich halte mich zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, Gesinnungen gegen Jesum. 262 Fels, der nicht zerbricht, in noch so großem Leide. Ich will mich deiner Gnade freun, dich lieben, dir gehorsam sein, will dir in Not und Tod vertraun; so werd' ich dort dich ewig schaun. Herr Jesu Christ, ich warte brauf, ich warte drauf. Komm, Herr, mein Heil, und nimm mich auf. 587. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit Heil bedacht; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. in 2. Biebe, die du mich erkoren, eh' ich noch erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren, und mir gleich warst ganz und gar; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten, und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Luft und Seligkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz nimmt ganz dahin; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die Erlösung giebet, und mich kräftig dort vertritt; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Mel. Jesu Leiden, Pein und zc. 588. Sollt' ich jetzt noch, da mir schon deine Gnad' erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Günde dienen; mit den Büsten dieser Zeit niedrig mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? di Bol 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden, Mittler, denn du heiltest mir alle meine Wunden. Und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinen Tod wieder fahren laſsen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, folge deinen Behren, lasse weder Macht noch List meinen Glauben stören. Fielen tauſend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sich're nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. O, wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich un Verhalten gegen uns selbst. Selbstliebe. unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nein, ich merk' auf dein Gebot; Trübsal nicht noch Freuden, nicht das Leben, nicht der Tod soll Mel. O Gott, du frommer 2c. 589. Dein Will' ist's, Herr, mein Gott, ich soll mich selber lieben. O, laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in beil'ge Grenzen ein! sis 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was deinem teuern Wort, o Gott, zu wider ist. an 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele; und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, und nie mein Wohlergehn auf andrer Unglück baun. 4. Kein Segen wohnt bei dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück nicht sein, wodurch mein Nächster leidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht; wie könnt' er einst bestehn vor dir, Herr, im Gericht! 263 mich von dir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 5. Nie blende mein Gemüt der Eitelkeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft ein flüchtig Glück? Was nüßet eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zufrieden macht? 6. Ein gottergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, dies, dies allein kann uns des Lebens Müh' versüßen; dies bleibt uns auch im Tod, und folget aus der Zeit, wenn alles andre weicht, uns in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit Ernst und Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh', und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dies sei mein Zweck, mein Fleiß! O, segne mein Bestreben; so werd' ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben. Dann, Vater, lieb' ich mich so, wie dir's wohlgefällt; lieb' über alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. ( 590. 591.) Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 592. Herr, meiner Seele großen Wert, den mir dein teures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! Welch Heil hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu sein, und hast, dasselbe zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit 264 Verhalten gegen uns selbst. Sorge für unsre Seele. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O, laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Herr, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen, das sei mein Zweck und mein Bemühn; laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereut und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Güter dieser Welt wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig, Vater, werd' ich sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun, und in dir ruhig leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, um dein Erbarmen flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich nicht willig opfre. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hälfe mir's? Nie kann die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Not, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade, nur der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. vach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Mut verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in meiner Pflicht mit Kräften unterstützest? Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 593. Nach meiner Seele Selig-, stärke mich, mein Gott, dazu; teit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die turze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. so find' ich hier schon wahre Ruh, und dort das ew'ge Leben. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 594. Schaffe doch vor allen Dingen, Seele, deine Seligkeit! Säume nicht, darnach zu ringen; schnell entflieht die Gnadenzeit. Sei nicht sichern Sündern gleich; trachte nach dem Himmelreich; werde heilig schon sus du Sorge für unsre Seele. schon auf Erden, selig hier und dort zu werden. 2. Suche dies mit Ernst und lebe Gott zur Ehre; freuz'ge dann schnöde Lust, und widerstrebe dem, was dich verderben kann. Was Gott fordert, muß allein deines Lebens Richtschnur sein; es mag deinem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht: wer des Fleisches Büste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! Gottes Fried' ist hier sein Teil, und dereinst vollkommnes Heil. Denn wer beides will ererben, muß erst seiner Sünde sterben. 4. Unermüdet mußt du ringen, treu bis an das Ende sein, soll es dir dereinst gelingen, ewig dich vor Gott zu freun. Nur auf einen tapfern Streit folgt des Sieges Herrlichkeit; nur den Treuen schmückt zum Lohne, daß er stritt, des Himmels Krone. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 596. Wer bin ich? welche wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufst mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigentum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 265 5. Eifrig beten, sorgsam wachen, der Verführung sich entziehn, sich die Pflicht zur Freude machen, die Versuchung eifrig fliehn; selbst beim Spott und Hohn der Welt gläubig thun, was Gott gefällt: dies nur wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntnis. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? O, öffne du mir 6. Drum entreiße dich den Lüsten; thue, was dem Herrn gefällt; zeige dich als einen Christen mitten in der argen. Welt. Schone deiner Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht; und gedenk' an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 7. Ja, ich will vor jeder Sünde fliehen und auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, Kraft, im Guten fest zu stehn. Zeig' mir, Herr, von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. ( 595.) das Verständnis, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich fest im Glauben steh'! 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbſt noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das ihn zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was 266 Verhalten gegen uns selbst. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg er wählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht! So täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert. Gieb mir zur Bęßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O, laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr, mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntnis ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? Selbsterkenntnis und Demut. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre, wes ist das Eigentum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 597. Gieb, Gott, wenn ich dir Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Gott, mein Vater, steh' 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Mut und Sieg im Streit? diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein. Wer kann 598. bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück. Du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und giebst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt' ich mich des erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, was du mir vorgeschrieben? wer bin ich? Ein unnüßer Knecht? mir bei, daß ich, weil ich hier walle, dem Sinne Jesu ähnlich sei, damit ich dir gefalle! Laß mich durch ihn gerecht und rein, und so, wie er, demütig sein. 2. Wer in sein Reich zu kommen sucht, muß sich vom Stolz entfernen; muß unter deines Geistes Zucht auch wahre Demut lernen. Wer sie von seinem Herrn nicht lernt, bleibt auch von seinem Reich entfernt. 3. Wer sich voll Hoffart selbst erhöht, wird sich erniedrigt sehen; doch wer einher in Demut geht, den wirst du, Gott, erhöhen. Dir, dessen Hand die Welt umfaßt, ist jedes stolze Herz verhaßt. 4. Was ich, o Vater, bin, bin ich durch deine freie Gnade. Durch diese Selbstbeherrschung diese Gnade leite mich der Demut stille Pfade. Verleihe sie zum Schmucke mir; denn nur durch sie gefall' ich dir. 5. Nur du bist groß; was ist an mir? Wie bald bin ich nicht Erde! Gieb, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden werde; und zeig' im Glanze deines Lichts mir deine Hoheit und mein Nichts. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 599. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Lust und Kräfte zum nützlichen Geschäfte hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgeraten; ich bin allein an Fehlern schuld. Mel. Was mein Gott will zc. 601. Oft tlagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh' im Kampfe gegen Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen, allein sein Fortgang wird Gefahr, und Wachsamkeit. 267 3. Das Glück, des ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest meine Tage, ihr Glück und ihre Plage stets so, wie dir es wohlges fällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen wert? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig sein. Das laß mich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen mich irgend eines Vorzugs freun. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt, gehorsam dir zu werden: das sei mein Fleiß auf Erden! Da34 gieb Demut und Verstand. ( 600.) sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts, als Mühe blicken; doch weiterhin führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. Fleisches Neid und 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers willen, wenn Wollust, Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Er will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schäße. Er spricht zu uns durch den Verstand, und lehrt durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn 268 Verhalten gegen uns selbst. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit er sieht auf deinen Willen. Ein nur, und Freiheit ist's, sie wählen. göttliches Verdienst ist dein! Dies Das Tier folgt Fesseln der Natur, muß dein Herz wohl stillen. der Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigentum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tu gend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich, getreu und gern dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brot begehrte? Bet' oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit; tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Mut dir geben; und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; Mel. Mein Gott, zu dem ich zc. 602. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte! die beste Tugend bleibt noch schwach! Doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Bust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Ändrung unsrer unfrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Hochmut quälen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz; dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erwecken dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Selbstbeherrschung und Wachsamkeit. und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', deinerz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im stillen tugendhaft; kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft; wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du wohl seiner Liebe die stärkste, liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Sei nicht vermessen, wach' und streite! Denk' nie, daß du schon g'nug gethan! Dein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 604. Dereint mit deinen guten Kindern, will ich der Bösen Umgang fliehn. Verführern und vermess'nen Sündern mich, wo ich kann und darf, entziehn. Ihr Beispiel bringt Gefahr und Schmerz, und ist ein Gift für unser Herz. 269 droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! 2. Wo Menschen dich, o Gott, berehren durch wahre LebensfrömMel. Mir nach, spricht Christus 2c. 603. Christ, die Reize dieser Welt besiegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält die Krone jenes Lebens, die dein Erlöser jedem giebt, der treu bis in den Tod ihn liebt! 2. Verzage nicht! Wer Gott vertraut, kann sich selbst überwinden; wem vor der Selbstverleugnung graut, der liebt noch heimlich Sünden. Wer schweren Pflichten sich entzieht, zeigt, daß er vor der Tugend flieht. Umgang mit guten Menschen. 3. Und wäre Tugend ohne Streit, so wär' ihr Wert geringe; so wären Großmut, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge; und so gewönne Tugendfleiß nicht jenes Lebens hohen Preis. 4. Drum folge deinem Heiland nach und sei sein echter Jünger. Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als dort, an seinem hohen Thron, die Seligkeit, der Frommen Lohn. migkeit, und gegenseitig sich belehren mit Liebe, mit Bescheidenheit; wo will ich unter ihnen sein. alle sich der Tugend weihn: gern 3. In edler Menschen frohem Kreise kann ohne Furcht mein Herz sich freun; ihr Umgang macht mich gut und weise, wird Antrieb mir zur Tugend sein. Er giebt schon jetzt mir Seligkeit, und mehr einst in der Ewigkeit. Mel.. 270 Verhalten gegen uns selbst. Einsamkeit. Mel. Gott des Himmels und 2c. stärker deines Geistes Triebe und 605. 3a, zur Stille will ich Heiligkeit der Pflicht, und dein der Zukunft Herrlichkeit; mehr die künftiges Gericht. fliehen; will mit weiser Sorgsamkeit dem Geräusche mich entziehen, das mich störet und zerstreut; will, o Gott, mit dir allein andachtsvoll beschäftigt sein. 2. Prüfen will ich mich im stillen, wie entschlossen, wie getreu, dein Gesetz, Herr, zu erfüllen, meines Herzens Vorsaß sei; ob, von niedrer Selbstiucht fern, ich dir redlich dien' und gern. 3. Allen Täuschungen entrissen, seh' ich heller dann mein Ziel; freier sagt mir mein Gewissen, wo ich siegte, wo ich fiel; stärker flammt mein Herz sich dann zu dem Kampf der Tugend an. 4. Mehr empfind' ich deine Liebe, wenn mich kein Geräusch zerstreut; 5. Wenn in dir geweihteg Stille meine Leidenschaften ruhn, o, wie strebet dann mein Wille, alles, was du willst, zu thun! Herr, durch deine Huld erfreut, fühl' ich meine Kraft erneut. dann zur Thätigkeit zurück; men6. Froher kehr' ich, teure Brüder, wieder; schenfreundlich leb' ich sorge treu für euer Glück; freue mich, wenn ihr euch freut, leide, wenn ihr traurig seid. 7. Ja, zur Stille will ich fliehen; will mit weiser Sorgsamkeit oft mich dem Geräusch entziehen, das mich störet und zerstreut; bis mich einst zur stillen Gruft, Vater, deine Stimme ruft. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 606. Was ist mein zeitlich Be- riefst mich ins Leben; dir soll ich's mich in das Grab zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, wiedergeben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut! Du gabst mir's hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Ernte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort sein. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mir's verliehn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rau ben? Gieb, Herr, daß mir im Glauben der künft'gen Erntezeit, mein Leben auf der Erde so wert und wichtig werde, als mir's dein heilig Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, 6. In deine Baterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du selbst meiner Schwachheit auf. 7. Was nügt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Sorge für Lebenserhaltung, Körperpflege und Gesundheit. 271 und Menschen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat lang' und wohl gelebet. meine Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu zerstören, verbietet mir dein Unterricht. O, stehe mir mit Weißheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! Mel. Mein Gott, zu dem ich zc. 607. Mein Leben, das du mir verliehen, Gott, zu bewahren ist mir Pflicht. Mich eigenmächtig ihm entziehen, es selbst verkürzen, darf ich nicht; wie hart mich auch mein Schicksal drängt, das über mich dein Rat verhängt. 2. Der Glaube lehre Mut mich fassen, erhelle meine Schwermuts nacht! Der mich erschuf, kann mich nicht hassen, und grenzenlos ist seine Macht; ja, alles ist ihm unterthan, was mein Geschickt erleichtern kann. 3. Nie flöße mir die Last der Beiden den quälenden Gedanken ein, so arm, wie keiner sonst an Freuden, wie keiner sonst, gedrückt zu sein! Ach, viele drückt ein größrer Schmerz, und doch verzaget nicht ihr Herz. 4. Wie, wenn vor Nacht mir anders würde, als mir am trüben Morgen ist? Mit Hoffnung trag' ich meine Bürde, so schwer sie sei; ich bin ein Chrift! Ich grabe mir nicht selbst die Gruft; ich harre, bis mein Gott mich ruft. 5. Ich habe, Herr, aus deinen Händen mein Leben, und du gabst mir's nicht, es unbedachtsam zu verschwenden; dein ist es, es gehört der Pflicht. Der Pflicht und dir weih' ich es gern; ich leb', ich sterbe dir, dem Herrn! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 608. Des Leibes warten, und 2. Sollt' ich, o Herr, nicht teuer schätzen, was deine Hand mir anvertraut? den wundervollen Bau verlegen, den du, mein Schöpfer, selbst erbaut? Wes ist mein Leib? Er ist ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer sein! 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, giebst du mit milder Baterhand die Mittel uns, daß sie uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es sein! 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, wie viel sind die, o Gott, nicht wert! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Mut? 5. Drum laß mich stets mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört; daß nicht, wenn seine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Leiden zu! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein; drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße du Geduld mir ein! Erwed' in mir den heitern Mut, der still in deiner Fügung ruht. 7. Doch gieb, daß ich nie übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorgen 8. Mein ihn nähren, dies ist, o Schöpfer, sein. 272 Verhalten gegen uns selbst. Mäßigkeit in Freude u. Genuß. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel tüchtig werde, und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß; so leb' ich hier zu deinem Preis. ( 609.) Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 610. Wir wallen, Pilger allzumal, von mancher Not bedräut, durch dieser Erde dunkles Thal hinan zur Ewigkeit. 2. Ein Weg voll Unruh und Gefahr! Der müde Wandrer feucht, und hofft, und suchet immerdar, was immer weiter weicht. 3. Ach, nirgend Heimat, Vaterland! Die Ruhstatt nirgend hier! Der Geist, in diesem Prüfungsstand, ringt schmachtend vor Begier. 4. Und findet nimmer, was ihm g'nügt; woran das Herz sich nährt, ist oft ein Gift, das uns betrügt, und jede Kraft verzehrt. 5. Ja, unsre Erdenfreuden sind ein Rausch, der süß betäubt; sind Wasserwogen, die der Wind schnell an das Ufer treibt. 6. Wir bauen auf, und reißen ein, und wechseln Last mit Last. Ein Gut, des wir uns heute freun, ist morgen uns verhaßt. 7. Er, der vom Himmel, groß und klein, die Menschenkinder sieht, er will, wir sollen glücklich sein, und lehrt uns, wie's geschieht. 8. Doch Stolz und Klugheit bläht uns auf, hält unsern Fuß zurück. Ein Blinder hemmt des Blinden Lauf, und spricht: Hier ist dein Glück. 9. Befrei uns, Vater in der Höh', von allem eiteln Wahn. Dein Will', Alliebender, gescheh'! Leit' uns auf ebner Bahn! 10. Wo Einfalt sich mit Zuversicht an dein Wort gläubig hält, da strahl' ein unverfälschtes Licht, und führ' uns durch die Welt. 11. Der Geist der Wahrheit schweb' herab im reinsten Himmelsglanz, und zeig' uns über Tod und Grab des Pilgers Siegerkranz. ( 611. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 612. Mit freudigem Gemüte erheb' ich deine Güte, Gott, der uns täglich nährt. Du haft zum frohen Leben uns Speis' und Trank gegeben, und mir auch sie bis jetzt gewährt. 2. Laß im Genuß der Gaben, die wir so reichlich haben, uns immer mäßig sein; sie, die wir gern bezu unsrer Stärkung nüßen, und sie durch Mißbrauch nie entweihn. 3. Laß, wenn sie uns erquicken, uns jeden Hang ersticken zum schwelgenden Genuß; als dein Geschenk sie schäßen, der Freude Grenzen sehen, und meiden jeden Überfluß. ( 613.) Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. deiner Gnade mich zu freun. Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch 614. Eifrig sei und fest mein so sehr gefällt, laß mich wider mein Wille, reines Herzens, Gott, zu sein; in der Unschuld heitrer Stille Gewissen wünschen, suchen und ge= nießen. 2. Weiß Gerb. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu mild und freundlich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Bescheiden heit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigkeit im Überflusse. Keuschheit.stops 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig muß sie sein; nicht ein Tau mel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; der im Sturme wilder Lüste Paradiese macht zur Wüste. e 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lufst. Unbeherrschte Sinnlichkeit tötet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr als Schönheit; fie vermehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Wert. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; und sie können sicher trauen, einst dein Antliß, Gott, zu schauen. 6. O, so hilf mir darnach streben, reines Herzens stets zu sein, daß ich züchtig möge leben, jede schnöde Wollust scheun! Schüße vor Verführung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde; Heiligkeit sei meine Zierde. 273 ( Mehr zum Lesen, als zum Singen.) 615. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Sorge sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh' ich demutsvoll zu dir: O, schaff' ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust türzt des Lebens Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft. Der Armut Schmerz, der Krankheit Plage find Früchte dieser der sie liebt, und sich in ihre FesLeidenschaft. Der haßt sich selber, feln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Mut und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Luft zu jeder Pflicht; sie straft mit des Gewissens Schmerz, mit Scham und bittrer Reu' das Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Tiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, für den er lebt, wenn er nach niedren Freuden strebt. 5. Wie blühte nicht des Jünglings Jugend, eh' ihn der Wollust Gift verdarb! Doch, er verließ den Weg der Tugend, und seine Blüt' und Kraft erstarb. Sein Leben ist Verwesung schon, und Schmerz und Schande sind sein Lohn. 6. Ja, schimpflich sind der Wollust Bande; schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und Frebelthat bor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft giebt, wird nicht, o Gott, von dir geliebt. 7. Dann umfäht mich Heil und Segen, Hoffnung, Mut, Zufriedenheit; und du führst auf meinen Wegen noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir: D, dann werd' ich einst von hier mich zu deinem Throne schwingen, und mit Freuden Preis dir singen! 7. Drum will ich allen bösen Lü18 ften Verhalten gegen uns selbst. 274 sten mit Mut und Nachdruck widerstehn, und um dawider mich zu rüsten, auf dich, Allwissender, nur Mel. Herr, wie du willst, so zc. 616. Laß mich, o Gott, gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gieb du mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit wohl hauszuhalten; auf daß ich, im geringen treu, durch deine Gnade fähig sei zu größern Gnadengütern. 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deinem Wort gebrauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergänglich, wie die Erde. Gieb, daß ich nie zum Übermut dadurch ein irverleitet werde. Nie reiß' discher Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 100 4. Was nüßte mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersetzen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt: wie elend würd' ich werden! 5. O schenke, Vater, schenke mir nur deines Geistes Gaben; so werd' ich reich genug in dir die besten Güter haben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Freude, Friede und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele! ni 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichtum nicht erlösen. Er nüßet mir im Tode nichts, und kann am sehn. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch geheime Missethat. Tage des Gerichts nicht meine Seele retten. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst, nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden. Laß mich damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, des Lebens Müh' erleichtern. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; gieb, daß ich dies bedenke, und dahin stets gewissenhaft des Geistes Sorgfalt lenke, so alle Güter dieser Zeit zu nutzen, daß ich einst erfreut weit beßre Güter erbe. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) Hagabo 617. Von dir, mein Gott, kommt aller Segen, der mich im Irdischen erfreut. Sie strömt mir Freud' und Glück entgegen, die Fülle deiner Gütigkeit! Du stehst mir bei in jeder Not; du giebst mir mehr, als täglich Brot. 2. Wie gut bist du! O Bater, leite mich stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ist's, daß ich Schwacher gleite! Wie leicht zieht irdisch Glück mich an, und lenkt aufs Eitle meinen Sinn, zum Geiz, zu Stolz und Hoffart hin! 3. O, laß doch, was du mir be schieden, für mich nicht wahres Unglück sein! So lang' ich lebe, gieb hienieden mir immer den Gedanken ein, daß ich vor dir einst den Genuß des Erdenglücks berechnen muß. 4. Hilf mir nach deinem Reiche trachten mehr, als nach zeitlichem Gewinn; weit mehr auf jenes Erbteil Rechtes Verhalten in Ansehung des zeitlichen Gutes. 275 teil achten, zu dem auch ich erlöset 3. Ein Gut, das unsern Geist bin; dir, als dein Kind allein ver- wahrhaftig soll beglücken, muß nicht traun, und nicht auf Erdenschäße vergänglich sein, und für den Geist baun. sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 5. Gieb, daß ich, Herr, durch deine Gaben auch reich an guten Werken sei, und daß auch andre Freude haben, gern gebe, gern behülflich sei. Hier ist die Saatzeit. Stärke mich; so ernt' ich dort auch ewiglich. Mel. O Gott, du frommer 2c. 618. Laß mich doch nicht, Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden. Oft fehlt beim Überfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht bloß in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu teil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. ganism$ 1152 Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 621. Bur Arbeit, nicht zum Müßigang sind wir, o Gott, auf Erden. Drum müss' auch ich mein lebenlang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Bust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hast du ein Amt, so warte sein! so, Herr, gebeut dein Wille. flöße du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle! Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. Hilf, daß vor träger Weichlich4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald ruhelosbewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, und folgt mir aus der die Ewigkeit. Beit zum seligsten Gewinn, bis in 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin! ( 619. 620.) keit ich standhaft mich bewahre, und wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte spare. Wenn ſie erschöpft sind, dann will ich durch reine, stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Vorsichtig laß mich sein, und nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Versäumung meiner Pflicht verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen sein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit 18* Freu 276 Verhalten gegen uns selbst. Arbeitsamkeit u. Berufstreue. Frenden zu verrichten. Ein Herz, bas sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, erleichtert ihre Lasten. I 2 vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, dem giebt er auch auf Erden vom Zeithlichen mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. dub 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn. Und frönt er sie mit Gnaden, was sollte noch der Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er fie, und jegnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nicht bestrickt, gewissenlos zu handeln. Mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nüßlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr' und Reichtum. 7. Dir zu gefallen, sei mein Ziel bei allem, was ich thue, so hat, es gehe wie es will, doch mein Gewissen Ruhe. Wer, Heiligster, nicht dir gefällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 8. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde dein weiser Rat, o Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, worauf ich, nach vollbrachter Zeit, zur höhern Kraft und Thätigkeit des bessern Lebens steige. Mel. Herr, wie du willst, so 2c. 622. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er giebt zur Arbeit Mut und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer über alles sich bestrebt, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 624. Ich will im Sterben und im Leben mit meinem Gott zufrieden sein. Denn was des Höchsten Hände geben, das dient zum Segen, zum Erfreun. Ich bin vergnügt, wie Gott es giebt, und mir gefällt, was ihm beliebt. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit jehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut; nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, weil du sie hasfest, meiden: und hilf, daß ich gestärkt durch dich voll Mut, mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei. Dein Segen fröne meine Treu', daß sie auch andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. ( 623.) 2. Wenn ich nur meinen Jesum habe, so hab' ich mehr, als Gut und Geld. Denn Jesus ist die beste Gabe für diese und für jene Welt. Weg Geld, weg Gut, weg stolze Pracht; ich habe, was mich freudig macht! 3. G'nug, wenn mir Gott Gesundheit Heiterkeit des Sinnes, Zufriedenheit, Genügsamkeit. 277 was meinem Beibe dient; du weißt die Mittel auch, wodurch mein Glück mir grünt. heit giebet, und was ich sonst bedarf zur Not. G'nug, wenn mich nur mein Heiland liebet, den Geist mir nährt mit Lebensbrot, und mein Gewissen rein bewahrt, bis zu der Geele Himmelfahrt. 4. Wenn alles Unglück sich em pöret, wenn mangel mich verzaget macht, so weiß ich, daß mich Gott ernähret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Elend bis ins Grab von meinem Gott mich scheiden ab. 5. Ich will mich stets zu Jesu halten in meiner ganzen Lebenszeit, und meinen Gott nur lassen walten im Wohlstand und in Traurigkeit. Giebt mir Gott wenig oder viel; Bufriedenheit bleibt doch mein Ziel. du Geber aller Gaben, und laß mich meine Bust an deinem Worte haben; so bin ich ganz vergnügt, so ist kein Trauergeist, der dich, mein Herr und Gott, aus meiner Seele reißt. 7. Gieb mir ein fröhlich Herz, auch wenn ich endlich sterbe. Der Tod ist mein Gewinn, weil ich das Leben erbe. Im Himmel heben sich die rechten Freuden an. Ach, daß ich Mel. O Gott, du frommer 2c. 625. Gieb mir ein fröhlich Herz, heute nicht von hinnen scheiden kann! 8. Gieb mir ein fröhlich Herz! Das wirst du mir auch geben. Ich will nur dir, mein Gott, mit treuer Seele leben: so blick' ich ganz getroft im Trauern himmelwärts, und flehe nicht umsonst: Gieb mir ein fröhlich Herz! 5. Gieb mir ein fröhlich Herz, wenn ich in Unschuld leide. Kränkt mich die falsche Welt mit unverdientem Neide; so bleib' ich doch getrost: du bist mein bester Freund, der's ewig treu und gut mit meiner Wohlfahrt meint. 3. Gieb mir ein fröhlich Herz, so oft ich vor dich trete, und durch des Geiftes Trieb mit Andacht zu dir bete. Doch deinem Willen bleibt mein Wille heimgestellt; gieb nur, was wahrhaft gut, und was dir wohlgefällt. 6. Gieb mir ein fröhlich Herz auch selbst in Trauertagen, und laß mich mit Geduld die Last derselben tragen. Auf Ungewitter folgt doch wieder Sonnenschein; so wird mir auch das Kreuz voll Frucht und Segen sein. 2. Gieb mir ein fröhlich Herz im Wünschen und Verlangen; laß meine Zuversicht an dir beständig hangen, und blicke mich mit Trost in meiner 626. Dir hab' ich mich ergeben, Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Hoffnung an, daß ich von deiner Huld stets Heil erwarten kann. mein Gott, im ganzen Leben, im Unglück, wie im Glück. Dir dank' ich meine Freuden; dich preif' ich auch in Leiden bis an den letzten Augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, noch eh' ich war und dachte; du haft mit treuer Hand mich huldboll stets geleitet, auch da mir Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Elend fand. 3. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Glück verborgen; dir, Herr, 4. Gieb mir ein fröhlich Herz, bei Kümmernis und Sorgen; du forgest ja für mich, und dir ist unverborgen, was meiner Seele gut, 278 Herr, ist alles Licht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, was meinem Leben hier gebricht. Verhalten gegen 4. Worum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch vor allen laß, Höchster, dir gefallen, den Wunsch, zufrieden stets zu sein! 5. Wenn ich verlassen scheine, im Leiden zag' und weine, was wünscht mein banges Herz? O, hilf es mir befiegen! Es wünschet sich Vergnügen; und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, zufrieden mich bezeigen mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, die dir vertraun, nicht hassen, weil du die Frommen ewig liebst. 7. Nicht das, worum ich flehe; dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist! Ich will dir ganz ergeben, getrost und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. uns selbst. 3. Schau' die Werke seiner Hände; Mensch und Tier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 2. Beides, Erd' und Himmel preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn' und Mond sind laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann von ihm nicht schweigen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn ihn nicht er= heben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke; auch der Geist, der ihn preist, und mit dem ich denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden: deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 8. Nun, mein hat 627. Sei zufrieden, mein Ge- schon lange Gott gethan; benke müte! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rat, wie von That, alles wohl zu machen. dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen; heiße gut, was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rat, stark von That; er, er wird's wohl machen. ( 628-629.) Mel. Wahre Ehrliebe. Gebrauch des gegenwärtigen Lebens. 279 Mel. Wenn meine Sünd'n mich 2c. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit gewissen630. Herr, laß nach eitler Ehre mich niemals geizig sein. Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. haft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christentum nach Jesu Vorbild üben: das sei mein wahrer Ruhm. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt. Das bleib', o Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald entführt ein stolzer Sinn mich von der Demut Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen! sie sind doch Eitelkeit, sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben, und bleiben hier zurück! FAD 4. Laß mich in Demut leben, wenn mich die Welt verehrt; durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt. Und schenkst du mir der Erde Gut, o Vater, so bewahre mich auch vor Übermut! 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag und Stunden. Das, womit wir uns bemühn, ist mit ihnen nicht verschwunden. Der Vergeltung Ewigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 6. Dein Beifall ist der beste, nach dem ich streben kann. Wenn ich mich dessen tröste, hab' ich genug daran; wenn mir es auch am Lohn der Welt, an Menschenlob und Ruhme bei guten Thaten fehlt. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon hier so manche meiner Zeiten, die bereits dahin geflohn, unter 7. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang, durch deines Sohnes Lehre, mein ganzes Leben lang. Dem Guten meinen Fleiß zu weihn, und andrer Glück zu fördern, laß mein Bestreben sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 631. Herr der Zeit und Ewig- kümmert macht! feit, gieb doch, daß ich bis ans Ende, so wie mir dein Wort gebeut, flüglich meine Zeit verwende, die mir noch dein weiser Rat auf der Welt beschieden hat. 8. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun; leit' mich auf rechtem Pfade, ein solcher Christ zu sein, den einst die Ehrenkrone schmückt, die ewig deine Frommen in jener Welt beglückt. schnöden Eitelkeiten und auf solche Art verbracht, die mich jetzt be4. Doch erbarmend schenkst du mir jeßt noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm' und falle dir fle hend und beschämt zu Fuße. Sei mir gnädig! Sieh', mich reut meine hier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch bin ich der Zuversicht, nuz' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Säen soll ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O, wie glück 280 day on Verhalten gegen uns selbst. yrin glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. Iloradu dny 27. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen, und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich von der Saat der Zeit ernten kann in Ewigkeit. tagen doch keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach, sie nagen zu spät das Herz mit Gram und Reu'; und den entflohnen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Jm hellen Sonnenstrahle, wie bei der Sterne Licht, im bunten Frühlingsthale, wenn jede Knospe 632. O daß von meinen Lebens- in des Winters Ruh' sprichst du bricht, im reichen Fruchtgefilde, und Me. Wer weiß, wie nahe mir 2c. mit Batermilde dem Menschen freundlich zu. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig teuer sein; die Zeit, die du zu meinem Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag; jest laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo niemand wirkt, erscheint; jest stärke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! Und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenußt vor bei! Auf, schwör' es jetzt mit Herz und Munde, und sei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht! Mel. Keinen hat Gott verlassen zc. 633. Bestimme meinem Pfade, 5. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getrost auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin; hier ist mein Tagewerk; nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! Herr, wie du willst, sein Ziel! Du schenkest uns der Gnade auf kurzem Wege viel. Du, Vater, gabſt das Leben, und dein Rat weiß es wohl, was er dem Kinde geben, wie lang' er geben soll. 3. Wer überall dich findet, du Höchster, groß und gut, auf dich sein Hoffen gründet, und seinen Trost und Mut, dem wurde mehr gegeben im engen Raum der Zeit, als auch das längste Leben dem Undankbaren beut. 4. Daß wir bereint mit andern in Frieden, Hand in Hand das Erdenthal durchwandern ins beßre Vaterland; daß Recht und Lieb' und Treue in aller Freud' und Not uns für den Himmel weihe: das, Herr, ist dein Gebot. 5. Wer deine Stimme höret, auf deine Weisheit traut, gern, wie es Jesus lehret, hinauf zum Himmel schaut, und nach des Geistes Frieden mit regem Eifer strebt wohl dem! der hat hienieden stets lang' genug gelebt. 6. Um fünft'ger Tage Morgen will ich nicht ängstlich flehn, und nicht mit bangen Sorgen in weite Ferne sehn; bis sich die Augen schließen, das Gute freudig thun, das Gute froh genießen, und dir ergeben ruhn. 7. Du läsfest jetzt mich leben; ich fülle diesen Tag mit dir geweihtem Stre said Gebrauch des gegenwärtigen Lebens. Streben; so folgt mir Friede nach. Der Tag kommt nimmer wieder; ich will im Herrn mich freun, und was euch nüßt, ihr Brüder, in treuer Kraft euch weihn. 8. Der du die Sterne führest am Himmel auf und ab, auch meinen Lauf regierest, du Vater, bis ins Grab, du schenkest Gnad' auf Gnade, du rufft zur bessern Welt; o, sebze meinem Pfade sein Ziel, wie dir's gefällt! Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. 634. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf' die Zeit, und statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüt der nahen Stunde wahr; fie flieht. 281 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär' auch fern: sei fromm, und wandle vor dem Herrn! 3. Einst Ewigkeiten zu besigen, gebrauche wohl die kurze Zeit. Sie soll zu einer Aussaat nüßen, zur Aussaat, die der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh', eins ist not! Was säumest du? 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott! ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht; und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwühle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde wert, die deine Langmut mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen 2. Getäuscht von eiteln Kleinig- Kräften nach Gottes Reiche hier keiten verlierst du deines Lebens gestrebt, in gottgefälligen Geschäften Zweck, verschiebst dein Heil auf die Pilgertage durchgelebt, und einst ferne Zeiten, und wth kann: Du nimmſt mich, Herr, zu Ehren an! Jahre weg. du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl' ich meinen Geist, o Herr. Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. ( 635-636.) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben 637. Die Herrlichkeit der Er- währt es nur eine kurze Zeit. den muß Staub und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn; das, was uns hier ergößet, was man für ewig schäßet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so tropig machen, als Land und 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl im Tod erfreun? 4. Der 282 Verhalten gegen uns selbst. Gesinnungen gegen diese Welt. 4. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und unser Leib verblichen, fragt keiner, was wir hier gethan.put 8. Wie, wenn die Sonn' aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich beuget, eh' sich der Abend zeiget: so blühen und verwelken wir. 5. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen, was unser Fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 6. Was sind des Lebens Freuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu' auf den Genuß! Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zulegt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl Erdenkronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten hast, so erbt dein Gut ein andrer. 9. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, eh' wir noch Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. SISTE 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenten? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken! 5. Wenn dich die Last der Leiden 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indes wird schon die Bahre vor unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen; und uns bedeckt des Grabes Nacht. Mel. Ich dank' dir schon 2c. drückt, schau' drum nicht mutlos nieder. Schau' frei empor! Sprich: 639. Christ, erhebe Herz mich erquickt der Herr doch endlich wieder. und Sinn! Was hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. Welt; dein Ziel ist nicht auf Erden. 6. Du lebst nicht bloß für diese Du sollst, wenn deine Hütte fällt, ein Himmelsbürger werden. 11. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. ( 638.) 7. Dort ist das rechte Kanaan, wo Lebensströme fließen. Blick' oft hinauf! Der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Vaters Haus. Gott teilt zum Gnadenlohne den Überwindern Kronen aus; kämpf auch um diese Krone! 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, der Gottheit Ruhm zu sin gen. Freund Gottes, sehnest du dich nicht, mit ihnen Dank zu bringen? 10. Dort Himmlischer Sinn. 10. Dort wohnt Gott, Bater, Sohn und Geist, mit Licht und Glanz umgeben. O Glück, das dir dein Gott verheißt! Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ; du, los von den Beschwerden, sollst dem, durch den du selig bist, an Klarheit ähnlich werden. 12. Hilf stets, mein Heiland, hilf du mir, daß ich den Geist erhebe, und daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe. 283 in euer Herz hinein, und sammelt ew'ge Güter ein. 640. Wie lieblich ist es in der Stille, wo Gott allein zugegen ist; wo unser Herz in seiner Fülle der süßen Einsamkeit genießt! Da schmeckt man in Zufriedenheit des Höchsten Güt' und Freundlichkeit. 2. Wohl dem, der stets in Gottes Schranken Geist, Herz und Sinne halten kann! Er schwinget sich mit den Gedanken in heil'ger Bust oft himmelan, und schmecket schon in dieser Zeit des Himmels reiche Süßigkeit. 3. Was hängt ihr doch an eitler Erden, und denkt bald da, bald dort hinaus? Jhr, die ihr wollet selig werden, gedenket nur an jenes Haus, das Gottes Huld für euch erbaut, und das ihr jetzt im Glauben schaut. 4. Verschließt das Herz den eiteln Sinnen; laßt ihre Wut nicht Meister sein. Laßt euch die Lüste nicht gewinnen, und haltet die Begierden ein. Schweift ihr verkehrter Trieb herum, so eilt zu Gottes Heiligtum. 6. Mein Gott! eröffne mir die Pforten; führ mich in deinen Freudensaal. Ich habe Luft zu deinen Worten; denn diese stillen alle Qual. Komm, nahe dich; tilg' allen Schmerz, und öffne mir jetzt Schrift und Herz. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ächtlich an. ( Neue Mel.) 7. Mein Glaube sieht den Himmel offen, der mich bereits zu dir erhöht, wo ich kann Gnad' und Leben hoffen, ob Sturm und Wetter auf mich geht. Wer sich in dir erfreuen kann, sieht Welt und Pracht ver5. Ergößet euch an Geistesschäßen, die schön und unvergänglich sind; die euern Geist in Ruhe setzen, weil er da volle G'nüge find't. Geht selbst 8. Ich will mich von der Welt entfernen; weg Eitelkeit, aus dieser Brust! Hinauf, o Seele, zu den Sternen! Mein Jesu! du bist meine Lust. Wie selig geht die Zeit dahin, wenn ich mit dir vereinigt bin! Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 641. Vater, den mein Herz verehret, dem mein Leben angehöret, heilig sei mir dein Gebot: über alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben, und dir treu zu sein, o Gott! 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele strebt sich müde nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gern erfüllen, hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich verführend werde; deine Huld sei mehr mir wert. Sie nur ist das Glück der Seelen; und das werd' ich nie verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. 4. Frieden werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein. Such' ich, 284 ich, Vater, mehr als allen, such' ich dir nur zu gefallen, so find deine Verhalten gegen uns selbst. Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich andre hassen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht: o, so bin ich voller Freude, und verlier', auch wenn ich leide, nicht den Mut zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten; bleibe du mein höchstes Gut. Hilf mir, den Betrug der Sünden sehn, und standhaft überwinden; gieb dazu mir Kraft und Mut. 7. Lenke, Vater, mein Bestreben hin zu einem bessern Leben; lehre mich, schon in der Zeit, an dem Ew'gen mich ergößen, hier den Wert der Dinge schäßen, wie einst in der Ewigkeit. ich bin nicht, wo ich bin, und geh' in meinem Triebe stets nach dem Himmel hin. Wo Jesus, der Verklärte, dort wohnt mein ganzes Herz; mein Sinn geht von der Erde nur immer himmelwärts. Bet Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 644. Ach Gott, es sind der mit Furcht und bangem Sehnen Thränen in dieser Welt so biel! naht mancher sich zum Ziel. 2. Doch deines Sohnes Lehre erquickt des Christen Herz; sie trocknet jede Zähre und lindert jeden Schmerz. 2. Ich liebe, was zum Himmel, nicht was zur Erde führt. Der Welt ihr Lustgetümmel und was ihr sonst gebührt, tret' ich getrost mit Füßen, und schwinge mich empor; denn jenes Leben wissen, geht aller Weisheit vor. 3. Hinauf, mein Herz, mit Freuden! Dort oben ist gut sein. Geh durch Gefahr und Leiden nur immer himmelein. Laß andre nach dem Triebe der Erdenkinder gehn. Ich lebe, wo ich liebe; so leb' und sterb' ich schön. 3. Nur aufgeschaut mit Freuden! So ruft uns Christus zu. Hinweg mit Angst im Leiden! Gott sorgt für eure Ruh'. ( 642.) Mel. Schatz über alle Schäße zc. 6. Von trägem Geistesschlummer ist er schon längst erwacht. Er weiß, 643. Ich lebe, wo ich liebe; des Lebens Kummer währt doch nur eine Nacht. 4. Wem deine Huld die Gabe des Christensinns verlich, dem fehlt es bis zum Grabe an Mut und Hoffnung nie. 5. Ihn machet das Getümmel der Welt nicht bang und heiß, weil er getroft zum Himmel empor zu schauen weiß. Chu 7. Die dunkle Nacht entfliehet; der helle Tag bricht an. Noch eh' man sich's versiehet, entschwinden Furcht und Wahn. 8. Gott, wer diesem Tage nur froh entgegenblickt, der sieht einst aller Plage auf ewig sich entrückt! 9. Das Ziel ist dann errungen: dann endlich ist er da, und fühlt, von Dank durchdrungen, sich dir und Jesu nah. mel. Seele, was ist schöner 2c. ( Die verkürzte: Auf, hinauf zu zc.) 645. Himmelan, nur himmelan soll der Wandel gehn! Was die Frommen wünschen, kann dort erst ganz geschehn; auf Erden nicht! Freude wechselt hier mit Beid; richt' Himmlischer Sinn. TE 285 du anbetend nahn, und Gott naht In fich dir, in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei; alles jauchzt verklärt und neu in Ewigkeit. richt' hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht. 2. Himmelan schwing' deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh' täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg' ins Herz mir den Beruf; mach' mich getren! 3. Hat Gott selber nicht dein Ziel himmelan gestellt? Sorge darum nicht zu viel um den Land der Welt. Flieh' diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, dir an Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan heb' deinen Mut, wenn dich Kummer drückt; weil dein Bater, mild und gut, stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von der Sorge nichts; sei himmlisch froh! 5. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; geh', weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach. Er litt, und schwieg. Halt' dich fest an Gott, wie er; statt zu klagen, bete mehr; so folgt der Sieg. 6. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich, im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter geht's zum Himmel hin. 7. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht; ob sie auch dir sterbend jetzt turze Schrecken macht. Harr' aus, harr' aus! Auf die Nacht wird's ewig hell; nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 8. Hallelujah! Himmelan steig' dein Dank schon hier! Einst wirst 9. Hallelujah! singst auch du, wenn du Jesum siehst; unter Freuden ein zur Ruh' in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg; gelobt sei er! Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. 646. Mein Leben ist ein Prüfungsstand; der Himmel ist mein Vaterland; nicht find' ich Ruh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, die er uns dort erbauet hat da werd' ich selig werden. Mein Leben ist ein Prüfungsstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so fliehet meine Zeit dahin. Hier ist nicht, was ich wähle. Ich eile nach der Ewigkeit. Ach, mache mich dazu bereit; bewahre meine Seele! Gieb, daß ich als ein wahrer Christ stets suche, was im Himmel iſt. 3. Der Tugend Hindernisse, Gott, sind viele; Trübsal, Not und Spott muß oft der Fromme leiden. Der Weg ist schmal und weit das Ziel; wie oft sind seiner Feinde viel, und klein die Zahl der Freuden. Und dennoch soll's ihn nie gereun, dein Pilger hier, o Gott, zu sein. 4. Hilf darum mir, o Jesu Christ, der du mein Heil geworden bist, hilf mir und allen Frommen. Laß auf der Selbstverleugnung Pfad, da auch dein Fuß gewandelt hat, mich hin zum Ziele kommen. Streit' ich mit dir nur standhaft hier, so herrsch' ich ewig auch mit dir. 5. Verleihe mir Beständigkeit; laß mich mit Unerschrockenheit den Weg 286 Verhalten gegen andere. Weg des Lebens gehen. Fall' ich, so hilf mir gnädig auf; hilf mir vollenden meinen Lauf; laß fest in Mel. Ein Lamm geht hin, und zc. 647. Der du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest; o, bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland! hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk, und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwere Pein, uns vom Verder= ben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf des Himmels Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottes Sohn! ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet, gebraucheft deine Majestät, nur Segen auszu breiten. 4. O, laß in meiner Pilgerschaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. jol Menschenliebe überhaupt. Not mich stehen, getrost auf deinen Schuß vertraun, und selig einst dein Antlitz schaun. 5. Laß mich mit brüderlicher durch Sanftmut, Mitleid und Ge Huld den Strauchelnden erwecken; duld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürchterlich; und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. Mel. O Gott, du frommer 2c. 648. Gieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Not betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um andrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzuteiLen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn; nein, Menzu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienſt. Auch unbemerkt von ihnen, müss andern stets mein Herz mit Rat und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rat, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Und Menschenliebe überhaupt. 5. Und eilt ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott; du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht; den liebe, der mich haßt; den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen; noch stärker müsse mich sein ewig Bicht erfreun; noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. O, heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe durch deine Bieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 649. So jemand spricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 287 läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, 3. Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schuß den nächsten unterstüzet; doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rat und That nicht wachet, dem Übel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? 9. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf 288 schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Verhalten gegen andere. 10. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 11. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr, von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und ten nicht lieben, den du liebst? 12. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von die sen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 13. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. etwas Gut's geschicht, so eifert und mißgönnt sie nicht; ihr Mut bleibt in den Schranken. 06 is mojisi 4. Sie kennet nicht, was Hoffart ist; sie haßt und lästert keinen; sie sucht nicht ihren Nuß mit List; sie ratet den Gemeinen; sie zürnet nicht, wie viel man sagt vom Nächsten, über den man klagt: sie kehrt es stets zum Besten. 5. Die Lieb' ist da voll Traurigkeit, wo unrecht wird gerichtet; der Wahrheit und Gerechtigkeit hat sie ihr Herz verpflichtet; sie deckt des Nächsten Mängel zu, trägt seinen Fehl in stiller Ruh', gedenkt nie des Vergangnen. 6. Die Liebe glaubet gern das Best', ohn' Argwohn traut sie allen; sie hofft noch ihre Beßrung fest, wenn sie in Sünden fallen. Und wenn sie leidet ohne Schuld, erträgt sie alles mit Geduld, und wird dabei nicht müde. 7. Ja, wenn zuletzt die Wissenschaft und alles wird aufhören, behält die Lieb' doch ihre Kraft, und wird sich noch vermehren, wenn Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 650. Wenn einer alle Ding' wir nach dieser Prüfungszeit einander in der Seligkeit vollkommen werden lieben. verständ', mit Engelzungen red'te; wenn er zugleich weissagen könnt', den Wunderglauben hätte, daß er versetzte Berge hin, und hätte nicht der LiebeSinn, so wär' es doch vergebens. 2. Wenn einer willig seine Hab' austeilete den Armen, und brächte nicht die freie Gab' aus Mitleid und Erbarmen; wenn er sich brennen ließ dabei, und thät' es nicht aus Lieb' und Treu', so wär' es ihm nicht nüße. