KUIER T Vertrau auf GOTT fo wird Dir's wohlergehen. T 27 M S 20 GA O S « ол www 3 233 Gb 311 323-2769 Stahlstich v. Carl Mayers Ain Nürnberg Wer sein Kreuz nicht trägt und mir nachfolgt, kann mein Jünger nicht sein. Luc. 14, 27. Take thy Cross and follow me. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg. 69. Baianatuche CONS Panbestire Gabfen. TW.DAY fonfiftorium Leipzig und Dresden. In Kommission bei B. G. Teubner. Wer sein er nicht fragt mir nachfolgt, kann mein sanget nyt pris. Luc. H, Z. Take thy Cross and follow me. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg. Gesangbuch für die evangelisch- lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen. Herausgegeben ATHORSTROO von dem evangelisch- lutherischen Landeskonsistorium im Jahre EVANG 1883. SHANT LUTE Leipzig und Dresden. In Kommission bei B. G. Teubner. Gb 311 bud prilbidno solisdiablisgusss alon shisningst Univ.- Bibl. Giessen Druck von B. G. Teubner in Leipzig. od hun end split Sed nislls „ Daß geistliche Lieder singen gut und Gott angenehm sei, acht ich, sei keinem Christen verborgen, dieweil jeder,, mann nicht allein das Erempel der Propheten und Könige ,, im alten Testament( die mit Singen und Klingen, mit ,, Dichten und allerlei Saitenspiel Gott gelobt haben), sondern ,, auch solcher Brauch, sonderlich mit Psalmen, gemeiner Christen,, heit von Anfang kund ist. Ja auch St. Paulus solches ,, 1. Kor. 14. einsetzt und zu den Koloffern gebeut, von Herzen ,, dem Herrn singen geistliche Lieder und Psalmen, auf daß ,, dadurch Gottes Wort und christliche Lehre auf allerlei Weis ,, getrieben und geübt werde. Demnach hab ich auch, samt ,, etlichen anderen, zum guten Anfang und Ursach zu geben ,, denen, die es beffer vermögen, etliche geistliche Lieder zu,, sammengebracht, das heilige Evangelium, so jetzt durch Gottes Gnaden wieder aufgegangen ist, zu treiben und in Schwang zu bringen, daß wir uns auch möchten rühmen, wie Moses ,, in seinem Gesang thut, 2. B. Mos. 15., daß Christus unser ,, Lob und Gesang sei und wir nichts wissen sollen zu singen ,, noch zu sagen, denn Jesum Christum, unsern Heiland, wie ,, Paulus sagt 1. Kor. 2." 11 So hebt Dr. Martin Luther an in der Vorrede zu dem ersten, im Jahre 1524 von ihm herausgegebenen ,, Geistlichen Gesangbüchlein", welches nur wenige Lieder, darunter fünf von ihm selbst verfaßte, enthielt. Der gute Anfang hat einen guten Fortgang gehabt, wie die schon im Zeitalter der Reformation und seitdem erfolgte Vermehrung des evangelischen Liederschatzes, dieses köstlichen Kleinods unserer Kirche, durch zahlreiche und treffliche Gesänge gottbegnadigter Dichter, bis herab auf unsere Tage, und die große Menge verschiedener Gesangbücher im deutschen evangelischen Volke mit ihrer oft übergroßen Liederzahl beweist. Aber auch die Besorgnis hat sich im Laufe der Zeit als eine nur allzuwohl begründete erwiesen, welche Luther schon im Jahre 1529 aussprach: ,, Weil ich sehe, daß des täglichen Zuthuns ohn allen Unterschied, wie einem jeglichen gut dünkt, will keine Maße werden, über das, daß auch die ersten unsrer Lieder je länger je fälscher gedruckt werden, hab ich Sorge, es werde diesem Büchlein die Läng gehen, wie es allezeit guten Büchern gegangen ist, daß sie durch ungeschickter Köpfe Zusetzen so gar überschüttet und verwüstet sind, daß man das Gute a IV ,, darunter verloren und allein das Unnüße im Brauch be,, halten hat." Durch Gottes Gnade und Hilfe ist in der evangelisch- lutherischen Kirche seit einer Reihe von Jahrzehnten die Erkenntnis solcher ,, Gesangbuchsnot", wie man das Übel kurz und treffend bezeichnet hat, je länger desto lebendiger geworden. Der Herr hat viele gläubige und fleißige Arbeiter erweckt, welche zur Wiederherstellung unserer evangelischen Kirchenlieder in ihrer ursprünglichen Kraft und Schönheit und zur Auswahl des Besten aus ihrer großen Zahl treulich Handreichung gethan haben. Auf dem Grunde dieser Vorarbeiten ist auch das Gesangbuch entstanden, welches hiermit im vierhundertsten Jahre nach Luthers Geburt, gleichsam als eine Jubiläumsgabe, der evangelisch- lutherischen Landeskirche des Königreichs Sachsen dargeboten wird. Das Gute und Treffliche, was die zur Zeit noch in Gebrauch stehenden Gesangbücher enthalten, an erster Stelle das, was wir unserm Luther und Paul Gerhardt, aber auch manchem unserer sächsischen Sänger, besonders unserm Gellert, an geistlichen Liedern verdanken, wird, so weit möglich in seiner ursprünglichen Gestalt, darin wiedergefunden. Minder Gutes oder Entbehrliches ist durch anderes ersetzt, das seine Kraft zur Erbauung schon vielfach bewährt hat und, so der Herr hilft durch seinen heiligen Geist, ferner bewähren wird. So mögen die in diesem Buche zusammengestellten 686 Lieder, nicht minder die in dem Anhange beigegebenen Gebete und die guten Bekenntnisse unserer evangelischen Väter aus den Tagen der Reformation eine gesegnete Hilfe zur Erbauung, zur Stärkung im Glauben und in der Liebe, zur Übung in der Gottseligkeit, zur Treue gegen die Kirche des lauteren Wortes und Sakramentes, zu Trost und Frieden im Leben und Sterben werden. Liebe Gemeinden! Der Herr gebe seine Gnade, daß dieses Buch den Weg offen finde, den es zu euch sucht, auf daß es in eueren gottesdienstlichen Versammlungen, wie in Haus und Schule, etwas werde zum Lobe der Herrlichkeit unsers Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und zur Erfüllung der apostolischen Ermahnung: Jhr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertume, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Amen. Borwort Inhaltsverzeichnis. Inhaltsverzeichnis Verzeichnis der Lieder I. Das christliche Kirchenjahr 1. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 2. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 3. Weihnacht 4. Neujahr. 5. Fest der Erscheinung Christi 6. Passionszeit 7. Oftern. 8. Christi Himmelfahrt. 9. Pfingsten 10. Fest der heiligen Dreieinigkeit 11. Andere Feste. 1. Mariä Verkündigung. 2. Fest Johannis des Täufers. 3. Michaelisfest. Schuß der heiligen Engel 4. Reformationsfest. 5. Erntedankfest. 6. Bußtag( Litanei 183.) II. Die christliche Kirche und die ihr anvertrauten Gnadenmittel. 1. Die christliche Kirche 2. Missionslieder 3. Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche( Lied 221. Glockenweihe). 4. Wort Gottes und Katechismus 9305. Heilige Taufe 6. Konfirmation. 7. Das heilige Abendmahl III. Der christliche Glaube. 1. Der Glaube im allgemeinen 2. Der erste Artikel: Gott der Vater A. Schöpfung und Erhaltung B. Ratschluß der Erlösung C. Göttliche Regierung und Fürsorge. 3. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. A. Die Erlösung. B. Jesuslieder Sette III V VIII Nr. 11 11 17 11 11 " 1 11 " 1 " 1 11 11 " 1 11 21 " 1 11 11 11 11 11 11 11 18 11 11 " 1 11 11 11 " 1 1-190 1-17 18-32 33-53 54-66 67-72 73-112 113-134 135-141 142-155 156-159 160-190 160-162 163-165 166-170 171-179 180-182 183-190 191-261 191-206 207-216 217-221 222-231 232-236 237-241 242-261 262-424 262-276 277-301 277-280 281-283 284-301 302-338 302-307 308-338 VI Inhaltsverzeichnis. 4. Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist A. Sünde, Buße, Beichte. B. Gnade, Glaube, Rechtfertigung C. Friede und Freude in dem heiligen Geiste. D. Heiligung und gottseliger Wandel IV. Gebet-, Lob- und Danklieder. 1. Das Gebet im allgemeinen 2. Gebetslieder. A. Morgenlieder. B. Tischlieder a. Vor Tische b. Nach Tische C. Abendlieder D. Lieder auf die vier Jahreszeiten 1. Frühling 2. Sommer 3. Herbst 4. Winter E. Witterungslieder a. Bei dürrer Zeit und nach geschenktem Regen b. Bei Nässe und nach Abhilfe solcher Not. c. Beim Gewitter und Danklied nach demfelben .. ... F. Beim Beginn und während der Ernte G. Bergwerkslieder H. Reiselieder. I. Krieg und Friede. K. Jn Seuchen und Krankheiten L. In allerlei gemeiner Not 3. Lob- und Danklieder. V. Standes- und Berufslieder 3. Hausstand 1. Vaterland und Obrigkeit 2. Kirche und Schule A. Bei Einführung eines Predigers oder Lehrers B. Kinder- und Schullieder( Schulweihe 545.) A. Brautstand B. Trauung und Ehestand C. Geburtstag D. Eltern und Kinder E. Treue im Beruf F. Witwer, Witwen und Waisen G. Alter VI. Kreuz- und Trostlieder VII. Sterbe- und Begräbnislieder Nr. 339-424 339-360 361-379 380-388 389-424 11 11 11 11 "} 11 11 11 11 11 11 11 ( 1 11 11 11 11 11 " 1 11 11 11 11 71 11 11 71 " 1 11 11 " 1 11 425-536 425-440 441-520 441-465 466-470 466-468 469. 470 471-493 494-497 494 495 496 497 498-503 498. 499 500. 501 502. 503 504 505-508 509-511 512-514 515-517 518-520 521-536 537-571 537-539 540-545 540. 541 542-545 546-571 546 547-553 554. 555 556-561 562-567 568. 569 570. 571 572-616 617-669 Inhaltsverzeichnis. VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Gericht und ewiges Leben. 1. Wiederkunft des Herrn 2. Auferstehung und jüngstes Gericht 3. Ewiges Leben Verzeichnis der Liederdichter. Anhang. gängen IV. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. V. Gebete A. Allgemeines Kirchengebet B. Betstundengebet C. Besondere Gebete 1. Um die Gnade, recht zu beten 2. Morgengebete 1. Am Sonntage 2. An den Wochentagen 3. Abendgebete I. Die Ordnung des Gottesdienstes II. Intonationen und Responsorien. III. Die fonn- und festtägigen Perikopen nach den vier Jahr1. Am Sonntage 2. An den Wochentagen. 4. Tischgebete Nr. 670-686 670-672 673-677 678-686 11 Seite 335-344 11 FF Vor dem Essen Nach dem Essen 5. Beicht- und Kommuniongebete Vor der Beichte... Nach der Beichte, vor der Feier des heiligen Abendmahls Während der Kommunion. Danksagung nach Empfang des heiligen Abendmahls 6. Um Glück und Segen im Berufe 7. Um beständigen Glauben 8. Gebete für Kranke und Sterbende 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden VI. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers mit der Haustafel VII. Die 21 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augsburgischen Konfession. Seite 345 347 " 1 11 " 1 11 11 " 1 11_ 11 11 11 11 11 " 1 11 11 11 11 11 " 1 VII " t 21 356 359 360 360 361 361 361 362 362 362 364 364 364 366 366 367 367 367 370 371 371 373 374 374 375 376 377 385 Verzeichnis der Lieder. Nr. Ach bleib bei uns, Herr Sesu. 191 Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott, gieb du uns deine Ach Gott, ich muß in.... 556 Ach Gott, laß dir befohlen.... Ach Gott und Herr, wie. 339 Ach Gott, verlaß mich nicht... 390 Ach Gott, vom Himmel sieh. 193 Ach Gott, wie manches.... 308 Ach Herr, Herr, du gerechter Gott 498 Ach hilf, o Helfer Jesu Christ. 515 Ach komm, füll unsre Seelen.. 391 Ach lieber Gott, behüte mich 542 Ach lieber Herr, du großer.... 502 Ach mein Herr Jesu, dein 380 Ach sagt mir nichts von Gold.. 381 Ach treuer Gott, barmherzig.. 572 Ach, was soll ich Sünder machen 340 Ach wie flüchtig, ach wie.... 617 Ach wundergroßer Siegesheld.. 135 Ade, ich muß nun scheiden Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu.. Alle Menschen müssen sterben 619 Aller Engel himmlisch Heer.... 166 Aller Gläubgen Sammelplat 620 Alles ist an Gottes Segen. Alle Welt, was lebt und. Allgenugsam Wesen.... 618 1 184 277 Also hat Gott die Welt geliebt, das merke.. ... ... .. Nr. 443 18 An des Herren Kreuz zu denken 74 192 An dir allein, an dir hab ich.. 341 389 An Einen Gott nur glauben... 264 568 Auf, auf, den Herrn zu Auf, auf, ihr Reichsgenossen.. Auf, auf, mein Herz, mit. Auf Christi Himmelfahrt allein. 136 Auf den Nebel folgt die Sonn. 573 Auferstehn, ja auferstehn...... 673 Auf Gott und nicht auf.. 113 284 242 392 Auf, hinauf zu deiner Freude.. 361 Auf meinen lieben Gott....... 574 Auf, schicke dich, recht feierlich. 33 Auf Seele, schicke dich. Auf! was willst du hier Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel. Aus Lieb läßt Gott der. 167 Aus meines Herzens Grunde.. 444 Aus tiefer Not schrei ich...... 185 362 309 2 382 302 Am Grab des Christen singet.. 621 An deine Leiden denken wir... 73 .... Bedenke, Mensch, das Ende... 622 Befiehl du deine Wege.. 575 425 Bei dir, Jesu, will ich bleiben. 237 Bete nur, betrübtes Herz Betgemeinde, heilge dich. Bis hieher hat mich Gott Brich an, du schönes. 426 522 34 Brunn alles Heils, dich ehren. 3 Christ, der du bist der helle Tag 473 Christe, du Beistand deiner.... 194 Christe, du Lamm Gottes... 75 Verzeichnis der Lieder. Nr. Christen erwarten in allerlei.. 576 Christe, wahres Seelenlicht.... 445 Christ fuhr gen Himmel 137 Christi Blut und Gerechtigkeit, 363 das ist.... Christ ist erstanden von der... 114 Christ lag in Todesbanden für 115 Christus, der ist mein Leben. 623 4 54 222 Dank sei Gott in der Höhe... 446 Das alte Jahr vergangen ist.. 62 Das ist eine selge Stunde.. Das ist ein teuer wertes 303 Das Jahr geht still zu Ende... 63 Das liebe neue Jahr geht an.. Das walte Gott, der helfen.. Das walt Gott Vater und Das Wetter ist vertrieben.. Dein König kommt in niedern. Dein Wort, o Herr, bringt. Dein Wort, o Herr, ist Dennoch bleib ich stets an..... 577 Der am Kreuz ist meine Liebe. 100 Der beste Freund ist in dem... 310 Der du, Herr Jesu, Ruh Der du in Todesnächten Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuversicht. Der heilge Christ ist kommen. Der Herr, der aller Enden... 285 Der Herr ist Gott und keiner.. 267 Der Herr ist meine Zuversicht 286 Der Herr ist mein getreuer 223 Der lieben Sonne Licht und... 474 Der Mond ist aufgegangen 475 Der Sabbath ist vergangen.. 471 Der Tag ist hin. Mein Geist.. 476 Der Tag ist hin; mein Jesu... 477 Der Tod hat zwar 116 Der Tod ist tot, das Leben.. 117 Des Jahres schöner Schmuck... 496 Dich, dich, mein Gott, will Dich, Jesu, laß ich ewig.. Dich, Jesu, preisen unsre. .. ... .... ... 562 447 448 311 ..... 540 Die Christen gehn von Ort.... 624 Die Feinde deines Kreuzes... 196 Die Gnade sei mit allen Die Gnade unsers Herrn.. 450 268 478 Die güldne Sonne, voll Freud. 449 Die helle Sonn leucht jetzt.. Die Himmel rühmen des Die Nacht ist kommen. Dies ist der Tag, den Gott. Dies ist der Tag, dies find. Dies ist die Nacht, da mir Dies sind die heilgen zehn Gebot 224 Die wir uns allhier.. 36 554 37 76 Die Woche geht zu Ende Dir, dir, Jehovah, will ich.... Dir sei mein ganzes Leben Dreieinger, großer Gott ... 503 19 Du Herr der Seraphinen..... Du Lebensbrot, Herr Jesu 195 221 Dreieinger, heilger, großer Gött! 217 Du bist ein Mensch, das. 288 Du gehest in den Garten beten 99 168 243 Du meine Seele, finge. 289 77 64 Du meines Lebens Leben, du.. Durch Trauern und durch. Du siehest, Mensch, wie fort... 674 110 Du unerforschlich Meer der. 207 Du weinest vor Jerusalem 208 Du wesentliches Wort, von 265 232 342 38 312 55 35 Ein Christ kann ohne Kreuz.. 578 Eine Herde und Ein Hirt!.... 209 Einer ist König, Immanuel... Giner ists, an dem wir hangen 210 Eines wünsch ich mir vor allem 78 Ein fefte Burg ist unser Gott.. 171 547 Ein getreues Herze wissen.. Ein Jahr der Sterblichkeit.. Ein Lämmlein geht und trägt. 79 Ein neuer Tag, ein neues Leben 441 Ein neues Jahr ist angefangen 56 Ein reines Herz, Herr, schaff... 393 Eins ist not! Ach Herr, dies... 313 Ein Tröpflein von den Reben.. 678 Citle Welt, ich bin dein müde. 625 Ergrünt, ihr Siegespalmen!... 138 Erhalt uns deine Lehre, Herr.. 172 Erhalt uns, Herr, bei deinem.. 173 ..... IX .... Nr. 364 15 .... 493 427 287 X Verzeichnis der Lieder. Nr. Er ist nicht hier; er ist. 118 Ermuntert euch, ihr Frommen 670 Ermuntre dich, mein Herz, im. 281 Erneure mich, o ewges Licht... 394 Er ruft der Sonn... 57 Erschienen ist der herrlich Tag. 119 Es glänzet der Christen.. 383 Es hat uns heißen treten 451 Es ist das Heil uns kommen.. 365 Es ist die Nacht gekommen 479 Es ist genug; so nimm, Herr.. 626 Es ist gewißlich an der Zeit... 671 Es ist nicht schwer, ein Christ. 396 G3 ist noch eine Ruh. 679 101 ... Es ist vollbracht! Er ist. Ga tostet viel, ein Christ zu Es wolle Gott uns gnädig. ... 395 197 Fahre fort:: Bion, 174 Fang dein Werk mit Jesu..... 563 Freu dich sehr, o meine Seele. 627 Freuet euch, ihr Christen alle.. 39 Fröhlich soll mein Herze Früh am Morgen Jesus Früh morgens, da die Sonn. Für alle Güte sei gepreist.. 40 452 120 480 ..... 232 495 628 ………. Gedanke, der uns Leben.... Geh aus, mein Herz, und.. Gehe hin in deine Kammer.. Geht hin, ihr gläubigen 283 Geht nun hin und grabt mein. 629 Gelobet sei der Herr, der Gott 163 Gelobet sei der Herr, mein.... 156 Gelobet sei, Gott Jsrael! du.. 164 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du der Sünder.... Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren Gelobet seist du, treuer Gott.. 499 Gesegn uns, Herr, die Gaben. 466 Gewagt in Jesu Namen.. Gieb dich zufrieden und sei Gieb unserm Fürsten Gnädigster Erbarmer, zu. 366 41 564 579 Nr. Gott, deine Güte reicht so..... 428 Gott dem Erzschöpfer droben... 507 Gott, den ich als Liebe kenne. 516 Gott, der du Herzenskündger bist 397 Gott der Gnaden..... 186 67 580 453 454 Gott der Juden, Gott der Gott, der wirds wohl machen Gott des Himmels und der. Gott, du Licht, das ewig Gottes Sohn ist kommen. Gott, gieb einen milden Regen 143 Gott hat in meinen Tagen.. Gott ist gegenwärtig! Laffet... 269 Gott ist mein Hort und auf sein 20 570 Wort ... Gott ist mein Lied. Er ist. 665 65 514 Gott ist und bleibt getreu; Gott lebet noch! Seele. Gottlob! der Sonntag Gottlob, die Stund ist.. Gottlob! ein Schritt.. Gottlob, nun ist erschollen.. Gott, Schöpfer, Stifter. Gott sei Dank durch alle. Gott sei Lob! der Tag ist. Gott sei uns gnädig und. Gott sorgt für dich, was Gott Vater, sende deinen.. 548 21 244 16 582 142 Gott verläßt die Seinen nicht.. 583 Gott wills machen, daß die.. 584 Gott woll uns hoch beglücken.. 538 Großer Gott von alten Zeiten Großer Mittler, der zur... 304 6 **** 225 270 271 581 5 .... 121 Habe deine Lust am Herrn... 290 Halleluja, jauchzt ihr Chöre. Halleluja! Lob, Preis und Ehr 157 Halleluja, schöner Morgen! 7 Halt im Gedächtnis Jesum Heiland, deine Menschenliebe.. 305 Seilge Einfalt! Gnadenwunder 398 Heilger Jesu, Heilgungsquelle.. 399 Selft Gottes Güte preisen. 314 66 Herr, auf Erden muß ich 139 537 Herr, dein Wort, die edle 226 506 Herr, denk an mich! Wie oft.. 102 Verzeichnis der Lieder. Herr, der du als ein stilles Lamm. 245 Herr, der du einst gekommen.. 400 Herr, der du mir das Leben 481 Herr, der du vormals hast. 512 Herr, die Erde ist gesegnet... 180 Herr, du haft für alle Sünder. 246 Herr, du hast in deinem Reich. 169 Herr, du wollst fie....... 247 Herr, es ist von meinem.. Herr Gott, der du mein Herr Gott, dich loben wir Herr, Gott Vater im. Herr, Herr, Erbarme dich!.. Herr, höre! Herr erhöre! breit 430 Herr, ich habe mißgehandelt... 343 Herr, ich lasse nicht von dir. Herr Jesu Christ, dein teures.. Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich....... 344 Herr Jesu Christ, du höchstes 183 585 Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen.. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut... …... ... ...... Nr. 482 429 521 ... 467 .. 80 8 248 384 345 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 630 Herr Jesu, deine Angst und... 81 Herr Jesu, dir sei Preis und.. 249 Herr Jesu, Gnadensonne.. Herr Jesu, Licht der Heiden. 72 Herr, meine Seele seufzt zu... 586 Herr, öffne mir die Herzensthür Herr, stärke mich, dein Leiden. 82 Herr, stärke mir den Glauben.. 367 Herr, unser Gott, laß nicht zu. 198 Herr von unendlichem.. 306 Herr, wie du willst, so schicks.. 587 Herzlich lieb hab ich dich 9 315 631 Herzlich thut mich verlangen... Herzliebster Jesu, was hast.. Herz und Herz vereint. Heute mir und morgen dir.... 632 Heut triumphieret Gottes Sohn 122 Hier ist Immanuel! das soll.. 58 103 199 Nr. 403 Hier legt mein Sinn sich vor.. 401 Hilf deiner Kirch in ihrer..... 175 Hilf Gott, daß unsre Kinderzucht 557 Hilf Helfer, hilf in Angst... 633 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 59 Hilf mir, mein Gott, hilf, daß 402 Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonne Schein 483 Hirte deiner Schafe 484 Hochgelobt sei unser Gott, der. 165 Höchster, denk ich an die Güte. 346 Höchster Tröster, komm.... Höret, ihr Eltern, Christus Hosianna Davids Sohne! Der. Hosianna! Davids Sohn kommt 23 Hüter, wird die Nacht der. 144 558 22 404 .. .... XI Jauchzet, ihr Himmel, 42 347 368 634 238 233 Ich armer Mensch, ich armer Ich bin bei Gott in Gnaden Jch bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen. Ich bin getauft, ich steh im Jch bin gewiß in meinem. Ich bin im Himmel..... Jch bin ja, Herr, in deiner... 635 Ich danke dir durch deinen Sohnt 455 Ich danke dir für deinen Tod 83 Ich freue mich in dir und.. 369 370 43 123 371 291 517 ..... 636 ch geh zu deinem Grabe, du. Ich habe nun den Grund Jch hab in Gottes Herz und Ich hab in guten Stunden Jch hab mein Sach Gott. Ich hab mich Gott ergeben. Jch hab von ferne, Herr. Ich komme, Herr, und suche Jch komme vor dein Angesicht. 431 Jch ruf zu dir, Herr Jesu. 637 638 250 318 Jch sag es jedem, daß Er. 124 Ich finge dir mit Herz und 278 Ich steh an deiner Krippe hier. 44 Jch steh in meines Herren... 292 Jch sterbe täglich, und mein... 639 Jch und mein Haus, wir sind. 549 XII Verzeichnis der Lieder. Nr. .. Nr. Komm Heidenheiland, Lösegeld. 25 Komm, heilger Geist, o Schöpfer 147 Komm, heiliger Geist, erfüll... 145 Komm, heiliger Geist, Herre.. 146 Komm, komm, du Licht.... 176 251 Komm, mein Herz, in Jesu Komm, o komm, du Geist... 148 Komm, Segen aus der Höh... 566 Kommst du, großer Gottessohn. 160 Kommst du nun, Jesu.. 46 Kommt alle zu mir, kommt.... 407 218 Kommt her! ihr Christen.... Kommt her, ihr seid geladen!.. 252 Kommt Kinder, laßt uns gehen 408 Kommt, Menschenkinder, rühmt. 523 Kommt und laßt uns. Kyrie, Gott Vater 69 158 Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß... 316 317 Ich weiß, daß mein Erlöser... 675 Ich weiß, mein Gott, daß all.. 293 Ich weiß von keinem andern 372 Ich will dich lieben, meine. Ich will die neue Woch. 442 Ich will mit Danken kommen.. 294 Ich will von meiner Missethat. 349 Je größer Kreuz, je näher. 588 Jerusalem, du hochgebaute 680 Jesu, bester Menschenfreund... 550 Jesu, deine Passion 34 85 234 Jesu, deine tiefen Wunden. Jesu, der du bist alleine Haupt 200 Jesu, frommer Menschenherden 318 Jesu, geh voran auf der..... 405 Jesu, großer Wunderstern, der. 68 Jesu hilf siegen, du Fürste.... 406 Jesu, meine Freude, meines 319 Jesu, meiner Seele Leben.. 320 Jesu, meines Lebens Leben.... 86 Jesus Christus herrscht als.... 321 Jesu, Seelenbräutigam.. Jesus ist kommen, Grund Jesus lebt! Mit ihm auch Jesus meine Zuversicht und Jesus nimmt die Sünder an... Jesus soll die Losung sein. Ihr Eltern, gute Nacht. In allen meinen Thaten. Laffet ab, ihr meine Lieben... 642 Laffet mich voll Freuden.... Laffet uns mit Jesu ziehen.. 87 Laß fahren deine Sorgen 591 Laß mich dein sein und bleiben 10 Laß mir, wenn meine Augen.. 643 323 45 Laßt mich gehn, laßt mich.. 125 Lebst du in mir, o wahres. 126 Licht, das in die Welt.. 546 324 212 373 60 Licht vom Licht, erleuchte mich. 11 Liebe, die du mich zum Bilde.. 325 Liebster Jesu, wir sind hier, 666 589 deinem.. 235 In Christi Wunden schlaf ich.. 640 In deines Vaters Hände. 104 In der stillen Einsamkeit. 497 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 12 Liebster Vater, ich, dein Kind. 351 Lobe den Herren, den mächtigen 524 525 Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren, denn er ist. 526 Lobt Gott, ihr Christen, alle.. .... 47 In dich hab ich gehoffet, Herr. 432 In Gottes Namen fahren wir. 509 In Gottes Namen fang ich an. 565 In Gottes Rat ergeben... In Jesu Namen zieh ich aus.. 510 Ist Gott für mich, so trete.... 385 641 ... ....... .... 644 527 Mache dich, mein Geist, bereit 409 Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür, die Thor 26 Kehre wieder, tehre wieder... 350 Man lobt dich in der Stille 592 Keinen hat Gott verlassen. 590 Meine Hoffnung steht auf. 645 König, dem kein König gleichet. 322 Meine Lebenszeit verstreicht.. König Jesu, streite, siege 211 Meinen Jesum laß ich nicht, meine 253 Komm du wertes Lösegeld.... 24 Meinen Jesum laß ich nicht; weil 326 Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. 161 Nun danket all und bringet... 530 Nun dankt, ihr Christen, alle.. 170 38 Nun freut euch, lieben Christen 375 Nun Gottlob, es ist vollbracht. 236 Nun hilf uns, o Herr Jesu.... 543 Nun ist der Regen hin..... 386 501 Nun jauchzet all, ihr Frommen 28 Nun jauchzt dem Herren alle.. 531 Nun kommt das neue. 29 650 61 469 Mein erst Gefühl sei Preis.... 456 Meine Seele erhebet den.. Meine Seele, nimm zu. Meine Seele senket sich. Meine Seele, voller Fehle Meine Seel ist stille...... Meine Sorgen, Angst und.. Mein Friedefürft, dein.... Mein Glaub ist meines Lebens. Mein Gott, das Herz ich.. Mein Gott, du bist und Mein Gott, ich danke.. Mein Gott, ich klopf an beine. Mein Gott, ich weiß wohl.. Mein Gott, nun ist es.. Mein Gott, was hab ich doch Mein Gott, wie bist du so Mein Jesu, dem die........ Mein Jesu, der du vor dem... Mein Jesus kommt; mein. Mein Jesus lebt! was sollt ich. 127 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 411 Mein lieber Gott, gedenke... 434 Mein schönste Zier und 532 273 487 559 647 327 Mir ist Erbarmung. 533 daß doch bald dein Feuer.. 213 307 D daß ich tausend Zungen 412 D drückten Jesu Todesmienen D du allerfüßste Freude.... 89 505 150 27 D du Liebe meiner Liebe.. 90 414 D Durchbrecher aller Bande 648 D du schönes Weltgebäude 485 D du Vater über alles.. 279 544 Mir nach! spricht Christus. Mit dir, Allmächtiger, fahr Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Freuden will ich heben.... 508 Mit Fried und Freud ich.. Mit meinem Gott geh ich Mitten wir im Leben sind. 649 D Ewigkeit, du Donnerwort... 676 Morgenglanz der Ewigkeit.. 458 D Ewigkeit, du Freudenwort.. 682 560 Müde bin ich, geh zur Ruh... 486 D frommer Gott, ich danke D frommer und getreuer Gott. 353 D Gott, der du das Firmament 500 D Gott, du frommer Gott D Gottes Lamm, unschuldig am Kreuze. 435 .... 569 595 D Gott voll Gnad und ...... .... ... ... 352 593 594 387 266 410 295 528 433 646 457 555 Nun schlaf, mein liebes 272 374 254 Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott dem Nun lob, mein Seel, den. Nun preiset alle Gottes. Nun ruhen alle Wälder. 255 Nach einer Prüfung turzer.... 681 Nehmet Jesu Ladung an Nicht Opfer und nicht Gaben.. 413 Nichts Betrübtres ist auf. Nicht so traurig, nicht so Nimmt Gott, dem wir... Nimm von uns Herr, du Noch läßt der Herr mich. Nun bitten wir den heiligen... Nun bricht die finstre Nacht Nun danfet alle Gott... XIII ..... Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr.... Nun sich der Tag geendet, mein .. Herz zu dir sich... 489 Nun singet und seid froh.. 48 Nur frisch hinein! es wird.... 596 .... 488 .. 93 354 296 D Gott, von dem wir alles... 181 518 D großer Gott, du reines Wesen 415 459 149 472 D heilige Dreifaltigkeit.. D Haupt voll Blut und....... 105 D heilger Geist, kehr bei uns 151 460 529 D Herr Gott, der du deiner.. 504 XIV Verzeichnis der Lieder. Nr. O Herr, vor dem sich Erd und 219 D hilf Christe, Gottes Sohn.. 91 D Jesu Christe, wahres Licht.. 201 D Jesu Christ, meins Lebens.. 651 DJesu, einig wahres Haupt.. 177 D Jesu, Herr der Herrlichkeit. 541 O Jesu, Jesu, Gottessohn, mein 328 O Jesu, meine Wonne, du.... 256 D Jesu, süßes Licht 462 70 D König aller Ehren, Herr D König, dessen Majestät 187 D komm, du Geist der Wahrheit 152 D Lamm Gottes, unschuldig... 92 D Licht, geboren aus dem Lichte 461 D Liebe, die den Himmel hat.. 49 D liebster Herr, ich armes Kind 355 D mein Herz, gieb dich zufrieden 597 O Mensch, gedenk ans Ende... 652 O felig Haus, wo man dich 551 O selig Kind, so führt dich nun 667 O süßes Wort, das Jesus..... 598 O Tod, wo ist dein Stachel... 128 D Traurigkeit! o Herzeleid!... 111 DUrsprung des Lebens 329 D Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Herden.. D Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. 356 D Vater du, mein Licht und Leben 297 D Welt, ich muß dich lassen.. 653 D Welt, sieh hier dein Leben.. 106 Dwie fröhlich, o wie selig.... 683 O wie selig seid ihr doch, ihr. 654 Preis dem, der die Welt.. ... 684 1419 Sei mir tausendmal gegrüßet.. 109 Gelig, selig sind die Toten.... 655 Selig find des Himmels.. Selig find die reinen Herzen.. Sende, Vater, deinen Geist Sichrer Mensch, noch ist es Siegesfürst und Ehrenkönig. Sieh, dein König kommt zu Sieh, hier bin ich... 436 188 140 30 333 420 299 94 421 112 Sieh, wie lieblich und wie So führst du doch recht selig... So gehst du nun, mein Jeſu. So jemand spricht: ich liebe Sollt es gleich bisweilen 601 Sollt ich meinem Gott nicht singen 300 Sollt ich meinem Gott nicht trauen 602 Sorge doch für meine.. 561 So ruhest du, o meine Ruh So schreib ins Buch des So tret ich demnach an.. So wahr ich lebe, spricht Speise, Vater, Seine Kinder... 468 Rede, liebster Jesu, rede.. Steig auf, du Lied im höhern. 220 Straf mich nicht in deinem.. 358 Rett, o Herr Jesu, rett dein Ehr 203 Such, wer da will, ein ander Ringe recht, wenn Gottes.. 416 Rüstet euch, ihr Christenleute.. 417 241 567 189 227 334 .. THE 202 162 Nr. Schlage, Jesu, an mein Herz.. 357 Schmücke dich, o liebe Seele... 257 Schmückt das Fest mit Maien.. 154 Schweigt vom Glücke und 298 599 108 332 600 331 Schwing dich auf zu deinem Seele, geh nach Golgatha Seelenbräutigam, Jesu Seele, sei zufrieden.... Seele, was ermüdst du dich Sehet, sehet, welche Liebe..... 159 Seid stille, Sinn und Geist... 13 Sei getreu bis an das Ende... 239 Sei Gott getreu, halt seinen. 240 Sei Lob und Ehr dem... 534 Schaffe in mir, Gott, ein.... 153 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 418 Schatz über alle Schätze Schaut die Mutter voller. ** L Tag des Zorns, o Tag voll. 7 Teures Wort aus Gottes. Thut mir auf die schöne Tretet her zum Tisch des. 330 Treuer Heiland, habe Dant 107 Treuer Jesu, wache du!.... 677 228 14 258 95 490 Verzeichnis der Lieder. Nr. 519 Treuer Wächter Israel Triumph, Triumph! es kommt 129 .... Unsern Ausgang segne Gott 17 Unter Lilien jener Freuden.... 656 Unumschränkte Liebe, gönne 274 Unverwandt auf Christum 376 .. ... Valet will ich dir geben... 657 Vater, kröne du mit Segen... 539 Vater unser im Himmelreich... 437 Verleih uns Frieden gnädiglich. 513 Verwirf mich nicht im Alter. Verzage nicht, du Häuflein Vollendet hat der Tag die.. Vom Himmel hoch da komm... 50 Vom Himmel kam der Engel.. 51 Von Gott will ich nicht.... 603 Vor deinen Thron tret ich hiermit 463 571 204 491 .... Wach auf, du Geist der..... 205 Wach auf, mein Herz, die Nacht 130 Wach auf, mein Herz, und singe 464 Wachet auf, erhebt die Blicke!. 206 Wachet auf! ruft uns die. 672 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit 178 Walte, walte nah und fern.... 214 Wann wird doch einst 685 Warum betrübst du dich, mein. 604 Warum sollt ich mich denn. 377 Warum willst du doch für..... 605 Warum willst du draußen Was Gott gefällt, mein.. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht 607 Was Gott thut, das ist wohl= gethan! So denken Gottes 182 Was ists, daß ich mich quäle.. 608 Was kann ich doch für Dank 378 31 606 .. *** 609 215 379 Was mein Gott will, gescheh Was rührt so mächtig Sinn. Was uns mit Frieden und Weicht, ihr Berge, fallt, r... 275 Weine nicht, Gott lebet noch... 610 Wen hast du dir geladen, mein 259 .. Nr. Wenn Christus seine Kirche.... 179 Wenn dich Unglück hat betreten 438 Wenn ich einst von jenem.. 465 Wenn ich ihn nur habe. 335 Wenn ich mir auf viele Jahre. 422 Wenn ich, o Schöpfer, deine 280 Wenn ich vor meinen Schöpfer. 439 Wenn kleine Himmelserben.... 668 Wenn meine Sünd mich kränken 96 Wenn mein Stündlein. .... 658 Wenn wir in höchsten Nöten... 520 Werde munter, mein Gemüte. Werde licht, du Stadt der 71 492 440 Wer Gott vertraut, hat wohl. 611 Wer ist wohl, wie du, Jesu... 336 Wer ist wohl würdig, sich zu. Wer nur den lieben Gott läßt. 612 Wer sich auf seine Schwachheit. 423 Wer sind die vor Gottes. 686 *** XV Wer weiß, wie nahe mir mein 659 Wes ist das Fest, zu wem..... 216 Wie flieht dahin der Menschen. 66C Wie Gott mich führt, so will.. 613 Wie groß ist des Allmächtgen.. 276 Wie heilig ist die Stätte... Wie könnt ich sein vergessen Wie lieblich ist der Maien. Wie schön ists doch, Herr Jesu. 552 Wie schön leuchtet der Wies Gott gefällt, gefällts.. Wie sicher lebt der Mensch Wie sie so sanft ruhn... 260 261 494 337 614 661 662 Wie soll ich dich empfangen.... 32 Wie wird mir dann, o dann mir 663 Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen( zehnzeilig).. 388 Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen( achtzeilig).. 338 Willkommen, Held im Streite.. 131 Wir Christenleut habn jekund Freud ,. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns.. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod... Wir danken Gott für. 52 97 132 470 XVI Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. Wort des Lebens, lautre Quelle 231 Wo soll ich fliehen hin, weil.. 359 Wo willst du hin, weils Wunderanfang, herrlich Ende.. 301 Wunderbarer König, Herrscher. 536 133 ...... 190 229 Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der.. 262 Wir glauben all an Einen Gott, Beuch ein zu deinen Thoren 155 669 Zeuch hin, mein Kind. Vater, Sohn und heilgen... 263 Wir haben dieses Haus 545 Wir liegen hier zu deinen.. Wir Menschen sind zu dem Wir sind dein, Herr, laß uns.. 424 Wir singen dir, Immanuel.... 53 Zeuch uns nach dir, so laufen. 141 Wohlauf, wohlan zum letzten.. 664 Zieht in Frieden eure Pfade... 511 Wohl dem, der Jesum liebet... 230 Zion, gieb dich nur zufrieden.. 615 616 Wohl einem Haus, wo Jesus.. 553 3ion tlagt mit Angst und Wollt ihr wissen, was mein... 98 Zu dir, Herr Jesu, komme ich. 360 Womit soll ich dich wohl.... 535 3ween der Jünger gehn mit ***.. 134 Die zu Anfang der Lieder hinter dem Worte ,, Melodie" stehende Ziffer bezeichnet die betreffende Nummer im neuen Landeschoral-, sowie in dem demselben entsprechenden kleinen Melodienbuche. Beide Druckwerke find von B. G. Teubner in Leipzig und Dresden zu beziehen. I. Das christliche Kirchenjahr. 1. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 1. 2. Eigene Melodie. 7. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Psalm 100. Luf, 2, 14. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Ane Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zunge hebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, tret mit Lust vor ihn heran! Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn beines himmlischen Baters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unfres Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du allrheilsamster Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Martr und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not, darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius.+ 1541. 2. Sprecht: der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, unsre Leiber, unsre Geister an die lichte Welt gebracht, wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm 2ob, Preis und Dank; denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Gütigkeit. Bater, Sohn und heilger Geist, daß 4. Gott des Himmels und der Erde, dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hilf uns leist! Gieb preisen für und für. uns Kräfte und Begier, dich zu Johann Franc. † 1677. 1 XV X W w Bru 20 2 S 2 Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 3. Mel. 97: Komm, Gott Schöpfer 2c. 4. Mof. 6, 24-26. runn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, laß leuchten uns sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Bater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchström Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen. † 1769. dem Herzen, in dem Munde leb herrsche du allein. Laß uns bei nie vergessen! Wie Maria still b feffen, da sie dir hat zugehört, mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottlieb Woltersdorf. † 1761. 5. Mel. 43: Erschienen ist der 2c. Gottlob! ber Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Troft, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur HimmelsEhrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Johann Olearius.+ 1684. 4. Mel. 93: Jesu, meines Lebens 2c. Das ist eine selge Stunde, Jesu, 6. da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Großer Gott von alten Zeiten, dessen Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit! Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein! In 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. s find unsre besten Sorgen, wenn Mensch an Gott gedenkt und von Serzen betet, singt, daß es durch die Wolken bringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. D mein Gott, sprich selber Amen! denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. † 1715. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schak und Gold im Mund. 3 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Halleluja, schöner Morgen! schöner als man denken mag; heute fühl ich feine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 8. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Eigene Melodie. 68. Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. dein heilgen Geist du zu uns send; mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe bein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze bringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krause.+ 1762. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. von Sachsen- Weimar.(?) † 1662. 1* 4 Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 9. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, was mein Herz erfreut, dein Wort giebt Troft und Seligkeit. 3. Ghr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Johann Olearius. † 1684. 10. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker.+ 1592. des Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit: Heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flitgeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir, führe meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heilge Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 11. Mel. 114: Meinen Jesum laß zc. Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Morgenlichte, Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Süßigkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu grüßen, streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 7. Du bist mehr denn Salomon: laß mich deine Weisheit hören, ich will deinen Gnadenthron mit ge beugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmold.+ 1737. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß fein Irrtum mich betrüget, und kein frem12. Eigene Melodie. 104. Apostelgesch. 10, 33. Liebster Jesu, wir sind hier, dich Lenke und dein Wort anzuhören. Sinnen und Begier auf die füßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausniper. † 1684. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 5 es mir zum Leitstern dient und zum Troft im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann. Laffe mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal zu des Lammes Ehrensaal. Benjamin Schmold. † 1737. 13. Mel. 141: Gott, du frommer 2c. Seid stille, Sinn und Geist, und euch in Gott ergößet, heut ist der Ruhetag, den er selbst eingesetet. Er will in stiller Furcht und Lieb geehret sein, wofern er soll bei uns in Gnaden kehren ein. 2. Komm heute in mein Herz, du König aller Frommen. Laß mit dir Segen, Heil und Seelenfrieden kommen. Die Sonne deiner Gnad kehr heute bei mir ein, so wird dann dieser Tag ein rechter Sonntag sein. Valentin Ernst Löscher.+ 1749. 14. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Die Gnade unsers Herrn Jesu Thut mir auf die schöne Pforte, Christi, und die Liebe Gottes, und führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. die Gemeinschaft des heiligen Geiſtes set mit uns allen, mit uns allen! Amen. 16. 2. Jch bin, Herr, zu dir gekommen, tomme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist Eigene Meloble. 62. 4. Mos. 6, 24-26. lauter Himmel hier. Zieh doch in Gott sei uns gnädig und barmherzig mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 15. Eigene Melodie. 30. 2. Korinth. 13, 13. Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß und gebe uns seinen göttlichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden. Amen. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Unsern Ausgang segne Gott, unsern 17. Mel. 104: Liebster Sesu, wir 2c. Psalm 121, 8. Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Laffen, segne uns mit felgem Sterben und mach uns zu Himmels Erben. Hartmann Schenf.+ 1681. 6 Advent und Anfang des Kirchenjahres. dusavald 2. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 18. 7. Nun Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach. Drum wolln wir all Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Matth. 21, 1-9. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, eur in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hofianna singen und ewig dankJohann Rist. † 1667. bar ſein. Rönig kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah, hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, an uns, fein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu befehn, dieweil er kommt geritten start, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den HeiLand zu begrüßen; der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 19. Mel. 8: Ach Jesu, meiner Seelen 2c. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. D mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus, und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. D Herr von großer Huld und Treue, o fomme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hiernieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. D laß dein Licht auf Erden Advent und Anfang des Kirchenjahres. 7 Herzen zu, daß wir alle Stunden werden fromm erfunden und im Glauben scheiden zu den ewgen Freuden. fiegen, die Macht der Finsternis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus; daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus! Friedrich Rückert. † 1866. 20. Eigene Melodie. 59. Gottes Sohn ist kommen uns zum Heil und Frommen hier auf diese Erden uns gleich an Gebärden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute und belehrt die Leute, wie sie sich von Sünden solln zur Buße wenden, von Irrtum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen durch den rechten Glauben und ihm ganz vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 4. Er thut ihnen schenken in den Sakramenten selber sich zur Speiſe, sein Lieb zu beweisen, daß fie fein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die treu und ergeben ihm beständig leben, ihm, dem Herrn in allem trachten zu gefallen, werden auch mit Freuden einst von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen und sie mit sich führen zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kommen, wie er aufgenommen, wann die Toten werden aufstehn von der Erden und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden: seines Reiches Freuden erben alle Frommen; doch die Bösen kommen dahin, wo sie müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herre Jesu, schick unsre Böhmische Brüder. 1544. ( Johann Horn. † 1547.) 21. Mel. 128: Nun komm, der Heiden 2c. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 6. Und wie deine Zukunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Ängsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held. Um 1650. 8 Advent und Anfang des Kirchenjahres. 22. Eigene Melodie. 77. Hofianna Davids Sohne! Der soll hochgelobet sein, der bei uns jetzt tehret ein, tommend von des Höchsten Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 23. Mel. 114: Meinen Jesum laß zc. 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, dessen Ein- Hosianna! Davids Sohn kommt in tritt fie gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 3. Kommt, dem Könige zu hulden, treu nach Unterthanenpflicht, denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 4. Rommet her, ihr blöden Herzen, feht des Herren Sanftmut an; seine Gütigkeit, die fann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 5. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will eure Sach verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 6. Seht den Helfer willig kommen, euch zu raten in der Not, in dem Leben, in dem Tod, als den er auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 7. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armut euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 8. Herr, o Herr, laß wohlgelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; drum wir alle billig fingen: Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. tehret ein, tommend von des Höchsten Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. Christian Keymann. † 1662. 9. Hosianna Davids Sohne! Der soll hochgelobet sein, der bei uns jetzt Bion eingezogen. Auf! bereitet ihm den Thron, seht ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrentönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverbrossen deinem Scepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hofianna! steh uns bei! D Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! laß uns hier an den Ölberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Betphage: Hostanna in der Höh. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hofianna! Bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold.+ 1737. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 9. Haft, sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, ein Licht leucht durch dies finstre Thal, es giebt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. 24. Mel. 114: Meinen Jesum laß 2c. Komm, du wertes Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen; komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; komm in angestammter Zier, komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig; laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 4. Hosianna, Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hofianna in der Höh! Johann Gottfried Olearius. † 1711. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Siegespalmenzweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Ber- Macht hoch die Thür, die Thor dienst mir zueignen zum Gewinnst. macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 25. Mel. 167: Vom Himmel hoch zc. KommHeidenheiland, Lösegeld, komm, schönste Sonne dieser Welt: Laß abwärts flammen deinen Schein, denn so will Gott geboren sein. 2. Komm an von deinem Ehrenthron, Sohn Gottes und der Jungfraun Sohn; komm an, du zweigestammter Held, geh mutig durch dies Thal der Welt. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Frand 1646 nach Ambrofius.+ 397. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf, und stiegst auch wieder himmelauf. Dein Abfahrt war zum Todesthal, die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. D höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich, denn unser Geist, in Fleisches 26. Eigene Melodie. 111. Psalm 24, 7-10. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unser Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich Gelobet lauter Freud und Wonn. sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zu Advent und Anfang des Kirchenjahres. 10 gleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel.+ 1635. 27. Mel. 168: Von Gott will ich nicht zc. Jef. 40, 3. 4. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thäler all erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir allzeit. dankbar sein! Nach Valentin Thilo jun. † 1662. 28. Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Nun jauchzet all ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unſer Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Jhr mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Jhr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut! Laßt eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in Weinen und eure Klag in Freud. Er seiner Herrlichkeit, verwandeln euer ists, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn! Michaei Schirmer.+ 1673. 29. Mel. 43: Erschienen ist der 2c. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freuet sich die Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnaden wort von Anfang immer fort und fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets ver Advent und Anfang des Kirchenjahres. 11 hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starter Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut bemehrt, laß bei uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. Johann Olearius.+ 1684. 30. Mel. 114: Meinen Jesum laß zc. Matth. 21, 5. Sieh, dein König kommt zu dir! weget. Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König komm zu mir; sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein; was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mach mit deinem Opferblut alles wieder rein und gut. 4. Komm mit deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu! rufen mag. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 31. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Warum willst du draußen stehen*), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, *) 1. Mos. 24, 31. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, tomm, laß dich erblicken! 7. Freu dich Herz, du bist erhöret, jezo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drückt und quäle. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 8. Was du Böses hast begangen, und machst mich groß, und hebst mich das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe hoch zu Ehren, und schenkst mir großes nimmt gefangen deiner Sünde Macht Gut, das sich nicht läßt verzehren, und Kraft. Christi Sieg behält das wie irdisch Reichtum thut. Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerslast, die kein Mund aus tann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier! 12 9 Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. † 1676. 32. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Mel. 164: Balet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen und Macht. Er kommt, er kommt mit wie begegn ich dir? Willen, ist voller Lieb und Lust, all o aller Welt Angst und Not zu stillen, die ihm an Verlangen, o meiner Seelen Zier! euch bewußt. D Jesu, Jesu, sete mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld! Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tüd? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List auf Erden viel zu wenig zum Widerstande ist. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Jch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt. † 1676. Weihnacht. 3. Weihnacht. 33. Mel. 186: Wir Christenleut! 2c. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet. D, wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 13 täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein Der Teufel zartes Kind geboren. hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe! 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm teil; er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 35. Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns Der heilge Christ ist kommen, der gern; und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. teure Gottessohn; des freun fich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 34. Mel. 101: Kommt her zu mir 2c. Brich an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld! Willkommen, Heiland aller Welt! willtommen auf der Erde. Max von Schenkendorf.+ 1817. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. Weihnacht. 14 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos; Gott rufet felbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein von ihrem alten Schaden, vertrauend seinen Gnaden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein, fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich brein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder kommt herein! Ernst Moriz Arndt. † 1860. 36. Mel. 167: Vom Himmel hoch zc. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern".*) Gelobt sei, der da kommt im Herrn! *) Pf. 40, 8. 9. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße fitt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Erden ist! Jefum Christ im Himmel und auf Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 37. Mel. 136: daß ich tausend Jungen 2c. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in noch gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Weihnacht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer.+ 1685. 38. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. Du wesentliches Wort, von Anfang her gewesen! Du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ! willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o du göttlich Wort, und sprich in meiner Seele, daß mirs in Ewigkeit an Troste nimmer fehle; im Glauben wohn in mir und weiche von mir nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! 3. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach! deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 15 Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurentius Laurenti.+ 1722. 4. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 5. Ach, laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ, mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 6. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; an mir laß deinen 39. Eigene Melodie. 51. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann: Gott hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippen Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesus, wie soll ich dir danken? Jch bekenne, daß von dir meine Seligteit herrühr. O laß mich nicht von dir wanken, nimm mich dir zu eigen hin: so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke was man bitten kann, zu erquicken Gieb der ganzen deine Brüder. Christenschar Friede und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christian Keymann. † 1662. 16 Weihnacht. 40. Etgene Melodie. 52. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel fingen. Hört, Hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt, über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiben, fehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getroft! hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt Leben; nun kann ich mich durch dich anhangen. Du bist meines Lebens wohl zufrieden geben. drücken, denn du hast meine Last all 12. Meine Schuld kann mich nicht auf deinem Rücken. Kein Fleck ist und klar aller meiner Sünden. an mir zu finden, ich bin gar rein 13. Jch bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 14. Ich will dich mit Fleiß be wahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt.+ 1676. 41. Eigene Melodie. 54. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Halleluja. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt. In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja. 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es Weihnacht. leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erbn in seinem Saal. Halleluja. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja. 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu fich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja. Martin Luther. † 1546. 17 barmen mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenten? 4. Gott ist im Fleische; wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, eins mit dem Sohne zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich erwähle allein. Ewig entsag ich der Sünde. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Er7. Treuer Immanuel, werd auch in mir neu geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, den du zum Leben ajus 42. Mel. 106: Lobe den Herren, den 2c. Jauchzet, ihr Himmel, frohlodet ihr. englischen Chöre, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre: Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich tehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun geiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. erforen. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kinbesgestalt, ewiglich dir nur zu leben. Gerhard Tersteegen.+ 1769. 43. Mel. 125: Nun danfet alle Gott. Ich freue mich in dir und heiße dich willkommen, mein liebster Jesu, du! Du hast dir vorgenommen, mein Bruder hier zu sein. Ach, wie ein süßer Ton! Wie freundlich sieht er aus, der große Gottessohn! 2. Gott senkt die Majestät, sein unbegreiflich Wesen, in eines Menschen Leib; nun muß die Welt genesen. Der allerhöchste Gott spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein Eleines Kind, will unser Heiland sein. 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Dhren! Es kann durch Stahl und Erz und harte Felsen bohren das Evangelium. Wer Jesum recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, so man ihn gläubig nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jesum halten, und sollte gleich die Welt in tausend Stücken spalten. 2 18 D Jesu, dir, nur dir, dir leb ich ganz allein! Auf dich, allein auf dich, o Jesu! schlaf ich ein. Kaspar Ziegler.+ 1690. Weihnacht. 3. Jch lag in tiefster Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 44. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir haft gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, 45. Mel. 88: Jefu, hilf siegen, du 2c. nimm alles hin und laß dirs wohl- Jesus ist kommen, Grund ewiger gefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und haſt mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. Freude; A und D, Anfang und Ende ist da! Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommſt du den Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählt es den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. 2. Jesus ist kommen, nun springen die Banden, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden, er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünden und Schanden. Jesus ist kommen, nun springen die Banden. 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faffen! 5. Wenn oft mein Herz in Liebe weint und keinen Trost kann finden, rufft du mir zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden." eignes Herzeleid. Das will ich dir nicht wehren. 6. Du frageft nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer statt zu leiden, suchst meiner Seelen Herrlichkeit durch dein selbst 7. Cins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt. † 1676. 3. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden; Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm; Sündern die ewge Erlösung zu finden, steigt er aus Lieb an den blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden. 4. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Komme, wen dürftet, und trinke, wer will; holet für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll. Nehmet, ach nehmt doch, Gott hat euch geladen. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. 5. Jesus ist kommen, der Herzog des Lebens, sein Tod verschlinget den Weihnacht. ewigen Tod; giebt uns, ach hört es doch ja nicht vergebens! ewiges Leben, der freundliche Gott. Glaubt ihm, ſo macht er ein Ende des Bebens. Jesus ist kommen, der Herzog des Lebens. 6. Jesus ist kommen; fagts aller Welt Enden, eilet, ach eilet zum Gnadenpanier; schwöret ihm Treue mit Herzen und Händen, sprechet: wir Leben und sterben bei dir. Herzensfreund, gürte mit Wahrheit die Len den! Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! Johann Anastasius Freylinghausen.+ 1739. 46. Mel. 106: 2obe den Herren, den 2c. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott, kann dich mein Jammer und Not bringen zu Menschengebärden? 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Leiden erkoren: Gütiger Gott, alle mein Jammer und Not endet sich, da du geboren. 3. Teufel, Tod, Hölle, die zürnen und halten zusammen, wollen mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen: Mächtiger Gott, wende den Jammer und Not, tilge die höllischen Flammen! 47. Eigene Melodie. 109. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 4. Gieb mir, o Jesu, nur heilige gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken: Heiliger Gott, laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 19 5. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, welches du allen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bei Gott ohne Not, Jammer und Tod ewig in Freuden kann schweben. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer. † 1685. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt bort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er an seiner Mutter Bruſt, ihr Milch ist seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Luft, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht, und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! wie könnt er doch sein freundlicher, der liebe Jesus mein? 8. Heut schließt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Hermann. † 1561. 48. Eigene Melodie. 134. Nun finget und seid froh, jauchzt all und singet so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist 2 und D, du bist 2 und D. 2* 20 Weihnacht. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes Jefulein, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitel teit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel fingen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelsfaal. Gia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. 49. Mel. 113: Mein Freund zerschmilzt zc. Liebe, die den Himmel hat zerriffen, die sich zu mir ins Elend niederließ: Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. D unerhörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch ge fentet hat. 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit; der Gottheit Quell lebt nun in meinem Drden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit: Das Leben felbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt: Nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz bezwingen, Immanuel ift bei uns in der Not; ich darf ja nur zur Gnadenquelle dringen, so dient mir selbst das Elend und der Tod: Der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist; was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in fie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, ex ist mit mir verbunden. Den ich in mir mit Liebeswirkung spür: Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht; des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. D ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christian Friedrich Richter. † 1711. 50. Eigene Melodie. 167. Lut. 2. Weihnacht. Vom om Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich soviel, davon ich fingn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn; ein Kindelein so zart und sein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott; der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit feinem lieben Sohn verehrt. delein, drauf du König, so groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jefulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin, was liegt doch in der Krippen drin? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 9. Sei mir willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet haft; und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danken dir? 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu fein ein enges Wiegelein. 21 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther.+ 1546. 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Win51. Mel. 167: Vom Himmel hoch zc. Vom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar, fie fagten ihn: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha*) das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. *) Micha 5, 1. 3. Des follt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut: eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch laffen nicht, seht ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen viel euch fechten an, dem sei Trok, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht; des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. Martin Luther. † 1546. 22 Weihnacht. 52. Eigene Melodie. 186. Wir Christenleut habn jekund Freud, weil uns zu Trost Christus ist Mensch geboren: hat uns erlöst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunderfreud! Gott selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren; ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erforen. 3. Die Sünd macht Leid, Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen; mit uns ist Gott nun in der Not: Wer ist, der uns als Christen will verdammen? 4. Drum sag ich Dant mit meim Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sünden Last und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger.+ 1502. 53. Mel. 43: Erschienen ist der sc. Wir fingen dir, Smmanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Chr, daß du, o längst gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel: Halleluja. 5. ,, Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!"*) Halleluja. *) Pf. 14, 7. 6. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein, nnd machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus deiner Mutter Brust, und bist doch selbst der Engel Luft. Halleluja. 8. Du bist der füße Menschenfreund, doch sind bir so viel Menschen feind. Herodis Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 9. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft iſt klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Hast du doch selbst sich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht: warst arm und dürftig, nahmst fürlieb da wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 12. Du schliefft ja auf der Erde Schoß, so war das Kripplein auch nicht groß, der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. Neujahr. 23 den Tod, verkehrst in Freub all Angst und Not. Halleluja. 13. Darum, so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. DJefulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll; ei, tommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 16. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs geliebt. Halleluja. 17. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für; und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. HallePaul Gerhardt. † 1676. 15. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst luja. 4. Neujahr. ( Name Jesu.) 54. 55. Mel. 127: Nun freut euch, lieben*. Mel. 140: O Gott, du frommer 2c. Das liebe neue Jahr geht an, das Ein Jahr der Sterblichkeit, der alte hat ein Ende. Drum freuet sich heut jedermann, erhebt sein Herz und Hände zu unsrem Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. kurzen Lebenstage, ist abermals dahin mit seiner Lust und Plage: Und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 2. Gott Vater hat den Sohn gefandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs be kannt uns, die wir warn verloren; im felgen Lieben Gotteswort ge schrieben ists an manchem Ort und wird uns flar verkündet. die 2. Herr, deine Güte machts, niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben! Nimm unsers Herzens Dant denn jeho gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Die reine Lehr und Sakrament wir habn in unsrem Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott trönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danten wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte, er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriafus Schneegaß.+ 1507. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truk, da läuft dein Häuflein hin und findet sichern Schut. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärt im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben: Erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, se stärke die Geduld, und mache deine 24 Neujahr. Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. der Gewinn des alten war. Erwede du den Trieb der Seelen, der ein erneutes Herz begehrt, und laß es nicht an Früchten fehlen, wenn sich der alte Mensch bekehrt. 5. Laß deinen Namen neu erschallen, so weit dein Reich die Erde det, laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die Arme stredt. Du hast den heilgen Christusnamen zum Gnadenthrone hingestellt; aus diesen Lebenskeim und Samen erneure die erstorbne Welt. 56. 6. Laß Trost und Frieden neu vertünden den Herzen, die zerschlagen sind, zerbrich das Joch der alten Sünden und rette das verirrte Kind. Vergieb uns, Herr, was wir bereuen, und lege du den bessern Grund, auf Mel. 34: Die Tugend wird durchs x. Ein neues Jahr ist angefangen, laß dem wir Tag für Tag erneuen den festgeschloffnen Gnadenbund. es ein Jahr der Gnade sein. Herr, jedes blicket voll Verlangen in diese künftge Zeit hinein. Laß jeden finden und erfahren, was seiner Seele dient und frommt; o Heil uns, wenn in allen Jahren dein Reich uns immer näher kommt. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist von nöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein, du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel hast festgefeßt, den laß auf dich mit Freuden im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Henriette Katharine». Gersdorf.+ 1726. 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch; du sprichst: ihr Menschen kommet wieder! und nimmst sie weg mit einem Hauch. Du führst heraus die Zahl der Sterne, vor dir ist alles Fleisch wie Heu; was du gebeutst, das kommt von ferne, und deine Hand macht alles neu. 3. D laß auch uns ein neues hören in dieser neuen Gnadenzeit, ein Neues aus des Himmels Chören, ein Neues aus der Ewigkeit: ein neues Wort von alter Treue, die täglich neu die Hand uns beut, ein Wort, das unser Herz erfreue, so oft es seine Kraft erneut. 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, daß dieses angefangne Jahr in deinem Reich ein Beßres leiste, als Heinrich Puchta.+ 1858. 11000 57. Mel. 45: Es ist das heil und 2c. ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu teilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben; verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben; du schützest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. Neujahr. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns fei: dies, liebster Bater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Christian Fürchtegett Gellert.+ 1769. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, fo gieb mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Not und Schmerz die Glücklichen beneiden. 59. Mel. 178: Werde licht, du Stadt 2c. 5. Hilf deinem Volke väterlich in Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, diesem Jahre wieder, erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder; das neue Jahr geht an, laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 25 zufrieden stell; so heißts durchs ganze Jahr: Hier ist Immanuel! Benjamin Schmold.+ 1737. 2. Immanuel! Gott sei mit uns in allen Ständen! er sei uns Schild und Lohn und trage uns auf Händen. In unsern Häusern fließ ein fteter Segensquell, wo diese Stimme schallt: Hier ist Immanuel! 3. Immanuel! Gott sei bei seiner kleinen Herde, daß Zions Licht und Recht noch immer größer werde. Hier triefet Lebenstau, hier ist der Himmel hell, so rufet man getrost: Hier ist Immanuel! 4. Immanuel! Gott wohn in allen frommen Häusern! und sollte Kreuz und Not sich da und dorten äußern, so sei Gott Rat und That, der uns 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. de 58. Mel. 140: O Gott, du frommer 2c. 4. Laß mich beugen meine Kniee Hier ist Immanuel! Das soll die nur zu deines Namens Ehr, hilf, daß Losung bleiben, da wir ein neues Jahr durch Gottes Güte schreiben. So rufet Zion aus, so singt ganz Israel, es heißet: Gott mit uns! Hier ist Immanuel! ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch gen Himmel zu dir gehen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, komm ich heim, so steh zur Seiten. 5. Laß dies fein ein Jahr der Gnade, gieb mir Buß um meine Sünd, hilf, daß fie mir nimmer schade, und ich bald Verzeihung find. Niemand sonst, als du, mein Leben, tann die Sünde mir vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich chriftlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 26 Neujahr. 8. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanten. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlaffen. Johann Rist. † 1667. 3. Sein Versöhnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren: also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns verfüßen, so wird alle Bitterfeit uns zu Freude werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Echmold. † 1737. der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen, 3. Durch soviel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 60. Mel. 114: Meinen Jesum laß 2c. Jesus soll die Losung sein, da ein Schoße sigen. neues Jahr erschienen, Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 61. Mel. 130: Nun laßt uns Gott 2c. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal bligen, in seinem 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, des Friedens Ströme fließen. ole 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. Neujahr. 15. Dies alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum felgen neuen Jahre! Paul Gerhardt. † 1676. 62. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr behütet hast auch dieses Jahr. 2. Wir bitten dich du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, wollst deine arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. dini 27 immer scheiden, wo wir so sehr geSo manches Aug gebrochen liebt? und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen du armes Herz, warum? 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, und fromm zu werden fangen an; der alten Sünden nicht gedent, ein gnadenreich Neujahr uns schent: 5. Chriftlich zu leben, seliglich zu sterben, auch hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir zum Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. D Jefu, unfern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Johann Steuerlein.( 1) † 1613. 23. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 63. Mel. 74: Herzlich thut mich 2c. Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? warum denn 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im felgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. D, das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird. uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß fie hinüberschaut! 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden fo öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, geb. 1835. 64. Mel. 79: Ich dank dir, Iteber 2c. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gottlob! gedrungen, dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gefungen! Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil, bir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil; du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Licht; dich laß Neujahr. 28 ich ferner walten, wenn mich die Not anficht. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Berachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. in mir ist, und mein Gemüt sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher an dich bringen. 4. D daß du selber kämest bald! Jch zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schide. Komm doch in deiner Herrlichkeit, schau, deine Braut hat sich bereit, die Lampen sind geschmücket. 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde; wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen Heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei von jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems bort oben. 65. S. Wenn auch die Hände lässig find und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch Mel. 127: Nun freut euch lieben 2c. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit deine Kraft mein Herz sich stärke und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken, so bir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Abler fleucht mit Flügeln süßer Liebe. 5. Soll ich verlassen sigen? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schwißen? Mein Heiland, wie du willst. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei nun über mich ergoffen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer. † 1699. ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet; o Quell, daraus mein Leben fließt, daraus sich alle Gnad ergießt in meine Seel zum Leben! 2 Jch zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Zeben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Bom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich entzündet, was 10. D Jefu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du haft, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund Erscheinung Christi. und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. France.+ 1727. dazu, und mit gar milder Hand sein Güter ausgespendet und Unheil abgewendet von diesem Ort und Land. 66. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad. Wenn er uns hätt gelohnet nach unsrer Missethat, wie Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Helft Gottes Güte preisen, ihr wir es wohl verdient; wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden find. Christen, stimmet ein, mit Sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, wo sich das Jahr will enden, die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit. 5. Nach Vaters Art und Treue er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, will er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir preifen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried im neuen Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns milNach Paul Eber.+ 1569. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad, und so gering nicht achten, was er uns Gutes that, stets fassen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft unserm Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Kirch, Schul erhalten in gutem Fried und Ruh, den Jungen wie den Alten Nahrung beschert diglich. 5. fest der Erscheinung Christi. ( Epiphanienzeit.) 29 67. wir Weltgelehrte fragen, wissen sie die Weisheit nicht; suchen wir, o Mel 58: Gott des Himmels und der 2c. König, dich, weiset uns die Welt Sef. 60, 1-6. Matth. 2, 1-12. Gott der Juden, Gott der Heiden*), aller Völker Seil und Licht, Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht, Sem und Japhet kommt von fern, dich zu fehn, du Jakobsstern. *) Röm. 3, 29. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande find; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du heilig Rind. Bist du in Jerusalem, oder nur in Bethlehem? 3. Kein Herodes kann uns sagen, wo dein Thron ist aufgericht; wenn von sich. 4. Doch dein Wort ist Stern und Flamme und bezeichnet Haus und Pfad, wo dich, Held aus Jakobs Stamme, Tyrus angebetet hat, wo die erste Heidenschaft nun an deinem Glanze haft. 5. Nun, wir eilen mit Verlangen, wie die Läufer Midian, dich, Messias, zu umfangen, der den Himmel schenken kann; unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasset dich.dr A 6. Nimm die aufgethanen Schäke, Schak, der unser Herz erfreut, deine Mildigkeit ersetze unsrer Hände Dürf Erscheinung 30 tigkeit; hier ist kein Arabia, es ist lauter Armut da. 7. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an, laß dich einen Weihrauch laben, den die Andacht bringen kann, und als Myrrhen geben wir die Geduld und Buße dir. 8. Nimm die Opfer doch in Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, noch verrücken unsre Bahn; wenn Herodes Schwert gewekt, so behalt uns unverlegt. 9. Nun, wir gehn von deiner Krippen, laß mit Segen uns von dir; zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns einen Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benjamin Schmold.+ 1737. 68. Mel. 114: Meinen Jefum laß zc. Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Sünde; aber du bift fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister.+ 1756. Christi. 69, Mel. 27: Den die Hirten lobten fehre. Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volt der Christenheit. 2. Sünd und Hölle mag fich gräment, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser 3. Sehet, was hat Gott gegeben! kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerter, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 7. O gebenedeite Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jefulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt. † 1676. 70. Mel. 79: Ich dank dir, lieber 2c. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur ewgen Seligkeit. Erscheinung Christi. 2 Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie fie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Glück und Geld, prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, thronst nicht im festen Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du willst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß fie im Frieden sigen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schent mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 31 hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern; halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich ertenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm.+ 1622. 5. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lentet. 2. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an; ja, da 6. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des wahren Glaubens Werke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 7. Dein Erscheinen müff erfüllen mein Gemüt in aller Not. Dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch einst im Tod. Herr, in Freuden und in Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 8. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohJohann Rist. † 1667. nen. 71. Eigene Melodie. 178. Werbe licht, du Stadt der Heiden, und du Salem werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat 72. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre 2c. Lut. 2, 22-32. derer nicht vergeſſen, die in Finster- Herr Jesu, Licht der Heiden, der nis gesessen. Frommen Schak und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden, durch deines Passionszeit. 32 Geiftes Trieb, in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Erempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. n= 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, im Dunklen unsre Sonne, im Kreuz ein Gn schein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß leßt, wie Simeon, ein jeder Christ 6. kann fingen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut, kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, tein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen so hart und streng mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Frand. † 1677. Passionszeit. 73. unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude und im Schmerz, in der Einsamkeit und Stille, in dem Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. An deine Leiden denken wir, Herr lauten Weltgewühle, überall fass es ins Herz. Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 3. In des Lebens trüben Stunden, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. Dresdner Gesangbuch. 4. Wer mit Trübsal hier gerungen und durch sie zu Gott gedrungen, dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, die des Glaubens schönste Werke und die größten Siege schafft. 74. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen 2c. An des Herren Kreuz zu denken, in dein Herz es zu versenken, fei, o Christ, dir heilge Pflicht. Wer mit Andacht seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das 5. Es gewährt uns stete Freude, ist dem Herzen süße Weide und dem Geiste helles Licht. Alles andre kann dich trügen, überall kannst du er= liegen, nur bei Christi Kreuze nicht. 6. Diesem gnadenreichen Kreuze Eitle nicht.2 420 dob sman opfre gern der Sünden Reize und 2. Wie am Abend, so am Morgen, der Welt Vergnügen auf. Stets ent Passionszeit. zünd es deine Triebe zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt dein Lebenslauf. 7. Mit der Liebe heißem Sehnen, mit der Wehmut stillen Thränen schaue deines Heilands Bild; schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle nach, was er gefühlt. 8. Durst und Hunger mußt er tragen, alle Freuden sich versagen, Gott gehorchen bis zum Tod; und wie niedrig und verachtet schwebet er am Kreuz und schmachtet, dich zu retten aus der Not. 9. Sieh den Heiligsten gefangen und am Marterholze hangen, ihn, des Höchsten eignen Sohn! Sieh, wie seine Feind ihn kränken und mit Effigweine tränken, und die Freunde fliehn davon! 10. Sieh sein Aug, aus dessen Blicken Liebe strahlte und Entzücken, ach, erloschen ist es ganz; auf den Gliedern blutge Nässe, auf den Wangen Todesblässe, auf dem Haupt der Dornenkranz! 33 13. Ja, mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenken, fei mir immer heilge Pflicht. An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herze bricht. Nach dem Lateinischen des Bonaventura. † 1274. 75. Eigene Melodie. 22. Ev. Joh. 1, 29. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 76. Mel. 70: Herr und Ältster deiner 2c. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen ngenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede, Friede fei mit euch! Christian Renatus Graf von Zinzendorf. † 1752. 11. Ach, woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missethat; wegen unsrer Sündenschulden mußte Gottes 77. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Sohn erbulden, was kein Mensch Du meines Lebens Leben, du meines empfunden hat. 12. Unter namenlosen Schmerzen bringet ihm der Tod zum Herzen, und er giebt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die er büßet! Fließt ihr Wehmutsthränen, fließet, nichts verhindre euren Lauf! Todes Tod, für mich dahin gegeben in tieffte Seelennot, in Marter, Angst und Sterben aus heißer Liebsbegier, das Heil mir zu erwerben, nimm tausend Dank dafür! 2. Ich will nun mit dir gehen den Weg nach Golgatha; laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innigzartem Sehnen begleitet dich mein Herz, und meine Augen thränen beim Blick auf deinen Schmerz. 3. Erst komm ich zu der Stätte, wo Jesus für mich rang, wo Blutschweiß beim Gebete ihm aus den 3 34 Passionszeit. Adern drang. Ach, diese blutgen Tropfen, die Seele, tobbetrübt, und seines Herzens Klopfen sagt mir, daß er mich liebt. 7. Du flehst am Kreuz für Feinde; mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; gedent, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer felig, verheißest ihm dein Reich; das macht mich Sünder fröhlich, mich, der dem Schächer gleich. auf dein Verdienst und Leiden vertrau ich ganz allein, darauf will ich einst scheiden, und ewig bei dir sein. 4. Da seh ich, daß ich Armer des Fluches würdig bin; da giebt sich mein Erbarmer für mich zum Opfer hin. Hier flossen seine Klagen, sein thränendes Gebet, daß ich nicht muß verzagen, wanns einst zum Sterben geht. 5. Mein Heiland wird verraten, geführt zu Spott und Qual; ach, meine Missethaten, die brachten allzumal ihn vors Gericht der Heiden 78. Mel. 70: Herr und Ältster deiner 2c. und in der Feinde Hand, ich wars, Eines wünsch ich mir vor allem ich sollte leiden, was da mein Bürg empfand. 6. Seht, welch ein Mensch! er stehet geduldig wie ein Lamm, und nun wird er erhöhet, ein Fluch, am Kreuzesstamm, vollendet da sein Büßen der Welt, auch mir zu gut; aus Händen und aus Füßen strömt sein Versöhnungsblut. 8. Du klagst voll Angst im Herzen: Mein Gott verlässet mich! Du dürftest in den Schmerzen, und niemand labet dich. Nun soll dein Leid sich enden; du rufft: Es ist vollbracht! empfiehlst des Vaters Händen den Geist. Es war vollbracht! 9. Ich seh mit Lieb und Beugen des Heilands letzten Blick, ich seh fein Haupt sich neigen; das war mein ewges Glück. Mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswert ich bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin. 10. O du, an den ich glaube und den mein Geist umfaßt, der du im Todesstaube für mich gelegen hast, 11. Erhalt mir deinen Frieden und deines Heils Genuß, so lang ich noch hienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich dir zu Ehren, der mich mit Gott versöhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt. Heinrich von Bruiningf.+ 1772. anderit, eine Speise früh und spät; felig läßts im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlik niedersant und den Kelch des Vaters trant. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich. gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. † 1864. Passionszeit. 35 opfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis ſchließen. 6. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt. 1676. 79. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Joh. 1, 29. Jef. 53, 4-7. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und frant, ergiebt sich auf die Würgebant, entzieht sich allen Freuden, es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornes Ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten." 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen." D Bunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist start! du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage fingen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freuden80. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. Herr Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. D Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius. † 1684. 81. Mel. 20: Aus tiefer not. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden; laß mich an deine große 3* Passionszeit. 36 Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dank barkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daſelbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine legte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe! Amen. Nach Tobias Elausniger. † 1684. 82. Mel. 73: Herzliebster Jesu, was 2c. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen; 3. Welch Wunder, welch hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 11. Unendlich Glück: du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem teuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 12. So bin ich denn schon selig hier im Glauben, so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, so werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 13. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trok allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 14. Gott, eile nicht, sie rächend zu Passionszeit. zerschmettern, erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 15. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 37 Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, den du haft empfunden! 83. Mel. 69: Herr Jesu Christ, du 2c, Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Zahlung meiner Schuld dein Haupt im Tod geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zu solcher Frist, wo du, ihr liebster Jesus, bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler.+ 1677. 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Urfach fein, und die Frucht verstehen! Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue! Sollt ich haben dazu Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will drohen mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle! Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich der liebe Sohn, wie kann Gott mich haffen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb für Lieb. -bessern Dank Indes laß dies Lallen ich dorten üb Jesu, dir gefallen. Sigismund von Birken.+ 1681. - 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer- und - 85. Mel. 193: 3ion flagt mit Angst 2c. Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der 84. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein 2c. Jesu, deine Passion will ich jetzt be- Sündenlust zu scherzen. denken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und sett mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, 38 da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. Passionszeit. 4. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, weil du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seh ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schuk und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so besieg ich alle Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann. 1647. 86. Eigene Melodie. 98. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spett und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, bich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu sehen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen sich mit Fluch belegen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dornen gar gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrentron aufseßen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, zu vertilgen meine Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Schweiß und Blut hat dich bedecket, hast gelitten mit Geduld, ja, den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausenp tausendmal sei dir, liebſter Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not. Für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg. † 1681. 87. Mel. 159: Sollt ich meinem Gott 2c. Joh. 11, 16. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Passionszeit. Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und Leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränenfaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 39 wirst du in Freuden schweben, weil er hat vollendt die Not; nun wird Frieden, Kraft und Heil durch sein Kreuz dein ewig Zeil. Drum, o Seele, nimm zu Herzen deines Jesu bittre Schmerzen. 3. Laffet uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab: so wird er uns aus dem Grab des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigismund von Birken. † 1681. Johann Christoph Arnschwanger. + 1696. 89. Mel. 34: Die Tugend wird durchs 2c. drückten Jesu Todesmienen sich meiner Seel auf ewig ein, o möchte stündlich sein Verfühnen in meinem Herzen kräftig sein! Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Für meine Sünden floß sein Blut, das heilet mich, den Armen, Kranken, und kommt mir ewiglich zu gut. 2. Ein Blick im Geist auf Jesu Leiden giebt auch dem blödsten Herzen Mut, die Quelle wahrer Geistesfreuden ist sein vergoßnes teures Blut, wenn feine Kraft das Herz durchfließet, sein Lieben unsre Seel durchdringt, die Glaubenshand sein Kreuz umschließet und uns sein Anblick Frieden bringt. 3. Für mich starb Jesus, meine Sünden sinds, die ihn in den Tod versenkt; drum läßt er Gnade mir verkünden, die mich mit Lebenswasser tränkt. D Strom der Liebe, klar und helle, mein Herz soll offen stehn für dich; o unerschöpfte Friedensquelle, ergieß ohn Ende dich in mich! 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen mich Armen an, so wie ich bin. Ich setze dir in meinem Herzen ein Denkmal deiner Liebe hin, die dich für mich in Tod getrieben, die mich aus meinem Jammer riß. Ich will dich zärtlich wieder lieben, du nimmst es an, ich bins gewiß. 88. Mel. 50: Freu dich sehr, o 2c. oh Meine Seele, nimm zu Herzen und mit allem Fleiß betracht deines Jesu bittre Schmerzen, der zum Heiland dir gemacht, der durch seinen blutgen Tod dich erlöst aus aller Not. Drum, o Seele, nimm zu Herzen deines Jesu bittre Schmerzen. 2. Nunmehr gehest du zum Leben, weil er ging für dich in Tod; nun 5. Wenn einst mein Herz wird stille stehen, schließ mich in dein Erbarmen ein. Dann werd ich dich von nahem Passionszeit. 40 sehen in deiner Klarheit ewgem Schein; die Seele, die durch dich genesen, ruht dann in deinen Armen aus und lässet gern den Leib verwesen, er wird der einst ihr neues Haus. Nach Christian Renatus Graf von Zinzendorf.+ 1752. 90. Eigene Melodie. 137. du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, schmerzensreiche Liebe du, wenn ich in den legten Stunden sanft in deinen Armen ruh! 6. Liebe, die sich tot getränket und für mein erkaltet Herz in das talte Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an. Vielleicht: Adam Drese. † 1701. 91. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein 2c. hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße. † 1542. 92. Eigene Melodie. 144. Jes. 53, 3-7. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 2. D Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wurbest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. D Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesu! Nikolaus Decius. † 1541. THE B Passionszeit. 93. Mel. 144: O Lamm Gottes, unschuldig. Jef. 53, 3-7. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuze für uns erwürget, befunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trugst der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue gethan hast an uns Kranken; gieb eine selige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Stärk in uns das Vertrauen auf deine heiligen Wunden. Laß uns darauf fest bauen in unsern lezten Stunden und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! B. 1 Nikolaus Decius.+ 1541, s. Nr. 92. B. 2-3 unbekannter Dichter. 41 und Seele schuldig war, auch ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du weg die Schulden, dein Blut und Tod vertritt bei Gott, was ich hätt müssen dulden. 3. Jch, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafen leiden, der Leib 4.( Jesus:) Ja, liebe Seel, ich büß die Schuld, die du hättst sollen büßen; erkenne daraus meine Huld, die ich dich laß genießen. Ich wähl den Fluch, dieweil ich such vom Fluch dich zu befreien. Denk meiner Lieb, durch deren Trieb die Segen dir gedeihen. 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch nimm mein ganzes Leben zu eigen dir und laß mich hier von deinem Dienst nichts treiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit in deiner Liebe bleiben. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer(?).+ 1685. 95. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein 2c. Treuer Heiland, habe Dank für dein bittres Leiden, Dank für deinen Todesgang, Dank für dein Vers scheiden. Was dem Danken hier gebricht, soll dort besser klingen, wenn du mich, mein schönstes Licht, wirst zum Himmel bringen. Joachim Weickmann. † 1736. 94. Mel. 174: Was mein Gott 2c. o gehst du nun, mein Jesu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort, mein Augen sollen fließen, gleich einem See, mit Ach und Weh in Thränen sich ergießen. 2.( Jesus:) Ach Sünd, du schädlichs Schlangengift, wie weit kannſt bu es bringen! Dein Lohn, der Fluch, mich jezo trifft, in Tod thut Wenn meine Sünd mich kränken, 96, Mel. 76: Hilf Gott, daß mirs 2c. er mich zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Macht; fremd Schuld muß ich abtragen. Betracht es recht, o Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. D Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht; es hat sich 42 Passionszeit. martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eignen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not, dein Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, follts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn Eigennuß und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten träftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius. † 1673. hast uns durch dein teures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut, 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Not, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine Allmachtshand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer. † 1600. 98. Eigene Melodie. 190. Wollt ihr wissen, was mein Preis? wollt ihr lernen, was ich weiß? wollt ihr sehn mein Eigentum? wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Getreuzigte.:: 2. Wer ist meines Glaubens Grund? wer stärkt und erweckt den Mund? wer trägt meine Straf und Schuld? wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte.:|: 3. Wer ist meines Lebens Teil, meines Geistes Kraft und Heil? wer macht rein mich und gerecht? wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte.:: 4. Wer ists, der mir Hilfe schenkt? wer schüßt, wenn ein Feind mich brängt? wer erquickt mein mattes Herz? wer erleichtert meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte.:: 5. Wer ist meines Todes Tod? wer hilft in der letzten Not? wer versetzt mich in sein Reich? wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Ge97. Mel. 143: O Jefu Chrift, meins 2c. Wir danken, dir, Herr Jesu Christ, kreuzigte.:|: daß du für uns gestorben bist und 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, Passionszeit. ihr wißt meinen Ruhm und Preis. Er ists bis zum Grabe hin, dem ich Lebe, des ich bin, Jesus, der Getreuzigte.:: Johann Christoph Schwedler.+ 1730. 99. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott 2c. Matth. 26, 36-46. u gehest in den Garten beten, mein treuster Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt. Ich will an dir, mein Meister, sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt. Ach, dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete fei. 3. Du reißest dich von allen Leuten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zeuch mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Du kniest und wirfst dich hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht; so soll die Demut fich gebärden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du betest zu dem lieben Vater, rufft Abba! Abba! wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe: Abba, höre mich! 6. Du wirfst voll Zuversicht und Liebe dem Vater dich ans treue Herz und rufft aus stärkstem Herzenstriebe mit heißen Thränen himmelwärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist mein Beten falt und tot. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du 43 stille und im Gebete dreimal an; dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du gethan. Hilft Gott nicht gleich aufs erste Mal, so bet und ruf ich abermal. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allertreusten Vaters ein; darein muß ich mich auch verhüllen, dafern ich will erhöret sein. Drum bet ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit. Nun du erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit. Damit hast du auf mich gesehen, daß ich zur angenehmen Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Mein Jesu, hilf mir stets fo beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Vater treten und werde von ihm stets erhört, so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Johann Menger. † 1734. 100. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslist! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut 14 Passionszeit. mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig Gewissen! glaube dran: Gott aus reinem Liebestriebe hat die Hand schrift abgethan und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun, o Tod, bist du mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, 101. Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Joh. 19, 30. Es ist vollbracht! Er ist verschieden; mein Jesus schließt die Augen zu, der Friedefürst schläft ganz in Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. D großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils um schließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun verschmacht. D wahres Wort: Es ist vollbracht! Sohnes Blut. Gebrochen ist der Hölle Macht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Mein Herzverlangen, o hochgelobte Liebe du, dich wünschen Engel zu umfangen, nimm auch in meinem Herzen Ruh, wo Liebe dir ein Grab gemacht. D tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein, die Himmelspfort ist aufgemacht. D Lebenswort: Es ist vollbracht! Salomo Frand. † 1725. wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Herr, dent an mich! Wie oft hab ich Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. mit Sünden dich verachtet! Sieh die Seele gnädig an, die nach Hilfe schmachtet! 1676. 3. Es ist vollbracht! Schweig, mein Gewissen; ihr Sünder, fasset neuen Mut! Des Tempels Vorhang ist zerriffen; nun spricht für uns des 102. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeletb 2c. Luf. 23, 42. 2. Herr, denk an mich! Es jammre dich dies Elend, mein Erbarmer. Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wär ich Armer! 3. Herr, denk an mich! Ach ewiglich kannst du mich nicht vergessen! Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad ermessen? 4. Herr, denk an mich! Wie leicht kann ich in Sünd und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, dent an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Leiden. Bin ich dein, o was vermag, mich von dir zu scheiden? 6. Herr, dent an mich! Gestärkt durch dich geh ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk an mich! Dann will ich dich für deine Huld erheben, wenn Passionszeit. du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. Unbekannter Dichter. 45 das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 103. 10. Alsdann, so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen Eigene Melodie. 75. Herzliebster Jesu, was hast du ver- werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. brochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehentet. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte! 5. D große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Beiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir doch deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen: des Fleisches Lüste will ich dämpfen, zähmen, daß fie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite sehen. Zu Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 13. Wann, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann.+1647. 104. Mel. 74: Herzlich thut mich zc. Luf. 23, 46. In deines Vaters Hände befiehlst du deinen Geist. O glaubensvolles Ende, das mich zum Himmel weist! Nun ist sie ganz getragen, die centnerschwere Last, nun enden alle Plagen, die du erduldest hast. 2. In diese Hand befehle auch ich, Herr, meinen Geist, wann zwischen Leib und Seele des Lebens Band zerreißt. Voran bist du gegangen, daß ich dir folgen kann. Mich nimmt, mir darf nicht bangen, in dir der Vater an. 3. D Herr, mein Heil und Leben, ich soll, wo du bist, sein; denn was dir Gott gegeben, das ist und bleibt ja dein. Nun, treuer Hirt, so halte mich bis zum Grabesrand; dann 46 geht, wenn ich erkalte, mein Geist in Gottes Hand. Passionszeit. Johann Christian Wilhelm August Hopfensack. 1843. 105. Mel. 74: Herzlich thut mich 2c. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet feist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Welt gewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin, und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan, dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, als dann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden * und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. † 1676. 106. Mel. 148: Welt, ich muß dich 2c. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil finkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her, und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. Passionszeit. 4. Jch, ich, und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel! 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich 107. krönen mit Dornen, die dich höhnen, Schaut die Mutter voller SchmerMel. 5: Ach was soll ich Sünder 2c. und leidest alles mit Geduld. 8. Jch bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. zen, wie sie mit zerrißnem Herzen bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübfalshige, wie des Schwertes blutge Spike tief durch ihre Seele geht! 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 47 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir, und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt.+ 1676. 12. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Jammer fich erwehren, der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelaßnem Mute todesmatt in seinem Blute an dem Holz des Fluches hängt! 3. Für die Sünden seiner Brüder leidet er, daß seine Glieder unnennbare Dual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen: Gott, mein Gott, ich bin verlassen! und veratmet seinen Geist. 4. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, deines Herzens heilge Triebe strömen in mein Herz hinab! Laß mich dich mein Alles nennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für mich sein Leben gab! 5. Drück, mein König, deine Wunden, die du auch für mich empfunden, tief in meine Seel hinein. Laß in Reue mich zerfließen, mit dir leiden, 48 mit dir büßen, mit dir tragen jede Pein. Passionszeit. 6. Laß mich herzlich um dich weinen, mich durchs Kreuz mit dir vereinen; aller Weltfinn sei verflucht! Unterm Kreuze will ich stehen und dich zittern, bluten sehen, wenn die Sünde mich versucht. 7. Gieb mir Teil an deinem Leiden, laß von aller Lust mich scheiden, die dir solche Wunden schlug! Ich will auch mir Wunden schlagen, will das Kreuz des Lammes tragen, welches meine Sünden trug. 8. Laß, wenn meine Thränen flieBen, mich den Gnadenglanz genießen deines milden Angesichts. Decke mich durch deine Plagen vor den Ängsten und den Klagen einst am Tage des Gerichts. 108. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Seele, geh nach Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze, und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 109. 9. Gegen aller Feinde Stürmen laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen, deine Gnade leuchtet mir! Deckt des Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Grabes finstre Höhle meinen Leib, so Sei mir tausendmal gegrüßet, der nimm die Seele hin ins Paradies zu dir. Nach dem Lateinischen des Jacoponus. † 1306. mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wann ich fnien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selbsten mir gemacht Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer setzen. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Jesus ist, mein Jesus, tot. verloren bin, giebst du dich ans Kreuz dahin. 4. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; viel zu wenig ist dafür aller Reichtum aller Welten. Alles, alles ist zu klein für die Größe deiner Pein. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich verschuldet, und du haft aus großer Huld Pein und Tod. für mich erduldet. Daß ich nicht 5. Nun, ich weiß, was du begehrst, daß ich dir mein Herz soll geben; dir gehört es, du gewährst ihm Ge rechtigkeit und Leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderbar, nur seliglich. Benjamin Schmold.+ 1737. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, liebend, wie ich immer kann. Schaue Passionszeit. meiner Hände Falten und mich Armen freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt. † 1676. 110. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärt und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in das Himmelslicht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. Nach Bonaventura( † 1274) von Georg Werner. † 1648. 111. Eigene Melodie. 146. Traurigkeit! Herzeleid! Wer kann es gnug beklagen? Gott des Baters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Das Leben tot! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. D Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Mifsethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut befloffen, 49 welches er ganz mildiglich hat für dich vergoffen. 5. O süßer Mund! O Glaubensgrund! Wie bist du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gefentet. 7. D Jesu du, mein Hilf und Ruh! Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist. † 1667. 112. Mel. 146: Traurigkeit, o Herzeleid. So ruhest du, o meine Ruh, in deines Grabes Höhle und erweckſt durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. D Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun rch deinen Tod Grab und Tod besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salomo Franc. † 1725. 4 50 Oftern. 7. Dstern. 113. 114. Eigene Melodie. 14. Elgene Melodie. 24. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden Christ ist erstanden von der Marter alle; des folln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; feit daß er erW standen ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des folln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja. TEST MESTERS Um 1200. nimm wahr, was heut geschieht! Wie kommt nach großen Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereift. 2. Er war ins Grab gesentet, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denfet, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut, zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, er reißet durch die Höll, stets bin ich sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht fehren an Not und Ungemach. Es tobe, was da tann, mein Haupt nimmt sich mein an; mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 219050 6. Er bringt mich an die Pforte, die in den Himmel führt, daran mit goldnem Worte der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gefrönt, wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt. † 1676. 115. Eigene Melodie. 25. Christ lag in Todesbanden für unfre Sünd gegeben. Der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben: Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja, Halleluja. 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon fam der Tod je bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinem Reich gefangen. Halleluja 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist tommen und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Todsnichts be geftalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja. 100 1970 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen. Das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, Ostern. ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. 5. Sie ist das rechte Ofterlamm, das Gott uns hat gegeben; das ließ an des Kreuzesstamm in heißer Lieb sein Leben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halle-. luja. Martin Luther.+ 1546. 116. Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Der Tod hat zwar verschlungen den Herrn der Herrlichkeit, doch ists ihm nicht gelungen zu dieser Osterzeit. Heut stellt sich Christus ein, die gnadenreiche Sonne bringt Leben, Heil und Wonne, wer wollt nicht fröhlich sein? 2. Man singet in den Landen mit Herzensfröhlichkeit, daß Christus sei erstanden, wie er selbst prophezeit; sein Wort erfüllet ist, freut euch ihr Menschen alle und singt mit großem Schalle: Wir danken dir, Herr Christ! 3. Herr, der du überwunden den Feind und all sein Heer, in unsern legten Stunden ein sanftes End bescher. Führ uns zum Himmelsthron, weckt auf ohn alle Klage den Leib am jüngsten Tage, o Jesu, Gottes Sohn! 6 4. Du hast uns unverdrossen durch dein hochteures Blut den Himmel aufgeschlossen, erworben großes Gut: brum halten wir aufs best mit Jauchzen und mit Freuden nach deinem schweren Leiden das fröhlich Osterfest. Georg Werner. † 1643. 51 117. Mel. 136: O daß ich tausend Jungen 2c. Joh. 14, 19. Der Tod ist tot, das Leben lebet, das Grab ist selbst begraben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhebet, will ferner nicht im Kerker ruhn und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen, der Lebensfürst, er stirbt nicht mehr, er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzt das blaffe Totenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen bort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet seine Glieder, wer wollte dann gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein. Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O toter Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus nimmt das Schrecken hin; wie er sich selber konnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Benjamin Schmold. † 1737. 118. Mel. 186: O daß ich tausend Bungen 2c. Matth. 28, 6. Er ist nicht hier; er ist erstanden! So tröstet uns des Engels Mund. Das Wort erschallt in allen Landen und macht den Sieg des Lebens kund; und jedes Christenherz durchbebt die Freudenbotschaft: Jesus lebt! 2. Ist mein Erlöser auferstanden, 4* Oftern. 52 so ist die ganze Erde sein, so wird der Lügengeist zu schanden, die Gößentempel stürzen ein, der Menschenwahn muß untergehn, nur seine Wahrheit bleibet stehn. 3. Hat er zersprengt die Todesketten, so bricht er auch das Sündenjoch, tann von der Strafe mich erretten, ergreift mich an dem Abgrund noch, führt mich gewiß in seiner Gnad und bringt mich auf den Lebenspfad. 4. Ist er aus seinem Grab gestiegen, so darf die Unschuld fröhlich sein, so muß die Wahrheit endlich siegen, so ist die Krone dennoch mein, wenn gleich mit ihrer Macht die Welt erbittert sich entgegenstellt. 5. Hat ihn die Erde nicht behalten, so hält sie auch die Seinen nicht; die Felsengrüfte müssen spalten, die Grabesnacht wird Tageslicht, ja, wahrer Christen Sterbensnot ist nur des Himmels Morgenrot. 6. Ihr Gläubigen, hört auf zu weinen, denn die Erlösungsstunde schlägt! Bald wird der Lebensfürst erscheinen, der euch aus allen Leiden trägt. Sett fort im Glauben euren Lauf und hebet eure Häupter auf! 7. D Tag des Lebens, Tag der Wonne, wann wir aus unsern Gräbern gehn, den Auferstandnen als die Sonne des neuen Himmels leuchten sehn! Dann fragen wir den Herrn nichts mehr, denn Licht ist alles um uns her. Christian August Bähr.+ 1846. 119. Eigene Melodie. 43. Erschienen ist der herrlich Tag, dran niemand sich gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Hölle, Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja. 4. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja. Nikolaus Hermann.+ 1561. 120. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich zc. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadenfonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er bringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja. 6. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja. 7. Lebt Christus, was bin ich be Ostern. trübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wann mir gleich alle Welt stürb ab: gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja. 9. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja. 10. Mein Herz darf nicht entseken fich, Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja. 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. Johann Heermann. 1647. 121. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ic. Halleluja, jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Sein herrlich großer Tag ist da. Er zerriß des Tobes Banden, der Held ist aus dem Grab erstanden, der nimmer die Verwesung sah. Sein ist Gewalt und Macht, er hat sein Werk vollbracht, Halleluja! Des Menschen Sohn trägt nun davon des herben Kampfes reichen Lohn. 2. Glorreich hat der Held gerungen, der Hölle finstre Macht bezwungen und uns von Straf und Schuld befreit. Wir, die tief gefallnen Sünder, sind nun durch Christum Gottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, den Gott mit Preis gekrönt, Halleluja! Wir find nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weihn. 53 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, einst wird der Herr uns auferwecken durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben und Herrlichkeit den Seinen geben, die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, zu seiner Freud eingehn, Halleluja! O Siegesheld, in jene Welt zeuch uns dir nach, wann dirs gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! D was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Junk.+ 1814. 122. Eigene Melodie. 75. Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja, mit großer Pracht und Herrlichkeit. Des sei ihm Dank in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja. 2. Dem Tode hat er die Gewalt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja. 3. D mächtiger Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja, führ uns durch deine Gütigkeit mit Freuden in die Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja. 4. Wir danken dir, Gott, alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja, Halleluja. Gott helf zum End uns allzumal, so fingen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja. 5. Dem Vater in dem höchsten Thron und Christo, seinem lieben Sohn, 54 Ostern. Halleluja, Halleluja, dem heilgen Geiste gleicherweis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja. Basilius Förtsch. † 1619. in Salems Friedenshäuser; da heißta Viktoria! da trägt man Siegesreiser: ach wäre ich schon da! Benjamin Schmold.+ 1737. 123. 124. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Mel. 126: Nun danfet all zc. Ich geh zu deinem Grabe, du großer Ich sag es jedem, daß Er lebt und auferstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. Ofterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man tann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinem Freunde gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 2. Du liegest in der Erde und hast fie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Geficht vergeht: dennoch werd ich den schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es ficher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 6. D meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not, ich will mein Bette machen in deiner Liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da werd ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer verfant des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine feiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg.+ 1801. 125. Mel. 95: Jefus meine Zuversicht zc. Joh. 14, 19. Jefus lebt Mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Ostern. Toten auferweden. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Jhm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, feine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Wel chen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 55 legt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Jch bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen heiland tennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier franket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getroft und hocherfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die lezt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber bringt. S. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch, wenn er ruft, eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 126. Eigene Melodie. 95. Jesus meine Zuversicht und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich, soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 127. 2. Jesus, er mein Heiland lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum follte mir denn grauen? Lässet auch Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. ein Haupt sein Glied, welches es Mein Jesus lebt! was sollt ich nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihm geLouise Henriette Kurfürstin von Brandenburg. † 1667. sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert; so muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Weg Traurigkeit! Was zag 56 ich mehr? Mein Jesus lebt, das Grab ist leer! Oftern. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben tann; der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Höllen Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, der Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmold.+ 1737. 128. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr 2c. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zer bricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf den starten Held kann halten auf; er ist der Überwinder. 4. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg ge dämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Neu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, zum Ehrenthron erhöhet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort des Herrn verklärtem Leibe. 8. D Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei ge= dankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Justus Gesentus.+ 1673. 129. Eigene Melodie. 162. Triumph, Triumph! es kommt mit Pracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Unterthan, schau heute sein Triumphfest an. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 2. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, sich mutig als ein Löwe zeigt; tein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! Ostern. 3. Der andre Adam heut erwacht nach seiner harten Todesnacht, aus feiner Seiten er erbaut uns, feine teur erlöste Braut. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 4. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenken wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 5. Triumph, Triumph! dich ehren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenoffen dort bir folgen durch die Siegespfort. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! Benjamin Prätorius.+ 1668. 130. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr 2c. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 57 sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau *) Rol. 2, 15. getragen.*) 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen. Dein Jesus lebt, es hat nicht not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich bie böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti.+ 1722. 131. Mel. 26: Christus, der ist zc. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgen- 2. Der Feind wird Schau getragen*) stein, dein Jesus wird ihn heben; und heißt nunmehr ein Spott, wir es fann ein Christ bei Kreuzespein aber können sagen: Mit uns ist unser *) Rol. 2, 15. in Freud und Wonne leben. Wirf Gott. bein Anliegen auf den Herrn und 3. In der Gerechten Hütten schallt 58 schon das Siegeslied, du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute an deine Glieder aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. Ostern. 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz, den Lebensweg uns bahne vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schaß uns finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, fein Pfeil ist nunmehr stumpf. Wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benjamin Schmold.+ 1737. 132. Mel. 43: Erschienen ist der 2c. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und haft zerstört des Todes Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dir treue Diener sein. Halleluja. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigteit sei Lob und Preis. Halleluja. Thomas Hartmann. Um 1604. 133. Mel. 21: Christ, der du bist 2c. Luf. 24, 29. Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil mein Herz es kindlich meint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel ficher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Hilf, Herr, aus meiner lekten Not mir einst durch einen sanften Tob. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Nach Johann Scheffler.+ 1677. 134. Mel. 170: Walle stets, o Christ 2c. Luf. 24, 13-35. 3ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus. Ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß. Man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen; er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde Christi Himmelfahrt. 59 nachgehangen; o der unglückfelgen mich deine Seele liebet und daß Zeit, die ich dergestalt verloren! Doch ich der Deine bin. Laß dein Wort er hat mich neu geboren, Jesus hat mich fester gründen, laß es auch an mich gedacht und das Schäflein mein Herz entzünden, daß es voller wiederbracht. Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da! 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so fei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gieb mir in meinem Sinn, daß 8. Christi Himmelfahrt. 135. Mel. 188: Wie schön leuchtet der 2c. Ach wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt! heut haft du dich geseket zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verleket. Mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du, Tod und Leben, alles ist dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; finget, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 9. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt: bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet hast. Johann Neunherz.+ 1737. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Friede, Freude, Licht und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, bringe all mein Sinnen, mein Beginnen, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweiſe. 4. Beuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schak, sei unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst 60 Christi Himmelfahrt. und Plagen, die da nagen, die da will unser Trost sein. Erbarm dich, quälen stündlich arme Christenseelen. Herr! Aus dem 15. Jahrhundert. 6. Herr Jesu, tomm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille bas Verlangen; du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm Herr! Hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg.+ 1681. 136. Mel. 127: Nun freut euch lieben 2c. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen; denn wo mein Schak gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin.+ 1640. 137. Eigene Melodie. 23. Chrift fuhr gen Himmel; was fandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja. 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christ 138. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Ergrünt, ihr Siegespalmen! Ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne und seinem großen Sieg, fingt, wie er auf zum Throne der Ewigfeiten stieg! 2. Der einst von Qual durchbrungen den Sündern war ein Spott, der Todesnot, den sehn wir hoch und unsern Tod verschlungen in seine prächtig im Siegesglanze ziehn, der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Dort auf dem Ölberg stehen die Jünger arm und schwach, mit deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternensaal, weil du mit Licht und Freuden fie tröstest ohne Zahl. 4. Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt, und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen in Richtersmajestät; dann jauchzen deine Frommen, der Stolzen Hohn vergeht. 5. D Jesu, Heil der Deinen, rüst uns auf diesen Tag, seis, daß er heut erscheinen, seis, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegenziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! 6. Dann laß in Strömen quillen dein schönes Lebenslicht; dann zeig uns ohne Hüllen des Vaters Angesicht. Dhimmlisches Entzücken! D felger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken, hat unser Herz genug. Nach Beda Venerabilis.+ 735. Übersezt von Albert Knapp. Christi Himmelfahrt. 139. Theat Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. wenn Herr, auf Erden muß ich leiden deine Glorie und Macht? und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täglich bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf! Wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue selbst den Himmel auf. Und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sigest ihm zur Rechten: darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 61 Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, mein Glaubensaug betracht 4. Dir ist alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig bienen kann. Kommt der Satan wider mich, ach so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus; denn der Weg dahin bist du: darum bringe mich zur Ruh und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. Kaspar Neumann.+ 1715. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, nicht mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt. Prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen, schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollte mir der Mut noch sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen, laß sie strömen auch für mich, bis besiegt zu deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, bis zu dem fernsten Ende streck dein Scepter aus und wende alle Herzen nah und fern hin zu dir als ihrem Herrn. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein, meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. Gerhard Tersteegen.+ 1769. 140. 141. Mel. 98: Jesu, metnes Lebens ze. Mel. 1: Ach Gott und Herr. Siegesfürft und Ehrenkönig, höchst verklärte Majestät! Alle Himmel sind Zeuch uns nach dir, so laufen wir zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. mit herzlichem Verlangen hin, da du 62 bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. Pfingsten. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 9. Pfingsten. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Teil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 4. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk, in uns ist kein Vermögen; wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Asche legen! 5. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Fabricius.+ 1703. 142. Mel. 101: Kommt her zu mir 2c. Gott Bater, sende deinen Geist, den viel besser, als man bentet. uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen! 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert, bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts, als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 6. Er reißt der Höllen Band ent zwei, giebt Trost und macht das Herze frei von allem, was uns fränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, ist er es, der uns schützt und deat 7. Er macht das bittre Kreuz uns süß, ist unser Licht in Finsternis, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Herd in tiefer Nacht in Fried und Ruhe schlafe.. 8. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, ber leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen; er sett und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 9. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen, er ziert ihr Herz, Mund und Verstand und läßt sie, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 10. Er öffnet unsers Herzens Thor, wenn sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen, er giebet Kraft demselben Wort, läßt es in Segen wachsen fort und auch zur Frucht gedeihen. 11. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen teuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 12. Er ist und bleibet stets getreu Pfingsten. und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Dinge fallen. Er lindert unsre legte Qual und läßt uns durch das Todesthal zum Himmel fröhlich wallen. 13. D felig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in fetner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er bort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 14. Nun, Herr und Vater aller Güf, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüt uns allen diese Gabe. Gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt.+ 1676. 143. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Gott, gieb einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstges Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: Solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir: Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich in der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier 63 kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, dir zu ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn ich im höchsten Himmelsthron dich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Mauritius Kramer.+ 1702. 144. Mel. 172: Warum sollt ich mich zc. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig! 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verLornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens tämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. Pfingsten. 64 6. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stüke, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshike. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich. † 1780. 145. Eigene Melodie. 98. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe; der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja. Nach dem lateinischen Veni, sancte spiritus aus dem 11. Jahrh. Deutsch 1527. und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. D Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja. Martin Luther.+ 1546. 2. Du heiliges Licht, ebler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben 147. Mel. 97: Komm, Gott Schöpfer 2c. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Himmelssonn, 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Finger Gotts, der Wunder thut, du Löseft aller Zungen Band, giebst frei das Wort in alle Land. 4. Leucht uns mit deinem hellen Schein, geuß deine Lieb ins Herz hinein, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit 146. Eigene Melodie. 99. Komm, heiliger Geist, Herre Gott, starken Mut. erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn. Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halles luja, Halleluja 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des FrieOdens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren foll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern, dem heilgen Geist in gleicher Weis sei jett und ewig Lieb und Preis. Nach dem Veni, creator spiritus von Johann Scheffler. † 1677. Pfingsten. 148. Eigene Melodie. 100. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 149. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn Eigene Melodie. 124. was nur dein Wille sucht; dein Er- Nun bitten wir den heiligen Geist fenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los. um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, halt uns auf der rechten Bahn: räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jefum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 4. Laß uns stets bein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 65 gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jefum Christ, und die unaussprechlich ist. Heinrich Held. Um 1650. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. D du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist! Fördre in uns deine Werke, wenn der Feind uns fliehen heißt, schent uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schuß, o Gott. Sagt das Fleisch 3. Du süße Lieb, schent uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Martin Luther.+ 1546. 150. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles 5 66 Pfingsten. Wünschen dran. Ach ergieb bich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du haft und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen. 4. Du bist weise, voll Verstandes, das Geheimste ist dir tund, hast gezählt den Staub des Sandes und durchschaut des Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit, gieb uns allen, daß wir mögen Gott gefallen. 5. Du bist heilig und zu finden, wo man rein und sauber ist, fliehst hingegen Schand und Sünden, hafsest Schlangentrug und List. Mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, fanften Muts, bleibst im Bieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, teinen, den du liebst, betrübe. 7. D mein Hort, ich bin zufrieden, wenn du nur nicht weichst von mir; bleib ich von dir ungeschieden, bin ich stets getroft in dir. Laß mich sein dein Eigentum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, was dir deinen Ruhm entreißt, und mein Herz soll immer fragen nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich hassen als verflucht, und den schnöden Sündenwegen trete ich mit Ernst entgegen. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest und mir treulich steheft bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinte, sei mein Stab! Wenn ich sterbe, sei mein Leben, wenn ich liege, sei mein Grab! Wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt. † 1676. 151. Mel. 188: Wie schön leuchtet der 2c. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben wirst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft da durch gestärket werden, auf daß wir Pfingsten. unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starter Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schent uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns hinfort sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. † 1673. 152. Mel. 79: Ich dank dir, Ileber 2c. tomm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. D bu, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 67 3 Unglaub und Thorheit brüsten sich frecher jetzt, als je; darum mußt. du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Betenntnis bei allem Widerstreit, trok aller Feinde Toben, trok allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein träftig Wort, sie werfen Satans Bande und ihre Göten fort; von allen Seiten kommen sie in das Reich herein; ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen sein? 6. D wahrlich, wir verdienen solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach, laffet uns gebeugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes lasse stehn. 7. Du, heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn! Döffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 153. Eigene Melodie. 151. Psalm 51, 12. 13. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angeficht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 5* 68 Pfingsten. 154. Mel. 91: Jesu, meine Freude. Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Loben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße; kommen Finsternisse, sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmold.+ 1737. 155. Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Beuch euch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neugeboren hast. D hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du haft mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schükt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl; es steiget himmelan, hält an Fest der heiligen in Jesu Namen und bringt von dem das Amen, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht sind. 8 Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühn durch deine Hut die Länder, so verheeret, die KirDreieinigkeit. 69 chen, so zerstöret durch Krieg und Feuersglut. 10. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Königs Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, dessen Hand mir Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der sich dir widersetet und, was dein Herz ergözet, aus unsern Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werte uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ er gebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt. † 1676. 10. fest der heiligen Dreieinigkeit. 156. Mel. 125: Nun banket alle Gott. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters teuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut! werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft! 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet! Gelobet fei der Herr, des Name heilig Fest der heiligen Dreieinigkeit. 70 heißt, Gott Vater, Gott der Sohn m und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius.+ 1684. 158. Eigene Melodie. 102. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlöst. D Jesu, Gottes Sohn! unser Mittler bist in dem höchsten Thron; zu dir schreien wir aus Herzens Begier: 157. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei Eleison! unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Singet, klinget, hallet wieder, Jubellieder, Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeitstag erforen! Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Singet, tlinget, hallet wieder, Jubellieder, Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! Bartholomäus Eraselius( 3).+ 1724. 28-290152 3. Kyrie, Gott heilger Geist, tröst, stärk uns im Glauben allezeit, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! Johann Spangenberg.+ 1550. 159. 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns Mel. 138: O Durchbrecher aller zc. mit seinem Blut erkauft, damit be- Sehet, sehet, welche Liebe hat der sprenget und getauft und sich mit uns vermählet! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. Vater uns erzeigt; sehet, wie er voll Erbarmen über uns sein Antlik neigt! Seht, wie er das Allerbeste für das Allerschlechtste giebt: seinen Sohn für unsre Sünden! Sehet, seht, wie er uns liebt! 2. Sehet, sehet, welche Liebe unser Heiland zu uns trägt, wie er alles für uns leidet, selbst daß man ans Kreuz ihn schlägt; wie er da auch noch den letzten Tropfen Bluts für uns vergießt. Sehet, seht, ob das nicht Liebe, namenlose Liebe ist! 3. Sehet, sehet, welche Liebe uns erzeigt der heilge Geist, wie er auch den ärgsten Sünder gern zum Leben unterweist, wie er strafend, lehrend, tröstend immer zu den Menschen spricht! D wer priese solche große, dreifach große Liebe nicht! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. Andere Feste. Mariä Verkündigung. 11. Undere feste. 1. Mariä Verkündigung. 160. 2. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; siehe, von Mel. 104: Liebster Sesu, wir sind hier. nun an werden mich selig preisen Kommst du, großer Gottessohn, von alle Kindeskind. dem Himmel auf die Erden und verläsfest deinen Thron, unser Bruder hier zu werden? Wie soll man genug dich preisen, dir gebührend Dank erweisen? 2. Nazareth, die kleine Stadt, muß zu deiner Herkunft dienen; was die Welt verachtet hat, kann in deinen Augen grünen. Laß mich allen Stolz verfluchen, so wirst du mich auch besuchen. 3. Jesus soll dein Name sein, dieses heißt ein Seligmacher. Nun, so fürcht ich keine Pein, keinen Feind und Widersacher! Lauter Heil liegt in dem Namen, lauter Ja und lauter Amen. 4. Dir, des Allerhöchsten Sohn, will Gott Davids Stuhl bereiten, deines Königreiches Thron überdauert alle Zeiten. Du sollst Jakobs Haus regieren, und die Jakobs Glauben führen. 161. Eigene Melodie. 115. Luf. 1, 46-55. 71 Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes. 5. Wir sind dir auch unterthan, wollen gern dein Scepter tüssen, sieh uns stets in Gnaden an, laß uns deine Huld genießen, herrsch in uns mit lauter Segen, so darf sich kein Feind mehr regen. 6. Mir gescheh, wie du gewillt, ich bin dir als Knecht verbunden; du bleibst nun mein Freudenschild, wenn der Engel gleich verschwunden; denn der Herr der Engelscharen ist zu mir herabge- Preis fahren. Benjamin Schmold.+ 1737. PAR 3. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die del ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf; 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 162. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt ze. Sreis dem, der die Welt entsündigt! Preis sei Gott! Der Völker Heil, Jesus Christus ist verkündigt, nimmt an unsrer Menschheit teil und will mitleidsvoll auf Erden der VerIornen Retter werden. 2. Tag des Heils, sei uns willkommen! Tag, den uns der Herr gemacht! Was die Sehnsucht jener Frommen Israels sich kaum ge Fest Johannis des Täufers. 72 dacht, trönt nun deines Volts Verlangen, Jesus wird vom Geist empfangen. 3. Jesus ist der Heilands- Name, der die Sünder selig macht. Der versprochne Weibessame bricht allein des Todes Macht und bringt allen Heil und Leben, die nach seinem Reiche streben. 4. Gottes Sohn verläßt die Freuden feines Thrones uns zu gut, will hier Not und Armut leiden, kommt in unser Fleisch und Blut, die zu retten, die ihn haffen; o wer kann dies Wunder fassen! 5. Jhn will Gott einst hoch erheben, ihm, des Allerhöchsten Sohn, willer Königreiche geben, und von Davids Königsthron soll er Jakobs 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, Haus regieren und zur ewgen Wonne führen. 2. fest Johannis des Täufers. 163. unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, Eigene Melodie. 53. 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Luf. 1, 68-79. 9. Und du Kindlein wirft ein ProGelobet sei ber Herr, der Gott phet bes Höchsten heißen; du wirst Israel; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand 6. Komm, o Jesu, und vollende deines Reiches Herrlichkeit! Schuk und Gnade sei ohn Ende über deine Christenheit ausgebreitet, laß den Deinen täglich neue Huld erscheinen! 7. Laß in deinem Reich der Gnaden dir dein Volk gehorsam sein und an deines Geistes Thaten dankbar sich ohn Ende freun, daß wir dir zur Ehre leben und nach jenem Reiche streben. 8. Leit auch mich auf deinen Wegen, gieb mir Treu und Dankbarkeit, daß ich hier schon deinen Segen und dein Reich der Herrlichkeit einst mit allen, die dir trauen, möge froh und ewig schauen! Unbekannter Dichter. 10. Und Erkenntnis des Heils gebeft feinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; 14. Wie er war im Anfang, bleibt er jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Michaelisfest. 73 giebet. Unser Horn des Heils ist hier; Lobet unsern Gott mit mir! 2. Was der Herr verheißen hat, solches hat er auch erfüllet; nun wird unsern Thränen Rat, unser Kummer wird gestillet. Unsre Ketten sind entzwei, wir Gebundne sind nun frei. 3. Gott hat an den Eid gedacht, den er Abraham geschworen, er hat einen Bund gemacht, dieser geht nun nicht verloren. Ach das ist Barmherzigteit, leb ihm auch zum Dank bereit. 4. Jesus macht von Feinden los, daß wir ihm mit Willen dienen. Schäken wir die Rettung groß, so muß auch der Glaube grünen, daß man recht und heilig lebt und das Herz zu Gott erhebt. 5. Das macht Gottes Vaterherz, daß die Sonn uns aufgegangen; also weicht der Seelenschmerz, wenn wir dieses Licht erlangen: dann vergeht die Höllenmacht; Gott sei Dant, der uns bewacht. 165. 6. Nun, so sind wir unverzagt, fürchten keinen Todesschatten, nur mit Jesu frisch gewagt! Dieser Quell Mel. 95: Jesus meine Zuversicht 2c. Hochgelobt sei unser Gott, der sein erfrischt die Matten; gehn wir doch Bolk besucht und liebet! Er erlöset aus der Not, weil er uns den Heiland den Friedensweg: Jesus, Jesus ist der Steg. Johann Neunherz. † 1737. 164. Mel. 173: Was Gott thut, das ist 2c. Gelobet fei, Gott Israel! Du haft dein Volk erhöret, das Horn des Heils, Immanuel, ist Davids Haus bescheret. Wir sind erlöst und auch getröst; was du vorlängst versprochen, das hast du nicht gebrochen. 2. Ach, ist uns so viel Herrlichkeit durch deinen Sohn erschienen, so mach auch unser Herz bereit, ihm lebenslang zu dienen. Kein ander Heil wird uns zu teil, Vergebung unsrer Sünden ist nur bei ihm zu finden. 3. Johannes ging vor Jesu her, wir folgen seinen Schritten, denn heut erschallet seine Lehr, er steht in unsrer Mitten. Dir nur allein solln treu wir sein, bis wir auf Zions Auen dich, Lebenssonne, schauen. Benjamin Schmold.+ 1737. 3. Michaelisfest. Schutz der heiligen Engel. 166. Mel. 128: Nun komm der Heiden 2c. 4. Der du sie zum Dienste schickst dem, auf den du gnädig blickst, lasse sich ihr schirmend Heer mächtig lagern um uns her. Auer Engel himmlisch Heer singt Gott ewig Lob und Chr. Heilig, heilig, heilig! schallt, daß der Himmel wieder hallt. 5. Laß sie halten um uns Hut vor der Abgefallnen Wut, vor dem Fürsten dieser Welt, wenn sein Trug uns Schlingen stellt. 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu dort im Himmel sie erfreu; gieb, daß keiner mehr verübt, was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hilf ist Engelamt, dazu schufst du uns gesamt; daran mach 2. Cherubim und Seraphim preisen ihn und dienen ihm, Helden, mächtig und geschwind, gleich als Feuerflamm und Wind. 3. Anzustaunen seine Macht, seiner Werke hehre Pracht, und zu thun, was er gebeut, das ist ihre Seligkeit. Michaelisfest. te 74 uns hier schon reich, hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deinen Geist uns send, daß bei unserm letzten End Engelhand uns fanft und süß zu dir trag ins Paradies. Viktor von Strauß. Geb. 1809. 167. 4. D laß auch mich bewahren durch diese Heldenscharen, ich sei auch wo ich sei; laß sie auf meinen Wegen die Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c, Aus Lieb läßt Gott der Christen- Hand mir unterlegen, so ist mein Fuß vom Anstoß frei. in höchst vollkommnem Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Hüter 33rael; das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. heit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und retten die, so fürchten Gott, und stehen bei den Schwachen. Darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 169. Mel. 114: Mein Jesum laß 2c. 3. Sie führen auf den Straßen wohl Herr, du hast in deinem Reich große die Großen samt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll und nicht im Unglück weinen. Darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns mit Treue meinen. Scharen vieler Engel! Diesen bin ich noch nicht gleich, denn mein Herz ist voller Mängel. Ach wann werd ich auch so rein als die guten Engel sein! 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann.+ 1615. 2. Mich beschweret Fleisch und Blut, hilf du, daß ich geistlich werde; gieb mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 168. Mel. 148: O Welt, ich muß dich ze. Du Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du allerhöchster Meister der wunder starten Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Engel und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte 5. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich recht loben und in dem Himmel droben dir gleich und deinen Engeln sein. Nach Benjamin Schmold. † 1737. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis ich einst in jenem Licht völlig seh dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, ach sie hat viel böse Stellen; sende deiner Engel Schar, daß mich niemand könne fällen, und da, wo ich schlafe ein, laß sie meine Wächter sein. Reformationsfest. 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann.+ 1715. 75 2. Darum will ich auf meinen Gott in aller Trübsal bauen und ihm allein in aller Not Leib, Seel und Gut vertrauen. Nichts achte ich, ob wider mich gleich alle Feinde stehen; thuts Engelheer nur Gegenwehr, muß alles wohl ausgehen. 170. 3. Ach Herr laß mir am letten End auch diesen Schuk gedeihen, Mel. 142: O Herre Gott, dein 2c. Nun dankt, ihr Christen, alle Gott und mir die lieben Wächter send, von Angst mich zu befreien. Laß hier fein sanft zu dir in mich vo deinen Schoß hintragen, so will ich dir, und sie mit mir, dort ewiglich Dank sagen. Nach Jofua Wegelin.+ 1640. mit Herzen und mit Munde, Lobt unfern Herren Bebaoth, weil er zu aller Stunde in der Gefahr uns immerdar erweiset Gnad und Segen, auch durch die Macht der Engelwacht uns schüßt auf unsern Wegen. 4. Reformationsfest. und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin; sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther. † 1546. 171. Eigene Melodie. 38. Pfalm 46. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. 172. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 2. Mit unsrer Macht ist nichts ge- Erhalt uns deine Lehre, Herr, zu than, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. der letzten Zeit, erhalt dein Reich und mehre stets deine Christenheit; erhalte festen Glauben, der Hoffnung hellen Strahl, laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts. Das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht, erleuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet. Entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht. Laß diesen Born uns tränken im Reformationsfest. 76 dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 4. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein; laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen: steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir erreichen die Anfuhrt nach der Zeit, hilf uns die Segel streichen in selger Ewigkeit. Andreas Gryphius.+ 1664. 173. Eigene Melodie. 40. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür und steure deiner Feinde Mord, die Jefum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür:|: 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Chrift, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb deinm Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther. † 1546. wenn sie dir viel Luft verspricht, folge nicht:: 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide, das was krumm und schlecht, prüfe recht:: 5. Dringe ein:: Zion, bringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein:: 3. Folge nicht:: 3ion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, bleib im Beten und im Wachen! Zion, Treu, laß dich ja nicht laulich finden. 7. Halte aus:: Zion, halte deine Auf! das Kleinod rückt herbei. Auf! letzten Kampf und Strauß halte aus:: verlasse, was dahinten. Zion, in dem Johann Eusebius Schmidt.+ 1745. 175. Mel. 174: Was mein Gott will ze. 174. Hilf deiner Kirch in ihrer Not und Eigene Melodie. 49. sei ihr ferner gnädig; mach uns von allem Trok und Spott der WiderFahre fort:: Zion, fahre fort im facher ledig. Mehr das Vertraun, Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, bringe durch die enge Pfort! Fahre fort:: lehr auf dich schaun, die noch dein Wort verwirren, die Menschenwahn blind nehmen an und ins Verderben irren. 2. Leide dich:: Zion, leide ohne Scheu Trübfal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone. 3ion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich:: 2. Geuß aus, o Jesu, deinen Geist und rüste neue Zeugen. Das Wort, das deine Gnade preist, laß nimmer bei uns schweigen; und wers veracht, laß deine Macht sein hartes Herz bezwingen, daß deine Knecht behalten Recht und Lob und Preis dir bringen! 3. Herr, deiner Kirche starter Hort, du wirst die nicht verlassen, die fest ins Herz dein wahres Wort mit rechtem Glauben fassen. Gieb ihnen Reformationsfest. Teil am ewgen Heil und laß sie nicht verderben; ja, auch für mich, Herr, bitt ich dich: hilf mir nur felig sterben! Nach einem alten Reformationsliede. 176. Mel. 188: Wie schön leuchtet der 2c. Komm, tomm, du Licht in Gottespracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft, zünd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu Loben, der allmächtig Sonnen lenket groß und prächtig! 2. D seht! in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht, ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel, und habens nicht gefehen. Selig, selig, die da sehen auf den Höhen und im Thale Lebenslicht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach Hüter, ist die Nacht bald hin? ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, bringet Morgenlieder unserm Hüter! Er schläft nimmer; herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Gottes Helden drang ber Schein: Steht auf, ihr sollt mein Rüstzeug sein; euch ruft des Reiches König! Da schallts: Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag herbei! und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ewger! Treu im Halten und im Walten überschwenglich! Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsters nis; die Erde bebt, der Vorhang riß, 77 da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron; die Kirche steht geborgen. Jesus, Christus, gestern, heute, und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfent noch hienieden geht, die triumphierend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort! Jauchzt, Verklärte! Jauchz, o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen! Friedrich Sachse.+ 1860. 177. Mel. 38: Ein feste Burg ist unser Gott. Sesu, einig wahres Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen steht, der nie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrümmert und zerfällt: erhör, erhör uns, Jesu! 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, das sich zu dir bekennet, bir ferner anbefohlen sein, erhalt uns ungetrennet! Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen; laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher erschienen, zur Buße träftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen, mach uns dadurch getrost und froh, das schwere Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Luft und Leid von Reformationsfest. 78 dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus geuß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus; umstrahle seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Truk und zum gewünschten Schut uns, deinen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christenheit, vermehre deine Herde; für uns, dein armes Häuflein, streit, daß es erhalten werde. Den Ärgernissen wehr, was dich haßt, bekehr; was sich nicht beugt, zerbrich; mach endlich seliglich all unsrer Not ein Ende. 7. Ach Jesu, ach wir bitten dich in deinem Jesusnamen: Erhör, erhör uns gnädiglich, sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein, so halt dein Jesuswort und laß uns hier und dort darüber jubilieren! Johann Menger. † 1734. 178. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Psalm 124. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Jsrael sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschen kind, die an uns seßen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott 2ob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, Gotts Himmels und der Erden. Amen. Martin Luther.+ 1546. 179. Mel. 38: Ein feste Burg ist unser 2c. Wenn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes sitt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält das Christentum. Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. halten fest am Glauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. Erntedankfest. des 5. Erntedankfest. 180. Mel. 138: Durchbrecher aller 2c. Herr, die Erde ist gesegnet von dem Wohlthun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschent bedeckt das Land. Auf dem Felde, in dem Garten ist dein Segen ausgestreut und gekrönt ist unser Warten, unsre Herzen sind erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise giebst von oben und versorgest jeden Mund, und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hilfe, Gab und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegoffen deines Überfluffes Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn; mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du gethan; unser Wissen und Gemüte tlagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde für dich rühre unser Herz, daß der Reichtum deiner Milde uns bewege himmelwärts. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Was wir wirken und vollenden, sei ein Same für dein Reich. Wenn du wirst die Sichel senden, sei die Ernte groß und reich! Heinrich Puchta.+ 1858. 181. Mel. 136: D daß ich tausend 3ungen 2c. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, 79 the talt and du aber teileft deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnen Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weiſe, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt er= langet seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer fanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch niemals vergeffen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll beines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann. † 1715. 182. Mel. 173: Was Gott thut, das ist 2c. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denten Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das 80 Herz nur himmelwärts, ob wir gleich hier auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er zeigt uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schat will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Laß ihm nur seinen Willen; läßt es sich gleich zum Hunger an, er weiß ihn doch zu stillen. Wer als ein Christ genügsam ist, wird bei geringen Brocken doch danken und frohlocken. Litanei. 183. Mel. 105. Herr, Herr, Erbarme dich! Erbarme dich! Christe, Herr, Herr, Bußtag. Erbarme dich! Christe, Erbarme dich! Herr, Gott Vater im Himmel, Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr, Gott heiliger Geist, Erbarmi dich über uns! Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Verschon uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allen Sünden, 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getroft auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht not, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Bußtag. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genug zur Sättigung, wenn Gott die Notdurft segnet, obs auch nicht Vorrat regnet. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Wie er es nun gefüget, fo nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns not. Laßt in Geduld uns fassen! Er wird uns nicht verlassen. Nach Benjamin Schmold.+ 1787. vor allem Irrsal, por allem übel Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor des Teufels Trug und List, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot, vor bösem schnellen Tod, vor dem ewigen Tod Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf, und blutgen Schweiß, durch dein Kreuz und deinen Tod Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Hilf uns, Herr, Herr, unser Durch dein Auferstehn und deine Gott! Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Bustag. Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle Hirten und Diener deiner Kirche im heilsamen Wort und in heiligem Leben behalten, allen Rotten und Ärgernissen wehren, alle Irrende und Verführte wiederbringen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen. alle unschuldig Gefangene los und Ledig lassen, alle Unterdrückte retten und freien, beErhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wolleft unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, unsrer Hände Werke bei uns fördern und unser Flehen gnädiglich er-= hören. den Satan unter unsre Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, D Jesu Christe, Gottes Sohn, deinen Geist und Kraft zum Worte Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! geben, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen Betrübten und Blöden helfen D du Gottes Lamm, das der Welt und sie trösten. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! 81 Sünde trägt, Wollest allen Fürsten und Völkern Fried und Eintracht geben, Erbarm dich über uns! unsern König leiten und schüßen und D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, glückliche Regierung ihm verleihen, über unserm deutschen Volke gnädig walten, dem deutschen Kaiser Kraft und Segen schenken, unsers Königs Räte und Diener mit Weisheit und mit Treue rüsten, unsern Rat, Schule und Gemeinde fegnen und behüten. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! 184. Wollest allen, so in Gefahr und Not, Agein zu bir, Herr Jesu Christ, Eigene Melodie. 8. mit Hilf erscheinen, allen Müttern und Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd ist schwer und über6 Erbarm dich über uns! D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden! Christe, Herr, Herr, Christe, Erhöre uns! Erbarme dich! Erbarme dich! Herr, Herr, erbarme dich! Amen. 82 groß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen Lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. Bußtag. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo seinem liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten 186. Mel. 155: Steh, hter bin ich 2c. heilgen Geist, der uns allzeit sein Hilfe leift, damit wir ihm gefällig Gott der Gnaden, schwerbeladen neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Johann Schneesing.+ 1567. 185. Eigene Melodie. 20. Psalm 130. Aus Hefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohren kehr zu mir und mei ner Bitt fie öffne. Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. allein der gute Hirt, der Ssrael erEr ist lösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther. † 1546. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost 2. Wir verzagen, benn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller gegossen hast. Qualen volle Schalen, die du ausHab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her. Wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab. Vor dem Schwerte bebt die Herde, die nicht folgt dem Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen! Führ uns nicht zum Tod hinab. 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet Bußtag. böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gnadenthrons. Tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Menschensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sündenlohns. 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor bir steht. 8. Jesu rette, brich die Kette unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen! Jesu mach uns wieder frei. 9. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen! Jesu, hilf noch dieses Mal. 10. Du mußt siegen, wir erliegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen! bent an deine Pilgrimschaft. 83 lichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 11. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht. Dein Versöhnen wird uns trönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen! Du bist unsre Zuversicht. Heinrich Buchta.+ 1858. 187. Mel. 18: An Wasserflüssen Babylon 2c. König, beffen Majestät weit über alles steiget, dem Erb und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herr2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Sünden bin und, wo ich mich nur wende hin, von allem Guten ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bes wußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich, mit ganz zertnirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Abba, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerbar sein durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös ober gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir 6* 84 auf der Todesbahn, mein Jesu, selbſt beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig. Bußtag. 189. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. Sefef. 83, 11. Valentin Ernst Löscher.+1749. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, 188. Mel. 160: Straf mich nicht in deinem 2c. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe; nah ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht! Säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu be kehren. 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht der Posaune Stimme, noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Richters Stimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: zu Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es gedacht, in der Sünde Freuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wann dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wann vor deinem Antlik sich jede Sünd enthüllet, wann dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet, nichts dich dann stärken kann, teine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! 5. Nah dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang um Trost und Seelenruh, dann verge bens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod! Rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Cil ihr zu! du wirst Ruh für dein Herz empfinden und Vergebung finden. Christoph Christian Sturm. † 1786. mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedent, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. D selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will mich erst des Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, daß du bis morgen leben sollst. Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen frant, ja wohl gar tot. Schläfst du in deinen Sünden ein, fährst du dahin zur ewgen Pein. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. † 1647. Bußtag. 190. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott 2c. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie reif zur Strafe jeder sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach weh uns, wenn du strafen willst! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Verbirgst du deinen Gnadenschein, wir müßten ganz verloren sein. 3. Doch, Vater, dent an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh mit uns nicht ins Gericht. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barm85 herzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach sammle uns in deinem Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig tüffen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut; nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel bringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmold.+ 1737. II. Die christliche Kirche und die ihr anvertrauten Gnadenmittel. 1. Die christliche Kirche. 191. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c. Lut. 24, 29. ist; darum so steh bu denen bet, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuk; Ach bleib bet uns, Herr Jesu Christ, wir nichts anders suchen mehr. dabei erhalt uns, lieber Herr, daß weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser leştn, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein bhalten bis an unser End. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort und darauf endlich fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nürnberger Gesangbuch von 1611. Vers 8-9 von Nikolaus Selneder. † 1592. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar sicher, träg und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 818 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und groß. Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja 192. Mel. 26: Chriftus, der ist mein Leben. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuhe bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. Die christliche Kirche. 87 6. Ach bleib mit deiner Treue bei in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf uns, mein Herr und Gott, Beständig- sich umher findt, wo diese Losen Leute teit verleihe, hilf uns aus aller Not. sind in deinem Volk erhaben. Josua Stegmann. † 1632. Martin Luther.+ 1546. 193. Eigene Melodie. 2. Psalm 12. Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschentindern. 2. Sie lehren eitel falsche Lift, was eigner Wik erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß, und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren; darzu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trok! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein; was wir seßen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen bringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan, getroft und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht start in die Lande. 194. Mel. 108: Lobet den Herren, alle 2c. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile! mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Frieden in Kirch und Schulen uns beschere; Frieden zugleich der Obrigkeit gewähre; Frieden dem Herzen, Frieden dem Gewissen gieb zu genießen. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen Gschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß sichs 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matthäus Apelles von Löwenstern. † 1648. 195. Mel. 116: Mein Jesu, dem die 2c. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, da wir in der Gemeinschaft stehn, es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die um das Lamm beständig war*), gelockt und kräftig ein*) Off. Joh. 7, 9. geladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserforen, die läßt er Wunderliebe sehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, Die christliche Kirche. 88 das ist, was ihre Seele speist, nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein Ziel, darteures Blut; das einge auf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, nicht dieser oder jener Ort. Dies ist, was wir nach seinem Wort die heilige Gemeine nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit, des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit, der heilge Geist tritt mit dem Öle des Friedens und der Freude. zu; dann schmeckt das Herz die Gottes- Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann. Macht sich der Feind an Eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft, sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen, eins reicht dem andern seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: Jch, ich in ihnen. Johann Ludwig Konrad Allendorf. † 1773. 196. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Die Feinde deines Kreuzes brohn, bein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troke wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieſer Welt, kein Wert von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst von der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Zehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zutunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Geset erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du wirst Die christliche Kirche. wieder kommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balthasar Münter.+ 1793. 89 Gnaden zu uns Armen, laß dichs ers barmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; fie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 197. Eigene Melodie. 48. Psalm 67. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists, auf Es wolle Gott uns gnädig sein und Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. feinen Segen geben; sein Antlik uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Wert, was ihm geliebt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärt bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 5. Du bist der Held, der sie tann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir suchen dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer, Amen. Johann Heermann.+ 1647. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volt erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott ber heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther. † 1546. 198. Mel. 73: Herzliebster Jefu zc. Herr, unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu bir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit 199. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. Herz und Herz vereint zuſammen sucht in Gottes Herzen Ruh, laffet eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gottes= finder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund; und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der Die christliche Kirche. 90 der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 5. Ach du holder Freund, vereine beine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies bein letter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 6. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welchen du fein Herz enthüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Friedefürst, laß deinen Frieden stets in unsrer Mitte ruhn, unser Tagewerk hienieden all in Einem Geist uns thun; denn, wie kann die Last auf Erden und des Glaubens Ritterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 8. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glieb mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. t. 1760. Einfluß geben deines Geistes, bir zu leben; stärke mich durch deine Güt! König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen 2. Ach, dein Lebensgeist durchbringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du tenneft überall. 3. D wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen, o wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Zion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führe sie in deinem Licht! 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß fie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, völlig zu dir hingewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden, mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 8. Ach besuch zu dieser Stunde ihre Herzen und im Grunde fie erfreu in bir allein; zieh mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 200. 9. Teuer hast du uns erworben, da du bist am Kreuz gestorben; dente, Jesu, wir sind dein. Halt uns fest, so lang wir leben und in diejer Mel. 10: Aucs ist an Gottes 2c. Jesu, der du bist alleine Haupt und Wüste schweben, laß uns nimmer7. Sonderlich gedente deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gieb du jedem solchen Segen, wie es not, du kennst sie wohl. mehr allein; 10. Bis wir einst mit allen From Die christliche Kirche. 91 men bort bei dir zusammenkommen einander brachen, hat sie bein guter und, von allen Fleden rein, ba vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in bir zu sein. Gerhard Tersteegen.+ 1769. 201. Mel. 148: Jesu Christ, meins 2c. Jesu Christe, wahres Licht, erLeuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß fie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt. Versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann.+ 1647. Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von der Zungen Streit hinwieder frei und ledig; gieb, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch fie in der Welt zerstreut sich von 4. Ach, schaue, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man der Lieb im Streit vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da eins bas anbre nicht versteht, sich ohne Not entzweiet. 5. Ach Herr, hilf solchem übel ab, versammle deine Herde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, daß dein Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, wenn Brüder sind beisammen einträchtiglich in Einem Haus und stehn in Liebesflammen, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Dann fließet Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, und alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alles zeit und alle Himmelsgüter. Heinrich Georg Neuß. † 1716. 202. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. 203. Vater der Barmherzigkeit, der Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. du dir deine Herden gesammelt zur Apostelzeit und herrlich lassen werden, Nett, o Herr Jesu, rett dein Ehr, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. das Seufzen deiner Kirche hör, der Feind Anschläg und macht zerstör, die jetzt verfolgen deine Lehr. 2. Groß ist ihr List, ihr Truß und Macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird 92 Die christliche Kirche. 205. verlacht, wir sind bei ihnen nichts geacht. Mel. 35: Dir, dir Jehova will 2c. 3. Vergieb uns unsre Missethat, vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Be- Wach auf, du Geist der ersten Zeus gen, die auf der Mauer treu als Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn; ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. D daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in beine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! D Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 204. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. D siehe, wie an allen Orten Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht zc. Verzage nicht, du Häuslein klein, sich deiner Kinder Herz und Sinn obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn. Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Ja gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme, o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Voll aus dem Gefängnis nähme! D würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! weis den Feinden in der That, es gelte wider dich kein Rat. 4. Steh deinem kleinen Häuflein bei, aus Gnaden Fried und Ruh verleih; laß jedermann erkennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehn, daß du seist unſer Gott, der unsre Feinde setzt zu Spott und macht, daß kommt auf sein Gebot den Seinen Hilfe aus der Not. Johann Heermann.+ 1647. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. 4. Amen! das hilf, Herr Jesu Christ; dieweil du unser Schutzherr bist, hilf uns durch deinen Namen; so wollen wir, deine Gemein, dich loben und dir dankbar sein und fröhlich singen Amen! Gustav Adolfs Feldlieb von Johann Michael Altenburg. † 1640. Missionslieder. 7. D beffre Zions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die, Herr, zu dir für deine Kirche flehn. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du als der Brunnquell aller Güte giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann. Drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinrich von Bogapky. † 1774. 206. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. W. Sachet auf, erhebt die Blicke! Laut mahnen uns die Weltgeschicke, es bränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, die uns oereint zu schönem Bunde, zu thun, was uns der Herr gebot! Laßt nicht die Hände ruhn, auf, laßt uns Gutes 93 thun allen Menschen rechten Geist, doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, das ihr der Väter Mut und Blute und ihrer Glaubenstreu verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden, wie lange soll sich noch gedulden das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hilf herbei, es rubert froh und frei, wenn ihm Liebe die Segel schwellt, hin durch die Welt, Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Landen erheben sich, vom Tod erstanden, die Zeugen frischer Glaubensmacht; werdet müde nicht im Werte, der Gott des Rechts ist unsre Stärke, und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, so heiß er glühen mag; reift doch die Frucht im Sonnenglanz, der Erntekranz wiegt auf die Mühe voll und ganz.KEY 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen soll alle Glieder munter machen, und teines trete scheu hintan. Leidet Eins, so leiden alle, drum wachet, daß nicht Eines falle, und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel strahlt uns das Licht, es trüget nicht; der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rudolf Hagenbach.+ 1874. 2. Missionslieder. 207. 2. Jm Himmel und auf Erden ist alle Macht nur dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis Mel. 79: Ich dank dir, Iteber 2c. Der du in Lodesnächten erkämpft die von Süd und Norden, bis die von Ost und West find deine Gäste worden bei deinem Hochzeitfest. bas Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan: dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja an. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein 94 Missionslieder. Haus. Es ist kein Preis zu teuer, der Erden zu deinen Füßen liegt, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir ge geben, vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten, mit Völkern ohne Licht, stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich Werde! laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Göken fröhnet und vor den Teufeln tniet, ein willig Volt verföhnet zu deinem Tempel zieht. 208. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! wie viele sinds noch nicht! Mel. 79: Ich danke dir, lieber ze. Der du zum Heil erschienen der D du, ders uns versprochen, werd allerärmsten Welt und von den Ches aller Heiden Licht! rubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 209. Mel. 95: Jesus meine 3uversicht 2c. 2. Damit wir Kinder würden, du vom Bater aus, nahmst auf dich Eine Herde und Ein Hirt! Wie 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt, Getrenntes fließt zusammen, das Dunkle wird erhellt; und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuf lein wallet dahin, wo Friede ist. 5. D fammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wos noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth.+ 1862. unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl find Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis. und Ehre dar. 4. Du haft dem ärmsten Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen zuliebe dich gemüht und selbst den öden Norden, den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis Albert Knapp. † 1864. wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o fomm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Missionslieder. vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Mors genlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht verborrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. D des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher.+ 1845. 95 da währt die Freub heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen tein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu! Zieb uns voran und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan. 5. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, 210. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Einer ists, an dem wir hangen, der Herr Christ, sein Hüter bist, dem es für uns in den Tod gegangen und von Gott vertrauet ist. uns erkauft mit seinem Blut. Unfre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine 211. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Kinder. Verbirg uns nicht das Gna- König Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen! Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und fülr. Unbekannter Dichter. Um 1850. denlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. Albert Knapp. † 1864. 212. 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig! bie Ernt Mel, 100: Komm, o fomm, du Geist 2c. ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send Licht, das in die Welt gekommen, auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht, zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. Missionslieder. 96 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewaltgen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde ihre Schmerzen; laß, was vor dir angenehm, durch der Bundesschriften Zucht noch erblühn zur ewgen Frucht. 4. Wo du sprichst, da muß zer gehen, was der starre Frost gebaut, denn in deines Geistes Wehen wird es linde, schmilzt und taut. Herr, thu auf des Wortes Thür, ruf die Seelen all zu dir. 5. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetzbuch lehrt; laß den hellen Freubenschall siegreich ausgehn überall. 6. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad, strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt verdunkelt hat. D erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 7. Komm, erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen, vor den Stolzen uns bewahr. Ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! Rudolf Stier. † 1862. 213. Mel. 34: Die Tugend wird durchs 2c. daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 2. 3war brennt es schon mit heller Flamme jetzt hier und dort im Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingstund Freudenfest; und noch entzünden Himmelsfunken so manches talte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz. 3. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt, und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefülrst und Held. Johann Ludwig Fricker.+ 1766. 214. Mel. 128: Nun komm der Heiden 2c. Walte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält, und aus seinem Schoß herab seinen Sohn zum Heil ihr gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weggenommen hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, start und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! weithin wogt das weiße Feld! klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Arbeit überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Missionslieder. 97 bringen. Eins nur wolle, dich nur wähle ihre Seele, dir nur traue, wer da hilft am großen Baue! 215. 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht und heilge dir die Herzen. Verleih zu jedem Opfer Mut, für dich zu wagen Gut und Blut, zu dulden Hohn und Schmerzen. Mel. 188: Wie schön leuchtet der 2c. Was rührt so mächtig Sinn und Hilf uns, Heiland, und vermehre bir zur Ehre deine Herde, daß dein Reich vollendet werde! Jonathan Friedrich Bahnmaier.+ 1841. Herz, was hebt die Blicke himmelwärts, wem schallen die Gesänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, vereinigt durch des Glaubens Band, der Völker frohe Menge. Heiland, Retter! beine Wahrheit füllt mit Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig werde. 216. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. 2. Ein himmlisch Feuer ist ent- Wes ist das Fest, zu wem empor flammt durch dich, der aus dem Himmel stammt und uns zum Himmel leitet. Es glüht gewaltig fort und fort, wo sich dein seligmachend Wort in Lauterkeit verbreitet. Glaube, Liebe füllt die Seelen, die dich wählen, läutert, reinigt, bis in dir sich alles einigt. schallt der Gemeine heilger Chor mit frohen Feierliedern? Es gilt des großen Königs Ruhm, dem Priester in dem Heiligtum, dem Haupt von vielen Gliedern. Droben loben ihn, den Meister, reine Geister, aber Sünder preisen ihn als Gottes Kinder. 3. Herr, du giebst Sieg, dich preisen wir. Schon glüht der kalte Pol von dir, o Licht, das allen scheinet; des Negers Sklavenkette bricht, der Inseln Menge jauchzt dem Licht, das alle Völker einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern siehet man das Kreuz nun schimwirk zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonathan Friedrich Bahnmater. † 1841. mern. 4. Des blutgen Halbmonds Licht erbleicht, des Oftens falscher Schimmer weicht vor deiner Wahrheit Sonne! Schon blickt mit reuiger Begier ein Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erLangen. 5. Dein Geist erfüll die Boten all, laß ihres Wortes Freudenschall durch alle Länder dringen; mit Kraft von oben angethan laß sie bekämpfen Sünd und Wahn, und Heil den Völkern 2. ,, Wenn ich dereinst erhöhet bin, will ich sie alle zu mir ziehn": so hat sein Mund gesprochen. O süßes Licht, o selges Wort, das geht durch Erd und Himmel fort, der Tag ist angebrochen! Zeuget, beuget euch, ihr Höhen, Inseln, Seeen, Länder, Meere, Kinder Gottes, bringt ihm Ehre! 3. Fest steht in Ewigkeit dein Thron! So singen wir, o Gottes Sohn, am Tage deiner Ehren. Weit streckst du von des Vaters Haus das Scepter deines Reiches aus und niemand wird dirs wehren. Machtvoll, prachtvoll, unabwendlich wird doch endlich, Herr, den Deinen ganz dein hoher Rat erscheinen. 4. Nicht macht und Weisheit dieser Welt, nicht was dem flugen Fleisch gefällt, das hast du nicht erkoren. Dein Lebenswort, dein Geist und Blut, das ists, was alle Wunder thut, was dir uns neu geboren. Helle Quelle ewger 7 98 Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. Wahrheit, gieße Klarheit, Kraft und Milde in des Todes Nachtgefilde. 5., ,, Ich komme bald!" so zeugest du. D komm und weck aus toter Ruh, die noch dein Heil nicht kennen, daß alle gläubig auferstehn, dem Bräutigam entgegengehn, daß alle Lampen brennen. Faß uns! Laß uns treue Hände bis zum Ende vor dir heben, bis du kommst, den Lohn zu geben. Albert Knapp.+ 1864. 3. Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 217. 218. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Dreieinger, heilger, großer Gott! Kommt her, ihr Christen, voller sich von des Himmels Höhen, wie hier vor dir, Herr Zebaoth, die Deinen dankend stehen; merk auf das Seufzen und Gebet, das jetzt zu deinem Throne geht von dieser heilgen Stätte. Freud, erzählet Gottes Freundlichkeit, kommt her und laßt erklingen die Stimm des Dankens unserm Gott; laßt uns dem Herren Zebaoth mit frohem Munde fingen! Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 2. Wir haben dieses Gotteshaus gebauet deinem Namen; mit dir ist es gezieret aus, daß wir samt unserm Samen dein heilig teuer wertes Wort an diesem dir geweihten Ort zum Seelenheil anhören. 3. Der Grund ist selber Jesus Christ, Apostel und Propheten; ihr Wort der Pfeiler Grundfest ist, darauf in allen Nöten, wie hoch die List der Feinde geht, die Gottesstadt doch lustig steht mit ihrem Zionsbrunnen. 4. Herr, hebe nun zu segnen an dies Haus, nach dir genennet, daß es kein Feind zerstören kann, wie hoch sein Eifer brennet. Stoß aus, was uns hier stören will, laß uns in dieses Hauses Still dich ohne Ende loben. 5. Lob, Ehr und Dank und Herrlichkeit sei dir, o Herr, gesungen, daß bei der jetzt betrübten Zeit es uns so weit gelungen. Gieb, daß, was wir jest fangen an, nicht eher Ende nehmen kann, bis Erd und Himmel brechen. Hans von Assig. † 1694. 2. Wir gehn in diesem Gotteshaus ein Jahr nun wieder ein und aus und hören da verkünden den edlen Schak, das Gnadenwort, das uns erschließt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Verwundrung zu, was Gott für große Thaten thu und Wunder ohn Exempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt, da wird Gottseligkeit gemehrt, da wird der Glaub entzündet. Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht, und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 99 Ungewittern, und bletbet bei der Hölle wildstem Truke in Christi Schuhe. 5. D große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! tommt her, kommt liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten! Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, daß uns geleite dein milbreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft tehre dieser Tag zurück, oft weide dein Volt, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben! 6. Und nun, o Höchster, bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; bewahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer sein, so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und bich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Johann Christoph Arnschwanger. † 1696. 219. Mel. 108: Lobet den Herren, alle 2c. Herr, dem sich Erd und Himmel beuget, du Gottes Sohn, von Ewigkeit gezeuget, blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hocherfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben dahingegeben. 3. Hier wird in deinem heilgen Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade, hier weihen wir, o Todesüberwinder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Heilung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieben, hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heiligtum des Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht, ein Fels in 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater! dir, Gottes Sohn! dir, Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten! Aus dem Lateinischen des dritten Jahrhunderts, oder noch früherer Zeit. 220. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Steig auf, du Lied im höhern Chor! ihr Herzen wallet mit empor in süßen Dankesweisen! Kommt, ihn, der seines Bolts gedenkt, ihn, der uns einen Tempel schenkt, zu lieben und zu preisen! Heilig, heilig! fingt dem Vater, dem Berater, singt dem Sohne, fingt dem Geist in einem Throne! 2. O wie so lieblich steht dies Haus, wo seine Hand uns ein und aus mit Vaterhänden leitet, wo sein Wort uns zum Himmel weist, sein Abendmahl die Seele speist, sein Geist uns vollbereitet! Freut euch, weiht euch ihm, dem Treuen; laßt erneuen eure Seelen! euch will er zum Tempel wählen. 3. Ja, du in uns, und wir in dir! du höchstes Gut, dich suchen wir, komm unser Herz zu stillen! Von dir laß ausgeschlossen teins, in dir mach unsre Herzen eins, um deines der Blutes willen! Alle, alle, den, 7* 1000 Wort Gottes und Katechismus. lehret, den, der höret, Eltern, Kinder, zeuch zu dir, du Heil der Sünder! 4. Einst sammelst du die Garben ein, einst wird ein Tag der letzte sein, daran wir hier erscheinen. D Jeſu, dann verlaß uns nicht, dann wollst du dort im Himmelslicht uns rein um dich vereinen! Dir, dir weihn wir Herz und Sinne, keins entrinne deinen Händen, Herr, beginn und hilf vollenden. Albert Knapp. † 1864. 221. Glockenweihe. Mel. 45: Es ist das hell uns 2c. Dreieinger, großer Gott und Herr, heut sind zuerst erklungen zu deines Namens Preis und Ehr die neuen ehrnen Zungen. Du haft sie uns zum Heil geschenkt, hast allen Unfall abgelenkt, wir danken dir von Herzen. 2. Laß sie uns früh und abends spat aufrufen zum Gebete, daß jeder mann in deinem Rat und Wort sein Werk antrete, daß wir uns, wenn die Nacht einbricht, in deinem lieben Gnadenlicht getroft zur Ruhe legen. 3. Laß ihren Klang an deinem Tag durch alle Herzen dringen, daß sie dein Volk mit hellem Schlag zu deinem Hause bringen, auch alle, die in Sündennacht verirret, dein nicht mehr gedacht, zu dir, Herr, wieder rufen. 4. Das Kind, das nach dem Vater weint, lad ein zum Kindschaftsbade, den Sünder, der sich selber feind, lad ein zum Mahl der Gnade: Komm, komm! der Tisch ist dir gedeckt, dein Heiland Jesus Christus streckt auch dir die arm entgegen. 5. Und wallet zu dem Hochaltar zum Bunde heilger Ehe still betend ein verlobtes Paar, so mahn es aus der Höhe: Nehmt mich in euren Bund hinein! ich segne und ich kann allein den rechten Einklang geben. 6. Gehn wir dann einst den legten Gang hinaus zur engen Kammer, so töne aus der Glocken Klang, zum Trost in ihren Jammer, den Trauernden das Freudenwort: Stillt euren Schmerz! ich hab ihn dort zu Gnaden angenommen. 7. Dreieinger, großer Gott und Herr, laß es dir wohlgefallen, daß diese Glocken nimmermehr zu Krieg und Aufruhr schallen. Nur deines hohen Namens Ruhm laß fie im Haus und Heiligtum zu aller Zeit vermehren! Friedrich Ahlfelb, geb. 1810. 4. Wort Gottes und Katechismus. 222. Mel. 173: Was Gott thut, daß zc. Dein Wort, o Hert, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blüthn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort, das Schwert, das Seel und Geist, auch Mark und Bein zertrennet, der Hammer, der den Fels zerschmeißt, das Feuer, welches brennet, o laß dies Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht Die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. Wort Gottes und Katechismus. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht, da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit feftem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. D sende bald von Ort zu Drt den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernhard Garve.+ 1841. Jang ei 223. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen her. Psalm 23. Der Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue; zur Weid er mich, sein Schäflein, führt auf schöner grüner Aue; zum frischen Waffer leit er mich, labt meine Seele träftiglich durchs selge Wort der Gnade. 2. Er führet mich auf rechter Bahn von seines Namens wegen; obgleich viel Trübsal geht heran aufs Todes finstern Stegen, so grauet mir doch nicht dafür; mein treuer Hirt ist ftets bei mir, fein Steckn und Stab mich trösten. 101 3. Er hat mir einen Tisch bereit, sollts auch die Feind verdrießen, schenkt mir voll ein, läßt Öl der Freud über mein Haupt herfließen. Drum Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen allezeit; in seinem Haus ich bleibe. Cornelius Beder.+ 1604. 224. Eigene Melodie oder leichter fingbar mit Weglassung des Kyrieleis: Romm, Gott Schöpfer 2c. 97. 2. Mof. 20, 1-17. Dies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott, durch Mosen, seinen Diener treu, Hoch auf dem Berge Sinai.( Kyrieleis.) 2. Jch bin allein dein Gott, der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben mich. ( Kyrieleis.) 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht und gut, ohn was Gott felber redt und thut. ( Kyrieleis.) 4. Du sollst heilgen den siebent Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von deinm Thun laffen ab, daß Gott sein Wert selbst in dir hab.( Kyrieleis.) 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter bein, und wo dein Hand ihn dienen kann, so wirst du langes Leben han. ( Kyrieleis.) 6. Du sollst nicht töten zorniglich, nicht haffen noch selbst rächen dich, geduldig sein und sanften Muts und auch dem Feinde thun nur Guts. ( Kyrieleis.) 7. Die Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein 102 Wort Gottes und mit Zucht und Mäßigkeit gar fein. ( Kyrieleis.) 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut; du sollst aufthun dein milde Hand den Armen, die in deinem Land.( Kyrieleis.) 3. Du sollst kein falscher Zeuge fein, nicht lägen auf den Nächsten dein, sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schande decken zu. ( Kyrieleis.) 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht noch etwas draus, du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dirs dein Herze selber thut. ( Kyrieleis.) 11. All die Gebot uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll. ( Kyrieleis.) 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist, es ist mit unserm Thun verlorn, hilft er uns nicht von Gottes Zorn. ( Kyrieleis.) Martin Luther. † 1546. Katechismus. 5. Dein ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 226. Mel. 138: Durchbrecher aller Bande. Herr, dein Wort, die eble Gabe, diesen Schak erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 225. Mel. 1: Ach Gott und Herr, wie zc. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wolleft auf mich sehn, daß ich mög Gott ist mein Hort und auf sein in deinem Namen fest bei deinem Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und mich stets zu deinen Füßen siten, wie Maria that. 2. Dein Wort ist wahr; laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß feinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schreden. Nikolaus Ludwig Graf von 3inzendorf. † 1760. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 227. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Rede, liebster Jesu, rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meinen Lebenslauf dir zu Ehren sete fort. Ach, so laß dein heilig Wort in mein Wort Gottes und Katechismus. Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverbrossen. 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund! sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigfeit*) muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. *) Psalm 19, 11. 3. Jesu, dein Wort soll mich laben, beine trofterfüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 4. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich. Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob befingen. 103 4. Laß in dieses Leibes Schranken mich ohn eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 5. Gieb dem Samen einen Acter, der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 6. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. Anna Sophia, Landgräfin von Hessens Darmstadt.+ 1683. 228. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmect, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäke Gottes Hand durch sein Wort mir zugesandt. 7. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf dein Gnadensiegel, schließ den Schat im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold.+ 1787. 229. Mel. 71: Herr, wie du willst, fo 2c. Matth. 13, 1-23. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiſet. 2. Drum sind vor Zeiten ausgefandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt bein Will und deine Rechte. Zum letzten Wort Gottes und Katechismus. ist dein lieber Sohn, o Vater, von Trost in aller Not, daß wir im Leben des Himmels Thron selbst kommen, und im Tod beständig darauf trauen. uns zu lehren. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. Dheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denice.+ 1680. 104 3. Für solches Heil fei, Herr, gepreist! laß uns dabei verbleiben, und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Lofen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du felbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht laffen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel weggenommen; auf Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltforg überall und böse Lüfte dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg fein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und 230. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Wohl dem, der Jesum liebet und dessen Himmelswort! Der wird niemals betrübet von Satans Lift und Mord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret, komm, hier ist Gottes Wort; das wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet, komm, hier ist Gottes Wort; das wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollen unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden, komm, hier ist Gottes Wort; das machet, daß die Blinden fich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Jrreweg. 5. Und wirst du gleich geführet auch durch den finstern Ort, da sonst der Tod regieret, komm, hier ist Gottes Wort; dies ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich auch vor dem letten Schrecken beschützen mächtiglich. 1 1 10 sum Heilige Taufe. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin von Hessen Darmstadt.+ 1683. 231. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. Wort des Lebens, lautre Quelle, die vom Himmel sich ergießt! Lebensgiebſt du dir Geiſt und Herz erschließt, der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, dürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes finstres Thal. Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschlossner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod!- Ohne dich, - - 232. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Du unerforschlich Meer der Gnaden, wie selig ist dein Wasserbad! Es heilet an mir allen Schaden, den Adams Fall gestiftet hat. Die Sündflut gehet über hin, wenn ich in dieser Arche bin. 105 Nachtgraun was ist das Sterben? ohne Morgenrot. 3. Wort des Lebens, du erleuchtest, doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schreckest du die Sünder aus der dumpfen trägen Ruh; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Wage wägt; doch auch einen Vater lieben, der mit Langmut alle trägt; einen Gott, der den geliebten eingen Sohn zum Opfer giebt, an in Jhm die Sünder liebt. 5. Heilige Taufe. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schätze haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre? Ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die 5. Wort des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ewges Heil; doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zu teil. Nun, so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron erwerben dort. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. aus Gott selbst geboren sind. Kein Ehrenstand ist diesem gleich, das ist mein Recht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein; ach lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet sein. Ja schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gieb mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geist versiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen fei kein Hindernis an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bunde der Lebendigen, und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen Heilige Taufe. 106 zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande ftes. Benjamin Schmold.+ 1737. was acht ich eure Macht und Trut? Greift ihr ein Gottestind nur an, so glaubt, daß Gott es schüßen kann. 233. 8. Ich bin getauft und bin zufrieben mit meines Vaters Lieb und Treu. Ich werde von ihm nie ge schieden, mein Liebestrieb wird stündMel. 181: Wer nur den leben 2c. Ich bin getauft, ich steh im Bunde lich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Jch bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das kühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab; nach meinem Tod iſt mir bereit des Himmels Freud und Seligkeit. Johann Friedrich Stard.+ 1756. 234. Mel. 93: Jefu, meines Lebens Leben. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Rind Gottes ist. Was sind alle Schäke nüke, da ich einen Schak besige, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht! 2. Reine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wafferbad mich damit besprenget hat. durch meine Tauf mit meinem Gott! So sprech ich stets mit frohem Munde in Kreuz, in Trübfal, Angst und Not. Ich bin getauft, des freu ich mich; die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen das allerschönste Ehrenkleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft, ich bin in seinen Tod getauft. 3. Jch bin getauft, mir ist gegeben zu gleicher Zeit der heilge Geist; der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott gepreist! Dwelche Bier und große Pracht, die mich gerecht und selig macht. 4. Jch bin getauft, ich bin geschrieben auch in das Buch des Lebens ein. Nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein. Es ist mein Name Gott bekannt und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft, was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich allzeit Hilfe find. Denn wenn ich meine bitterlich, so spricht mein Vater: Hier bin ich! 6. Jch bin getauft, was kann mir fehlen, weil ja mein Vater an mich dentt? Wer kann die Wohlthat all erzählen, die er mir gnädig hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der giebt mir immer mehr und mehr. 7. Ich bin getauft, ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schuß, der seinem Kind die Hände reichet, 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so mächtig bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Jch bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich Konfirmation. im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! Erdmann Neumeister.+ 1756. 235. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Chrifto führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 107 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß dieser Rebe auch im Glauben dich umgebe. 5. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist gegangen, führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmold. † 1737. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm dies Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und er zeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 236. g Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Nun Gottlob! es ist vollbracht, und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und macht, ist auf dieses Kind gefloſſen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelstau beregnet. 2. D bu dreimal selig Kind, vom Dreieinigen geliebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geist ist ausgegossen und der Himmel aufgeschloffen! 3. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein selig Christenlos tröste dich in allem Leide; deine Taufe set die Thüre, welche dich zum Himmel führe! Benjamin Schmold.+ 1737. 6. Konfirmation. 237. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, hat bereit? Könnt ich je getrofter werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit Konfirmation. 108 dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid, bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag fich neigt. Wenn es nun will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleibe mir zur Seite stehen, wenn mir grauet vor dem Tod, als dem kalten scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Johann Karl Philipp Spitta.+ 1859. 365 ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zu gesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt! du, Sünde, weich! Gott hört es; ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsat nimmer wanten, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach. † 1735. 238. 239. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott zc. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott, Bater, Sohn und heilger Geift; Sei getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, endlich ist der Sieg bereit. Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, so dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir seinen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Die da weichen, sind verloren, nur, die treu, sind auserkoren. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Konfirmation. Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe; und ob er dich hat be trübt, denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders Sir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach sie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, wer das träget mit Geduld, was Gott aufLeget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott nicht, wie du gewillt, Mittel hat er bald getroffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Denke, wie er manche Zeit, dir zu helfen, war bereit; aber dein Ohr war verstopfet, als er bei dir angeklopfet. 6. Sei getreu in Todeskämpfen, fechte tühn den letzten Streit; will die Flut der Angst dich dämpfen, schau, das Ufer ist nicht weit. Wer alsbann mit Jesu ringt und das Sündenfleisch bezwingt, dem sett er zum Gnadenlohne auf das Haupt die Lebenskrone. 7. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott; ihn mußt du es lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur! Er ist schon hier; sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe nur! Gott ist vorhanden; Hoffnung macht ja nicht zu schanden. Benjamin Prätorius.+ nach 1668. 109 verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 3. Sei Gott getreu, sein Liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt am höchsten hält, muß alles noch vergehen; sein Liebes Wort bleibt immerfort ohn alles Wanten stehen. 4. Sei Gott getreu, der immer sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; und wär ein Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 5. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden; er kann und wird in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 6. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum GnadenLohn im Himmel dir aufseßen, da wirst du dich dann ewiglich an seiner Treu ergößen. 240. Michael Frand.+ 1667. Mel. 142: D Herre Gott, dein 2c. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, 241. o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib Mel. 131: Nun Lob, mein Seel 2c. ihm allein ergeben. Denk an den So schreib ins Buch des Lebens, o Kauf in deiner Tauf, da er sich dir Herr, auch ihre Namen ein, und laß 110 Das heilige Abendmahl. sie nicht vergebens dir, Jesu, zu gezählet fein. Bewahr sie vor der Sünde und vor der ewgen Pein; ach präg es jedem Kinde heut tief ins Herz hinein, daß es zum ewgen Leben durch dich erkaufet ist; denn du willst allen geben dein Heil, Herr Jesu Christ. Unbekannter Dichter. 7. Das heilige Abendmahl. STAR 242. Mel. 117: Mein Jesu, der du mich zc. Auf Seele, schicke dich, dein Heiland nahet sich; geh ihm entgegen. Nimm Abschied von der Lust und laß jetzt deine Brust nichts Eitles hegen. 2. Der wird dein Gast, o Geist, den das, was Himmel heißt, nicht kann umschließen. Der, dem die Welt zu klein, giebt sich in Brot und Wein dir zu genießen. 3. D Liebe, die sich hier in ihrer schönsten Zier vollkommen zeiget! Huld, der kein Ziel bekannt, die über den Verstand der Engel steiget! 4. Ach wie komm ich dazu, daß so ein Herr wie du mein Haus beschreitet? Daß mir das höchste Gut von seinem Leib und Blut ein Mahl bereitet? 5. Doch da dirs so gefällt, hab ich mich eingestellt, du willst es haben. Dein Wort entschuldigt mich, bei diesem halt ich dich; du wirst mich laben. 6. Nur Glauben schenke mir, der mich, mein Arzt, mit dir genau verbinde, damit mein franker Geist, wenn er dein Mahl geneußt, Gesundheit finde.. 7. Laß dein gesegnet Blut, das lauter Wunder thut, mein Herz durchbringen; laß diesen ebben Saft Heil, Trost und Lebenskraft mir Armen bringen. 8. Der Leib, der für die Welt zum Opfer dargestellt, sei meine Speise, durch deren Kraft mein Geist, der sich der Welt entreißt, zum Himmel reise. 9. Dies Pfand von deiner Hulb, die dich für meine Schuld in Tod getrieben, verbinde meinen Sinn, fo lang ich leb und bin, dich treu zu lieben. 10. Wie du, o höchstes Gut, dich mir mit Leib und Blut hast übergeben, so wirke du in mir, daß ich hinwieder dir mag einig leben. 11. Gieb, daß ich als ein Zweig, an Saft und Leben reich, nur an dir bleibe und als in dich versetzt, stets frisch und unverletzt, viel Früchte treibe. 12. Mein Leben sei in dir, dein Leben sei in mir: nimm mich zu eigen. Ich will auf dich nun sehn und nur die Wege gehn, die du wirft zeigen. 13. Du hast an mir gethan ein Werk, das niemand kann nach Würden preisen. Gieb, daß ich willig sei, dem Nächsten Lieb und Treu auch zu erweisen. 14. Zulegt gewähre mir, daß ich mich dort mit dir zu Tische setze und mich in deinem Reich mit Abraham zugleich an dir ergöße. Johann Jakob Rambach. † 1735. 243. Eigene Melodtle. 36. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben: so bitt ich Das heilige Abendmahl. dich demütiglich, du wollest recht bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue mollest du mich. diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrant aus deinem Becher schmecken. 3. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 4. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, tomm selbst, dich mir zu schenken! Dein Blut, das mir vergossen ist, woll auch mich Schwachen tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelsthür, auch mich einst dort aufnehmen. Johann Rist. † 1667. 111 ich vertrau; führe mich auf grüner Au, speise mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleibe heut und stets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Nuke, Gott zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich darnach christlich lebe, freudig meinen Geist aufgebe. Ämtlia Juliane Gräfin von SchwarzburgRudolstadt.+ 1706. 245. Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Herr, der du als ein stilles Lamm am martervollen Kreuzesstamm zur Tilgung meiner Sündenlast dich auch für mich geopfert hast, 2. Hier feir ich deinen bittern Tod, hier nährst du mich mit Himmelsbrot, hier ist das unschäzbare Gut, das du mir giebst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gast der Leib, den du geopfert hast, bein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 244. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. 4. D Heiland, hilf mir, daß ich Gott sei Lob! der Tag ist kommen, ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! O Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht! da ich Jesu werd vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit ist des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz darnach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt, auch deiner Liebe nicht vergißt. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als dein liebes Kind, leg in deine Batersorgen mich mit Leib und Seel geschwind. Abba, Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir er scheine und mit Jesu mich vereine. 6. Hier deinen liebevollen Tod verkündigen ist dein Gebot; hilf, daß ich ihn als vor mir seh, auch sein Geheimnis recht versteh: 7. Den Fluch, den hier mein Bürge trug, die Wunden, die auch ich dir schlug, den Segen, den du, als du starbst, durch deinen Tod auch mir erwarbst. TS 3. Christe, du Lamm Gottes, höre, trag auch heute m Sünd; Bräu tigam, dich zu mir kehre, guter Hirt, dein Schäflein find. Deiner Güte 8. Mein Herr und Gott, ich glaub an dich und weiß gewiß, du segnest Das heilige mich; wenn wir im Glauben dir uns nahn, willst du uns gnädig nehmen an. 9. Ich Erd und Asche bins nicht wert, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, mein Heiland, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. 10. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 112 11. Du kommst; gesegnet seist du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen Lauf, du weckest mich vom Tode auf. 12. O wie so großen Segen giebt dein Bundesmahl dem, der dich liebt! Ihm ists ein Pfand der Seligkeit, ein Siegel der Gerechtigkeit. 13. Ach wie so reich ergießet sich hier meines Gottes Lieb in mich! Hier schau ich seine Lieblichkeit, hier schmeck ich seine Freundlichkeit. 14. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, den Feinden stark zu widerstehn, die mir nach meiner Seele stehn. Abendmahl. schaun, und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Gnadenvoll willst du mir schenten deinen Leib, dein teures Blut. Drum so laß mich wohl bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du doch zum Heil und Leben mir im Abendmahl willst geben. 15. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, ergößt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. Johann Adolf Schlegel.+ 1799. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seele, die dich ehrt. Halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich immer Sündennot, so erquicke mich dies Brot, dieser Kelch mit deinem Blute; denn es floß auch mir zu gute. 5. Ohne dich ist ja kein Leben; gieb mir neue Lebenskraft! Ich bin mit Gefahr umgeben, du bists, der mir Hilfe schafft. Arm am Geist komm ich zu dir; laß dein Abendmahl auch mir bei so mancher Last auf Erden, Herr, zu großer Stärtung werden. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder, wenn je Furcht und Schrecken mich dabei noch überfällt, so verleihe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 246. 7. Tief will ichs zu Herzen fassen, daß dein Tod mein Leben ist; keinen meiner Brüder hassen, der mit mir Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Herr, du haft für alle Sünder einen Ein Brot genießt. Deiner will ich mich erfreun, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles, haben. reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Hier erschein ich als ein Gast, welchen du geladen haft. Laß mich nicht mit falschem Herzen deine große Huld verscherzen. Kaspar Neumann. † 1715. 247. 2. Höre mich, o Herr der Güte! Mache mich vom Gitlen frei, daß voll Andacht mein Gemüte und mein Herz Chor. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns die 2c. dir heilig sei. Nur zu dir steht mein Herr, du wollst sie vollbereiten zu Vertraun; lehr mich gläubig auf dich deines Mahles Seligkeiten; sei mitten Das heilige unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, und sprich sie los von Sünd und Tod. Denn durch den Glauben rein, find sie, o Mittler, dein, sind unsterblich. Ach, die hier stehn und zu dir flehn, laß sie am Ziel die Krone sehn! Gemeinde. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, teure miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 3. Hoherpriester Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligtum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 4. Hoherprieſter, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie Los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen; laß sie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Ausgeschüttet warest du, warst wie Wasser hingegossen, suchtest, fandest keine Ruh. Deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines großen Opfers Blut. 7. Deiner Zunge Durst war heiß, Abendmahl. 113 heißer noch der Durst der Seele. Müd in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn, doch schien seine Hilfe fern. 8. D wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 9. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr; gebt, ach gebt dem Mittler Ehr! 10. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Friedrich Gottlieb Klopstod.+ 1803. 248. Mel. 71: Herr, wie du willst, so zc. Herr Jesu Christ, bu höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. D Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zu ewgem Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft einst ewig selig werden. Um 1724. 8 114 Das heilige Abendmahl. 249. 250. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Herr Jesu, bir sei Preis und Dank Ich komme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. für diese Seelen- Speis und Trant, damit du uns begabet. Jm Brot und Wein dein Leib und Blut wahrhaftig kommt uns sehr zu gut und unsre Herzen labet. Daß wir in dir uns erfreuen, wohl gedeihen, ewig leben, solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel und willst ba Wohnung machen; drum uns ein solches Herz verleih, o Gott, das frei und ledig sei von allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unsre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alle WeltLust zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not. Der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen; und nachmals aus dem Jammerthal eingehen in den Himmelsfaal, dein Antlik, Herr, zu schauen; da sich fröhlich alle Gäste auf das beste werden laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bittres Leiden. Das felbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, und alles Böse meiden. Amen! Amen! hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Bernhard von Derschow.+ 1639. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in die mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir; er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn; die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und wirst nun dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Ich schenke dir die Seligkeit, bewahre sie im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Jch helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir ber Sieg gelingen. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich fortan nun eifrig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu Das heilige preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 251. Mel. 152: Schmücke dich, s liebe zc. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Komm, mein Herz, in Jesu Leiden heilge Todeswunden die Erlösung mir dich zu laben und zu weiden; stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, und in seinem Heil mich labe, und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein teures Heil genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. Abendmahl. 115 9 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der gekreuzigt sant zu Grabe, daß er meinen Tod bezwänge und in seinen Sieg verschlänge. 5. Dich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren. erfunden. Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen.com 8. Heilger Wein, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden, Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er befiehlts, mich satt zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebeuts, mich satt zu trinken, und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus ewger Huld gegeben. 10. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur befinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf.+ 1761. 252. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Kommt her, ihr seid geladen! der Heiland rufet euch; der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich, der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 8* Das heilige Abendmahl. 116 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängsten weg! kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg! Empfangt die Himmelsluft, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust! 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt! Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis, empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab! 4. O wunderbare Treue! so lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe! so nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und versinken in deiner Liebe, Gott. 5. D Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam, verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram. Was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden Nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet, und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn, verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir giebt das höchste Gut! Ernst Moris Arndt.+1860. 253. Mel. 114: Meinen Jefum laß ich nicht. Meinen Jesum laß ich nicht, meine Seel ist nun genesen; felig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen. Drum ruft jest mein Herz und spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja, sich mir zu eigen giebet und sich ewig mir verspricht. meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und teures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht alles gut, daß ich hinfort nicht verstoßen bin von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; ach wie wohl ist mir geschehen! Meine Seel ist ganz entzückt, weil ich, Jesu, dich gesehen. Sesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 5. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist ja mein Bruder worden. Trok, daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Orden. Nein, mein Jesus ist mein Licht; dich, mein Bruder, laß ich nicht. 6. Laß mich auch, mein Jesu, nicht wenn es mit mir kommt zum Ende, wenn mir Sinn und Herze bricht. Jesu, nimm in deine Hände meinen Geist, mein Lebenslicht. Ach, Jesu, laß mich nicht! mein 7. Und des bin ich auch gewiß, weil mein Jesus mir verheißen, aus des Todes Finsternis mich mit starker Hand zu reißen. Drum mein Herze gläubig spricht: Amen, Jesum laß ich nicht. Johann Friedrich Mayer.+ 1712. 254. Mel. 42: Erquicke mich, du heil 2c. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns haft die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Das heilige Abendmahl. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stügen triegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, daß wir und sie in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 117 255. Mel. 92: Jesu, meines Herzens Freud. Nehmet Jesu Ladung an, teure Seelen, der für euch auf rauher Bahn sich ließ quälen. Kommt, ach kommt zu ihm heran, Heil zu wählen, kommt, erlöste Seelen. 2. Ängstiget euch das Gefühl böser Thaten, seid ihr mannigfalt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jetzt beladen, kommt zum Quell der Gnaden. 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieden, reich, selig machen. Lernet nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft der Schwachen. 4. Er ist voller Lindigkeit und voll Güte, ganz der Demut ist geweiht sein Gemülte, ist zu lauter Treu bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh bedürfet ihr, Trost und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Trost und Leben; eilt, darnach zu streben. 6. D sein Joch ist sanft und soll nie beschweren; sein Gesetz ist liebevoll, zu gewähren allen Friede, Ruh und Wohl, die es hören. Folget seinen Lehren. 8. O teures Lamm, fo eble Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! 7. D Erlöser, bleibe doch unfre Freude und gewöhne an dein Joch deine Leute; tröste, stärk, erfreu uns Valentin Ernst Löscher.+ 1749. Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gefungen! ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. Johann Jakob Rambach.+ 1735. 256. Mel. 130: Nun laßt uns Gott 2c. Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Das heilige Abendmahl. 118 dies himmlische Ergögen und diese teure Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Jch lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftig Himmelsspeise, wofür ich jetzt dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Wertres geben? H. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verder ben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist. † 1667. 257. Eigene Melodie. 152. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaben will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel fann verwalten, will jekt Herberg in dir halten. 2. Gil, wie Gottverlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschäße haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Koft zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten: daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen, fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier Das heilige Abendmahl. fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz un verdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jest auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Nach Joh. Franc.+ 1677. 119 2. Da dürfen wir es wagen und treten mit heran; wir müßten wohl verzagen, gings nur die Starken an. Bu dir, dem guten Hirten, stelln wir voll Mut uns ein; du willst ja den Verirrten von Herzen gnädig sein. 3. Es sei dir, unserm Fürsten, fortan das Herz geweiht, mit Hungern und mit Dürsten nach der Gerechtigkeit. Ach laß uns doch genießen das wahre Himmelsbrot und Lebensbäche fließen von uns bis in den Tod. 4. Laß uns darniedersinken an deinem Sühnaltar und reiche uns zu trinken den Kelch des Lebens dar. Wenn auf der Pilgerreise das Herz so matt und krank, ist das die rechte Speise, ist das der rechte Trank. 5. Wer glaubensvoll genossen den Leib, dazu das Blut, für unsre Schuld vergossen, der hat es ewig gut; der ist vom Fluch entbunden, der jedem Sünder droht, hat Trost in schweren Stunden und in der letzten Not. Friedrich August Gottgetreu Tholuck. † 1877 und Christian Friedrich Tiep 1836. 258. Mel. 160: Straf mich nicht in deinem. Tretet her zum Tisch des Herrn, Gott hat euch geladen; eure Herzen sein nicht fern von dem Mahl der Gnaden. Mit Bedacht nehmt in acht, was euch Gott wird geben zu dem ewgen Leben. 260. Mel. 71: Herr, wie du willst, fo 2c. 2. Geht heran, schön angethan mit dem Glaubenskleide; solche Gäste stehn Gott an, sie sind seine Freude. Nehmt die Speis, gleicherweis trinkt sein Blut vergossen, o ihr Tischgenoffen. Wie heilig ist die Stätte hier, wo Johann Georg Müller.+ 1745. ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die ich nun offen sehe. D Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem 259. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Wen hast du bir geladen, mein des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen! D Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen! Heiland mild und gut, zu deinem Tisch der Gnaden? Nicht die voll Kraft und Mut, die Reichen nicht und Satten sind dir willkommen bran; die Kranken und die Matten rufft du voll Huld heran. 3. Wie heilig ist doch dieser Trant, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger 120 Das heilige Abendmahl. Freud erfüllet. D Lebenstrant, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz ge= weiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig aus mir leuchten! 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben! Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Valentin Ernst Löscher.+ 1749. 261. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Wie könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? wie seine Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er kommt und macht mich frei, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nach! 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit süßem Gnadenschein, sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freude und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, D Herz der Herzen, geblutet haft fo mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir; laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für. Christian Gottlob Kern.+ 1835. PUS 802 III. Der christliche Glaube. 1. Der Glaube im allgemeinen. 262. 263. Eigene Melodie. 187. Eigene Melodie. 188. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt und wacht; es steht alles in seiner Macht. Wir glauben all an Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, an den Herren Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist, und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 2. Wir glauben auch an Jefum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Bater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne; die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther. † 1546. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausniper.+1684. 264. Eigene Melodie. 12. An Einen Gott nur glauben wir, Vater, Sohn und heilgen Geist, den froh die Schar der Christen hier, dort der Chor der Engel preist; der durch seine Huld und Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. An Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort 122 Der Glaube im allgemeinen. herrscht auf des Vaters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. Heilige Dreieinigkeit, segne deine Christenheit! Dresdner Gesangbuch. 265. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen her. Hebr. 11. Der 266. er Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte, die seines Geistes Kraft und Licht uns bringet ins Gemüte, ein unbeweglich fester Mel. 139: Ewigkeit, du 2c. Grund, auf Gottes Wort und ewgen Mein Glaub ist meines Lebens Bund in seinem Sohn gestiftet. 2. Er ist ein göttlicher Beweis, den Gottes Zeugnis giebet, daß er uns selbst zu seinem Preis in seinem Sohne liebet; der macht das Herz so ganz gewiß, daß es ohn alle Hindernis zu Gott in Christo eilet. 3. Der Glaube höret, schmeckt und schaut die unsichtbaren Dinge, darauf mein Herze traut und baut, macht, daß ich fröhlich singe: Gott ist mein Gott, sein Sohn mein Heil, der heilge Geist hat mir mein Teil im Himmel schon versiegelt. 4. Jst oft mein Glaube schwach und klein, wenn Trübsal sich erhebet, so muß es doch ein Glaube sein, weil er nach Hilfe strebet. So lange sich die Hoffnung regt, die mich nach Gott in Christo trägt, so ist ein Glaub im Herzen. 6. Ich weiß, an wen ich glauben kann, das soll mir niemand nehmen; Gott ist mein Freund, den lauf ich an, so kann mich nichts beschämen. Er läßt die nicht, die auf ihn sehn. und wenn auch alles soll zergehn, so glaub ich seinem Worte. 7. Auf diesen Glauben will ich nun getroft und freudig bauen; in Gottes Liebe will ich ruhn, auf Jesu Tod vertrauen, sein Geist soll Pfand und Zeugnis sein. Und so will ich in Gott allein durch meinen Glauben leben. Johann Hermann Schrader.+ 1737. 5. Drückt meiner Fehler Menge mich und schlägt das Herz darnieder, erhebt der alte Drache sich, stellt Gott selbst sich zuwider, so kämpft und ringt des Glaubens Licht, bis es hindurch durch alles bricht und Gottes Liebe findet. Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, ich bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 3. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich meiner Ewigkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet mir mein Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 4. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, geriſsen. Nur dir verdant ich meine Ruh, denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen; und fall ich noch in Der Glaube im meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 5. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 6. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack giebt der Seligkeit, wie follt ich das nicht üben? Erhalte nur mein Herz dabei, so preis ich ewig deine Treu. Balthasar Münter. † 1793. allgemeinen. mit seiner Hand die Erbe samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, was ihr beginnt, er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittich über alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne; du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 123 267. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen 2c. Der er Herr ist Gott und keiner mehr, frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß; er ist unendlich grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen, wer ermißt die Dauer feines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde 268. Eigene Melodie: 32. ward, war er, war, eh die Himmel Die Himmel rühmen des Ewigen waren. Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 3. Des Ewgen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, tennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir auf8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Johann Andreas Cramer.+ 1788. 124 Der Glaube im allgemeinen. gestellt! Verkündigt Weisheit und Engel immer vor dir stehen und dich Drdnung und Stärke dir nicht den gegenwärtig sehen! Laß mich für und Herrn, den Herrn der Welt? für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? D gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ord nung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüte, und nimm an meiner Gnade teil. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelteiten, die mit deinem Dienste streitent. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 5. Du durchdringest alles, wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 269. 7. Komm, in mir zu wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligtum noch werden! Komm, du nahes Wesen! dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, wo ich steh, laß mich dein geMel. 191: Wunderbarer König. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns denken, mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen.+ 1769. anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder! Kommt, ergebt euch wieder! 270. Eigene Melodie. 60. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Gott ist mein Lied. Er ist der Gott 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz himmelwärts, wie ein Adler schweben und in dir nur leben. der Stärke; hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so find und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? C Der Glaube im allgemeinen. 5. Was ist und war, in Erb und Meere, das fennet Gott, 271. und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder geheft; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, bein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt feines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel; die Luft, das Meer, die Auen, Thal und Hügel, fie find dein Loblied und dein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jst Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 125 Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Gott ist und bleibt getreu; sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich oft und schwer die Seinen zu betrüben; er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Gebuld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Erb und Volk von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheis nen; der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will bein Glaubensgold in Trübfalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter trachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nüße sei. So liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. Um 1695. 272. Mel. 180: Wer nur den Iteben 2c. Mein Gott, wie bist du so verborgen, wie ist dein Nat so wunderbar! Der Glaube im allgemeinen. 126 Was helfen alle meine Sorgen? Du haft geforget, eh ich war. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 2. Herr, wer kann deinen Sinn verstehen? Wir schaun nur deinen Wegen nach; was du bestimmt, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:: 273. Eigene Melodte. 132. Nun preiset alle Gottes Barmherzigfeit; lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freue dich Israel, seiner Gnaden!:: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, ihm auch zu Füßen fällt. Viel tausend Engel 3. Wohlauf, ihr Heiden, laffet das Trauern sein, zu grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh- und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:: and 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:: 3. Herr, wer fann deinen Rat erründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 4. Dein allerheiligste Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 274. Mel. 191: Wunderbarer König. 5. Dir will ich mich ganz überlassen mit allem, was ich hab und bin. Ich Unumschränkte Liebe, gönne blöden werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 6. Hilf, daß ich nie mich von dir tehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligteit. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. Salomo Franc. † 1725. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplah deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel, streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte bräuet Matthäus Apelles von Löwenstern. † 1648. Der Glaube im allgemeinen. G 127 5. Laßt sein Antlik sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder; da man doch, wenn du noch kaum sie weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken Lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Johann Jakob Rambach.+ 1785. full 275. Mel. 58: Gott des Himmels und 2c. Jef. 54, 10. Weicht ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felfen, ein; Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. nabe 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht; der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, fie wird ihren Zwed erreichen, weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerbar, was er ist und was er war. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Siebe mag erfalten, ich bin seinem Herzen wert. Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen anterfest auf ihm beruhn; auf ihn will ich Felsen bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benjamin Schmold.+ 1737. 276. Mel. 34: Die Tugeud wird durchs 2c. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes 128 Der erste Artikel: Gott der Vater. Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerbar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. Gott der Vater. mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 2. Der erste Artikel: A. Schöpfung und Erhaltung. 277. Eigene Melodie. 10. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung feket, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was kann volle Gnüge bringen und man hier gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. 278. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Lebens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? Schöpfung und Erhaltung. 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? wer schützt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Öl und Most zu feinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja endlich mmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer fei; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, fing und spring, und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist felbst und bleibt dein Gut. 14. Gr ist dein Schak, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und 129 Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend Wie auf versorget und ernährt? manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt. † 1676. 279. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. du schönes Weltgebäude, daß der Herr mit Glanz und Pracht, uns zum Segen und zur Freude, wunderherrlich hat gemacht! D wie wird in allen Stücken da die Liebe offenbar, die, den Menschen zu beglücken, so erfindrisch sorgsam war! 2. Ja, man kann in allen Werken, klein und großen, nah und fern, die verborgne Weisheit merken des Allgütgen, unsers Herrn! Allen ist das Königssiegel ihres Schöpfers aufgedrückt; Erd und Himmel sind ein Spiegel, drin man seine Huld erblickt. 3. In der Nähe, in der Ferne man viel tausend Zeugen trifft; wie die Blumen, so die Sterne, sind ja eine heilge Schrift, die, dem Kindessinn verständlich, wonnevolle Kunde giebt von dem Gott, der uns unendlich segnet, labet, tröstet, liebt. 4. Dwie ist es schön zu lesen in dem aufgeschlagnen Buch der Natur von jenem Wesen, das man niemals hoch genug fann erheben, preisen, loben, das uns liebevoll umschlingt, dem der Chor der Engel droben laut das Dreimalheilig fingt. 9 130 Der erste Artikel: Gott der Vater. 5. Ja, dich kenn ich, Offenbarung meines Herrn in der Natur, seit aus eigener Erfahrung ich nicht bloß der Liebe Spur angedeutet, aufgeschrieben in den Werken seiner Hand, nein, ihn selbst und all sein Lieben wesentlich in Christo fand. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. B. 280. Ratschluß der Erlösung. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, 281. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung Mel. 181: Wer nur den lieben 2c. Joh. 3, 16. voll, nicht, wie ich dich erheben soll, Ermuntre dich, mein Herz, im mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werte. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? D Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. Glauben bei dieses Lebens Not und Qual! Was kann die Geligkeit dir rauben? Bedente deine Gnadenwahl, was sie für Trost und Freude giebt! Also hat Gott die Welt geliebt! 2. Dein schnöder Fall ist ja ge= schehen, doch will Gott dein Verderben nicht. Er hat dein Elend angesehen, daß ihm sein Vaterherze bricht; es schmerzt ihn auch, was dich betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 3. Eh er dich will verderben lassen, giebt er dir seinen eignen Sohn; der muß die Not zusammen fassen, der träget deinen Sündenlohn, der wird bis in den Tod betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 4. Er hat dir seinen Geist gegeben, der dich in hoher Kraft regiert, der dich im Glauben und im Leben stets auf dem rechten Wege führt, und deinem Geifte Zeugnis giebt. Also hat Gott die Welt geliebt. 5. Er hat den Bund bet fich geschworen, den er dir als ein Vater hält. Deshalben bist du unverloren, wenn Teufel, Sünde, Tod und Welt dich gleich verfolget und betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 6. Du stehst in seiner Hand ge= Ratschluß der Erlösung. schrieben, da kann der Satan nicht hinein. Nur an dem Glauben fest geblieben, so ist und bleibet Jesus dein, wenn dich die letzte Not betrübt! Also hat Gott die Welt geliebt. 7. Das ist der Grund, der hat das Siegel, daß Gott sein Volk in Jesu fennt. Wir fliehen unter seine Flügel, wann Himmel, Luft und Erde brennt, und rühmen, wann dies Rund zers stiebt: Also hat Gott die Welt geliebt! Johann Jakob Rambach.+ 1735. tann dich ganz ausdenken? Alſo hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 131 dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 11. Und wenn mich meine Sünde tränkt, und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und thut, warum ich bete. 282. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst und mich einst aus der Erde erwedst und zu dem Reich erMel. 80: Ich dank dir schon durch zc. Gedanke, der uns Leben giebt, wer hebst, wo ich dich schauen werde. 13. Rann unsre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärfen, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 8. Sohn Gottes, ganz bein Eigentum, durch dich des Himmels Erbe, 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt ich auch nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er nur sein Wert in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns feinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denten, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Jft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn, so werd ich irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 283. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben; Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. ich fühle seine Göttlichkeit und halte Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, fest am Glauben. ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Beit; erwägt, daß 9* 132 Der erste Artikel: Gott der Vater. Gott die Liebe fei, bie ewig alt und ewig neu. 2.- Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht. Da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. D Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein, Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der feine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, felbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer bein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn; dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht, da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch ebles Loblied stimmt ich an! es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 11. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann. † 1791. C. Göttliche Regierung und fürsorge. 284. Mel. 173: Was Gott thut, das ist zc. Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns feine Weisheit litte. Er forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klagen? Die größte Not hebt Göttliche Regierung und Fürsorge. 133 Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ifts überwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten! der Herr hilft feinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 2004-155- In s 285. Mel. 130: Nun laßt uns Gott, dem zc. Pfalm 23. 3. Er läffet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Gorgen plaget, weiß er sie zu erquiden, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst fich stillen, um seines Namens willen. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 286. 2. So lang ich diesen habe, fehlts mir Mel. 173: Was Gott thut, das ist 2c. an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle giebt mir die Füll und Der Herr ist meine Zuversicht, mein Hülle. bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott! auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche zu dir schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Wert vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Mißgeschicke. 8. Du setest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Öle und füllst mir Herz und Seele, die leer und durstig saßen, mit vollgeschenkten Maßen. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützst mich vor bösen Leuten; dein 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Jch will dein Diener bleiben und dein Rob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, fingen, loben. Paul Gerhardt. † 1676. 134 Der erste Artikel: Gott der Vater. Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte selbst im Tod Ruh und Erquickung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Frevler zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von ihm weichet! Dein Heiland starb und er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 288. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du Mel. 41: Ermuntre dich, mein 2c. weißt, was meinem Glück gebricht, Du bist ein Mensch, das weißt du wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Almächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? wohl; was strebst du denn nach Dingen, die Gott, der Höchst, alleine soll und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Wit und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, bir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod der Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinen Dichten auch nicht ein einzges kleines Haar in aller Welt ausrichten. Es dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst dein Leben kürzest. Christoph Christian Sturm.+ 1786. 287. Mel. 148: D Welt, ich muß dich laffen. Dir sei mein ganzes Leben, mein Vater, übergeben, dir sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten; du Leitest stets mit Gütigkeit. hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sünden mein Glück je such zu finden: Kein Sünder bleibt vor dir. Mit ruhigem Gewissen dein Wohlthun zu genießen, dies Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Herr, präge dir zur Ehre und mir zum Trost die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, sich ihm ergiebet und auf ihn hofft, muß selig sein. 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist allzeit recht und gut. Dresdner Gesangbuch. 2. Das heut vorherzusehen, was morgen wird geschehen, das ist zu 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. D siehe doch, wie viel und oft Göttliche Regierung und Fürsorge. ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen. Hingegen, wie so manches Mal ist doch geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, tein Sinnen fich hat erdenken können. 5. Wie oft bist du in große Not durch eigne Schuld gekommen, da dein bethörter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Wert und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zu Grund gegangen. 6. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren; erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 7. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nüket; da unterdessen unser Will und Herz in Ängsten fizet; sucht hier und da, und findet nichts; will sehn, und mangelt doch des Lichts; will aus der Angst fich winden, und kann den Weg nicht finden. 8. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Wert geschehn, so kann der Mensch alsdann erst sehn, was der, so thn regieret, in seinem Rat geführet. 135 pflegt, erbarme; so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt. † 1676. 9. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes wahrzunehmen; er fanns nicht lassen, glaube mir, sein Herz ist ganz gekehrt zu dir und uns hier allzusammen in heilger Liebe Flammen. 10. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er 289. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Psalm 146. Du meine Seele, singe, wohlauf und finge schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer sich dem anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schak geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Bei ihm ist alle Stärke und unerschöpfte Macht. Das predigen die Werke, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählge Herde im wilden, weiten Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht thun und denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, er nährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist der Fremden Hütte, der Waisen Gut und Hab, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Stab. Die aber, die ihn haffen, von seinem Geiste nicht sich ziehn und Der erste Artikel: Gott der Vater. 136 strafen lassen, die trifft sein Straf gericht. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch, weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ist billig, daß ich mehre sein Rob vor aller Welt. Paul Gerhardt. † 1676. 290. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. Psalm 37, 4. Habe deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnadenstern tausend holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott steigt über sich, wenn man Gott im Wort erkennet, Lust an Gott ist inniglich, wenn man in der Liebe brennet; solche Luft geht eine Bahn, die das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und bemüht sich früh und spat, diesen Willen zu erfüllen; und dann wird ihm auch gethan, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Luft nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffft dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Benjamin Schmolt.+ 1737. 201 291. Mel. 174: Was mein Gott will zc. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er gleich auch mich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen festzustehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen. Zeit, Drt und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen und denkest nicht, daß was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 6. Wills Gott, so kanns nicht anders sein, es wird zulegt dich freuen; was du jest nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich Göttliche Regierung und Fürsorge. doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 7. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter fei die Arzenei, weckt sie doch neues Leben; so wird ins Herz durch Angst und Schmerz dir Gottes Heil gegeben. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich bir getroft in deine Hände. Nimm mich, und mach es du mit mir bis an mein lettes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist ein Segen braus erstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich an mir selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; folls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so geh ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt. 1676. 137 und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlaffen und ihm trauen. Er hats geſagt, und darauf magt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen. Denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. in 4. Ja, wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind, und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen, daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 293. Eigene Melodie. 83. Jer. 10, 23. Apostelgesch. 5, 38. 39. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Wert auf deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 292. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr 20 2. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh Ich steh in meines Herren Hand und auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. will brin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und men er hält, wird wohlbehalten bleiben. 3. Prüf alles wohl, und, was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, 138 Der erste Artikel: Gott der Vater. 4. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. 5. Ists Wert von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 6. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könneft brechen. 7. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 8. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treter so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 9. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in taufend Stücke springen. 10. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 11. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 12. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt. † 1676. 8852 294. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Psalm 111. Ich will mit Danken kommen in den gemeinen Rat der rechten, wahren Frommen, die Gottes Rat und That mit süßem Lob erhöhn; zu denen will ich treten, da soll mein Danf und Beten von ganzem Herzen gehn. 2. Groß ist der Herr und mächtig, groß ist auch, was er macht. Wer aufmerkt und andächtig nimmt seine Werk in acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisheit setet und ordnet, das ergößet und ist sehr wohl gethan. 3. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt. Damit auch dem Gemüte, so lang das Herze schlägt, dieselbe nicht entweich, hat er zum Glaubenszunder ein Denkmal seiner Wunder gestift in seinem Reich. 4. Gott ist voll Gnad und Gaben, giebt Speis aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt; denkt stets an seinen Bund, giebt denen, die er weiden will mit des Geistes Freuden, all seine Thaten tund. 5. Das Wirken seiner Hände und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt rechten Trost und Freud und Wahrheit, die nicht treugt. Gott leitet seine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sie zum Leben neigt. 6. Sein Herz läßt ihm nicht reuen, was uns sein Mund verspricht; giebt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht; macht freudig, unverzagt, will endlich uns erlösen vom Kreuz und allem Bösen, das seine Kinder plagt. 7. Sein Wort ist wohl gegründet, sein Mund ist rein und klar. Wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr, und wird ihm gar nicht schwer. Sein Name, den er führet, Göttliche Regierung und Fürsorge. 139 ist heilig und gezieret mit großem ich mich doch nicht grämen. Lob und Ehr. Der Weg zu dir ist dornicht hier, und führt mich doch zum Ziele, wenn ich auch Schmerzen fühle. 8. Die Furcht des Herren giebet den ersten, besten Grund zur Weisheit, die Gott liebet und rühmt mit feinem Mund. Dwie klug ist der Sinn, der diesen Weg verstehet und fleißig darauf gehet! Des Lob fällt nimmer hin. Paul Gerhardt. † 1676. 295. Mel. 178: Was Gott thut, das ist 2c. Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott; das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Not noch Tod von deiner Liebe scheiden; denn hab ich dich, so werden mich die Flammen nicht ergreifen, die Fluten nicht ersäufen. 2. Du bist mein Gott von Jugend auf in Freud und Leid gewesen. Es war mein ganzer Lebenslauf zum Segen auserlesen. Wie manche Not, die mir gedroht, hat deine Hand gewendet und Hilfe mir gesendet! 3. Du bist mein Gott, und bis hieher willst du noch immer walten. Da meiner längst vergessen wär, hast du mich doch erhalten, gespeist, getränkt und sonst beschenkt mit vielen Gnadengaben, die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch noch jegund; kein Augenblick verschwindet, der nicht zugleich mir Herz und Mund zu neuem Dank verbindet. Und seh ich an, was du gethan auf allen meinen Wegen, so ist es lauter Segen. 5. Du bist mein Gott auch künftige hin, darauf vertrau ich feste; du änderst nie den treuen Sinn, und sorgst für mich aufs beste. In Lieb und Leid bist du bereit, mir Rat und That zu geben, so lang ich werde leben. 6. Du bist mein Gott; kein Kreuze kann mir diesen Trost benehmen, und geh ich gleich auf rauher Bahn, will 7. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod mir alles andre raubet. Stirbt gleich der Leib, es hat nicht Not; wer nur an Jesum glaubet, der findet dort des Lebens Port, wo uns ein beffres Leben von Chrifto wird gegeben. 8. Du bist mein Gott, drum freu ich mich; ich werde zu dir kommen, so bald aus Todesbanden ich bin aller Angst entnommen; es ist mir schon vor deinem Thron das Erbteil zugewendet, das nie verblüht noch endet. 9. So bist und bleibest du mein Gott; dran hab ich keinen Zweifel. Ich sag es aller Welt zum Spott, und auch zum Troß dem Teufel: Mein Gott ist mein, und ich bin sein! Nichts soll mir diesen Glauben aus meinem Herzen rauben. Benjamin Schmold. † 1737. 296. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 127. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schüßen, er groß durch Rat und Macht, was wird der Wächter nügen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quält? Laßt euren Vater sorgen, er weiß es, was euch fehlt; er, der uns selbst im Leiden so treu und zärtlich liebt und uns so viele Freuden auch unerwartet giebt. Johann Andreas Cramer.+ 1788. 140 Der erste Artikel: Gott der Vater. 297. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o 2c. Bater du, mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, bir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren: So geh nun mit mir aus und ein und leite mich bei allen Tritten; ich geh- ach hör, o Herr, mein Bitten! für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? ich weiß mir gar in keinem Rat. Drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen; werd ich zu dir die Zuflucht nehmen, willst du mir selber alles sein. So sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen; dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn; ja, deine Güte und Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wint nur fehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. Gieb, daß ich auch im Kleinsten merte auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten, denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach in allem mich gelaffen, nichts ohne dich mir anzumaßen: was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Du weißt allein die rechten Wege, weißt auch, was meinen Frie44 den stört; drum laß mich meiden alle Stege, wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach, daß ich nimmer von dir irrte, noch durch Zerstreuung mich verwirrte, auch nicht beim allerbesten Schein! D halte meine Seele feste, hab auf mich acht aufs allerbeste und lehre selbst mich wachsam sein! 6. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. nicht mein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Nichts soll mich ohne dich vergnügen, laß mir nichts mehr am Herzen liegen, als deines großen Namens Ruhm. Der sei allein mein Ziel auf Erden; ach, laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Gott und Vater bist. Was dir sich will nicht ganz ergeben, und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß deine Gnade auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden mit einer reinen Lieb im Geist. S. So Lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Ich schöpf aus deiner Gnadenfülle und bin nun aller Sorgen los. Jch sorge ur vor allen Dingen, wie ich zum Himmel möge dringen und halt im Glauben mich bereit. Ach zieh mich, zieh mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinrich von Bogazky.+ 1774. 298. Mel. 155: Sieh, hier bin ich zc. Schweigt vom Glücke und Geschicke, die ihr Gottes Thun nicht wißt! Mir genüget, was Gott füget, welcher Erd Göttliche Regierung und Fürsorge. und Himmel mißt, der lebendig, der beständig, der der rechte Vater ist. 12. Alle Schritte, alle Tritte sind dem Vater wohlbekannt; wenn ich falle, da ich walle, fall ich doch in seine Hand. Gehn die Gänge durchs Gedränge, gehn fie doch zum Baterland. 3. Das ist feste: auf das beste führt mich Gott auf seiner Bahn; und ich fühle an dem Ziele, was er thut, sei wohlgethan. Ihm gehöre Dank und Ehre, weil er selig führen kann. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 299. Eigene Melodie. 157. S. führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, worauf du läßt die Kinder zu dir gehn. Da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphiert zulett dein hoher Rat. 2. Du willst dein Wert nicht auf Gefeße bauen, wie sie Vernunft und Menschenmeinung stellt; du kannst den Knoten mit dem Schwert zerhauen und sanft auflösen, wie es dir gefällt. Du reißest wohl das stärkste Band entzwei; was sich entgegensett, muß sinken hin, ein Wort von dir bricht oft den härtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Verstand in Ost und Westen aus. Was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfft in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein bunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Wen die Vernunft oft fromm und 141 selig preiset, den hast du längst aus deinem Buch gethan. Doch wem die Welt dies Zeugnis nicht erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und spetsest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was manchmal deine Absicht sei? wer kann der tiefften Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Gott, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du giebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, doch nie so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. D Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schak verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns machst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen, ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns im zarten Kinderschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; du küsfest uns, wir sagen Beffrung zu: drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Baum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Bater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Unverstand; man kann es fast an unfrer Stirne lesen, wie es mit schwachen Kindern sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest fie, brauchst Baterrecht und zeigest Muttertreu. Bo niemand meinet, daß es 142 Der erste Artikel: Gott der Vater. deine sei, da hegest du dein Schäflein, läsfests nie. 9. So gehest du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legt sich vor Augen dar von dem, was 300. Eigene Melodie. 159. du in deinem Sinne haft; wer meint, Sollt ich meinem Gott nicht singen? er hab die Absicht recht erfaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, der die Natur von Gnade unterscheidet, das eigne Licht von deiner Herrlichkeit. Laß doch mein thöricht Herz dich meistern nicht, brich ganz den Willen, der sich selber liebt; erwed die Lust, die sich nur dir er giebt und tadelt nie dein heimliches Gericht! sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Sst doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Will etwa die Vernunft dir wi dersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du ihre Festung niederbrechen, daß ihre Höhe sich bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, womit ich gar dir zu gefallen dächt! Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt. 12. So zieh mich gänzlich denn nach deinem Willen und trag und heb und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen; dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz träftiglich in mir. Ich brenne nur nach dir in Heilsbegier; wie oft er quickt mich deiner Wahrheit Schein. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquidet meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold. † 1714. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Sungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt; mich geschützt mit Vatertreue, seit er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und deß ich mich jetzt noch freue. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. D du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleich Göttliche Regierung und Fürsorge. 143 falls wohl in acht. Wenn mein Sommer ein; also wird auch nach Können, mein Vermögen nichts ver- der Pein, wers erwarten kann, ermag, nichts helfen kann, kommt mein freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gott und hebt mir an sein Vermögen Gottes Lieb in Ewigkeit. beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit Iob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt. † 1676. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemült, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die mich hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und laffe mirs nicht aus dem Sinne gehn, Christentreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne 301. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. Wunderanfang, herrlich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Dente doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß. So auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibet unnüt unser Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hilfe blüht. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl tann machen, End und Anfang geben frei. wird, was er angefangen, laffen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 144 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 6. O laß dir doch nimmer grauen, zählen und nicht vor der Welt verIerne deinem Gott vertrauen, sei getroft und guten Muts. Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst seinen Ruhm er3. Der zweite Artikel: A. Die Erlösung. Gott der Sohn. 302. 5. Fehlts hier und da? Ei unverzagt! laß Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, Mel. 41: Ermuntre dich, mein 2c. Joh. 3, 16. Also hat Gott die Welt geliebt, das wie sollt er, laßt uns denken, mit merke, wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er den eingebornen Sohn, den eingen Schak, die einge Kron, das einge Herz und Leben, mit Willen hingegeben. 2. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen und durch ein teures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Du warst in Fluch und Tod versenkt, sollst nun durch den, den Gott geschenkt, ErLösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. hehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver= süßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! Heinrich Arnold Stockfleth.+ 1708. 3. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke; wenn meine Sünd und Missethat will größer sein, als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 4. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren jetzt, da ich bin mit ihm verfühnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet. ihm nicht alles schenken? 6. Ich bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen: mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn; und dort bei Gottes Stuhl und Thron, da wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. Paul Gerhardt. † 1676. 303. Mel. 110: Mache mit mir, Gott 2c. 1. Tim. 1, 15. Das ist ein teuer wertes Wort, ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden, er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, er ist zum Die Erlösung. no Heil erforen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. 2ob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Zuflucht, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gieb mir, daß ich diese Gnad und meine Sünd erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh nach dir vor Liebe brenne, und denk an dieses werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinrich Georg Neuß.