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 3. Die Sieb' ist lauter Sanftmut 651. Sollten Menschen, meine voll, ist gütig und gelinde, daß man, es komme, wie es woll', nichts Bittres an ihr finde. Wenn einem 8. Herr Jesu, du giebst selber dich zum Vorbild wahrer Liebe; verleih', daß dem getreu auch ich stets Bieb' daß ich bet am Nächsten übe; daß ich bei allem, wo ich kann, Treu', Lieb' und Hülfe jedermann, wie ich's mir wünsch', erweise! Brüder, mir, mein Gott, nicht teuer sein? sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle Christen Glieder Menschenliebe überhaupt. Glieder dessen, der für alle starb, allen Gottes Huld erwarb? Bog 2. Alle sind wir eines Stammes, gleich an dürftiger Natur; allen hilft ein Opfer nur des unschuld'gen Gotteslammes; und dieselbe Mel. Meinen Jesi laß ich 2c. Seligkeit ist für alle gleich bereit. 652. Allen Menschen und auch 3. Gottes Kinder sollt' ich hassen, lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nichts verzeihn? keine Schulden ihm erlassen? und nicht fürchten das Gericht, das auch mir ein Urteil spricht? 4. Du, der einst für Übelthäter um Vergebung bat, du hast still getragen unsre Last, eine Last der Übertreter; bliebest stets von Rache fern; duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein Herz von Zorn und Sünde hingerissen dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt: hilf dann, daß ich überwinde. Laß mich dich sanftmütig sehn in den Tod für Feinde gehn. 6. Wie dir deine Thränen flossen, als dein Aug' um uns geweint; wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergossen, wie du starbst, mich zu erfreun, das laß mir vor Augen sein. 7. Gieb es mir so zu erkennen, daß ich thu', wie du gethan. Wer nicht wohlthut, wie er tann, ist kein Glied von dir zu nennen; ist dem Gott der Lieb' ein Greul, und verscherzt sein eignes Heil. 8. O, so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmut, Gütigkeit; daß ich, wie du liebest, liebe; daß ich herzlich, milde, treu, sanft und leicht versöhnlich sei. 289 wollen wir uns, Brüder! uns einander mild erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn. 9. Christen, eines Hauptes Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gnad' und Huld erwarb, lieben mir hat der Herr dies vorgeschrieben: Euern Nächsten sollet ihr, wie euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was Gott hier gebeut, sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhält; alle eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat uns allen Gott gegeben, und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns einander hassen, und zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand zum voraus vor andern haben: Ansehn, Reichtum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Selbst der Gaben Unterschied dient zum allgemeinen Besten, wenn nur jeder sich bemüht, von dem Kleinsten bis zum Größten, andern, und nicht sich allein nüßlich, wie er kann, zu sein. 7. Darum gieb uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an andrer Freud' und Schmerz Anteil nehm' und redlich 19 übe, 290 Verhalten gegen andere. Fürbitte für alle Menschen. übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wir, hier mit ihm vereint, nach wie sie Jesus uns erklärt. vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auch ewig bei ihm sein, seiner Lieb' uns ganz zu freun. 8. Diesem großen Menschenfreund laß uns alle ähnlich werden, daß Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. die trostlos weinen; stärk' die 653. Treuer Bater deiner Kin- Vater aller Armen, wirst auch ihrer Schwachen, hilf den Deinen; du, der dich erbarmen. der, Gott der Frommen und der Sünder! Höre gnädig an mein Flehen für der Brüder Wohlergehen. Ach, erwed' in meinem Herzen Mitleid bei der Brüder Schmerzen. Herr, belebe meine Triebe zum Gefühl der Menschenliebe. 2. Du, du schaust auf alle Brüder voll Erbarmen segnend nieder. Alle sind nicht mehr, nicht minder, alle Menschen, deine Kinder. Möchten alle dich erkennen, kindlich froh dich Vater nennen, alle dein Wort gläubig hören, alle dich durch Jesum ehren! 3. Zeige dich, du Weltregierer, als der Frommen Schuß und Führer. In der Not und in Gefahren eile, dich zu offenbaren; tröste die, 2. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo er's find', der ist nach deinem Bilde barmherzig, gütig, milde, und als ein wahrer Christ gesinnt. 4. Gieb den Leidenden und Kranken Linderung und Trostgedanken; richte huld reich auf, die fallen; leite Kinder, die noch lallen. Weisheit, Treue gieb dem Lehrer, Sinn für Wahrheit jedem Hörer; schenke, treuer Vater, beiden deiner Wahrheit hohe Freuden. 3. Der Stolz, die Eigenliebe sind freilich mächt'ge Triebe, auf andrer Wohlergehn, und auf die größern Gaben, die sie empfangen haben, mit scheelem Auge hinzusehn. 5. Sei der Freund von meinen Freunden; schenk' Erbarmen meinen Feinden. Komm mit deinem Vatersegen allen Sterblichen entgegen. Laß sich alle deiner freuen, alle, Vater, dir sich weihen. Laß sie alle fromm auf Erden, und im Himmel selig werden. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 4. Jedoch, du hilfst mir kämpfen, 655. Gieb Gott, voll Lieb' und hilfft Neid und Mißgunft dämpfen, Güte, den Trieb in mein Gemüte, mich fremden Glücks zu freun! Bei meines Nächsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein. wenn ich nur wachsam bin; und wenn ich auf dich sehe, zu dir um Hülfe flehe, so hilsst du mir zum bessern Sinn. ( 654.) 5. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und andre haben; mit Weisheit hältst du haus, und teilest unter allen, nach freiem Wohlgefallen, die Güter deines Hauses aus. 6. Beneid' ich meinen Nächsten, so greift dich selbst, den Höchsten, mein Unmut tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde, wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was du selbst gethan! 7. Ich Brüderliche Teilnahme. Sorge f. d. geist. Wohl d. Nächsten. 291 lenkt, froh unser Herz als Vater denkt? 7. Ich Thor, ich selber quäle mit Unmut meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dies Laster je mehr und mehr verhaßter! Auch andrer Glück sei meine Lust. 4. Dank dir, Gott, für das Mitgefühl; es leitet uns zu unserm Ziel. Wer seine sanfte Stimme hört, wird nie durch Haß und Neid gestört. 5. Ihm strahlt mit himmlisch Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. mildem Licht die Freundlichkeit vom 656. Was ist es, das die ganze Angesicht; und wo er wandelt seine Welt der Lebenden zusammenhält? Bahn, sind ihm die Herzen zugethan. Was knüpft auf diesem Erdenrund die Menschen all' in einen Bund? 2. Was ist's, daß, wo die Freude lacht, ein traurig Herz vom Gram erwacht, und daß bei unsrer Brüder Schmerz nicht ungerührt bleibt unser Herz? 3. Was ist es, daß uns hoch entzückt, wenn himmelwärts das Auge blickt, und daß dich, der das Weltall Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 657. Laß, o Jesu, mich empfinden, welch ein Segen mir es ist, daß du, mich von Wahn und Sünden zu befrein, erschienen bist; und daß du mit Huld und Gnade auf des Lebens dunklem Pfade die Gefahr mir offenbarst, treu mich warnest und bewahrst. 2. Laß mich fühlen, welch ein Segen es für meine Seele sei, wenn ich dir auf Gottes Wegen immer folgsam bin und treu; wenn ich meinen Schöpfer lieben, und von deinem Geist getrieben, immer froher hoffen kann: Mich nimmt Gott mit Ehren an. 3. Doch, wie könnt' ich dies empfinden, und doch fühllos Menschen fehn, die, bethört vom Reiz der Sünden, Wege des Verderbens gehn; wie nicht rufen, daß sie hören: Eilt, o Brüder, umzukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt! 6. Des schönsten Erdenglücks entbehrt, wer Mitgefühl nicht in sich nährt; und zu des Grabes stiller Ruh' drückt ihm kein Freund die Augen zu. 7. Wem Mitgefühl das Herz erhebt, der findet Brüder, wo er lebt, und schläft einst mit der Hoffnung ein: Auch droben werden Brüder sein. 4. Auch für meiner Brüder Seesoll ich sorgen; wenn sie fehlen, len, nicht nur für mein Heil allein, gern ihr treuer Führer sein. Wenn fie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich konnte, sie zu dir, forderst du ihr Blut von mir. OLED 100 5. Von des Irrtums Finsternissen selbst errettet, will auch ich warnen, rühren des Gewissen, der von deinen Wegen wich; will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu dir sich wende; ihn ermuntern, dir allein, nicht der Sünde, sich zu weihn. 6. Hilf, daß ich ihn mög' erweichen; und wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Beispiel ihm ein Licht, daß er an mir sehen möge, wie, Erlöser, deine Wege jedem, der sie lieb gewinnt, lauter Heil und Segen sind. ( 658. 659.) 19* Mel. 292 Verhalten gegen andere. Christliche Duldung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 660. Dir, Bater, Dank und Preis und Ehre von deiner ganzen Kinderschar! Dir, Herr der hohen Sternenheere, bring' jeder Mund Anbetung dar! Du, unser aller Bater, gieb, zu preisen dich, uns Kraft und Trieb! 2. Bereit, dich dem zu offenbaren, den Sehnsucht drängt, sich dir zu nahn, nimmst du von allen Völkerscharen Gebete, Lieder, Opfer an. Ganz ohne Strahl von deinem Sicht ist keines Menschen Angesicht. 3. Und keiner aller, welche leben, ist fern, Unendlicher, von dir. In dir, du Vater aller, weben wir alle, sind und atmen wir; und dich zu suchen, rufest du voll Liebe allen Herzen zu. 4. Dem rufst du lauter, jenem leise: Ein Gott ist, welcher dich erschuf! Nur der ist froh und gut und weise, der gläubig hört auf deinen Ruf; und wer dich fromm und findlich ehrt, des Flehen wird von dir erhört. 5. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu sein. Wie könntest du den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest! Nein! Begnadigst du nicht selber den, der's wagte, dir zu widerstehn? 6. Und wir, wir sollten strenge richten? Wir lieblos sein, wo du verschonst? Die Einfalt und die Tugend richten, die du vielleicht mit Ehren lohnst? den schmähen, der dich anders ehrt, als uns der Väter Glaube lehrt? 7. Wer heilig deinen Namen nennet, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint, so gut dich ehrt, als er dich kennet, sei Bruder uns, mit uns vereint! O wehe dem, der sie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! 8. Erwede Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Menschenfreundlichkeit. Entwaffne mächtig, Herr, den Störer der Eintracht und Verträglichkeit; und heller strahle bald dein Licht, wo es an Duldung noch gebricht. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei 2c. 661. Beschirm' uns, Herr, dein reines Wort! Es schalle frei und mächtig fort, und sei der Völker Lobgesang vom Aufgang bis zum Niedergang. 2. Die Geisteseintracht mehre sich; durch Sinn und Thaten preise dich das Volk, das deine Rechte kennt, und Jesum seinen Heiland nennt. 3. In christlich frommer Fürsten Bund thu' sich die Kraft der Wahrheit kund, und sichre Frieden, Lieb' und Recht uns und dem spätesten Geschlecht. 4. Mit deinem Geiste salbe, Herr, des Himmelreichs Verkündiger, daß sie, in Lehr' und Wandel rein, stets wackre Seelenhüter ſein. 5. Die Meinung trenne Herzen nicht; das Wissen fördre jede Pflicht. Fm Glauben reiche sich die Schar auch Tugend, Lieb' und Demut dar. 6. Und unsre Lämmer, jung und zart, führ' auf die Weide guter Art, wo volle G'nüg' und Leben ist, zum Kinderfreunde Jesu Christ. 7. O, möcht' im seligsten Verein ein Hirt und eine Herde sein! Baß, Herr, dies große Heil uns sehn, uns Hand in Hand gen Himmel gehn! ( 662.) Mel.. Bescheidenheit. Sorge für Leben u. Gesundheit d. Nächsten. 293 Me I. O Gott, du frommer 2c. und Spott auch oft schon auf der Erde. Ihm widersteht gewißlich 663. Herr, der du alles giebst, von dem ich alles habe, was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Übermut. Gott, daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren setzt, sich seiner Gaben unwert schätzt, an dem hat Gott Gefallen. 2. Wenn ich der Welt vielleicht mehr, als mein Nächster nüße, wer gab mir diese Kraft? Wenn ich Verstand besitze und Klugheit mehr, als er, wer gab sie mir? Von dir, von dir tam mir die Kraft, und du erhältst sie mir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rat begegnet; wenn deine Güte mich vor andern oft gesegnet: giebt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und andre unter mir in kleinerm Glücke sehe, wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 3. Hat Gottes milde Vaterhand mehr Güter dir gegeben; kannſt du durch Ansehn und Verstand des Nächsten Glück erheben: was bist du? Immer Gottes Knecht. Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, den Kleinsten zu verachten. 4. Der Herr von göttlicher Gewalt ist auf der Welt erschienen arm, niedrig und in Knechtsgestalt; warum? Um uns zu dienen. Er wehrte dem, der ihn erhob, und wählte für der Menschen Lob selbst Schmach, um sie zu retten. mut liebt, den nächsten nicht verachtet, und gern in seiner Pflicht sich übt, ist hoch bei Gott geachtet. Gott ehrt ihn wieder; sein Gebet wird nimmermehr von dem verschmäht, der auch aufs Niedre schauet. 2. Den Stolz verfolgen Schmach 5. Ich bin dein Jünger, Heiland, ich bekenne deinen Namen; sei du mein Vorbild! Stärke mich, dein Beispiel nachzuahmen. Du rufft ja allen Menschen zu: Lernt Demut, und ihr werdet Ruh' für eure Seelen finden. ( 665.) 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. besitz', ist dein; von dir hab' ich 666. Gott, dein ist unser Lemein Leben, und was ich Gutes thu', dazu giebst du Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmut sein. ben; du hast es uns gegeben; es soll uns teuer sein. Drum will ich's keinem kürzen; nie in Gefahr ihn stürzen, nein, aus Gefahren ihn befrein. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 2. Nie will ich seinem Herzen be664. Wer wahre Herzensde- reiten Gram und Schmerzen, die der Gesundheit drohn; beglückt durch deinen Segen, will ich der Kranken pflegen; so wird mir einst der Liebe Lohn. 3. Ich soll den Nächsten lieben, nie kränken und betrüben; und hassen könnt' ich ihn? Besorgt für meine 294 Verhalten gegen andere. meine Freuden, sollt' ich vor seinem Leiden, um nur nicht mit zu leis den, fliehn? Ho 4. Nein, Gott, ich will den Armen erquicken voll Erbarmen, des Blinden Führer sein, die Schwachen uns terstützen, die in Gefahr sind, schützen, Mel. Alle Menschen müssen 2c. Brüder sein! 668. Aner meiner Rechte laß mir, Gott, stets heilig Wenn ich sie zu fränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben andern Gut und Ehre rauben: welchen Haß verdient ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, Recht erzeigen jedermann; jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht dulden, als durch Unrecht mich verschulden; lieber arm und niedrig sein, als durch Unrecht mich entweihn. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schreden dräun, und des Unrechts Rächer sein? Gerechtigkeit und Billigkeit. und, kann ich, sie daraus befrein. 5. Ich will, sie zu erfreuen, selbst Müh' und Schmerz nicht scheuen; auch das ist dein Gebot. Hat doch dein Sohn sein Leben für mich dahingegeben, für meine Rettung in den Tod. ( 667.) 5. Eines Unterdrückten Thränen, o, wie furchtbar sind sie nicht! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft sie, Herr, dein Strafgericht. Doch blieb' auch mein Erdenleben mit des Glückes Glanz umgeben: führet denn der Tod mich nicht, Richter, einst vor dein Gericht? 6. Lehre mich gerecht und billig gegen alle Menschen sein; keinen drücken, lieber willig dem Beleidiger verzeihn. Hab' ich macht: sie soll mir nüßen, die Bedrängten zu beschüßen; eilig, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Sichern laß mich meine Rechte, Wir aber sanft und mit Geduld. sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden? nicht gelind sein? mich nicht freun, gleich dir, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mit andern handeln, und von aller Härte fern. Denn du, Richter aller Welten, wirst mir alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn sich dein Gericht mir naht. ( 669.670.) Mel. Schatz über alle Schäße 2c. wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken han671. Wohl dem, der richtig belt, und das ist, was er scheint; der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl ihm, daß sein Gemüte, Herr, stets die Wahrheit übt! Jhn leitet deine Güte; er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 3. O Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir sein! Behüte mich vor Trügen mit gleisnerischem Schein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei. 4. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann; auch nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verlei ten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was fälschlich ward erdacht. 295 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten zur Vorsicht in der Pflicht, damit ich flüglich wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 674. Gott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein stren= ges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht; laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Bater, als dein Kind, liebreich sei, wie du, gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmut spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! Und so lang' ich hier soll wohnen, sei mir aller Streit verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du. O, so hilf auch mir dazu! Gieb ein Herz mir, daß die Stille und den Frie den sucht und liebt, statt der Rache Sanftmut übt. 6. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rat gelingt; wenn er mit bösen Tücken in Kümmernis mich bringt; so stärke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben, das führt zur bessern Welt. Einst scheid' ich mit Vertrauen, dort werd' ich, als dein Kind, dich mit den Frommen schauen, die reines Herzens sind. ( 672. 673.) 3. O, wie wird das Herz beschweret durch des Bornes Leidenschaft! Streitsucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach! du wolltest mich bewähren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streite sich mir naht. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeGott des söhnt mit ihnen treten. Friedens, segne du mich mit deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der 296 Verhalten geg. and. Sanftmut, Versöhnlichkeit, Friedfertigt. daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmut uns erhebt. Er regier' in Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Übermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 675. Herr, deine Sanftmut ist nicht zu ermessen! Wie viel haft du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüte! 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; du heiltest die, die dich zu fangen suchten, und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmut Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Dir, Herzenskündiger, dir muß ich's flagen, wie wenig noch mein stolzes Herz kann tragen; wie ichwer ich oftmals, wenn mich andre hassen, mich weiß zu fassen. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben; und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht hassen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen; 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmut willen; so erb' ich auch, im Lande deiner Stillen, die Seligfeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 676. Derbittre dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache; vergeben ist des Menschen Pflicht, bergelten Gottes Sache. Die Sanftmut, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiHerz sich nicht am Zorne weiden; den; und dennoch soll des Christen soll nicht sein eigner Richter sein; soll alles Unrecht gern verzeihn. dir scheint, so mußt du doch ſie 3. So schwer auch diese Pflicht üben; sonst bist du nicht des Heiz lands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz da wider sich, so sieh' auf ihn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch durch Unrecht nie verschuldet? Und dennoch will er langmutsvoll, daß keiner ewig sterben soll. 5. Ist's nicht der Christen schönster Ruhm, gleich ihm, dem Feind' verzeihen; nicht Ehre für ihr Christentum, sich seines Falls nicht freuen? Den Schmähenden nicht wieder schmähn, wirkt das nicht eignes Wohlergehn? 6. Wer denket je im Zorne nach, was Gott gefallen sollte? Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die sie bestrafen wollte. Kein Schimpf wird Sanftmut, Versöhnlichkeit, Friedfertigkeit. 297 ungeschehn gemacht, wenn wilde ich bereuen, die er nicht wissen kann. Rachbegier erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen; ste störet die Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmerzen. Sie hindert Dank, Gebet, Bertraun, und raubt den mut, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmut, welche süße Pflicht! wirst du den Feind besiegen. O, du, mein Herz, versag' dir nicht dies himmlische Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Herr, zu dir, das Unrecht niemals rächen. Du wirst, wie ich verzeih, auch mir ein gnädig Urteil sprechen. Von dir kommt auch der Sanftmut Sinn; gieb, o mein Vater, gieb mir ihn! Mel. Schatz über alle Schätze 2c. 677. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen. Dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wut ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht; doch, wenn nur mein Gewissen für meine Unschuld spricht! Dies will ich treu bewahren; so bessert sich mein Feind, und lehrt mich, klug verfahren, indem er's böse meint. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er länger schmähn? 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will 5. Ich will niemals ermüden, ihm thätig zu verzeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten, und Gott vertraun; Gott schützt. 4083 Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 678. Der du, dem Tode nah, für die, die dich erwürgten, batest: der du bei deinem Vater sie, mein Heiland, selbst vertratest: o, möcht ich doch dir ähnlich sein, und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie könnt' ich hoffen, Trost im Tod, Huld im Gericht zu finden; zu Gott noch flehen: Richte, Gott, mich nicht nach meinen Sünden! hört' ich nicht deine Stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir? 3. Du, Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir, drauf acht' und darnach wähle. Der wählt den Segen, der vergiebt; und der den Fluch, wer Rache liebt. 4. Erwirb dir, Christ, die Fertigkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergieb; denn Gott verzeiht, und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigter, dem Feinde zu. 5. Auch mein Beleidiger hat teil am Heiland aller Sünder; mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil der Todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beide schuf. 6. 0, Verhalten gegen andere. Barmherzigkeit. 298 6. O, könnt' ihn meine Sanftmut noch zur Seligkeit bekehren, und ihn der Liebe sanftes Joch mit Freuden tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, der Retter meines Feindes sein! 7. Wie wird er einst am Weltgericht mich Freund und Bruder nennen, mir danken und sich ewig nicht von meiner Seite trennen, 680. Du, aller Menschen Vater! du gütigster Berater in allem, was uns drückt! Was wir hier Guts genossen, das ist von dir geflossen; durch dich wird unser Herz erquickt. ( 679.) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun übet, der erntet dort die Herrlichkeit. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Bu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Bestreben sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz'ger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Not der Armen mich willig mög' erbarmen! Nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so, wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein Bedrängter, Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich andrer Notdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. und Gott erhöhen, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen; 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort, Haß und Verfolgung leiden; wie gern verzeihn, da du mir's dort vergiltst mit solchen Freuden, wenn mir im Himmel nur ein Feind dankbare Freudenthränen weint! Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 681. Wie wohl ist mir, wenn mit Erbarmen ich meiner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Hülf' und Rat entgegen geh'; wenn seiner Freude stille Zähre, dem, der durch mich ihm half, zur Ehre, von seiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die süßen Freuden beim Anblick weggeschwundner Leiden des Wohlthuns Freuden dann genießt! 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, ich Menschen fröhlich machen kann; dem, welchen schwere Lasten drücken, mittragend sie erleichtern kann; wenn ich durch Sanftmut in den Mienen den ärmern Brüdern, die mir dienen, das Los versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst verkenne, Erholung ihren Kräften gönne, und nach der Arbeit süßen Schlaf! 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Angst und Schmerzen ringt, wenn sein Vertraun beginnt zu wanken, ob sein Gebet zul 3335 Dankbarkeit. zu Gott auch dringt, mit Stärkung dann entgegen eile, sein Elend willig mit ihm teile, ihn tröst' in seiner Einsamkeit, ihm seiner Armut Jammer mindre, ihm seiner Wunden Schmerzen lindre; sein stiller Dank ist Seligkeit! 4. Wie wohl, wenn ich verlassnen Kindern ein Vater, ein Versorger bin, beslissen, ihre Not zu mindern, und sie dem Himmel zu erziehn, wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind, ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverwaiste in der Hütte ſo wert mir, als der Reichste ist! 5. Du schufft zum Menschen mich! Erhalte, mein Schöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nie erkalte; durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Nichts laß mir dir Empfindung nehmen für Menschenwohl, und nie mich schämen des Mitgefühls bei fremder Not. Erquickung gieb, wenn ich den Armen mit Hülf' erfreue, voll Erbarmen auch mir, o Herr, in meiner Not. ( 682.) Freundschaft. 299 eh' ein Helfer ihm erscheint. Auf, o Christ, was zögerst du? Eile dem Bedrängten zu. 2. Gott ist's, der des Mitleids Triebe dir in deine Seele schuf. Horch; sie rufen dich zur Liebe, und ihr Ruf ist Gottes Ruf. Menschlich, menschlich sollst du sein, und des Menschenwohls dich freun. 2. Es zeuge meine Freudenzähre, wie tief mich Dankbarkeit durchbringt; mit welchem Eifer ich begehre, 3. Fühle selbst, wie viel dir fehle, wenn des Leidens Stunde schlägt, und kein Mensch in deine Seele ost und Mut und Hoffnung trägt! Wenn sie heut' dich nicht erreicht, trifft sie morgen dich vielleicht. 4. Alle sind wir fest vereinet, wir durchlaufen eine Bahn. Auch den Armen, der da weinet, sieht dein Vater huldreich an; für den Himmel sucht er ihn auch durch Leiden zu erziehn. 5. Tritt an deines Vaters Seite! Wirke mit ihm für die Welt! Hilf und schüße, rate, leite! Übe stets, was ihm gefällt! Immer sei bereit und sprich: Herr, mein Gott, gebrauche mich! 6. Einst verstummet jede Klage, wenn du Gottes Wege gingst, und am großen Erntetage ihm der Garben viele bringst. O, dann hebt er dich Mel. Liebe, die du mich zum zc. 683. Trodne gern des Kummers empor; dich empfängt der Engel Thränen, die dein armer Bruder Chor! weint! Lange muß er oft sich sehnen, ( 684.) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. was ihrem Herzen Freude bringt; mit welchem Ernste mein Gebet für 685. Wenn Menschen dir, sie zu dir, mein Vater, fleht. Gott, an Güte, an Wohlthun streben gleich zu sein, und mich mit willigem Gemüte durch ihren Rat und Trost erfreun: mit reichem Segen segne dann, die ich nicht wieder segnen kann! 3. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; will, trauernd über ihre Leiden, gern ihnen Freund und Tröster sein; und kann ich tragen ihre Not, mit Freuden will ich's thun, o Gott! Und Verhalten gegen andere. Freundschaft. 300 4. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe doch meines Herzens Flehn zu dir; und was sie wünschen, das gelinge; denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf jeden komme Freud' herab, der liebevoll mir Freude gab! 5. Umfange sie mit deiner Güte; Gott, deine Huld verlaß sie nie! Sei stets ihr Helfer, und behüte vor hoffnungslosen Leiden sie; und trifft mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 687. Auf, erwachet, meine Lieder, lobsinget Preis und Dank dem Herrn! Gott sieht auf den Staub hernieder, hört der Menschen Boblied gern. Sollt' ich ihn nicht froh ererheben? Floß aus seiner Vaterhand, eh' mein Stammeln ihn genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, alles, was ich bin, bin und ward ich nur durch ihn. 2. Doch, was wären Freudentage, teilte sie kein Freund mit mir? Ach, sie endeten in Klage, irrt' ich öd' und einsam hier. Wie in leere Wüsteneien wär' ich in die Welt gebannt, lebt' allein und unbekannt, müßt' ich ohne Freund mich freuen. Werde froher, mein Gesang! Brüder, stimmt in meinen Dank! 3. Dank mit Geist und Herz und Munde, daß in treuer Freunde Schoß manche stille, sel'ge Stunde wie ein Augenblick verfloß! Dank für alle reinern Freuden, die mir deren Liebe gab, die, bereit, bis an das Grab mit zu danken, mit zu leiden, deine treue Vaterhand mir so unverdient verband! 4. Dank, daß viel der bessern Seelen, mir ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, Gott, von dir mir zugesellt; sie doch Gefahr und Schmerz, so stärk' und heile du ihr Herz! 6. Jm Tode nimm sie mit Erbarmen zu deines Reiches Erben an! Sie haben, weil sie lebten, Armen mit deinen Gaben wohlgethan; und diese flehn an deinem Thron: Groß, herrlich, ewig sei ihr Lohn! ( 686.) alles Gute mit mir teilen, das mir ein Kummer träntt, meiner Seele deine Güte schenkt, gern, wenn mich Wunden heilen, mich erheben, wenn ich sank; Preis dir, Geber, Ehr', und Dank! 5. Dir geheiligt sei die Wonne, die nur aus der Freundschaft quillt; die, erwärmend gleich der Sonne, mit der Liebe Glut mich füllt. Ja, an frommer Freunde Händen werd' ich meinen kurzen Lauf, der zu dir mich führt hinauf, festen Schrittes einst vollenden. Mutig gehn wir Hand in Hand hin ins höhre Vaterland. 6. Alle, die mich nah und ferne Du segnest gerne; segne sie, Alllieben, Allbarmherziger, segne sie! gütiger! Ihrer Seele stilles Sehnen, ihr Bedürfnis, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Freuden, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, alles, Herr, befehl' ich dir. 7. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns binden, streng zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel unsern Geist. Laß uns dort uns wiederfinden, wo, hoch über Grab und Tod, keine Trennung mehr uns droht; wo wir reiner uns verbinden, keine Abschiedsthräne fließt, und die Freundschaft ewig ist. Mel. In besond. Verbindungen. Häusl. Gesellschaft. 301 ( 688. 689.) fesern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. beim Anblick unsrer Leiden des ( Neue Mel.) 690. 3m stillen wollen wir dich ehren, Gott, der du frommen Wandel liebst, und was wir fromm von dir begehren, so gern, so liebevoll uns giebst. Schon oft sind wir erquickt, erhört von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns alle, die wir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band; und unser Herz, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, und preiset dich, du Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit stiller Heiterkeit durchwebt; er blickt mit Ruh', mit frohem Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen des Hauses Glück noch schöner macht; wenn freundlich auf des Lebens Wegen der Unschuld Engel sie bewacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt, und auf die Bahn der Tugend führt! Mitleids sanfte Thräne weint; die Bruderhand uns willig reicht, und Hülf' und Beistand gern erzeigt! 7. Den Frommen, die dich findlich ehren, o Bater, strömt dein Segen zu; sie wandeln treu nach deinen Lehren, vertrauen dir und finden Ruh', und finden Freuden, deren Wert und Dauer keine Zeit zerstört. 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflicht Erfüllung strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sit des Segens weiht! 6. Wohl uns, wenn auch bei un8. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß der Tod die Freunde scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft störet ein verlornes Gut, oft Krankheit ihren heitern Mut. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn der Glaube standhaft ringt, durch Leiden uns zur Wonne bringt. Mel. Keinen hat Gott verlassen 2c. 691. Der Stand, in den ich 10. Mag selbst des Todes Arm uns trennen; wir werden einst uns wiedersehn, vor deinem Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor dir stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten an. 11. Wir preisen ewig deine Güte, die unausspechlich uns geliebt, dem dir geheiligten Gemüte schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. trete, wie viel hat er auf sich! Mein Gott, zu dem ich bete, sieh' gnadenvoll auf mich! Hilf mir aus deiner Höhe, 302 Sn besonderen Verbindungen. Verlobte. Bei Trauungen. Höhe, daß mir mein Wunsch gedeih' Trost entgegen, so laß uns froh daund gieb, daß meine Ehe beglückt bei das Herz zu dir erheben und und friedlich sei! deiner Huld und Macht Dank, Ruhm und Ehre geben, sobald der Tag erwacht. 2. Führ' mich nach deiner Gnade, durch deinen guten Geist beständig auf dem Pfade, den dein Gesetz mir weist. Laß mich nach seinen Lehren bei allem, was ich thu, dich, Bater, freudig ehren, zu meiner Seele Ruh'. 3. Zur Arbeit gieb uns Kräfte, Gesundheit, Lust, Verstand, zu dem Berufsgeschäfte Gedeihn von deiner Hand. Uns redlich zu ernähren, sei unsre Sorg', o Gott; gieb, banger Not zu wehren, uns unser täglich Brod. 4. Kommt dann dein milder Segen uns jeden Tag auf's neu' zu unserm 5. Doch sendest du auch Plagen im Ehestand uns zu, so schenke, sie zu tragen, uns Kräfte, Mut und Ruh'. In drohenden Gefahren sei deine starke Hand, uns mächtig zu bewahren, nie von uns abgewandt. 2. Ja, Amen! Gott, du willst dies Band, daß sie vereinigt, Hand in Hand, ihr Erdenglück vermehren. Laß ihre Liebe lauter sein; laß nimmer sie den Bund entweihn, den 6. O Herr, der du ohn' Ende die höchste Liebe bist, erbarme dich, und wende von uns, was schädlich ist! Wir trauen deiner Güte, die behüte dein ewig weiser Rat! keine Grenzen hat. Uns segne, uns Mel. Wie schön leuchtet der zc. sie dir heute schwören. Was du fütann lösen. dem Bösen, daß es nur der Tod 692. Von dir, du Gott der Ei- gest am Altare, das bewahre vor nigkeit, ward einst der Ehebund geweiht; o, weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht einmütig abzulegen. Vater, laß sie aufwärts schauen, findlich trauen deinem Namen, und dann sprich selbst Ja und Amen. Nach der Handlung. 3. O segne sie, der gern beglückt, und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren Wegen. Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen. Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, selig sterben, und vereint den Himmel erben! 1011 ( 693.) Mel. Wie schön leuchtet der zc. 694. Der mit der Allmacht sich in Liebe wählen. Schöpfungsruf die Sonnen für einander schuf, die hoch am Himmel glänzen; der auf dem weiten Raum der Welt zu Wesen Wesen hat gestellt bis an die fernsten Grenzen, Ew'ger, Vater, der auch lentet, was da denket, Menschenseelen, daß sie 2. Du hast die Ordnung, Herr, geweiht, daß Mann und Weib in Heiligteit vereint durchs Leben gehen. Du nahmst sie auf in deine Hut, sprachst liebevoll: Es ist nicht gut, daß Menschen einsam stehen. Treue songstaption Ehelicher Stand. Eltern. hd C 303 Treue Helfer gabst du ihnen, daß im Vereine mit dem Haupte die sie dienen deinem Willen und den Gemeine. Kreis der Erde füllen. 5. Drum bleibt vereint in Furcht des Herrn; die böse Lust sei ewig fern, sie ist der Stein des Falles. 3um Herrn zieht eure Kinder auf; die Liebe richte euern Lauf, sie trägt und hoffet alles. Dann kommt freundlichGottes Segen euch entgegen jeden Morgen; Stamm und Zweige sind geborgen. 3. Jm Himmel eint dein weiser Rat, was sich auf Erden liebend naht, um Herz für Herz zu geben. Du knüpfest selbst das Segensband, von deiner Huld ein Unterpfand, ein Licht fürs dunkle Leben. Treue Liebe lehrt die Freuden, lehrt die Leiden willig teilen, Thränen trocknen, Schmerzen heilen. 4. O Bund, der ewig uns genügt! Was Gottes Hand zusammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden. ein Beib, ein Geist, ein Erdenlos: Geheimnis! wie bist du so groß, und heiligernst zu deuten! Hört es, fühlt es, die ihr gläubet; also bleibet Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) Tugend durch eignen und durch andrer Fleiß, und um Gedeihn 695. Herr, welch ein wichtiges sleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. Geschäfte für Eltern, Kinder zu erziehn! Gjeb dazu Weisheit, Luſt und Kräfte, und segne redliches Bemühn, wodurch der Eltern weise Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, daß sie sich deiner freun, mit Willigkeit, in regem Streben sich gern zu andrer Dienste weihn; willst, daß sie in der Jugendzeit erblühn zur Saat der Ewigkeit. 3. Wohl Eltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigkeit! 6. O schenk' uns, Vater, deinen Geist, der unser Herz der Sünd' entreißt durch Weihung aller Triebe. Für Keuschheit laß die Jugend glühn! laß jeder Ehe Wohlfahrt blühn durch Heiligung in Liebe! Rufst du dann einst von Betrübten die Geliebten, sprich: Ihr Treuen! dort sollt ihr den Bund erneuen. 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; sie lehren Frömmigkeit und 5. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüt die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Ernstes nicht. 6. O welch ein wonnereicher Segen für Eltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Sucht auf deinen Wegen, o Herr, die Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Eltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Teil. 7. Ja, für die Welt, für Kirch' und Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn Kindheit, Jugend wohlgeraten, erzogen, Herr, nach deinem Sinn: Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt sichtbar dann auf Erden zu. 8. D 304 In besond. Verbindungen. Eltern. Herrschaften. Dienende. 8. Gott, lehr' Eltern dies erwägen; erweck' und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! O, laß sie einst so glücklich sein, und dessen sich im Himmel freun! 4. Gesegnet sei der Unterricht durch deines Geistes Kraft und Licht, daß ihnen früh des Lebens Bahn in Christo werde kund gethan. 5. Im Glauben mache sie gewiß; bewahre sie vor Ärgernis, vor der Verführung Trug und List, getreu dem Wort von Jesu Christ. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben durch dies Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen fehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Bust und Mut, zu thun, was edel ist und gut. 8. Erhör' o Vater, dies Gebet; gieb mehr, als unser Herz versteht! So danken einst, Allgüt'ger, wir mit allen unsern Kindern dir. ( 697-699). Me I. Mein Gott, ich danke zc. 696. Die Kinder, deren wir uns freun, sind, allerhöchster Vater, dein; sind deine beste Gab', o Herr; bewahre sie, Allgütiger! 2. Hilf, daß wir ernstlich uns bemühn, sie dir zum Preise zu erziehn, und gieb zu dieser schweren Pflicht Geduld und Weisheit, Kraft und Licht. 3. Gieb allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb' und Lust vor dir; laß sie erblühn in deinem Reich, dem hoffnungsvollen Baume gleich. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. in den Tod gegeben. Vor dir, o Richter, hat mein Knecht mit mir 700. Durch dich, Gott, bin ich, dereinst ein gleiches Recht; dort sind wir nicht verschieden. was ich bin; auch das ist deine Gabe, daß ich, nach Wunsch, Dienst und Gewinn von meinen Brüdern habe. Daß sie mir ihre Kräfte leihn, das kommt von dir, von dir allein; du bist der Herr der Menschen. 2. Zu meinem Wohlsein dienen sie mit Aufwand ihrer Kräfte, und bulden gern des Lebens Müh' in nüßlichem Geschäfte. Auch dafür laß mich dankbar sein, und nie dies Vorrecht stolz entweihn, das du mir, Vater, schenktest. 3. Auch der geringste Diener ist bestimmt zum ew'gen Leben. Für mich und ihn hat Jesus Christ sich 4. Gott, präge mir dies ernstlich ein, aufrichtig ihn zu lieben; es müsse hohe Pflicht mir sein, ihn niemals zu betrüben. Auch wer mir dient, ist Mensch, wie ich; daß ich ihn liebe, so wie mich, dies ist, o Herr, dein Wille. 5. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht durch Menschlichkeit versüße; daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, sie auch von mir genieße. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, sein Pfleger in der Krankheit sein, sein Freund in Glück und Unglück. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Willen soll jeder hier erfüllen. Laß ihn mir heilig sein! Du hast auch 701. Gott, deinen weisen mich auf Erden zum Menschen lassen Bürgerliche Gesellschaft. sen werden; dir soll ich meine Kräfte weihn. 2. Zwar bin ich ausersehen, in andrer Dienst zu stehen; es war dein Rat, o Gott! Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen, dem Unmut widerstehn, im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demut gehn. 3. In meinem Dienst auf Erden stets tüchtiger zu werden, sei Freude Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 702. Uns strömt aus deiner viel milden Hand des Wohlthuns entgegen. Durch dich, Herr, füllt sich Meer und Land mit Fruchtbarfeit zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur, durch dich, des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, wodurch die Völker blühen; du führest Weise in das Land, und segnest ihr Bemühen. Du giebst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Du zeigst als milden Geber dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfft sie unter sich durch deines Segens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, und will sich nimmer enden. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf MeeMel. Nun sich der Tag geendet 2c. 703. Gott, deiner Stärke freue Obrigkeit und Unterthan. 305 mir und Pflicht. Wo ich nur immer handle, und wo ich, Herr, nur wandle, bin ich vor deinem Angesicht. 5. Du, Gott, bist der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte, und aller Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, sucht er bei dir sein bestes Teil. 6. Dies laß mich stets erwägen! denn dies giebt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: Einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nützlich war. ren; du hilfft dem Handel gnädig auf, der Menschen viel zu nähren. Zur Notdurft, zur Bequemlichkeit verteilst du deine Gaben weit auf ungezählten Wegen. 5. Wenn schaffend wirkt des Bürgers Fleiß zum Segen seiner Brüder, so kommt doch, was er schafft und weiß, von droben nur hernieder. Von Haus zu Haus, von Hand zu Hand fließt, was du, Herr, uns zugewandt, durch nüßliche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dankbarem Gemüte. Du gabst uns viel und väterlich vom Reichtum deiner Güte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, zu deines Namens Ehre. 7. O hilf, daß jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich, getreu in seinem ganzen Wandel. Mit Lust, o Vater, wendest du dem Land des Segens Fülle zu, daß solch ein Volk bewohnet. sich der Fürst zu aller Zeit! Sein Auge sehe stets auf dich! Sein Herz sei dir geweiht! Be= 20 In besonderen Verbindungen. 306 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft, und deines Geistes voll, gedent' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran, sein Land sei auch dein Eigentum, und er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, ſei deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ. 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch wie wir; ach, er bedarf vor andern Licht und Rat und Kraft von dir! 6. Wenn er dich sucht und fromm begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun. 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, als ein getreuer Sohn; den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schirm und Lohn. 8. Des ganzen Voltes Liebe sei sein edelster Gewinn; und kein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn. 9. Fern sei für ihn das hohe Ziel, nach dem er wallen soll! Gott, mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 10. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit; sei sein Beschützer in Gefahr und wenn sein Hasser dräut. 11. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' es, Gott; dann jauchzen wir, und preisen keine Macht! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 705. Getreuer Gott! dein GnaMel. Herr, wie du willst, so 2c. 704. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gieb, daß fie deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, und deinen Segen in das Reich durch treues Walten führe, der Unschuld Schirm und Retter sei, den Redlichen im Land' erfreu', dem Unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen, und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Es herrsche stets Gerechtigkeit in unserm Vaterlande! Gieb Eintracht und Zufriedenheit, oGott, in jedem Stande! Der Obrigkeit gieb Kraft und Mut, und Weisheit, immerdar, was gut und recht ist, zu befördern! 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß jedermann beslissen sei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihres Standes Müh', mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie mit uns beslissen sein, in deiner Furcht zu leben, sich deiner Oberherrschaft freun, mit uns dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. denwalten versorgt und labt uns allesamt. Dein Will' ist, mit uns hauszuhalten durch deiner Diener heilig Amt. O, welcher Gaben teures Christliches Lehramt. res Gut legst du durch sie in Herz und Mut! 2. Wenn deine Lehren rein erschallen durch deiner Friedensboten Mund, laß ihre Kraft auch auf mich fallen bis in der Seele tiefsten Grund. Ja, senke täglich mehr hinein, und laß es Geist und Leben sein. 3. Herr, segne deiner Knechte Werke; durch sie regiere stets dein Haus. Ach, rüste sie mit Mut und Stärke zum Kampfe mit den Feinden aus. Hilf, daß ein jeder vor dir treu in Lehre, Trost und Strafe ſei. 4. Herr, segne doch auch unser Hören; erwecke den, der geistlich tot! Der Gnadenbotschaft süße Lehren sei'n unser Labsal in der Not; und dein Gesetz, das sei die Kraft, die Reu' und bittre Thränen schafft. 5. Wird endlich dann, o Herr der Scharen! das letzte Richterwort von dir den Rat der Herzen offenbaren, so offenbare doch auch mir dich, Seligmacher, als mein Heil, den Himmel als mein ew'ges Teil. 307 Licht; stärk' ihres Geistes Gaben, die sie zu andrer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben sein, ihr Leben fromm und heilig! 4. An Sanftmut und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und keimt der Same nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Unverdrossenheit und ohne Haß und Bitterkeit vor Sünd' und Laster warnen. erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dies lehrt uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns allen kund, und kund der Weg zum Leben. 2. Welch großes Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, herrlich und wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gieb ihnen deiner Weisheit 5. Gieb, Herr, der alle Kraft verleiht, wenn sie uns unterweisen, daß sie voll Geist die Seligkeit der Kinder Gottes preisen; gieb, daß nicht nur ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beispiels Licht auf deine Wege leite. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott, o, dann laß sie mit Freuden, mit unerschrocknem Mut, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Du sandteſt sie; sie ehren dich. Umsonst empören Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 706. Dein ist das Licht, das uns Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 6. Laß sie den Frrenden zurück zu deinem Pfade führen, besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihn rühren. Laß sie geduldig und gelind, voll Mut und Demut sein gesinnt, wie's Chrifti Dienern ziemet. 8. Belohne sie, Herr, auch schon hier! Dein Segen ruh' auf ihnen, wenn sie mit treuer Sorgfalt dir in deinem Weinberg dienen. Laß sie mit Vorsatz nie betrübt, von allen Redlichen geliebt, geschätzt von allen werden. 9. Und wenn sie, ihrem Rufe treu, durch deines Geistes Gaben, viel Seelen aus der Sklaverei der Sünd' errettet haben: so laß sie, Gott, im reinsten Licht des Gnadenlohns erfüllter Pflicht in Ewigkeit sich freuen. 20* Mel. 308 In besond. Verbind. Bei Einweihung z. christl. Lehramte. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre 2c. 707. Der du vom Himmel Licht uns giebst, und alle Menschenseelen liebst, sie alle schufft zum ew'gen Leben, sie alle willst zu dir erheben: und prüfe wohl der Menschen Say, der dir ward anvertrauet. daß nicht verdirbt der edle Schat, der o segne, Vater, ihn, der heut' Wahrheit heil'gem Dienst sich weiht! Auch er will Licht von dir verbreiten, auch er zum Himmel Seelen leiten. Gott, sei mit ihm! Gott, sei mit ihm! 2. Herr, schwören will er, schwören dir, mit Mut und heiliger Begier der Wahrheit Spur stets nachzugehen, um immer mehr des Lichts zu sehen; ihr göttlich Wort zu lehren rein, und Thäter selbst des Worts zu sein, um alle, die sich ihm vertrauen, durch Lehr' und Leben zu erbauen. Gott, sei mit ihm! Gott, sei mit ihm! 3. Einst wird ihn richten dein Gericht, ihn richten nach der großen Pflicht, die er gelobt! Wir alle hören ihn feierlich die Treue schwören. O wehe, weh' ihm, wenn er bricht, was er so heilig dir verspricht! Wohl aber ihm und ew'ger Segen, führt er die Seelen dir entgegen! Gott, sei mit ihm! Gott, sei mit ihm! Nach der Handlung. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 4. Was einst dein Herr gethan, gelehrt, das sollst du thun und lehren; so werde Christi Reich vermehrt zu Gottes Lob und Ehren; Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 709. Beherrscher beinerChristenheit, o Jesu, Herr der Herrlichkeit, du Führer deiner Herde! Du fiehst auf die erlöste Welt, schenkst ihr das Licht, das sie erhellt, sorgst, Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 708. feil'ger Vater deiner Kinder, der Frommen Schuß, du Trost der Sünder, der Kirche Sonn' und Schild und Hort; was du selbst begannst, vollende: die Boten deines Reiches sende zu hoher That, zu freiem Wort. Sie nahn, sie nahn sich hier, und wollen willig dir angeloben, mit aller Kraft gewissenhaft dem Herrn und Meister sich zu weihn. 2. O du heiligernste Stunde, du Siegel zu dem heil'gen Bunde! Geist Gottes, der zum Himmel zieht, wie du einst die Jünger lehrtest, und sie durch Licht und Kraft verklärtest, so fülle jetzt auch ihr Gemüt! Gieb ihnen Himmelsglut, Geduld und frommen Mut; ruh' auf ihnen, daß sie bereit mit Freudigkeit stets halten ihren teuern Schwur. Nach der Handlung, 3. Gehet nun, die ihr, gewählet, dem guten Hirten beigezählet, nach euerm Werte mutig schaut. Greifet nun zum Friedensstabe, und ruft und weidet bis zum Grabe die Lämmer, die euch Gott vertraut. Nie stehet ihr allein; der Herr wird bei euch sein! Hallelujah! Gott ist mit euch, Gott ist mit euch, daß ihrer feins verloren geh'! daß sie selig werde. Troftvoll, göttlich sind die Lehren, die wir hören; Heil und Leben willst du dem Gerechten geben. 2. O wohl uns, Herr, daß du uns liebst, nach deinem Sinn uns Lehrer Bei Einführung eines Predigers. E Lehrer giebst, die uns zum Leben führen; die, voll von heil'ger Wissenschaft, von Wahrheitsliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, und die Herden samt den Hirten heilig werden. Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 3. Wir nehmen hier von deiner 710. Heilig sei uns dieſe Stunde, Hand den Lehrer, den du uns gefandt; Herr, segne sein Bestreben, die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr' und Wandel zu erbaun, nur dir, dir ganz zu leben. Mächtig steh' ihm stets zur Seite, daß er streite, bete, wache, sich und andre selig mache! 4. Nur deinen Geist laß auf ihm ruhn! Baß ihn sein Amt mit Freuden thun! Nimm weg, was ihn betrübet! Gieb, wenn er deine Wahrheit lehrt, uns auch ein Herz, das folgsam hört, und sich im Guten übet! Stärke Lehrer und Gemeine! Laß sie deine Treue sehen, und den Weg zum Himmel gehen! 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen! Du hast die Herd' ihm zugezählt; du siehst's, wenn eine Seele fehlt; laß keine ihn verlieren! Vor dir, Richter, wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, und dir Jubellieder weihen! 309 Namen. Wir reichten dir die Freundeshand; wir gehn mit dir ins Vaterland; du mit uns. Amen! Amen! Heilig bleib' uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei nun unser frommes Streben. Nach der Handlung. 6. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Dein Herz sei nimmer von uns fern! Du kommst in Jesu Me l. Mir nach, ſpricht Christus 2c. 711. So tomm hernieder, Geist des Herrn, der Weisheit und der die feierlich zum schönsten Bunde dir, Seelenhirt, und uns erscheint! Er, der über uns regieret, hat dich in unsern Kreis geführet; Gott ist's, der dich mit uns vereint. Frohlockend preisen wir den Heiligen mit dir. Seiner Wahrheit, die in der Zeit die Nacht zerstreut, ſei ewig unser Herz geweiht! 2. Uns von Gott und unsern Pflichten mit Treu' und Fleiß zu unterrichten, von Wahn und Sünd' uns zu befrein; zu veredeln unsre Freuden, zu stärken uns in bangen Leiden, im Tode Tröster uns zu sein; dies, dies gelobst du hier; und gern geloben wir, dir zu folgen, und jederzeit mit Freudigkeit zu thun, was Gottes Wort gebeut. Nach der Handlung. 3. Heil dem hohen Christenbunde! Du hast gelobt mit Herz und Munde; nun bist du unser, wir sind dein. Richten wird der Heil'ge, richten gerecht nach unsers Bundes Pflichten, bricht sein Vergeltungstag herein. Heil uns, wenn alle wir dann im Triumph mit dir gehn zum Throne! Dort danken wir die Palme dir; und ewig lohnt dich Gott dafür. Stärke; uns alle rüſte, nah und fern, mit Licht und Kraft zum Werke. Berufen zu der heil'gen Pflicht, sei jeder treu und wante nicht. 2. Der In besonderen Verbindungen. Bei Synoden. 310 2. Der Tag der Rechenschaft, er naht; gezählt sind unsre Tage. Dann wäget Willen, Kraft und That des Richters sichre Wage. Er ist barmherzig, doch gerecht; er lohnet nur dem treuen Knecht. 3. Gieb Eintracht, Herr! der Liebe Band laß fester uns umschlingen, daß wir vereint mit starker Hand im Kampf den Sieg erringen. Es gilt dein Reich, und keine Macht zerstört, was du ans Licht gebracht. 4. Mit uns ist Gott! Laßt unberzagt uns Zions Mauern bauen; dem, was der Herr uns zugesagt, von ganzer Seele trauen! Sei unsre Kraft auch schwach und klein, der Mächtige wird mit uns sein. 5. Auch wir, o Jesu, nahen, aus deiner Freundeshand die Stärkung zu empfahen, der Liebe Unterpfand, der Liebe, die das Leben für Wahrheit, Recht und Pflicht in Tod dahin gegeben, der Qualen achtend nicht. 6. Vom Kelch des heil'gen Bundes, ( Bur gemeinschaftlichen Feier des geweiht dem Gottesreich, genießen heiligen Mahls.) eines Mundes und eines Sinns zugleich, wir, deines Reiches Glieder, des Reichs Verkündiger, wir, der Apostel Brüder, du, unser Haupt und Herr! Mel. O Haupt boll Blut und 2c. Die Synodalen allein. 712. Wir schwören dir aufs neue bei deinem Todesmahl, Herr Jesu, ew'ge Treue, wir Brüder allzumal. Es soll in unsrer Mitte tein falscher Judas sein; und schwankten unsre Tritte, soll's uns, wie Petrum reun. 2. Wie wohl, und doch wie wehe, wie deiner Zwölfen Zahl, ist's uns in deiner Nähe, bei deinem Abschiedsmahl! Ach, willst du uns verlassen? zum Tode gehen hin?!Chor. Will euch nicht Waisen lassen; behaltet meinen Sinn. frei und rein und hell; bleibt nur als edle Reben an eurem Weinstock fest; dann wird der in euch leben, der nimmer euch verläßt". 3. Mein Geist, der wird euch leiten zur Wahrheit Himmelsquell; geht aus und helft verbreiten sie Die Synodalen. 4. So sprachst du, und sie gingen getrost in alle Welt; sie lehrten, wirkten, hingen an dem, was dir gefällt; sie kämpften, litten, tranken aus deinem Kelche Mut; voll deiner in Gedanken, vergossen sie ihr Blut. 7. Geist, Jesu, schweb' hernieder auf deine Jüngerschar; beseele die Gemüter fürs Gute immerdar; mit deinem Lebensbrote, mit deinem Himmelssaft stärk' uns, daß bis zum Tode wir fühlen seine Kraft; 8. Daß wir, als gute Hirten, ohn' Mietlingssinn, uns freun, zu suchen die Verirrten, und keine Bürde scheun; daß wir, so lang' die Sonne noch unsern Pfad bescheint, streun Saaten ew'ger Wonne, mit dir, o Herr, vereint. 9. Geist Jesu, schweb' hernieder auf deine Jüngerschar; beseele die Gemüter fürs Gute immerdar; mach' uns zu deinen Erben, die, wenn es Pflicht gebeut, auch für das Gute sterben, bewußt der Ewigkeit! Mel. Bei Einweihung einer Kirche. Schulges. vor dem Unterricht. 311 Mel. Nun danket alle Gott 2c. nen nahn, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlgefällig fei. 713. Dom heiligen Gefühl der Andacht tief durchdrungen, sei, Gott, dir heut' von uns Lob, Preis und Dant gesungen. Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum werde zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm, oft unser Herz erweckt in diesem Heiligtum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehren fassen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die NeuverbundMel. Ich dank' dir schon zc. 714. Herr, unser Gott, wir bitten dich um Weisheit und um Tugend; regiere du uns väterlich in unsrer frühen Jugend. 2. Laß uns des Lebens Frühlingszeit mit Mäßigung genießen, und ohne fromme Thätigkeit nie einen Tag beschließen. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend gebracht zum Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu sein, in frommer Jünger Bund ihm Herz und That zu weihn. 2. Bis zum Abend unsers Lebens laß uns treu und thätig sein. Nie 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern; erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns mutvoll ging voran. 