+ 1716. 304. Mel. 98: Jesu, meines Lebens Leben. Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Baters fist, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dem auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, bringet aller Engel Heer stets in Demut Preis und Ehr. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, hast du alles wohl gemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auf erstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nunmehr ist es dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segensträfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner Frommen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir kommen, sind und bleiben deine Luft. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, wirkest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 145 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken Lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Großer Mittler, sei gepriesent, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach.+ 1735. 305. Mel. 152: Schmücke dich, o Itebe 2c. Heiland, beine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. D der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sich für Sünder töten lassen, wer kann solche Liebe faffen? 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? D wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Dwie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hin10 146 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. zulocken mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben! Da du in der Sünder Händen, alles Leid von uns zu wenden, uns den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 6. Deine Lieb hat sich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du haft das Geset erfüllet, des Gefetes Fluch gestillet. Laß mich wider deffen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach. † 1735. erweist, für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei! Wenn Berge stürzen, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, für dieses Glaubens Kraft und Triebe, wodurch sich deine Macht 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund; erhalte nur durch deine Treu auch bis ans Ende mich dabei. 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein, versichere mein Herz daneben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Christo Jefu bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 306. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott 2c. Herr err von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer! ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer, für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 307. Mel. 181: Wer nur den Iteben Gott. 2. Für dein so allgemein Erlösen, Mir ist Erbarmung widerfahren, für die Verfühnung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja, für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst verfühnet und macht durchs Blut des Jesuslieder. Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschiehts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein, auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rülhme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. B. Jesuslieder. 308. Mel. 148: O Jesu Christ, meins 2c. Ah Gott, wie manches Herzeleib begegnet mir zu dieser Zeit. Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! Wo soll ich mich denn wenben hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. idag 10 og 147 ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich er freuen soll. 6. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? Kein beffre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 7. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 8. So oft ich nur gedent an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. 9. Wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß schon dabei des emgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich, weil ich lebe noch, nachtragen dir des Kreuzes Joch. Mein Gott, mach mich dazu bereit; es dient zum Besten allezeit. 11. Hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann. Hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schand nimm mich in Hut. 12. Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begehr: o, wenn ich doch schon bei dir wär! Martin Moller. † 1606. 309. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Joh. 14, 6. 3. Bei bir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat. Aus irdischem Getümmel, wo nichts Niemand jemals verlassen ist, der fest vertraut auf Jesum Christ. 4. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; tein Elend mag so bitter sein, bein süßer Trost der linberts fein. bas Herz erquict, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung blickt? Wer spornet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tob zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 5. Db mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du Herr, daß 2. Wenn Irrtum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie 10* 148 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. können wir gelangen zum wahren bis in das Grab hinein. Ach hab Lebenslicht? Getrost! es strömt die ichs nun nicht recht gemeint: Mein Klarheit von Gottes ewgem Thron, Jesus ist der beste Freund! denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung emger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, fie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so frümmen sie mir nicht ein Haar. hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmold.+ 1737. Christoph Karl Julius Asschenfeldt. † 1856. 310. Mel. 136: O daß ich tausend 3ungen ze. Der er beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, mein Jesus stehet felfenfest; daß, wenn ich gleich barniederliege, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Leid ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt vertaufet ihre Liebe dem, der am meisten nüßen kann; und scheinet dann das Glück uns trübe, so steht die Freundschaft hintenan. Doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut, er steht mir bei in allen Nöten, er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir Gutes nie verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, mein Freund, der mein, und ich bin sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund 311. Mel. 173: Was Gott thut, das ist 2c. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen, 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich Gottes größte Gabe. Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Ich mag der Welt für Gut und Geld, wonach die Eitlen laufen, dich, Heiland, nicht verkaufen. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, Jesuslieder. diomo 149 das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es des Himmels anbeut! Jesus wird bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit selber den Siegern zum Lohne; wahrfeinem Haupt zu leiden. Doch all lich, dies Kleinod belohnet den Streit. mein Leid währt kurze Zeit, bald ist Streitet nur unverzagt, seht auf die es überstanden und Ruh ist dann Krone, selber Jehovah wird Siegern vorhanden. zum Lohne. 6. Droben in Salem, da wird man einst sehen eine gewaltige, fiegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, dir wird man bringen Halleluja dar. Seht, wie sie preisend aufs Angesicht fallen, höret, wie donnernde Stimmen erschallen! 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie will ich von dir wanken. Wenn meine morsche Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schak und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich. † 1780. 312. 7. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stände, o wenn ich da Mel. 88: Jefu, hilf fiegen, bu Fürste zc. Einer ist König, Immanuel sieget, wäre! Springet, ihr Bande, ihr bebet ihr Feinde und gebet die Flucht! Bion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht! Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf.+ 177% 313. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Jesus, die Liebe, verEigene Melodie. 39. Luf. 10, 42. süßet die Schmerzen, reißet aus Eins ist not! Ach Herr, dies Eine Angsten, aus Jammer und Not. Ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen, Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles erfekt, so werd ich mit Einem in allem ergött. 4. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, ber bittet: Kommt alle zu mir. Sehet, wie lieblich, wie lauter und Helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. 2. Seele, willst du dieses finden, fuchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Streitet nur unverzagt, feht auf die Krone, die euch der König 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 150 ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jefu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Db viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luft, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 185 5. Aller Weisheit*) höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis.*) 1. Kor. 1, 30. 314. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein teures Mittlerblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erMel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. 2. Timoth. 2, 8. worben, da du bist am Stamme des Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Laß alles mich achten für Schaden, mein Gott, und Jesum gewinnen, dies Eine ist not. Johann Heinrich Schröder.+ 1699. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedent, daß Frieden er gemacht und Heil und Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe. pe 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe. Jesuslieder. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther.+ 1704. 151 Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 2. Es ist ja, Herr, dein Gschent und Gab, mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling.+ 1608. 316. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 2. Timoth. 1, 12. 315. Ich weiß, an wen ich glaube, ich Eigene Melodie. 72. weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, Psalm 18, 2. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himml und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur tann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schußwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen, ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort,- die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. - 5. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Erdenstaube nicht mit als Staub ver- will dich lieben sonder Lohne, auch weht. Es bleibet mir im Grauen in der allergrößten Not; ich will dich des Todes ungeraubt; es schmückt lieben, schönstes Licht, bis mir das auf Himmelsauen mit Kronen einst Herz im Tode bricht. mein Haupt. E. M. Arndt. † 1860. Nach Johann Scheffler.+ 1677. 152 317. 318, Eigene Melodie. 84. Mel. 93: Jesu, meines Lebens 2c. Ich will dich lieben, meine Stärke, Jesu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Seelenbräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erfennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich hab so spät geliebt. 4. Jch lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich endlich hab gefehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mir machst das Herz gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker reiner Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott, ich 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich dir in Biebe brennen, wie dein Herz zu mir gebrannt. Als der Wolf mit offnem Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten sich zur Herde kehren, wenn sie schreien groß und klein. Wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen. Laß mich hören stets auf dich; Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost herniederschallen; wenn ich bete: Höre mich! Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei; Jesu, dich nicht von mir kehre, steh mir bald Jesuslieder. in Gnaden bei! Ja, du hörst, in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. Sigismund von Birken.+ 1681. 319. Eigene Melodie. 91. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebres werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Mag die Hölle wüten, ich fann Trok ihr bieten, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Luft. Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 5. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Wonne sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand. † 1677. 153 320. Mel. 87: Jesu, der du meine Seele. Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jekt und bis in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt umfing, der bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing. Dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich bin zur Taufe kommen. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt. Deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft mein Gemüt, daß ich nach dem Übertreten zu dir wiederkam mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft in meiner Jugend hat mich deine Hand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend meinem Sinne war verhaßt! Ohne dich wär ich verdorben und in Sünden längst gestorben. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 5. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, richtet sie mich auf, tröstet, wenn ich mich betrübe, stärket mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir mein Erbe, das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß von dir mich nichts mehr scheide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will teines andern sein. 154 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 7. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, und mein süßer Trost im Leide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will teines andern sein. klagt ihr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte; rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt! Märtyrer, ihr mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottes- Harfen schlägt! 321. Eigene Melodie. 94. 9. Jch auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich Jesus Christus herrscht als König, schon noch Pilgrim bin: Jesus Chriftus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig; ehret, liebet lobet ihn! alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 322. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. Herrschaft dort im Himmel, hier im König, dem kein König gleichet, deſsen irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich. Deffen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren fitt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. S. Höre, Jesu, noch ein Flehen, eine Bitte nimm noch an: Wenn das Auge nicht mehr sehen und ich nicht mehr sprechen kann, laß mich deinen Geist vertreten und mich noch im Seufzen beten: Ich bin dein, und du bist mein: ich will keines andern sein. Christian Scriver. † 1693. 5. Nur in ihm, o Wundergaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern, sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem ALAC Jesuslieder. Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlik schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen, an dem Überfluß der Schäße, an der Drdnung der Geseke, an Vortrefflichfeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schuk genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten. Johann Jakob Rambach. † 1735. 323. Eigene Melodie. 103. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht, o wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Bions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die 155 Stadt der goldnen Gassen? Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Knat. † 1878. 324. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o Freund. Lebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; denn seit ich dir mein Herz ergeben, so weiß ich erst, was Leben ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben, nichts foll mich von der Liebe treiben, wie du mir zugesaget hast. D Strom der Freude, der mich tränket, wenn sich mein Herz in dich versenket, und dich, o Seelenfreund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebesglut geftorben, ach laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd es mir, du hafts erworben, laß alles andre untergehn. An dir soll ewig mir genügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir, so werd ich ewig triumphieren, so wird dein Todes- Sieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir der Liebe Flammen zum Dienste deiner Glieder an. Halt uns als Einen Leib zusammen, daß keine Macht uns trennen kann. Wenn ich nur bin wie du gesinnet, dein Bild in mir Gestalt gewinnet, und dein Gebot mir heilig ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Soll ich in Not und Kummer stehen, so laß mich nicht verzaget sein. Die Liebe muß mit Thränen säen, eh goldne Halmen sie erfreun. Du gehst voran mit treuem Winken; und 156 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. wenn die müden Kniee sinken, so richte du sie wieder auf. Laß mich im Kampf nicht mutlos werden; der turze Leidensgang auf Erden führt mich zur ewgen Freud hinauf. 5. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die wahren Früchte treibt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstod bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwinden, und mach den kranken Geist gesund. 6. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist! Die Welt mag auf das Gitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht! Ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn deine Liebe wanket nicht! 7. Zur Demut führe mich dein Leiden, die Niedrigkeit sei meine Zier. Wer dich sucht, muß das Hohe meiden, der Stolz hat keinen Teil an dir. Weh dem, der nur nach Ehren rennet! Dagegen wer sein Nichts erkennet, den hebst du aus dem Staub empor. D drück dein Bild mir in die Seele, daß ich das Kleinod Demut wähle, so bring ich durch das enge Thor. Philipp Balthasar Sinold, gen. v. Schüß. +-1742. 325. Mel. 100: Komm, o fomm, du Geist zc. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb. ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich dargegeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich träftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mein Haupt wird decken mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. † 1677. 326. Eigene Melodie. 114. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: meinen Jesum laß ich nicht. nie Jesuslieder. 3.2 aß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das lette Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn des Leibes Hütte bricht: meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keymann. † 1662. bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid im Herzen dich behalten. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf ber ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn 327. Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, 2c. Mein schönste Zier und Kleinod dich gnugsam laben. Nur die Gaben deiner Liebe trösten, wenn ich mich betrübe. 2. Dein Lieben über alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, das muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab. D schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. 20 157 Um 1597. 328. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Jesu, Jesu, Gottessohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schak, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und € 3 Ruh, erfreuest sein Gewissen. geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig felig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Rein Ohr hat dies jemals ge= hört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es fanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Gründlich läßt sich Liebe bleiben. nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschäßen dies, was uns dort wird ergötzen. 158 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich dein Gütigkeit, die hier schon waltet weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein lieblich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann. † 1647. 329. Eigene Melodie. 147. m 4. Du süße Flut labest Geist, Seele nnd Mut und, wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet, es jauchzet, es finget, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wies dein Wort verheißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe; laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin, es werde mein Herze ganz trunken darin. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Hera den kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch.+ 1735. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem 330. Mel. 164: Balet will ich dir geben. heiligen Tempel ergießt und in die Schatz über alle Schätze, o Jesu, begierigen Seelen einfließt; 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme, allhier sind himmlische Gaben, die süßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. liebster Schak, an dem ich mich ergöße, hier hab ich einen Plak in meinem treuen Herzen dir, Heiland, zugeteilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Siebster, bewirte dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du sieheft, wie elend und dürftig ich bin; auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 6. Wenn du auch von Leiden was schenkest mir ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 2. Ach Freude aller Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot ganz kräftiglich kann stillen und auch in Leidenszeit mich reichlich kann erfüllen mit Trost und Süßigkeit: 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Angesicht; mein Herze zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. Drum bleibt mein Herz ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben. Ich will getrost mit dir die Schmach des Kreuzes leiden, Jesuslieder. und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet, denn dort ist gut zu sein. 6. Nun Jesu, mein Verlangen, tomm, hole mich zu dir, daß ich dich mög umfangen; komm, meiner Seelen Bier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt, so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Salomo Liscow. † 1689. 331. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jefum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Le bensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 159 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich im reichen Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Baß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jefum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf.+ 1754. 332. Eigene Melodie. 164. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm: Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut: wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht ver 160 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. fehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen: denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. ritterlich du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur fann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm. Adam Drese. 1697. 9. Jesu hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so Such, mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 333. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, Eigene Melodie. 155. Sieh, hier bin ich, Chrenkönig, lege uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin. Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander.+ 1680. 3. Herr, erhöre! Ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, weil du liebest den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat. 334. Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jeſu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ghr, dein Wort mich lehr an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Jesuslieder. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel. † 1635. 335. Eigene Melodie. 175. Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts vom Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein: ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem 3wingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich Ludwig v. Hardenberg. † 1801. 336. 161 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du herrlich überwunden und mir ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich küssen, ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn und Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsebe, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand Mel. 154: Seelenbräutigam. Wer ist wohl, wie du, Jesu, süße ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. Ruh? Unter vielen auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. 11 162 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 337. Eigene Melodie. 183. Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, bu haft mein Herz umfangen, lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem Ruhm, dein füßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis ich, Hosianna! himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergeffen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib in frischem Lebenstriebe. Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn mich dein holdes Angesicht mit Freundlichkeit anblicket. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicket. Nun, ich bitt dich, blick mich Armen voll Erbarmen an mit Gnaden; auf dein Wort komm ich, geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat sich mit mir vertraut, mein Herz auf ihn mit Freuden schaut; was ists, das mich betrübet? Preis dir, Heil mir! Himmlisch Beben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unsrem Gott mit Saitenklang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Ein und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, flinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, ihm dem König aller Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis auf nehmen in das Paradeis; froh falt ich meine Hände. Amen, Amen! komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, weil ich sehnlich dein verlange. Nach Philipp Nicolat. † 1608. 338. Eigene Melodie( achtzeilig). 185. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden: denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde; was brauch ich dann? du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost, ich trau auf dich. Tritt alles wider mich zusammen: ich bebe nicht. Wer will verdammen? Du haft für mich genug gethan, Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden einst zum Segen, auf dunkle Nächte folgt das Licht. Ich zittre nicht mehr vor dem Grabe; so lang ich dich zum Freunde Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 163 habe, kann ich des Grabes selbst mich dir. In noch so drückenden Befreun. Bald werd ich ewig bei dir sein. schwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. Sin 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du uns liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei Dresdner Gesangbuch. 4. Der dritte Artikel: A. Sünde, Buße, Beichte. 339. Eigene Melodie. 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden. Da ist niemand, der helfen tann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb Herr Geduld, vergieb die Schuld, verleih ein ghorsam Herze. Laß mich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgeschieden. Martin Rutilius.+ 1618. Gott der heilige Geist. aufzuwachen. Dies ist meine Zuverficht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt, doch weiß ich, daß er mich liebt, denn er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht, meinen Jesum laß ich nicht. 340. Eigene Melodie. 5. Ach, was soll ich Sünder machen? ach, was soll ich fangen an? mein Gewissen tlagt mich an, es beginnet ed thi stiboth 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegengeht, soll michs doch von ihm nicht scheiden. Zu ihm ist mein Herz gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist; benn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben. Doch, wenn auch mein Herze bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben; muß ich schon erst vors Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Drum, o Jesu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort, wo du dann wirst einverleiben meine Seele deinem Licht; meinen Jesum laß ich nicht. Johann Flittner. † 1678. 341. 43 Eigene Melodie. 11. Psalm 51, 6. An dir allein, an dir hab ich gefündigt und übel oft vor dir gethan. 11* 164 Der dritte Artikel: Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir! 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlik finden, du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. Gott der heilige Geist. Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß; sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Doch tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; ich weiß, sie sind gezählet, und ob fie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz: drum hilfft du mir mit Lust. gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquicung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit feine Sünde nett, den blickt Gott an mit 5. Wer jekund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle; ja solche Freude, die fein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit; mein Kreuz und Leld wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Johann Heermann.+ 1647. 342. Mel. 8: Allein zu dir, Herr Jesu 2c. Du u weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter 343. Eigene Melodie. 67. Gnad die Missethat, so mich bisher Herr, ich habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Laft; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt möchte ich voll Schrecken mich vor deinem Zorn ver= stecken. 2. Doch, wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Sünde, Buße, Beichte. Wollt ich übers Meer gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, dennoch würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es nur bekennen: übel, Herr, hab ich gethan; darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden. 4. D daß meine Augen wären Thränenquellen Tag für Tag, o daß ich mit heißen Zähren möcht betrauern meine Schmach! Laß mein Weinen, laß mein Flehen steigen, Herr, zu deinen Höhen. 165 fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßt ewig verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Klingen, dak mir das Herz vor Freuden lacht, dein Lob beginnt zu singen, dieweil es alle Gnad verheißt dem, der sich mit zerknirschtem Geist zu dir, Herr Jesu, nahet. 5. So komm ich denn zu dir allhie in meiner Not geschritten, und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergieb es mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 6. Vergieb mirs doch, ach Herr, mein Gott, um deines Namens willen. Du wollst in mir die große Not der übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb in kindlichem Gehorsam. 7. Stärt mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, durch deinen Tod mir Beistand leist in meiner letten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, in wahrem Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald.+ 1598. 5. Doch, mein Heiland, deine Schmerzen, dein für mich vergossnes Blut, tilgen aus die Qual im Herzen, löschen meiner Sünden Glut. Drum will ich, die Angst zu stillen, mich in dein Erbarmen hüllen. 6. Dir will ich die Last aufladen, wirf sie in die tieffte See; tilge meiner Seele Schaden, mache mich so weiß, wie Schnee. Lasse deinen Geist mich treiben, ewig, Herr, bei dir zu bleiben. Johann Frand. † 1677. 344. Eigene Melodie. 69. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, 345. du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir Mel. 64: Herr Christ, der einig ze. hab der Pfeile viel, die im Gewissen Herr Jesu, Gnadenſonne, wahrhaftes ohne Ziel mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, die weil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir kommt alles ein, was ich mein Tag begangen, so Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Born verschwinden und hilf mir gnädiglich; laß deine Friedensgaben mein 166 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. armes Herze laben; ach Herr, er höre mich. ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Ertöt in meiner Seele den alten Adamssinn, daß ich nur dich erwähle, nur deinem Dienst forthin von Herzen mich ergebe, nur dir zu Ehren lebe, durch den erlöst ich bin. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei. Was mir nüßte, gabst du mir, aber ach, wie dankt ich dir? D wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und bring mir zum Verständnis dein heilges Lebenswort, damit ichs gläubig treibe, in deiner Wahrheit bleibe und wachse fort und fort. 5. Auch zünde deine Liebe in meinem Herzen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Gülte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; dagegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist nimmer recht und gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter.+ 1735. 346. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. Dwie hab ich sie entweiht; 5. Ach, an dir hab ich gefündigt, Gott mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach vergieb, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folg sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sei; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein heiligstes Bestreben. Johann Samuel Diterich. † 1797. 347. Mel. 180: Wer nur den Ileben 2c. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. Er Sünde, Buße, Beichte. barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, wie kränkt mich meine große Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich 2c. 3. Nicht, wie ich hab verschuldet, Iohne und handle nicht nach meiner Sünd. D treuer Vater, schone, schone; erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich 2c. 4. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz: wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich 2c. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tieße. † 1703. 348. Eigene Melodie. 82. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nük zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gieb daneben; voraus, wann ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf eignes Werk und Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein 167 Wort mein Speis laß allweg sein, die Seel damit zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, allzeit beständig sein gieb mir; du hafts allein in Händen, und wem dus giebst, der hats umsonst; es mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! In deiner Gnad allein ich leb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollst du mich bestermaßen fest umfassen; behüt mich immerdar! Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola. † 1566. 349. Mel. 71: Herr, wie du willst. Ich will von meiner Missethat zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hilf und Rat hierzu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden; verkehrt ist Herz, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch an mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! 168 Der dritte Artikel: Mein Leben dant ich deiner Hand; die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bis hieher können schaden. 5. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten: und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 6. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich bringen. Es regt sich wider mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein, ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh dir, o du Gottes lamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 9. Wollst mich durch deines Todes Pein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 10. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen. Ich weiß, er lentet seinen Sinn und schaffet Stat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischesluft und Welt und Satan uns für Neke stellt, die uns zu stürzen machen. 11. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller 15500 Gott der heilige Geist. Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. Louise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg. † 1667. 350. Eigene Melodie. 96. Kehre wieder, fehre wieder, der du dich verloren hast! Sinte reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! mmen und Wie du bist, so darfst du wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele; deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Trost für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allem Aussak rein. Darum fehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Züge in die Wahr Sünde, Buße, Beichte. heit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute, fehre gleich! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 351. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod. Liebster Bater, ich, dein Kind, komm zu dir geeilet, weil ich sonsten niemand find, der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, groß find meine Sünden. Mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Nahmst du mich in dein Geschlecht, hast du Vatersitten, ei so hab ich Kindesrecht und darf kühnlich bitten; denn den Kindern steht es frei, Väter anzuflehen: Vater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. Liebster Bater, willst du dich Vater lassen nennen, ei so mußt du lassen mich Vaterfinn erkennen. Meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen, ach, du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 4. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an die Gnadenpfort nicht vergeblich pochen. Laß mein Flehn durch deinen Sohn zu dem Himmel dringen und von deinem Gnadenthron mir die Gnade bringen. bis 5. Ich laß doch nicht eher ab, du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab inniglich begehret. Segne mich, ich lasse dich eher nicht; ich hange unverrückt an dir, bis ich Gnad von dir erlange. 6. Du bist Gott und heißest gut, weil du Gutthat übest und, gleich wie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, treuer Gott, genießen, laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. Christoph Tiepe. † 1703. 169 352. Mel. 155: Sieh, hier bin ich. meine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht. Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht! 2. Ich empfinde, meine Sünde sei an allem Rummer schuld; ich gestehe bies und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 3. Ach von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Seele, komm in Eil; laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln, weise handeln wollst du fünftig mir verleihn; gieb die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz herein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willst; gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild, daß man merke, meine Stärke sei in dir, und du mein Schild! 6. Bis im Lichte dein Gesichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magdalena Sibylla Rieger.+ 1786. 353. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bet 2c. frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht haft Gefalln an meinem Tod 170 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. und ist dein herzliches Begehr, daß ich thu Buß und mich bekehr: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot hilf mir durch diesen Gnadenthron, du wirst mirs nicht versagen. Sein teures Blut, mein höchstes Gut, macht mich ja rein von Sünden. Erhöre mich, hilf gnädiglich; ach laß mich Gnade finden. 4. Deins lieben Sohnes Jesu Chrift, der mir zu gut Mensch worden ist: laß dein Gnad und Barmherzigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und Los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Um 1640. 354. Mel. 37: Durch Adams Fall 2c. Gott voll Gnad und Gütigkeit, mein Gott, erhör mein Flehen; gedenk an dein Barmherzigkeit, laß dirs zu Herzen gehen. Ich steck in Not; Sünd, Höll und Tod will meine Seel verschlingen; eröffne mir die Gnadenthür, laß mein Gebet durchdringen. 2. Ich muß gestehn, ich bins nicht wert, mein Augen aufzuheben; ich muß mich schämen und die Erd ansehn mit Furcht und Beben, weil ich vielmal, ja ohne Zahl, in meinem ganzen Leben nicht recht gethan, der breiten Bahn der Sünden mich ergeben. 3. Ach Gott, mein Gott, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, ich flieh zu dir; Herz, Sinn und Mut, mühselig und beladen, sucht deine Gnad, die früh und spat noch allen offen stehet; eröffne mir die Gnadenthür, eh mein Geist gar vergehet. 4. Ach sei mir gnädig, weil dein Sohn auch meine Schuld getragen; 5. Gottlob, mein Herz empfindet schon aus deinem Wort das Leben; ich seh, daß mir des Himmels Thron mein Jesus hat gegeben. Mein Gott, regier all mein Begier, den rechten Weg mir weise; gieb Frömmigkeit, Beständigkeit, daß ich dich ewig preise. Johann Olearius.+ 1684. 355. Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. liebster Herr, ich armes Kind, das nirgends Trost und Ruhe findt, will mich, so elend als ich bin, vor deine Augen legen hin. 2. Du weißt es, wie ich bin verirrt, beschwert, verfinstert und verwirrt; dir ist mein ganzer Jammerstand viel besser, als mir selbst, bekannt. 3. Ich mag mich kehren, wie ich will, mein Herz wird ohne dich nicht still; ach schau mich mit Erbarmen an, da ich mir selbst nicht helfen kann! 4. Jch lieg ganz hilf- und ratlos hier und schrei aus Herzensgrund zu dir: D Gottessohn, erbarm dich mein und mach mein Herze still und rein! 5. Du Menschenfreund, ich weiß es wohl, daß ich dein eigen werden soll. So komm denn meinem Herzen nah, bereit es selbst und wohne da! 6. Nichts heiligt mich, nicht Menschengunst, nicht Menschenwort, noch Kraft, noch Kunst; komm du ins Herz und schleuß es zu, so find in dir ich Gnad und Ruh. 7. Wenn du in mir wirst offenbar. bald wird mein Herz befriedigt gar; dahi Sünde, Buße, Beichte.d es weicht die Finsternis und Sünd, 357. ich werd ein selges Gottestind. Gerhard Tersteegen.+ 1769. 356. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei 2c. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, wo rinnen mirs noch fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. @ 171 Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich mag gedenken bran und doch nicht verzage. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Troß und List durch Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denice. † 1680. 2. Weck mich durch der Glocken Ton aus dem Schlaf der Sünden; laß, o Herr, vor deinem Thron mich Erbarmung finden, und nimm mich zu Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut, das mir Rettung schafft, sei mein Trost in Leiden, meiner Seele Heil und Kraft, so sterb ich mit Freuden. In der Stunde letter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander.+ 1709. 3. D Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! D Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein, und mein verschon, hör an mein kläglich Rufen! 358. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir tommen kräftiglich zugut, daß ich nicht muß verderben; bitt du den Vater, Eigene Melodie. 160. Psalm 6. daß er mir im Zorn nicht lohne nach Straf mich nicht in deinem Zorn, Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun, noch nimmermehr Begier nach Reichtum oder Ehr in meinem Herzen herrsche! großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Hölle? Rette mich aus jener Pein, rette meine Seele; daß ich dir für uns für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Baterhuld, stärk mit Troft mich Schwachen; ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen; heil die Seel mit dem SI deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 172 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 4. Weicht ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlig treten. Teufel, weich! Hölle, fleuch! Was mich sonst gekränket, hat mir Gott geschenket. Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs ers worben, da du für mich gestorben. 8. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Johann Heermann. † 1647. 5. Vater, dir sei ewig Preis, hier und auch dort oben; wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus. † 1679. 360. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich zc. Zu dir, Herr Jesu, komme ich, nachdem du mich so mildiglich zu dir hast Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast. Wird sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht. 359. Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, weil ich heißen kommen. beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergoffen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich haft erlöst; was ich gefündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. 6. Jst meine Sünde groß, werd ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Darum allein auf dich, Herr 2. Zu dir steht meine Zuversicht, ich weiß von keinem Helfer nicht, ohn dich, du Arzt der Sünder! AL andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes überwinder, die Freistatt und der fichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 3. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde. Darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu, und ob ich dabei würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Gnade, Glaube, Herr Jefu Chrift, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. Rechtfertigung. 173 6. Auf, hinauf! was droben, suche; trachte doch allein dahin, wo dein Jesus; sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; nur bei Jesu ist zu finden die wahre Stuh. B. Gnade, Glaube, Recht Johann Kaspar Schade.+ 1698. fertigung. Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. 361. Eigene Melodie. 17. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide; hin, zu deinem Jesu, hin! Er ist dein Schak, Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt nicht Raum dir geben, bei ihm ist Plaz. 2. Fort, nur fort, steig immer meiter in die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schuß; Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truk. 3. Fest, nur fest dich angehalten an die starke Jesustreu! Laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt ist täglich neu; er meint es gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan! Klag und fag ihm deinen Jammer, rufe ihn um Hilfe an! Er steht dir bei; wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du dich vom Staube kannst erheben himmelwärts, schwing zu Jesu sich dein Glaube, gieb ihm hin dein ganzes Herz! Er ifts allein, der um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum bist du sein. 362. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Ephef. 2, 8. 9. Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt: was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, weß du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du fichrer 174 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists: Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich befehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünde thun scheint fie gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anter wär? 9. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getroft trok allem Zweifel durchs rote meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Christian Ludwig Scheidt.+ 1761. 363. Mel. 143: O Jesu Christ, meine 2c. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, gewänn den Sieg dem Bösen ab und fündigte nicht bis ans Grab; 3. So will ich, wenn ich zu ihm fomm, nicht denken mehr an gut und fromm; nur dies: hier kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wär. 4. Ja, sei gelobet Jesus Christ, daß du ein Mensch geboren bist und Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf.+ 1760. 364. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade ge= lingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! Gnade mit uns sein; denn sie flößt 5. Damit wir nicht erliegen, muß zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch mit allen! die Gnade sei mit mir! immer rufen wir: Die Gnade sei Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 365. Eigene Melobie. 45. Rom. 3, 28, Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 175 nicht behüten. Der Glaub sieht die dieses Glaubens leben; doch wird Jesum Christum an; der hat genug für uns gethan, er ist der Mittler des Glaubens heller Schein durch Werke kund sich geben; der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächstenlieb sieht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Geset erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder; es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, du findest doch nicht Rast und Ruh in des Gesetzes Werken! 10. Die Werte kommen sicher her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben. Doch macht gerecht der Glaub allein; die Werke sollen Früchte sein, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit; was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud, wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. worden. 2. Was Gott uns im Geset gebot, das konnte niemand halten. Darob erhob sich große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, drauf das Geset bringt allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war der falsche Wahn dabei, Gott hab sein Gset gegeben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben; ist es doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eigner Kraft zu lassen; wie wohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn sie nahm Ursach am Gebot, das dräute mir den ewgen Tod, weil ich den Sünden diente. 5. Doch mußts Geset erfüllet sein, sonst waren wir verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden. Das ganz Geset hat er erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, ders konnte halten, so lerne jetzt ein frommer Christ bes Glaubens Art und Walten. Sprich nichts, als: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein; du haft für mich bezahlet! 7. Daran ich keinen Zweifel trag; dein Wort kann nicht betrügen. Nun fagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, 12. Und schien es auch, als wollt er nicht, so laß dich das nicht schrecken; es wacht ob dir sein Angeficht, kannst dus auch nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und spräch dein Fleisch gleich lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Güte willen Gott, Bater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad; geheiligt werd sein Name! 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot uns heute werd; Gott unsrer Schuld verschone, wie wir auch unsern Schuldnern 176 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. thun; laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom übel. Amen. 367. Paul Speratus. † 1554. Mel. 64: Herr Chrift, der einig 2c. Luf. 17, 5. 366. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Heiland bist, und daß dein unschäßbares Blut an unsern Seelen Wunder thut. 2. Gelobet sei des Vaters Rat, der dich der Welt geschenket hat, und weil er viel Erbarmen hegt, dir alle Schulden aufgelegt. 3. Gelobet sei der heilge Geist, der uns zu dir, o Jesu, weist, zu dir, du Arzt, der jedermann durch seine Wunder heilen kann. 4. Gottlob! daß ich nun weiß, wohin; ich, der ich krank und unrein bin, den Furcht und Scham und Zweifel quält, dem alle Kraft zum Guten fehlt. 5. Der Kranke wird nicht erst ge fund, er macht dem Arzt die Seuche tund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; ich weiß, du thust dein Werk an mir. 6. Vergebung heilt mein ganzes Herz, fie tilgt die Furcht, sie stillt den Schmerz; sie macht mich ruhig, leicht und licht, und voll von süßer Zuversicht. 7. Die Seele wird von Banden frei, fie lobt und singt und spürt dabei, daß eines neuen Geistes Kraft fie neu belebt und Früchte schafft. 8. So macht der Glaub an Christi Blut in armen Sündern alles gut; und was noch Böses übrig bleibt, ist Not, die uns zum Helfer treibt. 9. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Heiland bist, und daß du, hocherhabner Fürst, der Sünder Heiland bleiben wirst. Ernst Gottlieb Woltersdorf.+ 1761. Herr, stärke mir den Glauben! er ist ein Werk von dir; so kann fein Feind mir rauben, was du selbst schaffst in mir. Bis an die Todes= pforte halt ich dir deine Worte, die teuren Worte für. 2. Wenn ich bei meinen Fehlen mich fast zu glauben scheu, mach mir in meiner Seelen die Glaubensgründe neu: des Geistes Gnadentriebe, des Sohnes Blut und Liebe, des Vaters ewge Treu. 3. Jm Beten lehr mich trauen, daß du mir gnädig bist; im Wandel laß mir grauen vor dem, was eitel ift. und stell mich dar in Kämpfen, des Satans Pfeil zu dämpfen, mit Glauben ausgerüst. 4. Wenn ich auch oft nichts fühle von froher Zuversicht, entzieh nur bis zum Ziele mir deine Gnade nicht! Gieb mir nur ein Verlangen, an dem doch stets zu hangen, was mir dein Wort verspricht. 5. Gieb, daß auch in dem Sterben mein Glauben Kräfte hat; alsdann mach mich zum Erben in deiner Gottesstadt. Hier müssen wir noch dürsten; bei dir, dem Lebensfürsten, wird man im Schauen satt. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 368. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Rom. 8, 31-39. Ich bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. D Gnade, Glaube, 2. Was wird ich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag in tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet hat, gnug meinen Unmut stillen und fassen Trost und Rat. Denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben, noch eines Engels Macht, wie hoch fie möchte schweben, kein Fürstentum, tein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts, was die Zukunft trägt, nichts, was da hoch gelegen, nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je geschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Jesu Blut und Sterben. Ihn fleh ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach. † 1659. 369. Mel. 186: O baß ich tausend Bungen zc. Ich bin gewiß in meinem Glauben, der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Jch bin gewiß. 2. Jch bin gewiß in meiner Liebe, die nur für Jesum lebt und webt, daß, wenn ich mich im Glauben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies. Er liebet mich: Ich bin gewiß. 3. Jch bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist, die hilft mir allen Jammer heben; wenn sich Rechtfertigung. 177 mein Herz an seines schließt, so achte ich kein Hindernis; Gott sorgt für mich: Ich bin gewiß. 4. Jch bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von meinem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Jch bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht; was künftig ist, steht mir noch offen, dahin Die sich auch mein Geist erhöht. Hoffnung macht das Leiden süß, weil sie stets fingt: Ich bin gewiß. 6. Jch bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten fann; er macht mich nur zu einem Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies; mein Jesus lebt: Ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Jch bin gewiß. Benjamin Schmold.+ 1737. 370. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Ich bin im Himmel angeschrieben, ich bin ein Kind der Seligkeit; was kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Chrifto auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Was schreckt mich des Gesetzes Wetter? Ich seh ins Lebensbuch hinein, wo Christi heilges Blut die 12 178 Der dritte Artikel: Blätter gezeichnet mit der Gnade Schein; hier les ich, was mir Tröstung giebt: Dich hab ich je und je geliebt. 4. Dbgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Schulden aufgeschrieben stehn, läßt Jefus mich doch Gnade finden und mich ins Buch des Lebens sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinderzahl. 5. Auf Jesum will ich fröhlich sterben, ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl; o freudenvolle Gnadenwahl. 6. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin! So leb ich denn und sterbe drauf, auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomon Frand.+ 1725. 371. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. Ich habe nun den Grund gefunden der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der fich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder tommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen fein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. D Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinGott der heilige Geist. dèn; da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, und wenn mich meine Sünden tränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und schein ich völlig ausgethan, ist die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei sem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So fing ich einst auch nach der Zeit: D Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe. † 1758. 372. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2c. Ich weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, Gnade, Glaube, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 3. Jch bleibe Christo nun verbunden und bin in ihm gerecht und rein; werd ich in ihm nur treu erfunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 373. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Luf. 15, 1-7. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; Jesus nimmt die Sünder an! Saget ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 4. Jch fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Vor Christo such ich stets zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachstum vor sich gehn. Rechtfertigung. 7. Jch bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang, an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. D Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl Heinrich von Bogapty. † 1774. 179 doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie traft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig 12* 180 Der dritte Artikel: zu ihm kommen und auf den Troft sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister.+ 1756. 374. Eigene Melodie. 116. Mein Jesu, dem die Seraphinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlik dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligtum, und laß mich deine Gnab erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm; reich deine Gnade meiner Seele, die sich in Demut vor dir neigt, dir Lieb und Dankbarkeit bezeigt; sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt! Hör, wie mein sehnendes Gemüte: Gott sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein mir, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall in deine Gnadenhände, und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir! Ich bin gerecht durch deine Wunden; es ist nichts sträflich mehr an mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich hier in dieser Zeit in Lieb und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. Jste o Gott der heilige Geist. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben fieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja ja, mein Herz will dich umfassen; erwähl es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wann dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glau ben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt; und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler. t 1722. 375. Eigene Welse. 127. Ephef. 1, 3-7. Nun freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe fingen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein; die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, mit ihnen wars verdorben; der freie Will haßt Gotts Gericht, zum Guten ganz erstorben; die Angst mich zu Gnade, Glaube, verzweifeln trieb, da nichts denn Sterben bei mir blieb; zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Glend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir sein Vaterherz; es war bei ihm fürwahr 376. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. kein Scherz, er ließs sein Bestes kosten. Unverwandt auf Christum sehen, 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: ¹3 ist Zeit, mich zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. Rechtfertigung. 181 dich vor der Menschen Sak, davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Lezze. Martin Luther.+ 1546. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. bleibt der Weg zur Seligkeit; allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht. Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 3. Bring uns völlig in die Schranten, die dein Liebesrat gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, kann dich lieben und erhöhen und in deine Freud eingehen. Johann Andreas Rothe.+ 1758. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt 377. mit festem Glauben; den Tod verEigene Melodie. 172. schlingt das Leben mein, mein Un- Warum sollt ich mich denn grämen? schuld trägt die Sünde dein, da bist bu selig worden. Hab ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich tam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will era wieder 182 Der dritte Artikel: zu sich lehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, follt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglua as kann ich doch für Dant, o Herr, enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. dir dafür sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen, da ich in mancher Sünd und Übertretung lag und dich, o frommer Gott, erzürnte alle Tag? 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. 2. Sehr große Lieb und Gnab erwiesest du mir Armen: ich fuhr in Bosheit fort, du aber in Erbarmen; ich widerstrebte dir und schob die Buße auf, du schobest auf die Straf, daß die nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, haft du allein verrichtet; du haft des Satans Reich und Werk in mir zernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz zerbrochen und erweicht. 4. Selbst fonnt ich allzuviel beleidgen dich mit Sünden; ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich und ins Verberben gehn; ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln soll; dafür sei, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich die alte Sünd nun haß und willig ohne Furcht die toten Werke laß. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz emiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. Gott der heilige Geist. ingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt. † 1676. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich 378. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geiſt, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärk und darin mächtig sei, und mein Gemüte stets zu deinem Dienst erneu. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden; laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 183 bald verführt; wenn du mich führest felbst, thu ich, was mir gebührt. 3. D wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 8. D Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein Flehen! D Jefu, Gottes Sohn! laß deine Kraft mich sehen! D werter heilger Geist, regier mich allezeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit! Justus Gefentus.+ 1678. 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen, und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. So werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal neken, wenn sich das Herz nur an dir stets legen und stillen kann! 379. Mel. 124: Nun bitten wir den 2c. Was uns mit Frieden und Trost erfüllt, was unsre Seelen alleine stillt, was wir immer müssen im Herzen finden, ist die Versöhnung für unsre Sünden durch Jesu Blut. 2. Wer auf das Opfer des Lammes vertraut, der hat gewiß nicht auf Sand gebaut, sondern auf den Felsen, der ewig stehet; denn wenn die Welt auch zu Grunde gehet, so bleibet er. 3. Verachtet man Gottes eingen Sohn, so ist es ja der verdiente Lohn, daß man unterm Zorne muß liegen bleiben; denn denen nur, die an Jesum gläuben, ist Heil bereit. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf. +1760. 7. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns ge380. Eigene Melodie. 4. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein; und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. andt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank Christian Gregor. † 1801. 381. Mel. 136: D daß ich tausend Jungen 2c. C. Friede und Freude in dem Ach jagt mir nichts von Gold und heiligen Geiste. Schäßen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja tein Ding ergößen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schak, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Gin jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüften, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. 184 Der dritte Artikel: Drum lieb ein jeder, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, die Wahrheit selbst, das ewge Wort; er ist mein Stamm, ich bin fein Reben, er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will; ich bleib bei Jesu, meinem Ziel. 5. Er ist der König aller Ehren, er ist der Herr der Herrlichkeit; er kann mir ewges Heil gewähren und rettet mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will; nur Jesus ist und bleibt mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; sein hoch und heilig Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Er will mich über alles heben und seiner Klarheit machen gleich; er wird mir so viel Schäße geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, so lang ich wandre in der " Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichleit. Drum lieb ich billig in der Still nur Jesum, meines Herzens Ziel. Johann Scheffler.+ 1677. 382, Mel. 91: Jesu, meine Freude. Augenugsam Wesen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine, völlig, innig, reine Seele, Geist und Mut. Wer dich Gott der heilige Geist. hat, ist still und satt; wer dir tann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann im Frieden leben, er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist bu da und innig nah, muß das Schönste bako erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein, was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben, du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; Einer nur tann geben Freuden, Ruh und Leben; Eins ist not, nur du. Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten, ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar; meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar. Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen.+ 1769. 383. Eigene Melodie. 44. Rolos. 3, 3. 4. glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, ist teinem, als ihnen nur selber, bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schauspiel der Engel, Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 185 ein Etel der Welt; doch innerlich sind fie voll herrlicher Dinge, der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt; das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der über die Himmel gegangen, mit brennenden Lampen der einst zu empfangen. Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wann einst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 3. Sonst sind sie noch Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie effen und trinken nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 8. D Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich das verachtete Kreuz uns entstellt! Hier wenig gekennet und übel genennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Christian Friedrich Richter.+ 1711. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lobert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Lob- Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, lieder mit ihnen gar fröhlich und wonniglich singen; das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und Leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Ärmsten, was ihnen gefällt; sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. mein Seelenschak, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfft auch meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 6. Wann Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wann er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, dann werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt; sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt! Denn das ist des 384. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich zc. Psalm 73, 23-26. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier sehnt sich mein Herz, zu sein bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach 186 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 385. Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte feine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Mel. 164: Valet will ich dir geben. Rom. 8, 31-39. Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widerfacher Rott? 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten; dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest stets mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und liebt die Welt, wer nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben, und kann, weil er die Lust und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer Satan folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich, und denkt an wahre Buße nicht, den bringst du um durch bein Gericht, Herr Jesu Christ, und bist dabei, und bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schak, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister.+ 1756. ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott 2. Nun weiß und glaub ich feſte, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei; und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. ist Christus und sein Blut; das ma3. Der Grund, da ich mich gründe, chet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gericht mehr scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt: weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 6. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 7. Und wenn an meinem Orte sich Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 187 Furcht und Schwachheit findt, so tet ruhiglich seiner Wege Ziel und seufzt und spricht er Worte, die un- Ende, legt sich still und sorgenlos in aussprechlich sind zwar mir und mei- des liebsten Vaters Schoß. nem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet feine Luft. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohlzufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 8. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott bem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze fchauet, was es geglaubet hat. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 9. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht, wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hangt an Gottes Angesicht, auch noch dann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 10. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Unmut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten foll mir ein Hindrung sein. 11. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, tein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid; was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der teines soll mich lenten aus deinem Arm und Schoß. 12. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein; die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. † 1676. 386. Mel. 95: Jesus meine 3uversicht. Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwar6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler.+ 1722. 387. Mel. 118: Mein Salomo, dein 2c. Mein Friedefürst, dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren; dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht gewähren kann. Schau an die Welt, 188 Der dritte Artikel: schau ihren Reichtum an; er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Überfluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. D Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Geset sich so ermüdet hat, und nun zu dir, der 2ebensquelle, naht und schmeckt in dir die wundersüße Güte, die alle Angst und alle Not verschlingt und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 4. Wenn sich in mir des Herren Klarheit spiegelt und seines Angesichtes milder Schein, dann wird das neue Leben recht gedeihn; der Weisheit Tiefen werden mir entsiegelt; es wird mein Herz in Gottes Bild verklärt, und alle Kraft der Sünde abgewehrt. 5. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein Erbarmen; und weil du selbst mir Eins und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Herz genießt. Christian Friedrich Richter. † 1711. 388. Eigene Melodie( zehnzeilig). 184. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir fuchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also, ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In bir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle, du Gott der heilige Geist. bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blizt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil; wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du giebst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen; genug wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest feinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler.+ 1722. Heiligung und gottseliger Wandel. D. Heiligung und gottseliger Wandel. 389. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht 2c. Ach Gott, gieb du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an Jefum Christ. Zu helfen er ein Meister ist, wie er sich selbst läßt nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig Leben immerfort, zu Ehren deinem Namen, daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum. Amen. Samuel Behner.+ 1635. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen. Gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 189 tröne doch mit reichem Himmelsfegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Frand.+ 1725. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde. Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, 391. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet, Herr. Ach komm, füll unsre Seelen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich er390. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Pfalm 38, 22. Ach Gott, verlaß mich nicht, gieb durch unser Wort sich lichten. mir die Gnadenhände; ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schut; ach Gott, verlaß mich nicht! warmen. 2. Du willst den Tod des Sünders nicht, du gehst mit uns nicht ins Gericht; wie dürften wir denn richten? Laß immer mild des Bruders Bild 3. Das ist der Liebe freundlich Amt, daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach wer steht unbescholten, und was sind wir, Herr Gott vor dir, daß wir verdammen sollten? 4. Herr, leucht in uns mit deiner Gnad, wenn uns des Nächsten Wort und That bringt Kränkung, Leid und Schmerzen; laß ganz und rein uns ihm verzeihn in Wahrheit und von Herzen. 5. Du reicher Geber aller Hab, all unser Gut ist deine Gab, o hilf das Herz erschließen; laß sie gemein durch Liebe sein und reich der Armut fließen. 6. Ach komm, füll unsre Herzen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, pon deiner du väterlich Erbarmen; Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen. Viktor von Strauß, geb. 1809. 190 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. und dein hellglänzend Angesicht ers leuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnquell unerschöpfter Güt! 392. Mel. 168: Unter Lilien jener Freuden. Auf! was willst du hier verweilen? Du mußt eilen, wenn du willst getrönet sein. Du mußt mutiger eindringen; denn ohn Ringen geht man nicht zur Freude ein. 2. Auf! du mußt nicht lässig werden; denn auf Erden findest du gewiß nicht Ruh. Richt dein Herze vom Getümmel zu dem Himmel unverrückt und einzig zu. 3. Wenn du wirst anhaltend flehen, wirst du sehen, wie der Helfer zu dir eilt, wie er dein Herz wird umfassen und nicht lassen, ob er anfangs gleich verweilt. 4. Rostet es gleich langes Sehnen und viel Thränen, werde nur darob nicht matt. Ringe bis aufs Blut und Leben, Gott wird geben, was sein Sohn erworben hat. 5. Und wenn dann die Ketten springen, wirst du singen Preis, Lob, Ehr, Dank, Macht und Kraft. Du, o Jesu, du bleibst meine, ich der Deine, der du mir hast Heil verschafft. 6. Herr, so will ich nicht verweilen, sondern eilen, bis in mir das Abba klingt. Du wirst selbst mir Kräfte geben zu dem Leben, das ins Himmelreich einbringt. Unbekannter Dichter. 4. Und mache dann mein Herz zu gleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich dir nur ergeben bin. Heinrich Georg Neuß.+ 1716. 394. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Erneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Luft, feg aus den alten Sündenwust! Ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist 3. Schaff in mir, Herr, den neuen und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von laß sie nach dem, was droben, stehn, Angesicht zu Angesicht. Johann Friedrich Ruopp. † 1708. 393. 395. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu zc. Eigene Melodie. 47. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, Es tostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Chrifti Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Heiligung und gottseliger Wandel. 191 Fersen bringen; da kostets Müh, auf Geistes leben. Zwar der Natur geht seiner Hut zu stehn, daß nicht das es gar sauer ein, sich immerdar in Gift kann in die Seele, dringen. Christi Tod zu geben; doch führt die Wenn mans versucht, so spürt man Gnade selbst zu aller Zeit den schweren mit der Zeit die Wichtigkeit. Streit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Du sollst ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wirst du da so start, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im Angesichte; dieweil da Gottes wesentliche Pracht so schön dich macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; ein lautrer Strom wird von dem Throne gehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, wird uns erfreun, was Gott bereitet, wird uns da gegeben; des Himmels Schätze werden unser sein, wie lieblich werden wir mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer. 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, der Macht der Finsternis dich zu entreißen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn; wie wohl wirds thun! Christian Friedrich Richter. † 1711. 3. Dein Vater fordert nur das Herz daß er es selbst mit seiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergieb ihn willig in den Tod; so hats nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so wirds gewiß mit seiner Hilf erfreut zu seiner Zeit. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich will Nacht und Finsternis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, vor keinem Wind und Sturm darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 396. 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du ge= glaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Mel. 47: Es fostet viel, ein Chrift 2c. Es ist nicht schwer, ein Christ zu Vater trauen. D Seele, sieh doch, sein und nach dem Sinn des reinen wie ein wahrer Christ so selig ist. 192 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 8. Auf, auf, mein Geist! was fäumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Frieden sollst du vor dem Vater schweben; die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. soll mich so weit verführen! Um alle Beiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei! Christian Friedrich Richter.+ 1711. 397. 6. Gott! lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit pünktlich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich Mel. 139: Ewigkeit, du 2c. Gott, der du Herzenskündger bist, treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig Herr, dem die Falschheit Greuel ist, dein! Johann Daniel Karl Bickel.+1809. und jede Lüg Verbrechen! Kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du Heiliger wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit 8Bittern an, der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott! wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt 398. Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes 2c. Heilge Einfalt! Gnadenwunder, tieffte Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichtum ist nur Wind; alle Schönheit wird zuschanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, die bei uns sich Wohnung baut, und auf schmalem Pilgerpfade nicht nach dem und jenem schaut. 5. Einfalt denkt nur an das Eine, in dem alles andre steht, Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Opferblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Wen sonst nichts als Jesus leget, wen nichts außer ihm erquickt, weffen Dhr nur er ergöket, wessen Aug auf ihn nur blickt; S. Wer nur lebt aus Jesu Fülle, Heiligung und gottseliger Wandel. 193 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind. Dein Sonnenglanz, der scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich nicht dankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. wer nur will, was ihm beliebt, wer nur kann, was Jesu Wille, wer nur hat, was Jesus giebt; 9. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 10. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt; wer sich nur um ihn betrübet und in ihm nur fröhlich ist; 11. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein selig Gnadenkind. August Gottlieb Spangenberg.+ 1792. 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig, erlitteft alle Schmach geduldig, vergabst und übtst nicht Rache aus. Niemand kann deine Sanftmut messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. D Jesu du, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig ſei, 399. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Heilger Jesu, Heilgungsquelle, mehr wie bu. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deiner Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, du wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. O Jesu du, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Bartholomäus Erasfelius(?)+ 1724. als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, ach bilde mich nach dir, du mein Alles! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, fromm und stille! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und haft gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir 400. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. allzeit wach und bete. O Jesu du, Herr, der du einst gekommen bist, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam in Knechtsgestalt zu gehn, des Weise ſei, wie du. nie gewesen ist, sich selber zu erhöhn; 13 194 Der dritte Artikel: 2. Komm, führe unsre stolze Art in deine Demut ein; nur wo sich Demut offenbart, kann Gottes Gnade sein. 3. Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so treu gezeuget hast; 4. Erinnre deine kleine Schar, die sich so oft entzweit, daß deine legte Sorge war der Glieder Einigkeit. 5. Du opfertest die Jünger noch dem Vater im Gebet; o würden unsre Herzen doch oft im Gebet erhöht! 6. Der du um unsre Seligkeit mit blutgem Schweiße rangst und thränenvoll im bangen Streit des Todes Macht bezwangst; 7. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demut weiß und führ ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. 3. Gekreuzigter, den seine Lieb in Not und Tod geführt, ach würd auch unsrer Liebe Trieb treu bis zum Tod verspürt! 9. Drum leit auf deiner Leidensbahn uns selber an der Hand, weil dort nur mit regieren kann, wer hier mit überwand. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 401. Mel. 192: 3euch meinen Geist, triff 2. Hier ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verberben; laß mich in deinem Tode sterben. D möchte doch in deiner Pein mein alter Mensch ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; und doch ist von Unlauterfeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Gott der heilige Geist. Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbſt zu raten, hier gelten nicht der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit erstehst und mich aus solchen Neten ziehst. S 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dei Erbarmen sente, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, wie es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Nichter.+ 1711. 402. Mel. 37: Durch Adams Fall ist sc. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange, und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Heiligung und gottseliger Wandel. Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, meine Miſſeherzlich bewein thaten. Mein Trost und Licht, ach laß mich nicht in ewgen Tod geraten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir im Herzen mir entzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Truk noch Eigennuk von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe. Was sich noch findt von alter Sünd, laß mich hinfort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud in mir durch dich sich regen. 5. Den Glauben stärt, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wante bald; Beständigkeit ists beste. Den Mund be wahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket. Gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht von Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß von mir ferne bleiben; verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du von mir vertreiben. 195 403. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Hab ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmold.+ 1787. 404. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, den ArMel. 168: Unter Lilien jener Freuben. men helfe mit der That, für Freund Hüter, wird die Nacht der Sünden und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort, an allem Ort, bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. † 1647. nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, davon ich umhüllet bin? 2. Möcht ich, wie das Rund der 13* 196 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Erden, lichte werden. Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Ges schäfte fliehn? 6. Ach daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein reines Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht ſehen kann. Christian Friedrich Richter.+ 1711. 405. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, tümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Drdne unsern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nikolaus Ludwig Graf von 3inzendorf. + 1760. 406. Eigene Melodie. 88. Jesu hilf siegen, du Fürste des Lebens! sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Wütet die Sünde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 2. Jesu hilf siegen! Ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen, und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu hilf fiegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. Mel. 154: Seelenbräutigam. 4. Jesu hilf siegen und lege gea Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, fangen in mir die Züste des Fleisches und wir wollen nicht verweilen, bir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich ein Heiligung und gottseliger Wandel. 197 Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen. Johann Heinrich Schröder.+ 1699. bringen ins himmlische Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jefu hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen verhülle, wo sich die Seele zur Ruhe hin lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 6. Jesu hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft fehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich kämpfen und prüfen die Geister! 7. Jesu hilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du beim Vater Fürsprecher willst sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will becken, wollst du mich, Jeſu, ermuntern und wecken. 8. Jesu hilf fiegen! Wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich bin wie ein verschüchtertes Reh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 407. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht zc. Matth. 11, 28-30. Kommt alle zu mir, kommt zu mir, und fürchtet euch doch nicht, die ihr mit Sünden seid beladen; kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird, kein Übel soll euch schaden. 2. Nehmt in Geduld auf euch mein Joch, seht nur auf mich und lernet doch, wie ihr euch sollt erzeigen. Seid fein fanftmütig, wie ich bin, liebt Demut, laßt nicht euren Sinn zur Hoffart sich versteigen. 3. So werdet ihr zu jeder Zeit für eure Seel in Freud und Leid Trost und Erquicung finden. Mein Joch ist sanft, leicht ist die Last; wer fie geduldig auf sich faßt, dem helf ich überwinden. 4. Ich komm zu dir, Herr Jesu Christ, der du mein heilig Vorbild bist, das laß mich stets betrachten, daß ich mich selbst, und was die Welt an eitler Lust mir vorgestellt, mög gegen dich verachten. 5. Gieb, daß ich wahre Demut üb, den nächsten stets mit Sanftmut lieb, dein Joch trag bis ans Ende, für meine Seel hier Ruh erlang und dort die Ehrenkron empfang, wann ichs durch dich vollende. David Denice.+ 1680. 9. Jesu hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu hilf fiegen, wenn ich einst foll scheiden von dieser jammer- und leidvollen Welt; wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Abend kommt herbei, es ist gefährlich 1 408. Mel. 168: Von Gott will ich nicht lassen. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der 198 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 409. stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende Mel. 160: Straf mich nicht in ac. Mart. 14, 38. 2. Gs foll uns nicht gereuen der Mache dich, mein Geist, bereit, wache, schmale Pilgerpfad, wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Rommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unvermerkt betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt, er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern, schaut auf die Feuersäule, die Gegenwart des Herrn. Wir gehen Hand in Hand, kommt, laßt uns munter wandern, eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. 5. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, und auch zugleich der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 6. Kommt, laßt uns munter wan dern, der Weg fürzt immer ab; es folgt ein Tag dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut! 7. Es wird nicht lang mehr währen, harr noch ein wenig aus, es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! Gerhard Tersteegen. † 1769. 2. Aber mache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten! Wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten. Denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf umstricke, weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neke stellen. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. is Heiligung und gottseliger Wandel. 9. Doch getrost! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Johann Burkhard Freystein.+ 1720. 410. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Sprüche 23, 26. Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedent. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz! sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht, ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. 3war ist es voller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, kennt seinen Sündenstand und trägt vor allem nunmehr Scheu, daran es Lust sonst fand. mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 6. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 7. Dein göttlich Licht gieß in mich aus und Glut der reinen Lieb, lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 199 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn alle Heuchelei, damit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig sei. 11. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 12. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wie es dir gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. Johann Kaspar Schade. † 1698. 8. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß 411. Mel. 78: Ich bin ja, Herr, in 2c. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Mein Leben Jakobs Hirten loben. ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft auch mein Stundenglas, und was vorbei ist, Ich eile zu kommt nicht wieder. der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach, der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft ge= 200 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. bricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist hat nirgend Ruh. Doch alle Müh ist reich bezahlet, wenn ich mir schon die Himmelsthür im festen Glauben stelle für. verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach eile du, mein Herr, zu deinem Knecht herzu. 6. Durch deinen heilgen Geist mich leit, gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; zieh mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshike, laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nicht ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnaden füll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der wahren Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. S. Bin ich in diesem Pilgerland der blinden Welt schon unbekannt; dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang; hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe.+ 1729. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe meine Seele. Mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle, mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer fie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler.+ 1677. 412. 413. Mel. 110: Machs mit mir, Gott zc. Matth. 16, 24. 25. Mel. 164. Valet will ich dir geben. Mir nach! spricht Christus, unser Nicht Opfer und nicht Gaben, auch Held, mir nach ihr Christen alle; Ruhm und Ehre nicht, noch, was sonst Heiligung und gottseliger Wandel. 201 von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, wie die Welt uns auch verachte hier in dieser Pilgerzeit und mit Hochmut uns betrachte ob des Kreuzes Niedrigkeit. 4. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der fündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob auch unser Geist zu Zeiten sich auf etwas Beffres schickt. Sünder haben, befreit uns vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, sie ist von Ewigkeit; was außer ihr uns treibet, verschwindet mit der Zeit. A 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, reißt jeden Bann entzwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei; fie muß gerecht uns machen und los von Sündenlust, zum Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christentumes Kern, fie gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilfts, mit Engel zungen hoch reden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren und starter Glaubenssinn stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwätze, wer kalt und liebeleer der größten Weisheit Schäße darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb allein, des heilgen Geistes Triebe find Liebe heiß und rein. Das ist die Lebensquelle vom Vater und vom Sohn! Mach unsre Seelen helle, du Strom von Gottes Thron! Johannes Rothen, geb. 1797. 414. Eigene Melodie. 138. Micha 2, 13. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamsfinn, bis uns, Herr, dein Angesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts 5. Ach erheb die matten Kräfte, reiß die Bande doch entzwei, daß auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei. Weg mit Men= schenfurcht und Zagen, Zweifel und Bedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich, vernichte alle Macht der Finsternis; ach, entnimm uns dem Gerichte, mach des Sieges uns gewiß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, treib die Weltlust von uns aus; laß uns wahre Freiheit finden droben in des Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in diesem Streit; wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Stlaverei ein End, denn die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir 202 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Ja führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! Johann Olearius.+ 1684. dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Laß, die teuer du erworben, nicht der Menschen Knechte sein. Denn bist du für uns gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heilgen Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, welchen deine Füll erfüllt. 416. 10. Liebe, zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ Eigene Melodie. 150. Luf. 13, 24. ins Paradies uns ein. Doch wohlan! Ringe recht, wenn Gottes Gnade du wirst nicht säumen, werden wir nicht lässig sein; wirst uns wecken wie aus Träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold.+ 1714. 415. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. D großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur fteten Wohnung auserlesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt fich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte und Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir ewünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir in Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen mei ner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du denn die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen; denn es ist noch viel zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste; halte männlich, was du haft. Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe #Heiligung und gottseliger Wandel. Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis zum Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu fommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schat doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! streitet recht und fürchtet euch; bringet alle Tage weiter, bis ihr tommt ins Himmelreich. 14. Denkt bei jedem Augenblicke, oba vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holet neues Öl herbei. 15. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 203 fianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 16. Eilet, zählet Tag und Stunden, bis des Bräutgams Ruf erklingt, der, wenn ihr nun überwunden, euch zum Schauen Gottes bringt. 17. Eile, gehe ihm entgegen! sprich: Mein Licht, ich bin bereit, meine Hütte abzulegen, mich dürft nach der Ewigkeit. Johann Joseph Windler.+ 1722. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit! so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. GottLob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus ihnen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an bir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arende. 1721. 417. Mel. 169: Wachet auf, ruft une 2c. Rüftet euch, ihr Christenleute! die Feinde suchen euch zur Beute; ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Ho418. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Philipp. 2, 12. Schaffet, schaffet Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder nur auf gegenwärtge Zeit; sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget felig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und 204 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Grab; dentet stets an diese Worte: Gehet durch die enge Pforte! der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut. Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärt und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter.+ 1795. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts, denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben lämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 419. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure tel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Matth. 5, 8. Neigung zu bezwingen, so bricht eure Selig find die reinen Herzen, die Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt; an dem Fleisch Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. 7. Furcht muß man im Herzen tragen, denn Gott kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; Gott ists, der des Geistes Öl und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gieot. O so laßt zu ihm uns gehen, ihn um Gnade anzu flehen! s. Und dann freuzigt eure Glieder, drin die Sündenlust sich regt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt; was euch ärgert, hauet ab, was euch hindert, senkt ins ihre Krone nicht verscherzen; sie werden Gottes Antlik sehn. Alle Keuschen, Unbefleckten, vom Herrn zum guten Kampf Erwedten, die in der Reinigfeit bestehn, sie sehen einst im Licht sein strahlend Angesicht voller Gnaden. Herr, wir sind dein, behalt uns rein und lehre uns dir ähnlich sein! Nikolaus Ludwig Graf von 3inzendorf. † 1760. 420. Mel. 89: Jefu, tomm doch selbst zu mir. Psalm 133. Sieh, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder im Verein friedlich mit einander gehn und in Herzenseintracht stehn. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr, hier das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so er is Heiligung und gottseliger Wandel. loschen, daß ein Trieb, der das Herz für andre rührt, nur so selten wird geſpürt. 4. Ach so viele gehen hin in der Welt nach ihrem Sinn, denken an die andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. D Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Bertrennung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. 7. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe felbst durch deine Hand fest das heilge Bruderband. 8. So, wie du, Herr Jesu Christ, Eins mit deinem Vater bist, sei vereinigt treu und wahr deine ganze Jüngerschar. 9. Kraft, Lob, Chr und Herrlichteit sei bir jetzt und allezeit, o Herr Jesu; laß uns bein, ewig in dir Eines sein. Michael Müller, † 1704, und Johann Christian Nehring.+ 1736. 205 Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 421, Mel. 110: Machs mit mir, Gott 2c. 1. Joh. 4, 20. 21. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? So jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt fie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Christ noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 422. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. Luf. 12, 19. 20. Wenn ich mir auf viele Jahre einen großen Vorrat spare, wes wird sein mein Überfluß, wenn ich einst geſammelt werde in ein Räumlein kühler Erde, oder heute sterben muß? 2. Herr, bewahr mich vor den Stricken, wenn der Geiz mich will berücken; das, was da ist, sei genug! Gieb mir Vorsicht auf mein Scheiden und mach auf die Ewigkeiten mich durch deine Gnade klug. 3. Lehr mich bei den irdschen Gaben Mangel oder Fülle haben, hungern oder satt zu sein. Jesus ist für uns gestorben; was am Kreuz er uns erworben, bleibt im Sterben uns allein. 4. Könnt er auch die Welt gewinnen, führ er dennoch arm von hinnen, 206 Der dritte Artikel: wer nicht teil am Himmel hat. Wer an Jesum Christum glaubet, dem wird nichts im Tod geraubet; reich in Gott sein, das macht satt. Gott der heilige Geist. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich gekräftigt werden; es ist Gerechtigkeit und Stärk mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, damit auch wir durchbrechen, uns freudig nahn dem Gnadenthron, nicht mehr von Schwachheit sprechen, wenn deine Hand das teure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heuchelei, im Streit stets 5. Herr, ich glaube, laß im Sterben mich mit deinen Kindern erben; dort ist unser wahrer Schatz. Was wir opfern um dein Lieben, dafür hast du uns verschrieben einen himmlischen Ersatz. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 423. Mel. 174: Was mein Gott will 2c. Wer sich auf seine Schwachheit steift, siegreich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen. Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Neke stellt, gieb Kraft, sie zu vernichten; so wird in Not, ja selbst im Tod uns deine Kraft aufrichten. Bernhard Walther Marperger. † 1746. der bleibt in Sünden liegen; und wer den Heiland nicht ergreift, wird sich gewiß betrügen. Den Himmelsweg und schmalen Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was kämpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke; dadurch vermehrt der böse Geist sehr mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf! richt deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet; des Heilands Hand zerreißt das Band, womit du angefettet. 424. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. 3. Der erste Schritt im Christen- Wir sind dein, Herr, laß uns immer tum macht von der Sünd uns scheiden; bei einem wahren Glaubensruhm muß man die Weltluft meiden. Wenn Christi Geist die Seel entreißt von ihren Todesbanden, spürt sie die Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. unter deinen Flügeln ruhn, laß dein Licht und Gnadenschimmer strahlen über unser Thun; schaff in uns, was dir beliebet, tilge, was dein Werk betrübet; mach, was alt ist von Natur, zur erneuten Kreatur! Valentin Ernst Löscher.+ 1749. de se il 715975 IV. Gebet-, Lob- und Danklieder. X 1. Das Gebet im allgemeinen. 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen, wirf die Sorgen hinterwärts; Gott spricht schon das füße Amen, deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten recht und gut. Bus 425. vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen, denn Gott Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Bete nur, betrübtes Herz, wenn dich kennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz. Angst und Kummer kränken, flag und fag Gott deinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn bir zur rechten Zeit gewähren; glaube nur, es wird geschehn, was die Frommen hier begehren, denn Gott tennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz! 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flammen; bete mit beherztem Mut, Gott kann dich nun nicht verdammen; sei getreu bis in den Tod, beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not, ei so bete ohne Zweifel. Bist du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zur Seite stehn, Johann Gottfried Krause.+ 1746. 426. Mel. 160: Straf mich nicht in 2c. Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Öle, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller ſeiner Diener. 3. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen: was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 4. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erfchallen! 5. D der unerkannten Macht von Das Gebet im allgemeinen. 208 der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud, als Nöten. Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde! 6. D so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder! Heiliget das Gebet, bas zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet! 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichfeit offenbaret sehe; stimmet ein ins gemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! S. Das Gebet hat Christi Gunst wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: beten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlich Kommen. 9. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus den Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Christoph Karl Ludwig von Pfeil+ 1776. 427. Eigene Melodie. 35. Dir, bir, Jehovah, will ich fingen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gieb mir deines Geistes. Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen fing und spiel. meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen fing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil deines Sohnes Name für mich spricht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Craffelius.+ 1724. 428. Mel. 45: Es ist das Heil uns fommen her. 1. Könige 3, 5-14. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen Gott, deine Güte reicht so weit, so recht gethan, so klingt es schön in weit die Wolken gehen; du krönst Das Gebet im uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Überfluß und Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu ertennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor bir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. ich ruf im Namen Jesu Christ zu dir, auf sein Wort, Eid und Tod, hör, Helfer treu, in Angst und Not. 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist, hilf, daß wir thun, was es uns heißt; gieb Frieden, Schuk und täglich Brot, behüt das Land, du treuer Gott. 3. Errett von Teufel, Sünd und Tod, aus Leibes und der Seelen Not, ein selig Stündlein uns bescher; dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr. allgemeinen. 209 mehr. Du bist allein der Vater mein, laß mich dein Kind und Erbe sein. Johann Matheftus.+ 1565. & 429. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. Herr Gott, der du mein Vater bist, gnädig Herrn und Knecht. 4. Auf dein Wort sprech ich Amen, Herr; aus Gnaden meinen Glauben 430. Mel. 148: Welt, ich muß dich laffen. Herr höre! Herr erhöre! breit deines Namens Ehre an allen Orten aus. Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschütze Kirche, Thron und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nuk. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen Widersachern Truz. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und reichlich Segen ernten ein. 4. Den König hoch beglücke, laß deine Gnadenblicke auf all die Seinen gehn, schüß ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, hilf jedermann zum Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen; ja segne 6. Ach wende, Herr, in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. 2aß alle giftgen Seuchen von unsern Grenzen weichen, verleih gefunde Luft. Laß Not und teure Zeiten sich nicht bei uns ausbreiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Leidenden erquicke, und bringe die zurücke, die in der Irre gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 14 210 Das Gebet im allgemeinen. 9. Ach segne jede Ehe mit Frieden, Herr, und stehe den Müttern gnädig bei. Zeuch unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sie der Eltern Freude sei. 10. Hilf als ein Arzt den Kranken und, die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüke, die Reisenden beschüße, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jest begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen; so ist uns unser Wunsch gewährt. Benjamin Schmold.+ 1737. 431. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr, ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen fein; laß, meines Glaubens mich zu 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, dir folgen sei mein bestes Teil. Nach deines Reichs Gerechtigfeit laß, Herr, mich trachten allezeit. 7. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft zu siegen über Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 3. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir überfluß, so gieb mir Weisheit im Genuß, und laß, die Dürftgen zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft meiner Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so bleibe meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 432. Eigene Melodie. 85. Psalm 31, 1-6. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein In dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, Hort, und stärkt ihn durch dein göttlich Wort. daß ich nicht zuschanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Dies bitt ich dich, erhalte mich dir treu, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu Das Gebet im allgemeinen. mir, erhöre mich und tritt herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob noch so sehr der Feinde Heer mich bräng auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, fagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht mit argem Zug- und Truggedicht Net und geheime Stricke. Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, schüß mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände; o wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. 2ob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns fieghaft durch Jesum Christum. Amen.. Adam Reusner.+ um 1575. 211 immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist. Der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser, Jesus Christ; und der in mir das Abba schreit, ist, Gott, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, weß ich, dein Kind, bedürftig bin; du kannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn. Doch gieb, du Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst entreißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu Willen thut. 6. Das Kreuz, ich darf dich wohl nicht bitten, daß es mich ganz verschonen soll; hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl. Doch wird Geduld gar nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 7. Das andre wird sich alles fügen; ich möge arm sein oder reich, an deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wirds doch genug zur Notdurft sein. 433. 8. Jch bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Mein Gott, ich klopf an deine Pforte und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Seligen mich zugesellt. mit Seufzen und mit Bitten an, ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. Benjamin Schmold.+ 1737. 434. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den UrMel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2c. sprung hat? Du bist der Geber Mein lieber Gott, gedenke meiner aller Gaben, bei dir ist immer Rat im Besten jetzt und allezeit; denn und That. Du bist der Brunn, der außer dir ist nirgends einer, der mich 14* 212 Das Gebet im allgemeinen. mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache durch die Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum; so wird dein Wort in mir gedeihn und reich an guten Früchten sein. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und neig dein Vaterherz zu mir; weil ich in Christo vor dich trete, so bringt mein Flehn gewiß zu dir. Doch gieb mir nichts, als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin. Weil ich, so lang ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide. Wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Doch hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn auch die Welt mir Böses thut. 6. Gedenke mein auch in dem allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an; denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich gar wohl bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und wenn mich alle Welt vergißt; verseze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so möcht ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben. In deine Hände hast du mich zu Heil und Segen angeschrieben, drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und weiß, daß, wie du alles lenkst, auch mein im Besten du gedenkst. Erdmann Neumeister. † 1756. 435. Eigene Melodie. 140. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, folchem Leib ein unverletzte Seel und gesunden Leib gieb mir, und daß in rein Gewissen bleib. mir zu thun gebühret, wozu mich dein 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rats bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget fei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Zeben höher bringen, durch manchen fauern Tritt hindurch ins Alter bringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an Das Gebet im allgemeinen. jenem Tag erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab aus strecken; laß hören deine Stimm, und meinen Leib weckt auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann.+ 1647. 436. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Sende, Bater, deinen Geist, da ich vor dein Antlik trete, daß, wie es bein Wort mich heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Liebster Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt, in dir mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen. 3. Heilger Geist, erleuchte mich, und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Johann Hermann Schrader. † 1737. 437. Eigene Melodie. 165. Matth. 6, 9-13. 213 daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit feinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, willst, daß wir bitten und empfahn, gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 2. Geheiligt werd der Name dein; bein Wort bei uns hilf halten rein, 5. Gieb uns heut unser täglich Brot und was bedarf des Leibes Not. Behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn und nicht in Geiz und Sorgen gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr; wie wir auch unsern Schuldigern vergeben Schuld und Fehle gern. Bu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Geift anficht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüft und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem übel uns erlös; es find die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärt unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, dies Beten bring zu dir hinan auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther.+ 1546. Das Gebet im allgemeinen. 438. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Wenn dich Unglück hat betreten, wenn du liegst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten; Beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht, auch im Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost er quicken. 214 2. Keiner wird jemals zuschanden, der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut; obs gleich scheint, als hör er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst, allzeit gläubig vor ihn treten, findet Hilfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dirs nicht verfagen. und Dank, meinem Gott in allen Dingen fröhlich Halleluja singen. Johann Olearius.+1684. 439. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heilger Einsamkeit zu ihm aus voller Seele bete, was fühl ich da für Seligkeit! Ganz werd ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eitlen Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sklaven macht, und fühle: Gott vereinigt sein, das, das sei wahre Freud allein. 3. Dann weichen auch die schwersten Sorgen, das bängste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der Gutes seinen Kindern giebt, bleibt Vater, wenn er sie betrübt. 4. Drum bitt ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir; auch bitt ich nicht in meinen Freuden: erhalte, Bater, dieſe mir; nur um ein Gott ergebnes Herz bet ich in Freuden und im Schmerz. Freifrau Elise von der Recke.+ 1833. 440. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der Mel. 35: Dir, dir Jehovah zc. die ganze Welt verkehrt; Gottes Wahr- Wer ist wohl würdig, sich zu nahen heit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen; bet, du wirst gewiß obsiegen. zu Gottes hocherhabner Majestät? Wie darf der Mensch sich unterfahen, den Ewgen anzurufen im Gebet? Die Finsternis erbebet vor dem Licht, das Herz will beten und vermag es nicht. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade; sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Leben lang immer sagen Lob 2. Doch Christus hat uns ausgefühnet, als er für uns vergoß sein teures Blut; er hat uns Gottes Huld Gebetslieder. Morgenlieder. verdienet und uns gebahnt den Weg zum höchsten Gut. Das Heiligtum ist uns jest aufgethan, in Christi Namen dürfen wir uns nahn. 3. Er selbst ist uns vorangegangen, vertritt beim Vater seine Gläubgen nun. Seht, wie er brennet vor Ver langen, was sie in seinem Namen flehn, zu thun; in reicher Fülle beut er ewig dar des Heiles Güter, groß und wunderbar. 4. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sündenelend machet mich nicht scheu; im Glauben will ichs fröhlich wagen, Gott selber steht durch feinen Geist mir bei. Und ruf ich Abba gläubig in dem Herrn, so höret und erhöret Gott mich gern. 5. Stets lehre du mich also beten, wie es, o Gott, dir wohlgefällig ist; laß mich nie anders vor dich treten, 215 als daß ich hab im Herzen Jesum Christ. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus alles mir in allem sei. 6. Sein Nam sei mir ins Herz geschrieben; mein Werk sei nichts, das seine nur sei groß. In Christi Schmuck mußt du mich lieben, ohn ihn steh ich vor dir beschämt und bloß. Bring ich ihn mit, steht offen mir dein Haus, ohn ihn werd ich von dir gestoßen aus. A. Morgenlieder. Am Anfange der Woche. 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, so oft ich sie in Christo hebe auf; aus seiner Fülle mir zusende, was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Gebete nah, einst schaut mein Auge dich. Halleluja. 2. Gebetslieder. 441. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Jch grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkenn ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch weil ich hier, so lang ich lebe, Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gieb deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein; das und was du sonsten zugemessen, richte mir zum besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides, Groß und Kleine, laß sie in deiner Liebe ruhn, damit ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Benjamin Schmold.+ 1737. 216 Wadblin Gebetslieder. 442. fed POT Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. Ich will die neue Woch mit dir, o Gott, anheben, du wollst mir deinen Geist und deinen Segen geben. Im Anfang steh mir bei und weiche nicht von mir, daß ich am Ende noch vereinigt sei mit dir. 2. Ohn deinen Segen kann, mein Vater, nichts gedeihen; drum wir, o Segens- Gott, um Segen zu dir schreien. Ach komme selbst zu uns und greif das Werk mit an, weil es durch dich allein Gedeihen haben kann. 3. Ach ja, es ist umsonst, am morgen früh aufstehen und mit Bekümmernis an seine Arbeit gehen, wenn du nicht selbst mitgehst und stehest mit dabei, daß Anfang und auch End von dir gesegnet fei. 4. Drum komm, o Gott, zu mir und gieb mir deinen Segen; denselben wollest du in meine Arbeit legen. Ach segne all mein Thun, ach segne meine Tritt und geh als Kraft und Rat durch alle Tage mit. 5. Laß mich in Frömmigkeit die ganze Woch hinbringen, laß bei der Arbeit auch mein Beten zu dir dringen; bewahre mich vor Sünd und aller Missethat, und wenn ich Buße thu, so schent mir deine Gnad. 6. Mein Gott, begleite mich auf allen meinen Wegen, und willst du diese Woch ein Kreuz mir auferlegen, so reich mir deine Hand und steh mir kräftig bei und trage selber mit, daß mirs erträglich sei. 7. Nun, was du Gutes wirst mir diese Woch erweisen, dafür soll dich, mein Gott, mein Mund und Herze preisen. Ach laß mich als dein Kind dir stets empfohlen sein, bis ich durch Jefu Blut geh zu der Freude ein. Johann Friedrich Stard.+ 1756. 443. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Auf, auf, den Herrn zu loben, erwache, mein Gemüt! Dem großen Vater droben erschall ein frommes Lied! Denn wer erhielt mein Leben in der vergangnen Nacht? Der Herr, der mirs gegeben, der hat es auch bewacht. 2. Beschützer aller Welten, wie dank ich würdig dir? Wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe, ein dir ergebner Sinn ist alles, was ich bringe: Nimm du es gnädig hin. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Reu empfinde, daß ich dich so betrübt; verzeihe mir und dämpfe die fündliche Begier, mit der ich täglich kämpfe, ja, hilf du selber mir! 4. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 5. Gieb mir vor allen Dingen getrosten Mut und Geist, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermütig sein und nicht kleingläubig zagen, bringt gleich ein Kreuz herein. 6. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein, und laß mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 7. Vor allem hilf mir sorgen, wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen denk an den letzten Tag; und wird er einst anbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit! Nach Johann Frand. † 1677. Morgenlieder. 444. Eigene Melodie. 19. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis 445. Mel. 153: Schwing dich auf zu 2c. und Ehren, durch Christum, unsern Christe, wahres Seelenlicht, deiner Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Gfahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. Christen Sonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, laſse dich, Herr, sorgen. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 217 Drauf streck ich aus die Hand, greif an das Werk mit Freuden, das Gott mir ließ bescheiden in meinem Amt und Stand. 1592. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen! und zweifle nicht daran, Gott nimmt es allzusammen mit Wohlgefallen an. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf; der du bist das Leben, neues Leben in mir schaff; denn hast du gegebent dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja laffen nicht täglich unerneuet. 3. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt sich in dir erquicke an dem hellen Himmelstau deiner süßen Lehre. Drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und allen Schein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt ergött, ach, nur zum Verderben, denn was sie fürs beste schätzt, macht auf ewig sterben. 5. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in deines Reiches Pracht Lob und Preis dir bringe und, daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören singe. Christoph Prätorius.+ 1713. 446, Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Dank sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich jetzt aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden mit Finsternis Gebetslieder. 218 die Nacht, ich hab sie überwunden durch den, der mich bewacht. 2. Nun komm ich, dich zu bitten, o Schutzherr Israel, du wolleft auch behüten den Tag mir Leib und Seel. All unsre Obrigkeiten, die Schulen, die Gemein, laß jetzt und alle Zeiten dir, Herr, befohlen sein. 3. Erhalt durch deine Güte uns bei gesunder Lehr, vor Irrtum uns behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same immer in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hoch gepreiſt! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden als echte Christenleut. 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jedermann sein Neße auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro sebe; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truk. Doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, aus dessen Kraft wir leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr. Johann Mühlmann. † 1613. 447. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, mein Flehn vernimm. 3 Jch rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mir Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht; behüt mich heut und allezeit vor Schaden und vor Herzeleid. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Bösen abgewandt, das Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein übel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm. † 1622. 448. Mel. 35: Dir, dir, Jehovah ze. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben, du warst mein Schirm in der verflossnen Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen Morgenlieder. neu. Mit dankbar freudigem Gemüte fühl ich die Größe deiner Vater treu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll deinem Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wan deln und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in allem handeln und weislich fliehn die schnöde Lust der Welt. Ostärke selbst durch deine Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann. Soll guter Vorsak mir mißlingen, so nimm als That den Vorsak gnädig an. Auch dieser Teil von meiner Übungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüket, vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Weisheit stüzet und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und dies versagst du meinen Bitten nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich an des Berufs Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegensehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Joh. Samuel Diterich. † 1797. 219 gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Laffet uns fingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergött. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir auf stehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüftlein des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 449. Eigene Melodie. 31. Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im 220 Gebetslieder. Herzen die tötlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenk und führe, wie dirs gefället; ich hab gestellet alles in deine allmächtige Hand. 451. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. laß mich hören allzeit im Herzen dies Es hat uns heißen treten, o Gott, dein lieber Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit teurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu schmerzlich betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille soll ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt. † 1676. daß wir stets gehn auf deiner Bahn in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, was jeglicher ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann.+ 1561. 450. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle 2c.- Die helle Sonn leucht jekt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gottlob! der uns in dieser Nacht behütet hat vor Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt. Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein; 3. Daß unser Herz gehorsam leb und deinem Wort nicht widerstreb, 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Morgenstund; ach laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnädig mir gewähre das, was mir nüßlich ist. 3. Nicht aber mir zu geben bitt ich aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, noch Ehr und hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, vergänglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. 4. Jch bitte, mir zu schenken ein frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf Sünd und Iosen Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan und alle Lust verdammet der breiten Sündenbahn. 5. Hernach laß mich gewinnen nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, fluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Thun und Handeln dir mög gefällig sein; laß vor der Welt mein Wandeln sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenen allen, Stand, Leben, Ehr und Geld, auf meine Seite fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Morgenlieder. Man muß die Seel erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken; Glück folgt der Zugend nach. Georg Neumart. † 1681. 452. Mel. 27: Den die Hirten lobten sehre. Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet: klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Kehre, Jesu, bei uns ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte fein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Unbekannter Dichter. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 221 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; nirgends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 454. Nous Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. 453. Gott, du zicht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, Eigene Melodie. 58. Gott des Himmels und der Erden, wie du bist, ich verlasse meine Ruh; Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert.+ 1651. rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach erneure und verkläre stets in mir dein 222 Gebetslieder. Ebenbild! Sende mir den Geist der daß Menschenhilf verloren, drum steh Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. mir bei, o treuer Gott, zum Helfer mir erkoren. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht. Laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor dei-. nem Angesichte die verklärte Seele steht, heller, als der Sonnenschein, 456. Mel. 80: Ich dank dir schon durch 2c. schön, unsterblich, engelrein; laß sie Mein erst Gefühl sei Preis und sein mit dir vereinet, wenn mein letter Tag erscheinet. Dank, erheb ihn meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele. Salomo Frand.+ 1725. 455. Mel. 80: Ich dank dir schon durch 2c. Ich danke dir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich hast in dieser Nacht so gnädiglich behütet. 2. Jch bitte dich aus Herzensgrund du wollest mir vergeben all meine Sünd, die dir ward kund an mir im ganzen Leben. 3. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd nicht fallen, auf daß dir mög das Leben mein und all mein Thun gefallen. 5. Denn ich befehl dir Seel und Leib und alls in deine Hände; in meiner Angst, Herr, bei mir bleib, mir deine Hilfe sende, 6. Auf daß der Fürste dieser Welt kein Ursach an mir finde; denn wo nicht deine Hand mich hält, bringt er gar schnell in Sünde. 7. Ich hab es all mein Tag gehört, 8. Allein Gott in der Höh sei Preis samt seinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht im Himmelsthrone. 9. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende; Gott Vater, Sohn und heilger Geist, gieb mir ein felig Ende! 1586. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; fei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. Morgenlieder. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuver ficht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 223 Leben, Verwandt und Freunde, Hab und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gieb dabei auch Trost und Mut; und willst du Freuden mir verleihn, so laß sie mir zum Segen sein. 457. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2c. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich zwar immer älter werde, doch nimmer rein von Missethat. Ich tenn, o Gott, dein heilig Recht und bin doch kein getreuer Knecht. 6. Du gabst mir Kraft jetzt aufzustehen; dein Aufsehn ists, was mich erhält. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; doch schick es, Herr, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Obhut ein, so bin ich tot und lebend dein. Kaspar Neumann. † 1715. 3. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich von Kindheit auf gethan; laß früh vor dir mich Gnade finden und nimm mein reuig Bitten an. Ist deine Gnade nur mein Teil, so fehlt mir nichts zu meinem Heil. 4. Hilf du in allen Sachen raten, denn wo wär ich mir selbst genug? bewahre mich vor Übelthaten, vor böser Menschen ist und Trug; laß mich den Tag wohl wenden an und Gutes schaffen, wo ich kann. 5. Bewahre mir Leib, Seel und 458. Eigene Melodie. 121. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre talten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth. † 1689. 224 Gebetslieder. 459. und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. Mel. 26: Christus, der ist mein 2c. 4. Mein Schöpfer steh mir kräftig Noch läßt der Herr mich leben! bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; Mit fröhlichem Gemüt eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. mein Herz mit werten Gaben zier. o Tröster wert, weich nicht von mir, 5. Herr, fegne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm. † 1622. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Lieb, o Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. D Tilger meiner Sünden, mein Mittler Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir; erfreuender, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Laß mich am ersten trachten nach dem, was dit gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. Christoph Friedrich Neander.+ 1802. 460. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu zc. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz 461. Eigene Melodie. 145. Licht, geboren aus dem Lichte, o Sonne der Gerechtigkeit: du schickst uns wieder zu Gesichte die angenehme Morgenzeit; drum will sichs gehören, dankbarlich zu ehren solche deine Gunst. Gieb auch unsern Sinnen, daß fie sehen können deiner Liebe Brunst. 2. Laß deines Geistes Morgenröte in unsern dunkeln Herzen sein, daß sie mit ihren Strahlen töte der eitlen Werke toten Schein. Siehe, Herr, wir wanken; Thun und auch Gedanken gehn auf falscher Bahn: du wollst unserm Leben deine Sonne geben, daß es wandeln kann. 3. Verknüpfe mit des Friedens Bande der armen Kirche schwache Schar. Halt fern von unserm Vaterlande Verfolgung, Trübsal und Gefahr: laß uns ruhig bleiben, unsern Lauf zu treiben diese kleine Zeit, bis du uns wirst bringen, wo man dir wird singen Lob in Ewigkeit. Martin Opitz v. Boberfeld. † 1639. 462. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf Morgenlieder. geweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele; fie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerLiebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Gieb, daß doch diesen Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe; auf daß mein ganzes Thun, durch Herz, durch Sinn und Mund, dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange † 1744. 225 463. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Vor deinen Thron tret ich hiermit, o Gott, und dich demütig bitt, wend doch dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild, durch dich bin, web und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, ders treu in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast auch mir zu gut vergossen dein so teures Blut und für mich das Gesek erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn mein Gewissen mich verElagt und meine bange Seele zagt, so kann dein Mittlertod allein mir Trost und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, deß Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 15 * 226 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle deine Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. Gebetslieder. 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausge spannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo von Hodenberg.+ 1650. 464. Mel. 130: Nun laßt uns Gott, dem 2c. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid verſehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trok dem, der dich betrüge! schlaf wohl laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schuk hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt. † 1676. 465. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh: o dann wach ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, mich dereinst vor dir verklage, daß er ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht ich auf. Dank dir, Herr! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint, wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein, mich, der ihn gen Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. Friedrich Gottlieb Klopstod.+ 1803. 227 geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Johann Heermann. † 1647. 466. b) Nach Tische. Mel. 148: O Jesu Christ, meine 2c. 469. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, Eigene Melodie. 130. die Speis' laß uns zur Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der Nun laßt uns Gott dem Herren danksagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, will er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; daß auch die Seele bleibe, hat er der Sünde Wunden durch seine Gnad verbunden. B. Tischlieder. a) Dor Tische. Tischlieder. dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, lieber Gott! hilf endlich auch aus aller Not; so preisen deine Gütigkeit wir hier und dort in Ewigkeit. Wareh Um 1560. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 467. Mel. 189: Wo Gott zum Haus nicht zc. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der Herr, Gott Bater im Himmelreich, heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf, Herr, deine milde Hand, behüte uns vor Sünd und Schand, gieb Frieden uns und Einigteit, bewahr uns auch vor teurer Zeit. 3. Laß uns hier leben seliglich, bein Reich besigen ewiglich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ. Kaspar Huberinus. Um 1540. 468, Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. Speise, Bater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jeko vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß fie hinfort behüte die Großen mit den kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen, durch Jesum Christum. Amen! Ludwig Helmbold.+ 1598. 470. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisn mit seinem 15* 228 Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn. 1589. Gebetslieder. C. Um Sonntage. Abendlieder. Der Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiſet, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seelen Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh. Denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. D du dreieinig Wesen! mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir machen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zuschanden macht. 471. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. der Wille gut. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmold.+ 1737. den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders bein, drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, ist gleich bes Tages Glanz ist tot; jedoch mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, sprich zuvor mit Gott. 2. D Gott, du großer Herr der Welt, 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sich meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und laffe die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort dir biene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Bater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann.+ 1715. 473. Eigene Melodie. 21. Christ, der du bist ber helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag. Du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 472. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. 2. Obschon die Augen schlafen ein, Nun bricht die finstre Nacht herein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 3. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der Abendlieder. stets nach unsern Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 4. Sind wir doch ein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns bir geschenket hat. 5. Bestehl dein'm Engel, daß er tomm und uns bewach, dein Eigens tum, gieb uns die lieben Wächter zu, auf daß wir haben Fried und Ruh. Erasmus Alberus.+ 1553. 474. Eigene Melodie. 28. Der er lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebühret: tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Jhr hellen Sterne leuchtet wohl und glänzt mit euren Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuh, mein Schat, mein Eigentum. 3. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich tann, ach nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund. 4. Mit dir will ich zur Ruhe gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Hüter, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod, denn wer mit Jefu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 5. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, 229 denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Christian Scriver.+ 1698. A 475. Mel. 148: Welt, ich muß dich laffen. Der Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns voll Einfalt werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich fonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod. Laß, wenn du uns genommen, uns in den Himmel tommen, du, unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranten Nachbar auch. Matthias Claudius. † 1815. 230 Gebetslieder. 476. 477. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeleid. Eigene Melodie. 29. Der Tag ist hin. Mein Geist und Der Tag ist hin; mein Jesu, bei Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. mir bleibe. D Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Die Nacht ist da. Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 2. Lob, Preis und Dank sei dir mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Der Sonne Licht uns jett gebricht. D unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Was sich geregt, was sich bewegt, ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 5. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 6. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre; sende deiner Engel Schar, die mein Bettlein ziere. 7. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 8. Wann diese Welt in Trümmer fällt und du heimführst die Deinen, sollen heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 9. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 10. Halleluja! ei wär ich da, wo alles lieblich klinget, da man ohne Unterlaß Heilig, heilig! singet. 11. D Jesu du, mein Hilf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Johann Anastasius Freylinghausen. † 1789. 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, du Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr! Mir sagt es mein Gewissen, der Sünde Lust hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schuk, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte. Bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. D Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander.+ 1680. 478. Mel. 108: Lobet den Herren alle, die zc. Die Nacht ist kommen, brin wir men nach seinem Gefallen, daß wir ruhen sollen. Gott walts zu Fromuns legen, unter seinem Segen der Ruh zu pflegen 2. Treib, Herr, von uns fern die Abendlieder. unreinen Geister, halt die Nachtwache, sei selbst unser Schußherr; schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken; laß uns in Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten. 479. Mel. 148: Welt, ich muß dich lassen. Es ist die Nacht gekommen, in Dunkel ist verglommen der Sonne lichter Schein. Herr, Gut und Leib und Seele ich deiner Hut befehle; denn was ich hab, ist alles bein. 231 480. 4. Pfleg auch der Kranken als deiner Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten; pfleg auch der Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, daß zc. Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Für alle Güte sei gepreist, Gott Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein'm Namen sei Lob in der Höhe, dein Reich zukomme, dein Will, der geschehe, gieb Brot, vergieb, und die Versuchung wende, erlös am Ende. Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich bringe. Petrus Herbert.+ 1571. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. daß mir der Stern dann funkelt, der mit der Gnade Strahl mich rührt. 6. Nun Herr, dir seis befohlen, was, meinem Aug verhohlen, die dunkle Nacht deckt zu. Herr, es will Abend werden; so gieb der bangen Erden im Schatten deiner Flügel Adolph Harleß. † 1879. Ruh. 4. Du hast ja, die da saßen in Todesschatten, lassen, o Herr, dein Licht erschaun; wie könnten gehn verLoren, die du zum Licht erkoren und führst auf deinen Friedensaun! 5. Hast du mit hellem Sterne das Morgenland, das ferne, nach Bethlehem geführt, so gieb, wenn mir es dunkelt, 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüte, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 2. Wenn sich die Augen schließen, so laß mich dein genießen im Herzen unverwehrt. Wenn schlummern alle Hüter, so wahre du die Güter, die deine Gnade mir beschert. 481. 3. Sei du mein Stab und Stecken, so kann mich nicht erschrecken des Todes finstres Thal; ja in der Nächte Mel. 148: Welt, ich muß dich laffen. längsten kann ich mich nimmer äng- Herr, der du mir das Leben bis sten, ich steh im Lichte allzumal. diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 232 Gebetglieder. 3. Gott, welche Ruh der Seelen: aus und bewahre sonst das Haus, nach deines Worts Befehlen einher daß ich morgen mit den Meinen nicht im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Unglück dürfe weinen. im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man etwas bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen, dein Name sei gepreist; mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 482. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Herr, err, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden, in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund ach, so schnell und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vater treu werde diesen Abend neu; so will ich auch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht fündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gefund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann. † 1715. 483. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. Hinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir habn erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heut, o lieber Gott! Nikolaus Hermann. † 1561. Abendlieder. 484. Mel. 91: Jesu, meine Freude. Hirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewiffen sei mein Ruhekiffen, drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir, also find wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns ſein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind erschrecken. 5. Wie? wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald rot, bald tot! Drum, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; hab ich Heil in dir gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du. Gute Nacht, nimm mich in acht! und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmold.+ 1737. 233 485. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet 2c. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und thu in Fried die Augen zu; denn Gott im Himmelsthrone mich wohl bewacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist: laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schuk vors Teufels Truß dein Engel mich bewahren. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns sein; all übel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hilf uns leift an unserm letten Ende. 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände. D wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Aus dem 17. Jahrhundert. V. 1 von Cornelius Becker, † 1604. V. 2 u. 3 von unbekanntem Verfasser. V. 4 u. 5 von Adam Reusner, um 1575. 486. Mel. 89: Jefu fomm doch selbst zu 2c. Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu. Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. Gebetslieder. 234 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; Gott im Himmel, halte Wacht, gieb uns eine gute Nacht. Louise Hensel. † 1876. Jesu meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverleget sein. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Jsrael. 8. Breit aus die Flügel beide, o 9. Auch euch, ihr meine Lieben, foll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar! Paul Gerhardt. † 1676. 487. Mel. 148: Welt, ich muß dich lassen. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. 488, Eigene Melodie. 138. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nun sich der Tag geendet hat und Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, eine andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor gemeint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal. Also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab nun Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir an Legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 2. Nur du, mein Gott, wachst allezeit, du schläfst noch schlummerst nicht; vor dir ist keine Dunkelheit, weil du selbst bist das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich die Obhut deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünde Schuld, die mich bei dir klagt an; doch hat ja deines Sohnes Huld genug für mich gethan. 5. Den sek ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin und endet euren Lauf! Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zu der Erwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, Abendlieder. du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilfft du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog.+ 1699. 489. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich. Dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schuß und Herze ein. Die fündlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgiebest und rufft zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig sein. 235 wir schlafen, wacker sei, und der Feind uns ihn nicht raube. Deine Hilfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, sorge du, wenn es einmal kommt zum Sterben. Bring mich dann zu meiner Ruh, mache mich zum Himmelserben; schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, sorge du! 4. Ein Tag, der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. D Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen. † 1769. 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Wenn dein Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch des Himmels Thür, treuer Jesu, ein zu dir! 491. Mel. 165: Vater unfer im Himmelreich. Vollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht; o reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh. 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut veriorgt, ernährt, in aller Fährlichkeit beschüßt, uns zugewendet, was uns nützt, wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 490. 3. Was aber übles wir gethan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Treuer Jesu, wache du! denn jetzt und zeichnen unser Haus und Herz geh ich einzuschlafen; gieb mir und den Meinen Ruh. Bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Thüren felber zu; treuer Jesu, wache du! mit deines lieben Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glaubens mut. 2. Treuer Jesu, weiche nicht! sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft samt der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken; bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht! 4. Nun gieb uns Ruhe, die erquickt, nach der das müde Auge blickt. Des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Thor und Riegel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles giebt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Gedanken Lauf, so fährt es aufgeregt einher wie ein vom Sturm bewegtes Meer, und 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn Um 1690. Gebetslieder. 236 manche Stunde stiller Nacht wird Ruhe suchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu. Mit deiner Güte decke uns, zur rechten Zeit erwecke uns. Dann sei bir unser Dank gebracht für dein Geschent, die gute Nacht. Karl Johann Philipp Spitta.+ 1859. 492. Eigene Melodie. 179. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat behütet und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 3. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und sogar vergiftet hat. Des Versuchers List und Tück treib durch deine Macht zurück; du allein kannst mich erretten, strafe nicht mein Übertreten! Am Schlusse der Woche. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden man493. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre 2c. cher Art so getreulich haft bewahrt, Die Woche geht zu Ende, nicht aber auch den Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Gottes Treu, denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 4. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich allzeit in mir finde. dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, decke mich mit deiner Liebe. 5. D du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr 6. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut Freunde, Feinde, Hausgenoffen sein in deinen Schuß beschlossen. 7. D du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, des ich stets begehre, bleibe ja mein Schut und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Johann Rist. † 1667. 2. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebenszeit vom Anfang meiner Pfade bis diesen Augenblick rühmt deine Wundergnade im Unglück wie im Glück. 3. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt. Je mehr du mich geliebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet, mit Undant dir gelohnt. 4. Ach strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat! Weil deine Vaterstimme mich selbst gerufen hat, so schrei ich: Herr, erbarme, erbarm dich 237 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein, die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du Segen spenden uns aus der Erde Schoß. 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf verbringen zum Lob dem Namen dein, und laß mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein. Die Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei. Martin Behm. † 1622. Lieder auf die vier Jahreszeiten. über mich! ich fall dir in die Arme, ach schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuh erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben, du lebst in mir, mein Gott. 7. Du wirst auch die versorgen, die mein sind und auch dein; so werden wir uns morgen in deiner Kraft er freun. Wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wie du uns bist bekannt. 2. Sommer. 495. 8. Soll das in meinem Leben die legte Woche sein, will ich nicht widerMel. 101: Kommt her zu mir 2c. streben und mich im Geiste freun auf Geh aus, mein Herz, und suche Freud Tod einen Feierabend, den Christi gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: Gute Nacht! in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. Benjamin Schmold. † 1737. D. Lieder 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissus und auf die vier Jahreszeiten. die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 1. frühling. 494. Mel. 164: Balet will ich dir geben 2c. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottes Güt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man fingen, die loben Gott mit Freud. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder, die hochbegabte Nachtigall ergött und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. Gebetslieder. 238 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen, die Wiefen liegen hart dabei und klingen ganz von Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar zeucht hin und her, sucht hier und dar die edle Honigspeise, des süßen Weinstocks starker Saft kriegt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet jung und alt, und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und laffe, was dem Höchsten klingt, aus 3. Herbst. meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja fingen? 11. O wär ich da! o stünd ich schon, liebreicher Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. † 1676. 360 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem 496. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht zc. Des Jahres schöner Schmuck entweicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen! 3. Der Weinstoc giebt die süße Rost, aus voller Kelter fließt der Most, die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, laß deine Reben durch dein Blut sich freudiglich erneuen! 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles heimgebracht. Witterungslieder. hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, o Seele, was dein Herr dir beut für deine Kreuzesstunden! 5. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüberwehn, und Reif entfärbt die Matten; so endet alle Bust der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, schnell wachsen seine Schatten. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. D Jesu, sei uns Dach und Turm, wenn nun des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern! 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert, du mußt hinunter in die Erd, davon du bist genommen! 8. Doch wie der Landmann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen, so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 9. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegenstreben, so laß zu dir die Seelen fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! Viktor von Strauß. Geb. 1809. 4. Winter. 497. Mel. 89: Jesu, komm doch selbst 2c. In der stillen Einsamkeit findest du dein Lob bereit; großer Gott, erhöre mich, meine Seele suchet dich! 2. Der du alle Sterne führst und der Jahre Lauf regierst, unveränderlich bist du, nimmer still und doch in Ruh. 239 3. Diese kalte Winterluft träftig in die Herzen ruft: Seht, wo ist der Sommer hin? nur der Herr erwecket ihn! 4. Reif, wie Asche, nah und fern streuet aus die Hand des Herrn; wer kann bleiben vor dem Frost, wenn es weht von Nord und Ost? 5. Gleich wie Wolle fällt der Schnee und bedecket Land und See; wehet aber Gottes Wind, so zerfließet er geschwind. 6. D Beherrscher der Natur, allen zeigst du Zeit und Spur; Frühling, Sommer, Herbst und Eis nahn und fliehn auf dein Geheiß. 7. Folgte deines Worts Befehl auch so willig meine Seel! O daß, Jesu, deine Lieb in mir lenkte jeden Trieb! 8. Friert da draußen alles ein, soll mein Herz doch brennend sein; leuchte, o mein Heil, in mir, o so glüht und lebt es dir! Joachim Neander. † 1680. E. Witterungslieder. a) Bei dürrer Zeit und nach geschenktem Regen. 498. Mel. 2: Ach Gott, vom Himmel 2c. Ach Herr, Herr, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet und Mensch und Vieh in Trauer gehn; läßt du nicht deine Hilfe fehn, so müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, du wollst sie uns verzeihen; all unfre Hoffnung steht zu dir, wollst Hilf und Trost verleihen. Gieb Regen und den Segen dein zu deines Namens Ehr allein, Herr, unser Gott und Tröster! Gebetslieder. 240 3. Gedente, Herr, an deinen Bund b) Bei Nässe und um deines Namens willen; wir bitten nach Abhilfe solcher Not. dich von Herzensgrund, doch unfre Not zu stillen. O kehre doch mit Regen ein; denn du bist ja der Herr allein, bei dir steht unsre Hilfe. 4. Verschmäh doch unser Flehen nicht, laß deine Gnade walten; das Weltall hast du zugericht, als Herrscher drin zu schalten. Allmächtig ist der Name dein; nichts, nichts kann dir unmöglich sein, Herr unser Gott und Tröster! 1592. 499. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. Gelobet feift du, treuer Gott, von Herzen und Gemüte, daß du gewendet unsre Not und zeigst uns deine Güte. Wir sehen, daß du uns erhört, weil du uns giebst, was wir begehrt, den längst erwünschten Regen. 2. Ach Vater, das bleibt dennoch wahr: wenn Christen zu dir schreien, so hilfft du frei und offenbar, daß sie sich wieder freuen. Wir riefen dich um Regen an, und sieh, er tröstet jedermann, er kömmt mit reichem Segen. 3. Du tränkest nun mit reichem Naß die Gärten, Wiesen, Felder, erfrischest alles Laub und Gras und die versengten Wälder, läßt regnen, daß die matte Saat, ja alles, was das Leben hat, frisch, grün und fruchtbar werde. 500. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich zc. Gott, der du das Firmament mit Wolken kannst bedecken, ingleichen wiederum behend das Sonnenlicht erwecken, ach halt doch mit dem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Näffe find beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; weil wir verachtet deine Huld und nicht beweinet unsre Schuld, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke, Herr, an deine Treu, laß deinen Zorn sich legen, wohn uns in Gnaden wieder bei, sei unser Trost und Segen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit! Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Michael Schirmer. † 1673. 501. 4. Drum singen wir auch hocherfreut: Gottlob! wir sind erhöret, die Hilfe kam zur rechten Zeit, Gott selbst Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. zu uns sich kehret; gottlob! die Wol- Nun ist der Regen hin; wohlauf, ten geben Naß, gottlob! nun trinket Laub und Gras, Gott sei Lob, Preis und Ehre! Michael Schernad.+ 1675. mein Herz und Sinn, sing nach betrübten Leiden Gott, deinem Herrn, mit Freuden! Gott hat sein Herz gekehret und unsre Bitt erhöret. Witterungslieder. 2. Sein Zorn war sehr entbrannt auf uns und unser Land. Er sprach: Ihr Menschenkinder, ihr seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmelslicht sein flares Angesicht in schwarze, trübe Decken und dunkle Wolken stecken, und für das helle Scheinen der Himmel auf euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; sein väterlich Gemüte bacht an sein ewge Güte und ließ auf unser Schreien ihn seinen Born gereuen. 502. 5. Die Wolken flohen weg; der feuchten Winde Steg, daher die Wasser Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. flossen, nahm ab und ward verschlossen, Ach lieber Herr, du großer Gott, des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. den alle Welt muß ehren, auf dessen mächtiges Gebot der Donner sich läßt hören; es zucket feurig Blitz auf Blik herab von deinem Wolkensik, der Regen fällt in Strömen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauerzelt! steh auf und laß uns wieder die süßen Sommerlieder zu deines Schöpfers Ehren mit Luft und Freuden hören. 7. Sieh her: der Sonnen Zier geht wieder schön herfür, bringt uns nach langem Regen den lieben warmen Segen auf Höhen und im Thale mit wunderreichem Strahle. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte geben, die Äcker gut Getreibe, die Wiesen Gras und Weide.. 241 sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, läßt gnädig fich erfinden, straft nicht nach unsern Sünden. 12. Darum, so richte nun, o Mensch, auch du dein Thun zu Gottes Lob und Liebe, daß dein Herz nicht betrübe mit mehrerm Zorn und Schmerze das allerfrömmste Herze. Paul Gerhardt. † 1676. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn, die Berge werden fließen und Wein und Öl ergießen, das Bienlein wird eintragen bei stillen, warmen Tagen. 10. Davon wird unsern Teil das ewge Gut und Heil uns allensamt zumessen, wir werdens sehn und essen und mit dem Gut der Erden zur Gnüg ersättigt werden. 11. Nun, Gott ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu und läßt c) Beim Gewitter und Danklied nach demselben. 2. Wir hören deines Himmels Belt dumpfdonnernd widerhallen; der Sturmwind brauset durch das Feld, die Wasserwogen wallen; die Felsen bücken sich vor dir, die hohen Berge zittern schier vor deines Zornes Schelten. 3. D Herr, vor dem der Himmel bebt, wenn du zur Erde blickest, wenn unter dir der Cherub schwebt, und du dein Feuer schickest; wohin mit unserm schwachen Sinn, o Herr, wo fliehn wir Armen hin, wenn du willst mit uns zürnen? 4. Willst du nach unsrer Missethat die Straf ergehen lassen, so können wir nicht Trost und Rat vor großer Trübsal fassen; denn alles Fleisch ist sündenvoll, und keiner, wie er werden soll. Wie können wir bestehen? 5. Doch, großer Gott, erbarme dich, gedent an deine Gnade! Wend ab das Wetter väterlich, daß uns der Blik nicht schade. Du Vater voller Huld und Treu, ach steh uns armen 16 242 Gebetslieder. Sündern bei, deck uns mit deinen F. Beim Beginn Händen! 6. Bewahre Menschen, Vieh und und während der Ernte, Kraut, die Bäum und Frucht der Felder, und was zur Wohnung ist erbaut, dazu auch Gras und Wälder. Hilf uns, daß nicht mit einem Mal von oben her ein Feuerstrahl uns jämmerlich verderbe. 7. Laß deinen Donner, Sturm und Blik, o Herr, ins weite ziehen, daß wir vor deinem Gnadensik mit froher Seele knieen und dich im hellen Sonnenlicht Lobpreisen, dessen Angesicht uns mild in Chrifto fegnet. Nach Johann Rift.+ 1667. 503. Mel. 168: Von Gott will ich nicht zc. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft, du bist stets bei uns blieben, hast Sicherheit verschafft; wie dein Sohn Jesus Christ das wilde meer bedräuet, die Jünger bald erfreuet, der Helfer du stets bist. 2. Haus, Hof, Gut, Leib und Leben hat deine Gnadenhand behütet und darneben beschüßet unser Land. Dein gnädig Angesicht läßt du uns wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 3. Dankopfer wir dir bringen für das, was du gethan; von deiner Macht wir singen, nimms, Vater, gnädig an durch Christum, deinen Sohn, um seins Verdienstes willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 4. Ach Herr, am jüngsten Tage, wenn der herein nun fällt, daß er mit Donnerschlage anzündet diese Welt, so streck aus deine Hand und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Baterland. Johann Heermann. 1647. 504, Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. Herr Gott, der du deiner Schar hast zugesagt auf Erden, daß sie von werden, und daß du unser täglich dir soll immerdar im Kreuz getröstet Brot, samt Rettung aus der Angst und Not, uns freundlich willst bescheren! 2. Gieb reine Luft und Sonnenschein, fruchtbaren Tau und Regen, damit die Früchte wohl gedeihn durch deinen milden Segen, die hier zu Lande früh und spat der Ackermann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Umsonst ist alle unsre Müh im Pflanzen und Begießen, wenn du nicht läsfest spat und früh des Regens Ströme fließen. Nur du regierst des Wetters Lauf, durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. Herr, straf uns nicht in deinem Born, gebent an deine Güte; den Weinstock und das liebe Korn uns gnädiglich behüte vor hartem Frost und Hagelschlag, vor Dürre und was sonst noch mag den Früchten Schaden bringen. 5. Gieb gnädig, was uns deine Hand so reichlich jego weiset, auf daß damit im ganzen Land werd arm und reich gespeiset. So wird dich loben groß und klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 6. Wir trauen dir, o großer Gott, laß deine Gnade walten! Du weißt gar wohl, was uns ist not, haft lange Haus gehalten und wirst regieren ferner so, daß man durch deinen Segen froh wird deinen Namen preisen. Bartholomäus Ringwaldt.+ 1598. Bergwerkslieder. G. Bergwerkslieder. at Dor der Einfahrt. 505. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Mit bir, Allmächtger, fahr ich an und voll Vertraun auf dich; nicht schreckend ist die dunkle Bahn, wenn du begleitest mich. Nach der Ausfahrt. 506. Mel. 91: Jefu meine Freude zc. 3. Dein Wille war, daß meine Hand oft schmerz- und wundenvoll und nahe Gnädigster Erbarmer, zu bir komm an des Grabes Rand das Brot verdienen soll. 4. So folg ich denn und fürchte nicht Gefahr und was mir droht; du, Herr, bist meine Zuversicht; ich thue bein Gebot. 2. Ein jeder Schritt auf steiler Fahrt erinnert an den Tod; ich wandle fie, von dir bewahrt, getroft und froh, mein Gott. 5. Der Welt zum Nutzen opfre ich mein Leben, meinen Schweiß und dabei trau ich fest auf dich, du segnest meinen Fleiß. 6. Dir, dir will ich mein Leben weihn mit christlich frommem Sinn. Dein Beifall sei, o Gott, allein mein Ruhm und mein Gewinn. 243 11. Jch lege fie in beine Hand, du wirst ihr Vater sein; dir ist kein Unfall unbekannt, der plözlich bricht herein. 12. So komme denn die letzte Schicht auf meiner Pilgerbahn. Glück auf! Glück auf! ich zage nicht, du nimmst dich meiner an. 7. Bis jetzt verließ dein Schuß mich nicht bei drohender Gefahr; gesund vollbracht ich meine Schicht, so schwer fie oft auch war. 8. So sei auch ferner noch bei mir auf meinem Arbeitspfad, mit deiner Hilfe, die von dir sich oft mein Herz erbat. 9. Fahr ich zur Grube froh heraus, dann dank ich dir, daß du mich zu den Meinen führst nach Haus und giebst uns Brot und Ruh. 10. Doch sollt ein wibriges Geschic mir in der Teufe brohn, so bist du, Herr, der Meinen Glück, ihr Trost, ihr Schild, ihr Lohn. ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als bein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. D, wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schuß an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädiglich regiert. Nun kann ich mit Freuden dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja, ich will dich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht! Schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle! 16* 244 Gebetslieder. 507. falt, Nahrung dazu für jung und alt hat er nach Notdurft geben. Sein Gnade währt noch immerdar, sie hat Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde 2c. Gott dem Erzschöpfer droben sei Ehr noch lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Lieblich, fröhlich 2c. und Preis gesagt. Wir Bergleut billig Loben sein große Gottesmacht, daß er, der höchste Hort, so mancherlei Metallen nach seinem Wohlgefallen geschaffen durch sein Wort. 2. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, auch Wismut, Zinn und Blei ist alles hoch zu preisen als Gottes Gaben frei, die er noch allezeit läßt wachsen aus der Erben, daß wir erhalten werden durch sein Allmächtigkeit. 3. D Gott, zu dir wir schreien; du treues Vaterherz wollst uns Bergleut erfreuen. Heiß wachsen reiches Erz, thu Gäng und Flöße auf und gieb uns deinen Segen, daß wir gez winnen mögen gut Erz ein ganzen Hauf. 4. Halt uns bei reiner Lehre durch deine große Güt! Reich Ausbeut auch beschere, vor Schaden uns behüt, damit wir sicher sein! So laß der Engel Scharen ein und aus mit uns fahren, daß sie uns schüßen fein. 508. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. Mit Freuden will ich heben an und einen Bergreihn klingen lan dem höchsten Gott zu Ehren. Auf, auf, ihr christlichen Bergleut, rühmt Gottes groß Allmächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Lieblich, fröhlich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Höchsten sagen Dank und Preis, daß er uns hat geschentet sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken thut, so oft man sein gedenket. Lieblich, fröhlich 2c. 3. Glüd, Heil und Segen mannig4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen und thut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Lieblich, fröhlich 2c. 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten; thu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Glück auf Erden, bis wir werden Schmelzhütten! Hilf Herr, bescher zu dir kommen in den Himmel aufgenommen. Matthäus Wieser, um 1658. H. Reiselieder. 509. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich 2c. In Gottes Namen fahren wir, sein heilger Engel geh uns für, wie dem Volk in Ägyptenland, das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis. 2. Herr, du wollst unser Gleitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg; wehre dem Unfall auf dem Weg. Kyrieleis. 3. So wird kein Berg noch tiefes Thal, tein Wassr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort! Kyrieleis. 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrimn ins Vaterland, weil du dein Blut an uns gewandt! Kyrieleis. Nikolaus Hermann.+ 1561. Reiselieder. Krieg und Friede. 510. 511. Mel. 21: Chrift, der du bist der 2c. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns die 2c. In Jesu Namen zich ich aus, der Zieht in Frieden eure Pfade; mit felbst aus seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist tommen in dies Jammerthal. euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Zebt wohl, lebt wohl im Herrn! er fei euch nimmer fern spät und frühe. Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Knaf. † 1878. 2. Was man in Jesu Namen thut, das macht uns freudig Herz und Mut, es muß in ihm geraten wohl und seines Segens werden voll. 3. Du, Jesu, richtest meinen Fuß, daß nichts von dir mich wenden muß. Du führst mich aus und wieder ein, durch dich wird alles heilsam sein. 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf allen Wegen sicherlich begleiten, und durch ihre Wach abwenden alles Ungemach. I. Krieg und Friede. 512. 5. Treib meine Sachen glücklich fort Mel. 176: Wenn mein Stündlein 2c. Psalm 85. und bringe mich selbst an den Drt, Herr, der du vormals haft bein dahin zu kommen ich gedenk; den Sinn der Menschen zu mir lent. 6. Laß sie mich willig nehmen an, wenn ich nicht weiter reisen kann. Bu solchen Leuten führe mich, die recht von Herzen lieben dich. Land mit Gnaden angeblicket und Israel aus Feindes Hand erlöset und erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk sonst begangen hat, hast väterlich verziehen; 7. In deine Hand ergeb ich dir Leib, Seel und was ich hab bei mir, an allen Orten, nah und weit, bei jedermann, zu jeder Zeit. 3. Behüt in Gnaden Weib und Kind, Verwandte, Freunde, Haus, Gesind und was ich mehr verlassen hab; davon wend alles Unglück ab. 245 9. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe mich selbst in mein Haus, wie bu mich hast geführet aus. 10. Und laß mich finden unversehrt, was du aus Gnaden mir beschert. Für solchen Schutz und stark Geleit, o Gott, dank ich in Ewigkeit. Nach Johann Heermann.+ 1647. 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und hebe auf in Eil, was uns so schwer jetzt kränket. 3. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 4. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 246 5. Ach daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 6. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 7. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen, Gerechtigkeit einher wird gehn und Friede wird fie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 8. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt. † 1676. Gebetslieder. 2015 513. Eigene Melodie. 166. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther.+ 1546. 514. Mel. 131: Nun lob mein Seel den 2c. Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, singe Lieder im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte A und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen Zorn, weil stets bei uns noch grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Leides in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand beffer in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Auen, mit frischer Saat bestreut, jest traurig anzuschauen, gleich einer wüsten Heid, ihr Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Blut, die treu und sonder Weichen gekämpft um ebles Gut. und laß den Thränenbach aus beiden 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, Augen rinnen! geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher ge sendet, das hast du nicht geacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwecken! wach auf! wach auf! du harte Welt, bevor der letzte Schrecken dich schnell und plößlich überfällt. Wer aber Christum In Seuchen und Krankheiten. liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da follt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. Paul Gerhardt.+ 1676. K. Jn Seuchen und Krankheiten. 515. Mel. 21: Christ, der du bist der helle 2c. Ach hilf, o Helfer Jesu Christ, weil Hilfe hoch vonnöten ist; bewahr uns, Herr; ach Herr, bewahr bei soviel Krankheit und Gefahr. 247 9. Laß keine Plag in unser Haus einbrechen, wenn wir gehen aus; und wenn wir im Berufe stehn, so laß den Tod vorübergehn. 10. Gieb, daß die Seuche, die da schleicht im Finstern, wieder von uns weicht; laß deiner Engel starken Schuk uns all umstehn zu Hilf und Truß. 11. Dann wollen wir dir allzumal Lobopfer bringen ohne Zahl, wenn deine Lieb und große Treu wird alle Morgen wieder neu. 12. Wir wollen auch in Heiligkeit vollbringen unsre Lebenszeit, bis auf dein Wort des Todes Hand uns heimführt in das Vaterland. Nach einem älteren Liede bearbeitet von Albert Knapp.+ 1864. 2. Schon viele sind hinweggerafft inmitten ihrer Pilgerschaft, und viele liegen auf den Tod in bittrer jammervoller Not. 516. Eigene Melodie. 57. 3. Du fährst, Herr, auch an diesem Gott, den ich als Liebe tenne, der Ort mit deiner scharfen Strafe fort und mahnest, daß wir deine Huld verscherzt durch schwere Sündenschuld. 4. Ach ja, wir selbst gestehn es frei, daß gar nichts Gutes an uns sei, und daß wir alle, jung und alt, dich, Herr, érzürnt so mannigfalt. 5. Doch reuets uns von Herzensgrund, wir bitten dich zu dieser Stund: Laß Gnade walten doch für Recht ob diesem sündigen Geschlecht. 6. D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, bieweil du unser Mittler bist und hast genug für uns gethan, nimm unser dich beim Vater an. 7. Vertritt du aus Barmherzigkeit uns all in dieser bösen Zeit; die Seuche nimm von unserm Ort und fahre nicht mit Strafen fort. 8. Noch hast du viele, Herr, beschirmt, daß sie die Krankheit nicht bestürmt; sei doch auch ferner Schild und Wehr, daß keinen mehr ihr Gift versehr. du Krankheit auf mich legst und des Leidens Glut erregst, daß ich davon glüh und brenne: o verbrenne doch in mir, was den Geist bisher gehindert und der Liebe Regung mindert, die mich ziehen will zu dir. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in den Schmerzen sei mir süß; schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib erregt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe auferlegt. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, leiden ist jetzt mein Gewinnst; das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst 248 Gebetslieder. du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern; unterstüße du das Herz. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jeßt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 517. Mel. 148: Welt, ich muß dich lassen. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erbulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken; und, was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. Not. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben L. In allerlei gemeiner und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben. Denn so weiß ich feftiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben; denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter.+ 1711. 518. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. Nimm von uns Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht; wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis uns deine große Gnad, straf nicht nach unsrer Missethat; wohn uns mit deiner Güte bei und sprich von unsrer Schuld uns frei. 4. Gedent an deines Sohnes Tod, an seine bittre Kreuzesnot; die sind ja für die ganze Welt die Zahlung In allerlei gemeiner Not. und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit Martin Moller.+ 1606. 519. Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. Treuer reuer Wächter Israel, des fich freuet meine Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfft noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volt jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schüß deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligtum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das höchste Gut, 249 zum Eigentum: Herr, dich gnädig zu uns wend, mach des Vaters Zorn ein End, der wie lauter Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand; Menschenhilf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, der mit Zittern sie anschau. 7. Liebster Hort, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Truk dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Bündnis trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft; deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zuschand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch wohlbekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Friedensfürst voll Macht und That, der der Schlange Kopf zertrat an dem Kreuz durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott: gieb uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Johann Heermann. † 1647. 4. Sikest nun in Vaters Reich ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem" Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 520. 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnadenthür; wir, die Eigene Melodie. 177. du mit höchstem Nuhm dir erkauft Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Lob und Danklieder. 250 allen, die darum bitten dich im Namen dein Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not; weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Steh uns in unserm Elend bei, 521. Eigene Melodie. 66. Te deum laudamus. 3. Lob- und Danklieder. breit. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und All Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich macht und Herrlichkeit geht über Himml und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. mach uns von allen Plagen frei; sich nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon in Gnaden los, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. t 1569. bist, hast nicht verschmäht der Jungfrau Schoß, zu machen uns von Sünden los. Du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. Du sikst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein Blut erLaß uns im Himmel löſet ſein. haben Teil mit den Heilgen am ewgen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbteil ist. Wart und pfleg ihr zu aller Zeit und-heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnä.dig in aller Not. Beig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. Martin Luther.+ 1546. ( Nach dem Ambrofianischen Lobgefange.) 522. Mel. 45: Es ist das Heil une 2c. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Lob- und Danklieder. Dank für alle deine Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden; damit ich rühme bis zum Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt.+ 1706. 523. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle ze. Kommt, Menschentinder, rühmt und preift Gott, Bater, Sohn und heilgen Geift, die allerhöchste Majestät, vor welcher Augen ihr jetzt steht. 2. Jhr Lippen, hebet freudig an, die Bunge folge, was sie kann, Verstand und Wille stimmen ein, das Herz soll nicht entfernet sein. 3. Er ist es, ja er ist es wert, der König Himmels und der Erd, daß nicht ein Tag vorübergeh, da man nicht dankbar vor ihm steh. 4. Dies ist der Engel ebles Amt, die Gottes Feuer angeflammt, und wollen wir einst Engel sein, so schicken wir uns bald darein. 5. Die Welt, die gar im argen liegt und uns mit ihrem Schein be trügt, hält zwar von Gottes Lob nicht viel, weil Eigenlob ihr eitles Ziel. 6. Wir selbst, die wir im Fleische find, wenn uns nicht treibt des Her ren Wind, vergessen Gottes Ruhm gar sehr, die Klagelieber hört man mehr. 7. Denn unser unvergnügtes Herz macht ohne Not sich manchen Schmerz und denkt indes gar wenig dran, was Gott ihm hat zugut gethan. 