7. Laß diese Wohlthat uns, o Bater, siets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Segens sein; und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. leucht' uns ein Tag vergebens; ach, er würd' uns spät gereun! Stärke, Vater, jederzeit unsern Trieb zur Thätigkeit! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 716. Die Jugend ist die Zeit der Saat; das Alter erntet Früchte. Wer jung nicht Gottes Willen that, des Hoffnung wird zu nichte. Den Fleiß belohnt die Ewigkeit; ach Herr, laß unsre Jugend heut' auf Mel. Gott des Himmels und 2c. 715. Nichts kann uns die Zeit reiche Aussaat denken! ersetzen, die uns ungenußt verschwand. uns Herr, als Gabe deiner Hand! Hier wird unser Geist belehrt; jede Stunde sei uns wert! Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 717. Gott, laß den Unterricht gedeihn zu wahren Himmelsfreuden, und deines Beifalls wert zu sein, uns alle Trägheit meiden. Lenk' unsern Sinn zur Weisheit hin; ver 312 In bes. Verbindungen. Schulgesänge. Nach d. Unterricht. verleih' uns Lust und Kräfte zum nüßlichen Geschäfte. unsre jugendliche Kraft durch deinen Geist gewissenhaft dem Ziele näher dringen. Leite, Vater, unsre Jugend hier zur Tugend, Lieb' und Wahrheit, und dereinst zur Himmelsklarheit! 2. Die Blume, die der Morgen fand im bunten Farbenschimmer, verblich oft plößlich und verschwand am Mittag schon auf immer. So sind auch wir vergänglich hier. Gott, Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. laß uns früh auf Erden reif für 719. Bur Tugend willst du uns den Himmel werden. erziehen; o Dank dir, Gott, der uns zu Menschen schuf! Laß uns von heil'gem Eifer glühen, und achtsam sein auf deines Sohnes Ruf. Verleih' uns stets zur Übung unsrer Pflicht, durch Jesu Wort, Ermunterung und Licht! Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 718. Seid uns gegrüßt mit frohem Dank, geweiht von uns mit Hochgesang, ihr schönen Morgenstunden! Wir sind, nach einer sanften Nacht, zum neuen Leben froh erwacht, jest innig hier verbunden. Gott, wir singen dankbar wieder Jubellieder; denn dein Segen leitet uns auf unsern Wegen. 2. Froh wollen wir zu deinem Preis auch jetzt, o Gott, mit regem Fleiß um unsre Palme ringen. Laß Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 720.0 Bater guter Gaben, Lob, Preis und Dank sei dir! Denn was wir Gutes haben, das haben wir von dir. 2. O wohl uns, wenn wir christlich leben, und täglich wachsen in der Frömmigkeit! Dann wirst du, Herr, uns einst erheben zu größrer Einsicht und Vollkommenheit; dann jauchzet einst im Himmel unser Geist, der dich schon hier für diese Hoffnung preist. heut', Vater, dankbar unsre Stunden; Freuden edler Thätigkeit haben wir auch jetzt empfunden! Hilf, daß wir nach deinem Willen unsre Pflichten stets erfüllen. wollen wir als Christen wandeln, 2. Ja, so lange wir hier sind, täglich fromm und gut gesinnt nur nach Jesu Lehre handeln; dann nimmst du uns, wenn wir scheiden, auf zu deinen höhern Freuden. 2. Auch jetzt gabst du uns wieder zur Arbeit Munterkeit. Dir tönen unsre Lieder aus froher Dankbarkeit. -Me I. Aus meines Herzens 2c. 3. Laß unser ganzes Leben dir, 722. Wohl uns! hier floß auch Vater, heilig sein. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weihn. heute uns Licht und Segen zu. Der Tugend folget Freude, der Arbeit folget Ruh'. Drum wollen wir uns freun, und immer froher streben, nach unsrer Pflicht zu Mel. Biebster Jesu, wir sind 2c. 721. So beschließen wir auch leben, von Herzen fromm zu sein! 2. Dich, guter Vater, lieben, stets hangen fest an dir, und dein Gebot nur üben, ja, dies, dies wollen Schulgesänge. Nach d. Unterricht. Bei Schulfeierlichkeiten. 313 wollen wir! O du, der alles schafft, du hörst, was wir geloben; gieb, lieber Gott, von oben, gieb unserm Willen Kraft! 3. Der wird sich seiner Jugend noch spät im Alter freun, wird froh zu Grabe gehen und ewig selig sein. Mel. Liebe, die du mich zum 2c. 723. Alles hast du uns gegeben; Vater, wie beglückt sind wir! Seelenkräfte, Leib und Leben, alles haben wir von dir. Auch zur Übung unsrer Pflicht gabst du heute Kraft und Licht. 2. Mit dem freudigsten Gemüte fühlen wir des Lebens Wert, und lobsingen deiner Güte, die sich täglich uns bewährt. Auch in Zukunft hoffen wir Heil und Segen, Gott, von dir. Mel. Chriſtus, der ist mein Leben 2c. 724. Die Stunden weiser Lehre find abermals dahin! Wohl uns, wenn wir sie nutzten zu bleibendem Gewinn! 2. Wem wohlgenußt die Stunden des Tags vorübergehn, dem lohnet Ruh' im Herzen; dem ist der Abend schön. wir, mit Ruhm und Preis und Dank an dieser Stätte, Gott, bor dir; hör' unsern Lobgesang! 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, von dir der Wahrheit Bicht! du machst uns mit uns selbst bekannt, und lehrst uns unsre Pflicht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 5. Von ganzem Herzen bringen 726. An diesem Tag erscheinen diese große Wohlthat dir, o Bater, wir, mit freudigem Gesang, für unsern Dank. 3. Du läsfest gute Schulen blühn, zu einer Himmelsfaat; um Menschen christlich zu erziehn, führst du sie Jesu Pfad. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 725. Dank sei dir, unser Herr und Gott, für die gehörten Lehren. Zum Leben führt uns dein Gebot, wenn wir es folgsam hören. Allgütiger! o laß uns nicht vergessen deinen Unterricht, nicht deine Macht und Güte. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, giebst ihrem Fleiß Gedeihn, um nüglich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu sein. 2. Lebendig, unvergeßlich sei, bei lockenden Gefahren, uns deine Wahrheit, deineTreu', die täglich wir erfahren. Von Thorheit und von Sünden rein laß unser Herz und Leben sein, wie Jesu Herz und Leben. 3. Zum Heil uns, Vater, dir zum Ruhm, zur Freude unsrer Lehrer, sei'n wir vom Evangelium die freudigsten Verehrer! Wie unaussprechlich selig ist, wer sich dir, Gott, durch Jesum Christ, mit ganzer Seele weihet! 6. Laß unsre Schule fernerhin der Weisheit Tempel sein; laß Gottesfurcht und frommen Sinn, Herr, immer mehr gedeihn. 7. Baß stets auf unserm Vaterland des Friedens Segen ruhn, und uns vereinigt, Hand in Hand, das Gute willig thun. 8. Beglücke, Herr, die Obrigkeit, bergilt der Lehrer Treu'; gieb, daß noch in der Ewigkeit die Schulzeit uns erfreu'! Mel. 314 In besonderen Verbindungen. Bei Schulfeierlichkeiten. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. deiner Hand geht unser Lauf; du, Herr und Vater, nimmst uns auf. Die Gemeine. 727. Es freut, Herr, die Gemeine sich zu deines Namens Ehre. Wir, Jung' und Alte, preisen dich für Jesu Christi Lehre. Du, der in ihm uns alles gabi, schau' gnadenvoll auf uns herab! Die Kinder. 2. Wir stimmen in den Preisgesang, ihr, unsrer Jugend Führer. Wir singen dir auch unsern Dank, Gott, Bater und Regierer! Dein Wort bezeugt, daß, Herr der Welt, auch frommes Lallen dir gefällt. Die Gemeine. 3. Wir sind durchs Evangelium schon früh zum Heil geführet. Wir kennen unser Christentum, und wie es uns gebühret, zu sorgen, daß nicht wir allein, daß auch die Unfern selig sein. Die Kinder. 4. Wohl uns, daß wir von Kindheit auf aus deinem Worte wissen, wie Christen ihren Pilgerlauf zur Heimat richten müssen! Es unterweist in früher Zeit im Glauben uns zur Seligkeit. Die Gemeine. 5. Wie wird die Jugend ihre Bahn vor dir unsträflich gehen? Wie wird ihr Auge frei hinan nach deinem Himmel sehen? Wenn sie sich standhaft immerfort nur hält, o Herr, nach deinem Wort. Die Kinder. 6. Die Väter müssen von uns gehn, die Mütter uns verlassen; der Vater in des Himmels Höh'n wird uns nicht Waisen lassen. An Alle. 7. Ja, hilf, daß wir in Jesu Christ dir rechte Kinder werden, der du der rechte Vater bist im Himmel und auf Erden! stimmen wir vor deinem Thron einst in der Engel Jubelton. Dann Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 728. Herr, unser Gott, dich preisen wir; Herr, unser Gott, wir danken dir! Du bist, o Gott, von Ewigkeit; uns aber schufst du in der Zeit. 2. Weit, über alle Himmel weit geht deines Lichtes Herrlichkeit. Du, Gott, der uns das Daſein gab, gabst Licht in unsern Geist herab. 3. O, welch ein helles Licht er= schien durch Jesum uns; du sandtest ihn. Er lehrte treu durch Wort und That den wahren sichern Himmelapfad. 4. Auch hier, o Gott, hier lehrt dein Wort die Wahrheit uns noch immerfort, die Jesus hat ans Licht gebracht, und die uns gut und selig macht. 5. Auch unsre Schule sei dein Ruhm, Herr, deiner Wahrheit Heiligtum! Gieb, daß durch diesen heil'gen Ort verbreitet werde, Herr, dein Wort. 6. Gieb Segen, daß es wirksam sei; Herr, weck' uns auf, und mach' uns frei vom Irrtum, von der Sünde Macht, und von des Aberglaubens Nacht. 7. O, steh' mit deines Geistes Kraft, der aus dem Dunkel Licht erschafft, steh' uns, o Vater, allen bei, daß uns dein Licht stets heilig sei! Mel. Bei Aufnahme von Schülern und Schülerinnen. 315 an Unschuld gleich, an Tugend werdet reich; seid einst nüßlich dem Baterland; mit voller Hand streut dann, was ihr hier sammelt, aus! Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 729. Heilig sei euch diese Stunde! wir heißen euch mit einem Munde willkommen, wie der Freund den Freund! Gott, der über uns regieret, hat euch in unsern Kreis geführet; nun streben wir mit euch vereint, an treuer Lehrerhand, mit der uns Gott verband, hin zum Ziele. Auf, schwört ihn heut', den teuern Eid, euch ewig eurer Pflicht zu weihn! 2. Seht der Lehrer( des Lehrers) Arme offen, seht, wie in ihren ( seinen) Augen Hoffen und Lieb' auf ihren( seinen) Mienen schwebt! Schuldlos bleibe euer Leben; das erste feurigste Bestreben sei Tugend, die den Geist erhebt. Selbst Weisheit ohne sie bleibt doch nur eitle Müh'. Gottes Liebe ist mehr, als Ruhm; sein Eigentum seid ihr; vergeßt, vergeßt es nie! 3. Bei der Freunde frommem Sehnen, bei guter Eltern heißen Thränen, für euer wahres Wohl geweint; weicht von Jesu Christi Pfade nicht einen Schritt, und Gottes Gnade wird mit euch sein. Gott wird euch Freund! Bleibt euch Mel. Schatz über alle Schätze 2c. Die Versammlung ohne die Abgehenden. 731. Dentt, Kinder, daß die Stunden der Kindheit schnell entfliehn! Für euch sind sie verschwunden; die Schulzeit ist dahin. Ihr gehet aus dem Kreise der Jugendfreunde fort. O Kinder, lebet weise! Denkt oft an diesen Ort! 2. Befolget Jesu Lehren, übt sie mit Redlichkeit! Im Geiste Gott verehren, giebt hier schon Seligkeit. Ihr werdet dann erfahren auch fern Mel. Christus, der ist mein Leben zc. 730. Dereint zu deinem Preise, Regierer deiner Welt, sind heute unserm Kreise auch diese zugesellt. 2. Nimm, Vater, nimm dies Flehen um Segen für sie an, und laß sie mutvoll gehen auf dieser neuen Bahn. 3. Es sei ihr erstes Streben, von dir geliebt zu sein, und durch ein frommes Leben sich deiner Huld zu freun. 4. Des Lasters falscher Schimmer bethöre nie ihr Herz; und ach, es fühle nimmer der bangen Reue Schmerz! 5. Laß sie die Weisheit lernen, die Christenseelen ziert, und sich von dem entfernen, was sie ins Elend führt. 6. Der( des) Lehrer( Lehrers) Warnungsstimme verschmähe nie ihr Ohr, und treu geleitet klimme ihr Fuß zum Ziel empor. in weiter Welt, daß Gott selbst bei Gefahren der Frommen Mut erhält. Die zurückbleibenden Schüler. 3. Vergeßt uns nicht, ihr Brüder, vergeßt uns, Schwestern nicht, als einer Schule Glieder, Genossen eurer Pflicht! Fern waren hier die Klagen bei Fleiß und Fröhlichkeit; o, denkt in späten Tagen noch dieser schönen Zeit! Die Abgehenden. 4. Oft waren wir hier fröhlich, da Freundschaft uns verband; oft fühlten 316 In bes. Verb. Bei Entlassung von Schül. u. Schülerinnen. die euch aus unserm Bunde, aus unserm Kreise führt. Doch Gott, der Weltregierer, kann überall erfreun; er wird auch euer Führer und Beistand künftig sein. fühlten wir uns selig an treuer Lehrerhand. Doch unter dieser Sonne hat Freude nie Bestand; die Schulzeit, unsre Wonne, auch sie, ach! sie verschwand. Die Zurückbleibenden und die Abgehenden. 5. Die Stunde bringet Schmerzen, die uns von euch entfernt; doch bleibt in unsern Herzen, was wir vereint gelernt. Dies treu nun auszuüben, ruft euch( uns) das Baterland. Lebt wohl! nehmt hin, ihr Lieben, der Liebe Abschiedshand! Mel. Schatz über alle Schätze zc. 732. Schon schlägt die Trennungsstunde, die unsre Herzen rührt, 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auf das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Wert? Wo bleibet ihre Kraft, mit Freudigkeit zu thun, was Segen schafft? 2. Die Freundschaft, reiner Freuden des Umgangs sich bewußt, versüßt der Trennung Leiden, verlöscht nie in der Brust. Getrennt denkt noch mit Wonne der Freund an seinen Freund, und freut sich, wenn die Sonne dem treu Geliebten scheint. Mel. Dir, dir, Jehovah, will zc. 4. Wir sehn der Zukunft froh 733. Laßt dankbar uns die entgegen, wenn unſer Blick auf gute Lehrer ehren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! Durch sie wird Saat des Guten ausgestreut; sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und sterben einst die Alten auf dein Wort, so sehen sie dein Werk auf Erden fort. 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhulb gedenkst; der du zur Weisheit und zur Tugend durch treue Führer ihre Schritte lentst. Wie weise, Gott, wie liebreich segnest du! Durch Schulen auch strömt uns dein Gegen zu. 3. Der überall zugegen den Frommen segnen kann, der streue seinen Segen auf eure neue Bahn. Was wahrhaft euch beglücket und eure Tugend mehrt, was euern Geist entzücket, sei euch von ihm gewährt! 5. Drum gieb, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn. Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte ſtets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch wenn sie strafen, noch belehren, und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn. Dein Wort, o Herr, und wahre Frömmigkeit ver= breite sich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten, welche Würde! Gott, steh' auch hier dem neuen Bei Einführ. e. Schullehr. Begrüß. e. neu.Schull. i.d.Schule. 317 neuen Lehrer bei! Erleichtre seines drücken; Amtes Bürde, damit er stets getrost und mutvoll sei; gieb uns ein Herz, das ihn mit Achtung ehrt, das dankbar ist, und seine Freuden mehrt! wenn ihm der heitre, frohe Sinn entweicht; dann laß ihn jene Kron' erblicken, die deine Hand dem treuen Lehrer zeigt. Er sei ein guter Hirt, wie Jesus Christ, der rastlos wirket, weil es Tag noch ist! 8. Wenn ihn des Tages Lasten Mel. Schatz über alle Schäße 2c. 3. Auch hier ist Gottes Garten, gleich Blumen blühen wir; du 734. Mit freudigem Vertrauen, wirst uns pflegen, warten; der Herr vertraut uns dir. Ach! unsrer jungen Blüte droht oft ein gift'ger Hauch; bewahre du, behüte hinfort die Blüten auch. mit froher Zuversicht, einst Frucht der Saat zu schauen, blick auf, und zweifle nicht. Der Vater deines Lebens, der immer wohl regiert, der hat dich nicht vergebens in unsern Kreis geführt. 2. Sieh' auf uns her, wir alle sind Kinder eines Herrn. Sei uns gegrüßt; komm, walle nun mit uns froh und gern. Führ' uns mit Freundeshänden, geh' uns zum Biel voran; von dir geführt, vollenden wir sicher unsre Bahn. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 735. Es züchtigt deine Hand, o Höchster, unser Land. Zu deinem Vaterherzen steigt auf, in Furcht und Schmerzen, das heiße Flehn der Armen; vernimm es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Not; fie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern, fannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst, doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist 4. Getrost! zum Freundschaftsbunde empfangen brüderlich in dieser frohen Stunde nun unsre Eltern( Lehrer) dich. Nie sei dein Auge trübe; sei nie von uns gekränkt! Getrost! mit voller Liebe sehn wir dich uns geschenkt. größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuevoll hier weinen, und laß es ihren Seelen nicht an Erquickung fehlen! 5. Verkürze, treuer Gott, die Dauer unsrer Not; uns, die geängstigt flehen, laß Trost und Rettung sehen! Verwandle, Herr, die Leiden in neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen. 7. Herr, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Baß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, die Redlichfrommen stärken, auf dein Gebot zu merken. 8. Wenn 318 In besonderen Umständen. Allgemeine Not.19 8. Wenn unser Herz dich liebt, 2. Dann ist das unser Trost allein, wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen, und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Mut ihm fehle! O, sprich zu unsrer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Schließt einst sich unser Lauf, dann klärt sich alles auf; dann wird die Aussicht heiter; dann weint kein Auge weiter; bann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 736. Sehn wir nur Trübsal um uns her, und wissen feinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rat, ob wir auch sorgen früh und spat: daß wir uns deiner noch erfreun, und fliehn zu dir, du treuer Gott, du bester Helfer in der Not. 3. Wir heben unser Ang' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz, und flehen um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dies allen, die dir trauen, zu, durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Not. Ach, deine Bateraugen sehn, wie wir so ganz verlassen stehn! 6. Nur du bist unsre Zuversicht. Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht! Steh' uns um Christi willen bei, und mach' uns aller Plagen frei! 7. Auf daß wir danken für und für mit freuderfülltem Herzen dir, gehorchen deinem teuern Wort, und preisen dich, Herr, unser Hort. o Geist, des Wunderkraft in Sündern 737. Herr Gott, dich loben wir! neues Leben schafft! Herr Gott, wir danken dir! Von Ewigkeit zu Ewigkeit preist alles deine Herrlichkeit. Der Kreaturen großes Heer verkündigt deines Namens Ehr'. Die Engel, deine Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth! 2. Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, der Apostel Schar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit preist dich auch deine Christenheit, dich, Vater, auf des Himmels Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, 3. Du Herr der Ehren, Jesu Christ, des Vaters ew'ger Sohn du bist! Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, die Welt von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht; zum Himmel hast du uns gebracht. Nun thronst du in des Vaters Reich, an Majestät und Macht ihm gleich. Im Grabe läſfeſt du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht. 4. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Missethat, einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Teil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbteil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit bis zu der frohen Ewigkeit. 7. Täg dunloth Allgemeiner Wohlstand. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich; dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit. Sei gnädig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Not. Wenn wir zu dir um Hülfe flehn, laß uns dein gnädig Antlig sehn. Auf dich steht unfre Zuversicht; verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. Me L. Lobt Gott, ihr Christen zc. 738. Nun banket all' und bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Hand des Himmels Heer, den Wurm im Staub erhält! 2. Frohlockt mit hohem Jubelschall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von unsrer Kindheit an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt durch Sünd' und übermut, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt, und thut uns viel zu gut. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf' all' Angst und Sorg' und Schmerz zur Meerestiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland. Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil in jedem Stand. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 319 uns bricht, uns unsre Augen zu, und zeig' uns dann sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh'; 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib' auch, wenn wir von der Erd' einst scheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herz 10. Daß wir ihn loben allzugleich für seine Gütigkeit, und singen ihm in seinem Reich Lob, Preis in Ewigkeit! Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 739. Laßt unserm Gott uns singen, ihm Dank und Ehre bringen, daß wir so viele Gaben von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel' und Leib gegeben. Er ist es, der sie schützet, und schenkt, was beiden nützet. 3. Dem Leibe giebt er Nahrung, der Seele Heilserfahrung, auf daß fie, rein von Sünde, ihr Glück bei Christo finde. 4. Für uns dahingegeben, ward Christus, unser Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort wird, uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen unsern Werken soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Er läßt uns Gnade finden, vergiebt uns unsre Sünden, wenn sie uns herzlich reuen, und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! 8. So hilf du nur uns allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ew'ges Heil sich endet. 9. Leit' uns durch deine Wahrheit, bis wir in voller Klarheit dich, dem wir hier vertrauen, noch heller werden schauen. 740. Lobe 320 In besonderen Umständen. 740. Lobe den Herren, den mächtigenkönig der Ehre! Stimme frohlokkend mit ein in die himmlischen Chöre! Seele, dein Dank schalle mit frohem Gesang deinem Erhalter zur Ehre. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret; der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Hast du nicht solches verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobet ihn alle, die Odem und Leben bekamen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lob' ihn in Ewigkeit! Amen. 741. Nun lobe, meine Seele, was in mir ist, des Höchsten Treu'! Auf, seine Güt' erzähle! denn sie ist alle Morgen neu. Die Sünd' hat er vergeben. Gott macht von Schwachheit los, bewahrt dein armes Leben; nimmt dich in seinen Schoß. Er, der mit Trost erquicket, verjüngt dich, Adlern gleich. Der Herr schafft Recht, beglücket, was seufzt in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein Allgemeiner Wohlstand. heilig Recht und sein Gericht; er liebt uns ohne Maßen, ihm mangelt's an Erbarmung nicht. Er schüßt uns in Gefahren, straft nicht nach unsrer Schuld, pflegt Gnade nicht zu sparen; er hat mit uns Geduld. Sein Wohlthun ist so labend für kindlich frommen Sinn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hilflos schrein! so will der Herr uns Armen, die wir ihn fürchten, Vater sein. Er kennet unsre Schwäche; er weiß, wir sind wie Staub, wie Gras auf dürrer Fläche, wie Blum' und fallend Laub. Kaum, daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da: so wird der Mensch vergehen; sein End' ist stets ihm nah. 4. Nur Gottes Gnad' und Treue steht fest und bleibt in Ewigkeit. Sie frönet stets aufs neue, die hier sich seinem Dienst geweiht: euch, die ihr Glauben haltet! Er herrscht im Himmelreich. Ihr starten Engel, waltet des Lobes, dient zugleich, dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort; mein Geist soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Anbetung, Preis und Ehre, Gott, Vater, Sohn und heil'gem Geist. Er segn' uns, und vermehre, was er aus Gnaden uns verheißt; daß wir nach droben schauen, verlassen uns auf ihn, fest auf den Helfer bauen mit unserm Mut und Sinn; voll Freuden an ihm hangen, und halten seinen Bund. Herr, laß es uns erlangen! Wir flehn aus Herzensgrund. Mel. Krieg. Friede. Mißwachs und Teuerung. Mel. Ein' feste Burg ist unser zc. 742. Dich, Richter, fürchte alle Welt und was auf Erden wohnet, dich, der des Weltalls Ruder hält, und ewig sicher thronet! In Staub hin werfe sich, in Demut ehre dich der Herrscher und der Knecht. Herr, Herr! du schaffest Recht im Himmel und auf Erden. 2. Empor zu ihm hebt Herz und Hand, wenn sich Gefahren türmen! Dem Himmel sind wir ja verwandt; den kann kein Feind erstürmen. Aus Wolkenbrüchen geht hervor in Majestät der stillen Sonne Pracht: so gehst du, Gott der Macht, vor uns einher im Wetter. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 744. Lob, Preis und Dank dir, Heiliger! Anbetung dir, Preiswürdiger, und deinem großen Namen! Noch stammeln wir in dieser Zeit dein Lob; einst in der Ewigkeit erschallt das große: Amen! Froher Jubel tönet wieder. Unsrer Lieder frohe Chöre weihn Anbetung dir und Ehre. 2. Den Tag, o Herr, hast du gemacht; erseufzt nach langer Trauernacht erscheint er unsrer Erde. Ihn riefest du mit Majestät; des Friedens hohe Palme weht auf dein allmächtig: Werde! Ehre, Ehre sei dem Vater, sei dem Helfer, sei dem Retter nach des Krieges Sturm und Wetter! 321 3. Unsterblich sind wir; fürchtet nicht, die nur den Leib uns töten! Gott, Gott ist unsre Zuversicht, ein Helfer uns in Nöten. Uns schützt sein teures Wort, und reißt der Sturm uns fort bis in das finstre Grab; er, der den Geist uns gab, führt aus dem Kampf zur Ruhe. ( 745-748.) Mel. Von Gott will ich nicht zc. 749. Du treuerGott der Armen, Beherrscher aller Welt! Du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauber hält! Du, unsre Zuversicht, zu dem 4. Hinauf ins Land, wo Lieb' und Recht die Siegesfahnen schwingen; wo wir, ein göttliches Geschlecht, den ew'gen Frieden singen! Hoch übers Leichenfeld der Erde, Herr der Welt, schwingt auch im schweren Bauf der Christ sich mutig auf, und sieget. Hallelujah! ( 743.) 3. Biel tausend Thränen fließen schon, Herr, unser Gott, vor deinem Thron, des Dankes und der Wonne. Wir jammerten in großer Not; doch du entrisfest uns dem Tod; uns strahlt des Friedens Sonne. Friede, Friede, holder Friede, sei willkommen! Du schenkst Freude nach der Angst und nach dem Beide. 4. Drum Lob und Dank dir, Heiliger, Anbetung dir, Preiswürdiger, der uns so hoch gesegnet! Wir bringen, Herrscher, Preis und Ruhm dir jetzt in deinem Heiligtum; hoch hast du uns gesegnet! Ewig, Vater, sei gepriesen; Lob und Ehre deinem Namen ewig, Bater, Amen! Amen! wir alle flehen, auf den wir alle sehen; verlaß, verlaß uns nicht! 2. Erbarmender, ach, wende der schweren Beiten Bauf; thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, 21 322 auch, schaff' uns allen, bei unserm Mangel Rat! 3. Bisher war jeden Morgen dein Vatersegen neu; jetzt wird von Nahrungssorgen das Herz nur selten frei. Uns helfen kannst du leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Überfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. 4. Den Reichen gieb Erbarmen, Gefühl für andrer Schmerz; und, zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz; damit sie mild ihr Brot den Kummervollen brechen, und nicht bloß heuchelnd sprechen: Es nähr', es helf' euch Gott! In besonderen Umständen. 5. O Herr, laß jeden eilen, mildthätig jeden Tag Bedrängten mitMe 1. Nun sich der Tag geendet 2c. 751. In Dunkel hüllt der Himmel sich; ein schweres Wetter dräut. Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit! 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der Blitz sich Bahnen bricht, und flammend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 754. Gott, der Gewitter schafft und lenkt! mit fröhlichem Gemüte lobsingen wir; denn an uns denkt dein Herz mit neuer Güte. Gewitter. zuteilen, so viel die Hand vermag. Einst sieht das Jesus an, wenn wir die Brüder retten und sättigen, als hätten wir das ihm selbst gethan. 2. Groß bist du, Herr, auf dein Gebot muß Blitz und Donner schrecken; doch bist du bei uns in 6. Die Früchte laß geraten, und deine Hülf' uns sehn; erquicke du die Saaten, so oft sie traurig stehn! mit milder Vater hand gieb Wärme, Tau und Regen; so tehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 7. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Not betroffen; doch standest du uns bei. Du hilfst, du rettest gern; so sei denn unser Leben vertrauensvoll ergeben dir, unserm Gott und Herrn! ( 750.) Licht, der Tag, die stille Nacht; gut deiner Blize Pracht. ist für uns auch dein Gericht, und 5. Du reinigst durch den Bliz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; und donnerst du, dein Donner ruft: Groß ist der Herr von That! 6. Du kannst auch töten; doch es schent der Christ nicht dein Gericht; wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 7. Laß frei das Herz von Ängsten sein, wenn uns dein Wetter droht. Weg bange Furcht! Wir sind ja dein, und lieben dich, o Gott! ( 752-753.) der Not, allmächtig uns zu decken. Grimm; du strafest, doch mit Maßen. 3. Du züchtigest, doch nicht im Noch immer schallt des Vaters Stimm': Ich will dich nicht verlassen. 4. Was wären wir, wenn deine Hand uns nach Verdiensten lohnte? wenn unsre Güter, Volk und Land nicht dein Erbarmen schonte? 5. Wohl Nach Gewittern. 5. Wohl uns! Du zeigest viel Geduld in allen deinen Wegen; du kröneft jeden Tag mit Huld, mit immer neuem Segen. 6. Groß bist du! Auf dein mächtig Wort muß Sturm und Wetter schweigen. Vor dir muß sich an jedem Ort das Reich der Schöpfung beugen. 7. Gelobt sei deine Wunderkraft, die nach Gefahr und Schrecken uns Ruhe schenkt, und Segen schafft, nach weisheitsvollen Zwecken! 8. Dein Auge stand mit Vaterblick auf uns voll Vorsicht offen; drum hat kein widriges Geschick im Wetter uns betroffen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 755. Gott, dessen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft, mit welcher schrecklichen Gewalt verwüstet's, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Wohnung ist verzehrt, und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und be ten an. 3. Wir weinen, und verehren doch auch deine Huld; sie half uns noch; fie hielt der Flammen schnellen Lauf, des Übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Übung seiner heil'gen Pflicht, der Pflicht, Betrübte zu erfreun und regen Mitleids voll zu sein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Not. Ja, weise, liebevoll und gut ist alles, was dein Wille thut. Feuersnot. 323 9. Kein Zufall hat des Feldes Schmuck uns Schmachtenden entrissen; kein Hagel, kein zu schwerer Druck von starken Wassergüssen. von dir, Herr, ausgegossen. Zum 10. Mehr Leben ist in die Natur Wohlthun, Schöpfer, hast du nur die Himmel aufgeschlossen. 11. O, laß doch wahre Furcht vor dir stets unser Herz regieren; laß uns, als deine Kinder, hier ein frommes Leben führen! 12. Du wirst dann ferner Vater sein, und gnädig auf uns blicken; wir werden uns des Vaters freun, und er wird uns beglücken. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe schaun. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 756. Wir nahn zu deinem Thron, Gott, mit gerührtem Herzen, daß du so gnädig halfft, da wir, voll Angst und Schmerzen, uns in Gefahr und Not von Feuerflammen sahn, und nun gerettet sind; Gott, das hast du gethan. 2. Dank sei dir, großer Gott! Du haft das Leid gewendet, das uns so nah umschloß, und Hülfe zugesendet. Heil uns, daß noch dein Lob von unsern Lippen schallt, Gott, an Erbarmen reich, und mächtig an Gewalt! 3. Steh' den Bedrängten bei, die jetzt noch traurig weinen; hör' auf der Frommen Flehn, wenn sie vor dir erscheinen. Und segne du mit Glück, nach väterlichem Rat, was jetzt bei andrer Not die Menschenliebe that. ( 757-766.) 21* Mel. 324 In besond. Umständen. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 767. In unsern Nöten fallen wir gebeugt und demutsvoll vor dir in unserm Jammer nieder; denn Seuch' und Tod umgiebt uns, Gott, und würget unsre Brüder. 2. So viele janken schon in Grab wie unerwartet schnell hinab! Wie ist's um Hülf' uns bange! O, schone noch, befrei' uns doch von unserm Untergange! 3. Uns retten Kunst und Vorsicht nicht; wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. Dem Tod, o Herr, gebeut, daß er nicht weiter schrecklich wüte. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 700 769. Was ist's, daß ich mich quäle? Harr' seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es; und Gott schüßet; er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. Seuchen. In allerlei Trübfal. 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Vaterhand; entferne jede Plage. Erquid' uns, Herr, Allmächtiger! Gieb wieder heitre Tage! 4. Wir glauben an den Sohn und dich; und darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder. Gott hilft uns allen! Denn du allein kannst uns befrein; errett' uns, deine Kinder! ( 768.) 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, so laß uns, Gott, geduldig sein, und dir uns ganz ergeben. Laß, sterben wir, uns dort vor dir in deiner Wonne leben. 7. Zeig' allen Sterbenden dein Heil, und laß sie, Gott, ihr begres Teil im Himmel nicht verlieren. Baß sie den Tod aus jeder Not zu deinem Throne führen. 8. Laß unser gläubiges Gebet, das hier um deine Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen; und unser Dant und Lobgesang frohlockt: der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenn's alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren! Und er, mein Gott, bewahret mich. Mel. In allerlei Trübfal. 325 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Dann mird mein Herz, statt aller 770. Herr, mache meine Seele stille bei allem, was mich drückt und kränkt! Es ist doch nur dein weiser Wille, der alles, mir zum Besten, lenkt. Du bist's, der alles ändern kann, und was du thust, ist wohlgethan. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 2. Auch auf den allerrauhsten 771. Christ, aus deinem HerWegen führst du uns nur zur Seligkeit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen dem Geiste, der sich dir geweiht. Sieht's gleich der blöde Mensch nicht ein; ihr Ausgang wird doch herrlich sein. zen banne Sorg' und Schmerzen! Schöpfe neuen Mut! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Not ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wird's doch wohl machen! 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Oft bleibt uns, was uns nüßt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Überzeugung feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich spreche mit gefaßtem Mut: Was Gott will, das ist immer gut. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut. Denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Bufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rat der beste war. 7. Dann wird auch mich für alle Plagen ein ewiger Gewinn erfreun. Klagen, voll von dem Dank und Sobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles, alles wohlgemacht! 2. Ist der Himmel trübe, wantt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen: Gott wird's doch wohl machen! 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst und Grämen, schafft auch keine Rast. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Sagend Herz, zähm' deinen Schmerz! Drückt die Bürde schon dich Schwachen: Gott wird's doch wohl machen! 4. Du führst Christi Namen; Christo nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Laß ringsum die Wetter trachen: Gott wird's doch wohl machen! 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts selbst verschuldet; und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Sieg' als Held! Mag doch die Welt deiner Hoff 326 In besondern Umständen. Hoffnung spöttisch lachen; Gott tief im Staube der Unterwerfung wird's doch wohl machen! 6. Dabei soll's denn bleiben. Ich will nie mich sträuben, folgsam Gott zu sein. Stets, im Tod und Leben, bleib' ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel. Wunderbar mag Gott es machen; er wird's doch wohl machen! 2. Du fühlst den Druck der Leiden, und siehst die Hülfe nicht, doch übt bei steten Freuden man auch die schwere Pflicht? Wird in den trüben Tagen nicht fest und start der Geist, und lernt gelassen tragen, was ihn Gott tragen heißt? 3. Es sei, daß deine Schmerzen fein andrer mit dir teilt, die Wunde, tief im Herzen, kein Trost der Liebe heilt; es sei, daß, die dich liebten, talt und von ferne stehn, den Weinenden, Betrübten in seinem Gram verschmähn; 4. Es sei, daß deinen Klagen der Gott der Hülfe schweigt, die Baft, schon schwer zu tragen, dich täglich tiefer beugt: es säumet doch die Rechte des Helfers ewig nicht, im Thal der dunkeln Nächte erhebt sich schon dein Licht. Pflicht. 6. Und du du willst verzagen? Willst ihm nicht ähnlich sein? Willst seinen Namen tragen, und klagend ihn entweihn? Der Gott, der ihn vollendet, lebt noch, und ist dein Gott. Wer sich von ihm nicht wendet, den reißt er aus der Not. Mel. Keinen hat Gott verlassen 2c. 772. Warum dein Blick so trübe? Warum dein Herz so schwer? Ist nicht dein Gott die Liebe? dein Helfer nicht der Herr? Den Kummer, der dich quälet, hat er ihn nicht gesandt? hat nicht dein Los Mel. Jesu, meine Freude 2c. gewählet des weisen Baters Hand? 773. Nein, ich will nicht sor5. Von Todesqual umgeben, denk', wie der Heil'ge rang, dem mattgequälten Leben die letzte Kraft entsant! Und dennoch ließ sein Glaube den großen Vater nicht, und übte 1 - 7. Wirf alle deine Sorgen auf ihn! Er sorgt und wacht; ein schöner, lichter Morgen folgt bald der dunkeln Nacht. Auf kurze Leidenstage folgt Wonne, Preis und Dank: dann wandelt sich die Klage, und wird Triumphgesang. gen! Weiß ich denn, ob morgen noch das Licht mir scheint? Der so treu mich führte, immer recht regierte, bleibt mit mir vereint. Geht die Bahn er nur voran, sei sein Weg mir auch verborgen: warum sollt' ich sorgen? 2. Nein, ich will nicht flagen! Sollt' ich denn verzagen, weil der Trost verzieht? Wenn des Herzens Sehnen, wenn die stillen Thränen nur der Vater sieht! Ungeduld wird oft nur Schuld; was er auflegt, hilft er tragen; jollt' ich denn verzagen? 3. Nein, ich will nicht wählen! Ach! ich möchte fehlen, leicht getäuscht vom Schein. Schwach an meinen Sinnen, seh' ich im Beginnen nicht den Ausgang ein. Meine Wahl wird oft zur Qual. Mag sein Plan sich mir verhehlen; Gott kann niemals fehlen. 4. Wie viel tausend Sonnen, jeinem Licht entronnen, zeigt er Bahn und Lauf! Aller Wesen Meister, wie In allerlei wie viel tausend Geister blicken zu ihm auf! Allen hat sein weiser Rat Schmerz und Freuden zuge messen; sollt' er mein vergessen? 5. Ihm will ich vertrauen; Glaube führt zum Schauen, Hoffnung stärkt das Herz. Ist der Himmel trübe: Gott bleibt doch die Liebe; Liebe heilt den Schmerz. Was mich drückt, hat sie geschickt. Werd' ich nur in Prüfungsstunden treu bewährt erfunden! 6. Bin ich ganz verlassen, kann der Geist nicht fassen, was der Vater will: halt' ich auch in Schmerzen, mit ergebnem Herzen ihm gehorsam still. Was er thut, ist recht und gut; jede Trübsal dieser Erden soll zum Heil mir werden. 7. Sei mir Kampf beschieden; führet doch zum Frieden mich des Sieges Bahn. Der den Tod be zwungen, der den Sieg errungen, kämpfte mir voran. Du, o Held, bezwangst die Welt. Wer dir folgt, kann nicht erliegen; mir auch hilfst du siegen. Trübfal. 327 4. Der du die Blumen fleidest, und alle Tiere weidest, du Schöpfer der Natur, weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Not, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 774. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Not verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Bater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, meinBeid und auch mein Wohlergehn. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so tlag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rat. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rat voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch des mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei den frommen Scharen, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir Leiden, den Dank, der deiner Huld mit Freuden, nach überstandnem gebührt. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich Me 1. Herr, wie du willst, so 2c. üben, und dich, mein Vater, lieben; 775. Es ist gewiß ein köstlic denn du verläßt die Deinen nicht. Ding, sich in Geduld zu fassen, und fteta In besondern Umständen. 328 ftets sich Gottes Baterwink getroft zu überlassen. Rauh oder eben sei die Bahn; was Gott thut, das ist wohlgethan. Geduld erhält das Leben. 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich ein schweres Leiden drücket. Klag's deinem Gott, der väterlich dich tröstet und erquicket. Verzeucht er auch; er thut's aus Huld. Bewahre dich vor Ungeduld. Geduld giebt Mut und Gnade. 3. Erwarte nur die rechte Zeit; du wirst den Vater finden. Er wird voll Lieb' und Freundlichkeit sich stets mit dir verbinden. Er will und wird dein Tröster sein, und ewig, ewig dich erfreun. Geduld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit' und kämpfe, wie ein Held. Du wirst nicht unterliegen; wirst über jede Not der Welt, wie Jesus Christus, siegen. Sei standhaft; deines Vaters Huld krönt deine Hoffnung und Geduld mit seines Himmels Krone. 5. Jch, Gott des Trostes! hoff auf dich; Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich. Wohl mir, wenn ich sie habe! Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Jesus, sein, und dann sein Reich mich erben. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 776. Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Lichte durchgebrungen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Gott zum Ziele leiten; Mut spricht er dem Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, scheinst du gleich von ihm verlassen; glaube nur und zweifle nicht. Bete, kämpfe ohne Wanken: bald wirst du voll Freude danken; bald umgiebt dich höhres Licht. 3. Weg von dieser Welt die Blicke! Schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu dem Erbarmer wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 4. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 5. Schließ' dich ein in deine Kammer; geh', und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden; klage schweigend deinen Schmerz. 6. Kräftig ist dein tiefes Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen; glaube, daß er dich erhört, daß er Schweigende verstehet, daß dein Mittler für dich flehet, und daß Gott sein Flehn gewährt! 7. vtun, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlig wagen, mit des Kindes Zuversicht. Kämpfen will ich und nicht wanken; bald werd' ich voll Freude danken; bald umgiebt mich höhres Licht. Me 1. Meinen Jesum laß ich zc. Immer müsse, Gott, dein Rat mich und meinen Willen lenken. Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschöpf nicht fränken. Wenn du nimmst und wenn dn giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. 2. Willig folg' ich, wie Gott will; führst du mich gleich rauhe Wege. In allerlei Trübfal. Wege. Ohne Murren halt' ich still, treffen mich gleich harte Schläge. Denn noch haft du stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist dein Wort; was du zusagst, wirst du halten. Dir vertrau' ich immer fort, lasse deine Vorsicht walten. Wer sich deiner Hülfe freut, schmeckt auch deine Freundlichkeit. 4. Herr, du weißt, was mir gebricht; dich im Himmel laß ich sorgen. O, dein Trost ist Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen! Harre mit Gelassenheit; endlich kommt die rechte Zeit. 5. Wein' ich oft vergebens hier, trügt mich oft mein irdisch Hoffen: nur Geduld! einst steht auch mir jenes Buch der Vorsicht offen. Dort seh' ich, wie wunderbar deine weise Führung war. 329 dein Herz. Besser und von Fehlern freier machet dich des Lebens Schmerz. 6. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht wert der Herrlichkeit, die dort offenbart soll werden. Herr, du hast, rühm' ich alsdann, Großes stets an mir gethan! 3. Flücht'gem Schmerze folgt die Krone, kurzem Kampfe ew'ger Zu der treuen Zeugen Sieg. Krone führet Gott durch Leiden Drum in deinem ganzen dich. Leben hoff' auf ihn, sei fromm und rein. Hast du hier dich Gott ergeben, gehst du dort zur Ruhe ein. Mel. Es ist genug! 2c. 779. Gott ist getren! Sein Herz, sein Vaterherz ist voller Gütigkeit; Gott ist getreut bei Wohlsein und bei Schmerz, in gut und böser Zeit. Laß Erd' und Himmel untergehen; das Wort des Herrn bleibt ewig stehen! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein bester Freund, dies weiß, dies glaub' ich fest, und daß er mich gewiß von keinem Feind zu hart versuchen läßt. Er wird nie über mein Vermögen auf mich zu schwere Prüfung legen. Gott ist getreu! Me I. O du Liebe meiner Liebe 2c. 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er hält, was er 778. Dulde, Christ, des Lebens verspricht. Wenn mir sein Wort Leiden, dich dem Herren ganz zu weihn. Besser sind sie oft, als Freuden und des Glückes Sonnenschein. Ob sie noch so schwer dich drücken, sind sie doch für dich Gewinn. Dulden führet zum Entzücken, und der Schmerz zur Wonne hin. den Weg zum Leben weist, so wank' und irr' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich bei allem, was er thut. Schickt seine Hand ein Leiden über mich, auch dann meint er's noch gut. Das Kreuz macht, daß ich auf ihn merke, und giebt zum Kampf mir neue Stärke. Gott ist getreu! 2. Duldend lernst du Gott vertrauen, und die Sel'gen freun sich dein; lernest andere erbauen, und dich selbst dem Himmel weihn. Wie das Gold bewährt durchs Feuer, wird durch Trübsal auch 5. Gott ist getreu! Mein Herz, was 330 In besondern Umständen. was fehlt dir noch, dich stets im Mel. Was Gott thut, das ist zc. Herrn zu freun? Gott ist getreu: Sei unverzagt; mag doch die Welt voll Falschheit sein! Beweiset sie dir Neid und Tücke: auch dies dient dir zu deinem Glücke. Gott ist getreu! ** 6. Gott ist getreu! Vergiß, 0 Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu sein, sei deine größte Pflicht, so lang' du denkst und bist. Halt' fest an Gott, sei treu im Glauben; laß dir den starken Trost nicht rauben: Gott ist getreu! Mel. Herr, wie du willst, so 2c. 780. Die Hoffnung naher Ewigteit, voll reiner Himmelsfreuden, versüßt in dieser Pilgerzeit mir, Vater, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, getrost nach deinem Himmel hin, wo keine Bein wir folget. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben; zu dir, der sie zum Besten lenkt, der dann auch huldvoll an uns denkt, wenn wir im stillen weinen. 3. Du, Herr, du siehest unsern Schmerz, und zählest unsre Zähren; du stärkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren. Du schaust auch gnadenvoll auf mich. Mein Gott, mein Gott, ich hoff' auf dich. Du bist ein Fels der Deinen. 4. Soll ich in dieser Lebenszeit noch manche Trübsal leiden, so harr' ich in Gelassenheit auf deines Himmels Freuden. O, die sind einst der Frommen Teil! Dort schau' ich dich, o Sott, mein Heil, und segne jede Thräne. 781. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimat eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! Wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so mußt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen; darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraulich dir erzählen. Dann schaffest du mir Troft und Ruh' aus deiner Gottesfülle; und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Wert der Trübsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur diese Welt begehren, wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort giebt mir die Zuversicht: Du sorgst für meine Tage; dein Auge schläft und schlummert nicht; du hörest meine Klage; du frönst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligtume mit Wonne, Preis und Ruhme. 5. O, dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden; vergessen werd' ich ganz mein Leid, und nur dein Heil empfinden! Mein Lobgesang, voll Preis und Dank, wird dir zum Wohlgefallen durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' entweihen; mit Unschuld steh' ich angethan in treuer Knechte Reihen. Und ewiglich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen; beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr Vorbereitung auf den Tod. mehr voll Unmut tlagen. Du bist bereit, zur rechten Zeit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 782. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiner Güte trauen, das schafft Bufriedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? Wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; wie sollt' ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du. Herr, gabst mir mein Leben, und wirst mir alles geben, was mir zum Leben nötig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, bie, wenn wir sie erringen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret, und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stört Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 783. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe; und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod! Säume nicht, denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 331 doch zu allen Zeiten die wahre Seelenruh'. Wenn wir dir unser Leben, o Bater, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen; 5. Dein Ratschluß sei mein Wille; ich will in heitrer Stille mich deiner Vorsicht freun. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir Armen Zufriedenheit und Reichtum sein. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanten, wenn traurige Gedanken mir deinen Trost entziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr meines Lebens, mit tindlichem Vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Mut und Hoffnung mir. Drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, muß alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß, als dich allein. dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht. wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun! 6. Überwind' ihn durch Vertrann. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun; er erweckt mich aus dem 332 In besondern dem Staube. Er, der rief: es ist bollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. O Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage 784. Wie sicher lebt der Mensch, Rechenschaft ist: Tugend in des Glaubens Kraft. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Frrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nat der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, so sei doch wacker und bereit! Prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist! Umständen. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb¹ erfüllt, das ist es, was in Christo gilt. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht. Drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes in ihm sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und sterbend, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf': Es ist vollbracht! 11393 Mel. O Haupt voll Blut zc. 785.0 Mensch! gedent ans Ende, daß du nichts übles thuft; der Tod bringt oft behende zur Stätte, wo du ruhst. An einem Augenblicke hängt ewig Wohl und Weh'; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh'. 2. O Mensch! gedent' ans Ende; wer weiß, ob nicht noch heut' der Tod sich zu dir wende; drum mache dich Vorbereitung auf den Tod. bich bereit, daß du kannst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eignes Leben dich nicht berklagen kann. 3. O Mensch! gedent' ans Ende, stirb stets den Sünden ab; gieb dich in Gottes Hände, und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden; durch Christum fasse Mut. Stirbst du mit ihm verbunden, so ist dein Ende gut. es Zeit, aufzustehn vom Schlafe! Nah ist Tod und Ewigkeit, nah ist Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht! säume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 787. Mensch, geschaffen aus dem Staube, Mensch, dem Tod geweiht zum Raube, was erhebst du Mel. Straf' mich nicht in 2c. 786. Sichrer Mensch, noch ist dich im Glück? Sieh' dein Bild im Sein und Werden; Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuleßt zurück. 2. Noch wedt der Posaunen Schall nicht die Toten alle; noch bebt nicht der Erdenball, nahe seinem Falle; aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Es werde, Mensch, dein Leib zu Erde! 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, unter Sündenfreuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen wird verzagen müssen! 4. Wenn vor deinem Auge sich jede Sünd' enthüllet; wenn der kleinste Frevel dich ganz mit Graun erfüllet, nichts dich dann stärken tann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden! 333 Tod, rette noch im Sterben mich aus dem Verderben! 5. Nach dem Untergang wirst du, an des Grabes Stufen, bang' um Troft und Seelenruh', dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung dir nah des Ew'gen Gnade. Eil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest, und Vergebung findest. 2. Wie der Jahre Zahl sich mehret, wie sich deine Kraft verzehret, nimmt des Lebens Faden ab. Gleich dem Schatten, der da weichet, eilt das Beben; und erreichet ist in kurzer Zeit das Grab. 3. Hartes Los, das uns gefallen! Hartes Schicksal, das uns allen die Natur zum Ziel gestellt! Weinend kamst du auf die Erde, kämpfst im Leben mit Beschwerde, und verläßt mit Furcht die Welt. 4. Ist dir denn dies Los beschie den: warum suchest du hienieden nur das Eitle, das vergeht? Denke, du auch mußt einst scheiden, und wirst ew'ge Bein erleiden, wenn aufs Fleisch du ausgesät. 5. Staubbewohner, Mensch von Staube, Mensch, dem Tod geweiht zum Raube, schnell verblüht des Lebens Glück! Sieh' dein Bild im Sein und Werden; Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuletzt zurück. Me 1. Schatz über alle Schäße 2c. 788. In Gottes Rat ergeben, gefällt. Was wär's, das mich beverlaß' ich gern die Welt. Ich geh' zum bessern Leben, so bald es ihm trübte? In besondern Umständen. 334 trübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreun, und in der letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Überwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärk' mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnot. So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 789. Mein Leben steht in Gottes Hand. Er mach's, wie er mir's heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh' ich war, auch meines Lebens Stunden dar. 2. Ich nuße mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Not find ihr Gefolg', und dann der Tod! 3. Die Blume pranget, und fällt ab; so blüht der Mensch, und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schützt, nicht Stand, noch Gold; der Sünde Sold wird ihm, so bald es Gott gewollt. 4. Wer rüstet mich mit Mut und Kraft am Ende meiner Pilgerschaft? Wer ist dann mein Beruhiger? Du bist es, Herr, und außer dir ist's teiner mehr. 5. Du bringst mich, bin ich nun bereit, zum sichern Glück der Ewigfeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ vor mir schon hingegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefällt, ein Bürger jener bessern Welt. Den Meinen sag' ich auf dein Wort: Gott, unser Hort, ver= eint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dant' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast gesprochen: Ihr seid mein; auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Es ist nun aus mit meinem 2c. 790. Ein Ort der Ruh' ist mir beschieden; da lieg' und schlaf' ich bald in Frieden, von keinem Übel mehr erschreckt. Wie wohl ist da dem müden Herzen, wo es erlöft von Gram und Schmerzen, von Drum tühler Erde wird bedeckt? ohne Graun blick' ich hinab ins stille Grab. 2. Ins Grab zieht uns die Laſt der Leiden; ins Grab zieht uns der Strom der Zeiten, auf dem des Lebens Schifflein treibt. Was in der Jahre Lauf entstehet, erlangt ein Ziel, da es vergehet; nichts blieb, was ward, nichts wird, was bleibt. So eil', o Zeit, dahin mit mir! Gern folg' ich dir. 3. Ich Furchtloser Hinblick auf Grab und Tod. 3. Ich folg' und weiche Gottes Willen, den schweigend Erd' und Zeit erfüllen; was Gott beschließt, ist stets gerecht. Ein Sterblicher bin ich geboren, vor vielen Wesen doch erkoren, zu sein von göttlichem Geschlecht. Ich preise laut den Allmachtsruf, der mich erschuf. 4. Gott schuf und gab mir dieses Leben; Gott werd' ich's denn auch wiedergeben, zur Stunde, die er mir bestimmt. Mein Schicksal liegt in seinen Händen; er wird mir eine Stunde senden, die mehr mir giebt, als sie mir nimmt reift nicht hier, wo der Christ ein Fremdling ist. Mein Glück 5. Ich bin ein Fremdling auf der Erde; daß ich des Himmels Bürger werde, so schließet sich mein Prüfungslauf. Nach kurzem Schlummer in dem Grabe wird mir des bessern Lebens Gabe; zum Leben Christi steh' ich auf. Sein Friede schwebt um meine Gruft, bis Gott mich ruft; 6. Bis ich den Tag des Lebens jehe, bis ich im Licht des Himmels stehe, und Seligkeit mein eigen wird. Nach seines Leidens harter Plage lag schlummernd bis zum dritten Tage im Grabe selbst mein Herr und Hirt; da that sich auf des Todes Thor; er ging hervor. 7. Er ging hervor in heitrer Wonne, wie aus der Nacht die Morgensonne in ihrem Strahlenkleide steigt. Vorüber sind die Jammerstunden, verklärt die Mahle seiner Wunden; die Trauer flieht, die Klage schweigt. Es wandelt sich der Jünger Leid in Seligkeit. 8. Ich bin den Jüngern beigesellet; drum wird mein Geist vom Glanz erhellet, der um den Auferstandnen schwebt. Ich hoffe fest, ᎧᎧᎧ ihn einst zu sehen, wenn ich durch ihn werd' auferstehen; ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Er starb für mich; mir lebet er, und stirbt nicht mehr. Mel. Auferstehn, ja auferstehn 2c. 791. Meiner Lage, Gott, sind hier nicht viel; bald, bald bin ich am Ziel. Für Ewigkeiten schufft du mich, nicht für Zeiten, die schnell vergehn. 2. Leite mich bei deiner rechten Hand ins wahre Vaterland, daß ich der dahin führt. vom Wege mich nicht verirren möge, 3. Nicht vergeblich sei mein Leben hier; geheiligt sei es dir! Herr, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, sei meine Lust. voll Vertraun auf Jesu Tod mich 4. Einst, wenn du mich rufft, laß schaun. Bei meinem Ende, nimm, Herr, in deine Hände den frohen Geist. 5. Sanft im Staube ruhe mein Gebein; dir wird es teuer sein. Ein neues Leben wirst du dem Geiste geben vor deinem Thron. 6. O, wie wird dir, meine Seele sein, im neuen Morgenschein! Wie ist das Leben, das Gott, dein Gott wird geben, voll Herrlichkeit! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 792. Ich eile meinem Grabe zu; ein Schritt, so bin ich Erde! Ach, meine Zuflucht, Gott, bist du, so oft ich zaghaft werde! Was ist die Zeit, in der ich bin? Sie fähret wie ein Strom dahin, der niemals wiederkehret. 2. Von allem, das von Jugend an mir Müh' und Schweiß erreget, ist 336 In besondern Umständen. ist nichts, das mich erretten kann, Mit dir, mein Jesu, schlaf' ich ein; wenn meine Stunde schläget. Ich auf dich will ich begraben sein, jei geehrt, arm oder reich; mich durch deinen Arm erwachen. macht der Tod den andern gleich, die längst die Erde decket. 3. Ich fühle schon des Todes Macht, die dieses Haus zerstöret, sobald in Finsternis und Nacht mein Leib zurückgekehret. Ja, ich empfinde die Gewalt, mit der des Todes Keim so bald den Glieder bau zerrüttet! 4. Ach, welch ein grauenvoller Blick! Wir, die noch heute blühen, gehn morgen in den Staub zurück; wir sterben, und entfliehen. Der Mensch, der hier so viel besaß, verwelket wie ein leichtes Gras auf Bergen, eh' es reifet. 5. Ein Sarg verschließt den Überrest von modernden Gebeinen, und sein zerstörtes Haus verläßt der Geist, da zu erscheinen, wo ihm des Ewigen Gericht ein unparteiisch Urteil spricht, belohnet, oder strafet. 6. Jedoch, was fürchten wir die Gruft, als wären wir noch Heiden? Er, der uns von der Erde ruft, führt durch den Tod zu Freuden. Wer glaubt, der lebt und stirbet nicht, ob er gleich stirbt; Tod und Gericht drohn ihm nicht ew'ge Strafen. 7. Besiegt hat Tod und Grab der Held, er, der für uns gestorben: er hat das Leben hergestellt, die Hoffnung uns erworben, daß so, wie ihn kein Grab mehr deckt, der Christ, aus seinem Grab erweckt, zum Leben auferstehe. 8. So laß nach deinem weisen Rat, Herr, meine Stunde kommen. Du bist's, der selbst den Weg betrat, Beschüßer deiner Frommen! Mel. Auferstehn, ja auferstehn 2c 793. Was wird's sein, wenn einst, o ew'ges Licht, dein großer Tag anbricht! Die hohe Wonne beim ersten Strahl der Sonne gleicht ihm doch nicht! 2. Du durchstrahlst die Himmel weit und breit in Unermeßlichkeit; und zu uns allen wird deine Klarheit wallen in Ewigkeit. 3. Mach' mich wert, vor deinem Thron zu stehn, und dich im Licht zu sehn! Ich will dir fröhlich, schon hier in Hoffnung selig, entgegen gehn! Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 794. 3ch will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe dank' ich dir. Zum Segen gabst du mir das Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! Ich sucht' es dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn mich nun der Erd' entziehst; auf mich, den du getreu erfunden, mit schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt; ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbft? Furchtloser Hinblick auf Grab und Tod. starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird dein Tod auch mir. 5. Und mag auch, in des Grabes Nähe, mir die Verwesung furchtbar dräun; du, Herr, auf den ich hoffend sehe, du wirst auch dann mein Beistand sein. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziel verzag' ich nicht. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 795. Herr, du bist meine Zuversicht! Du lebst; auch ich soll leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dies stärket meine Zuversicht. 6. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu' ich deiner mich. Durch dich ist Sterben mir Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. Gewinn; wohl mir, daß ich erlöset 796. Ich bin, o Herr, in deiner bin! 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide; doch verzag' ich nicht; denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte Last, und fühle meine Würde; hält auch die Welt, die sie nicht faßt, sie für die schwerste Bürde. Den Frevler trifft einst dein Gericht; und dann siegt meine Zuversicht. 337 Wie hell ist dieses Trostes Licht! Wie sicher meine Zuversicht! na 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Du lebst, auch ich soll leben. Du gingst aus deinem Grabe, mir Unsterblichkeit zu geben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub; dort werd' ich ewig leben. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab nnd Verwesung schreckt mich nicht; denn du bist meine Zuversicht. Macht; du hast mich an das Licht Leben. Du kennest meiner Tage gebracht, und du erhältst mein Bahl, weißt, wann ich Sterblicher einmal der Welt muß Abschied geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich sonst, als dich allein, der mich in meiner letzten Bein mit Troste kann beleben? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn ich von dem, was ich gethan, nun Rechenschaft soll geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? Thust du es, o mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah, von Todesangst befallen. Der Sinne Kräfte lassen nach, Gehör und Augen werder schwach, und kaum kann ich noch lallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hält Gericht! 4. Schon hör' ich der Posaune Ton; ich sehe meinen Richter schon, vor ihm die Völker stehen. In seiner 22 338 In besondern Umständen. seiner Hand ist Heil und Fluch; wann ich soll, und wie ich werde unwiderruflich ist sein Spruch; sterben. Mein Ende steht allein ihn hintertreibt kein Flehen. Nur bei dir! die Stunde, Herr, verbirgst seiner Frommen Los ist Heil; du mir, da ich die Welt verlasſe. Verdammnis bleibt der Sünder Teil. 2. Jch, meines Glaubens mir bewußt durch deines Geistes Gabe, weiß, daß ich meine höchste Lust an dir, mein Heiland, habe; weiß, daß du meiner Sünden Last von mir auf dich genommen hast, damit ich selig würde. 5. Nicht Stand und macht er retten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern zu erlösen. Nach dem, was jeder hier gethan, wird jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Bösen. Verschwendern ihrer Gnadenzeit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir: Erleuchte mich; die Sünde hier zu fliehen, Kraft verleihe! Erhalte mich im. Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frei, mich deinem Dienste weihe. So geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht! 7. O Menschenfreund, dein teures Blut floß auch für mich, dies giebt mir Mut, der ich dir angehöre. Doch fällt in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so hilf mir, dir zur Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's, der Schwache stärken kann. 8. Ja, ja, ich werd', o Herr, mein Heil, an deiner Wonne nehmen teil, dir nach zum Himmel steigen! Nun sieg' ich über Angst und Not, nun mögen sich mir Höll und Tod mit ihren Schrecken zeigen! So lang' ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode sein. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, den tröstlichen Gedanken, und laß, weil du mein Mittler bist, nie meinen Glauben wanken. Bewahre meine Seel', o Gott, in deiner Gnade, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. 4. Dann geb' ich meine Seele dir in deine Vaterhände. Erhalt' die Kraft zu denken mir, ist's möglich, bis ans Ende; daß voll Gedanken, Gott, an dich, die bald erlöste Seele sich von ihrem Leibe trenne. 5. Soll ich gewaltiam, o mein Gott, schnell, oder angstvoll sterben: so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Herr, hilf mir, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und heilig sterben könne. entweicht in großen Schmerzen die 6. Empfind' ich keine Freudigkeit, Stille der Gelassenheit aus meinem mein Gott, nicht zu, was ich Unbangen Herzen: so rechne mir, rechtes red' und thu'; verzeih' der Schwachheit Fehler. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 797. Herr Jesu Christ, ich weiß Geh' ich zu deinem Himmel ein, gar wohl, daß ich einmal muß sterben. Nur weiß ich das nicht, werd' ich mich meines Endes freun; es fomm' auch, wie es wolle. 8. Da Furchtlofer Hinblick auf Grab und Tod. 8. Damit ich's könne, laß mich, Herr, stets heiliger auf Erden, in guten Werken fertiger, dir immer treuer werden. Geheiligt müss' ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode. 9. So kann ich freudig, wo ich bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb' ich; der Tod ist mein Gewinn; denn Christus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seiner Zeit auch meinen Leib zur Herrlichkeit der bessern Welt verklären. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 798. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun zu der gesetzten Frist auch unser Lauf vollendet ist, so hilf uns in der Todesnot, Herr, unser Gott! Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Auge bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 4. Drückt uns der Krankheit herber Schmerz, so stärke das beklemmte Herz; verleih' uns in der Schmerzen Wut den starken Mut, der still in deiner Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'; in unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir gläubig traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn; zeig' uns den Himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, 339 wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer könnte dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 8. Sie sei uns überschwenglich nah, ist unsre letzte Stunde da. Wenn unser sterbend Auge bricht, Leit' uns dein Licht. So fehlt uns Trost im Tode nicht! Mel. Schatz über alle Schätze 2c. 799. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Todez sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, des Frommen Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Wille mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigfeit; wenn meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht; Herr über Tod und Leben, o, dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels hohe Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für turze Beiden, für kurzen 22* To= 340 In besondern Umständen. Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes trant! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn; die aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es hin zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben zum Licht der Ewigkeit. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. 800. Wenn, Jeju, meine Bilgerzeit nun ganz durchlebt ist, und der Streit des Glaubens ausgestritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, dann komm, o Heiland; schweige nicht zu meinen legten Bitten. Erhöre mich, wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht. ergreift der Tod, der Tod, der ewige Verwerfung droht! 5. Er drohe! Jesu, der ist frei, wer dir gemeiht ist, dir getreu; ihm ist er feine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht in jeder Nacht! Sie schrect mich nicht; mir wird der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg; doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 4. Und sterben, sterben wird den Tod, der ewige Verwerfung droht, wer, Herr, dein Heil nicht achtet. Wer nicht durch deine Gnade rein von Sünden ist, und dein zu sein, sich weigert, dich verachtet; ach, den 6. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigkeit erfüllt, mit Freudigkeit, zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, er führt mich aus der Finsternis zu seines Reiches Erben. O, welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an! den. 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, Kraft, den schwersten Schritt der Pilgerschaft mit Freudigkeit zu enAch ruf' den bangen Seelen zu; Kommt her zu mir und findet Ruh'; ich will euch nun vollenden." Erquicke sie, und nach dem Streit erhöhe sie zur Seligkeit. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz erbebt: o dann, dann sprich: Dir ist vergeben. Und wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, o mein Heiland, sprich: Nicht sterben sollst du, leben! Mel. Alle Menschen müssen 2c. Ein Wort von dir nur, und mir g'nügt des Todes Schret 801. Noch bin ich dein Gast, o ten sind besiegt. 3. Nicht sei mir dann dein Angesicht wie Missethätern im Gericht, Erbarmen, nicht Verderben! Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie bereiteten, zu sterben. Ach, furchtbar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht! Erde! Gott mehrt meiner Tage Sahl. Daß ich reif zum Himmel werde, läßt er prüfend mir die Wahl, Böses oder Gut's zu wählen; doch, werd' ich viel Jahre zählen? Oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnot? 2. Herr, du weißt's; du hast die Tage meines Lebens schon gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sieht dein Auge, das nie fehlt. Ehe du mich hier auf Erden ließest einen Pilger werden, da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, Furchtloser Hinblick 3. Einst, wenn es dein Wille for dert, wird mein reger Leib zu Staub, und die Glut, die in mir lodert, wird des talten Todes Raub. So wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, in deine Todesnacht; dennoch triumphiert mein Glaube, ruf' ich einst: Es ist vollbracht! Denn zu himmlischen Geschäften schmückt mich Gott mit neuen Kräften; und von Schmerz und Sterblichkeit bin ich ewig dann befreit. 5. Hör', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Er, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 6. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ew'gen Anteil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen, laß viel mehr mich darauf freuen; und nach treu vollbrachtem Lauf nimm mich in den Himmel auf. auf Grab und Tod. 341 denk' ich ernstlich dein, ohne deiner mich zu freun. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet, nie ge3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Heiland hat in dir meine Stätte mir bereitet; und an deinem ew'gen Heil hat auch meine Seele teil. 4. Nahe sei mir, oder fern dieses Heil, das ich verlange; ringen will ich, daß vom Herrn ich mein Erbteil auch empfange. Freudig seufzet dann mein Geist: Bande der Natur, zerreißt! 5. O, wie wohl wird dann mir sein, wenn ich dich einst in der Nähe, die du kommst, mich zu befrein, Stunde meiner Heimfahrt, sehe; wenn den Leib des Grabes Gruft, und den Geist sein Schöpfer ruft! 6. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Übertreter tann froh nicht sterben; er muß zittern. Gottes Kinder zittern nicht; denn sie dringen durchs Gericht. in 7. Daß ich diese Freudigkeit einst meinem Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jesu, wider Welt und Sünde. Stärke mich im Kampf und Lauf; nimm mich endlich gnädig auf! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 802. Hier ist nur mein Prüf- 803. Kein Stündlein geht daungsstand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Baterland; das erreich' ich, wenn ich sterbe. Preis und Dank für meinen Tod bring' ich dir, o Herr, mein Gott! hin, es liegt mir in dem Sinn, und wandelt mit mir, wo ich bin, daß mich der Tod wird sehen in die letzte Not. Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. dallos 2. Hier ist kein Aufenthalt, der Tod mit Allgewalt ergreift und fesselt jung und alt. Er reißt uns fort aus unsern Würden, Stand 342 do In besondern Umständen. Stand und Ort. Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. 3. Kein Rat, kein Geld und Gut, tein fühner Heldenmut, kein Arzt hilft vor des Todes Wut; in aller Welt ist nichts, das endlich mich erhält. Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. 4. O, welche Angst und Bein, bricht nun der Tod herein, Gott, welche Nacht wird um mich sein! Auf öder Bahn, wer nimmt, wer nimmt sich meiner an? Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. 5. Wenn Freundesstimme schweigt, wenn jeder Trug entweicht, mein eigen Herz vor Schuld sich beugt, und wider mich dann alles tritt, wer rettet mich? Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. 804. Mit Fried' und Freuden fahr' ich hin nach Gottes Willen; er, dem ich lebe, des ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir Schlummer. ein 8. Erbarmer, nimm mich auf! zu dir blick' ich hinauf, wenn ich vollendet meinen Lauf. Ich fleh' zu dir, so lang' ein Odem ist in mir. Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein Heil, mein Friede sei mit dir; du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein; ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein Trost; ich bin erlöst und Gottes Erbe. Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Tod, dich hat sein Arm entwaffnet! 4. Er ist mein Fels; auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein, ihn zu schauen; meine Seele dürstet lang', den Herrn dort anzubeten. 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann tomm, o Tag, bestimmt von Gott; 6. Wenn mir vor großer Qual im dunkeln Schreckensthal die Sinn' ersterben allzumal, mein Herr und Tag der Freuden! Ganz unsterbHort, wer fasset selbst mein stum- lich, wonnevoll sink' ich dann vor mes Wort? Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. ihm nieder. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 7. Erbarmer, du allein sollst mir 805. Warum erbebst du, in Todespein mein Helfer und mein Führer sein. Auf dich will ich die Welt verlassen williglich. Ach Gott, wenn Herz und Auge bricht, so bleibe du mein Trost, mein Licht. meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Allmacht Wink und Staub; drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Furchtloser Hinblick auf Grab und Tod. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt; dann täuscht dich Wahn und Irrtum nicht, und selbst die Finsternis wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht; ihn, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rat am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh'; zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! 806.€ s ist genug! So nimm, Herr! meinen Geist zu Zions Geistern hin; lös' auf das Band, das nun allmählich reißt; befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet: Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers, der mich beugt; ach, wie verberg' ich's dir? Oft war ich mehr der Welt, als dir geneigt; viel Böses wohnt in mir. Ich irr' und wank' auf meinem Pfade; wann kommt das Ziel? Wann ruft die Gnade: Es ist genug? 3. Es ist genug des Kreuzes, das nun fast den Träger wund gemacht. Wie schwer, o Gott! wie hart ist diese Last! Ich neze manche Nacht die Lagerstatt mit heißen Thränen; wie lang', wie lang' muß ich mich sehnen! Wann ist's genug? 4. Es ist genug! Wenn nur mein 343 Heiland will; er tennet ja mein Herz. Ich harre sein, und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust zernaget, besänftigt hat, und zu mir saget: Es ist genug! 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so hilf, so hilf mir aus! Mein Helfer kommt; nun, gute Nacht, o Welt! ich geh' ins Vaterhaus. Ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug! Mel. Von Gott will ich nicht zc. 807. Der letzte meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern. O, dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf. Ich trete zu dem Throne, und Gott setzt mir die Krone der überwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn. Daß ich ganz selig werde, entschwing' ich mich der Erde, und geh' zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod. Der Tod reißt meine Glieder, den trägen Leib darnieder; mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Bieder stimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld uf mich herab, dem er in 344 In besondern Umständen. in seinem Sohne das Recht der sein. Er erfüllt, was er verheißen; Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit sein soll ich mich ewig freun. Ja, wird er mit größern Freuden die mir soll's durch ihn gelingen, mich Auserwählten weiden, die hier sich zu ihm emporzuschwingen, freuihm geweiht. denvoll vor ihm zu stehn, seine Herrlichkeit zu sehn. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von ihm gesät; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Erhalt' mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir! Er ist nicht fern, der letzte meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. ben, ihre Herrlichkeit verblüht; und wer kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt' ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in meiner letzten Not rettet mich sein Blut und Tod. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron! Hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erbarmer, Jesu Christ. 808. Alle Menschen müssen ster- mehr. 3. Kann der Tod mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Krone nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenernten schenkt Gott denen, die erst hier gesät mit Thränen; alle Thränen trocknet er, Sünd' und Elend sind nicht 7. Ich entbrenne von Verlangen, was ich glaub', im Licht zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, die zerstäube! Ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben nur Gewinn; denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und furz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! Mel. Furchtloser Hinblick auf Grab und Tod. Mel. Mit Fried' und Freuden 2c. 809. Mir schauert nicht vor dir, o Gruft, o Todesstille! Ich bin getrost, wenn nun mich ruft, Gott, dein Wille. Durch dein gnadenvolles Wort ist mir der Tod ein Schlummer. 2. Ihm, der für uns erwürget ist, sei Preis und Ehre! Dir, unserm Retter, Jesu Christ, Preis und Ehre! Dein ist's, daß wir ohne Furcht den Pfad des Todes wandeln. 3. Wir kommen nicht in dein Gericht, die an dich gläuben; du läsfest uns im Grabe nicht ewig bleiben. Hallelujah! denn du wirst zum Leben uns erwecken. 4. Dann ist nicht Sünde mehr, noch Tod, noch Schmerz, noch Leiden; dann lohnen dieses Lebens Not Himmelsfreuden. Hallelujah! denn durch dich ist mir der Tod ein Schlummer. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. 810. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe. Kein Augenblick geht sicher hin. Das Erdgefäß wird leicht zur Scherbe! Blume kann so schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. Die 345 andrer aus der Welt. Doch, wie du willst; gieb, daß dabei mein Ende gut und selig sei. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Scheiden herbe; sanft geht ein 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt: so nehm' ich jedes Kämmerlein; die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab ich ihn im Glauben hier; so gilt mir's gleich, so geht mir's wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Mel. Schatz über alle Schätze 2c. 811. Ich bin ein Gast auf Erden, und hab' hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden; da ist mein Vaterland. Hier wall' ich nach dem Grabe; dort in der ew'gen Ruh' ist Gottes Gnadengabe; die schleußt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen, von meiner Jugend an, als Müh' und Not gewesen? So lang' ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche lange Nacht, mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rat; sie zogen hin und wieder: ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben im Wechsel dieser Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat 346 In besondern Umständen. Der Christ im Sterben. hat wohlgerungen, geht nicht zum Himmel ein. mein Ziel ausgemessen, so tret' ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg' ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, bedecket mich das Grab. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk' ich nicht zu bleiben in diesem fremben Zelt. Ich wandle meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn' alle Maße mein Vater trösten wird. 6. Zu dem steht mein Verlangen, zu dem wollt' ich gern hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ich's fast müde bin. O, komm und mach' ein Ende, Herr, meiner Wanderschaft, und was mich drückt, das wende durch deines Armes Kraft. 7. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn 8. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich wie die helle Sonne, mit Christo leuchten soll. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, will sie einst herrlich 9. Da will ich ewig wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun, und frei von schnöden Dingen, in meinem Erbteil ruhn. wieder bauen; tann wird sie ein unsterblich Haus. Wer, ach, wer winkt mir vom Throne der Majestät? Wem soll die Krone? Schon streckt nach ihr die Hand sich aus. Wie wird mir? Bleich, entstellt sinkt unter mir die Welt! Und schon seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Licht, o Gott, das Licht. ( 813.) Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 812. Hosianna! Gott erscheinet! Nun hat mein Auge g'nug geweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder: bald werd' ich nun, verklärte Brüder, das Antlig Gottes schaun, wie ihr. Wie? ist mein Leben schon, der turze Traum, entflohn? Und nun ewig soll ich mich freun, und selig sein? Vollender, ja, dein Reich ist mein! Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 2. Welt und Hölle sind bezwungen; 814. Gott sei mit dir! Amen! ich habe nun das Heil errungen, das deine müden Streiter trönt. Matt vom schweren Pilgerstabe, sehnt' ich mich oft nach meinem Grabe, wie sich nach Ruh' ein Wandrer sehnt. Preis und Hallelujah! Es ist! es ist nun da! Von der Hütte der Sterblichkeit werd' ich befreit; sie fällt in Staub auf turze Zeit. Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, den Erd' und Himmel tief verehrt! Sieh', an deiner Laufbahn Ende nimmt Gott in seine Vaterhände die Seele, die ihm angehört. Hör', o erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen Andenken an Verstorbene. gangen zum Leben nach der Todesnacht! Sei gesegnet! Amen! Amen!! Entschlaf' in Jesu Christi Namen. Er starb für dich und hat's vollbracht, Ach, mehr als du verstehst und weinend von ihm flehst, wird er geben. Er hat's vollbracht; die dunkle Nacht des Todes und der Sünde flieht. 3. Nimm den letzten Trost und 347 Segen: du eilest zwar dem Grab entgegen; doch zage deine Seele nicht! Jrdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen, und schauen deines Gottes Licht! Geh' ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich liebet. Nach kurzer Ruh', Entschlafner du, wirst du zum Leben auferstehn. ( 815.) Me I. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. ( Auf Gräbern. Auch ander- die Himmelsleiter reicht herab; auf Tugendsprossen geht der Lauf der Geister nieder und hinauf. Wir gingen euch ins Vaterhaus, ins wärts.) 816. Wir wallen hier( hin) Baterhaus auf Augenblicke nur voraus". zu eurer Gruft, ihr Toten, die die Liebe ruft umsonst aus eurem Schlummer! O schlafet, schlafet immerhin; verschlaft mit sorgenlosem Sinn, verschlafet Not und Kummer! Es hat gelitten euer Herz so manche Not, so manchen Schmerz, hat sich gekämpfet müd' und matt; jetzt hat es seine Ruhestatt. Ihr ruhet jetzt in Gottes Hut, in Gottes Hut; da ruht sich's gut, da ruht sich's gut! 4. So wallen wir, führ' auch der Pfad uns über der Gebeine Saat, ins Land der ew'gen Liebe. Die Liebe höret nimmer auf, wenn auch im raschen Zeitenlauf uns nichts beständig bliebe. O Seele, schwinge dich empor, sei jetzt schon Auge, jetzt schon Ohr für das, was eine höhre Welt dir Herrliches bereitet hält. Jetzt hoffest du mit Gottvertraun, mit Gottvertraun; einst wirst du schaun, bald wirst du schaun! 2. Wir weckten gern; doch schweig', o Herz! und dulde lieber deinen Schmerz, und blick' hinauf zur Höhe! Die du hier suchest, sind nicht hier; was sie dir waren, sind sie dir noch jest in Jesu Nähe. Das Leibliche war fallend Laub, das Geistige ward nicht zu Staub; das bleibet über Grab und Zeit dir noch in alle Ewigkeit. Das Göttliche vermodert nicht, vermodert nicht, wenn auch die morsche Hütte bricht. 3. ,, Das, was dich liebte, ist noch dein, mit dir im trautesten Verein;" tönt's von der sel'gen Ferne, ,, und was in dir mich wieder liebt, und liebend sich um mich betrübt, ist mein auf jedem Sterne. Uns trennt nicht Tod, uns trennt nicht Grab; Mel. Alle Menschen müssen 2c. 817. Trocknet eures Jammers Thränen, heitert euern trüben Blick; denn es bringt kein banges Sehnen die Geschiednen euch zurück. Ach, die teure Stimm' und Rede, und der Lieblichkeiten jede, und ihr freundliches Gesicht ruht im Grab, und kehret nicht. 2. Gleich des Feldes Blumen schwindet, was da lebet rings umher; trauernd sucht der Freund, und findet den geliebten Freund nicht mehr. Vor dem matten Greis am Stabe sinkt der Jüngling und der In besondern Umständen. 348 der Knabe; und so zog das stille Grab, die wir liebten, auch hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen werde, was zerstäubt! Mel. Jesus, meine Zuversicht. Nur der Erdenleib wird Erde, aber 818. Klagend sehn wir von uns sein Bewohner bleibt. Ihr Geliebten, ja, ihr schwebet über Sternen; ja, ihr lebet noch voll Liebe für den Freund, der an euerm Grabe weint. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten aufwärts zur Vollkommenheit, dieses Vorgefühl, dies Schmachten nach der Unvergänglichkeit, dieser Geist, der Welten denket, würde mit ins Grab gesenket? Und geschaffen hätte Gott dieses alles für den Tod? 5. Nein, o Vater, nicht vergebens schufst du uns zu deinem Bild; Lieb' und Weisheit hat des Lebens edeln Geist in Staub gehüllt. Was du schufst, wird nie vernichtet; nein, die freie Seele richtet zu der höhern Geister Chor freudig ihren Lauf empor. 6. Auf, von Moder und Verwesung, blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Erdenjammers fleußt, wo nicht Krieg, nicht Sturm, nicht Fluten, Hunger, Pest und wilde Gluten, wo nicht Trennung mehr, noch Tod liebenden Geliebten droht. daß wir, wenn der Vater ruft, freudig sinten in die Gruft. gehn, uns voraus, die Vielgeliebten. Wieder werden wir sie sehn, welche scheidend uns betrübten. Mächtig hält sie Gottes Hand; fern ist nicht das Vaterland.dmmilt 2. Auferstandner, Jesus Christ! gieb uns stärkende Gedanken! Wenn es einsam um uns ist, wenn wir hierhin, dorthin wanken, wenn wir sehnend um uns schaun: lehr' uns fest dem Vater traun! 3. Wenn wir zu der Stätte gehn, wo die Müden Ruhe haben; wenn wir Gras und Blumen sehn, wo man Staub zu Staub begraben: dann erdrücke nicht der Schmerz unser banges müdes Herz. 4. Ist ja doch des Grabes Rand nicht das Ziel, wohin wir gehen! Fern ist nicht das Vaterland; wieder werden wir sie sehen. Laßt uns warten mit Geduld, bis uns ruft des Vaters Huld. 5. Eh' wir's denken, ruft er schon, öffnet seines Hauses Pforte; freundlich winkt uns Gottes Sohn, lieblich schallen seine Worte: Kommt zum ewigen Verein mit den Teuern nun herein! 7. Ach, des Wonnetags, der wie der, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Freund und Gatten fest vereint; wenn, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrtum, Schmach und Gram uns in seine Ruhe nahm. 6. O, da füget Hand und Hand, Herz und Herz sich fest zusammen. Heilig ist das neue Band, reiner glühn die neuen Flammen; Siegeswonne folgt dem Streit, Licht und Kraft und Seligkeit. 8. Bald vielleicht, ach, bald ver- 7. Wieder werden wir sie sehn, schwunden ist auch unsre Lebenszeit; welche scheidend uns betrübten, und wer weiß, von unsern Stunden wandeln auf des Himmels Höh'n kommt die letzte wohl schon heut'. mit den frommen Vielgeliebten. O, laßt Gottes Weg uns wandeln, Mächtig hält uns Gottes Hand; kindlich glauben, männlich handeln, fern ist nicht das Vaterland. 819. Chri Bei Begräbnissen. 349 Die Welt verlischt in finstre Nacht; 819. Christus, der ist mein Le- es ist vollbracht! ben, und Sterben mein Gewinn; Gott hab' ich mich ergeben; mit Freuden fahr' ich hin. 2. Längst wünscht' ich abzuscheiden, und bei dem Herrn zu sein; Gott ruft; zu seinen Freuden geh' ich Erlöster ein. 3. Nun hab' ich überwunden, nun wird mein Kampf gekrönt! Ich bin durch Christi Wunden dem Vater ausgeföhnt. anti 4. Wenn meine Kraft vergehet, die Zung' am Gaume klebt, das Herz um Gnade flehet, und langsam schlägt und bebt; 5. Wenn mir die Augen brechen, und, wie zur dürren Zeit der Hirsch nach frischen Bächen, nach Gott die Seele schreit: 6. Dann siehe meinen Jammer, sieh', Herr, mein Elend an, und öffne selbst die Kammer, in der ich ruhen kann. 7. Gieb mir ein stilles Ende; nimm, Vater, nimm von mir in deine treuen Hände den müden Geist zu dir. 8. Daß ich, gekrönt mit Freuden, mit Wonn' und Seligkeit, nach überstandnem Beiten bei dir sei allezeit. 9. Dann sing' ich mit der Menge der Heil'gen, die dich preist, unsterbliche Gesänge dir, Vater, Sohn und Geist! 820. Es ist nun aus mit meinem Leben! Gott nimmt es hin, der es gegeben nach seiner Weisheit reichem Maß. Des Todes Arm hat mich umfangen; des Lebens Bicht ist ausgegangen, und still steht nun mein Stundenglas. 2. Komm, Todestag, du Lebenssonne! du bringst mir höhre Luft und Wonne, als hier das arme Herz gewinnt. Du machst ein Ende allem Leiden, das oft schon bei den Kinderfreuden mit bitterm Schmerz und Gram beginnt. Nun ruh' ich aus in stiller Nacht; es ist vollbracht! 3. Gottlob! jetzt kann ich recht genesen; ein Fremdling bin ich hier gewesen in dir, o Welt, o enges Haus! Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir wie Loth, den Weg soll weisen. Mit Freuden geh' ich nun hinaus, zu Gottes Licht, aus dieser Nacht; es ist vollbracht! 4. Wie freudig will ich von dir scheiden, von dir und deinen tausend Leiden, Welt! eine Wüste warst du mir, wo ich voll Glut, voll Durst und Bangen im heißen Sand umhergegangen mit immer sehnlicher Begier. Nun kommt die Ruh' der stillen Nacht; es ist vollbracht! 5. Welt, lebe wohl behalt' das Deine, nnd laß mir Jesum, als das Meine, ihn, den mein Geist nun ewig sieht. Behüt' euch Gott, ihr meine Lieben! Laßt meinen Tod euch nicht betrüben, durch welchen mir so wohl geschieht! Mein Leid vergeht in stiller Nacht; es ist vollbracht! 6. Was wollet ihr euch nach mir sehnen? Ach, stillet, stillet eure Thränen, weil meine schon gestillet sind. Blickt auf zu jenes Himmels Höhen; einst sollen wir uns wiedersehen, wo keine Kummerthräne rinnt. Wie hat es Gott so wohl gemacht! Es ist vollbracht! Mel. 350 In besondern Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 821. Die Frommen wandeln ruhig fort, getroft bei Müh' und Jammer, und kommen in den Ruheport, und ruhn in ihrer Kammer. Der Seele frohen Lauf nimmt Gottes Wohnung auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl ge= reist in eurer Wallfahrt Stille, du feliger befreiter Geist, und du, verJaffne Hülle! Den führt nun Jesu Hand im hochgelobten Land; die deckt zu ungestörter Ruh' der Erde stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der hohen Offenbarung; indessen bleibt dein Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist dein Glück so groß! Sei froh im Gnadenschoß! Die Gnade führ' uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 822. Nun bringen wir den Leib zur Ruh', und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Asche werden muß. 2. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not erwartet uns zuletzt der Tod. 3. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigfeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Got tes Hand. 4. So währen Reichtum, Ehr' und Glück, wie wir, nur einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. Umständen. 5. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 6. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; ach, Herr, nimm unsrer Seelen wahr! 8. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr! Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seelen zu dir hin. 9. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn, und dort dein Antlitz ewig sehn! ( 823.) Mel. Christus, der ist mein Leben zc. 824. Ruht unter Gott, ihr Frommen! Ruht unter seinem Dach! Ist euer Licht verglommen: bleibt doch der Wächter wach. 2. Der alles Leid geendet, das müde Wandrer traf, hat euch den Schlaf gesendet und hütet euren Schlaf. 3. Darührt das Herz kein Jammer und keine Qual mehr an; kein Ach! tönt aus der Kammer, die Gott euch aufgethan. 4. Er führt in Himmelsräumen der Geister sel'gen Lauf; da geht in schönen Träumen die neue Welt euch auf. 5. Kein Auge sah die Palmen, die dort um Sieger wehn; fein Ohr Bei besondern Todesfällen. Ohr vernahm die Psalmen, womit fie Gott erhöhn. 6. Hoch über unsern Wegen, da wohnt der Frommen Glück. Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen bleibt tröstend uns zurück. 7. Ruht unter Gott, ihr Frommen! Ruht unter seinem Dach! Es wird ein Morgen kommen: da seid ihr ewig wach. 8. Und wir mit euch, ihr Lieben! wenn Gottes Stimme rief, was wach im Herrn geblieben, und was im Herrn entschlief. 351 D Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 825. So laß, Herr, die Gebeine nun, in deinem Schuß bewahret, ruhn, und lehr' uns allesamt dabei, wie nichtig unser Leben sei. 9. Sein ist des Lebens Gabe, sein ist auch unsre Gruft. Preis ihm, der uns zum Grabe und zum Erwachen ruft! 2. Erfreue den getrennten Geist mit Wonne, die dein Wort verheißt; er ist ja dein durch Jesum Christ, der auch sein Hirt und Heiland ist. 3. Verkläre, wenn die Welt bergeht, den Leib, der wieder aufersteht, und führ' ihn, Jesu Leibe gleich, verherrlicht in dein ew'ges Reich. 4. So tröstet sich auch unser Geist, der dich in stiller Demut preist. Gott gab, Gott nahm hier in der Zeit; Gott sei gelobt in Ewigkeit! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. brachte, den führt Gott, eh' er's 826. Trüb ist der Trennung bleibt in Vaterhänden; ihn herrlich dachte, ans große letzte Ziel. Er zu vollenden, entriß ihn Gott dem Weltgewühl. Stunde, und tief des Herzens Wunde, das treu geliebt und fest; wenn alles nun verschwindet, was Seel' an Seele bindet, und wenn der Freund den Freund verläßt. 6. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt! Drum trocknet, Wehmutzzähren; es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. ( 827.) 2. Nichts kann ja ewig dauern; es muß ja einer trauern; denk', daß dich Gott erfor. Gehorche seinem Willen; fühl deinen Schmerz im stillen, und sieh' mit Ruh' zu Gott empor. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 3. Sprich: Gott, du hast's gegeben; 828. Wir bringen weinend Herr, über Tod und Beben, du nahmst es auch dahin. Du willst uns dort vereinen; verzeihe hier mein Weinen. Gieb Trost jetzt, da ich traurig bin. unsern Dant, wir stammeln dir den Lobgesang, dir, der den Retter aus der Not gesendet hat, den sanften Tod. 4. Mit deinem heißen Sehnen, mit deinen bittern Thränen rufft du doch nichts zurück. Im bessern Vaterlande vereinen festre Bande; da trennt kein Tod der Frommen Glück. 5. Wer wohl den Kampf voll 2. Des Todes Kampf war schwer und heiß; die Stirn bedeckte falter Schweiß; hoch hob das Herz und zitternd sich; da kam Gott und erbarmte sich. 3. Nun schläft so tief, den( die) wir geliebt; die Seele, die tein Kum In besondern Umständen. 352 Kummer trübt, ist ewig! ewig wird sie nun von dieses Lebens Kämpfen ruhn. 4. Denn Seligkeit ist ihr gewährt; der Leiden Kelch ist ausgeleert; sie hört des Weinens Stimme nicht; genießet Wonn' im höhern Licht. 5. In Frieden schlummre! Himmelsruh' strömt dir vom Throne Gottes zu. Bald legen unsern Pilgerstab auch wir bei unsern Gräbern ab. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 829. Wir gehn ans Grab, und hoffen doch. Der Geist der Toten lebet noch, er lebt, von Schmerz und Not befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Dahin ist nun die kurze Angst, in der du mit dem Tode rangst; dein Gott hat wohl an dir gethan. Nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran; wir folgen dir. Auch deine Freunde wallen hier auf ihres Lebens Bahn hinab zum Ziel, zur Ruh' im stillen Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein. Dein frommes Herz, durch Liebe rein, mit List und Falschheit unbekannt, ruht nun in Gottes Vater hand. 5. So blicke bei der Wehmut Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, die Seinen alle sammeln wird. 6. Auch er hat den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen, beweint. Er bleib' uns Trost und Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht! nen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir sehen auf vom Staube; uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf. 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck' ihn tühlend zu. Er schlafe hier in Frieden den stillen Schlaf der Müden, des Kranken lang' erseufzte Ruh'! 4. Senft denn den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, wo ihn kein Schmerz mehr weckt; wo teine Wut der Seuchen ihn ferner kann erreichen; wo keine Plage mehr ihn schreckt. 5. Den Leib nur, nicht die Seele, umschließt des Grabes Höhle mit mit ihrer dunklen Nacht! und Heil So singt der dem toten Staube! Christen Glaube: Auch er erwacht, auch er erwacht! 6. Nun schauet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte nach Finsternis im Licht. O gönnet ihm die Freude; o wehret eurem Leide, und wischt die Zähren vom Gesicht! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 831. Dater! dunkel ist dein Walten und dein Rat oft Mitternacht! Was dein Wille konnt' erhalten, gabst du in des Todes Macht. Heilig, heilig ist dein Wille, doch bedeckt mit finstrer Hülle; Bater, darum sende du selbst des Trostes Geist uns zu. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 830. Da stehen wir, die Dei- Klagen: Wer wird mein Versorger 2. Ach! die Witwe spricht mit sein? Bei besondern Todesfällen. sein? Und verwaiste Kinder fragen: Wer wird Vatertreu' uns weihn? Ach! sie dünken sich verlassen, können deinen Rat nicht fassen, sehn nur Elend um sich her und die Zukunft sorgenschwer. msisid 3. Doch du hast es ja verheißen, Bater, und die Kraft ist dein, ein Versorger für die Waisen und der Witwen Schutz zu sein. Ja, du willst durch Trost erquicken, wenn wir gläubig zu dir blicken; du bist unsre Zuversicht und versäumst uns ewig nicht. un 4. Stärk' uns in des Lebens Schwächen, hilf uns in der Erde Not; halt' uns, will der Stab zerbrechen; rette, wenn Gefahr uns droht. Trockne selbst des Kummers Thränen, stille du das heiße Sehnen; gieb, wenn aller Mut erschlafft, uns zum Leben neue Kraft. 5. Führ' uns aus der Welt Getümmel in die Stille sanft zurück; zeig' in Leiden uns den Himmel, im Verlust der Zukunft Glück! Heb' uns von dem Grabeshügel auf der Andacht hohem Flügel in die ewig heitern Höh'n, wo die Siegeskränze wehn! 353 Kaum zu fassen, kaum zu tragen, ach, zu groß für unsre Brust und zu schwer ist der Verlust! beine Mel. Alle Menschen müssen 2c. 832. Herr bes Tobes Rechte liegt auf unsern Herzen schwer. Finster, wie des Grabes Nächte, öd' und traurig ist's umher. Sürne nicht ob unsern Klagen! 2. Wie ein stürmend Meer, so flutet des gebeugten Gatten Schmerz; wie aus Todeswunden blutet der verwaisten Kinder Herz. Grausam Herz von Herz gerissen, sollen sie die Teure missen; die in Liebe sie beglückt, ist der Liebe nun entrückt. 3. Herr, wir sinken vor dir nieder, der die tiefe Wunde schlug. Heil', o heile du sie wieder; sprich zum Gram: Es ist genug! Daß wir nicht durch Unmut fehlen, gieb, o Gott, in unsre Seelen, wie dein heilig Wort verheißt, uns den Tröster, deinen Geist. 4. Sie ist heim zu dir gegangen, wir noch wallen mühsam hier, und mit innigem Verlangen wünschen wir uns hin zu ihr. Du wirst unsern Wunsch erfüllen, wirst den Drang der Liebe stillen, hebst du uns dereinst zum Chor deiner Seligen empor. 5. Laß uns auf des Lebens Pfade leuchten deines Trostes Licht, und verlaß mit deiner Gnade uns in unserm Jammer nicht. Zeuch uns immer mehr nach oben, wo die Seraphim dich loben; richt' und hebe himmelwärts unsre Hoffnung, 1010 unser Herz. 6. Nun, o Vater, wir ergeben deinem Willen Herz und Geist, dir vertrauend, der uns leben, der dereinst uns sterben heißt. Laß uns glauben, laß uns hoffen; zeig' uns deinen Himmel offen; was du nahMel. Wenn mein Stündlein 2c. mest in der Zeit, gieb uns in der 833. O senke nicht den trüben Ewigkeit. Blick an deiner Gattin Grabe, als ob auf ewig Freud' und Glück es dir entrissen habe! Blick auf, du wirst sie wiedersehn! Der Trennung bittre Stunden gehn gleichwie ein Traum vorüber. 2. Mag, was auf Erden glänzt, vergehn, erlöschen jeder Schimmer; mag 23 354 In besondern mag diesen Staub der Wind verwehn: die Liebe endet nimmer. Wenn einst dem Schaun der Glaube weicht, wenn Hoffnung dort ihr Biel erreicht, so wird die Liebe währen. 3. War nur die Liebe fromm und rein, und wert des ew'gen Lebens, so werden wir sie dort erneun; wir hoffen nicht vergebens. Dort löst, o, blicke froh hinauf! der Schmerz in Seligkeit sich auf, im neuen, festern Bunde. 4. Was hier der Geist nicht fassen fann, wird dort im Licht entfaltet. Wir beten den Getreuen an, der über alles waltet. In frommer Freunde heil'gem Chor steigt dann der Dank zu ihm empor: Gott war, Gott ist die Liebe. 5. Drum blicke hoffnungsvoll hinauf zu jener Segensfülle. Hinauf geh' stets dein Lebenslauf; fest sei und gut dein Wille. Nur wer der Pflicht getreu hier lebt, wie Jesus nach dem Ziele strebt, der wird um ihn sich sammeln. 6. Es sichert uns des Ew'gen Hand, wenn unsre Lieben scheiden, im höhern, bessern Vaterland des Wiedersehens Freuden. Wo wir gleich als die Engel sind, am Throne Gottes dort beginnt das Glück der Ewigkeiten. ( 834. Umständen. 2. Doch, was er thut, ist wohl= gethan; wer darf die Weisheit meistern? Ruft er mein Kind nun himmelan, zu reinen, sel'gen Geistern, und wollt' mein Herz bei diesem Schmerz vor banger Wehmut brechen: kann ich ihm widersprechen? 3. Gott thut's, und so ist's wohlgethan; denn eher wird's vollkommen. Wohl ihm, von fremder Lebensbahn ist es zur Heimat kommen. Kurz lebt' es nur, sah kaum die Spur von mühevollen Wegen. Es starb; sein Tod ist Segen. 4. Thut's Gott, so ist es wohlgethan; wie bald war's zu verführen! Dort trifft es reine Freuden an, wobei nichts zu verlieren. In Gottes Hand geb' ich dies Pfand; wie gut ist's aufgehoben! er nimmt's, ich will ihn loben; 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; mein Herz sei ihm ergeben. Dort ist die Ruh', sein Kanaan; hier ist noch Prüfungsleben; dort wird mein Kind, wo Sonnen sind, die niemals untergehen, im vollen Glanze stehen. 6. Was Gott thut, das ist wohl= gethan; wohl uns, weil wir es glauben, daß er uns wiedergeben kann, was Grab und Tod jetzt rauben! Schon freu' ich mich, meind Kind, auf dich; denn dort seh' ich Mel. Was Gott thut, das 2c. 835. Was Gott thut, das ist dich wieder, und singe Dankeslieder! wohlgethan, er giebt, und nimmt's oft wieder. Bald führt er uns die Freudenbahn, bald schlägt die Not uns nieder. So wechselt Freud' und Traurigkeit. Du hörst nach Wiegenfingen die Sterbeglocke klingen. 7. Gott thut es, so ist's wohlgethan. Vergieb mir, Gott, mein Sehnen; vergieb mir, seh' ich himmelan, die Augen vollerThränen. Bald rufst du mich, bald werd' auch ich zur Ruh' mein Auge schließen. Dein Rat sei, Herr, gepriesen! Mel. Bei besondern Todesfällen. Mel. Es ist genug! 2c. Mel. O Haupt voll Blut und zc. 836. Wie Augenblicke fliehen, 837. Er gab und nahm; sein Name sei gepreist, auch wo die Thräne rinnt! Vom Himmel tam, zum Himmel geht der Geist; dein Kind ist Gottes Kind. Was bangt dir um die welke Blüte? Warum so matt und lebensmüde in deinem Gram? so flieht des Menschen Zeit; wie Gras und Blumen blühen, blüht seine Herrlichkeit. Ein Hauch des Windes wehet; und sie ist nicht mehr da. Dein Wort nur, Herr, bestehet, und bleibt mit Trost uns nah. 2. Kaum hat des Säuglings Lallen der Mutter Weh versüßt; kaum hat mit Wohlgefallen der Vater ihn begrüßt; kaum ist, zu schönem Hoffen, ein Leben aufgewacht: so sinkt es, früh getroffen, in dunkle Todesnacht. 3. O, die ihr betend ranget um euer Lebensglück: was Gott zurückverlanget, das gebt ihm still zurück! Was früh die Lieb' entbehret in ihrem Freudenkranz, das hat Gott früh verkläret in seines Himmels Glanz. 4. Vergißt auch Mutterliebe wohl ihres Kindleins je? Und könnte fie's: er bliebe, doch treu in Wohl und Weh. Hinauf vom Erdenstaube, zu ihm hinauf, o Herz! Dort zeiget dir der Glaube dein Heil in deinem Schmerz. 5. Dort nimmt der Hirt der Frommen die Kindlein auf und spricht: O laßt sie zu mir kommen und wehret ihnen nicht! Er grüßt als seine Glieder, was schuldlos zu ihm tam; und reif giebt er einst wieder, was er als Knospe nahm. 6. So schweigt mit stillem Warten, wenn Sehnsucht euch bewegt. Blickt auf zum Himmelsgarten, der alle Blüten pflegt. So opfert eure Gabe und sät den eblen Keim, und geht gefaßt zum Grabe und kehrt getröstet heim! 355 2. Getrost, o Herz! Der dir die Bürde reicht, reicht dir auch seinen Stab. Den langen Schmerz macht seine Gnade leicht, den schweren türzt sie ab. Der Wunden schläget, heilt auch Wunden; er läßt das tranke Herz gesunden; getrost, o Herz! 3. Und unverzagt! Sei stark zum sauern Gang, und weich' und zittre nicht. Der Morgen tagt; dünkt dir die Nacht so lang? so fern das ew'ge Licht? Sieh', stark durch Stillesein und Hoffen, am offnen Grab den Himmel offen; sei unverzagt! 4. Heimat du! Du nimmst, was dein ist, auf; das Haupt verlangt sein Glied. Früh geht zur Ruh', zu Engeln früh hinauf, wer früh von hinnen schied. Und die das Vaterhaus verloren, sind sterbend nun für dich geboren, o Heimat du! 5. Da trägt der Herr, was in der Blüte fällt, an der Vollendung Biel. D Ewiger, wie sind in deiner Welt der Wohnungen so viel! Und Erd' und Himmel fest verbunden! Preis dir schon in den Trennungsstunden, Preis dir, o Herr! 6. Die Stunde naht! Leb' wohl, du Vaterhaus; gieb still dein Kleinod hin! Die edle Saat streu' nun in Hoffnung aus auf fünftigen Se23* In besondern Umständen. 356 Gewinn. Einst findest du sie wohlgeborgen, einst, wenn am ew'gen Lebensmorgen die Ernte naht. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 838. Nicht lang ein Bilger in der Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh' ich am Rand der Ewigkeit, von Himmelsglanz umgeben. Es schwebt der freie Geist hervor aus seiner Hüll' und steigt empor, empor zum Siz der Wonne. 2. O, Heil mir, Heil mir, wenn ich nicht die beste Zeit der Jugend entzog dem Dienste meiner Pflicht, der Frömmigkeit und Tugend; wenn, eingedent der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, ich mich des Lebens freute! 3. So kann ich freudig mich dem Thron des Weltenrichters nahen; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, läßt mich den Trost empfahen: Der Richter liebt Barmherzigkeit, und wer mit Ernst die Sünde scheut, geht ein ins Reich der Freuden. 5. So sinkt denn wieder in den Staub, ihr, meines Leibes Glieder! Die Seele, nicht des Todes Raub, schaut freudig auf euch nieder. Auch ihr, ihr werdet auferstehn, und aus dem Staub verkläret gehn zu neuer, ew'ger Jugend. Lauf vollbracht; ich geh' zu meinem Grabe. Die Last hat müde mich gemacht, die ich getragen habe. 3war gabst du mir viel Gutes hier; doch überwog mein Leiden im Alter meine Freuden. 2. Auf meinen Pilgerstab gelehnt, kalt für der Jugend Freuden, hab ich gelassen mich gewöhnt, zum Tod mich zu bereiten. Wie oft seufzt ich: Wann rufst du mich? Beherrscher deiner Frommen, o, möchtest du bald kommen! 4. O, Trost in meiner letzten 5. Gott lohne allen, die mich hier Not, daß ich an Jesum glaube gepflegt, getragen haben; die jeden Wie selig ist mir nun der Tod! Schmerz versüßten mir durch treuer Er hebt mich aus dem Staube; Liebe Gaben! Nun gute Nacht! führt mich zur Ewigkeit empor, Es ist vollbracht! Ich muß zum aus der der Auserwählten Chor Himmel gehen, wo wir uns wiedermir schon entgegen jauchzet. mit sehen. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 839. Nun ist, o Gott, mein 3. Nun leg' ich meinen Wanderstab an meinem Sarge nieder, und werf' all' meine Bürden ab; ruht nun, ihr müden Glieder! Die Seele schwebt, wo Jesus lebt, wo sie kein Alter drücket, empor, und wird beglücket. 4. Sind auch für euch, ihr Lieben, viel einst dieses Lebens Tage, erreichet ihr ein hohes Ziel bei mancher Last und Plage, bewahrt das Wort: Es ist ja dort noch eine Ruh' vorhanden, die schon viel Pilger fanden. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 840. Dein Knecht geht, reif an Jahren, nun zur ersehnten Rast. Baß ihn in Friede fahren, wie du gesaget hast. 2. Er hat wohl viel getragen, sein Bauf war lang und schwer; nun fühlt er von den Plagen des Lebens teine mehr. 3. Sein Abend ist gekommen, vollendet din In besondern Todesfällen. Jugend. endet ist sein Thun; wie wird er bei den Frommen nun sanft und selig ruhn! 4. Versammelt zu den Vätern, geht er die Himmelsbahn, steht mit des Himmels Betern am Thron und betet an. 5. Dein Rat hat ihn geleitet, o Herr, wie wunderbar! Dein Schuß hat ihn begleitet, wo auch sein Fußtritt war. 6. Mit deines Geistes Stärke hast du sein Thun gelenkt, zum langen Tagewerke ihm Kraft und Frucht geschenkt. 7. Du hast im Erdgetümmel dich still zu ihm geneigt, und Christi Weg zum Himmel dem Gläubigen gezeigt. 8. Nun rief er, start im Hoffen, Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 842. 3ch trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. O nimm dich meiner Schwachheit an; und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 357 doch matt vom Erdenlauf:„ Ich seh' den Himmel offen, Herr Jesu, nimm mich auf!" 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren. O, mache mich mir selbst bekannt, und gieb mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt, und jeden Trieb zum Lafter 9. Wohl dir! du wirst ihn sehen in deiner süßen Rast. Wohl dir! dir ist geschehen, wie du geglaubet haft. 10. Der Herr bringt dir entgegen der Treue Gnadenlohn. Uns bleibt dein Werk und Segen und dein Gebet am Thron. amser s 11. O Schöpfer und Erhalter! o führ' auch uns so treu, und steh' uns noch im Alter mit deiner Gnade bei. 12. Ja, führ' uns, bis wir sterben, auf deines Sohnes Bahn, und endlich nimm als Erben uns dort mit Ehren an. 18( 841.) 4. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotduten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen! nährt; laß nie zu diesen Sünden, o Gott, mich willig finden. 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; fie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Tugend wäre! 6. Ach, lehre mich den Wert der Zeit, daß ich sie nie verschwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' sei nicht umsonst: o, segne sie! Baß auch durch 358 In besondern Zeiten. durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 7. Erhöre gnädig mein Gebet, du Führer meiner Jugend; erhör' es! Meine Seele fleht um WeißAlter. Neues Kirchenjahr. heit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir. Nie weiche, Gott, dein Geist von mir, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 843. Du, herr von meinen Tagen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend an; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen selbst auf des Leidens rauhster Bahn. 2. Oft hatt' ich schwere Sorgen; doch, wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's auch erfahren: du weißt uns zu bewahren, und führst durch Finsternis zum Licht. 3. War Menschenrat vergebens, so warst du, Herr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich laß ich thun und raten; denn du thust große Thaten, und nimmſt dich unser huldreich an. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt' sie rein! Und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde: bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir Schwachen mächtig bei. 3. Eins, Herr, ist, was die DIE 5. Noch wenig bange Stunden, dann hab' ich überwunden; ich bin dem Ziele nah. Dort enden alle Leiden. O, welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Frommen kränkt: daß unter deinen 844. Herr, deine Kirche danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! Di 6. Ich harre froh und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sint' ich in Jesu Hände; denn er hat mich mit dir versöhnt. Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Bieler Glaub' ist schwach, talt die Lieb', und, ach! sie bedenken nicht, es wart't ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen! 153 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glauben, Lieb' und Kraft; gieb Entschluß und Mut, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Behren. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord; erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache goim Neues Kirchenjahr. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch; hilf deiner Kirche siegen! So schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör' thr kindlich Flehn; eil', ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche fiegen! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 845. Nun kommt das neue Kirchenjahr; auf! freue dich, o Christenschar! Dein Herr, dein König kommt heran; stimm', Zion, Freudenlieder an! 2. Noch schallt sein gnadenreiches Wort in unsern Kirchen immerfort; noch steht sein heil'ges Recht und Licht in seinem Erbteil aufgericht't! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, ist unsrer Lieb' und Ehrfurcht wert; laß es gedeihen, daß wir dir voll Freuden danken für und für. 359 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werken uns zu richten: Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugst uns immer mit Geduld! wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O, laß es deinem Geist ge= lingen, bei uns in diesem neuen Jahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwören wir gerührt aufs neu' dir, unserm Vater, ew'ge Treu'. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligtum. Noch singen wir von deiner Ehre; noch predigt man von deinem Ruhm'. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort baust du auch hier die Kirche fort. 5. Hör unser Flehn mit Wohlgefallen: Laß, Herr, an diesem heil'gen Ort bei unsrer Nachwelt noch erschallen dein unverfälschtes Gnadenwort; hier laß sie deines Mahls sich freun, und deine wahre Kirche sein. 6. Gieb, daß wir stets dich kindlich ehren, als dein geweihtes Eigentum; damit wir einst in höhern Chören verkünden deiner Liebe Ruhm, wo man das Leben, neu beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 847. Hier sind wir, dich zu 846. Fest steht dein Bund, wie ehren, dich, dem wir angehören; Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr' und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dank, o Bater, dir. dir, Vater, zu lobsingen, dir Preis und Dank zu bringen. 2. Noch leuchtet dir zur Ehre der Of fenbarung Lehre, dies Licht, von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch ho du uns verschonet, nach Sünden nicht gelohnet, mit Langmut uns getragen, erhört Gebet und Klagen. 4. Du duldest uns auf Erden, damit wir frömmer werden; Herr, was wir sehn und hören soll uns zu dir bekehren. 5. Wir 360 In besondern Zeiten. Sonntag. at 5. Wir preisen dein Erbarmen; sät das Himmelswort, das ewig vergieb, o Gott, uns Armen; du nicht vergeht. wollest länger schonen, und nach Verdienst nicht lohnen. 2. O, fall' es nie auf harte o Wege, wo es im Wachstum eitler Sinn zerknickt; nicht in der Dornen wild Gehege, wo es, kaum aufgesprosset, schon erstickt! Es falle stets auf guten Boden hin, und bring' uns hundertfältigen Gewinn! 6. Wir wollen voll Vertrauen auf deine Güte schauen, dein heilsam Wort recht lernen, vom Bösen uns entfernen. 7. Hilf uns zu allen Zeiten; laß uns dein Auge leiten. Getreu sei jeder Lehrer, und folgsam jeder Hörer. 8. Dein Friede wohn' im Lande; gieb Segen jedem Stande; nach überwundnen Leiden gieb uns des Himmels Freuden. Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 848. o fangen wir in Gottes Namen heut' fröhlich an ein neues Kirchenjahr. Es streut der Sämann seinen Samen, bringt ihm der Herbst die reife Ernte dar; so werd' auch hier von neuem ausgeMel. Herr Jesu Christ, dich zc. 849. Heut', Christen, ist der Tag des Herrn; Geschäft und Müh' sei von euch fern; verhindert euch mit Arbeit nicht; kommt vor des Höchsten Angesicht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer und rühmt, was er an euch an, gethan! Ihn preisen ist der Christen Pflicht; drum Christen, auf, versäumt sie nicht. 3. Rühmt Gottes ew'ge Schöpfermacht, die einst die Welt hervorgebracht, und uns nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 4. Erkennt und rühmt mit Kindessinn, was er gethan vom Anbe3. Du schöner Kreis von heil'gen Tagen, den wir mit Lobgefang beginnen heut', du sollst uns mild und freundlich tragen durch das Gewühl der wechselvollen Zeit. Du schließest unser Herz dem Himmel an; so gehen wir getroft die rauhe Bahn. Tradi 4. Wenn wir, gedrückt vonLebenssorgen, bang und ermattet von Geschäften stehn: o, wie beglückt uns dann der Morgen, wo wir zum Hause unsers Gottes gehn! Wie groß und schwer die Last des Herzens sei: ein Blick zu Gott macht aller Bürden frei. ginn; wie er uns trägt, ernährt und schüßt, als Vater darreicht, was uns nüßt. 5. Rühmt auch, daß heute Jesus Christ aus seinem Grab erstanden ist, der durch die Größe seiner Macht das Leben hat ans Licht gebracht. 6. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach' uns selbst von Sünden rein. 7. Daß wir getrost durchs Leben gehn, der bessern Welt entgegensehn, und nach der kurzen Grabesnacht aufstehn in Herrlichkeit und Pracht. 8. Auf, freut euch, daß von diesem Sonntag. sem Tag die Lehre Jesu allgemach durch Geisteskraft und Lehrermund ward unter allen Völkern fund! 9. Ja, froh laßt uns den Tag begehn, voll Andacht hin zum Tempel gehn; als Christen, wie aus einem Mund, erheben Gott von Herzensgrund. 10. O Gott, du aller Welten Herr, Allmächtiger, Allgütiger, du unsre Zuflucht immerdar in jeder Trübsal und Gefahr! 11. Hilf, daß in deiner Werke Pracht wir finden deine Güt' und Macht; daß wir in jeder Kreatur erkennen deiner Weisheit Spur. 12. Und du, o Heiland, Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt' unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündentraum verlier'. 13. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 14. O heil'ger Geist! Laß uns dein Wort so hören heut' und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 15. Erleucht' uns huldvoll durch dein Licht; versag' uns deinen Beistand nicht; all' unser Thun auch so regier', daß wir Gott preisen für und für. 16. Gott, Vater, Sohn und Geist, verleih', daß dieser Tag dir heilig sei; sei unser Trost in aller Not, stärk' uns im Leben und im Tod. 361 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere. Auch unser Tempel schall' von deiner Ehre! Auch unser Dank und unsers Herzens Flehen soll dich erhöhen. Bu 850. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet! Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 3. Wie freu' ich mich, da, wo gerührt die Deinen anbetend vor dir stehen, zu erscheinen, und wo dein Sob von der Erlösten Zungen froh wird besungen! 4. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, Dein die kindlich zu dir beten. heilig' Recht, das deine Boten lehren, will ich gern hören. 5. Auch folgen will ich diesen heil'gen Lehren, und von der Sünde mich zu dir bekehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Heil dich wähle. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, ein Tag des Dants, und lenke mein Gemüte auf jenen Trost, den mir dein Sohn erworben, da er gestorben. 7. Dich bet' ich an, du Todes= überwinder! der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, die Gott und ihre Seligkeit nicht kannten, vom Grab erstanden. 8. Es fei're dankbar diesen Tag die Erde, daß jedes Land voll deines Ruhmes werde! Bob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig! Amen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 851. Der Tag hat sich heut' eingefunden, der ganz der Andacht zugehört. Wie liebt mein Herz die heil'gen Stunden, da man anbetend Gott verehrt! Für Erben reiner Seligkeit verdirbt ja sonst die beste Beit. 2. Kommt, 362 2. Kommt, fromme Christen, teure Brüder, laßt freudig uns zum Tempel gehn; laßt uns, als eines Leibes Glieder, vereinigt unsern Gott erhöhn; laßt uns erheben Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ist! In besondern Zeiten. 3. Bereite selbst, Herr, unsre Herzen, mach' sie von allem Eiteln rein! flieht, Sorgen, Erdenlust und Schmerzen! O, mischt euch hier nicht strafbar ein! Flieh', schnöder Dienst der Eitelkeit! Das ganze Herz sei Gott geweiht. 4. Laßt uns recht sehen und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist; er, der die Menge uns rer Sünden, so bald wir Buße thun, vergißt, und uns, veredelt in sein Bild, mit Himmelstrost erquickt und stillt. 5. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das eine fromme Seele fühlt, wenn sie, in sel'gen Augen blicken, dem Herrn inbrünstig singt und spielt, und voll des Glücks, das sie genießt, von Dank und Jubel überfließt. 390 ling 6. Ja, Träume nur sind Schmerz und Leiden, wo Andacht uns zu Gott erhebt! Wir ruhn im Schoß der Seligkeiten, wenn betend unser Geist entschwebt; und jeder Kummer fällt und bricht wie Nebel vor dem Sonnenlicht. von allen eiteln Dingen, den Festtag der Unsterblichkeit. brud 2. Sei start, und triumphier', mein Glaube; ich weiß es, daß du Wahrheit bist! Emporgeschwungen aus dem Staube des Todes hat sich Jesus Christ. Ja, Licht und Wahrheit, Worte Gottes, sind deine Worte! Ja, du bist, und bleibst, trog jedes frechen Spottes, der Sohn des Höchsten, Jesu Christ! 3. Mit deinen heiligen Gemeinen, die heut' vor deinem Antlitz stehn, soll meine Seele sich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöhn; dein Lob mit Ehrfurcht hier zu stammeln, bis einst, wenn in der Engelchor mein Psalm mit ihnen steigt empor! sich deine Heiligen versammeln, 4. Noch hier, am gottgeweihten Orte, erschallt der Gnade Stimme o Jesu, deine mir. Ich hör¹, Worte, und stille seufzt mein Herz zu dir; zu dir, daß ich, als dein Erlöster, für den du starbst, mich kann erfreun; zu dir, mein Licht, mein Schild, mein Tröster, durch den ich geh' zum Leben ein. meiner Seele ein stiller, froher Festtag sein; ein Tag, den ich mit Ernst erwähle, um ihn dem Lebenswort zu weihn. Zum Himmel soll mein Geist sich schwingen, zum Himmel; denn ich feire heut', entfernt 5. Und sammeln soll in heil'ger Stille zu neuer Kraft die Seele sich, und fragen: Was verfolgt mein Wille? Was quält, und was ergözet mich? Sie soll ergründen ihr Bestreben, im Blick auf jenen heil'gen Pfad, den einst in seinem Bilgerleben mein Herr und Freund gewandelt hat. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 6. Als milder, brüderlicher Tröster will ich zu dir, Verlaßner, gehn; 852. Du, Tag des Herrn, sollst mit Freundlichkeit, duHülfentblößter, soll gern mein Herz dir offen stehn. Ich will zu dir, du Kranker, eilen, du sollst in meiner Liebe ruhn; will deine Schmerzen mit dir teilen! Denn Sabbathsruf ist: Gutes thun! Mel. Beim sonntäglichen Gottesdienste. Me 1. Wie schön leuchtet der 2c. 853. Sei uns gesegnet, Tag des Herrn! Zu Gottes Preise, nah und fern, weiht sich der Christen Menge. Ihr Lobgesang tönt spät und früh; zum Heiligtume wallen fie in festlichem Gedränge. Froher schallen ihre Lieder, wo die Brüder, treu verbunden, feiern stille, sel'ge Stunden. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh'! Auch unsern Tempel weihe du mit feierlicher Stille. Vom Irrtum reiß' das Herz uns los; uns werde Gottes Name groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue müss' aufs neue uns beleben, dem Erlöser nachzustreben. 363 uns nicht; laß uns dein heil'ges Wort verstehn, und freudig seine Wege gehn! 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben; nimmer laß der Lästrer Spott dieses Segens uns berauben. Gieb auch Licht und Mut und Stärke uns zu jedem guten Werke. 2. Erleuchte deine Lehrer nun und ihre Hörer; lehr' uns thun, was uns, o Herr, dein Wort gebeut, was Frucht bringt für die Ewigkeit. Me 1. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. 855. Hier sind wir, Gott, und flehn um Bicht, versage deinen Geist 3. Daß wir, im Glauben start, und frei von aller Sünd' und Heuchelei, dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. 856. Amen! Lob, Preis und Herrlichkeit sei unserm Gott zu aller Zeit! Wir gehn wohl fort aus seinem Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 854. Wir erscheinen, Gott, Haus; doch Gottes Leuchte lischt vor dir, dich im Geiste zu verehren; lehrbegierig kommen wir, auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen, und der Wahrheit Weg zu lernen. nicht aus. Das Lied verhallt, der Segen bleibt; das Wort steht, ob die Welt zerstäubt. 4. Erhör' uns! unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommen dich erhöhn. 2. Herr, führ' uns all' auf Christi Bahn zu Licht und Freiheit himmelan! Die Liebe mehr', den Glauben stärk, und baue fort dein Ackerwert, bis alle Welt an Christum gläubt, der gestern, heut' und ewig bleibt. 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. dein Wort zu dir bekehren, und 857. Nun, gottlob! es ist wir alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, alle fromm durch dich auf Erden, all' im Himmel selig werden! vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat alles wohl gemacht; dankbar laßt uns ihn verehren. Unser Gott sei hochgepriesen, daß sein Wort uns unterwiesen! 2. Unser Gottesdienst ist aus; und auf uns ruht Gottes Segen. Freudig gehen wir nach Haus, wandeln In besondern Zeiten. 364 deln fort auf Gottes Wegen. Gottes Geist wird selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben. Kirchweihfeſt. Mel. Schatz über alle Schäße 2c. 858. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gött und Herr; von dir laß mich nichts treiben; halt' mich bei reiner Lehr'. Ach, Herr, laß mich nicht wanken, gieb mir Beständigkeit! Dafür will ich dir danken in Zeit und Ewigkeit. Mel. Nun dantet alle Gott 2c. 6. O, blicke segnend, Gott, noch ferner auf uns nieder, und laß uns 859. Lobt Gott, lobt alle Gott! Hand in Hand, vereinigt gehn, wie Dankt ihm, dem Ewigweisen, dem Ewiggütigen! Wer wollte Gott nicht preisen, den Gott, durch den wir sind und uns des Lebens freun? Laßt uns mit Freuden ihm den Dank des Herzens weihn! Brüder, für wahres Christentum voll edlen Eifers sein, voll edler Thätigkeit gern wohlthun und erfreun. 2. Hoch strahlt in Flammenschrift am Himmel Gottes Ehre; die Sonne predigt sie, der Mond, die SternenHeere. Laut stimmt der Erdkreis ein; es preiset Wald und Flur, und was auf Erden lebt, den Schöpfer der Natur. 4. Danft, Christen, dantet Gott, der uns der Wahrheit Quelle vom Himmel leitete, so ungestört und helle! Sie strömt uns Segen zu, sie stärket uns mit Kraft im Kampf mit Sinnlichkeit und jeder Seidenschaft. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 3. Auch hier, auch hier ist Gott! Auch hier ist seiner Ehre geweiht 860. In Jubelchören wallen wir, ein Dankaltar; drum auf! ihr Jubelchöre! Erfüllet freudig jetzt des Dankes heil'ge Pflicht für dieses Hauses Schuß, für Jesu Trost und Licht! 5. Dankt, Christen, danket Gott für all' die sel'gen Stunden, wo ihr des Himmels Glück in Andacht hier empfunden! Dir tönt, Allgütiger, der Freude Lobgesang; dir bringen wir vereint des Herzens frommen Dant. 7. Schüß' unsre Herrschaft! Ruh' und Friede wohn' im Lande! Bei Fleiß und Frömmigkeit gieb Heil in jedem Stande! Laß Kirch' und Schule blühn! Und wenn wir, Gott, uns freun, laß unsre Freude dir geweiht und schuldlos sein! durchglüht von heil'ger Dankbegier, in dieses Tempels Hallen. O du, der über Sternen thront, und in den frommen Seelen wohnt, laß, Höchster, dir gefallen, was sich mächtig in uns reget und beweget unsre Herzen, und entflammt der Andacht Kerzen. 2. In dem geweihten Heiligtum erschallet deines Namens Ruhm noch heut' von tausend Zungen; noch immer wirkt dein träftig' Wort in heil'ger Rede fort und fort, hat manchen Sieg errungen. Himmlisch fühlt sich, frei von Sorgen und geborgen und erhoben, wer hier kommt, dich, Herr, zu loben. 666 3. 3war fassen alle Himmel nicht dich, polis m Kirchweihfest. monohd n dich, der da wohnt im ew'gen Licht, wohin kein Auge schauet; der Weltkreis ist für dich zu klein; wie tönnte es ein Tempel sein, von Menschenhand erbauet? Doch strebt, doch strebt Herzensfülle, heil'ger Wille, anzubeten dich an dir geweihten Stätten! 4. Wenn ich in frommer Brüder Schar dir bringe meine Opfer dar, dir meine Seele singet: wenn sich mein Geist zu dir empor, vereinet mit der Brüder Chor, vom Staube aufwärts schwinget: selig fühl' ich schon hienieden Gottes Frieden; von der Erde schwing' ich mich zu euch, Verklärte! 5. Jhr, die ihr hier zum ersten sangt, und eure Seelen aufwärts schwangt, und diese Kirche weihtet, habt euer Herz zugleich geweiht dem Himmel und der Ewigkeit, wo keine Kirche streitet! Nicht hier seid ihr; aber droben hocherhoben; höhre Chöre schall'n dem Ewigen zur Ehre. 6. In diese Chöre stimmt mein Herz; es schwinget sich heut' himmelwärts, singt Gott und seinem Sohne. Es naht dir, Unerforschlicher, dir aller, aller Welten Heer; es tniet vor deinem Throne: Herr, Herr! Ew'ger! sieh', ich weihe dir auf's neue meine Seele, daß das Göttliche sie wähle! 7. Mein ganzes Leben sei dein Ruhm, mein ganzes Herz dein Heiligtum, mir jede Stätte heilig. Es sei mir deiner Gottheit Spur in Berg und Thal, in Hain und Flur, auch in dem Tempel heilig; heilig, heilig im Gebete diese Stätte, bis ich selig Jubellieder finge ewig. 365 Macht mit allen ihren Heeren, und ihrer Wunder hohe Pracht strahlt, Was Schöpfer, dir zu Ehren. deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. 2. Gleich einem Bräutigam geschmückt geht aus des Morgens Pforten die Sonn' hervor, erfreut, entzückt die Menschen allerorten; sie eilet rüstig, wie ein Held, von einer Welt zur andern Welt, den Weg, den du sie führest. 3. Dir tönt das Loblied der Natur; es rauschen's Flüss' und Meere. Dich rühmen Wald und Thal und Flur, dich aller Wesen Heere. Wem ruft nicht Sturm und Donner zu: Der Herr ist Gott! Wem ließest du dich, Schöpfer, unbezeuget? 4. Doch deiner Schöpfung Unterricht verstanden selbst die Weisen mit allem ihren Forschen nicht, und lernten nicht dich preisen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evangelium uns nicht verkündigt hätte? 5. Nur Jesu Weisheit, dieſe nur giebt Blinden Kraft zu sehen, und lehrt das Boblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heil'gen Unterricht wird erst des Lebens Dunkel licht, dich, Schöpfer, zu erkennen. 6. Von ihr erhellt, sehn wir den Pfad, der näher zu dir leitet; sehn, was für uns bein weiser Rat in jener Welt bereitet; sehn, was wir ohne dieses Licht im Himmel und auf Erden nicht zu unserm Troste fänden. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 7. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen für Wonne! 861. Die Himmel preisen deine Mehr Schimmer, als der Morgenstern; 366 In besondern Zeiten. stern; mehr Glanz, als selbst die Sonne. In deinem strahlenreichen Lauf ging uns ein neuer Himmel auf und eine neue Erde. 8. Drum wohne hier, wohn' immer rein in dieser heil'gen Stille, daß in des Irrtums Nacht dein Schein die Wahrheit uns entHülle! Hier sei dein Lichtquell; hier ström' aus; ström' Heiterkeit in jedes Haus, in jede niedre Hütte! AUT 9. Von Gott erleuchtet werden wir nach unsrer Würde leben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach seinem Himmel streben, und immer fröhlich, mit Vertraun auf unsern guten Vater schaun, und seine Liebe preisen. 10. Wir werden ohne Heuchelei Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 862. Gott, der du unsre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geift der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht; wir kommen vor dein Angesicht mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmut und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh', wir kehren voller Reu' zurück zu dir; laß Herr, aufs neu' uns deine Gnade fassen! Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und Versuchung nie uns Buß- und Bettag. gern seinen Willen üben; wie er gebeut, einander treu und alle Menschen lieben; gerecht, mild und dienstfertig sein, Bedrängte schützen, sie erfreun, und selbst die Feinde segnen. 11. Dann wird uns Wohlthat jedes Leid; Lust jede Tagsbeschwerde; Erquickung jedes Glück der Zeit; ein Paradies die Erde; ein Engel Gottes wird der Tod; und aus der Gruft glänzt Morgenrot den Kommenden entgegen. 12. Die Hülle sinkt; das Land der Ruh' eröffnet sich den Frommen. Dort jauchzen uns Gekrönte zu: Vollendete, willkommen! Dann preisen wir, wie sie geschmückt, wie sie von Herrlichkeit entzückt, dich, Gott, durch Ewigkeiten! auf die Bahn des Lasters zieh'. duld, vor aller Schuld behüt' uns Herr, unser Gott, groß von Gedeine Vaterhuld. 3. Dein Segen komm' auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! Wend' ab von uns der Flammen Wut, und die Verwüstung wilder Flut, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht! Du Vater wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun. Herr, unser Gott, in deiner Hut sind wir voll Mut! denn alles, was du thust, ist gut. 4. Vereine, was entzweiet iſt, der du ein Gott der Liebe bist; laß alle friedlich leben. Den Sinn der Herrscher lente du, daß sie mit Weisheit, Kraft und Ruh' der Länder Wohl erheben. Laß stets in Behr' und Wandel rein die Diener Diener deines Wortes sein; und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Frrenden zurück! Herr, unser Gott, mit starker Hand schirm' jedes Land; beglücke, segne jeden Stand! 5. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Not um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöten! Gieb Kranken Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlöse du; erhör' ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil; vereitle der Verfolger Rat, und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! Bitanei. 863. Ewiger, Buß- und Bettag. ( Erbarme dich.) Herr, Herr, Gott, Ewiger, ( Erbarme dich.) Herr, Gott Vater, du Schöpfer, Herr, Gott Sohn, du Mittler und Erlöser, ( Erbarme dich.) Herr, Gott heiliger Geist, du Bei stand und Tröster, ( Erbarm' dich über uns.) Ach, wir sind Sünder! ( Verschon' uns, Herr, Herr, unser Gott.) Doch wir sind dir versöhnt! ( So hilf uns, Herr, Herr, unser Gott.) Vor Irrtum und der Spötter Gift; Vor Sünden und des Lasters Macht; Vor Leichtsinn, Stolz, vor Sicherheit und Trägheit; Vor der Verführung Reiz und Trug; Vor Zwietracht, Aufruhr und Em367 Vor Hagel, Feuer und Wassersnot; Vor Teurung, und vor Bestilenz; Vorschnellem Tod in unsern Sünden; Vor dem ew'gen Tod; pörung; Bor Krieg, Gewalt und Blutbergießen; ( Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott.) Durch deine Vaterhuld, Erbarmer; Durch deine Liebe, Sohn Gottes und Erlöser; Durch alles, was du für uns thatst und littest; Durch deinen Tod am Kreuze, Durch deine Auferstehung; Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters; In jeder Not, die wir empfinden; Wenn niemand retten kann, als du; ( Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott.) Wir Sünder bitten dich, ( Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott.) Wollst deine Kirche schüßen, segnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhalten; Deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; Durch dein Wort die Welt erleuchten und verbessern; Die Frrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Spaltungen und Ärgernissen wehren; Den Leidenden Erquicung, Trost und Hülfe senden; Deinem Evangelio den Sieg im Kampf mit Unglauben und Aberglauben verleihen: Alle Kaiser, Könige und Fürsten mit Eintracht und mit glücklicher Regierung segnen; Unsre Landesherrschaft mächtig schüßen und erhalten; Jhr Glück und Heil und jedes wahre Gut gewähren; 3) Un 368 In besondern Zeiten. Unsrer Obrigkeit samt der Gemeine Mel. Ein Lamm geht hin und zc. helfen und sie behüten; 864. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist: wir kommen, anzubeten! Du bist es, der uns Trost verheißt, Trost in den größten Nöten. Verbirg, o Gott, dein Angesicht vor uns in Sündennöten nicht, die wir die Schuld bereuen. Noch hoffen wir Barmherzigkeit; du schwurest ja, zu aller Zeit Bußfert'gen zu verzeihen. Das ganze Vaterland beschirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und schenken; Leben Unsre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterdrückten retten und be freien; Der Kranken und Verlaßnen dich erbarmen; Der Witwen und der Waisen Versorger sein und Vater; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Snat dramsin ist Aller Menschen dich erbarmen; Des Landes Früchte bewahren und vermehren; 2. Ja, Vater der Barmherzigkeit, der du uns auserkoren, wir bauen auf den teuren Eid, den du selbſt haft geschworen. So wahr ich lebe, schwurst du, Gott, ich will nicht armer Sünder Tod; sie sollen, mir gleich, leben. Doch fordr' ich TuDegendwiederkehr; sonst will, sonst Unsre Nahrung, Handel und Ge- kann ich nimmermehr sie in mein werbe segnen; Reich erheben! 3. Wir kehren, Herr, zu dir zu= rück, das wollen wir geloben! Nur schenk' uns wieder Freundesblick und gieb uns Kraft von oben. Denn, stehst du, Mächt'ger, uns nicht bei, so können wir der Tyrannei der Sünde nicht entrinnen; wir preisen oft die Zugend hoch, und folgen, ( Erbarm' dich über uns.) eh' wir's meinen, doch der Welt O du Gottes Lamm, das der Welt und unsern Sinnen. Sünde trägt, JSDA ( Erbarm' dich über uns.) O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, ( Verleih' uns steten Frieden.) Herr, Herr, ( Erhöre uns.) Ewiger, Herr, Herr, Ewiger, Herr, Herr, dies Flehn wollst du aus Gnaden stets erhören. dan ( Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott.) Welterlöser, Gottes Sohn, ( Erbarm' dich über uns.) O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, T ( Erbarme dich.) 4. Erhör' uns, bild' uns tugendhaft; du kennest unsre Schwäche! Uns lenkt ja deine Gotteskraft so leicht, wie Wasserbäche! Den Ärgernissen zu entgehn, laß uns in deinem Worte sehn den Stab für schwache Stunden; o, mach' es uns durch Behrer wert, bei denen Mund und Beispiel lehrt, was tief ihr Herz empfunden! 5. O du, der nie sein Volt ververläßt, dein Heilsquell muß uns fließen! Verhüte Böses, Teurung, ( Erbarm' dich unser. Amen.) Pest, Krieg, Aufruhr, Blutvergießen! ( Erbarme dich.) Vers Jahresanfang. Verhüte Brand und Wassersnot, Raub, Mord, und andern schnellen Tod! Gieb Glück; der Saat Gedeihen! Gieb Glück! du segnest Fromme gern! o Gott! segn' unsre ( unsern) Landesherrn und alle ihre ( seine) Treuen! 6. Laß unsre Stadt,( unsern Ort,) laß unser Land, Herr, deine Huld empfinden; beut denen deine Baterhand, die sich im Elend winden! Des Weibes, das für ihre Frucht, das freißend deine Hülfe sucht, der Witwen, Waisen, Kranken, des Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 865. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! Dich, den kein Wechsel treffen kann; wir werden, find gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne teinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossenwäre. 369 Feinds, der nicht verzeihen kann, ach, aller Menschen nimm dich an, daß wir dir alle danten. 7. Erhör' uns, Vater; schau' vom Thron auf uns, des Staubes Kinder! Und du, Fürsprecher, ew'ger Sohn! sprich für uns arme Sünder. Du hoher Geist, gieb Schwachen Mut; Verlorne bring' in sichre Hut; tröst' uns in Jesu Namen! Herr, Herr, du unsre Zuversicht, verlaß uns nicht, verlaß uns nicht im Tod' und Leben! Amen. und laß mich deine Vaterhuld in in deiner Gnade ruhn, und lehre Christo ferner tragen! Laß mich lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Mut, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. O, lehre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen. Baß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruh' dereinst bei dir kein Wechsel weiter störet. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Mit ganzer Seele preif' ich dich. Von neuem übergeb' ich mich, Gott, mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte 866. Gott ruft der Sonn' und Schuld von den verfloßnen Tagen, schafft den Mond, das Jahr darnach 24 In besondern Zeiten. 370 nach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dant erteilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von danterfüllten Zungen sei dir für das berfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft iſt dein! in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Not und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich Gott, mit Heil und Rat auf unsre Obern nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf ihrem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei; dies, lieber Vater, dies verleih' in Christo, deinem Sohne. treten, mit Singen und mit Beten, zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Bagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn, wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch, und nicht minder, läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blißen, in seinem Schoße sizen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Unglück wenden. 8. Sei ferner, wenn wir weinen, Gott, Stab und Trost der Deinen, in allem Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, in Angst und Not und Schmerzen vertrauensvolle Herzen. 10. Schleuß zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß GroBen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 12. Sei der Verlaßnen Vater, 867. Nun last uns gehn und der Irrenden Berater, der Unversorgten Jahresanfang. forgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. uns hier herrlich ziere, und dort 869. Herr, den die Sonnen und die Erden durch ihren Bau voll Pracht erhöhn, durch desſen Machtwort Welten werden, und Welten wieder untergehn, Herr, den durch laute Lobgesänge der Wesen unzählbare Menge und aller Zeiten Lauf erhob! Den Engelchören nachzuahmen, fallt unsre Freude deinen Namen, und unsern Mund erfüllt dein Lob. zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben. So wallen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. the enn mit Me I. Aus meines Herzens 20. 868. Des Jahres erster Morgen foll, Gott, dir heilig sein; ich will mich, frei von Sorgen, nur deiner Güte freun. Bis hierher halfst du, Herr! Lobsing' ihm, meine Seele; lobsing' ihm, und erzähle! Wie treu, wie gut ist er! 2. Ich überschau' die Pfade der turzen Pilgerschaft; nah, Gott, war deine Gnade, nah war mir deine Kraft. Du führtest mich zum Ziel stets auf so sanften Wegen, verliehst mir deinen Segen und großer Freuden viel! d T 3. Und gegen diese Freuden<-0 Gott, wer zählet sie?- was sind die kurzen Leiden? was ist des Lebens Müh'? Am Abend war mein Herz oft voll von Gram und Sorgen, und mit dem neuen Morgen verschwand mein Gram und Schmerz. 371 und Preis in Ewigkeit. Groß, groß sind deine Werte, groß deine Freundlichkeit! Ich will mein Leben lang dich preisen, dich erhöhen; und noch mein letztes Flehen sei, Herr, ein Lobgesang. 4. So stärkte, Gott, dein Segen der Seele Zuversicht. Auf meines Lebens Wegen warst du mein Heil und Licht. Wie thatst du mir so wohl! Wohin ich geh' und trete, ist jede, jede Stätte von deiner Güte voll. 5. Gott, dein ist Macht und Stärke 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, verkündigt jeder Tag der Nacht; ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre die großen Wunder deiner Macht. Dein Thron, o Gott, bleibt ewig stehen; du bleibst derselbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist von unserm Leben ein Jahr, das deine Huld gegeben, im Abgrund der Vergangenheit. 3. Kommt! Dies sei uns ein Tag des Bundes; dem frommen Bunde bleibet treu, und den Gelübden unsers Mundes stimm' unsre Seele redlich bei! O Land, gelobe, Gott zu dienen, und du wirst wie ein Garten grünen, den er sich selbst gepflanzet hat! Geht, Menschen, geht auf seinen Wegen; dann macht sein unerschöpfter Segen aus seiner Füll' euch täglich satt. 4. Gott, schau' herab von deinen Höhen auf uns als Kinder, die du liebst! Erhöre, die in Christo flehen; gieb, wie du deinen Kindern giebst 24* In besondern Zeiten. 372 giebst. Für sie( ihn) flehn wir um Heil und Leben, die( den) du zum Schirm uns haft gegeben; durch Furcht vor dir besteh' ihr( sein) Thron. Laß sie( ihn) auf Recht und Wahrheit schauen, durch Recht des Landes Wohlfahrt bauen; der Herzen Liebe sei ihr( sein) Lohn! 5. Erhalte deiner Kirche Wächter, Herr, deiner lautern Lehre treu, daß noch die spätesten Geschlechter die Predigt deines Worts erfreu'. Hilf ihnen, Herr, daß ihre Lehren nie leer an Früchten wiederkehren, und wir uns ganz der Wahrheit weihn. Laß deinen Segen auf uns fließen; sie pflanzen, Herr, und sie begießen; doch nur von dir kommt das Gedeihn. 6. Den Obrigkeiten unsers Landes steh' selbst zu ihren Pflichten bei, damit die Wohlfahrt jedes Standes und unser Fleiß gesichert sei. Bild' auch das Herz der zarten Jugend; gieb, daß durch Weisheit echte Tugend in allen unsern Schulen blüh'! Des Landes Hoffnung laß geraten, daß man nicht Bürger nur für Staaten, auch für den Himmel Christen zieh'! 7. Laß keine Seel' ihr Heil verscherzen, und mache du die Thoren flug; gieb süßen Trost bedrängten Herzen, und unsern Armen Brot genug. Gott, unser Flehn sei Ja und Amen in Jesu; denn in Jesu Namen giebst du, was unser Herz begehrt. Gott, unser Bater, dir zum Preise hilf uns auch dies Jahr, und beweise, du seist es, der Gebet erhört. unsrer Tage! Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen und deine Werke sehen; du rufft Aller Zeiten und wir vergehen. Dauer ist ein Punkt in deinem Beben; selbst Ewigkeiten geben tein Maß von deinem Leben. Ewig warst du, du allein, und wirst von nun an ewig sein. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Du erbarmst Güt' und Stärke. dich väterlich der Menschen, deiner Du bist unsre Zuversicht; Werke. du sättigst uns mit Segen auf unsers Lebens Wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht auch sterbend noch voll Gnade; selbst auf des Todes Pfade lgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit; dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Auch das Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben, wie erfüllt kam es daher mit deiner Güte Gaben! Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sehn, wie deine Treue sich jeden Tag erneue, und wohlzuthun sich freue. Unser Dank stieg zu dir auf; wir durften in den Nöten des Lebens vor dich treten, und kindlich zu dir beten. Und du hast mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Freudig, Gott, beginnen wir dies neue Jahr des Lebens. Niemals noch vertrauten dir wir Sterbliche vergebens. Auch vergebens diesmal nicht! Wir werden es erfahren! Du wirst uns, Gott, bewahren vor Unfall und Gefahren. Gott, du wirst dein Angesicht mild über uns erheben; was nötig ist zum Leben, wirst du uns alles Mel. Gott, der Vater, wohn' 2c. 870. Tausend Jahre sind vor geben. Dankbar lehr' es uns emdir, wie einer unsrer Tage! Ach, pfahn, und unserm Biel getrost zum Tode reif sind wir am ersten uns nahn. 5. Die sed Jahresanfang. dardled ne 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod; versöhnt in deinem Sohne, gieb ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du wollst uns alle leiten durch diese Nacht der Zeiten ins Licht der Ewigkeiten. Herr der Ewigkeiten, dir, dir leben und dir sterben wir! Me 1. Herr, wie du willst, so zc. 871. Schnell fliehen Jahr' auf Jahre hin; noch schneller Tag und Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, wie Schatten mir verschwunden! Und keine Stunde kommt zu rück; selbst ein verlorner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. 2. Gott, diese schnelle Flucht laß mich zu meinem Heil bemerken, und mich aus Liebe gegen dich heut' in dem Vorsatz stärken, beständig folgsam dir zu sein, dir immer mehr mein Herz zu weihn, und auch dies Jahr zu nußen. 3. Umringt mit täglicher Gefahr in diesem Erdenleben, ist dies viel leicht das letzte Jahr, das du mir haft gegeben; und dennoch sollt' ich meiner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 4. O, hilf mir diese Thorheit scheun; hilf mir Entschlüsse fassen, die mich zu keiner Zeit gereun, und jenen Leichtsinn hassen, der seine edle Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet. 373 daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sei, den du mir angewiesen. 5. Laß mich dir strenge Rechenschaft von jedem Tage geben; verleih' mir Einsicht, Mut und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gieb, 6. Laß mir dies Jahr gesegnet sein an echten Tugendfrüchten. Laß guter Thaten oft mich freun, und gerne sie verrichten. Voll Eifer für des Nächsten Glück, laß mich mit liebevollem Blick froh seinen Kummer lindern. 7. Mein Schicksal übergeb' ich dir; du wirst es weise lenten. Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Vaterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 8. Soll ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach deinem Willen sterben: so laß mich, Herr, durch Jesum Christ des Himmels Glück ererben. Dann freu' ich mich der Ewigkeit so dankbar, Gott, als ich mich heut' des Erdenlebens freue. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 872. Mit Gott gehn wir ge trost dahin, der künft'gen Zeit entgegen. Mit Gott!- Nimm dieses Wort zu Sinn; denn es hat Gottes Segen. Allein damit thu' jeden Tritt, das Herz zu Gott erhoben; die Hülfe kommt von oben. 2. In Frieden wohnt, wer Gott vertraut, in Ruh' an allen Orten. Sein Lebensglück ist fest gebaut, ist Gott sein Fels geworden. Der's Auge macht, sieht vor und wacht; der's Ohr pflanzt, wird dein Flehen, dein stillstes Wort verstehen. 3. Herz, deine Wünsche schick' hinauf; Gott wird zu allem raten. Wohlan, mit ihm zum eitern Bauf, mit ihm in Wort und Thaten! Mit 374 In besondern Zeiten. Schluß des Jahres. Mit Gott allein, so soll es sein! Dich preisen deine Werke; sei mit 2. Preis ihm, der uns als Vater liebt, uns seinen Sohn zum Heiland uns, Gott der Stärke! spa giebt; wie sollte, der so viel gethan, sich nicht auch unser nehmen an! 3. Ja, Jesu! voller Freudigkeit Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 873. Preis ihm, der ist und der nahn wir durch dich zum Vater dawar! Preis ihm, mit diesem neuen Jahr! denn seine Güte, seine Treu' wird uns mit jedem Morgen neu. heut'. Wir fürchten weder Feind noch Not; mit uns ist Gott! Mit uns ist Gott! Mel. Keinen hat Gott verlassen 2c. und Plage; auf immer ist ein Teil der kurzen Pilgerschaft wie 874. Durch wechselvolle Tage schnell zurückgelegt, und fordert der bangen Pilgerzeit, durch manche Sorg' und Plage, durch manches bittre Leid bin ich hindurchgedrungen; vorüber ist das Jahr. Dem Herrn sei Lob gesungen, der stets mein Helfer war! 2. Der du mich hast erhalten, mein Schöpfer und mein Hort, dich laß ich ferner walten, und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben; er ist nicht weiter mein. Mein Herz, mein ganzes Leben soll dir geheiligt sein. 3. In deinen Rat sich schicken, ist Weisheit und giebt Ruh'. Soll mich die Armut drücken: mein höchstes Gut bist du. Soll mich Verfolgung plagen, so schüßzest du mich doch. Soll ich Verachtung tragen: ich trage, Herr, dein Joch. 4. Soll ich verlassen leben: berlaß nur du mich nicht! Soll ich in Ängsten schweben: sei meine Zuversicht! Und soll ich Krankheit leiden: bu wirst Geduld verleihn. Und soll ich endlich scheiden: du führst zum Leben ein! daja Jenis3 Mel. O Gott, du frommer 2c. 875. Ein Jahr der Sterblich feit, der kurzen Lebenstage, ist abermals dahin mit seiner Freud' Rechenschaft! die nimmer uns zu lieben ermüdet, 2. Herr, deine Huld ist's nur, daß bis heut' wir übrig sind ge blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an Jahr gethan. uns in diesem 3. Wir schließen uns aufs neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen; da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß; da birgt dein Volk sich hin, und findet sichern Schuß. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärk' im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts verlösche bei uns nicht. 5. Erwecke neue Lieb' und Hoffnung in uns allen; und sollt' im neuen Jahr uns neue Not befallen: so stärke die Geduld, und mache deine Treu', o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr des Fleisches Lüste töten. Verleih' an Seel' und Leib, was jedem ist vonnöten; und laß uns, Herr, as Schluß des Jahres. Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 67. Wem du im neuen Jahr, aus dieser Welt zu scheiden, das Ziel geseget hast, den laß in dir mit Freuden durch Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 876. Schon wieder eilt von unsrer Zeit ein Lebensjahr dahin! So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 2. Ach, unaufhaltsam fliehen sie! Und ich bemerk' es kaum. Des ganzen Lebens Glück und Müh' ist nur ein kurzer Traum. 3. Und doch ist dieser Traum ein Teil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar wie an Heil, für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen mir verschwand; wenn ich Gewissensruh' und Glück in guten Thaten fand! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 877. Noch immer wechſeln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohlzuthun; du segnest, du erfreust das Land, daß wir im Frieden ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. Jahreszeiten. 375 5. Dann könnt' ich ohne Scham und Qual jetzt vor dem Richter stehn, und heiter die durchlebte Zahl der Stunden übersehn. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum dem Schatten, der ihn sucht; 6. Sei gnädig uns! denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach, prüftest du nur einen Tag: wo, Richter, wären wir? 7. Längst wären wir vor dir nicht mehr, der Erde längst entrückt! vie hätten wir die Wiederkehr des neuen Jahrs erblickt. 8. Doch Dank sei deiner Vaterhuld! Noch sind und leben wir. O Gott voll Langmut und Geduld, wir leben! Dank sei dir! 9. Wir leben; doch jetzt näher schon dem Ziel der kurzen Bahn; und näher täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran! 10. O, lehr' uns unser bestes Teil, des Lebens Zweck, verstehn; zeig' uns den sichern Weg zum Heil, und stärk uns, ihn zu gehn. 11. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Güte freun; und jedem wird das neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. giebt unter seiner Zweige Raum Erfrischung, Schutz und Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur; o Herr, wer ist dir gleich? Der Freudenquell, Gott, die Natur ist unerschöpflich reich! 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. D, wer erfährt nicht deine Huld? 376 In besondern Zeiten. Frühling. Sommer. Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmut und Geduld verschiebst du dein Gericht! adapt 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt und danket nun! Was hat Gott schon an uns gethan! Was wird er nicht noch thun! 10. Nicht bloß für diese turze Beit, Herr, hießest du uns sein; Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 878. Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis ihm und Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Büften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erden Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg' und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, der allen Sein und Leben gab, auf aller Dank und Freude. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt ihm, all' seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir; wo ich nur bin, bist du bei mir mit Almacht, Lieb' und Gnade. du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig zu erfreun. 11. Du läsfest deine Freundlichkeit in der Vollkommenheit der bessern uns hier so herrlich sehn; was wird Welt geschehn! alles Freude; wie schön ist Schöpfer, deine Welt! Es prangt in seinem 12. Noch tiefer dringt dann unser Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück uns stets vor Augen sein! 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Lau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst, wenn vom Donnersturm bedräut, erschrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarteit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, von dir, Quell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Dein freuen höhre Geister sich; auch wir, Gott, wir loben dich, und sind, wie sie, unsterblich. 8. Nur schwach ist, Vater, unser Dant, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und freuen uns der Ewigkeit im Glauben, bis wir schauen. ( 879. 880.) Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. Feierkleide Gebirg' und Au' und Wald und Feld! Wie heilig wird 881. Weit um mich her ist mir Thal und Höhe! Du bist mir nah! Wohin ich gehe, umströmt dein reicher Segen mich. Ich sehe dich Sommer. Herbst. dich auf allen Fluren; in allen deinen Kreaturen erblick' ich, Herr und Vater, dich. 2. Das Rauschen in belaubten Bäumen ruft: Freudig müßt ihr Gott erhöhn! Die Zeit gefühllos zu vertreiben, ist Gottes große Welt zu schön! Mir sagt, beglänzt vom Morgentaue, die Flur, der Garten und die Aue: Wie segnet unser Gott so gern! Mir sagt das Brausen seiner Fluten: Gott ist der Urquell alles Guten! Lobsingt dem Herrn! Lobsingt dem Herrn! 3. Wie hast du, Gott der Macht und Stärke, so väterlich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werke; wie wunderbar ist ihre Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 882. Gott sorgt für uns! O, singt ihm Dank, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Was wir auf Hoffnung ausgestreut, hat seine Huld vermehrt; er hat das Flehn um Fruchtbarkeit auch dieses Jahr erhört. 4. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Ähre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr! Winter. Aussaat. 377 Pracht! Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Überflusse, was lebet, täglich Speis' und Trank. Gebirg' und Thal und Hügel geben, was allen nötig ist zum Leben; und alle jauchzen frohen Dank. Erde; sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuert werde, bis sie der Frühling wieder Vertrauet hat in Gottes Namen der Landmann ihr den späwed 4. Weit um mich her ist alles Freude; o freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Bob erschallen, der uns so wohlthut, allen, allen! und selbst des Wurmes nicht bergißt! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: Dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! 5. Ja, Höchster, wir verehren dich uns, und giebst mildiglich noch mehr mit kindlich frohem Dank; du nährst als Speis' und Trank. 6. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 7. Laß deines Segens Überfluß uns nun auch nützlich sein, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 8. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ende schaun. Mel. Wie wohl ist mir, o zc. ten Samen; der Schöpfer wacht auch über ihn. Tot liegt er da; ihm 883. Von ihrer Arbeit ruht bie wird das Leben der Sonne Rückkunft wieder geben, und reich an Hoffnung wird er blühn. 2. So werden wir auch einst er= müden, und ruhen in des Grabes Nacht. Wir werden schlummern tief 378 tief in Frieden, von ihm, der nimmer schläft, bewacht. Daß unser Staub geläutert werde, sinkt er zur Aussaat in die Erde; Gott fordert einst ihn wieder ab. Sein ew'ger Frühlingstag wird kommen; dann, dann verlassen seine Frommen voll neuer Lebenskraft das Grab. In besondern Zeiten. Aussaat. 3. O, Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie sehnet sich mein Geist Mel. Herr, wie du willst, so zc. 884. Es bauet, Herr, auf dein Geheiß der Menschen Hand die Erde, voll Hoffnung, von dir geſegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh', so lang' du lebst, empfahen. 2. Noch immer traf dies Wort auch ein; gieb ferner deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gieb Sonnenschein und Regen. Kann auch ein wohlgebautes Land, Herr, ohne deine Segenshand der Menschen Fleiß belohnen? nach dir! O du, der Auferstehung Sonne, wann wirst du aufgehn über mir? Erst muß ich die Verwesung sehen, erst muß das Irdische vergehen; die Saat muß sterben, um zu blühn. Kann ich, ein Christ, den Tod noch scheuen? Nein, göttlich wird er mich erfreuen; du, Tag des Lebens, folgst auf ihn! für uns, dein Volk und Eigentum, forthin auch gnädig sorgen. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 885. Unire Aussaat segne Gott, wo des Himmels Lüfte wehen. Auf sein mächtiges Gebot soll sie sterbend auferstehen. Gott allein verjüngt die Auen; unser Werk ist: er Werk iſt; ihm vertrauen. 2. Vater aller Gütigkeit, dir ver= trauen unsre Lieder. Was wir einfach ausgestreut, vielfach giebest du's uns wieder. Du erhörst Gebet und Flehen, und thust mehr, als wir verstehen. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' im Pflanzen und Begießen, wenn nicht vom Himmel spät und früh des Segens Ströme fließen. Nur du regierst der Witt'rung Lauf; du rufft den zarten Keim herauf, und aus dem Halm die Ähre. 4. So tröne denn mit Fruchtbarfeit das Land nach deiner Güte; Me I. Christus, der ist mein Leben zc. und wenn die Aussaat wohl gedeiht, 886. Auf, laßt den Herrn uns loben! bewahr' auch, Herr, die Blüte; gieb, daß nicht Frost und Hagelschlag der Felder Schmuck zerstören mag, nicht Erschalle, Preisgesang! Dem großen Geber droben gefällt der Menschen Dank. Fluten ihn verderben. 5. Wir baun auf dich, o treuer Gott! gern lassen wir dich walten! Du kennst am besten unsre Not, kannst mächtig uns erhalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm, 3. Gieb auch, was uns nötig hier, ferner unserm Erdenleben, bis wir vollen Dank dafür dir in deinem Himmel geben. Herr, vor deinem Angesichte ernten wir dann ew'ge Früchte. 2. Ja, alle gute Gabe kommt her von unserm Gott; er segnet unsre Habe; er schüßet uns in Not. 3. Was nah ist, und was ferne, von Gott kommt alles her; bas Sand Aussaat. Ernte.de Sandkorn und die Sterne, der Tropfen und das Meer. 4. Von ihm sind Baum und Blätter, und Korn und Obst von ihm; von ihm kommt Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. 5. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land; doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unsrer Hand. 6. Gott thut mit leisem Wehen uns seinen Himmel auf; wenn wir zur Hütte gehen, träuft er Gedeihen drauf. 2. Er ist's, der uns die Ernte giebt; er öffnet seine Hand. Heil uns, daß er so treu uns liebt, und segnet unser Land! 3. Er legte in ein Korn, so klein, den Reichtum seiner Kraft, gab ihm vom Himmel Sonnenschein und milden Nahrungsjaft. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 8. Nun führest du die Erntezeit von neuem uns heran, und jeder 887. Die Ernt ist da! Schon rühmt es hocherfreut: Du hast uns winkt der Halm dem Schnitter in das Feld. Erschalle denn, o Freudenpsalm, dem großen Herrn der Welt! 4. Oft zogen schwarze Wolken her und drohten Hagelschlag. Er sprach; wir sahen sie nicht mehr, und heller ward der Tag. 379 7. Er sendet Tau und Regen, er sendet Sonnenschein; dann glänzt das Feld von Segen; und wir, wir ernten ein. 6. Wie groß ist deine Wundermacht, wie gut, o Gott, wie groß! Sie wirkt bei Tag und in der Nacht; sie wirket grenzenlos. 8. Auch Frommsein und Vertrauen und stiller Christensinn, auf unsern Vater schauen, auch das kommt uns durch ihn. 7. Du willst, und Segen strömt daher und nähret Mensch und Tier; das Kornfeld wallet wie ein Meer; der Landmann dantet dir. 9. So wollen wir denn loben und preisen immerdar den großen Geber droben, der sein wird, ist und war. od 12 wohlgethan. 9. Des Schnitters Tag ist lang und schwül; doch freudig ist ſein Mut. Sein Auge sieht der Garben viel, und dich, Herr, treu und gut. 10. Du hebest Kummer, Sorg' und Schmerz; durch dich wächst Brot uns zu. Wir weihen dir dafür das Herz; dies, Gott, ver= langest du. 11. O, wenn wir stets mit Freudigkeit und ganz das Herz dir weihn: wie schön wird dann die Erntezeit nach unserm Tode sein! 5. O, preiset ihn, den Mächtigen, der in Gewittern wohnt! Lobt ihn mit Dank, den Gütigen, der don- 888. Wir singen, Herr, von nernd uns verschont! deinen Gaben, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst, damit wir Nahrung haben, uns Regen, Wärme, Tau und Wind. So blüht und reifet unsre Saat' nach deinem wundervollen Rat. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte, die Erd' ist deiner Schäße voll, damit ein achtsames Gemüte dich Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) In besondern Zeiten. Nach der Ernte. 380 dich finden und bewundern soll. Groß bist du; beine weise Macht hat alles dies hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepriesen, gepriesen sei die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft! Du nährest uns, wir werden satt; du giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Segens Fülle herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au' und Garten grünt, und uns, sind wir es gleich nicht wert, die Frucht der Erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre Saaten Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 889. Kommt, laßt uns Gott Lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben! 2. Aus seinem Überflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nötig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Tau und Regen, und Wachstum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie geraten! 6. Sie sproßten auf und grünten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmückten die Gefilde durch deine Batermilde. 7. Wir preisen deine Güte mit freudigem Gemüte. Du schaffst, daß und unsre Häuser, Hab' und Gut. Bewahr' uns auch vor Misſethaten, vor Wollust, Geiz und Übermut; weil sonst im reichsten Überfluß die Seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir dich nicht dankbar ehren, der du als Vater an uns denkst, so wird der Fluch das Gut verzehren, womit du liebreich uns beschenkst. Und wird der Vorrat nicht zerstreut, so mangelt doch Zufriedenheit. 7. Nun, Herr! so wollen wir auf Erden des Guten Samen auszustreun, nie müde, nie verdrossen werden, und uns der großen Ernte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rat für uns ersehen hat. stets die Erde verjüngt und fruchtbar werde. 8. Rühr' uns durch deine Gnade, zu gehn auf Christi Pfade, daß deiner Huld und Treue stets unser Herz sich freue. 9. Du giebst so viel zu ernten! O, daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen! 10. Wenn wir die gern erquicken, die Not und Mangel drücken; so wirst du, was zum Leben uns not ist, ferner geben. bis wir, dich dort zu loben, gebracht 11. Hoch seist du stets erhoben, in deine Scheuern, ein ewig Dantfest feiern. Mel. Aus meines Herzens 2c. 890. Dem Gott voll Huld und Stärke erschalle Bobgesang! Ihn preisen seine Werte, ihn preis' auch unser Dank. Daß wir der Ernt' uns freun, auch das sind seine Thaten; er gab zum Wuchs der Saaten sein himmlisches Gedeihn. 2. Wie Nach der Ernte. 2. Wie prangten goldne Früchte, des Sommers Feierkleid! Wir sahn im schönsten Lichte, Herr, deine Freundlichkeit. Wer giebt so gern, wie du? Dich baten wir um Leben, und du hast's uns gegeben und Überfluß dazu. 3. O Gott, du schufft die Wonne, die alles hoch entzückt, so weit als deine Sonne den Erdkreis überblickt. Du nahmst die Bitten an; wo aller Augen warten, hast du im Feld und Garten die Hand mild aufgethan. 4. Oft sank in Ungewittern der Hoffnung süße Lust; da ward das Herz mit Bittern sich deiner Macht bewußt. Du riefst mit Gottesmacht dem Donnersturm und Bliße vom hohen Wolkensize: und Mittag ward zur Nacht. 5. Doch Herr, mit milder Schonung suchst du die Erde heim. Geschüßt blieb unsre Wohnung, bewahrt der Saaten Keim. Vom Sturmgewölke los ergoß sich sanfter Regen, und Fruchtbarkeit und Segen troff in der Erde Schoß. 6. Nun zog von Thal und Hügel der Reichtum in das Haus. O breite deine Flügel auch schirmend drüber aus! Wend' ab, was nächtlich dräut; gieb zu des Brotes Fülle Genuß in heitrer Stille und Fried' und Frömmigkeit. 7. Dir, der uns alle segnet, auch den, der's nicht verdient; des Gnade uns begegnet, wo Freud' und Hoffnung grünt; dir schalle Lobgesang! Dein Name sei erhoben! Dich preist der Engel droben; dich preis' auch unser Dank! 381 und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgesang. Für Millionen deiner Kinder ist jetzt ein neuer Tisch bereit. Du nährst den Frommen, nährst den Sünder, und alles wird durch dich erfreut. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 891. Wir alle, Menschenbater, bringen dir unsern feierlichsten Dank, 2. O, welchen Reichtum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu erhalten und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Wir ernteten aus deiner Fülle den Segen unsrer Fluren ein; denn uns zu segnen ist dein Wille. Wer wollte dir nicht dankbar sein! 3. Wie väterlich kannst du versorgen! Mehr, als wir bitten und verstehn! Du hörst am Abend und am Morgen mit Vaterhuld auf unser Flehn. Selbst unser Undank, unsre Sünden ermüden deine Liebe nicht. Wir sehen, schmecken und empfinden, was uns dein göttlich Wort verspricht. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter, als die Wolken, reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Du schenktest Sonnenschein und Regen zur rechten Zeit für jede Frucht. O, wohl uns, wenn auf deinen Wegen auch unser Herz dich ewig sucht! 5. Um deine Gaben anzuwenden, verleih' uns Weisheit und Verstand; denn nicht zum üppigen Verschwenden entströmten sie der Vaterhand. Wir sollen alle sie genießen; doch mäßig auch und dankbar sein, und so mit ruhigem Gewissen, uns. deines Batersegens freun. 6. Ja, groß, o Herr, ist deine Milde! Wir wollen freudig dich erhöhn, und liebreich sein nach deinem Bilde, und hören auf des Armen Flehn. Er jauchze heute mit uns allen, 382 In besondern Zeiten. allen, er trockne seine Thränen ab, brüder, durch Thaten und durch und denke stets mit Wohlgefallen, Lieder, daß wir so reiche Gaben daß deine Hand uns Segen gab. von Gott empfangen haben! Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 892. Erhebt mit Jubelschalle, ihr Christenbrüder alle, ihn, dessen reiche Gaben wir eingeerntet haben. 2. Ja, Herr, durch den wir leben, dich wollen wir erheben; laut schall' im Heiligtume das Lied von deinem Ruhme. 3. Was du uns einst versprochen, hast du noch nie gebrochen; du willst, daß stets die Erde erfüllt mit Gütern werde. 1540 4. Du sprachst; da floß dein Segen, da troffen Tau und Regen; du winktest, und die Sonne entfandte Licht und Wonne. 5. Da wogte gleich den Meeren die dichte Saat der Ähren; da reichte, uns zu laben, der 3weig die goldnen Gaben. 6. Wo unser Auge weilte, da, guter Vater, eilte mit tausendfachem Segen uns deine Huld entgegen. 7. Dies alles gab uns Armen, du Gnäd'ger, dein Erbarmen; du liebtest uns, die Sünder, wie deines Himmels Kinder. 8. O, laß uns diesen Segen, wie gute Kinder pflegen, mit dankbar offnen Händen, wie du's befiehlst, verwenden. 9. Laß uns die christlich laben, die minder, als wir, haben, und die, die Blöße leiden, mit Bruderhänden kleiden. 10. Laß nie es uns vergessen, das Wort: Wie ihr gemessen, so wird euch auch gegeben hier und in jenem Leben. di 11. Ja, rühmt's, ihr ChristenMel. Was Gott thut, das ist 2c. 893. Auf! preist Gott mit Zufriedenheit, des Güte ewig währet, der auch bei mindrer Fruchtbarkeit uns väterlich ernähret! Noch immer hält sein Arm die Welt; was nötig ist zum Leben, will er uns allen geben. 2. Gott ist der Herr, in seiner Hand ist, was die Erde bringet. Des Menschen Mühe baut das Land; Gott giebt, daß sie gelinget. Von ihm allein kommt das Ge deihn; nur er läßt unsre Saaten blühn, reifen und geraten. 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Ernt' entgegen; und plößlich ist er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und giebt, was ihm beliebt, daß er, als Herr der Erde, von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich der Reichtum seiner Gaben, so schenkt er doch uns väterlich, so viel wir nötig haben. Er ist bedacht, voll Gnad' und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Ja, Höchster, wir berehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brot wirst du, o Gott, uns väterlich gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 6. Wir beten demutsvoll dich an, der alles weislich füget, des Vorsicht niemals irren kann, des Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen Nach der Ernte. preisen deine Güte mit gläubigem Gemüte. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 894. Was trauern wir? Gott sorgt ja doch getreu für unser Leben. O, laßt uns auch im Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmut fern, laßt, ihm zum Wohlgefallen, ein frohes Lied erschallen! 