251 8. Doch Herr, es soll nun besser gehn, weil Mund und Augen offen stehn; im Schmuck des Glaubens bringen wir die Opfer unsrer Lippen dir. 9. Nimm an den schwachen Preis und Ruhm von deinem Volk und Eigentum, hör unserm Lied in Gnaden zu, du treuer Gott und Vater du! 10. Wann kommt die Zeit, wann kommt der Tag, da man, befreit von aller Plag, dir tausend Halleluja bringt und Heilig, heilig, heilig! fingt? Valentin Ernst Löscher.+ 1749. 524. Eigene Melodie. 106. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasſet den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Haft du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der bir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander. † 1680. 252 Lob- und Danklieder. 525. Eigene Melodie. 107. salm 146. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei, seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 526. Mel. 108: Lobet den Herren, alle zc. Psalm 147. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist; welcher Lobet den Herren, denn er ist sehr vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! freundlich; es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben, sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truk, Witwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottvergessenen Tritte 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen! und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt.+ 1723. 2. Singt um einander dem Herren mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsern Gott, den werten; denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den Herren! 3. Er kann den Himmel mit Wolken bedecken, und giebet Regen, wann er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren! 4. Der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise, den jungen Raben, wenn sie ihn anrufen. Lobet den Herren! 5. Danket dem Herren, Schöpfer aller Dinge; der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren! 6. D Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten! gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß sie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den Herren! Nikolaus Selnecker( 3). † 1592. Lob- und Danklieder. 253 527. Leib und Seele schön geziert, und in die Christenheit geführt. Mel. 131: Nun lob mein Seel den Herren. Psalm 65, 2-5. 3. Die böse Luft, die in mir haft, hat zur Verdammnis keine Kraft, weil Man lobt dich in der Stille, du hoch- du mich wieder in der Tauf zu deinem Kind genommen auf. erhabner Sions- Gott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht: drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen tann. 2. Es müssen, Herr, fich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt fei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nük und gut: Nun, das ist meine Freude, zu hängen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, so lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, haft du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit bich, Herr mein Gott, im Reben und dort in Ewigkeit. Johann Rist. † 1667. 4. Wiewohl sich leider Schwachheitsünd an mir noch immer häufig find, 10 hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnade hast du mir auch sonst erwiesen für und für. Ich spür es stets und überall, drum sag ich billig noch einmal: 528. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig haft gegönnt. 2. Du hast durch deine große Macht mich an das Tageslicht gebracht, mit 6. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig haft gegönnt. 7. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, welch ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit! Unbekannter Dichter. 529. Eigene Melodie. 125. Sirach 50, 24-26. Nun danket alle Gott mit Herzen, mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut und noch jekund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unferm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem breieinigen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird jekund und immerbar. Martin Rinkart.+1649. 254 Lob- und Danklieder. 530. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Sirach 50, 24-26. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo fein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hochbetrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 531. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir zc. Psalm 100. stellt, kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr und nicht wir selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. Nun jauchzt dem Herren alle Welt! kommt her, zu seinem Dienst euch 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volf gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf grüner Weid. 4. Jhr, die ihr bei ihm wollet sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 532. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, Eigene Melodie 131. Psalm 103. wenn wir von der Erd abscheiden, Nun lob, mein Seel, den Herren, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. † 1676. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm, lobsingt und danket allesamt; Gott Loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freundlichfeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit, sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott, dem werten heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist! David Denice(?).+ 1680. was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Abler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Lob- und Danklieder. Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Rindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, dem Grafe gleich Gemächte, ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit; die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann.+ 1541. 533. Eigene Melodie. 136. daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefften Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. D daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! D daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß und steh munter im 255 Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, allerliebster Bater, für Seel und Leib, für Hab und Gut; 2ob sei dir, mildester Berater, für alles, was dein Lieben thut, das alles in der ganzen Welt zu meinem Nußen hat beſtellt. 7. Mein treuster Jefu, sei ge= priesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen, daß es durch Blut und Todesschmerz mich von des Satans Joch befreit und dir zum Eigentum geweiht. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt; denn wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüket mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Lob und Danklieder 256 Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Jch will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freubenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Sob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich wie Engel Gottes*) bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. *) Matth. 22, 30. Johann Menger. † 1734. 534. Mel. 45. Es ist das Heil uns 2c. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bes dacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dant, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein lebenlang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib, erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unferm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schüß. † 1690. 535. Mel. 170: Walle stets, o Christ 2c. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht, da von deinen Gna Lob- und Danklieder. großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wies den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tausend-, tausendmal fei bir, großer König, Dank dafür! 6. Du hast mich auf Ablerflügeln oft getragen väterlich, in den ThäIern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; schiens, daß alles auch zerrinne, ward ich deiner Hilfe inne. Tausend-, tausendmal sei bir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zur Seiten und zehntausend um mich her, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich brangen, ich durch deinen Schuh entgangen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Bater, du hast mir erzeiget lauter Gnab und Gütigkeit; du auch hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der 257 bengüffen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Wahrlich, wenn ich überlege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, weiß den Grund nicht zu ergründen. Tausend-, tausendmal sei bir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, um mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen 536. Eigene Melodie. 191. hangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Wunderbarer König, Herrscher von Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten gehen in die Ewigkeiten. Da will, Herr, ich für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter. † 1735. uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten mehr, als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern! Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren. 3. D du meine Seele, finge fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, tlinge, wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Halleluja finge, welcher Chriftum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D wohl dir! glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander.+ 1680. 17 worden nicht V. Standes- und Berufslieder. Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 1566. amalisin 538. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Gott woll uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern König sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone lang uns zum Segen lassen stehn. 1. Vaterland und Obrigkeit. 537. 539. Eigene Melodie. 56. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Sieb unserm Fürsten und aller Vater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus! Deiner Kirche sei er Schuß, deinen Feinden biet er Truk. Sei du dem Gesalbten gnädig, segne, fegne unsern König! 2. Gott woll uns hoch beglücken, mit seinen Gaben schmücken das ganze Königshaus, darüber mächtig walten, den teuren Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus. 3. Gott woll uns hoch beglücken, fein festes Siegel drücken auf jede Königsthat, daß Freud aus ihr die Fülle und Heil und Segen quille zum Wohl, das keinen Wandel hat. 4. Gott woll uns hoch beglücken, mit Lieb und Treue schmücken den Fürsten und das Land, auf daß der Zwietracht Sünde fern sei, und uns umwinde des goldnen Friedens Himmelsband. Klaus Harms.+ 1855. to let odd nd 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert; daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt! Mach ihm leicht die schwere Laft, die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig, schüße, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streit Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volts erneut, daß es unserm Königsstamme Treue bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht und ihn uns erhalten gnädig; segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und bu Vaterland und Obrigkeit. haft es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor Empörung schirm uns gnädig, segne, segne unsern König! 6. Gieb uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier! Gott mit uns! so singen 2. Kirche und Schule. A. Bei Einführung eines Früchte bringen, so wird durch ihn Predigers oder Lehrers. dein göttlich Reich gemehrt. Sei hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, 540, dort preis er dich, samt uns, vor deinem Thron. Mel. 35: Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Dich, Jesu, preisen unsre Bieder, dich, Herr, der seine Kirche stets regiert; du gabst uns einen Hirten wieder, du hast ihn dieser Herde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst und fromme Hirten beiner Herde giebst. 2. Sei auch mit diesem deinem Knechte, mach offenbar durch ihn dein teures Wort, dein Licht und deine heilgen Rechte, und wie du hilfft den Deinen hier und bort, so wird die Herde, die er weiden soll, durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. 3. Verleih ihm Mut und Geistesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke seh unverwandt, Herr, auf dein Vorbild hin. Ihn rühre weber Menschengunst noch Dräun, sein Hoffen gehe stets auf dich allein. Kirche und Schule. 259 wir. Deine Treuen frönst du gnädig; segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann.+ 1865. 4. Verleih, daß tief ins Herz uns bringen des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt, so werden wir viel Samuel Christian Gottlieb Küster. † 1838. 541. Mel. 188: Wie schön leuchtet der 2c. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herden! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft von göttlich tiefer Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die 17* Kirche und Schule. sich ihm vertraun, durch Lehr und hüte mich vor aller Sünd, hilf, daß Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm ich werd ein frommes Kind. Amen. und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm Johann Heermann.+ 1647. thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 260 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand; führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Karl Bickel.+ 1809. B. Kinderund Schullieder. 542. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu zc. Ach lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschüß durch deine rechte Hand. Be543. Mel. 143: Jesu Christ, meine 2c. Nun hilf uns, o Herr Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd! 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach deinem Vorbild thun. 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindeslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. Böhmische Brüder. 1531. 544. Mel. 138: D Durchbrecher aller Bande. du Vater über alles, was auf Erden Kinder heißt, den auch frohen Muts und Schalles unsrer Herzen Danklied preist, laß uns immerdar recht findlich deiner Lieb und Güt uns freun, laß uns aber auch empfindlich jede Sünde schnell bereun. 2. Laß uns dir zum Preise werden Pflanzen der Gerechtigkeit, die wohl wachsen hier auf Erden, aber für die Ewigkeit. Laß uns unter deiner Pflege, Herr, in deinem Weinberg stehn, unsre guten Triebe hege, unsre argen laß vergehn. 3. Fülle du uns früh mit Gnade, zeige allen früh dein Heil, früh uns freundlich zu dir lade, hüt uns unser gutes Teil. Ach für Leben und für Sterben laß uns dir befohlen sein; führe uns nur einst als Erben in das ewge Leben ein. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. Kinder- und Schullieder. Hausstand. 261 Christ, du holder Freund der Kleinen, und laß, weil du ein Helfer bist, die Gnadensonne scheinen auf das dir werte Arbeitsfeld und segne, die du haft bestellt zu Hirten deiner Herde. 545. ( Schulweihe.) Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Wir haben dieses Haus gebaut, o Herr, durch deine Güte. Dir, Höchster, sei es anvertraut, du selber mach und hüte! Wend allen Schaden gnädig ab und sei der Stecken und der Stab für alle, die drin wohnen. 2. Ach zeuch mit ein, Herr Jesu 3. 3. D heilger Geist, du höchstes Licht, leucht uns mit deiner Klarheit; laß allezeit uns sein gericht auf dich und deine Wahrheit. Erfüll mit deines Lichtes Glanz die Herzen und die Häuser ganz, und gieb uns deinen Frieden. Christian August Bähr.+ 1846. Hausstand. 3. Der du selbst die Liebe bist, liebster Heiland, lehr uns lieben, daß dein Bild zu aller Frist sei in unser Herz geschrieben, und auch nicht ein Wink geschieht, der nicht stets auf Liebe sieht. 4. Hast du unsern Bund gestift, ei so wollest du ihn zieren, daß man nichts an uns antrifft, was kann deine Huld verlieren; bringt die Eh auch Weh mit sich, führ uns du nur feliglich. 5. Nun so gehn wir zum Altar, es geschieht in deinem Namen, stelle dich zum Segen dar, sprich zu unserm Ja dein Amen. Unser Ehstand grüne hier, bis er borten blüh vor dir. Nach Benjamin Schmold.+ 1737. A. Brautstand. 546, Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. B. Trauung und Jefu, Seelenbräutigam, der uns je und je geliebet und in reiner Himmelsflamm uns sein Herz zu eigen giebet, ach laß uns in dir allein treu und fest verbunden sein. Ehestand. 547. Mel. 178: Werde licht, du Stadt zc. 2. Laß dir wohlgefällig sein das Ein getreues Herze wissen hat des Gebet vor deinem Throne, daß dein heller Gnadenschein unter uns in Segen wohne, denn der Ehstand muß allein durchs Gebet geheiligt sein. höchsten Schatzes Preis. Der ist selig zu begrüßen, der ein treues Herze weiß. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 2. Läuft das Glücke gleich zu Zeiten anders, als man will und meint, ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 3. Sein Vergnügen steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht auch nicht bei böser Zeit. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 4. Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke, Geld und Reichtum, das zerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke, Hausstand. 262 ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 5. Eins ist: da sein und geschieden, ein getreues Herze hält, giebt sich allezeit zufrieden, stehet wieder auf, wenns fällt. Mir ist wohl bei höche stem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 13 6. Nichts ist süßer als zwei Treue, welche Eins find sonder Schein. Dies ists, des ich mich erfreue, Jesus giebt sein Ja auch drein. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Paul Flemming.+ 1640. zeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause fein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen! dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeiſe auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 187 548. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen fein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; feinem Mel. 189: Wo Gott zum Haus nicht zc. Gott, Schöpfer, Stifter heilger Eh, fehle, dran man tennet den, der sich den Deinen nennet. schau auf dies Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den Ehebund zu schließen jest mit Hand und Mund. 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab, geduldig, liebreich, fromm gesinnt, in Christo dir gefällig sind. 3. Laß sie einander inniglich sich lieben, doch nie mehr, als bich; von Untreu fern, im Herzen rein, auch recht in Wort und Wandel sein. 4. Und wenn ein Kreuz sie niederdrückt, laß sie dabei nicht unerquict; gieb heitre Tage nach dem Leid und fegn es für die Ewigkeit. 5. Laß uns zusammen dir vertraun, zusammen unsre Seel erbaun, zu sammen deine Hilf erflehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. Johann Adolf Schlegel.+ 1798. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und droben bich 549. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. Josua 24, 15. Ich und mein Haus, wir sind be- in deinem Hause loben. reit, dir, Herr, die ganze LebensKarl Johann Philipp Spitta. † 1859. Trauung und Ehestand. 550. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Jesu, bester Menschenfreund, schön ster Bräutigam der Seelen, der es treu mit allen meint, die den rechten Weg erwählen; reich uns deine Gnadenhände und bring alles wohl zu Ende. 263 2. D felig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes find, als beide eines Heils gewürdigt, feiner im Glaubensgrunde anders ist gefinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 2. Ohne dich gerät es nicht, drum erteile du den Segen. Laß bein holdes Angesicht mit uns sein auf unsern Wegen; laß den Himmel offen stehen, wenn die Seufzer aufwärts gehen. 3. Sende deiner Liebe Pfand, deinen Geist in die Gemifter; mach uns täglich mehr bekannt mit den Schäßen deiner Güter. Deinen Tau laß uns befeuchten und dein Antlik uns erTeuchten. 4. Du sollst Kranz und Krone sein. Deine Wahrheit, Kraft und Leben foll mit hellem Gnadenschein über unserm Haupte schweben; deine Wahrheit soll uns führen, deine Treu soll uns regieren. 5. Nimm die Herzen, nimm fie hin, die sich dir zum Opfer bringen. In dir ruhet Mut und Sinn, hilf und laß es wohl gelingen. Herr, wir trauen deinem Namen, sprich zu unserm Ja dein Amen! Johann Gottfried Herrmann.+ 1791. rear fer die 3. D selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz bir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 551. Mel. 157: So führst du doch recht zc. selig Saus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen bir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle beines Wints gewärtig stehn. 4. D selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Wert in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdroffen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. D selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei teiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis fie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Baterhaus. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 552. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut Hausstand. 264 so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alte, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück im vollen Lauf, da fieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Burm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diesen Drden aufgericht, es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenten. 4. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läffet fließen. Jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Meide, leide nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl her, mein König, nah herzu! gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen fingen besterweiß und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt.+ 1676. 553. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. Wohl einem Haus, wo Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer. 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Wert nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwert im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. † 1776. C. Geburtstag. 554. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Dies ist der Tag, dies find die Stunden, die mich ans Licht der Welt gebracht. Wie vieles Gute hab ich funden, was hat mir Gott zum Ziel gemacht! Ich geh mit gottergebnem Sinn zu diesem Ziel allmählich hin. 2. Gott, du allein bist Herr der Zeiten, mein Schöpfer, dem ich schuldig bin ein freudig Opfer zu bereiten mit einem frommen Kindessinn. Nimm, Geburtstag. Herr, mit Gnadenaugen an, was Dankbarkeit dir bringen kann. 3. Durch deine Macht bin ich geboren, bin Mensch, ich, der ein Nichts sonst war; durch deine Huld ward ich erkoren zu der erlösten Christenschar. Ich war in deiner Liebeshand, eh ich noch, Vater, dich gekannt. 4. Du hast bis hierher mich geführet, bald über Berg, bald durch ein Thal; du hast mit Weisheit mich regieret und warst mein Leitstern überall; selbst wenn mich Angst und Not gebrückt, hat deine Treue mich erquict. 5. Ich bin zu schwach, dir Dank zu sagen; o mache mich von Banden frei, die ich zu lange schon getragen; hilf, daß ich wie du heilig sei! Verschmäh, o Herr, nicht das Gebet, das um Erneurung zu dir fleht. 6. Laß deine Treue für mich sorgen, die Treue, die für alle wacht, und schaffe freudenreiche Morgen aus jeder kummervollen Nacht! Schließ, Herr, mich in dein Sorgen ein, dann werd ich wohl versorget sein. 7. D wollest mir die Gnade geben, daß ich fromm ende meinen Lauf, und mich nach diesem Prüfungsleben zu deinem Himmel nehmen auf; dort will ich ewig sein bereit, zu preisen deine Herrlichkeit. Joachim Weickmann.+ 1736. 555. Mel. 141: O Gott, bu frommer Gott. Mein Gott, was hab ich doch in in den verfloßnen Jahren bis diesen Tag von dir für Lieb und Treu erfahren! Ich stelle nun mich heut auch dankbar bei dir ein; o laß mein ganzes Herz von Dant durchdrungen sein. 2. 63 müff aus Herz und Mund nur stets dein Lob erschallen; doch müss ich auch mit Reu dir, Herr, zu 265 Fuße fallen. Was nun vergangen ist, vergieb und decke zu; und was noch tünftig folgt, regier und führe du. 3. D laß mich auf dich traun und keine Schuld mehr haben; laß sie in Jesu Tod und Grabe sein vergraben. Auch fülle mich mit Kraft der Glaube an sein Blut und zieh mich heut aufs neu in deine Huld und Hut. 4. Du hast von Jugend auf mich schon zu dir gezogen; nur daß ich deinen Zug so oft nicht recht erwogen. Drum hast du meinen Weg mit Dornen überdeckt und mich durch Not, mein Heil zu suchen, oft erweckt. 5. Ja, träftig hast du mich, mein Gott, hierdurch erwecket, auch, wenn ich rückwärts wich, die Hand nach mir gestrecket, mich Wankenden aufs neu als Vater angefaßt und mich gestärkt, erquickt bei aufgelegter Last. 6. Es hat zwar manche Not mir allzuschwer geschienen; doch hat mir alles noch zum besten müssen dienen. mir prägte jede Not dein Bild nur tiefer ein und machte mich stets mehr von allem Weltsinn rein. 7. Du weißt es schon, mein Gott, wie du mir sollst begegnen, wie du mich führen sollst und Leid und Freuden segnen. Du weißt es, was mir nükt, auch was mir schaden kann, und nimmst dich meiner Seel am allerbesten an. 8. Du wirst, o treuer Gott, mich noch recht selig führen und nicht aus deinem Aug und von der Hand verLieren. Drum geb ich mich aufs neu auch diesen Tag dir hin und sag aufs neu dir zu, daß ich der Deine bin. 9. Zu diesem Vorsatz wollst du selbst mir Kräfte geben, im neuen Lebensjahr dir, Gott, nur dir zu leben. Dann fehlt mir weiter nichts zu meinem wahren Heil; dann bist und bleibest du mein Herzenstrost und Teil. 10. mache mich nur dir recht 266 Hausstand. 2. Laß fie den Eltern insgemein, den Obern auch gehorsam sein und meiden all ihr lebenlang Lug, Eigensinn und Müßiggang. 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unterricht, damit aus deinem Wort und Mund ihr Glaub erhalte festen Grund. D. Eltern und Kinder. 4. Erleuchte sie mit deinem Schein, laß sie zum Lernen willig sein; gieb Gottesfurcht in ihren Sinn, die aller Weisheit Anbeginn. 556. Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. 5. Behütte sie vor Ärgernis, mach fie des rechten Wegs gewiß, wenn Ach Gott, laß dir befohlen sein zu ihnen ein Verführer naht mit giftgem Reiz zur Missethat. findlich, treu und stille; mein Ziel, mein Augenmerk sei nur, o Gott, dein Wille; dein Auge leite mich hier immer aus und ein; hilf mir bis in den Tod beständig treu zu sein. Karl Heinrich von Bogazky.+ 1774. diesen bösen Zeiten den teuren Schatz, die Kinderlein; wollst sie zum Guten leiten. Gar bald die Jugend wird verführt, wohl auch ein Alter sich verirrt; drum stehe du zur Seiten. 2. Dein Vatertreu sie mir behüt, dein Gnad sie mir regiere! dein guter Geist leit ihr Gemüt, daß niemand sie verführe. Halt, Jesu, ihre Herzen rein, laß deine Engel um fie sein, daß sie kein Unfall rühre. 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll allhier in allen Ständen, so mach fie deiner Weisheit voll und laß fie Wege finden, zu dienen dir in der Gemein; du, Herr, am besten weißt allein ihr Thun zu nuk zu wenden. 4. Dir, meinem Gott, erzieh ich fie in deiner Furcht und Treue; schaff, daß nicht Arbeit, Sorg und Müth in Zukunft mich gereue, daß ich vielmehr in Ewigkeit mich meiner Kinder Seligteit vor deinem Throne freue. Josua Wegelin.+ 1640. 557. Mel. 189: Wo Gott zum Haus zc. Hilf Gott, daß unsre Kinderzucht geschehe stets mit Nuß und Frucht, daß aus dem Mund der Kinder dir ein Lob ertöne für und für. 6. Durch deine Weisheit, Macht und Güt vor allem Unfall sie behüt; führ du sie selbst auf rechter Bahn, damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 7. Hilf Gott, daß sie dich überall vor Augen haben allzumal und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 8. Und wo sie gehen aus und ein, da laß du sie gesegnet sein, auf daß sie ihre Lebensjahr zubringen christlich immerdar. 9. Vollende sie in dieser Zeit zum Erbteil in der Ewigkeit; den Kindern, Heiland, sprichst ja du so liebevoll den Himmel zu. 10. Und schließt sich dann ihr Erdenlauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf; gieb, daß mit ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. 11. Gott, Vater, Sohn und heilger Geist, von dem ein Meer der Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. David Denicke+ 1680. 558. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu 2c. Höret, ihr Eltern, Christus spricht, den Kindern sollt ihr wehren nicht, Eltern und Kinder. fondern sie laffen zu ihm nahn, er nimmt sie voller Liebe an. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Weltlust, Gut und Ehr hats bald ein End und ist nicht mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Christus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder halten soll. 4. Gehorchet ihm und bringt fie her, daß man von Jugend auf sie Lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott gläubig ehren soll. 5. Wers gut mit seinen Kindern meint, gewiß sie zum Herrn Christo sendt. Wer anders thut, der ist ihr Feind, wie groß auch seine Liebe scheint. 6. Was hilft den Kindern nur groß Geld, viel Ehr und Lust der eitlen Welt? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Nach Ludwig Helmbold.+ 1598. 559. Mel 183: Nun fich der Tag geendet 2c. Nun schlaf, mein liebes Rindelein, thu deine Äuglein zu, denn Gott, der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh. 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den giebt er in den Tod, der tam zur Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt auch seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß fie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß 267 sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Der heilge Geist, der segne dich, bewahr dich allezeit, sein heilger Nam behüte dich, schüß dich vor allem Leid. Nach Johann Mathesius.+ 1565. 560. Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, daß zc. frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden hast gegeben und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Leben. 2. Verzeihe mir die Missethat, die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 3. Gieb mir ein Herz, das dankbar sei und meiner Eltern Eifer scheu, nichts thu, was sie verletet, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerseket. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gieb meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, ihr Kreuz hilf ihnen tragen, behüte fie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Reich der Ehren, ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Unbekannter Dichter. 561. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir Hausstand. 268 Soch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüßen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund über geben als die Deinen; und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du haft sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue spendest täglich du aufs neue. E. Treue im Beruf. 562. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen GlücksMel. 43: Erschienen ist der herrlich zc. und Segensschein rühmen und vor Das walte Gott, der helfen kann! jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. sen, daß sie diese Lebenszeit haben christlich hier genossen und sie in die Ewigkeit sollen ihren Eintritt thun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Heinrich Schlosser.+ 1723. 5. Sammeln andre große Schäße, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergöge, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, laffe sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis fie endlich selig sterben. 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie thre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins tühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8 Endlich, wenn die Zeit verflosMit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Nek und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte famt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Gegen Treue im Beruf. bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Baterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Thun umsonst, nichts hilft Verstand, Wit oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 269 Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht woll er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und macht dich sucht zu bestreiten. 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius.+ 1722. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten; set nur das Vertrauen dein ganz in seine Hände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Wert greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Darauf sprech ich Amen! Um 1700. 564. 11. Zeilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, Mel. 168: Von Gott will ich nicht zc. ich stimme doch mit Freuden an: das Gewagt in Jesu Namen! so ist es walte Gott! wohl gewagt, denn das heißt Ja und Amen, was er uns zugesagt. Der Held in Israel, der kann uns nicht belügen, sein Wort kann nimmer trügen, ihm traut von ganzer Seel. 2. Von ihm kommt aller Segen aus seiner treuen Hand; gehn wir auf unsern Wegen nach Pflicht, Beruf und Stand, so fällt sein Gnadentau auf unsre Weg und Werke, so giebt er Kraft und Stärke zum Grund und 563. Mel. 90: Jefu Leiden, Pein und Lob. Fang bein Werk mit Jesu an, Jesus weitern Bau. hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds vollenden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jefum anzubeten, daß er woll dein 3. Oft will es sauer werden; doch, weil es Gott gefällt, daß wir hier baun auf Erden mit Arbeit unser Feld, so lassen wir den Schweiß vom Angesichte fließen, weil wir den Trost schon wissen: Gott segnet Müh und Fleiß. Hausstand. 270 mein 4. Zwar drückt der Fluch die Erde, die Dorn und Disteln trägt; doch hat man die Beschwerde an Gottes Herz gelegt, tann seine Gnadenhand den Fluch in Segen kehren und Rosen da gewähren, wo Dorn und Distel stand. 5. Drum gehen wir mit Frieden an unser Amt und Pflicht, wie Gott es uns beschieden; ein Träger erntet nicht. Mit Arbeit und Gebet sei es frisch angefangen; der wird den Schak erlangen, der wachet, kämpft und fleht. 6. D felig ist zu schäßen, wer mit Gott alles thut! Kein Neid mag ihn verlegen, weil Segen auf ihm ruht, dem niemand wehren kann. Wohlan! Gott wird ihn geben, denn unsre Hände heben in Gottes Namen an. Benjamin Schmold.+ 1787. 565. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr Jesu zc. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird auch leiblich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme täglich satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden, der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet fie mit Freuden. 5. Drum tomm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken. Laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden. Ach daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe! 7. Nun Jesu, fomm und bleib bei mir! Die Werte meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und hilf, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscow. † 1689. 566. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Komm, Segen aus der Höh, gieb, Herr, mir Lieb und Stärke, daß ich nur wachsam geh an jedes meiner Werke! Arbeitsam sein ist süß; nur hilf auch du dabei, daß Martha dieser Leib, der Geist Maria sei. 2. Laß alles freundlich sein, voll Demut, was ich sage, es sei groß oder klein, und daß ich lieber trage, als meinem Nächsten werd aus eigner Schuld zur Last, auf daß du Ruhm dabei von deinem Kinde haft. 3. Wo meine Füße gehn, was meine Händ arbeiten, da will ich auf dich sehn, als stündst du mir zur Seiten. Dein Geist regiere mich, bis alles, was du willt, in meinem Herzen ist und durch mein Thun erfüllt! Benigna Maria, Gräfin von Reuß- Ebersdorf.+ 1751. Witwer, Witwen und Waisen. 567. Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. So tret ich demnach an, so stark ich immer tann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dant, daß du mein lebenlang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß beine Güt und Gaben mich heut und ferner laben. 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, gesegne meine Werke und mich vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib, und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert. Ja laß in Fried und Freuden mich einst von hinnen scheiden. Johann Heinrich von Hippen. Um 1676. 271 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu, die best ist die getraute Treu, der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jekund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in folchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in 2. Wann ich an ihre Freundlich teit gebent in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. Leid verzagen. 5. D treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Rein Angst und Trübsal, Weh und Not kann dich hinfort verleken; im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich ergößen; die Seele schaut mit Luft und Freud die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. F. Witwer, Witwen → und Waisen. 568. 7. Dein Gott hat sich in seinem Schoß und wischt ab alle Thränen, erfüllet dich mit Freuden groß, darnach wir uns noch sehnen; du sikest bei der Engel Schar, lobfingest Gott, Mel. 176: Wenn mein Stündlein 2c. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit frei von Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat geriffen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein, wer kann mein Elend wenden? 8. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Luft, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 9. D wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die 272 Hausstand. ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 10. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch deinen Geist regier zu deines Namens Ehre! Joh. Heermann. † 1647. 569. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Nichts Betrübtres ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlassen Waisen stehn, ohne Bater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlassne Frauen; wer wird auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestridet. 3. Wenn sie bleiben in den Schranfen, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers Io3; da soll nicht mehr wie auf Erden Witwennot gehöret werden. Michael Hunold. † 1672. di G. Alter. 570. Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. Gott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Hand und Segen, er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch, wie der helle Morgen aus dunklen Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. aroid 3. War Menschenhilf vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn. Wußt ich mir nicht zu raten, so that Gott große Thaten und nahm sich meiner mächtig an. 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein! Dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten, denn er ist fromm und treu; bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. 6. Noch wenig bange Stunden, bann hab ich überwunden, ich bin vom Ziel nicht weit; o welche große Freuden sind nach den letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe trönt. An meiner Laufbahn Ende sint ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. Jakob Friedrich Feddersen.+ 1788. 571. QUAEST Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. Verwirf mich nicht im Alter, verlaß mich nicht, mein Gott! bist du nur mein Erhalter, so werd ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab ich erfahren, ber Vater sei getreu; ach mach in alten Jahren mir dieses täglich neu. Alter. 273 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, so bleibe du mein Teil und mache mich im Herzen durch Christi Wunden heil. 7. Sind Stimm und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: Mein Heiland spricht für mich! 3. Wenn ich Berufsgeschäfte von außen schwächlich thu, leg deines Geistes Kräfte dem innern Menschen zu. 4. Wenn dem Verstand, den Augen die Schärfe nun gebricht, daß sie nicht viel mehr taugen, sei Jesus noch mein Licht. 5. Will mein Gehör verfallen, so laß dies Wort allein mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig sein! 8. Wenn Händ und Füße beben, als zu dem Grabe reif, so gieb, daß ich das Leben, das ewig ist, ergreif. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 18 VI. Kreuz- und Trostlieder. 572. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich zc. Ach treuer Gott, barmherzig Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Hand hat zugewendet; ja Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus feinem Haffe. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch; wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; führst uns zur Höllen, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums andre. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergößen. Was leben soll, muß vorher sich ins Todesdunkel setzen; was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß zuvor sich in dem Staube wälzen. 4. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach deiner Hulb, der muß ihm ähnlich werden. 6. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft zu gläuben, daß du demselben, den du sehr betrübſt, sollst günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit; wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen! Gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd entnommen. Erhalte mich, o starter Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe. Ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie bald doch geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 10. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist und wie dem sei zu Mute, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. Kreuz- und Trostlieder. 11. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs bedürftig bin, mit Gnad und Hilfe laben. Ach stärke meine schwache Hand; ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße. 12. Sprich meiner Seele herzlich zu und tröste mich aufs beste; denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Burg und Feste, ein Schatten vor der Sonnenhik, ein Hütte, da ich sicher siz im Sturm und Ungewitter. 13. Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben; ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Bier durchaus nicht zu vergleichen. 14. Daselbst wirst du in ewger Lust gar freundlich mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Da Freud und Ehr verwandeln. wird mein Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich; hilf mir! Amen. Paul Gerhardt+ 1676. 573. Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllenthor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt er schricht, hat mir meinen Geist erquickt, seine hohe, starke Hand reißt mich aus der Höllen Band; alle seine Lieb und Güt überströmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, 275 hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schuß und Treu steht mir wieder treulich bei. 4. Gott läßt feinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zu, letzt, was ihm Leib und Seel ergött. 5. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 6. Ach wie oft schon dacht ich doch, da mir noch der Trübsal Joch auf dem Haupt und Nacken lag und mir fast das Herz zerbrach: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Totenmeer. 7. Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, daß ich, was sein Arm gethan, nie genugsam preisen kann. Da ich weder hier noch da eingen Weg zur Hilfe sah, hatt ich seine Hilfe nah. 8. Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herz geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 9. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein lebenlang meinem Gott mit Lobgefang dafür bringen Preis und Dank. 10. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jego zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier, in diesem Lauf 18* 276 Kreuz- und meines Lebens, allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 574. Eigene Melodie. 18. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen, ihm hab ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 575. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 37, 5. 11. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod und will gehn ins Grab hinein und Befiehl du deine Wege, und was doch allzeit fröhlich sein; wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt.+ 1676. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. D mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, das Himmelreich uns allen, die wir auf Erden wallen. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. Ch 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, damit wir deinen Namen auf erig preifen. Amen. Sigismund Weingärtner. Um 1600. Trostlieder. Salla 191 peit dein Herze kränkt, der allertreuſten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurückegehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Kreuz- und der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, daß dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit feinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu feinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du kind der Treue! du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg, die Ehrenfron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not! stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt. † 1676. Trostlieder. 277 Wüten fendes Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. die Feinde mit Schnauben und Toben, schauen sie dennoch voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen uns Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge vom hißigen Schein; kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit; find es nicht alles vergebliche Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen? 5. Zweifel und Sorgen verderben die Frommen; glauben und hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangst du zur Ruhe zu kommen, hoffe der Angst und dem Zweifel zum Spott. Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab; ja du wirst selber den Himmel noch haben; ei warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und stille, das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer erduldest und Not; wisse, was Gott will erhöhn und erquicken, muß erst mit Jesu durch Leiden und Tod. Willst du mitleben, so mußt du mitsterben, anders kann feiner den Himmel ererben. 8. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undentliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den Engeln und Menschen zu 576. Mel. 88: Jefu hilf fiegen, du Fürste ze. Christen erwarten in allerlei Fällen Jefum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, fann doch ihr Grauen fie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet und hauet ihr blin 278 Kreuz- und teil, wenn Christus prächtig am Ende wird kommen, um sich zu sammeln die Herde der Frommen. 9. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Christian Ludwig Edeling.+ 1742. 577. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Pfalm 73, 23. Dennoch bleib ich stets an dir, mein Erlöser, mein Vergnügen! Mich verlanget, bort und hier nur an deiner Brust zu liegen. Meines Lebens schönste Zier, dennoch bleib ich stets an dir. 2. Suchet die verderbte Welt mich aus deinem Arm zu reißen, will sie Ehre, Lust und Geld mir nach ihrer Art verheißen; o so sprech ich bald zu ihr: Dennoch bleib ich stets an dir. 3. Bricht des Kreuzes Sturm herein, überfällt mich Angst und Leiden, so vermag doch keine Pein mich von meinem Haupt zu scheiden, und ich schreib in mein Panier: Dennoch bleib ich stets an dir. 4. Selbst im finstern Todesthal bleibt die Freundschaft ungetrennet. Ich empfinde keine Qual, wenn der Lebensfürst mich kennet. Sterbend ruf ich mit Begier: Dennoch bleib ich stets an dir. Johann Jakob Rambach.+ 1735. Trostlieder. Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Gott wills nicht anders haben, auch dieses Lebens Not und Bein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein, es tommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit sprödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es foll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen. 5. Ein Christ tann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter.+ 1726. 579. Eigene Melobte. 55. 578. Gieb dich zufrieden und sei stille in Mel. 173: Was Gott thut, das ist zc. dem Gotte deines Lebens. In ihm Ein Christ kann ohne Kreuz nicht ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn sein. Drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täg Kreuz- und Trostlieder. lich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft er gehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du fiegen; ob alle Fluten dich umringen, wirst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 279 titel, helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da greift er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel, wo ich such, kann nichts mich trösten; denn das ist Gottes Ehren10. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Not wird sich nicht enden bis in den Tod; da wird sichs wenden. Gieb dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Dual uns alle bringen. Gieb dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da fie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt. † 1676. 580. Mel. 91: Sefu, meine Freude. Psalm 37, 5. Gott, der wirds wohl machen, dem ich meine Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh ich noch geboren bin auf dieser Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott, der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Kreuz- und Lust geschenkt; der mich nie vergessen, der mit kleid und Essen täglich mich bedenkt. Oft, wenn fast die Kreuzeslast seine Kinder niederdrücket, hat er mich erquicket. 280 3. Gott, der wirds wohl machen. Laß das Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! schlägt dich Unglück gleich darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott, der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. Gott, der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er alle zeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott tann alles wenden. 6. Gott, der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist auf gethan; wenn die Lebensjahre enden an der Bahre führt er himmelan. Sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott, der wirds wohl machen. Ernst Stockmann. † 1712. ad 581. Eigene Melodie. 61. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenten. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verDHE Trostlieder. zagst du doch? Sollt er schlummern oder schlafen, der das Aug hat fugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte er denn hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vegehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufriedenstellen. Seele, fo bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dor Kreuz- und Trostlieder. nenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Johann Friedrich 3ihn.+ 1719. 582. Eigene Melodie. 63. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar verzagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlaffen; trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen haffen. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise, es steht früh auf und fingt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch findt es alle Morgen sein Speis und Trantk, läßt Gott noch ferner sorgen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, machen. Arbeit und bet! Er wird dir alles geben, was nötig ist zu deinem ganzen Leben. 281 sonne scheinen, und wir werden aufgericht! Gott verläßt die Seinen nicht! 2. Gott verläßt die Seinen nicht. Sollt es gleich auf dieser Erden, wann die Trübsal uns anficht, bis zum Tod uns bange werden, ein getrostes Herze spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! 3. Gott verläßt die Seinen nicht. Ja, er läßts in allen Dingen, wie er selber sich verpflicht, uns zur Seligteit gelingen. Glaube, Hoffnung, Liebe spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! Unbekannter Dichter. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten, laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Simon Bornmeister.+ 1688. 584. Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes 2c. Matth. 8, 23-27. Gott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jefu bist. 2. Wer sich kränket, weil er dentet, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläset ja noch schlummert. nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Jm Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 583. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ifts Gott verläßt die Seinen nicht. Nach beschwerlich, scheints gefährlich? dem Seufzen, nach dem Weinen, läfset er das schöne Licht seiner GnadenDeinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, 282 Kreuz- und bricht die Hilf mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. Trostlieder. zu erfüllen; du bist mein Gott und deine Güt und Treu sind ewig neu. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wenn und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt.+ 1723. 2. Du hast mit deiner starken Hand mir tiefe Wunden in das Herz geschlagen; ach laß in meiner Schmerzen Feuerbrand mich nur an deiner Liebe nicht verzagen und mich aufs Kreuz mit festem Blicke schaun und dir vertraun. 3. Am Kreuze starb nach deiner Wahl dein eingeborner Sohn für meine Sünde, damit ich ledig aller Angst und Qual auf deine Gnade meinen Glauben gründe und dir getrost, vom Eigenwillen frei ergeben sei. 585. 4. So laß mich deine Wege gehn, bis ich einst rufen darf, der Welt entnommen: Kein Ohr vernahms, kein Auge hats gefehn, und ist in Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Herr, ich lasse nicht von dir, betend keines Menschen Herz gekommen, was Gott dem Volke, das ihn treu geliebt, im Himmel giebt. will ich mit dir ringen, wie einst Jakob rang mit dir; endlich muß mirs doch gelingen, endlich muß mein heißes Flehn, Vater, dir zu Herzen gehn. Julius Sturm. Geb. 1816. 587. 2. Ob du dich auch von mir kehrst, mir dein Angesicht verhüllest, mich Eigene Melodie. 71. mit neuem Leid beschwerst, mich mit Herr, wie du willst, so schicks mit neuer Angst erfüllest; dennoch ruf ich, Herr, zu dir, endlich, endlich hilfst du mir. mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 3. Wann und wie? was kümmerts mich! weiß ich doch, es wird geschehen. Läßt du mich, nicht laß ich dich, endlich hörst du doch mein Flehen, machst mich frei von aller Not, wärs auch endlich durch den Tod. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Julius Sturm. Geb. 1816. 586. Leben. Mel. 47: Es fostet viel, ein Christ 2c. 3. Soll ich einmal nach deinem Herr, meine Seele seufzt zu dir, ach Rat von dieser Welt abscheiden, vertomm und hilf um deiner Güte willen und neig in Gnaden dich herab zu mir, mein Herz mit deinem Troste leih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein Kreuz- und Trostlieder. selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann.+ 1591. 283 Sterben! Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt, fie haben triumphiert. 588. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir zc. Jaf. 1, 12. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne Je größer Kreuz, je näher Himmel! der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. D felig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübfal setzt. 2. Je größer Kreuz, je besfre Christen! Gott streicht uns an den Probestein; wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis bort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmold. † 1737. 589. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube! Die Palme wächset bei der Mel. 148: Welt, ich muß dich laffen. Laft, die Süßigkeit fließt aus der In allen meinen Thaten laß ich den Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gefalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe! Der Sturm bläst nur die Flamme auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Und wie das Öl die Flamme nährt, wird Liebesglut durchs Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete! Geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen! Im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem übel schüßt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil Kreuz- und Trostlieder. 284 sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein teures Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 590. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen 2c. 8. Jhm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir keinen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob mich drum viele haffen, so bringt mirs doch kein Leid. Gott will die Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch und geben, was da nüket hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott befehle; er machs, wies ihm gefällt, zu nut für meine Seele! In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden und muß auch also sein; denn eitle Erdenfreuden bringen uns ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beffr als mir bekannt. Wie könnt er mich dann lassen der treue Vater mein! wenn meine Not am größten, so will er bei mir sein. 4. Mein Unglück und mein Glücke das kommt ja nur von Gott; ich weiche nicht zurücke, want nicht in meiner Not. Geduld will ich erbitten in allen Nöten mein; er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Auf Reichtum und auf Schätze, was sonst der Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht sehe; das bleibt doch in der Welt; ein Schak hab ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alle Schäke, schenkt uns den heilgen Geist. gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß ich ihn allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. geblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Indes wird er den meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. giri p Paul Flemming. † 1640. Auf der Reise. 10. Jch zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, so bin ich doch bei Christen und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß, den frommen, sind wir soweit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte und sagt mir mein Gemüte nicht was Ver6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein; sein Blut hat er vergossen für mich arm Würme Kreuz- und lein, damit ich los soll werden von ewger Angst und Pein; wie könnt auf ganzer Erden doch größre Liebe sein! 7. Nun will ich mich erzeigen dank bar für seine Gnad; ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab! Wie ers will weiter machen, hab ich ihm heimgestellt; er lenke meine Sachen, wie es ihm wohlgefällt. 3. Amen, nun will ich schließen dies arme Liedelein! Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein! So hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon; im Himmel foll mir werden die ewge Gnadentron. 593. Um 1610. 591. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. Laß fahren deine Sorgen, du änderst nicht dein Los; das Heut ist dein, das Morgen trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie ers wird gestalten, ergründen kannst dus nicht; doch glaubst du an sein Walten, so gehst du auch im Licht. Trostlieder. 285 erhalten in der Not. Meine Hoffnung steht auf Gott.:: 3. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:: 4. Meine Hoffnung steht auf Gott; Hoffnung läßt mich nicht verderben, Hoffnung läßt mich selig sterben, giebt mich nicht dem ewgen Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:|: Aus dem Dresdner Gesangbuch von 1731. 3. Und was er dir mag senden, du trägst es still und gern; kommt es doch aus den Händen des besten aller Herrn. 4. Nie kann dein Morgen trübe, dein Abend dunkel sein; denn deines Gottes Liebe giebt ihnen hellen Schein. Julius Sturm. Geb. 1816. 592. Eigene Melodie. 112. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland, mein Erretter, Stiller aller Trübfalswetter, steh bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:: 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel gegeben und mich durch mein ganzes Leben hat Mel. 91: Jesu, meine Freube. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmts an, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Drt und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach viele sind beflissen, mag sie nichts mehr wissen. 3. Nein, ach nein! nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus der Getreue in dent ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, dem ich einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege fanft in seinen Schoß. Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele schweiget, harret aus und neiget sich an Jesu Bruſt. Sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, sie erträgts mit Lust; 286 Kreuz- und faffet sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste: am End fommt das beste. 6. Amen! es geschiehet. Wer zu Jesu fliehet, merket Gottes Art, wie er seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück aufspart bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst so bittre Leiden, und angehn die Freuden. Johann Kaspar Schade.+ 1698. Trostlieder. die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; und nun fiehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen schön gezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Jsrael erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg, Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 594. Mel. 193: 3ion flagt mit Angst 2c. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich, Gott wird dich Meine Sorgen, Angst und Plagen gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blik und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Aus Freylinghausens Gesangbuch b. 1708. laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr allein nur kennt, wird, gottlob! nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquiden. 595. 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, träget man Eigene Melodie. 123. die Frucht nach Haus. Wenn ein Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott: hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du, noch sonst ein Menschenkind, haft ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gott ist Gäst im fremden Zelt. Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. 3. Wenn man sich will Rosen brechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; alles geht, wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ist er gleich mit Blut benett. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornentronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, 3. Bist du doch nicht darum hier, daß du Erde haben sollst. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich fränkt um ein Handvoll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die dein Kreuz- und Herz für Güter hält; feines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, trittst du in des Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erbengut zerfällt und bricht, Seelengut, das schwindet nicht. 7. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nüt und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 8. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 9. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus. Ja, er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Teil. 10. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 11. Seze als ein Himmelssohn deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehr, als du nur würdig bist. Trostlieder. 287 schon Plak vergönnen. Was wimSollt der nicht helfen merst du? können, der nach dem Blitz giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den niemand weiß. Eh sein Bolt sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein. Er herrscht im Flutenfeld, der Himmelsheld. 12. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingebent. Wie es kommt, nimm alles auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht dirs widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. † 1676. 3. Die Centnernot zerbricht der talte Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer! Dein Jesus ist der Erd- und Meerregierer; der winket nur, da weicht auf sein Gebot die Centnernot. 4. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen zum sichern Schuk! und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. 5. Auf, schwacher Sinn, wirf allen Kummer hin und schicke dich, die Tiefe zu durchschreiten Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dich leiten und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf schwacher Sinn! 6. Herr Jesu Christ, wenn du nur bei mir bist, so will ich auch mit dir mein Leiden enden; zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist, Herr Jesu Christ. Michael Kongehl. † 1710. 597. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. mein Herz, gieb dich zufrieden, o verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, nimmt dir feiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, vertraue still, geh des Weges, den er sendet; 596. Eigene Melodie. 135. Nur frisch hinein! es wird so tief er begann, und er vollendet. nicht sein; das rote Meer wird dir 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, 288 Kreuz- und so Lobfing ihm aus der Nacht; fieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzuschwer, faßt er plößlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär die ganze Welt dir feindlich, rottete sich wider dich, dank ihm; o der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid, dank ihm; er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; tennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden, auch ein Wunder kann er senden. 5. D so laß denn alles Bangen! wirke frisch, halt mutig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus; und ob alles widersteht, im Vertraun und im Gebet bleib am Werke deiner Hände, so führt ers zum schönsten Ende. Viktor von Strauß. Geb. 1809. 598. Mel. 177: Wenn wir in höchsten Nöten 2c. Luk. 7, 11-17. füßes Wort, das Jesus spricht zur armen Witwe: Weine nicht! Es tomme nie aus meinem Sinn, zumal wenn ich betrübet bin. 2. Es wird geredt nicht leis ins Ohr, vielmehr ganz laut am freien Thor, so daß es höret jedermann und sich darüber freuen kann. 3. Er redets aber zu der Zeit, da Tod und Leben war im Streit; drum soll es auch erquicken mich in Tod und Leben träftiglich. 4. Wenn Not und Armut mich anTrostlieder. ficht, spricht doch mein Jesus: Weine nicht! Gott ist dein Vater, trau nur ihm, erhört er doch der Raben Stimm. 5. Bin ich sehr kraftlos, krank und schwach, und ist nichts da denn Weh und Ach, so tröstet Jesus mich und spricht: Ich bin dein Arzt, drum mweine nicht! 6. Raubt mir der Feind mein Gut und Hab, daß ich muß fort mit meinem Stab, sagt Jesus wieder: Weine nicht! denk, was dem Hiob dort geschicht. 7. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, gönnt er mir keinen Sik im Land, ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht! 8. Wenn um mich Band und Ketten schon, wenn Feind und falsche Freunde drohn, spricht Jesus: Weine nicht und glaub! bir kann nicht schaden Asch und Staub. 9. Reißt mir der Tod das Liebste hin, fagt Jesus: Weine nicht! ich bin, ders wieder giebt; gedenke dran, was ich zu Nain hab gethan. 10. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Not: Ich bin das Leben, weine nicht! wer an mich glaubt, wird nicht gericht. 11. O süßes Wort, das Jesus spricht in allen Nöten: Weine nicht! Ach klinge stets in meinem Sinn, so fähret alles Trauern hin! Johann Höfel.+ 1683. 599. Eigene Melodie. 153. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. Kreuz- und Trostlieder. 2. Hab ich was nicht recht gethan, ist mits leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, darin frei ich wohne, als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 4. Stürme, Teufel, Welt und Tod! was könnt ihr mir schaden? Dedt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir feinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 600. Mel. 91: Jesu, meine Freude. 5. Was ist in dem Himmelszelt, was im tiefsten Meere, was ist Gutes Seele sei zufrieden, was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Ist Schmerzen, fasse frischen Mut. die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr, wie lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, stirbt der Menschen Liebe dir auch ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. in der Welt, das mir gut nicht wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 6. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das Liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will enden. 289 klagen; sondern hat vollkommnes Heil dort in Christi Garten, wo ist aufbewahrt sein Teil, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder fäen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben bringen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Singen. 11. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Er wird helfen; Preis und Ehr. Amen! Paul Gerhardt. † 1676. S. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig 3. Ungeduld und Grämen tann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetet, wird nur mehr verlezet; drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blidt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit 19 Kreuz- und Trostlieder. 290 bir schlafen, mit dir machen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen, Gott wirds doch wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben, ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benjamin Schmold.+ 1737. 601. Eigene Melodie. 158. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, oso glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen. Trok dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich gern das andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, acht ich keiner andern Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tiepe. † 1703. 602. Mel. 5: Ach was soll ich Sünder zc. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb und Batertreu bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn Unterlaß, der uns alles Guts bescheret, sollte der verlaffen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte und des Reichs Gerechtigkeit, find ich meine Seligkeit. Wenn des mammons ich nicht achte, segnet mein Gott früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 5. Ei, so sorg ich nicht für mor= gen; das, was noch zukünftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Chrift, ich laß meinen Gott versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorg ist schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Bater, sorgt für mich. Gottlob, der den Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Johann Olearius. † 1684. Kreuz- und Trostlieder. 603. Eigene Melodie. 168. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findet sich gar balde sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, erlöst von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 291 wird neu geboren, von allen Sünden los, wird heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren des Teufels liftge Art. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben. Er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt! Das ist ein felge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unsre Zeit verborben hier auf Erden; wir sollen selig werden hier und in Ewigkeit. 6. Denn wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja wenn wir nach dem Tod, tief in die Erd begraben, fein fanft geschlafen haben, will uns erweden Gott 8. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll und ohne Maß und Ende, durch Christi treue Hände mir widerfahren soll. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß, der Leib 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns aus Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold.+ 1598. 604. Eigene Melodie. 171. Warum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not: 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Erd und Asche habe hier doch keinen Trost, als nur in dir. 4. Der Reiche baut auf irdisch Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub feftiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht! 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut, als du es warst von Ewigkeit, mein Trauen steht zu dir; mach mich 19* Kreuz- und an meiner Seele reich, so gilt mir andrer Reichtum gleich. 292 6. Zeitlicher Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod: das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, daß du mich dies hier läsfest schon erkennen durch dein Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohlgemacht, und bitt demütiglich, du wollst von deinem Angesicht mich nicht verstoßen ewiglich. Um 1565.( Hans Sachs.+ 1576.)? 605. Mel. 172: Warum sollt ich mich zc. Matth. 6, 25-34. Waru Sarum willst du doch für morgen, armes Herz, immerwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, weil Gott will in der Still sich der Not annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht, was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier soviel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Sorgst du, wie du dich sollst Eleiden? jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so Trostlieder. schön diese stehn und die Bäum in Wäldern. 5. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm werde zeigen, was er essen soll und trinken? Nein, ach nein, ganz allein folgt er Gottes Winken. 6. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt uns ja, was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 7. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 8. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin; ach, mein Sinn soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 9. Nun Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier für den Leib nichts fehlen. 10. Alles sei dir unverhohlen was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 11. Ich will dir mit Freuden danken, fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hilf und Heil, liebster Jesu! Amen. Laurentius Laurenti.+ 1722. 606. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich zc. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschicht, was Gott gefällt. Kreuz- und Trostlieder. 2. Der beste Will ist Gottes Will, auf diesem ruht man sanft und still; da gieb dich allzeit frisch hinein, begehre nichts, als nur allein, was Gott gefällt. 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn; was Menschen sinnen, das fällt hin, wird plößlich kraftlos, müd und laß, thut oft, was bös, und selten das, was Gott gefällt. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, der niemand Arges gönnt noch thut; er fegnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schüket Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht, was Gott gefällt. 6. Ach könnt ich fingen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund und singen jeho diese Stund, was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rat und übergroße Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. S. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 9. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohlbekannt sowohl wer Böses denkt und übt, als auch wer Gutes thut und liebt, was Gott gefällt. 10. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; sobald es sich zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterrut und locket, bis man wieder thut, was Gott gefällt. 11. Laß andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut, du aber nimm die Kreuzeslast und sei ge293 duldig, wenn du haft, was Gott gefällt. 12. Lebst du in Sorg und großem Leid, haft lauter Gram und keine Freud, o sei zufrieden! trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt. 13. Mußt du viel leiden hier und dort, so halte fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann nichts, als nur, was Gott gefällt. 14. Der Glaub ergreift des Höchsten Huld, die Hoffnung bringt und schafft Geduld; schleuß beid in deines Her zens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. 15. Dein Erb ist in dem Himmelsthron, hier ist dein Scepter, Reich und Kron, hier wirst du schmecken, hören, sehn, hier wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt. Paul Gerhardt. † 1676. 607. Eigene Melodie. 178. 5. Mos. 32, 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken. Er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 294 Kreuz- und 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zulegt ich werd ergökt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast. † 1708. 608. Mel. 148: Welt, ich muß dich lassen. Was ists, daß ich mich quäle? Harr auf den Herrn, o Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüket, er schütet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem ja nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir be schieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Jch lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Trostlieder. mir von dir gewähret; Gott, bu ge währst es gern. Was dieses Glück verleket, wenns alle Welt auch schätzet, das sei, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 609. Eigene Melodie. 174. Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Und muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. D frommer Gott! Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind ansicht, laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, Kreuz- und Trostlieder. steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht von Brandenburg. + 1557. 610. Mel. 160: Straf mich nicht in 2c. Weine nicht, Gott lebet noch, bu betrübte Seele; drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld sendet nach den Leiden wieder Trost und Freuden. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, wenn dein ganz vergessen. Es hat seine Treue sich dir so hoch vermessen, daß die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket; wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, setzt er dir Labsal für und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 295 Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Benjamin Schmold.+ 1737. 611. Mel. 174: Was mein Gott will zc. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß Darum auf der Himmel werden. dich all Hoffnung ich ganz fest und frei will sezen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. 2. 1 von Joachim Magdeburg. † 1583. B. 2 und 3 später. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn du dich verirret. Hast du dich gleich wunderlich in die Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen ihre Grenzen stellen. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn der Feind dich sichtet und so manchen Schlangenstich auf dein Herze richtet. Wen Gott liebt, nichts betrübt; will gleich alles trachen, er kann doch nur lachen. 612. Eigene Melodie. 180. Pfalm 55, 23. Sirach 11, 11-24. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich. Gi, was kann dir fehlen, was willst Wer nur den lieben Gott läßt walten du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen. Endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Kreuz- und Trostlieder. 296 Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freuden stunden, er weiß wohl, wann es nüklich sei; wenn er uns nur hat treu befunden und merket teine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshike, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße site, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn bald stürzen tann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumarf.+ 1681. 613. Mel. 71: Herr, wie du willst, so zc. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich sest; was Golt mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch anfangs nicht verstehn, einst wird er mirs aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanter. Lampertus Gedicte.+ 1735. 614. Mel. 174: Was mein Gott will zc. Wies Gott gefällt, gefällts auch mir, und laß mich gar nicht irren. Will mich der Feind verschlingen schier, und mögen sich verwirren all Sachen gar, ich glaub fürwahr, Gott wird doch Gnad bescheren! Ja, fest ich weiß: solls sein, so seis! wer ist, der Gott kann wehren? 2. Wies Gott gefällt, laß ichs er Kreuz- und Trostlieder. gehn', gar still ich mich drein schicke; wer seinem Rat will widerstehn, fällt in des Satans Stricke. Die Hoffnung mein se ich nur drein, auf diesen Grund zu bauen, weil fest ich weiß: folls sein, so seis! dem Herrn ist gut vertrauen. 3. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, will um Geduld nur bitten. Er. ist allein, der helfen kann, und wenn ich schon wär mitten in Angst und Not, läg gar im Tod, kann er mich wohl erretten. Ja, fest ich weiß: folls sein, so seis! ich gwinns, wer nur will wetten. Nach Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen(?) † 1554. 615. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Psalm 46. 3ion, ion, gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; das ist sein beliebter Brauch. Bion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so fränken? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlief er sanft in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja, die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn. Dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Gottesbundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise sein, mischt das Seufzen und das Stöhnen sich in deine Lieder ein, muß dein Pur297 pur sein das Blut und der Mangel hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zuschanden, denk nur an die Ewigkeit, sei nur fröhlich, wohlgemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, auf den Herren mußt du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum, so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja! Deine Wonne, liebes Bion, wird nun groß; Christus, deine Gnadensonne, nimmt dich auf in seinen Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jett kannst du von Freuden sagen. 8. Dihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier. Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli. Um 1670. 616. Eigene Melodie. 198. Jcf. 49, 14-16. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not, und so hart läßt er mich pressen! meiner hat er ganz vergessen. Kreuz- und Trostlieder. 298 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein! wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann haffen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz beseffen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; siehe hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Stets sieht auf dich mein Er barmen, du liegst mir in meinem Schoß, wie ein Kind in Mutterarmen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann teine Zeit, keine Not, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allen Leiden. Johann Heermann.+ 1647. CON ASHIST State islo nutne find o VII. Sterbe- und Begräbnislieder. 617. 618. Eigene Melodie. 6. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist Ade, ich muß nun scheiden, ihr der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ist mirs gemacht, in Kummer und in Thränen, in Arbeit und in Not; drum ruft mein heißes Sehnen: D komm, mein Herr und Gott. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen.. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie fich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so find unsre Fröhlichkeiten. 2. D komm und schließ dem Matten bie müden Augen zu, bett ihm im tühlen Schatten die stille, sanfte Ruh, bett ihm im kühlen Grabe den letzten weichen Pfühl, die einzge letzte Gabe vom ganzen Weltgewühl. 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftchen wehet, so ist unsre Schöne, fehet! 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, ihr Freunde lieb und fromm; das Licht wird bald mir scheinen, das ruft dem Schläfer: Komm! Das klingt in seine Kammer: Steh nur vom Schlummer auf, steh auf aus Erdenjammer, der Himmel thut sich auf. 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 4. Ade, ihr sollt nicht klagen, daß ich von hinnen muß; die Nacht wird wieder tagen mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn, und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöhn. Ernst Morig Arndt..+ 1860. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schäze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 619. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen. Alles, Eigene Melodie. 9: alles, was wir sehen, das muß fallen Alle Menschen müssen sterben, alles und vergehen; wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. Michael Frant.+ 1667. Fleisch vergeht wie Heu; was da Lebet, muß verderben, soll es anders 300 Sterbe- und Begräbnislieder. werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon find mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 620. Mel. 128: Nun komm, der Heiden. Ader Gläubgen Sammelplag ist da, wo ihr Herz und Schak, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Herze hier schon ist. 6. D Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Oder großen Freud und Wonne! Jekund gehet auf die Sonne, jebund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit! Jezund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus.+ 1679. in die ewge Heimat fort, ungefragt, 2. Eins geht da, das andre bort ob die und der uns hier nicht noch nüglich wär. und Gott kann nie was versehn, hat 3. Aber wenns nun schon geschehn, man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. da, geht uns freilich gar sehr nah; 4. Manches Herz, das nicht mehr das eigne Leben wär. aber, Herr, du bist uns mehr, als Nikolaus Ludwig Graf von 3inzendorf. † 1760. 621. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Am Grab des Christen singet man Ehrenthronen fizet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. vom Sieg mit lauter Freuden. Er hat vollendet seine Bahn, geendet seine Leiden, gekämpfet einen guten Streit, sich durchgedrängt durch manches Leid; die Kron ist ihm beschieden. 2. Drum singen wir Viktoria! beim Tode dieses Christen, dem wir ein Ehrengrabmal da zu seiner Ruhe rüsten. Dann weinten wir um ihn mit Recht, wenn wir nicht, daß der Gottesknecht nun überwunden, wüßten. 3. Nicht seine Hand, nicht seine Kraft hat es gethan, die Rechte des Herrn hat ihm den Sieg verschafft, die Krone seinem Knechte. Die legt er ihm zu Füßen hin, fingt: Jefu, das ist mein Gewinn; ich bin ein arm Gemächte. 4. Er wusch in dem Versöhnungs= blut die Kleider rein und helle. In Sterbe- und Begräbnislieder. ihm, in Gottes Frieden ruht sein Leib an dieser Stelle, bis daß ihn der getreue Hirt einst wieder auferwecken wird, der Herr, des Lebens Quelle. 5. Weg ist nun alles Leid und Schmerz, die Thränen abgewischet, getröstet ewiglich sein Herz, gestärket und erfrischet. Nun wohnet er in einem Licht bei Christo dort, das nimmer nicht in Ewigkeit verlischet. 6. Der Geist, zur Ewigkeit gereift, ist heim zum Herrn gegangen, hat nur die Hülle abgestreift, die ihn allhier umfangen; und hat aus Jesu Christi Hand ein ander neu und hell Gewand vor seinem Thron empfangen. 7. Drum singen wir Viktoria! denn ihm ist wohl geschehen. Wie gegenwärtig und wie nah kann er den Herrn nun sehen! Wir sehn ihm nach, er sieht herab auf uns, die wir bei seinem Grab ihm nachzukommen flehen. Christoph Karl Ludwig von Pfell. † 1776. deinen Tod. Der Tod kommt oft behende; wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 301 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, ein jeder muß heran und wird den Sohn bekommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß ja dich nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuerpfuhl. 623. Eigene Melodie. 26. Philipp. 1, 21. 622. Christus, der ist mein Leben, Sterben Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 90, 12. ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke zu Chrift, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 6. Hilf Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag! Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomo Liscow.+ 1689. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm das Öl gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach dei Sterbe- und Begräbnislieder. 302 nem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Um 1608. 624. Mel. 28: Der lieben Sonne Licht 2c. Die Christen gehn von Ort zu Drt durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seine Arme auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlassne Hütte! Du Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. wie ich, gemessen hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Freiheit seiner Seelen und der Abschied aus der Welt sich erwünscht hat eingestellt. 3. Zwar ich bin nicht ungeduldig, daß mich Kreuz und Elend drückt, ich bin mehr zu leiden schuldig, als mir Gott hat zugeschickt; weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, sondern daß das Kreuz ein Kuß seiner Gnade heißen muß. 4. Aber darum will ich sterben, daß ich Jesum möge sehn und sein ewig Heil ererben; möcht es heute noch geschehn! D wie selig sind die Stunden, da ich, aller Angst entbunden, auf der müden Lebensbahn meinen Lauf vollenden kann. 5. So ist mir der Tod ein Segen und das Sterben ein Gewinn; kommt, ihr Engel, kommt entgegen, traget meine Seele hin! Ach mir wird von jenem Leben jetzt der Vorschmack schon gegeben; darum wünsch ich dies allein, auch im Schauen da zu sein. Ruh und Friede; ach mein Gott wann rufst du mich? Rufe mich, mit allen Freuden will ich aus der Trübfal scheiden, denn ich weiß durch Christi Blut machest du mein Ende gut. 2. Mir macht gar der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens fatt; wer das Jammerthal so lange, als 6. Alle, die mich hier geliebet, alle, denen ich bekannt, die mein Abschied nun betrübet, die befehl ich Gottes Hand; Gott versorget, Gott beschüket, Gott bescheret, was euch nützet. Also ist mein Haus bestellt; gute Nacht, du eitle Welt. Erdmann Neumeister.+ 1756. 625. 626. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. Eigene Melodie. 46. Eitle Welt, ich bin dein müde, meine 1. Könige 19, 4. Seele sehnet sich nach des Himmels Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemach schon reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich flagt und nächtlich thränet. Es ist genug!:: 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; von Adams Falle bleibt Sterbe- und Begräbnislieder. der Sünde Gift, das mich fast gar erstickt, mir jetzt noch einverleibt. Was mich von meinem Gott abdränget und stets mit Angst und Furcht beenget, es ist genug!:| 8 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht die Lagerstatt mit meinen Zähren. Ach Herr, wie lange soll es währen? Es ist genug!:: 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will. Er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der in der fiechen Brust mir naget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug!:: 5. Es ist genug. Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt banieden. Es ist genug!::: Franz Joachim Burmeister, um 1670. 627. Eigene Melodie, 50. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübfal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich fehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 303 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspißen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröte leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jekund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Ob mir schon die Augen brechen und mir das Gehör verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, wirst in Gnaden mich regieren, auf der rechten Bahn heimführen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigfeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. Um 1615. 304 Sterbe- und Begräbnislieder. 628. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. Sef. 26, 20. Gehe hin in deine Kammer, Gottes eitlen Schein; droben nur kann ewig sein. Volk, geh in das Grab; geh mit Freuden, deinen Jammer legst du dann auf einmal ab. Sei getrost, auf allen Seiten wollen Engel dich begleiten. 2. Geh, wenn deine Zeit verflossen, denn die Thüre wird nach dir fest und eilend zugeschlossen; Engel halten Wach dafür, und die Zeit wird bald vergehen bis zum frohen Auferstehen. Christian August Freyberg.+ 1742. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts! 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 629. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenstaube hell Geht nun hin und grabt mein Grab, empor die Hoffnung schwebt, und der denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. Himmelsheld, der Glaube; und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moris Arndt.+ 1860. 630. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, Mel. 165: Bater unser im Himmelreich. wo alles Irdsche endet; lege selbst mich Herr Jesu Christ, wahr Mensch und nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst! Ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach! ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts befinnt, und mir all menschlich Hilf zerrinnt; so komm, Herr Christe, mir behend zur Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual. Sterbe- und Begräbnislieder. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; so nimm sie, Herr, in deine Händ, der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten Tag mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedent, aus Gnaden mir das Leben schenk. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir! 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin, des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu leben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und alle Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit, das Himmlisch' ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, ihnen und mir zu Leide; doch tröstets meinen Mut, daß ich in größern Freuden dereinst mit ihnen wohn, wo uns nichts mehr kann scheiden vor Gottes Gnadenthron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, deren mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, reißt sie aus aller Not. 631. Eigene Melodie. 74. S. Was wollt ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Herzlich thut mich verlangen nach Silf versagen, der speist die Raben einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust, abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, trok dem der sie beleidigt, das glaubt ohn alle Scheu. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 7. Sondern ich will mit starter Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich! Dazu hilf uns ja gnädiglich! 305 Weil ich auf dich darf bauen, bin ich ein selig kind. 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, deinm Wort zu trauen feftiglich, bis wir einschlafen seliglich. Paul Eber.+ 1569. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd? 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! es währt nur kurze Zeit, bis wir uns wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden 20 Sterbe- und Begräbnislieder. 306 zu dir, Herr Christ allein, gieb mir ein selig Ende, send mir dein Enge- 633. lein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du dich hingegeben für meine Sündenlast. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich fingen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll. † 1621. 632. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Heute mir und morgen dir! so hört man die Glocken flingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacter bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: Heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir haben täglich not, daß wir uns an andern spiegeln. Bald ergeht des Herrn Gebot; heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund! und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre. Morgen fällt, der heute stund; Mensch, es ist der alte Bund! 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe, so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht zu herbe. Rüste mich dazu, mein Gott. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! Christi Tod wird ihm zum Leben. Wer in ihm sich Gnad erwirbt, kann den Geist getrost aufgeben, weil er also nicht verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmold.+ 1737. mi In Sterbensnot. d Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Hilf Helfer, hilf in Angst und Not; erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind, trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ; du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Namen; hilf Helfer, hilf! Drauf sprech ich Amen. Nikolaus Selneder. † 1592. 634. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Ebr. 11, 13-16. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich zu dem Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Sterbe- und Begräbnislieder. Rat. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sant oft ihr armes Herz! 5. Die frommen heilgen Seelen, fie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Drt; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod fie nieder legt in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid, was will ich beffer leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig Ende in meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deines Armes Kraft. 307 bas leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freubenvoll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von allen Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt. † 1676. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Biel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, 635. Eigene Melodie. 78. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, alles wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht? Thust du es Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, ich liege schon dahier in großer Hik, ohn Kraft, ohn 3ier mit höchster Herzensangst befallen, die Augen finster wie das Grab, Gehör und Rede nehmen ab; doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, fest mir auch mit Versuchung zu. 4. Herr Jesu Christ, dein eignes Blut zeugt, daß ich bin dein teures 20* Sterbe- und Begräbnislieder. 308 Gut, daß ich der Sünde nicht gehöre; darum kann mich der Bösewicht nicht schrecken mit dem Zorngericht. Komm, rette deines Leidens Ehre! du giebst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt! 5. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Teil in deinen offnen Wunden finden. Ich fiege über Angst und Not! Laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich teines andern sein. Simon Dach. † 1659. 637. KOINEDI Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, dem 636. liebsten Vater mein; hier ist kein Immer- Leben, es muß geschieden ſein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried Eigene Melodie. 81. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! er machs mit mir, wies ihm gefällt: ob ich allhier noch länger leb, nicht widerstreb, seinm Willen ich mich ganz ergeb. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber; da trachte ich hinein, darf mich nicht sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 2. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht: ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 3. Ach felge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit! Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 4. Gesegn euch Gott, ihr meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja mit Fleiß in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Johann Siegfried.+ 1637. 3. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd gestorben ist: hat, auferstanden mir zu gut, der Höllen Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 4. Dem leb und sterb ich allezeit, der Tod von ihm mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein, er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 5. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle klag werd auferstehn aus meinem Grab. 7. D Jesu Christe! Gottes Sohn, der du für uns hast gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein, du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 8. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod: hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich. Joh. Pappus. † 1610. 6. Mein lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht. In ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit: ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 638. Mel. 132: Nun preiset alle Gottes 2c. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, und hätte gern 390 721ado 1968 dax adapté Sterbe- und Begräbnislieder. 309 mein müdes Leben, Schöpfer der Den einen Fuß hab ich auf Erden, Geister, dir hingegeben.:: den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen!:: 5. Ein einzger Schlag kann alles wenden, und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Baterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 3. Nur bin ich fündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:|: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon felig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn, und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:: Johann Timotheus Hermes.+ 1821. 639. Sli Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gefunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 7. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich. Wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und laffe der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 8. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmold.+ 1737. 640. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt In Christi Wunden schlaf ich ein, und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag! 3. Dank hab, o Tod, du förderst mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärt den Glauben mein! 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Paul Eber.+ 1569. 310 OVER Sterbe- und Begräbnislieder. 641. Mel. 164: Balet will ich dir geben. In Gottes Rat ergeben, verlaß ich gern die Welt; ich geh zum bessern Leben, so bald es ihm gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt, ihr beladnen Herzen, zu mir und findet Ruh! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreun und in der letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß mir es glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Überwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnot; so ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Christoph Friedrich Neander.+ 1802. 642. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Lasset ab, ihr meine Lieben, lasset ab von Traurigkeit! Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr des verfichert seid, daß ich alle Qual und Not überwunden und bei Gott mit den Auserwählten schwebe voller Freud, und ewig lebe? 2. In des Herren Jesu Wunden hab ich mich geschloſsen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 3. Niemand sag, ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hingenommen, Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich. Jest kann mich kein Trübfal pressen, aller Angst ist nun vergessen. KIR 4. Mein Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen sanft und wohl, und entgeht dem großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, ihn, der mich zu Ehren setet und mit höchster Freud ergözet. 130 0 5. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu, seine Gnad ist täglich neu; wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spreu zerstieben. 6. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich euren Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; der wird euch in eurem Leid trösten und zu seiner Zeit zu dem Drt, da ich bin, führen und mit höchster Klarheit zieren. 7. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat; Gott selbst wird uns alsdann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier miteinander jubilieren und ein selig Leben führen. Johann Heermann.+ 1647. Sterbe- und Begräbnislieder. 643. Mel. 34: Die Tugend wird durchs 2c. Laß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein; komm, deinen Trost mir zuzusprechen, und segne du mein matt Gebein. Gieb Ruhe mir in deinen Armen, darin ich Gnad und Frieden fand, und trag mich vollends mit Erbarmen sanft zu dir heim ins Vaterland. Christian Renatus Graf von Zinzendorf. † 1752. de 644. Eigene Melodie. 110. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht: wenn sich mein Seel will scheiden, so nimm fie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du wirst mirs nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübfal überall. 645. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht zc. anter Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist not. 311 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott bir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt; bei Gott zu leben mir gefällt. Johann Hermann Schein. † 1630. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. überwind ihn durch Vertraun; sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich felbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 646. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir zc. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht. 312 Sterbe- und Begräbnislieder. Drum zeige mir in Gnaden an, wie mich hassen, die wider mich Neid, ich recht selig sterben kann. Gifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin, wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann gar leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 5. Vergieb auch mir, o Bater, alle Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet, von dir geeilet. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst; nur gieb dabei, daß, Herr, in dir mein Ende sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab verdeckt; doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich gern ein Räumlein ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun lieber Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich Jesum nur bei mir, so gilt mirs gleich und geht mir wohl: wann, wie und wo ich sterben soll. Benjamin Schmold. † 1737. 647. Mel. 73: Herzliebster Jefu, was zc. Mein Jesus kommt; mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns erworben; so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt haft ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getroft nachsprechen. 4. Bergieb, o Vater, denen, die 6. Ich habe, Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen; behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden. Du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden; dein Paradies, das soll mir eigen werden. Ins Paradies, das schöne, laß mich heute eingehn zur Freude. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte; gieb mir ein himmeldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Höll und Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. 11. Jch aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott! mein Gott! du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich umfingest. 12. Mein Herze dürftet nach dir, und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach! ich lechze nach dir, nach dir, mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken. Ich dürfte, wie ein Hirsch; laß dich erblicken, mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Trost; mein COSTITUZ Sterbe- und Begräbnislieder. Herz hat sich gelabet, Jefu, mit deinem Blut bin ich begabet. Es ist vollbracht, was übrig ist gewesen; ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Rammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 16. Jch gebe dir den Geist in deine Hände; o Jesu, komm und mach ein selig Ende! Jch bleibe dir, ich sterbe deinem Namen; Jesu, sprich Amen! Michael Hunold. † 1672. 648. Eigene Melodie. 119. Lut. 2, 29-32. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast lassen sehn, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Drt erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich tennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volts Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther.+ 1546. 649. Eigene Melopie. 120. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der 313 Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! heiliger, starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Kyrie eleison! 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unfre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! heiliger, starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllenglut. Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! heiliger, starter Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison! Martin Luther.+ 1546. 650. Eigene Melodie. 129. Die Gemeinde. Nun laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. Der Chor. 1. Begrabet mich nur immerhin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 314 Sterbe- und Begräbnislieder. tua Die Gemeinde. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. Der Chor. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod zu Asche, Erde, Staub und Kot; doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. Die Gemeinde. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus seiner Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. Der Chor. 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott; die Seele lebt bei meinem Gott, der durch seins Todes Bitterteit sie hat erlöst zur Seligkeit. Die Gemeinde. 4. Sein Arbeit, Trübfal und Elend ist kommen zu einm guten End; er hat getragen Christi Joch, ist ge= storben und lebet noch. Der Chor. 4. Was hie für Trübsal hat verIeßt, wird nun mit Himmelslust ersett; die Welt ist doch ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudensaal. Die Gemeinde. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und emger Freud wird gewähren. Der Chor. 5. Wenn alle Welt in Trümmer bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verEläret stehn und in das Himmelreich eingehn. Die Gemeinde. 6. Hier ist er in Angst gewesen, bort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. Der Chor. 6. Wie manche Widerwärtigkeit betraf mich in der Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, denn ewigliche Himmelslust. Die Gemeinde. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicherweis. Der Chor. 7. So laßt mich nun in meiner Ruh und geht nach euren Häusern 3u; ein jeder denke Nacht und Tag, wie er auch selig werden mag. Die Gemeinde. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels Gwalt und ewger Bein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! BRAT Michael Weiße,+ 1540, Chor: Georg Neumart.+ 1681. ols, materi 651. Eigene Melodie. 143. Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gaft und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reif' zu dir ins Himmels Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reif' ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, doch meine Seele seufzt in mir: Herr, hol mich heim; nimm mich zu dir! 4. Drum stärt mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein; Sterbe- und Begräbnislieder. 315 dein Durst und Gallentrant mich lab, stirb stets den Sünden ab, gieb dich wenn ich sonst keine Stärkung hab. 5. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei. Hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt dich an Christi Blut; stirb du in Jesu Wunden, so ist dein Ende gut. Benjamin Schmold.+ 1737. DURAT 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir im Tod das Herze bricht, dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grab. 7. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf ich meine Heimfahrt bau; thu mir die Thür des Himmels auf, wenn ich beschließe meinen Lauf. 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib; daß mich nicht treffe dein Gericht, das aller Welt ihr Urteil spricht. 9. Alsdann den Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei deinm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 10. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der auserwählten Schar dein Antlik ewig schauen klar! Martin Behm. † 1622. Fer 652. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Mensch, gedent ans Ende, willst du nicht übels thun; der Tod bringt oft behende das allerletzte Nun. An einem Augenblicke hängt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh. 2. D Mensch, gedent ans Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit bein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 3. D Mensch, gedent ans Ende, 18 dort FIEST 653. Eigene Melodie. 148. Welt, ich muß dich lassen; ich fahr dahin mein Straßen ins erge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben und legen Leib und Leben in meines Gottes gnädge Hand. 151 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Sünden mancherlei, will ich doch nicht verzagen, vielmehr mit Glauben sagen, daß mir mein Günd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlik will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der auch für mich gestorben, des Vaters Huld erworben, mir auch der Mittler worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst durch Jesu Blut. Kein Wert kommt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen; allein der wahre Glaub es thut. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hält bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod mag mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 7. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, wollst dich besinnen, denn du mußt auch mir nach. Auf! dich zu Gott bekehre und von ihm Gnad Sterbe- und Begräbnislieder. 316 begehre; o werde nicht im Glauben schwach. 8. Die Zeit ist schon vorhanden; hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst alle irdschen Sachen laß fahrn und gieb fie willig dran. 9. Das schenk ich dir am Ende: Ade! zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen; meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Heß.+ 1547. 654. Eigene Melodie. 149. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Rammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier gebrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, D Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach. † 1659. 3918 655. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. Selig, felig find die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst zu Grabe gehn; die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. den Anfang, wenn der Geist von dem 2. Ihre Seligkeit und Freude hat Leibe, von dem Leide zu den reinen Geistern reist, wenn er auf Elias Wagen wird in Abrams Schoß getragen. 3. Arbeit, Elend, Angst und Klage, Jammer, Wehmut, große Not, alle Morgen neue Plage, Kreuz, das schwerer als der Tod, droht uns täglich noch hienieden; doch die Toten sind im Frieden. 4. Nur die Leiber ruhn in Höhlen, denn Gott schafft den Seelen Luft; Gott entdeckt den frommen Seelen, was kein Aug und Ohr gewußt, und belohnt ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen. 5. Selig, felig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst zu Grabe gehn; die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. Christian August Freyberg.+ 1742. 656. Eigene Melodie. 163. Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu den Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. Sterbe- und Begräbnislieder. 317 dein Erbgut! 3. 2öse, erstgeborner Bruder, doch selig mich abscheiden, setz mich in die Ruber meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich mich in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, schenke Glauben, festen Glauben, der durch alles siegreich bringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet ſei. Du kannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder; meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 658. 8. Gottes Lamm, dich will ich loben Eigene Melodie. 176. hier und droben mit der herzlichsten Wenn mein Stündlein vorhanden Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben; hole, Heiland, mich zu dir! Johann Ludwig Konrad Allendorf. † 1773. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet haft zu Tod! 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei dir vor allem Leid; rück fie aus allem Schaden zu deiner Herrlichteit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß; und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein, bind meine Seele feste ins Lebensbündelein der, die im Himmel grünen und vor dir Leben frei; so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger. † 1627. 657. Eigene Melodie. 164. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärt meinen blöden Mut; laß ist, zu fahren meine Straße, so leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr ist viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, will an denken, Herr, an deinen Tod, deine lette Pein und Not; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, 318 Sterbe- und Begräbnislieder. werd ich im Grab nicht bleiben; mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods- machs nur mit meinem Ende gut! furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. amling 7. Nichts ist, das mich von Jesu nichts, scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und fage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! Nikolaus Hermann.+ 1561. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, und darum bist du mir gewogen, nahmst mich zu deinem Kinde auf. Me Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Fleisch gegeffen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut ober morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, weil sein hochzeitlich Kleid mich schmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 11. Jch leb indes in Gott vergnüget und sterb ohn alle kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnab und Christi Blutmachst dus mit meinem Ende gut. 659. Sll0¹ Eigene Melodie. 182. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende fann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer füßer mir den Himmel und immer bittrer dieſe Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, worauf ich meine Hoffnung gründe; das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt.+ 1706. 660, Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott 2c. Wie flieht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald ver Sterbe- und Begräbnislieder. geht und nicht besteht, gleich wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin; mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. 4. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu; bedent es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh! 5. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 6. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander.+ 1680. 319 prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 39 7. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh, du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben für die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Ge richt; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat der Herzen offenbar. 6. Drum da der Tod dir täglich dräut, so sei stets wacker und bereit; 10. Wie oft vergaß ich diese Pflicht, Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir lebe würdiglich; 11. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 661,+ 12. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und endlich in des Glaubens Macht Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Wie sicher lebt der Mensch, der mit Freuden ruf: G3 ist vollbracht! Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre 662. Eigene Melodie. Siehe Anhang Nr. 20. viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, Wie sie so sanft ruhn, alle die und keiner nimmt den Irrtum wahr. Seligen, von ihrer Arbeit, die sie in Gott gethan, und ihre Werte folgen ihnen nach in des ewigen Friedens Hütten. 2. Von ihren Augen wischt er die Thränen ab, sie kommen freudig, bringn ihre Garben ein, die weinend gingen, edlen Samen trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt des Menschensohnes, die durch die Gräber bringt, dann wird, was irdisch und verweßlich, himmlisch und jugendlich auferstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, 320 Sterbe- und Begräbnislieder. o Gott, gebracht für deine Werke, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie du an uns gethan, daß, wie in erst spät zertrümmert, laß mich, Einem alle sterben, also in Einem Vater, gute Thaten, gute Thaten sie wieder leben. mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. S. D. Roller. † 1850. Pus 663. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde; von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu dich, Seele; stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich, die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich thre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Bater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, deinen treuen Vaterhänden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde; von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre. Friedrich Gottlieb Klopstod.+ 1803. 664 A. Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott 2c. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang! kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid. Schließ nur getroft die Pforte zu! Was trauerst du? dein Gast geht hin zur ewgen Ruh! 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach; ihr Lieben, folgt ihm fegnend nach. Hab gute Nacht; der Tag war Hab gute schwül im Erdgewühl. Nacht; die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist der Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich brein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jefum Chrift für Gottes Bolt vorhanden ist. Sterbe- und Begräbnislieder. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! D felig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die broben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schak, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, heut ists an dir; hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sik zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach banges Herz im Zeichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bists, Herr, der mit Gottesmacht aus Grabesnacht das Leben hat ans Licht gebracht. 321 Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier sich ewge Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der C. 15. Nun Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich dem Staub ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber hier im Ruheport, viel Wohnungen im Himmel dort! bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet uns durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein; Amen, deir laß uns ewig sein! Christian Friedrich Heinrich Sachse † 1860. Beim Tode und Begräb nisse von Kindern. 665. Mel. 148: D Welt, ich muß dich 2c. Gottlob, die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis! Ihr Eltern dürft nicht klagen; mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz war mein irdisch Leben; ein besfres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben; mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Er eilet mit den Seinen, läßt fie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Die Welt mag Neke stellen; mich wird sie nun nicht fällen, sie wird 21 322 Sterbe- und Begräbnislieder. mist 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ists, zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 4. Jhr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! Gotthard Schuster.+ 1761. mir thun kein Leid. Denn wer kann den verlegen, den Christus will versehen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 5. Zuvor bracht ich euch Freude; jetzt, da ich von euch scheide, betrübt fich euer Herz. Doch, wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 6. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, was er nicht vorgesehen; und was er thut ist wohlgethan. 7. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 8. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt! 9. Ade, nun seid gesegnet! Was jetund euch begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann. 1647. 666. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Ihr Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, dessen Huld in Ewigkeit mir lacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 2. Jhr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu tlagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 667. Mel. 46: Es ist genug, so nimm 2c. selig Kind, so führt dich nun der Tod zu deinem Jesus hin! Dein Schmerz entflieht, dein Schlaf wird Morgenrot, dein Sterben ein Gewinn. Dein Jesus ruft dir zu: Ich lebe, ich bin der Weinstock, du die Rebe"; o selig Kind!:: 2. O selig Kind! die Taufe pflanzte dich in diesen Weinstock ein; jetzt zieht er dich liebend hinauf zu sich in Zions Sonnenschein. Dort pflegt er ewig dich als Rebe, daß eines in dem andern lebe; o felig Kind!:: 3. O felig Kind! Gott rufe dieses Wort auch deinen Eltern zu: ,, wie selig ist nun euer Kindlein dort in stiller Himmelsruh! O Iernet Gott das Seine geben! Kein Weinstock läffet seine Reben. D selig Kind!":|: 4. D felig Kind! so sehen wir dir nach und preisen deinen Tod; wer überwindt, dem wird dort tausendfach versüßt die Erdennot. Dein zarter Beim Tode und Begräbnisse von Kindern. 323 Geist, er blüh und lebe, an Christi Weinstock eine Rebe! O selig Kind!:: Benjamin Schmold.+ 1737. und will mit stillem Geiste fagen: Zeuch hin, mein Kind!:: tantane 668. 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jest wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so Mel. 148: O Welt, ich muß dich laffen. Wenn kleine Himmelserben in ihrer versehen; was dieser will, das muß Unschuld ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie un biti verloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. D wohl auch diesem Kinde! es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibeft bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find. Johann Andreas Rothe.+ 1758. 669. Mel. 46: Es ist genug, so nimm 2c. Zeuch hin, mein Kind; denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod be trübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt verfagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind!:: 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind!:: 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl; die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Beuch hin, mein Kind!:|: Gottfried Hoffmann.+ 1712. 21* nad spo Homelity. VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Gericht und ewiges Leben. 1. Wiederkunft des Herrn. 670. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Matth. 25, 1-13. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, kämpft und wachet; bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! ( 103 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf! ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach. Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die, von Wahn umhüllt, den fliehen und verlachen, der doch ist Sonn und Schild. PR67 Loveg 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegestron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach Binterdem Streit und nach den tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl; hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 9. D Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf. D Jesu, mach ein Ende und Wiederkunft des Herrn. 325 führ uns aus dem Streit; wir heben den Himmel ein, den du uns hast Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti.+ 1722. erworben. 7. D Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von vieler Not und Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Bartholomäus Ringwaldt.+ 1598. 671. Mel. 127: Nun freut euch, Iteben 2c. & ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Dann wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn Wachet auf! ruft uns die Stimme an aller Welten Ende; dann werden alsbald auferstehn die Toten gar behende. Die aber noch am Leben sind, die wird des Herren Wort geschwind verwandeln und erneuen. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, darinnen steht geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erben je getrieben; da dann gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. D weh dem Menschen, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Der wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. D Jesu, hilf zur selben Zeit durch deine heilgen Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden; daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in 672. Eigene Melodie. 169 Matth. 25, 1-13. der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr tlugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt; steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria fei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gefehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für Philipp Nicolai.+ 1608. und für! 326 Auferstehung und jüngstes Gericht. 2. Auferstehung und jüngstes Gericht. 673. Eigene Melodie. 16. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät; der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns, die wir starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstod.+ 1803. 2. Bedenk es weislich in der Zeit und flieh den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker; denn wiss, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den Gottesacker. der Engel Feldgeschrei die Glut das große Weltgebäu wird in die Asche legen. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und alle vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wann auf 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Vergeltung werden zugestellt; die Sünder sollen büßen und ohne Trug und ohne Schein sich selber Kläger, Richter sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urteil vor, so steigen mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg und was sich stürzen kann, fallt her, mich zu bedecken. 674. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht zc. Du siehest, Mensch, wie fort und 675. fort der eine hier, der andre dort uns gute Nacht muß geben; der Tod Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. hält keinen andern Lauf, er sagt zu- Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, leßt die Wohnung auf uns allen, die wir leben. das soll mir niemand nehmen. Er lebt, und was ihm widerstrebt, das muß sich endlich schämen. Er lebt fürwahr, der starke Held; sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, ach laß bein strenges Borngericht, ach laß es mir nicht schaden! Beig an dem Vater den Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zu sterben fertig halte und nicht, verstrict in böser Lust, des ewgen Lebens unbewußt, zum ewgen Tod erfalte. Simon Dach. † 1659. 2. Mein Heiland lebt; ob ich nun werd in Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals auferwecken; er wird mich reißen aus dem Grab und aus Auferstehung und jüngstes Gericht. dem Lager, da ich hab ein kleines ausgeschlafen. 3. Ich werde dann in seinem Licht ihn sehn und mich erquicken, mein Auge wird sein Angesicht mit großer Luft erblicken; ich werd ihn sehen mir zur Freud und werd ihm dienen ohne Beit, tch selber und kein Fremder. 4. Troß sei nun allem, was mir will mein Herze zittern machen. Wärs noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch fröhlich lachen; und drohen Tod und Hölle noch, Triumph! Triumph! es bleibet doch Gott, mein Erlöser, leben. Paul Gerhardt. † 1676. 676. Eigene Melodie. 139. wohl zu Herzen und merke drauf, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, wach auf vom Schlaf der Sünd, ermuntre dich, verlornes Kind und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß, wie man noch sterben mag. 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist.+ 1667. 327 Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gau- Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, men flebt. da die Welt den Herrn soll schauen, nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Kein Unglück ist in aller Welt, daß endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewig feit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht, ihr Wurm und Feuer sterben nicht. 2. Bittern in der Erde Gründen wird des Richters Nahn verkünden, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über dir Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zum verdienten Lohne. 3. D Ewigkeit, du machst mir bang! Dewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum, wenn ich diese lange Nacht und ihre große Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf turze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies 677, Eigene Melodie. 161. Röm. 2, 5. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 328 Ewiges 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mache mich der Sünde ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke. 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, haft am Kreuz für mich gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen, mein Gebet laß Gnad erlangen. 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. DIL SETST Solfspzotéria Leady 678,5 Mel. 164: Balet will ich dir geben. Ein Tröpflein von den Reben der süßen Ewigkeit kann mehr Erquicklung geben, als dieser eitlen Zeit gesamte Wohlgenüsse; und wer nach jener strebt, tritt unter ſeine Füße, was hier die Welt erhebt. SPO 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie wohl würd wi ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. Leben. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du Heiland Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen. 12 15. Wollst mich von den Böcken trennen und den Schafen zuerkennen, Platz zu deiner Rechten gönnen. 4. D Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen. D 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gieb mir ein selig Ende. 3. Ewiges Leben. 18. Tag der Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, aus dem Grabe zitternd steigen, wollst dann allen Huld erzeigen. Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh. Amen! Nach Thomas von Celano, † um 1250, von Christian Karl Jostas von Bunsen. kennet! Gesellschaft, reich an Lust, da Gott und Engel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen gesegnet werden sein. immer neue Freud; aus ewger Lieb 5. Vollkommne Liebe bringet dort Gott selbst ist solche Wonne, ist solentspringet ein ewge Fröhlichkeit. cher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. Du wirst sie finden dort und in dir 6. Was wünschest du für Gaben? selber haben den Reichtum fort und fort. Denn Gott, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm Gott. 3. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieblich ist 7. Wann werd ich einmal kom die Wohnung, da deiner Gottheit men zu solchem Freudenquell? Wär Strahl sich offenbarlich zeiget! Dich doch aufgenommen und schon bei herrlich edler Tag, dem diese Sonne dir zur Stell! Herr Christe, nimm steiget und ihn erleuchten mag. mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selber sehen und ewig schauen kann. Erasmus Fing. † 1694. Ewiges Leben. 679.. 353 Mel. 184: Wie wohl ist mir, o Freund zc. Ebr. 4, 9.OW ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und beine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Laft und eil herzu. Bald ist der schwere Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf voll endet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm, es wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Rummerhöhlen, geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein. 329 aus! O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden den Erlöser sehn; er wird beim Brunnquell uns erfrischen, die Thränen aus den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquidckungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn unsre Thränensaat ist 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort mein Geist, zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf! es kommt das Ruhejahr. Johann Sigismund Kunth.+ 1779 680. 4. Was mag wohl einen Kranken laben Eigene Melodie. 86. Offenb. Joh. 21. und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Lager Jerusalem, du hochgebaute Stadt, haben und sanft von Schmerzen ruhen kann; wenn dieser sich darf niederfeßen, an einem frischen Trunk ergößen: wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier? da ich mit Lust und freiem 330 Ewiges Leben. Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element; fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. den Preis. 4. D Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das seine Ruh nimmt in der Seele ab Erb der Ewigkeit. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und und zu. 5. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, mit Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit ſonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit. 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem füßen Ton sich regt der Freudensaal; mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen die Himmel und ihr Heer. Johann Matthäus Meyfart. † 1642. 681, me BUEN Eigene Melodie. 122. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald sinkt er durch des Näch sten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo Bekümmerten vergißt, hier kann der man den Glücklichen beneidet und des Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich hohen Wert; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Freude sein; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Ewiges Leben. Dank die Schickung im Zusammen hang. 8. Da werd ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, heilig, heilig! fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig fehn, das nie gestörte Glück erfahren, fromm mit den Frommen umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glüd. 10. Da werd ich dem auch Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 331 die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen; ja wie der heilge Petrus spricht: ihr Erbe, das verwelket nicht. 682. Mel. 139: D Ewigkeit, du Donnerwort. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, weil mir versüßt die Ewigkeit, was uns betrübet in der Zeit. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, 3. D Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das mich nur kurze Zeit anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, die Pein der Märtrer allzumal, so vieles Kreuz und Leiden? Wenn man es gleich zusammenträgt und alles auf die Wage legt, sodann zur andern Seiten dort jenes Lebens Herrlichkeit, wie wird es überwogen weit! 5. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend tausend Jahr und werden des nicht müde; sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Frieden, da Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 6. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben! Wann komm ich doch einmal dahin, wohin mein schwacher, blöder Sinn sich allzeit übt zu streben? Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 7. Fahr hin, du schnöde Sucht und Pracht, du Augenlust und eitle Tracht, fahr hin, du sündlich Wesen; fahr hin, du falsche Liebesbrunst, du armer Stolz und Geldesdunst und was die Welt erlesen gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Mut. 8. D Ewigkeit, bu Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, 332 Ewiges Leben. Freud ohne Leib, ich weiß von keiner 684. is Traurigkeit, wenn ich zu dir mich wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Mel. 169: Wachet auf, ruft uns die 2e.198 Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Selig find des Himmels Erben, die Kaspar Heunisch. † 1690. podblom 683. Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den legten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke fie. Mel. 9: Alle Menschen müssen 2c. wie fröhlich, o wie felig werden wir im Himmel sein; droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein! 2. Ach wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt. 3. Da wird unser Aug erblicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Labsal ohne Schmerz. 4. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlik schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht Goldesglanz zu nichte macht? 685. Mel. 164: Balet will ich dir geben. 5. Nun so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich Wann wird doch einst erscheinen bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmold.+ 1737. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichfeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du hell uns aufgegangen, nicht mehr im Dun-. keln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr! Halleluja! Er sank hinaú, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm! Friedrich Gottlieb Klopstod.+ 1803. die angenehme Zeit? Komm Jesu, führ die Deinen in deine Herrlichkeit! Ach laß auch uns anbrechen den schönsten Sommertag, da man wird freudig sprechen: Weg Tod, weg Not, weg Plag! Ewiges Leben. 2. Es kann nicht lang mehr werden, brum hebt das Haupt empor; ach neigt es nicht zur Erden, denn seht, es bricht hervor der Tag, da ihr sollt fehen, was die Erlösung sei, der Tag, da ihr sollt stehen vor Jesu fündenfrei. 3. Ach Jesu, meine Liebe, mein Teil in jener Welt, ach hilf, daß ich mich übe, so wie es dir gefällt; gieb, daß ich stets bedenke, der Tag sei nicht mehr weit, damit sich ja nicht lenke mein Herz zur Eitelkeit. 4. Ach lehre mich stets beten und stehn auf meiner Hut, laß mich einst vor dich treten mit unverzagtem Mut; und wenn ich soll erscheinen und kommen vor Gericht, so trenn mich von den Deinen ein strenges Urteil nicht. 15. Du Freude meiner Seele, verleide mir die Welt; hilf, daß ich das erwähle, was droben mir bestellt; gieb, daß mein Herz sich finde in dir, mein treuer Hort, und zeige deinem Rinde den ewgen Friedensport. 6. So ist wohl aufgehoben mein allerbestes Teil; nicht unten, sondern oben im Himmel ist mein Heil. Gehts dann, o Welt, zu Ende mit deiner Lust und Last, so tragen Jesu Hände mich heim zur süßen Rast. 333 jeder eine Krone, glänzen, wie die Sterne klar; Halleluja! fingen all, Loben Gott mit frohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 7. Nun komm erwünschtes Leben, komm schönste Sommerzeit, komm, Tag, der mir wird geben die süße Ewigkeit. Komm Jesu, Lebenssonne, tomm, führe mich hinein ins Haus der Freud und Wonne, da werd ich felig sein. Johann Job. † 1736. choisa 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr; wo sind diese kommen her? est 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem fündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all thr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenfleid. 7. Es sind die, so stets erschiener: hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem 49 686. rechten Lebensquell. Nun ihr Durst Mel. 100: Komm, o fomm, du Geist 2c. Offenb. Joh. 7, 9-17. gestillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Dahin streck auch ich die Hände, Wer sind die vor Gottes Throne? o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gewas ist das für eine Schar? Tragen bet ich zu dir wende, der ich noch in 334 Ewiges deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 10. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 11. Gieb, daß ich, aus dir geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei ausertoren, durch dein Blut gewaschen weiß, meine Kleider wahre rein, meide allen falschen Schein; We FED Leben. 12. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich, der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 13. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schent.+ 1727. 458 Mradi 4700- ta and 2nd pol HAR Verzeichnis der Liederdichter. enroller A. USAINE Amilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geboren 1637, † 1706. 244. 522, 659. Agricola, Johann, geb. 1492 in Eisleben, 1566 als Hofprediger in Berlin. 348. Ahlfeld, Friedrich, geb. 1810 in Mehringen( Anhalt), 1851-1881 Pfarrer zu St. Nicolai in Leipzig, lebt daselbst als Pastor emer. und Geh. Kirchenrat. 221. Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, † 1651 als Organist zu Königsberg in PreuBen. 453. Alberuß, Erasmus( Alber), geb. um 1500 in der Wetterau, Freund Luthers, † 1553 als Superintendent zu Neubrandenburg( Mecklenburg). 473. Albinus, Johann Georg, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels,+1679 als Pfarrer zu Naumburg. 358. 619. Albrecht, Markgraf von Brandenburg- Kulmbach, geb. 1522, † 1557. 609. Allendorf, Johann Ludwig Konrad, geb. 1693 in Johbach bei Marburg, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 195. 312. 656. Altenburg, Michael, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, † 1640 als Pastor zu Erfurt. 204. Ambrosius, geb. um 340 in Trier, + 397 als Bischof von Mailand. 25. 521. Anna Sophie, Landgräfin von HeffenDarmstadt, geb. 1638, † 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 227. 230. Arends, Wilhelm Erasmus, † 1721 als Pastor in Halberstadt. 417. Arndt, Ernst Morik, geb. 1769 in Schorik auf Rügen, † 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. 35. 252. 316. 618. 629. Arnold, Gottfried, geb. 1666 in Annaberg, † 1714 als Pfarrer und Inspektor zu Perleberg. 299. 414. Arnschwanger, Johann Christoph, geb. 1625 in Nürnberg, † daselbst 1696 als Senior und Archidiakonus. 88. 218. Asschenfeldt, Christoph Karl Julius, geb. 1792 in Kiel,+ 1856 als Oberkonsistorialrat und Propst in Flensburg. 309. Assig, Hans von, geb. 1650 in Breslau, 1694 als Schloßhauptmann zu Schwiebus. 217. B. Bähr, Christian August, geb. 1795 zu Atterwasch bei Guben, 1821 bis 1834 Pfarrer zu Oppach( Oberlausit), seit 1834 Pfarrer zu Weigsdorf bei Zittau, wo er 1846 starb. 118. 545. Bahnmayer, Jonathan Friedrich, geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württem= berg, † 1841 als Dekan in Kirchheim. 214. 215. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen bei Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission. † 1862 zu Calw( Württemberg). 207. Beder, Cornelius, geb. 1561 in Leipzig, Diakonus in Rochlik, später Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt, wo er 1604 starb. 223. 485. Beda, genannt Venerabilis, d. h. der Ehrwürdige, geb. 674 in England, Mönch im dortigen Kloster Jarrow, † 735. 138. Behm, Martin, geb. 1557 zu Lauban, + basebst 1622 als Pastor prim. 70. 447. 460. 494. 651. Verzeichnis der Liederdichter. 336 Benigna Maria, Gräfin von ReußEbersdorf, Schwägerin des Grafen von Zinzendorf; geb. 1695, † 1751. 566. Betichius, Johann, geb. 1650 zu Stödby( Anhalt), † 1722 als Diatonus in Zerbst. 562. Bidel, Johann Daniel Karl, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, +1809 als Konsistorialrat in Usingen. 397. 541. Bienemann, Kaspar( Melissander), geb. 1540 in Nürnberg, † 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. 587. Birken, Sigismund von( Betulius), geb. 1626 in Wildenstein bei Eger, Prinzenerzieher, † 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg, 84. 87. 318. Bogatky, Karl Heinrich von, geb.. 1690 zu Jankowe in Schlesien, + 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 205. 297. 372. 555. Böhmische Brüder, aus der Husfitischen Bewegung hervorgegangene Gemeinden, welche bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Gegensatze zur herrschenden Kirche die heilige Schrift für die Norm des Glaubens erklärten, später meist der lutherischen Kirche sich anschlossen, und aus denen die herrnhutische Brüderunität entstanden ist. Vgl. Weiße, Michael. 20. 543. Bonaventura, eigentlich Johann Fidenza, geb. 1221 in Italien, Drdensgeneral der Franziskaner, † 1274. 74. 110. Bornmeister, Simon, geb. 1652 in Nürnberg, t daselbst 1688 als Rektor. 582. Bruiningt, Heinrich von, geb. 1739 in Riga, † 1772 zu Barby als Bischof der Brüdergemeinde. 77. Bunsen, Christian Karl Josias von, geb. 1791 zu Rorbach in Waldeck, Kgl. preußischer Gesandter, verdienstvoller Hymnolog, † 1860 in Bonn. 677. Burmeister, Franz Joachim, um 1670 Prediger in seiner Baterstadt Lüneburg. 626. C. Claudius, Matthias, geb. 1740 in Reinfeld bei Lübeck, der ,, Wandsbecker Bote", t zu Hamburg 1815 als Privatgelehrter und Revisor der schleswig- Holsteinischen Bank in Altona. 475. Claußniker, Tobias, geb. 1618 in Thum, bei Annaberg, † 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 12. 81. 263. Cramer, Johann Andreas, geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachsen, † 1788 als Professor der Theologie in Kiel. 267, 296. Crasselius, Bartholomäus, geb. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau laut Kirchenbuch, † 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 157. 399. 427. D. Dach, Simon, geb. 1605 in Memel, + 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 368. 635. 654. 674. Decius, Nikolaus, latinisierter Name des Nikolaus Hovesch, der, aus Braunschweig stammend, seit 1523 in Stettin als evangelischer Geist licher wirkte und daselbst 1541 als Prediger an St. Nicolai starb. 1. 92. 93 v. 1. Denice, David, geb. 1603 in Zittau, + 1680 als Konsistorialrat in Hannover. 229. 356. 407. 531. 557. Derschow, Bernhard von, geb. 1591 in Königsberg, † daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. 249. Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 in Nürnberg, † daselbst 1722 als Konrektor. 374. 388. Diterich, Johann Samuel, geb. 1721 in Berlin, daselbst 1797 als Obertonsistorialrat. 346. 448. Drese, Adam, geb. 1620 in Thüringen, + 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. 90. 332. Œ. Eber, Paul, geb. 1511 zu Kikingen in Franken, Freund Luthers, † 1569 Verzeichnis der Liederdichter. als Generalsuperintendent und Profeffor der Theologie in Wittenberg. 66. 520. 630. 640. Edeling, Christian Ludwig, geb. 1678 in Löbejün bei Halle, Hofmeister des Grafen von Zinzendorf, † 1742 als Oberpfarrer und Inspektor zu Schwanebeck bei Halberstadt. 576. Fabricius, Friedrich, geb. 1642 in Stettin, t daselbst 1703 als Pfarrer. 141. Feddersen, Jakob Friedrich, geb. 1736 in Schleswig, † 1788 als Hauptpastor und Propst des Konsistoriums in Altona. 570. Finx, Erasmus, geb. 1627 in Lübeck, † 1694 als Privatgelehrter in Nürnberg. 678. Fischer,( Vischer), Christoph, geb. zu Joachimsthal in Böhmen, † 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. Flemming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, † 1640 als praktischer Arzt in Hamburg. 547. 589. 97. Flittner, Johann, geb. 1618 in Suhl, Diakonus zu Grimmen bei Greifswald, † 1678 auf der Flucht in Stralsund. 340. 337 geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, August Hermann Frances Schwiegersohn und Gehülfe, † 1739 zu Halle als Pastor und Direktor der Franceschen Stiftungen. 45. 336. 360. 440. 476. 594. Freystein, Johann Burchard, † 1720 als Hof- und Justizrat in Dresden. 409. Förtsch, Basilius, geb. zu Roßla in Thüringen, † 1619 als Pfarrer in Gumperda bei Orlamünde. 122. Frand, Johann, geb. 1618 zu Guben, + daselbst 1677 als Bürgermeister. 2. 25. 72. 257. 319. 343. 443. Frand, Michael, geb. 1609 in Schleufingen, † 1667 als Lehrer in Koburg. 617. Frand, Salomo, geb. 1659 in Weimar, † daselbst 1725 als Oberkonsistorialsekretär. 101. 112. 272. 370. 390. Frider, Johann Ludwig, † 1766 als Pfarrer zu Dettingen( Württemberg). 213. Füger, Kaspar, Hofprediger der Herzogin Katharina von Sachsen( der Witwe Heinrichs des Frommen) zu Torgau; † 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. 52. Funk, Gottfried Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, † 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 121. 454. France, August Hermann, 1663 bis 1727, Professor der Theologie und Pastor zu Halle; Gründer des Waisenhauses daselbſt. 65. Freyberg, Christian August, geb. 1684 zu Stolpen in Sachsen, † 1742 in Dresden als Rektor der Annenschule. 628. 655. Freylinghausen, Johann Anastasius, G. Garbe, Karl Bernhard, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, † 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brübergemeinde. 222. Gedice, Lampertus, geb. 1683 in Gardelegen, † 1735 als Feldpropst in Berlin. 613. Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, t 1769 in Leipzig als Professor der Moral. 33. 36. 57. 82. 125. 179. 225. 250. 268. 270. 276. 280. 282. 284. 341. 421. 428. 431. 456. 480. 481. 517. 608. 645. 661. 681. Gerhardt, Paul, geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, † 1676 als Archidiafonus in Lübben. 31. 32. 40. 44. 53. 61. 69. 79. 105. 106. 109. 113. 142. 150. 155. 278. 285, 288. 289. 291. 293. 294. 300. 302. 377. 385. 449. 464. 487. 495. 501. 512. 514. 530. 552. 572. 573. 575. 579. 595. 599. 606. 634. 675. Gersdorf, Henriette Katharina von, geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen von Zinzendorf, † 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. 55. Gesenius, Justus, geb. 1601 zu Ezbeck in Hannover, † 1673 als Ober22 338 Verzeichnis der Liederdichter. hofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. 96. 128. 378. Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 in Gotha, † daselbst 1735 als Hofrat. 345. 418. 535. Gramann, Johann( Poliander), geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, Rektor der Thomasschule in Leipzig, † 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 532. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien, † 1801 zu Berthelsdorf als Bischof der Brüdergemeinde. 380. Gryphius, Andreas, 1616-1664, Landschaftssyndicus in Großglogau. 172. Günther, Cyriatus, geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, † 1704 als Gymnasiallehrer in Gotha. 314. Hj. Hagenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 in Basel, † daselbst 1874 als Profeffor der Theologie. 206. Hardenberg, Friedrich Freiherr von ( Novalis), geb. 1772 in Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, + 1801 als Affeffor in Weißenfels. 124. 335. Harleß, Gottlieb Christoph Adolf, geb. 1806 in Nürnberg, Professor und Pastor in Leipzig, 1850-52 Oberhofprediger in Dresden, t 1879 als Oberkonsistorialpräsident in München. 479. Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahrstadt in Süderdithmarschen, † 1855 als Hauptpastor und Propst in Kiel. 538. Hartmann, Thomas, um 1604 Diatonus in Eisleben. 132. Heermann, Johann, geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor in Köben bei Glogau, bis ihn andauernde Krankheit nötigte, dem Amt zu entsagen, † 1647 zu Lissa ( Posen). 85. 103. 120. 189. 198. 201. 203. 328. 342. 359. 402. 435. 468. 503. 510. 519. 542. 568. 616. 642. 665. Held, Heinrich, um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. 21. 148. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, † da selbst 1598 als Superintendent. 469. 558. 603. Hensel, Louise, geb. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, dichtete, 18 Jahre alt, das Abendlied ,, Müde bin ich 2c.", † 1876 in Paderborn. 486.0 Herberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, t daselbst 1627 als Pfarrer. 657. Herbert, Petrus, † 1571 als Konsenior der Brüder- Unität zu Eibenschüß. 478. Hermann, Nikolaus, geb. am Schluß des 15. Jahrhunderts, Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, † 1561 daselbst. 47. 119. 450. 483. 509. 658. Hermes, Johann Timotheus, geb. 1738 in Pegnick( Pommern), † 1821 in Breslau als Pastor und Inspektor der dortigen Kirchen und Schulen. 638. Herrmann, Johann Gottfried, geb. 1707 zu Altjeßnik bei Bitterfeld, † 1791 als Oberhofprediger in Dresden. 283. 550. Herrnschmidt, Johann Daniel, geb. 1675 in Bopfingen( Württemberg), † 1723 in Halle als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franceschen Stiftungen. 525. 584. Herzog, Johann Friedrich, geb. 1647 in Dresden, † daselbst 1699 als Rechtskonsulent. 488. Heß, Johann, geb. 1490 in Nürnberg, + 1547 als Pfarrer in Breslau. 653. Heunisch, Kaſpar, geb. 1620 in Schweinfurt, t daselbst 1690 als Superintendent. 682. Hiller, Philipp Friedrich, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, Pfarrer in Steinheim bei Nördlingen, wo er 1769 starb, nachdem er schon 18 Jahre zuvor wegen andauernder völliger Heiserkeit fein Amt niederzulegen genötigt war. 30. 298. 306. 307. 321. 367. 571. Hippen, Johann Heinrich von, geb. zu Wohlau in Schlesien, war 1676 limburgischer Hofmarschall. 567. Hodenberg, Bodo von, geb. 1604, † 1650 als Landdrost zu Osterode am Harz. 463. Höfel, Johann, geb. 1600 zu Uffen= Verzeichnis der Liederdichter. heim, † 1683 als Rats- und Stadtkonsulent in Schweinfurt. 598. Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, † 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Bittau. 669. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mühla bei Eisenach, † 1681 als Rechtskonsulent in Naumburg. 86. 135. Hopfensad, Johann Christian Wilhelm August, geb. 1801 zu SchloßVippach in Sachsen- Weimar, Profeffor am Gymnasium zu Cleve, wo er 1874 starb. 104. Horn, Johann, † 1547 in Jungbunglau als Vorsteher der böhmischen Brüder- Unität. 20. Huberinus, Kaspar, lebte um 1540 in Augsburg. 467. Hülsemann, Wilhelm, geb. 1781 zu Soeft in Westfalen, † 1865 als Superintendent in Elsey bei JserLohn. 539. Hunold, Michael, geb. 1621 zu Leisnig, † 1672 als Archidiakonus zu Rochlik in Sachsen. 569. 647. I. Jacoponus, ein Franziskanermönch, +1306. 107. Job, Johann, geb. 1664 in Frankfurt a. M., † 1736 als Ratsherr und Baumeister in Leipzig. 685. Johann Friedrich I., der Großmütige, geb. 1503 in Torgau, Kurfürst von Sachsen 1532-1547, gefangen gehalten 1547-1552, † 1554. 614. K. Kern, Christian Gottlob, geb. 1792 in Söhnstetten( Württemberg), † 1835 als Pfarrer in Dürrmenz- Mühlacker bei Pforzheim. 261. Keymann, Christian, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, † 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 22. 326. Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 in Quedlinburg, der Sänger des ,, Meffias",+1803 in Hamburg. 247. 465. 663. 673. 684. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, geb. 339 1806 in Berlin, Pastor daselbst, † 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. 323. 511. Knapp, Albert, geb. 1798 in Tübingen, † 1864 als Stadtpfarrer in Stuttgart. 78. 138. 208. 210. 216. 220. 515. Knoll, Christoph, geb. 1563 in Bunzlau, † 1621 als Diakonus in Sprottau. 631. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, + 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach in der Pfalz. 458. Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 in Meißen, † 1735 als Rektor des Gymnasiums zu Elbing. 329. Kongehl, Michael, geb. 1646 zu Kreuzburg( Ostpreußen), † 1710 als Bürgermeister zu Königsberg in Pr. 596. Kramer, Morit, geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, † 1702 als Pfarrer zu Marne in Süderdith= marschen. 143. Krause, Johann Gottfries, geb. 1685 zu Greußen in Schwarzburg, † 1746 als Superintendent zu Dahma. 425. Krause, Jonathan, geb. 1701 in Hirschberg, † 1762 als Superintendent in Liegnik. 7. Krummacher, Friedrich Adolf, geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, † 1845 als Pfarrer in Bremen. 209. Kunth, Johann Sigismund, geb. 1700 in Liegnit, † 1779 als Oberpfarrer zu Baruth in der Oberlausit. 679. Küster, Samuel Christian Gottlieb, geb. 1762 in Havelberg, Superintendent in Berlin, † 1838 zu Neustadt- Eberswalde. 540. L. Lampe, Friedrich Adolf, geb. 1683 in Bremen, † daselbst 1729 als Prediger. 411. Lange, Joachim, geb. 1670 in Gardelegen, † 1744 als Professor der Theologic in Halle. 462. Laurenti, Laurentius( Lorenz Lorenzen), geb. 1660 in Husum, † 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. 38. 130. 605. 670. Liebich, Ehrenfried, geb. 1713 in Propsthagen bei Liegnik, † 1780 22* 340 Verzeichnis der Liederdichter. als Pastor zu Lomnig bei Hirschberg. 144. 311. Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitsch in der Niederlausit, † 1689 als Diafonus in Wurzen. 330. 565. 622. Löscher, Valentin Ernst, geb. 1673 in Sondershausen, vierzig Jahre lang Superintendent an der Kreuzfirche in Dresden, auch Oberkonsistorialrat,+ daselbst 1749. 13. 187. 255. 260. 424. 523. Löwenstern, Matthäus Appelles von, geb. 1594 in Neustadt bei Oppeln, + 1648 als Staatsrat in Breslau. 194. 273. Louise Henriette, geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg, † 1667 in Berlin. 126. 349. Luther, Martin, geb. 1483 in Eisleben,+ daselbst 1546. 41. 50. 51. 115. 146. 149. 171. 173. 178. 185. 193. 197. 224. 262. 375. 437. 513. 521. 648. 649. M. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 in Gardelegen,+ nach 1583 als Prediger in Österreich. 611. Marperger, Bernhard Walter, geb. 1682 in Hamburg, † 1746 als Oberhofprediger in Dresden. 423. Mathesius, Johann, geb. 1504 zu Rochlik in Sachsen, † 1565 als Pastor zu Joachimsthal in Böhmen. 429. 559. Mayer, Johann Friedrich, geb. 1650 in Leipzig, kurze Zeit Superinten dent in Leisnig und in Grimma, dann Professor in Wittenberg, Pastor in Hamburg, zulett Professor in Greifswald und Generalsuperintendent von Pommern, † 1712 in Stettin. 253. Megander, Veit Ludwig, aus Schweinit in Sachsen,+ daselbst 1709 als Amtsinspektor. 357. Menter, Johann, geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausiz, 38 Jahre lang Pfarrer in Kemniß bei Bernstadt, wo er 1734 starb. 99. 177. 533. Meyfart, Johann Matthäus, geb. 1590 zu Wahlwinkel in Thüringen, + 1642 als Professor und Pastor in Erfurt. 680. Moller, Martin, geb. 1547 in Kropstädt bei Wittenberg, † 1606 als Pastor prim. in Görlig. 308. 518. Mühlmann, Johann, geb. 1573 in Pegau,+ 1613 als Professor und Archidiakonus in Leipzig. 446. Müller, Johann Georg, geb. 1651 zu Jauer in Schlesien, 47 Jahre lang Pfarrer in Limbach bei Chemnik, wurde, 83 Jahre alt, Propst zu Schkölen bei Naumburg und † 1745 im Pfarrhause zu Limbach bei feinem Sohne. 258. Müller, Michael, geb. 1673 in Blankenburg am Harz, † 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 420. Münter, Balthasar, geb. 1735 in Lübeck. † 1793 als Pastor der deutschen Kirche in Kopenhagen. 196. 266. n. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, geb. 1624 in Halle, † 1685 als Pfarrer in Roburg. 37. 46. 94. Neander, Christoph Friedrich, geb. 1724 in Kurland,+ daselbst 1802 als Propst. 459. 641. Neander, Joachim, geb. 1650 in Bremen, † daselbst 1680 als Prediger. 333. 477. 497. 524. 536. 660. Nehring, Johann Christian, aus Gotha, † 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 420. Nerreter, David, geb. 1649 in Nürnberg, † 1726 zu Stargard in Pommern als Generalsuperintendent. 578. Neumann, Kaspar, geb. 1648 in Breslau,+ daselbst 1715 als Pastor prim. 6. 139. 169. 181. 246. 457. 472. 482. Neumark, Georg, geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, † 1681 als Bibliothekar in Weimar. 451. 612. 650. Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu üchterin bei Weißenfels,+ 1756 als Hauptpastor in Hamburg. 68. 234. 373. 384. 434. 625. Verzeichnis der Liederdichter. Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, † 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 134. 165. Neuk, Heinrich Georg, geb. 1654 in Elbingerode am Harz, † 1716 als Konsistorialrat in Wernigerode. 202. 303. 393. Nicolai, Philipp, geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck,+ 1608 als Hauptpastor in Hamburg. 337. 672. Olearius, Johann, geb. 1611 in Halle, † 1684 als Hofprediger in Weißenfels. 5. 9. 29. 80. 156. 354. 415. 438. 602. Olearius, Johann Gottfried, geb. 1635 in Halle, ein Bruderssohn des vorher Genannten, † 1711 als 24. Konsistorialrat in Arnstadt. Opit, Martin( von Boberfeld), geb. 1597 in Bunzlau, † 1639 in Danzig als Kgl. Poln. Historiograph. 461. p. Pappus, Johann, geb. 1549 in Linbau, † 1610 in Straßburg als Professor und Präsident des KirchenKonvents. 636. Pauli, Joachim, geb. um 1636 in Wilsnack, noch 1674 Hauslehrer in Berlin. 615. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von, geb. 1712 zu Grünstadt Bayern, + 1776 als Kgl. Preuß. Minister in Deufstetten bei Anspach. 426. 553. 621. Prätorius, Benjamin, geb. 1571 in Weißenfels, 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. 129. 239. Prätorius, Christoph, geb. 1631 in Stendal, † daselbst 1713 als Ratstämmeret. 445. Puchta, Christian Heinrich Rudolf, geb. 1808 zu Radolzburg in Bayern, 1858 als Pfarrer in Augsburg. 56. 180. 186. 341 R. Rambach, Johann Jakob, geb. 1693 in Halle, † 1735 als Professor der Theologie in Gießen. 238. 242. 254. 274. 281. 304. 305. 322. 577. Rede, Elise Freifrau von der, geb. 1754 in Kurland, † 1833 in Dresden. 439. Reimann, Georg, geb. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, † 1615 als Professor der Berebsamkeit zu Königsberg. 167. Neuß, Eleonore Fürstin, geb. Gräfin zu Stolberg- Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern, lebt zu Jänkendorf in der Oberlausikg. 63. Reusner, Adam, geb. 1496 in Mündelheim bei Düsseldorf, Geheimsekretär des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg, t um 1575 in seiner Vaterstadt. 432. 485. Richter, Christian Friedrich, geb. 1676 in Sorau, † 1711 als Arzt am Waisenhaus in Halle. 49. 333. 387. 395. 396. 401. 404. 516. Rieger, Magdalena Sibylla, geb. 1707 in Maulbronn, Gattin des Stadtvogts von Stuttgart, † da= felbst 1786. 352. Ningwaldt, Bartholomäus, geb. 1530 in Frankfurt a. D., † 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neu344. 504. 671. mark. Rinkart, Martin, geb. 1586 in Gilenburg, daselbst 1649 als Archidiakonus. 529. Rift, Johann, geb. 1607 in Ottensen bei Hamburg, † 1667 als Pastor zu Wedel bei Altona. 18. 59. 71. 111. 243. 256. 492. 502 527. 676. Nodigast, Samuel, geb. 1649 in Gröben bei Jena, † 1708 als Gymnasialdirektor in Berlin. 607. Noller, David Samuel, geb. 1779 in Heynik bei Meißen, † 1850 als Pfarrer in Lausa bei Dresden. 662. Rothe, Johann Andreas, geb. 1688 in Liffa bei Görlitz, Zinzendorfs Patronatspfarrer in Berthelsdorf, + 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 371. 376. 668. Rothen, Johannes, geb. 1797 zu Verzeichnis der Liederdichter. Neueneck( Kanton Bern), lebt, Schenkendorf, Max von, geb. 1783 körperlich schwer heimgesucht, in Safel. 413. Nüdert, Friedrich, geb. 1789 in Schweinfurt, Professor der oriende talischen Sprachen zu Berlin, t 1866 als Preuß. Geheimrat auf Schirmer, Michael, geb. 1606 in seinem Landgut Neuseß bei Ko- Leipzig, † 1673 als Konrektor burg. 19. ne in Berlin. 28. 151. 500. Ruopp, Johann Friedrich, aus Straßburg, † 1708 als Inspektor am Waisenhaus in Halle. 394. Rutilius, Martin, geb. 1550 in Düben bei Bitterfeld, † 1618 als Diakonus in Weimar. 339. $. Sacer, Gottfried Wilhelm, geb. 1635 in Naumburg, † 1699 als Kammeradvokat in Wolfenbüttel. 64. Sachs, Hans, geb. 1494 in Nürnberg, † daselbst 1576 als Schuster und Meistersinger. 604? Sachse, Christian Friedrich Heinrich, geb. 1785 zu Eisenberg in SachsenAltenburg, † 1860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Altenburg. 176. 664. 342 Schade, Johann Kaspar, geb. 1666 in Kühndorf bei Meiningen, † 1698 als Diatonus in Berlin. 361. 410. 593. Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, † 1608 als Pfarrer in Nürnberg. 315. Scheffler, Johann, geb. 1624 in Breslau, Herzoglicher Leibarzt in 13,+ 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs von Breslau. 83. 133. 147. 317. 325. 381. 412. Scheidt, Christian Ludwig, geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, +1761 als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 362. Schein, Johann Hermann, geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, † 1630 als Musikdirektor in Leipzig. 644. Schenk, Hartmann, geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Röhn. 17. Schenk, Heinrich Theobald, aus Seffen, † 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 686. in Tilfit, † 1817 als Regierungsrat in Koblenz. 34. Schernack, Michael, geb. 1622 in Treuenbrießen, † 1675 als Prediger in Wittenberg. 499. Schlegel, Johann Adolf, geb. 1721 in Meißen, † 1793 als Generalfuperintendent in Hannover. 245. 548. Schlosser, Ludwig Heinrich, geb. 1663 in Darmstadt, † 1723 in Frankfurt a. M. 561. Schmidt, Johann Eusebius, geb. 1669 in Hohenfeld bei Erfurt, † 1745 als Pastor in Siebleben bei Gotha. 174. Schmold, Benjamin, geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, † 1737 als Pastor prim. und Inspektor in Schweidniß. 11. 14. 23. 58. 60. 67. 108. 117. 123. 127. 131. 154. 160. 164. 168. 182. 190. 228. 232. 235, 236, 275, 290, 295, 310. 369. 403. 430. 433. 441. 471. 484. 493. 1546. 564. 588. 600. 610. 632. 639. 646. 652. 667. 683. Schneegak, Cyriakus, geb: 1546 in Buffleben bei Gotha, † 1597 als Pastor zu Friedrichsroda in Thüringen. 54. 510 Schneesing, Johann, aus Frankfurt a. M., † 1567 als Pfarrer in Schrader, Johann Hermann, geb. Friemar bei Gotha. 184. 1684 in Hamburg, † 1737 als Konsistorialrat und Propst in Tondern. 265. 436. Schröder, Johann Heinrich, geb. 1666 zu Hallerspringe in Hannover, † 1699 als Pfarrer zu Meſeberg bei Magdeburg. 313. 406. Schuster, Gotthard, geb. 1673 in Langenheffen bei Zwickau,+ 1761 als Archidiatonus in Zwickau. 666. Schüt, Johann Jakob, geb. 1640 in Frankfurt a. M., t daselbst, 1690 als Rechtsanwalt. 534. Schwedler, Johann Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, Verzeichnis der Liederdichter. + 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausit. 98. Seriber, Christian, geb. 1629 in Rendsburg, † 1693 als Hofprediger in Quedlinburg. 320. 474. Selnecker, Nikolaus, geb. 1530 in Hersbruck bei Nürnberg, Hofprediger in Dresden, Professor und Superintendent in Leipzig, † dafelbst 1592. 10. 191. 526. 633. Siegfried, Johann, geb. 1564, + 1637 als Superintendent in Schleiz. 637. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schüß, geb. 1657 auf Schloß Königsberg bei Gießen, † 1742 als Gräfl. Solmsscher Geheimrat zu Laubach. 324. Spangenberg, August Gottlieb, geb. 1704 zu Klettenberg in Hannover, Bischof der Brüdergemeinde, t in. Berthelsdorf 1792. 398. Spangenberg, Johann, geb. 1484 zu Hardegsen in Hannover,+ 1550 als Superintendent in Eisleben. 158. 343 Bayreuthischer Oberhofprediger und Generalsuperintendent. 301. Stockmann, Ernst, geb. 1634 in Lügen, † 1712 als Oberkonsistorialrat in Eisenach. 580. Strauß, Viktor Friedrich von, geb. 1809 in Bückeburg, SchaumburgLippescher Wirkl. Geheimer Rat, lebt in Dresden. 166. 391. 496. 597. Speratus, Paul( von Spretten), geb. 1484 zu Rottweil in Schwaben, † 1551 in Marienwerder als Bischof von Pomesanien. 365. Spitta, Karl Johann Philipp, geb. 1801 in Hannover, † 1859 als Superintendent in Burgdorf( Hannover). 152. 159. 231. 237. 279. 292. 350. 491. 544. 549. 551. 1931 Stard, Johann Friedrich, geb. 1680 in Hildesheim, † 1756 als Konfistorialrat in Frankfurt a. M. 233. 442. ba Stegmann, Josua, geb. 1588 in Sulzfeld bei Meiningen, † 1632 als Professor der Theologie und Superintendent in Rinteln. 192. Steuerlein, Johann, geb. 1546 in Schmalkalden, † 1613 als Stadtschultheiß in Meiningen. 62. Stier, Ewald Rudolf, geb. 1800 zu as Fraustadt in Posen, † 1862 als Superintendent und Oberpfarrer in 126 Sturm, Christoph Christian, geb. 1740 in Augsburg, † 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 188. 286. Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 in Röstrik( Reuß- Gera), seit 1857 Pfarrer daselbst. 585. 586. 591. Eisleben. 212. Stockfleth, Heinrich Arnold, geb. 1643 in Alefeld bei Hildesheim, † 1708 in Mönchsberg als BrandenburgT. Tersteegen, Gerhard, geb. 1697 in Mörs, † 1769 als Bandmacher in Mühlheim an der Ruhr. 3. 42. 140. 200. 269. 355. 382. 408.489. Thilo, Valentin jun., geb. 1607 zu Königsberg i. Pr., t daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. 27. Tholud, Friedrich August Gottgetreu, geb. 1799 in Breslau, † 1877 in Halle als Professor der Theologie und Konsistorialrat. 259. Thomas von Celano, Franziskanermönch, um 1250. 677. Tiek, Christian Friedrich, ein Preuße, gab 1836 geistliche Lieder heraus. 259. Zieke, Christoph, geb. 1641 in Wilkau bei Breslau, † 1703 als Pastor in Hersbruck bei Nürnberg. 347. 351. 601. W.88380 Wegelin, Josua, geb. 1604 in Augsburg, † 1640 als Pfarrer in Preßburg. 136. 170. 556. Weidmann, Joachim, geb. 1662 in Danzig, t daselbst 1736 als Pastor. 95. 554. 1151 Weingärtner, Sigismund, um 1600 Prediger in Heilbronn. 574. Weiße, Michael, aus Neiße in Schlefien, † 1540 in Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder, von deren Liedern er viele verfaßt oder doch bearbeitet hat. 91. 650. Verzeichnis der Liederdichter. + 1690 als Professor der Rechte und Appellationsgerichtsrat in Wittenberg. 43. Weissel, Georg, geb. 1690 zu Dom, Ziegler, Kaspar, geb. 1621 in Leipzig, nau in Preußen, † 1635 als Pfarrer in Königsberg i. Pr. 26. 334. Werner, Georg, geb. 1589 in Preuß.Holland, † 1643 als Diakonus zu Königsberg i. Pr. 110. 116. Wieser, Matthäus, um 1658. 508. Wilhelm II., Herzog zu SachsenWeimar, geb. 1598 auf Schloß Altenburg, † 1662 in Weimar. 8. Windler, Johann Joseph, geb. 1670 zu Lucka in Sachsen- Altenburg, † 1722 als Konsistorialrat in Altenburg. 386. 416. = 344 Wolf, Jakob Gabriel, geb. 1684 in Greifswald, † 1754 als Profeffor der Rechte in Halle. 331. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 in Friedrichsfelde bei Berlin, † 1761 als Pfarrer in Bunzlau. 4. 251. 366. B. Zehner, Samuel, geb. 1594 in Suhl, † 1635 als Superintendent in Schleusingen. 389. Zihn, Johann Friedrich, geb. 1650 in Suhl, † daselbst 1719 als Archidiakonus. 581. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, geb. 1700 in Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, † 1760 in Herrnhut. 199. 226. 363. 379. 400. 405. 419. 620. 624. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des vorher Genannten, geb. 1727 in Herrnhut, Presbyter der Brüdergemeinde, † 1752 in London. 76. 89. 643. Lieder unbekannter Dichter. 48. 73. 93 v. 2. 3. 100. 102. 114. 137. 145. 162. 175. 211. 219. 241. 248. 264. 271. 277. 287. 327. 338. 353. 392. 444. 452. 455. 466. 470. 485 v. 2. 3. 490. 498. 505. 506. 507. 528. 537. 560. 563. 583. 590. 592. 611 v. 2. 3. 623. 627. TAFE is 1905 der Anhang. I. Die Ordnung des Gottesdienstes. 1. Der Hauptgottesdienst. A. An fest- und Sonntagen. 1. Ein Eingangslied. 2. Intonation mit Responsorium. ( Siehe für die Feste und Festzeiten des Kirchenjahres Seite 347, für die Sonntage Seite 351, für besondere Feste und Gelegenheiten Seite 352). 3. Kyrie. Der Geistliche fingt: Kyrie( Herr), Die Gemeinde singt: Eleison ( Erbarme dich): Geistlicher: Christe, Gemeinde: Eleison( Erbarme dich), Geistlicher: Kyrie( Herr), Gemeinde: Eleison( Erbarme dich über uns). Oder: Geistlicher: Kyrie eleison, Gemeinde: Herr, erbarme dich. Geistlicher: Christe eleison, Gemeinde: Christe, erbarme dich. Geistlicher: Kyrie eleison, Gemeinde: Herr, erbarme dich über uns. 4. Gloria. a) An den Festen des Kirchenjahres. Der Geistliche singt: Ehre sei Gott in der Höhe, Gemeinde: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. 10 Oder: Den ersten Vers des Liedes: Allein Gott in der Höh sei Chr" 20. b) An Sonntagen und besonderen Festen. Geistlicher: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, Gemeinde: Wie es war im Anfang, jetzt und immerbar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 5. Die Salutation. Geistlicher: Der Herr sei mit euch, Gemeinde: Und mit deinem Geiste. Geistlicher: Laßt uns beten: 6. Die Kollekte von dem Geistlichen gesungen. Die Gemeinde singt: Amen. 7. Vorlesung der Epistel. Der Geistliche spricht: Halleluja. Die Gemeinde singt: Halleluja, Halleluja, Halleluja. In der Passionszeit spricht der Geistliche anstatt des Halleluja: Gelobt sei Gott. Amen. Die Gemeinde singt: Amen. 8. Das Glaubensbekenntnis. Die Gemeinde singt das Lied: , Wir glauben all an Einen Gott" 2c. oder ein anderes Bekenntnislied. 11 I. Ordnung des Gottesdienstes. 346 9. Vorlesung des Evangeliums. Der Geistliche spricht: Gelobt feist du, Herr Jesu. Amen. Die Gemeinde singt: Lob ſei dir, o Christe. 10. Das Hauptlied. 11. Predigt mit Kanzelvers und stillem Gebet. 12. Allgemeine Beichte mit der Absolution. 13. Das allgemeine Kirchengebet. 14. Fürbitten, Danksagungen und andere Abkündigungen. 15. Das Vaterunser. 16. Ein oder einige Verse eines Liedes. 17. Die Feier des heiligen Abendmahls. Der Geistliche singt: Friede sei mit euch. Die Gemeinde singt: Amen. Geistlicher: Die Herzen in die Höhe, Gemeinde: Erheben wir zum Herrn. Geistlicher: Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht. Geistlicher: Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, heilger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, alle zeit und allenthalben Dank sagen durch Jesum Christum, unsern Herrn, durch welchen deine MaDer Hauptgottesdienst an Bußtagen wird bis zur Predigt in der unter A. angegebenen Ordnung gehalten. Die Eingangsintonation mit Responsorium siehe Seite 352. Nach der Predigt folgt: a) Der Vers eines Bußliedes. b) Die Litanei, in welcher die im Drucke eingerückten Stellen von dem Chor und der Gemeinde gesungen werden. c) Der Geistliche spricht: Herr, höre meine Worte, merke jestät anbeten die Engel und alle Himmel samt den vollendeten Gerechten mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgefang und Chor und Gemeinde: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da tommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe. Der Geistliche singt das Vaterunser. Chor und Gemeinde: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. B. 2n Bußtagen. Die Worte der Einsekung. Während der Ausspendung. Gemeinde: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. Nach dem Abendmahl. Intonation mit Responsorium und Kollekte( siehe Seite 355). 18. Der Segen. 19. Ein Schlußvers. is auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Das Vaterunser. Herr, Gott Vater im Himmel, erbarme dich über uns; Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns; Herr, Gott heilger Geist, erbarme dich über uns. Ach, du hochgelobte Dreieinigkeit, sei uns gnädig und gieb uns deinen Frieden. Amen. II. Intonationen Die Gemeinde singt: Amen. d) Die Absolution. e) Gesang eines oder einiger Lieber- g) Segen. verse. 4. Baterunser. 5. Ein oder einige Verse eines Liedes. 6. Intonation mit Responsorium und Kollekte. 7. Der Segen. 8. Ein Schlußvers. und Responsorien. 347 f) Intonation, Responsorium und Kollette. 2. Nachmittags- und andere Nebengottesdienste. a) Mit Predigt. b) Ohne Predigt. 1. Gesang eines Liedes. 2. Die Predigt. 3. Gebet. An denjenigen Fest- und Sonntags- Nachmittagen, an welchen statt des Predigtgottesdienstes Bet stunde mit Bibelerklärung stattfindet, tritt diese an der unter a) der Predigt zugewiesenen Stelle ein. Im übrigen wird die unter a) beschriebene Ordnung des Gottesdienstes eingehalten. di af choki mud. stind h) Schlußvers. 1. Advent. 11. Geistlicher: Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Halleluja, Gemeinde: Daß der König der Chren einziehe, Halleluja. 2. Geistlicher: Christus wird tommen in seiner Herrlichkeit, Halleluja, Gemeinde: Und alle heiligen is Engel mit ihm, Halleluja. 3. Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. en 143 Geistlicher: Freue dich sehr, dein König kommt, Halleluja, Gemeinde: Sanftmütig und ein Helfer, Halleluja. mul sp II. Intonationen und Responsorien. des sum 564 7. 296 2012 1. für die Feste und festzeiten des Kirchenjahres. 1859 Gemeinde: Gelobt sei, der da fommt im Namen des Herrn, Halleluja. 6. Geistlicher: Die Nacht ist vergangen, Halleluja, Gemeinde: Der Tag ist herbeigekommen, Halleluja. Geistlicher: Gelobt sei der Herr, der Gott Jsraels, Halleluja, Gemeinde: Denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, Halleluja. 8. Geistlicher: Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja, Gemeinde: Unser Gott kommt und schweiget nicht, Halleluja. 2. Weihnacht. 5. Geistlicher: D Herr, hilf, o der Herr, laß wohl gelingen, Halle- 9. Geistlicher: Euch ist heute der luja, Heiland geboren, Halleluja, 348 II. Intonationen und Responsorien. Gemeinde: Welcher ist Christus, 4. Fest der Erscheinung Christi. der Herr, in der Stadt Davids, 20. Geistlicher: Das Volk, so im Halleluja. 10. Geistlicher: Uns ist ein Kind Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja, Gemeinde: Und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle, Halleluja. gegeben, Halleluja. 11. Geistlicher: Also hat Gott die 21. Geistlicher: Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja, Welt geliebt, Halleluja, Gemeinde: Daß er seinen eingebornen Sohn gab, Halleluja. 12. Geistlicher: Das Wort ward Fleisch, Halleluja, Gemeinde: Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht, Halleluja. Gemeinde: Und wohnete unter 22. Geistlicher: Lobet den Herrn, uns, Halleluja. geboren, Halleluja, Gemeinde: Ein Sohn ist uns 13. Geistlicher: Gott ist die Liebe, Gemeinde: Und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in 23. Gott und Gott in ihm. 14. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr, Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. 3. Neujahrsfest.* 15. Geistlicher: Herr, hebe an zu 24. segnen dein Volk, Gemeinde: Denn was du seg= nest, das ist gesegnet ewiglich. 16. Geistlicher: Sein Name soll 25. Geistlicher: Christus Jesus heißen, Halleluja, Gemeinde: Denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden, Halleluja. 17. Geistlicher: Jesus Christus gestern und heute, Halleluja, Gemeinde: Und derselbe auch ist um unsrer Missethat willen verwundet, Gemeinde: Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Geistlicher: Fürwahr er trug unsre Krankheit, Gemeinde: Und lud auf sich unsre Schmerzen. in Ewigkeit, Halleluja. 18. Geistlicher: Herr Gott, du bist 27. Geistlicher: Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, unsre Zuflucht für und für, Gemeinde: Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 19. Geistlicher: Der Herr, unser Gemeinde: Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Geistlicher: Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an seinem Leibe, Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, Gemeinde: Ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern. *) Intonationen und Responsorien zum Jahresschluß siehe unter 3. 6, Seite 354. alle Heiden, Halleluja, Gemeinde: Preiset ihn alle Völker, Halleluja. Geistlicher: Mache dich auf, werde Licht, Halleluja, Gemeinde: Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir, Halleluja. 26. 5. Passionszeit. Geistlicher: Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Gemeinde: Sondern ihn für uns alle dahingegeben. 28. Gemeinde: Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. 29. Geistlicher: Christus hat geliebet die Gemeinde, Gemeinde: Und hat sich selbst für sie gegeben. II. Intonationen und Responsorien. 30. Geistlicher: Christus hat ge6. Gründonnerstag. stiftet ein Gedächtnis seiner Wunder, Halleluja, litten für uns und uns ein 39. Geistlicher: Christus hat geVorbild gelassen, Gemeinde: Daß wir sollen nachfolgen seinen Fußstapfen. 31. Geistlicher: Lasset uns auf sehen auf Jesum, Gemeinde: Den Anfänger und Vollender unsers Glaubens. Außerdem können auch folgende, zumeist die Anfänge der alten Introiten bildende Intonationen gefungen werden: 40. Gemeinde: Der gnädige und barmherzige Herr, Halleluja. Geistlicher: So oft ihr von diesem Brot effet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, Gemeinde: Bis daß er kommt. 42. 32.( Estomihi) Geistlicher: Sei 41. mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest, Gemeinde: Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wolleft du mich leiten und führen. 33.( Invocavit) Geistlicher: Er ruft mich an, so will ich ihn erhören, Gemeinde: Ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. 34.( Reminiscere) Geistlicher: Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, Gemeinde: Und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 35.( Oculi) Geistlicher: Meine Augen sehen stets zu dem Herrn, 349 7. Karfreitag.* Geistlicher: Siehe, das ist Gottes Lamm, Gemeinde: Das der Welt Sünde trägt. Geistlicher: Sterben wir mit, so werden wir mit leben, Gemeinde: Dulden wir mit, so werden wir mit herrschen. 43. Geistlicher: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke, Gemeinde: Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigteit zu Ewigkeit. * Andere Intonationen und Responsorien für den Karfreitag fiehe unter 5, Seite 348. Gemeinde: Denn er wird 44. meinen Fuß aus dem Nege ziehen. 36.( Laetare) Geistlicher: Freuet euch mit Jerusalem und seid 45. fröhlich über sie alle, die ihr fie lieb habet, Gemeinde: Freuet euch mit ihr alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 37.( Judica) Geistlicher: Richte 46. mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volt, Gemeinde: Und errette mich von den falschen bösen Leuten. 38.( Palmarum) Geistlicher: Ho8. Ostern. Geistlicher: Der Herr ist auferstanden, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja. Geistlicher: Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben, Halleluja, Gemeinde: Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket, Halleluja. Geistlicher: Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, Gemeinde: Und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht, Halleluja. sianna dem Sohne Davids, 47. Geistlicher: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Gemeinde: Hosianna in der Höhe. Gemeinde: Und er wird mich nachher aus der Erde auferwecken, Halleluja. 350 II. Intonationen und Responsorien. 