2. Sein ist die Herrschaft, wie er will, verteilt er seine Gaben. Sein Werk ist's, daß wir nicht so viel, als sonst, geerntet haben. Und was er thut, ist recht und gut, geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mehre. 3. Er ist unendlich, wir sind Staub; er heilig, wir sind Sünder; oft sorglos schnöder Lüste Raub und ungetreue Kinder. Wer mag ganz rein von Schulden sein? Wer darf von seinen Knechten mit ihm, dem Schöpfer, rechten? 4. Ja, Gott, du bist untadelhaft in allen deinen Wegen. Du wirkest, wenn dein Arm auch straft, zu unserm wahren Segen. Auch dann sorgst du für unsre Ruh', und Heil für unsre Seelen sind Sorgen, die uns quälen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 895. Dich jeh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Dank zu bringen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heil'gem Mut lobsingen! Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüte. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um Morgen. 383 5. Wir schweigen, deiner Größe boll, mit unsern Klagen stille. Du herrschest weise; heilig soll uns sein dein Rat und Wille. Fest halten wir, o Gott, an dir. Vergieb uns unsre Sünden, und laß uns Gnade finden. 6. Du bist allmächtig; alle Not kannst du zum Besten lenken. Du, guter Vater, wirst uns Brot, auch noch bei Mangel schenken. Wie hast du dich so väterlich- sei hoch dafür gepriesen!-bisher an uns bewiesen! 7. Wie manches segensreiche Jahr hast du uns schon gewähret! wie gnädig uns auch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, o Vater, schauen, und deiner Güte trauen? 8. Ach, laß nur, Vater, fernerhin bei unsrer Hände Werken, mit einem stets zufriednen Sinn uns dein Gedeihen merken! Laß deine Hand bald unser Band um deiner Güte willen mit neuem Segen füllen! 9. Anbetung, Ruhm und Dank sei dir! du hörest unser Flehen. Dein sind wir, Gott; drum werden wir auch deine Hülfe sehen. Auf dein Gebot wird unsre Not- wie wollen wir dich ehren!- in Wonne sich verkehren. mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sehest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke; dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nußen In besondern Zeiten. 384 nugen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Schaf; erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern eutschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. der Erden, Vater, Sohn und heil' ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn. Laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Mel. Warum betrübst du dich zc. 896. Gott des Himmels und 897. Ihm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heiterfeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Nirgend, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, Kräfte, Sinne und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Not mir droht; alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod. Sterb' ich, o, so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'! 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden; Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich einem Toten lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu', empfang' ich jezo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet' ich findlich an; ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deinen Geist zu mei at meiner Christenpflicht! Hilf selber meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. Morgen. 6. Ein gut Gewissen sei mein Teil! dies wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 1 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, mich wieder zu erwecken? 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 1233 Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 898. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb' ihn, meine Geele! Der Herr hört deinen Bobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen, ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. Nacht, und Ruhe für die Müden? 899. Lob sei Gott, der den 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren! Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? Morgen uns sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, erfreut! 2. Der Engel heil'ge Heere er= höhn ihn mit Gesang. Auf! singt in ihre Chöre, in ihrer Jubel Klang! Ertönet, Harf' und Psalter, ins Lied der Seraphim! Dem Schöpfer, dem Erhalter ertönt! lobfinget ihm! 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet jeist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 385 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zubersicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; und dies mein irdisch Leben fließt wie ein Strom dahin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. O süßer, hoher Glaube, nicht ewig 25 In besondern Zeiten. 386 ewig zu vergehn! Es soll der Mensch vom Staube einst wieder auferstehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 5. Sollt' ich nach Reichtum trachten? Nie tomm' es in mein Herz! Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 6. 3war dieses Lebens Freuden sind nicht der Christen Los; doch ist in ihrem Leiden des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, und schaun von ferne schon die Wonne jenes Lebens, der Überwinder Lohn. 7. Getrost, mein Geist! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärtet Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite! Des Sieges Lohn ist nah! Getrost! vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Me I. Christus, der ist mein Leben 2c. 900. Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüt' eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. Tilger meiner Sünden, o Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir. Erfreuender als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rat. 9. Nur eins laß mich erflehen; das christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen in Freuden, wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du! 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wint, o Gott, und lauter im Gewissen, so sinde mich der Tod! 901. Wach' auf mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter! 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen; ich schlief in dem Vertrauen, der Sonne Sicht zu schauen. 3. Und dies, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht nun sehen; gesund grüß' ich den Morgen; dein Schuß hat mich geborgen. 4. Du Morgen. 4. Du willst ein Opfer haben. Hier bring' ich meine Gaben; mein Weihrauch, Herr, mein Hüter, sind meiner Andacht Lieder. 5. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herz mir sehen; weißt, daß ich mich zur Gabe dir ganz geopfert habe. of 10 6. Nun gieb du auch Gelingen zum Wollen und Vollbringen; mit Baterhänden trage mich auch an diesem Tage. 7. Sprich Ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt' und Ende, ach, Herr, zum Besten wende! 8. Mit Segen mich beschütte; mein Herz sei deine Hütte; dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Aus meines Herzens zc. 902. Anmächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß; und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich frei von Kummer ein sanfter Schlaf erfrischt, das dant' ich deiner Macht und deiner Batertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Mut erwacht. 3. Beschüßzer meiner Seele, ich harre stets auf dich. Was ist's, das ich mir wähle? O, wähle du für mich! Gieb, was mir nüßlich ist, du, dem ich alles danke. Mein freu digster Gedanke sei, daß du um mich bist. 4. Er führe von der Sünde mich auf der Tugend Bahn; er tröste 387 mich und zünde Lieb' und Vertrauen an. Ach, das zerstoßne Rohr, das willst du nicht zerbrechen! Dies gnädige Versprechen hält jetzt mein Herz dir vor. 5. Beglücke du die Meinen mit deinen Segnungen. Verlaß der Armen keinen; hilf allen Trauernden. Du eilst zwar ohnedem gern, jedem beizustehen, doch ist der Liebe Flehen, dir, Vater, angenehm. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzer, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Des soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe, oder lebe, so bin ich ewig dein. Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 903. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben! Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht; erquicktest mich, erhieltst mein Leben, und schafftest es, daß ich vergnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüte fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treulich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. O, stärke selbst mit deiner Hülfe mich; denn, was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so verbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vorsatz mir 25* 388 In besondern Zeiten. mir gelingen, so schreib' den Vorsaß wenn ich von Geschäften ruh', so selbst zum Heil mir an. Auch dieser sei mein Herz bei dir. Teil von meiner Übungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit! 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet. Vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht stüzet, und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getrost an mein Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen, und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. .600 Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 904. Bu deinem Preis und Ruhm erwacht bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. O Bater, deine Gütigkeit ist alle Morgen neu. Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit, und groß ist deine Treu'. 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem Heil von neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Teil mit Weisheit nüßen mag. 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Gieb, daß ich fern von Müßiggang, in meinem Stande treu, und, wem ich tann, mein Leben lang bereit zu dienen sei. 6. In allem, was ich denk' und thu', sei dein Gebot vor mir; und 7. Was du mir zum Vergnügen giebst, vermehr' in mir die Bust, ganz dein zu sein, der du mich liebst, und so viel Gutes thust! 8. Wenn Sorg' und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun, und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Mute traun. 9. An deiner Gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes Teil, mein Trost und meine Zuflucht hier, und dort mein volles Heil. Mel. Gott des Himmels und 2c. 905. Der du alle deine Werke liebtest, Gott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Güt' und deine Treu' ist mit jedem Morgen neu. 2. Unter vielen Millionen siehst du liebreich auch auf mich; sicher läsfest du mich wohnen, und bez schirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher Lobgesang. 3. Darf ich, Erd' und Staub, es wagen, froh zu dir emporzusehn, meinen Kummer dir zu klagen, kindlich frei dich anzuflehn? Ja, durch Christum hab' auch ich dieses Zu= traun gegen dich. 4. Du läßt meine Kümmernisse im Vertraun auf dich entfliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Morgensonn' erschien. Keine Sorge raube mir meine Freudigkeit zu dir! 5. Du gewährst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd' ich da nur treu befunden, so bin ich voll Zuversicht, wenn Morgen. wenn mein Richter nun erscheint, der erhabne Menschenfreund. 6. Stärke du mich Schwachen, leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen weisen Fügungen. Herr, mich sieht dein Vaterblick; o, wie groß ist dies mein Glück! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Mel.) 4. Vom süßen Schlaf, o Herr, erquickt, fühl ich die Kraft der Sonne; und abermals seh' ich ent906. Der frohe Morgen weckt zückt der Schöpfung Pracht und Wonne. mich wieder und ladet mich zur Arbeit ein; der Schlaf erquickte meine Glieder; nun will ich wieder thätig sein. Mit frohem Herzen will ich nun, was meine Pflicht erfordert, thun. 2. Gott, dir sei Dank für diesen Schlummer, und dir ergeb' ich mich aufs neu! In deinem Schutz bin ich von Kummer, bin ich von allen Sorgen frei. Du weißt es, was mir nüßlich ist, und giebst es, weil du gütig bist. 3. Du unterhältst mir meine Kräfte, damit ich sie gebrauchen soll; und treib' ich redlich mein Geschäfte, o so gerät es immer wohl! Bei Treu' und Fleiß giebst du Gedeihn; drum will ich treu und fleißig sein. 4. Ich will es sein, so lang' ich lebe, so lange du mir Kräfte schenkst, damit ich mir das Glück erstrebe, daß du mit Beifall an mich denkst. Dann hab' ich hier Zufriedenheit, und dort vollkommne Seligkeit. 389 2. Er, er hat mich zu rechter Zeit aus Nichts ans Licht gezogen, und hat mein Glück von Ewigkeit allgütig abgewogen. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 907. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Gottes Throne treten! Genieße früh hohe Lust, den Schöpfer anzubeten. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Treu', gelobt sei deine Güte! Auch heut' wird sie mir wieder neu. Froh dankt dir mein Gemüte. 5. O Vater, nimm dich meiner an auf allen meinen Wegen; erhalte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Segen! 6. Erinnre mich an meine Pflicht, an mein Berufsgeschäfte; gieb mir dazu der Weisheit Licht, und neue Geisteskräfte. 7. Herr, laß mein Herz zu aller Beit auf deine Vorsicht bauen, in aller Not, mit Freudigkeit und kindlichem Vertraueu. 8. Dir ist bekannt, Herr, was mich kränkt, du kennest meine Sorgen; und was mein Herz nur wünscht und denkt, ist dir, Gott, unverborgen. 9. Laß weislich mich die Prüfungszeit zu meinem Heil verwenden; du forderst in der Ewigkeit sie einst von meinen Händen. 10. Behüte, Herr, und segne mich. Und was du mir beschieden, erhalte mir auch väterlich, und gieb mir deinen Frieden. Me I. Werde munter, mein 2c. 908. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh': o, dann wach' ich anders auf! In besondern Zeiten. 390 auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, jenem Richtenden einst sage, er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank dir, Herr! zu dir hinauf führe mich, durch Glück und Plage, jeder meiner Lebenstage. Mel. Gott des Himmels und 2c. 909. Dir jei Preis! Ich lebe wieder, Vater, und empfinde mich. Auch erwachen meine Lieder, und erheben dankbar dich; denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr legter nun: Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. wenn zum bunkeln Thal ich gehe, 910. Nun ist es Tag; mit fround mein Freund nun um mich weint! Lindre dann des Todes Pein; und laß mich den Stärksten sein, daß ich ihn gen Himmel weise, und dich, Herr des Todes, preise. hem Dank verlaß ich Bett' und Ruh'. Herr, höre meinen Lobge= sang! Mein erstes Wort bist du. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Mut. Vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruht. 2. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch also im Grabe, feime für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein nhang mit mir; dann erschallen meine Bieber feurige und reiner dir. Ewig wird der Mor gen sein! Ewig schlaf' ich nicht mehr ein! 5. Keinen Tag zählst du verge= bens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Teil des Lebens; jeden, jeden richtest du. Behr' mich wachen, daß mir nie ungenußt ein Tag entflieh'. Advade 4. Wach' auch über meine Tage, Bater, meine Zuversicht, daß mich teiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sei. 6. Heute leb' ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein. Laß einst nach vollbrachtem Streite dieses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut' Stärke, Lust, Gelegenheit! 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die verjüngte Kraft. Denn beides, Vater, hast du mir durch deine Huld verschafft. den hin mit froher Dankbarkeit. 4. Ich nehm's aus deinen HänHerr, was ich habe, was ich bin, sei ewig dir geweiht! 5. Mein ganzes Leben preise dich, dein soll mein Herz sich freun. Nur, bester Vater, lehre mich, fromm und dir treu zu sein. 6. Der Erde Luft und Eitelkeit berücke nie mein Herz. Gieb Klugheit bei der Fröhlichkeit und Mäßigung im Schmerz. 7. Kurz ist der Eitelkeit Genuß, die mir die Welt versprach, und Reue, Marter und Verdruß folgt ihren Freuden nach. 8. Ich schwacher Pilger in der Zeit will ihre Büste fliehn; nur um das Heil der Ewigkeit soll sich mein Geist bemühn. 9. Dann Morgen. Ensti 1391 9. Dann wird es niemals mich ich nicht ängstlich zage; am letzten gereun, daß ich den Tag durchlebt; ich werde froh und selig sein, wenn man mich einst begräbt. meiner Tage sei dies mein Trost im Tod. Mel. Aus meines Herzens 2c. 911. Des Morgens erste Stunde soll dir, Gott, heilig sein. Mein Herz stimmt mit dem Munde zu Dankgesängen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen lalle, so weiß ich, es gefalle dir doch durch deinen Sohn. 2. Auch mich hat deine Gnade in dieser Nacht bedeckt; mich hat kein Schmerz noch Schade verletzet und erschreckt. Der Schlaf hat mich erquickt; ich bin mit frischen Kräften zu des Berufs Geschäften durch deine Huld beglückt. 3. Gieb Gnade mir auch heute, daß ich gewissenhaft dem Bösen widerstreite, gestärkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich vor deinen Augen wandeln, fromm denken und fromm handeln, aus Liebe ge= gen dich. 4. Bei Fleiß und Arbeit schleiche kein Geiz sich in mein Herz; leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz! Kein Glück, das andern blüht, empöre mich zum Neide; und kein Genuß der Freude verderbe mein Gemüt. 5. Bewahr' an diesem Tage mich vor Gefahr und Leid. Und trifft mich eine Plage, so gieb Gelassenheit. Nur hilf, o Vater, mir, daß ich sie nicht verschulde, und dann fie christlich dulde, voll Zuversicht zu dir. 6. Wie bald ist's überwunden, das Leiden dieser Zeit! Auf wenig bange Stunden folgt Heil der Ewig teit. Dies stärke mich in Not, daß Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 912. Vergangen ist auch dieſe Nacht, ein neuer Tag erscheint! Ich ruhte sanft; wer hat gewacht'? Du, Gott, mein Herr und Freund! 2. In deinem Schuße schlummert' ich, beschirmt durch deine Macht; kein Unfall traf und schreckte mich; ich ward von dir bewacht. 3. Wie manche mir verborgne Not entfernte deine Hand! Auch einen bösen schnellen Tod hat sie von mir gewandt. 4. Wie dank' ich, Vater, dir dafür? O, könnt' ich dankbar sein! Mein ganzes Herz ergeb' ich dir; auf ewig sei es dein! 5. Gedenk' auch heute, Herr, an mich, wenn sich Gefahren nahn; o nimm dich meiner väterlich um Jesu willen an! 6. Und du, mein Jesu, gieb mir Kraft; steh' deinem Freunde bei, damit ich fromm, gewissenhaft in meinem Wandel sei. 7. Entfern', o Heiland, mein Gemüt von aller Eitelkeit; denn selig ist, wer auf dich sieht, schon selig in der Zeit. 8. Im Glauben erst, und dann im Schaun wird er es ewig sein. So will ich, Herr, mich dir vertraun, um ewig mich zu freun! 9. Sei du nur mein, und treib' mich an zu jeder guten That; und ewig selig ruf' ich dann: Licht ist sein Himmelspfad! 10. So fang' ich denn gewissenhaft in deinem Namen an. Gieb, Herr, zu meinem Wirken Kraft, daß ich's vollenden kann. Mel. 392 Sn bes. Zeiten. Morgenfürbitte. Am Morg. d. Sonntags. Mel. O Jesu Christ, mein's 20. Sonne Strahl zu neuem Schmerz, zu neuer Qual! 913. Wir sind nach sanftem Schlaf erwacht. Wie mancher hat die lange Nacht in Schmerz verseufzt, in Gram verweint, verlassen, ohne Trost und Freund! 3. D, Vater, wehmutsvoller Dank tönt heut' in unsern Bobgesang. Du bist allmächtig, unser Gott; ach, lindre unsrer Brüder Not! 2. Uns hat der Schlummer neu erquickt; vor Tausenden sind wir beglückt. Wie mancher sieht der th Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 914. Frohlockend, Bater, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf; schau' du herab und höre! Du wirst durch deinen Unterricht auch heute Mut und Trost und Licht in meiner Seele wirken. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich kindlich zu verehren. 3. Ach, möcht' ich doch zu jeder Zeit, o Gott, mich deiner freuen, und voll von deiner Herrlichkeit, mein ganzes Herz dir weihen! Du weißt es, oft reißt meinen Sinn die Eitelkeit der Erde hin, und dann vergeß' ich deiner. 4. O ziehe sanft mich hin zu dir in diesen Feierstunden! Wie oft, o Bater, sind sie mir schon unbenutt verschwunden! Doch nun soll dieser Tag allein dir, meinem Gott, geheiligt sein, geheiligt deinem Ruhme! 5. Es freue meine Seele sich, hin in dein Haus zu gehen! Dein göttlich Wort erleuchte mich, und lehre stets mich sehen, wie freundlich du, mein Vater, bist, wie dein Gesetz 4. Den Leidenden, führ' uns ihn zu; er finde Trost bei uns und Ruh'. Die Gabe, die sein Herz erfreut, sei Opfer unsrer Dankbarkeit. nur Liebe ist, wie selig, wer dir folget! 6. Dann, wenn der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, laß meinen Geist empor zu dir in heißer Andacht steigen! Gieb Lernbegier, Lust und Verstand, daß mir dein Wille recht bekannt, dein Ratschluß heilig werde. 7. Hilf mir, daß deines Wortes Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und ich auch stets gewissenhaft, was du mich lehrst, vollbringe! Baß, Herr, durch deinen Unterricht mich eifriger in meiner Pflicht, im Glauben stärter werden! 8. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden. So seh' ich und empfind' ich hier den Himmel schon auf Erden. So werd' ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit dich unaufhörlich preisen. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 915. Willkommen, edles Morgenlicht, du Schein von Gottes Angesicht, so herrlich und so milde! Zu grüßen deine Freundlichkeit, find ringsum wach und allbereit die irdischen Gefilde. Viel Sang, viel Klang, hoch in Lüften, tief in Klüften; allerorten ist die Welt zum Tempel worden. 2. Du Am Morgen des ersten Werktags. Zur Tischzeit. 393 von dir mich scheidet. Innig fühlt dich mein Geist in sich, und wie fröhlich ist er dessen! Wer kann seine Huld ermessen! 2. Du Herr und Geber stiller Nacht, du Schöpfer, der den Tag gemacht, der Welt zu Nuß und Freuden; du Meister, dem kein andrer gleich, du König, der mit ſeinem Reich umspannet Ewigkeiten; mächtig, prächtig, hoch vor allen, die da wallen, die da wohnen in des Himmels Regionen. 3. Die weite Welt ist dein Altar; mein Herz auch hast du wunderbar zu deinem Dienst bereitet. O du, den noch kein Auge sah, du bist so hoch und doch so nah; kein Raum Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 916. Mit dir geh' ich an mein Geschäfte; o Gott, du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so lange du mich leben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, auch deinen Rat mir teuer sein. 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in trägem Müßiggang berlebt, und sich und andern gleich zur Plage das ihm geliehne Pfund vergräbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn übt, ehrt dich, o Gott. 3. Du gabft mit so viel andern Trieben mir auch den Trieb zur Thätigkeit, und ihn aufs nüßlichste zu üben, giebst du uns auch Gelegenheit. Du tennest unsrer Arbeit Müh' und deine Kraft erleichtert sie. 4. Wo brüderlich in einem Geist die Schar der Gläubigen dich preist, eil' ich, dir zu lobsingen. Herr, deinen Tag, der sanft die Welt mit seinem heil'gen Licht erhellt, läßt du mir Wonne bringen. Leite, weide deine Herde; alles werde dir zum Ruhme, Gott, in deinem Heiligtume! 4. Laß mich auf diese Ordnung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun. Wie sollt ich dabei irre gehen, und nicht vielmehr gesegnet sein von dir, der du der Arbeit Last auch reichen Sohn beschieden hast? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, du weißt, wie viel mir werden soll. Ich sehe deiner Huld entgegen, und bin des hohen Trostes voll: Mein Fleiß, o Höchster, ist vor dir; du siehst und du vergiltst ihn mir. 6. Ich tröste mich des nicht vergebens; blieb er auch unvergolten hier, du reichst am Ende meines Lebens mir doch der Treue Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigfeit des nüßlichen Gebrauchs der Zeit. ( 917.- 918.) dir; o laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar sein! Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 919. Du schenkst uns, Gott, so väterlich jetzt Speis' und Trank; wir preisen dich; denn alles, was 920. Lobet den Herren, denn uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh', deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben. Sein Bob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren. 2. Er In besondern Zeiten. Zur Tischzeit. 394 2. Er heilet gnädig die zerbrochnen Herzen; er zählt die Stern' und nennet sie mit Namen. Der Herr ist groß, allmächtig, allbarmherzig. Lobet den Herren. 3. Er tröstet freundlich, die da trauernd gehen; er stößt zu Boden, die ihm widerstehen. Singt unserm Gott mit Harfen und mit Psalter. Lobet den Herren. 4. Er deckt mit Wolken das Gezelt des Himmels; er sendet Regen, wenn er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren. 5. Der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicherweise, den jungen Raben, die auch zu ihm rufen. Lobet den Herren. 6. Er hat nicht Freude an der Streiter Menge; des Menschen Troß kann ihm nicht wohlgefallen. Der Herr ist freundlich denen, die ihm trauen. Bobet den Herren. 7. Danket dem Höchsten, der mit Frieden segnet; der uns läßt wissen seine Recht' und Thaten. Der Brunn des Lebens quillt aus seinem Herzen. Lobet den Herren. 8. D Herr und Mittler, Sohn des Allerhöchsten, gieb deinen Christen Gnade, Gott zu preisen, und seinen Namen zu erheben. Amen. Lobet den Herren. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen! Von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser ganzes Thun dir wohlgefällig sei. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket, wie wird uns sein, wenn einst dein Himmel uns entzücket! Führ' uns dahin, wo wir dein Antlitz ewig sehn; so wird dich unser Dank noch würdiger erhöhn. Mel Vater unser im Himmelr. 2c. 922. Gott, deine weise Macht erhält die ganze lebensvolle Welt; und aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst, und allen ihre Speise giebst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nötig iſt. Mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie; nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwert oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein beschiednes Teil; gabst es mit Huld und Freundlichkeit noch immer mir zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume töniglich, die nicht zur Arbeit eilt, Mel. Nun danket alle Gott 2c. 921. Wir danken freudig dir wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als sie! für alle deine Gaben, die wir, o Bater, jetzt von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Mut, dort deine Seligkeit! 5. Laß, Gott, mich nur genügsam sein, und deiner Gaben mich erfreun; doch mehr noch deiner; denn von dir kommt jeder Segen, Gott, z11 Zur Tischzeit. Abend. zu mir, der du der Quell der Gnade bist, aus welchem alles Gute fließt. 6. Bei deiner Gaben Überfluß erhalt' mich mäßig im Genuß. Auch schüße mich in Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du bist mein Gott! mein Leben lang gebühret dir mein Preis und Dank. Preis und Dank! Froh erheb' ihn, mein Gesang, ihn, der täglich uns ernährt, täglich uns viel Gut's gewährt! Er, der unser Vater heißt, Mel. Singen wir aus 2c. 3. Segn' uns ferner, unser Gott! Gieb uns unser täglich Brot. Jeden 923. Singt dem Herrn Lob, laß zu seinem Heil nehmen sein beschiednes Teil. Schenk' uns, Herr, Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Einigkeit, Fried' und einst die Seligkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 924. Für alle Güte sei gepreist, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geift! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 395 der uns reichlich hat gespeist, sei von uns auch jetzt gepreist! 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßet nnd genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedent', ein ruhiges Gemüte; was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 2. Ja, mit Freuden singen wir Dank und Lob, Versorger, dir. Doch erhör' auch unser Flehn; lehr' uns selbst die Kunst verstehn, deiner Güt' uns recht zu freun; laß uns fromm und mäßig sein, Übermut und Wollust scheun. 4. Sei auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 925. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, ringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Wort's Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil! 5. Bedeckt mit deinem Segen eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. dich bet' 926. Nun sinkt die Sonne nieder; ich findlich an! Ich bin viel zu ge- die stille Nacht kommt wieder, und mit In besondern Zeiten. 396 mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich, und erzähle mit tief gerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüte lobsing' ich seiner Güte! er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm tommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schutz und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in Nacht und Dunkelheit. Doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 7. Woher mein Glück, mein Leben? Gott ist's, der mir's gegeben? Gott ist's, der für mich wacht. Woher auf meinen Wegen so mancher reiche Segen? Gott ist's, der alles wohlgemacht. 8. Gott, groß von Macht und Treue, jest, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Beg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du; ich sorge nicht. 9. Soll mir der Schlaf zum Beben erneute Kräfte geben, so will ich des mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. n Mel. Dies ist der Tag zum 2c. 927. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh' und Elend viel Freuden zu genießen; und zu versüßen, giebt uns der Herr Seelen! Wer kann sie zählen? welche Güter schenkt er unsern 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. deiner Treue! Wir opfern dir ein 4. Wie unwert sind wir, Bater, Herz, erfüllt mit Reue. Die Seufzer nach Vergebung wollst du stillen um Christi willen! 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden; soll uns der Schlaf ein Todesschlummer werden: so weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüte, Herr, deine Güte. Mel. Abend. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 928. Bu unserm Besten wendet Gott alles; liebreich sendet er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten, im sichern Schlummer, durch die Ruh'. 2. Der Herr versäumet keinen. Der andern Welt zu scheinen rief er der Sonne nun. Uns decken Finsternisse; doch ohne Kümmernisse soll unser Herz in Frieden ruhn. 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Fall', meine Seele, nieder! Erhebe froh dich wieder zu deinem Gott, der dich bewacht. 4. Er, der den Mond bereitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Höhe blick ich empor, und flehe; denn meine Hülfe kommt vom Herrn. 5. Wer bin ich? Staub und Sünder. Doch, Vater aller Kinder, auch mich erhörest du. Wenn still geweinte Zähren dir meine Reu' erklären, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 397 du, wenn er dir's beföhle, vors Ach, erwäg' es: Eins ist not! Gericht zu gehn bereit? Dent' an Gott und an den Tod. ihm zu ergeben; nur Heil und Leben. 6. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich trägt, mich nie vergißt; und meine Lippe preise den Höchsten, der so weise, so gütig, als allmächtig ist. Eile, dich bei ihm ist 3. Herr, ich muß es dir gestehen, oft vergaß ich meine Pflicht. Ach, du hast, du hast's gesehen; aber schon' und richte nicht. Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Sünder liebest, lieber wohlthust, als betrübest. 4. Herrscher über Tod und Leben, nimm dich meiner gnädig an. Du allein bist's, der vergeben, und mein Herz noch bessern kann. Sieh', ich komm' und suche dich; und mein Mittler spricht für mich. Darum laß mich Gnade finden, und vergieb mir meine Sünden. 5. Beb' ich morgen, o, so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an. Gieb auf meiner Pilgerschaft deinen Schuß und deine Kraft. Fröhlich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 930. Wer unter deinem Schirme Mel. Werde munter, mein 2c. 929. Nacht und Stille führen wieder uns den milden Schlaf herzu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach ihrer Ruh'. Aber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß dich zu er- 3. Der Tag ist schnell dahin ge= geben. deilt, und deine Baterhand hat mir ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit unerschrocknem Mut dem Grauen dunkler Nacht. 2. Aus öder, stiller Finsternis sing' ich dir, Herr, ein Lied; mein Herz frohlockt, und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele! viel Gutes zugeteilt, viel Böses Nuhtest du auch deine Zeit? Wärst abgewandt. 4. Auch In besondern Zeiten. 398 4. Auch in der Not, und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an; und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage fliehn; bald ist mein Biel der Pilgerschaft erreicht. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit, so lang' es dir gefällt; dir, Vater der Barmherzigkeit, leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; denn du bist meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Mit Finsternis umringt, schließ' ich die Augen betend zu; doch du, mein Vater, bist um mich, und segnest meine Ruh'. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 931. Wie ein Geschwäß des Tags, verfließt die Zeit, die mir geliehen ist; sie rauscht vorbei, schnell wie ein Bach; und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit er greift mich nach durchlebter Zeit; ich sei alsdann auch, was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Da wall' ich hin; da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach, Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein heilig Antlig schaun! 4. Du träufelst auf die Müden Ruh'; und wenn wir schlummern, wachest du. Ach, wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 5. Wir sind nur, wie ein Schlaf, bor dir; wie Gras, so blühn und welten wir. Du forderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht ein Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld: schenk' mir an Jesu Christo Teil, und deine Gnade sei mein Heil. 7. Gieb du die wahre Weisheit mir, daß ich nichts fürchte, außer dir; so schlaf' ich mit dem Troste ein, ich sei im Tod und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bewacht, des Todes Schlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, und läßt mich auch im Tode nicht! Mel. Ich dank' dir schon zc.. 932. Wie schnell ist mir der Tag entflohn, den ich durchlebet habe! Vollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe! 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in Zukunft frömmer finde: so töte selbst, das bitt' ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der dich thätig preist, schmück', Höchster, meine Seele; und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank' ich, Vater, für die Huld, die du mir heut' erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld; sei hoch von mir gepriesen! 6. Sieh' ferner mich in Gnaden an; bergieb mir meine Sünden; und laß mich auf der Tugendbahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun 399 nun vom Schlaf gefesselt liegen: Mel. Werde munter, mein 2c. so laß mich sanft und sicher ruhn, 934. Auf, o Seele, sei noch bis Nacht und Schlaf verfliegen! munter, und gedent' an deine Pflicht! Gottes Sonne geht zwar unter, aber seine Güte nicht. Heut' auch hat sie mich ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüßet, meine Schwachheit unterstüzet. Abend. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 933. Lobsinge, Geel', und sage, wie auch an diesem Tage dein Gott dir wohlgethan! Ja, dankend fall' ich nieder, und bringe meine Lieder; o Vater, nimm sie gnädig an! 2. Dein ist's, daß ich noch lebe, jest deine Treu' erhebe, mich deiner Biebe freu'. Du gabst mir Speif' und Freuden, bewahrtest mich vor Leiden, und legtest deine Kraft mir bei. 3. Du lenktest Thun und Dichten, da mir bei meinen Pflichten so manches widerstand. Zu jeglichem Geschäfte verliehst du Lust und Kräfte, und führtest mich an deiner Hand. 4. 3war want' ich oft und gleite; ich weiß, mein Gott, auch heute sind meiner Fehler viel. Doch du hast mich geleitet, und, wenn mein Fuß gegleitet, doch nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein. Gott, deine Liebe wollte, die stille Nacht auch sollte für mich reich an Erquickung sein. 6. Ich darf nicht ängstlich beben; denn du bewahrst mein Leben, du selbst, der mir es gab. Bis ich es hier beschließe, dort deines Lichts genieße, ziehst du von mir die Hand nicht ab. 2. Angebetet, hochgepriesen seist du, Herr, mein Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. War ich's, Vater, gleich nicht wert, hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu Namen brachte. 3. Ruhe, Munterkeit und Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte haft du mir auch heut' verliehn. Und wie viel Gelegenheit gab mir deine Gütigkeit, zu des Himmels Seligteiten immer mehr mich zu bereiten. 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Fehler dar. Ach, verzeih' mir meine Schuld, Gott der Langmut und Geduld; in Bekämpfung schnöder Sünden laß mich deinen Geist empfinden. 5. Gieb auch bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt' allgütig über mir, bis ich durch ein selig Ende meine Tage hier vollende. 7. Nun, Vater, ich befehle dir fröhlich Leib und Seele, und schlaf' Mel. Werde munter, mein 2c. in sichrer Ruh'. Ich trau' auf deine 935. Laß mich diese Nacht emGnade. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein Schuß bist du. pfinden eine sanfte süße Ruh'; alles übel laß verschwinden! decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut 400 In besondern Zeiten. Mut und Blut, und die Meinen, 4. Heilige du mein Gemüte, daß Hab' und Gut, Freunde, Feinde, mein Schlaf nicht sündlich sei. Hausgenossen sind in deinen Schuß Steh' mit deiner großen Güte auch geschlossen. in dieser Nacht mir bei. Nimm dich meines Hauses an; wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 2. Ach, laß uns kein banges Schrecken, weder Raub noch Feuersglut, aus dem süßen Schlummer wecken! Halt' uns, Herr, in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht; laß uns, wenn wir sollten sterben, doch des Himmels Freuden erben. 3. Treuer Vater! so gewähre, was dein Kind gebeten hat. Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rat. Heil'ger Geist! verlaß mich nicht; gieb mir Kraft und Zuversicht. Hör', o Gott, mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. zc. 937. So hab' ich, Gott, durch deine Macht nun wieder einen Tag vollbracht! Sei hoch dafür geprieMel. Werde munter, mein 2c. sen! Mit froher Rührung dank' 936. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugnis geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüßlich zugebracht, und zur Freude mir's gemacht, die mir an befohlnen Pflichten treu und emsig auszurichten! ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. O, laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun! 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, ewig dir gewidmet sein, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreun. Doch bestimmt dein Rat, o Gott, heute noch für mich den Tod: nun, so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. meine Fehler wohl verschweigen? O, sie alle sahest du! Ja, wie oft verging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung still zu ruhn, und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führst zum Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, in deine Hände geb' ich's hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' auch nun in dieser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich, so stärken meine Kräfte sich, so lieg' ich ganz in Frieden! erwache froh, und mein Gesang singt dir, mein Vater, neuen Dank. 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner Seele Schaden; tilge meiner Sünden Schuld. Deine unbegrenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. daß ich künftig deinen Willen besser 938. Herr, dessen Gnade alles mög', als heut' erfüllen. schafft, slis Abend. schafft, durch dich hab' ich mein Leben. Gesundheit, Segen, Bust und Kraft hast du mir heut' gegeben. Den ganzen Tag warst du mit mir; mit froher Seele dank' ich dir. 2. Du hast mich heute väterlich gespeiset und getränket; behütet vor Gefahren mich; zum Guten mich gelenket; zur Arbeit gabst du Kraft und Mut. Wie bist du doch, mein Gott, so gut! 3. Du, ewig guter Vater, du wirst ferner für mich sorgen. Gieb meinem Leibe sanfte Ruh', bis zu dem frohen Morgen. Wenn ich erwache, fang' ich dann den neuen Tag mit Loben an. sangland Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 939. Bu so viel Tagen, die mir schon von meiner Prüfungszeit entflohn, flieht schnell auch dieser, den ich heut' durchlebt, ins Meer der Ewigkeit. 2. Gott, dem ich nichts verbergen tann, der alles weiß, was ich gethan, was ich geredet und gedacht, weiß auch, wie ich ihn zugebracht. 3. O Seele, denk' an deine Pflicht, versäume deine Beßrung nicht! Denn auch der kleinste Teil der Beit hat Einfluß auf die Ewigkeit. 4. Der Tod vollendet mich vielleicht, eh' dieſe Nacht dem Morgen weicht, und führet mich, wie ich hier bin, vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Bewahre gnädig mich, mein Gott, vor einem bösen schnellen Tod. Zur Beßrung und zur Frömmigkeit gieb, mein Erbarmer, mir noch Zeit. 6. Erhöre väterlich mein Flehn, laß Gnade, Herr, für Recht ergehn. 401 Nicht schrecklich sei mir dein Gericht, gedenke meiner Sünden nicht. 7. Von allem bösen Vorsat rein, will ich dir ganz mein Leben weihn. Kein Tag soll wieder mir entfliehn, es segne denn dein Beifall ihn. 8. Von dir bewacht, entschlaf' ich nun. Laß mich in sanfter Stille ruhn! Mein erst Gefühl nach meiner Ruh' sei mein Gelübde, Gott, ſei du! Mel. O Jesu Christ, mein's zc 940. Ein sanftes Lager wartet mein. Wie viele meiner Brüder freun, wenn du entfliehst, des Tages Licht, sich dieser Wohlthat heute nicht! 2. Auf hartem Boden hingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, ruft mancher Kranke jammervoll den Tod, der ihn erlösen soll! 3. Du, wert der Glücklichste zu sein, mein Mittler, ach, es war nicht dein der Ort, wo du nach Müh' und Last zur Ruh' das Haupt geleget haft! 4. Wer bin ich? Wie vergelt' ich dir, mein Vater, was du thust an mir? Ich bin zu schwach! Doch höre du den Dank für meine sanfte Ruh'. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 941. O Jesu, wenn zum Stärkungsschlummer dein Haupt ermüdet niedersant, wie manches Erdenpilgers Kummer, der aus dem Kelch der Leiden trank, war dann geſtillt! wie mancher Schmerz geheilt durch dein erbarmend Herz! 2. Wie waren deine treuen Hände zum Wohlthun immer ausgestreckt! Wie hatte, wo sich Elend fände, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Du 26 402 In besondern Zeiten. Du lebtest jeden Augenblick für wird bereiten die Ruhstatt in der Brüderwohl, für Menschenglück. kühlen Erd'. 3. Und ich? lebt' ich vielleicht vergebens? vielleicht kaum halb nur diesen Tag? Was helfen Stunden meines Lebens, von denen ich nichts ernten mag? Ach, hätt' ich deiner oft gedacht, sie wären besser zugebracht! 4. Jch blicke reuvoll auf die Stunde, die ungenugt mir heut' entwich; gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich. Ja, jedes künft'gen Tages Licht sei Beuge treu erfüllter Pflicht. 942. Nun ruhen alle Wälder; es ruhen Städt' und Felder; es schläft die müde Welt. Ihr aber, meine Sinne, auf, daß ich noch beginne, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen entwich aus unsern Grenzen; uns deckt die finstre Nacht. Fahr' hin, du Erdensonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Durch jene blaue Ferne, weit über alle Sterne, erhob er herrlich sich. Ich will gen Himmel schauen, mit gläubigem Vertrauen; dort sorgt mein Heiland noch für mich. 4. Versenkt in süßen Schlummer, vergißt nun seinen Kummer das tiefbetrübte Herz. Frohlocke, frei zu werden von jeder Last der Erden, vom Sündenjoch, von Angst und Schmerz! 5. Bald legt ihr, matte Glieder, euch auf das Lager nieder, das euch die Ruh' gewährt. Es kommen einst die Zeiten, da man euch 6. Die Augen stehn verdrossen; wer wacht, wenn sie geschlossen? Wer sorgt für Leib' und Seel'? Deck' sie mit deinen Gnaden; sei gut vor allem Schaden, du Wächter über Israel. 7. Dein Flügel, Herr, bedecke mich Schlafenden; es wecke tein Unfall mich, noch Pein! O Jesu, meine Freude, laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein. 8. Auch euch, ihr, meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen; der Herr wird für euch sorgen; euch schüßet seiner Engel Schar. med al Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 943. Preis dir, der auch in stiller Nacht sein Antlig zu uns neiget! Preis dir, da in gestirnter Pracht von dir der Himmel zeuget! Dich lobet jeder Stern und rufet: Lobt den Herrn! Auch meine Seele lobt erfreut, Erhalter, dich, dich, Herr der Zeit! 2. Mir ward der Tag, der jetzt verschwand, durch dich zum frohen Tage. Mich schützte deine Allmachtshand vor jeder Not und Plage. Du gabst, worum ich bat; mich führte, Herr, dein Rat. Durch Segen ward mir offenbar, daß Gott mein Freund und Helfer war. 3. Was bin ich, großer Gott, vor dir, daß du so treu mich liebest? Womit verdien' ich's, daß du mir so viele Freuden giebest? Ich denk' an meine Schuld, voll Scham bei deiner Huld. Vergieb, und mach' durch wahre Reu' mich dir und deiner Pflicht getreu. 4. Er isurtops Abendfürbitte. Prüfung am Abend. BC 403 ich bleibe dein, und schlafe betend ein. Verlaß auch, Gott, mein Gott, mich nicht, wenn einst mein Aug' im Tode bricht. 4. Erquicke mich in dieser Nacht zu einem frohen Morgen. Du bist es, der für alles wacht; drum schlaf' ich ohne Sorgen. Ich bin, Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. Gott 944. Gott der Lage, der Nächte, unsre Seele harret dein; hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Bater, viele Menschen weinen, viele Kranke schmachten jetzt! Aber du verlässeft keinen, der auf dich Vertrauen sett; trocknest liebreich Kummerthränen, und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Bindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. Mel. O Gott, du frommer 2c. 945. Der Tag ist wieder hin; und diesen Teil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? ir 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? mit Dant und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 3. Sende, Bater, Mut den Schwachen, Licht in jedes trübe lindre gnädig ihren Schmerz! Laß Herz! Allen, die bekümmert wachen, die Witwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gieb den Kranken sanfte Ruh'; Sterbenden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist wie der Tag vor dir. Herr, allmächtiger Gebieter! deinen Schuß erflehen wir. Allen, allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun. med data 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, mein Ernst noch sanft, mein Scherz was ich empfunden? War auch noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch 26* Sorg 404 In besondern Zeiten. Am Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißt, was Me I. Wenn wir in höchsten 2c. 950. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Woche kommt und eilt davon; vergangen ist auch diese schon! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Not, für tausend Proben deiner Treu'; denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, wes war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht. Verzeih' uns die verlehte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 951. Hinauf zu Gott, Gesanges= lust! und thu' sein Walten kund! Sein Dankaltar sei jede Brust; sein Lob in jedem Mund! 2. Stimm' ein in unsern Lobgesang, du mächt'ger Orgelton! Trag' der Gemeine Preis und Dank empor zu Gottes Thron. Ende der Woche. Orgelweihe. könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergieb, und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! ( 946-949.) Reu'; um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt; die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu; daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find't! 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Los entscheiden soll; so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsternis nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! 3. Zum Schöpfer, der auch verleiht, damit er Kunst und WissenSchöpferkraft dem Menschengeist schaft dem Unsichtbaren weiht. 4. Hoch strahlt die schöne Ziererin im schönen Gotteshaus, und geht als Sangesführerin vieltönig uns voraus. 5. Wir weihen sie im Heiligtum mit mit Freud' und Jubel ein. Sie soll ein Wert zu Gottes Ruhm in der Gemeine sein. Orgelweihe. 6. Sie preise mit beim Festgenuß in Jesu Gnadenreich; sie danke mit beim Sabbathsgruß:„ der Herr, Herr sei mit euch!" 7. Zu ihrer Stimme, ernst und hehr, sing' frommer Christen Schar; ,, Allein Gott in der Höh' sei Ehr', der sein wird, ist und war." 8. Sie töne, wenn, trog ZweifIerspott, der uns weit: 2Bir glauben and an Einen Gott, an Vater, Sohn und Geist." 9. Den frommen Sinn entzücke fie hoch über Erdenschmerz, und bringe Himmelsharmonie in das entzweite Herz. 10. Sie wede mit Posaunenton # 30dag 405 vom Schlaf den Sünder auf, und trage sein Gebet zum Thron im leisen Klang hinauf. Borg Br hodit aut miey wiad 11. Jhr Lautenhall, ihr Flötenspiel sei Trost im trüben Gram, und jener Wonne Vorgefühl, die noch kein Ohr vernahm. 12. Hinauf zu Gott! Der Tag gebeut, uns deiner, Herr, zu freun. Dein Lob soll immerdar, wie heut', in unserm Munde sein. 13. Nimm unsern Dant, hör' unund aus; laß deine Augen offen ſtehn, Herr, über dieses Haus. 201 in de 19 and 14. Auf deine Güte hoffen wir, und schaun getrost empor. Einst tönt mit Engelharfen dir ein Lied im höhern Chor. Indish( 952.) ps this 107 482 mes find stolles- du vé sit- do het canal du mighte ab prie up 103,003 002 sis) dan Anhang. 30-062 Ältere unverändert gebliebene und neu hinzugekommene Lieder. Mel. Mein Gott, ich danke zc. 953. Gottlob der Sonntag kommt herbei; die Woche wird nun wieder neu. Heut' hat mein Gott das Licht gemacht; mein Heil hat mir das Leben bracht. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist, und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht g'nug freuen mag; da wir mit Gott versöhnet sind; daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. 4. Mein Gott! laß mir dein Les benswort; führ' mich durchs Himmels Ehrenpfort'; laß mich hier leben heiliglich, und dir lobsingen ewiglich. prQ 5. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, samt heil'gem Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. 954. Kyrie, Gott Bater in Ewigfeit! groß ist dein' Barmherzigkeit, aller Ding' ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost! uns Sünder allein du hast erlöst. O bis in dem höchsten Thron; zu dir Jesu, Gottes Sohn! unser Mittler schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Khrie, Gott, heiliger Geist! tröst', stärk' uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End' fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! 955. Allein Gott in der Höh sei Ehr', und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade! Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat; nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß; all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich; für deine Ehr' wir danken, daß du, Gott Vater! ewiglich regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht; fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott! nimm Ältere unverändert geblieb. u. neu hinzugekommene Lieder. 407 nimm an die Bitt' von unsrer wahrer Mensch geboren, durch den Not; erbarm' dich unser aller. heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir waren verloren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wied'r auferstanden ist durch Gott. 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, du allerheilsamster Tröster! vors Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christus erlöset, durch große Marter und bittern Tod; abwend' all' unsern Jammer und Not; darauf wir uns verlassen. 3. Wir gläuben auch an heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden ein Tröster heißt, uns mit Gabe zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier 956. Wir glauben all'anEinen all' Sünd'n vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend ist uns bereit ein Leben in der Ewigkeit. opus Gott, Vater, Sohn und heil'gen Geist; an Gott, den Herren Bebaoth, den die Schar der Engel preist; der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der von dem Himmel kommen ist, und uns führt ins Himmels Thron; der uns durch sein Blut und Tod nou hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben auch an heil'gen Geift, der von beiden gehet aus; der uns stets Trost und Beistand leist't wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit! sei gepreist zu aller Zeit. 957. Wir glauben all' anEinen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Bat'r gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, fein Beid soll uns widerfahren; er forget für uns, hüt't und wacht; es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein 958. Liebsler Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Bente Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Glanz uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten, mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Bicht aus Gott geboren! mach' uns allesamt bereit; öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. 959. Herr Jesu Christ! dich zu uns wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send'; mit Hülf' und Gnad', Herr, uns regier', und uns den Weg zur Wahrheit führ' 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein; bereit' das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr', stärk' den Berstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis 408 Ältere unverändert gebliebene du 375109 3. Bis wir singen mit Gottes 963. Gelobet seist du, Jeſu Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angeficht in ew'ger Freud' und sel'gem Christ! daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleison. Licht! 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. ( 960. 961.). Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ( Neue Mel.) 962. Dies ist die Nacht, damir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hundert tausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 2. Des ew'gen Vaters ein'ges Kind jetzt man in der Krippe find't; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrieleison. 3. Den aller Welt Kreis nie be schloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Kyrieleison. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein' neuen Schein; es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleison. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal; er macht uns Erb'n in seinem Saal. Kyrieleison. 3. In diesem Fichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen 964. Christe, du Lamm Gottes, Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne! bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wanteln soll, und sei der Weihnachtsfreude voll. We d 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm', uns in dem Himmel mache reich; und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleison. 7. Das hat er alles uns gethan, sein' groß' Lieb' zu zeigen an; des freu' sich alle Christenheit, und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleison. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser. 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. 965. D und neu hinzugekommene Lieder. 965. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all'zeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet! all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes unschuldig! u. ſ. w. Erbarm’ dich unser, o Jesu! 3. D Lamm Gottes unschuldig! u. f. m. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 966. Christ ist erstanden von der Marter alle; des soll'n wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrie, eleison. 2. Wär' er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen: seit daß er erstanden ist, loben wir den Herren Jesum Christ. Kyrie, eleison. 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Des soll'n wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrie, eleison. 409 Gott! Gieb uns die Lieb' zu deinem Wort; zünd' an in uns der Liebe Flamm', daß wir uns lieben allesamt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! was sandt' er uns hernieder? den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Kyrie, eleison! 2. Hallelujah! Hallelujah! Halle Iujah! Des soll'n wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Kyrie, eleison! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Mehr unsern Glauben immerfort. An Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein' Hülf' gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Erleucht' uns durch dein göttlich Wort. Lehr' uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen O heiliger Geist, o lieben Sohn. heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Du zeigst die Thür zur Himmelspfort'. Laß uns hier kämpfen ritterlich, und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Verlaß uns nicht in Not und Tod! Wir sagen dir Lob, Ehr' und Dank jebund und unser Leben lang. Oheiliger Geist, o heiliger Mel. Christ ist erstanden zc. 967. Christ fuhr gen Himmel; Gott! 969. Nun bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie, eleison! 2. Du wertes Licht! gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum 968. heiliger Geist, o heili- Christum erkennen allein, daß wir ger Gott! du Tröster wert in aller Not! Du bist gesandt vom Himmelathron, von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns gebracht zu dem rechten Vaterland. Kyrie, eleison! 2. O heiliger Geist, o heiliger 3. Du süße Liebe! schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns bon Herzen 410 Ältere unverändert gebliebene Herzen einander lieben, und im reichlich auf uns nieder, daß wir Frieben auf einem Sinne bleiben. wieder Trost empfinden, alles UnKyrie, eleison! glück überwinden. 4. Du höchster Tröster in aller Not! hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod; daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie, eleison! ( 970.) spillede Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 971. O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, und laß uns deine Wohnung sein; o komm', du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein, zu steter Freud' und Wonne, daß wir, in dir recht zu leben, uns ergeben, und mit Beten oft im Glauben vor dich treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 5. O starter Fels und Lebenshort! laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr' und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Jesum unsern Heiland nennen. 4. Laß uns dein' eble Balsamkraft empfinden, und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß, so lang' wir sind auf Erden. Laß dich 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich, und schenk' uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu', und sich darinnen übe, kein Neid, kein Streit dich betrübe; Fried' und Liebe müssen schweben; Fried' und Freude wollst du geben! 7. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust, und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, bis wir Himmelserben werden. ( 972.) che no 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rech- 973. Komm, heiliger Geift, ten Pfad, weil wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. Herre Gott! erfüll' mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn; dein brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Bungen, das ſei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr! und neu hinzugekommene Lieder. Herr! behüt' vor fremder Behr', 978. Gott sei gelobet und gebenemehr, daß wir nicht Meister suchen denn Jesum Christ, mit rechtem deiet, der uns selber hat gespeiset Glauben, und ihm aus ganzer mit Christi Leibe und mit seinem Macht vertrauen. Hallelujah! Halle- Blute; das gieb uns, Herr Gott, lujah! od zu gute! Kyrie, eleison. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr! durch deine Kraft uns bereit', und stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! 975. Gott, der Bater, wohn' uns bei, und laß uns nicht verderben; mach' uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr'; halt' uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen; dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gottes uns rüsten! Amen! Amen! Das sei wahr! So singen wir Hallelujah! 411 979. Wer nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, 974. Komm, heiliger Geist! der hat auf keinen Sand gebaut. erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, und entzünd' in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 2. Jesu Christe, wohn' uns bei, und laß uns nicht verderben u. s. w. 3. Heiliger Geist, ach, wohn' uns bei, und laß uns nicht verderben 11. f. w. ( 976-977.) 2. Gott geb' uns allen seinen Gnadensegen, daß wir gehn auf seinen Wegen, in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speif' nicht gereue. Kyrie, eleison. 3. Man halte nur ein wenig stille, und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein' Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket feine Heuchelei: so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. p 5. Dent' nicht in deiner Drangfalshize, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße size, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel, und jezet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sa 412 Ältere unverändert gebliebene Sachen, und ist dem Höchsten alles Treue nicht mehr die täglich neue? gleich, den Reichen klein und arm Ist Gott nicht mehr so fromm zu machen, den Armen aber groß und gut? und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn bald stürzen kann. E 7. Drum hoffe nun und singe; sei froh und guter Dinge! Gott hilft noch jeder Frist. Er hat dein Kreuz gemessen, und dich noch nicht vergessen, wenn du in Angst und Kummer bist. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verricht' das Deine nur ge treu, und trau' des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. er Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 980. Dem Herrn, der mich regieret und wunderbarlich führet, vertrau' ich mich allein; obschon viel Kreuz hienieden zum Teil mir ist beschieden, so soll Gott doch mein Vater sein. 4. Seht an die lieben Alten, die fest an Jesu halten! Der Herr verläßt sie nicht; prüft er gleich oft die Frommen, so läßt er sie doch kommen niemals aus seinem Angesicht. 5. Ruft nur ein Kind der Treue mit starkem Angstgeschreie: Mein Gott, verlaß mich nicht! O, traun! der Kinder Jammer ist ihm als wie ein Hammer, der ihm sein Baterherz zerbricht. 8. Betrifft dich Angst und Leiden: nimm's auf, mein Herz, mit Freuden; es kommt von Gottes Hand. In Feldern, wo es regnet, steht alle Frucht gesegnet. Die Thränen sind dem Herrn bekannt. 2. Mich weiß er wohl zu schützen, wenn Sturm und Wetter bei trübsalsvoller Nacht. Ich weiß 981. Was Gott thut, das ist von keinen Klagen; bis heute muß ich sagen: Der Herr hat alles wohl gemacht. wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 3. Nichts darf mich je betrüben; sein väterliches Lieben hilft, wo nichts helfen tann; und wenn mein Kreuz das größte, so ist mein Gott der beste und allertreuste Helfersmann. 6. Viel haben's ja erfahren, was bei bedrängten Jahren die Hülfe Gottes thut. Ist denn des Höchsten 9. Thu' du nur stets das Deine; Gott kommt mit seinem Scheine, und macht dein Auge licht. Er wird schon heut' und morgen für deine Hülfe sorgen; denn Gott verläßt die Seinen nicht. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mich begnügen an seiner Huld, und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken. Er, als mein Arzt und Wundersmann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu. Drum will ich auf ihn bauen, und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der und neu hinzugekommene Lieder. der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 413 ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind'. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrekken; weil doch zuletzt ich werd' er- 6. Soll ich auf dieser Welt mein gößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gieb Geduld, und mich vor Sünd' und Schand' bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein 982. Gott, du frommer Gott, auf daß er seine Ruh' an ihrer gönn' bei frommer Christen Grab, Seite hab'. du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben; gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen 8. Wenn du an jenem Tag die Toten wirst erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf, und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf'. bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', sogieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt( Stand) ich reden soll und muß, ſo gieb 983. Seelenbräutigam, Jesu, den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Geführlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind', und wenn Gottes Lamm! habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe zu dem Kreuzesstamm, Jeſu, Gottes Lamm! 9. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben; o Jesu, Gottes Sohn! dich will ich all'zeit loben; o heil'ger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr. O Herr, dreiein'ger Gott! dir sei Lob, Preis und Ehr'! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich an= 414 Ältere unverändert gebliebene anblickest, und an deine Brust mich auch begleiten, und zu deinen drückest, macht mich wohlgemut deine Wunden leiten, daß mein ThränenLiebesglut. fluß sich bald stillen muß. 3. Wahrer Mensch und Gott! Trost in Not und Tod! du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfoct in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren, und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm! deine Liebesflamm' mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie hast du gedürft't nach der Menschen Heil und Leben, und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürft't! großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns, den Deinen, die dich kennen; und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun die meinen 12. Wenn ich mich aufs neu' wiederum erfreu', freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs neu' mich mit dir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron'; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron' folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu! hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 984. Mir nach, sprichtChristus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch hier mit heil'gem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im finstern weben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigteit, voll Liebe meine Seele; mein Mund, der fleußt zu jeder Zeit vom süßen Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist gottergeben; schaut auf ihn! 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, nnd euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ' euch zu der Himmelspfort'. 5. Fällt's und neu hinzugekommene Lieder. 5. Fällt's euch zu schwer: ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich tämpfe selbst; ich brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn! 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen; wer nicht sein Kreuz nimmt, und folgt mir, ist mein nicht wert und mei ner Bier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel' nachgehen, und wohlgemut, getrost und gern bei ihm in Leiden stehen; denn wer nicht tämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon! ( 985.) denn grämen? Hab' ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' von der Erd' als ein Schatten fliehen. 415 er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück enden. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben; will er's wieder zu sich kehren, nehm' er's hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Pein: sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; 5. Gott hat mich bei guten Ta= gen oft ergößt; sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott, und schärft mit Maßen; sein Gericht kann mich nicht ganz und gar verlassen. 986. Warum sollt' ich mich zu Himmelsfreuden. 6. Satan, Welt und ihre Rotten, können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schleußt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, daß man kann gehn 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind diese Lebensgüter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter; dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin gelangen, da du mich und ich dich lieblich werd' umfangen! 987. Nun Ältere unverändert gebliebene 416 987. Nun banket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns von Mutter leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut, und noch jezund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. de 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geist im hohen Himmelsthrone! Lob dem dreiein'gen Gott, als der im Anfang war, und ist, und bleiben wird jetzund und immerdar. 988. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herz bewegt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinen Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen stredt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab', und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein teures Blut gewinn'. D du unergründ'ter Brunnen! wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort'; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohlbedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann; kommt mein Gott, und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich nährt und hält. Tier' und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan zugeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher und neu hinzugekommene Lieder. bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten hat gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding hat seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Schranken weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut; will mein Fehlen mit der Rut' und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter sein; dennoch, wenn ich's recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuz hin zu sich lenke. Alles Ding währt jeine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 417 von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnaden; die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himmel und Erden frag' ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zubersicht, mein Heil und meines Herzens Troft, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ! mein Gott und Herr, mein Gott und Herr! in Schanden laß mich nimmermehr. 11. Das weiß ich fürwahr, und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße, und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Bieb' in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't: ei! so heb' ich meine Hände zu dir, Bater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu erheben Tag und Nacht hier in meinem ganzen Bez ben; bis ich dich, nach dieser Zeit, lieb und lob' in Ewigkeit. 2. Es ist ja, Herr! dein G'schent und Gab' Leib, Seel' und alles, was ich hab' in diesem armen Leben; damit ich's brauch' zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des nächsten mein, wollst mir dein' Gnade geben. Behüt' mich, Herr! vor falscher Lehr'; des Satans Mord und Lügen wehr'; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ! mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! tröst' mir mein' Seel' in Todesnot! 3. Ach Herr! laß dein' lieb'n Engelein am letzten End' die Seele mein hinauf zu Christo tragen; den Leib in sein'm Schlaffämmerlein gar sanft ohn' ein'ge Qual und Bein ruhn bis zum jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ! erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Eigene Melodie, Bon oder: Valet will ich dir geben 2c. 989. Herzlich lieb hab' ich 990. Wie soll ich dich empfangen, dich, o Herr! Ich bitt', wollst sein und wie begegn' ich dir, du aller Welt 27 418 Ältere unverändert gebliebene Welt Verlangen, du meiner Seele Lust, all' Angst und Not zu stillen, Bier? O Jesu, Jesu, seze mir die ihm an euch bewußt. selbst die Leuchte bei, damit, was dich ergöße, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Bob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud', als Leib und Seele saßen in ihrem größten Beid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 6. Das schreib' dir in die Herzen, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerzen sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 8. Auch dürft ihr nicht erschreden vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb' und Teil. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Tück'? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, der stets den Sieg behält, dem alle Feind' zu wenig sind in der ganzen Welt. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das nicht sich läßt verzehren, wie irdischen Reichtum thut. Me L. Aus meines Herzens Grunde zc. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben 991. Auf, auf, ihr Reichsgezu mir vom Himmelszelt, als das getreue Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und groBen Jammers Last, die kein Mund tann aussagen, so fest umfangen hast. nossen! Der König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. Ni9% amist 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah! Hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können: im Nachtmahl, Tauf' und Wort! 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch' dem, der ihm flucht, mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol' uns allzumal zum ew'gen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten! Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch fpei und neu hinzugekommene Lieder. 419 speisen, er will euch Hülf' erweisen, er liegt dort elend, nackt und bloß ja dämpfen gar den Tod. in einem Krippelein. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht! Laßt uns die Weg' ihm bahnen, macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut! 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! Der König kommt mit Macht. An uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein' Angst noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 6. So eilt mit schnellen Schritten, den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten, stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. Eigene Melodie. 992. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut' schließt auf sein Himmel reich und schenkt uns seinen Sohn. 3. Er äußert sich all' seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding'. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch ist seine Speiſ', an dem die Engel sehn ihr' Lust, denn er ist Davids Reis. 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt' in dieser lezten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt' sein Reich, die Christenheit. 6. Er kommt zu uns und wird uns gleich, nimmt unsre Menschheit an und giebt uns in sein's Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er sein freundlicher, der liebe Jesus mein. 7. Der König will bedenken, die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad' und Wort. OKönig, hocherhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort! Eigene Melodie, 8. Nun, Herr, du giebst uns reich- 993. Hilf, Herr Jeſu, laß geoder: Herr ich habe mißgehandelt. lich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir dir allein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein! lingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 8. Heut' schließt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr' und Preis! 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red' und Wort müsse mir durch dich geraten und gesegnet gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu vollbringen deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh' in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, 27* Ältere unverändert gebliebene 420 Herr, bei mir sein; geh' ich ans, wollst du mich leiten, komm' ich heim, so steh' zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr'; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten und mein Flehen auf gen Himmel zu dir gehen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd'; hilf, daß sie mir nicht mög' schaden, sondern bald Verzeihung find', Herr, in dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünd' allein vergeben. *** 6. Tröste mich mit deiner Liebe; nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja, voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd' und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus leite meine Sinnen, Jesus sei nur mein Begier; Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Eigene Melodie. 994. O haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron'! o Haupt, sonst schön geschmücket mit höchster Ehr' und Zier, doch nun von Schmach gedrücket, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschridt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Bippen Pracht ist hin und ganz vergangen: des blassen Todes macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du fommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, Herr, was du erduldet, ist alles meine Last. Ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell' aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich begabet mit wunderbarem Trost, dein Geist hat mich gelabet mit reicher Himmelskost. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Bon dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Und wird dein Haupt erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll; ach möcht' ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine To= und neu hinzugekommene Lieder. 421 Todesschmerzen, da du's so gut ge- 3. Nicht mehr denn nur drei Tage meint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', und wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sei! lang mein Heiland bleibt im Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt und hoch die Siegesfahne schwingt. Hallelujah! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß' mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Bein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herze drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 995. Der du, Herr Jesu, Ruh' und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all', und unser Leben dir gefall'. 2. Verleih', o Herr, uns Stärk' und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ' uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getötet an des Kreuzes štamm. Baß ja uns Sündern deine Bein dein Eingang in das Leben sein. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 996. Frühmorgens, da die Sonn' aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Bicht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Not, verschlossen, gleich als wär' ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn' aufgehn, nach Trauern Freud' und Wonn'. Hallelujah! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh' und Frieden hab'. Hallelujah! 5. In kurzem wach' ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach' auf durch des Herren Stimm', veracht' den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke töten fich; da er durchs Todes Kerter bricht, läßt er's die Menschen sehen nicht. Hallelujah! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß' Gepräng ihm hier gefällt; was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Aller= liebste sein. Hallelujah! 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, der große Schat, die reiche Beut', drauf sich ein Christ so herzlich freut. Hallelujah! 9. Der jüngste Tag wird's zeigen an, was er für Thaten hat gethan, wie er der Schlange Kopf zerknickt, die Höll' zerstört, den Tod erdrückt. Hallelujah!. 10. Wunder groß, o starter Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah. 11. Bebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Hallelujah. Er Ältere unverändert gebliebene 422 12. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! 13. Durch seiner Auferstehung Kraft komm' ich zur Engel Bruderschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnaden und mit Heil gekrönt. Hallelujah! 14. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Mel. Valet will ich dir geben 2c. 997. Ich geh' zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich ster ben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch' und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd' ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Dann schlaf' ich ohne Kummer in deinem Frieden ein, und wach' ich auf vom Schlummer, wirst du mein Loblied sein. Me 1. Herr, wie du willst 2c. 998. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zu rechter Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh' erlangen, denn, wo mein Freund gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wann dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre doch mein Flehen! 00 Me I. Aus meines Herzens 2c. 999. Beuch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gaft, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast; o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch und neu hinzugekommene Lieder. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich glich den wilden Reben; durch dich genieß' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was der Vater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werte Frucht. 4. Mit deinem heil'gen Öle nunmehr gefalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schüßt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen tinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns helfen will und kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, und Trauern liebst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten uns aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bant, Haß, Neid und Streit. Laß uns die Rache fliehn und ihre Glut verdammen; von deiner Liebe Flammen laß aller Herzen glühn. 423 fällt; so gieb doch deine Gnad' zu Fried' und Liebesbanden, verknüpf' in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Du hast in deinen Händen die ganze weite Welt, kannst Menschen herzen wenden, wie dir es wohlge9. Beschirm' die Obrigkeiten, bau? unsers Fürsten Thron; gieb Glück zu unsern Zeiten; schmück' als mit einer Kron' die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Band. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib' den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Richt' unser ganzes Leben all'zeit nach deinem Sinn, und wenn wir's sollen geben ins Todes Hände hin, wenn's mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus. Eigene Melodie, oder: Wenn mein Stündlein 2c. 1000. A Gott, vom Himmel sieh' darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heil'gen dein; verlassen sind wir Armen! Dein Wort läßt man nicht haben wahr; der Glaub' ist auch verloschen gar bei allen Menschen= tindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet. Ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, fie trennen uns ohn' alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren; darzu ihr Zung' stolz offenbar spricht: wer Ältere unverändert gebliebene Troy! Wer will's uns wehren? Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, Wir haben Recht und Macht allein; tomm ans Licht was wir sehen, das gilt gemein; fange herrlich an zu prangen; denn wer ist, der uns soll meistern? der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg' in dir halten. 424 89 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret, ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab' thr Klag' erhöret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan getroft und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feu'r sie benmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein' Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte! Und laß uns dir befohlen sein, daß sich's in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf' sich umher find't, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh' es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög' in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, fie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: O Herr, laß dich umfassen; von dir will ich nimmer lassen. Mel. O du Liebe meiner Liebe 2c. 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebens1001. Herr, dein Wort, die quell und Licht der Sinnen, hier fall' ich zu deinen Füßen! Laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preiſe. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach dieser Koft zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten; wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 2901 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann träftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß Eigene Melodie. 1002. Schmücke dich, o liebe mich durch dies Seelenessen deine Liebe und neu hinzugekommene Lieder. 425 2. Könnt ich's irgend besser haben, als bei dir, der allezeit soviel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden, alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt' ich dem nicht ange hören, der sein Leben für mich gab? Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden. 1003. Bleibt bei dem, der euretwillen auf die Erde niederkam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm; bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend übermStaube steht. 2. Alles schwindet; Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt; und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'sche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, ird'sche Flamme muß verglühn, ird'sche Fessel muß sich lösen, ird'sche Blüte muß verblühn. Deines 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich mich für Zeit und Ewigkeit. Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. Mel. O du Biebe meiner Liebe zc. 1004. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 5. Bleib' mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug' wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh' hinüber, wie man nach der Heimat reist. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb, und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der bem, geben kann, was bleibt, der, wenn ist's Mel. Valet will ich dir geben 2c. ihr euch ihm verschreibet, euch ins 1005. Ich weiß, an wen ich Buch des Lebens schreibt. glaube; ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Rauch und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wantt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Ältere unverändert gebliebene 426 der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 3. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub, er, der von Gott erwecket sich aus dem Staub erhub, der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 4. Drum weiß ich, was ich glaube, 1007. Wir liegen hier zu deiich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Eigene Melodie. 1006. Allein zu bir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, tein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erfor'n, auf Erden war fein Mensch gebor'n, der mir aus Nöten helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab'. 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß und reuet mich von Herz zen; derselben mach' mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig' mich deinem Vater an, daß du hast g'nug für mich gethan, so werd' ich los der Sünden Laft. Herr, halt' mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Verleih' mir aus Barmherzigfeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Freundlichkeit mög' inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End' dein Hülf' mir send', damit behend des Teufels List sich von mir wend'. 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu, seinem liebsten Sohn, der uns all'zeit behüte, und Gott, dem werten heil'gen Geist, der uns sein' Hülfe all'zeit leist', daß wir ihm sei'n zum Dienst bereit, hier in der Zeit und einst dort in der Ewigkeit. nen Füßen, ach Herr von großer Güt' und Treu', und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willst. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder: wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, dent' an deinen Namen; gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh' nicht mit uns ins Gericht! 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau' doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach' uns aller Plagen Ioa. 6. Gieb Fried' im Land und im Ge= und neu hinzugekommene Lieder. Gewissen, Gesundheit uns und gute Zeit. Laß Lieb' und Treu' sich ewig füssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Jsrael stimmt froh in das Gelübde ein: Der Herr soll mein Gott ewig fein! Mel. Von Gott will ich nicht lassenzc. 1008. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Geht's der Natur entgegen, so geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 427 sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den furzen Pilgertag. CIM 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg! 4. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich tot, wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchen's nur zur Not. 5. Schmüdt euer Herz aufs beste, sonst weder Beib noch Haus, wir 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut mit süßen Sonnenblicken, uns locken und erquicken, ach ja, wir haben's gut. 8. Sollt' wo ein Schwacher fallen, so greif' der Stärkre zu; man trag', man helfe allen, man pflanze Lieb¹ und Ruh'. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der kleinste, doch wohl auch gern der reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ew'gen Gut. 10. Es wird nicht lang' mehr währen; halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang' mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wann wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! 11. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl wagenswert; und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist Ältere unverändert gebliebene 428 bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Seiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. apl Eigene Melodie. 1009. Auf meinen lieben Gott trau' ich in Angst und Not; der kann mich all'zeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' ansicht, will ich verzagen nicht, auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen. Ihm hab' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen, meinSeel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, du wirst uns allen geben das ew'ge Freudenleben. dan 5. Amen zu aller Stund' sprech' ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, daß deinen heil'gen Namen wir ewig preisen. Amen. Eigene Melodie. 1010. Eins ist not! Ach, Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd' ich mit einem in allem ergößt.id a'r 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet: da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beslissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein teures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, da hab' ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum und neu hinzugekommene Lieder. zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried' und Freude jeho meine Seel' ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßeres kann mir mein Herze er laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein. Prüf', erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies Eine ist not! zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Basset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht und wir der Schein; er der Meister und wir Brüder; er ist unser, wir sind sein. 429 schwöret unserm überwinder Lieb' und Treu' aus Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut! 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern Bund, 4. Einer reize doch den andern, findlich, leidsam und gering unserm Heiland nachzuwandern, der für uns am Kreuze hing. Einer soll den andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Vermögen darzustrecken, daß man ihm gefallen mag. 6. Ach, du holder Freund, ver= eine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wie's bein letzter Wille war! Ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. Wesen bist, alles, was von deiner 1011. Herz und Herz vereint Klarheit in der That erleuchtet ist! 5. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 7. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, denen du dein Herz enthüllet, auch in seine Liebe zieh'; und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 8. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll: o so mache doch 430 Ältere unverändert gebliebene doch die toten, trägen Geister Sünden fränken, nur bald nach lebensvoll: zünde an die Liebes- Gottes Herzen schaun; da findet flamme, daß ein jeder sehen kann, sich zu aller Zeit unendliche Barmwir, als die von einem Stamme, herzigkeit. stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sei'n. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, und häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eiteln Dingen mühen Mel. Wer nur den lieben Gott zc. muß, darüber sich mein Geist zer1012. Ich habe nun den Grund streut: so hoff' ich doch Barmherzigkeit. gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem alle mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 6. Wird alles andre weggerissen, was Leib und Seel' erquicken tann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein. Deswegen tam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb' und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing' ich einst auch hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! and on 110 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht Eigene Melodie. verbinden; hier findet kein Ver- 1013. Ich will dich lieben, meine dammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Stärke; ich will dich lieben, meine Sier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Le und neu hinzugekommene Lieder. 431 Leben, als meinen allerbesten 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Freund; ich will dich lieben und er- daß du endest dieses Werk; hierzu heben, so lange mich dein Glanz be- wohnt in dir die Fülle aller Weisscheint; ich will dich lieben, Gottes heit, Lieb' und Stärk', daß du Lamm, mein Seelenbräutigam. nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruheſtatt. 3. Ach so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht'; ob wir wohl von allen Beuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau' doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der sündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns an sich hält gebannt, ungeacht't der Geist in Zeiten sich dem Höchsten zugewandt. 5. Ach erheb' die matten Kräfte, und sich einmal zu reißen los, durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und bloß. Weg mit Vernunft- Bedenklichkeit! Fort mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Scheu vor Schmach und Plagen, fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 3. Ach, daß ich dich spät er kennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Jch lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich hab' ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat icht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du heil'ger Mund, daß du mich sprichst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleuchte mir die Seele ganz, du starter Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben meine Krone auch in der allergrößten Not: und würde mir auch nichts zum Lohne, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc, 1014. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, der da Schaden, Spott und Schande uns mit Himmelslust versüßt; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis dein treues Angefichte uns führt aus dem Kerker hin. Cone 7. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch' dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach' der Sklaverei ein End'! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: zeig' uns nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 8. Ah, Ältere unverändert gebliebene 432 8. Ach, wie teu'r sind wir erwor= ben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't: der hat Gnad' um Gnad' genommen, wer aus deiner Füll' sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ' ins Paradies uns ein! Doch wohlan! du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 1015. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn! mein Bruder auf dem Gnadenthron, du meine Freud' und Wonne! du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnentlar, und klarer als die Sonne. Herzlich lieb' ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd' von Tag zu Tag entzünd't, je mehr ich lieb, je mehr ich find', daß ich dich lieben follte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh', erfreuest sein Gewissen. Es geh' ihm, wie es woll', auf Erd', wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig, selig nach dem Beide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, wenn ich es recht er wäge, kann mich ohn' dich g'nugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen Erdenschäßen das, was uns dort wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeld't, aus Liebe mich stets übe; bis ich endlich werd' abscheiden, und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Freundlichkeit, die schon auf Erden mich erfreut, in reiner Biebe schmecken, und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelstrone. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll Me 1. Herr, wie du willst zc. und will, dich all'zeit lieben möge. 1016. Such', wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden: mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind zu überwinden. 2. Such', und neu hinzugekommene Lieder. 433 2. Such', wer da will, Nothelfer Lebenspfade und nimmt immer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund' von Herzensgrund; sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein's Herzens Kron', mein' Freudensonn' sollst du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib' du mein Preis, dein Wort mich speis'; bleib' du mein Ehr', dein Wort mich lehr', an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich' nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden Mel. Seelenbräutigam 2c. tragen; hilf mir zur Freud' nach 1018. Jesu, geh' voran auf diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag' dir ewig Lob dort sagen. der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ' uns an der Hand bis ins Vaterland. Me 1. Werde munter, mein 2c. 1017. Unverwandt auf Christum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit. Allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so betommt man es zu eigen. Gnad' um Gnade. 2101 3. Aber freilich kann nichts taugen, als nur das, was Christus thut. Lassen wir ihn aus den Augen, finden wir das Fremde gut: so erfahren wir gewiß, unser Licht sei Finsternis, unser Helfen sei Verderben, unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine! Regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was sie wirkte, selbst geschafft! Jesu, richte unsern Sinn ungeteilt auf dich nur hin, dann regiert uns deine Wahrheit, und das Auge wird voll Klarheit. 5. Bring' uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gutgeschäßt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, fann dich lieben und erhöhen und in deine Freud' eingehen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht! Da geht man in seinem Glü immer fort und nie zurück; man ist auf dem 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz je= mals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöt'ge Pflege. Thu' uns nach dem Lauf deine Thüre auf. 28 Mel. Ältere unverändert gebliebene 434 Mel. Eins ist not! Ach, Herr 2c. 1019. Eins ist not! Wer hat dies Eine? Der allein, der Jesum hat. Jesum haben macht alleine Eigene Melodie. felig, fröhlich, ruhig, fatt. Wer Jesum erwählet, hat alles erforen, wer Jesum verlieret, hat alles verloren; doch findet ihn wieder, wer suchet mit Fleiß, und wer ihn behält, der behält auch den Preis. 2. Liebster Jesu, leit' und führe du mich selber an der Hand, daß ich dich nur nicht verliere auf dem Weg ins Vaterland. Hilf, daß ich von dir mich nicht achtlos entferne; in eitler Gesellschaft vergißt man sich gerne; Gewohnheit macht, daß bald der Eifer entweicht; bei unnüßen Worten verliert man dich leicht. 3. Gieb, daß ich gleich auf dem Fuße, weil es heut' heißt, wiederkehr' und dich such' in wahrer Buße, wenn ich etwa dich verlör'. Hilf, daß ich dich suche mit Reue und Schmerzen, mit einem bekümmerten, angstvollen Herzen, mit Seufzen und Flehen bei Tag und bei Nacht, so wie es Maria und Joseph gemacht. 4. Meine Sünden, meine Sünden scheiden mich von Gott allein. Laß dich finden, laß dich finden! Heut' noch muß ich bei dir sein. Laß mich dich nicht suchen am unrechten Orte! Maria, die fand dich im Tempel, im Worte. Wie hat da ihr Herze vor Freuden gewallt! Ach Jesu, erscheine dem Suchenden bald! 5. Stärke meinen schwachen Glauben, daß ich dich recht fest erfaß; daß ich dich mir nicht mehr rauben, noch von dir mich trennen laß; daß ich dich auf ewig ins Herze mir präge, dein Wort in demselben behalt' und erwäge, daß solches mir Kräfte zum Wachstum dabei an Alter und Weisheit und Gnade verleih'. 1020. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und betehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge und der Lebensweg ist schmal; alles im Gedränge, hier bleibt was nicht zielt zum Himmelsfaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Beben, dring' hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich teine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl' errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Beibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt' ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Flei und neu hinzugekommene Lieder. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele talt und sicher, frech und stolz: zehret an des Glaubens Öle, läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu' liebt Chriſti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von teiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter; streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augenblicke, ob's vielleicht letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Öl herbei. 16. Laß dir nichts am Herzen Tleben, fleuch vor dem verborgnen Bann; such' in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 17. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräut'gam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 18. Eile, lauf' ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, meine Hütte abzulegen; mich dürft' nach der Ewigkeit. 435 Suche Jesum und sein Vicht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt' ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. 3. Du berlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben; eil' der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 20140 4. Fliehe die unsel'ge Bein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Geh' einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bleib' nicht liegen in dem Tod! Bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Bicht; alles andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 1021. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß 28* mit 436 Ältere unverändert gebliebene mit brünstigem Gebet sich dein tes Huld in großen Freuden schlie Herz zu ihm erheben. Suche Jejum ßen. Zage, trage nur ein wenig; und sein Licht; alles andre hilft unser König wird behende machen, dir nicht. daß die Angst sich wende. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. Drum such' Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 1022. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab' und alles Gut so mild herab aus deiner heil'gen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt beisammen stehn im Bunde reiner Treue, da geht das Glück im vollen Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf' im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm, fann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm fich liebet. 3. Sei gutes Muts: wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht'; es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn Sorg' den Blick uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. 8mar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man leidensvoll die Thränen lässet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergiebt, des Leid wird Got5. Wohl denn, mein König, nah' herzu, gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh', in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen besterweis' und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 1023. Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat in meinem Stand er mich geführt an Baterhand, bis hieher mir geholfen. 2. Hab' Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisher'ge Treue, die du mir täglich lebenslang bewiesen haft aufs neue. In mein Gedächtnis schreib' ich an: Der Herr hat große Ding' gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden; hilf mir an all' und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, daß ich kann rühmen bis zum Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 1024. 3hr Eltern höret, Chri stus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, ihr sollt sie lassen zu ihm nahn, um Segen von ihm zu empfahn. 2. Denn ihrer ist das Himmelreich; und was ist dem auf Erden gleich? und neu hinzugekommene Lieder, me gleich? Mit aller Weltlust, Pracht und Ehr' hat's bald ein End' und ist nicht mehr. 3. Das Himmelreich nur ewig ist, darein uns bringet Jesus Chrift durch seine Lehr', das ew'ge Wort, das uns macht selig hier und dort. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr' in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott gläubig ehren soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin. Wer anders thut, der ist ihr Feind, wie groß auch seine Liebe scheint. 6. Was hilft den Kindern Gut und Geld, wenn nicht ihr Herz ist gut bestellt? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das allerbest'. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 1025. Hilf, Gott, daß ja die Kinderzucht gedeihe stets und schaffe Frucht, daß aus der Kinder Mund dir werd'einBob bereitet hier aufErd'. 2. Laßt sie die Eltern ehren sein, den Lehrern auch gehorsam sein und meiden all' ihr Leben lang den eig nen Sinn und Müßiggang. dat 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr' und Unterricht, damit durchs Wort aus deinem Mund ihr Glaube habe festen Grund. 4. Mach' sie im Glauben recht gewiß; bewahre sie vor Ärgernis, damit man sie ja nirgends find', wo freche, böse Buben sind. 5. Durch deine Weisheit, Macht' und Güt' auf allen Wegen sie behüt'; führ' du sie selbst auf rechter Bahn, weil sonst ihr Fuß leicht gleiten kann. 437 7. Und wo sie ausgehn oder ein, da laß du sie gesegnet sein, daß sie die Lebenszeit in Ruh' und Frieden christlich bringen zu. 6. Laß sie dich, Gott, an allem Ort vor Augen haben immerfort und sich befleißen jederzeit der Tu gend, Zucht und Ehrbarkeit. 8. Wenn sich dann endet einst ihr Lauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf, auf daß samt ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. 9. Gott Vater, Sohn und heil'= ger Geist, von dem uns alle Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. Mel. Gott des Himmels und 2c. 1026. Ein getreues Herze wissen, hat des höchsten Schatzes Preis. Der ist selig zu begrüßen, der ein treues Herze weiß. Mir ist wohl bei höchstem Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 2. Läuft das Glücke gleich zu Zeiten anders, als man will und meint; ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei höchstem Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 3. Sein Vergnügen steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht nicht, auch bei böser Zeit. Mir ist wohl bei höchstem Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 4. Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke; Geld und Reichtum, das zerstäubt; Schönheit läßt uns bald zurücke: ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 5. Ob beisammen, ob geschieden; ein getreues Herze hält, giebt sich allezeit zufrieden, steht auf, wenn es niederfällt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 6. Nichts ist Süßres, als zwei Treue, 438 Ältere unverändert gebliebene d Treue, die in Lieb' geworden eins. dich aufgenommen, du wahrer SeeWohl mir, daß ich mich erfreue lenfreund, Herr Jesu Chrift! Wo solchen seligen Vereins. Mir ist unter allen Gästen, die da kommen, wohl bei höchstem Schmerz, denn du der gefeiertste und liebste bist; ich weiß ein treues Herz. wo aller Herzen dir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Wints 1027. Fang' dein Werk mit gewärtig stehn. Mel. Jesu Leiden, Bein 2c oder: Schwing' dich auf zu zc. Jesu an, Jesus hat's in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wird's wohl enden. Steh' mit Jesu morgens auf, geh' mit Jesu schlafen; führ' mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll' dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz' nur das Vertrauen dein in sein' Allmachtshände und glaub' sicher, daß allein er dein Unglück wende. 20 4. Wenn denn deine Sach' mit Gott also angefangen, o so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all' mein' Sach' sei dir übergeben; es nach deinem Willen mach' auch im Tod und Leben. All' mein Wert greif' ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgethan! Darauf sprech' ich: Amen! 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Ge Eigene Melodie, oder: So führst du doch recht zc. Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen: daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu'. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt. O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis 1028. selig Haus, wo man jeder einst sein Tagewerk vollendet, und und neu hinzugekommene Lieder. und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1029. 3ch und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel' und Leib zu die nen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, from me, reine Hausgemeine mach' aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht' uns wie das Sonnenlicht, das mit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 439 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ist's, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus; im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Baß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen, dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär', so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. SHEIDO Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 1030. Herr, höre, Herr, erhöre! Breit' deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz' Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner rein erschallen zu unsrer Seelen Nuß. Bewahr' uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten; biet allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb, Herr, getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Gieb unserm Fürsten Segen und laß auf allen Wegen ihn deine Gnade sehn; sein Herz laß dein sich freuen, das Land stets im Gedeihen und freudevollen Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff' jedermann sein Recht, daß Fried' und Treu' sich müssen in unserm Lande tüssen; segn' uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Ach, wende, Herr, in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Sturm, Pest und Hagel ab. Bewahr' des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was beine milde Hand uns gab. 7. Verleih' uns Ruh' und Friede, mach' alle Feinde müde, gieb uns gesunde Buft. Laß Not und teure Seiten 440 Ältere unverändert gebliebene Beiten sich nie bei uns verbreiten, 5. Drum kommen wir, o Herre da nach dem Brot der Hunger ruft. 8. Gedente voll Erbarmen der Leidenden und Armen, Verirrte bring' herein. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe schrein. Gott, und klagen dir all' unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh' nicht an unsre Sünden groß; sprich uns davon aus Gnaden los! Steh' uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei! 9. Erhalt' in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit. Erziehe unsre Jugend zur Gottesfurcht und Tugend, mach' sie zu deinem Dienst bereit. 10. Hilf als ein Arzt den Kranten; und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb' und trage, damit sie ihre Plage und Not geduldig überstehn. 11. Bleib' der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschüße; die Sterbenden begleit' mit deinen Engelscharen, laß sie in Frieden fahren zu Bions Freud' und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen gläubig Amen in unsers Jesu Namen, so wird das Flehen uns gewährt. 7. Hilf, daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich all'zeit preisen hier und dort. inayounder an Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, un finden weder Hülf' noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die allen du genädiglich verheißest, die da bitten dich in deinem Sohne Jesu Chri der unser Heil und Fürsprech' ist. Eigene Melodie. 1032. Von Gott will ich nicht lassen, denn er verläßt mich nicht; führt mich auf rechter Straßen, aus Finsternis zum Licht. Er reicht mir seine Hand; am Abend wie am Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch bin im Land. 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft und ändert sich; doch Gottes Vatertriebe sind unveränderlich. Er hilft aus aller Not, von Sünden und von Schanden, aus Retten und aus Banden; er hilft uns ſelbst vom Tod. Eigene Melodie. 3. Auf ihn will ich vertrauen, 1031. Wenn wir in höchsten und in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben hab' ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüglich ist. Gut meint er's mit uns allen; er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel gethan, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen tann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns Beistand schenkt! Gesegnet ist die Stunde, darin man sein gedenkt. So nutt man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden in und neu hinzugekommene Lieder. in ihm schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit ihrer stolzen Pracht! Das Glück bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließt sich hier mein Lauf; doch, wenn im tiefen Grabe ich ausgeschlummert habe, weckt er mich wieder auf. 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Vaterhand; der Leib wird neu geboren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen in Christo ewig freun. 8. Darum, ob ich schon dulde die Leiden dieser Zeit, wie ich's auch oft verschulde, kommt doch die Ewigteit. O, die ist ruhevoll! Dann wird mir Gott versüßen, was ich hier dulden müssen; dann ist mir ewig wohl. 9. Das ist des Vaters Wille, der mich erschaffen hat. Aus seines Sohnes Fülle empfang' ich Gnad' um Gnad', und Gott der heil'ge Geist auf ebner Bahn mich leitet, zum Himmel mich bereitet; sein Name sei gepreist! 