48. Geistlicher: Christus ist die 9. Himmelfahrt. Auferstehung und das Leben, 56. Geistlicher: Christus ist auf Halleluja, Gemeinde: Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, Halleluja. gefahren über alle Himmel, Halleluja, Gemeinde: Auf daß er alles erfüllete, Halleluja. 57. Geistlicher: Christus ward auf gehoben gen Himmel, HalleIuja, 13. 49. Geistlicher: Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja, Gemeinde: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christum, Halleluja. Ofterzeit. An den sechs Sonntagen nach Ostern können auch folgende, zumeist den alten Introiten Intonationen gesungen werden: entnommene 10. Pfingsten. Geistli 60. Geistlicher: Siehe, spricht der 50.( Quasimodogeniti) cher: Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung, Halleluja, Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja, Gemeinde: Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Halleluja. Gemeinde: Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden, Halleluja. 51.( Misericordias Domini) Geistlicher: Ich will singen von 61. Geistlicher: Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet, Halleluja, Gemeinde: Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars, Halleluja. 52.( Jubilate) Geistlicher: Jauchzet Gott alle Lande, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget zu Ehren seinem Namen, Halleluja. 53.( Cantate) Geistlicher: Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja, Gemeinde: Denn er thut Wunder, Halleluja. 54.( Rogate) Geistlicher: Bittet, so werdet ihr nehmen, Gemeinde: Daß eure Freude vollkommen sei. Gemeinde: Und siket zur rechten Hand Gottes, Halleluja. 58. Geistlicher: Lobsinget, lobfinget Gott, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget unserm Könige, Halleluja. Geistlicher: Suchet, was droben ist, da Christus ist, Gemeinde: Sikend zur Rechten Gottes. der Gnade des Herrn ewiglich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für, Halleluja. 62. Geistlicher: Der Vater im Himmel wird seinen heiligen Geist geben, Halleluja, Gemeinde: Denen, die ihn bitten, Halleluja. 63. Geistlicher: Gelobet sei der Geist des Vaters und des Sohnes, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. Geistlicher: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Gemeinde: Und gieb mir einen neuen gewissen Geist. 55.( Exaudi) Geistlicher: Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe, 59. Gemeinde: Sei mir gnädig und erhöre mich. 64. 65. Geistlicher: Wir haben einen findlichen Geist empfangen, Halleluja, Gemeinde: Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater, Halleluja. II. Intonationen und Responsorien. 351 66. Geistlicher: Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Und baue die Mauern zu Jerusalem. 11. Trinitatisfest. 13. Johannistag. 67. Geistlicher: Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja, Gemeinde: ihn Geistlicher: Gelobet sei der Herr, der Gott Jsraels, Gemeinde: Denn er hat be fuchet und erlöset sein Volk. von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja. 68. Geistlicher: Heilig, heilig, hei- 73. Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. lig ist der Herr Zebaoth, Halleluja, Gemeinde: Alle Lande find seiner Ehre voll, Halleluja. 12. Marientage. Mariä Reinigung. 69. Geistlicher: Opfere Gott Dank, Halleluja, Gemeinde: Und bezahle dem Höchsten deine Gelübde, HalleIuja. Mariä Verkündigung. 70. Geistlicher: Siehe, eine Jungfrau wird einen Sohn gebären, Halleluja, Gemeinde: Den wird sie heiBen Immanuel, Halleluja. Mariä Heimsuchung. 71. Geistlicher: Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja, Gemeinde: Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, Halleluja. 77. Geistlicher: Betet an den Herrn im heiligen Schmuck, Halleluja, Gemeinde: Es fürchte ihn alle Welt, Halleluja. 72. 14. Michaelistag. 74. Geistlicher: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, die ihr seinen Befehl ausrichtet, Halleluja, Gemeinde: Lobe den Herrn, meine Seele, Halleluja. Geistlicher: Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, Gemeinde: Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. 75. 15. Schluß des Kirchenjahres. 76. Geistlicher: Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 2. An Sonn- und 81. 78. Geistlicher: Lobe den Herrn, meine Seele, Gemeinde: Und vergiß nicht, 32. was er dir Gutes gethan hat. 79. Geistlicher: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Gemeinde: Lasset uns freuen 83. und fröhlich darinnen sein. 80. Geistlicher: Es segne uns Gott, unser Gott, Wochentagen. Gemeinde: 63 segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Geistlicher: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, Gemeinde: Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Geistlicher: Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gemeinde: Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Geistlicher: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, Gemeinde: Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 352 II. Intonationen und Responsorien. 84. Geistlicher: Hilf uns, Gott 95. Geistlicher: Nehmet das Wort unsers Heils, um deines Namens willen, Gemeinde: Errette uns und vergieb uns unsre Sünde um deines Namens willen. 85. Geistlicher: Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Gemeinde: Dein Wort ist die Wahrheit. 86. Geistlicher: Herr, zeige uns deine Wege, Gemeinde: Lehre uns deine Steige. 87. Geistlicher: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Gemeinde: Und ein Licht auf meinem Wege. 91. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 92. Geistlicher: Herr, erhalte uns dein Wort, 96. Gemeinde: Denn dasselbe dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. 93. Geistlicher: Herr, wohin sollen wir gehen? Gemeinde: Du hast Worte des ewigen Lebens. 94. Geistlicher: Schaffet, daß ihr selig werdet, Gemeinde: Mit Furcht und 20 Zittern. 88. Geistlicher: Rufe mich an in der Not, spricht der Herr, Gemeinde: So will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. 89. Geistlicher: Herr, wir hoffen darauf, daß du so gnädig bist, Gemeinde: Unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfft. 90. Geistlicher: Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Hei- 100. Geistlicher: Selig sind die da Leid tragen, ligen, Gemeinde: Gericht zu halten über alle. 97. Geistlicher: Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, Gemeinde: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 98. Geistlicher: Wachset in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, Gemeinde: Demselben sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten. 99. Geistlicher: Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren, Gemeinde: Und bringen Frucht in Geduld. 101. an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, Gemeinde: Welches kann eure Seelen selig machen. Geistlicher: Selig sind, die reines Herzens find, Gemeinde: Denn sie werden Gott schauen. 102. 103. 104. Gemeinde: Denn sie sollen getröstet werden. Geistlicher: Der Herr gebe uns ein fröhlich Herz, Gemeinde: Und verleihe immerdar Frieden zu unsern Zeiten. Geistlicher: Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. Geistlicher: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel, Gemeinde: Und aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. Geistlicher: Siehe, der Herr Herr kommt gewaltiglich, Gemeinde: Siehe, sein Lohn ist bei ihm und seine Vergeltung ist vor ihm. 3. für besondere feste und Gelegenheiten. 1. Bußtag. 105. Geistlicher: Herr, wir liegen vor dir mit unserm Gebete, Gemeinde: Nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. II. Intonationen und Responsorien. 353 im Bau deinen Weinstock, den deine Rechte gepflanzet hat, Gemeinde: Und den du dir festiglich erwählet hast. Geistlicher: Fürchte dich nicht, du kleine Herde, 106. Geistlicher: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir, Gemeinde: Herr, laß deine Dhren merken auf die Stimme meines Flehens. 107. Geistlicher: Herr, strafe mich 109. Geistlicher: Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an seinem Leibe, Gemeinde: Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. nicht in deinem Zorn, Gemeinde: Züchtige mich nicht in deinem Grimm. 108. Geistlicher: Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, Gemeinde: Und tilge meine Sünden nach deiner Barm- 118. Geistlicher: herzigkeit. 112. Geistlicher: Barmherzig und gnädig ist der Herr, Gemeinde: Geduldig und von großer Güte. 117. die übertretungen vergeben find, Gemeinde: Dem die Sünde bedecket ist. 119. 110. Geistlicher: Bekehre du mich, Herr, so werde ich bekehret, Gemeinde: Hilf du mir, so ist mir geholfen. Geistlicher: Opfere Gott Dant, Halleluja, 111. Geistlicher: Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung, Gemeinde: Und bezahle dem Gemeinde: Und er wird 73Höchsten deine Gelübde, Halleluja. rael erlösen aus allen seinen 121. Geistlicher: Das Land giebt Sünden. sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja, Gemeinde: Ea segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn, Halleluja. Gemeinde: Denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Gemeinde: Der Herr hat Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich, Halleluja. 115. Geistlicher: Herr, dein Wort bleibt ewiglich, Halleluja, Gemeinde: Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja. 116. Geistlicher: Herr, erhalte dir 120. 3. Erntefest. 113. Geistlicher: Wohl dem, dem 122. Geistlicher: Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind, Dantet dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. Geistlicher: Gott, du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja, Gemeinde: Und deine Fußstapfen triefen von Fett, Halleluja. Gemeinde: Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. 2. Reformationsfest. 4. Kirchweihfest. 114. Geistlicher: Der Herr hat 123. Geistlicher: Wie lieblich find deine Wohnungen, Herr ZeGroßes an uns gethan, Halleluja, baoth, Halleluja, Gemeinde: Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn, Halleluja. 124. Geistlicher: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Gemeinde: Und den Ort, da deine Ehre wohnet. 23 354 II. Intonationen und Responsorien. 5. Feier zum Gedächtnis der Verstorbenen. 125. Geistlicher: Selig sind die Toten, die in dem Herrn ster= ben von nun an, Halleluja, Gemeinde: Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer 126. Geistlicher: Herr, lehre uns our bedenken, daß wir sterben odon müssen, Gemeinde: Auf daß wir flug werden. 127. Geistlicher: Sei getreu bis an den Tod, Arbeit, und ihre Werke folgen 136. Geistlicher: Wir haben einen nach, Gott, der da hilft, Halleluja, Gemeinde: Und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja. CALL 128. bu Gemeinde: So will ich dir die Krone des Lebens geben. Geistlicher: Leben wir, so leben wir dem Herrn, Gemeinde: Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. 8. Nach abgewandter Not und Gefahr. ig 135. Geistlicher: Gelobet sei der Herr täglich, Halleluja, Gemeinde: Er legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch, Halleluja. 7. In allgemeiner Not und Gefahr. 132. Geistlicher: Siehe an, Herr, unsern Jammer und Elend, med Gemeinde: Und vergieb uns dalle unsre Sünde. 133. Geistlicher: Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Gemeinde: Ihr Herz ist ge= wiß, daß dein Ohr darauf merket. 134. Geistlicher: Gott ist unfre Zuversicht und Stärke, Gemeinde: Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. gust * 80* 137. 138. 130. Geistlicher: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, Gemeinde: Die du an deinem 140. Knechte gethan haft. det 131. Geistlicher: Der Herr behüte 530 unsern Ausgang und Eingang, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 6. Schluß des bürgerlichen Jahres. 129. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte 139. Geistlicher: Kommet her und währet ewiglich, Halleluja. schauet die Werke des Herrn, Halleluja, Gemeinde: Der den Kriegen steuert in aller Welt, Halleluja. Geistlicher: Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und mein Heil, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist der rechte Kriegsmann, Herr ist sein Name, Halleluja. 9. Krieg und Friede. NOS Krieg. Geistlicher: Gott gieb Fried in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. Geistlicher: Deine Hand, o Herr, schüße das Volk deiner Rechten, Gemeinde: Und die Leute, die du dir feftiglich erwählet hast. Friede. 10. Feste für kirchl. Liebeswerfe.* Bibelfest. ISP 141. Geistlicher: Wir haben ein festes prophetisches Wort, Halleluja, Gemeinde: Und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, Halleluja. 142. Geistlicher: Herr, dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja, * Andere Intonationen für diese Feste sind folgende: 85. 87. 92. 11. 20 bis 23. 60. 66. 3. 5. 6. 13. 114 bis 117.3 - II. Intonationen und Responsorien. 355 Gemeinde: Heiligkeit ist die Zierde beines Hauses ewiglich, Halleluja. 11. Geburtstag des Königs. 151. Geistlicher: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, Halleluja, Syst Gemeinde: Und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hilfe, Halleluja. 396 pjais lind snis mto Missionsfest. Enl 143. Geistlicher: Saget unter den Heiden, daß der Herr Königsplatse affei, Halleluja, Gemeinde: Und habe sein 12. Synodalgottesdienst. Reich, so weit die Welt ist, 152. Geistlicher: Herr, thue wohl bereitet, Halleluja. an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Baue die Mauern Jerusalems. Geistlicher: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Gemeinde: Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn feid. 144. Geistlicher: Herr, deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, Halleluja, Gemeinde: Und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen, Halleluja. Itse ole Für die Mission unter Israel. 19036 145. Geistlicher: Ach, daß die Hilfe aus 3ion käme über Israel, sid Gemeinde: Und der Herr sein od gefangen Volk erlöfete. Innere Mission. 146. Geistlicher: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, Halleluja, Gemeinde: Der Himmel und Erde gemacht hat, Halleluja. 147. Geistlicher: Der Herr ist mein Hirte, Halleluja, Gemeinde: Mir wird nichts mangeln, Halleluja. 148. Geistlicher: Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Gemeinde: Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. nis JAG Awar 153. 154. Geistlicher: Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gieb Ehre, Gemeinde: Um deine Gnade und Wahrheit. 13. Landtagsgottesdienst.* 155. Geistlicher: Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, Gemeinde: Weide sie und er= höhe fie ewiglich. Geistlicher: Gott, gieb Frieb in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. 156. * Andere Intonationen und Responsorien für den Beginn und den Schluß des Landtags siehe unter 2. Seite 351. 728 Nach dem Abendmahl. 157. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, 790 Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. Geistlicher: Schmecket und fehet, wie freundlich der Herr ist, Gustav- Adolf- Fest. 149. Geistlicher: Laßt uns Gutes thun an jedermann, Gemeinde: Allermeist aber an 158. des Glaubens Genossen. 150. Geistlicher: Lobe, Zion, dei22000 $ 1544 nen Gott, Halleluja, Gemeinde: Der sein Wort giebt mit großen Scharen 159. Evangelisten, Halleluja. Gemeinde: Wohl dem, der auf ihn trauet. Geistlicher: Lasset uns ihn lieben, motors 23* 356 III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. Gemeinde: Denn er hat uns zu Gemeinde: Denn meine erst geliebt. Augen haben deinen Heiland sa gesehen. 01160. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. 161. Geistlicher: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, JUZ GYI 240 1. Sonntag d. Advents. I. Joh. 15, 1-16. II. Röm. 13, 11-14. II. Lut. 1, 67-75. IV. a) Jerem. 31,31-34. b) Psalm 100. c) Joh. 17, 3. 2. Sonntag d. Advents. I. Matth. 5, 17-19. II. Ap.- Gesch. 3, 22-25. III. Matth. 3, 1-10. IV. a) Jef. 40, 1-5. b) Maleachi 4, 1-2. c) 1. Timoth. 1, 15. III. Die sonn- und festtägigen Perikopen nach den vier Jahrgängen. II 3. Sonntag d. Advents. I. Matth. 11, 2-10. II. Rol. 1, 12-15. III. Lut. 3, 15-17. IV. a) Sagg. 2, 7-10. b) 1. Mose 49, 18. c) 1. Timoth. 2,4-5. 4. Sonntag d. Advents. I. Joh. 1, 19-27. II. 1. Joh. 1, 1-4. III. Joh. 1, 15-18. IV. a) Jef. 12, 2-6. b) 5.Mofe18,18-19. c) 1. Joh. 4, 9. 1. Weihnachtsfeiertag. I. Lut. 2, 1-14. 409/0 162. Geistlicher: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, D Gemeinde: Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. -28 10 phot 108 III 12 m. 1 73 08-58,8 m2. Ife VI 110 II. Tit. 2, 11—14. III. Qut. 2, 1-14. IV. a) Lut. 2, 1-14. b) Micha 5, 1-3. c) Joh. 3, 16-18. 2. Weihnachtsfeiertag. I. Lut. 2, 15-20. II. Hebr. 1, 1-6. III. Lut. 2, 15-20. IV. a) Lut. 2, 15-20. b) Jef. 9, 6-7. c) 1. Joh. 5, 1. Sonnt. n. Weihnacht. I. Matth. 25, 14-30. II. Sat. 4, 13-15. III. Joh. 1, 9-14. IV. a) Sef. 40, 27-31. b) Psalm 103, 8-18. c) Br.Judäv.24-25. Neujahrstag. I. Lut. 12, 5-9. II. Röm. 8, 24-28. III. Joh. 4, 34-36. IV a) Matth. 16,24-26. b) Pf. 102, 26-29. c) Hebr. 10, 35-36. Sonntag n. d. Neujahr. I. Lut. 2, 33-40. II. Tit. 3, 4-7. III. Sut. 12, 16-21. IV. a) 1. Mose 17, 1-4. b) Jef. 45, 5-7. c) Röm. 14, 7-8. Fest d. Ersch. Chrifti. I. Matth. 2, 1-12. II. Jef. 60, 1-6. III. 2ut. 2, 25-32. IV. a) Joh. 1, 4-5. b) Jef. 55, 3-5. c) Röm. 10, 14-18. 1. Sonnt. n. d. Ersch. I. Lut. 2, 41-52. II. Gal. 3, 23-29. III. Matth. 3, 13-17. IV. a) 1.Mose28,10-17. b) Pf. 139, 7-12. c) Rol. 2, 18. 2. Sonnt. n. d. Ersch. I. Joh. 2, 1-11. II. Röm. 12, 1-6. III. Matth. 4, 1-12. IV. a) 1.Mose 50,15-21. b) Spr. Sal. 3,5-7. c) Jat. 3, 17-18. 3. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 8, 5-13. II. Röm. 12, 14-21. III. Joh. 1, 35-43. IV. a) 2. Mose 34, 4-10. b) Jej. 3, 10-11. e) Hebr. 3, 5-6. III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. 357 Reminiscere. todo 1. Osterfeiertag. I. Matth. 15, 21-28. II. Hebr. 12, 1-6. III. 2ut. 9, 51-56. IV. a) Ezech. 33, 7-9. b) Jef. 58, 6-9. sme) 2. Petri 1,19-21. okotnik 1909 1 Oculi. I. Lut. 20, 9-20. II. 1. Petri 2, 21-25. III. Joh. 11, 1-16. IV. a) Nehem. 9, 30-34. b) Psalm 77, 8-14. c) 1. Petri 1, 13-16. Tätare. DIDDIST 4. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 8, 23-27. II. Röm. 13, 8-10. III. Joh. 1, 47-51. IV. a) Josua 1, 7-9. b) Psalm 12, 2-6. c) 1. Theff. 5, 6-9. 5. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 9, 35-38. II. Ephef. 1, 3-6. III. Lut. 4, 16-30. IV. a) 1. Sam. 2,26-30. b) Jerem. 2, 19. c) Röm. 12, 11-12. 6. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 17, 1-9. II. 2. Petri 1, 16-18. III. Mart. 6, 20-29. IV. a) 1.Sam.12,20-25. b) Psalm 21, 2-8. c) Röm. 13, 1-2. Septuagesima. CAL I. Matth. 20, 1-16. II. 1. Kor. 9, 24-27. III. Soh. 2, 23-25. IV. a) 1.Chrn. 18,15-20. b) Jerem. 9, 23-24. c) 1. Petri 5, 6-7. Sexagesima. I. But. 8, 4-15. II. 2. Kor. 11, 21-31. III. Joh. 4, 5-15. IV. a) 2. Sam. 12, 1-7. b) Ezech. 18, 20. c) 1. Kor. 6, 19-20. Estomihi. dra I. Lut. 18, 31-43. II. 1. Ror. 13. III. Joh. 4, 19-30. IV. a) 1. Rön. 2, 1-4. b) Preb.Sal.7, 3-5. c) Hebr. 13, 7. Invocavit. I. Joh. 10, 12-16. II. 2. Kor. 6, 1-10. III. Joh. 5, 5-18. IV. a) 1. Rön. 3, 5-15. b) Psalm 85, 8-14. c) Röm. 12, 7-8. I. Joh. 15, 18-25. II. Röm. 5, 1-6.910 III. Joh. 11, 32-46. IV. a) Hiob 22, 21-30. b) Psalm 23. c) 2.Ror. 5,19-21. Judica. I. Joh. 16, 16-22. II. Röm. 8, 31-39. III. Joh. 11, 47-57. IV. a) Sef. 53, 4-5. b) Psalm 73,23-26. c) 1. Joh. 3, 5-6. Palmarum. I. Matth. 21, 1-9. II. Philipp. 2, 5-11.- III. Joh. 12, 1-13. IV. a) Jes. 53, 11-12. b) Pf. 118, 16-22. c) Hebr. 5, 7-9.10 Gründonnerstag. I. Luf. 22, 14-20. II. 1. Ror. 11, 23-29. III. Mart. 14, 17-26. IV. a) Matth. 26,26-28. b) Joh. 13, 1-17. c) 1. Kor. 10,16-17. Astola Karfreitag. I. 2ut. 23, 44-48. II. 1. Petri 1, 18-21. III. Mart. 15, 27-37. IV. a) Joh. 19, 30.1 b) 1. Kor. 1, 30. c) 2. Stor. 5, 14-15. I I. Mart. 16, 1-8. II. 1. Petri 1, 3-9. III. Matth. 28, 1-10. IV. a) Lut. 24, 1-9. b) 2.Tim. 1,9-10. c) Joh. 11, 25-26. 2. Osterfeiertag. I. Lut. 24, 13-35. II. Ap.-G. 10, 34-41. III. Joh. 20, 11-18. IV. a) 2ut. 24, 36-40. b) 1. Kor. 6, 14. c) Joh. 6, 57-58. Quasimodogeniti. I. Joh. 20, 24-29. II. 1. Kor. 15, 50-57. III. Joh. 20, 19-23. IV. a) Joh. 14, 1-6. b) Röm. 1, 4. c) Rol. 3, 1-4. Misericord. Domini. I. Joh. 21, 15-17. II. Röm. 10, 8-14. III. Matth. 18, 1-7. IV. a) Matth.18,10-14. b) Spr.Sal. 22,17-19. c) Ephef. 6, 1-4. track of 11 Jubilate. I. Lut. 24, 46-49. II. 1. Petri 2, 11-17. III. Joh. 21, 20-22. IV. a) Joh. 12, 24-26. b) 2. Ror. 4, 7-11. c) 1. Kor. 15, 19. Cantate. I. Joh. 16, 5-15. VI II. Jat. 1, 13-18. III. Matth. 28, 18-20 IV. a) Joh. 5, 28-29. b) 1.Kor. 15, 40-44. c) Offb. Joh. 21, 4. Rogate. 108-111 I. Joh. 16, 23-28.VI II. 2. Ror. 9, 8-11. III. 2ut. 11, 1-4. IV. a) Matth. 7, 7-11. b) Jerem. 5, 24. c) Jat. 5, 7-8. I 358 III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. Himmelfahrt Christi. 3. Sonntag n. Trinit. 10. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 15, 1-10. II. 1. Timoth. 6, 6-10. III. Ap.- Gesch. 4, 8-21. IV. a) Joh. 5, 39-44. ou b) Matth. 5, 13-16. 0- c) 2. Tim. 3, 15-17. 4. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 19, 41-48. II. Röm. 2, 1-11.D III. Ap.- Gesch. 9, 1-8. IV. a) 2ut. 13, 31-35. 03 b) 1. Sam. 19, 1-6. c) 1. Petri 3, 15-16. 11. Sonntag n. Trinit. I. 2ut. 18, 9-14. II. Röm. 1, 16-20. III. Ap.- Gesch. 9, 19-28. IV. a) Luk. 13, 23-25. gb) 1.Sam. 24,17-20. I. Lut. 6, 36-42. II. 2. Ror. 4, 13-18. III. Ap.- Gesch. 5, 16-21. IV. a) Joh. 6, 47-51. b) Matth. 7, 24-27. Ac) 1. Tim. 1, 18-19. IS HERE 5. Sonntag n. Trinit. 8SI. Lut. 5, 1-11. c) Röm. 14, 17-19. 12. Sonntag n. Trinit. I. Matth. 13, 24-30. II. 1. Kor. 4, 1-5. III. Ap.- Gsch.10,25-33. IV. a) But. 15, 11-32. b) 2.Sam.18,31-33. c) Jat. 2, 10. I. Mart. 16, 14-20. II. Ap.-G. 1, 1-11. III. 2ut. 24, 50-53. IV. a) Joh. 17, 11-14. Eraudi. b) Ephef. 1, 20-23. c) Hebr. 6, 17-20. 19 100 I. Joh. 15, 26-16,4. II. Eph. 2, 4-7. III. Ap.- Gesch.1, 15-26. IV. a) Joh. 14, 12-17. b) 2. Petri 1, 2-4. c) Hebr. 8, 1-2. 1. Pfingstfeiertag. I. Ap.- Gesch. 2, 1-13. II. Eph. 1, 9-14.1 III. Ap.- Gesch.2,1-13. IV. a) Joh. 14, 23-27. b) 1. Kor. 12, 3-7. c) Hebr. 2, 2-4. 2. Pfingstfeiertag. I. Ap.- Gesch). 2, 14-18. II. Eph. 1, 15-19. III. Ap.- Gesch. 2, 14-18. IV. a) Lut. 13, 18-21. b) Ezech. 36, 26-27. c) 2. Kor. 6, 16. Trinitatisfest. I. Joh. 3, 1-15. II. Röm. 11, 33-36. III. Ap.- Gesch. 2, 38-39. IV. a) 1. Joh. 4, 12-16. b) 1. Kor. 2, 10-11. c) 2. Kor. 13, 13. 1. Sonntag n. Trinit. I. 2ut. 16, 19-31. II. 1. Joh. 4, 16-21. III. Ap.- Gesch. 2, 42-47. IV. a) 2ut. 17, 20-21. b) Psalm 78, 1-7. c) Hebr. 10, 23-25. 2. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 14, 16-24. II. Sat. 1, 21-25. III. Ap.- Gesch. 3, 1-10. IV. a) Joh. 5, 23-24. b) Jerem. 7, 25-28. c) 2. Ror. 13, 8. II. 1. Petri 3, 8-15. III. Ap.- Gesch. 5, 34-42. IV. a) Joh. 8, 31-36. b) Matth. 6, 22-23. c) Hebr. 13, 9. 6. Sonntag n. Trinit. I. Matth. 5, 1-12. II. Röm. 6, 3-6. III. Ap.- Gesch. 6, 1-7. IV. a) Joh. 10, 23-30. b) Matth. 5, 44-48. c) 1. Joh. 1, 8-10. 7. Sonntag n. Trinit. I. Mart. 8, 1-9. II. 1. Petri 2, 5-10. III. Ap.- Gesch. 6, 8-15 u. 7, 55-59. IV. a) Matth.16, 15-19. b) Matth. 6, 1-8. c) Hebr. 13, 8. 8. Sonntag n. Trinit. I. Matth. 7, 15-23. II. Röm. 8, 12-17. III. Ap.- Gesch. 8, 14-25. IV. a) Matth. 9, 9-13. b) Matth. 6, 19-21. c) Röm. 8, 8-9. 9. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 16, 1-9. II. 1. Kor. 10, 12-13. III. Ap.- Gesch. 8,26-38. IV. a) Rut. 12, 42-48. b) 1. Moje 37,4-11. c) Röm. 6, 16-18. 13. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 10, 25-37. II. Röm. 7, 18-25. III. Ap.- Gesch. 12, 1-11. IV. a) Rut. 9, 57-62. b) 1.Mose43,26-30. c) 1. Kor. 7, 24. 14. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 17, 11-19. II. Philipp. 3, 12-16. III. Ap.- Gsch. 13, 42-49. IV. a) Matth.11, 16-19. b) 1. Sam. 3, 11-13. Jat. 1, 5-6. 15. Sonntag n. Trinit. I. Matth. 6, 24-34. II. Gal. 5, 26-6,5. III. Ap.- Gsch.14, 11-18. IV. a) Matth.11, 25-30. b) Dan. 5, 13-17. c) Lut. 17, 10. 16. Sonntag n. Trinit. I. Lut. 7, 11-17. II. Eph. 3, 14-21. III. Ap.- Gsch.14, 19-23. IV. a) Joh. 9, 1-5. b) 2.Sam.12,18-23. c) Sat. 4, 7-10. IV. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. 359 17. Sonntag n. Trinit. I. Rut. 14, 1-11. II. Eph. 4, 1-6. III. Ap.- Gesch. 15, 6-12. IV. a) 2ut. 12, 54-57. Hrib) 1. Moje 13, 8-9. c) Matth. 5, 27-30. 21. Sonnt. n. Trinit. II. Gal. 6, 7-9. III. Ap.- Gsch. 24, 24-27. IV. a) Matth.20,20-23. b) Jef. 55, 8-9. c) Philipp.1,20-21. b) 2. Mose 2, 16-20. c) 1.Theff.4, 11-12. 18. Sonntag n. Trinit. I. Matth. 22, 34-40. II. Hebr. 10, 38-11,6. III. Ap.- Gsch.17, 16-28. IV. a) Matth.10,16-22. b) 1.Mofe 18,20-32. c) Matth. 5, 33-37. 19. Sonnt. n. Trinit. I. Lut. 10, 38-42. II. Eph. 4, 22-28. III. Ap.- Gesch. 19, 1-11. IV. a) Mart. 9,38-41. b) 1. Mose 33, 9-11. c) Jat. 3, 5-10. 20. Sonnt. n. Trinit. I. Lut. 13, 6-9. II. Rol. 3, 14-17. III. Ap.- Gsch. 19, 23-40. IV. a) Matth. 19, 3-8. I. Matth. 25, 1-13. II. 1. Petri 1, 22-25. III. Ap.- Gsch. 20,17-38. IV. a) Matth.12, 46-50. b) Ruth 1, 15-17. c) Eph. 5, 25. 22. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 18, 21-35. II. Philipp. 1, 3-11. III. Ap.- Gesch. 21, 8-14. IV. a) Matth.21,28-31. b) 1. Mose 39, 2-5. c) Matth.23,27-28. 23. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 22, 15-22. II. Philipp. 3, 17-21. III. Ap.- Gsch. 24, 10-16. IV. a) Mart. 12, 41-44. b) 2. Mose 5, 1-4. c) Jat. 4, 2-3. 24. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 25, 31-46. 25. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 24, 15-22. II. 2. Ror. 5, 1-10. III. Ap.- Gesch. 25, 6-15. IV. a) Matth.13,47-50. b) Pred.Sal.8, 11-13. c) Sat. 1, 12. 26. Sonnt. n. Trinit. I. Joh. 12, 44-50. II. 2. Petri 3, 8-13. III. Ap.- Gsch. 26, 24-32. IV. a) Off Joh.3,15-17. b) Psalm 16, 8-11. c) 1. Ror. 15, 58. 27. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 24, 43-51. II. Offb. Joh. 3, 19-22. III. Ap.- Gsch. 28, 16-31. IV. a) Offb.Joh.21,5-7. b) Pred.Sal.12,13-14. c) 2. Theff. 2, 16-17. IV. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. rung beines Geistes Kraft verleihen. Amen. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündhafter Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besse Auf solches euer Bekenntnis verfündige ich, nach Befehl unsers Herrn Jesu Christi, als verordneter Diener seines Wortes, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jesum Christum glaubet und den guten ernstlichen Vorsatz habt, durch Beistand Gottes, des heiligen Geistes, euer sündliches Leben forthin zu bessern, die Gnade Gottes und die Vergebung eurer Sünden im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. 360 V. Gebete. and dulapmundets had dhe dus ou si mohldo and ndo med stig das fomerations dur m Videli na mednate das- hotard tice pa aslo di p 1107 dnu alus( aspitam und Rattegaian neffod of unft, esd Postup dra side misd por d Gebete. day shit and hodied most is som sprat un site wl som A. Allgemeines Kirchengebet. Sma # 19011190 390 46 3 2008-20 Herr Gott, himmlischer Vater, wir loben und preisen dich für alle die unzähligen Wohlthaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen ohne alles unser Verdienst und Würdigkeit erwiesen hast, und bitten dich im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Mittlers und Für sprechers, um deinen ferneren Segen. Segne deine Kirche. Erhalte sie bei der reinen Lehre deines Evangeliums und bei dem Genusse der Ruhe und Freiheit. Thue täglich hinzu, die da selig werden, zu der Gemeinde. Laß dein heiliges Wort nie von unserm Lande weichen und es unter uns und allenthalben auf Erden immer mehr Frucht bringen. Segne alle Regenten und Länder, besonders unsern König. Laß ihn deiner schüßenden Fürsorge, Huld und Liebe immerdar befohlen sein. Er freue ihn durch deine Güte, leite ihn durch deine Weisheit, stärke ihn durch deine Kraft. Breite über ihn und seine Gemahlin, die Königin, über die Prinzen und Prinzessinnen des König lichen Hauses die Fülle deiner himmlischen Segnungen- aus. Einigkeit unsers Voltes Schmuck und Ehre sein. Schenke allen Räten und Dienern unsers Königs deinen Geist. Segne alle Obrigkeiten, besonders auch die, welche du uns gegeben hast, daß durch ihre Treue und Gewissenhaftigkeit die Gerechtigkeit gehandhabt, der Bosheit gesteuert und dem gemeinen Besten gedient werde. 2012 S Laß unsre Landeskirche und die fie regieren deiner Gnade befohlen sein. Walte mit deinem Segen über unserm Kirchenpatron und gieb den Vorstehern unsrer Kirchfahrt deinen heiligen Geist, daß sie der Gemeinde Bestes suchen. Den Lehrern in Kirchen und Schulen gieb Licht und Kraft, daß sie das Evangelium von Christo mit aller Treue verkündigen und demselben würdiglich wandeln. Verleihe den Eltern deinen Segen zur Auferziehung ihrer Kinder in der Furcht des Herrn. Erbarme dich des ganzen Landes und aller seiner Bewohner. Sei du Kraft und Schild derer, die zum Schuße des Vaterlandes die Waffen tragen. Gieb zu aller treuen Arbeit in Wissenschaft und Kunst, in Handel Auch bitten wir um deinen Segen und Gewerbe dein gnädiges Gedeihen. für unser gesamtes deutsches Vater- Segne den Acker- und Bergbau. land. Segne Kaiser und Reich. Vereinige alle Fürsten und Stämme des Baterieb ersprießliche Witterung zum Wachstum der Früchte des Landes fie uns Friede und Ruhe genießen. Bewahre uns vor Krieg und Teurung, vor ansteckenden Krankheiten, das Band des Friedens, erhalte sie in deiner Furcht und Liebe und laß Glauben und Treue, Kraft und V. Gebete. vor schädlichem Ungewitter, vor Feuerund Wassersnot. Sende Hilfe den Elenden und Hilfsbedürftigen, Trost den Traurigen, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Sei du der Witwen und Waisen Vater. Laß uns auch auf dem Wege des Leidens en väterlich erkennen und mit Geduld und ZuFORBUN versicht verehren, auch selbst im Tode nicht wanken im Vertrauen auf NOTO GALLE IST 7905 Sohne, unserm Erlöser, und dem heiligen Geiste, unserm Tröster, sei jetzt und immerbar Preis und Ehre. Amen. is in sitys 10 manier styring empo nothildish and vida da B. Betstundengebet.uido en cola Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ein Herr Himmels und der Erden, wir arme elende Sünder bekennen vor deinem heiligen Angesicht, daß wir mit unsern Vätern gesündigt, deinen Zorn und allerlei Strafen wohl verdienet haben. Solche unfre Sünden aber reuen uns von Herzen, und da du nicht Gefallen haft an des Sünders Tod, so fliehen wir zu deiner Barmherzigkeit demütig bittend, du wollest nicht gedenken der Sünden unsrer Jugend, noch aller andern übertretung, sondern vielmehr eingebent sein deiner grundlosen Güte, Gnade und Barmherzigkeit. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, 361 dich und den Versöhnungstod deines Sohnes. Gott, du kannst überschwenglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Und hoffen wir getroft, du werdest uns nach deiner Weisheit und Güte alles schenken, was einen jeden unter uns hier und dort selig machen kann. Mache dich auf, Herr, zu richten und hilf allen Bedrängten! Laß es gelingen denen, die da treiben bein Expldpup is simple da Werk und mache zu nichte den Rat deiner Feinde! Olieber Herr und Gott, breite aus, mehre und stärke dein Reich auch in diesen Landen, darin wir wohnen. Erhalte uns und unsre Nachkommen bei der reinen, gesunden Lehre und gieb Frieden deinem Volke. Sei uns gnädig, o Herr Gott, sei uns gnädig in aller Not! Beige uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Erleuchte unsre Herzen, daß wir die Sünde meiden und dein heiliges Wort stets vor Augen haben. Eronoins Das alles wolleft du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren Verdienstes deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobet Eshope nytt! in Ewigkeit. Amen. ND SOME MOR 548 am drar haul Au and C. Besondere p Salmoge shut C. Besondere Gebete. dat 1970 ans by ste sports 1. Um die Gnade, recht zu beten. mi gupop Ich danke dir, mein Herr und befohlen hast, deinen hilfreichen Namen mein Gott, für die unaussprechliche Wohlthat, daß du uns nicht allein in allen Nöten anzurufen, sondern auch so gar väterlich und holdselig 362 verheißen, daß du uns gewißlich erhören und immer geben wollest zur rechten Zeit, was uns heilsam und gut ist an Leib und Seele. Jch bitte dich, mein Gott, gieß aus über mich deinen heiligen Geist, den Geist des Gebetes, daß ich allezeit Lust und Liebe zum Gebete habe, täglich getrost und mit aller Zuversicht im Namen meines Herrn Jesu Christi hinzutrete, meine Kniee vor dir beuge und in allen Nöten als ein liebes Kind dich anrufe, mein lieber Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Gieb, daß ich allezeit heilige Hände zu dir aufhebe IS2 Eur ograda sür V. Gebete. stind en de spit 2. Morgengebete.mation to din surg 3906 902.01le stist!( 0) 1pblad tid kommod hütet haft, und bitte dich, du wolleft mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. at spiser at the SHISH Am Sonntage. Idil 1. STEUE Herr Gott, heiliger Geist, öffne mir die Thür zum Leben durch Erleuchtung meines Gemütes, daß ich die Weide deiner göttlichen Lehre und deines Trostes finde, die Stimme meines Erzhirten Jesu in mir höre, durch den Glauben zu ihm eingehe, durch die Liebe ihm gehorche, folge und zu meinem Nächsten ausgehe und den Glauben beweise, damit ich allhier im Reiche der Gnaden bis ans Ende bleibe und ins ewige Reich der Herrlichkeit aufgenommen werde, durch Jesum Christum, unsern Herrn. thablen bilget bed tedna, s Amen. An den Wochentagen. stretty go Fordber ohne Zorn und Zweifel und festiglich traue, daß alle meine Gebete, ja alle Seufzer, die aus meinem Herzen kommen, gewiß erhöret werden. Verleihe mir auch, wenn die Hilfe verzieht, daß ich Geduld trage, dir nicht Zeit noch Maß vorschreibe, sondern harre und warte auf deine Stunde; denn du hast Wohlgefallen an denen, die dich fürchten und auf deine Güte hoffen. Endlich, mein Gott, regiere und erinnere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich täglich an mein Ende denke, mich alle Stunden in guter Bereitschaft halte und um einen seligen Abschied von Herzen dich bitte. Amen. 2. plas Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr be3. Herr Jesu, du Glanz der Herrlichfeit deines himmlischen Vaters, ich danke dir von Herzen, daß du mich das fröhliche Sonnenlicht wieder schauen läsfest. D du helle Sonne der Gerechtigkeit, geh auch in meinem Herzen auf, damit ich in deinem Glanze als ein Kind des Lichtes und als am Tage wandeln und dich dermaleinst im ewgen Freudenlichte selig schauen möge. Amen. pandaisd 19d op asdaten da. 4. Tad D du einiger, wahrer, allmächtiger Gott und Herr der Heerscharen, Vater, V. Gebete. 363 Sohn und heilger Geist! Ach gieb, Tod und bitte dich, erhalte mich ewig daß in aller Menschen Herzen auf gehe der rechte Morgenstern und in eines jeden Gewissen leuchtend und scheinend werde das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen zu erleuchten ist in die Welt gekommen, und daß in eines jeden Menschen Gemüt möge sprechen und reden das ewige Wort der unvergänglichen Wahrheit, auf daß sie alle Wohnungen und Tempel Gottes sein und bleiben mögen und in der Liebe, Weisheit und Erkenntnis wachsen und zunehmen in Zeit und Ewigkeit. Amen. in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb mir Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß mich dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und meinen Sünden absterben. Hilf auch, daß ich an meinem Ende deines blutigen Todes mich zur ewigen Seligteit freue und tröste. D Herr Jesus Christus! Amen. sprier Same 5. Allmächtiger Gott, von dem alle gute und alle vollkommene Gabe herabkommt, dir befehle ich heute und alle zeit Leib und Seele, Gut und Blut, Weib und Kind, Vater und Mutter, und alle meine Gedanken und Reden, mein Herz, Sinne und Anschläge. Ich befehle dir nochmals meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nuh meines Nächsten. Mache mich heute zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade. Gegne all mein Thun und laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. 796 enfee allge 19476 6. SID YAR Herr Jesus Christus, der du mir armem, verlorenen Sünder durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, ich danke dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden and 2910 Ansor tup on asg1406 ve son oled sise 7. O du seliger und allein gewaltiger Gott, du König aller Könige und Herr aller Herren, der du allein Unsterblichkeit hast, du Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüt mit schuldiger Dankbarkeit. Deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden. Denn es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und Lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit vertündigen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in dieser Nacht durch deine überschwengliche Barmherzigkeit beschüket hast. O Herr, lehre s mich bedenken, daß ich sterben muß und daß mein Leben ein Ende habe, daß ich täglich geschickt sei, aus dieser Welt abzuscheiden. Darum erhalte mich in deiner Furcht und Erkenntnis. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Schwachheit würde fündigen, so bitte ich dich, du wolleft deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden und deine Hilfe mir nicht V. Gebete. 364 entziehen. Herr, auf dich hoffe ich; sihen, sondern daß ich all meines leite meinen Fuß auf rechter Straße, daß ich nicht wanble im Rat der Gottlosen, noch trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter dated 161 napis Herzens Luft und Liebe habe zu deinem Wort und deinen Geboten und in denselben mich übe Tag und Nacht durch Jesum Christum. Amen. home mu 3. puth elas red one day niplet ons medus redi) or Ind Abendgebete. alle de mise a spärft Am Sonntage. Bont site snied in da en 02 nusta 1. Sidida Nun danket alle Gott, der uns von Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gute. Er gebe uns ein fröhliches Herz und verleihe immerdar Friede zu unsern Zeiten, auf daß seine Gnade stets bei uns bleibe und uns erlöse, so lange wir leben. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns in alle Ewigkeit. Herr, allmächtiger Gott, himmlischer Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für alle deine Güte und Wohlthat, die du mir heute so väterlich erzeigt hast. Insbesondere danke ich dir dafür, daß du dein seligmachendes Wort mir nicht entzogen, sondern es mir hast wieder verkündigen lassen in deiner Gemeinde zu meines Herzens Freude, Trost und Ermun terung. Ich bitte dich als dein liebes Kind, du wollest mich bei deinem feligmachenden Worte bis an mein letztes Seufzen gnädig erhalten und mein Herz mit deinem heiligen Geiste erleuchten, daß ich möge erkennen, was gut oder böse ist. Du wollest auch alle meine Sünde, die ich heute wis sentlich oder unwissentlich gethan habe, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit vertilgen und durch die Ruhe der zukünftigen Nacht mich stärken, daß ich frisch und geſund zu deinem Lobe wieder aufstehe. Hilf auch, lieber Vater, daß ich durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfange, zu meiner Seelen Seligkeit in Jesu Christo, deinem lieben Sohne, umferm einigen Helfer. Amen. erd yelaid An den Wochentagen. 1997 2. bi spricht Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich dieſen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Barmherziger Gott und gnädiger Vater, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich diesen Tag bis auf gegenwärtige Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast, und bitte dich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen, du wollest mir aus Gnaden vergeben alle meine Sünden, so ich heute abermal mit Gedanken, Worten und V. Gebete. Werken wider dich gethan habe, und wollest derselbigen in Ewigkeit nicht gedenken. Und weil ich mich nun will zur Ruhe legen, so wollest du mich diese Nacht vor allem übel Leibes und der Seele auch väterlich behüten, daß ich sicher ruhen und schlafen und deinem Lobe friſch und wieder erwachen möge. In deine göttliche Hand befehl ich mich ganz und gar. Du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. tedal pigem sid Eauen mis on 4. 1953 Herr, du Hüter Israel, der du weder schläfst noch schlummerst, sorge auch in dieser finstern Nacht für die lieben Meinigen und für alle Men schen; dein Auge wache für sie, deine Hand bedecke sie, dein Engel beschirme sie. Erhöre jetzt, mein Gott, aller frommen Christen Abendgebet. Schone nach deiner großen Güte derer, die dich heute beleidigt haben. Erbarme dich auch derer, die dich noch nicht kennen und ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke nun alle Menschen, so diesen Tag über sind müde gewesen. Stärke die, so aus Not auch in der Nacht noch arbeiten müssen. Laß keinen fallen, der im Finstern wandelt. Hilf den Reisenden zurecht, die vielleicht jetzt noch auf der Straße wandern. Schaffe denen ihr Bleiben, die heute keine Herberge haben. Labe die, die sich hungrig müssen niederlegen. Wache selbst bei den Kranken, pflege der Kinder und stehe mit deinem Trost allen Leidenden bei, welche heute eine elende Nacht haben werden. Endlich behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärmen und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Mord und Totschlag, vor Feuers- und Was fersgefahr, vor allem Schaden und 365 Unglück; hilf, daß alle, die für uns machen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Finsternis werden kommen zu dem ewigen Licht, durch Jesum Christum. Amen. is 5. Ich sage dir, o treuer Gott, 2ob, Ehr und Dank für deine Güte und touto Wohlthat, die du mir diesen Tag ersiad zeigt hast, wiewohl ich ein armer sprunt Sünder und nicht wert bin, dein mol Kind genannt zu werden. Aber ich weiß, daß deine Barmherzigkeit sehr groß ist und viel größer, denn meine und der ganzen Welt Sünde. Darum betenne ich dir alle meine Sünde und Missethat, die ich heute, ja von Jugend auf wider dich begangen habe, und bitte dich, du wollest mir dieselbe vergeben und dich meiner, als deines lieben Kindes, aus Gnaden erbarmen. Gieb mich in den Schuß deiner heiligen Engel, daß sie mich diese Nacht und alle künftige Zeit vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behüten. Dir ergebe ich mich ganz zu eigen im Tod und Leben. Laß mich ewig bei dir sein und bleiben. Solches verleihe mir, gnädiger Gott und Vater, um Jesu Christi willen. Amen. drift Bedsi! nisé alu did.attle of. spils ierod 6. fmallow d O allmächtiger, ewiger, gnädiger und barmherziger Gott, der du gesagt hast: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten," ich bitte dich, erbarme dich mein und vergieb mir meine Sünde. Gieb mir deinen heiligen Geist, der mein Herz allezeit mit himmlischem Troste erfülle. Ich schlafe oder wache, ich liege oder stehe auf, so hilf mir, wie du weißt, daß 366 mir am besten geholfen wird an Leib daß du dich meiner die Zeit meines und Seele. Du vermagst alles, du Lebens so väterlich angenommen und bist Gott und Herr über alles, es mich diesen Tag über und sonderlich steht alles in deinen Händen. Ge- die ganze Woche bis auf diese Stunde denke an deine Barmherzigkeit und vor allem Unglück Leibes und der Verheißung, ja gedente des vollkom- Seele gnädiglich behütet hast. Ich menen Gehorsams deines geliebten bitte dich ferner, du wolleft alle meine Sohnes Jesu Christi, durch welchen Sünden, die ich heute und die ganze ich dir gänzlich versöhnt bin. Um Woche wider dich und meinen Nächdeswillen sei mir heute und allezeit sten wissentlich oder unwissentlich gegnädig. Und wenn es ja sein sollte, than und die mir herzlich leid sind, daß ich nach deinem väterlichen Willen durch deine Gnade, welche alle bußmit Gefahr, Kreuz und Unglück oder fertigen Sünder bei dir haben, zuauch mit dem Tode sollte heimgesucht decken und ihrer nimmermehr gewerden, so wollest du mich auch heim- denken. Hilf gnädiglich, daß ich aus suchen mit deinem göttlichen Troste, der alten Woche in ein neu christlich Segen und Gnade. Ohne deinen Leben trete, dir und allen AuserWillen, o Herr, kann mir nichts wählten im Himmel gefallen möge, widerfahren. Ob ich schon wandle und laß mich diese angehende Nacht im finstern Thale, so bist du doch in deinen gnädigen Schuh befohlen bei mir; dein Stecken und Stab sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, trösten mich. Auch alle meine Haare frisch und gesund zu deinem ferneren auf meinem Haupte hast du gezählt. Lobe wieder aufstehen möge, und Wovor follte mir grauen? Ich lebe wenn mein Stündlein vorhanden ist, oder sterbe, so bin ich dein und darum nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, nicht verloren, sondern ewig selig benn ich bin dein und du bist mein, durch Jesum Christum. Amen. weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. Amen. lgbg V. Gebete. 7. Barmherziger Gott und Vater, ich fage bir von Herzen Lob und Dank, Our Callers sed dit board sim 4. Tischgebete. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf und erfüllest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns Jar Shiree nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret haft. 3146 Amen. 3. Segne, Vater, diese Speise uns zum Wohl und dir zum Preise. Amen. estrent 108 amare bit ud and dra? no peito at 2. Nach dem Essen. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 204 chiltacnol somine sis V. Gebete. Giljan 1. Die Danket dem Herrn, denn er iſt freundlich und seine Güte währet ewiglich. du hund fer Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, für alle deine Gabe und Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigteit. Amen. app and relto 367 to Vor der Beichte. note 1. Heiliger und gerechter Gott, bu erforschest mich und kennest mich, ich sige oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne und siehest alle meine Wege; es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor dein Angesicht stellet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht entschuldigen, sondern mit dem verlorenen Sohne bekennen: Vater, ich habe gefündiget im Himmel und vor dir. Rein einziges beiner heiligen Gebote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen. Alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft übertreten. Ich habe andere Götter gehabt neben dir. Ich habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen daß du unser Gast gewesen bist, und bitten dich, du Lebensbrot, hilf uns gnädig aus aller Not. Amen. 5. Beicht und Kommuniongebete. 3.notiede Herr Gott, himmlischer Vater, wir sagen dir Lob und Dank für alle deine Gaben und bitten dich, du wollest, wie du unsern Leib gespeiset hast, gleich also unsere Seelen allezeit im wahren Glauben gnädiglich erhalten. Amen. d wsi Swar Kräften, mich nicht an dich gehalten als meinen Herrn und Gott. Auch habe ich mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten. Deinen heiligen Namen habe ich unnüß geführt. Im Gebet bin ich viel zu träge und schläfrig gewesen und mit deinem Wort und dessen Predigt gleichgiltig umgegangen. Ich habe dich nicht geehrt durch echtes Bekenntnis in Wort und Wandel. D mein Gott, wie groß ist meine Schuld gegen dich, wie zahllos find meine Übertretungen und Versäumnisse, wie kalt meine Liebe, wie tot mein Glaube; wie schwach und befleckt ist auch das wenige Gute an Sie habe ic mir! Wie habe ich in allem mich, nicht dich und deine Ehre gesucht! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich anklagen? Gegen Eltern, Lehrer und Vorgesetzte bin ich nicht gehorsam und treu genug, nicht so gewissenhaft gewesen, daß man in all mein Thun und & affen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte hineinsehen dürfen, ohne mich da und dort lieblos, nach V. Gebete. 368 lässig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wie oft sind Zorn und Rachsucht, Haß und Bitterkeit in mir aufgestiegen! Ich habe nicht vergeben, wo ich sollte, und nicht alles gethan, um den Frieden herzustellen. Anstatt dem Nächsten mit Trost und Rat zu helfen und für sein leibliches und geistliches Wohl zu sorgen, habe ich nur an mich und meinen Vorteil gedacht. Und wie befleckt ist oft mein Wesen durch unreine Lüste und Begierden gewesen! In Fleischeslust, Augenlust und hoffärtigem Wesen habe ich der Eitelkeit gedient. Auch wie mancher Unredlichkeit und Untreue in Anwendung deiner Gaben muß ich mich schuldig bekennen! Die Kräfte meines Leibes und meiner Seele, die edle Zeit und was du mir von Gütern gegeben hast, habe ich nicht so benußt, wie es einem treuen Haushalter gebühret; ja selbst des Nächsten Eigentum war mir nicht so heilig, daß ich von aller Untreue mich freisprechen könnte. Auch des Nächsten Name war mir nicht teuer genug. Dwie viele Zungensünden zeugen wider mich, wie manche Verleumdung, wie vieles lieblose Richten, wie viele Verkleinerungssucht und Schadenfreude! Ich habe überhaupt tausendfältig mich des Bösen gelüften lassen. Ach, mein Gott, wie groß ist meine Not! Du läsfest mir sagen: Ungnade und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun. Ach, Gott, erbarme dich meiner! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Du hast ja deinen eingebornen Sohn auch für mich dahingegeben. Um Jefu willen sei mir gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Fürsprache laß für mich reden, um seinetwillen erfülle deine Verheißung: Ich vertilge deine Missethat, wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zuschanden werden. Amen. 2. O du allwissender, heiliger Gott, du Herzenstündiger, der du Herzen und Nieren prüfest, vor dem mein Inwendiges bloß und entdecket ist, von dir kommt alle gute und vollkommene Gabe, von dir stammt alle wahre Weisheit; auch alle gründliche Selbsterkenntnis kommt von dir. Denn das Herz ist ein trokig und verzagt Ding, du allein kannst es ergründen. mein Gott, so lehre mich doch mich selbst erkennen, offenbare mir, wie mein Herz zu dir steht, mache es mir klar, ob ich im lebendigen Glauben stehe und also dein Kind bin oder nicht, bewahre mich vor allem groben und feinen Selbstbetrug, daß ich mich nicht für lebendig halte, während ich tot bin. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ichs meine. Hilf, daß ich mich erkenne, wie ich erkannt bin von dir. Laß alle Finsternis in meinem Innern vor dem Lichte deines Geistes fich zerstreuen. Führt mein Weg zu einem Abgrund hin, o so laß mich ihn sehen und heilsam erschrecken. Ist mein Sinn und Wandel nicht angenehm in deinen Augen, so nimm die Decke hinweg, die mir dies verbirgt, und laß mich nicht eher zur Ruhe kommen, bis meine Wege dir wohlgefallen. Habe ich Lust an der Sünde oder an falscher Lehre, so enthülle mir doch die Jammergestalt meines Innern, damit ich eile und meine Seele errette. Stehe ich in Verleugnung deines V. Gebete. Namens, schände ich durch meinen Wandel deine Wahrheit, die ich durch deine Gnade erkannt habe, stelle ich mich der Welt gleich und ziehe ich an einem Joche mit den Ungläubigen, Herr, mein Gott, so erfaffe mich mit deiner rechten Hand und bringe mich, den Verblendeten, zur Besinnung. D entsetzlicher Zustand des Selbstbetrugs, da man des Himmels sich tröstet und mit jedem Schritt und Tritt weiter in den Abgrund des Verderbens hinabfinkt! Mein Gott, der du Gebet erhörest, salbe meine Augen mit Augensalbe, daß ich sehen möge, damit ich nicht gehöre zu den unnüßen Knechten, die des Herrn Willen wissen und nicht thun, zu den selbstgerechten Pharisäern, die in ihrer Tugend und in ihren Gaben sich spiegeln, zu jenen Betrogenen, die Herr Herr sagen, aber dereinst das Urteil der Verdammung vernehmen müssen. Ach, wie fürchterlich ist es, vor dir und den Menschen als ein Christ gelten zu wollen und doch keiner zu sein, sondern den Gräbern zu gleichen, die auswendig übertüncht sind, aber inwendig voll Moder und Totengebeine, deine Gnade zum Leben erfahren zu haben und doch wieder erfaltet und erstorben zu sein, gleich einem kahlen, unfruchtbaren Baume. Herr, meine Seele erbebt in ihrem Innersten, wenn ich daran gedenke und an mir jenes Feuer der ersten Liebe zu dir, jene Jnbrunst des Geistes, jene Andacht des Gebetes, jene Sehnsucht, auch anderen Seelen zu ihrem Heile nützlich zu werden, vermisse, wenn ich erwäge, wie wenig ich deinem Geiste in mir Raum gegeben habe, wenn ich mir sage, daß ich ohne ernste Umkehr von dir gänzlich geschieden werden könnte. Herr, gieb mir den Sieg in diesem innern Kampfe 369 der Gedanken, die sich gegenseitig verklagen und entschuldigen, laß mich deine Stimme hören, damit ich erkenne, ob ich in deiner Gnade stehe oder aus ihr gefallen bin. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. Meine Seele ist sehr unruhig, wie ein stürmisch bewegtes Meer, und ich werde von allerlei trüben und beängstigenden Gieb du Gedanken umhergetrieben. mir einen festen Halt und laß mich nicht der Wahrheit verfehlen, wenn ich mich prüfe nach deinem Worte. Löse mir alle Zweifel, gieb du mir Antwort auf meine Fragen, mache meine Finsternis licht. Laß das Blut meines Heilandes Jesu Christi nicht verloren an mir sein; laß mich erkennen, wo es mir fehlt, damit ich aus seiner Fülle Gnade um Gnade nehme. Herr, erfülle mein Sehnen, stelle mich unter die Zucht deines heiligen Geistes und züchtige mich hier zeitlich, damit ich nur nicht ewig verloren. gehe. Amen, in Jesu Namen. Amen. 3. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du deinem heiligen Worte Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem - Gesek gerühret, daß ich nun meine Sünde erkenne, bereue und nach gnädiger Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch neben dem gepredigten Wort die Beichte verordnet, daß ich armer, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kommen soll. So gehe ich nun meine Sünde zu bekennen und niederzulegen, dagegen Trost und Vergebung zu empfangen. Ich bitte daher, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner 24 V. Gebete. 370 The stopbbbion Gnade entzünden und mir einen Mund des Herrn Lob sagen und festen Glauben an deine Verheißung seinen heiligen Namen preisen immer geben: daß, ob ich wohl schwach, und ewiglich. Amen. frank und verzagt bin, ich dennoch mich solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife. Dazu verhelfe mir das teure Verdienst Christi Jesu, meines Erlösers und Seligmachers. Amen. Nach der Beichte, vor der feier des heiligen Abendmahls. 1. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist, wohl dem Menschen, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist und des Name heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er will nicht immer hadern und nicht ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Darum soll mein 2.its Lieber himmlischer Vater, dir fei Preis und Dank, daß du durch deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum auch mir armem Sünder die große Hoffnung gegeben hast, daß mir alle meine Sünden vergeben sind aus lauter Gnade, und daß du mich um Jesu willen für fromm und gerecht und für dein liebes Kind willst halten, auch mich zum Erben machen aller deiner himmlischen Güter. Herr, laß mich nimmermehr aus dieser Gnade fallen und entzünde mein Gemüt mit heiliger Liebe zu dir, daß ich dein eigen sei und du samt dem Sohn und heiligen Geist in mir Wohnung machen könnest ewiglich. Dazu segne mir nun auch dein teures Abendmahl, in dem du dich mit mir verbinden wolleft auf ewig. Bereite meine Seele vollends ganz zu, daß sie offen stehe als ein reines Gefäß, in das du den ganzen Reichtum deiner Gnade niederlegen kannst. D komm zu mir, mein Jesu, gieb dich mir und nimm mich hin, daß ich nach Leib, Seele und Geist dein heiliges Eigentum sei und du dich an mir verherrlichen könneft auf ewig. Amen. 3. Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Dies ist der Tag, den der Herr macht, laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. D Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Du bist mein Gott, und ich danke dir, V. Gebete. 371 stoßen." Amen. mein Gott, ich will dich preisen. Du kommt, den will ich nicht hinausbist gütig allen, die auf dich hoffen, und richtest auf alle, die niedergeschlagen sind. Darum erhebet dich meine Seele, und mein Geist freuet sich deiner, meines Heilandes. In deinem heiligen Mahle wollest du nun bei mir einkehren und diesen Tag zu einem Gnaden und Segenstag auf Zeit und Ewigkeit für mich machen. D allmächtiger Gott, laß deine Gnadensonne mir in vollem Glanze auf gehen, vertreibe alle Nacht meiner sündlichen Natur und allen Nebel irdischer Gedanken und Zerstreuungen. Laß die Himmelslust deiner Liebe und Gnade mich durch und durch erfrischen und neu beleben und mich inne werden, daß ich dein versöhntes Kind und ein Erbe deiner himmlischen Güter sei. Fülle mich an deinem Gnadentische mit den reichen Gütern deines Hauses. Versiegle mir die vollkommene Vergebung aller meiner Sünden, wie du durch das Amt, das die Bersöhnung predigt, fie mir zu gesprochen. Stärke meinen Glauben, befestige meine Liebe, gieb mir deinen Frieden und durchdringe mich mit himmlischen Lebenskräften, daß ich einen Vorschmack der Herrlichkeit bekomme, die einst an uns soll geoffenbaret werden. Ja, erfülle an uns allen, die wir zu deinem Tisch treten, deine Verheißung: ,, Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." Amen. Während der Kommunion. Jest tomme ich betrübter Sünder, Herr Jesu, richte dein liebreiches Auge zu mir, erquicke mich und verftoße den nicht, der zu dir kommt, wie du verheißen haft: ,, Wer zu mir Sei mir willkommen, Herr Jesu, mit der edlen Speise deines heiligen Leibes, den du mir jetzt unter dem mich in den Tod gegeben hast. Das Brote zu essen giebst, wie du ihn für laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich in rechtem Glauben zum ewigen Leben. Amen. Sei mir willkommen, Herr Jesu, mit dem edlen Tranke deines teuren Blutes, das du mir jetzt unter dem Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze für mich vergoffen haft zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich in rechtem Glauben zum ewigen Leben. Amen. - Danksagung nach Empfang des heiligen Abendmahls. 1. Wir bitten, o Herr, von Herzen, daß wir auch mit reinem Gemüte annehmen, was wir mit dem Munde empfangen haben, und daß uns diese zeitliche Gabe gedeihe zur ewigen Arzenei, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 2. Dallmächtiger Gott, himmlischer Bater, dir sei Lob, Ehr und Dank, baß du mich nicht allein zum Abendmahl des Lammes berufen und zur himmlischen Hochzeit eingeladen hast, sondern daß du mich auch jetzt so herrlich gespeiset und bewirtet. Du hast mich mit deinen himmlischen Gütern erfüllet und mit Chrifti, mei24* V. Gebete. 372 nes Erlösers, Leib und Blut gespeiset und getränket. Nun ist mein Herz genesen, meine arme Seele ist getröstet, und alles, was an mir ist, das ist durch diese heilsame Gabe erquicket und aufgerichtet worden. Ich war müde und schwach, aber nun bin ich gestärkt; ich war verwundet, aber nun bin ich geheilt; ich war voller Schmerzen und Krankheit, aber nun bin ich getröstet. Alle meine Sünden sind zurückgeworfen in die Tiefe des Meeres, und ich bin gewiß, daß mich nunmehr nichts wird scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Speise und Trank ist Christus mein eigen worden mit allen seinen Wohlthaten, die er mir durch sein Blut und Tod erworben hat: so bin ich ihm auch einverleibet und durch den Glauben mit ihm fest und stark verbunden, daß uns nichts von einander scheiden soll. Gieb Gnade, o lieber Vater, daß ich nimmermehr von dir weiche, sondern mein Gelübde treulich das gute Werk, das du in mir angefangen hast, bis auf den Tag Jesu Christi und laß mich endlich siken an deinem Tisch in dem Reich deiner Ehre und Herrlichkeit, daß ich dich mit allen Auserwählten ewiglich mag rühmen und preisen durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 3. Barmherziger Gott und Vater, der du überschwenglich thuft über unser Bitten und Verstehen, dich preist meine Seele am Schluß des Gnadentages, ben deine grundlose Liebe mir heute geschenket hat. So ist es denn wahr und gewiß, daß du mich nicht lassen willst im Tode, sondern haft dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. O mein Jesu, was hast du mir erworben! So gewiß ich deinen Leib gegessen und dein Blut getrunken habe, so gewiß ist es, daß du mich liebst und mir alle meine Sünden vergeben haft und willst, ich soll ein Kind deines und meines Vaters, ja ein Miterbe deiner Herrlichkeit sein. O mein Jesu, du in mir, ich in dir! Dieses unaussprechliche Gnadenwort verstehe ich noch lange nicht, wie ich auch den Segen deines Abendmahls erst in der Ewigkeit recht einsehen werde. Aber des bin ich gewiß, daß diese als aller Welt Weisheit, Hoheit, Luft, Ehre, Freude und Herrlichkeit. D Herr, mein Gott, du in mir, ich in dir! Laß es ewig so bleiben. Behalte mich in dir, sonst bin ich bald wieder außer dir. So leicht nehmen die irdischen Dinge und Kreaturen mich wieder gefangen, obgleich ich weiß, daß sie mich niemals sättigen und befriedigen können. Nur du giebst Leben und volle Genlige. Darum lasse mir allenthalben bange werden, wo ich dich nicht finde, und bewahre mich, daß ich das hochzeitliche Kleid deiner Gerechtigkeit nicht mit neuen Sünden beflecke. Deine Liebe werde mir täglich süßer, als alle Süßigkeit der Welt. Ach mache mich los auch von ihren feinsten Banden; hilf mir auch von dem flatterhaften und zerstreuten Sinn und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Wesen in dir ruhe und in dir lebe. O Jesu, dein Geist besike mich nun ewiglich! Deine Gnadensonne durchleuchte mich ohne Unterlaß, dein heiliger Leib erhalte mich, dein teures Blut durchbringe mich. Dein Leiden heilige mich, dein Tod erwecke mich zum ewigen Leben, deine Gerechtigkeit zeuge für V. Gebete. mich vor dem Vater. Deine Auf erstehung verkläre meinen nichtigen Leib, daß er ähnlich werde deinem verklärten Leibe. Deine Himmelfahrt versehe mich in das himmlische Wesen und eröffne mir das Allerheiligste. Dein ewig gültiges Hohepriestertum verleihe mir alle deine himmlischen Gnadengüter. Dein herrliches Königreich rette mich von allen meinen Feinden und erhöhe mich in deine Herrlichkeit. In dieser seligen Hoff nung will ich fröhlich meine Augen schließen, einst im Tod, jetzt im Schlaf. Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Dein Name ist ein festes Schloß, der Gerechte läuft dahin und wird beschirmet. In dieser Burg laß mich und all die Meinen ruhen in dieser Nacht und allezeit. Du bist das Licht, das alle Finsternis erleuchtet, in deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, du wollest über mich machen und treulich für mich sorgen nach allen meinen 373 Bedürfnissen. Ich werfe alle meine Sorgen auf dich. Bei dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Laß auch die Sabbathfreude, die du mir heute geschenkt hast, alle Zeit in meinem Herzen forttönen und entzünde mich mit deiner Liebe, daß ich täglich deines Preises voll sei und ewig rühmen So könne, wie freundlich du bist. bereite mich auf den großen Tag deiner Zukunft, da du herrlich erscheinen wirst mit deinen Heiligen. Da laß mich freudig stehen in deiner Gegenwart unter den klugen Jungfrauen, deren Öl in den Lampen helle brennet und die du aufnimmst in deinen herrlichen Hochzeitsaal. O komme bald, Herr Jesu! Wir sehnen uns nach deiner Erscheinung in dieser legten betrübten Zeit. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es höret, der spreche: Komm, ja komm, Herr Jesu. Amen. 6. Um Glück und Segen im Berufe. 1. Lieber Gott, in meinem Berufe ist dein Wort und Befehl. Darauf gehe ich hin und werfe heute mein Netz aus und lasse dich sorgen, wie es geraten werde. Ich bitte allein daneben, gieb deinen Segen und das Gedeihen dazu. Amen. 2. Mein Herr und mein Gott, ich weiß ja, daß des Menschen Thun nicht steht in seiner Gewalt, und steht in niemandes Macht, wie er wandle und feinen Gang richte. Regiere mich alle zeit durch deinen heiligen Geist, daß ich in meinem Berufe stracks vor mich hinsehe und des Meinen treulich warte. Leite mich allezeit auf rechtem Wege, daß ich nicht wante weder zur Rechten, noch zur Linken. Mache meinen Gang gewiß nach deinem Wort und laß kein Unrecht über mich herrschen. Regiere mich allezeit nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß ja, mein Gott, daß ich auch berufen bin in deinen Weinberg und dir Arbeit zugesagt habe. Jch bitte dich, verleihe mir gesunden Leib bis an mein Ende und stärke mich, daß ich die Last und Hike meines Berufs willig trage und dir, meinem Herrn, allezeit treu und gewärtig sei. V. Gebete. 374 Weil mir aber die Stunde meines Feierabends verborgen ist, so lehre mich, daß ich alle Stunden und Augenblicke fertig sei, einen seligen Abschied machen, die Welt willig lassen, mit Fried und Freuden einschlafen und mit dir und allen Auserwählten den ewigen Ruhe- und Feiertag halten möge. Amen. 7. Um beständigen Glauben. Herr Jesu Christe, ich weiß ja, daß der wahre christliche Glaube und das herzliche Vertrauen auf deinen Namen eine eble, lautre Gabe Gottes ist, die gegeben wird denen, die deinem Worte gehorchen. Ich danke dir, daß du dies heilige Licht auch in meinem Herzen angezündet und mir gegeben hast, daß auch ich, obwohl noch mit großer Schwachheit, jedoch mit solchem schwachen Glauben all meine Zuversicht auf dich allein seze. Mein Hei land, erhalte und mehre in mir meinen Glauben! Ich glaube ja, aber hilf du meiner Schwachheit allzeit auf! Laß das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen bis an mein Ende, auf daß ich dich mit gläubigem Herzen alle Augenblicke fest halte, mit Herzlicher Zuversicht auf dich gänzlich traue, mich an deinen himmlischen Gnadenschätzen allzeit ergöße, Fried und Trost daraus empfinde, und alle meine Lust und Freude täglich an dir haben möge bis an mein Ende. Amen. 8. Gebete für Kranke und Sterbende.nl 118 1. D Herr Jesu Christe, du mein treuer Heiland, Erlöser und Seligmacher, der du gesprochen hast: ,, Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken," auf dieses dein Wort komme ich zu dir, beladen mit großer Schwachheit des Leibes und der Seele. Ich bitte dich von Herzen, erbarme dich meiner und erquicke meine Seele mit deinem Troste. Herr Jesu, dir gebe ich meinen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Du bist mein treuer Heiland, du hast mich durch dein teures Blut erlöſet. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Laß mich mit Geduld deiner Hilfe warten, auf daß ich deinen Namen loben und dich ewig preisen möge. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du ſollst mich preisen," so rufe ich auch zu dir in meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte, du wollest mich armen fündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht ist zum Tode, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft verkündige und preise. Ist es mir aber nüßlicher, aus diesem Leben zu scheiden, so geschehe, Herr Gott, dein gnädiger guter Wille. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen V. Gebete. Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. O mein Gott und Vater, nach dem meine Seele verlanget, ich danke dir mit demütigem Herzen für alle deine Wohlthaten, mit welchen du mich in meinem Leben überschüttet hast, und daß du mich als ein Glied deiner Kirche bei deinem heiligen Wort und Sakramenten so gnädig erhalten, behütet und beschirmt hast, mich auch jetzt durch Krankheit und den Tod all gemach bei der Hand nimmst, um mich in dein himmlisches Haus einzuführen. Sei mir ein gnädiger Gott und rechne mir meine vielfältigen Sünden nicht zu, sondern rechne mir 375 linderst und ihm helfest zu seiner Ruhe. Ich befehle dir meine seufzende und kämpfende Seele, daß sie von allem Bösen befreit, von den Engeln getragen werde in Abrahams Schoß. Ich befehle dir auch alle die Meinigen; sei du ihr Gott und führe sie zu seiner Zeit auch in dein seliges Reich. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 4. O mein himmlischer Bater, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Gott alles Trostes, ich danke dir, daß du mir deinen lieben Sohn Jesum Christum geoffenbaret hast, an den ich glaube, den ich bekannt, den Ich ich geliebet und gelobet habe. bitte dich, Herr Jesu Christe, laß dir meine Seele befohlen sein. O himnlischer Vater, ob ich schon diesen Leib lassen und aus diesem Beben hinwegrechtigkeit Jeſu Chriſti, welche ich me- geriſsen werden muß, so weiß ich doch mit wahrem Glauben ergreife und laß mich durch ihn, der für mich gestorben und auferstanden ist, ewig selig werden. Dir und deiner väterlichen Gnade befehle ich alles, was ich bin und habe, wie denn auch alles dein ist und ich alles von dir empfangen habe. Ich befehle dir meinen schwachen Leib, daß du die Schmerzen desselben gewiß, daß ich bei dir ewig bleibe und aus deinen Händen mich niemand reißen kann. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. ald 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Tim. 4, 8. Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. V. Gebete. 376 Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25. 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Herr Gott, himmlischer Vater, wir, deine Kinder, legen diesen Sterbenden an dein väterliches Herz. Tilge der Heiligen im Licht. Du bist allein die Thür zum Leben, laß sie durch dich eingehen und selig werden. ewigem Leben und zeige ihr dein Heil. d O heiliger Geist, breite deine Flügel aus über diesen deinen Erlösten. Bezeuge ihm die Kindschaft in seinem Herzen und versiegle in ihm das Erbe des ewigen Lebens. Heilige ihn durch und durch und bringe ihn ins Allerheiligste, das droben ist. willen. Laß ihn der kräftigen Fürbitte Jesu genießen in der Stunde seines Todes. Sei du sein Stecken und Stab im finstern Thale des Todes. Erhalte ihn wider die Anflage des Gewissens und stärke ihn wider die Anläufe des Teufels. Öffne ihm die Thür des Himmels und führe ihn aus allem Jammer zur ewigen Freude, durch den Tod ins ewige Leben. Herr Jesu, du Sohn Gottes, wir legen diesen Sterbenden in deinen Schoß, an dein treues Hirtenherz, führe ihn zur ewigen Freude und Weide. Die Seele, die du mit deinem Blute erfauft haft, bringe zum Erbteil agt nadzo HSN190 2016 681 252 Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Iseli s3 Heiliger dreieiniger Gott, wir arme Sünder bitten, du wolleft diesem Sterbenden alle Schmerzen verkürzen und ihm nach diesem Elende ein Leben in der Ewigkeit geben. Erhöre uns! Erlöse ihn! Erbarme dich! Nimm ihn zu dir in deine Herrlichkeit, daß er bei dir bleibe und dich preise und rühme in Ewigkeit. Amen. 20 todse stiind and mps que e Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 377 VI. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers mit der Haustafel. Das erste Hauptstück. Die zehn Gebote. Daß erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnütlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft laffen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zauz bern, lügen oder trügen, sondern denselbigen in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Daß dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. ad Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. 20 Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebeft auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsre Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen wert haben. dienen, gehorchen, sie lieb und Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe feinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. 8909) Was ist das? daß wir keusch und züchtig leben Wir sollen Gott fürchten und lieben, in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Daß siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher 378 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. NEOG canon Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, after reden oder bösen Leumund machen, sondern ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechten an uns bringen, sondern ihm dasselbige zu behalten förderlich und dienstlich sein. ugaise Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starter, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Aber denen, Nächsten Haus. so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Daß zehnte Gebot. d Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. 2653 Evelin Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Der Beschluß. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? 90 nap Das zweite Hauptstück. istor Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Was ist das? Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. Der Glaube. Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 379 lebe, Würdigkeit; das alles ich ihm zu danken und zu loben, dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. und in seinem Reiche unter und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gefreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, fißend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Men schen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit feinem heiligen, teuern Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Ge meine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Das dritte Hauptstück. Die Anrede. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle To= ten auferwecken wird, und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiDas ist geges Leben geben wird. wißlich wahr. 1607 385 Das Vaterunser. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getroft und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. isd Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem 380 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2. Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns, lieber himmlischer Vater! Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir jeinem heiligen Worte durch seine Gnade glauben und göttlich Leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsre Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns erkennen lasse und unser täglich Brot. mit Danksagung empfangen Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; sondern stärfet und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes- Nahrung und Notdurft gehört, als Effen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gefinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Was ist das? Die dritte Bitte. der Vater im Himmel nicht ansehen Wir bitten in diesem Gebet, daß wolle unsere Sünde, und um derselbigen willen solche Bitte nicht ver sagen. Denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch Dein Wille geschehe, wie im Him- nicht verdienet, sondern er wolle uns mel, also auch auf Erden. alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel fündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gieb uns heute. den Sieg behalten. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 381 Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Waffer, in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Das vierte Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Zum ersten. Zum dritten. Was ist die Taufe? Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Waffer des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade ge= recht und Erben feien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist gewißlich wahr. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle heiden und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was giebt oder nüket die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Der Beschluß. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. de Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit 382 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2. allen Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Wo stehet das geschrieben? St. Paulus zu den Römern am findloc disp apbDas fünfte Hauptstück. Das Sakrament des Altars Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu effen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nütt denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen Natale Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eines, daß man die Sünde zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Effen und Trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstü& im Sakrament; und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Satrament würdiglich? Faften und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Wer diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: ,, Für euch" fordert eitel gläubige Herzen. Das Lehrstück von der Beichte. bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Vergebung Beichtiger empfahe als von Gott vom Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 383 Welche sind die? felbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seist; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, hässig gewesen seist; ob du jemand Leid gethan haft mit Wor= ten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset oder Schaden gethan hast. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vaterunser thun; aber vor dem ger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. ARTIS Das Lehrstück vom Amt der Schlüssel. Was ist das Amt der Schlüssel? sie erlassen; und welchen ihr Das Amt der Schlüssel ist die sie behaltet, denen sind sie sonderbare Kirchengewalt, die Chri- behalten. stus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbußfertigen aber die Sünde zu behalten, solange sie nicht Buße thun. Was glaubst du bei diesen Worten? Wo stehet das geschrieben? Ich glaube, was die berufenen Diener Christi aus seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, sonderlich wenn sie die öffentlichen und unbußSo schreibt der heilige Evangelist fertigen Sünder von der christlichen Johannes im zwanzigsten Kapitel: Gemeinde ausschließen und die, so Der Herr Jesus blies seine ihre Sünden bereuen und sich bessern Jünger an und sprach zu wollen, wiederum entbinden, daß ihnen: Nehmet hin den hei- es also träftig und gewiß sei, auch ligen Geist! Welchen ihr die im Himmel, als handelte es unser Sünben erlasset, denen sind lieber Herr Christus mit uns selber. Dr. Martin Luthers Haustafel etlicher Sprüche für allerlei christliche Stände. Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersacher. In der ersten Epistel zu Timoth. am dritten Kapitel. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott geWer aber der Obrigkeit ordnet. widerstrebet, der widerstrebet Gottes 384 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers zc. Ordnung; wer aber widerstrebet, Zittern, in Einfältigkeit eures Herwird sein Urteil empfahen. Denn zens, als Christo selbst, nicht mit fie trägt das Schwert nicht umsonst, Dienst allein vor Augen, als Menfie ist Gottes Dienerin, eine Räche schen zu gefallen, sondern als die rin zur Strafe über die, so Böses Knechte Christi, daß ihr solchen thun. Zun Römern am dreizehnten Willen Gottes thut von Herzen mit Kapitel. gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem HErrn und nicht den Menschen dienet; und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Den Chemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens; auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Und seid nicht bitter gegen fie. Zun Kolossern am dritten Kapitel. Den Ehefrauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem HErrn; wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht so schüchtern seid. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Zun Ephefern am sechsten Kapitel. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir's wohlgehe und du lange lebeft auf Erden. Bun Ephesern am sechsten Kapitel. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen ihnen und lasset euer Dräuen und wisset, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephef. 6. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan und beweiset darin die Demut; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. In der ersten Epistel Petri am fünften Kapitel. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. In der ersten Epistel zu Timotheo am fünften Kapitel. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Wort sind alle Gebote verfaffet; zun Römern am dreizehnten Kapitel. Und haltet an mit Beten für alle Menschen; in der ersten Epistel zu Timotheo Kap. 2. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause stohn. Die 21 Artikel des Glaubens 2c. VII. Die 21 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augsburgischen Konfession. Der I. Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich gelehret und gehalten, laut des Beschlusses Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist; alle drei Ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne End, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller ficht baren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst besteht, wie denn die Väter in dieser Sache dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Reßereien, so diesem Artikel zuwider find, als Manichaei, die zween Götter gefeßt haben, einen bösen und einen guten. Stem Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten, und alle dergleichen, auch Samosateni, alte und neue, so nur Eine Person segen und von diesen zweien: ,, Wort und heiligem Geist", Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme und der heilige Geist sei erschaffene Regung in Kreaturen. 385 Der II. Artitel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehrt, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleib an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle diejenigen unter ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbfünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der III. Artikel. Von dem Sohne Gottes. Stem es wird gelehrt, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in Ciner Person, also unzertrennlich vereinigt, Ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, getreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn versöhnete. Stem, daß derselbige Christus fei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn 25 Die 21 Artikel des Glaubens 2c. 386 glauben, durch den heiligen Geist Heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schüße und beschirme. Stem, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten 2c. laut des Symboli Apostolorum. Der IV. Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht er= langen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden, um Christus willen, durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zun Römern am 3. und 4. Der V. Artikel. Bom Predigtamt.. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesegt, Evangelium und Sakramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da Lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammt die Wieder täufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Ge danken und Werke erlangen. Der VI. Artikel. Vom neuen Gehorsam. Auch wird gelehrt, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun, allerlei, so Gott geboten hat, um Got= tes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir empfahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies alles gethan find untüchtige Knechte. Also habt, sollt ihr sprechen: Wir lehren auch die Väter. Denn Ambrofius spricht: ,, Also ist's beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubt, selig sei, und nicht durch Werke, sonbern allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Vergebung der Sünden habe." Der VII. Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehrt, daß alle Zeit müsse Eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben gleichförmige Ceremonie, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht Ephes. 4.: Ein Leib, Gin Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe. Der VIII. Artikel. Was die Kirche sei? Stem, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, Die 21 Artikel des Glaubens zc. denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen blei ben, so sind die Sakramente gleich wohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis Der sigen die Pharisäer 2c. halben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anders halten. Der IX. Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird gelehrt, daß fie nötig sei und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche Lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der X. Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. 387 Der XII. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehrt, daß diejenigen, so nach der Taufe gesündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Vergebung der Sünde erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Reu und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei; welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. Der XI. Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehrt, daß man in der Kirche privatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beicht nicht not ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Psalm 19: Wer kennet die Misfethat. Darnach soll auch Besserung fol= gen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. Hie werden verworfen die, so Lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünde erlange, sondern durch unser Genugthun. Der XIII. Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehrt, daß die Sakramente eingesett sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugnisse sind göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht ge= braucht werden, so man's im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärkt. 25* 388 Die 21 Artikel des Glaubens 2c. Der XIV. Artikel. Vom Kirchenregiment. Vom Kirchenregiment wird gelehrt, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder Sakramente reichen soll, ohne ordentlichen Beruf. Der XV. Artikel. Von Kirchenordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehrt man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als: gewisse Feier, Feste und der gleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Sazungen und Tradition, von Men schen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind. Derhalben sind Klostergelübde und andere Tradition von Unterschied der Speise, Tag 2c., dadurch man vermeint, Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun, untüchtig und wider das Evangelium. Der XVI. Artikel. Von dem weltlichen Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regimente und Gesetze, gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit-, Fürsten- und Richter- Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eignes haben, ehelich sein 2c. Hie werden verdammt die Wiedertäufer, so lehren, daß der Obangezeigten keines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, daß christliche VollkommenKind leiblich verlassen und sich der heit sei, Haus und Hof, Weib und vorberührten Stücke äußern, so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist: rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehrt nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte, als wahrhaftige Gottesordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unterthan und ihren Geboten gehorsam zu sein, in Denn so der Obrigkeit Gebot ohn allem, so ohne Sünde geschehen mag. Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein denn den Menschen. Actor. IIII. Der XVII. Artikel. Von der Wiederkunft Christi zum Gericht. Auch wird gelehrt, daß unser Herr Jesus Christus am jüng= sten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Stem, hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jekund ereignen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. 0 Der XVIII. Artitel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gese lehrt, daß der Mensch etlichermaßen Die 21 Artikel des Glaubens 2. einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter denen Dingen, so die Vernunft begreift. Aber ohne Gnad, Hilfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern solches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird; denn Paulus spricht 1. Kor. 2: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehrt werde, so sind das die flaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jegund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist; denn sie haben je alle natürlichen, angebornen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als: Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten; sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als: auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und dergleichen etwas Nützliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederzutnieen, einen Totschlag zu thun 2c." Der XIX. Artikel. Von Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehrt, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die 389 Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8: Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen. Der XX. Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von Zehn Geboten und andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten nüglichen Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehrt hat, sondern allermeist in allen Predigten auf kindische, unnötige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönchewerden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften 2c. getrieben. Solche unnötige Werke rühmt auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch, als vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts ge= predigt haben; lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern sezen den Glauben an Christum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen mag, denn so man allein lehrt, auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht ge= trieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubt, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben werden, 390 Die 21 Artikel des Glaubens zc. welcher allein der Mittler wisse, daß man allein durch den ist, den Vater zu verföhnen. Glauben ohne Verdienst Gottes Gnade Wer nun vermeinet, solches durch ergreift. Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet einen eignen Weg zu Gott wider das Evangelium. 11 Es geschieht auch Unterricht, daß man hie nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von den Toten, sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubt, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen. Und wer nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennt also Gott, ruft ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel Vergebung der Sünde" nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nichts Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet nicht Glauben ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben. Denn also wird vom Glauben gelehrt zu den Hebräern am 11., daß Glauben sei nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusage zu empfahen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort Glauben in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen.. Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephefern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig worden, durch den Glauben, und das felbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme 2c. Und daß hierin fein neuer Verstand eingeführt sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehrt, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweist. Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist. Denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werte, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott. Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigne Werke getrieben und sind mancherlei Werke vorgenommen. Denn etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man Ferner wird gelehrt, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allzeit allein Gnade Und und Vergebung der Sünde. dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun; denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist, so ist es zu schwach, dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibt, wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, Die 21 Artikel des Glaubens 2c. sondern sind in viel große, öffentliche Sünde gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zurühmen, daß sie lehre, gute Werte zu thun, und Hilfe anbiete, wie manzuguten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den nächsten zu lieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Christi, wie Er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnt ihr nichts thun 2c. Der XXI. Artikel. Vom Dienst der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir petsdatog spor Ge Stah sunrros usad sos0 Hoplo tilsap Sdnike- 6 2nd kan daim of 437 436 dno neds. 07 dis sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Erempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in töniglichem Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus 1. Tim. 2., welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2.: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum 2c. houdbal ONA JE SA S 18-2946-2-1 1500 PERS 66 30 703 190 zelo slegisla da Fadas dood into the office prospective Floor& and don Teus Pro Sitte 391 Ta med Hoptodo go TANG om putoe Parts Buld MALE ANCIE 12 IN ANTIEK hent be TRESTE 5₁ 5 gü/ 5190/ 79 73 233 7 G $ B CE 32 Li ก ท { O Inches 1 Centimetres Blue 72²2 N 3 4 Cyan Vertrau 2 5 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 U 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black