441 Toten! wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Stundenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einz'ger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ' in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl' dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so rede Jesu Blut für mich. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 8. Kann ich die Meinen nicht ge1033. Ich sterbe täglich, und segnen, so segne du sie mehr als mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär'! ich. Wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus; mein Beib ist auch ein Totenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeld't 1034. Wer weiß, wie nahe und fordert uns ins Reich der mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her Eigene Melodie, oder: Wer nur den lieben 2c. Ältere unverändert gebliebene 442 her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senten, und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und spreche stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach' immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorge= stellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünden mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich fest gläubig winde; das giebt mir die ersehnte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! Inse 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg' die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil'gen Tauf'; daher bist du mir auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 10. So komm' mein End' heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib' in seinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb' indes in dir bergnüget und sterb' ohn' alle Kümmernis. Es gehe, wie mein Gott es füget; ich glaub' und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. HOLAN Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 1035. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wen'ge denken an die Stund' von Herzensgrund; wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nicht'ger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie thr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist's Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So und neu hinzugekommene Lieder. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag' und munter wach', daß vor dem Tod ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr' und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem 1037. Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such' ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch' mein Herz nach dir! 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und dort vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. 443 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ' uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr feid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. im Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die 3ung' am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben; ja, wie Eigene Melodie. 1036. O wie jelig seid ihr mein Heiland selber spricht: Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von al lem Jammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier gedrungen. ISA 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hier bleiben, sich den Jammer länger laffen treiben? Eigene Melodie. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! O, ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Bein betracht', erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit ſo schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so ge= recht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach, nimm dies wohl zu Herzen! Bedenk' es oft, o Menschentind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach' auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verIornes Schaf, und beßre bald bein Leben! Wach' auf, es ist sehr hohe Beit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ift Ältere unverändert gebliebene 444 ist heut' der letzte Tag! Wer weiß doch, wann ich sterben mag? 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, 6. Ewigkeit, du Donnerwort, dein Wort, das Gottes Weide heißt, o Schwert, das durch die Seele der Herde rein zu geben. Laß alle bohrt, o Anfang sonder Ende! OHörer Thäter sein, damit kein falEwigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß scher Heuchelschein des Glaubens vor großer Traurigkeit nicht, wo Kraft verleugne. ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; fommt aber einst die Ewigfeit, dann wird sie triumphieren. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 1038. Gottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Mel. Gott des Himmels und 2c. Treue des ew'gen Gottes offenbar; 1039. Hallelujah, schöner Morund nun will er aufs neue den alten hoch beschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. gen, schöner als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn fie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist und mach' uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh' uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt' uns Herr dein Wort samt Tauf' und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr; laß Kirche, Schul', Tauf' und Altar uns deine Wege zeigen. 2. Ach wie schmeck' ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Wortes grüner Au; da hat wohl die Morgenstund' edlen Schatz und Gold im Mund. 3. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute gilt's ein andres Thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn; heut' schickt keine Arbeit sich, als nur Gottes Werk, für mich. 4. Hier in heil'ger Sabbathsstille will ich voller Andacht sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 5. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach' mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches dir zu Herzen bringt. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und und neu hinzugekommene Lieder. 445 und begieße, der du Herr des SabMel. Herr Gott, dich loben 2c. baths bist, bis ich einst auf jenen 1041. Das alte Jahr vergangen Tag ewig Sabbath halten mag. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 1040. Ach wie heilig ist der Ort, ach wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort'; hier erhöret Gott Gebete; hier er schallt sein teures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil es Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. Großer Gott, wir müssen dir tausend Dant von Herzen sagen, daß du unter uns auch hier deine Wohnung aufgeschlagen und dein Wort und Sakrament uns so gnädig zugewend't. Wenn 4. Was für Heil ist doch bisher diesem Hause widerfahren! der Herr nicht bei uns wär', wer wollt' uns denn offenbaren, was die Seel' mit Manna speist und den Weg zum Himmel weist? 5. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinste einen Schaß, der ewig währt, den kein Raub, kein Wurm verzehrt. 6. Kommt, ihr Sünder, nur herzu, fallt vor eurem Jesus nieder, suchet die Gewissensruh', gebt das Ungerechte wieder, teilt den Armen reichlich aus und entweiht nicht Gottes Haus. 7. Bleibe bei uns, liebster Gast, speis' uns ferner mit dem Worte, das du uns gegeben hast; Jesu, laß an diesem Orte deine Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr behütet haft so lange Jahr. 2. Wir bitten dich, du ew'ger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron; du wollst dein' Christenheit bewahren ferner allezeit. arme 3. Entzeuch' uns nicht dein heilsam Wort, es ist der Seelen Trost und Hort; vor Irrlehr' und Abgötterei behüt' uns, Herr, und steh' uns bei! 4. Hilf, daß wir alles Unrecht fliehn und fromm zu werden uns bemühn; der Sünd' im alten Jahr nicht dent', ein gnadenreich Neujahr uns schenk'. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ( Neue Melodie.) 1042. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an. Gott will mir heut' aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann: denn hätt' ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Jch grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine Seele und giebt sich selbst zum Opfer hin; doch, weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir; denn meine Hülfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ad laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und 446 Ältere unverändert geblieb. u. neu hinzugekommene Lieder. und Blute ziehn; gieb deinen Geist, der mich regier' und nur nach deinem Willen führ'. 8. Und also leb' und sterb' ich dir, du starter Zebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein; und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitte 0201 Mel. Nun danket alle Gott 2c. nicht um Überfluß, nur was ich 1044. Preis, Ehr' und Lob ſei nötig haben muß. dir, in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund' allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Fürsten, unsers Herrn! 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun. Behüte beides, Groß' und Kleine, daß sie auf deiner Huld be ruhn, auf daß ein jeder diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Eigene Melodie. 1043. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt' und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Ruh', du schläfst noch schlummerst nicht; du schließest nie dein Auge zu; vor dir ist lauter Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir tlagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat g'nug für mich gethan. 5. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, muß ich vor dein Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in sol cher Zuversicht. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh'; wer wollte traurig sein? 7. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führe mich zum Himmel ein zur außerwählten Zahl.um scholenie 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du haft in seiner Hand das Scepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der flar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit', ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken; auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hülf' und Schuß verleih', wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu' vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue; daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh', und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh'. 6. O segne, was wir flehn, an seinem Jahresfeste und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß er's nie vergißt, noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Fürsten, unsers Herrn! se Register, nach den Nummern der Lieder, mit Angabe der Verfasser. Verfasser. 644. Oberbed. 1040. Ach, bleib' mit deiner Gnade 296. Stegmann. Ach Gott, es sind der Thränen Ach Gott und Herr, wie groß Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach Gott, vom Himmel sieh' darein Ach, könnt' ich doch mit deinen Ach, wann werd' ich von der Ach, wer auf späte Buße Ach, wie heilig ist der Ort Allein Gott in der Höh' sei Ehr' u. 955. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Allein zu dir, Herr Jesu Christ 1006. Alle Menschen müssen sierben, Allen Menschen, und auch mir Aller meiner Brüder Rechte Alles hast du uns gegeben; Alles ist an Gottes Segen Allgegenwärtiger, ich bin dir Allgütiger, allein bei dir steht Allmächtiger, ich hebe mein Allmächtig großer Gott, 53. 808. 652. Weiße. 668. Cramer. 723. Olearius, ver. Plato und Dolz. 532. unbekannt. 509. Allwissender, ich will jetzt meines 428. Also hat Gott die Welt geliebt, daß 133. Also hat Gott die Welt geliebt, und 111. Amen! Lob, Preis und Herrlichkeit 856. Amen! Lob und Preis und Stärke 229. Am Kreuz erblaßt, der Marterl. 225. Anbetung sei dir, Herrlichster Anbetungswürd'ger Gott, mit An deine Leiden denten wir An diesem Tag erscheinen wir An Einen Gott nur glauben wir Auch mein, o Herr, hast du Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Auf, aufi macht Thor und Herzen Auf, auf, mein Herz! mit Freuden Auf, beschwört den Bund! Auf, Christen, laßt uns unsern Auf, Christen, preist mit mir Auf Christi Himmelfahrt allein 443. Rutilius, ver. Weiße. 473. S. Frant, ver. Weiße. 1000. 374. 471. 425. Buther. Sturm. Münter. Cramer. Schmold. Decius, unverändert. Decius, ver. Diterich. Schneesing. Albinus, ver. Neander. 25. Uz. 559. ver. Diterich. 902. Neander. ver. Diterich. Weigel. Hecker, ver. Diterich. Gerhardt, ver. Cramer. Sachse. Sturm. Neander. Diterich. 1. 9. 193. Niemeyer. 726. Rost. 56. urspr. Clausnizer. Sturm. 83. Rambach, ver. Diterich. 991. 123. 237. 340. 112. Diterich. Rist. Klesch. urspr. Gerhardt, ver. Wagner. Reche. 2. Löscher, ver. Schlegel. 998. Wegelin. Auf 448 Auf deine Weisheit schauen, Auferstehn, ja auferstehn wirst Auf, erwachet, meine Lieder, Auf, feiert mit Dank das heilige Auf Gott, und nicht auf meinen Auf, hinauf, zu deiner Freude 384. Joh. Heinr. Schröder. Auf, Jeju Jünger, freuet euch! 252. Alber, ber. Diterich. Auf, laßt den Herrn uns loben! 886 Claudius. Auf meinen lieben Gott trau' ich 1009. Weingärtner. Auf, o Seele, jei noch munter! Auf! preift Gott mit Zufriedenheit, 893. Auf, schicke dich, recht feierlich Aus dunkler Tiefe, Herr, 934. 137. 434. Aus Gnaden soll ich selig werden, 378. Aus Jakobs Stamm ging einst Aus irdischem Getümmel, Aus tiefer Not ruf' ich zu dir; 163. 117. Asschenfeldt. 445. Luther, ver. Fulda. Register. Christ, aus deinem Herzen Christe, du Lamm Gottes, Christ fuhr gen Himmel; was Christ ist erstanden von der Christus, der ist mein Leben, 782. Mudre. 397. Klopstock. Niemeyer. 687. Befiehl dem Höchsten deine Wege, Befieht du deine Wege, Begleite mich, o Christ; Beglückt, beglückt ist, Beherrscher deiner Christenheit, Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bereit sind wir von Herzen, Beschirm' uns, Herr, dein reines Bestimme meinem Pfade, Herr, Bestimmt hast du, o Gott, auch Betet an, ihr Menschen, bringet Betet an! Laßt uns lobsingen, Betet, Brüder, an im Staube Bewahre meinen Mund, Bei diesem Denkmal deiner Bis hieher hat mich Gott gebracht 1023. Bleib', Jesu, hier; dein en 570. Bleibt bei dem, der euretwillen 1003. Bleibt dem Glauben treu! Blick auf diese jungen Seelen; Bringe deinem Gott, dem 280. 526. Damit ich dir gefällig sei, Dant, Dank sei dir für dein Dantet mit Freuden, o banket, Dank sei dir, unser Herr und Das alte Jahr vergangen ist Das Grab ist leer; des Höchsten 6476. Wagner. Gellert. 545. Freifr. v.Gersdorf, ver. Diterich. 541. Gerhardt. 215. Rift, ver. Schlegel. than Diterich. Gellert. 3ollikofer.( Psalm 130.) urspr. Scheid. Altenburg. Bachoff v. Echt. Cramer. 709. Bickel. 1004. Spitta. 353. Reche. 661. Mann. 633. Starfe. 419. Reche. 81. Cramer. 66. Cramer. 62. Demme. 496. Niemeyer. 370. Niemeyer. Gräfin Ämilie Juliane. Neumeister. Spitta. Schottin. 341. 337. Reche. 3. Diterich. 771. Schmold, ver. Schlegel. 964. das deutsche Agnus Dei( zuerst in Spangenbergs Kirchenges. Magdeburg 1545.) 967. altdeutsch. R.lieb, a. b. 14. Jahrh. 966. a. d. 12. Jahrh. 819. unbekannt. 439. ber. Diterich. 375. Lavater. 516. Woltersdorf. 725. Labater. 1041. Steuerlein. 235. v. Cronegt. Das Das Herz, o Vater, bring' ich Da stehen wir, die Deinen, Deine Schöpfung, Erd' und Deines Gottes freue dich, Deine Wunden, deine Schmerzen Dein Gott, o Christ, der stets Dein Heil, o Christ, nicht zu Dein ist das Licht, das uns Register. 449 440. urspr. Schade. bi taj bi 830. C.F. D. Schubart. jussi 421. # 1#dne sid 550. 706. Dein Knecht geht, reif an Jahren, 840. Dein Mittler kommt, gebeugte 126. 589. 0309. 160. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. 798. Dein Will' ist's, Herr, mein Dein Wort, o Höchster, ist Dem finstern Erdkreis ist vom Dem Gott voll Huld und Stärke 890. Dem Herrn, der mich regieret, Den Höchsten öffentlich verehren, Denkt, Kinder, daß die Stunden Der am Kreuz ist meine Liebe, Der du alle deine Werke liebtest Der du bist Drei in Einigkeit, 59. Der du, dem Tode nah, für die, 678. Der du die Liebe selber bist, 647. 505. 196. 109. Der Herr ist in den Höhen; Der Herr ist meine Zuversicht, Der Herr liebt unser Leben; Der du, Herr Jesu, Ruh' und Rast 995. Der du uns als Vater liebeſt, 282. Der du voll Blut und Wunden 188. Der du vom Himmel Licht uns 707. Der du zu den beglückten Scharen, 390. Der frohe Morgen weckt mich 906. Der Glaub' ist feste Zuversicht 462. Cramer. Münter. 980. Schumann. urspr. Heermann.mo sic Gesenius oder Denice, ver. Diterich. Gellert. Cramer. 565. E. G. Küster. 731. Dolz. 195. Fritsch. 0905. Neuffer, ver. und mel. Sachse. Rambach, ver. Brömel. Klopstock, ver. Diterich. Diterich. 0945. 205. Lavater, ver. Diterich. Schlegel. Schmidt, ver. und mel. Sachse. and si 608. 911. 279. 311. 18. 529. Sturm. 324. Der Herr schwingt sich mit Glanz 256. Der letzte meiner Tage ist mir 807. Der mit der Allm. Schöpfungsruf Der Retter der gefallnen Welt, Der Spötter Heere rüsten sich, Der Spötter Štrom reißt viele Der Stand, in den ich trete, Neander. Schottin, nach Buther. Münter. Hiller, ver. Diterich. Werner. Bruhn. Gerhardt, ver. Diterich. Wagner. Niemeyer. Seidel. Schrader. Cramer. 694. 162. 300. Münter. 328. Klopstock. Bäßler. Bachoff v. Echt. 691. Der Tag hat sich heut' eingefunden, 851. Der Tag ist wieder hin; Gellert. Der Weltversöhner ist bereit, 868. Der Wollust Reiz zu widerstreben, 615. Des Jahres erster Morgen DesLeibes warten und ihn nähren, Des Morgens erste Stunde soll Des Vaters und des Sohnes Des Wahns und Irrtums Dich bet' ich an, erstandner Held! Dich, dich, mein Gott will ich Dich preisen, Herr, Gesang und Dich, Richter, fürchte alle Welt Mudre, ver. Wagner. Grot. Münter. Schottin und Sachse. Lenz. ist sie ( 19) 512 Schlegel, ver. Wagner. Gellert. Sturm. Diterich. Schlegel. 246. Neander. 903. Diterich. 566. Pfranger. 742. Mann. 29 JO 13 Blour for 24 J 21-10 Luther, ver. Klopstock. 2 Cramer. 2 s3# 2 100 ist 9:03) isi plzj3) nonië) OTHER OTH SID Dich 450 Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, Die auf der Erde wallen, Die Bahn ist rauh, auf der ich Die Ernt' ist da! Schon winkt Register. 887. Die Frommen wandeln ruhig fort, 821. Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen Dies ist die Nacht, da mir Die Stunden weiser Lehre Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel preisen deine Macht Die Himmel rühmen des Ewigen Die Hoffnung naher Ewigkeit, 780. Die Jugend ist die Zeit der Saat; 716. Die Kinder, deren wir uns 696. 412 895. Neander.d 799. Funt. sid riut ndall ot Münter. putquc amis Huber, ver. Reche.onis Graf v. 3inzendorf, ver. Fulda und Sachse. 781. Gryphius, ver. Weiße. Cramer, ver. Wagner. Gellert. Du, des sich alle Himmel freun, Du, Gott, der Bund und Treue Du, Gott, du bist der Herr der Du hast, mein Vater und mein Du hast mir, Gott, dein Wort 200962. 0724. Dir dank' ich für mein Leben; 84. Dir, dir, Jehova, will ich singen; 552. Dir hab' ich mich ergeben, Dir, Jesu, tönt vom Staube 626. 114. Du Lebensfürst, Herr Jesu Du leitest mich nach deinem Durch dich, du höchstes Gut, Durch dich, Gott, bin ich, was Durch wechselvolle Tage, Du sagst: Ich bin ein Christ! Du schenkst uns, Gott, so Dir sei Preis! Ich lebe wieder, Dir, Vater, Dant und Preis Du, aller Menschen Vater! Du bist mein Ziel, erhabne Du bist, o Gott, gerecht; Du bist's, dem Ehr' und Ruhm Du, dem Johannes dort voran Du, der alles hieß entstehen, 5513. Du, der du alle Schmerzen heilst, 572. Du, der kein Böses thut, 60422. 637. 861. 75. Ehre sei Gott in der Höhe! Eifrig sei und fest mein Wille, Cramer. 138. Gellert. 850. Sturm. Du Tag, des Herrn, sollst meiner Du treuer Gott der Armen, Du Vater deiner Menschenkinder, 909. 660. 843. Du, Herr von meinen Tagen, Dulde, Christ, des Lebens Leiden, 778. Frau v. d. Recke. Borchward, ver. Dolz. Nachtenhöfer. Wagner. Gellert. Crassel. 680. Hiller, ver. Diterich. 408. Meyfart, ver. Wagner. Cramer. 60035. Gellert. 8258. Rist. 1549. Mann. 852. 749. 503. v. Hippel. Grot, ver. Wagner. Münter. Lavater. 161. 614. Bed to s To mondo 91. 172. Suttinger, ver. Diterich. urspr. G. v. Breitenau. a. d. Bat. d. h. Bernhard. Diterich. Klopstod. 561. 148. G. A. Neithart. 865. Diterich. SI 530. 327. vel nive mist hist 371. Frau v. d. Redke. 700. Feddersen. Neumeister. 3ollitofer, ver. Diterich und Wagner. 39173 Feddersen. ad sim Thomas v. Kempen, übers. A. F. Rambach. 351160 3stic 19 874. Sacer, ver. Feddersen. 475. Haßlocher, ver. Pfranger. Sturm. 919. DI 21.802-152 disas@ Lavater. Hiller, ver. Schlegel.as@ Schmold, ver. Diterich. inter, dan EndD 45C Niemeyer.sind die tambid it Einen Trost weiß nur mein Herz, 574. Cramer. Schmold. Ein' feste Burg ist unser Gott, 308. Buther.( V. 3. ff.) 1012 Ein Register. 451 407. Sturm. 1026. Fleming. and 3108) mis idal 69 64. Šturm. siad igibig 29 875. Freifr. v. Gersdorf. Gerhardt, ver. Schlegel. Sachse. Schmold. fra mind pers dol and fat f Mörlin. 487. Bruhn. 940. Niemeyer., bind dat 1010. Schröder. dala 4x slamalagi307) Pfeil. Sturm.dur sissehid o Krummacher. tfal bildiri Meister. Neander. 1019. in disboldas mad shaldari Schlegel. stio ug thakor Gellert. nd ansprom# 17 is stille sil Ein Fremdling bin ich in der Ein getreues Herze wissen, Ein Glück im kurzen Raum der Ein Jahr der Sterblichkeit, der Ein Lamm geht hin, und trägt 183. Ein neues Lied singt Gott, dem 307. Ein neuer Tag, ein neues Leben 1042. Ein Ort der Ruh' ist mir beschieden; 790. Ein ruhiges Gewissen en Ein sanftes Lager wartet mein. Eins ist not! Ach, Herr 219. Eins ist not! Wer hat dies Eine? Einst rief der Herr vor dem Empor zu Gott, mein Lobgesang! 154. Entehre nicht durch Klagen 107. Entflohen sind auch dieses Tages 927. Entreiße dich, mein Geist, der Erforsche mich, erfahr' mein Erfülle, Seele, deine Pflicht; Er gab und nahm; sein Name Erhaben über Welt und Zeit, Erhalt' uns, Herr, bei deinem Erhalt' uns, Herr, dein reines Erhalt' uns, Herr, die Obrigkeit, Erhebe dankbar Gottes Ruhm, Erhebet Gottes Lieb' und Macht, Erheb', o Seele, Gottes Ruhm! Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Erhebt mit Jubelschalle! Erhör', o Gott, das heiße Flehn Erhör' uns, Vater, Sohn und Erinnre, dich, mein Geist, Er ist erstanden, Jesus Christ, Er kommt, er kommt, der starte Er lebt, er lebt! O Christenheit, Er lebt! o Freudenwort! Erlöser, einst im Staube mit Erlöser, sieh', ich falle anbetend Ermuntre dich, mein schwacher Ermuntre dich, mein Geist, du Es bauet, Herr, auf dein Geheiß 884. Es eilt der letzte von den Tagen, Es freut, Herr, die Gemeine Es ging ein Mann voll Gnad' Es hilft uns unser Gott, Es ist doch nur ein ein'ger Gott Es ist ein Gott; o, fühl' es, Es ist genug! So nimm, Herr! 200 167. 214. 157. 837. 14. @fidad dor 297. urspr. Buther u. Jonas. 318. Wahl. 704. Rambach, ver. Diterich. 321. Münter. 166. 87. Senff. Sachse. Münter. 6. 806. Schottin. mod 10mb/ sp. 150 Sturm. 128. 892. 338. 864. Schmidt. 243. Gellert. 232. Münter. 135. Schiebeler. 230. v. Hippel. 233. 198. 206. Sturm, ver. Hohnbaum.( 58) 145. Rist, ver. Dieterich. 97190 907. v. Hemessen. Ringwaldt, ver. Küster. Neander. 775. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Es ist noch eine Ruh' vorhanden; a. 398. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für 401. Es ist nun aus mit meinem Leben! 820. Es ist vollbracht! So ruft 221. Schirmer, ver. Diterich. Fröbing. E. G. Küster. Liebich. Tode. 634. 727. Fulda. 173. Lavater.(?) Hod 522. Neumeister. 12. Diterich. Pfranger. Burmeister, ver. Schottin und mis aim delo 2001 a 9100 37030 R Sachse. spiliod usnied 1106 najiset moniad 1000 til sadois did this? Isdola@ ud#s) todolst ad jal 100130) Wolf. Kunth. Diterich. Omeis. Diterich. did daith alise sind pico 29* 452 Es feimt, es teimt, es Es lebt ein Gott, der Menschen Es züchtigt deine Hand, Euch segne, segne Gott, Ewig sei dir lobgesungen, Ewiger, erbarme dich Register. Fang dein Wert mit Jesu an Fest sei der Glaube: 92. Hahn. 38. 735. 347. 152. Francisci, ver. Diterich. 863. Reinhard. SHAL 1027 unbekannt. 248. Fest steht dein Bund, wie Felsen 846. Feiert, Christen, singt ihm Lieder, 234. Fortgekämpft und fortgerungen, 776. Freu' dich, Seele, rühm' und 350. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen! 147. et Frohlockend, Vater, wach' ich 914. Frohlockt dem Herrn! Bringt Frohlockt zu Gottes Ruhme! Frühmorgens, da die Sonn' aufgeht 996. 924. Für alle Güte sei gepreist, Für dich, o Weltversöhner, Fürwahr, du bist, o Gott, Gedanke, der uns Leben giebt, Gedanke voller Geligkeit, Geist der Wahrheit, laß dein Geist, gesandt vom Himmelsthr. 228. 299. 113. 412. 286. 285. v. Stamford. Bruhn. Muck. Gelobet seist du, Jesu Christ, von 146. Gelobt sei, der den Frühling Gelobt seist du, Herr, unser Gerechter Gott, vor dein 364. S. C. G. Küster. 106. Gesund und frohes Mutes Getreuer Gott! dein Gnadenwalt. 705. Geweiht zum Christentume, 329. 524. Gieb, daß ich meinen hohen Wert, 416. Gieb dich zufrieden und sei Gieb, Gott, voll Lieb' und Güte, Gieb, Gott, wenn ich dir diene, Gieb mir das Wollen und Gieb mir ein fröhlich' Herz, Gieb mir, o Gott, ein Herz, Gott, deine Güte reicht so weit, Gott, deinen heiligen Befehlen, Gott, deinen weisen Willen Gott, deiner Stärke freue sich Gott, deiner Werke jedes ist Gott, deine weise Macht, Reche. vermutl. Stockhausen. Langguth, ver. Wagner. Lavater. Klopstock. Gerhardt, ver. Neander. Cramer. Schiebeler, ver. Diterich. Cramer, ber. Wagner. Heermann. Gellert. 259 310 500 m3 S. Frant, ver. Diterich. 291. Meier. 292. Hoffmann, ver. Diterich. 171. Lossius. Geist Gottes! Wer kann dich Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr; laßt Gelobet sei der Herr, mein Gelobet jeist du, Gottes Sohn, Gelobet jeist du, Gott, für 61. Olearius. 142. 316. Gelobet jeist du, Jesu Christ! daß 963. Gellert. v. Rüling. Niemeyer. Adam a St. Victore, übers. A. J. Rambach. Funk. Rambach, ver. Diterich. Luther. Sturm. 878. Funk. 376. Rist, ver. Diterich. 37. Rambach, ver. Diterich. 96. Voß. T. H. Schubart. Neander. Diterich. Gerhardt. spong 655. Heeren, ver. Diterich. 597. Gellert und Diterich. 537. Schmold. 625. Neumeister. 648. Gellert und Diterich. 556. Gellert. 8. Lavater. 922. Münter. TO 508. Schmold, ver. Cramer. 701. Lavater. 703. Cramer. Gott, Register. 453 666. Cramer. plaid omm ist giliso 674. Hiller, ver. Diterich, ang 499. Bickel. ao 2390 Gott, dein ist unser Leben; Gott, der du die Menschen Gott, der du Herzenskenner Gott, der du unsre Zuflucht bist, 862. Gott, der Gewitter schafft 754. 944. Gott der Tage, Gott der Nächte, Gott, der väterlich uns liebt, Gott, der Vater, wohn' uns bei, Gott des Himmels und der Gott, dessen Macht des Feuers Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, du bleibst ewig unsrer Gott, du Erhabenster, Gott ist mein Hort, und auf Gott ist mein Lied! Er ist der Gott ist's, der das Vermögen Gott ist und bleibt getreu. Gott laß den Unterricht gedeihn, Gott lebet noch! Drum sorg' Gott lebet noch! Seele, was Gottlob! der Sonntag kommt Gottlob! ein neues Kirchenjahr Gott, o Mensch, gab dir dies Gott ruft der Sonn', und schafft Gott sei Dank in aller Welt, Gott sei gelobt und gebenedeiet, Gott sei mit dir! Amen! Gott sorgt für uns! O, singt Gott von Macht und Güte, Gott, vor dessen Angesichte Gott, welch ein Kampf in meiner Gott, wer kann etwas Gutes Großer Gott! erhabnes Wesen, Groß ist der Herr! die Berge Groß ist des Höchsten Güte! Gut und heilig ist dein Wille, 99. 73. 383. Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Geist, du Geist der Liebe, 283. Gottes Sohn ist tommen! 456. 975. 896. 755. Unger, ver. Cramer. 470. ver. Diterich. Gott führt uns Menschen Gott ist getreu! Sein Herz, sein Gott ist hier! Er hat's vernommen, 345. 313. 65. Eschenburg. Bäßler. Lavater.d Frau v. d. Redke. Luther. Alberti. 125. 102. Liebich. 779. Liebich. 104. 953. 1038. 89. Ulber, ber. Diterich. Kämpfe, ver. Wagner. Eschenburg. dan ting and Voß.(?) Weiß, ver. Demme.s 622. 50. 717. Krehl. 98. M. Kramer. Reche. Gellert. Gellert. Biscov, ver. Diterich. Wilhelmi. Zihn. Olearius. siad( 329 smisd id Hecker. Šturm. Gellert. 866. 118. Held. 978. Suther. 814. Klopstod. 882. Teller. 528. Liebich. 33. 426. 558. 435. 523. Tiedge. 41. Neander. 507. Münter. smism fid ad me #biel 34. Mohn. 729. Now we 3310 3700 3390 His* 390 Bimmermann. Bürde. Schmold, ver. Diterich. ver. Diterich. 700 slot bi ind i s lsd#ls 1390 onism ado 504. Schmold. 1039. Krause. 177. Rambach, ver. Diterich. 144. Diterich. Rambach, ver. Diterich. Habe deine Lust am Herrn! Hallelujah, schöner Morgen Heiland! deine Menschenliebe Heiland, den uns Gott verhieß, Heiland, dessen wir uns trösten, 263. Heiland, groß an Huld und Treue, 357. Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle, 575. Craffel. Heil'ger Vater deiner Kinder, Heilig, heilig sei der Eid Heilig ist der Herr der Welten! Heilig sei euch diese Stunde! Diterich. 708. Schottin. 498. Cramer. Niemeyer.id******* Heilig 454 Heilig sei uns diese Stunde, Herr, allerhöchster Gott, Herr, aus deiner Gnadenfülle Herr, dein Wort, die edle Gabe Herr, deine Allmacht reicht so Herr, deine Kirche danket dir; Herr, deine Sanftmut ist nicht Herr, deines Lebens letzte Nacht, Herr, den die Sonnen und die Herr, dent' an mich! Spalt Herr, der du alles giebst, Herr, der du Erd' und Himmel Herr, der du feinen je Herr, der du mir das Leben Herr der Zeit und Ewigkeit, Herr, dessen Gnade alles schafft, Herr des Todes! deine Rechte Herr, dir sei Preis und Dank Herr, du bist meine Zuversicht! Herr, du erforschest mich, Herr, du wollst sie( uns) Herr, es gescheh' dein Wille! Herr, es ist von meinem Leben Herr Gott, dich loben alle wir; Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre, Herr, erhöre! Herr, höre mein Gebet Herr, ich bin dein Eigentum: Herr, ich darf, wie Simeon, Herr, ich falle vor dir nieder, Herr, ich will mit Danken Herr Jesu Christ! dich zu uns Herr Jesu Christ, ich weiß Herr Jesu Christ, mein höchstes Herr Jesu, Gnadensonne, Herr, laß nach eitler Ehre Herr, lehre du mich thun Register. # 20 1100 710. Wagner. 466. Busch, ver. Diterich.d 1100 396. Diteriched 130 1200) 1001. Binzendorf. sd troto 26. Rambach, ver. Diterich. 844. unbek.( zuerst im Mitauer Gejb.) 675. Ulber, ver. Diterich. 348. Lavater.dou sta sod p 869. Schlegel. elsminig and 100 218. Sturm. Herr, mache meine Seele stille Herr, meiner Seele großen Wert Herr, mein Licht, erleuchte mich, Herr, ohne Glauben kann Herr, stärke mich, dein Leiden Herr und Gott, o Vater Herr und Richter aller Welt, Herr, unser Gott, dich preisen Herr, unser Gott, wir bitten Herr, welch ein wichtiges Herr, wenn ich dich nur haben Herr, wie du willst, so schick's Herr, wir singen deiner Ehre! 663. Gellert. istints id to 192. b.Hippel. giats ildisid nd 100 333. Neander. Tafadad ud tal 925. Gellert. mob dd 17000 631. Olearius? ver. Diterich.dialo 938. Sturm. 832. Neuffer. 298. vermutl. Gesenius. 795. Sturm. 20. Cramer. 354. Klopstock. 207. Sturm. 936. urspr. Neumann, ver. Diterich. 79. Schottin, n. Melanchthon u.Eber. 737. Ambrosius, übers. Luther, ver. Zollikofer. thon 1901 1100 15. Cramer. ili ne esito tudi# * tag i 1108) 2010 2008 1030. 436. Cramer. 277. Münter. 168. Schottin, nach Schmold. 366. Lavater. Schmold. enn mis! dolito 630. 560. Gotter. Heeren. sd 106 239. Münter. 959. Wilhelm II.Herzog z.S.Weimar. 797. Ringwaldt, ver. Cramer. 586. Neumeister. 441. du ddolap is 100 1108 ( Freylingh. GB. Nr. 669.) ver. J. C. Zimmermann. Neumeister, ver. Diterich. Diterich. 770. 592. 320. Heder, ver. Diterich. 461. Busch, ver. Diterich. 186. Gellert. 60. angebl. Robert, König v. Frant1100 in usd duplis reich. 269. Diterich. 728. Wohlfahrt, ver. Dolz und Plato. 714. Heeren. 695. Heeren. 501. Fritsch, ver. Diterich. 540. Melissander. 377. Eschenburg.d His ilgilid Herz Register. 199. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr! 989. Schalling. Herzliebster Jesu, was hast du Herz u. Herz vereint zusammen heut', Christen, ist der Tag des Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Hier ist nur mein Prüfungsstand; Hier legt mein Sinn sich vor Hier find wir, dich zu ehren, Hier sind wir, Gott, und flehn Hilf, Gott, daß ja die Kinderzucht Hilf, Herr Jesu! laß gelingen Hilf mir, mein Gott; verleihe Himmelan, nur himmelan Hin an dein Kreuz zu treten, Hinauf zu Gott, Gesangeslust; Höchster, dent' ich an die Güte, Höchster Tröster, komm hernieder! Hosianna! Gott erscheinet! Hülfe kann dein Arm bereiten, 1011. 849. 361. 802. 480. 847. Uhlich. 855. Cramer. Denicke. 212. 951. 1025. 993. Rist. 477. urspr. Rist. 645. Schöner. 431. 293. 812. 301. 997. 542. urspr. Heerman. hid it Binzendorf. Selneccer, ver. Zollikofer und Lossius. Bruhn. Münter. Ch. F. Richter. 1012. 547. Ich preise dich, o Herr, mein Ich finge dir mit Herz und Mund, 94. Ich sterbe täglich, und mein Leben 1033. Ich trete vor dein Angesicht, 842. Ich und mein Haus, wir sind bereit 1029. Ich weiß, an wen ich gläube. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen mein Glaub' Ich weiß, daß mein Erlöser Ich will den Bund mit meinem 808 Ja, Gott, hör' uns! wir 343. 605. Cramer. 447. Titius, ver. Neander. 811. Gerhardt. 204. Ja, zur Stille will ich fliehen; Ich armer Mensch, ich armer. Ich bin ein Gast auf Erden, Ich bin erlöst! Es floß des Ich bin getauft nach Jesu Lehren, 331. Ich bin gewiß in meinem Glauben, 380. Ich bin im Himmel angeschrieben, 450. Ich bin, o Gott, dein Eigentum, Ich bin, o Herr, in deiner Macht; 796. Ich bin zur Ewigkeit geboren, Ich eile meinem Grabe zu; Ich flehe, Gott, von ewigroßer 418. 410. 792. 448. Neander. 150. Biegler. 387. Liscov, ver. Diterich. Ich freue mich in dir, und Ich freue mich, mein Gott, Ich geh' zu deinem Grabe Ich hab' in Gottes Herz und Ich habe nun den Grund gefunden Ich hoff' auf dich; denn deine Ich hoff' auf keine Hülfe mehr Ich komme vor dein Angesicht; Ich lebe, wo ich liebe; Funt. 12 Delbrück u. Sachse. Fabricius, ver. Diterich. Biebich, ver. Cramer. Krah. Neuhofer.aldart notisdag m Wagner. si nollor yad'den wi Rothe. Schint. 533. v. Cronegt. 557. Gellert. ahe sist smism use lidslamist und smism euis mmin miss 11011 4016 ... ver. Wagner. Rambach, ver. Diterich. t. Schmold. Henzen. Diterich. 301 200# Dach, ver. Diterich. J. A. Hermes. Mudre. 643. Schmolck. Diterich. 349. Schmold. Gerhardt, ver. Diterich. 455 Gerhardt. Schmold. Münter. Spitta. 317. Neumeister. 394. Niemeyer. 1005. Arndt. 381. Sturm. 241. Angebl. Sturm. 351. Münter. admin ** 1801 dant spolit amu 6 bin 80% sid( bim Ich 456 Register. Ich will dich lieben, meine Stärte 1013.| Scheffler. Ich will dich noch im Tod erheben, 794. 624. 395. Ich will im Sterben und im Ich will mich meines Gottes Jesu, geh'voran auf der Lebensbahn 1018. Jesu, Jesu, stärke mich, Jesu, meine Freude, 577. Jesu, meines Lebens Leben, Jesus Christus, Gottes Sohn, Jesus lebt! Frohlockt, ihr Chöre! Jesus lebt; mit ihm auch ich! 238. Jesus, meine Zuversicht und mein 236. Kein Lehrer ist dir, Jesu, Kein Mensch, o Gott, ist Kein Stündlein geht dahin, Kindlich nahen wir uns, o Klagend sehn wir von uns gehn, König, dem kein König gleichet, Komm, heil'ger Geist! erfüll' Komm, heiliger Geist, Herre Komm, komm, du Licht, in Komm nun, o du starter Held, Komm, Pilger, zu dem Grabe; Kommt, Kinder, Jesu weihet Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, kommt, den Herrn zu Jesus nimmt die Sünder an! Jesus selbst, mein Licht, mein Ihm, der das Licht entstehen Ihr Christen, kommt und Jhr, die ihr euch von Christo Ihr Eltern höret, Christus spricht 1024. Im Jubelton frohlocken wir: Immer müsse, Gott, dein Rat Im stillen wollen wir dich In allen meinen Thaten In des Himmels höhern Freuden In Dunkel hüllt der Himmel In Gottes Rat ergeben, In Jubelchören wallen wir, In unsern Nöten fallen wir Ist Gott für mich, so trete 226. Funt. Lasset uns mit Jesu ziehen! Laß mich dein sein und bleiben, Laß mich diese Nacht empfinden, Sturm. 571. urspr. J. Frand. 189. Homburg, ver. Neander. 10 261. Mudre. 690. 538. 415. 751. Eschenburg. Barbara Schubart. Meister. Zinzendorf. 2. Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, ver. Diterich. 449. Neumeister. 579. Olearius. Neander. 897. 336. Schottin. 576. Ritter, ber. E. G. Küster. Helmbold. 249. urspr. 3wid, ver. Schlegel. 777. v. Hemessen? 803. 562. Gellert. 2 300 1008. 68. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, 889. Kommt, und hört den Herrn 356. 788. Herberger, ver. Neander. 860. Hahn. 767. Juntheim. 386. Gerhardt, ver. Weiße. Kommt, und laßt uns niederfallen, 70. Komm über uns, du, heil'ger 289. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit! 954. is insc 181. Rambach, ver. Bruhn. 424. Reche. Eschenburg. Fleming. Allendorf, ver. Brömel. Lavater. 818. 262. Rambach. 974. alte Übers. des Veni sancte spir. 973. Luther. 306. Sachse. 124. ver. Schottin. 170. C.F. D. Schubart, ver. Wehrde. 339. Demme. urspr. M. Frant, ver. Schottin. Reche. Starte. Tersteegen. Cramer. Cramer. Schottin. fight otrs p 300 1931 Cramer. Mautisch, ver. Schlegel. angebl. aus dem Lat. des Kön. Robert v. Frankreich. 583. urspr. v. Birken, ver. Schmidt. 858. Selneccer. 935. Rift, ver. Schlegel. Laß Baß mich doch nicht, o Gott, Laß mich, o Gott, gewissenhaft Baß mich, o Herr, in allen Laß, o Jesu, mich empfinden, Baßt dankbar uns die Lehrer Laßt uns alle fröhlich sein, Laßt uns, dem Vater laßt Laßt uns den Herrlichen Laßt unserm Gott uns singen, Laßt nns mit ehrfurchtsvollem Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu! wir sind hier, Biebster Bater, ich, dein Kind, Register. Bitanei Lobe den Herren, den mächtigen Lobet den Herren, denn er ist sehr 457 618. Gellert. 616. Hävecker, ber. Diterich. is 484. Bollitofer. 657. Cramer. Lob, Preis und Dank dir, Lob, Preis und Ehre bringen wir, Lob sei dem allerhöchsten Gott! Lob sei Gott, der den Morgen Bobsinge, meine Seele, dem Lobsinge, Seel', und sage, Lobsinget Gott! Dant, Preis Lobsinget! Gottes Huld und Lobsingt! Gott hat sein Wort Lobsingt in seinem Heiligtum Lobsingt, lobsingt dem Herrn, Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Lobt Gott, ihr Christen, freuet Lobt Gott, lobt alle Gott! 733. Reche, ber. Wagner. 158. Langhans. 47. Niemeyer. Wagner. 5. 739. Helmbold, ver. Schlegel. 140. Krafft( nach Gellert.) 587. Scheffler. 958. Clausniger. 453. urspr. Titius, ver. Neander u. 863. 740. 920. 57. 127. 744. Maner( 47.) 899. 227. Diterich. Reinhard. Funt. Weiß, ver. Diterich. Funt. Neander. 933. Schlegel. 54. Crassel, ber. Teller. 302. Cramer. 130. Cramer. 30 bi isg aid$ 130 Mache dich, mein Geist, bereit, 478. Mein Auge sieht, o Gott, nach 97. Mein bester Trost in diesem Leben 553. Meine Lebenszeit verstreicht, 783. 585. urspr. J. Neander. angebl. Selneccer, ver. Schottin ( 931. Meinen Jesum laß ich nicht; Mein Erlöser, auch für mich Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn, Mein erst' Gefühl sei Preis und Meiner Tage, Gott, sind hier Meine Seel' erhebt voll Freuden Mein ganzer Geist, Gott, wird Mein Glaub' ist meines Lebens Mein Gott, du wohnst in Mein Gott, ich weiß wohl, Mein Gott, mir hat dein lieber Mein Gott, zu dem ich weinend Mein Heiland, wenn mein Geist Mein Jesu, dem die Seraphinen, Mein Leben, das du mir Mein Leben ist ein Prüfungsstand; 646. 303. Mudre. 119. Cramer. 992. N. Hermann. 129. N. Hermann, ver. Diterich. 859. Demme. Gellert. Reimann. ubi falk mal idije bise Freystein, ver. Diterich. Beder, ver. Diterich. Breithaupt. 191. Sturm. 332. Werenberg, ver. Diterich. 185. 898. 791. 190. 399. Fritsch, ver. Diterich. 388. Münter. Diterich. Gellert. Münter. Neumeister. ske 490. Schmold, ver. Diterich. 810. Schmolck. 578. Schmolck. 438. Münter. 404. Sturm. 568. Deßler. Reinwald. 607. Lampe, ver. Bollikofer. 15656 ande mult muse int made 202 Hoa fi mul Mein 458 Mein Leben steht in Gottes Mein lieber Gott! gedenke Mein Schuß ist Gott! Jhn laß Mensch, geschaffen aus dem Register. 789. Neander. 564. Neumeister, ver. Wehrde.in2 536. Neander. 787. Mir nach, spricht Christus, Mir schauert nicht vor dir, o Mir dir geh' ich an mein Mit Ernst, ihr Menschenkinder Mit freudigem Gemüte Mit freudigem Vertrauen, Mit Fried' und Freuden fahr' ich 804. 42. Mit fröhlichem Gemüte dankt, Mit frohlockendem Gemüte Mit Gott gehn wir getrost dahin Mit Inbrunst dank' ich dir Mit Preis und Ruhm gekrönt, Mit Singen dich zu loben, Mit Wehmut und Vertrauen, Mit welcher Langmut und 984. Scheffler. 809. Funt. 916. Mudre, ver. Diterich. 134. Thilo, ver. Schlegel.s 612. Grot. aus d. Lat. des heil. Bernhard, übers. A. J. Rambach. 10 734. Niemeyer. 385. 872. 326. Nach einer Prüfung furzer Nach meiner Seele Seligkeit Nach tausend Todesleiden, Nacht und Stille führen Nein, ich will nicht sorgen! Nicht, daß ich's schon ergriffen Nicht lang' ein Pilger in der Nichts ist von ungefähr! Nichts fann uns die Zeit ersetzen, Nicht um ein flüchtig Gut der Nie bist du, Höchster, von uns Niedrig und in Dürftigkeit Nie kann ich meines Gottes Nie kann mein Herz dich. Nie will ich wieder fluchen, Nimm hin den Dank für deine Noch bin ich dein Gast, o Erde! Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben! Noch nie hast du dein Wort Noch schauen wir im dunkeln Nun bitten wir den heil'gen Geist Nun bringen wir den Leib zur Nun danket alle Gott, mit Nun danket all' und bringet Nun, gottlob! es ist vollbracht Nun jauchzet all', ihr Frommen, Nun ist die Finsternis entflohn; Nun ist es Tag; mit frohem Nun ist, o Gott, mein Lauf Nun kommt das neue Kirchenjahr; 845. Nun laßt uns gehn und treten Nun lobe, meine Seele, was dsid sdsi Neander( nach Luther). Q Schlegel. urspr. Rambach. Mörlin. Loder. ad 264. Niemeyer. 43. Liebich, ver. Diterich. 200. Sturm.de$ 197.00 46. 8immermann. 03 402 402. Gellert. 593. Diterich. 224. Meister. 929. Sturm. 773. Niemeyer. 602. Gellert. 838. Brumleu, Uz. 1802 176. Reche. 103. Cramer. isnoti and stal ad hode 6 od 100 s) dos Isse skiom sprijdo 108. 715. ver. Dolz. Neander. 284. 21. Sturm, ver. Bruhn. sagnido 100 togmijde 100 11000 guildo nisi ni sguilda gnidel apatdel 0100 1002 hid sosite 116. Heeren. 677. Gellert, ver. Diterich. 373. Lavater, ver. Weiße u. Wagner. 801. Sturm. 877. Cramer. Neander. moniste 900. 51. Rambach, ver. Diterich. 423. Klopstock. 969. Luther. 822. Liebich. 987. Rintart. 738. Gerhardt. 857. Schent. 132. Schirmer. 159. Mudre. 910. Sturm. 839. Handel. urspr. Olearius. 867. Gerhardt. 741. urspr. Poliander. da se smisse is ang miste Indool ud 3100 miste bling miste nads misil Nun Nun ruhen alle Wälder; Nun sich der Tag geendet hat Nun sinkt die Sonne nieder; Register. 459 942. Gerhardt ver. Klugkist. sist 1043. Herzog. 20 dne del sis 926. z. moilla red sisu Ce 900 Christ, die Reize dieser Welt O Christenheit, sei hocherfreut! O Christ, erhebe Herz und Sinn! 639. O, daß ich tausend Jungen hätte, 520. O, daß von meinen Lebenstagen 632. O du, der diese Kinder einst 344. Durchbrecher aller Bande O Herr, dein seliges Regieren O hilf, Christe, Gottes Sohn, O Hoffnung, Lebenswonne, 1014. 601. 1037. Oft hält dein Antlit sich verborgen, 110. Oft tlagt dein Herz, wie schwer Ewigkeit, du Donnerwort O Gott! aus deinen Werken O Gott, den alle Himmel ehren, O Gott des Himmels und der Gott, dich fürchten, findlich O Gott, du bist die Liebe! O Gott, du frommer Gott! O Gott, mein Vater, steh' mir O Haupt voll Blut und Wunden Oheil'ger Geist, tehr' bei uns Oheiliger Geist, o heiliger 603. Förster. 156. Fuger, ver. Diterich.us O Mensch, gedenk' ans Ende, O Schöpfer, jedes deiner Werke 393. 202. 546. 1015. Jesu, Jesu, Gottes Sohn! O Jesu, Licht und Heil der Welt, 266. O Jesu! meine Wonne, 365. Liebich. to mod norgils Menger.im di Jon Rodust Niemeyer.#inst Joer aprile didiel stn d 7. Liebich, ver. Diterich. 27. Georgii, ver. Diterich.de 86. Rambach. Jesu, wahrer Frömmigkeit, 175. O Jesu, wenn zum Stärkungsschl. 941. O Lamm Gottes unschuldig, 965. 785. 29. Nebe. Arnold. Schlegel. Gellert. Rift. 493. Schmold, ver. Zollikofer. 42 40. Diterich. C Heermann. 982. 598. Žiebich, ver. Diterich. 1003 Gerhardt. Schirmer. 994. datur norbe 971. 968. Oselig Haus, wo man dich aufgen. 1028. O senke nicht den trüben Blick Ostimm' auch du mit frohem O Ursprung des Lebens! O Bater der Barmherzigkeit, O Vater guter Gaben, Lob, O, welch ein Trost für meine O, welch ein unschäßbares Gut O, welche Schmach und Plagen Welt, sieh' hier dein Leben; O wie selig seid ihr doch O wie unaussprechlich selig Preis dir, dem Heiligen! Preis dir, der auch in stiller Preis dir! du haft aus deiner Fülle, Preis dir, Herr Jesu Christ! Preis ihm, der ist und der da duansisse stine ideo dire pod silmbe unbek.( zuerst in NiedlingsHandbüchlein, Altenburg 1638.) urspr. C. F. Richter. Weiß. Bürger, ber. Wagner. Heermann. Diterich. Rift. 800 Schlegel, ver. Diterich. Niemeyer. 190 Decius. 720. Dolz. 454. Diterich. 486. Diterich. Sturm. Schmolck. Rambach. Spitta. 833. nach E. L. P. Schröder. 143. Diterich. 363. urspr. Koitsch. $ 10 460. Denicke, ver. Neander. espied se Japatag am 193 is 750 se 210. 213. Gerhardt, ver. Diterich. 1036. Dach. 400. Schmold, ver. Diterich. 36. Cramer. 943. Wagner. Wagner. 372. 178. Niemeyer. 873. Lossius. atrodas tế mi' lop c Ba Preis 460 Preis ihm! Er schuf, und er Preis, Lob und Ehr' sei dirQuelle der Vollkommenheiten, Register. Reget euch, ihr frohen Triebe! Religion, von Gott gegeben, Reuvoll nah' ich mich zu dir, Ringe recht, wenn Gottes Gnade Ruht unter Gott, ihr Frommen! 1044. 58. Klopstock. ad1522 sila najus nust Grüneisen. doll must anno aid stail must 500. 8.00 Münter. saistsid( inde 44. Reche. bod i andilində 323. Thieß.790 add 1702 455. Wagner.& dastust pidad 1020. Winckler. 824. Sachse. slaid and and C 489. Oberländer. in ned the NG 582. Cramer. as misd ipoll#G 594. Gotter, ver. Diterich. 352. aus Psalm 51. F. Frand, ver. Diterich. Sanfte Seelenruh', 358. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch; Schaffe doch vor allen Dingen, Schaff' in mir, Gott! ein reines Schicke dich, erlöste Seele, Schlage, Jesu, an mein Herz, Schmücke dich, o liebe Seele, Schnell fliehen Jahr' auf Jahre Schöne Hoffnung! Ich soll 433. Megander. 1002. Joh. Frand. 871. Grot. 414. Schon schlägt die Trennungsstunde 723. Schon wieder eilt von unsrer 876. 3. H. G. Neithart. J. F. Köhler. Sturm. Cramer. Schmold. Drese. Wolf. Bod fano is appli 11. Schwingt, heilige Gedanken, Seele! geh' auf Golgatha, 197. 1021. 491. Wagner. 736. Eber, ver. Neander. 304. Heeren. 211. Münter. 718. Dolz. Seelenbräutigam, Jesu, Gottest.! 983. Seele, was ermüdst du dich Seele, was ist herrlicher in der Sehn wir nur Trübsal um uns Sehr groß, Herr, ist die Huld, Seht, welch ein Mensch! Wie Seid uns gegrüßt mit frohem Sei festlich uns willkommen, Sei Gott getreu und seinem Sei hochgepriesen, Herr, für Sei Lob und Ehr' dem höchsten Sei uns gesegnet, Tag des Sei zufrieden, mein Gemüte, Selig sind des Himmels Erben, Selig sind, die, Gott, dein Selig, wer mit stillem Herzen Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, Siegreich stand mein Heiland Siehe, der einst überwunden, Sie tommt, sie eilt, die Zeit, Singt dem Herrn Lob, Preis So beschließen wir auch heut' So fangen wir in Gottes Namen So gingst du einst, beraubet, So hab' ich, Gott, durch deine So hoff' ich denn mit festem So jemand spricht: Ich liebe So komm hernieder, Geist des So laß, Herr, die Gebeine nun, Soll dein verderbtes Herz pils) niso 20 affia0 30g 0 O MSC ulse Q 231. Niemeyer. 481. urspr. M. Frant. 203. Freylinghausen, ver. Spalding. 512. Schüß. 853. Niemeyer. 627. Schmold. 413. lopstock. 319. Schmold, ver. Diterich. Schlegel. 105. D 786. Sturm. 247. Reiber, ver. Wagner. 367. Schottin. 136. Cramer. 923. Paulmann. Comés per 721. Rost. 848. Schreiber. 187. Liebich, ver. Ch. Richter. 937. Diterich. 464. Gellert.ills 649. Gellert. 711. Niemeyer. 825. Heder. ver. Sachse. 312. Gellert. e blous Sist Sollten Register. Sollten Menschen, meine Brüder 651. Sollt' es gleich bisweilen scheinen, 534. Sollt' ich jetzt noch, da mir schon 588. Sollt' ich meinem Gott nicht singen? 988. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, 90. So wahr ich lebe, spricht dein So weit nur deine Sonnen Steil und dornicht ist der Pfad, Stets erfüllen seine Pflicht, Stimmt unserm Gott ein Loblied 518. Such', wer da will, ein ander Ziel 1016. 442. 45. 584. 174. Tag, der Erleuchtung uns 278. Tausend Jahre sind vor dir, wie 870. Teures Wort aus Gottes Munde, 315. Treuer Vater deiner Kinder, 653. Triumphiere, Gottes Stadt, 294. Triumph! Verlaßt die leere Gruft! 242. Trockne gern des Kummers 683. Trocknet eures Jammers Thränen, 817. Trüb' ist der Trennung Stunde, 826. Tugend ist der Seele Leben. 472. Bater, den mein Herz verehret, Vater! dunkel ist dein Walten Vater, fieh', hier bringen wir Verbittre dir dein Leben nicht, 00 251. 467. 216. 23. 77. 551. 31. 08 28. 322. 885. über aller Himmel Heere Um als ein Christ zu leben, Um Gnade für die Sünderwelt Umsonst, umsonst verhüllst du Unendlicher, wer zählt die Reih'n Unendlich ist mein Glück! Ich Unerforschlich sei mir immer Unser Gott ist groß und mächtig, Unser Gott, wir danten dir, Unsre Aussaat segne Gott, wo Uns strömt aus deiner milden Unsterblichkeit! Gedanke der, Unverwandt auf Christum sehen Unwiederbringlich schnell entfliehn 950. 702. Heeren. 411. 1017. Cramer. urspr. Titius. Münter. Gerhardt. Olearius. Heermann, ver. Diterich. Cramer. Bürde. Demme. 730. 912. Vereint mit deinen guten Kindern, 604. Vereint zu deinem Preise, Vergangen ist auch diese Nacht Verleih' uns Frieden gnäd.( V. 6.) 297. Vernimm, Herr, unser Flehn! Vollendet ist dein Wert, vollendet, 257. Vom Geräusch der Welt geschieden, 389. Vom Grab, an dem wir wallen, 305. 153. Schlegel. Münter. Schmold. Lavater. Cramer. C. Günther, ver. Zollikofer. Weißel. Bietsch. Reche. Voß. Niemeyer. Cramer, ver. Diterich. 461 mismeio de and woll Münter. 108.j Cramer, ver. Diterich. Sturm. " dus no Cramer. Niemeyer, ver. Wagner.anily nach Gleim. Loder. Cramer. Loder. Haßlocher, ver. Diterich. 3. F. Schmidt, ver. Lossius. Rothe. Neander. 641. Lavater. and died 831. Neuffer. 334. vorzügl. nach Krummacher. Mudre. 676. Cramer. Sucro. Sturm. Vom heiligen Gefühl der Andacht 713. Dolz. Vom Himmel kommt der starte Von allen Himmeln tönt dir, Von dir, du Gott der Einigkeit, 141. Mödel, ver. Diterich. Luther. Hahn. Lavater. Eschenburg. 4. 692. Eschenburg. nach Luther und Wagner. Niemeyer. Von 462 209. Von dir, mein Gott, kommt aller Bon dir, o Vater, nimmt mein Von Freud' und Dank durchglüht, 514. Bon Furcht dahin gerissen, Von ganzem Herzen lieb' ich dich 120. Bon ganzer Seele preis' ich dich, Von Gott will ich nicht lassen Bon ihrer Arbeit ruht die Erde; Von neuem, Herr, gelob' ich Vor dir, Herr, denken wir Register. Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn ich vor dich, mein 617.| Diterich. 548. Lavater, ver. Diterich.o Demme. Münter. 805. 986. 88. 535. Wach' auf, mein Herz, und Wachet auf! ruft uns die Warum dein Blick so trübe? Warum erbebst du, meine Seele, Warum sollt' ich mich denn Was den Leib erhält und nährt Was Gott thut, das ist immer Was Gott thut, das ist wohlg.; er 835. Was Gott thut, das ist wohlg.; es 981. Was ich nur Gutes habe, ist Was ist der Mensch, der Staub Was ist es, das die ganze Welt Was ist mein zeitlich Leben, Was ist's, daß ich mich quäle? Was mein Gott will, gescheh' Wenn, Jesu, meine Pilgerzeit Wenn meine Sünd'n mich 93. 1032. 883. 342. 308. Pfranger, V. 3-6 von Luther. 0772. 901. urspr. Gerhardt. 274. Nicolai ver. Klopstock.. Niemeyer. Schiebeler. Gerhardt. Zuckichwerdt. Schmold. Mohd 1 dam Schmold.256 msg anber Robigast. us tombes 599. Diterich. 912 and l' dün 121. Lossius. and fi disgu 656. ber. und mel. von Dolz. Diterich. Gellert. id nis 606. 769. manism chi'63 Cramer.manism bi 1000 B. F.Köhler.dai thi dag 03 Helmbold. ad un tid og Münter. ipinnad dan me Sturm. smis) nsültje is 539. Albrecht der Jüngere, Markgraf zu Brandenburg- Kulmbach. 49. Was soll ich ängstlich klagen, Was trauern wir? Gott jorgt Was wird's sein, wenn einst Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Weit um mich her ist alles Freude; 881. Welch hohes Beispiel gabst du Welterlöser, dich zu lieben Wen Gottes Liebe nicht zur Wenn alle untreu werden, so Wenn Christus seine Kirche Wenn einer alle Ding verständ', Wenn heiße Thränen mir entfl., 463. 774. Sturm. 894. Bäßler. #ism fi dil 793. 3. T. Hermes. hilfrei Schmold. 8070 1100 1 Feddersen.nnd he sain 179. Rambach, ver. Weiße. sajult 80569. Reche. 502. Gellert. Im 580. v. Hardenberg. 0 295. Gellert. 650. adm Wenn ich auf Gottes Wegen 405. Cramer.indd 1st Wenn ich ein gut Gewissen habe, 485. Weiße, ver. Diterich. Wenn ich einst von jenem 194. 685. 17682 49103 108 10973 urspr. Denicke. Bürde. Wenn Menschen dir, o Gott, Wenn wir in höchsten Nöten ein 1031. Wer auf seinen Gott vertraut, Wer bin ich? Welche wicht'ge Wer das Kleinod will erringen, Wer dir vertraut, den leitest Wer gleicht dir, Gott? Wer Gottes Wort nicht hält, Whildrefill Idamant! lasindadas 0908. lopstock. 20067. Gellert. ni 0555. Frau v. d. Recke. E tisteg $ 800. San Dienst 32 suidw Cramer. Gesenius. Cramer. Eber. 525. Beyschlag. lunasto me 596. Diterich. msd a dat mo? 482. Menger. Tem magilied mo 281. Wagner, nach Schlegel. 16. Cramer. ming 469. Gellert. Wer Wer ist wohl, wie du, Stifter Wer kann die Leiden fassen, Wer nur den lieben Gott läßt Wer unter deinem Schirme Register. Wie kann ich sattsam doch Wie lieblich ist es in der Stille Wie liebreich, Jesu, ist dein 581. Freylinghausen, veränd.Bruhn. 222. Meister. 979. Neumart.d) 930. Krah. 664. Liebich, ver. Diterich. Gräfin Ämilie Juliane. Cramer. Wer wahre Herzensdemut Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 1034. Wer zählt der Engel Heere, 76. Sachie. til 200 Spieler. off asid tar dm tek Idom 11 ok Cramer. Neander. nsst di of off Diterich, ver. Wagner. Neander. 122. 392. Wie Augenblicke fliehen, so Wie bist du, den kein Auge Wie ein Geschwäß des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, 1035. Wie freudenreich ist diese Zeit! Wie getroft und heiter, du, Wie Gott mich führt, so will Wie göttlich sind doch Jesu Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Wie groß ist unsre Seligkeit, Wie groß, wie angebetet ist Wie herrlich, Jesu, starter 543. Gedicke. moniad w mis 182. Spreng. onlad ng is dus 39. Gellert. ajo thon ann thush 74. Cramer.y misd 382. J. E. Schmidt, ver. Diterich. 567. Cramer. 836. 335. 931. 254. Homburg, ver. Diterich. 369. Bachoff v. Echt. 640. M. Günther. 4 217. Wie schnell ist mir der Tag 932. Wie schön ist's doch, HerrJesuChrist 1022. Wie schön ist Gottes Welt! 72. Wir eilen mit dem Strom der Wir erscheinen, Gott, vor dir Wirf, blöder Sinn, den Wir freuen uns, Herr Jesu. Wir gehn ans Grab und hoffen 829. Wir glauben all' an Einen Gott, 957. Wir glauben all' an Einen Gott, Sch. 55. Wir glauben all' an Einen Gott, V. 956. Wir liegen hier zu deinen Füßen 1007. Wir Menschen sind zu dem, 310. Wir nahn zu deinem Thron, 756. Wir schauen, Herr der Herrlichkeit, 265. Wir schwören dir aufs neue 712. Sturm. Küttner. mas Gerhardt. Cramer. 155. 253. is Jack 854. Cramer. 463 Ik ont Musgu 2 Wie schön leuchtet der Morgenstern! 115 Wie selig ist hienieden 346. 784. 129. Gerhardt, ver. Neander. 990. Gerhardt. Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, Wie soll ich dich empfangen Wie wichtig, Herr, ist der Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund, Wie wohl ist mir, wenn mit Willkommen, edles Morgenlicht, 915. Willst du der Weisheit Quelle 420. Diterich. 409. Klopstod. 391. 681. Deßler. Niemeyer. Mörlin. 494. 3ollikofer. Wir alle, Menschenbater, bringen 891. Wir bringen weinend unsern Meister, ver. C. 2. Fund. Niemeyer. 828. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 201. Wir danken freudig dir Fischer. 921. Cramer. 169. Demme. Nicolai, ver. Schlegel u.Diterich. Schottin. Gellert. Rambach, ver. Diterich. Selneccer, ver. Diterich. Bürde. ( unveränd.) Buther. Luther, ver. Neander. Clausnizer. Schmold. Denicke, ver. Diterich. Stockhausen. Schlegel, ver. Diterich. Hahn. Wir 464 Register. Wir sind nach sanftem Schlaf 913. Niemeyer. Wir singen, Herr, von deinen 888. Hoffmann, ver. Diterich. Wir wallen hier( hin) zu eurer 816. Hahn. sdsil and aun Wir wallen, Pilger, allzumal, 0610. Bürde. mskied asing 338 Wo find' ich Gott, den meine 500 sidnet s Wo Gottes Geist regieret, Wohl dem, der richtig wandelt, Wohl dem, der sich auf seinen Wohl uns! hier floß auch Wo ist wohl Not und Elend Wo soll ich fliehen hin, 492. Cramer. 288. Mudre. 671. Bollitofer, ver. Bruhn. 250 527. Rube. 722. Wagner. 427. Cramer, ver. Diterich. 452. anges Beuch ein zu beinen Thoren Beuch ein zu deinen Thoren Beuch uns nach dir, so piratie.i besipe.190 180. 22. Bu deinem Preis und Ruhm Zu dir erhebt sich mein Gemüte, Zu Gott, o Seele, schwing' Zum Trost in unsern Kümmernissen 488. Zur Arbeit, nicht zum Müßigang, 621. Zur Tugend willst du uns erziehen; 719. Bu so viel Tagen, die mir 939. Zu unserm Besten wendet 928. # 189 smpai 101 histi2.590 .905 290. Gerhardt, ver. Cramer. Gerhardt. 999. 259. urspr. Scheffler. 904. nito 018 489 081 S201 2010g100.000 boliqo.005 plesti@ 300 Ispsibe Heermann, ber. Neander und Diterich. bistusous 126 .681 podata05 Diterich. Sturm. Frau v. d. Redke. 06:15 Pfranger. Borchward. Dolz. Münter. Neander. s is 108 sonir stoonsbinsi on si Histu onomiser sinir S si pidit sinon ille oste mad tim molls de ito namischias R and addic 35188 200-300 edmi ose njod dan det er det ik 2( dm) 5000 mai no onsduela 189 24 de noi no lo dulo 3182 dunig 5001 ml suisd ng said usgstl cie saginale 1100 noni nn Do WE 018 junchote 82y Jasda on nsbinste wa mond und e is Borg site 8070 STER dilised sig un sik bildsit 10% bissdsil s129 i Bandi d @ nobls.82 pitbust noobi sie and thirst 350 300 498 noiems hid of lip sid nuolyms pid di noi ofe 330 pitbul si madenind sim dzia 160 am fi lour sin tim sot sim 3 10 10 tilgsproste sidsmoties tiedis d dus 390 7730 suni suen ejus sid 300) 2102 Else Liesbet Liefert Cheberen den 29. Auguß 1891. zu Genvern. Gesterben den 19 Olo6. 1871. ست 大姨 。 Inches Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 3 1/11/201 6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 1₁7 ₁1 T₁7 17 18 16 3/ Color 19 B.I.G. Black B